V/0393/2012
Ergebnisse zum Expertenworkshops "Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität" und weiteres Vorgehen
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Beschlussvorlage
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V/0393/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Ergebnisse des Expertenworkshops "Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität" und weiteres Vorgehen Beratungsfolge 14.06.2012 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 19.06.2012 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 27.06.2012 Hauptausschuss Entscheidung -Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Dokumentation des Expertenworkshops vom 27. März 2012 „Öffentlichkeitsarbeit u m- weltfreundliche Mobilität“ wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Werbeagentur M4 media wird damit beauftragt, ihr Grundkonzept zur „Öffentlichkeit s- arbeit umweltfreundliche Mobilität“, das dem ASSVW mit der nichtöffentlichen Vergabevo r- lage V/0600/2011 vorgestellt wurde, unter Berücksichtigung der Workshopergebni sse wei- terzuentwickeln. 3. Die Verwaltung wird im September eine Informationsveranstaltung organisieren und durc h- führen, in der die Werbeagentur M4 media den Workshopteilnehmern das weiterentwickelte Konzept zur „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobil ität“ auf Grundlage der Wor k- shopergebnisse vorstellen wird. II. Finanzielle Auswirkungen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1401 Übergreifender Umweltschutz, Klima, I m- missionsschutz, Boden, Abfall Zeile 13 Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 2012 2013 2014 40.000 20.000 20.000 Insgesamt: 80.000 Vorlagen-Nr.: V/0393/2012 Auskunft erteilt: Herr Renkhoff Ruf: 492 61 52 E-Mail: Renkhoff@stadt-muenster.de Datum: 14.05.2012 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0393/2012 Die zur Finanzierung erforderliche n Ermächtigungen sind im Haushaltsplan 2012 bei der Produk t- gruppe 1401 gemäß Ratsbeschluss vom 08.12.2010 (V/0592/2010 + V/0592/2010/1. Erg.) vera n- schlagt. Es müssen keine zusätzlichen Haushaltsmittel eingestellt werden. Begründung: Mit der Vorlage V/0780/2011 hat der Hauptausschuss am 14. Dezember 2011 die Verwaltung b e- auftragt, einen Expertenworkshop zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität“ durchzuführen. Dieser Workshop fand am 27. März 2012 , auch unter Beteiligung des Klimabeir a- tes und der Stadtwerke Münster statt. Im Verlauf des vierstündigen Workshopabends wurden in einem ersten Schritt mögliche Ziele und Zielgruppen für eine „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundl i- che Mobilität“ ausgearbeitet. In kleinen Arbeitsgruppen wurden diese unter den Aspekten Wirkung, Umsetzbarkeit und Maßnahmen konkretisiert. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden a n- schließend im Plenum vorgestellt. Die so entwickelten Hinweise und Ideen für eine mögliche „Ö f- fentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilitä t“ sind in der als Anlage beigefügten Dokumentation des Abends festgehalten. Im Vorfeld des Workshops hatte die Verwaltung in 2011 bereits ein sogenanntes Pitchingverfahren durchgeführt, um eine geeignete Werbeagentur zu finden, die eine Kampagne zur „Öff entlichkeits- arbeit umweltfreundliche Mobilität“ entwickeln kann. Die Werbeagentur M4 media hat nach diesem aufwendigen, mehrstufigen Pitchingverfahren der Verwaltung ein überzeugendes Grundkonzept präsentiert (siehe nichtöffentliche Vorlage V/0600/2011). D iese Grundidee lehnt sich eng an das „Klimaschutzkonzept 2020“ an, sodass sich eine auf diesem Grundkonzept basierende Öffentlic h- keitsarbeit zur umweltfreundlichen Mobilität gut in das Gesamtkonzept der Stadt Münster einfügt. Des weiteren ermöglicht dieses Grundkonzept Synergien mit Kooperationspartnern wie die Stad t- werke Münster GmbH, die Westfalen Bus GmbH, die Regionalverkehr Münsterland GmbH und weiteren Akteuren. Das Grundkonzept der Werbeagentur M4 media ist aus Sicht der Verwaltung sehr gut geeignet, um die Hinweise und die Ideen aus dem Expertenworkshop aufzunehmen und hieraus ein ergebnisorientiertes Gesamtkonzept zu entwickeln. Von daher soll auf eine erneute Preisanfrage verzichtet und die Werbeagentur M4 media beauftragt werden. Auf Nachfrage von Workshopteilnehmern bot die Verwaltung den Teilnehmern einen weiteren ve r- tiefenden Austausch zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität“ an. In dieser Informationsveranstaltung könnten weitere Anregungen und Ideen für die Kampagne einge bracht und mit den Werbefachleuten diskutiert werden. In Vertretung gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage: Dokumentation des Expertenworkshops „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität“
Dokumentation Workshop 27.3.2012
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Klimaschutzkonzept 2020 Baustein: Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Expertenworkshop am 27. März 2012 | Dokumentation 2 PROGRAMM und ARBEITSFRAGEN des Workshops 17.00 – 17.20 Uhr Begrüßung und Einführung Christian Schowe | Stadt Münster anschließend: kurze Vorstellungsrunde 17.20 – 17.30 Uhr Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Worum es geht! Elke frauns | büro frauns 17.30 – 17.45 Uhr Klimaschutz und umweltfreundliche Mobilität Ausgangslage in Münster Michael Milde | Stadt Münster 17.45 – 18.15 Uhr ZIELE Was sind die wesentlichen Zielsetzungen für den weiteren Ausbau der Bera- tung und Öffentlichkeitsarbeit für eine umweltfreundliche Mobilität (vor allem für Pkw-Nutzer) in Münster? Was wollen wir (bis wann) erreichen? Priorisierung von Zielen 18.15 – 18.45 Uhr ZIELGRUPPEN Wer sind die wesentlichen Zielgruppen der Beratung und Öffentlichkeitsar- beit? Wie lassen sich diese „typisieren“? Was sind Eigenschaften der Zielgruppen, die bei konkreten Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt werden müssen? Bei welchen Zielgruppen sind noch Potenziale vorhanden? Welche Zielgruppen halten wir für „schwierig“? Priorisierung von Zielgruppen 18.45 – 19.00 Uhr PAUSE 19.00 – 19.30 Uhr STRATEGIE Was ist der grundsätzliche strategische Ansatz für die Öffentlichkeitsarbeit (bezogen auf die Ziele und Zielgruppen)? Welche zentralen Botschaften / Inhalte wollen wir an wen vermitteln? Was ist die grundsätzliche „Tonalität“ der Öffentlichkeitsarbeit? 3 19.30 – 20.30 Uhr PROJEKTE Welche konkreten Ideen haben wir für die Öffentlichkeitsarbeit umweltfreund- liche Mobilität? Welche Wirkungen sollen die Projekte erzeugen? Für welche Zielgruppe eignet sich der Projektvorschlag? 20.30 – 20.55 Uhr UMSETZUNG Gibt es Möglichkeiten und Potenziale in der Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Bereich „umweltfreundliche Mobilität“? Wo gibt es Synergien bzw. wo können Synergie-Effekte entstehen? Welcher Akteur kann welche Rolle und Funktion übernehmen? Wie entstehen Mehrwerte für unterschiedliche Akteure? 20.55 – 21.00 Uhr Fazit | Ausblick Christian Schowe | Stadt Münster Elke Frauns | büro frauns Begleitung | Moderation | Dokumentation Elke Frauns, Tilmann Backhaus büro frauns kommunikation | planung | marketing, Münster In dem nachfolgenden Text wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit auf die Schreibweise „Innen“ bei Bürger, Teilnehmer, etc. verzichtet. Selbstverständlich sind immer gleichzeitig Frauen und Männer angesprochen. 4 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Martina Arndts-Haupt Stadt Münster, Frauenbüro Beate Baumeister Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Roland Böhm Taxi-Zentrale Münster e.G. Dr. Gerhard Bonn Kommunale Seniorenvertretung Dr. Christine Farwick sachkundige Bürgerin im AUB Henning Fischer Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) Hermann Frisch Automobil-Club Münster e.V. im ADAC Birgit Gräser Stadt Münster, Tiefbauamt Lillian Harris Klimabeirat Sonja Heeger Stadtwerke Münster GmbH, Verkehrsmarketing Georg Heinrichs Autofreie Siedlung Weißenburg Georg Hundt Radstation Münster, Hundt KG Daniel Janning IHK Nord Westfalen, Geschäftsbereich Handel und Verkehr Michael Jochmann Piratenpartei Markus Kleymann Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) Ute Kutschera Stadt Münster, Presse- und Informationsamt Michael Milde Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Carsten Peters Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ralf Renkhoff Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Jürgen Reuter FDP Dr. Sigrun Richter Westfalen Bus GmbH (WB) Franz-Josef Sauer Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Dieter Schmalz Bund für Umwelt und Naturschutz, Kreisgruppe Münster Christian Schowe Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Wolfgang Wiemers VCD Regionalverband Münsterland e.V. Birgit Wildt Stadt Münster, Amt für Grünflächen und Umweltschutz Petra Willing Stadtwerke Münster GmbH, Unternehmenskommunikation Peter Wolter ADFC Münster/Münsterland e.V. 5 Begrüßung und Einführung Christian Schowe, Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Schowe heißt die Teilnehmer des Workshops herzlich willkommen und erinnert an das vom Rat beschlossene Klimaschutzkonzept 2020 für die Stadt Münster sowie das darin formulierte Ziel, die CO2- Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40% gegenüber 1990 zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund soll mit dem heutigen Expert enworkshop ein Beitrag dazu geleistet werden, die umweltfreundliche Mobilität in Münster trotz des bereits erreichten hohen Stan dards noch weiter zu fördern. Der durch die Ratsausschüsse formulierte Auftr ag an den Workshop beinhaltet dabei, unter Einbezug einer Vielzahl von Akteurs- und Interessensgruppen, insbesondere an Strategien und möglichen Projek- ten für die Öffentlichkeitsarbeit zur umweltfreundlichen Mobilität zu arbeiten. In diesem Sinne wünscht Herr Schowe der Veranstaltung einen konstruktiven Verlauf. Worum es geht! Elke Frauns, büro frauns Zum Start in die gemeinsame Arbeit stellt Frau Fr auns einige grundsätzliche Gedanken rund um das Thema „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität“ vor. Öffentlichkeitsarbeit soll und muss unter- schiedliche Funktionen erfüllen: Impulse geben Kommunikation anregen Wissen vermitteln Emotionen erzeugen Wirkungen erzielen In Bezug auf das Mobilitätsverhalten lassen sich auch die grundsätzlichen Ziele weiter konkretisieren: Mobilitätsbewusstsein stimulieren / verändern Mobilitätsverhalten und Lebensstile beeinflussen individuelle Mobilität neu orientieren – Durchbrechen von Routinen handlungsrelevantes Wissen vermitteln umweltfreundliche Mobilität als (stadt-)gesellschaftliches Selbstverständnis Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind dabei drei Phasen zu berücksichtigen: 1. Vorbereiten | rationale und emotionale Argumente anbieten, die zum Nachdenken anregen 2. Handeln | Anlässe schaffen, neues Mobilitätsverhalten auszuprobieren 3. Bestätigen | Motivation erzeugen - Gefahr des „Rückfalls“ in vorherige Verhaltensmuster verringern 6 Klimaschutz und umweltfreundliche Mobilität Ausgangslage in Münster Michael Milde, Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung In seinem Überblick zur Ausgangslage ruft Herr Mil de das Ziel in Erinnerung, zu einer Reduzierung des Kraftfahrzeugverkehrs zu gelange n, damit im Rahmen des Klimas chutzes die CO2 – Belastungen ge- senkt werden. Dabei sei für (ein zumindest ze itweises) Umsteigen auf den Umweltverbund insbesonde- re auf die Freiwilligkeit durch die Schaffung von Anreizen und Überzeugungen zu setzen. In der Analyse der Ist-Situation zeigt sich, dass aufgrund bereits in der Vergangenheit geleisteter großer Kraftanstrengungen aktuell bereits 63,7% der Wege der Münsteraner mit dem Umweltverbund (Fuß, Rad, Bus und Bahn) zurückgelegt werden. Wird die Verkehrsmittelwahl der Münsteraner nach Entfer- nungsklassen differenziert, so zeigt sich insbesonder e im Bereich zwischen 4 und 8 km Entfernung ein Potenzial für die Steigerun g des Radverkehrsanteils. Zu beacht en ist, dass mittlerwe ile etwa 20% der Fahrten in der Entfernungsklasse über 20 km liegen und hierbei zu knapp 80% das Kfz genutzt wird. Im zeitlichen Verlauf von 1982 bis 2007 zeigt sich ein enormer Anst ieg des Verkehrsaufkommens (We- ge pro Tag) im Pendlerverkehr. Auch wenn hier beachtliche Steigerungen des über den Umweltverbund abgedeckten Verkehrsaufkommens zu konstatieren sind, zeigen sich doch wesentlich größere Steige- rungsraten des über das Kfz abgedeckten Verkehrsauf kommens. Herr Milde sieht daher als wesentli- che, mittels der heute zu bear beitenden Öffentlichkeitsarbeit anzusprechende Zielgruppe insbesondere die das Kfz nutzenden Pendler an. Im Anschluss an den Input von Herr Milde erfolgen seitens der Teilnehmer des Workshops einige Fra- gen und Hinweise zu den gegebenen Kapazitäten und Qualitäten der verkehrlichen Infrastrukturen und den sich daraus gegebenenfalls ergebenden Limitierungen hinsichtlich gewünschter Umverteilungen in der Verkehrsmittelwahl. Da gleichwohl Umstiegspotenziale gesehen werd en und die Bewerbung des Umweltverbundes auf tat- sächlichen Angeboten fußen muss, wird festgehalten, dass die Öffentlichkeitsarbeit zur umweltfreundli- chen Mobilität und die fortlaufende Verbesserung des infrastrukturellen Ange botes miteinander ver- knüpft zu bearbeiten sind. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Öffentlichkeitsarbeit kontinui erlich erfolgen muss und Zeit benö- tigt, um Veränderungen im Verhalten anzustoßen. Dabei sollte auf die vorhandenen Stärken und Quali- täten des Umweltverbundes innerhalb des Verkehr ssystems gesetzt und eben diese kommuniziert wer- den. Für weitere, über die nachfolgend aufgeführten Daten hinausgehende In formationen, wird auf die auf den städtischen Internetseiten bereitg estellten Berichte verwiesen. Di ese finden sich unter anderem unter folgenden Links: www.muenster.de/stadt/stadtplanung/pdf/verkehrsverhalten_befragung2007(1).pdf www.muenster.de/stadt/stadtplanung/pdf/Verkehrsentwicklungsplan2025_zwischenbericht.pdf www.muenster.de/stadt/stadtplanung/pdf/Verkehr_Mobilitaet_2050.pdf 7 Präsentation: Ausgangslage in Münster STADT MUNSTER Klimaschutzkonzept Münster 2020 Reduzierung des Kraftfahrzeugverkehrs, damit die CO2 – Belastungen im Rahmen des Klimaschutzes gesenkt werden Das Ziel STADT MUNSTER Klimaschutzkonzept Münster 2020 Die Situation Fahrrad 37,6% Fuß 15,7% Bus und Bahn 10,4% Kfz-Mitfahrer 6,7% Kfz-Selbstfahrer 29,6% Abb. 1 Verkehrsmittelwahl Münsteraner 8 STADT MUNSTER Klimaschutzkonzept Münster 2020 Die Situation Abb. 2 Verkehrsmittel nach Entfernungsklassen der Münsteraner 60,8 12,7 8 5,2 3,9 1,1 1,9 0,5 26,7 58,5 61,7 44,6 38,9 31,1 29,5 29 25,8 20,7 16,2 1,7 2,4 7,3 9,2 11 13,6 18,6 17,9 20,6 20 8,4 8,3 19,9 10,1 21,5 21,2 39,2 43,6 50,8 50,4 54,2 70,4 75,5 78,3 49,1 0 - 1 1 - 2 2 - 3 3 - 4 4 - 5 5 - 6 6 - 7 7 - 8 8 - 9 9 - 10 10 - 20 >20 Fuß Fahrrad Bus und Bahn Kfz STADT MUNSTER Klimaschutzkonzept Münster 2020 Die Situation Abb. 3 Verkehrsaufkommen - Münsteraner 365.836 376.289 387.328 567.420 606.376 676.760 0 250.000 500.000 750.000 1.000.000 1.250.000 1.500.000 1982 1990 2007 Kfz Umweltverbund 9 STADT MUNSTER Klimaschutzkonzept Münster 2020 Die Situation Abb. 4 Verkehrsaufkommen - Auswärtige 152.649 218.059 300.361 71.035 48.960 61.265 0 250.000 500.000 750.000 1.000.000 1.250.000 1.500.000 1982 1990 2007 Kfz Umweltverbund STADT MUNSTER Klimaschutzkonzept Münster 2020 Die Situation Abb. 5 Gesamtverkehr: Münsteraner und Auswärtige 518.485 594.348 687.688 616.380 667.453 747.794 0 250.000 500.000 750.000 1.000.000 1.250.000 1.500.000 1982 1990 2007 Kfz Umweltverbund 10 ZIELE für die Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Die Teilnehmer des Workshops werden gebeten, die aus ihrer Sicht wesentlichen Zielsetzungen für den weiteren Ausbau der Beratung und Öff entlichkeitsarbeit für eine umwel tfreundliche Mobilität (vor allem für Pkw-Nutzer) in Münster zu formulieren? Folgende Hinweise wurden aus dem Kreis der Anwesenden gegeben (ohne Mehrfachnennungen): Was wollen wir erreichen? GRUNDSÄTZLICHES dauerhafte Wirkung für den Klimaschutz erreichen stetige Impulse in der Kommunikation setzen, um langfristiges Klimaschutzziel zu erreichen Mobilität zum Stadtthema machen neue Ideen zu umweltfreundlicher Mobilität generieren BEWUSSTSEIN UND VERHALTEN Bewusstsein schaffen bzw. schärfen zum Nachdenken anregen das „Wollen“ erzeugen / Freiwilligkeit erreichen Gewohnheiten ändern Nutzer sollen Verkehrsverhalten auch in der Freizeit überdenken wetterunabhängige umweltfreundliche Mobilität erreichen 11 INFORMATION Einstellungswandel durch Wissen erzeugen Transparenz der Angebote schaffen Aufzeigen bestehender Alternativen / Informationen machen Alternativen sichtbar Kosten der jeweiligen Verkehrsarten gegenüberstellen und transparent machen Verkehrsmittelwechsel bewerben: Flexibilität der bestehenden Infrastruktur deutlich machen vorhandene Angebote zur Kombination von Rad + Bus transparenter darstellen IMAGE Imagewandel pro Umweltverbund erreichen „verstaubtes Image“ von Bus + Bahn überwinden AKTEURE regionales Problembewusstsein erzeugen interne Öffentlichkeitsarbeit im Zweckverband: Mitstreiter gewinnen (Stimmen die Ziele im Handlungsprogramm Klimaschutz Münster mit denen der Region überein?) Status quo des Umweltverbundes sichern Anteil des Radverkehrs auf 50% steigern Anteil des ÖPNV auf 15-20% steigern Entscheider motivieren, auch Infrastrukturen zu verbessern 12 WIRKUNGEN Umstieg der Einpendler auf den Umweltverbund, um Entlastung des Stadtgebietes und seiner Bewohner vom MIV zu erreichen Mobilitätsverhalten im Nahverkehr ändern Fahrzeugbesetzungsgrad erhöhen Fahrverhalten beeinflussen (z.B. spritsparendes Fahren) 13 ZIELGRUPPEN für die Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Mit Blick auf die potenziellen Ziel gruppen der Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität wurden folgenden Fragestellungen diskutiert: Wer sind die Zielgruppen der Beratung und Öffentlichkeitsarbeit? Wie lassen sich diese Zielgruppen „typisieren“? Bei welchen Zielgruppen sind noch Potenziale vorhanden? Welche Zielgruppen halten wir hingegen für „schwierig“? Aus den Nennungen der Workshopteil nehmer wurden vier wesentliche Gruppen klassifiziert, die im weiteren Verlauf des Workshops näher betrachtet wurden. Zielgruppe: PENDLER Einpendler aus der Region nach Münster sowie Pendler aus den Außenbezirken Münsters (Verkehrsmittelwahl) Einzelpendler (Fahrzeugbesetzungsgrad) Unternehmen (Angebote für die Arbeitnehmer sowie ein anzustrebendes umweltfreundliches Image) Zielgruppe: JUGEND Schulabgänger Auszubildende Führerscheinerwerber junge Erwachsene 14 Zielgruppe: FREIZEITBESUCHER Tagesgäste Veranstaltungsbesucher Shopping-Touristen Kneipengänger „BESTIMMTE“ Zielgruppen Schüler („Elterntaxi“) Familien, Eltern mit Kindern Senioren Schwerbehinderte Neben diesen vier im weiteren Verlauf näher betrachteten Zielgruppen erfolgten folgende Nennungen: Neubürger Münsters, die an das lokale Mobilitätsverhalten herangeführt werden sollten sporadische ÖPNV-Nutzer, bei denen ein Erstkontakt bereits gegeben ist Beschäftigte im Einzelhandel regionale Entscheider: Bewusstseinsschaffung für regionale Pendlerproblematik Politik, Verwaltung, Wirtschaftsförderung: Mobilität als Standortfaktor bei Unternehmensansied- lungen (dabei sind Infrastrukturen zwingend mit zu bedenken) 15 STRATEGIE für die Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Unter dem Aspekt „Strategie“ wurden Antworten auf folgende Fragestellungen gesucht: Was ist der grundsätzliche strategische Ansatz für die Öffentlichkeitsarbeit? Welche zentralen Botschaften und Inhalte wollen wir an wen vermitteln? Wie sollte die grundsätzliche „Tonalität“ der Öffentlichkeitsarbeit ausgestaltet sein? Mit Blick auf die Umsetzung der „Ö ffentlichkeitsarbeit umweltfreundlic he Mobilität“ sollen die nachfol- gend aufgeführten Hinweise berücksichtigt werden: ALLGEMEIN angesichts knapper Mittel Prioritätensetzung in der Öffentlichkeitsarbeit anstatt „Gießkannenpolitik“ ZIELGRUPPEN potenzielle Umsteiger segmentieren und direkt und zielgerichtet ansprechen Information für Zielgruppen nach Lebenslagen bereitstellen Informationen in leichter Sprache anbieten (für Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Migrationshintergrund, …) INHALTE Informationen weitergeben, z.B. Thema Sicherheit Zeitvorteile des Radverkehrs bewerben Hervorhebung der Fahrradfreundlichkeit Münsters Anstoß geben, neue Wege zu entdecken alte, gute Beispiele umweltverträglicher Mobilität bewerben „klassische“ Werbung: Vertrauen schaffen und Konsum- bzw. Nutzerverhalten lenken TONALITÄT ÖPNV-Nutzung ist hip und trendy und schafft ein gutes Gewissen positive Motivation für das Umsteigen generieren „Belohnungen“ für den Verzicht auf das Auto darstellen Freude an klimafreundlicher Mobilität vermitteln Betonung der Lebensqualität in der Stadt Münster 16 FORM DER ANSPRACHE aufsuchende Öffentlichkeitsarbeit direkte Ansprache / Face-to-Face Kommunikation dialogorientierte Austauschformen etablieren / Feedback ermöglichen Erlebnisse und Austausch durch Aktionen initiieren 17 PROJEKTE für die Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Zu den zuvor klassifizierten vier wesentlichen Ziel gruppen der Öffentlichkeits arbeit umweltverträgliche Mobilität haben die Teilnehmer des Workshops in Kleingruppen konkrete Projektideen erarbeitet. Diese Sammlung soll bei einer späteren Ausarbeitung einer Kampagne berücksichtigt werden. Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein direkter und gezielter Kontakt zu den jeweiligen Zielgruppen als notwendig erachtet wird. Dabei ka nn jedoch zum Teil auf berei ts bestehenden Initiativen und Projekten aufgebaut werden. PROJEKTE für die Zielgruppe PENDLER Auslobung eines Umweltpreises für das Unternehmen, das die meisten Mitarbeiter zum Verkehrs- mittelwechsel bewegt. alternativ: Mobilitätssektor bei Ökoprofit höher bewerten. Wirkung: Imagegewinn des Unterneh- mens Workshop der größten Unternehmen zur Vermittlung der Vorteile des Job-Tickets für die Arbeit- geber (z.B. Vermeidung von Unfällen auf dem Weg zum Arbeitsplatz). Weitergabe von gesammel- ten Erfahrungen zum Job-Ticket Entwicklung technischer Lösungen zur Koordinierung von Mitfahrgelegenheiten und organisato- rische Begleitung im Prozess (betriebsintern oder nach Wegstrecken, Bsp. Chemiepark Marl; Bsp. Applikation für Smartphones zur Bildung von Fahrgemeinschaften innerhalb eines Verbundes von Unternehmen). Zielgruppe: Schichtarbeiter Sprechstunde Mobilitätsberatung im Unternehmen (1 Std. je Woche, vgl. Umwelthaus zu Ökostrom) Förderung und Bewerbung von Telearbeit, um Pendlerverkehr zu reduzieren PROJEKTE für die Zielgruppe JUGEND Potenzierung vorhandener Kampagnen des VCD (Mobilitätsfibel, FahrRad!) zur Verstärkung und Vertiefung. Zielgruppe: Grundschulen und bisher noch nicht beteiligte Schulen Integration des Themas umweltfreundliche Mobilität in schulische Unterrichtsreihen um neue ökologische Inhalte zu platzieren, Kombinationen mit Aktionen zur Verkehrssicherheit herzustellen und einen Imagewandel zu unterstützen. Zielgruppe: Weiterführende Schulen und Berufsschulen Eigenverantwortlichkeit der Kinder stärken, um das Mobilitätsverhalten der ganzen Familie zu beeinflussen (kein Eltern-Taxi zur Einrichtung, Tenor: „Cool ist es, alleine zur Schule zu gehen.“). Zielgruppe: Kindergärten, Grundschulen und Eltern 18 PROJEKTE für die Zielgruppe FREIZEITBESUCHER Service für Veranstalter Veranstalter von Großveranstaltungen (z.B. aus dem Bereich Sport, Konzerte, …) sollten Informati- onen zu alternativen Anreisemöglichkeiten an Teil nehmer und Besucher weitergeben. Dazu ist den Veranstaltern ein zentrales Serviceangebot zur Verfügung zu stellen. Denkbar wäre zum einen eine Mobilitätsberatung durch mobilé oder Münster Marketing sowie zum anderen das Angebot von Komplettpaketen, welches auch Unterstützung und H ilfestellung bei der Bere itstellung von (tempo- rären) Infrastrukturen beinhaltet. Die Tonalität dies er Projektidee lautet „informativ“. Als Merkposten ist in diesem Zusammenhang das Hi nwirken auf Kombitickets beim Ve ranstalter Halle Münsterland festzuhalten. Modellrechner Für Shoppingtouristen insbesondere aus den Umlandkreisen soll ten die anfallenden Kosten für die Anreise mit dem MIV inkl. Parken den anfallend en Kosten für die Anreis e mit dem ÖPNV gegen- übergestellt und veranschaulicht werden. Ents prechend der Autokennzeichen der Besucher kann dies spezifisch nach der jeweiligen Herkunft erfo lgen. In einer öffentlic hkeitswirksamen Variante könnte ein Modellrechner neben den Ti cketautomaten der innerstädti schen Parkhäuser installiert werden. In einer massenwirksamen Variante k önnten entsprechende Infoflyer an den Windschutz- scheiben hinterlassen bzw. an im Stau stehende Auto fahrer verteilt werden. Als Wirkung ist ein Kostenbewusstsein angestrebt, die Tonalität sollte bei „witzig und augenzwinkernd“ liegen. [Hinweis: Eine ähnliche Aktion mit Infoflyern zu Kosten wurde bereits dur ch den VCD durchgeführt und soll ausgebaut werden.] PROJEKTE für „BESTIMMTE“ Zielgruppen Ideen Mobilpaket als Druckerzeugnis: zielgruppenspezifische Aufbereitung der Informationen Information seniorengerecht weitergeben (Schriftgröße) Information direkt mit Ansprechpartnern in Begegnungsstätten und Seniorenwohnanlagen Schwerbehinderte über ihre Wahlmöglichkeiten informieren Wirkungen Information und Aufklärung Bewusstseinsschaffung und Verhaltensänderung Zielgruppen Seniorenverbände Behindertenverbände, Behindertenwerkstätten Diakonie, Caritas Neubürger 19 Weitere Hinweise für Maßnahmen aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit stärkere Koordination der städtischen Öffentlichkeitsarbeit mit der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt- werke kostenfreie Mobilitätsberatung, insbesondere für Arbeitnehmer in Münster autofreies Wohnen bewerben Bewerbung des Car-Sharings Ergänzende Projekte aus dem Bereich der Infrastruktur sowie sonstiger Angebote Fahrradschnellstraßen / Radschnellwege ausbauen Ausbau und qualitative Aufwertung der Radverkehrsanlagen Einrichtung Bus-Ringverkehr Anruf-Sammel-Taxi als Ergänzung zum Bus ausbauen Bahnstation in Roxel und Mecklenbeck autofreie Altstadt Schnupper-Tickets für bestimmte Pendler-Gruppen ausgeben „Bonuspunkte“ für Umsteiger anbieten Koordination von verschiedenen Verkehrsträgern (z.B. DB und Zweckverband) 20 UMSETZUNG der Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität Gemäß der mit dem Klimaschutzkonzept 2020 beschlo ssenen Vorgaben ist die Öffentlichkeitsarbeit zur umweltfreundlichen Mobilität in Müns ter langfristig angelegt. So soll en für den Zeitraum von 10 Jahren pro Jahr 20.000 € zur Verfügung stehen. Von den Anwesenden werden große Potenziale in der Zusammenarbeit zwischen den unterschiedli- chen Akteuren im Bereich umweltfreundliche Mobilität gesehen. Bereits heute seien vielfältige Koopera- tionsformen vorhanden, die es zu unterstützen und zu verstärken gel te. Das erwähnte, politisch be- schlossene Budget für die Öffentlichkeitsarbeit k önne zudem durch Leistungen privater Akteure ergänzt werden. Der aufgrund der knappen verbliebenen Ze it nur kurz bearbeitete Aspekt „Umsetzung“ sollte insbeson- dere in Hinblick auf mögliche Sy nergieeffekte zwischen den Verkehrst rägern noch weiter bearbeitet werden. Fazit und Ausblick Christian Schowe, Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Schowe dankt den Teilnehmern des Workshops fü r die rege Diskussion und die konstruktive Erar- beitung von Hinweisen und Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche Mobilität, deren weitere Vertiefung auf jeden Fall lohnend sei. Im weiteren Fortgang wird nun di e Dokumentation der Veranstal- tung mit Empfehlungen der Verwaltung zur weiteren Bearbeitung der Öffentlichkeitsarbeit umweltfreund- liche Mobilität an den Planungsausschuss geleitet. Herr Schowe bietet den Teilnehmern des Workshops einen weiteren und vertiefenden Austausch zum Thema an.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0393/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.05.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37