V/0147/2018
Zum Umgang mit Kriegerdenkmälern im öffentlichen Raum der Stadt Münster – Erarbeitung eines neuen Konzeptes zur Gedenk- und Erinnerungskultur
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Beschlussvorlage
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V/0147/2018 V/0147/2018 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Zum Umgang mit Kriegerdenkmälern im öffentlichen Raum der Stadt Münster – Erarbeitung eines neuen Konzeptes zur Gedenk- und Erinnerungskultur Beratungsfolge 17.04.2018 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 17.04.2018 Kulturausschuss Vorberatung 16.05.2018 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 16.05.2018 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage einer gutachterlichen Untersuchung der Krie- ger- und Ehrenmale in Münster, zu Beginn des Jahres 2019 einen Diskussionsprozess zu unter- schiedlichen Formen des Umgangs mit Erinnerungsabsichten von (Krieger-)Denkmälern in Müns- ters öffentlichem Raum zu initiieren. 2. Mit der Umsetzung des Beschlussvorschlages dieser Vorlage sind der Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE Nr. A-R/0034/2016 „Kriegerdenkmäler kritisch aufarbeiten!“, der Anregung der Be- zirksvertretung Münster-Mitte an den Rat Nr. ABV/0005/2018 „Train-Denkmal – Konzept für den zukünftigen Umgang mit diesem und anderen Denkmälern“ und die Anregung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Regional Gruppe Münster – gemäß § 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen 28.09.2017, Nr. 2017-00110, in der eine weitere kritische Ausei- nandersetzung mit den Denkmälern im öffentlichen Raum thematisiert wird, erledigt. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass unter anderem zu diesem Zweck in Verwaltungskompetenz eine üp-Position im Umfang von 0,5 VZÄ (E14) befristet vom 01.06.2018 bis 30.06.2019 einge- richtet worden ist. Begründung: Im öffentlichen Raum Münsters finden sich zahlreiche Kriegerdenkmä ler oder –ehrenmale, die an kriegerische Auseinandersetzungen des späten 19. Jahrhunderts (4) sowie den Ersten und Zweiten Weltkrieg (27) erinnern. Die Bandbreite der Erinnerungsabsichten der Initiatoren der unterschiedl i- chen Denkmäler reicht von der überhöhenden Heroisierung gefallener Soldaten bis zum Appell für die Wahrung des Friedens. Die Denkmäler bieten über Standorte, Gestaltung, Inschriften sowie Auspr ä- Stadtarchiv 20.03.2018 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Dr. Lambacher Telefon: 492 47 00 Lambacher@stadt- muenster.de - 2 - V/0147/2018 gung aktuellen Gedenkens unterschiedliche Möglichkeiten der Identifikation mit den Kriegstoten. D ie jüngeren Kriegsdenkmäler mahnen zum Frieden. Es gibt aber auch Denkmäler in der Stadt, die heute Irritationen und Ablehnung hervorrufen. Unter anderem die SkulpturProjekte 2017 haben gezeigt, dass ältere Krieger - und andere Ehrenmale wieder verstärkt eine öffentliche Aufmerksamkeit erfahren und auch kritisiert werden. So liegen hierzu mehrere Anträge und Anregungen zum allgemeinen Umgang mit Krieger - und ande- ren Ehrenmalen wie bspw. dem Train-Denkmal vor: Antrag A-R/0034/2016 Fraktion DIE LINKE: Münsters Kriegerdenkmäler kritisch aufarbeiten! Anregung Nr. 2017-00110 der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Regional Gruppe Münster – gemäß § 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen 28.09.2017, die eine weitere kritische Auseinandersetzung mit den Denkmälern im öffentlichen Raum the- matisieren. Anregung lfd. Nr. ABV/0005/2018 der BV Mitte an den Rat „Train-Denkmal – Konzept für den zukünftigen Umgang mit diesem und anderen Denkmälern. Die aufgeführten Anträge regen einen kritischen Disk urs über sämtliche Kriegerdenkmäler der Stadt sowie eine explizit künstlerische Auseinandersetzung mit dem Train -Denkmal an. Letztere beziehen sich auf das inzwischen abgeräumte Kunstwerk von Lara Favaretto „Momentary Monument – The Stone“ aus den Skulptur Projekten 2017, durch das die Diskussion über die Problematik des Train - Denkmals eine neue Dimension erhalten hat. Um diese öffentliche Diskussion über die bestehenden (Krieger-)Denkmäler auf eine fundierte Grund- lage zu stellen, wird das Stadtarchiv wisse nschaftliche Informationen zu den Krieger - und Ehrenma- len in Münster bereitstellen. Hierzu werden die bekannten und erfassten Kriegerdenkmäler dahing e- hend gutachterlich geprüft, ob sie der Kriegsverherrlichung und kritiklosen Heldenverehrung dienen, ob sie militaristische, revanchistische oder den Kolonialismus verherrlichende Hintergründe besitzen und/oder mögliche Opfer historischer Prozesse und Ereignisse unbeachtet lassen. Ergänzend zu der bereits verfügbaren, 2013 vom Stadtarchiv herausgegebenen Dokumentation „Er- innern im öffentlichen Raum. Krieger-Denkmäler – Ehrenmale – Mahnmale und Kriegsgräberstätten“ bereitet das Stadtarchiv in Kooperation mit der Online-Redaktion des Presse- und Informationsamtes derzeit eine entsprechende Internetseite vor, auf der die Informationen zu den einzelnen Krieger- und Ehrenmalen aufbereitet zur Verfügung gestellt werden. Ebenso sollen neue Erkenntnisse oder Ausei- nandersetzungen mit den historischen Interpretationen entsprechend ergänzt und in Zukunft kontinu- ierlich auf dieser Website eingepflegt werden können. Auf den Erkenntnissen der gutachterlichen Untersuchung der Krieger- und Ehrenmale aufbauend wird das Stadtarchiv zu Beginn des Jahres 2019 einen Diskussionsprozess zu unterschiedlichen Formen des Umgangs mit Erinnerungsabsichten von (Krieger -)Denkmälern in Münsters öffentlichem Raum initiieren. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft sollen in einem Workshop Vorschläge für die Erarbeitung, Ve r- mittlung und Umsetzung eines neuen innovativen Gesamtkonzeptes für den Umgang mit dem – kriti- schen - Traditionserbe der Stadt Münster entwickelt werden. Ein Vorschlag könnte sein, die ‚Ko m- mentierung‘ kritischer Denkmäler in einem einheitlichen Format mit einer Eröffnung von Möglichkeiten des Zugangs zu digitalen Informationen auf der Website des Stadtarchivs vorzubereiten. Das Stadtarchiv wird beauftragt, den aktuellen Diskurs zu den Kriegerdenkmälern und weiteren Eri n- nerungszeichen über die Bereitstellung von Informationen hinaus zu moderieren. Hierzu sollen K o- operationen mit Geschichtsinitiativen sowie mit der Historischen Fakultät der Universität eingegangen - 3 - V/0147/2018 werden und somit wieder verstärkt in diesem Themenzusammenhang die außerschulische historisch- politische Bildungs- und Vermittlungsarbeit wahrgenommen werden. Über die Ergebnisse der gutachterlichen Untersuchung sowie des Workshops wird in einer Vorlage im Jahr 2019 berichtet werden. Da die umfangreichen, mit dem Vorhaben verbundenen Aufgaben nicht mit den vorhandenen Re s- sourcen bewältigt werden können, wurde in Verwaltungskompetenz eine üp-Position im Umfang von 0,5 VZÄ (E14) befristet vom 01.06.2018 bis 30.06.2019 eingerichtet. Die dafür anfallenden Aufwe n- dungen im Umfang von rd. 46.180 € gehen zu Lasten des Personalbudgets der Produktgruppe 0406 gem. § 9 Abs. 1 Ziff. 1.1 der Haushaltssatzung (gegenseitige Deckungsfähigkeit). Eine dauerhafte Stellenzusetzung zu diesem Zweck ist nicht erforderlich, da die Aufgaben über eine zum 01.07.2019 frei werdende Stellenressource kompensiert werden können. i. V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin
Anlage A
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Anlage A zur V/0147/2018 Kurzüberblick Zum Umgang mit Krieger- und anderen Denkmälern (u.a. Traindenkmal) liegen mehrere Anträge und Anregungen vor. Das Stadtarchiv sieht es als Auftrag an, den aktuellen Diskurs zu diesen Denkmälern zu moderieren, Informationen bereitzustellen und Veranstaltungen im Rahmen der historisch-politischen Bildungsarbeit vorzubereiten und neue Formate für den Umgang mit kriti- schen (Krieger-)Denkmälern im öffentlichen Raum zu entwickeln. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Vorlage trägt bei zur Erreichung des Zieles der Produktgruppe 04.06.02: Erforschung, Doku- mentation und Vermittlung der Stadtgeschichte. Ziele: 1. Es soll mindestens eine stadtgeschichtliche Publikation jährlich erstellt werden. Zielerrei- chung: Das Stadtarchiv bereitet eine Website ‚Erinnern im öffentlichen Raum: Krieger- Denkmäler – Ehrenmale – Mahnmale und Kriegsgräberstätten‘ vor, die als informative Ba- sis für den Diskussionsprozess über kritische Kriegerdenkmäler dienen soll. 2. Die Nutzung des Stadtarchivs soll gefördert und stadthistorische Bildung vermittelt wer- den. Die Veranstaltungen sollen sich im Umfang der Zielkennzahlen entwickeln: Zielerreichung: Das Stadtarchiv beabsichtigt, zum Umgang mit Kriegerdenkmälern Veran- staltungsformate zu entwickeln und diese dann umzusetzen. Finanzierung Produktgruppe: 04.06.02 Erforschung, Dokumentation und Vermittlung der Stadt- geschichte Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) entfällt
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0147/2018
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 14.02.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37