V/0559/2019
Zwischenbericht Schulentwicklungsplanung Berufskollegs
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Anlage 1 Zwischenbericht SEP-BK
77391 Zeichen
Zwischenbericht zur
Schulentwicklungsplanung Berufskollegs
der Stadt Münster (SEP-BK)
1
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ................................ ................................ ................................ ................................ ........... 2
1 Beschreibung der Schullandschaft ................................ ................................ ........................... 3
1.1 Berufskollegs in städtischer Trägerschaft ................................................................................................ 3
1.2 Berufskollegs in anderer Trägerschaft ..................................................................................................... 9
2 Beschreibung des Schulentwicklungsprozesses ................................ ................................ .... 10
2.1. Grundlagen ........................................................................................................................................... 10
2.2. Ziele der SEP-BK .................................................................................................................................... 10
2.3. Aktueller Stand und bisherige Meilensteine im Prozess ...................................................................... 11
2.4. Aktuelle Herausforderungen ................................................................................................................ 15
3 Empirische Zwischenergebnisse ................................ ................................ ............................ 22
3.1. Bestandsdaten ...................................................................................................................................... 22
3.2 Diskussion einer Schülerzahlprognose .................................................................................................. 31
4 Weiteres Verfahren/ Ausblick ................................ ................................ ................................ . 32
2
Vorwort
Mit knapp 20.000 Schülerinnen und Schülern aus Münster, dem Münsterland und darüber hinaus
haben die Berufskollegs in der Stadt Münster maßgebliche Bedeutung für Stadt und Region. Sie
sind ebenso Standort - wie Wirtschaftsfaktor. Berufskollegs bieten mit ihrem breit gefäche rten An-
gebotsspektrum Qualifizierungs- und Abschlussmöglichkeiten vom ersten qualifizierenden Schu l-
abschluss bis zur höheren Bildung.
Die Berufskollegs sind daher nicht nur bildungspolitisch, sondern in hohem Maße sozialpolitisch
bedeutsam – indem sie auch jungen Menschen mit schwierigen Ausgangsbedingungen Perspekti-
ven in berufliche Qualifikation und Ausbildung anbieten.
Mit der Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs der Stadt Münster (SEP-BK) haben wir uns
das Ziel gesetzt, auf die wesentlichen Zukunftsfragen beruflicher Bildung Antworten zu finden und
Lösungen zu erarbeiten.
Mit dem folgenden Bericht wird dieses Projekt einer Zwischenevaluation unterzogen und wesen t-
lich Meilensteine sowie aktuelle und zukünftige Herausforderungen für die berufliche Bildungsland-
schaft in Münster aufgezeigt.
Zunächst werden die Profile der städtischen Berufskollegs in Münster beleuchtet. Daran schließt
sich die Dokumentation des dialogischen Schulentwicklungsprozesses an, in dessen vielfältigen
Veranstaltungsformaten die aktuellen (und zukünftigen) Schwerpunkte und Herausforderungen
beruflicher Bildung aus Sicht der verschiedenen Akteure aufgeführt und in der Folge für den Pr o-
zess systematisiert werden. Ebenfalls vorgestellt werden die bisherigen Meilensteine und bereits
erreichten Teilziele, zu denen u.a. die Erhebung der empirischen Bestandsdaten gehörte. Diese im
nachfolgenden Kapitel vorgestellten Statistiken zu Schülerzahlen und Einzelschulen ermöglichen
vielfältige Analysen und Interpretationen zum Status Quo der Berufskollegs.
Zur Diskussion einer Schülerzahlprognose werden Rechenmodelle vorgestellt und die Vor - und
Nachteile einzelner Datengrundlagen erörtert. Abschließend werden Maßnahmen und Handlung s-
empfehlungen für aktuelle Herausforderungen und drängen de Probleme der Schulen – insb.
Raum- und Standortfragen & Medienentwicklung – aufgeführt.
3
1 Beschreibung der Schullandschaft
Die beruflichen Schulen in Münster befinden sich in Münster in städtischer wie privater Träge r-
schaft. Für die Schulentwicklungsplanung wird zunächst die Schullandschaft der beruflichen Bi l-
dung anhand der Schulprofile der sechs Berufskollegs in städtischer Trägerschaft in Münster be-
trachtet. Neben den Bildungsgängen und Schwerpunkten werden auch die Teilstandorte aufgeführt
und in der Stadtkarte verortet.
1.1 Berufskollegs in s tädtische r Trägerschaft
Adolph-Kolping-Berufskolleg
Anschrift
Lotharinger Str. 30 (Gebäude I)
48147 Münster
Lotharinger Str. 8 (Gebäude II)
48147 Münster
Kaiser-Wilhelm-Ring 1 (Gebäude III)
48145 Münster
Bildungsgänge
Gebäude I Medientechnologie u. -gestaltung, Goldschmiede, Grafik - und Objekt -
design, Medien/Kommunikation
Gebäude II Hotel- und Gastgewerbe, Köche, Nahrungsmittelgewerbe,
Berufliche Grundbildung
Gebäude III Farb- und Raumgestaltung, Oberflächentechnik
Bildungsbereich Schulgliederung Organisa-
tionsform1
Schülerinnen und Schüler
gesamt weiblich männlich Ausländer
Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in %
Berufsschule
Ausbildungsvorbereitung VZ 54 4 7,4% 50 92,6% 39 72,2%
Ausbildungsvorbereitung TZ 73 23 31,5% 50 68,5% 12 16,4%
Fachklassen TZ 1.426 667 46,8% 759 53,2% 268 18,8%
Fachklassen FHR TZ 23 13 56,5% 10 43,5% 3 13,0%
Berufsfachschule
Berufl. Kenntnisse,
HSA Klasse 10 VZ 21 3 14,3% 18 85,7% 7 33,3%
Berufl. Kenntnisse,
mittl. Schulabschluss VZ 27 5 18,5% 22 81,5% 7 25,9%
Berufsabschluss FHR VZ 303 192 63,4% 111 36,6% 21 6,9%
Berufl. Kenntnisse, FHR VZ 50 21 42,0% 29 58,0% 4 8,0%
Fachoberschule 1-jährige Fachoberschule
Klasse 12B VZ 15 5 33,3% 10 66,7% 0 0,0%
Fachschule Fachschule TZ 38 5 13,2% 33 86,8% 1 2,6%
Fachschule VZ 22 2 9,1% 20 90,9% 0 0,0%
Berufl. Gymnas i-
um
Berufsabschluss,
Allgem. Hochschulreife
(mit Berufspraktikum)
VZ 107 92 86,0% 15 14,0% 2 1,9%
gesamt 2.159 1.032 47,8% 1.127 52,2% 364 16,9%
gesamt VZ 599 324 54,1% 275 45,9% 80 13,4%
gesamt TZ 1.560 708 45,4% 852 54,6% 284 18,2%
1 VZ: Vollzeit, TZ: Teilzeit
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuljahr 2018/2019 Stadt Münster
4
Anne-Frank-Berufskolleg
Anschrift
Manfred-von-Richthofen-Straße
39, 48145 Münster
(Hauptstandort)
Coerdestraße 60
48147 Münster (Teilstandort)
Manfred-von-Richthofen-Straße
46,
(Fürstin-von-Gallitzin-Schule)
48145 Münster *
*Die Nutzungsmöglichkeit der Räume im Gebäude der
Mathilde-Anneke Gesamtschule, ehemalige Fürstin -von-
Gallitzin-Schule (6 Klassenräume) fällt im Schuljahr
2020/2021 wegen Umbaumaßnahmen und Aufwachsen der
Gesamtschule weg. Es wird unbedingt Ersatz benötigt.
Bildungsgänge Sozial- und Gesundheitswesen, Er nährungs- und Versorgungsmanagement , Beruf s-
schule: Hauswirtschafter/in, Friseur/in, Kosmetiker/in, Florist/in
Bildungsbereich Schulgliederung Organisa-
tionsform
Schülerinnen und Schüler
gesamt weiblich männlich Ausländer
Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in %
Berufsschule
Ausbildungsvorbereitung VZ 69 44 63,8% 25 36,2% 41 59,4%
Ausbildungsvorbereitung TZ 14 11 78,6% 3 21,4% 1 7,1%
Fachklassen TZ 292 249 85,3% 43 14,7% 66 22,6%
Berufsfach-
schule
Berufl. Kenntnisse,
HSA Klasse 10 VZ 37 26 70,3% 11 29,7% 21 56,8%
Berufsabschluss/
HSA Kl.10 oder mittlerer
Schulabschluss VZ 202 143 70,8% 59 29,2% 32 15,8%
Berufl. Kenntnisse,
mittlerer Schulabschluss VZ 52 34 65,4% 18 34,6% 18 34,6%
Berufl. Kenntnisse, FHR VZ 146 89 61,0% 57 39,0% 14 9,6%
Fachoberschule
1-jährige Fachobersch u-
le
Klasse 11 TZ 71 54 76,1% 17 23,9% 4 5,6%
1-jährige Fachobersch u-
le
Klasse 12B VZ 20 12 60,0% 8 40,0% 3 15,0%
1-jährige Fachobersch u-
le Klasse 12S VZ 60 42 70,0% 18 30,0% 9 15,0%
Fachschule
Fachschule (verkürzt) TZ 23 23 100,0% 0 0,0% 1 4,3%
Fachschule für Sozial -
wesen (mit Praktikum) VZ 463 333 71,9% 130 28,1% 21 4,5%
Berufl. Gymn a-
sium
Berufl. Kenntnisse,
Allgem. Hochschulreife VZ 165 100 60,6% 65 39,4% 5 3,0%
Berufsabschluss, Allgem.
Hochschulreife (mit
Berufspraktikum)
VZ 157 120 76,4% 37 23,6% 6 3,8%
gesamt 1.771 1.280 72,3% 491 27,7% 242 13,7%
gesamt VZ 1.371 943 68,8% 428 31,2% 170 12,4%
gesamt TZ 400 337 84,3% 63 15,8% 72 18,0%
gesamt TZ 812 620 76,4% 192 23,6% 111 13,7%
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuljahr 2018/2019 Stadt Münster
5
Im Rahmen der Zusammenführung des ESPA -Berufskollegs und des Anne-Frank-Berufskollegs
durch Erweiterung bzw. Neuerrichtung der Bildungsgänge am Anne -Frank-Berufskolleg zum
Schuljahr 2018/2017 wurden die Zügigkeiten verschiedener Bildungsgänge erhöht und 2 neue
Bildungsgänge (Fachschule für Heilerziehung spflege und H eilpädagogik) eingerichtet (Vorlage
V/1026/2017).
Hansa-Berufskolleg
Anschrift
Hansaring 80
48155 Münster
Bildungsgänge kaufmännische Grundbildung, medizinische & kaufmännische Berufsschule,
kaufmännische Weiterbildung
Bildungsbereich Schulgliederung Organisa-
tionsform
Schülerinnen und Schüler2
gesamt weiblich männlich Ausländer
Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in %
Berufsschule
Ausbildungsvorbereitung VZ 13 2 15,0% 11 82,3% 5 37,4%
Ausbildungsvorbereitung TZ 29 9 31,1% 20 69,1% 2 6,9%
Fachklassen/erweiterte
Zusatzqualifikation TZ 15 7 48,4% 8 55,3% 0 0,0%
Fachklassen TZ 3.786 2.428 64,1% 1.358 35,9% 256 6,8%
Berufsfach-
schule
Berufsabschluss/
Fachhochschulreife
(ohne Praktikum) VZ 98 43 43,9% 55 56,1% 10 10,2%
Berufl. Kenntnisse,
mittlerer Schulabschluss VZ 47 30 64,2% 17 36,4% 9 19,2%
Berufl. Kenntnisse, FHR VZ 128 57 44,5% 71 55,5% 14 10,9%
Fachschule Fachschule TZ 167 91 54,5% 76 45,5% 9 5,4%
gesamt 4.283 2.668 62,3% 1.615 37,7% 305 7,1%
gesamt VZ 286 132 46,1% 154 53,8% 38 13,3%
gesamt TZ 3.997 2.535 63,4% 1.462 36,6% 267 6,7%
2 Die Schülerzahlen verändern sich im Laufe des Schuljahres und sind teilweise von den Schulen für das laufende Schuljahr 2018/2019
aktualisiert worden. Sie können daher von der Amtlichen Schulstatistik abweichen (s. Ziffer 3.1.1 ff.).
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuljahr 2018/2019 Stadt Münster
6
Hans-Böckler-Berufskolleg
Anschrift
Hoffschultestraße 25
48155 Münster
Manfred-von-Richthofen-Straße 46,
(Fürstin-von-Gallitzin-Schule)
48145 Münster*
*Die Nutzungsmöglichkeit der 3 Klassenr äume im Gebäude der
Mathilde-Anneke Gesamtschule, ehemalige Fürstin -von-Gallitzin-
Schule fällt im Schuljahr 2020/2021 wegen Umbaumaßna hmen
und Aufwachsen der Gesamtschule weg. Es wird unbedingt Ersatz
benötigt.
Bildungsgänge Technik / Naturwissenschaften
Bildungsbereich Schulgliederung Organisa-
tionsform
Schülerinnen und Schüler
gesamt weiblich männlich Ausländer
Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in %
Berufsschule
Ausbildungsvorbereitung VZ 18 3 16,7% 15 83,3% 18 100,0%
Fachklassen/
Fachhochschulreife TZ 25 1 4,0% 24 96,0% 1 4,0%
Fachklassen TZ 2.157 334 15,5% 1.823 84,5% 179 8,3%
Berufsfach-
schule
Berufl. Kenntnisse,
HSA Klasse 10 VZ 8 1 12,5% 7 87,5% 6 75,0%
Berufsabschluss/
Fachhochschulreife
(ohne Praktikum) VZ 153 22 14,4% 131 85,6% 21 13,7%
Berufl. Kenntnisse,
mittlerer Schulabschluss VZ 17 2 11,8% 15 88,2% 1 5,9%
Berufl. Kenntnisse, FHR VZ 120 4 3,3% 116 96,7% 12 10,0%
Fachoberschule 1-jähr. Fachoberschule
Klasse 12B VZ 27 2 7,4% 25 92,6% 2 7,4%
Fachschule Fachschule TZ 230 26 11,3% 204 88,7% 1 0,4%
Berufl. Gymn a-
sium
Berufl. Kenntnisse,
Allgem. Hochschulreife VZ 177 28 15,8% 149 84,2% 7 4,0%
Berufsabschluss, Allgem.
Hochschulreife (mit
Berufspraktikum)
VZ 64 5 7,8% 59 92,2% 5 7,8%
gesamt 2.996 428 14,3% 2.568 85,7% 253 8,4%
gesamt VZ 584 67 11,5% 517 88,5% 72 12,3%
gesamt TZ 2.412 361 15,0% 2.051 85,0% 181 7,5%
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuljahr 2018/2019 Stadt Münster
7
Ludwig-Erhard-Berufskolleg
Anschrift
Gut Insel 41
48151 Münster
Tilbecker Str. 24
48161 Münster (10
Klassen)*
*Kooperation mit der Friedensreich -
Hundertwasser-Schule (Bildungsgänge
„Höhere Handelsschule“)
Bildungsgänge Informatik, Wirtschaft und Verwaltung
Bildungsbereich Schulgliederung Organisa-
tionsform
Schülerinnen und Schüler
gesamt weiblich männlich Ausländer
Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in %
Berufsschule
Ausbildungsvorbereitung VZ 13 5 38,5% 8 61,5% 13 100,0%
Fachklassen/
Fachhochschulreife TZ 10 6 60,0% 4 40,0% 1 10,0%
Fachklassen TZ 2.015 944 46,8% 1.071 53,2% 142 7,0%
Berufsfach-
schule
Berufl. Kenntnisse,
HSA Klasse 10 VZ 36 16 44,4% 20 55,6% 16 44,4%
Berufl. Kenntnisse,
mittlerer Schulabschluss VZ 61 27 44,3% 34 55,7% 20 32,8%
Berufl. Kenntnisse, FHR VZ 336 114 33,9% 222 66,1% 58 17,3%
Berufsabschluss VZ 7 5 71,4% 2 28,6% 0 0,0%
Berufsabschluss, FHR
(ohne Praktikum) VZ 64 31 48,4% 33 51,6% 6 9,4%
Fachoberschule
1-jährige Fachobersch u-
le
Klasse 13 VZ 23 13 56,5% 10 43,5% 1 4,3%
1-jährige Fachobersch u-
le
Klasse 12B VZ 28 12 42,9% 16 57,1% 1 3,6%
Fachschule Fachschule TZ 48 20 41,7% 28 58,3% 0 0,0%
Berufl. Gymn a-
sium
Berufl. Kenntnisse,
Allgem. Hochschulreife VZ 203 72 35,5% 131 64,5% 20 9,9%
gesamt 2.844 1.265 44,5% 1.579 55,5% 278 9,8%
gesamt VZ 771 295 38,3% 476 61,7% 135 221,6%
gesamt TZ 2.073 970 46,8% 1.103 53,2% 143 17,0%
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuljahr 2018/2019 Stadt Münster
8
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg
Anschrift
Mindener Straße 11
48145 Münster
Hermannstraße 58
(Josefschule)
48151 Münster (10
Klassenräume)*
*Nach Angaben der Wohn + Stadtbau ist nach
derzeitigem Grobterminplan der Abbruch des
Schulgebäudes für Mitte 2021 geplant und wird
somit für die Unterbringung von 10 Klassen-
räumen wegfallen. Aufgrund des Neubaus der
KiTa ist aber für das Bestandsgebäude ein
neues Brandschutzkonzept zu erstellen. Mög-
licherweise hat das Auswirkungen auf die
Nutzungen des BK’s in den oberen Gescho s-
sen. Ersatzräume sind zwingend notwendig.
Bildungsgänge Agrarwirtschaft, Bautechnik, Fahrzeugtechnik, Holztechnik
Bildungsbereich Schulgliederung Organisa-
tionsform
Schülerinnen und Schüler
gesamt weiblich männlich Ausländer
Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in %
Berufsschule
Ausbildungsvorbereitung VZ 15 1 6,7% 14 93,3% 15 100,0%
Ausbildungsvorbereitung TZ 12 2 16,7% 10 83,3% 1 8,3%
Fachklassen/erweiterte
Zusatzqualifikation TZ 78 15 19,2% 63 80,8% 2 2,6%
Fachklassen TZ 2.430 473 19,5% 1.957 80,5% 247 10,2%
Berufsfach-
schule
Berufl. Kenntnisse,
HSA Klasse 10 VZ 15 1 6,7% 14 93,3% 13 86,7%
Berufl. Kenntnisse,
mittlerer Schulabschluss VZ 16 1 6,3% 15 93,8% 5 31,3%
Berufl. Kenntnisse, FHR VZ 55 12 21,8% 43 78,2% 5 9,1%
Fachoberschule
1-jährige
Fachoberschule
Klasse 12B VZ 40 6 15,0% 34 85,0% 0 0,0%
1-jährige
Fachoberschule
Klasse 12S VZ 36 14 38,9% 22 61,1% 0 0,0%
1-jährige
Fachoberschule
Klasse 11 TZ 35 6 17,1% 29 82,9% 0 0,0%
Fachschule VZ 38 3 7,9% 35 92,1% 0 0,0%
Fachschule Fachschule TZ 50 17 34,0% 33 66,0% 0 0,0%
gesamt 2.820 551 19,5% 2.269 80,5% 288 10,2%
gesamt VZ 215 38 17,7% 177 82,3% 38 227,0%
gesamt TZ 2.605 513 19,7% 2.092 80,3% 250 21,1%
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuljahr 2018/2019 Stadt Münster
9
1.2 Berufskollegs in anderer Trägerschaft
Neben den Berufskollegs in städtischer Trägerschaft gibt es in der Stadt Münster auch private An-
gebote/ Ersatzschulen, die zumeist auf bestimmte Berufsfelder spezialisiert sind.
Berufskolleg der Landwirtschaftskammer NRW
Anschrift
Münsterstraße 62-68
48167 Münster
Schülerzahl
148
(Schuljahr 2018/2019)
Bildungsgänge Agrarwirtschaft
Genossenschaftliches Berufskolleg
Anschrift
Wiener Straße 53-55
48145 Münster
Schülerzahl 752
(Schuljahr 2018/2019)
Bildungsgänge Finanzwirtschaft, Handel, Informatik
Hildegardisschule
Anschrift
Neubrückenstr. 17
48143 Münster
Schülerzahl 847
(Schuljahr 2018/2019)
Bildungsgänge Sozial- und Gesundheitswesen, Ernährung/ Hauswirtschaft, Wirtschaft und
Verwaltung
Timmermeister Schule
Anschrift
Sentruper Straße 157-161
48149 Münster
Schülerzahl 140
(Schuljahr 2018/2019)
Bildungsgänge Sport und Gesundheit
10
2 Beschreibung des Schulentwicklungsprozesses
2.1. Grundlagen
Die rechtlichen Voraussetzungen für die Schulentwicklung ergeben sich zunächst aus dem Schu l-
gesetz von Nordrhein-Westfalen. Gem. § 78 Schulgesetz NRW (SchulG NRW) ist der Schulträger
gemeinsam mit dem Land für die Weiterentwicklung der Berufskollegs verantwortlich. Aus § 80
Abs. 1 SchulG NRW ergibt sich die Pflicht der Stadt Münster als Schulträger Schulentwicklungs-
planung zu betreiben. „Sie dient der Sicherung […] eines gleichmäßigen, inklusiven und alle Schul-
formen und Schularten umfassenden Bildungs - und Abschlussangebots“. Hierbei wird der Schul-
träger von der Bezirksregierung Münster beraten.
Die letzte Schulentwicklungsplanung für d ie Berufskollegs der Stadt Münster wurde im Zeitraum
zwischen 1997-1999 im Zusammenhang mit einem Gutachten des Instituts für Schulentwicklung in
Dortmund erarbeitet und in den Folgejahren fortgeschrieben.
Mit Ratsbeschluss am 22.03.2017 befürwortete der Rat der Stadt Münster den Einstieg in eine
dialogische Schulentwicklungsplanung der städtischen Berufskollegs ( Vorlage V/0080/2017/1).
Darin wurde festgehalten, dass die inhaltliche Ausgestaltung des Prozesses unter Einbeziehung
der städtischen Partner aus Schulen, Wirtschaft u.a. erfolgen sollte.
Für die Planung wurden die im Jahr 2011 beschlossenen schulpolitischen Leitlinien für Schulen t-
wicklungsplanung (Vorlage V/0678/2010/1) aufgegriffen und für die Bedarfe der Berufskollegs kon-
kretisiert.
2.2. Zie le der SEP -BK
Als Teilziele wurden im Ratsbeschluss u.a. folgende Schwerpunkte für die SEP-BK gesetzt:
„zukunftsfähige Ausrichtung […], die Vielfalt des Angebots“
„Profilschärfung jedes einzelnen Berufskollegs“
„moderne […] räumliche und technische Ausstattung“
„gelingende Bildungsbiografien“
„optimierte und wirtschaftliche Raumnutzung“
Das Ergebnis soll den Zukunftsanforderungen eines wachsenden und sich wandelnden Wir t-
schaftsstandortes sowie den Zielen der Stadt Münster entsprechen.
Diese Teilziele und die schulpolitischen Leitlinien wurden systematisiert und zu einzelnen A r-
beitspaketen zusammengeführt (s. Anlage 1: Zielsystem der SEP-BK).
11
Aus diesen wurden 5 übergeordnete Schwerpunkte für den Prozess der SEP-BK gebildet:
Übergänge/ Individuelle Förderung/ Integration/ Inklusion
Arbeits- und Ausbildungsmarkt
Profilschärfung/ Bildungsgänge
Gebäude/Räume/ techn. Ausstattung
Image/ Öffentlichkeitsarbeit
2.3. Aktueller Stand und b isherige Meilensteine im Prozess
Nach dem Ratsbeschluss im März 2017 wu rden durch das Amt für Schule und Weiterbildung zu-
nächst die wesentlichen Planungsschritte erörtert und eine Gremienstruktur erarbeitet:
Interner Arbeitskreis „SEP-BK“
- Strategische Ebene
BezReg, BK-Leitung, 40
Kümmerer - Operative Ebene
40 intern
Begleitende Fachforen
Beirat „SEP-BK“
BezReg, BKL, 40, Netzwerk
„Schule und Wirtschaft“
Arbeitsgruppe
1
Arbeitsgruppe
3
Arbeitsgruppe
2
Arbeitsgruppe
...
mit
Moderation
mit
Moderation
Rat der Stadt Münster
Vorlage V/0080/2017
Arbeitsaufträge
Arbeitsergebnisse
Wie in d er Gremienstruktur erkennbar, werden für den dialogischen Prozess zahlreiche Akt eure
aus dem Bereich der beruflichen Bildung eng in den Prozess eingebunden. Im monatlichen A b-
stand werden Zwischenergebnisse, Planung und Organisation der amtsinternen Vorarbeit (operati-
ve Ebene) in dem internen Arbeitskreis „SEP-BK“ gemeinsam erörtert. I m Gremium sind neben
Vertreterinnen und Vertretern des Amtes für Schule und Weiterbildung, die Hauptdezernentin des
Dezernates 45 „Berufskollegs“ der Bezirksregierung Münster sowie die Sprecherin für die städt i-
schen BK-Schulleitungen beteiligt.
Teilziele und zu beratende Maßnahmen werden anlassbezogen im Beirat „SEP-BK“ besprochen.
Aus deren Mitgliedern werden für spezifische Themenfelder Arbeitsgruppen gebildet. Deren A r-
beitsergebnisse werden wiederum für folgende Beiratssitzungen aufbereitet.
12
Begleitende Fachforen dienen dazu, den Prozess zudem für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen
und den Austausch der dialogischen Partner zu stärken. Die dargestellten Veranstaltungsformate
wurden durch sich abzeichnende Bedarfe im Laufe des Prozesses ergänzt durch
Besprechungen mit den Schulleitungen der städtischen Berufskollegs,
einen Infoworkshop mit Beteiligung der schulischen Statusgruppen,
sowie amtsinterne Workshops.
Nach dem Ratsbeschluss wurden die in der Vorlage genannten Teilziele zunächst konkretisiert
und auf dieser Grundlage ein detaillierter Projektplan erstellt.
Auszug aus der Zeitschiene SEP-BK
Umfang und Priorität der Schwerpunkte werden prozessbegleitend dialogisch erörtert und ang e-
passt. Inhaltlich entstehen zwangsläufige Überschneidungen und Koabhängigkeiten zwischen den
Schwerpunkten und einzelnen Arbeitspaketen. So sind z.B. Aspekte von Inklusion für gelingende
Übergänge sowie für die Ausstattung der Räume von Bedeutung. Prognosen von Schülerzahlen
bilden nicht nur die Grundlage für die Konzeption eines Übergangsmonitorings, sondern beispiels-
weise auch für die Bewertung von Bildungsgängen.
Im September 2017 wurden in einer moderierten Informationsveranstaltung die Vorst ellungen und
Forderungen der Schulleitungen an die SEP-BK ergänzt. Hierbei wurden v.a. dringende He raus-
forderungen bzgl. der Raum - und Standortsituation einzelner Schulen, aber auch Querschnitt s-
themen wie Inklusion und Integration angesprochen.
Ab dem III. Quartal 2017 wurde die SEP-BK durch eine für das Projekt vorgesehene 0,5 Stelle
verstärkt.
13
Im November folgte ein Informationsworkshop mit den schulischen Statusgruppen aller städtischen
Berufskollegs3. Auch hier wurden schulübergreifend relevante Aspekte benannt, wie die Situation
von Unterrichts- und Fachräumen, die technische und IT -Ausstattung. Außerdem wurde von den
schulischen Vertretungen kommuniziert, Image und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Bekanntheit der
Zugangs- und Abschlussmöglichkeiten der Berufskollegs als Handlungsfeld im Prozess zu berück-
sichtigen. Hierfür wurde ein eigener Schwerpunkt ergänzt (s. nächster Abschnitt).
Die erste Beiratssitzung fand am 18.12.2017 unter dem Schwerpunktthema Übergänge statt. Hier-
bei wurde die besondere Bedeutung der Berufskollegs für den Erfolg von schulisc hen Übergängen
hervorgehoben – sei es im Übergang vom Sekundarbereich I in die Berufskollegs, aus dem Au s-
bildungs- in das Arbeitsleben oder zwischen Bildungsgängen innerhalb der Berufskollegs. Aus
Perspektive der Politik, der Kammern, der Agentur für Arbei t und der Gewerkschaften u.a. wurden
die aktuellen und kommenden Herausforderungen für die berufliche Bildung deutlich, etwa die S i-
cherung von Fachkräften, der Rückgang von Auszubildendenzahlen für Bildungsgänge und B e-
rufsfelder oder die Sicherstellung von ausreichenden Beratungs- und Betreuungsangeboten.
In der fachlichen Diskussion wurden insbesondere die folgenden Themen als wesentliche Heraus-
forderungen identifiziert:
die Branchenentwicklung,
die Nachfrage nach beruflicher Bil dung und deren Passung mit den vorhandenen (Ausbi l-
dungs-) Angeboten
die Entwicklung geeigneter Instrumente zur Nachverfolgung der Bildungsbiografien der Schüle-
rinnen und Schüler (Übergangsmanagement)
die Wahrnehmung der Berufskollegs in der Öffentlichkeit
Hierfür sollten vor a llem ein im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss
(KAoA)“ langfristiges Übergangsmonitoring aufgebaut und Beratungsangebote stärker in den Blick
genommen werden.
Die beteiligten Akteure stellten ihre fachlichen Perspektiven und Interes sen auf die SEP -BK dar.
Gemeinsam wurden die maßgeblichen Handlungsfelder f ür den weiteren Prozess erörtert. Aus
ihnen gingen drei Fachgruppen hervor, welche die wesentlichen Fragestellungen diskutierten und
für die folgende Beiratssitzung aufbereiten sollten:
Fachgruppe 1: Arbeits- und Ausbildungsmarkt & Maßnahmenangebote
Fachgruppe 2: Schulische Berufsschulangebote
Fachgruppe 3: Vollzeitschulische Bildungsgänge4
3 Hierzu zählen Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler.
4 Die Ergebnisse der Fachgruppen 2 und 3 werden im Abschnitt 2.4.4 näher betrachtet.
14
In der Fachgruppe 1 wurden insbesondere die Entwicklung der Ausbildungsberufe sowie der Bran-
chen diskutie rt. Die vorliegenden Daten zum Ausbildungsmarkt ermöglichen folgende zentrale
Aussagen:
Münster weist in NRW die höchste Bewerber -/Stellenrelation innerhalb von Nordrhein -
Westfalen auf.
Die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in Münster ist relativ konstant geblieben.
Ausbildungsbetriebe in Münster sind stark auf Einpendler angewiesen.
Es gab einen spürbaren Zuwachs der abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den freien
Berufen und im Handwerk.
Es gibt wenige Veränderungen bei der Ausbildung im Bereich der Landwirtschaftskammer und
im Öffentlichen Dienst.
Handwerksberufe dominieren vor Büroberufen.
Im (Einzel-) Handel gab es im Vergleich 2014 zu 2017 einen Einbruch der Auszubildendenzah-
len.
Ausbildungsverhältnisse in den Tourismus -, Informations- und Telekommunikationsberufe las-
sen nach.
In der zweiten Beiratssitzung am 25.04.2018 wurden die Zwischenberichte der Fachgruppen vor-
gestellt. Dabei wurden die in der vorherigen Beiratssitzung genannten Herausforderungen noc h-
mals betont.
Im I. Qua rtal 2019 veranstaltete das Amt für Schule und Weiterbildung das Fachforum Berufliche
Bildung. Ziel war es, den Schulentwicklungsprozess für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und
den aktuellen Projektstand vorzustellen. Durch fachliche Referate zu Themen beruflicher Bildung
aus wissenschaftlicher Perspektive wurden bundesweite Herausforderungen sowie spezifische
Handlungsfelder für die Berufskollegs in Münster beleuchtet.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion bezogen neben den Referentinnen der Fachvorträge
auch Vertreter aus den Schulen und Wirtschaft Stellung und stellten ihre Perspektiven auf die b e-
rufliche Bildung dar.
Neben den im Beirat gegründeten Fachgruppen wurde die Medienentwicklungsplanung der B e-
rufskollegs (MEP) parallel in einer e igens dafür eingerichteten Arbeitsgruppe behandelt. Die A r-
beitsgruppe hat insgesamt dreimal getagt und wurde dann von Seiten der Schulleitungen auf eige-
nen Wunsch aufgelöst. Ziel war es, einheitliche Standards bzw. eine größtmögliche Schnittmenge
zum Thema „ Ausstattung mit IT“ zu bilden. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die B e-
rufskollegs sowohl was die technische Ausstattung als auch die Anforderungen betrifft, sehr het e-
rogen sind. In einer weiteren Sitzung am 09.04.2019 wurde die Problematik erneut beleuchtet.
15
Wie bereits geschildert, wurde der Prozess der Schulentwicklungsplanung für die städtischen B e-
rufskollegs bewusst dialogisch organisiert. In den vielfältigen Veranstaltungsformaten wurden d a-
bei zahlreiche Themenfelder benannt, welche die T eilziele der Ratsvorlage konkretisierten bzw.
ergänzten.
2.4. Aktuelle Herausforderungen
Aufgrund der Vielzahl d er Themenfelder wurden diese gesammelt und systematisiert. Hieraus er-
geben sich aktuelle und kommende Herausforderungen für die berufliche Bildung, welche zum Teil
für das allgemeine berufliche Schulwesen bzw. spezifisch für die Situation in Münster gelten.
2.4.1 Angebote/ Fachkräftebedarfe/ Branchenentwicklung
Die Vorarbeit der Fachgruppe 1 (Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie Maßnahmenangebote) stellt
insbesondere die Trends der dualen Ausbildung für die letzten Jahre dar. Hierbei wurden die frag-
liche Steuerbarkeit von Entwicklungen (Ausbildungsbereitschaft, Abbildbarkeit von strukturellen
Trends in der Schule) sowie die Notwendigkeit des Zusammenspiels mit dem Umland angespr o-
chen.
Es gibt keine gesicherten Zahlen und Trends, die Voraussagen zu zukünftigen Entwicklungen z u-
lassen würden. Insgesamt besteht jedoch die Befürchtung der Fachgruppenmitglieder, dass die
berufliche Ausbildung in Münster in Zukunft möglicherweise in Engpässe gerat en könnte. Die Fra-
ge ist, wie die Stadt sich hierauf vorbereitet. Die Fachgruppe hat hierzu folgende Anmerkungen
formuliert:
Es muss eine Sicherung und Stärkung der dualen Ausbildung in Münster durch ein en t-
sprechendes Ausbildungsangebot geben. Hierzu sind Initiativen und Gespräche erforde r-
lich.
Es braucht einen Ausgleich zwischen regionalem und fachlichem Angebot in Münster und
dem Umland. Die Verhandlungen sollten allerdings nicht auf Konkurrenz, sondern Ab stim-
mung beruhen. Es gibt eine dringende Notwendigkeit an verstärktem Austausch der Par t-
ner.
Die Berufskollegs in Münster müssen für diesen Austauschprozess im Rahmen des SEP -
Prozesses allerdings auf eine Höhe mit den Umlandgemeinden gebracht werden, was i hre
technische, räumliche und personelle Ausstattung betrifft. Nur so sind Ausgleichsverhan d-
lungen „auf Augenhöhe“ zu führen.
16
2.4.2 Bildungsgänge/ Schulprofile
Zur strukturellen Anpassung von Bildungsgängen und Schulprofilen stehen aus Sicht des Schu l-
trägers mehrere Optionen im Raum:
Die Schulprofile sollen in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben
Der Schulträger steht der Anpassung (Änderung/ Auflösung) von Bildungsgängen grun d-
sätzlich offen gegenüber. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind Bildungsgänge,
o die minderfrequent sind, d.h. die Mindestbeschulungsgröße nicht erreichen
o mit hohem Reinvestitionsbedarf in Relation zur Nachfrage
o die große Flächen einnehmen, welche potenziell anders genutzt werden können.
Die genannten Optionen bilden die Diskussio nsgrundlage über die Steuerungsmöglichkeiten von
Bildungsgängen und Schulstandorten.
2.4.3 Standortsicherung/ Raumbedarfe
Anhand der unter Ziff. 1.1. dargestellten Schulstandorte werden die unterschiedlichen Handlung s-
bedarfe deutlich. Die Nutzungsmöglichkeiten verschiedener Dependancen fallen in den nächsten
Jahren weg. Dazu ergeben sich zusätzliche Raumbedarfe. Hiervon sind vor allem das Wilhelm -
Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg, das Anne -Frank-Berufskolleg sowie das Hans -Böckler-
Berufskolleg betroffen.
Anne-Frank-Berufskolleg
Durch Ratsbeschluss wurde die Verwaltung beauftragt, im Rahmen der Schulentwicklungsplanung
für die städtischen Berufskollegs Vorschläge für die mittel - und langfristige räumliche Unterbri n-
gung des Anne-Frank-Berufskollegs mit den zusätzlichen Bildungsgängen zu entwickeln (vgl. Vo r-
lage V/1026/2017, Ziff.2.5). Aktuell sind 6 Klassen im Gebäude der Mathilde -Anneke Gesam t-
schule, ehemalige Fürstin -von-Gallitzin-Schule, ausgelagert. Die Nutzungsmöglichkeit fällt im
Schuljahr 2020/2021 wegen Umbaumaßnahmen und Aufwachsen der Gesamtschule weg.
Des Weiteren nutzt das Anne-Frank-Berufskollegs die Räume im Gebäude der ehemaligen ESPA
an der Coerdestr. 60. Der Mietvertrag des Objektes ist dabei zunächst auf einen Zei traum von 2
Jahren ausgelegt. Im Vertrag selber besteht aber die Option, diesen dreimal um jeweils ein Jahr zu
verlängern. Vereinbart wurde zudem die Option, diesen auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Auch
eine Kaufoption ist vorgesehen.
Mit der Vorlage V/0757/2018 wurde die Verwaltung beauftragt, e ine Machbarkeitsstudie zur Z u-
sammenlegung der Standorte zu erstellen zu geben. Durch die Zusammenlegung aller drei Stand-
orte entsteht ein zusätzlicher Bedarf von ca. 3.500 m² am Standort Manfred-von-Richthofen-Str. Im
Termin mit dem Kollegium des Berufskollegs am 15.05.19 hat die Verwaltung eine Grobplanung
präsentiert.
17
Mit Blick auf den Denkmalschutz und Vorgaben der Stadtplanung können am Standort voraus-
sichtlich lediglich 12-15 zusätzliche Klassenräume geschaffen werden. Im Raumprogramm wurde
aber ein zusätzlicher Bedarf von insgesamt 35 Klassenräumen, 2 naturwissenschaftliche n Fach-
räumen sowie 16 weiteren, kleineren und größeren Fach- bzw. Lehrmittelräumen definiert. Um das
klar erkennbare Delta abbilden zu können, soll das Gelände der ehemaligen Fürstenbergschule
untersucht werden. Als Interimslösung soll die Verwaltung die Möglichkeit der Errichtung von 5
Fertigbauklassen am Standort des Anne-Frank-Berufskollegs (Errichtungsbeschluss) prüfen. Die
Unterbringung einer we iteren Klasse kann durch d en Rückbau/Teilung des ehemaligen für die
Schneiderei genutzten Bereiches im Gebäude Manfred-von-Richthofen-Straße ermöglicht werden.
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg
Aktuell sind 10 Klassen des Berufskollegs in der Jos efschule ausgelagert. Diese Räumlichkeiten
stehen nach Aussage des Amtes für Gebäudemanagement sowie der Wohn und Stadt bau nur
noch befristet bis längstens Mitte 2021 zur Verfügung. Aber auch schon während des Neubaus der
neuen Kita wird zwangsläufig in di e Rettungswegsituation der Bestands-Kita und der in den Obe r-
geschossen des Bestandsgebäudes stattfindenden Nutzungen eingegriffen. Daher wird für das
Bestandsgebäude ein neues Brandschutzkonzept benötigt , um für diese Zwischenstufe die Re t-
tungswege sicherzustellen. Möglicherweise hat dies Auswirkungen auf die Nutzungen in den ob e-
ren Geschossen. Es ist also möglich, dass bereits vor Mitte 2021 eine Ersatzlösung gefunden wer-
den muss.
Die 10 Klassen sollen interimsweise am Standort „Laerer Landweg“ untergebracht werden. Hierzu
ist die Herrichtung der Immobilie „Laerer Landweg“ (Teilstandort der Schule an der Beckstraße) für
das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg notwendig. Nach erster gemeinsamer Besicht i-
gung vor Ort ist der Umbaubedarf überschaubar.
Um diesen Raumbedarf sowie die bereits jetzt unterversorgten Bereiche Fahrzeugtechnik und
Holzlabor abzudecken, soll der Umbau und die Erweiterung im Bestand am Standort Mindener
Straße 11 geprüft werden. Hierzu wird in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg ein Raumpr o-
gramm erstellt, welches auch die notwendigen Sportflächen berücksichtigt . Im zweiten Schritt ist
eine Machbarkeitsstudie in Form einer Potenzialanalyse – analog zu den Entwürfen des Pl a-
nungsbüros Saltzmann/ Saltzmann -Stoll aus dem Jahr 2009 – zu erstellen. Hierbei wird geprüft,
inwieweit eine Abdeckung der Raumdefizite am Standort selber möglich ist.
18
Hans-Böckler-Berufskolleg
Aktuell sind 3 Klassen des Hans-Böckler-Berufskolleg im Gebäude der Mathilde-Anneke- Gesamt-
schule, ehemalige Fürstin-von-Gallitzin-Schule, ausgelagert. Die Nutzungsmöglichkeit fällt im
Schuljahr 2020/2021 wegen Umbaumaßnahmen und Aufwachsen der Gesamtschule weg . Die
Unterbringung der 3 Klassen des Hans -Böckler-Berufskollegs soll übergangsweise im Hansa -
Berufskolleg bzw. am Laerer Landweg erfolgen.
Gelände Fürstenbergschule
Das Gelände der ehemaligen Fürstenbergschule steht voraussichtlich ab Sommer 2021 zur Verf ü-
gung. Die dort vorhandenen Gebäude stehen – wie das Anne-Frank-Berufskolleg- allerdings eben-
falls unter Denkmalschutz. Die Umsetzung von Umbauten/Erweiterungen ist daher nicht unpro b-
lematisch. Nach Rücksprache mit dem Denkmalschutz sowie der Stadtplanung können auf dem
Gelände bauliche Ergänzungen errichtet werden. Inwieweit man in den Bestand eingreifen k ann,
ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. Hierzu ist eine Machbarkeitsstudie in Form einer Pote n-
zialanalyse zu erstellen. Aufgrund der angespannten Raumsituation am Anne -Frank-, Hans -
Böckler- sowie Wilhelm -Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg ist zu p rüfen, welche Bedarfe der
drei Schulen inklusive notwendiger Sportflächen an diesem Standort abgedeckt werden können.
19
2.4.4 Gestaltung von Übergängen/ Image und Öffentlichkeitsarbeit
Die Fachgruppen 2 und 3 (Schulische Berufsschulangebote / Vollzeitschulische Bildungsgänge )
kommen bei der Gestaltung von Übergängen zu vergleichbaren Ergebnissen: Diese ist eng mit der
Attraktivität der Berufskollegs und der Durchlässigkeit der Bildungsangebote verzahnt. Gezielte
Beratungen müssten rechtzeitig a n verschiedenen Schnittstellen stattfinden. Hierbei sind andere
Schulformen, v.a. in der Sekundarstufe I , stärker zu beteiligen. Die Intensität von Beratungsleis-
tungen bei unversorgten Jugendlichen müsste im Kontext von Passung und Begabung angepasst
werden. Voraussetzung für eine zielführende Beratung ist u.a. eine beruf liche Grundorientierung
der Schülerinnen und Schüler.
2.4.5 Schulsozialarbeit
Die Berufskollegs in Münster sehen sich zunehmend mit sozialpädagogischen Problemstellungen
konfrontiert, die eine zusätzliche Unterstützung durch mehr Schulsozialarbeit vor Ort notwendig
machen.
An den Berufskollegs befinden sich nach wie vor besonders viele Jugendliche, denen die Vorau s-
setzungen für die Integration in Ausbildung und Arbeit fehlen. Die gezielte Förderung dieser Schü-
lerinnen und Schüler ist und bleibt eine große Herausforderung. Besonderes Augenmerk trägt hie r
das Erreichen der „Ausbildungsreife“.
Auch die Absolventen/-innen der IFK-Klassen, die in weiterführende Bildungsgänge der Berufsko l-
legs wechseln oder eine duale Ausbildung beginnen, brauchen oft zusätzliche Unterstützung durch
die Schulsozialpädagogik, um diese Übergänge erfolgreich bestreiten zu können.
Hinzu kommt ein steigender Bedarf an psychosozialer Beratung und Begleitung von Schüle rinnen
und Schülern in fast allen Bildungsgängen.
Im Rahmen der allgemeinen Schulsozialarbeit wurden und werden die 6 städtischen Berufskollegs
bisher mit 3,00 Stellen Schulsozialarbeit unterstützt. Durch die Vorlage „Anpassung der Unterstü t-
zungssysteme für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler“ (vgl. Vorlage V/0627/2018) wur-
den 2018 dann 4,00 Stellen IFK -Schulsozialarbeit entfristet und der allgemeinen Schulsozialarbeit
an den Berufskollegs zugeordnet.
Im Dialog mit den Schulleitungen wurde seitens der Berufskollegs nun ein zusätzlicher Stellenb e-
darf (von 1,5 Vollzeitäquivalenten) aufgezeigt. In Anbetracht der großen Schulsysteme, steigender
Heterogenität der Schülerschaft und der oben beschriebenen Herausforderungen sind diese
Mehrbedarfe nachvollziehbar. Die genannten Bedarfe sollen teilweise aus Stellen von auslaufe n-
den Schulen gedeckelt werden. Gem. der Vorlage V/0741/2016 „Integrierte Jugendhilfe - und
Schulentwicklungsplanung - Teilprojekt Neu ausrichtung Schulsozialarbeit zum Schuljahr
2017/2018“ gilt grundsätzlich, dass das Personal der auslaufenden Schulen im Bereich Sek I / Sek
II in den steuerbaren Personalpool übergeht.
20
Aus Sicht der Verwaltung ist eine Verlagerung der Stellenanteile in die Berufskollegs jedoch ve r-
tretbar, da
der Stellenpool für die Schulsozialarbeit an Grund - und weiterführenden Schulen
seit Beschluss der Vorlage V/0741/2016 einen Stellenzuwachs von 10,00-Stellen er-
fahren hat,
der einer 0,50 -Stelle bereits einer Schule (Erna -de-Vries-Realschule) zugeordnet
wurde und
eine mobile Ressource kurz- oder längerfristige Bedarfe an Schulen decken soll, zu-
nächst aber nicht fest für eine bestimmte Schule eingeplant ist.
2.4.6 Medienentwicklung
Zusammen mit Vertretern der Berufskollegs, des Amtes für Schule und Weiterbildung sowie der
citeq wurden Lösungsansätze diskutiert. Es bestand Einigung darin, dass zunächst die citeq die
passive Verkabelungsinfrastruktur sichtet und einschätzt. Das Amt für Schule und Weiterbildung
erhält von der citeq auf dieser Grundlage eine Zusammenfassung und Definition der Anforderu n-
gen an die aktuelle Netzwerkverkabelung. Zeitgleich wird vom Amt für Schule und Weiterbildung in
Rückkoppelung mit der citeq eine Fachfirma beauftragt, um die Prüfung und Dokumentation der
aktiven Netzwerkinfrastruktur vorzunehmen.
Im nächsten Schritt werden in Zusammenarbeit mit den Berufskollegs, dem Amt für Schule und
Weiterbildung sowie der citeq Schnittmengen hinsichtlich der funktionalen Anforderungen sämtl i-
cher Berufskollegs dokumentiert. Es wird dann ein funktionales Lastenheft erstellt und geprüft, ob
eine Standardisierung der Berufskollegs im Bereich der pädagogischen Oberflä che möglich ist. In
diesem Zusammenhang wird auch geprüft, ob das System der städtischen MEP -Schulen für B e-
rufskollegs angemessen und funktional passend ist.
Ziel der Maßnahmen ist es, die Aufwände für eine etwaige Kooperation mit der citeq einschätzen
zu können.
Bereits jetzt wird deutlich, dass die Aufnahme der städtischen Berufskollegs in einen MEP mit h o-
hen Kosten (u.a. für den Support) verbunden sein wird.
Perspektivisch wird auch die Umsetzung des von der Bundesregierung verabschiedeten Digitalpa-
ktes zur technischen Ausstattung der Schulen von besonderer Bedeutung sein. Ziel ist es, eine
einheitliche technische Ausstattung der Berufskollegs zu erreichen. Gem. der Ratsvorlage fällt
hierunter insb. auch die flächendeckende Ausstattung mit WLAN.
Hierbei ist zu prüfen, inwieweit bereits erfolgte bzw. geplante Investitionen berücksichtigt werden
können. Rahmenbedingungen zur technischen Unterstützung werden dazu mit der citeq bespr o-
chen. Zudem müssen fachraumspezifische Bedarfe ermittelt werden.
21
2.4.7 Inklusion
Nach § 20 SchulG NRW sind die allgemeinen Schulen (allgemein bildende Schulen und Berufskol-
legs) Orte der sonderpädagogischen Förderung. Die Verordnung sonderpädagogischer Förderung
(AO-SF) wurde zum 01.07.2016 auch mit Blick auf Inklusion in den Berufskollegs weiterentwickelt.
Schon seit längerem übernimmt der Schulträger Stadt Münster die Verantwortung für zusätzlichen
Unterstützungsbedarf bei den Förderschwerpunkten ‚Hören und Kommunikation‘, ‚Sehen‘ und
‚körperliche und motorische Entwicklung‘ durch die Schaffung von räumlichen und sächlichen V o-
raussetzungen. Dies geschieht bei Neu - und Umbauten teilweise standardisiert, zum Beispiel
durch Herrichtung einer barrierefreien Zugänglichkeit.
Bei aktuell 186 belegten und zahlreich en weiter angebotenen Bildungsgängen und den verschi e-
denen Bedürfnislagen an Unterstützung wird bedarfsorientiert der Einzelfall betrachtet und Abhilfe
geschaffen, zum Beispiel durch die Bereitstellung individuell benötigter Hilfsmittel.
Die neunte Verordnung zur Änderung der AO-SF sieht vor, dass die sonderpädagogische Unte r-
stützung im Förderschwerpunkt ‚Geistige Entwicklung‘ nur an einigen allgemeinen Berufskollegs
erfolgen soll, an denen das Gemeinsame Lernen förmlich eingerichtet wird. Diese formale Einric h-
tung ist aufgrund fehlender Nachfrage in Münster bislang nicht erfolgt bzw. notwendig gewesen.
Die Förderschwerpunkte ‚Hören und Kommunikation‘, ‚Sehen‘ und ‚körperliche und motorische
Entwicklung‘ können an den allgemeinen Berufskollegs unterstützt werden. In Münster geschieht
dies, wie dargestellt, bedarfsorientiert.
Grundsätzlich endet die sonderpädagogische Förderung in den Schwerpunkten ‚Lernen‘ und ‚Emo-
tionale und soziale Entwicklung‘ mit dem Ende der Vollzeitschulpflicht oder dem Erwerb eines nach
dem zehnten Vollzeitschuljahr vorgesehenen Abschlusses nach einem Schulbesuch von mehr als
zehn Jahren. Diese Förderschwerpunkte werden in der Sekundarstufe II formal nicht mehr festg e-
stellt.
Um beim Übergang der Schülerinnen und Schüler von der Sekundarstufe I ins Be rufskolleg zu
unterstützen, wurde von der Bezirksregierung Münster ein Leitfaden entwickelt. Darin w erden u.a.
ein kooperatives Übergangsmanagement und Anschlussperspektiven für Schülerinnen und Sch ü-
ler mit Unterstützungsbedarf beschrieben.
22
3 Empirische Zwischenergebnisse
Ab dem II. Quartal 2018 wurden verschiedene statistische Teilbereiche untersucht, u.a. die En t-
wicklung der Schülerzahlen und der Bildungsgänge , das Verhältnis von Ein -und Auspendlern aus
den Umlandkreisen sowie die Variablen Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit und schulische
Herkunft. Die Daten wurden anhand der Schulstatistik aus dem Schuljahr 2018/2019 ergänzt und
aktualisiert.
Die Datenlage dient in einem ersten Schritt als Grundlage für die Diskussion über die zukünftige
Entwicklung der Schülerzahlen. Anhand einer Einschätzung dieser Zahlen können weitere Überle-
gungen zur zukünftigen Entwicklung ausgewählter Bildungsgänge und –bereiche und deren Steue-
rung angestellt werden.
Im Zuge des dialogischen Prozesses werden die Teilergebnisse mit den beteiligten Akteuren an a-
lysiert und erörtert, um Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für den weiteren Schulentwic k-
lungsprozess zu erarbeiten.
3.1. Bestandsdaten
3.1.1 Schülerzahlen
Im Schuljahr 2018/2019 besuchten insgesamt 16.852 Schülerinnen und Schüler ein städtisches
Berufskolleg. Die Gesamtschülerzahl aller Schulen blieb dabei in den vergangenen Jahren übe r-
wiegend konstant. Die Entwicklung der Schülerzahlen zeigt, wie sich diese auf die Einzelschulen
verteilen.5
5 Der Anstieg de r Schülerzahlen am Anne -Frank-Berufskolleg im Schuljahr 2018/2019 resultiert aus der Zusammenführung mit dem
ESPA (s. Ziff.1.1.).
2008/2009
2013/2014
2018/2019
Adolph-Kolping-Berufskolleg 2.549 2.332 2.159
Anne-Frank-Berufskolleg 1.505 1.304 1.771
Hansa-Berufskolleg 3.852 4.178 4.262
Hans-Böckler-Berufskolleg 3.005 3.040 2.996
Ludwig-Erhard-Berufskolleg 3.318 3.238 2.844
W.-E.-von-Ketteler-Berufskolleg 2.573 2.622 2.820
Gesamt 16.802 16.714 16.852
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
23
3.1.2 Bildungsgänge
Die Berufsschule bildet in absoluten Zahlen den größten Bereich unter den Bildungsgängen. Die
duale Ausbildung nimmt dementsprechend den höchsten relativen Anteil am Gesamtangebot der
Berufskollegs ein. Einzige Ausnahme bil det das Anne-Frank-Berufskolleg, an dem die Berufsfach-
schule, Fachoberschule und Berufliches Gymnasium ebenfalls einen hohen Anteil an der G e-
samtschülerschaft ausmachen. Die Fachschule ist kein pflichtschulischer Bildungsgang und daher
gesondert zu betrachten.
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
Schüler/innen an städtischen Berufskollegs -Münster
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg Ludwig-Erhard-Berufskolleg
Hans-Böckler-Berufskolleg Hansa-Berufskolleg
Anne-Frank-Berufskolleg Adolph-Kolping-Berufskolleg
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Anteil der einzelnen Bildungsgänge am Gesamtangebot der Berufskollegs -
Münster 2018/2019
Ausbildungsvorbereitung
Fachschule
Fachoberschule
Berufliches Gymnasium
Berufsfachschule
Berufsschule
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
24
3.1.3 Alter, Geschlecht & Herkunft der Schülerinnen und Schüler
Die Differenzierung nach Alter der Schülerinnen und Schüler zeigt zunächst eine heterogene Ve r-
teilung von 15 - 55 Jahren. Mehr als 40 % sind älter als 20 Jahre und damit nicht mehr schulpflich-
tig. Dies deutet auf den hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern hin, welche die Berufsschule
besuchen. Etwa 90 % sind zwischen 15 - 25 Jahre alt – diese Zielgruppe ist für die Entwicklung
der Schülerzahlen genauer zu betrachten.
Hinsichtlich der Geschlechteranteile weisen die Einzelschulen erhebliche Unterschiede auf. Dies
lässt sich durch die verschiedenen, voneinander abgegrenzten Schulprofile erklären. So liegt der
Anteil der Schülerinnen am Anne -Frank-Berufskolleg (Schwerpunkte Sozial- und Gesundheitswe-
sen u.a.) bei ca. 85 %, während am Hans-Böckler-Berufskolleg (Schwerpunkt Technik und Natur-
wissenschaften) nur etwa jeder fünfte Schulplatz weiblich besetzt ist.
3,8% 7,3%
31,3%
57,5%
Alterstruktur der Schüler/innen an den städtischen Berufskollegs Münster,
Dezember 2018
31 - 55 Jahre
26 - 30 Jahre
21 - 25 Jahre
15 - 20 Jahre
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
90,0%
Anteil der Schülerinnen an städtischen Berufskollegs - Münster 2010 bis
2018
Adolph-Kolping-BK Anne-Frank-BK Hansa-BK
Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.-E.-von-Ketteler-BK
gesamt
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
25
Die Mehrheit der Schülerschaft ist gleichwohl männlich. Auch bei der Betrachtung der Staatsbü r-
gerschaft überwiegt der männliche Anteil und ist bei ausländischen Schülerinnen und Schülern
stärker ausgeprägt. Ihr durchschnittlicher Anteil an der Gesamtschülerzahl liegt bei ca. 10 %.
Der sprunghafte Anstieg von ausländischen Schülerinnen und Schüler n ab dem Schuljahr
2015/2016 zeigt den Schuleingang Geflüchteter in die Berufskollegs. Hierfür wurden zunächst I n-
ternationale Förderklassen eingerichtet. Mittlerweile sind diese jungen Menschen in die regulären
(berufsvorbereitenden) Bildungsgänge der Berufskollegs übergegangen. Nach Differenzierung der
Staatsangehörigkeit bilden syrische Schülerinnen und Schüler den größten Anteil.
9.660 8.507
1.153
7.192 6.626
566
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
gesamt Deutsche Ausländer
Schüler/-innen nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit Münster -
Schuljahr 2018/2019
weiblich
männlich
0,0%
2,0%
4,0%
6,0%
8,0%
10,0%
12,0%
14,0%
16,0%
18,0%
Anteil der ausländischen Schüler/innen an städtischen Berufskollegs -
Münster 2010 bis 2018
Adolph-Kolping-BK Anne-Frank-BK Hansa-BK
Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.-E.-von-Ketteler-BK
gesamt
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
26
3.1.4 Wohn- und Ausbildungsorte der Schülerinnen und Schülern
Von den Schülerinnen und Schülern der städtischen Berufskollegs haben 36,6 % ihren Wohnsitz in
Münster. Das heißt, dass ca. zwei Drittel von ihnen zum Schulbesuch aus den Umlandkreisen (und
weiteren Wohnorten) einpendeln. Im NRW -Vergleich belegt Münster dab ei den Spitzenplatz bei
den Pendlerzahlen (Vergleichszahlen für andere Schulverwaltungsbezirke in Anlage 1).6
6 Die statistischen Werte zu Wohn- und Ausbildungsorten der Schülerinnen und Schülern beziehen sich auf das Schuljahr 2017/2018.
14,6%
8,1%
8,0%
4,7%
4,2%
4,1%
4,1%
3,9%
3,8%
3,7%
3,4%
2,6%
2,4%
1,9%
1,3%
0,0% 2,0% 4,0% 6,0% 8,0% 10,0% 12,0% 14,0%
syrisch
afghanisch
türkisch
serbisch
albanisch
polnisch
irakisch
portugiesisch
kosovarisch
italienisch
guineisch
iranisch
eritreisch
russisch
rumänisch
Anteil ausländischer Schüler/-innen nach Staatsangehörigkeit an allen Ausländern -
Münster 2018/2019
36,6%
19,2%
14,1%
14,0%
6,1%
2,1%
7,9%
Wohnort der Schüler/innen an städtischen Berufskollegs,
Münster 2017/2018
Münster
Steinfurt
Coesfeld
Warendorf
Borken
Recklinghausen
sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: IT.NRW Gemeindedaten, Münster
27
Die Ausbildungsorte jener Schülerinnen und Schüler befinden sich demgegenüber zu 50 % inne r-
halb von Münster.
Stellt man die Ausbildungsorte den Wohnorten gegenüber, so zeigt sich neben der starken Nac h-
frage nach den Berufskollegs aus dem Umland auch ein umfassendes Angebot an betrieblichen
Berufsausbildungsplätzen in Münster.
3.1.5 Ausbildungsqualität und -entwicklung
Die Vertragsauflösungsquote lag in den vergangenen Jahren jeweils deutlich geringer als der La n-
desdurchschnitt. Im Ausbildungsjahr 2017 lag der Wert weitaus höher, als in den Vorjahren. Den-
noch weisen die Daten auf eine gute Ausbildungsqualität hin.
49,4%
15,9%
10,9%
8,4%
7,1%
1,9%
1,4% 5,0%
Ausbildungsorte der Schüler/-innen an städtischen Berufsschulen, Münster
2017/2018
Münster
Steinfurt
Warendorf
Coesfeld
Borken
Recklinghausen
ohne Angabe
Sonstige
15,0
20,0
25,0
30,0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Vertragsauflösungsquote
NRW
Münster
Quelle: IT.NRW Berufsbildungsstatistik
Quelle: IT.NRW Gemeindedaten, Münster
28
Anhand ausgewählter Bildungsgänge werden die Entwicklungen spezifischer Berufsfelder sichtbar.
Hierfür wurden exemplarisch neben vier Bildungsgängen der Berufsschule,
Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, Schwerpunkt Versicherungen
Kaufleute für Büromanagement7
Kfz- Mechatroniker
Fachkraft für Lagerlogistik
auch die Höhere Berufsfachschule ( BFS 2 mit dem Abschluss der Fachhochschulreife ), für alle
städtischen Berufskollegs ausgewählt. Die Auswahl der Bildungsgänge erfolgt exemplarisch a n-
hand verschiedener Kriterien: Neben der Vielfalt der Berufsfelder spielen auch die hohen Nachfra-
gezahlen eine Rolle.
Bildungsgang
2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
2012/
2013
2013/
2014
2014/
2015
2015/
2016
2016/
2017
2017/
2018
2018/
2019
Berufliche Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten/
FHR (HBFS)
1079 1026 1083 1025 1070 1072 1069 1000 971 830
Kaufmann/-frau für
Versicherungen und Finanzen
– Versicherung
473 473 512 472 473 470 484 471 476 464
Kraftfahrzeugmechatroniker/-
in 285 287 283 276 281 282 297 286 288 280
Fachkraft für Lagerlogistik 231 239 272 297 272 232 205 178 207 202
Kaufmann/-frau für
Büromanagement 642 608 619 618 609 590 558 532 517 506
7 Im Bildungsgang Kaufmann/-frau für Büromanagement wurden für die Schuljahre 2009/2010 bis 2016/2017 die Bildungsgänge ‚Büro-
kaufmann/-frau‘ und ‚Kaufmann/-frau f. Bürokommunikation‘ miteingefasst, da diese seit dem SJ 2014/2015 in den Bildungsgang ‚Kauf-
mann/-frau für Büromanagement‘ übergegangen sind.
0
100
200
300
400
500
600
700
2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
2012/
2013
2013/
2014
2014/
2015
2015/
2016
2016/
2017
2017/
2018
2018/
2019
Schüler/innen an städtischen BKs nach ausgewählten Bildungsgang der
Berufsschule
Kaufmann/-frau für Versicherungen
und Finanzen – Versicherung
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in
Fachkraft für Lagerlogistik Kaufmann/-frau für Büromanagement
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
29
Die Schülerzahlen der ausgewählten dualen Ausbildungsgänge weisen weitgehend konstante
Werte auf. Bei den Ausbildungszahlen für Kaufleute für Büromanagement sowie für Fachkräfte für
Lagerlogistik war in der Vergangenheit zwar ein Rückgang zu verzeichnen. Allerdings ist dieser
Trend in den vergangenen drei Schuljahren schwächer ausgeprägt bzw. nicht mehr zu verzeic h-
nen. Für die zukünftigen Schuljahre ist daher von einer weiterhin hohen Schülerzahl und einer ent-
sprechend hohen Nachfrage auszugehen. Ähnlich verhält es sich bei der Betrachtung der Bi l-
dungsgänge der BFS 2 . Hier zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen nach Fach berei-
chen, welche in den folgenden Jahren weiterhin beobachtet werden.
2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
2012/
2013
2013/
2014
2014/
2015
2015/
2016
2016/
2017
2017/
2018
2018/
2019
Fachbereich Technik/ Natur-
wissenschaften - Bau- und
Holztechnik 65 67 65 57 54 68 80 79 80 55
Fachbereich Technik/ Natur-
wissenschaften-Drucktechnik 38 44 45 45 40 44 47 43 47 50
Fachbereich Technik/ Natur-
wissenschaften - Elektro-
technik 121 111 113 92 89 71 84 95 89 84
Fachbereich Technik/ Natur-
wissenschaften-Metalltechnik 61 55 55 58 40 41 47 46 51 36
Fachbereich Technik/ Natur-
wissenschaften - gesamt 285 277 278 252 223 224 258 263 267 225
Fachbereich Ernährung/
Hauswirtschaft 54 47 50 52 45 56 53 49 48 41
Gesundheit und Soziales 93 96 106 98 134 133 106 98 100 105
Fachbereich Wirtschaft und
Verwaltung 647 606 649 623 668 659 652 590 556 459
Bildungsgänge an Beruf s-
fachschulen mit Fac h-
hochschulreife gesamt 1079 1026 1083 1025 1070 1072 1069 1000 971 830
0
200
400
600
800
2009/20102010/20112011/20122012/20132013/20142014/20152015/20162016/20172017/20182018/2019
Schülerinnen und Schüler an städtischen BKs nach Bildungsgängen mit
Abschluss "Berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten/ FHR (HBFS)"
Fachbereich Technik/Naturwissenschaften - gesamt
Fachbereich Ernährung/Hauswirtschaft
Gesundheit und Soziales
Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
30
3.1.6 Zusammenfassung
In der Gesamtbetrachtung fällt zunächst auf, dass die Schülerzahlen der Berufskollegs sich in den
vergangenen Jahren kaum verändert haben. Schulstrukturelle Veränderungen wie die Zusammen-
legung des ESPA - und des Anne -Frank-Berufskollegs machen gleichwohl deutlich, dass diese
Werte zahlreichen Einflussvariablen unterliegen. Berufskollegs sind aufgrund ihrer wirtschaftlichen
Bedeutung davon in besonderem Maße betroffen (siehe auch Abschnitt 3.2).
Die unterschiedlichen Anteile der Bildungsgänge machen deutlich, inwieweit die Angebote und
Profile an den einzelnen Berufskollegs variieren. Dies lässt sich auch anhand der Geschlechterver-
teilung nachvollziehen. Aufgrund des weiterhin geschlechterspezifischen Wahlverhaltens hinsicht-
lich der Bildungsgänge und der abgegrenzten Schulprofile ist davon auszugehen, dass wesentli-
che Veränderungen der Geschlechteranteile an den Schulen auch hierbei zukünftig nicht zu erwar-
ten sind. Der höhere männliche Anteil an den ausländischen Schülerinnen und Schülern wird au f-
grund des durchschnittlichen Gesamtanteils von ca. 10 % darauf nur geringen Einfluss nehmen.
Inwieweit sich die Zahl der ausländischen Schülerinnen und Schüler verändert, wird von äußeren
Einflussfaktoren abhängen, wie der Bevölkerungsentwicklung und der Zahl der Geflüchteten in den
nächsten Jahren . Daraus folgt ggf. die Einrichtung weiterer Internationaler Förderklassen (IFK),
welche den berufsvorbereitenden Bildungsgängen zuzuordnen sind. Es ist davon auszugehen,
dass diese Angebote zukünftig weiterhin in Anspruch genommen werden.
Die Pendlerbewegungen zeigen, dass die Zusammensetzung der Schülerschaft sich in hohem
Maße aus den Umlandkommunen zusammensetzt. Für die Diskussion einer Schülerzahlprognose
ist dies insofern relevant, als die Bevölkerungsentwicklung dieser Kommunen sich besonders stark
auf die Schülerzahlen auswirken kann (siehe Abschnitt 3.2).
Stellt man die Einpendlerzahlen den Ausbildungsorten gegenüber, so wird deutlich, dass innerhalb
der Stadt auch die entsprechenden Ausbildungsangebote vorgehalten werden. Das bedeutet, dass
neben den schulischen auch die betrieblichen Ausbildungsangebote in Münster aus dem Umland
wahrgenommen werden. Die Schülerinnen und Schüler aus den Umlandkommunen pendeln fol g-
lich nicht allein für den schulischen Ausbildungsanteil ihrer dualen Berufsausbildung nach Münster.
Dies verdeutlicht die hohe A ttraktivität, aber auch die gute Erreichbarkeit des Bildungsstandortes
Münster.
Der Blick auf die Ausbildungsgänge mit hoher Nachfrage zeigt eine überwiegend konstante En t-
wicklung, die sich voraussichtlich weiter fortsetzen wird. Im Zusammenhang mit der A ttraktivität
des Standortes Münster und der hohen Anteile an (Aus -) Bildungsangeboten vor Ort ist zukünftig
von einer weiterhin hohen Nachfrage nach beruflicher Bildung auszugehen.
31
3.2 Diskussion einer Schülerzahlprognose
Hinsichtlich der Prognose von Sc hülerzahlen müssen verschiedene Aspekte , wie die Einpendle r-
zahlen und die Altersstruktur berücksichtigt werden. Nachfolgend wird dazu ein entsprechendes
Vorgehen vorgestellt. Zudem werden weitere Einflussvariablen genannt.
Eine Auswertung (gewichtet und gemittelt) der Wohnorte der Schülerinnen und Schüler der städt i-
schen Berufskollegs der letzten drei Jahre (Schuljahre 2015/2016 – 2017/2018) zeigt, dass ca. 36
% der Schülerinnen und Schüler ihren Wohnsitz in Münster haben, ca. 53 % der Schülerinnen und
Schüler aus den umliegenden Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf einpendeln und
ca. 11% aus ganz NRW und dem restlichen Bundesgebiet. Fast 90% der Schülerinnen und Sch ü-
ler der städtischen Berufskollegs kommen daher aus Münster oder den umliegenden Kreisen.
Für eine Vorausrechnung der Schülerzahlen an den städtischen Berufskollegs muss daher die
Bevölkerungsvorausrechnung für die umliegenden Kreise als Grundlage betrachtet werden.
Die Betrachtung der Geburtsjahre der Schülerinnen und Schüler der städtischen Berufskollegs
ergibt bei einer gewichteten Mittelung der Altersgruppen, dass 90% der Schülerinnen und Schüler
zwischen 15 und 25 Jahre alt ist. Wenn die Altersgruppe der 15 –35-jährigen berücksichtigt wird,
macht diese sogar ca. 96% der Schülerinnen und Schüler aus. Nur ca. 4% sind zwischen 31 und
55 Jahre alt. Bei diesen Altersgruppen ist davon auszugehen, dass sie vorwiegend die Weiterbil-
dungsangebote der Berufskollegs wahrnehmen (Anlage E: F achschule), welche im Rahmen der
SEP-BK nachrangig betrachtet werden. Daher müsste für die Prognose der zukünftigen Schüle r-
zahlen die Altersgruppe der 15 -25-jährigen als Basis verwendet werden. Danach müssten die An-
teile der Schülerinnen und Schüler an der Gesamt bevölkerung der 15-25-jährigen – jeweils für die
Stadt Münster und die Umlandkommunen – ermittelt und anhand der zukünftigen Bevölkerungs-
zahlen vorausberechnet werden.
Zusätzlich müssen weitere sichtbare und unsichtbare Variablen beachtet werden, die die zukünfti-
ge Schülerzahlentwicklung wesentlich beeinflussen und bereits in der Vergangenheit die Prognose
deutlich erschwert haben: Politik, Demografie, Infrastruktur, Zuwanderung, Digitalisierung, Indus t-
rie 4.0 u.a.
Bei der Vorausberechnung können all diese Aspekte nicht oder nur zu geringem Anteil berücksich-
tigt werden, da für sie keine verlässlichen Daten zur Verfügung stehen. Zudem ist zu beachten,
dass sich die vorausberechneten Werte durch unerwartete Entwicklungen der Bevölkerung, z. B.
durch Landflucht, verstärkte Bautätigkeit, wirtschaftliche Entwicklungen oder Entwicklungen in den
Ausbildungsgängen, anders entwickeln können, als rechnerisch dargestellt.
32
Zur Ermittlung der Schülerzahlen nach dem dargestellten Verfahren können verschiedene Daten-
sätze verwendet werden. Deren Auswahl birgt jedoch jeweils Vor - und Nachteile für die Berec h-
nung:
Um die vollständige Schülerschaft der Berufskollegs abbilden zu können, kann mit der Bevölk e-
rungsvorausberechnung von IT.NRW gearbeitet werden. Hierdurch wird gewährleistet, dass die
Bevölkerungsvorausrechnungen der Umlandkreise mit einbezogen werden können und diese u n-
tereinander vergleichbar sind.
Die Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster bietet mit Blick auf die Bevölkerung s-
entwicklung zurückliegender Jahre verlässlichere Werte. So weisen Vergleiche zwischen Progn o-
sen und späterem Ist -Stand von Bevölkerungszahlen bezogen auf Altersgruppen und eine g e-
samtstädtische Betrachtung nur sehr geringfügige Abweichungen auf.
Im Vergleich zur Bevölkerungsvo rausberechnung von IT.NRW ergeben sich demgegenüber z.T.
erhebliche Abweichungen. Sie ist daher gegenüber der Berechnung von IT.NRW vorzuziehen. Bei
gleichzeitiger Verwendung der Daten von IT.NRW für die Umlandkommunen ergeben sich au f-
grund abweichender me thodischer Rechenwege keine miteinander vergleichbaren Werte. Daher
können anhand der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose lediglich Aussagen zur Bevölkerungs -
und Schülerzahlentwicklung für die Stadt Münster getroffen werden.
Unter Berücksichtigung dieser Befunde wird eine wesentliche Veränderung der zukünftigen Sch ü-
lerzahlen an den Berufskollegs daher aus mehreren Gründen nicht angenommen:
die weiterhin positive demografische Bevölkerungsentwicklung in Münster
die unterschiedlichen Perspektiven der Bevölkerungsentwicklung in den Umlandkommunen
(Erwartung spürbarer Bevölkerungszuwächse in der Stadtregion)
die hohe Attraktivität des (Bildungs-) Standortes Münster
die gute Erreichbarkeit des Standortes Münster
4 Weiteres Verfahren/ Ausblick
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der ersten Hälfte der Projektphase und der oben beschrieb e-
nen Herausforderungen wurde ein erstes Maßnahmenprogramm entwickelt (vgl. Vorlage
V/0559/2019 „Zwischenbericht Schulentwicklungsplanung Berufskollegs “). Dieses umfasst im
Schwerpunkt die Raumbedarfe der Berufskollegs sowie die Entwicklung eines Medienentwick-
lungsplans. Zudem wird der Bedarf für den Ausbau individueller Förderung der Schülerinnen und
Schüler in Form von Schulsozialarbeit berücksichtigt.
33
Erstes Maßnahmenprogramm im Rahmen der Schulentwicklungsplanung für Berufskollegs
1. Für den Standort des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs, Mindener Straße 11 wird
eine Machbarkeitsstudie in Form einer Potenzialanalyse erstellt. So soll geprüft werden, inwi e-
weit die notwendigen Programmflächen für die vorhandenen Bildungsgänge inklusive notwe n-
diger Sportflächen am Standort gebündelt werden können.
2. Die Verwaltung prüft weiterhin die Möglichkeiten zur Zusammenführung der drei Standorte des
Anne-Frank-Berufskollegs. Hierzu we rden weiterführende Gespräche mit den beteiligten Ä m-
tern sowie dem Berufskollegs geführt.
3. Da nach einer überschlägigen Prüfung die Grundstückflächen am Standort des Anne -Frankl-
Berufskollegs sowie des Wilhelm -Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs für eine Z usammen-
führung unter Berücksichtigung der notwendigen Sportflächen nicht ausreichend sind, wird am
Standort der ehemaligen Fürstenbergschule eine Machbarkeitsstudie in Form einer Potenzial-
analyse erstellt. Hierbei wird geprüft, inwieweit eine Abdeckung der Raumdefizite des Anne -
Frank-Berufskollegs, Hans -Böckler-Berufskollegs sowie Wilhelm -Emmanuel-von-Ketteler-
Berufskollegs unter Berücksichtigung möglicher Synergien bei der Raumnutzung möglich sind.
4. Für die durch das Anne -Frank-Berufskolleg genutzten Klassenräume (6) und die durch das
Hans-Böckler-Berufskolleg genutzten Klassenräume (3) im Gebäude der Mathilde-Anneke Ge-
samtschule (ehemalige Fürstin-von-Gallitzin-Schule wird eine Ersatzlösung überlegt.
5. Für die –- durch das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg genutz ten Klassenräume
(10) im Gebäude der ehemaligen Josefschule wird ebenfalls eine Ersatzlösung überlegt.
6. Die Verwaltung definiert mit den 6 städtischen Berufskollegs Standards im Bereich der ( MEP
BK) um den Support durch Dritte (z.B. der citeq) zu ermöglichen.
7. Die finanziellen Auswirkungen der MEP werden zur Kenntnis genommen.
8. Der zusätzliche Bedarf an Schulsozialarbeit in Höhe von 1,5 VZÄ soll zunächst aus laufenden
Mitteln der Verwaltung ge deckt werden. Im Rahmen der Neuverteilung der kommunalen Pe r-
sonalressourcen für die Schuljahre 2020/2021 und 2021/2022 wird eine langfristige Lösung zur
Bedarfsdeckung angestrebt.
34
Ausblick
Der weitere Projektverlauf ist bis zum Ende des III. Quartals 2020 vorgesehen. Zum Abschluss
werden die planmäßig dann vorliegenden Machbarkeitsstudien und Potenzialanalysen eine Grund-
lage für die dann zu treffenden S tandortentscheidungen bieten. Weiterhin sollen bis dahin die ver-
bleibenden Handlungsfelder der SEP-BK bearbeitet werden:
Die aktuellen Planungen zur Umsetzung einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Si n-
ne einer Jugendberufsagentur in Münster werden in die weiteren Überlegungen zur Schulentwic k-
lungsplanung der Berufskollegs miteinfließen. Mit dem Angebot einer Jugendberufsagentur wird
u.a. die Schnittstelle von Schule in Ausbildung bewirtschaftet.
Die Beobachtung des Arbeitsmarktes und der beruflichen Branchen bleibt auch in den nächsten
Arbeitsschritten ein wichtiges Thema. Die Befunde der Fachgruppenarbeit weisen darauf hin, dass
sich die Steuerung von Entwicklungen des Ausbildungsmarktes weiterhin als schwierig gestaltet.
In diesem Zusammenhang wird die Stärkung der regionalen Abstimmung, respektive der inte r-
kommunalen Zusammenarbeit betont.
Entsprechende Fragen zu Entwicklungen der Bildungsangebote, zur Zusammenarbeit mit den Um-
landkommunen – und damit einhergehend zu Standortfragen - werden zunächst in der Beiratssi t-
zung am 23. 05.2019 aufgegriffen. Dabei werden Handlungsoptionen und –möglichkeiten des
Schulträgers bei der Steuerung von Standortentscheidungen und von bestimmten Bildungsgängen
methodisch analysiert und erörtert. Dadurch soll die Perspektive der Beiratsmitglieder als Akteure
der beruflichen Bildung zur Verlagerung von Bildungsgä ngen und zur Attraktivität von Standorten
diskutiert und sichtbar gemacht werden. In der darauffolgenden Phase sollen entsprechend schul-
trägerübergreifende Abstimmungen erfolgen.
Im weiteren Projektverlauf werden von den Umlandkommunen Rückmeldungen bzgl . ihrer Pe r-
spektive zu Bildungsgängen eingeholt. Auch die Bevölkerungsentwicklung und Auswirkungen auf
Pendlerzahlen und Schulstandorte sollen dabei erörtert werden.
Hinsichtlich der Nachfrage nach den Bildungsgängen der Berufskollegs wird es auch darum g e-
hen, die Attraktivität der Schulen sowie deren öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Hierbei we r-
den die Kommunikation und Kooperation der Schulen untereinander eine übergeordnete Rolle
spielen. Dies soll im Schwerpunkt „Image/ Öffentlichkeitsarbeit“ thematisiert werden.
Literatur
Lehmpfuhl, U. (2004). Dialogische Schulentwicklungsplanung. Band 2 in der Reihe Ratgeber Schulentwicklungsplanung. Berufl i-
ches Schulwesen. IFS Verlag Dortmund.
Schlüter, R. (2002). Phönix aus der Asche. Der dialogische Schulentwicklungsprozess an den Berufskollegs im Regierungsbezirk Müns-
ter. In: SchulVerwaltung NRW, 10/2002, S. 279-281.
Schulgesetz NRW vom 15. Februar 2005 (GV. NRW. S. 102) zuletzt geändert durch Geset z vom 21. Juli 2018 (SGV. NRW. 223).
35
Anlage 1: Zielsystem SEP-BK
Schwer-
punkte
Schulpolitische Leitlinien
vgl. V/0080/2017/1, Ziff. 3
„Schulentwicklungsplanung Beruf s-
kollegs“
Arbeitspakete Arbeitsschritte
1
Übergänge/
Individuelle
Förderung/
Integration/
Inklusion
„Im Sinne der Weiterentwicklung einer
integrierten Jugendhilfe - und Schulen t-
wicklungsplanung sind gelingende Bi l-
dungsbiografien auch im Blick der SEP -
BK’s. Diese hat daher sicherzustellen,
dass alle Schüler*innen wie auch junge
Erwachsene bei Übergängen nach der
Sekundarstufe I ins Übergangssystem
der Berufskollegs wie auch dann folge n-
der Übergänge (z.B. nach der Ausbi l-
dungsvorbereitung) im Blick gehalten
werden. Instrumentarien zur Unterstü t-
zung dieser Übergänge, wie sie auch
durch das Landesprogramm KAoA b e-
reitgestellt werden, sind weiterzuentw i-
ckeln.“
„Es werden Rahmenbedingungen g e-
schaffen, die jedem Kind die Möglichkeit
bieten, sein individuelles Bildungspote n-
zial auszuschöpfen und einen von seiner
sozialen Herkunft unabhä ngigen optim a-
len Bildungsabschluss zu erreichen.“
„Das Schulangebot wird nach dem han d-
lungsleitenden Prinzip einer inklusiven
Ausrichtung weiterentwickelt.“
1.1
Bestandsanalyse/
Prognose
Schülerzahlen
Erhebung der Pendlerzahlen/Wanderungssalden unter SuS
Erhebung der Einwohnerzahlen der Alterskohorte 16-25jährige von 2008- 2017
Erhebung der Schülerzahlen BK von 2008 – 2017
Prognose der Schülerzahlen anhand der prozentualen Entwicklung der Schülerzahlen an BKs (Quotien-
tenverfahren)
Schätzung der S chülerzahlentwicklung anhand v. Bevölkerungsentwicklung in Münster, Umlandko m-
munen, Wanderung
1.2
Bedarfsschätzung
Nachfrage
Schätzung der Bevölkerungsentwicklung der Alterskohorte
Schätzung der Schülerzahlen, die BK Bildungsgänge nachfragen, differenziert nach Bildungsgängen
1.3
Übergangs-
monitoring
Gründung einer amtsinternen Arbeitsgruppe zur Verknüpfung von Datengrundlagen
Prüfung von Schüler Online als Monitoring- Instrument im Hinblick auf
Gespeicherte Daten von SuS und deren Verwendung
Übergänge innerhalb des BK
Übergänge außerhalb des BK
Verbleib von SuS nach Abbruch, Wechsel oder Beendigung des Bildungsgangs
Implementierung des Übergangsmonitoring BK in KAoA
1.4
Beratungs- und
Unterstützungsan-
gebote
Abgleich von Nachfrage und Angebot von Maßnahmenangeboten (z.B. Ausbildungsvorbereitung)
Erhebung zur vorhandenen Beratungsstruktur/ Unterstützungsangebote/ Maßnahmen…
Schätzung des Bedarfs an Beratung und Unter stützungsangeboten anhand von Abbrecherquoten,
Zahlen zum bisherigen Beratungsbedarf
Koordination vorhandener Beratungsangebote, Einzelmaßnahmen & Erörterung eines gemeinsamen
Unterstützungsprogramms
Anpassung der Beratungs- und Unterstützungsinfrastruktur
1.5
Individuelle
Förderung/
Integration/
Inklusion
Prüfung inklusiver Aspekte im Übergangssystem der BK (z.B. vor Beginn von Bildungsgängen)
Erstellung eines Konzeptes zur kurzfristigen Realisierung von Inklusionsmaßnahmen an BK
Nachfrageprognose von Ausländern/ Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Bildungsgängen a n-
hand der Nachfrageschätzung
Erörterung spezifischer Bedarfe für Zugewanderte (IFK, Unterstützungsprogramme, …)
36
2
Arbeits- und
Ausbil-
dungsmarkt
„Das Schulangebot soll dem Anspruch
Münsters als Bildungs - und Wisse n-
schaftsstadt gerecht werden.
„Es soll ein Schulangebot vorgehalten
werden, dass gesellschaftliche Veränd e-
rungen und differenzierte Lebenssituati o-
nen berücksichtigt.“
2.1
Entwicklung des
Arbeits- und Au s-
bildungsmarktes
Bestandsaufnahme der Angebotsstruktur
Prognose der Ausbildungssituation (durch Fachgruppen)
Prognose des Arbeitsmarktes (durch Fachgruppen) unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen regi o-
nalen Verortung
Abgleich von Nachfrageprognose und Angebotsprognose von Bildungsgängen, differenziert nach
Bildungsgängen
Berufsfeldern
…
Regionale Planungsgespräche
2.2
Angebotsprogno-
se für
Bildungsgänge
Mittelfristige Schätzung der Angebote für Ausbildungsplätze/ Bildungsgänge, differenziert nach
Bildungsgängen
Berufsfeldern
3
Profilschär-
fung/
Bildungs-
gänge
„Die zukunftsfähige Ausrichtung der
städtischen Berufskollegs, in der Bi l-
dungsstadt Müns ter verfolgt die Vielfalt
des Angebotes als Standortfaktor sowie
die Profilschärfung jedes einzelnen B e-
rufskollegs“
3.1
Bewertung von
Bildungsgängen
Beschreibung der BK Profile
Bestandsaufnahme frequenter und minderfrequenter Bildungsgänge anhand rechtlicher Vorgaben; Zahl
überregionaler Fachklassen
Prognose zur Entwicklung minderfrequenter Bildungsgänge anhand der Schülerzahlentwicklung
3.2
Strukturelle A n-
passungen von
Bildungsgängen
Nicht bediente Nachfrage nach beruflicher Bildung erheben (anhand Angebots - Nachfragesaldo und
Entwicklung des Ausbildungsmarktes)
Erörterung der Einrichtung neuer Bildungsgänge
Konzept für minderfrequente Bildungsgänge entwickeln
Bedarf von dualen Fachklassen erheben (anhand Angebots- Nachfragesaldo)
Abgleich von Schulprofilen anhand von Bildungsgängen/ Berufsfeldern
Erörterung der Notwendigkeit von Profilschärfung/en
4
Gebäude/
Räume/
(technische)
Ausstattung/
IT
„Entwicklung einer optimierten und wir t-
schaftlichen Raumnutzung durch Au s-
schöpfung möglicher Synergien (inkl.
Erstellung einer Konzeption für die En t-
wicklung des Areals der Fürstenber g-
schule nach Auszug der Gesamtschule
Münster-Ost).“
4.1
Bestands-
aufnahme
Raumsituation
Erhebung der Raumsituation/ -auslastung der BK, differenziert nach Raumtypen und Nutzungsarten
(anhand des bestehenden Raumkonzeptes
Schätzung des zukünftigen Raumbedarfs
4.2
Raumkonzept
Gemeinsames Raumkonzept anhand der Schätzung des durchschnittlichen Raumbedarfs
Ausstattungskonzept anhand des zukünftigen Bedarfs
Erörterung inklusiver Bedarfe im Raumkonzept
37
„Bereitstellung einer modernen techn i-
schen wie auch lerndidaktischen Anforde-
rungen entsprechenden räumliche und
technische Ausstattung sowie eine b e-
darfsgerechte Ausstattung an Hard - und
Softwarekomponenten. Hierzu gehört
unter anderem die flächendeckende
Ausstattung mit WLAN. Für die Realisi e-
rung dieser Leitlinien prüft die Verwaltung
die Erstellung eines eigenen Medienen t-
wicklungsplanes für Berufskollegs unter
Berücksichtigung der jeweiligen unte r-
schiedlichen Bedarfe.“
4.3
Standortkonzept/e
Amtsübergreifende Prüfung der Standortnutzung Areal Fürstenbergschule
Standortbedarfe anhand der Entwicklung der Schülerzahlen und Raumbedarfsplanung ermitteln
Erörterung inklusiver Aspekte bei der Standortwahl
4.4
Medienentwick-
lungsplan
Erhebung es Bedarfs an technischen Geräten/IT
Erörterung der Auslagerung von Supportstrukturen
Konzeption eines Medienentwicklungsplans; Schulübergreifende Standards für Medienausstattung
definieren
Konzept für die flächendeckende WLAN- Ausstattung
5
Image/
Öffentlich-
keitsarbeit
5.1
Kommunikation/
Kooperation zw i-
schen den BK
Format zur besseren Abstimmung der BKs bzgl. Abstimmung von Infoabenden konzipieren
5.2
Werbung/
Öffentlichkeitsar-
beit
Elternumfrage zur Auseinandersetzung mit BK + Bekanntheit von Abschlüssen
Format zur Verbesserung der Außenwirkung von BKs konzipieren
38
Anlage 2: Berufskolleg-Pendler in NRW
39
40
Quelle: IT.NRW
Anlage A
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Anlage A zur V/0559/2019 Kurzüberblick Der vorliegende Zwischenbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs zeigt den Pro- jektverlauf, Teilerfolge, statistische Eckdaten und weitere Herausforderungen im Bereich der be- ruflichen Bildung und begründet notwendige Beschlusspunkte zur Standortsituation, Medienent- wicklung und Schulsozialarbeit. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden folgende Ziele verfolgt: Wir werden einer der führenden Bildungs -, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungs- standorte in Europa Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens - und Erlebnisqualität weiterentw i- ckeln: mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesel l- schaft. Das Ziel aus dem Haushaltsplan zu der Produktgruppe 0301, Leistungen für Schulen lautet: Das Amt für Schule und Weiterbildung stellt mit dieser Produktgruppe für die städtischen Schulen den erforderlichen Schulraum, einschließlich der notwendigen Ausstattung und das ergänzende kommunale Personal zur Verfügung. Hierdurch sollen die Schulen in die Lage versetzt werden, - einen den Lehrplänen entsprechenden - qualitativ guten - die besonderen Rahmenbedingungen und Bedarfe berücksichtigenden Unterricht anzubieten und flankierende Angebote zu ermöglichen. Bildungsergänzende Einrich- tungen und nichtstädtische Schulen werden unterstützt. Die Aufgabenerledigung erfolgt in Ab- grenzung zu den Aufgaben und Zuständigkeiten des Landes in Kooperation mit allen handelnden Personen. Beschreibung des Produktes 030106 - Berufskollegs: Mit diesem Produkt stellt das Amt für Schule und Weiterbildung im gesamten Stadtgebiet von Münster auf der Basis der Schulentwicklungsplanung das erforderliche Schulverwaltungsper- sonal sowie die erforderlichen Schulgebäude/Grundstücke und Ausstattung (u.a. Einrichtun- gen, Technikausstattung für Klassen- und Fachräume sowie Lehr- und Lernmittel) zur Verfü- gung. Finanzierung Produktgruppe: 0301 Leistungen für Schulen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2019 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Gem. § 78 SchulG NRW ist der Schulträger gemeinsam mit dem Land für die Weiterentwicklung der Berufskollegs verantwortlich. Aus § 80 Abs. 1 SchulG NRW ergibt sich die Pflicht der Stadt Münster als Schulträger, Schulentwicklungsplanung zu betreiben.
Beschlussvorlage
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V/0559/2019
V/0559/2019
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Zwischenbericht Schulentwicklungsplanung Berufskollegs
Beratungsfolge
25.06.2019 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
26.06.2019 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r-
schutz und Arbeitsförderung
Vorberatung
26.06.2019 Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Fl ä-
chenmanagement
Vorberatung
26.06.2019 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
02.07.2019 Sportausschuss Vorberatung
03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
03.07.2019 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat nimmt den Zwischenbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs zur Kenn t-
nis.
2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, für den Standort des Wilhelm -Emmanuel-von-Ketteler--
Berufskollegs, Mindener Straße 11 kurzfristig eine Potenzialanalyse zu erstellen. So soll geprüft
werden, inwieweit die notwendigen Programmflächen für die vorhandenen B ildungsgänge inklusi-
ve notwendiger Sportflächen am Standort gebündelt werden können.
3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass nach einer überschlägigen Prüfung im Rahmen der Potenzial-
analyse die Grundstücksflächen am Standort des Anne -Frank-Berufskollegs für eine Zusammen-
führung der Standorte Coerdestraße (ehemals ESPA -Berufskolleg), ehem. Fürstin -von-Gallitzin-
Schule und Manfred-von-Richthofen-Straße nicht ausreichend sind.
4. Der Rat beauftragt daher die Verwaltung, am Standort der ehemaligen Fürstenbergschule ei ne
Potenzialanalyse zu erstellen. Hierbei wird geprüft, inwieweit eine Abdeckung der Raumdefizite
des Anne -Frank-Berufskollegs, des Hans -Böckler-Berufskollegs sowie ggf. des Wilhelm -
Amt für Schule und
Weiterbildung
14.06.2019
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Klatt
Telefon: 492-2825
KlattM@stadt-muenster.de
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Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs unter Berücksichtigung möglicher Syner gien bei der
Raumnutzung möglich sind. Die Verwaltung wird dem Rat die Ergebnisse der Potenzialanalyse
sowie mögliche Nutzungsvarianten bis Ende des 1. Halbjahres 2020 vorlegen.
5. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass ab Mitte 2020 Ersatzlösungen/ -flächen erforderlich werden für
die
5.1. durch das Anne -Frank-Berufskolleg genutzten 6 Klassenräume im Gebäude der Mathilde -
Anneke Gesamtschule (ehemalige Fürstin-von-Gallitzin-Schule),
5.2. durch das Hans -Böckler-Berufskolleg genutzten 3 Klassenräume im Gebäude der Mathilde -
Anneke Gesamtschule (ehemalige Fürstin-von-Gallitzin-Schule),
5.3. durch das Wilhelm -Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg genutzten 10 Klassenräume im Ge-
bäude der ehemaligen Josefschule.
6. Der Rat beauftragt die Verwaltung, kurzfristig folgende Interimslösungen zu prüfen, bzw. auf den
Weg zu bringen
6.1. Errichtung von 5 Fertigbauklassen für das Anne -Frank-Berufskolleg (Errichtungsbeschluss)
sowie Rückbau/Teilung des ehemaligen für die Schneiderei genutzten Bereiches im Gebäude
Manfred-von-Richthofen-Straße.
6.2. Interimsweise Unterbringung der Klassen des Hans -Böckler-Berufskollegs im Hansa -
Berufskolleg oder am Laerer Landweg/der Beckstraße.
6.3. Herrichtung der Immobilie „Laerer Landweg“ oder des Gebäudes an der Beckstraße (Teil-
standort der Schule an der Beckstraße) für das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-
Berufskolleg.
7. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Verwaltung mit allen 6 städtischen Berufskollegs intensiv an
einer Neuausrichtung im Bereich Medienentwicklungsplanung (MEP BK) arbeitet. Aufgrund des
sich schnell entwickelnden, technischen Fortschritts – bei gleichzeitig steigenden Anforderungen
an den Support – ist die bisherige Ausrichtung nicht mehr mit den Anforderungen dieser wir t-
schaftsnahen Schulform vereinbar. Im Vergleich mit den Schulen im Münsterland droht ein Qual i-
tätsabfall. Der Support soll zukünftig – wie bei den allgemeinbildenden Schulen – durch Dritte
(z.B. die citeq) erfolgen. Dies wird bei einer Umsetzung sowohl investiv als auch konsumtiv erheb-
liche Auswirkungen auf die Haushaltsplanung zukünftiger Jahre haben.
8. Der Rat stimmt zu, dass der zusätzliche Bedarf an Schulsozialarbeit in Höhe von 1,5 VZÄ befristet
für das Schuljahr 2019/20 wie folgt gedeckt wird:
8.1. Verlagerung der 0,5 Stelle aus der aufgelösten Uppenbergschule sowie
8.2. der 0,5 Stelle aus der aufgelösten Fürstin-von-Gallitzin-Schule.
8.3. Befristete Finanzierung einer 0,5 Stelle bei einem freien Träger aus lfd. Mitteln
8.4. Im Rahmen der Neuverteilung der kommunalen Personalressourcen für die Schuljahre
2020/2021 und 2021/2022 wird eine langfristige Lösung zur Bedarfsdeckung angestrebt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Die Errichtung der 5 Fertigbauklassen sowie der Umbau der Immobilie „Laerer Landweg“ ist nach
Erfahrungswerten vergleichbarer Vorhaben wie folgt finanziert:
Teilfinanzplan
Nr. Bezeichnung Haush.- Betrag Bemerkungen
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jahr €
Produktgruppe 0301 Leistungen für Schulen
Investitionsmaßnahme 4790 Berufskollegs –
Ersatzräume
Auszahlungen - für Baumaßnahmen Bereit-
gestellt
bis inkl.
2019
3.178.000
- für den Erwerb von
beweglichen Anlage-
vermögen
Bereit-
gestellt
bis inkl.
2019
200.000
Summe aller Auszahlungen 3.378.000
Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan 2019 bei der Produk t-
gruppe 0301 veranschlagt.
Begründung:
1. Mit der Vorlage V/0080/2017/1 befürwortete die Stadt Münster den Einstieg in eine dialogische
Schulentwicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs. Durch den anliegenden Zwischenbe-
richt werden erste Ergebnisse des Projekts vorgestellt.
2. Um den Teilstandort Josefschule sowie bereits jetzt unterversorgte Bereiche (Fahrzeugtechnik
und Holzlabor) abzudecken, soll der Umbau und die Erweiterung im Bestand am Standort Mind e-
ner Straße 11 geprüft werden. Hierzu wird in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Emmanuel-von-
Ketteler-Berufskolleg ein Raumprogramm erstellt, welches auch die notwendigen Sportflächen be-
rücksichtigt. Im zweiten Schritt ist eine Potenzialanalyse zu erstellen. Hierbei wird geprüft, inwi e-
weit eine Abdeckung der Raumdefizite am Standort selbe r möglich ist (siehe Zwischenbericht,
Abschnitt 4, Ziffer 1 i.V.m. Abschnitt 2.4.3).
3. Eine Potenzialanalyse zur Zusammenlegung der Standorte wurde in Auftrag gegeben. Durch die
Zusammenlegung aller drei Standorte entsteht ein zusätzlicher Bedarf von ca. 3. 500 m², welcher
am Standort Manfred -von-Richthofen-Str. nicht untergebracht werden kann (siehe Zwischenb e-
richt, Abschnitt 4, Ziffer 2 i.V.m. Abschnitt 2.4.3).
Parallel zu der Potenzialanalyse der Fürstenbergschule (s. Pkt. 4) sowie den Überlegungen zu In-
terimslösungen (s. Pkt. 5) wird die Verwaltung gemeinsam mit dem Anne -Frank-Berufskolleg ver-
suchen, möglichst kurzfristig Maßnahmen innerhalb des Bestandsgebäudes zur Verbesserung
der aktuellen Situation umzusetzen. Dabei wird auf die Entwürfe/Überlegungen d er Akademie für
Gestaltung im Handwerk zurückgegriffen. Die Überlegungen der Akademie zur Schließung eines
im Erdgeschoss vorhandenen Freibereiches sollten in die künftige Machbarkeitsstudie zum G e-
samtkonzept des Standortes und diesbezüglicher betrieblicher Nutzungsüberlegungen einfließen.
Eine Vorwegnahme baulicher Aktivitäten in diesem Bereich ist mit hohen Kosten für eine geringe Fläche n-
erweiterung und ggf. späteren Rückbaunotwendigkeiten zur Realisierung des künftigen Gesamtkonzeptes
verbunden.
4. Das Gelände der ehemaligen Fürstenbergschule steht voraussichtlich ab Sommer 2021 zur Ve r-
fügung. Aufgrund der angespannten Raumsituation am Anne -Frank-, Hans -Böckler- sowie Wi l-
helm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg ist zu prüfen, welche Bedarfe der drei Schulen inklusi-
ve notwendiger Sportflächen an diesem Standort abgedeckt werden können. Die dort vorhand e-
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nen Gebäude stehen unter Denkmalschutz und sind stark sanierungsbedürftig . Die Umsetzung
von Umbauten/Erweiterungen ist daher nicht einschränkungslos möglich. Hierzu ist eine Potenz i-
alanalyse zu erstellen (siehe Zwischenbericht, Abschnitt 4, Ziffer 3 i.V.m. Abschnitt 2.4.3). Ziel ist
es, die Überlegungen und Planungen für die Folgenutzung der Fürstenbergschule so weit vorz u-
bereiten, dass eine Umsetzung unmittelba r nach Freiwerden und einer notwendigen Grundsanie-
rung der Immobilie erfolgen kann.
Ist die Unterbringung alle Raumbedarfe am Standort der ehemaligen Fürstenbergschule nicht
möglich, werden alternative Szenarien/Standorte untersucht.
5. Wie bereits beschrieben, müssen für ausgelagerte Klassen einzelner Berufskollegs Interimsl ö-
sungen gefunden werden:
5.1 Aktuell sind 6 Klassen des Anne -Frank-Berufskollegs im Gebäude der Mathilde -Anneke
Gesamtschule, ehemalige Fürstin -von-Gallitzin-Schule, ausgelagert. D ie Nutzungsmö g-
lichkeit fällt im Schuljahr 2020/2021 wegen Umbaumaßnahmen und Aufwachsen der G e-
samtschule weg (siehe Zwischenbericht, Abschnitt 4, Ziffer 4 und 5 i.V.m. Abschnitt 2.4.3).
5.2 Aktuell sind 10 Klassen des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs in die Josef-
schule ausgelagert. Diese Räumlichkeiten stehen nach derzeitigem Sachstand nur noch
befristet bis längstens Mitte 2021 zur Verfügung.
5.3 Aktuell sind 3 Klassen des Hans-Böckler-Berufskollegs im Gebäude der Mathilde-Anneke-
Gesamtschule, ehema lige Fürstin -von-Gallitzin-Schule, ausgelagert. Die Nutzungsmö g-
lichkeit fällt im Schuljahr 2020/2021 wegen Umbaumaßnahmen und Aufwachsen der G e-
samtschule weg.
6. Die 6 Klassen des Anne-Frank-Berufskollegs sollen möglichst nah, bzw. am Hauptstandort errich-
tet werden, um nicht einen 3. Standort für die Schule zu schaffen. Ein Raum kann durch Rückbau
/Teilung des ehemaligen Schneidereibereiches im Hauptgebäude geschaffen werden, für die ü b-
rigen 5 Klassen sind Fertigbauklassen alternativlos.
Derzeit ist die Persp ektive der Nutzung der Josefschule durch das Wilhelm-Emmanuel-von-
Ketteler-Berufskolleg unklar. Es ist davon auszugehen, dass entweder im Schuljahr 2020/21 oder
spätestens zum Ende des Schuljahres ein Freiziehen der Josefschule erforderlich ist. Als Ersat z-
standort dafür kommen die Gebäude Laerer Landweg oder Beckstraße in Betracht, aus de nen
absehbar die „Schule an der Beckstraße“ bzw. die ehemalige Richard -von-Weizsäcker-Schule
ausziehen wird.
Für das Hans -Böckler-Berufskolleg soll entweder ebenfalls dort oder im benachbarten Hansa -
Berufskolleg Ersatz geschaffen werden.
7. Die Medienentwicklungsplanung stellt ein wesentliches Handlungsfeld der Schulentwicklungspl a-
nung der Berufskollegs dar (siehe Vorlage V/0080/2017/1, Ziffer 3). Daher haben seit Projektb e-
ginn mehrere Arbeitstreffen zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung, Vertretern der B e-
rufskollegs sowie der citeq stattgefunden. Als Lösungsansätze wurden verschiedene Maßnahmen
vereinbart, um zu prüfen, inwieweit das System der städtischen MEP -Schulen für Berufskollegs
angemessen und funktional ist. Bereits der Bedarf an externem Support (z.B. durch die citeq) wird
voraussichtlich mit hohen Kosten verbunden sein (siehe Zwischenbericht, Abschnitt 4, Ziffer 6 und
7 i.V.m. Abschnitt 2.4.6).
8. Im Dialog mit den Schulleitungen wurde seitens der Berufskollegs ein zusätzlicher Bedarf für die
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Schulsozialarbeit aufgezeigt. In Anbetracht der großen Schulsysteme, steigender Heterogenität
der Schülerschaft und weiterer Herausforderungen (Übergangsberatung, psychosoziale Beratung,
Internationale Förderklassen u.a.) sind die geäußerten Mehrbedarfe nachvollziehbar (siehe Zw i-
schenbericht, Abschnitt 4, Ziffer 6 und 7 i.V.m. Abschnitt 2.4.5).
Die genannten Bedarfe sollen teilweise aus Stellen von auslaufenden Schulen gede ckt werden.
Gem. der Vorlage V/0741/2016 „Integrierte Jugendhilfe - und Schulentwicklungsplanung - Teilpro-
jekt Neuausrichtung Schulsozialarbeit zum Schuljahr 2017/2018“ gilt grundsätzlich, dass das Pe r-
sonal der auslaufenden Schulen im Bereich Sek I / Sek II in den steuerbaren Personalpool übe r-
geht.
Aus Sicht der Verwaltung ist eine Verlagerung der Stellenanteile in die Berufskollegs jedoch ve r-
tretbar, da
• der Stellenpool für die Schulsozialarbeit an Grund - und weiterführenden Schulen seit
Beschluss der Vorlage V/0741/2016 einen Stellenzuwachs von 10,00-Stellen erfahren hat,
• eine 0,50 -Stelle bereits einer Schule (Erna -de-Vries-Realschule) zugeordnet wurde
und
• eine mobile Ressource kurz - oder längerfristige Bedarfe an Schulen decken soll, zu -
nächst aber nicht fest für eine bestimmte Schule eingeplant ist.
In Vertretung
gez.
Thomas Paal
Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage A
Anlage 1 Zwischenbericht Schulentwicklungsplanung Berufskollegs
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (17)
- Coerdestraße 60
- Hoffschultestraße 25
- Tilbecker Straße 24
- Mindener Straße 11
- Hermannstraße 58
- Münsterstraße 62
- Wiener Straße 53
- Neubrückenstraße 17
- Sentruper Straße 157
- Beckstraße
- Kaiser-Wilhelm-Ring 1
- Hansaring 80
- Laerer Landweg
- Schulplatz
- Manfred-von-Richthofen-Straße 39
- Gut Insel 41
- Asche
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0559/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.06.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37