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V/0863/2011

Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren: Bericht und Empfehlungen des Arbeitskreises Friedenskultur

Vorlagen 16.11.2011

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 14.12.2011, TOP 42

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage 1.4

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Anlage 1.3

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Anlage 1

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Anlage 2

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Anlage 1.2

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Anlage 1.1

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Anlage 1.5

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Ansehen

Beschlussvorlage

11510 Zeichen

V/0863/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Sozialamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren: Bericht und Empfehlungen des Arbeitskreises 
Friedenskultur 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
30.11.2011 Integrationsrat Anhörung 
14.12.2011 Hauptausschuss Vorberatung 
14.12.2011 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt, die weitere Prüfung, Konkretisierung und Umsetzung der im 
Bericht des Arbeitskreises Friedenskultur formulierten Empfehlungen (Anlage 1) nach Maßga-
be der personellen Kapazitäten und finanziellen Möglichkeiten zu koordinieren.  
 
2. Zur Unterstützung der Aufgabenwahrnehmung durch die Verwaltung wird ein Fachbeirat einge-
richtet, der sich wie in der Begründung dargestellt zusammensetzt.  
 
3. Über die Umsetzung der Empfehlungen berichtet die Verwaltung dem Rat im 2. Halbjahr 2013.  
 
4. In der Überzeugung, dass sich die Katastrophen von Hiroshima und Nagasaki nirgendwo wie-
derholen dürfen, tritt die Stadt Münster für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen ein. Zum Zei-
chen der Solidarität mit den Städten dieser Welt in ihrem gemeinsamen Wunsch nach einer 
vollständigen nuklearen Abrüstung wird die Stadt Münster dem internationalen Netzwerk May-
ors for Peace beitreten.  
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Der Beitritt zum Netzwerk Mayors for Peace ist mit keinen finanziellen Verpflichtungen für die Stadt 
Münster verbunden. 
 
Der Umfang der in Ziffer 1 der Beschlussempfehlung bezeichneten Aufgabenwahrnehmung ist von 
den hierfür verfügbaren Personalkapazitäten abhängig. Die Verwaltung macht darauf aufmerksam, 
dass sich die Aufgabenwahrnehmung bei gegebenen Kapazitäten auf wenige Schwerpunkte be-
schränken muss. Besondere Einzelvorhaben und Projekte im Aufgabenzusammenhang können 
Vorlagen-Nr.: 
V/0863/2011 
Auskunft erteilt: 
Herr Treutler 
Ruf: 
492 50 26 
E-Mail: 
Treutler@stadt-muenster.de  
Datum: 
07.11.2011 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0863/2011 
nur insoweit durchgeführt werden, als verfügbare Haushaltsmittel hierfür eingesetzt oder Drittmittel 
erschlossen werden können.  
 
 
Begründung: 
 
1. Antrags- und Beschlusslage 
 
Mit ihrem gemeinsamen Antrag „Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren“ (A-
R/0023/2008) vom 21.04.2008 hatten die Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grü-
nen/GAL und UWG-MS/ödp sowie das Einzelmitglied im Rat angeregt, die Verwaltung mit der Prü-
fung zu beauftragen, welche Maßnahmen und Veranstaltungen Beiträge leisten, das Profil Müns-
ters als Stadt des Friedens weiter zu stärken; der Antrag stützt sich auf einen ihm vorangegange-
nen Meinungs- und Gedankenaustausch zwischen den Fraktionen, dem Friedensforum und dem 
damaligen Ausländerbeirat. Konkret schlägt der Antrag vor, 
• einen Bericht über die bisherigen Aktivitäten der Stadt und der Zivilgesellschaft zu erstellen; 
• falls möglich, diese Aktivitäten zu bündeln, z. B. durch einen gemeinsamen Internetauftritt; 
• Perspektiven zu entwickeln und aufzuzeigen, wie eine Profilschärfung konzeptionell erreicht 
werden kann; 
• Perspektiven aufzuzeigen, wie die bestehenden Friedensgruppen koordiniert in diesen Prozess 
eingebunden werden können. 
 
Nach einer Reihe von Vorgesprächen zwischen der Verwaltung und den Initiatorinnen bzw. 
Initiatoren des Antrags hat der Hauptausschuss mit Beschluss vom 09.06.2010 (zur Vorlage 
V/0234/2010) den „Arbeitskreis Friedenskultur“ eingerichtet und ihn beauftragt, die mit dem 
Ratsantrag formulierten Überlegungen zu vertiefen und mit Blick auf ihre 
Umsetzungsmöglichkeiten aufzubereiten: Neben Informationen über bisherige städtische und 
zivilgesellschaftliche Aktivitäten hatte der Arbeitskreis kommunale Handlungsansätze für eine 
weitere Profilschärfung Münsters als Stadt des Friedens zu entwickeln, in deren Rahmen 
Aktivitäten unterschiedlicher Institutionen und Gruppen eingebunden werden, ihr Eigenprofil 
gleichwohl sichtbar bleibt. Schließlich sollte der Arbeitskreis Vorschläge zur organisatorischen 
Umsetzung seiner inhaltlichen Empfehlungen entwickeln.  
 
Der Arbeitskreis Friedenskultur hat sich am 17.10.2011 einvernehmlich verständigt, seinen Bericht 
in der vorliegenden Fassung (Anlage 1), ferner den, ihn aus der Warte des Arbeitskreises 1648 – 
Dialoge zum Frieden ergänzenden, Beitrag (Anlage 2) dem Rat im Rahmen dieser Vorlage zu 
überreichen. 
 
2. Bericht und Empfehlungen des Arbeitskreises Friedenskultur 
 
Im Anschluss an eine zusammenfassende Skizze des Entstehungszusammenhangs entwirft der 
Bericht zu Beginn des Hauptteils einen vorläufigen programmatischen Rahmen, der einerseits in 
Anknüpfung an bestehende städtische Aktivitäten, zumal im Rahmen des Konzepts „1648 – 
Dialoge zum Frieden“, „Dialog“ als Orientierungsmarke für einen friedensbezogenen 
Profilierungsprozess identifiziert; insbesondere mit Blick auf die Identifikation der Stadtgesellschaft 
mit dem Thema Frieden nach innen schlägt der Bericht darüber hinaus „Kultur“ als weiteren, 
„Dialog“ ergänzenden Fixpunkt vor. Um einen Überblick über Aktivitäten und Aufgabeninhalte im 
Themenfeld Frieden zu erhalten, gliedert Ziffer 3 des Berichts das Aufgabenfeld in fünf 
Handlungsbereiche, denen Skizzen mit Befunden und Perspektivempfehlungen zugeordnet sind. 
Ziffer 4 verdichtet daraufhin die zuvor formulierten Vorschläge zu einigen bereichsübergreifenden 
Handlungsempfehlungen. Ziffer 5 des Berichts benennt unterschiedliche Modelle zur 
organisatorischen Umsetzung, ohne jedoch eines von ihnen ausdrücklich zu favorisieren. Der 
Bericht schließt mit dem Vorschlag, die inhaltlichen Empfehlungen des Berichts zunächst in einer 
bis Ende 2013 befristeten Pilotphase zu konkretisieren und weiterzuentwickeln, und skizziert die 
betreffenden Rahmenbedingungen.

- 3 - 
V/0863/2011 
Der Arbeitskreis Friedenskultur hat sich einvernehmlich dafür ausgesprochen, die Empfehlungen 
des Berichts als Ergänzungsbeiträge zu den bestehenden, insbesondere den städtischen 
Aktivitäten im Konzeptzusammenhang „1648 - Dialoge zum Frieden“ zu werten; der Arbeitskreis 
„1648 - Dialoge zum Frieden“ solle seine bisherige Aufgabenwahrnehmung weiterhin in gleicher 
Ausrichtung und gewohnter Qualität eigenverantwortlich fortführen. Mit Abschluss seiner 10. 
Sitzung am 08.11.2011 hat der Arbeitskreis Friedenskultur seine Tätigkeit beendet. 
 
3. Fachbeirat ‚Friedenskultur’ 
 
Die Verwaltung teilt die Einschätzung des Arbeitskreises, dass ein Fachbeirat als Vermittlungsin-
stanz zwischen Stadt und zivilgesellschaftlichen bzw. nichtstädtischen Akteuren im Aufgabenfeld 
Frieden die Aufgabenwahrnehmung der Verwaltung bei der weiteren Prüfung, Konkretisierung und 
Umsetzung der Empfehlungen wirksam unterstützen kann. Abgesehen von Vermittlungsaufgaben 
kann ein solcher Beirat insbesondere konsultative Funktionen (als Impulsgeber und Resonanz-
spender) wahrnehmen und beratend bei eventuellen Projektförderungen mitwirken.  
 
Ein Fachbeirat mit dieser Aufgabenstellung muss einerseits der Anforderung einer angemessenen 
Repräsentationsbreite begegnen, andererseits aber vor allem arbeitsfähig sein. Der Arbeitskreis 
Friedenskultur hat keine ausdrückliche Empfehlung zur Größe des Fachbeirats abgegeben; aller-
dings haben einzelne Mitglieder die Bedeutung einer breiteren Repräsentation hervorgehoben. Die 
Verwaltung empfiehlt gleichwohl, den Fachbeirat mit 12 stimmberechtigten Mitgliedern zu beset-
zen, davon 
• jeweils ein von den Fraktionen des Rates benanntes Mitglied, 
• ein vom Integrationsrat benanntes Mitglied, 
• drei Mitglieder aus dem Kreis zivilgese llschaftliche Friedensorganisationen/-gruppen sowie 
• drei Mitglieder aus dem Kreis der Friedensgruppen im Bereich der Kirchen und Religionsge-
meinschaften. 
Sofern der Rat die Vorlage beschließt, wird die Verwaltung die Besetzung des Fachbeirats mit Mit-
gliedern aus den Kreisen der zivilgesellscha ftlichen Institutionen/Gruppen sowie der Gruppen aus 
Kirchen und Religionsgemeinschaften koordinieren. Die Geschäftsführung für den Fachbeirat 
nimmt die Verwaltung wahr. Einvernehmlich kann der Fachbeirat weitere Personen beratend hin-
zuziehen. Seine innere Organisation regelt der Fachbeirat in seiner konstituierenden Sitzung mög-
lichst im 1. Quartal 2012.  
 
4. Netzwerk Mayors for Peace  
 
Zu dem 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters der Stadt Hiroshima, Araki Takeshi,  
gegründeten Netzwerk gehören heute mehr als 5.000 Städte in 150 Staaten. Ziel des Netzwerks 
ist es, Einfluss gegen die weltweite Verbreitung atomarer Massenvernichtungswaffen zu nehmen. 
Im Rahmen der von der „Konferenz der Bürgermeister für den Frieden“ im Jahr 2003 initiierten 
„Kampagne Vision 2020“ strebt das Netzwerk mit konkreten Schritten die weltweite Abschaffung 
aller Atomwaffen bis zum Jahr 2020 an (weitere Informationen unter 
http://www.mayorsforpeace.de/
).  
 
Mayors for Peace Deutschland ist ein (echtes) Netzwerk, keine formale Organisation und damit 
auch keine juristische Person. Die Geschäftsführung nimmt die Landeshauptstadt Hannover, Part-
nerstadt Hiroshimas, wahr. Das Büro der Geschäftsführung hat bestätigt, dass die Mitgliedschaft 
mit keinen finanziellen Verpflichtungen der betreffenden Stadt verbunden ist, auch nicht mit Erwar-
tungen an freiwillige Beiträge. Zurzeit stellen die beiden Städte Hiroshima und Nagasaki die Finan-
zierung des Netzwerks sicher, ergänzt um freiwillige Spenden einiger Mitgliedsstädte, darunter 
Hannover. Angesichts des Zuwachses an Mitgliedern plant das Netzwerk gegenwärtig ein 
Fundraisingkonzept, um die Finanzierung auf eine breitere Basis zu stellen. Obligatorische Beiträ-
ge der Mitgliedsstädte seien gleichwohl nicht vorgesehen. Wichtiger für die Mitgliedschaft sei ein, 
wie auch immer ausgestaltetes, Engagement der betreffenden Stadt für den Frieden.  
 
In Deutschland gehören dem Netzwerk 385 Städte und Gemeinden an, darunter Berlin, Hamburg

- 4 - 
V/0863/2011 
und München. Im Netzwerk sind ferner mehrere NRW-Großstädte vertreten. In Münsters Nachbar-
schaft sind die Städte Osnabrück und Greven, ferner die Gemeinden Havixbeck und Nottuln dem 
Netzwerk beigetreten. Von Münsters Partnerstädten nehmen Fresno, Kristiansand und Rjasan am 
Netzwerk teil. 
 
5. Empfehlung der Verwaltung und weiteres Verfahren 
 
Die Verwaltung empfiehlt, dem Vorschlag des Arbeitskreises Friedenskultur folgend, die weitere 
Prüfung, Konkretisierung und Umsetzung der Empfehlungen des Abschlussberichts in enger Ab-
stimmung mit einem Fachbeirat zu koordinieren, zunächst im Rahmen einer auf zwei Jahre ange-
legten Pilotphase. Die Aufgabenwahrnehmung des Arbeitskreises „1648 - Dialoge zum Frieden“ 
auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom 13.06.2007 zur Vorlage V/0113/2007 (s. auch Anlage 
6 zur Vorlage) bleibt hiervon unberührt. 
 
Der Umfang der Aufgabenwahrnehmung inkl. Häufigkeit der Sitzungen des Fachbeirats ist von den 
hierfür verfügbaren Personalkapazitäten, die Realisierung von Vorhaben und Projekten von hierfür 
einsetzbaren Finanzmitteln abhängig. Zwischen dem Arbeitskreis Friedenskultur und der Verwal-
tung ist allerdings verabredet, in die Bürgerumfrage 2012 Fragen zum Thema Frieden aufzuneh-
men.  
 
Über Verlauf und Ergebnisse der Vertiefung und Umsetzung der Empfehlungen des Arbeitskreises 
Friedenskultur berichtet die Verwaltung dem Rat im 2. Halbjahr 2013.  
 
 
 
gez. 
Markus Lewe 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1: Bericht und Empfehlungen des Arbeitskreises Friedenskultur 
Anlage 2: Beitrag des Arbeitskreises „1648 - Dialoge zum Frieden“

Anlage 1.4

8581 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.4 
Seite 1 
Sozialamt 15.10.2010  
 5909  
 
Kommunale Friedensarbeit in den Städten Osnabrück und Graz  
 
Auszug aus der Niederschrift über die Sitzung des A rbeitskreises Friedenskultur am 
28.09.2010 
 
Informationen über die kommunale Friedensarbeit in anderen Städten 
TOP 4  
 
Herr Treutler teilte einleitend mit, dass die gepla nte Videokonferenz  mit dem Friedensbüro der 
Stadt Ypern leider nicht zustande gekommen ist, und  fasste die Informationen über die Arbeit des 
Friedensbüros zusammen, die dessen Leiter der Stadt Münster zur Verfügung gestellt hat. 
•  Stadt Osnabrück - Büro für Friedenskultur • 
Anschließend stellte sich Frau Opladen als Leiterin  des Büros für Friedenskultur der Stadt 
Osnabrück kurz vor.  Das Büro für Friedenskultur is t als Teil des Fachbereichs Kultur eine zentrale 
Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und den Akteuren der Friedensarbeit. Die vorrangigen 
Aufgaben des Büros sind Entwicklungs- und Projektma nagement sowie Beratung und 
Bereitstellung von Serviceangeboten für die in der Friedensarbeit engagierten Osnabrückerinnen 
und Osnabrücker. Das Büro für Friedenskultur ist fe derführend für die Umsetzung des im Jahr 
1992 entstandenen "Handlungskonzeptes Förderung der  Friedenskultur in Osnabrück" 
verantwortlich. Das Handlungskonzept wird zurzeit a ktualisiert und enthält im wesentlichen zwei 
Schwerpunkte: 
 Die Förderung der friedenskulturellen Aktivitäten innerhalb der Stadt Osnabrück.  
 Überregionale friedenskulturelle Programme und Entwicklung der Zusammenarbeit mit 
internationalen Organisationen. 
Die Infrastruktur für Friedenskultur in Osnabrück basiert auf zwei Säulen: 
 dem institutionellen Bereich: Die Friedenskultur wird wesentlich geprägt durch 
Einrichtungen wie das Felix-Nussbaum-Haus, das Erich Maria Remarque-
Friedenszentrum, die Deutsche Stiftung Friedensforschung, die Osnabrücker 
Friedensgespräche, den Friedenstag, die Verleihung des Erich Maria Remarque-
Friedenspreises und die Partnerschaft mit terre des hommes.  
 dem zivilgesellschaftlichen Bereich: korrespondierend und gleichbedeutend mit den 
öffentlichen Einrichtungen bildet die Arbeit der Vereine, Initiativen und Einzelpersonen 
einen weiteren strukturellen Schwerpunkt der Friedensarbeit.  
Die Osnabrücker friedenspolitische Arbeit orientiert sich an folgenden Leitlinien: 
      Förderung einer Kultur der Toleranz 
      Ökologische Ressourcenverantwortung  
      Ausgleich des sozialen Gefälles zwischen armen und reichen Ländern   
                sowie auch innerhalb der eigenen Gesellschaft. 
Weitere Informationen können aus der Anlage 2 (Präs entation von Frau Opladen) und unter 
folgendem Link entnommen werden: http://www.osnabrueck.de/7290.asp

Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.4 
 
 Seite 2 
 
•  Grazer Büro für Frieden und Entwicklung • 
Frau Jutta Dier  stellte sich als Geschäftsführerin  des Büros für Frieden und Entwicklung in Graz 
kurz vor. Die Stadt Graz hat im Jahr 1988 das Büro für Frieden und Entwicklung auf Vereinsbasis 
eingerichtet. Ausgangspunkt war weniger eine retros pektive Sicht der Aufarbeitung sondern 
vielmehr die Übereinkunft verschiedener Akteure (in sbesondere der Politik), dass (internationale) 
Friedensarbeit einen besonderen Stellenwert habe un d besonderem Engagement bedürfe. In dem 
Verein sind die politischen Parteien, die evangelische und die katholische Kirche, Menschenrechts-
, Entwicklungs- und Friedensorganisationen und andere vertreten.  
 
Die Arbeit des Büros für Frieden und Entwicklung ha tte in den ersten Jahren insb. folgende 
Schwerpunkte: 
 
• „Gewalt in der Stadt, Stadt ohne Gewalt“ 
• Interreligöser Friedensdialog Sarajevo 
• Neutralität 
• Interkulturelles Zusammenleben 
 
Die 
Stadt Graz  ist seit dem Jahr 2000 die erste und bisher einzig e Menschenrechtsstadt Europas 
und eine von mittlerweile rund zwei Dutzend weltweiten Menschenrechtsstädten . Die Idee der 
Menschenrechtsstädte geht auf die UNO nahestehende Menschenrechtsorganisation People´s 
Movement for Human Rights Learning PDHRE zurück, di e von der angesehenen 
Menschenrechtsaktivistin Shulamith Koenig gegründet  wurde. Im Februar 2001 wurde vom Grazer 
Gemeinderat einstimmig eine Menschenrechtserklärung  abgegeben, die damit die Grundlage für 
die Menschenrechtsstadt Graz darstellt. 
 
 Im Zuge dieser Aktivitäten, wurden in Graz vier thematische Säulen eingerichtet: 
 
• Menschenrechte: Koordinator Europäisches Trainings zentrum für Demokratie und 
Menschenrechte (gegründet 1999) 
• Interreligiöse Zusammenarbeit: Koordinator Afro-As iatisches Institut Graz 
• Integration: koordiniert durch das Integrationsref erat (eingerichtet  03.11.2005) 
• Friedens- und Konfliktarbeit: Koordinator Friedens büro Graz  
 
Beispiele von Aktivitäten aus den einzelnen Bereichen/Säulen: 
 
 
Menschenrechte: 
• Menschenrechtspreis für kommunale Leistungen wird alle 2 Jahre verliehen 
• Wahlkampfbeobachtung seit 2008 mit Ampelsystem 
• 10 Punkte Programm im Rahmen der Europäischen Städ tekoalition gegen 
Rassismus 
 
Integration: 
• Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat 
• Förderabwicklung für Integrationsprojekte 
• Interkulturelle Leitbilder entwickelt 
 
Interkultureller Beirat  
• Vertrauensbildung unter den Religionsgemeinschafte n 
• Informationen über Religionsgemeinschaften 
 
Frieden- und Konfliktbearbeitung: 
• Gewaltprävention im Umfeld Schule 
• Gemeinwesenarbeit und

Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.4 
 
 Seite 3 
• Schulungen: Konfliktkompetenzen 
• Koordination der Woche der Menschenrechte 
• Publikation: Friedenszeit mit Veranstaltungskalend er 
• Meine Menschenrechte – Führer für die Beratungsein richtungen in Graz mit 
Darstellung des Menschenrechtsbezugs 
 
Weitere Informationen über das Büro für Frieden und  Entwicklung in Graz können Sie dem 
folgenden Link entnehmen:  
www.friedensbuero-graz.at/set   
Im Auftrag 
 
gez. 
Robert 
Schriftführung 
 
Friedensaktivitäten in Ypern (Ieper), Belgien  
 
Der Leiter des Friedensbüros (Dienst vrede en ontwi kkeling) Ypern schreibt mit Email vom 
27.09.2010: 
 
Dear Mr Treutler, 
 
I will try to give you an explanation on your the questions. 
 
First of all I would like to point out that my office is not an office that has links with the municipality but is one 
of the services within the city administration. That means that I'm working for and paid by the city. That 
means as well that every year the city provides the Peace Service with a budget to work with. I'm the only 
person working for this service, but of course I do co-operate with other city services to realise things, to 
work out programmes, etc... (Cultural centre, Technical service of the city, Youth Service, the environmental 
service), but next to the cooperation with colleague-services I do work together with schools ( primary and 
secondary schools in Ypres). 
 
The history of my office: 
My office was installed in 2001 after is became clear that some decisions made by the city council really 
needed a follow up by specific service. In 1998 the Peace Fund was installed to organise the Peace Prize of 
the city, to support local initiatives, a cooperation was set up with a city in Kosovo,.... It became clear that this 
was not longer something for volunteers or to be done by people working in the city in other services. The 
city needed a Peace service to follow up these things. 
 
Since then the service has been working on different levels: 
- local: working with schools on projects (exhibitions for schools, lectures, together with primary schools we 
planted 5000 trees ( the link between peace and climate change),.... 
- regional: the city tries to facilitate things: we were asking al Belgian cities to become members of Mayors 
for Peace, to become cities of peace, linked to the decade for peace and non-violence (2000 - 2010), the 
Peace Prize invites all schools in Flanders to work on it. Last year I organised together with an artist an 
exhibition called Mayors against Violence (85 cities participated) 
- international: the co-operation with Gjilan (Kosovo), the 2020 Vision Campaign Mayors for Peace (housing 
and chairing the international Campaign secretariat), co-operation with a city in Ghana (Wa), .... 
 
One of the projects taking most of my time now is the Peace Prize of Ypres 
www.vredesprijs-ieper.be   
You can find all information on this website. 
 
I hope this helps you a bit. 
 
Best Regards, 
 
Filip Deheegher

Anlage 1.3

2988 Zeichen

Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur Fried ensaktivitäten in Münsters Partnerstädten (Überblick) Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Anhang 7.3 
Name der Stadt Organisation 
Universitäre 
Programme und 
Studiengänge 
Begriffsverständnis Aktivitäten Gedenktage Kundgebunge n 
Braniewo 
(Braunsberg) alle Organe der Stadt 
Toleranz, zwischenmenschl. 
Verständigung, UNESCO: Frieden 
schaffen in Köpfen und Herzen 
Fresno 
Abteilung für Kriminalität: 
Interdisziplinäres 
Programm „Friedens- 
und Konfliktforschung“; 
Bachelor in Friedens- 
und Konfliktforschung 
Kristiansand 
Stiftelsen Arkivet - Stiftung 
(historische Aufklärung, Demokratie 
und Menschenwürde, Dialog und 
Konfliktprävention) 
Herausgabe von Büchern, 
Theater- und musikalische 
Aufführungen, Festivals und 
Ausstellungen 
viele Gedenktage, 
z.B. Holocaust- 
Gedenktag, 
Befreiungstag, Tag 
der Todesstrafe 
diverse 
Veranstaltungen zu 
den Gedenktagen 
Monastir 
Vereine für soziale Integration, 
Solidarität und Unterstützung von 
Minderheiten, karitative Verbände 
wissenschafticher 
Lehrstuhl für den Dialog 
der Zivilisationen und der 
Religionen mit staatl. 
Ausprägung 
sozialer und politischer Frieden, 
Terrorismusprävention, Tourismus 
fördert Frieden 
Verfechter der 
Unabhängigkeit 
werden geehrt 
8. Dezember 
Sammeln von 
Solidaritätsgeldern 
für Minderheiten 
Seite 1

Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur Fried ensaktivitäten in Münsters Partnerstädten (Überblick) Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Anhang 7.3 
Name der Stadt Organisation 
Universitäre 
Programme und 
Studiengänge 
Begriffsverständnis Aktivitäten Gedenktage Kundgebunge n 
Mühlhausen/Th. 
Verein "Miteinander e.V." 
"Mühlhäuser Aktionsbündnis gegen 
Rechts" 
Demokratiegedanken fördern 
gegen Rechtsextremismus, 
Förderung friedl. Konfliktlösungen, 
Verständigung zwischen Deutschen 
und ausl. Mitbürgern  
Erarbeitung von 
Kommunikationsstrategien 
Beratungsangebote für 
Spätaussiedler, Pädagogen, 
Behörden und 
Einzelpersonen 
Veranstaltungen, 
Workshops, Ausstellungen, 
Lesungen 
Kurfürstentag von 
1627: Ende des 
dänisch- 
niedersächs. 
Krieges 
Interkulturelle 
Wochen 
Orléans 
Bewegung für gewaltfreie Alternative 
Orleans; Koordinationsstelle Orleans 
für ein gewaltfreies, friedl. Jahrzehnt; 
Club A 45: friedl. & ökonomische 
Aktivitäten fördern 
Rishon LeZion 
fruchtvoller, friedlicher Dialog, 
Frieden zwischen Bewohnern und 
Minderheiten, Respekt, Toleranz, 
Dialog 
Programm: "Stadt ohne 
Gewalt" 
Rjasan 
verschiedene Organisationen mit 
sehr unterschiedlicher Ausrichtung 
sowie städtische Verwaltung 
Freundschaft und Verständigung 
zwischen den Völkern, 
Wohltätigkeit, Menschenrechte 
internationaler Austausch 
mit anderen Städten, 2011 - 
Jahr der Partnerstädte 
Heimatlieder- 
Festival, 
Wohltätigkeitsveran 
staltungen, Festival 
nationaler Kulturen 
York "sicheres York Partnerschaft" mit 
Rat, Polizei 
FB Politik: Abteilung für 
den Wiederaufbau nach 
dem Krieg und 
Entwicklung 
Seite 2

Anlage 1

42076 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 1 
Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren 
Bericht und Empfehlungen des Arbeitskreises Friedenskultur 
 
Vorbemerkung 
 
1.  Das Grundanliegen 
 
2.  Profilformulierung 
 
2.1  Notwendigkeit und Ziel einer Profilformulierun g 
 
2.2  Vorschlag für eine Profilformulierung 
 
3.  Handlungsbereiche im Themenfeld Frieden 
 
 
3.1  Öffentliche Veranstaltungen 
 
3.2 Bildungsarbeit und Forschung 
 
3.3 Ortsbezogene Erinnerungsarbeit und Gedenken 
 
3.4 Internationale Friedensarbeit 
 
3.5 Kommunale Entscheidungskultur und lokale Partiz ipation 
 
4. Bewertung / Auswertung 
 
5. Institutionalisierungsmodelle 
 
6. Empfehlung: Pilotphase 2012-2013 
 
7. Anhänge

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 2 
Vorbemerkung 
Frieden setzt die Freiheit des Gewissens, der Religion und der persönlichen 
Überzeugung aller Menschen, den Verzicht auf Gewalt und die Herrschaft des 
Rechts voraus. Im Rahmen einer internationalen Friedensordnung, eines 
freiheitlichen Verfassungsstaates und einer offenen Gesellschaft konnte die Stadt 
Münster sich seit 1945 in Frieden, Freiheit und Wohlstand entwickeln. Die Stadt 
wurde dabei von der Zustimmung und vom Engagement ihrer Bürgerinnen und 
Bürger getragen.  
Ein Spezifikum für die Stadt Münster lag und liegt darin, als Ort des Westfälischen 
Friedens von 1648 wahrgenommen zu werden. U. a. daran anknüpfend richtet sich 
ein Teil des Engagements der Stadtgesellschaft darauf, Münster als Stadt des 
Friedens zu verstehen und durch konkretes Handeln zu profilieren. 2007 rangierte 
bei einer Bürgerumfrage der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger, dass Münster 
eine Stadt des Friedens werden solle, auf Platz 7 - sogar ohne dass diese Wahl als 
Antwortmöglichkeit vorgegeben war. Auf diesem Hintergrund will Münster sich auch 
in Zukunft im Friedenssektor weiter profilieren und dazu insbesondere das 
bürgerschaftliche Engagement stärken.  
Mit Beschluss vom 09.06.2010 (V/0234/2010) hat der Hauptausschuss einen 
„Arbeitskreis Friedenskultur“ eingerichtet und ihn, unter Bezugnahme auf den unter 
Mitwirkung des damaligen Ausländerbeirats vorbereiteten interfraktionellen Antrag 
„Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren“ (A-R/0023/2008) u. a. beauftragt, 
- einen Bericht über die bisherigen Aktivitäten der Stadt und zivilgesellschaftlicher 
Organisationen und Gruppen/Initiativen zu diesem Anliegen zu erstellen; 
- kommunalpolitische Handlungsansätze (Empfehlungen)  für eine weitere 
Profilschärfung Münsters als Stadt des Friedens (Frieden als 
Querschnittsaufgabe) zu erarbeiten und dabei auch Möglichkeiten aufzuzeigen, 
die betreffenden Aktivitäten unterschiedlicher Institutionen und Gruppen sichtbar 
zu machen; 
- Koordinations- und Beratungsbedarfe für die künfti ge Friedensarbeit, alternative 
organisatorische Rahmen und ggf. Ressourcenbedarfe für die Umsetzung der 
Handlungsempfehlungen zu benennen. 
Auf der Grundlage eines breit angelegten Berichtsprozesses über Aktivitäten im 
Themenfeld Frieden (s. Sitzungsniederschriften) legt der Arbeitskreis Friedenskultur 
dem Rat im Folgenden Empfehlungen für die inhaltliche Ausgestaltung sowie für die 
organisatorische Umsetzung des weiteren Profilierungsprozesses vor. 
1.  Das Grundanliegen 
Die Stadt Münster ist in ihrem Selbstverständnis eine Stadt mit reicher 
Friedenstradition. Politik, Rechtsprechung, Verwaltung, öffentliche Institutionen in 
Wirtschaft und Wissenschaft, die Kirchen sowie zahlreiche Gruppen, 
Gemeinschaften und Persönlichkeiten tragen ein vielfältiges Friedensengagement. 
Zu dessen Förderung sollte ein kommunalpolitischer Handlungsrahmen das 
Grundanliegen verfolgen,  
• dieses Selbstverständnis Münsters als Stadt des Fr iedens zu stärken und die 
Entwicklung einer nachhaltigen Kultur des Friedens zu fördern, 
• dabei möglichst alle gesellschaftlichen Akteursber eiche zur Geltung kommen zu 
lassen, insbesondere die zivilgesellschaftlichen Initiativen und Institutionen 
sowie die Kirchen und Religionsgemeinschaften aktiv zu beteiligen,

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 3 
• das Selbstverständnis Münsters als Stadt des Fried ens inhaltlich gefüllt und 
lebendig zu vertreten, um Münster mit dem Thema Frieden auch über regionale 
Grenzen hinaus noch deutlicher erkennbar  werden zu lassen.  
Strukturell geht es dabei im Kern darum, die zahlreichen gegenwärtigen 
Friedensengagements in einem Gesamtkonzept zusammenfließen zu lassen und 
zugleich deren Lebendigkeit und Vielfalt zu fördern. Die Umsetzung dieses 
Grundanliegens legt es nahe, eine inhaltliche Profilierung vorzunehmen, relevante 
Handlungsbereiche zu benennen und organisatorische Schlussfolgerungen 
auszuweisen. 
2.  Profilformulierung 
2.1 Notwendigkeit und Ziel einer Profilformulierung  
Das formulierte Grundanliegen wirft an erster Stelle die Frage auf: Wofür steht 
Münster inhaltlich, wenn es um das Thema ‚Frieden’ geht? In diesem Sinne bedarf 
es als Ausgangspunkt für einen ‚Handlungsrahmen Frieden’ einer Impuls gebenden 
und die Akteure zusammenführenden Profilformulierung, unter der in der Stadt 
Münster und für die Stadt Münster die gemeinschaftliche Friedensarbeit entwickelt 
wird.  
 Es geht dabei um eine Formulierung,  
• mit der die Stadt Münster als politische Größe, al s Ort und als Gemeinschaft 
von Menschen identifiziert werden kann – d. h. die Aussage muss zu Münster, 
seiner Geschichte und seiner gegenwärtigen Prägung passen und nach innen 
           wie außen verständlich und kommunizierbar sein, 
• mit der sich möglichst alle Akteure identifizieren  und dem sie zumindest Teile 
ihrer Arbeit zuordnen können,  
• die dazu herausfordert, im Miteinander etwas zu tu n, was über das 
hinausgeht, was die Akteure als Einzelne tun, 
• die trotz dieses verknüpfenden Grundansatzes in ei nem zuspitzenden Sinne 
profiliert. 
Wenn mit einer solchen Formulierung gearbeitet wird, entsteht dadurch weder die 
geordnete Summe des Tuns aller Akteure im Friedensbereich noch ein kleinster 
gemeinsamer Nenner – sondern wirklich etwas verbindendes Neues, indem 
Teilaspekte des Engagements zusammengeführt und neue gemeinsame Aktivitäten 
generiert werden. 
2.2.  Vorschlag für eine Profilformulierung 
Mit der Formulierung „Dialoge zum Frieden“ liegt für die Stadt Münster ein Ansatz zu 
einer klaren Profilierung vor, die in aktualisierender Anknüpfung an den 
Verhandlungsprozess 1643-1648 Friedenssicherung, Krisenprävention und 
Konfliktlösung durch Verhandlung und Vermittlung in den Mittelpunkt stellt. Diesem 
Signum ist vor allem das seit 2004 im Rahmen der Allianz für Wissenschaft/AK 
„Westfälischer Frieden“ entwickelte und in jährliche Veranstaltungsprogramme 
umgesetzte Konzept „1648 – Dialoge zum Frieden“ verpflichtet. Es knüpft u. a. an 
den alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe in 
Münster verliehenen Westfälischen Friedenspreis an und erzeugt durch renommierte 
Veranstaltungen und Aktionen hohe überregionale Aufmerksamkeit.  
 
Aus Sicht des Arbeitskreises ist es – u. a. in Bezug auf die Identifikation der 
Stadtgesellschaft mit dem Thema Frieden nach innen – angezeigt, eine weitere,

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 4 
Frieden als Lebensart betreffende Dimension zu erschließen, in der sich alle 
beteiligten gesellschaftlichen Akteursbereiche wiedererkennen können und für die 
sich jener Begriff anbietet, den der Arbeitskreis im Namen führt: Friedens-Kultur – 
und zwar zuspitzend verstanden im Sinne einer Kultur des Dialoges. 
In dieser Zuspitzung verbindet sich diese vorgeschlagene perspektivische 
Erweiterung dann auch mit der bisher etablierten Profilierung.  
 
Das Profil der zukünftigen gemeinsamen Friedensarbeit in Münster sollte folglich 
unter der Begriffstrias  
Frieden – Dialog – Kultur 
entwickelt und im Zusammenhang der Ausarbeitung eines konkreten 
Handlungsrahmens Frieden zukünftig auch in eine ausformulierte „Spitzmarke“ 
überführt werden. 
 
Die Begriffstrias Frieden  –  Dialog  –  Kultur bringt in knapper und assoziativer 
Weise folgende Aspekte zum Ausdruck:  
• Es geht bei der Profilschärfung Münsters als Stadt  des Friedens um die 
Entwicklung einer grundlegenden ‚Kultur des Friedens’.  
• ‚Frieden’ wird dabei mit einer klaren Strategie ve rbunden – der Strategie 
‚Dialog’. Die Betonung dieser Strategie bietet einen Anknüpfungspunkt, sich 
auch auf das geschichtliche Datum des  Westfälischen Friedens von 1648 zu 
beziehen.  
• Zugleich benennt die ‚Strategie Dialog’ eine Grund satzentscheidung für eine 
bestimmte politische Kultur der Stadt Münster: Der „Kultur des Dialogs“. 
Gemeinsames Ziel ist es, diese Kultur sichtbar werden zu lassen auch in 
politischen Entscheidungsprozessen oder dem Umgang mit kommunalen und 
sozialen Konflikten.  
• Der Dialog der unterschiedlichen Kulturen und kult urellen Prägungen der 
Stadt Münster stellt dabei einen wesentlichen Aspekt dar. 
• Die Herausstellung des Stichwortes ‚Kultur’ unters treicht, dass der 
Handlungsansatz, Frieden als Dialog zu entwickeln in Münster besonders 
auch als Aufgabe der kulturellen Szene der Stadt verstanden wird.  
 
3.  Handlungsbereiche im Themenfeld Frieden 
 
Seine konkrete Gestalt bekommt der Frieden in einer Stadt durch das konstruktive 
Zusammenwirken zwischen Politik, Kirchen, gesellschaftlichen Gruppen und allen 
Bürgerinnen und Bürgern. Der hier beschriebene Profilierungsprozess ist diesem 
Zusammenwirken verpflichtet und verfolgt insbesondere das Ziel, das 
bürgerschaftliche Friedensengagement in verschiedenen Handlungsbereichen, 
gestützt durch eine anregende und tragende Struktur, zu fördern. Da es dabei darum 
geht, vorhandenes Tun zusammenzuführen und in dieser Verknüpfung zugleich 
zuzuspitzen, sollte man in allen strukturellen Überlegungen ganz pragmatisch von 
der Frage ausgehen, in welchen Bereichen eine Zusammenarbeit im Themenfeld 
Frieden entweder schon stattfindet oder im Sinne der Profilformulierung sinnvoll 
erscheint.  
Fünf Handlungsbereiche sollten dabei auf jeden Fall berücksichtigt werden:  
• Öffentliche Veranstaltungen  (z. B. Rahmenprogramm Friedenspreisverleihung, 
Interkulturelle Wochen mit Friedenskulturmonat September, Pflege und 
Bewerbung von Gedenktagen)

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 5 
• Bildungsarbeit und Forschung (z. B. Anti-Gewalt-Programme in Schulen und 
Kindergärten, Streitschlichterprojekte; Aufarbeitung von Geschichte) 
• Ortsbezogene Erinnerungsarbeit und Gedenken  (z. B. Benennung von Plätzen, 
Umgang mit Denkmälern und Gedenkorten, Stolpersteine, Ort der Kulturen und 
Religionen, Friedenssaal)  
• Internationale Friedensarbeit (z. B. Städtepartnerschaften, Mayors for Peace,  
Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensdiplomatie) 
• Kommunale Entscheidungskultur und lokale Partizipation (z. B. Konversion, 
Bürgerhaushalt,  Mediation und stadtteilbezogene Friedensarbeit) 
In jedem dieser Bereiche sollten Strukturen geschaffen bzw. bestehende Strukturen 
so weiterentwickelt werden, dass ein gemeinsam abgestimmtes Handeln im Sinne 
der Profilformulierung ermöglicht oder erleichtert wird. Im Einzelnen verbinden sich 
damit folgende Vorschläge: 
3.1 Öffentliche Veranstaltungen 
Im Bereich ‚Öffentliche Veranstaltungen’ ist eine Vielzahl von Akteuren tätig, die ihre 
Arbeit z. T. schon in einer Ausrichtung  gestalten, die einer Konkretisierung der 
Profilformulierung nahe kommt: 
• Der alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesel lschaft für Westfalen und 
Lippe in Münster verliehene ‚Westfälische Friedenspreis‘. Der Preisverleihung 
waren seit 2008 Veranstaltungen der Sequenz ‚Dialoge zum Frieden‘ 
zugeordnet, die thematisch auf das Profil und die Arbeitsschwerpunkte der 
Preisträger ausgerichtet waren.   
• Das im Rahmen der Allianz für Wissenschaft/AK „Wes tfälischer Frieden“ 
entstandene und seit 2004 in jährliche Veranstaltungsprogramme umgesetzte 
Konzept „1648 – Dialoge zum Frieden“, das inhaltlich stringent auf den 
Problemhorizont „Friedenssicherung, Krisenprävention und Konfliktlösung 
durch Verhandlung und Vermittlung“ ausgerichtet ist; vor allem für die Jahre 
zwischen den Preisverleihungen soll dadurch die Stadt unter Berufung auf die 
Verhandlungen zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges als Ort des 
Verhandelns, der Mediation und der „Dialoge zum Frieden“ profiliert werden. 
• Die vielfältigen und seit Jahren gestalteten Angeb ote des vormaligen 
Ausländerbeirates und jetzigen Integrationsrates mit dem Schwerpunktaspekt 
„Dialog der Kulturen“, auch und insbesondere in den Interkulturellen Wochen. 
• Der Friedenskulturmonat September, der es sich auf  der Grundlage eines 
breiten Bündnisses zivilgesellschaftlicher Akteure zur Aufgabe gemacht hat, 
das Thema des Friedens einmal im Jahr gebündelt in den Fokus der 
Stadtöffentlichkeit zu bringen und dabei Dialoge über politische, religiöse, 
soziale und kulturelle Grenzen hinweg zu initiieren. 
Die durch diese Akteure und Initiativen erfolgten Bemühungen um die Profilierung 
Münsters als Stadt des Friedens gilt es koordiniert fortzuführen (ohne die bisher 
erreichten Standards und Kooperationen zu gefährden) und in ein Gesamtkonzept im 
Sinne der Profilformulierung einzubringen. Dabei sollten folgende Grundsätze gelten 
bzw. Ziele angesteuert werden:  
• Steigerung der Identifikationswerte nach innen und  nach außen durch 
Kontinuitätslinien in den Veranstaltungsprogrammen über mehrere Jahre;  
• Kooperationsmöglichkeiten über die verschiedenen E benen und die 
grundsätzliche Offenheit der Programme für die Beteiligung Interessierter – 
unter Einhaltung entsprechender Qualitätskriterien;

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 6 
• koordiniertes inhaltliches Ausgestalten einer geme insam verabredeten Liste 
von Gedenk- und Friedenstagen (s. Anhang 7.5). 
Um diese Ziele und Grundsätze zu verwirklichen, sollten folgende Schritte eingeleitet 
werden:  
1. Benennung relevanter Akteure, die in der Umsetzu ng des Handlungsrahmens 
Frieden / Handlungsbereich ‚Öffentliche Veranstaltungen’ auf jeden Fall zu 
berücksichtigen sind. 
2. Festschreibung des erweiterungsoffenen Charakter s einer solchen Liste von 
relevanten Akteuren. 
3. Institutionalisierung eines jährlichen Abstimmun gstreffens aller Akteure im 
Handlungsfeld ‚Öffentliche Veranstaltungen’ mit zwei Zielen:  
 Koordination der Planung von Veranstaltungen mit Relevanz für die 
Schlüsselformulierung Frieden der Stadt Münster; 
 Festlegung von Veranstaltungen, die offiziell als Angebote im Rahmen der 
Schlüsselformulierung Frieden der Stadt Münster auftreten. 
4. Etablierung eines Online-Planungskalenders, in d em alle Akteure im 
Handlungsbereich ‚Öffentliche Veranstaltungen’ auch vorläufige 
Veranstaltungsplanungen sehr frühzeitig wechselseitig offen legen. 
5. Einrichtung eines Think-Tanks von wenigen Person en, die nicht zu dem Kreis der 
relevanten Akteure gehören (z. B. Künstlerinnen und Künstler, 
Friedensforscherinnen und Friedensforscher, Eventmanagerinnen und 
Eventmanager), die die Entwicklung im Handlungsbereich ‚Öffentliche 
Veranstaltungen’ jährlich prüfen und für Stadt und Zivilgesellschaft 
Empfehlungen formulieren. 
6. Offene Einladung an alle Münsteraner Bürgerinnen  und Bürger, Institutionen, 
Einrichtungen und Verbände, sich die Profilformulierung des Handlungsrahmens 
Frieden zu Eigen zu machen und sie durch eigene Aktivitäten zu konkretisieren. 
3.2  Bildungsarbeit und Forschung 
Münster besitzt zahlreiche Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die sich mit dem 
Themenfeld Frieden auseinandersetzen:  
So kann auf eine Vielzahl an Veranstaltungen der Volkshochschule verwiesen 
werden, die den Frieden als zentrales Thema gesellschaftlicher Weiterbildung in 
verschiedenen Veranstaltungsformaten und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen 
aufnehmen: Veranstaltungen der politischen Bildung, Lesungen, Ausstellungen, 
Schulungen von Schülerinnen und Schülern zu ausstellungsrelevanten Themen und 
zur Förderung des fairen Miteinanders von Menschen mit unterschiedlichen 
Kulturerfahrungen sowie Qualifizierungsmaßnahmen zur Förderung der 
Interkulturellen Kompetenz. Angebote im Bereich Friedenskultur / Kultur des Dialogs 
finden sich auch bei weiteren Bildungsträgern wie ‚Die Brücke’ – Internationales 
Zentrum der WWU, der Ev. Familienbildungsstätte, dem Haus der Familie –  
Katholisches Bildungsforum im Stadtdekanat Münster, dem Sozialpädagogischen 
Bildungswerk Münster, dem Verein Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung 
(ESE) am Institut für Ethnologie, dem Franz-Hitze-Haus, dem Geschichtsort Villa ten 
Hompel und einigen mehr. 
Um die Stadt Münster als Stadt des Friedens regional wie überregional und 
international zu profilieren, spielen Hochschulen und Fachhochschulen eine 
herausragende Rolle. Das Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der 
Vormoderne und Moderne“, das seit 2007 an der Westfälischen Wilhelms-Universität 
Münster (WWU) tätig und der einzige der 37 bundesweiten Cluster zum Thema

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 7 
Religionen ist, beschäftigt sich u. a. mit dem Thema „Beiträge der Religionen zum 
Frieden“. An der Universität gibt es am Fachbereich 2 einen Lehrstuhl für Ökumene 
und Friedensforschung. Einen bedeutenden Aktivitätenschwerpunkt mit 
internationaler Reichweite markiert in diesem Zusammenhang ferner das 
Kompetenzzentrum ‚Humanitäre Hilfe’ der Fachhochschule Münster.  
In den Schulen spielen friedensthematische Aktivitäten ebenfalls eine profilierte 
Rolle. Zu nennen sind hier Mediationsprojekte, Streitschlichterprogramme, das 
Projekt ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’, das Kinder-Friedenstreffen 
der Münsteraner Grundschulen und Förderschulen auf dem Domplatz oder die Arbeit 
der schulpsychologischen Beratungsstelle. 
Darüber hinaus wurden von der Stadtbücherei Literaturlisten zum Beitrag der 
Weltreligionen am Frieden sowie zum 1. September als Antikriegstag miterstellt bzw. 
herausgegeben.  
Viele dieser ausgewiesenen positiven Aktivitäten stehen gegenwärtig eher additiv 
nebeneinander. Was im Sinne eines Handlungsrahmens Frieden der Stadt Münster 
ausgebaut werden kann und sollte, und dann nicht nur der Stadt, sondern den 
Akteuren selbst dienen würde, ist die Etablierung eines Bereiches, in dem ein 
gemeinsames Selbstverständnis des friedenspädagogischen und friedenspolitischen 
Handelns im Bildungs- und Forschungsfeld formuliert wird. Ausgewählte Angebote 
könnten in diesem Bereich als inhaltliche Konkretisierung der Profilformulierung 
Frieden der Stadt Münster verstanden und offensiv vermittelt werden wie umgekehrt 
die Profilformulierung dazu anregen kann, gezielt Beiträge auf dem Hintergrund der 
je spezifischen Kompetenzen in Abstimmung mit weiteren Partnern im 
Handlungsbereich zu generieren.  
Bevor aus diesem Grundanliegen mögliche strukturelle Konsequenzen abgeleitet 
werden, ist es aufgrund der  inhaltlichen Bandbreite friedensthematischer 
Forschungs- und Bildungsarbeit in Münster angezeigt, in einem ersten Schritt einen 
orientierenden Überblick herzustellen.  
Im Zielfokus sollte dabei intendiert sein,  
• den Forschungs- und Bildungsbereich enger aufeinan der zuzuführen, indem 
Projekte an Schulen oder Erwachsenenbildungseinrichtungen zur Stärkung 
einer Friedenskultur / Kultur des Dialogs wissenschaftlich begleitet und 
ausgewertet werden - bzw. indem vorliegende Forschungsergebnisse für 
lokale Bildungseinrichtungen praxistauglich und anwendbar aufgearbeitet 
werden; 
• wissenschaftliche Forschungsergebnisse für lokale Friedensarbeit zu nutzen – 
aber auch: lokale Fragen wissenschaftlich aufzugreifen. So könnten z. B. der 
Umbau der Bundeswehr in seiner lokalen Auswirkung wissenschaftlich 
untersucht und Fragen der (Rüstungs-) Konversion bearbeitet werden. Ein 
erfolgreiches Beispiel in diesem Bereich ist die gerade erfolgte 
Auseinandersetzung mit Straßenbenennungen in Münster; 
• zivilgesellschaftlichen Friedensinitiativen einen zumindest gleichwertigen 
Zugang zu Bildungseinrichtungen zu ermöglichen wie der Bundeswehr und 
insgesamt eine Kultur des Dialogs zwischen zivilgesellschaftlicher 
Friedenspolitik und staatlichem Militär zu fördern; 
• durch eine Forschungs- und Bildungsprofilierung Mü nster attraktiv zu machen 
für Kongresse im Themenfeld Frieden;. 
• einen Wettbewerb zur Idee des Westfälischen Friede ns zu etablieren (z. B. mit 
den Zielgruppen Studierende sowie Schülerinnen und Schüler).

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 8 
 
3.3  Ortsbezogene Erinnerungsarbeit und Gedenken  
Münster beherbergt neben dem Friedenssaal als weltkultureller Stätte für Gäste bzw. 
für Besucherinnen und Besucher vielfältige Erinnerungsorte, Gedächtnisstätten und 
ortsbezogene Vergegenwärtigungen der Notwendigkeit einer Kultur des Friedens. 
Im Stadtteil Gievenbeck erinnert die Krieggräberstätte Haus Spital an das Leid der 
Gefangenen und Internierten im 1. Weltkrieg. Architektinnen bzw. Architekten haben 
frühere preußische Kasernen zu einem Hochschulzentrum und Begegnungsort am 
Leonardo-Campus umgebaut. Zurzeit werden mögliche Standorte für eine Installation 
geprüft, die auf den Beitrag aller Kulturen und Religionen zum Frieden hinweisen 
wird. Die Chillida-Skulptur im Innenhof des Rathauses wird bereits von Gruppen 
einbezogen, um auf Bewirtung als Ausdruck des Friedens hinzuweisen.  
Insbesondere der Zwinger als Ort und mit seiner Inneninstallation ist Erinnerungsort 
und Stätte von Bekundungen für den Frieden durch Friedensgruppen zugleich. An 
einem Kriegerdenkmal an der Promenade wurde kürzlich eine Ergänzungstafel 
angebracht, um auf die Beteiligung von deutschen Truppen an Morden in den 
Früheren Kolonien hinzuweisen. Stolpersteine stellen sich gegen das Vergessen der 
Opfer des Nationalsozialismus. 
Im Loddenheider Friedenspark wird an Friedennobelpreisträgerinnen und –träger 
erinnert. Mit privaten Mitteln wurde dort eine ehemalige Garnisonskirche zu einer 
Friedenkapelle umgebaut, in der Begegnungen, Vorträge und musikalische 
Kulturveranstaltungen stattfinden. Seit einigen Jahren gibt es zudem Initiativen in 
Münster wie die des vormaligen Ausländerbeirates zur Errichtung eines „Friedens- 
und Kulturparks“ mit einem „Haus der Kulturen“. 
Diese sehr ausschnitthafte Beschreibung friedensrelevanter Orte zeigt, wie sehr 
Orte, Zeichen und symbolhafte Handlungen dafür geeignet sind, an den Frieden als 
unteilbare und vordringliche Aufgabe zu erinnern und das Friedensprofil Münsters 
anschaulich werden zu lassen.  
In diesem Sinne sollten in dem Handlungsbereich „Ortsbezogene Erinnerungsarbeit 
und Gedenken“ als Ziele verfolgt bzw. als Vorhaben konkretisiert werden,  
• bestehende Orte des Friedensgedenkens in einem Han dlungsrahmen Frieden 
integriert zu betrachten und unter dem Profil ‚Kultur des Friedens – Frieden 
durch Dialog’ zu nutzen und nach außen zu vermitteln,  
• eine Karte mit Stätten, Plätzen und Naturorten ein er Kultur des Friedens in 
Münster zu erstellen, 
• nach Möglichkeiten zu suchen, Stadtführungen unter  dem Themenaspekt 
historischer und gegenwärtiger Friedensherausforderungen im Sinne des 
Friedensprofils in das Angebot zu nehmen, 
• bestehende kulturelle Ereignisse wie die Skulptur. Projekte oder die Triennale 
Münster dafür zu gewinnen, auch den Dialog mit friedensrelevanten Orten zu 
suchen, 
• die aufgenommene Spur der Überprüfung des Umgangs mit Straßen- und 
Platzbenennungen weiter zu verfolgen und bei der Neubenennung von 
Straßen und öffentlichen Plätzen das Friedensprofil Münsters verstärkt zu 
berücksichtigen, 
• die Idee der Aufnahme des Friedenssaales Münster i n das Weltkulturerbe 
beharrlich zu verfolgen,

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 9 
• regelmäßig ein Forum von Kulturschaffenden, Archit ektinnen bzw. 
Architekten, Stadtplanerinnen und Stadtplanern, Historikerinnen und 
Historikern u. a. einzuberufen, um sich in der Weiterentwicklung einer 
„Topografie des Friedens“ für Münster beraten zu lassen, 
• einen herausgehobenen „Ort des Dialoges“ in Münste r auszuweisen, der 
sowohl als Symbol des Dialoges zu stehen kommt als auch für Dialoge der 
Gegenwart genutzt werden kann.  
3.4  Internationale Friedensarbeit 
Frieden durch Dialog im Sinne der Friedenssicherung, Krisenprävention und 
Konfliktlösung durch Verhandlung und Vermittlung ist ein Auftrag auf europäischer 
und internationaler diplomatischer Ebene. Dieser Ansatz braucht jedoch den 
Rückhalt in der Zivilgesellschaft und damit regionale Verortung.  
Damit ist Münster in der Frage einer Profilierung der Friedensarbeit auch hier 
gefordert – und auf unterschiedliche Weise längst schon aktiv. Vornehmlich zu 
nennen sind die Städtepartnerschaften - die übrigens neben ausgewiesenen 
Friedensstädten wie Graz und Ypern auch befruchtende Gesprächspartner im 
Prozess der Entwicklung eines Handlungsrahmens Frieden waren (Anhang 7.4). Ein 
Beitritt zum Netzwerk „Mayors for Peace“ wird gegenwärtig erwogen. Im Bereich 
„Humanitäre Hilfe“ wird der Ansatz verfolgt, Kompetenzen zu bündeln und damit 
profiliert nach außen zu treten. Ein politisch in großem Konsens getragenes Eintreten 
für einen menschenfreundlichen Umgang mit Flüchtlingen vor Ort (z. B. in der Frage 
des Bleiberechtes für Roma) ist auch als ein Beitrag Münsters zu einer 
internationalen Friedensprävention zu verstehen. Kirchen und friedenspolitische 
Gruppen setzen sich seit vielen Jahren für eine inhaltliche Ausgestaltung der 
inzwischen politisch anerkannten Prämisse des Vorrangs der zivilen 
Krisenprävention und Konfliktbewältigung ein und unterstützen dabei besonders das 
Instrument des Zivilen Friedensdienstes. 
In einem Handlungsrahmen Frieden sollten diese Ansätze aufgenommen und 
besonders dahingehend verfolgt werden:  
• den Beitritt zu dem Netzwerk Mayors for Peace tats ächlich zu vollziehen, 
nachhaltig in Münster zu etablieren und u. a. mit den Partnerstädten 
gemeinsam hierfür einzutreten; 
• in der Zusammenarbeit mit den Partnerstädten das w echselseitige Lernen von 
vorhandene Ansätzen der Friedensarbeit stärker in den Mittelpunkt zu rücken;  
• die Tatsache, traditionell Garnisonsstadt und aktu ell Sitz des Deutsch-
Niederländischen Korps zu sein, kritisch-konstruktiv zu begleiten und dabei 
die Konsequenzen der Prämisse des Vorrangs ziviler Krisenprävention und 
Konfliktbewältigung zu reflektieren; 
• mit Flüchtlingen aus politischen Konfliktgebieten,  die in Münster leben, 
begleitende Dialogprozesse zu initiieren und zu fördern; 
• sich der Aufgabe zu stellen, Konfliktparteien mit kommunalem oder 
zivilgesellschaftlichem Hintergrund zum Friedensdialog nach Münster 
einzuladen oder von Münster aus zum Dialog anzuhalten; 
• auf dem Hintergrund der Verortung der geschichtlic hen Prozesse von 1648 in 
Münster und Osnabrück im Handlungsbereich Internationale Friedensarbeit 
die Zusammenarbeit dieser beiden Städte zu suchen; 
• und durch diese Aktivitäten Münster als möglichen Ort internationaler 
Friedenskongresse und als Verhandlungsort von Friedensdiplomatie in den 
Fokus zu rücken.

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 10  
3.5  Kommunale Entscheidungskultur und lokale Parti zipation 
Der Handlungsrahmen Frieden muss eine sichtbare Wirkung nach innen, in die 
Stadtgesellschaft hinein entfalten. Erst dann wird er als Außendarstellung 
glaubwürdig und erkennbar. Seine Ernsthaftigkeit und die Relevanz entscheiden sich 
mit anderen Worten daran, ob es gelingt, das inhaltliche Profil ‚Kultur des Friedens – 
Frieden durch Dialog’ durch eine Kultur des Dialoges und damit der Transparenz und 
Partizipation in der Praxis des kommunalpolitischen Handelns sichtbar werden zu 
lassen. 
Münster ist in dieser Hinsicht auf einem guten Weg, wird doch die Bürgerinnen- und 
Bürgerbeteiligung groß geschrieben.  
Mit der Einführung des Bürgerhaushalts können die Bürgerinnen und Bürger direkt 
ihre Einschätzung und eigene Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung unterbreiten. 
Aus Betroffenen werden Beteiligte. 
Gleiches gilt für den Bereich der Stadtentwicklung. Das Hafenforum zählte auf seinen 
insgesamt sieben Veranstaltungen Hunderte von Beteiligten und Interessierten. 
Diese waren keineswegs nur Anlieger oder direkt von möglichen Baumaßnahmen 
Betroffene. Unterschiedliche Sichtweisen und Planungen konnten im moderierten 
Dialog konstruktiv erörtert werden. 
Auf Bürgerinnen und Bürger, die ihren Stadtteil entwickeln, kommt es nach dem 
Abzug der britischen Streitkräfte auch in Gremmendorf und Gievenbeck an, wenn 
großflächige Konversionsgebiete neu genutzt werden können. Hier trifft sich die 
friedenspolitische Zielsetzung der Abrüstung und Konversion mit der Partizipation der 
an Stadt(teil)entwicklung interessierten Bürgerinnen und Bürger. 
Auch die Benennung von friedenspolitischen Sprecherinnen und Sprechern durch die 
Fraktionen und Gruppen im Rat der Stadt Münster stellt ein Signal der Offenheit der 
Kommunalpolitik für friedenspolitische Fragen dar und ist ein Beipiel für andere 
Städte. Insbesondere in der konkreten Arbeit gegen den Rechtsextremismus 
bewährte sich dieser Dialog- und Gesprächskreis.  
Münster hat sich am Projekt „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ und am 
Nachfolgeprojekt „Vielfalt tut gut“ der Bundesregierung beteiligt. Zahlreiche 
zivilgesellschaftliche Projekte im Stadtgebiet konnten mit dem Ziel der Förderung von 
Toleranz, zur friedlichen Konfliktlösung und u. a. dem Kennenlernen und Akzeptieren 
von Anderssein gefördert und ermöglicht werden. Die unter Beteiligung von 
Sportvereinen, kirchlichen Trägern und Schulen entwickelten Angebote dienten 
unmittelbar der Förderung einer Kultur des Dialoges. 
2004 schon wurde Münsters Stadtnetz publikom ( 
www.muenster.de ) in einer 
Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung bescheinigt, zu den besten Ansätzen der 
Bürgerbeteiligung per Internet zu gehören. Dabei wurde besonders auch die 
Verknüpfung von städtischer Ressource (Presseamt) und Zivilgesellschaft (Verein 
Bürgernetz) positiv gewürdigt.  
• Die hier benannten Ansätze sollten als integrative  Teilaspekte eines 
Handlungsrahmens Frieden verstanden, ferner auch in diesem Sinne gepflegt 
und weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch ihre nachhaltige finanzielle und 
institutionelle Absicherung. 
• In Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungseinricht ungen sollten Bürgerinnen 
und Bürger darin gestärkt und dazu befähigt werden, die Instrumente der 
Bürgerbeteiligung konstruktiv zu nutzen.

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 11  
• Der zu benennende Fachbeirat Frieden sollte die Au fgabe übertragen 
bekommen, die Entwicklung im Feld der Bürgerbeteiligung zu beobachten, 
ungenutzte Potentiale zu benennen und dem Rat der Stadt in regelmäßigen 
Abständen zu berichten. Dabei sollten Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit 
den Hochschulen gesucht und genutzt werden. 
• Die Arbeit der friedenspolitischen Sprecherinnen u nd Sprecher sollte aufgewertet 
werden, indem ihnen bei Bedarf die Entwicklung gemeinsamer Initiativen des 
Rates der Stadt Münster übertragen werden. Bürgerinnen und Bürgern sollte 
aktiv verdeutlicht werden, dass sie sich in Bezug auf das Themenfeld Frieden 
über die friedenspolitischen Sprecherinnen und Sprecher an den Rat mit ihren 
Anliegen wenden können. 
4. Bewertung / Auswertung  
Aus den unter Ziffer 3 skizzierten Befunden und Perspektiven ergeben sich nach 
Einschätzung des Arbeitskreises Friedenskultur insbesondere die folgenden  
Aufgaben für die kommenden Jahre:  
 
(1) Um Münsters Friedensprofil im Sinne eines möglichst alle relevanten Akteurs- 
und  Handlungsbereiche umfassenden Gesamtkonzepts zu konturieren und 
fortzuentwickeln, ist zunächst die vom Arbeitskreis begonnene Bestandsaufnahme 
der vielfältigen Aktivitäten  sowohl in den zivilgesellschaftlichen Bereichen, in den 
Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie im Sektor Wissenschaft als auch in 
städtischen Aufgabenfeldern zu vervollständigen. Auf ihrer Grundlage wird es 
möglich sein, einen umfassenden „Handlungsrahmen Frieden“ für Münster zu 
konkretisieren. 
 
(2) Um die Gestalt des künftigen Münster-Profils ‚Frieden’ und den ‚roten Faden’ 
seiner Aktivitäten wiederzuerkennen, müssen über informelle Vernetzung und 
projektbezogene Zusammenarbeit hinaus Koordinierungs- und Planungsbedarfe 
bezeichnet und in abgestimmten Verfahren bearbeitet werden. Ferner ist zu 
erwarten, dass sich im Zuge der weiteren Konkretisierung des Handlungsrahmens 
Perspektiven für neue Handlungsansätze abzeichnen, deren Umsetzung im Kontext 
bestehender Aktivitäten koordiniert entwickelt werden muss. Eine dazu passende 
institutionalisierte  Koordinierungs- und Planungsstruktur  ist zu entwickeln. 
 
(3) Um die Öffentlichkeitsarbeit aufzuwerten, Abstimmung zwischen Akteuren zu  
ermöglichen, aber auch um Münster in Europa und der Welt als Stadt des Friedens 
kenntlich zu machen, ist die Darstellung Münsters bezogen auf alle 
Handlungsbereiche im Sinne der Werbung für den Friedensgedanken  zu 
verbessern. Diesem Ziel soll die Einrichtung einer Internet-Plattform dienen: „Frieden 
online“ sollte nicht nur als Veranstaltungsterminkalender eingerichtet werden, 
sondern auch wichtige Aspekte und Dimensionen einer Arbeit am Frieden enthalten 
und kommunizieren sowie über die Friedensansätze anderer Städte informieren. Alle 
Veranstaltungen zur Verwirklichung der Profilformulierung sollten durch eine 
Öffentlichkeitsarbeit, die die Vielfalt der Aktivitäten und die Vielstimmigkeit der 
Akteure wiedergibt, nach innen und nach außen hin allgemeinverständlich 
kommuniziert werden.  
 
(4) Um ein künftiges Münster-Profil Frieden zu konkretisieren, sollten ferner, soweit 
möglich und sachgerecht, über die Beteiligung der Institutionen und Gruppen hinaus, 
die Friedensthemen bearbeiten, weitere Formen bürgerschaftlicher Beteiligung

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 12  
sondiert und ggf. angewandt werden. So hat sich der Arbeitskreis bereits dafür 
ausgesprochen, „Frieden“ als sachlichen Themenabschnitt im Rahmen der 
Bürgerumfrage 2012 zu bearbeiten. 
 
(5) Um die Koordination, die Vernetzung und die weitere Profilierung insgesamt zu 
befördern, sollte ein Fachbeirat Frieden  eingerichtet werden. Dieser soll nicht das 
Handeln von Gruppen und Organisationen ersetzen, sondern städtische und 
stadtgesellschaftliche Friedensaktivitäten beratend und unterstützend begleiten. 
Aufgrund der Zielperspektive, die unterschiedlichen Akteursbereiche in den 
Handlungsrahmen Frieden ungeachtet ihrer Eigenständigkeiten einzubeziehen, sollte 
sich der Beirat mit Blick auf Verbindlichkeit und Akzeptanz seiner Tätigkeit aus 
Vertreterinnen bzw. Vertretern der Kommunalpolitik auf der einen und 
nichtstädtischen Akteuren im Aufgabenfeld ‚Frieden’ auf der anderen Seite 
zusammensetzen. 
 
(6) Um die Stadt im Sinne der oben genannten Aufgaben zu profilieren, sind 
personelle Ressourcen  erforderlich. Aus der Sicht des Arbeitskreises ist es in dem 
Zusammenhang wichtig, die Entscheidung über die Ansiedlung dieser Dienststelle 
innerhalb der Stadtverwaltung mit Rücksicht darauf zu treffen, dass eine 
Querschnittsaufgabe wahrgenommen wird; für eine erfolgreiche 
Aufgabenwahrnehmung muss darüber hinaus das Tätigwerden dieser Stelle über 
sachliche Fachbereichsgrenzen hinaus möglich und verbindlich sein. Die Stelle sollte 
öffentlich ausgeschrieben werden. 
(7) Konkreter Ort – Sichtbare Begegnungsstätte 
In welcher Form die Arbeit am Thema Frieden auch etabliert wird: Münster benötigt 
einen erkennbaren, repräsentativen und für alle zugänglichen Ort , einen 
Kristallisationspunkt der jetzt begonnenen Arbeit für eine kommunale und stadtweite 
“Kultur des Friedens in Münster“. (Kultur des Friedens – Frieden durch Dialog.) 
5. Institutionalisierungsmodelle 
Der Arbeitskreis Friedenskultur hat folgende Modelle zur organisatorischen 
Umsetzung erörtert: 
(1) Friedenskulturzentrum Münster: 
 Dieses Modell umfasst ein Raumangebot für 
Friedensaktivitäten unterschiedlicher Inhalte und Zuschnitte sowie ein Friedensbüro 
(Modell 2). Nicht nur durch dauerhafte Ausstellungen, die Einladung von 
Künstlerinnen bzw. Künstlern und Gastwissenschaftlerinnen und 
Gastwissenschaftlern, erst insbesondere in der Begegnung zwischen 
Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern und Gästen, im Dialog aller Promotoren des 
Friedens aus Politik, Kunst, Wissenschaft, zwischen Alt und Jung würde dieser Ort 
friedenskulturelle Aktivitäten, Begegnung, Dialog und eine demokratische Streitkultur 
zusammenfügen. Wünschenswert wäre auch, dass sich Volkshochschule, 
Stadtbücherei und die Hochschulen an dem Zentrum beteiligten. 
(2) Gesamtstädtisches Friedensbüro:  Ein für alle Bürgerinnen und Bürger gut 
erreichbares Büro mit einem angeschlossenen Gruppenraum und zwei 
Büroarbeitsplätzen, die vom städtischen und vom zivilgesellschaftlichem Sektor 
genutzt werden. Diese Variante erfordert ein klar konturiertes Raumkonzept und eine 
einvernehmlich getroffene Nutzungsordnung.

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 13  
(3) Arbeitsstelle Friedenskultur:  Ein/e städtische/r Mitarbeiter/in setzt die vom 
Arbeitskreis formulierten  Empfehlungen zur Konkretisierung und Weiterentwicklung 
des Handlungsrahmens Frieden in Abstimmung mit dem Fachbeirat Frieden um. 
Soweit möglich, können im Aufgabenzusammenhang auch Praktikantinnen und 
Praktikanten (z. B. aus Münsters Partnerstädten), mitwirken. 
Die skizzierten Modelle unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf ihre 
Angebotsbreite bzw. Angebotskonzentration an einem Ort; ihre Realisierung 
korrespondiert zugleich mit unterschiedlichen Finanzierungsbedarfen. Unabhängig 
von der Entscheidung für eine der Varianten sollte bei allen drei Modellen die Lage 
folgende Gesichtspunkte berücksichtigen:  
- innerstädtisch und zentral gelegen, 
- leichte Erreichbarkeit und barrierefreier Zugang, 
- Arbeitsstelle für zwei Büroarbeitsplätze, 
- mitnutzbare Gruppen- und Medienräume. 
 
 
6. Empfehlung: Pilotphase 2012-2013 
Im Laufe der nächsten Jahre müssen der Inhalt, die Bedeutung und der Stellenwert 
der Friedensprofilierung weiter entwickelt und konkretisiert werden. Diese Arbeit wird 
vom zukünftigen Fachbeirat Frieden begleitet.   
Der Arbeitskreis spricht sich dafür aus, den Handlungsrahmen Frieden nach 
Maßgabe der unter Ziffer 4 skizzierten Empfehlungen zunächst in einer auf zwei 
Jahre angelegten Pilotphase in den Jahren 2012 und 2013 zu konkretisieren und 
weiterzuentwickeln. Dazu sollten der Fachbeirat Frieden eingerichtet, eine Stelle in 
der Stadtverwaltung geschaffen sowie Sach- und Projektmittel in angemessenem 
Umfang bereitgestellt werden 
 
1. Fachbeirat Frieden  
Der vom Oberbürgermeister der Stadt Münster zur konstituierenden Sitzung 
einzuladende Fachbeirat Frieden wird zunächst auf zwei Jahre gebildet.  
Er entwickelt gemeinsam mit der neu einzurichtenden Stelle für Friedensarbeit in 
Münster den konkret auszuarbeitenden Handlungsrahmen Frieden und initiiert oder 
benennt Projekte, die als Umsetzung der Profilformulierung gemeinsam verantwortet 
oder offiziell beworben werden. 
Er wird auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses im ersten Quartal 2012 
eingerichtet und besetzt. Bei der Auswahl der Mitglieder sind die in den 
Empfehlungen beschriebenen Handlungsfelder sowie die friedenspolitischen 
Sprecherinnen und Sprecher der Ratsfraktionen zu berücksichtigen, sodass damit 
zugleich die im AK Friedenskultur beteiligten Organisationen möglichst repräsentativ 
beteiligt sind. Vorschläge für die Besetzung können von allen im Arbeitskreis 
Friedenskultur beteiligten Organisationen vorgelegt werden. Der Fachbeirat wird eine 
Geschäftsordnung entwickeln, die auch die künftigen Besetzungsmodalitäten regelt.  
Den Vorsitz übernimmt ein Vertreter bzw. eine Vertreterin aus dem 
zivilgesellschaftlichen oder kirchlich-religiösen Bereich; die Geschäftsführung liegt 
bei der neu einzurichtenden Stelle für Friedensarbeit. 
2. Koordinierungsstelle 
Für die Aufgabenwahrnehmung wird eine städtische Stelle, möglichst eine 
Vollzeitstelle, vorerst bis Ende 2013 befristet eingerichtet. Auf die unter Ziffer 4

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur 
 14  
genannten Anforderungen im Hinblick auf die organisatorische Ansiedlung und 
Funktion wird verwiesen. Sie wird in einem innerstädtischen Gebäude und offen 
zugänglich eingerichtet. 
3. Projektmittel  
Neben den Mitteln zur sächlichen Ausstattung der neu einzurichtenden Stelle in 
Höhe von etwa 7.500 Euro pro Jahr sollten für konkrete Vorhaben und Projekte Mittel 
von ca. 20.000 € pro Jahr zur Verfügung stehen, über deren Verwendung der 
Fachbeirat auf Vorschlag der Verwaltung entscheidet 
4. Berichterstattung 
Bis zum Jahresende 2012 erhält der Hauptausschuss einen Zwischenbericht, der die 
bis dahin erreichte Konkretisierung des Handlungsrahmens sowie weitere 
Arbeitsergebnisse skizziert. Der Bericht wird auch dem Integrationsrat zur Verfügung 
gestellt.  
Bis zum Jahresende 2013 fertigt die Verwaltung in Abstimmung mit dem Fachbeirat 
einen Ergebnisbericht an den Rat über die Pilotphase mit Empfehlungen zur weiteren 
Arbeitskonzeption; Bericht und Empfehlungen werden zuvor dem Integrationsrat, den 
vom Berichtsinhalt berührten Ausschüssen bzw. Gremien und dem Hauptausschuss 
zur Vorberatung vorgelegt. 
7. Anhänge 
7.1 Mitglieder des AK Friedenskultur  
7.2 Aufgabenprofil: Koordinatorin/Koordinator kommunale Friedensarbeit  
7.3 Partnerstädte Münsters – Übersicht über Friedensaktivitäten 
7.4 Osnabrück, Graz und der Hiroshima-Städtebund (Ypern/Hannover) 
7.5  Liste der Erinnerungs- und Friedenstage für Münster

Anlage 2

4895 Zeichen

Anlage 2 zur Vorlage V/0863/2011 
Beitrag des Arbeitskreises 1648 – Dialoge zum Frieden 
 1 
 
Prof, Dr. Franz-Josef Jakobi    Münster , September  2011 
 
 
Vorschlag für einen Ratsbeschluss 
„Münster als Stadt der ‚Dialoge zum Frieden‘ weiter profilieren“ 
 
Der Hauptausschuss hat mit Beschluss vom 09.06.2010 (V/0234/2010) einen 
„Arbeitskreis Friedenskultur“  eingerichtet und ihn, unter Bezugnahme auf den  
Interfraktionellen Antrag „Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren“ (A-
R/0023/2008) u.a. beauftragt, 
- einen Bericht über die bisherigen Aktivitäten der Stadt und 
zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gruppen/Initiativen zu diesem 
Anliegen zu erstellen; 
- kommunalpolitische Handlungsansätze (Empfehlungen) für eine weitere 
Profilschärfung Münsters als Stadt des Friedens (Frieden als 
Querschnittsaufgabe) zu erarbeiten und dabei auch Möglichkeiten 
aufzuzeigen, die betreffenden Aktivitäten unterschiedlicher Institutionen 
und Gruppen sichtbar zu machen; 
- Koordinations- und Beratungsbedarfe für die künftige Friedensarbeit, 
alternative organisatorische Rahmen und ggf. Ressourcenbedarf für die 
Umsetzung der Handlungsempfehlungen zu benennen. 
 
Auf der Grundlage der von den beteiligten Institutionen und Personen 
eingebrachten Informationen wird zunächst die gewünschte Übersicht über die 
bisherigen Aktivitäten  (s. Anlagen 1 - 3) vorgelegt. 
 
Die darin aufgelisteten Programmsequenzen und Veranstaltungen lassen sich 
drei Ebenen zuordnen und haben unterschiedliche Zielrichtungen und 
Reichweiten: 
  
1.  Der alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen 
und Lippe in Münster verliehene ‚Westfälische Friedenspreis‘ (Preisträger 
s. Anlage 1) wird – vor allen nach der Preisverleihung an den ehemaligen 
UN-Generalsekretär Kofi Annan und den Dirigenten Daniel Barenboim 
und sein West-Eastern-Divan-Orchestra – überregional und international 
wahrgenommen und hat eine hohe Medienaufmerksamkeit erreicht. Der 
Preisverleihung waren seit 2008 Veranstaltungen der Sequenz ‚Dialoge 
zum Frieden‘ zugeordnet, die thematisch auf das Profil und die 
Arbeitsschwerpunkte der Preisträger ausgerichtet waren (s. Anlage 2).   
 
2.  Das im Rahmen der Allianz für Wissenschaft/AK „Westfälischer Frieden“ 
entstandene und seit 2004 in jährliche Veranstaltungsprogramme 
umgesetzte Konzept „1648 – Dialoge zum Frieden“ wird mit besonders

Anlage 2 zur Vorlage V/0863/2011 
Beitrag des Arbeitskreises 1648 – Dialoge zum Frieden 
 2 
qualifizierten externen Partnern  realisiert (zu den jährlichen 
Veranstaltungssequenzen s. Anlage 2) und richtet sich mit seinen 
Veranstaltungsformaten und Themenschwerpunkten außer an die 
Stadtöffentlichkeit auch an die Hochschulen und Bildungsinstitutionen in 
der Stadt und an einen überregionalen Interessentenkreis. Inhaltlich ist es 
stringent auf den Problemhorizont „Friedenssicherung, Krisenprävention 
und Konfliktlösung durch Verhandlung und Vermittlung“ ausgerichtet; 
vor allem für die Jahre zwischen den Preisverleihungen soll dadurch die 
Stadt unter Berufung auf die Verhandlungen zur Beendigung des 
Dreißigjährigen Krieges als Ort des Verhandelns, der Mediation und der 
„Dialoge zum Frieden“ profiliert werden. 
 
3.  Die vielfältigen Initiativen und Aktivitäten unterschiedlichster 
Institutionen, Gruppen und Foren in der Stadt zum Problemhorizont  
„Frieden als Aufgabe“ (Nachweise im Einzelnen s. Anlage 3) werden 
weitgehend in Eigenregie und mit Eigenmitteln realisiert und richten sich 
vorrangig an die Stadtöffentlichkeit und jeweils andere spezielle 
Adressatenkreise. 
 
Der AK hat sich in 9 Plenums-Sitzungen mit intensiven Beratungen und 
durch zahlreiche vorbereitende und begleitende Besprechungen seit Juni 
2010 bemüht, für die anderen Bereiche der ihm gestellten Aufgabe 
Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Als Ergebnis ist festzuhalten: Es ist zu 
empfehlen , die durch die verschiedenen Akteure und Initiativen bislang 
erfolgten Bemühungen um die Profilierung Münsters im Sinne des o.a. 
Ratsauftrags koordiniert fortzuführen und in ein Gesamtkonzept 
einzubringen. Dabei sollten folgende Grundsätze gelten: 
 
- oberstes Ziel ist die nachhaltige Profilierung Münsters als Stadt der 
„Dialoge zum Frieden“;  
- sich steigernde Identifikationswerte nach innen und nach außen durch 
Kontinuitätslinien in den Veranstaltungsprogrammen über mehrere Jahre 
sind anzustreben;  
- Kooperationsmöglichkeiten über die verschiedenen Ebenen und die  
grundsätzliche Offenheit der Programme für die Beteiligung Interessierter 
– unter Einhaltung entsprechender Qualitätskriterien – sind zu 
gewährleisten. 
 
Die Koordination der Veranstaltungsprogramme und die Unterstützung der 
freien Träger sowie die Planung und Organisation der jährlichen „Dialoge 
zum Frieden“ im Rahmen der ‚Allianz für Wissenschaft‘ erfordert 
entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen.

Anlage 1.2

3868 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.2 
 
Aufgabenprofil: Koordinator/in ‚Kommunale Friedensarbeit’  
 
Hintergrund 
Die Stadt Münster hat in einem 1,5-jährigen partizi pativen Prozess mit den Bürgerinnen und 
Bürgern der Stadt und ihren zivilgesellschaftlichen  Gruppen im hierfür eingerichteten 
‚Arbeitskreis Friedenskultur‘ ein vorläufiges Konze pt für kommunale Friedensarbeit 
erarbeitet. Es umfasst die folgenden 5 Handlungsfel der: Öffentliche Veranstaltungen, 
Bildungsarbeit und Forschung, ortsbezogene Erinneru ngsarbeit und Gedenken, 
internationale Friedensarbeit sowie kommunale Entscheidungskultur und lokale Partizipation. 
Hierbei wird das Themenfeld ‚kommunale Friedensarbe it‘ als ressortübergreifende 
Querschnittsaufgabe verstanden.  
Zur angemessenen Umsetzung der hiermit beschriebene n umfangreichen und inhaltlich 
anspruchsvollen Aufgabe hat der AK verschiedene Mod elle erörtert. Erforderlich scheint die 
Einrichtung einer städtischen Vollzeitstelle für ei ne/n Koordinatorin/Koordinator. Um sowohl 
dem städtisch-zivilgesellschaftlichen Charakter des  bisherigen Engagements als auch der 
Vielfalt des Aufgabenspektrum Rechnung zu tragen, i st eine Doppelbesetzung 
empfehlenswert: Paritätisch jeweils eine Person als  Vertreter/in des städtischen sowie des 
zivilgesellschaftlichen Bereichs. Die Kompetenzen u nd Erfahrungshintergründe sollten der 
jeweiligen Aufgabe und Rolle hierbei entsprechen un d sich ergänzen. Hierdurch können die 
multi-dimensionalen Anforderungen der Koordinierung sstelle optimal wahrgenommen und 
integrativ zusammengeführt werden. 
Die Stelle ist in einem thematisch relevanten Dezer nat angesiedelt (vorzugsweise 
Oberbürgermeister). Dienstort ist ein städtisches B üro (Friedenskulturzentrum/ 
Friedensbüro), welches als Koordinierungsstelle fun giert. Die Koordinatorin/der Koordinator 
nimmt alle Aufgaben in enger Abstimmung mit dem ‚Fachbeirat Frieden‘ wahr. 
 
Aufgaben 
Die wesentlichen Aufgabengebiete der/des Koordinatorin/Koordinators sind:  
- Erarbeitung eines ‚Kommunalen Handlungsrahmens Frieden‘ 1 zur Schärfung des Profils 
Münsters als Stadt des Friedens/europäische Frieden skulturstadt durch Erweiterung 
des bisherigen, vom AK Frieden erarbeiteten Konzept es, sowie neue innovative 
Ansätze; hierzu gehört u.a. eine Bestandsaufnahme b ereits existierender Aktivitäten im 
Bereich kommunaler Friedensarbeit, sowohl von Seite n der städtischen Ämter und 
Institutionen als auch der zivilgesellschaftlichen Gruppen; 
- Bündelung und Koordination bereits existierender Ak tivitäten zum Themenfeld Frieden 
und Friedenskultur; 
- Umsetzung einzelner Maßnahmen wie Planung und Organ isation öffentlicher 
Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen; 
- Funktion als Ansprechpartner zum Themenfeld kommuna le Friedensarbeit für die 
Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster, städtisch e Institutionen sowie 
zivilgesellschaftliche Gruppen. 
 
Anforderungen: 
- Hochschulabschluss vorzugsweise Sozialwissenschaft mit thematischer Ausrichtung auf 
friedens- bzw. konfliktrelevante Themen; 
- mehrjährige Berufserfahrung im Bereich zivile Konfliktbearbeitung im In- oder Ausland; 
- nachgewiesene Kenntnisse der Konzepte und Ansätze z iviler 
Konfliktbearbeitung/Friedensarbeit; 
- Erfahrungen im Bereich der Zusammenarbeit mit zivil gesellschaftlichen Gruppen 
und/oder partizipativen Prozessen der Bürgerbeteiligung; 
- ausgeprägte soziale Kompetenz und Eigeninitiative; 
- Computerkenntnisse. 
                                                           
1  Der zu erarbeitende ‚Handlunsgrahmen Frieden‘ wird  hierbei nicht als statisches, sondern als 
ein sich stets im Wandel und der Weiterentwicklung befindliches Konzept verstanden, welches 
fortlaufend aktuelle, kommunale sowie gesamtgesellschaftliche Themen und Bedarfe 
berücksichtigt.

Anlage 1.1

3041 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.1 
 
Mitglieder des Arbeitskreises Friedenkultur Münster 
 
1 
 
 
Friedensgruppen 
Gruppe/Initiative Ordentliches Mitglied Stellvertretendes Mi tglied 
Friedensforum Münster  Herr Dingerkus Frau Englert 
Friedenskapelle Herr Eberhardt Frau Severin 
Pax Christi Herr Prof. Dr. Ockel Herr Dertmann 
Deutsche Initiative für den Nahen 
Osten (DINO) Msgr. Hülskamp  Frau Paschke 
Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-
VK) Münster  Herr Hülsken-Fermer 
 
Herr Kuhn 
 
Förderverein Friedensinitiativen in 
Münster e.V.  Herr Dr. Kinkelbur Frau Brüggemann 
Stadtheimatbund Herr Schneider Herr Dreßen

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.1 
 
Mitglieder des Arbeitskreises Friedenkultur Münster 
 
2 
 
  
Kirchen, Religionsgemeinschaften 
Kirche/Gemeinschaft/Gruppe Ordentliches Mitglied Stellvertre tendes Mitglied 
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kir- 
chen, Gemeinden und Gemeinschaf- 
ten 
Frau Schweder 
  
Stadtkomitee der Katholiken Herr Kersken Herr Schuh macher 
Evangelischer Kirchenkreis Münster Herr Dr. Dechow   
Buddhistische Initiativen und Zentren  Herr Kerklau   
DITIB Münster Herr Seven    
Gesellschaft für  
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 
Münster e.V.  
Herr Determann 
  
Jüdische Gemeinde Münster  Herr Fehr Herr Kaatz 
Hindu-Tempelgemeinde  Herr Thiruselvam Herr Vasnatha rasan

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.1 
 
Mitglieder des Arbeitskreises Friedenkultur Münster 
 
3 
 
  
Bildung und Wissenschaft 
Hochschule/Arbeitskreis/Institution  Ordentliches Mitglied Stellvertretendes Mitglied 
Katholische Hochschule NRW  Herr Prof. Dr. Albers   
Westfälische Wilhelms-Universität Herr Prof. Dr. Br emer Frau Maria Wernsmann 
Arbeitskreis "1648 - Dialoge zum 
Frieden" Herr Prof. Dr. Jakobi Frau Dr. Blanc 
Fachhochschule Münster Herr Prof. Dr. Wickel   
Bezirksschülervertreter  Herr Brinkmann   
Fachhochschule für öffentliche Ver- 
waltung - Abteilung Münster   Herr Prof. Dr. Bruns  Herr Brosthaus

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.1 
 
Mitglieder des Arbeitskreises Friedenkultur Münster 
 
4 
 
 
 
 
Politik 
Gremium/Funktion Ordentliches Mitglied Stellvertretendes Mitgl ied 
Integrationsrat Herr Marinos Herr Dr. Ibrahim 
Friedenspolitischer Sprecher der 
CDU-Fraktion Herr Otte Herr Halberstadt 
Friedenspolitischer Sprecher der 
SPD-Fraktion Herr Bürgermeister Wigger Herr Heuer 
Friedenspolitischer Sprecher der 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Herr Ratsherr Peters Herr Ratsherr Dr. Schipmann 
Friedenspolitischer Sprecher der 
FDP-Fraktion Herr Gerhardy 
 
Friedenspolitischer Sprecher der  
Fraktion DIE LINKE.  Herr Brämswig  Herr Ratsherr Köhn  
Friedenspolitischer Sprecher der  
Ratsgruppe UWG/ödp Münster  Herr Kersting Herr Ratsherr Pfau 
Friedenspolitischer Sprecher der  
Piraten in Münster Herr Barenhoff Herr Ratsherr Powroznik

Anlage 1.5

9722 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.5 
 1 
Liste der Erinnerungs- und Friedenstage  für Münster in Westfalen  (Ansatz für eine 
JahresFriedensAgenda 2011-2012) 
 
Unterthema: Ortsbezogene Erinnerungsarbeit und Gedenken 
Beschlussempfehlung AK Friedenskultur 
 
In der Stadt Münster findet eine vielfältige und au sdifferenzierte Erinnerungsarbeit an die 
Schrecken und Gräuel des Krieges statt – durch die Stadt, von Vereinen und Gruppen, in 
den Stadtteilen. Die Dekade „Kultur des Friedens“ mahnt dazu, Brücken zur Zukunft und zur 
Förderung des Friedensgedankens gleichfalls zu bede nken sowie stadtöffentlich und in 
verschiedenartigen Formen auszudrücken. In Münster selbst bieten sich u. a. die folgenden 
Gedenktage an, das Nachdenken über Frieden zu pfleg en und im Zusammenwirken von 
Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft und Friedensgruppen zu entfalten. 
 
27. Januar:   Tag des Gedenkens an die Opfer des Na tionalsozialismus 
 
Am Rathaus erinnert ein dauerhaftes Friedenszeichen  an die Schrecken der vom 
nationalsozialistischen Staat in Deutschland ausgeh enden Barbarei im Zweiten Weltkrieg. 
Das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialis mus und die heute gebotene 
Versöhnungsarbeit zwischen Staaten und über Grenzen  hinweg stellt im Jahresverlauf einen 
ersten Gedenktag dar. Insbesondere Neubürgerinnen u nd Neubürger sollten die Möglichkeit 
erhalten, sich mit diesem Teil der jüngeren deutsch en Zeitgeschichte zukunftseröffnend 
auseinandersetzen. 
 
8. Mai:    Das Ende des Zweiten Weltkrieges 
 
An den Tag der Befreiung Deutschlands wird in Münst er  mit Kranzniederlegungen, stillem 
Gedenken und der Anteilnahme von Politik und Stadtö ffentlichkeit erinnert. Veranstaltungen 
am Zwinger und an anderen Orten sind nötig, um die Absage an Diktatur und Unterwerfung 
wach zu halten. Auf den damaligen Umgang mit Minder heiten und die Wahrnehmung von 
Minderheitenrechten heute wird dabei einzugehen sein. 
 
15. Mai:    Die Staatswerdung der Vereinigten Niede rlanden und die deutsch-
niederländischen Beziehungen heute  
                                                      
Die Anerkennung der Vereinigten Niederlande durch S panien stellt ein europäisches 
Ereignis dar . Der Frieden in den Niederlanden von 1648 stellt sic h heute als eine besondere 
Verpflichtung dar, den Weg der niederländisch-deuts chen Aussöhnung nach dem zweiten 
Weltkrieg weiterzugehen. Was bewegt in diesem Nachb arland die Menschen, wenn sie über 
Krieg oder Frieden nachdenken? Wie könnte die Pfleg e des Friedens in Europa in Münster 
und der Euregio gefördert werden? Ein Tag, der auf die Konstituierung der Niederlande 
verweist, sollte auch eine Begegnung zwischen Bürgerinnen und Bürgern der beiden Staaten 
in Europa sein. 
 
6.- 8. August:  Hiroshimagedenken 
 
Insbesondere der 6. August ist bislang ein meist st illes Gedenken an die beiden 
Atombombenabwürfe in Japan 1945. Allein die Traditi on eines Blumenkreuzes in Münster ist 
nicht hinreichend, um die Zäsur des Atomzeitalters zu bedenken. Mayors for Peace - das auf 
eine Initiative der Bürgermeister von Hiroshima und  Nagasaki zurückgehende Bündnis von 
Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aller Staaten  der Welt setzt sich für eine 
Reduzierung der Atomwaffenarsenale bis 2020 ein. Zu  ermitteln ist, welches erkennbare 
Zeichen in Münster von Politik und Friedensgruppen für eine Atomwaffenfreiheit gesetzt 
werden kann, welche die Sorge um die Logik und den Geist von Atomwaffen angemessen 
aufnimmt.

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.5 
 2 
1. September:  AntiKriegsTag 
 
Der Antikriegstag wird in Münster seit mehr als zwe i Jahrzehnten von den Gewerkschaften 
begangen, wobei auch aktuelle Sicherheits- und frie denspolitische Fragen im Mittelpunkt 
stehen. Auch weil der von Deutschland ausgehende Zw eite Weltkrieg mit dem Überfall auf 
Polen begann, ist die Verständigungsarbeit  in eine m gesamteuropäischen Horizont  
wesentlich.  
 
21. September:  Weltfriedenstag der Vereinten Natio nen 
 
Seit einigen Jahren finden auch in Münster zum  Wel tfriedenstag Veranstaltungen statt. Zu 
prüfen ist, ob der Tag, der seit einem Beschluss de r Generalversammlung der Vereinten 
Nationen 2001 begangen wird,  mit einer besonderen Veranstaltung in ein breiteres 
Bewusstsein gerückt werden könnte.  
 
Ende September:  Friedensmahl auf dem Platz des Wes tfälischen Friedens und in 
Münsters Stadtteilen 
 
Ende September hat in den letzten vier Jahren jewei ls ein Friedensmahl mit Gästen aus 
verschiedenen Bevölkerungsgruppen Münsters im Zusam menhang mit dem Interkulturellen 
Fest stattgefunden. In Gesprächen und bei Begegnung en wurde in dieser Zusammenkunft 
auf die Notwendigkeit eines allgemeinen wie öffentl ichen Friedens als ein zentraler Beitrag 
während der Interkulturellen Wochen hingewiesen; 20 12 soll das Friedensmahl auch in 
Stadtteilen Münsters stattfinden. 
 
9. Oktober:   Leipziger Revolution – deutsch-deutsc her Tag der Gewaltfreiheit 
 
Die Montagsdemonstrationen in der früheren DDR entw ickelten sich zu einer 
Massenbewegung. Die Sprüche und Forderungen „Wir si nd das Volk“ und „Keine Gewalt!“ 
verfehlten ihre Wirkung nicht. Ein zentrales Datum der friedlichen Revolution im 
bevormundenden DDR-Staat war der 9. Oktober 1989 – eine Protestdemonstration mit 
unerwartet hoher Massenbeteiligung. Auch im westfäl ischen Münster ist an die gewaltfreie 
Revolution in der früheren DDR mehrfach erinnert wo rden. Gemeinsam mit den 
Städtepartnerschaftsvereinen in Münster und den Par tnerstädten Münsters sollte überlegt 
werden, in welcher Weise dauerhaft an diesen Umbruc h und den gewaltfreien Wandel 
erinnert werden kann. Der internationale Tag der Ge waltfreiheit findet am 2. Oktober statt. 
Auch am  3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) ist  mehrfach an die Bedeutung der 
Leipziger Revolution für Deutschland und ganz Europa erinnert worden. 
 
24.- 25. Oktober:  Tage des Westfälischen Friedens 
 
Die beiden Tage der Unterzeichnung und Verkündung d es europäischen Friedensvertrages 
von 1648 bieten für Münster die Möglichkeit, sowohl  für den Friedensgedanken überregional 
zu werben als auch Friedensaktionen durchzuführen u nd gemeinsame Initiativen in den 
Nachbarstädten Münster und Osnabrück zu fördern. Da s Historienspiel in Münster, welches 
seit einigen Jahren kontinuierlich durchgeführt wir d, ist auch eine genutzte Gelegenheit bei 
alt und jung, auf die Bedeutung des Westfälischen F riedens heute hinzuweisen. Die 
Bewerbung der beiden Nachbarstädte um das EU-Kultur erbe 2011 für die beiden 
historischen Vertragsorte stellt dabei einen ersten, Nachbarstädte übergreifenden, Beitrag für 
mehr gemeinsame Aktivitäten in den Kommunen dar. 
 
Im November:   Ökumenische Friedenswoche  
 
In einzelnen Stadtteilen Münsters finden Veranstalt ungen im Rahmen der ökumenischen 
Friedenwochen (2011: ''Gier Macht Krieg''; 13.11.20 12 neues Leitmotto) statt. Die 
Erfahrungen der christlichen Friedensgruppen sind i nsbesondere gefragt, um Konzepte zu

Anlage 1 zur Vorlage V/0863/2011 
Bericht und Empfehlungen des AK Friedenskultur - Anhang 7.5 
 3 
entwickeln, wie am Volkstrauertag, in den Stadtteil en und in einem interreligiösen Horizont 
heute angemessen an die Opfer von Kriegen erinnert werden kann. Auch sollte 2012 an die 
Ergänzungstafel zum sogenannten Herero-Denkmal in e inem Informationsblatt der Stadt 
erinnert werden. Katholische Jugendverbände und Pfa dfindergruppen weisen in Münster 
Anfang Dezember jährlich auch auf die Notwendigkeit  einer politischen Lösung im Nahen 
Osten im Zusammenhang der Aktion Friedenslicht für Bethlehem hin. 
 
9. November und 13. Dezember: Pogromnacht 1938 und Deportation aus Münster 
 
Auch in Münster markiert der 9. November 1938 den e ndgültig allen bewusst gewordenen 
öffentlichen Terror gegen Juden und jüdische Gemein den, die fortschreitende Entrechtung 
und Ausgrenzung, die im Holocaust endete. Am 13. De zember 1941 wurden von Münster 
aus Jüdinnen und Juden deportiert. Ein münsterbezog enes Gedenken hat dabei auch die 
vom Güterbahnhof ausgehende, mit der Stele an der K reuzung Warendorfer Str./Kaiser-
Wilhelm-Ring in Erinnerung gehaltene Deportation mü nsterländischer Juden nach Riga in 
den Blick zu nehmen. 
 
 
Auch wenn diese Liste der Erinnerungs- und Gedenkta ge zum Thema Frieden nicht 
vollständig sein kann und nur auf eine Jahresagenda  Frieden verweisen kann, so bietet sie 
doch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Wahrnehmung der Verantwortung für den Frieden 
in der Kommune und auch durch die Kommune selbst. 
 
Im Profil Münsters als Stadt des Friedens werden di ese und weitere Gedenktage im 
fortzuschreibenden Handlungsrahmen Frieden zu berücksichtigen sein. 
  
 
Für die friedenspolitische Bildungsarbeit müssen Organisationen, Gruppen und Initiativen zur 
Unterstützung von Aktivitäten in diesem Handlungsfe ld Fördermöglichkeiten seitens der 
Stadt eröffnet werden; ein Teilansatz von 7.500 Eur o pro Jahr erscheint hierfür sachgerecht. 
Unverzichtbar ist ferner die unterstützende Begleit ung seitens der Stadt. Als ein wichtiger 
Schritt wird angesehen, dass auf Einladung des Ober bürgermeisters und aller 
Bezirksbürgermeister/innen Friedensgruppen, alle en gagierten Organisationen und 
interessierte Bürgerinnen und Bürger in 2012 eingel aden werden, die Arbeit für den Frieden 
und die Förderung des Friedensgedankens zu intensiv ieren. Fassen wir zusammen: Leitend 
müsste für alle städtischen Ämter und  das bürgersc haftliche Engagement dabei stets und in 
diesem Jahrzehnt der Gedanke sein: An den Krieg zu erinnern, heißt für den Frieden zu 
werben.

Beratungsverlauf (3)

30.11.2011 Integrationsrat
TOP 3.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
14.12.2011 Hauptausschuss
TOP 40 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
14.12.2011 Rat
TOP 42 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (5)

  • Warendorfer Straße
  • Kaiser-Wilhelm-Ring
  • Leonardo-Campus
  • Domplatz
  • Haus Spital

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0863/2011
Typ
Vorlagen
Datum
16.11.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37