V/0461/2008
Bericht zu den Städtepartnerschaften und Städteverbindungen
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Anlage 6 - Rundbrief
9573 Zeichen
Anlage 6
(Stand: Juni 2008)
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Anlage 1
83550 Zeichen
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Anlage 1
Städtepartnerschaften und Städteverbindungen und so nstige in-
ternationale Aktivitäten der Stadt Münster
I. Städtepartnerschaften, Städtefreundschaften und Patenschaften
– Koordinierung im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters
1. York– Großbritannien
York ist eine historische Stadt des Mittelalters, die im Norden Englands in der Graf-
schaft Yorkshire liegt. Umgeben ist York von zwei Nationalparks: den North York
Moors im Norden und den Yorkshire Dales im Nordwesten.
Einwohner: 191.000
Entfernung zu Münster: ca. 600 km
Partnerstadt seit 1957
1.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Zwölf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs entste ht 1957 Münsters erste und da-
mit älteste Städtepartnerschaft. Der Impuls dazu ge ht von York aus. Bande der Ver-
söhnung sollen geknüpft werden nach den Schreckniss en des Krieges. Der Wunsch
nach Frieden und Verständigung unter den Völkern st eht am Anfang einer Partner-
schaft, die sehr schnell von den Menschen in den be iden Städten aktiv unterstützt und
erlebt wird. Tragende Säule dieser Städteverbindung war in der Anfangszeit der Schü-
leraustausch. 1961 reisten die ersten Jugendlichen in beide Richtungen über den Ka-
nal. Hieraus entwickelten sich dann dauerhafte Kont akte zwischen den Jugendlichen
und auch zwischen den Gastfamilien.
1.2 Standortbestimmung
Auf der administrativen Seite sind die städtepartne rschaftlichen Kontakte zwischen
Münster und York unkompliziert. Das liegt darin beg ründet, dass sich in York eine Mit-
arbeiterin, die dem Lord Mayors Office angegliedert ist, ca. 10 Stunden wöchentlich
um alle städtepartnerschaftlichen Belange kümmert. Trotz diesen Engagements kann
man aber nach wie vor feststellen, dass das Interes se der Münsteraner an York grö-
ßer ist als umgekehrt, was vorwiegend mit den Sprachkenntnissen zu begründen ist.
Stärkstes Standbein der Städtepartnerschaft Münster – York ist der Vereinsaustausch
.
Im Durchschnitt der letzten drei Jahre wurden 7 Ver einsbegegnungen pro Jahr geför-
dert. Hinzu kommen verschiedene Vereinsbegegnungen, die ohne städtische Förde-
rung realisiert wurden, z.B. Rotarier, Kath. Frauen dienst, Trinitatis Gemeinde, Fech-
tergilde. Zudem wurden durchschnittlich zwei bis vi er Projekte von Vereinen in York
gefördert.
2
Dem Vereinsaustausch gegenüber stehen die offiziell en Besuche . Im Durchschnitt
einmal jährlich treffen sich die Stadtspitzen der S tädte. Aufgrund des jährlich wech-
selnden Lord Mayors in York gestaltet es sich jedoc h schwierig, langfristig tragende
Ziele zu vereinbaren oder Konzepte umzusetzen. Dies e „repräsentativen“ Besuche
bieten jedoch einen Blick über den Tellerrand und e s konnten trotz dieser schwierigen
Ausgangsposition – auch in diesem Rahmen – bereits einige Projekte angestoßen
(EU-Projekt: Science City) werden.
Neben diesen klassischen Feldern existieren vielfäl tige Kontakte zwischen Künstlern
.
Ausstellungen münsteraner Künstler in York und York er Künstler in Münster finden
mehrfach jährlich statt. Die Künstler der jeweils a nderen Stadt lassen sich durch die
Partnerstadt inspirieren und schaffen dementspreche nde Werke. 2007 haben zwei
Künstler aus York am ersten internationalen Steinbi ldhauersymposium in Münster teil-
genommen. Hervorgehoben werden muss das York-Münste r-Festival, das die Stadt
York mit Unterstützung aus Münster 2007 organisiert e. Eine bessere Werbung für
Münster kann es fast nicht geben.
Ein weiteres Standbein sind die Schulkontakte
. Diese gestalten sich mühsam, da die
Münsteraner Schulen gerne Partnerschaften mit Yorke r Schulen pflegen, es umge-
kehrt jedoch so viele rechtliche Auflagen gibt, das s die englischen Lehrer/innen die
Mehrarbeit und den finanziellen Aufwand scheuen. Na chdem der kommunale Schü-
leraustausch nicht mehr durchgeführt werden konnte, pflegen jedoch noch immer 7
münsteraner Schulen einen Austausch mit Yorker Schulen.
Erfreulich ist, dass es seit 2007 wieder Bemühungen der York University
gibt, den
Kontakt zur Uni Münster aufleben zu lassen. Dies ze igt sich u.a. am Austausch des
Uni-Chores, aber auch darin, dass im Wintersemester 2008 ein Münsteraner einen
Lehrauftrag an der Uni St. Johns erhalten hat. Zud em steigt das Interesse der müns-
teraner Studenten, ein Auslandsemester in York zu absolvieren.
Des Weiteren besteht ein großes Interesse seitens d er Studierenden ein Praktikum
in
York zu machen. Mit der Stadtverwaltung York, musst e im Jahr 2007 die Zahl der Stu-
dierenden, die als Praktikanten nach York kommen kö nnen, auf 10 Personen pro Jahr
begrenzt werden, da keine zusätzlichen Gastfamilien mehr gefunden werden konnten.
In den letzten Jahren hat das Interesse, sich fachl ich auszutauschen merklich zuge-
nommen. Beispielhaft sind hier zu nennen:
• Janet Barnes, York Museums Trust - Vortrag in Mün ster,
• Dr. Litz, Skulpturprojekte - Vortrag in York,
• Harvey Graham, Vorsitzender der York-Münster-Assoc iation - Vortrag in Münster,
• Klaus Tesching, Künstlergemeinschaft „Die Schanze“ - Vortrag in York
Darüber hinaus wurde York durch viele Vorträge und Veranstaltungen insbesondere
von Keith Mulhearn, aber auch von Tony Heald und Al ison Goffin vor münsteraner
Schülerinnen und Schülern bekannt gemacht. Mit viel en Veranstaltungen wurde eine
große Anzahl von Schülerinnen und Schülern insbeson dere münsteraner Gymnasien
erreicht.
3
Ein vielversprechender Kontakt wurde in den letzten Jahren zwischen den Museen in
Münster (Landesmuseum, Geologisch-Paläontologisches Museum, Archäologisches
Museum, Stadtmuseum) und dem York Museums Trust auf gebaut. Treibende Kraft ist
in diesem Fall die Yorker Seite, die sehr an einer Zusammenarbeit interessiert ist. Das
Ergebnis ist ein reger Fachaustausch (im Rahmen von Besuchen und via Medien), die
gegenseitige Bereitstellung von Leihgaben, der Aust ausch von Sammlungen und die
gegenseitige Vorstellung von Konzepten zur Mitarbeiterschulung.
1.3 Bi- und multinationale Projekte seit 2003:
• 2003 nahmen drei Teilnehmer aus York an der Facht agung „Menschen mit Behin-
derung“ in Münster teil.
• 2004, 2006 und 2008 gestaltete das Tourist Office York einen Stand im Rahmen
der Messe „Frühling, Blumen, Freizeit“ in der Halle Münsterland. Ebenso beteiligte
sich York am Bühnenprogramm.
• 2004 nahmen zwei Künstler aus York am Künstlerwork shop von pArt96 teil.
• 2005 nahmen zwei Zeitzeugen und ein Jugendlicher a us York an einer Begegnung
zwischen Generationen und Nationen zum 60. Jahresta g des Endes des Zweiten
Weltkrieges teil.
• 2007 nahmen zwei Steinbildhauer am ersten internat ionalen Bildhauersymposium
in Münster teil.
• Jugendliche aus York beteiligen sich jährlich am Y outh4Media Camp im Benno-
haus.
• 6 münstersche Künstler schufen Kunstwerke und Inst allationen in York im Zuge
des York-Münster-Visual Festivals.
• 2006 und 2007 beteiligten sich Yorker und Münstera ner Gruppen an der Britischen
Militärmusikschau, um das 50-jährige Jubiläum einzuläuten bzw. zu beenden.
• Im Herbst 2007 führten Studenten der Fachhochschul e für öffentliche Verwaltung
gemeinsam mit der Stadt Münster ein Projekt mit dem Thema „Städtepartnerschaft
York“ durch.
1.4 Partnerschaftsverein
Sowohl in Münster, mit dem Partnerschaftsverein
York-Münster, als auch in York mit
der York-Münster-Association gibt es bürgerschaftli ch organisierte Vereine, die sich
die bürgerschaftliche Förderung und Pflege der Städ tepartnerschaft Münster – York
zum Ziel gesetzt haben. Durch seine sehr aktiver Ve reinsarbeit und seine öffentlich-
keitswirksame Teilnahmen an städtischen Veranstaltu ngen kann der münsteraner
Verein in den letzten 3 Jahren einen regen Mitglied erzuwachs verzeichnen. Leider
sind die Mitgliederstrukturen des Partnerschaftsver eins York-Münster und der York-
Münster-Association sehr unterschiedlich, wodurch d ie Zusammenarbeit der beiden
Vereine erschwert wird. Hinzu kommt, dass die York- Münster-Association jährlich
schrumpft und zudem überaltert. Die Kontaktaufnahme zwischen den Vereinen findet
in der Regel unter Nutzung der städtischen Kontakte statt.
Feste Aktion im Vereinskalender ist die jährliche B ürgerreise (von Münster bis zu 30
Personen, von York max. 5).
4
1.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Die Städtepartnerschaft Münster – York hat sich in den letzten Jahren sehr erfreulich
entwickelt. Ziel muss es sein, die bestehenden Kont akte, sowohl auf offizieller, als
auch auf bürgerschaftlicher Ebene zu festigen und a uszubauen. Hier kommt der Ver-
waltung eine begleitende, unterstützende und beding t initiierende Rolle zu. Da das In-
teresse von Yorker Seite merklich gestiegen ist, ka nn davon ausgegangen werden,
dass sich die Zusammenarbeit in nächster Zeit noch verstärkt. Hier soll ein besonde-
res Augenmerk auch auf den touristischen Bereich gelegt werden.
2. Orléans - Frankreich
Orléans liegt zentral in Frankreich am nördlichsten Bogen der Loire nahe der Haupt-
stadt Paris. Im Norden dehnen sich die reichen Agra rflächen der Beauce aus, wäh-
rend sich im Süden die sandigen Flächen der Sologne anschließen, um weiter südlich
ins Zentralmassiv überzugehen
Einwohner 116 559,
Entfernung zu Münster ca. 600 km,
Partnerstadt seit 1960
Über die Partnerschaft
2.1 Begründung der Städtepartnerschaft
In der Partnerschaftsurkunde von 1960 verpflichten sich beide Städte „in gegenseitiger
herzlicher Verständigung das lebendige Gefühl europ äischer Verbundenheit zu entwi-
ckeln “ und „eine europäische Einheit herzustellen, die notwendigerweise die Grundla-
ge von Frieden und Wohlstand ist “.
2.2 Standortbestimmung
Bei einer Standortbestimmung muss man 3 Bereiche un terscheiden: Offizielle Kontak-
te, Verwaltungskontakte und bürgerschaftliche bzw. Schul-Kontakte
Offizielle Begegnungen
hat es seit 2006 nicht mehr gegeben. Auf der offiz iellen Ebene
ist die Intensität der Kontakte immer abhängig von der Schwerpunktsetzung des jewei-
ligen Bürgermeisters, hier insbesondere auf der fra nzösischen Seite. Hier haben die
Kontakte in den letzten Jahren merklich nachgelassen und das Interesse auf der Seite
von Orléans scheint nicht so ausgeprägt zu sein. Nur noch selten werden offizielle Ein-
ladungen ausgesprochen, und wenn, wird zum Beispiel um die Entsendung einer Mu-
sikgruppe gebeten, die Events in Orléans bunter mac hen soll. Bis 2005 wurden von
der Stadt Orléans alle Partnerstädte zu den Jeanne d’Arc-Feiern eingeladen, diese
Tradition wurde mit dem Jahr 2005 beendet. Bürgerme ister Grouard hat in den letzten
Jahren drei Einladungen an die Stadt Münster ausges prochen, die auch jeweils ange-
nommen wurden. Auf Einladungen aus Münster wird seh r zögerlich oder ablehnend
reagiert.
Auf der Arbeitsebene sind die städtepartnerschaftli chen Kontakte zwischen Münster
und Orléans im Wesentlichen lebhaft und unkompliziert. Das liegt nicht zuletzt an einer
– bei allen Unterschieden in den Zuständigkeiten – ähnlichen Verwaltungsstruktur und
den guten Kontakten zwischen den Verwaltungseinrich tungen, die für die städtepart-
nerschaftlichen Beziehungen zuständig sind. Mit der Abteilung Auslandsbeziehungen
im „Amt für Öffentlichkeitsarbeit“ in Orléans, in der eine Ratsfrau, die nicht hauptamt-
5
lich bei der Stadt Orléans arbeitet, beschäftigt is t, können auf recht unbürokratische
Art und Weise viele Angelegenheiten für die bürgers chaftlichen Kontakte und Vereins-
kontakte geregelt werden.
Regelmäßig absolvieren Studenten aus Münster Praktika
in Ämtern und Einrichtungen
der Stadtverwaltung Orléans, nach 2002 war erst wie der 2007 ein Praktikant aus Or-
léans bei der Stadt Münster.
Schüleraustausche mit hohen Teilnehmerzahlen, enge Beziehungen zwischen zahl-
reichen Organisationen und Vereinen machen deutlich , dass bürgerschaftlichen Kon-
takte, sowie die Schul- und Vereinskontakte die tra genden Säulen dieser Städtepart-
nerschaft darstellen. Von 1961 bis heute haben ca. 9000 Schülerinnen und Schüler
am Schüleraustausch
mit Orleans teilgenommen. Es gibt direkte Kontakte zwischen
Schulen beider Städte und eine intensive Zusammenarbeit bei Comenius-Projekten. In
Orléans und Münster findet 1 x jährlich in beiden Städten ein Sprachintensivkurs für
Schüler/innen im Frühjahr jeden Jahres statt. Es ne hmen zurzeit rund 40 Teilnehmer
teil. Auch die Musikschulen haben eine gute Verbindung zueinander.
Freundschaften und Hochzeiten, der Austausch von Pr aktikanten, Stipendiaten und
jungen Berufstätigen, sportliche Begegnungen, Ausst ellungen und auch Privatreisen
sind heute an der Tagesordnung. Der hohe Anteil jun ger Menschen ist dabei Garant
für die Kontinuität der guten Beziehungen.
In den vergangenen fünf Jahren hat es zahlreiche ge förderten Vereinsbegegnungen
und –projekte , sowie nicht geförderte Privat- und Vereinskontakt e (z. B. Postsenioren,
Kontakte zwischen Familien, ehemaligen Stipendiaten etc.) gegeben.
Seitens der Westfälischen Wilhelms-Universität
existieren nur noch Erasmus-Kontakte
zur Universität Tours, nicht mehr zur Universität O rléans. Das Auslandsamt der WWU
überprüft gerade, ob es noch alte Universitätsvertr äge mit Orléans gibt und wie man
die Zusammenarbeit neu beleben kann. Bis 2006 verbr achten Stipendiaten aus Müns-
ter und Orléans im jährlichen Wechsel ein Studienja hr in der Partnerstadt, aufgrund
von Einsparmaßnahmen werden die Stipendien künftig nur noch zu runden Jubiläen
vergeben.
Völkerverständigung und Erschließung neuer Marktfel der im Visier, gewann die
Handwerkskammer
Münster schon 1963 die Handwerkskammer Orléans als Partner.
Der Informations- und Wissensaustausch förderte das Handwerk in den Bereichen
Bildung und Unternehmensberatung. Da der projektbez ogene Austausch in den letz-
ten Jahren nachließ, entwickelte die Handwerkskamme r 2007 das transnationale Pro-
jekt „Leonardo da Vinci - Unternehmerfrauen in klei nen und mittleren Unternehmen“.
Es läuft über zwei Jahre mit den Partnern aus Orléans und weiteren fünf europäischen
Ländern.
2.3 Bi- und multinationale Projekte seit 2003
• 2003 nahmen fünf Ratsmitglieder und städtische Mit arbeiter an einer Fachtagung
zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderunge n in Orléans teil, vier Teil-
nehmer aus Orléans kamen zur Fachtagung nach Münster.
• 2004 führten 60 Mitglieder des Madrigal- und Unive rsitätschores sowie des
Philharmonischen Chores anlässlich der Jeanne-d’Arc -Feiern in Orléans mit
französischen Chören das Deutsche Requiem von Brahms auf.
6
• 2004 nahm eine Künstlerin aus Orléans am internati onalen Künstler-Workshop von
pArt96 teil.
• 2005 beteiligten sich eine Zeitzeugin und eine Jug endliche aus Orléans an einer
Begegnung zwischen Generationen und Nationen zum 60 . Jahrestag des Endes
des Zweiten Weltkrieges.
• 2005 nahm ein Karikaturist aus Münster am 6. Inter nationalen Festival der Karika-
tur in Orléans teil.
• 2006 und 2008 gestaltete eine Person aus Orléans d ie Ecke der Partnerstädte auf
der Messe „Frühling, Blumen, Freizeit“ in der Halle Münsterland mit.
• Jedes Jahr nehmen Jugendliche aus Orléans am Jugen dmediencamp im Benno-
haus teil.
2.4 Partnerschaftsverein
Einen Partnerschaftsverein Münster – Orléans gibt e s nicht. Daher hat sich die
Deutsch-Französische Gesellschaft Münster, die im v ergangenen Jahr ihr 10-jähriges
Bestehen gefeiert hat, dieser Aufgabe angenommen und hat mit der Association Fran-
co - Allemande in Orléans schon viele kreative Proj ekte hervorgebracht. Sie füllt die
Städtepartnerschaft gerade auf der bürgerschaftlichen Ebene mit Leben.
2.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Nach den Kommunalwahlen in Orléans, bei der sich di e Zuständigkeit für internationa-
le Kontakte im Rat geändert hat, bleibt abzuwarten, ob die internationale Arbeit dort
wieder an Bedeutung gewinnt. Auch wenn dies nicht d er Fall sein sollte, wird von hier
alles dafür getan, die vielen bürgerschaftlichen Gr uppierungen und Vereine, die re-
gelmäßige Kontakte mit Gruppen in Orléans pflegen, in ihrer Arbeit zu unterstützen
und zu fördern. Auf offizieller Seite sollte es Zie l sein, anlässlich des 50-jährigen Be-
stehens im Jahr 2010 mit Orléans Bilanz zu ziehen u nd Vereinbarungen für die Zu-
kunft zu treffen.
3. Münster – Kristiansand
Kristiansand/Norwegen liegt an der Südspitze Norweg ens und ist die größte Stadt des
Sørlandes. An die sehenswerte Schärenküste vor der Hafenstadt branden die Wellen
des oft rauen und ungestümen Skagerraks. Wälder und Seen umgeben die Stadt, Tal-
und Fjellregionen (Fjell=Berg) bilden das Hinterland.
Einwohner ca. 78 000,
Entfernung zu Münster ca. 700 km,
Partnerstadt seit 1967
3.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Manchmal werden Freunde von Freunden zu eigenen Fre unden das funktioniert auch
bei Städten: Die Partnerschaft zwischen Münster und Kristiansand hat ihren Ursprung
in Orléans. Die Franzosen hatten Delegationen ihrer Partnerstädte zu den Jeanne-
d'Arc-Feierlichkeiten eingeladen. Die Gäste aus Deu tschland und Norwegen lernten
einander kennen und schätzen. 1967 wurde das Partne rschaftsabkommen besiegelt.
Kristiansand war damit die erste norwegische Stadt, die nach Ende des Zweiten Welt-
7
kriegs einer deutschen Stadt die Hand zur Versöhnun g reichte. So ungezwungen und
spontan wie die ersten Kontakte verlaufen noch heut e viele Treffen, die mittlerweile
vor allem zwischen Schulen, Vereinen und in vielen privaten Freundschaften verein-
bart werden. Auch auf kulturellem und sozialem Gebi et gibt es vielfältige Verbindun-
gen.
3.2 Standortbestimmung
Offizielle Begegnungen
finden anlässlich von Jubiläen, aber auch bei geei gneten An-
lässen oder bei Bedarf spontan statt. In Jubiläumsj ahren übergeben sich beide Städte
Geschenke, die jungen Menschen zugute kommen. Seite ns der Stadt Münster ist dies
die Teilnahme für zwei Jugendliche am Sprachkurs „D eutsch lernen in Münster“, die
Stadt Kristiansand hat nun schon zum zweiten Mal Ju gendliche aus Münster zu einem
Segeltörn auf dem Schulschiff „Sørlandet“ eingelade n. Die Städte überreichten sich
zudem zum 40-jährigen Jubiläum ein Jahresstipendium für eine Studentin /einen Stu-
denten aus der Partnerstadt.
Die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Verwaltungen sind sehr eng
und unkompliziert. Viele Anfragen können „auf Zuruf“ erledigt werden. Die Stadt Kristi-
ansand hat einen ersten und einen zweiten Bürgermei ster sowie einen Stadtdirektor.
Bis Sommer 2007 waren die Städtepartnerschaften beim Stadtdirektor angesiedelt. Da
die zuständige Mitarbeiterin zum ersten Bürgermeist er wechselte, wurden die Städte-
partnerschaften dort angesiedelt.
In den letzten Jahren hat das Interesse an der Part nerschaft in der Stadtverwaltung
Kristiansand zugenommen. Ämter wenden sich gezielt mit Fachaustauschanliegen an
das Amt des Rates und des Oberbürgermeisters. In de r Regel gibt es jährlich einen
Fachaustausch
, Themen waren bisher Sinnesgärten, Radverkehr, Sch ule, Pressear-
beit Sport, Vermarktung der Stadt und Kultur..
Kooperationen auf bürgerschaftlichem Gebiet gibt es besonders im kulturellen, touris-
tischen und sportlichen Bereich. Die Vereine Blau-W eiß Aasee und DJK Marathon
sowie der Westfälische Volkstanzkreis pflegen gute kontinuierliche Kontakte nach
Kristiansand. Die Stadt Münster erhält regelmäßig A nfragen von Sportvereinen, die an
einem Austausch mit Sportvereinen aus Kristiansand interessiert sind. Noch gestaltet
sich die Vermittlung mühsam, es wurde aber versucht , beim Fachaustausch der
Sportämter Münster und Kristiansand Bewegung in die Sache zu bringen.
Der Schulaustausch
der Geistschule mit der Oddemarka Schule in Kristi ansand konn-
te nicht dauerhaft gesichert werden, es soll aber v ersucht werden, ihn in absehbarer
Zeit wieder aufleben zu lassen. Zudem sucht die wei terführende Tangen Skole aus
Kristiansand nach einer Partnerschule in Münster. E s besteht ein Kontakt zwischen
der Westf. Schule für Musik und der Musikschule Kri stiansand. Erstmalig verbringt ei-
ne Schülerin aus Kristiansand das Schuljahr 2007/20 08 ohne Anbindung an eine Aus-
tauschorganisation in Münster.
8
Trotz großem Interesse an Praktikum sstellen in Kristiansand gestaltet sich eine Ver-
mittlung schwierig, da norwegische Sprachkenntnisse erwünscht sind. Zwei Auszubil-
dende der Stadt Münster können aber in diesem Jahr ein Praktikum in der Tourist In-
formation in Kristiansand absolvieren. Anfragen aus Kristiansand gibt es bisher noch
nicht.
Der Besuch der Agder Hochschule Kristiansand Anfang Dezember 2005 führte zu den
gewünschten Vertragsunterzeichnungen mit der Westfä lischen Wilhelms-Universität
Münster. Ein erster Erfolg war, dass zum Winterseme ster 2006 ca. 10 Erasmusstu-
denten (Nordische Philologie, Germanistik) aus Müns ter zum Studium nach Kristian-
sand gingen. Bis dahin gab es in diesen Fachbereich en noch keinen Austausch. 2008
wird ein Lehrbeauftragter der Agder Universität (Universitätsstatus seit 2007) das Insti-
tut für Nordische Philologie der WWU Münster mit Vo rlesungen sowie ein gemeinsa-
mes Projekt mit der Stadt Münster unterstützen. Zum Wintersemester 2007/2008 be-
gannen ein Stipendiat aus Kristiansand und eine Sti pendiatin aus Münster ihr Studien-
jahr in der Partnerstadt (das Stipendium wurde anlä sslich des 40-jährigen Städtepart-
nerschaftsjubiläums vergeben).
Nachdem 2004 ein musiktherapeutisches Projekt zwisc hen der Band des Alexia-
nerkrankenhauses Münster und der Band „Sound of Hap piness“ Kristiansand (Men-
schen mit psychischen Behinderungen und Mehrfachbehinderungen) gestartet wurde,
entwickelte sich dieses zu einem Selbstläufer. Obwo hl die „Alexian Band“ einer Ein-
richtung angeschlossen ist, „Sound of Happiness“ aber eine freie Gruppe ist, sind die
Kontakte eng und regelmäßig. Im jährlichen Wechsel besuchen sich die Bands und
tauschen sich in Workshops aus. 2006 waren beide Ba nds zu einem Musikfestival für
Behindertenbands in Riga. Für 2009 planen die Bands ein internationales Musikfesti-
val in Münster, zu dem auch Bands aus den anderen P artnerstädten Münsters einge-
laden werden.
3.3 Bi- und multinationale Projekte seit 2003:
• 2003 nahmen fünf Ratsmitglieder und städtische Mit arbeiter an einer Fachtagung
zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderunge n in Kristiansand teil, vier
Teilnehmer aus Kristiansand kamen zur Fachtagung nach Münster.
• gestalteten drei Personen aus Kristiansand die Eck e der Partnerstädte auf der
Messe „Frühling, Blumen, Freizeit“ in der Halle Mün sterland mit und beteiligten
sich am Bühnenprogramm.
• 2004 nahm ein Künstler aus Kristiansand am interna tionalen Künstler-Workshop
von pArt96 teil.
• 2004 starteten 13 Mitglieder der Band „Sound of Ha ppiness“ aus Kristiansand ein
musiktherapeutisches Projekt mit der Alexian Band u nd beteiligten sich an der mu-
sikalische Gestaltung des Tages der Offenen Tür der Alexianer.
• 2005 nahmen zwei Zeitzeugen und vier Jugendliche a us Kristiansand an einer Be-
gegnung zwischen Generationen und Nationen zum 60. Jahrestag des Endes des
Zweiten Weltkrieges teil.
• 2004, 2006 und 2008 gestalteten drei bzw. vier Pe rsonen aus Kristiansand die
Ecke der Partnerstädte auf der Messe „Frühling, Blu men, Freizeit“ in der Halle
Münsterland mit, beteiligten sich am Bühnenprogramm und boten kulinarische
Spezialitäten aus ihrer Heimat an.
• 2007 nahm eine Künstlerin aus Kristiansand anlässl ich des Städtepartnerschafts-
jubiläums am Steinbildhauersymposium in Münster teil.
9
• Jedes Jahr beteiligen sich Jugendliche aus Kristia nsand am Jugendmediencamp
im Bennohaus.
3.4 Partnerschaftsverein
Nach Gründung des Partnerschaftsvereins Münster Kri stiansand in 2002 und des
Pendants in Kristiansand in 2003 hat die Bürgerscha ft ein gutes Kontaktforum gefun-
den. Es fanden bereits zwei Bürgerreisen nach Krist iansand und eine nach Münster
statt. Ein großes Projekt des Partnerschaftsvereins Münster-Kristiansand war der Film
„Two and Two“ über Erasmusstudenten aus Münster in Kristiansand und vice versa,
der anlässlich des Jubiläumsjahres 2007 produziert wurde. Weitere Projekte des Ver-
eins waren eine Fotoausstellung und eine norwegische Filmreihe im Cinema.
Da der stellvertretende Vorsitzende des Partnerscha ftsvereins Münster-Kristiansand
gleichzeitig Vorsitzender der Regionalgruppe Münste rland der Deutsch-Norwegischen
Freundschaftsgesellschaft ist, beteiligt sich diese regelmäßig auch an der Zusammen-
arbeit mit Kristiansand. Die Zahl der geförderten B ürgerbegegnungen
und -projekte ist
in den vergangenen Jahren gestiegen.
3.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Die Städtepartnerschaft ist sehr stabil, es ist als o davon auszugehen, dass auch der
Wechsel in der Politik aufgrund der Kommunalwahlen im September 2007 nichts dar-
an ändern wird. Themen für die Zukunft könnten Schü ler- und Praktikantenaustausch,
Jugendbegegnungen und Austausch in den Bereichen Kultur und Tourismus sein.
4. Monastir – Tunesien
Monastir liegt am Mittelmeer, genauer an der „Sonnenküste “ Tunesiens mit ihren wei-
ten Sandstränden. Die italienische Insel Sizilien i st von hier gerade einmal knapp 100
Kilometer entfernt. Im flachen Hinterland wird vor allem Getreide angebaut, weiter
westlich erheben sich die Ausläufer des Atlas-Gebirges.
Einwohner 70.000
Entfernung zu Münster ca. 1800 km,
Partnerstadt seit 1969
4.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Am 11. März 1969 unterschrieben die damaligen Stadt oberhäupter, Bechir Charmine
und Albrecht Beckel, in Münsters Rathaus die Partne rschaftsurkunde. Münsters vierte
Partnerstadt war die erste außerhalb Europas. Viell eicht war das ja der Grund dafür,
dass sich die Partnerschaft zunächst auf Delegation s- und Arbeitsbesuche sowie
Praktika bei der Stadt Münster beschränkte. Außerdem gab es einige wenige Kontakte
zwischen Schulen und Sportvereinen. Darüber hinaus wurden für den Ausbau der
Zahnmedizin und für die Einrichtung eines Kindergar tens in Monastir aus Münster
Sachspenden bereitgestellt. Deutlich lebendiger wurde die Partnerschaft im Anschluss
an die Woche der Partnerstädte in Münster 1993 und die Münstertage 1997 in Mo-
nastir. Auch präsentierte sich Monastir 1996 erstma ls auf der Messe „MS ‘96 “ in der
Halle Münsterland. Seitdem entwickelte sich ein reg er Austausch in Bereichen wie
Medizin, Wirtschaft und Kultur –hier vor allem in d er Musik. Auch viele private Kontak-
te entstanden auf diese Weise.
10
4.2 Standortbestimmung
In der besonderen Herausforderung zwei völlig unter schiedlicher Kulturkreise liegt der
Reiz dieser deutsch- tunesischen Städtepartnerschaf t, die in 2009 40 Jahre besteht.
Sie erfordern daher auch besondere Akzeptanz der be hördlichen Strukturen in Tune-
sien.
Die städtepartnerschaftlichen Beziehungen Münster - Monastir werden persönlich von
Herrn Bürgermeister Nejib Slama, der auch entsprech end der tunesischen Kommu-
nalverfassung „maire adjoint für die Internationale n Beziehungen der Stadt Monastir“
ist, koordiniert. Herr Bürgermeister Nejib Slama ge nießt nicht nur in dieser Funktion
einen ausgezeichneten Ruf in Stadt- und „region“ Mo nastir, so dass die Umsetzung
der städtepartnerschaftlichen Projekte in Monastir selber völlig problemlos verläuft.
Universitätskliniken
Monastir und Münster
Ein wichtiges Standbein der Städtepartnerschaft Münster- Monastir ist die Kooperation
zwischen den Universitätskliniken, besonders im Be reich der Kinderchirurgie und der
Zahnheilkunde, mit vielen Praktika für Ärzte und Fa chpersonal und dem Transfer von
Fachwissen. In 2006 konnte zwischen den Universität sklinken eine ständige Video-
konferenzschaltung aufgebaut werden.
Klima-
und Umweltschutz
Seit 2003 wurden Monastir zahlreiche ausgediente, aber durchaus noch voll funktions-
fähige Müllfahrzeuge zur Verfügung gestellt und darüber hinaus wichtige Beratungshil-
fen für den Aufbau einer Mülldeponie und Umweltschutzmaßnahmen gegeben.
Bürger-
und Vereinskontakte
Neben den klassischen Urlaubsfreundschaften konnten in den letzten Jahren verein-
zelt Austausche aufgebaut werden. Gerade mit dem tu nesischen Frauenverband, sec-
tion Monastir und der AMF laufen Kooperation in der Frauen– und Mädchenarbeit, die
aber, insbesondere auf münsteraner Seite auch eine Akzeptanz der unterschiedlichen
Kulturen erfordern. Darüber hinaus gibt es Austausc he zwischen Hotel- und Gaststät-
tenverbände, viele Schüler der Hotelschule Monastir konnten ein Praktikum in einem
Gastronomie- oder Hotelbetrieb in Münster machen.
Jugend
– und Schulaustausch
Im Jahr 2006 ist es erstmalig gelungen, ein Schüler austausch mit Familieunterbrin-
gung in Monastir durchzuführen. Der Gegenbesuch wir d voraussichtlich in diesem
Jahr stattfinden.
11
4.3 Bi- und nationale Projekte seit 2003
• In 2003 nahmen 2 Teilnehmer aus Monastir an der Fa chtagung „Menschen mit Behin-
derung“ teil
• 2004, 2006 und 2008 war Monastir mit einem Stand im Rahmen der Messe „Frühling,
Blumen, Freizeit“ in der Halle Münsterland vertreten und beteiligten sich am Rahmen-
programm.
• 2004 nahm ein Künstler aus Monastir an einem Künst lerworkshop von pArt 96 teil. Im
Gegenzug hat die Stadt Monastir in 2005 und 2006 ei gene Künstlerworkshops ange-
boten und auch Gäste aus den anderen Partnerstädten „ihrer“ Partnerstadt Münster
geladen
• 2005 nahmen zwei Zeitzeugen und zwei Jugendliche a us Monastir an einer Begeg-
nung zwischen Generationen und Nationen zum 60. Ja hrestag des Ende des zweiten
Weltkrieges teil
4.4 Partnerschaftsverein
Bedauerlicher Weise ist es seit der Gründung der Pa rtnerschaft nicht gelungen, in
Münster einen Partnerschaftsverein zu gründen. Glei chwohl dient die deutsch-
tunesische Gesellschaft als Kontaktstelle, die in Einzelfällen Hilfe leisten kann.
4.5 Ausblick auf die kommenden Jahre
Gestärkt durch die positiven Erfahrungen wird sich die Verwaltung bemühen, den Aus-
bau eines kontinuierlichen Schüler- und Jugendaust ausch weiterhin voranzutreiben
und gegebenenfalls zu unterstützen. Darüber hinaus sind auch die Kontakte auf dem
universitären Bereich weiter positiv zu begleiten.
5. Rishon LeZion/Israel
Rishon LeZion liegt am südöstlichen Rand des Ballun gsraums Tel Aviv, nicht weit von
der israelischen Mittelmeerküste entfernt. Die Nähe zu Tel Aviv und die zentrale Lage
im Land machen die Stadt zu einem Verkehrsknotenpun kt, der internationale Groß-
flughafen Ben Gurion ist nur 20 Autominuten entfernt.
Einwohner: 240.000
Entfernung zu Münster: ca. 3.100 km
Partnerstadt seit 1981
5.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Über die Partnerschaft
Die ersten Kontakte zu Rishon LeZion datieren aus 1 971 und haben ihre Wurzeln im
Sport. Doch erst 1981 wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet – ein deutliches
Zeichen dafür, dass solche offiziellen Bindungen zw ischen Deutschland und Israel
damals noch keine Selbstverständlichkeit waren. Inz wischen haben sich Freundschaf-
ten quer durch alle Altersgruppen der Menschen in b eiden Städten entwickelt, die sich
über eine Reihe von Jahren als äußerst stabil erwie sen haben. Alljährliche Gruppen-
reisen in beide Richtungen und Verbindungen von Münsters Gymnasien zu Schulen in
Rishon halten die Partnerschaft lebendig und aktuel l. Freud und Leid in Rishon wer-
den in Münster mit großer Anteilnahme verfolgt, es wird mitgefeiert, aber auch Hilfe
geleistet, wo es nötig und möglich ist. Umgekehrt stößt in der israelischen Partnerstadt
12
alles auf lebhaftes Interesse, was die Freunde in M ünster bewegt, ob es nun ganz fa-
miliäre Ereignisse oder bundesdeutsche Wahlen betri fft. In dieser Partnerschaft wirkt
der Gedanke an Toleranz und Versöhnung in besondere m Maße auch heute fort und
wird noch weitergetragen: 1992 entstand die Dreieck spartnerschaft Münster – Rishon
LeZion – Lublin.
5.2 Standortbestimmung
Die offiziellen Kontakte
(Bürgermeister zu Bürgermeister, sowie ehemalige B ürger-
meister) sind gut. Zwar ist die Geschichte schon la nge nicht mehr einzig prägendes
Element der Partnerschaft, aber auf dem politischen Parkett ist dennoch die besonde-
re Beziehung zu Israel spürbar. Durchschnittlich fa hren einmal jährlich Repräsentan-
ten aus Münster nach Rishon oder es reisen Rishoner Vertreter nach Münster, z. B.
40-jähriges Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Is-
rael, 25-jähriges Jubiläum der Städtepartnerschaft, 60-jähriges Bestehen des Staates
Israels, Woche der Brüderlichkeit.
Die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Verwaltungen
Rishon und
Münster sind sehr eng. Über die allgemeinen Kontakt e hinaus, kommt es immer wie-
der zu Fachbesuchen, u.a. informierte sich eine Gru ppe Mitarbeiter der Drogenbera-
tung Rishon 2006 bei Mitarbeitern der Stadt Münster , ein Architekt aus Rishon beim
Grünflächenamt über Parkplanungen etc. Dies sind jedoch eher Zufälligkeiten.
Des Weiteren erreichen die Stadt Münster immer wied er Anfragen von Sportvereinen
aus Rishon, die einen Partnerverein in Münster such en. Leider sind diese Kontakt-
wünsche nicht immer von Erfolg gekrönt (Rhythmische Sportgymnastik, Handball, Vol-
leyball, Basketball), da die münsterschen Sportvere ine aufgrund der politischen Situa-
tion im Nahen Osten immer wieder vor einer Reise na ch Rishon LeZion zurückschre-
cken. Umso erstaunlicher ist, dass das Interesse de r Bevölkerung an Rishon hoch ist
(hohe Rückmeldequote bei Feierlichkeiten oder Gastf amiliensuche). Noch immer hat
diese Städtepartnerschaft eine interessante „Brisanz“.
Ein kontinuierlicher Schüleraustausch
mit Rishon erscheint nahezu unmöglich, umso
erfreulicher ist es, dass der seit ca. 30 Jahren be stehende Kontakt zwischen der Frie-
densschule und der Karrari Highschool nach wie vor besteht. Allerdings besteht dieser
Kontakt vorwiegend aus Besuchen aus Rishon nach Mü nster (2006 Schülergruppe,
2007 Lehrerhospitationen). Geplante Besuche nach Ri shon mussten in den vergange-
nen 2 Jahren wegen der politischen Situation abgesagt werden.
Vereinskontakte
pflegen Rebel Dance Company, Evangelischer Kirchen kreis und die
Kath. Studierenden Hochschulgemeinde sowie der Arbe itskreis Ostviertel. Erfreulich
ist, dass die Zahl der Projekte in den letzten Jahr en gestiegen ist (Step by Step, Eine
Reise nach Jerusalem, Bäume für Rishon, Wer seid Ihr? etc.).
Zudem ist dank des geförderten Projektes „Wer seid Ihr“ ein weiterer Kontakt zwi-
schen dem Evangelischen Kirchenkreis bzw. Annette-G ymnasium und der Makef H
Highschool entstanden. Zweimal jährlich treffen sich Jugendliche aus den Städten und
arbeiten an verschiedenen Projektthemen (Wer seid Ihr? Überleben im dritten Reich).
13
Weitere Kontakte soll es zwischen dem Schillergymna sium und dem Gymnasium Gan
Nahum geben. Allerdings sind abgesehen von privaten Kontakten zwischen Lehrern
keine weiteren Maßnahmen bekannt.
5.3 Bi- und multinationale Projekte seit 2003
• 2004 nahmen zwei Künstler aus Rishon am Künstlerwo rkshop von pArt96 teil.
• 2005 nahmen zwei Holocaustüberlebende und zwei Jug endliche aus Rishon an ei-
ner Begegnung zwischen Generationen und Nationen zu m 60. Jahrestag des En-
des des Zweiten Weltkrieges teil.
• 2005: 4 Aufführungen der 2. Sinfonie von Mahler in Rishon (80 Sänger/innen aus
Münster und das Israel Symphony Orchestra Rishon).
• 2006 und 2008 gestalteten zwei Personen aus Rishon die Ecke der Partnerstädte
auf der Messe „Frühling, Blumen, Freizeit“ in der Halle Münsterland mit
• 2006 berichteten zwei Holocaustüberlebende über ih re Leiden im zweiten Welt-
krieg in 8 Schulen in Münster.
• 2006: KKL Projekt „Graslöwe“ – Zusammenarbeit zwis chen der Margaretengrund-
schule und der Nitzanim Grundschule
• 2006 nahm ein Künstler aus Münster am Bildhauersym posium in Rishon teil. Ein
Ergebnis davon war das Bildhauersymposium in Münster 2007.
• 2006: Projekt des evangelischen Kirchenkreises „We r seid Ihr?“, Projekt der
Deutsch-israelischen Gesellschaft „Bäume für Rishon “. Projekt „Reise nach Jeru-
salem“, Projekt „Zeitreise“.
• 2007: Vorbereitungen für den Besuch des Israel Sym phony Orchestras in Münster
– leider abgesagt von israelischer Seite.
• Jährlich nehmen zwischen 6 – 10 Jugendliche aus Ri shon am Youth4Media Camp
des Arbeitskreises Ostviertel teil.
5.4 Partnerschaftsverein
In Münster kümmern sich zwei Vereine/Gesellschaften um die Kontakte nach Rishon.
Insbesondere ist dies der Förderverein „Freunde für Rishon“. Da in Rishon in den letz-
ten drei Jahren ein neues Sister Cities Committee a ufgebaut wurde, haben sich die
Kontakte des Fördervereins positiv entwickelt. In den vergangenen drei Jahren wurden
von beiden Seiten Bürgerreisen organisiert. Aufgrund der Veränderungen in der Stadt-
verwaltung Rishon ist es wichtig, den Kontakt zum S ister Cities Committee weiter aus
zu bauen. Erfreulicherweise konnten einige jüngere Mitglieder über die Aktivitäten des
Vereins „Musikprojekte Münster – Rishon“ gewonnen werden. Im Jahr 2006 wurde der
Verein „Musikprojekte Münster – Rishon“ gegründet, um den Besuch des Israel Sym-
phony Orchestras Rishon vorzubereiten. 2007 konnte der Besuch nicht stattfinden.
Der Verein zeichnet sich durch engagierte Mitgliede r aus, die im Moment die Möglich-
keiten eines Besuches des Symphony Orchestras in 2009 prüfen.
5.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre:
Vieles ist abhängig von der Entwicklung der politis chen Situation im Nahen Osten.
Aufgrund der Unwägbarkeiten ist davon auszugehen, d ass die Partnerschaft auf dem
14
bestehenden Niveau bleibt. Fest steht jedoch, dass die Städtepartnerschaft auch in
den kommenden Jahrzehnten einen hohen symbolischen Wert besitzen wird und die
Partnerschaft Rishon – Münster zwischen den Stadtve rwaltungen einer sehr intensi-
ven Koordination bedarf.
6. Fresno – USA/Kalifornien
Lage: Fresno liegt im San Joaquin-Tal in der Mitte des US-Bundesstaates Kalifornien,
etwa 200 km von der Pazifikküste entfernt. Fresno i st eine typische amerikanische
Stadt, die von Orangenplantagen umgeben ist.
Einwohner: 427.700
Entfernung zu Münster: ca. 11.500 km
Partnerstadt seit 1986
6.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Die ersten Kontakte mit Fresno kamen Anfang der 80e r Jahre durch das Generalkon-
sulat der Bundesrepublik in San Francisco zustande. An der ursprünglichen Idee, mit
dieser Städtepartnerschaft vor allem den Jugendaust ausch zu fördern, hat sich bis
heute nichts geändert. So gibt es beispielsweise me hrere Partnerschaften zwischen
Schulen in beiden Städten mit regelmäßigem Schülera ustausch. Die Organisation die-
ser Partnerschaft orientiert sich vor allem am amer ikanischen Verständnis von Staat
und Gesellschaft, wonach meist ehrenamtliche Bürger gruppen mit solchen Aufgaben
betraut sind. 1983 entstand in Fresno das „Sisters Cities Commitee “. In Münster ü-
bernahm man diese Idee und gründete ein Jahr später ein Partnerschaftskomitee. Im
Juli 1986 wurde die Partnerschaft offiziell in Müns ters Rathaus besiegelt. Neben dem
Jugendaustausch gibt es außerdem Kontakte in den Bereichen Sport und Musik sowie
zwischen den Universitäten und Fachhochschulen.
6.2 Standortbestimmung
Einen Kontakt zwischen Ämtern und Einrichtungen der Stadt Fresno und der Stadt
Münster gibt es nicht. Die Stadt Fresno hatte – abg esehen von der erneuten Mitglied-
schaft im Sister Cities International – kein Intere sse an der Partnerschaft gezeigt. Es
besteht aber die Hoffnung, dass der im Juni neugewä hlte Bürgermeister mehr Interes-
se zeigt als der bisherige Bürgermeister Alan Autry.
Selbst nachdem vier Praktikanten für die Stadt Fres no gearbeitet haben, und dadurch
kurzfristig ein Austausch möglich schien, führte di es nicht zu einer dauerhaften Zu-
sammenarbeit der Verwaltungen der beiden Städte. Di e Partnerschaft wird auf ameri-
kanischer Seite ausschließlich vom Sister Cities Co mmittee Münster (5 Personen) be-
treut. Fast alle Mitglieder des Committees sind über 65 Jahre alt.
Trotz allem konnten in den letzten Jahren die bestehenden Kontakte gepflegt bzw. neu
belebt werden.
15
2005 gastierte der Chor der Sunnyside Highschool in Münster und lernte dabei den
Chor des Paulinums kennen. Seitdem stehen die Leite r in unregelmäßigem Kontakt,
für nächstes Jahr ist ein Gegenbesuch geplant.
2005 gelang es, einen Besuch der Big Band der Westf älischen Schule für Musik in
Fresno zu organisieren, zwar war der Besuch erfolgr eich und hat die Städtepartner-
schaft auch in Fresno bekannter gemacht, aber es ze igte sich deutlich, dass es in
Fresno zu wenig Unterstützung gibt. Gleichzeitig re iste Dr. Tillmann (anlässlich des
15-jährigen Bestehens der Partnerschaft) nach Fresno.
2007 wurden erstmalig Kontakte zwischen der Fresno State Police und der Internatio-
nal Police Association geknüpft. Was vielverspreche nd begann, beschränkt sich mitt-
lerweile jedoch auf private Kontakte.
Zudem bemüht sich die Deutsch-Amerikanische Gesells chaft um die Kontakte nach
Fresno. Allerdings geschieht dies fast ausschließli ch auf privater Ebene. Insgesamt
gibt es recht viele private (individuelle) Kontakte , gebündelte/organisierte Kontakte
sind eher gering.
6.3 Multinationale und bilaterale Projekte seit 200 3
2004, 2006 sowie 2008 gestalteten zwei Personen aus Fresno, aus privatem Enga-
gement heraus, die Ecke der Partnerstädte auf der M esse „Frühling, Blumen, Freizeit“
in der Halle Münsterland mit.
6.4 Partnerschaftsverein
Der Jugendaustausch des Vereins zur Förderung des J ugendaustausches führt nach
wie vor den von Münsteranern sehr beliebten Jugenda ustausch durch (4 Wochen
Schule in Fresno, 2 Wochen Rundreise durch Kaliforn ien). Zudem hat sich eine Bür-
gerreise von Münster nach Fresno (ca. 8 Personen) sowie die Reise vereinzelter Gast-
familien aus Fresno nach Münster etabliert. Diese K ontakte sind stabil. Der Verein zur
Förderung des Jugendaustausches, aktiv unterstützt von der Stadt Münster, bemüht
sich zudem um einen Sportaustausch.
6.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Hauptmotor der Städtepartnerschaftsarbeit auf der Seite von Fresno ist Norman Bitter.
Zwischen ihm und dem Amt des Rates und des Oberbürg ermeisters kommt es regel-
mäßig zum Austausch von Informationen und Anfragen. Zudem kommt es immer wie-
der zu Kontakten einzelner Gruppen. Eine kontinuierliche Partnerschaftsarbeit wird nur
vom Verein zur Förderung des Jugendaustausches zwis chen Fresno und Münster ge-
leistet.
Ein erhöhtes Interesse der Stadtverwaltung Fresno w ar unter dem Bürgermeister Alan
Autry nicht zu erwarten, allerdings wurde im Juni 2 008 in Fresno neu gewählt. Es
bleibt abzuwarten, ob der neue Bürgermeister „inter nationale Zusammenarbeit“ höher
bewertet als der Bisherige. Abgesehen davon wird si ch in den nächsten Jahren zei-
gen, ob es gelingt, das Partnerschaftskommittee in Fresno zu verjüngen (es werden
vielfältige Anstrengungen unternommen) und somit ne uen Wind in die Partnerschaft
zu bekommen
16
7. Rjasan
Lage: Rjasan liegt am Ufer der Oka, etwa 200 Kilome ter südöstlich der russischen
Hauptstadt Moskau. Das Umland wird überwiegend land wirtschaftlich genutzt und ist
von großen Eichen- und Kiefernwäldern des Naturschu tzgebietes „Meschtschera “
umgeben, durch das auch die Oka fließt.
Einwohner: 532.000
Entfernung zu Münster: ca. 2.000 km
Partnerstadt seit 1989
7.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Es war ein langer Weg, bis die Städtepartnerschaft zwischen Rjasan und Münster zu-
stande kam. Die ersten Kontakte gehen auf den Anfan g der 80er Jahre zurück, doch
erst mit dem politischen Umbruch im ehemaligen Ostb lock kamen die Bemühungen
voran, so dass die Partnerschaft 1989 endlich besie gelt werden konnte. Die Bezie-
hungen standen zunächst vor allem im Zeichen der hu manitären Hilfe. Die Menschen
in Münster organisieren regelmäßig Hilfsaktionen, d urch die in Rjasan schon etliche
Projekt realisiert werden konnten. So entstand dort 1991 ein soziales Zentrum mit
Großküche, Café, Kleiderkammer und einer Apotheke m it ärztlicher Versorgung. Be-
hinderte und alte Menschen wurden durch Pflegediens te oder Essen auf Rädern über
das Zentrum versorgt. Immer wieder starteten Pakett ransporte mit Kleidung und Din-
gen des täglichen Lebens nach Rjasan. Heute besteht die humanitäre Hilfe vorwie-
gend aus Geldspenden, die münsteraner Bürgerinnen u nd Bürgern direkt für Bürge-
rinnen und Bürger aus Rjasan überweisen.
7.2 Standortbestimmung
Diese deutsch- russische Städtepartnerschaft erlebt e im Jahr 2004 durch festgestellte
und nachgewiesene Korruptionsvorfälle und Bereichun gen durch die 1. Direktorin des
Sozialen Zentrums der humanitären Hilfe Rjasan, wel ches von Münsteraner Bür-
gern/innen, den Westfälischen Nachrichten und Münst eraner Firmen aufgebaut wor-
den war, einen Einbruch. Diese Korruptionsfälle tangierten auch Teile der Stadtverwal-
tung Rjasan und der Oblastverwaltung Rjasan. In de r Folge wurden auf Rjasaner Sei-
te viele Entlassungen vorgenommen. Da das soziale Zentrum Rjasan nicht nur als An-
lauf- und Beratungsstelle für die Rjasaner Bürger fungierte, sondern auch das Zentrum
für die gesamten städtepartnerschaftlichen Aktivitä ten Münster- Rjasan (vom Überset-
zungsbüro bis zu Veranstaltungen) in Rjasan war, br ach auch diese Arbeit weitestge-
hend zusammen.
Aufgrund dieser Vorfälle hat der neu gewählte Oberbürgermeister der Stadt Rjasan die
Aufgabe der Pflege der städtepartnerschaftlichen Beziehungen direkt in seinem Sekre-
tariat angesiedelt. In einigen Räumen des ehemalige n Sozialen Zentrums wurde der
neu gegründete Sozial- und Städtepartnerschaftsfond s Rjasan eingerichtet, der zum
einen die städtepartnerschaftlichen Kontakte pflegt , aber zum anderen auch eine re-
duzierte humanitäre Hilfe Rjasan anbietet. Aufgrund der neu geschaffenen Strukturen
wird nunmehr die Betreuung von älteren Menschen in Rjasan sowie der Opfern des
Nationalsozialismus garantiert. Unter Mithilfe des Amtes des Rates und des Oberbür-
germeisters in Münster ist es gelungen, Förderungsm ittel vom Zukunftsfonds der Bun-
desrepublik Deutschland für die notwendige Aufbauarbeit zu bekommen.
17
Offizielle Delegationsbesuche
Auf bürgerschaftlicher Ebene blieb der Kontakt nach Rjasan ständig bestehen, auf of-
fizieller Seite wurde zwar versucht den Kontakt auf recht zu erhalten, da die Stadt
Münster im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster und der Stadt
Rjasan an der nachhaltigen Aufklärung der Korruptio nsfälle interessiert war, aber dies
gestaltete sich recht schwierig. Hervorzuheben ist, dass der bis Sommer 2008 gewähl-
te Oberbürgermeister der Stadt Rjasan, Semjon Saso rnow, im November 2006 seine
zweite Deutschlandreise in die Partnerstadt Münster durchführte. Neben Fachgesprä-
chen mit der Stadtverwaltung, der Handwerkskammer M ünster, dem Förderverein
Münster- Rjasan, standen auch intensive Gespräche m it Herrn Oberbürgermeister Dr.
Berthold Tillmann auf dem Programm.
Bürger-
und Vereinskontakte
Auch auf das bürgerschaftlich Engagement und die Ve reinskontakte mit Münster ha-
ben sich die Korruptionsfälle in Rjasan ausgewirkt. Hier musste erst wieder neues Ver-
trauen geweckt oder altes zurück gewonnen werden. U mso erfreulicher ist es, dass
trotz der Vorfälle jährlich Bürgerreisen von und na ch Rjasan durchgeführt werden
konnten. Zudem koordiniert der Förderverein Münster Rjasan eine Vielzahl von bür-
gerschaftlichen Kontakten.
Kontakte
zwischen den Universitäten Münster und Rjasan
Gerade der beständige Kontakt und die kontinuierlic he Aufbauarbeit des Institutes für
Politikwissenschaften der Universität Münster haben dazu geführt, das in 2006 die e-
hemalige päd. Hochschule Rjasan durch den Erlass d es russischen Staatspräsiden-
ten Putin zur Volluniversität anerkannt worden ist. Mit der Unterstützung der Volkswa-
genstiftung finden dadurch regelmäßige Praktika und Gaststudienaufenthalte in Rja-
san und Münster statt, die auch für russlanddeutsch e Studenten aus Münster immer
interessanter werden.
Darüber hinaus gibt es enge Beziehungen zwischen de n Friseurinnungen Münsters
und Rjasans sowie Überlegungen für einen gemeinsame n Aufbau eines Handwerks-
kammerbildungszentrum nach dem Modell von Kostroma in Rjasan. Auf Verwaltungs-
ebene konnten gute Arbeitsbeziehungen zwischen den Stadtverwaltungen Rjasan und
Münster im Bereich der Schulpsychologie aufgebaut werden.
7.3 Bi - und multinationale Projekte seit 2003
• In 2004 nahmen zwei Künstler aus Rjasan an einem K ünstlerworkshop von pArt 96
teil
• In 2005 nahmen zwei Zeitzeugen und zwei Jugendlich e aus Rjasan an einer Be-
gegnung zwischen Generationen und Nationen zum 60. Geburtstag des Ende des
zweiten Weltkrieges teil
18
7.4 Partnerschaftsverein
Die Städtepartnerschaft Münster- Rjasan war von Anf ang an von einem sehr starken
bürgerschaftlichen Engagement im Bereich der humani tären Hilfe Rjasan geprägt,
welches sich auch deutlich in der Vereinsarbeit des Förderverein Münster- Rjasan wi-
derspiegelte.
Der 1991 gegründete Förderverein Münster- Rjasan, d er viele Vereinsaktivitäten mit
dem ehemaligen Sozialen Zentrum Rjasan lancierte, m usste nach dessen Zusam-
menbruch die gesamte Vereinsarbeit umstellen. Statt der Hilfsgütersendungen nach
Rjasan, wurde eine vierteljährliche Überweisungsakt ion für bedürftige Familien nach
Rjasan initiiert und behutsam aufgebaut. Daneben ha t der Förderverein Münster-
Rjasan die Projektarbeit mit neuen Partnern in Rjas an deutlich ausgebaut und auch
einen Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten mit der B ehindertenarbeit im Rahmen der
Städtepartnerschaft Münster- Rjasan gesetzt. Ebens o konnten die guten Vereinskon-
takte zur Gorki-Bibliothek in Rjasan weiter ausgebaut werden.
.
7.5 Ausblick auf die kommen Jahre drei Jahre
Der Ausbau der Städtepartnerschaft Münster- Rjasan sollte behutsam und äußerst
sensibel, mit allen Partnern in Rjasan und Münster weiterentwickelt werden. Es gilt vor
allem wieder Vertrauen auf sämtlichen Arbeitsebenen zu schaffen.
Als einen ersten Schritt müsste Kontakt zur neuen S tadtspitze in Rjasan aufgenom-
men werden. Auf der Bürgerreise 2008 hat Ratsherr G ünter Schulze Blasum bereits
eine Einladung für 2009 an den Ausschussvorsitzende n für Städtepartnerschaften
ausgesprochen. Zudem wird 2009 das 20jährige Bestehen der Städtepartnerschaft ge-
feiert.
8. Mühlhausen - Deutschland
Mühlhausen/Deutschland liegt zwischen Harz und Thüringer Wald. Mühlhausen gilt als
wahres Schmuckstück unter Deutschlands historischen Städten, da hier bauliche Stil-
richtungen aus 800 Jahren erkennbar sind. Gerade ei nmal sechs Kilometer südlich
von Mühlhausen befindet sich der geographische Mittelpunkt Deutschlands.
Einwohner: 38 350
Entfernung zu Münster: ca. 300 km
Partnerstadt: seit 1990
Über die Partnerschaft
8.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Diese Partnerschaft verdankt ihr Entstehen einem Te il der jüngeren Geschichte
Deutschlands. Schon in den 80er Jahren hatte sich M ünster um Beziehungen zu einer
Stadt in der damaligen DDR bemüht. Doch erst als da s in Folge des Zweiten Welt-
kriegs geteilte Deutschland wieder zusammenwuchs, e rst als sich die deutsch-
deutsche Grenze öffnete, konnte 1990 der Partnersch aftsvertrag zwischen Mühlhau-
sen und Münster unterzeichnet werden, der erste zwi schen zwei deutschen Städten
mit frei gewählten Kommunalparlamenten. Die Freunds chaft startete mit einer umfas-
senden Verwaltungshilfe über vier Jahre. Parallel d azu gab und gibt es zahlreiche Be-
gegnungen zwischen Organisationen, Vereinen und Ver bänden: Schulklassen haben
das Schul- und Stadtleben mit gemeinsamen Projekten bereichert; Chöre und Musik-
19
ensembles, Künstler und Kunstinteressierte, Bäckerm eister, Sportbegeisterte, Eisen-
bahnfans sowie Kirmes- und Karnevalsanhänger – um n ur einige herauszugreifen –
erfüllen die Partnerschaft mit Leben.
8.2 Standortbestimmung
Der Kontakt zu Ämtern und Einrichtungen der Stadt Mühlhausen ist in den letzten Jah-
ren wesentlich unkomplizierter geworden. Die Zustän digkeit für die Städtefreundschaft
ist im Hauptamt und z. T. im Kulturamt der Stadt Mü hlhausen angesiedelt. Zwischen
den Verwaltungseinheiten und den Mitarbeiterinnen i m Amt des Rates und des Ober-
bürgermeister besteht ein regelmäßiger Kontakt, sod ass Projekte und Austausche
auch von Bürgergruppen in der Regel zeitnahe koordiniert werden können.
Offizielle Begegnungen
gibt es anlässlich von Jubiläen. Die Stadt Mühlaus en lädt zu-
dem noch jedes Jahr Vertreter von Rat und Verwaltun g des Stadt Münster zur Mühl-
häuser Stadtkirmes ein.
Die Bandbreite der geförderten Bürgerbegegnungen
erstreckt sich vom Bäckerhand-
werk über Sport und Musik bis hin zu Karneval.
Aber auch Begegnungen ohne städtische Förderungen ( z.B. Rotary, CDU) sind
Standbeine der freundschaftlichen Beziehungen. Dire kten Kontakt nach Mühlhausen
haben u. a. die Westf. Schule für Musik, das Schill ergymnasium, die Martin-Luther-
Kirche und der Deutsche Frauenring.
Innerhalb der Städtepartnerschaft Münster-Mühlhause n unterhält der Löschzug Nien-
berge der Freiwilligen Feuerwehr Münster seit 1991 intensive Kontakte zur Feuerwehr
Mühlhausen.
Jährliche Besuche und Gegenbesuche sind die Regel.
8.3 Multinationale Projekte seit 2003:
• 2003 nahmen drei Teilnehmer aus Mühlhausen an eine r Fachtagung zum Europäi-
schen Jahr der Menschen mit Behinderungen in Münster teil.
• 2004, 2006 und 2008 gestalteten jeweils drei Perso nen aus Mühlhausen die Ecke
der Partnerstädte auf der Messe „Frühling, Blumen, Freizeit“ in der Halle Münster-
land mit und beteiligten sich am Rahmenprogramm.
• 2005 nahmen eine Zeitzeugin und vier Jugendliche a us Mühlhausen an einer Be-
gegnung zwischen Generationen und Nationen zum 60. Jahrestag des Endes des
Zweiten Weltkrieges teil.
8.4 Partnerschaftsverein
Den wohl intensivsten Austausch mit Mühlhausen pfle gt der Verein Freunde Mühlhau-
sens e.V., der durch reges Spendensammeln zahlreich e Projekte in Mühlhausen er-
möglicht hat (z.B. Gestaltung eines Partnerschaftsm onumentes mit zwei Findlingen
aus dem Münsterland, Übergabe eines Bildfensters „M ontagsgebete“ an die Martini-
gemeinde Mühlhausen, Gestaltung von zwei Schautafel n für das Tilesius-Gymnasium
Mühlhausen, Übergabe von zwei Bronzeplaketten - Eri nnerung an das verloren ge-
20
gangene Stadtsiegel - an die Stadt Mühlhausen). Die Freunde Mühlhausens nehmen
jährlich mit einer großen Gruppe an der Mühlhäuser Stadtkirmes teil.
8.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Der Motor dieser Städtepartnerschaft ist der Verein der „Freunde Mühlhausens“. In gilt
es in den kommenden Jahren bei seinen Bemühungen, a uch jüngere Mitglieder für
den Verein zu gewinnen zu unterstützen, den die Alt ersstruktur des Vereins lässt be-
fürchten, dass eine Weiterführung der Vereinarbeit im derzeitigen Umfang, gefährdet
ist. Hier sollte insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Verein nach Möglichkeiten
gesucht werden, bei den vielen Sport- und Musik- un d Vereinskontakte Menschen für
die Mitarbeit im Verein „Freunde Mühlhausens“ zu gewinnen.
9. Lublin – Polen
Lage: Lublin liegt südöstlich der polnischen Haupts tadt Warschau in der von Flüssen
durchzogenen Lubliner Hochebene. Die Stadt ist kein e 100 Kilometer von den Gren-
zen zur Ukraine und zu Weißrussland entfernt und be findet sich damit im Übergangs-
bereich von Mittel- zu Osteuropa. Ihr Umland ist ge prägt von fruchtbaren Wiesen und
Feldern und wird dementsprechend vor allem landwirtschaftlich genutzt.
Einwohner 368.000
Entfernung zu Münster ca. 1000 km
Partnerstadt seit 1991
9.1 Begründung der Städtepartnerschaft
Die ersten Kontakte mit Lublin kommen über das Inst itut für Christliche Sozialwissen-
schaften der Universität in Münster zustande, das s eit Anfang der 70er Jahre mit der
Katholischen Universität Lublin zusammenarbeitet. 1 991 wird die Städtepartnerschaft
zwischen Lublin und Münster offiziell. Seither habe n sich die Verbindungen auf viele
Bereiche ausgeweitet. Münsters Schulen nehmen Konta kt zu Schulen in Lublin auf,
Kirchengemeinden gründen Partnerschaften, Künstler, Sportler und Medienvertreter
besuchen regelmäßig die Partnerstadt. Auch zwischen den Verwaltungen beider Städ-
te gibt es einen regelmäßigen Austausch, nicht zu v ergessen die vielen privaten Kon-
takte. 1992 wird daraus sogar eine zweite Dreiecksp artnerschaft: Ähnlich wie Münster
und Kristiansand in den 60er Jahren in Orléans zuei nander fanden, so wird Lublin nun
Partnerstadt von Rishon LeZion.
9.2 Standortbestimmung
Die städtepartnerschaftlichen Beziehungen Münster - Lublin haben eine erfreuliche
Eigendynamik entwickelt und sind im Jahr 2003 als b este deutsch - polnische Städte-
partnerschaft vom Botschafter der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland
ausgezeichnet worden.
Lublin verfügt über 13 Partnerstädte, davon mit Del menhorst und Münster zwei deut-
sche. Diese genießen in Lublin einen hohen Stellenw ert und sind in der Stadtverwal-
tung Lublin, direkt im Amt des Stadtpräsidenten der Stadt Lublin angesiedelt.
21
Die Ansprechpartnerin im Amt des Stadtpräsidenten d er Stadt Lublin für die städte-
partnerschaftlichen Beziehungen zu Delmenhorst und Münster übt diese Tätigkeit be-
reits über 13 Jahren aus.
Entsprechend der Idee und der Intention dieser deu tsch- polnischen Städtepartner-
schaft, die auch in eine Dreieckspartnerschaft, weg en der besonderen jüdischen Ver-
gangenheit Lublins, eingebunden ist, dominieren di ese nachstehend aufgeführten Ar-
beitsbereiche:
Offizielle Delegationsbesuche finden fast jährlich mit Besuchen und Gegenbesuchen
zu den unterschiedlichsten Anlässen statt und hatte n ausgewählte Themenschwer-
punkte.
Schul- und Hochschulaustausch
Während es im Hochschulbereich aufgrund der gleiche n Strukturen in Lublin und
Münster „anspruchsvolle“ und fundierte Kontakte gibt, liegt im Bereich der klassischen
Schulaustausches im Rahmen einer Schulpartnerschaft noch ein deutlicher Nachfra-
gebedarf von Lublin gegenüber Münster, den die deut sche Partnerstadt noch nicht im
vollen Umfang umsetzen konnte.
Dagegen gibt es gute Schulpartnerschaften des Anne Frank Berufskollegs Münster,
der Hansa Schule Münster mit den Lubliner Wirtschaftsschulen
Verwaltungskontakte
Zur Feuerwehr Lublin bestehen Kontakte im Rahmen d er Jugendfeuerwehrarbeit. In
den Jahren 2001/2002 gab es Besuche und Gegenbesuch e. Für 2008 ist ein erneuter
Besuch der Jugendfeuerwehr Münster in Lublin geplan t. Die Finanzierung erfolgt zum
Teil aus Mitteln der deutsch-polnischen Jugendförde rung, aus Fördermitteln der Ju-
gendfeuerwehr und durch Eigenbeträge.
Daneben signalisieren auch die Fachaustausche zwisc hen den Kommunalverwaltun-
gen Lublin und Münster im Bereich Aufbau von Bürger ämtern als Servicestellen, mo-
derne Energietechnologien und dem Aufbau eines Flu ghafens in Lublin ein europäi-
sches Miteinander im Rahmen dieser Städtepartnerschaft.
Darüber hinaus gibt es gegenseitige Hospitationen und Praktika der Schulpsychologi-
schen Beratungsstelle mit der katholischen Universität Lublin, Fachbereich Pädagogik.
Schwierig gestaltet sich nach wie vor der Aufbau vo n Wirtschaftskontakten. Viele An-
läufe wurden in Zusammenarbeit mit der IHK Münster und der Wirtschaftsförderung
Münster bereits unternommen, scheiterten aber häufi g an der schlechten verkehrli-
chen Infrastruktur von Warschau nach Lublin. Dies s oll eben durch den geplanten
Flughafenbau behoben werden.
Kontakte gab es auch zwischen dem Bistum und den Ki rchen/Pfarrgemeinden in
Münster und Lublin, die beide vergleichbaren Grunds trukturen aufweisen. Besonders
hervorzuheben ist hier neben den klassischen Bezieh ungen, beispielsweise das ge-
meinsame Projekt der St. Ida Pfarrgemeinde Münster und der St. Marien Dabrowica,
in Kooperation mit dem Bistum Münster, der Bezirksr egierung Münster, der Stadtver-
22
waltung Münster und den Partner in Lublin zu den Th emenangeboten Kirche und
Glaube in einem vereinten Europa.
In Zusammenarbeit mit der Kath. Polnischen Mission in Münster ist es gelungen, im
Bereich der Nephrologie einen Austausch von Fachwis sen und Technologien in den
letzten drei Jahren mit Fachpraktika anzubieten. Hi er engagieren sich im besonderen
Maße Ärzte und Fachkliniken aus Münster.
9.3 Bi- und multinationale Projekte seit 2003
• 2003 nahmen 5 Teilnehmer aus Lublin an der Fachtag ung „Menschen mit Behin-
derungen“ in Münster teil
• 2004, 2006 und 2008 war Lublin beständiger Teilneh mer mit einem Stand im Rah-
men der Messe „Frühling, Blumen, Freizeit „ in der Halle Münsterland.
• 2004 nahmen zwei Künstler aus Lublin an einem Küns tlerworkshop von pArt 96 teil
• 2005 nahmen zwei Zeitzeugen und zwei Jugendliche a us Lublin an einer Begeg-
nung zwischen Generationen und Nationen zum 60. Jah restag des Ende des zwei-
ten Weltkrieges teil.
• Jugendliche aus Lublin beteiligen sich jährlich am Youth4Media Camp im Benno-
haus
9.4 Partnerschaftsverein
Gerade der Vereinsaustausch mit einem intensiven bü rgerschaftlichen Kontakt hat in
den letzten drei Jahren weiter zugenommen. Neben dem Förderverein Münster- Lublin
hat sich durch die Städtepartnerschaft Münster- Lub lin eine Deutsch-polnische Ju-
gendakademie Münster e.V. gebildet, die auch gleich zeitig Nebenstelle des Deutsch-
Polnischen Jugendwerkes ist, und viele Jugendbegegn ungen zwischen Münster-
Lublin; Lublin – Münster durchführen. Während die D eutsch-polnische Jugendakade-
mie sehr stark mit einer Jugendorganisation, der No wy Staw Stiftung kooperiert, muss
bezogen auf die klassischen Bürgerkontakte noch ein Förderverein Lublin – Münster in
Lublin wieder aufgebaut werden. Ein festes Standbei n bilden die jährlichen Bürgerrei-
sen von- und nach Lublin.
9.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Lublin und Münster sollten ihre Chancen nutzen und gemeinsam europäische Begeg-
nungsprojekte nach den strengen Förderkriterien der Europäischen Gemeinschaft initi-
ieren und ihre gemeinsamen Erfahrungen für ein gut es deutsch- polnisches Miteinan-
der in einem vereinten Europa im Rahmen dieser Städ tepartnerschaft nutzen. Hier gilt
es insbesondere die Vereine in Münster in Ihrer Arb eit zu unterstützen sich zu bemü-
hen, Förderquellen für gemeinsame Projekte auf deut scher oder europäischer Ebene
zu erschließen.
23
10.0 Braniewo
Stadt - und Kreis Braniewo, das frühere Braunsberg, liegen im äußersten Nordosten
von Polen. Die ehemalige kulturelle und geistige Ho chburg des Ermlandes in Ost-
preußen befindet sich heute in einer aufstrebenden Region direkt an der russischen
und ukrainischen Grenze
Die Stadt ist eingebettet in eine wunderschöne ostpreußische Bilderbuchlandschaft di-
rekt am Haff an der polnischen Ostseeküste
Einwohner: 37980
Entfernung zu Münster: 1379 km
Patenschaft: seit 1954
10.1 Begründung der Patenschaft
Schon lange bevor es zu einem offiziellen Patenscha ftsabkommen zu Stadt- und
Kreis Braniewo kam, gab es schon im ersten Weltkrie g zwischen 1914 bis 1916 mit
der sog. Kriegspatenschaft und der Ostpreußenhilfe finanzielle Zuwendungen der
Stadt Münster. Am 24.05.1954 beschloss der Rat der Stadt Münster die Patenschaft
über Stadt- und Kreis Braniewo.
Intention dieser Patenschaft war es zunächst, den a us ihrer Heimat vertriebenen
Braunsbergern/innen einen Sammelpunkt menschlicher und kultureller Gemeinschaft
in Münster zu geben bzw. von Münster aus Verbindung en und Beziehungen zu den
vertriebenen Braunsbergern/innen aufzubauen und zu pflegen.
Die besondere Beziehung zu Münster und Stadt/Kreis Braniewo resultiert darauf, dass
beide Kommunen dem Städtebund der Hanse angehörten und beide Städte ihre Ver-
treter/innen zu den Hansetagen in Lübeck entsandten.
10.2 Standortbestimmung
Die patenschaftlichen Beziehungen werden zum Teil durch die Kreisgemeinschaft
Braunsberg e.V. gestaltet. Neben dem Aufbau einer H eimatdatei der vertriebenen e-
hemaligen Braunsberger/innen, findet alljährlich in der Patenstadt Münster das sog.
Kreisgemeinschaftstreffen aller in der Bundesrepubl ik lebenden ehemaligen Brauns-
bergern/innen mit ihren Kindern und Enkelkindern statt. Desweiteren werden durch die
Kreisgemeinschaft Braunsberg e.V. Bürgerreisen nach Braniewo angeboten.
Mit Unterstützung der Kreisgemeinschaft Braunsberg e.V. ist es gelungen, seit 1991
eine Städtefreundschaft zu Braniewo im Rahmen diese r Patenschaft zu Kreis- und
Stadt Braniewo aufzubauen.
Diese Städtefreundschaft zeichnet sich durch gegens eitige Delegations- und Arbeits-
besuche zwischen den Kommunalverwaltungen, den Schüler – und Jugendaustausch,
sowie Praktika und Hospitationsprogrammen aus.
10.3 Besondere Aktivitäten
Besonders im Bereich des Schüler- und Jugendaustaus ches wurden Aktivitäten mit
unterschiedlichen Themenfeldern mit dem Gymnasium Paulinum und dem Geschwis-
ter Scholl Gymnasium in Münster mit dem Hosianum Braniewo aufgebaut.
24
10.4 Partnerschaftsverein
Einen klassischen Partnerschaftsverein gibt es in d en Beziehungen Braniewo –
Münster nicht. Teilweise werden diese Tätigkeiten durch die Kreisgemeinschaft
Braunsberg e.V. wahrgenommen.
10.5 Ausblick auf die kommenden drei Jahre
Die beiden ehemaligen Hansestädte Münster und Brani ewo sollten weiterhin versu-
chen, den Schüler und Jugendaustausch noch weiter auszubauen.
25
II. Sonstigen internationalen Aktivitäten der Stadt Münster
Doch neben den formalisierten Städtepartnerschaften gibt es in Münster zahlreiche
projektbezogen interregionale und internationale Ko ntakte, die mit dieser Vorlage in
den Blick genommen werden sollen. Hierzu wurden all e Ämter und Dezernate anhand
der folgenden Fragen um Stellungsnahme gebeten:
Dezernat Obm
Presse- und Informationsamt
Überregionale, europäische und internationale Kontakte sowie Städtenetzwerk-
verbindungen
Über den Filmservice Münster.Land des städtischen P resseamtes bestehen seit 2001
Kontakte zu niederländischen Filmschaffenden.
So ist der in diesem Jahr zum vierten Mal im zweijä hrigen Rhythmus ausgeschriebene
Drehbuchförderpreis Münster.Land grenzüberschreiten d ausgeschrieben, sowohl
Drehbuchautoren aus Deutschland als auch den Nieder landen sind aufgefordert, ihre
Drehbuchentwürfe einzureichen. Darüber hinaus veran staltet der Filmservice Müns-
ter.Land jährlich ein Drehbuchseminar für Autoren a us Deutschland und den Nieder-
landen, das regelmäßig großen Zuspruch in beiden Lä ndern findet und in seiner Art
ein einzigartiges Angebot ist, das gerade von niede rländischer Seite aus sehr begrüßt
wird.
Regelmäßig besucht Nicola Ebel vom Filmservice Müns ter.Land auch das nationale
niederländische Filmfestival in Utrecht, bei dem si e bestehende Kontakte zu nieder-
ländischen Filmemachern immer weiter ausbaut.
So sollen nach den deutschen Filmemachern auch die niederländischen dazu animiert
werden, im Münsterland Filme zu drehen.
In Planung ist ein Stipendium für deutsche und niederländische Drehbuchautoren.
Diese Kontakte kamen nicht aufgrund politischer Ent scheidungen sondern aufgrund
marktorientierter Überlegungen zustande. Deshalb is t die Politik nicht aktiv eingebun-
den.
Austausche finden jährlich während der Seminare und des Filmfestivals in Utrecht
statt, darüber hinaus alle zwei Jahre im Rahmen der Drehbuchförderpreisverleihung.
Zur Kontaktpflege stehen lediglich Mittel aus dem B udget des Filmservice zur Verfü-
gung.
Dezernat I
Bürgeramt – Bezirksverwaltung Hiltrup
Im Jahr 1974 wurden von der damals noch eigenständi gen Gemeinde Hiltrup eine
Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Beaugency begründet.
Nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 19975 bli eb diese Partnerschaft als
Partnerschaft des Stadtbezirks Münster-Hiltrup mit der Stadt Beaugency bestehen.
Die Partnerschaft wird vom Partnerschaftskomitee Hi ltrup-Beaugency, den örtlichen
Sportvereinen TuS Hiltrup und GW Amelsbüren sowie d rei Hiltruper Chöre getragen.
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Der Bezirksbürgermeister ist geborenes Mitglied im Vorstand des Partnerschaftskomi-
tees.
Durch die vielfältigen Kontakte aus den Vereinen sowie verschiedene Veranstaltungen
des Partnerschaftskomitees (Filmvorführungen, Weina bende, Beteiligung an Hiltruper
Festen) wird diese Partnerschaft aktiv mit Leben gefüllt.
Feuerwehr
von der Feuerwehr werden verschiedene Partnerschaft en mit unterschiedlicher Inten-
sität gepflegt. Neben den bei den Städtepartnerscha ften bereits dargestellten Kontak-
ten werden noch folgende reine Feuerwehrpartnerschaften unterhalten:
a) Enschede (Niederlande)
Über den Austausch von Feuerwehr-Ausbildungsbeamte n werden seit 1993
Kontakte zur Feuerwehr Enschede gepflegt. Zu besond eren Feuerwehranläs-
sen (Bezug neuer Wachen, Jubiläen) finden gegenseit ige Besuche statt. Aber
auch auf den Abteilungs- bzw. Fachstellenebene best ehen persönliche Kontak-
te und dienstlicher Erfahrungsaustausch.
b) Zwolle (Niederlande)
Der Kontakt zur Feuerwehr Zwolle besteht seit ca. 1970 und wurde anfangs ü-
ber den damaligen Feuerwehrausschuss initiiert und begleitet. Es gab mehrfa-
che Besuche und Gegenbesuche. Nach der Auflösung de s Feuerwehraus-
schusses flachte die Kontaktpflege ab und beschränk t sich heute auf den Aus-
tausch von Grußadressen bzw. Festtagsgrüße.
c) Vila do Conde (Portugal)
Seit 1996 besteht ein intensiver Kontakt des Lösch zuges Geist der Freiwilligen
Feuerwehr Münster zur Stadt Vila do Conde in Portugal.
Besuche und Gegenbesuche haben stattgefunden.
d) Lipova (Rumänien)
Der Löschzug Mecklenbeck der Freiwilligen Feuerweh r Münster unterhält seit
1986 eine Partnerschaft zur Feuerwehr der Stadt Lipova in Rumänien.
Partnerschaftliche Eigenleistungen wurden organisi ert und erbracht (z. B. Hilfe-
stellung rumänischer Feuerwehrangehöriger bei der D acheindeckung des Ho-
fes Hesselmann, in dem seinerzeit die Ausbildungsab ende des Löschzuges
stattfanden).
Mehrfach organisierte der Löschzug Mecklenbeck Hil fstransporte für deren Ver-
teilung an Kinderheime der Stadt Lipova die örtliche Feuerwehr eintrat.
e) Steinhagen (Nordhein-Westfalen)
Der Löschzug Nienberge der Freiwilligen Feuerwehr Münster unterhält seit
1990 partnerschaftliche Kontakte zur Feuerwehr Stei nhagen. Gegenseitige Be-
suche - auch verbunden mit Gemeinschaftsübungen – finden regelmäßig statt.
Zu Anlässen, die mit Feuerwehrtätigkeiten verbunde n sind, werden Dienstfahr-
zeuge gestellt.
27
f) Haffkrug (Schleswig Holstein)
Zur Feuerwehr Haffkrug werden seit 2001 Kontakte ü ber den Löschzug Geist
der Freiwilligen Feuerwehr unterhalten.
Besuche und Gegenbesuche finden regelmäßig statt. Neben kameradschaftli-
chen Veranstaltungen werden auch gemeinsame feuerwe hrtechnische Dienste
– z. B. Teilnahme an Leistungsnachweisen – durchgef ührt. Zur Teilnahme an
Feuerwehrveranstaltungen werden Dienstfahrzeuge gestellt.
Dezernat III
Amt für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr
Euregio
Die Stadt Münster ist seit 1999 Mitglied in der Eur egio. Die EUREGIO umfasst eine
Fläche von rund 13.000 km². In dem Gebiet leben fas t 3,4 Millionen Einwohner. Etwa
zwei Drittel der Fläche und der Bevölkerung gehören zum deutschen und ein Drittel
zum niederländischen Staatsgebiet. Auf deutscher Seite erstreckt sich die Region über
Teile des Landes Niedersachsen und über Teile des L andes Nordrhein-Westfalen.
Insgesamt gehören 130 Städte, Gemeinden und (Land)k reise zur EUREGIO. Die
EUREGIO setzt sich für die Bürger, Unternehmen, Org anisationen und angeschlosse-
nen Kommunen im Grenzgebiet ein. Sie unterstützt di e Zielgruppen dabei, die Chan-
cen auf beiden Seiten der Grenze optimal zu nutzen und trägt dazu bei, den
Wohlstand und das Wohlergehen sowie das wechselseit ige Verständnis der Men-
schen im Grenzgebiet zu fördern. Die EUREGIO nimmt dabei Rücksicht auf die kultu-
rellen Unterschiede zwischen Deutschen und Niederländern.
Organe der Euregio sind der Euregio Rat, der Euregi o Vorstand und die Euregio Ar-
beitskreise (10 insgesamt). Die Stadt Münster ist i m Euregio-Rat mit Vertreter/innen
des Rates sowie mit einem Vertreter der Verwaltung vertreten.
Auf der Arbeitskreisebene wird der AK Raumordnung u nd Verkehr seit 2001 von der
Stadt Münster geleitet.
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Städtedreieck/Städtenetzwerk MONT (Münster, Osnabrü ck, Enschede, Hengelo,
Netwerkstad Twente)
Der Zusammenschluss der Städte Münster, Osnabrück, Enschede, Hengelo, Net-
werkstad Twente existiert seit 1989. Vorrangiges Zi el dieses Netzwerkes ist es, sich
im Europa der Regionen zu positionieren, insbesonde re in den Schwerpunkten Wis-
senschaft, Wirtschaft und Infrastruktur. Entspreche nde Projekte werden zurzeit in Ar-
beitskreisen vorbereitet.
Stadtregion Münster
Seit Mai 2001 arbeiten die Städte und Gemeinden Al tenberge, Ascheberg, Drenstein-
furt, Everswinkel, Greven, Havixbeck, Münster, Nott uln, Senden, Sendenhorst und
Telgte interkommunal in der Stadtregion Münster zus ammen. Die zahlreichen Ver-
flechtungen unter diesen Städten und Gemeinden, die Notwendigkeit, Herausforde-
rungen der Stadt- und Regionalentwicklung auch komm unal-nachbarschaftlich anzu-
gehen, die sich stetig verringernden Handlungsspiel räume und die wachsende Kon-
kurrenz unter den Stadtregionen haben dazu geführt, dass in der Stadtregion Münster
eine Zusammenarbeit selbstständiger Gebietskörperschaften entwickelt und praktiziert
wird. Neben der einmal jährlich stattfindenden Bürgermeisterrunde werden die Kontak-
te über den sogenannten Ansprechpartnerkreis koordiniert, der sich 4-mal jährlich trifft.
Vermessungs- und Katasteramt
Das Vermessungs- und Katasteramt ist einer der Akte ure im Geonetzwerk Münster-
land, einem regionalen Cluster im Technologiefeld G eoinformation. Ja (s.o.) Das Geo-
netzwerk Münsterland ist ein Zusammenschluss regionaler Akteure aus den Bereichen
Geodaten, Geoinformationsdienste und Geoinformation ssysteme. Die Akteure beste-
hen aus den Kreisen BOR, ST, COE, WAF und Stadt MS (diese jeweils vertreten
durch die Vermessungs- und Katasterämter und tlw. d urch die Wirtschaftsförderung)
sowie Uni MS, FH MS sowie zahlreichen Firmen aus der Branche)
MM - Münster Marketing
Wissenschaftskooperation Grenoble.
Im Rahmen des europäischen Exzellenznetzwerkes Nano 2Life, welchem wissen-
schaftliche Einrichtungen aber auch Unternehmen in Münster angehören, wurde ein
wissenschaftlich-technologischer Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Wissen-
schaftsstädten Grenoble und Münster aufgebaut. Zie l ist die Festigung der wissen-
schaftlichen Kooperationen zwischen den beiden Standorten.
Im Rahmen des europäischen Exzellenznetzwerkes Nano 2Life sowie der Kongress-
messe NanoBio Europe finden Veranstaltungen statt, die sich an die breite Stadtge-
sellschaft richten (Wissenschaftskommunikation).
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ESCITY – European Science and the City
Das Städtenetzwerk „ESCITY – European Science and t he City“ wurde 2006 in Mag-
deburg gegründet und verfolgt das Ziel, Wissenschaf t auf kommunaler Ebene zu ver-
ankern. Münster wurde als profilierte Wissenschafts stadt zu der Auftaktveranstaltung
eingeladen, die Teilnahme erfolgte seinerzeit auch auf ausdrücklichen Wunsch des
Rektors der Universität Münster. Im Rahmen von ESCI TY werden Ideen für Projekte
der Wissenschaftskommunikation entwickelt, die sich an die Stadtgesellschaft richten
(sollen).
Hanse der Neuzeit
Der Städtebund der internationalen Hanse wurde im Jahr 1980 in der niederländi-
schen Stadt Zwolle gegründet. Münster ist seither M itglied. Vorrangiges Ziel dieses
Zusammenschlusses der Hanse ist die gemeinsame Förd erung des Städtetourismus
und des Kulturtourismus. In dieses Projekt ist die Bürgerschaft über den Tag der Han-
se eingebunden.
Historic Highlights of Germany (HHOG)
Der Marketingzusammenschluss von 13 Städten mit hi storischen Stadtkernen wurde
1977 ins Leben gerufen. Münster ist seit 1977 Mitgl ied. Bei diesem Zusammenschluss
stehen Marketingaktivitäten in den ausländischen Qu ellmärkten im Vordergrund. Dar-
über hinaus werden fortlaufende gemeinsame touristische Angebote erarbeitet.
Dezernat IV
Amt für Schule und Weiterbildung
Über die bei den jeweiligen Städtepartnerschaften d argestellten Aktivitäten des Amtes
für Schule und Weiterbildung werden dort auch internationale Begegnungen der Schu-
len gefördert. Darüber hinaus werden noch zusätzlic he Festbeträge für Fahrten in offi-
zielle Partnerstädte gewährt.
Darüber hinaus wickelte das Amt 40 in den letzten J ahren formal als durchlaufende
Gelder anzusehende Förderungen von Schulen (u.a. du rch das deutsch-französische
und deutsch-polnische Jugendwerk und nach dem Landesjugendplan) ab.
Nicht aufgeführt sind Aktivitäten, die direkt von d en städtischen Schulen ausgehen o-
der dort organisiert werden.
Schulpsychologische Beratungsstelle
Seitens der Schulpsychologische Beratungsstelle be stehen Fachkontakte zur Staatli-
chen Moskauer Universität für Psychologie und Pädag ogik. Durch diese Kontakte sind
die alten Kontakte mit Rjasan wieder aufgelebt. Das hat u.a. damit zu tun, dass die
Staatliche Moskauer Universität für Psychologie und Pädagogik die zentrale russische
Einrichtung für die Ausbildung von Schulpsychologen ist. Ein Grossteil der Rjasaner
Schulpsychologen hat diese Universität besucht.
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Stadtarchiv
Internationaler Archivrat/Frankreich (ICA)
Der Internationale Archivrat (engl. International Council on Archives ICA - franz. Con-
seil International des Archives CIA) ist eine 1948 gegründete nichtstaatliche Orga nisa-
tion mit Sitz in Paris, die sich dem Archivwesen wi dmet. Im ICA sind nationale Archiv-
verwaltungen, Fachverbände von Archivarinnen und Ar chivare, Kommunal- und
Stadtarchive, Archive anderer Organisationen sowie einzelne Archivarinnen und Ar-
chivare vereinigt. Im Moment hat er 1400 Mitglieder aus 190 Ländern und Territorien.
Das International Council on Archives (ICA – Intern ationale Rat der Archive) ist eine
dezentralisierte Organisation, die durch eine Gener alversammlung geführt und von ei-
nem geschäftsführenden Vorstand verwaltet wird. Die Zweigstellen versorgen Archiva-
re und Archive mit einem regionalen Forum in allen Teilen der Welt; das ICA bringt Ar-
chivare und deren Institutionen, die in bestimmten Gebieten Fachinteressen haben,
zusammen; die Ausschüsse und Arbeitsgruppen engagie ren sich dafür, dass für be-
stimmte Probleme die richtigen Experten hinzu gezog en werden. Das Sekretariat des
ICAs bietet die benötigten Verwaltungsstrukturen, u m die Bedürfnisse der Partner zu
befriedigen. Zudem pflegt es die Beziehungen zwisch en den Mitgliedern und die Zu-
sammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen u nd internationalen Organisatio-
nen.
Hanse: Städtebund Hanse (Internationaler Hansebund )
Der Städtebund Hanse hat sich die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage des grenz-
überschreitenden Hansegedankens und den geschichtli chen Erfahrungen, die Gedan-
ken und den Geist der europäischen Stadt/Gemeinde w iederzubeleben, das Eigenbe-
wusstsein der Hansestädte zu fördern und die Zusamm enarbeit zwischen diesen
Städten/Gemeinden zu entwickeln. Ziel des Städtebun des DIE HANSE ist es, einen
Beitrag zur wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und staatlichen Einigung Europas zu
leisten und in diesem Sinne das Selbstbewusstsein d er Städte und Gemeinden zu
stärken, damit sie ihre Aufgaben als Ort der lebend igen Demokratie wahrnehmen kön-
nen.
Zur Gestaltung und Verwirklichung der Zielvorstellu ngen und Aufgaben sollen insbe-
sondere folgende Aktivitäten dienen:
Aktionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, welc he die Gemeinsamkeiten der Han-
sestädte herausstellen
Kultur- und Traditionsaustausch
Wissens-, Sozial- und Informationstransfers
Stärkung der Wirtschafts- und Handelskontakte
Einbeziehung der Jugend (Youth Hanse) in die Entwicklung der Hanse
Westfälische Schule für Musik
Die Westfälische Schule für Musik pflegt regelmäßig e Kontakte zu Musikerinnen und
Musikern, Sängerinnen und Sängern und Orchestern in allen Partnerstädten Müns-
ters. Darüber hinaus bestehen regelmäßige Kontakte nach Cuenca, Guayaquil und
31
Quito in Ecudor und Franka und Rio de Janeiro in B rasilien. Regelmäßige auch ge-
meinsame Konzerte stellen die Grundlage dieser Kontakte dar.
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Seit den Feiern zum Westfälischen Frieden im Jahr 1 998 bestehen Kontakte nach
Lublin und Zabrze in Polen. Hierbei handelt es sich jedoch um keine offiziellen Begeg-
nungen, sondern vielmehr um die regelmäßige Teilnah me von Schülerinnen und
Schülern dieser Städte an dem internationalen Kinde rcamp des Amtes für Kinder, Ju-
gendlichen und Familien.
Dezernat V
Koordinierungsstelle für Migration und interkultur elle Angelegenheiten
Im Rahmen der Interreg-Projektarbeit bestanden zunä chst Kontakte zur Gemeinde
Enschede, später zum Bildungsträger ROC van Twente und dann zur Gemeinde Al-
melo. In diese Kontakte ist seit Beginn das Land NR W eingebunden. Anlass dieser
Kontakte war das gemeinsame Interesse an dem wichti gen Thema „Migration und In-
tegration“ optimierend und vergleichend zu arbeiten. Über die Ratskommission zur Un-
terbringung von Asylbewerbern und Ausländischen Flü chtlingen und über den Auslän-
derbeirat war die Politik in diese Kontakte immer eingebunden.
Gesundheitsamt
Die WHO hat mit der Ottawa Charta aus dem Jahr 1987 der Gesundheitsförderung ei-
nen neuen Stellenwert gegeben. 1989 wurde das Gesun de Städte-Netzwerk der Bun-
desrepublik Deutschland, ein Netzwerk im WHO Verbun d, gegründet mit dem Ziel, die
kommunalen Gesundheitsförderung vor Ort zu. Die Sta dt Münster ist seit 1997 Mit-
glied im Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland (GSN). Im Jahr
2004 hat das Gesundheitsamt der Stadt Münster auch die Geschäftsführung des GSN
übernommen. Im Rahmen der Geschäftsführung des GSN bestehen vielseitige Kon-
takte zu unterschiedlichen Behörden, Ministerien, V erbänden und auch zu anderen
Netzwerken bundesweit. Die Fachausschüsse werden re gelmäßig über die Aktivitäten
im Rahmen der Gesunde Städte-Arbeit und auch zu den Aufgaben der Geschäftsfüh-
rung unterrichtet. In die Netzwerkarbeit sind Selbs thilfe, Initiativen und Bürgerschaft
stark eingebunden. Partnerinnen im Gesunde Städte - Sekretariat sind die Münstera-
ner Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfe (miks) sowie die Kinderneurologie-
hilfe Münster e.V.
Anlage 3- IPZ_Urkunde
8 Zeichen
Anlage 3
Beschlussvorlage
21956 Zeichen
V/0461/2008
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt des Rates und des Oberbürgermeisters
Betrifft
Bericht zu den Städtepartnerschaften und Städteverbindungen
Beratungsfolge
05.11.2008 Hauptausschuss Vorberatung
05.11.2008 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der anliegende Bericht zu den Städtepartnerschaften und Städteverbindungen sowie den
sonstigen internationalen Beziehungen (Anlage 1) wird zur Kenntnis genommen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt,
2.1 an die Stadt Münster gerichtete Anfragen bezüglich neuer Städtepartnerschaften zunächst
nicht abschließend zu bescheiden, sondern die Kontakte, wenn möglich, zunächst auf der
Ebene einer projektorientierten Zusammenarbeit zu führen. Hierbei ist die „Interfraktionelle
Arbeitsgruppe Auslandsbeziehungen“ über die geplanten Aktivitäten zu unterrichten.
2.2 die Kontakte zu den Partnerstädten weiterhin in der dargestellten Weise zu pflegen und
gegebenenfalls zu intensivieren, um insbesondere projektorientierte Kooperationen oder
Gedankenaustausche auch in Zukunft unbürokratisch verwirklichen zu können.
2.3 die bestehenden Förder- oder Partnerschaftsvereine weiterhin in ihrer Arbeit zu unterstüt-
zen und darüber hinaus auch das bürgerschaf tliche Engagement im Rahmen der beste-
henden Förderungsbestimmungen zu fördern. Hierbei sollte die Verwaltung sich bemühen,
die jeweiligen Projektträger auch bei der Akquirierung anderer Finanzierungsmöglichkeiten
in angemessenem Umfang zu unterstützen.
II. Kosten/Folgekosten
Es wird zur Kenntnis genommen, dass durch diese Vorlage keine Kosten und Folgekosten entste-
hen.
Vorlagen-Nr.:
V/0461/2008
Auskunft erteilt:
Herr Kupferschmidt
Ruf:
492 60 40
E-Mail:
Kupferschmidt@stadt-muenster.de
Datum:
10.10.2008
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0461/2008
Begründung
I: Anlass für diese Vorlage
1 Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL hat in der Sitzung des Rates am
13.06.2007 folgenden Antrag eingebracht:
„Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird gebeten, gemeinsam mit dem interfraktionellen Arbeitskreis „In-
ternationale Beziehungen“ das aktuell geltende Städtepartnerschaftsmoratorium zu
überprüfen und Leitlinien für neue Städteverbindungen zu entwickeln. Beide verpflich-
ten sich dabei zur Zurückhaltung und zur Orientierung an den haushaltspolitischen
Gegebenheiten. Bestandteil der Leitlinien ist ein zukunftsfähiges Personalkonzept zur
Betreuung der bestehenden und neuen internationalen Beziehungen.“
2 Auf der Basis dieses Antrages hat der Hauptausschuss in seiner Sitzung am
29.09.2007 folgenden, das Verfahren zur Bearbeitung des Ratsantrages regelnden
Beschluss gefasst.
„I. Sachentscheidung
1. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Bericht zu den Städtepartnerschaften und
Städteverbindungen sowie den sonstigen internationalen Aktivitäten der Stadt
Münster zu erstellen, in dem auf folgende Teilaspekte eingegangen wird:
1.1. Zeitpunkt und Anlass zur Begründung der einzelne Städtepartnerschaften
bzw. -verbindungen und der internationalen Kontakte
1.2. Entwicklung der Städtepartnerschaften bzw. -verbindungen und der inter-
nationalen Kontakte
1.3. Einbeziehung Dritter
1.4. Verankerung der Städtepartnerschaften bzw. –verbindungen in der Bür-
gerschaft
1.5. differenzierte Standortbeschreibung
1.6. Einsatz von finanziellen und personellen Ressourcen
1.7. Bedeutung und Wirkung von projektbezogenen internationalen Koopera-
tionen
1.8. Bisher bekannte und nicht aufgegriffene Partnerschaftsersuchen
2. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0023/2007 (Anla-
ge der Vorlage = Anlage 1 der Originalniederschrift) ist im Rahmen dieses Be-
richtes mit aufzubereiten.
3. Der Bericht ist in der interfraktionellen Arbeitsgruppe ‘Internationale Beziehun-
gen’ vorzustellen und zu erörtern mit dem Ziel eine Handlungsempfehlung für
den Hauptausschuss zu entwickeln, der sowohl den sachlichen Möglichkeiten
und Grenzen, als auch der Ressourcenlage angemessen Rechnung trägt.
II. Kosten/Folgekosten
4. Es wird zur Kenntnis genommen, dass mit der Umsetzung dieser Entscheidung
keine unmittelbaren Kosten entstehen.“
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II. Vorbemerkungen
Die ersten Städtepartnerschaften entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg, als ehemalige
Kriegsgegner das Ziel verfolgten, sich einander anzunähern und als Nachbarn am gemein-
samen Wiederaufbau des Friedens mitzuwirken. Heute - mehr als 50 Jahre später – haben
sich die Ziele der Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften grundlegend gewandelt.
Im europäischen Kontext sind lebendige Städtepartnerschaften unverzichtbares Funda-
ment, um vor allem den Prozess der europäischen Einigung zu unterstützen und zu fördern
und den europäischen Gedanken weiter ins Bewusstsein zu rücken. Darüber hinaus sollen
zwischen den Kontinenten auf der Ebene kommunaler Partnerschaften Brücken geschla-
gen werden, um den Zielen der Völkerverständigung und konkreten wirtschaftlichen, kultu-
rellen und sozialen Interessen zu dienen. Um jedoch einen dauerhaften und stetigen Kon-
takt zu den Partner- und Patenstädten halten zu können, ist ein intensiver Austausch mit
den entsprechenden Ansprechpersonen in den Partnerstädten erforderlich. Darüber hinaus
gilt es, die für fast alle Städtepartnerschaften bestehenden Fördervereine zu unterstützen
und zu fördern. Unabhängig von diesen Fördervereinen gibt es eine Vielzahl von bürger-
schaftlichen themenbezogenen Initiativen, Verbänden und Einrichtungen, die zu einzelnen
Partnerstädten Kontakte unterhalten und regelmäßige gemeinsamen Projekte oder Begeg-
nungen durchführen.
Im Rahmen einer Bestandserhebung der bestehenden Städtepartner- und Städtefreund-
schaften hat der Ältestenrat des Rates Im Jahr 1996 nach Rückkopplung mit den Fraktio-
nen des Rates die interfraktionelle Vereinbarung getroffen, keine weiteren Städtepartner-
schaften einzugehen, sondern sich vielmehr auf die bestehenden zu konzentrieren.
Orientiert an dieser Entscheidung hat sich die Verwaltung bemüht, die städtepartnerschaft-
lichen Kontakte der Stadt Münster, insbesondere auf der Verwaltungsebene und auf dem
Gebiet des bürgerschaftlichen Engagements, zu intensivieren. Seit 1996 wird sie von einem
interfraktionellen Arbeitskreis, der die Verwaltung bei der Koordinierung der Partnerschafts-
aktivitäten unterstützt und die intensive Einbindung der Politik sicherstellt, in ihrer Arbeit
begleitet. Die Kontinuität, in der die enge Zus ammenarbeit zwischen diesem Arbeitskreis
und dem Amt des Rates und des Oberbürgermeisters, über alle Wahlperioden weiterge-
führt worden ist, war für die Vertiefung der partnerschaftlichen Kontakte von nicht zu unter-
schätzender Bedeutung. Heute tritt der Arbeitskreis ca. 4 mal jährlich zusammen, um In-
formationen auszutauschen und grundlegende Planungen im Bereich der Partnerstädte
bzw. zu Delegationsreisen in die Partnerstädte zu erörtern.
Mit dieser auf Kontinuität angelegten Arbeit konnte erreicht werden, dass zu allen Partner-
städten Münsters regelmäßige Kontakte bes tehen und ein regelmäßiger Austausch von
Gruppen stattfindet. Durch die enge Zusammenarbeit, die die Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters mit ihren Partnerinnen und Partnern
in den Partnerstädten pflegen, können diese Austausche teilweise initiiert, aber in jedem
Fall unterstützt werden. Im Rahmen der vom Rat bereitgestellten Haushaltsmittel können
einige Begegnungen und Projekte auch finanziell gefördert werden. Darüber hinaus gilt es
aber auch, die vielen auf diesem Gebiet tätigen Gruppen hinsichtlich weiterer Förderungs-
möglichkeiten, über die kommunalen Mittel hinaus, zu beraten und bei der Antragstellung
zu unterstützen.
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III. Konzept der Koordinierung der städtepartnerschaftlichen Kontakte im Amt des Rates
und des Oberbürgermeisters
Die Tätigkeiten im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters im Bereich der Auslandsbe-
ziehungen und Städtepartnerschaften, die in enger Rückbindung mit der interfraktionellen
Arbeitsgruppe Auslandsbeziehungen koordiniert werden, lassen sich in 4 Säulen darstellen.
Umfassende
Vorbereitung
und Begleitung
von offiziellen
Delegations-
reisen und De-
legations-
besuchen
Pflege regel-
mäßiger Kontak-
te zu den Part-
nerstädten
Unterstützung
und Förderung
der bürger-
schaftlichen
Kontakte und
Begegnungen
Öffentlichkeitsar-
beit mit dem Ziel,
die Städtepartner-
schaften in der
Bevölkerung be-
kannter zu ma-
chen
Säule 1:
Umfassende Vorbereitung und Begleitung von offiziellen Delegationsreisen und De-
legationsbesuchen
Regelmäßig, insbesondere aber zu Jubiläen, besuchen kleinere Delegationen des Rates
der Stadt Münster unter Leitung des Oberbürgermeisters oder der Bürgermeister/innen die
Partnerstädte oder Delegationen der Partnerstädte besuchen die Stadt Münster. Diese
Treffen werden von den Mitarbeiterinnen des Amtes des Rates und des Oberbürgermeis-
ters organisatorisch und inhaltlich vorbereitet. Im Rahmen dieser Treffen werden auch
Fachgespräche geführt, um neue Projekte auf den Weg zu bringen oder sich über die Wei-
terführung von Projekten auszutauschen. Gleichzeitig dienen diese Treffen zum Erfah-
rungs- und Informationsaustausch.
Säule 2:
Pflege regelmäßiger Kontakte zu den Partnerstädten
Alle Städtepartnerschaften unterliegen in ihrer Intensität einem ständigen Wandel. Häufig
ist hier auch eine Abhängigkeit von der Interessenlage der jeweiligen politischen Führung in
den Partnerstädten festzustellen. Nur die regelmäßigen Kontakte führen am Ende zu einer
Verfestigung der Beziehungen und wecken Interesse auch an fachlichem Austausch. Dies
machte zum Beispiel die in Münster durchgeführte Fachtagung „Menschen mit Behinde-
rung“ deutlich, an der Gäste aus vielen Partnerstädten Münsters teilnahmen. Dieser fachli-
che Austausch und die Rückfragen aus den Partnerstädten führen zu neuen Erkenntnissen
und bewirken einen Blick über den Tellerrand, der alle Beteiligten weiterbringt. Derartige
Veranstaltungen kommen jedoch nur zustande, wenn ein kontinuierlicher Austausch auf der
Arbeitsebene besteht. Von diesem Kontakt profitieren die bürgerschaftlichen Gruppen und
die Vereine, die Kontakte zu den Partnerstädten pflegen oder aufbauen wollen. Alle beste-
henden Kontakte in diesem Bericht darzustellen, hätte mit Sicherheit den Rahmen ge-
sprengt. Gleichwohl zeigt die hohe Zahl der geförderten Begegnungen und Projekte (Anla-
ge) die Intensität, mit der die Städtepartnerschaften in der Bevölkerung gelebt werden. Das
Amt des Rates bemüht sich in jüngster Zeit zunehmend, die Antragsteller auf weitere För-
dermöglichkeiten auf Bundes- oder Landesebene oder aus Sonderfördermitteln (EU-Mittel,
Sportförderung, Kulturstiftungen, Förderung von bilateralen Jugendwerken) aufmerksam zu
machen und ihnen bei der Antragstellung behilflich zu sein. Auf diese Weise konnten be-
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reits einige Projekte, die allein mit der kommunalen Förderung nicht zu realisieren waren,
umgesetzt werden.
Säule 3:
Unterstützung und Förderung der bürgerschaftlichen Kontakte und Begegnungen
Eine tragende Säule der Städtepartnerschaftsarbeit ist das ehrenamtliche Engagement,
zum einen durch die Partnerschaftsvereine und zum anderen durch die vielen anderen In-
stitutionen und Vereine. Hier bemüht sich das Amt des Rates und des Oberbürgermeisters
die aktiven Gruppen zu beraten, zu unterstützen und im Rahmen der vom Rat erlassenen
Richtlinien zur Förderung der Auslandsbeziehungen der Stadt Münster mit Antragsvordru-
cken für Begegnungs- und Projektförderung finanziell zu fördern.
Dieses Engagement (siehe Statistik – Anlage 2) gilt es zu unterstützen, da nur durch gro-
ßes bürgerschaftliches Engagement gelebte Partnerschaften entstehen. Die Stadt Münster
unterhält, koordiniert, betreut und fördert auf diese Weise insgesamt 11 Städtepartner- bzw.
Städtefreundschaften.
Im Rahmen der gelungenen Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und den ehrenamt-
lichen Vereinen und Gruppen entsta
nden die Projekte
• Zeitzeugenbegegnungen zwischen Generationen und Nationen
•
Internationales Steinbildhauersymposium mit Künstlern aus Münsters Partnerstäd-
ten
• Das Jugendprojekt „Wer seid Ihr“
• Musiktherapeutisches Projekt der Alexianer Band aus Münster und der Band Sound
of Happiness aus Krist
iansand
Für diese langjährige gelungene Zusammenarbeit wurden der Stadt Münster im Jahr 2007
vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit der Euro-
pa-Preis 2007 (Urkunde siehe Anlage 3) verliehen.
Säule 4:
Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Städtepartnerschaften in der Bevölkerung be-
kannter zu machen
Ein weiteres wichtiges Element der Arbeit im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters
stellt die Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Partnerstädte in Münster noch bekannter zu
machen, dar. Beispielhaft sind hierfür zu nennen:
4.1 Städtepartnerschaftslogo
Mit der Agentur Hesselmann wurde ein Städtepartnerschaftslogo entwickelt, das
seitdem auf allen Publikationen und Give-Aways / Präsenten zu finden ist. Es erhöht
den Wiedererkennungswert und stellt die enge Verbindung der Stadt Münster mit
den Partnerstädten dar.
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4.2 Plakat
Anknüpfend an das Logo wurde ein Plakat mit einer Weltkugel (Anlage 4) entwi-
ckelt, auf dem zu jeder Partnerstadt ein Foto und ein Kurztext abgebildet sind. Das
Plakat, das in verschiedenen Größen produziert worden ist, wurde u. a. den
münsterschen Schulen zur Verfügung gestellt.
4.3. Flyer „Freunde für…“
Für jede Partnerstadt wurde ein Flyer (Anlage 5) gestaltet, der eine Kurzinformation
über die Stadt, einiger Beispiel für bestehende Kontakte auf Vereinsebene, Tipps für
die Kontaktaufnahme mit der Partnerstadt sowie Ansprechpartner enthält. Dieser
Flyer ist eine erste Hilfestellung für Münsteraner/innen, die sich in der Städtepart-
nerschaftsarbeit engagieren wollen.
4.4 Broschüre „Besuch bei Freunden“
Die aktualisierte Auflage der Broschüre „Besuch bei Freunden“, die im Februar 2008
vorgestellt wurde, enthält neben Informationen zu den Partnerstädten auch Berichte
über multinationale Projekte, benennt in der Städtepartnerschaftsarbeit tätige Verei-
ne und Ansprechpartner für die einzelnen Partnerstädte. Diese Broschüre richtet
sich an alle, die mehr über die städtepartnerschaftlichen Beziehungen Münsters
wissen wollen (von der Einzelperson bis hin zur Institution).
Die Flyer und Broschüren liegen u.a. in der Münster Information aus.
4.5 Internetauftritt
Der Internetauftritt „Zu Besuch bei Freunden“ ähnelt in seinem Aufbau der Struktur
der unter Ziffer 4.4. genannten Broschüre bietet aber noch folgende Zusatzinforma-
tionen an:
• „Stadtporträt Münster“ sowie „Geschichte der Städtepartnerschaften“ in
deutscher, englischer und französischer Sprache.
• Richtlinien zur Förderung der Auslandsbeziehungen der Stadt Münster mit
Antragsvordrucken für Begegnungs- und Projektförderung.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, auf aktuelle Veranstaltungen hinzuweisen.
4.6 Rundbriefe
In der Regel zweimal jährlich werden Rundbriefe (Muster siehe Anlage 6) zu allen
Partnerstädten an interessierte Bürger/innen, Vereine und Institutionen gesandt, um
über Aktuelles aus der städtepartnerschaftlichen Arbeit zu informieren. Zudem wer-
den kurzfristige Informationen über einen e-mail Verteiler versandt.
4.7 Presseinformationen
Das städtische Presse- und Informationsamt erhält vom Team für Städtepartner-
schaften regelmäßig Informationen über interessante Projekte und Begegnungen
mit den einzelnen Partnerstädten, die es dann an die Lokalmedien weiterleitet.
4.8 Give-Aways
1997 wurde von versc
hiedenen Ratsmitgliedern angeregt, angemessene Give-
Aways und Präsente anzuschaffen, die für die Betreuung ausländischer Delegatio-
nen und für den Besuch in Partnerstädten eingesetzt werden können.
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Die Give-Aways werden hauptsächlich zur Imagepflege eingesetzt (wie zum Bei-
spiel auf der Messe „Frühling, Blumen, Freizeit“ oder auf Informationsveranstaltun-
gen), die höherwertigeren Präsente (angefangen vom Schlüsselanhänger, „Ta-
schenlampe“ bis hin zum Schreibtischset) werden sowohl bei Besuchen aus der
Partnerstadt in Münster und vice versa verschenkt als auch im Münster-Shop zum
Verkauf angeboten. Die Artikel werden von Kunden, die Auslandskontakte haben,
aber auch von Touristen gekauft.
Aufgabe des Teams für Städtepartnerschaften ist Auswahl und Einkauf geeigneter
Produkte (der Trend geht von Geschenken für die „Asservatenkammer“, d.h. Kup-
ferstiche, Stadtansichten, Pokale etc., hin zu nützlichen / nutzbaren Geschenken mit
Wiedererkennungswert), die mit dem Städtepartnerschaftslogo versehen werden.
Diese Produkte werden auch zum Verkauf angeboten, was den Vorteil mit sich
bringt, dass Städtepartnerschaftspräsente einem breiteren Publikum zugänglich
gemacht werden.
4.9 Roll-Ups (Displays)
Für Präsentationszwecke (intern und extern) wurden sogenannte Roll-Ups angefer-
tigt, die Informationen über die einzelnen Partnerstädte, die Stadt Münster und die
Städtepartnerschaftsarbeit geben. Diese können bei Messen oder auch kleineren
Ausstellungen eingesetzt werden. Mit den neuen Roll-Ups wurde 2006 in der Gale-
rie Torhäuschen eine Ausstellung gestaltet.
4.10 Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen
Messe „Frühling, Blumen, Freizeit….“
Großen Anklang und Erfolg findet die Teilnahme an der Messe „Frühling, Blumen,
Freizeit“ in der Halle Münsterland, die alle zwei Jahre stattfindet und immer mehr als
35.000 interessierte Besucher erreicht. Nach dem Auftakt mit Kristiansand und Mo-
nastir in 2002 präsentiert die Stadt Münster mit Hilfe der Fördervereine seit 2004 al-
le Partnerstädte auf dieser Messe. Aus fast allen Partnerstädten kommen Gäste, die
den Messebesuchern ihre Partnerstadt bildlich, künstlerisch oder auch kulinarisch
näher bringen. Im Jahr 2008 waren alle Stände, bis auf den Rjasaner Stand, mit De-
legationen aus den Partnerstädten besetzt. Darüber hinaus wurden auch Teile des
Bühnenprogramms von Gästen aus den Partnerstädten gestaltet.
4. Aufgabenwahrnehmung im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters
Die Fachstelle „Städtepartnerschaften, Auslandsbeziehungen“ initiiert, begleitet und unter-
stützt die bürgerschaftlichen Kontakte, die mittlerweile einen wesentlichen Anteil im städte-
partnerschaftlichen Kontext ausmachen Für die gesamte Koordinierung der Städtepartner-
schaftsarbeit unter Einschluss der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Teilnahme
von Delegationsreisen stehen im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters insgesamt 89
Wochenarbeitsstunden, verteilt auf 3 Mitarbeiterinnen, zur Verfügung.
5. Finanzielle Ausstattung
Zur Durchführung von Delegations- und Arbeitsreisen, für die Durchführung und die Teil-
nahme von Delegationen (Oberbürgermeistern und Ratsvertreter/innen) an Jubiläumsver-
anstaltungen, für die Förderung von Verwaltungsaustauschprogrammen auch anderer Fa-
chämter und zur Förderung von bürgerschaftlichen Projekten und Begegnungen im Rah-
men der vom Rat verabschiedeten Förderrichtlinien, sowie für Dolmetscher- und Überset-
zungskosten der Verwaltung stehen insgesamt jährlich 110.650 Euro zur Verfügung.
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Mit diesen personellen und finanziellen Ressourcen ist es dem Amt des Rates und Ober-
bürgermeisters nur im begrenzten Umfang möglich, eigene Projekte zu initiieren und durch-
zuführen. Daher wurden im Jahr 2006 verstärkt Bemühungen angestellt, zur Finanzierung
eigener, aber auch von Fördervereinen oder Bürgergruppen geplanter Projekte, Fördermit-
tel aus unterschiedlichen Förderquellen zu akquirieren
6. Partnerschaftsersuchen
Offizielle Partnerschaftsersuchen hat es in den letzten Jahren nur wenige gegeben.
Vorschläge für partnerschaftliche Kontakte wurden dann aber bereits im Vorfeld mit
dem Hinweis, auf die bestehende Festlegu ng keine weiteren Städtepartnerschaften
einzugehen, abgelehnt.
Zu nennen ist hier aus jüngster Zeit di e Anfrage der spanischen Stadt Murcia. Mit
dem Hinweise auf die bisherige Festlegung, keine we iteren Partnerschaften einzu-
gehen, wurde eine projektebezogene Zusammenarbeit in Aussicht gestellt.
7. Ausblick
In den Fachzeitschriften werden immer wieder Partnerschaftsgesuche aus verschiedenen
Regionen dieser Erde veröffentlicht. Mit 11 Partnerschaften verfügt die Stadt über ein sehr
weit gefächertes Spektrum in vielen erreichbaren Regionen dieser Welt. Da Städtepartner-
schaften, wie oben dargestellt, einer intensiven Kontaktpflege bedürfen und auf bürger-
schaftlichem Engagement aufbauen sollten, wird empfohlen, dass an die Stadt Münster ge-
richtete Anfragen bezüglich neuer Städtepartnerschaften zunächst nicht abschließend ent-
schieden werden. Es sollte im Einzelfall geprüft werden, ob zunächst Kontakte auf der E-
bene einer projektorientierten Zusammenarbeit geführt werden können. Hierbei ist die „In-
terfraktionelle Arbeitsgruppe Auslandsbeziehungen“ über die geplanten Aktivitäten zu un-
terrichten. Erst wenn sich derartige Kontakte verstetigt haben und auf einer breiten Basis
stehen, sollte über weitere Schritte beraten und entschieden werden.
Die bestehenden Städtepartnerschaften sollten in der in der Anlage beschriebenen Form
weitergeführt werden. Hierbei sollten die bürgerschaftlichen Aktivitäten gestützt, gefördert
und beratend begleitet werden. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Erschlie-
ßung ergänzender Fördermöglichkeiten gelegt werden.
gez.
Dr. Berthold Tillmann
Anlagen:
Anlage 1: Bericht
Anlage 2: Statistik
Anlage 3: Urkunde
Anlage 4: Plakat – Städtepartnerschaft
Anlage 5: Flyer
Anlage 6: Rundbrief
Anlage 4 - Weltkarte
8 Zeichen
Anlage 4
Anlage 5 - Flyer
8 Zeichen
Anlage 5
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0461/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.10.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37