2366/2020
Tätigkeitsbericht der Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender für die Amtsperiode 2014-2020
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/161/3 Vorlagen-Nummer 2366/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 31.08.2020 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 31.08.2020 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 01.09.2020 Bezirksvertretung 7 (Porz) 01.09.2020 Stadtentwicklungsausschuss 03.09.2020 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 03.09.2020 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 07.09.2020 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 24.09.2020 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 03.12.2020 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 03.12.2020 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 08.12.2020 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 11.12.2020 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 14.12.2020 Integrationsrat 13.04.2021 Wirtschaftsausschuss 14.01.2021 Ausschuss Soziales und Senioren 14.01.2021 Ausschuss Schule und Weiterbildung 18.01.2021 Sportausschuss 11.03.2021 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 25.01.2021 Ausschuss Kunst und Kultur 26.01.2021 Jugendhilfeausschuss 26.01.2021 Gesundheitsausschuss 2 Tätigkeitsbericht der Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender für die Amtsperiode 2014-2020 Die Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender (StadtAG LST) berät den Rat, seine Ausschüsse, die Bezirksvertretungen und die Verwaltung zu Themen, die Lesben, Schwule, Bisexuel- le, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) betreffen. Mit dieser Mitteilung wird ein Überblick über die Arbeit der StadtAG LST in der Amtsperiode 2014- 2020 gegeben. Die Anlagen bestehen aus: dem Tätigkeitsbericht, der durch die Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen (Fachstelle LSBTI) im Amt für Integration und Vielfalt, Ab- teilung Vielfalt in Wahrnehmung ihrer Aufgabe als Geschäftsführung der StadtAG LST gefer- tigt wurde sowie dem Fazit der stimmberechtigten Mitglieder der StadtAG LST und ihrer Stellvertretungen. Anlage 1: Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 Anlage 2: Fazit der stimmberechtigten Mitglieder der StadtAG LST vom 24.08.2020
Anlage 1 - Tätigkeitsbericht StadtAG LST Amtsperiode 2014-2020
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Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 1 von 10 Tätigkeitsbericht der Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender für die Amtsperiode 2014-2020 Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 berät die Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender (StadtAG LST) Themen aus dem Bereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Dies umfasst nicht nur Themen, die Lesben, Schwule und Transgender (LST) betreffen, sondern schließt inzwischen auch bisexuelle und intergeschlechtliche Menschen mit ein. Nach der Neubesetzung der StadtAG LST hat sich diese am 20.10.2014 konstituiert und seitdem an 24 Terminen, in der Regel vier Mal jährlich, getagt. Die Sitzung am 01.09.2020 wird die 25. und letzte Sitzung des Gremiums in der Amtsperiode 2014-2020 sein. 1. Mitglieder der StadtAG LST Die StadtAG LST hat sich in der Amtsperiode 2014-2020 wie folgt zusammengesetzt: 9 stimmberechtigte Mitglieder sowie deren Stellvertretungen 5 beratende Mitglieder sowie deren Stellvertretungen Sitzungsleitung sowie weitere Vertreter*innen der Stadtverwaltung Die Namen der aktuellen und ausgeschiedenen Mitglieder der StadtAG LST sind über folgenden Link im Ratsinformationssystem der Stadt Köln einzusehen. 1.2 Stimmberechtigte Mitglieder Auf Vorschlag der Verwaltung sowie anschließender Empfehlung des Ausschusses für Soziales und Senioren vom 11.09.2014, hat der Rat der Stadt Köln am 30.09.2014 entschieden, die Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender (StadtAG LST) für die Amtsperiode 2014-2020 mit folgenden neun Organisationen als stimmberechtigten Mitglieder zu besetzen: Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST e.V) Rheinfetisch e.V. TXKöln Jugendzentrum anyway e.V. Rubicon e.V. Lesben- und Schwulenverband, Ortsverband Köln e.V. (LSVD) Aidshilfe Köln e.V. SC Janus e.V. Völklinger Kreis e.V. Regionalgruppe Köln Die Positionen der stellvertretenden stimmberechtigten Mitglieder wurden an folgende Organisationen vergeben: HomoKlüngel e.V. (bis März 2015 unter dem Namen Heart of Cologne e.V.) St. Sebastianus und Afra Schützenbruderschaft SchwIPS e.V. (zum Jahresende 2014 aufgelöst) Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 2 von 10 1.2 Beratende Mitglieder Die im Rat der Stadt Köln vertretenen Fraktionen der SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke und AfD sind zur Entsendung von beratenden Mitgliedern berechtigt und haben davon – bis auf die AfD - Gebrauch gemacht. 1.3 Sitzungsleitung und Geschäftsführung Die Sitzungsleitung hat die*der für LSBTI-Themen zuständige Fachbeigeordnete inne. Dies waren in der auslaufenden Amtsperiode Frau Beigeordnete Reker (20.10.2014 – 21.10.2015), in Vertretung Frau Stadtkämmerin Klug (22.10.2015 – 31.07.2016) sowie anschließend Herr Beigeordneter Dr. Rau (01.08.2016 – 24.02. 2019). Durch die Gründung des Amtes für Integration und Vielfalt sowie dessen Eingliederung in das Dezernat der Oberbürgermeisterin hat Oberbürgermeisterin Reker mit Wirkung zum 25.02.2019 den Vorsitz der StadtAG LST übernommen. Die Vertretung dieser Position liegt seitdem beim Leiter des Amtes für Integration und Vielfalt, Herrn Oster. Die Geschäftsführung der StadtAG LST wird durch das für LSBTI-Themen zuständige Fachdezernat wahrgenommen: 2014-2018: Fachstelle für Lesben, Schwule und Transgender, Dienststelle Diversity im Dezernat für Soziales, Integration und Umwelt 2019-2020: Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen, Abteilung Vielfalt, Amt für Integration und Vielfalt, Dezernat der Oberbürgermeisterin. 2. Sachkundige Einwohner*innen der StadtAG LST Die sexuelle und geschlechtliche Identität von Menschen ist ein Querschnittsthema, das viele Aufgabengebiete der Stadtverwaltung berührt. Daher hat die StadtAG LST in der auslaufenden Amtsperiode Vertreter*innen als Sachkundige Einwohner*innen in die folgenden neun Ausschüsse der Stadt Köln entsandt: Ausschuss für Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales Ausschuss für Schule und Weiterbildung Sportausschuss Ausschuss Kunst und Kultur Ausschuss Soziales und Senioren Gesundheitsausschuss Jugendhilfeausschuss Stadtentwicklungsausschuss Wirtschaftsausschuss Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 3 von 10 3. Arbeitsgruppen der Stadt AG LST Im Laufe der Amtsperiode haben sich anlassbezogen Arbeitsgruppen gebildet, die sich aus Mitgliedern der StadtAG LST, Vertreter*innen der Verwaltung und Expert*innen aus der Kölner LSBTI-Community zusammengesetzt haben. Zu folgenden Themen bzw. Projekten gab es zwischen 2014 und 2020 Arbeitsgruppen: AG LSBTIQ Wirtschaftsstudie AG Unterbringung von LSBTI-Geflüchteten AG Sichtbarkeit von Lesben in Köln AG LSBTI-Austausch mit Kölner Partnerstädten AG Dialog mit der Polizei AG Schule 4. Themen der StadtAG LST Sitzungen Die vielfältigen Themen der StadtAG LST wurden in den 24 Sitzungen über verschiedene Elemente der Tagesordnung eingebracht, dazu zählen: Vorträge/Vorstellungen, Anfragen, Beantwortung von Anfragen, Anträge/Beschlussempfehlungen, Mitteilungen und Sachstandsberichte. Die Tagesordnungen sowie die Niederschriften zu den Tagesordnungen der StadtAG LST sind im Ratsinformationssystem unter folgendem Link abrufbar. 4.1 Vorträge/Vorstellungen Für Vorträge oder Vorstellungen von Projekten oder Organisationen wurden sowohl Kolleg*innen aus den Fachämtern der Stadtverwaltung als auch externe Gäste in die Sitzungen der StadtAG LST eingeladen. Dazu zählten u.a. folgende Themen: Erster Cologne Dyke March 2015 – Hintergründe und Intention: Vortrag durch Inge Linne und Maren Wuch „Rainbow Refugees Cologne – Support Group“: Vorstellung der Initiative durch Ina Wolf, Ibrahim Mokdad und Sina Vogt Gründung des Vereins „SchLAu Köln e.V“: Vorstellung durch Magnus Anschütz und Aische Westermann Homo- und transphobe Gewalt: Vortrag durch Şefik_a Mai, Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW Verwaltungsreform der Stadt Köln: Vortrag durch Dr. Rainer Heinz, Dezernat der Oberbürgermeisterin Studie „Transgender im Krankenhaus“: Vortrag durch Ramon Koreman Projektbericht "Erfahrungen mit der Anhörung von LSBTIQ* Geflüchteten": Vortrag von Frau Vahle, Kölner Flüchtlingsrat e.V. Studie "LSBTIQ als Wirtschaftsfaktor für Köln": Vorstellung der Ergebnisse durch Dr. Olaf Wenzel, Wenzel Marktforschung Referat für kulturelle Teilhabe im Kulturamt: Vorstellung des Referates durch Benjamin Thele, Kulturamt der Stadt Köln Lesben-Frühlings-Treffen in Köln (06.-10. Juni 2019): Bericht von Yvonne Renne (L*FT Köln) Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 4 von 10 „Keshet Deutschland e.V.“ - Verein von LGBTIQ* Jüdinnen und Juden: Vorstellung der Regionalgruppe NRW/Köln Trans*Pride Cologne 2019: Bericht von Nina Heimeier Rechtspopulismus auf kommunaler Ebene entgegenwirken: Vortrag von Jürgen Rausch, Projektleiter "Miteinander Stärken" (LSVD) Homosexuellenpastoral im Erzbistum Köln: Vorstellung von Florian Wallot, Beauftragter für Homosexuellenpastoral Kölner Jugendbefragung 2018: Ergebnisvorstellung durch Dr. Florian Sevenig, Jugendamt der Stadt Köln Jugendbefragung 2019 des Jugendzentrums anyway e.V.: Ergebnisvorstellung durch Falk Steinborn (anyway e.V.) 4.2 Anfragen/Beantwortung von Anfragen Von den stimmberechtigten Mitgliedern oder ihren Stellvertretungen wurden in der auslaufenden Amtszeit zu diversen Themen mit LSBTI Bezug mündliche oder schriftliche Anfragen gestellt, die von der Verwaltung schriftliche beantwortet wurden. Dazu zählten u.a. Anfragen bzw. die Beantwortung folgender Themen: Berücksichtigung von Diversity in den städtischen Haushaltsplanungen Zukünftige Ansiedlung der Fachstelle für Lesben, Schwule und Transgender im Dezernat der Oberbürgermeisterin Auswahl von Delegationsmitgliedern bei Reisen in Partnerstädte Städtischer Handlungsleitfaden zum Umgang mit sexistischer und sexualisierter Werbung Personenstandsbeurkundungen bei Transpersonen nach Änderung des Personenstandsgesetzes Streichung der Geschlechtsangabe/Eintragung der Geschlechtsangabe divers in Geburtsurkunden Geplante Klinikkooperationen: Einrichtung eines Kompetenzzentrums für die Behandlung von trans- und intergeschlechtlichen Menschen Berücksichtigung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt im Bereich der stationären und ambulanten Pflege Dieselfahrverbot in der Kölner Innenstadt: Ausnahmegenehmigung für die Wagen der CSD-Demo Personal- und Sachmittelausstattung der Fachstelle LSBTI im Amt für Integration und Vielfalt Formulare zur Anmeldung in Schulen und bei Schuleingangsuntersuchungen Übernahme der Formulare zur Schulanmeldung/Schuleingangsuntersuchungen an konfessionell geführten Schulen Wohnungsangebote der Sozial-Betriebe-Köln gGmbh für Seniorinnen und Senioren Unisex-Toiletten in Schulen und anderen städtischen Gebäuden Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 5 von 10 4.3 Themenschwerpunkte in Beschlüssen, Mitteilungen und Sachstandsberichten In den 24 Sitzungen vom 20.10 2014 bis zum 16.06.2020 haben die Mitglieder der StadtAG LST verschiedenste Beschlüsse gefasst, die entweder durch Antrag der Mitglieder der StadtAG LST oder durch Beschlussvorlagen der Verwaltung auf die Tagesordnung gesetzt wurden. Weitere Themen wurden durch die Verwaltung in Form von schriftlichen Mitteilungen oder mündlichen Sachstandsberichten oder als mündliche Berichte durch einzelne Mitglieder eingebracht, in der Sitzung beraten und zur Kenntnis genommen. Nachstehend werden Themenschwerpunkte, über die StadtAG LST in der Amtsperiode 2014-2020 in ihren Sitzungen mehrfach beraten hat, aufgeführt: 4.3.1 Wohnungssituation und Betreuung von LSBTI-Geflüchteten Die Wohnungssituation und Betreuung von LSBTI-Geflüchteten in Köln ist seit Januar 2015 immer wieder Thema in den Sitzungen der StadtAG LST. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wohnungswesen, der damaligen Fachstelle LST, dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), der Aidshilfe Köln e.V., dem rubicon e.V. und den ehrenamtlich arbeitenden „Rainbow Refugees Cologne Support Group“ konnten im Dezember 2016 die ersten fünf Wohnplätze, die explizit für LSBTI-Geflüchtete geschaffen wurden, bezogen werden. Zusätzlich wurde beschlossen, das Thema als ständigen Tagesordnungspunkt für die Sitzungen der StadtAG LST mit aufzunehmen. Im September 2017 startete dann ein weiteres Wohnprojekt in Köln Vogelsang mit insgesamt 14 Wohneinheiten (20 Plätzen) für LSBTI-Geflüchtete. Darüber hinaus wurde in 2019 die Problematik der drohenden Wohnungslosigkeit von in Köln lebenden, mittlerweile anerkannten LSBTI-Geflüchteten thematisiert. 4.3.2 Suche nach Räumlichkeiten für das Archivgut des Centrums Schwule Geschichte (CSG) Anfang 2016 hat ein Vertreter des Fördervereins des Centrums Schwuler Geschichte (CSG) in einer Sitzung der StadtAG LST auf die Unterbringung des Archivguts in feuchten und von Schimmel befallenen Räumen in Köln Kalk hingewiesen und die Stadtverwaltung um Unterstützung bei der Suche nach adäquaten Räumlichkeiten gebeten. Über die Mitglieder der StadtAG LST wurde der Kontakt zur Gebäudewirtschaft der Stadt Köln und dem Amt für Wohnungswesen hergestellt. Durch diese wurden dem CSG verschiedene Räume zur Besichtigung angeboten, die aus verschiedenen Gründen leider nicht zur Anmietung in Frage kamen. Mit dem Umzug des Archivs in ein Gebäude am Gustav-Heinemann-Ufer endete die Suche nach neuen Räumlichkeiten dann im Jahr 2017. Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 6 von 10 4.3.3 Sichtbarkeit von Lesben in Köln Die stimmberechtigten Mitglieder der Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule, Transgender haben sich 2015 darauf verständigt, die Sichtbarkeit von Lesben in der Stadt Köln als kommunalpolitisches Thema aufzugreifen. Ziel ist es, lesbische Lebensrealitäten stärker als bisher in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken und mit geeigneten Aktionen zur Sichtbarkeit lesbischer Frauen beizutragen. Das Thema wurde zum ständigen Tagesordnungspunkt, in verschiedenen Sitzungen und durch die Arbeit der gleichnamigen Arbeitsgruppe immer wieder aufgegriffen, wie z.B. durch Tagesordnungspunkte zum Dyke March Cologne, Lesben-Frühlings-Treffen oder beim Austausch mit Aktivist*innen aus den Kölner Partnerstädten. 4.3.4 LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus den Kölner Partnerstädten In der Sitzung am 27.11.2014 empfehlen die Mitglieder der StadtAG LST dem Rat der Stadt Köln, Menschen aus den Partnerstädten einzuladen und dafür finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Aktion zur lesbischen Sichtbarkeit hat die Stadt Köln auf Empfehlung der Mitglieder der StadtAG LST in den Jahren 2017 und 2018 vornehmlich lesbische Aktivistinnen aus Kölner Partnerstädten zum jeweiligen Kölner CSD/Cologne Pride für ein mehrtägiges Austauschprogramm eingeladen. So wurden in den Jahren 2017, 2018 und 2019 unter dem Motto „Sister Cities Stand Together“ LSBTI Menschenrechtsaktivist*innen aus den Kölner Partnerstädten Cluj (Rumänien), Kattowitz (Polen), Thessaloniki (Griechenland), Wolgograd (Russland), Tunis (Tunesien), Liverpool (Vereinigtes Königreich), Barcelona (Spanien) und Tel Aviv (Israel) als Gäste in Köln empfangen. Der Austausch setzt auf internationale Solidarität, Vernetzung und gegenseitiges "Empowerment" beim Einsatz für die Rechte aller Menschen - unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität. Mit dem Austauschprogramm folgt die Verwaltung einem Auftrag des Rates der Stadt Köln, das Thema Menschenrechte stärker in den Fokus der Städtepartnerschaftsarbeit zu rücken. Für das Jahr 2020 sollten auf Wunsch der Mitglieder der StadtAG LST der Fokus auf Lateinamerika gelegt und Aktivist*innen aus den Partnerstädten Corinto (Nicaragua) und Rio de Janeiro (Brasilien) sowie aus Yarinacocha (Peru, Klimapartnerschaft) eingeladen werden. Durch die Ablehnung eines Antrags auf zusätzliche Bundesmittel für diesen Austausch und die Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde die Planung in das Jahr 2021 geschoben. 4.3.5 Unterstützung von LSBTI-Rechten in den Partnerstädten Cluj (Rumänien) und Kattowitz (Polen) Aufbauend auf das von der StadtAG LST initiierte Austauschprogramm hat Bürgermeister Andreas Wolter in Vertretung für die Oberbürgermeisterin auf Einladung der Aktivist*innen vor Ort in den Jahren 2018 und 2019 die jeweiligen LSBTI-Pride-Demonstrationen in den Partnerstädten Cluj (Rumänien) und Kattowitz (Polen) besucht und damit die Arbeit der Menschenrechtsaktivist*innen vor Ort unterstützt. 2019 wurde er dabei von insgesamt sechs Vertreter*innen der StadtAG LST, des Mitarbeiternetzwerks der Verwaltung „Buntwerk“ und des KLuST e.V. begleitet. Auf Initiative der StadtAG LST in der Sitzung am 03.03.2020 hat der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung am 14.05.2020 beschlossen, der Stadt Kattowitz für die Genehmigungen des dortigen Pride-Demonstration („Marsches für Freiheit“) in den vergangenen Jahren zu danken. Ebenso wurde in dem parteiübergreifenden Ratsbeschluss mit Erleichterung zur Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 7 von 10 Kenntnis genommen, dass der Rat der Stadt Kattowitz sich der ausgrenzenden Bewegung für „LGBTI-freie Zonen“ in Polen nicht angeschlossen hat. Zudem bekräftigte der Rat der Stadt Köln, den Austausch von LGBTI - Themen im Rahmen der städtepartnerschaftlichen und freundschaftlichen Beziehung unter der Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Organisationen auch künftig fortzusetzen. 4.3.6 Transgender im Krankenhaus Das Thema Trans* im Krankenhaus stand auf Initiative der Vertreterin von TXKöln seit 2014 mehrfach auf den Tagesordnungen der StadtAG LST. Auf Zusage des Beigeordneten Dr. Rau wurde durch die Verwaltung im Frühjahr 2018 in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten und den Kölner Kliniken ein Fachgespräch initiiert. Über diesen Weg wurde es möglich, die Bedarfe von transgeschlechtlichen Personen mit verantwortlichen Stellen des Pflegepersonals zu kommunizieren, und das Thema anschließend auch in die Ausbildung von Pflegepersonal zu integrieren. 4.3.7 Schwimmangebot für trans- und intergeschlechtliche Menschen Am 31.01.2017 wurde auf Antrag des TXKöln e.V. die Gründung einer Arbeitsgruppe beschlossen, die die Möglichkeiten geschützter Schwimmzeiten für trans- und intergeschlechtliche Personen ermittelt. Durch die Zusammenarbeit der Trans*- Beratungsstelle im Rubicon e.V, des SC Janus, der KölnBäder GmbH sowie der Fachstelle LSBTI in der Abteilung Vielfalt im Amt für Integration und Vielfalt konnte erreicht werden, dass ab April 2020 monatlich ein Schwimmtermin im geschützten Rahmen für trans- und intergeschlechtliche Menschen im städtischen Genovevabad in Köln-Mülheim realisiert werden kann. Dieses zunächst bis Dezember 2020 angesetzte Pilotprojekt ist das erste seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der erste Termin tatsächlich erst im Juni 2020 stattfinden. Dabei konnten die Organisator*innen 35 Teilnehmende begrüßen. 4.3.8 Rainbow Cities Netzwerk Köln ist Gründungsmitglied des internationalen „Rainbow Cities Network“, einem Netzwerk von hauptsächlich europäischen Städten, die sich auf kommunaler Ebene für mehr Akzeptanz und gegen die Diskriminierung von LSBTI-Menschen einsetzen. Entsprechend standen Themen wie die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ (Absichtserklärung) durch den damaligen Stadtdirektor im Mai 2015, Berichte über die jährlich stattfindenden Konferenzen sowie über die jährlich organisierten gemeinsamen Foto- Ausstellungen des Städtenetzwerks auf den Tagesordnungen der StadtAG LST. 4.3.9 EU-Charta - 2. Kölner Gleichstellungsaktionsplan Am 04.06.2019 empfahlen die Mitglieder der StadtAG LST den nachfolgenden Gremien folgenden Aspekt (Kursivtext) in der Beschlussvorlage der Verwaltung zu ergänzen: „Der Rat beschließt den 2. Kölner Aktionsplan zur Europäischen Charta der Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene und beauftragt die Verwaltung den Aktionsplan unter Berücksichtigung der verschiedenen geschlechtlichen Identitäten weiterzuentwickeln.“ Die Mehrzahl der nachfolgenden Gremien folgte dieser Empfehlung der StadtAG LST, so dass der 2. Kölner Gleichstellungsaktionsplan am 09.07.2019 mit dieser Ergänzung vom Rat der Stadt Köln mehrheitlich verabschiedet wurde. Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 8 von 10 4.3.10 Einführung eines Sitzungsgeldes und eines Budgets für die StadtAG LST Um das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik (SAB) und der StadtAG LST zu würdigen, wurde 2018 über die Einführung eines Sitzungsgeldes analog der Regelung für die Mitglieder der Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik beraten. Ebenso wurde von den Mitgliedern der StadtAG LST gemeinsam mit den Mitgliedern der SAB die Gewährung eines jährlichen Budgets für jede StadtAG gefordert, um den Gremien eine Möglichkeit zur Öffentlichkeitsarbeit und Umsetzung eigener Projekte zu ermöglichen. Am 14.02.2019 wurde die Beschlussvorlage der Verwaltung zur Einführung eines Sitzungsgeldes und eines jährlichen Budgets in Höhe von 10.000 Euro für beide Stadtarbeitsgemeinschaften vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Gemäß der Richtlinie zur Verwendung des Budgets der Stadtarbeitsgemeinschaft, die unter Beteiligung der Mitglieder beider Stadtarbeitsgemeinschaften erarbeitet wurde und am 31.10.2019 vom Ausschuss für Soziales und Senioren verabschiedet wurde, soll das Budget dabei für Zwecke eingesetzt werden, die die Gremienarbeit der Stadtarbeitsgemeinschaften unterstützen und stärken. 4.3.11 Studie „LSBTIQ als Wirtschaftsfaktor für Köln“ Bereits in ihrer Sitzung am 25.09.2012 hatten die Mitglieder der StadtAG LST der Verwaltung empfohlen, eine qualifizierte Untersuchung zum Thema Lesben, Schwule und Transgender als wirtschaftlicher Standortfaktor für die Stadt Köln durchzuführen. Diese Empfehlung wurde durch einen Beschluss in der Sitzung der StadtAG LST am 10.03.2016 einstimmig erneuert. Anfang 2017 konnte das Institut Wenzel Marktforschung von der damaligen Fachstelle LST mit der Durchführung der Studie beauftragt werden. Parallel wurde aus Mitgliedern der StadtAG LST eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Durchführung und die Erstellung des Ergebnisberichts der Studie bis zu ihrer Veröffentlichung begleitet hat. Ziel der Studie war es, herauszufinden: ob und in welcher Hinsicht LSBTIQ ein Wirtschaftsfaktor für Köln ist, ob ein wirtschaftlicher Standortvorteil durch die Innen- und Außenwahrnehmung Kölns als weltoffene und tolerante Stadt und Hochburg lesbisch-schwulen Lebens entsteht. Am 28. Mai 2019 wurde der Ergebnisbericht der Studie unter dem Titel „LSBTIQ als Wirtschaftsfaktor für Köln“ mit einer Pressemitteilung veröffentlicht, die in der Kölner Presse eine große Resonanz fand. Die Studie liefert Erkenntnisse über: die Größe des LSBTIQ Personenkreises bundesweit und in Köln, ein Profil von LSBTIQ bundesweit zu Demografie, Beruf, Einkommen, Lebenssituation, Freizeit- und Konsumverhalten, das Image von Köln als LSBTIQ-Hochburg, die Attraktivität von Köln als Reiseziel für LSBTIQ, Beweggründe für LSBTIQ, in Köln zu leben und zu arbeiten, den Einfluss von LSBTIQ auf die Attraktivität von Köln als Unternehmensstandort. Nach einer Vorstellung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen in der Sitzung der StadtAG LST am 04.06.2019 wurde diese anschließend im Wirtschaftsausschuss und im Ausschuss für Soziales und Senioren der Stadt Köln präsentiert und diskutiert. Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 9 von 10 4.3.12 LSBTI Aktionsplan Auf Initiative der StadtAG LST und nach der Bereitstellung von finanziellen Mitteln im Jahre 2016, fiel am 06.10.2017 mit einer großen Auftaktveranstaltung der Startschuss zur Erarbeitung eines kommunalen Aktionsplans gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und intersexuellen Menschen (LSBTI) in Köln. An der Veranstaltung nahmen mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft teil, darunter auch viele Mitglieder der Kölner LSBTI-Community, die sich ehrenamtlich und hauptamtlich für mehr Akzeptanz von sexueller, geschlechtlicher und familiärer Vielfalt engagieren. Für die folgenden zehn Handlungsfelder wurden in von den Teilnehmenden in zehn Arbeitsgruppen erste Ziele und Maßnahmenvorschläge erarbeitet: 1. Kinder, Jugend, Familie 2. Schule und Bildung 3. Arbeitswelt (die Stadt Köln als Arbeitgeberin) 4. Alter und Pflege 5. Kultur 6. Sport und Freizeit 7. Wirtschaft, Tourismus und Gastronomie 8. Migration und Flucht 9. Gesundheit, Prävention und Behinderung 10. Anti-Gewalt/Anti-Diskriminierung Die Fachstelle LSBTI im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln ist für die Erstellung und Implementierung des Aktionsplans zuständig. Unterstützt wird sie dabei von einer Steuerungsgruppe, die sich u.a. auch aus Mitgliedern der StadtAG LST zusammensetzt. Die Steuerungsgruppe hat 2017 und 2018 mehrfach getagt und für die zehn Handlungsfelder des Aktionsplans erste Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet, die in den folgenden Monaten sukzessiv mit Expert*innen aus den LSBTI-Communities in Köln rückgekoppelt wurden. Auf Empfehlung der Steuerungsgruppe hat der LSBTI Aktionsplan den Titel „Selbstverständlich unterschiedlich - Aktionsplan der Stadt Köln zur Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt„ erhalten. Die Abstimmung der einzelnen Maßnahmenvorschläge mit den zuständigen Fachämtern der Stadtverwaltung befindet sich derzeit in ihrer Endphase. Mit Fertigstellung des Aktionsplanes ist bis Ende 2020 zu rechnen. 4.3.13 Kampagne zur Erhöhung der Anzeigenbereitschaft bei homo- und transphober Gewalt Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Dialog mit der Polizei“ StadtAG LST, die sich von 2017 bis 2019 unter Beteiligung von Vertreter*innen der Köln Polizei mehrfach getroffen hat, wurde in der Sitzung vom 05.06.2018 mit einer Präsentation eine Projektidee zur Durchführung einer Kampagne zur Erhöhung der Anzeigenbereitschaft vorgestellt. Ziel der Kampagne ist, bei LSBTI-Personen in der Kölner Community, die homo- oder transphober Gewalt erfahren haben, die Bereitschaft zu erhöhen, Strafanzeige zu erstatten. Im Anschluss forderten die Mitglieder der StadtAG per Antrag die Verwaltung dazu auf, die Möglichkeiten zur Umsetzung der Kampagne zu prüfen. In einem weiteren Antrag vom 04.12.2018 wurden dann die Gesamtkosten für die Kampagne mit einer Höhe von 20.000 Euro benannt. Im den folgenden Sitzungen der StadtAG LST wurden sowohl die mögliche Federführung als auch die Finanzierung der Kampagne weiter beraten. Die Umsetzung der Kampagne befindet sich derzeit in Abstimmung mit möglichen Beteiligten. Anlage 1 Tätigkeitsbericht der StadtAG LST für die Amtsperiode 2014-2020 erstellt durch die Fachstelle LSBTI, Amt für Integration und Vielfalt, Stadt Köln Seite 10 von 10 4.3.14 Weitere Themen der StadtAG LST Weitere Themen, die in der Amtsperiode 2014-2020 in der StadtAG LST behandelt wurden, hier aber nicht näher erläutert werden, waren u.a.: die Vorstellung des Diversity Konzeptes der Stadt Köln „Köln l(i)ebt Vielfalt“ die Situation von Regenbogenfamilien in Köln die Verlängerung der Bühnen- und Ausschankzeiten zum CSD-Straßenfest die Benennung von Straßen und Plätzen innerhalb Kölns die Umsetzung von Diversity-Maßnahmen in der Stadtverwaltung die Teilnahme von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung an der CSD-Demo 2019 die Vorstellung der städtischen Vielfalts-Kampagne „Unsere Vielfalt. Kölns Stärke.“
Anlage 2 - Fazit der stimmberechtigten Mitglieder der StadtAG LST vom 24.08.2020
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Anlage 2 1 Fazit der stimmberechtigten und stellvertretenden Mitglieder der StadtAG LST zur Amtsperiode 2014 – 2020 in Bezug auf folgende Themen und Handlungsfelder: Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen Trotz der im Berichtszeitraum erfolgten Änderungen der Organisationsstruktur der Fachstelle, die zu einer Eingliederung in das neu geschaffene Amt für Integration & Vielfalt, in der Abteilung Vielfalt - Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen, führte, war die Zusammenarbeit zwischen stimmberechtigten Mitgliedern und den Mitarbeiter*innen der Fachstelle konstruktiv. Angesichts der Vielzahl der Themen und der damit zusammenhängenden Abstimmungsprozesse – verwaltungsintern und mit den betreffenden Communities – sind die erzielten Ergebnisse der verschiedenen Beratungsprozesse der Stadt AG und ihrer Arbeitsgruppen einerseits als Erfolg zu bezeichnen, andererseits reicht die personelle Infrastruktur der Fachstelle ebenso wenig aus, wie die Projektförderung der von den stimmberechtigten Mitgliedern als ausreichend zu bezeichnend ist. Bereits die von der Stadt AG gewünschte Wirtschaftsstudie, die von der Stadt Köln finanziert wurde, schreibt 2019 in ihrem Fazit u.a.: „Die Verbindungen und Netzwerke zwischen der Kölner Verwaltung und der Kölner LSBTIQ-Community gilt es auch in Zukunft zu pflegen und weiter auszubauen (….) Grundvoraussetzung dafür ist u.a. auch eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung der städtischen Fachverwaltung, die für die Zusammenarbeit mit der LSBTIQ-Community zuständig ist.“ Aus Sicht der stimmberechtigten Mitglieder der Stadt AG sind weder die personelle noch die finanzielle Ausstattung ausreichend! Kampagne zur Erhöhung der Anzeige-Bereitschaft Der Beschluss der stimmberechtigten Mitglieder, die Kampagne zur Erhöhung der Anzeigenbereitschaft umzusetzen, stammt vom 04.12.2018. Dem vorausgegangen ist ein etwa zweijähriger Diskussionsprozess in der Arbeitsgruppe „Dialog mit der Polizei“, an dem auch Vertreter*innen der Kölner Polizei teilgenommen haben. Allein der Diskurs in der Arbeitsgruppe hat bewirkt, dass Vertreter*innen der stimmberechtigten Mitglieder und der Polizei in einem konstruktiven Diskurs ein beachtliches gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, das in der Folge sowohl in der Community, als auch in den Strukturen der Polizei mit Interesse wahrgenommen worden ist. Mit der Verabschiedung des Kampagnenvorschlags am 04.12.2018 anhand eines vorgelegten Konzeptes zur Umsetzung hat die Fachstelle sich um eine Finanzierung der Kampagnenkosten bemüht. Die schließlich erfolgte Finanzierungszusage der Stadt wurde durch die Beschränkung der Haushaltsmittel in der Folge der Corona Pandemie zurückgenommen. Jedoch hat die Oberbürgermeisterin in der Sitzung der StadtAG LST am 16.06.2020 eine Finanzierungsmöglichkeit in Höhe von 10.000 € in Aussicht gestellt. Bis zum 19.08.2020 konnte allerdings keine kostendeckende Finanzierung erreicht werden, so dass die Vertreter*innen der stimmberechtigten Mitglieder am 20.08.2020 abschließend entschieden haben, dass wegen der fehlenden finanziellen Ressourcen, des entstandenen Zeitdrucks und der hohen Belastung durch Corona bei allen beteiligten Community Partner*innen, eine Umsetzung der Kampagne in 2020 nicht mehr möglich ist. Sehr konkrete Vorschläge für die künftige Zusammenarbeit – auch bei der Umsetzung von Projekten – finden sich im Fazit der Wirtschaftsstudie im Kapitel 6.2. Wo besteht Handlungs- und Forschungsbedarf, damit Köln (noch mehr) vom Wirtschaftsfaktor LSBTIQ profitieren kann? (Seiten 50-54) Studie LSBTIQ als Wirtschaftsfaktor für Köln Der Weg der Studie „LSBTIQ als Wirtschaftsfaktor für Köln“ von September 2012 bis zu ihrer Erstellung 2017 und der Veröffentlichung 2019 war nicht von Effizienz und Schnelligkeit geprägt. Anlage 2 2 Trotzdem entschädigten die erhobenen Zahlen, Daten und Fakten und die daraus resultierenden Interpretationen der Studie den Aufwand. „Die nun vorliegenden Ergebnisse belegen, dass Köln von einem weltoffenen und toleranten Image und dem bundesweiten Ruf als Hochburg von Lesben und Schwulen in mehrfacher Hinsicht auch wirtschaftlich profitiert“ (s. PM der Stadt Köln). So sind die Ergebnisse der Studie zugleich auch Aufgabe und Verpflichtung für die Stadt Köln. Zitate aus der PM: 95 Prozent der befragten Unternehmen sind der Ansicht, dass die Kölner LSBTIQ-Community einen wesentlichen Anteil daran hat, dass Köln als weltoffen und tolerant wahrgenommen wird. 94 Prozent der befragten Unternehmen bestätigen, dass der tolerante Umgang mit Lesben und Schwulen in Köln etwas ist, was die Stadt positiv von anderen Städten abhebt. Weltoffenheit und Toleranz werden von den Unternehmen als wichtige Standortvorteile für Köln bewertet. So stimmen 86 Prozent der befragten Unternehmensvertreterinnen und -vertreter der Aussage zu, dass "Weltoffenheit und Toleranz Köln attraktiver für hochqualifizierte Fachkräfte machen". Da Weltoffenheit, Toleranz und Diversitätsaspekte aktiv gestaltet werden müssen und keine Selbstläufer sind, können wir als Stadtarbeitsgemeinschaft LST folgende Arbeitsaufträge für die kommende Zeit benennen: - Personelle Anpassung der Fachstelle an die wirklichen Bedarfe der Community (10,6% Bevölkerungsanteil) - Anpassung des Haushalts an die entsprechenden besonderen Bedarfe der Community - Stetige Weiterführung der Studie und differenzierte Befragung von Untergruppen (Senior*innen, Jugend, Wirtschaft) - Vernetzung und Zusammenführung mit den Ergebnissen des Aktionsplans Nur in der konsequenten Weiterführung der Studie und der personellen und finanziellen Ausstattung der Fachstelle kann die Stadt Köln die aus der Studie erkannten Standortvorteile bewahren und ausbauen. So sagt die OBin Henriette Reker: „Wir lernen aus der Studie, wie wichtig es ist, dass uns dieses vielfältige, weltoffene und tolerante Klima in Köln auch in Zukunft erhalten bleibt“. Aktionsplan der Stadt Köln zur Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt Der Erarbeitungsprozess zum Aktionsplan war geprägt von einem intensiven und lebhaften Austausch, von zahlreichen Dialogen und Diskussionen – er war aber auch spürbar getragen von dem gemeinsamen Ziel aller Beteiligten, Akzeptanz gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu fördern und Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und intergeschlechtlichen sowie queeren Personen den Respekt und die Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, die alle Menschen verdienen. Leider hat die Rückkopplung der Maßnahmenvorschläge mit den zuständigen Fachämtern der Stadtverwaltung aufgrund einer vakanten Stelle und generellen Unterbesetzung in der Fachstelle LSBTI unverhältnismäßig lange gedauert und ist für viele engagierte Beteiligte frustrierend. Momentan rechnen wir mit einer Fertigstellung des Aktionsplanes bis Ende 2020. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem erarbeiteten Aktionsplan dem gemeinsamen Ziel ein großes Stück näher kommen werden. Er wird nicht der Endpunkt der Entwicklung der vergangenen Jahre sein. Vielmehr ist seine Umsetzung als ein offener und fortlaufender Prozess zu verstehen, in dem bestehende Initiativen weiterentwickelt und neue, innovative Vorhaben ermöglicht werden. Der Aktionsplan ist allerdings nicht nur politische Zielbestimmung. Er dokumentiert auch das Ergebnis des breit angelegten Beteiligungsprozesses, in den sich zahlreiche Selbstvertretungsorganisationen aus ganz Köln eingebracht haben. Diesen anspruchsvollen und lobenswerten Weg wollen wir weitergehen und dafür kämpfen, dass die Umsetzung des Aktionsplans für die Verwaltung verbindlich sein wird, damit er für Bürger*innen einklagbar ist. Anlage 2 3 LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus den Kölner Partnerstädten Verwaltung und Ehrenamtliche haben sehr gut zusammengearbeitet bei der Umsetzung der Idee, anlässlich des CSD Aktivist*innen aus jenen Partnerstädten einzuladen, in denen die Situation von LSBTI weitaus fragiler ist als hierzulande. Die Kooperation hat sich bewährt, die Aktion wurde bundesweit wahrgenommen als Signal für Menschenrechte und Sichtbarkeit von Lesben. Das Konzept wurde anschließend durch die Fachstelle LST und Vertreter*innen Stadt-AG LST auf dem 2. Regenbogenparlament 2018 und dem Lesbenfrühlingstreffen 2019 – zu Nachahmung – vorgestellt. Sichtbarkeit von Lesben in Köln Die wirkungsstärkste Aktion innerhalb des Handlungsfeldes Sichtbarkeit von Lesben in Köln war die gezielte Einladung lesbischer Aktivistinnen im Rahmen des ColognePride 2017 und 2018. Aus Sicht des AK Lesbische Sichtbarkeit ist diese Aktion fortzusetzen. Nicht weitergekommen sind wir mit dem Thema Benennung von Straße und Plätzen nach weiblichen Persönlichkeiten, die sich durch ihre Frauensolidarität und / oder den Bruch mit der herkömmlichen Geschlechterrolle auszeichnen. Der Beschlussempfehlung der Stadt-AG Ende 2015 folgten keine relevanten weiteren Aktivitäten. Die Vorstellung des Themas im Beschwerdeausschuss war nicht die richtige Adresse, und die Fachstelle LST hat das Anliegen aufgrund personeller Unterbesetzung nicht voran bringen können. Das Thema „Sichtbarkeit von Lesben“ muss als ständiger TO erhalten bleiben, denn nach wie vor werden lesbische Interessen zu wenig wahrgenommen – auch in der (medialen) Öffentlichkeit. So verlor der KSTA über den mit 1300 Teilnehmer*innen – in Coronazeiten auf Fahrrädern - durchgeführten, sehr erfolgreichen DykeMarchCologne 2020 keine Zeile! Alter und Pflege Entgegen ihrem immer wieder positiv hervorgehobenem Image als Stadt der Vielfalt, hinkt Köln im Bereich der Umsetzung einer lebenswelt orientierten Pflege anderen Kommunen deutlich hinterher. Die Antworten der Sozialbetriebe Köln auf Anfragen des rubicoh e.V. an den Sozialaussschuss bzgl. Berücksichtigung von LSBT in der örtlichen Alten- und Pflegeplanung zeigten, dass Handlungsbedarf besteht, allerdings dauern die vorgeschlagenen Schritte der Umsetzungsschritte (z.B. Durchführung einer Fortbildung) eindeutig zu lange. LSBTI Geflüchtete Die 14 Forderungen der Stadt AG LST, die bereits 2014 eingereicht wurden, sind in einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit der Stadt Köln bis heute 2020 in großen Teilen umgesetzt. Diverse Anfragen wurden zusammen mit den jeweils zuständigen Ämtern und Fachleuten wie den Geflüchteten selber beantwortet. Allerdings ist der bereits von der Stadt Köln positiv beantwortete Punkt „sichere Wohnungen für LSBT-Geflüchtete, die aus dem Raster der bestehenden Wohnmöglichkeiten fallen“ noch offen, da sich keine Trägerschaft für das wichtige Projekt gefunden hat. Noch ausstehend: Beratungsangebot für geflüchtete Trans* und Inter*Personen mit Möglichkeiten für Dolmetscher*innen zu Themen wie Transition, Namens- und Personenstandsänderung, medizinische Versorgung, therapeutische Anbindung, Gruppenangebote Finanzierung von Gruppenangeboten für lesbische und bisexuelle Frauen* Eigene Räume für Gruppenangebote wie Sofra und andere Selbstorganisierte Projekte Möglichkeit der Unterbringung von in Köln auflaufenden LSBTIQ* Geflüchteten ohne Zuweisung nach Köln und damit zusammenhängendes Case-Management Anlage 2 4 Möglichkeit in Einzelfällen eine Vorabzustimmung für Zuweisungen nach Köln für LSBTIQ* Geflüchtete zu erhalten (natürlich unter Anrechnung auf die Aufnahmequote) Trans* Trans Personen wählen die Transgeschlechtlichkeit nicht freiwillig. Die meisten durchlaufen folgende Phasen: 1. die Zeit der Zerrissenheit vor dem Coming out , 2. die Transition ins empfundene Geschlecht und 3. die Integration im empfundenen Geschlecht. Die Stadt-AG LST hat sich die Aufgabe gestellt, alle diese Phasen zu unterstützen, denn wie alle Menschen haben trans Personen ein Recht auf eine Versorgung, die ihre körperliche und psychische Gesundheit schützt. Was haben wir in den letzten vier Jahren erreicht? - Für trans Personen in Phasen 1 bis 3.): Allein die aktive Beschäftigung der Stadt Köln mit dem Thema "trans" durch die Stadt-AG LST zeigt, dass jede Diskriminierung von trans Personen nicht akzeptiert wird. Das mag z.B. Personen, die mit sich im Zwiespalt leben, bei ihrer Coming-Out-Entscheidung helfen. - Für trans Personen in Phase 2.) und 3.): 2014 startete eine Initiative, um Unsicherheiten zwischen medizinischem Personal und trans Personen abzubauen. Mit Unterstützung von Frau Reker und Herrn Dr. Rau konnten Kontakte aufgebaut und Informationen getauscht werden. Mittlerweile ist das Thema "trans" in den Ausbildungsthemen der Pflege- Auszubildenden der Uni-Klinik integriert worden. - Für trans Personen in Phase 2.) und 3.): nach langwierigen Verhandlungen wurden regelmäßige Schwimmzeiten für trans Personen im Köln-Mülheimer Genovevabad eingerichtet. - Für trans Personen in Phasen 1 bis 3.): Die Wirtschaftsstudie zeigte auf, dass Köln offensichtlich ein Anziehungspunkt für viele trans Personen ist, weil die meisten Einwohner Kölns trans Personen als Teil ihrer Gesellschaft sehen. Was hätten wir gerne erreicht? - Nach langen Diskussionen wurde eine Broschüre entworfen, die Personen in Phase 1.) als Leitfaden für ihren Weg hätte dienen können und externen Personen als Verständnishilfe. Dieses Projekt ist gescheitert. Wir hätten uns hier mehr Unterstützung durch die Politik und den zuständigen Verwaltungsstellen gewünscht. - In früheren Jahren war die Polizei über die Situation von trans Personen in Phase 2 informiert, so dass es bei Kontrollen keine Probleme gab. Diese Informationen hätten wir gerne regelmäßig aufgefrischt, da es ständig neue Polizistinnen und Polizisten gibt. Diese Initiative ist leider gescheitert, da die Führung der Polizei dies nicht mehr unterstützt. - Die oben genannten Erfolge wurden nur sehr langsam erreicht. Hier wären schnellere Reaktionen aller Ansprechpartner künftig wünschenswert. Was sind unsere nächsten Ziele? - Eine geeignete Öffentlichkeitsarbeit, um Transgeschlechtlichkeit in der Öffentlichkeit weiter als Teil des Menschseins zu zeigen; mit dem Ziel, den Leidensweg vor dem Coming out abzuschaffen oder zumindest abzukürzen. - Abbau von sprachlichen Barrieren, um das Verständnis zwischen trans - und cis Personen positiv zu gestalten. - Aufbau von Kontakte zu und Gespräche mit gewissen Körperschaften des öffentlichen Rechts, die derzeit noch starken Druck auf trans Personen aufbauen und damit das Grundrecht auf psychische Gesundheit ignorieren. - Ausdehnung der Ausbildung zum Thema "trans" auch auf Altenpflegekräfte
Beratungsverlauf (22)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2366/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 26.02.2021
- Erstellt
- 03.08.2020 10:52