V/0283/2017
Errichtung einer Gesamtschule am Standort der ehemaligen Paul-Gerhardt-Realschule, Jüdefelder Straße 10
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Beschlussvorlage
11438 Zeichen
V/0283/2017
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Immobilienmanagement
Betrifft
Errichtung einer Gesamtschule am Standort der ehemaligen Paul-Gerhardt-Realschule,
Jüdefelder Straße 10
Nachfinanzierung aufgrund von Mehrkosten
Beratungsfolge
02.05.2017 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
09.05.2017 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
09.05.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung
17.05.2017 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
17.05.2017 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Es wird zur Kenntnis genommen, dass bei der Errichtung der Gesamtschule Münster-Mitte erweiter-
te Bauleistungen erforderlich wurden, die einen zusätzlichen Mittelbedarf auslösen:
1. Im ersten Bauabschnitt, Erweiterung (neue Mensa) und Umbau des Gebäudes der ehemaligen
Paul-Gerhardt-Realschule und Umbau des Gebäudes der ehemaligen Überwasserschule (VHS)
in Höhe von ca. 820.000 €, das entspricht 4,65 % des ursprünglichen Budgetansatzes im Bau-
beschluss in Höhe von 17.600.000 €.
2. Im zweiten Bauabschnitt (Neubau Zweifachsporthalle und Unterrichtsräume für die S ekundarstu-
fe II) in Höhe von ca. 130.000 €, das entspricht 0,73 % des ursprünglichen Budgetansatzes im
Baubeschluss in Höhe von 17.600.000 €.
II. Finanzielle Auswirkungen:
3. Für die o. g. Sachentscheidung wurden bisher in den Haushaltsplänen 2012 – 2017 sowie in
der mittelfristigen Finanzplanung Mittel in Höhe von 18.980.000 Euro bereitgestellt. Von den für
2018 vorgesehenen Mitteln werden 1,5 Mio. Euro in das Haushaltsjahr 2017 vorgezogen.
4. Es wird zur Kenntnis genommen, dass ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf in Höhe von 950.000
Euro in 2018 benötigt wird.
Vorlagen-Nr.:
V/0283/2017
Auskunft erteilt:
Herr Brockhausen
Ruf:
492-2413
E-Mail:
BrockhS@stadt-muenster.de
Datum:
10.04.2017
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0283/2017
5. Die erforderlichen Mittel sind wie folgt neu bereit zu stellen:
Teilfinanzplan
Nr. Bezeichnung
Haush.-
jahr
Alt
Betrag
€
Neu
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 030
1
Leistungen für Schulen
Investitions-
maßnahme
443
0
Erweiterung Gesam t-
schule Münster-Mitte
bisher im Haushalt
bereitgestellt bis inkl.
2016
11.6000.000 11.600.000
2017 3.500.000 5.000.000 1,5 Mio. aus 2018
vorgezogen
2018 3.880.000 3.330.000 1,5 Mio. nach
2017, und 0,95
Mio. zusätzlich
Summe bisher bereitgestellte Mittel 18.980.000 19.930.000
Den zur Finanzierung erforderlichen überplanmäßigen Auszahlungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro in
2017 wird nach § 83 Gemeindeordnung NRW(GO NRW) zugestimmt. Die Deckung erfolgt nach §
83 Abs. 3 GO NRW aus dem Ansatz des Folgejahres.
Die für 2018 benötigten Investitionskosten in Höhe von 0,95 Mio. Euro werden in den Haushaltspla-
nentwurf 2018 aufgenommen.
Begründung:
Bisherige Beschlüsse
Am 02.04.2014 hat der Rat der Stadt Münster die Realisierung der Gesamtschule entsprechend der
vorgelegten Gebäude- bzw. Freiraumplanung beschlossen (Baubeschluss).
Projektbudget: 17.600.000 € (= 100 %)
Am 16.03.2016 hat der Rat der Stadt Münster eine Nachfinanzierung in Höhe von 1.380.000 € be-
schlossen.
Projektbudget: 18.980.000 € (= 107,86 %)
Zusätzliche Mehrkosten
Aufgrund erforderlicher Mehrleistungen im Wesentlichen in dem Bauhauptgewerk, den Maler- und
Elektroarbeiten sowie vorliegender Abrechnungs- und Ausschreibungsergebnissen ergeben sich
neue Mehrkosten im Vergleich zum Stand der Nachfinanzierungsvorlage aus dem März 2016 in Höhe
von ca. 950.000 € (= 5,38 %, bezogen auf das Projektbudget zum Baubeschluss).
> erforderliches neues Projektbudget 19.930.000 € (= 113,24 %)
Insgesamt ergeben sich demnach Mehrkosten zum Projektbudget (Baubeschluss) in Höhe von
13,24%.
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Zu 1 - Sanierung, umfangreicher An- und Umbau des Gebäudes der ehemaligen Paul-Gerhardt-
Realschule und der Überwasserschule, 1. Bauabschnitt > 820.000 €
Im Zuge der Ausführungen und Abrechnung der Bauleistungen wurden zusätzliche Mehrkosten zu
den bereits in der Vorlage V/0064/2016 genannten Mehrkosten deutlich. Die Mehrkosten entstanden
insbesondere aufgrund nicht vorhergesehener Bauzustände und gliedern sich nach Gewerken wie
folgt:
a) Bauhauptarbeiten (Rohbau) 250.000 €
b) Malerarbeiten 159.000 €
c) Elektroarbeiten 319.000 €
d) Trockenbauarbeiten 35.000 €
e) Sonstiges 57.000 €
a) Bauhauptarbeiten 250.000 €
Der Bauhauptauftrag wurde um 81.683,98 € erhöht. Diese Auftragserweiterung beinhaltete insbe-
sondere zusätzliche Leistungen in Anpassung an die örtlich vorgefundenen Gegebenheiten sowie
der daraus notwendigen fortgeschriebenen Planung der Technischen Gebäudeausrüstung und
Tragwerksplanung, die wie folgt begründet sind:
Aufgrund der fehlenden Anschlussmöglichkeiten und der unvorhergesehenen Lage der vorge-
fundenen Bestandsfundamente musste die Entwässerungsplanung im KG der Paul-Gerhardt-
Schule, Hauswirtschaftsräume neu geplant werden. Diverse zusätzliche Leistungen zur Erstel-
lung der Entwässerung einschl. der Anschlüsse der Leitungen an die bestehenden Grundlei-
tungen wie bspw. Sohldurchbrüche, Leitungsverlegung und Schließen der Sohle, welche bei
der Erstellung des Leistungsverzeichnisses nicht bekannt waren, wurden erforderlich.
Umfangreiche zusätzliche Kernbohr- und Betonschneidearbeiten deren Massen im Leistungs-
verzeichnis nicht erfasst waren, waren weiter Folgemaßnahmen.
Mit dem von der Rohbaufirma vorgelegten Schlussrechnungskonzept wurden zusätzliche Forde-
rungen in Höhe von 169.000,00 € angezeigt. Die Summe ist in der Höhe strittig und wird von dem
bauleitenden Ingenieurbüro im Zuge der Abrechnung derzeit geprüft.
b) Malerarbeiten 159.000 €
In der Malerausschreibung wurde davon ausgegangen, dass in den Bestandsgebäuden der erfor-
derliche Neuanstrich als Überholungsanstrich auf dem Altanstrich ausgeführt wird.
Im Verlauf der Malerarbeiten wurde nach Auftrag des Überholungsanstriches und anschließen-
dem Ablösen von alten Farbschichten durch Haftgrundprüfungen festgestellt, dass die bestehen-
den Anstriche zum Großteil abgängig waren. Diese mussten entfernt und einschließlich Unter-
grund komplett neu aufgebaut werden.
c) Elektroarbeiten 319.000 €
Hier wurden bisher Auftragserweiterungen in Höhe von insgesamt 173.190,18 € erteilt:
Während der Ausführung wurden immer wieder Bestandszustände angetroffen, die vor dem
Öffnen der Bauteile nicht erkennbar waren. Diese konnten im künftigen Stromversorgungsnetz
nicht toleriert werden und machten eine Neu- oder Umverlegung von Installationen und Lei-
tungstrassen erforderlich.
Auch waren Anpassungen der Bestandsinstallationen an die aktuellen Brandschutzanforde-
rungen erforderlich, die in der Ausschreibung nicht berücksichtigt waren (z. B. Rückbau von
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Leitungen im Bereich von vorhandenen Abhangdecken in Rettungswegen und Neuinstallation
dieser Leitungen außerhalb der Rettungswege).
Der Ausbau der geplanten bzw. vorhandenen Elektroinstallationen musste aufgrund geän-
derter Leistungsanforderung der Küchengeräte und Laboreinrichtung erweitert werden.
Zusätzliche Maßnahmen aufgrund Nutzeranforderungen (Zutrittskontrollsysteme für Hauptein-
gänge und Aufzugsanlage, Bedienstelle für Mensasteuerung über Tablet/Smartphone) haben
weitere Leistungen ausgelöst.
Eine vom Ing.-Büro erstellte Kostenprognose, die auf der Grundlage der abgerechneten bzw.
hochgerechneten Massen erstellt wurde, lässt eine weitere Auftragsüberschreitung in Höhe von
ca. 146.000 € erwarten. Eine abschließende Summe hierzu kann erst nach Vorlage und Prüfung
der Elektro-Schlussrechnung erfolgen.
d) Trockenbauarbeiten 35.000 €
Hier wurden zusätzliche Leistungen (Revisionsöffnungen, Durchführungen) aufgrund zusätzlicher
Anforderungen aus fortgeschriebener TGA-Planung und des Brandschutzes erforderlich.
e) Provisorische Asphaltierung von Schulhofflächen 17.000 €
Für den sicheren Schulbetrieb war eine provisorische Asphaltierung von Schulhofflächen während
der Bauzeit erforderlich.
f) Restarbeiten 40.000 €
Zur abschließenden Fertigstellung sind noch verschiedene kleinere Restarbeiten erforderlich.
Zu 2 - Neubau des Gebäudes für die Sekundarstufe II, einschließlich einer Zweifachsporthalle,
2. Bauabschnitt 130.000 €
Die Ausführungsarbeiten zum 2. Bauabschnitt befinden sich in der Rohbauphase.
Im Zuge der Rohbauausführungen und durch die bisherigen Ausschreibungsergebnisse wurden zu-
sätzliche Mehrkosten zu den bereits in der Vorlage V/0064/2016 genannten Mehrkosten deutlich.
Die Mehrkosten gliedern sich wie folgt:
A) Bauhauptarbeiten (Rohbau) 271.000 €
Das Ausschreibungsergebnis der Bauhauptarbeiten lag um 151.000 € über den veranschlagten
Kosten. Hinzu kommt ein Massenfehler in der Ausschreibung im Bereich der Erdarbeiten,
wodurch nach derzeitigem Abrechnungsstand eine Auftragsüberschreitung in Höhe von ca.
120.000 € zu erwarten ist. Damit ist von einer Überschreitung von insgesamt 271.000 € (das ent-
spricht ca. 13 % der ursprünglich für dieses Gewerk prognostizierten Kosten in Höhe von
3.139.190,32 €) auszugehen.
Die Herstellungskosten des Tragwerkes erwiesen sich nach Ausführungsplanung und Ausschrei-
bung als kostenintensiver als zur Entwurfsplanung angenommen. Der Entwurf sieht vor, einen
zweigeschossigen Gebäuderiegel auf das weitgespannte Tragwerk der Sporthalle zu setzen.
Hierzu werden quer über die Sporthalle 6 Unterzüge (Breite je 1,8 m) in einer im Brückenbau
gängigen Spannbetonkonstruktion erstellt. Zur Abtragung der bauzeitlichen Lasten werden auf-
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grund der Spannbetonkonstruktion je Unterzug zusätzliche Schwerlaststützen und Stahlstützen in
zwei Ebenen, getrennt durch eine Arbeitsfläche, in einem dichten Raster aufgestellt.
Diese aufwendige Konstruktion wurde gewählt, da aufgrund der beengten Baufeldsituation der
Einsatz von Fertigteilträgern nicht möglich war.
B) Elektroarbeiten 105.000 €
Auf Grund der jetzt fertiggestellten Ausschreibungsunterlagen werden im Gewerk Elektroarbeiten
Mehrkosten in Höhe von ca. 105.000 erwartet. Die budgetierten Kosten für die Elektroarbeiten
wurden auf Grundlage der Entwurfsplanung ermittelt. Im Zuge der Erstellung der Ausführungspla-
nung und Ausschreibung wurde festgestellt, dass die Entwurfsplanung unvollständig war und er-
forderliche Leistungen nicht erfasst worden waren (z. B. war zum Entwurf fälschlicherweise davon
ausgegangen worden, dass die vorhandene Lautsprecherzentrale im Bestandsgebäude auch für
den 2. BA ausreichend ist und keine neue Anlage nur für den 2. BA zusätzlich erforderlich sei; die
Zugangskontrolle war fälschlicherweise den Hochbaugewerken zugeordnet worden; eine Spiel-
zeituhr war nicht berücksichtigt worden; die Massenansätze waren zu niedrig angesetzt).
C) Minderkosten durch Ausschreibungsergebnisse der Folgegewerke - 246.000 €
Zurzeit sind ca. 75 % der Bauleistungen (bezogen auf die Kosten) zum 2. BA vergeben. Durch die
guten Ausschreibungsergebnisse bei den bereits beauftragten Folgegewerken können die vorge-
nannten Mehrkosten aus den Bauhaupt- und Elektroarbeiten teilweise wieder aufgefangen wer-
den, sodass aktuell von Mehrkosten in Höhe von ca. 130.000 € im 2. Bauabschnitt ausgegangen
wird.
I. V.
gez.
Peck
Stadtrat
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0283/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 11.04.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37