Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für die Sozialräume "Buchheim und Buchforst" sowie "Mülheim-Nord und Keupstraße" als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 0740/2017 vom 13.04.2017
Stand: Am 18.05.2017 im Rat ungeändert beschlossen.
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Anlage 4: DE BV 9 vom 05.05.17
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as A i j Vorlagen-Nummer K&s2stadtKöln Ah 1381/2017 Die Oberbürgermeisterin Freigabedatum Dezernat, Dienststelle V115/152 152/1 ; Dringlichkeitsentscheidung und Genehmigung zur Behandlung in Öffentlicher Sitzung Entscheidung durch den Bezirksbürgermeister und ein Mitglied der Bezirksvertretung gemäß $ 36 Absatz 5, Satz 2 GO NRW und Genehmigung durch die Bezirksvertretung. Betreff Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für die Sozialräume "Buchheim und Buchforst" sowie "Mülheim-Nord und Keupstraße" als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 Gremium Bezirksvertretung 9 (Mülheim) Begründung für die Dringlichkeit: 29.05.2017 Im Zusammenhang der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturför- derprogramms MÜLHEIM 2020 waren Prüfverfahren notwendig, die eine frühere Fertigstellung des IHKs sowie die Vorlage des IHKs in den politischen Gremien nicht ermöglichten. Aufgrund von notwendigen Abstimmungsprozessen, wurde die Beschlussvorlage für das IHK für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ (Vorlage-Nr. 0740/2017) im Sinne einer zügigen Programmumsetzung verfristet in die politische Beratungsfolge eingebracht. Der im Rahmen der Beschlussvorlage 0740/2017 vorgesehene Sitzungstermin der Be- zirksvertretung 9 (Mülheim) konnte im Zuge dessen nicht mehr erreicht werden. Um dennoch die Ratssitzung am 18.05.2017 zu erreichen und somit zeitnah mit der Programmumsetzung beginnen zu können, ist eine Beschlussfassung vor der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung (29.05.2017) er- forderlich. Daher ist eine Dringlichkeitsentscheidung herbeizuführen Gemäß $ 36 Absatz 5, Satz 2 GO NRW i.V.m. $ 10 der Hauptsatzung arnlatlen wir dem Rat wie folgt zu beschließen: Beschluss: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel — Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte IHK für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst‘ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderpro- gramms MÜLHEIM 2020 (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel — Starkes Köln“ und der Anpassung der Maß- nahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern auf- grund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im IHK für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Struk- turförderprogramms MÜLHEIM 2020 aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Fi- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindes- tens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Hö- he von 9,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021ff in Höhe von rund 0,6 Mio. € für die Gesamtmaß- nahmen des IHKs für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und 2 Keupstraße“, wurde nachrichtlich aufgeführt und ist in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellun- gen zu berücksichtigen. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des IHKs für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel — Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des IHKs, die in den Sozial- räumen „Buchheim und Buchforst“ sowie ‚Mülheim-Nord und Keupstraße“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Mülheim vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. = C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen in den Sozialräumen „Buchheim und Buch- forst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Mülheim ohne Einschrän- kung zustimmen. Datum Abstimmungsergebnis Unterschrift Unterschrift _ La 05.05.2017 zugestimmt „res gezeichnet: Seldschopf -
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/152 152/1 Vorlagen-Nummer 0740/2017 Freigabedatum 13.04.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für die Sozialräume "Buchheim und Buchforst" sowie "Mülheim-Nord und Keupstraße" als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Handlungskonzept (IHK) für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fort- schreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassun- gen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im IHK für die Sozialräume Bezirksvertretung 9 (Mülheim) Per DE Integrationsrat 25.04.2017 Ausschuss Schule und Weiterbildung 25.04.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 27.04.2017 Wirtschaftsausschuss 27.04.2017 Verkehrsausschuss 02.05.2017 Sportausschuss 04.05.2017 Ausschuss für Umwelt und Grün 04.05.2017 Gesundheitsausschuss 09.05.2017 Jugendhilfeausschuss 09.05.2017 Stadtentwicklungsausschuss 11.05.2017 Finanzausschuss 15.05.2017 Rat 18.05.2017 2 „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Struk- turförderprogramms MÜLHEIM 2020 aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Fi- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindes- tens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Hö- he von 9,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021ff in Höhe von rund 0,6 Mio. € für die Gesamtmaß- nahmen des IHKs für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“, wurde nachrichtlich aufgeführt und ist in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellun- gen zu berücksichtigen. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des IHKs für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des IHKs, die in den Sozial- räumen „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Mülheim vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen in den Sozialräumen „Buchheim und Buch- forst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Mülheim ohne Einschrän- kung zustimmen. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 85 % % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 9,2 Mio. € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 90 % % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung 1. Ausgangslage Vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen, die sich nicht zuletzt durch den demografischen und strukturellen Wandel für die Stadt Köln ergeben, hat sich die Stadtverwaltung seit Herbst 2014 intensiv mit der neuen EU-Förderperiode 2014-2020 auseinandergesetzt und die Förderstrategie der Stadt Köln darauf ausgerichtet. Mit seinem Beschluss zum „Europa 2020 Handlungsprogramm: Köl- ner Handlungserfordernisse“ hat der Stadtvorstand am 23.09.2014 die Aufforderungen verbunden, dass alle Dezernate und Ämter bereits im Vorfeld der zu erwartenden neuen Projektaufrufe des Lan- des in die Vorbereitungen einsteigen und Projektideen entwickeln. Mit der Genehmigung der Operati- onellen Programme zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zum Europäi- schen Sozialfonds (ESF) des Landes Nordrhein-Westfalen ist durch die EU formal die neue Förderpe- riode im Herbst 2014 gestartet. Auf Basis des Operationellen Programms erfolgte am 10.02.2015 der gemeinsame Aufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“ des Landes NRW zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, der die Programme des EFRE, des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (E- LER) und des ESF bündelt. Das mit dem Förderaufruf verbundene Maßnahmenspektrum soll einen Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes leisten. Grund- und damit Fördervoraussetzung, um Mittel aus den europäischen Struktur- und Investitions- fonds beantragen zu können, ist die Erstellung eines Integrierten Handlungskonzeptes (IHK). Köln hat sich mit seinem Konzept für den breiten Ansatz der sozialraumorientierten Stadtentwicklung ent- schieden und mit dem Leitkonzept (IHK) „Starke Veedel - Starkes Köln: mitwirken, zusammenhalten, 4 Zukunft gestalten" (abrufbar unter www.starke-veedel.koeln) die unterschiedlichen Handlungsfelder des Aufrufs gemeinsam betrachtet. Das IHK „Starke Veedel – Starkes Köln“ stellt dabei die elf Sozial- räume, in denen die Stadt Köln mit dem Programm „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozialraum- orientierung in Köln“ seit 2006 arbeitet, in den Vordergrund. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die linksrheinischen Sozialräume: Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Bocklemünd / Mengenich Meschenich und Rondorf und um die rechtsrheinischen Sozialräume: „Buchheim und Buchforst“1 sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“2 Höhenberg und Vingst Humboldt / Gremberg und Kalk Ostheim und Neubrück Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das IHK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei- sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beauf- tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016 anerkannt. Auf Basis der Anerkennung und des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden. Parallel dazu möchte die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ein- werben. Zentral ist dabei das Programm „Soziale Stadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können über Städtebaufördermittel investive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anforde- rungen der Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen IHKs, das die Gegebenheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen herausarbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich. Im Ergebnis bedeutet diese Voraussetzung für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, dass zusätzlich zu dem raumübergreifenden Leitkonzept insgesamt zehn separate sozialraumbezogene IHKs erarbeitet werden. Aufgrund des erforderlichen Bearbeitungsaufwandes sieht die Verwaltung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) ein gestaffeltes Verfah- ren vor. Für die Sozialräume „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des 1 Aufgrund besonderer Fördervoraussetzungen wurden gemäß der Vorgabe des Landes die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ zu einem Handlungsraum zusammengefasst. Er kann so als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020, das die Stadt Köln von 2009 bis 2014 umgesetzt hat, weiter gefördert werden. 2 Siehe Fußnote 1 5 Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 „Meschenich und Rondorf“ wurden die IHKs fertiggestellt, beim Land zur Anerkennung eingereicht und werden dem Rat hiermit zur Beschlussfassung vorgelegt. Die IHKs wurden in einem dynamischen Prozess erarbeitet. Teilwei- se haben sich die beschriebenen Angebotsstrukturen im Rahmen der Erarbeitungsphase verändert. Die IHKs bilden den Stand im Juni 2016 ab. Für die Erarbeitung der weiteren IHKs ist ein gestuftes Verfahren vorgesehen: derzeit erfolgt die Bearbeitung der IHKs für die Sozialräume „Humboldt / Gremberg und Kalk“ sowie „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. bis Herbst 2017 ist die Erarbeitung der IHKs für die Sozialräume „Bilderstöckchen“ sowie „Hö- henberg und Vingst“ vorgesehen. bis Ende 2017 ist die Erarbeitung der IHKs für die Sozialräume „Ostheim und Neubrück“, „Bocklemünd / Mengenich“ sowie „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ vorgese- hen. 2. Einordnung des IHKs für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 Mit dem Programm MÜLHEIM 2020 hat die Stadt Köln zwischen 2009 und 2014 einen neuen struk- turverändernden Weg beschritten. Das Gesamtziel von MÜLHEIM 2020 lag in der Entwicklung einer besseren sozialen und wirtschaftlichen Zukunftsperspektive für die Bewohnerinnen und Bewohner der drei Stadtteile Buchheim, Buchforst und Mülheim und führte zu der bewussten Entscheidung Kölns für ein gezieltes integriertes Wirken in den Handlungsfeldern Lokale Ökonomie, Bildung und Städtebau. Flankiert wurden die einzelnen Maßnahmen durch das programmübergreifende Controlling und die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit, die einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Programms ge- leistet haben. Trotz der guten und messbaren Erfolge, die das Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 erreicht hat, bestehen in Teilräumen nach wie vor soziale Herausforderungen und Bedarfe, die ein städtisches Handeln erfordern. Mit dem vorliegenden IHK für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ möchte die Stadt Köln die Chancen der neuen EU-Förderperiode nutzen. Es bildet einen Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“, das insgesamt elf Sozialräume umfasst. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen für die Menschen in allen Sozialräumen zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel– Sozialraum- und Bürgerorientierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in den elf Sozialräu- men umgesetzt wird. Seitdem wurden zahlreiche Vorhaben angestoßen oder realisiert. Die Sozial- raumkoordinatorinnen und -koordinatoren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden. Das IHK für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 umfasst eine detaillierte Betrachtung der Sozialräume und geht unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Vorläuferprogramms auf die spezifischen Anforderungen ein. Es bildet daher auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Star- kes Köln“ ein für sich stehendes Konzept. Ziel des IHKs ist es, die Sozialräume „Buchheim und Buch- forst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ zu stärken, die Armut zu bekämpfen, den sozialen Zu- sammenhalt auszubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in die- sen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet das IHK auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung 6 integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die Abstimmung ihres Handels mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die Bewohnerschaft von allen an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden. Das IHK für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ grei- fen die Gliederung des Leitkonzepts auf. Darauf aufbauend wurden 22 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und sind zur Umsetzung vorgesehen. 3. Finanzen Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im IHK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rd. 77,3 Mio. € -vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge- in seiner Sitzung am 20.12.2016 be- schlossen (Session-Nr. 2899/2016). Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs- ermächtigungen bis 2020 in Höhe von 51,4 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. mittelfristigen Finanz- planung bis 2020 berücksichtigt. Der darüber hinausgehende Bedarf für die Jahre 2021 und 2022 in Höhe von 25,9 Mio. € ist bereits nachrichtlich aufgeführt und wird in den zukünftigen Haushalts- planaufstellungen berücksichtigt. Für 2021ff sind nach derzeitigem Planungsstand im Rahmen der Hpl.-Anmeldungen zum Hpl. 2018 inkl. Finanzplanung 0,6 Mio. € von den nachrichtlich bereits aufgeführten 25,9 Mio. € anzumelden. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht abschließend mög- lich. Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der Vorfinanzierung der Maßnahmen als auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwar- tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bis maximal 90 % der projekt- bezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkosten auf Grundlage von Pauschalen, je- doch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die Städtebauförderung finanziert werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 %3 auf. Durch die Kofinanzierung der Städtebauför- derung mit anderen Fördertöpfen, die -sofern die Voraussetzungen vorliegen- beantragt werden soll, kann z.B. für einzelne EFRE-kofinanzierte Maßnahmen eine Förderquote von bis zu 85 % erreicht werden. Für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ sollen aus dem o. g. Ansatz insgesamt 9,2 Mio. € zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadtent- wicklung. Die im Hpl. 2016/2017 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2020 für das Projekt „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven Zahlungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen zu Verfügung. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht ab- schließend möglich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden, dass es noch Verschiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu den investiven Auszah- lungen geben wird. 3 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeb- lich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat. 7 Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewilli- gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt die Realisierung einer Vielzahl vernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der Um- setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des IHKs gefährdet. Anlagen -
Anlage 2_Kostenübersicht für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße_Fortschreibung MÜLHEIM 2020
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Maßnahme Kosten (€) 2016** Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung 748.688 0 0 0 0 0.0.2 Evaluation 44.090 0 0 0 0 1.0.5 Integration von (zugewanderten) Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit / Streetwork* 0 509.040 0 0 0 0 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Kinder- und Jugendarbeit Köln* 0 53.800 0 0 0 0 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrationskursen* 0 368.577 0 0 0 0 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraumgebieten* 0 54.502 0 0 0 0 1.0.17 a) Kölner Bildungsberatungszentrum 0 0 420.000 0 0 0 1.0.17 b) Stadtteileltern* 0 155.094 0 0 0 0 Anlage 2. Kostenübersicht für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Gesamtkosten für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße: 9.826.914 € * Anteilige, auf den Sozialraum bezogene Darstellung der Kosten für sozialraumübergreifende Maßnahmen (raumübergreifende Förderantragstellung). ** Die Gesamtmaßnahmenkosten sind dem vorgesehenen Bewilligungsjahr zugeordnet. Im Rahmen der detaillierten Planungen zur Förderantragstellung wird der Mittelabfluss den jeweiligen Haushaltsjahren zugeordnet. Maßnahme Kosten (€) 2016** Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganztags* 0 0 221.936 0 0 0 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel* 0 137.140 0 0 0 0 1.0.21 Ferienschulen* 0 0 23.391 0 0 0 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln* 0 394.080 0 0 0 0 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln (Buchheim / Buchforst) 0 125.000 0 0 0 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln (Mülheim-Nord / Keupstraße) 0 240.000 0 0 0 2.5.5 Ein Platz an der Herler Straße 0 723.500 0 0 0 2.5.6 Umgestaltung der Frankfurter Straße in Buchheim 0 1.917.500 0 0 0 3.0.7 Einrichtung von Kölner Veedelscentern für Arbeit und Soziales 0 2.604.900 0 0 0 0 3.0.8 "Wirtschaftskoordinator" Vernetzung und Stärkung der Lokalen Unternehmerschaft 0 348.006 0 0 0 0 4.0.2 Offen für Regen "Grüne Höfe, grüne Plätze" 83.050 0 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels 0 54.000 0 0 0 0 4.0.6 Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs/ Umweltsensitive Verkehrssteuerung 0 60.000 0 0 0 0 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Identifikation mit dem SR und Erhöhung der Biodiversität und Aufenthaltsqualität 0 24.520 0 0 0 0 4.0.10 Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgartenangebotes 0 49.300 0 0 0 0 5.0.3 Hof und Fassadenprogramm 0 466.800 0 0 0 -
Anlage 3_Betrachtungsraum_Maßnahme 2.5.5 Ein Platz an der Herler Straße
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N0 7035 140210 Meter0DVWDEStand: Dezember 2016 %HWUDFKWXQJVUDXP(LQ3ODW]DQGHU+HUOHU6WUDH -
Anlage 0
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Anlage 0 Im Zusammenhang der Erarbeitung des IHKs für die Sozialräume „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim -Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 waren Prüfverfahren notwendig, die eine frühere Fertigstellung nicht ermög- lichten. Im Sinne einer zügigen Programmumsetzung wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt. -
Anlage 1_ IHK für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße_Fortschreibung MÜLHEIM 2020
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Starke Veedel – Starkes Köln Juni 2016 Impressionen aus den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜL- HEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Stand 06.06.2016 2 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Kontakt / Impressum Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon 0221 / 221-22267 stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de Die Oberbürgermeisterin Dezernat Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 3 Starke Veedel – Starkes Köln Starke Veedel – Starkes Köln Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜ L- HEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Stand 06.06.2016 4 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Mein Standpunkt Liebe Bürgerinnen und Bürger in Buchheim und Buchforst, Mülheim-Nord und der Keupstraße, angesichts wachsender Armut insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen, Alleinerziehenden, Geringqualifizierten oder Langzeitarbeitslosen ist mir der s o- ziale Ausgleich in unserer Stadt sehr wichtig. lch freue mich deshalb, Ihnen mit diesem lnt e- grierten Handlungskonzept ein Programm für lhr Veedel vorlegen zu können, das insbeson- dere die Lebenslage der von Armut bedrohten oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blick nimmt. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichberechtigte Chance haben, am gesellschaftl i- chen Leben teilzuhaben. Dies ist das Leitbild, auf dem das soziale Handeln unserer Stadtge- sellschaft basiert. Dazu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und Au s- bildung ebenso wie die Chance auf einen Arbeitsplatz oder eine angemessene Wohnung in einem lebenswerten, attraktiven Veedel. Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekten und Maßnahmen kommen wir di e- sem Leitbild in den nächsten Jahren hoffentlich ein gutes Stück naher. Das Programm en t- halt Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aber auch von Erwachsenen, der Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Enthalten sind auch Wohnum- feld verbessernde Maßnahmen und lnvestitionen in die örtliche Infrastruktur, mit denen ihr Veedel attraktiver werden soll. Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und zu beteil i- gen. Seien Sie dabei, wenn es zum Beispiel um die Gestaltung von Plätzen geht, nutzen Sie die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder oder für sich selbst, wenn es darum geht eine neue berufliche Perspektiven zu entwickeln. lhre Henriette Reker Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 5 Starke Veedel – Starkes Köln Vorwort Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt. Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht. Diese Vielfalt spiegelt nicht nur die unte r- schiedlichen Entstehungszeiten und Funk- tionalitäten der einzelnen Stadtteile wider, sondern auch die Weltoffenheit Kölns. Die ausgewogene Entwic klung aller Ve e- del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung. Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt als auch für die soziale Balance in der Stadt. Hierfür müssen wir frühzeitig Ma ß- nahmen ergreifen, damit alle Stadtteile den „Anschluss behalten“. Vor diesem H intergrund beteiligt sich die Stadt Köln an dem Aufruf „Starke Quarti e- re – starke Menschen“ des Landes Nor d- rhein-Westfalen und nutzt so die Chancen der aktuellen EU-Förderperiode. Im Fokus stehen dabei Armutsbekämpfung und die Vermeidung von Ungleichheit. Die Stellschrauben der Quartiersentwic k- lung sind dabei vielfältig. Die im Integrie r- ten Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ vorgeschlagenen Maßna h- men widmen sich sowohl der Gestaltung des öffentlichen Raumes, als auch sozi a- len Themen wie Prävention, Bildung, Qua- lifizierung sowie dem Klimaschutz und der Umweltgerechtigkeit. Dabei bauen wir auf dem seit 2005 eta b- lierten Programm „Lebenswerte Veedel“ auf, bei dem die elf Sozialräume Kölns im Mittelpunkt stehen. In den Sozialräumen ist der Bedarf an unterstützenden Angebo- ten kontinuierlich besonders hoch. Bei der Betrachtung der Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße können wir auf die Ergebnisse des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 zurückgreifen. Hier hat die Sta dt Köln bis 2014 durch zahlreiche Maßnahmen in den Handlungsfeldern Städtebau, Bildung und Lokale Ökonomie die Weichen für eine Verbesserung der Lebenssituation der Menschen gestellt. Darauf wollen wir aufbauen und den b e- gonnenen Prozess der Quartierse ntwick- lung dort fortführen. Konnten wir durch bauliche Maßnahmen in den beiden Soz i- alräumen Plätze, Grünflächen und Str a- ßen in ihrer Verkehrs- und Aufenthaltsqua- lität aufwerten, gilt es weiterhin städteba u- liche und sozialintegrative Handlungsb e- darfe zu erkennen und anzugehen. Die Quartiersentwicklung in den elf Sozial- räumen stellt uns in den kommenden Ja h- ren vor vielschichtige Herausforderungen. Mit der Fortschreibung des Strukturförde r- programms MÜLHEIM 2020 in den Sozial- räumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße bündeln wir erneut die Kräfte aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zu einem Ansatz. Ich bin mir sicher, dass wir durch diesen int e- grierten Ansatz der Quartiersentwicklung, einen guten Schritt für die Stadtteile nach vorne machen. Ihr Franz-Josef Höing 6 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 7 Starke Veedel – Starkes Köln Inhaltsverzeichnis 1. Ausgangslage ................................ ................................ ................................ ............. 9 2. Einbettung der Fortführung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 in das Integrierte Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ ............................ 11 3. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ................................ ................................ ........................... 19 4. Bestandsanalyse für den Sozialraum Buchheim und Buchforst .......................... 23 4.1 Sozialraumspezifische Situation ................................ ................................ ............27 4.2 Demographische, soziale und Bildungssituation ................................ ...................28 4.3 Situation des öffentlichen Raums ................................ ................................ ..........30 4.4 Wirtschaftliche Situation ................................ ................................ ........................32 4.5 Wohnsituation ................................ ................................ ................................ .......33 4.6 Ökologische und klimatische Situation ................................ ................................ ..34 5. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe .......... 39 6. Festlegung des Gebiets der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Buchheim und Buchforst ................................ ................................ ................................ .................. 41 7. Bestandsanalyse Mülheim-Nord und Keupstraße................................ .................. 43 7.1 Sozialraumspezifische Bestandssituation ................................ .............................48 7.2 Demographische, soziale und Bildungssituation ................................ ...................48 7.3 Situation des öffentlichen Raums ................................ ................................ ..........51 7.4 Wirtschaftliche Situation ................................ ................................ ........................53 7.5 Wohnsituation ................................ ................................ ................................ .......54 7.6 Ökologische und klimatische Situation ................................ ................................ ..55 8. Festlegung des Gebiets der „Sozialen Stadt“ Mülheim-Nord und Keupstraße... 59 9. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe .......... 61 10. Ziele und Handlungsfelder ................................ ................................ ....................... 63 10.1 Bezug zum Zielsystem ................................ ................................ ..........................69 11. Maßnahmen für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße ................................ ................................ ................................ ........ 73 11.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette .........................73 11.2 Maßnahmen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße ................................ ................................ ................................ ....80 11.2.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung ................................ ...........83 11.2.2 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen ................................ .............................96 11.2.3 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum................................ ................................ .... 147 11.2.4 Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung ................................ ................... 159 11.2.5 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung ................................ ................................ ................................ .. 170 8 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.6 Handlungsfeld 5: Wohnen ................................ ................................ ................... 186 12. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung ................................ ............189 12.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung ................................ ............................ 191 13. Anhang ................................ ................................ ................................ .....................197 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 9 Starke Veedel – Starkes Köln 1. Ausgangslage Mit dem Programm MÜLHEIM 2020 hat die Stadt Köln zwischen 2009 und 2014 einen neuen strukturverändernden Weg beschritten. Mit der Beauftragung eines Integrierten Handlung s- konzeptes für die Programmstadtteile Köln -Buchforst, -Buchheim und -Mülheim ging eine umfassende Analyse der Ausgangssituation einher, die Entwicklungsbedarfe in den Hand- lungsfeldern Bildung und Lokale Ökonomie sowie Städtebau aufzeigten. Ausgelöst durch den Strukturwandel in diesen ehemalig industriell geprägten Stadtteilen im rechtsrheinischen Köln fielen beso nders die hohen Erwerbslosenquoten, die differenzierte Zusammensetzung der Bevölkerung aus Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und deu t- schen Bewohnerinnen und Bewohnern, die Altersstruktur der Bewohnerschaft, die Verteilung von Schülerinnen und Schülern auf einzelne Schulformen und die soziale Lage der Haushal- te im Vergleich zum städtischen Durchschnitt signifikant ins Auge. Das Gesamtziel von MÜLHEIM 2020 lag in der Entwicklung einer besseren sozialen und wirtschaftlichen Zukunftsperspektive für die Bewohnerinnen und Bewohner der drei Stadtteile und führte zu der bewussten Entscheidung Kölns für ein gezieltes integriertes Wirken in den Handlungsfeldern Lokale Ökonomie, Bildung und Städtebau. Diese Entscheidung ermöglich- te eine maximale wirtschaftliche und soziale Wirkung in den Stadtteilen. Flankiert wurden die einzelnen Maßnahmen durch das programmübergreifende Controlling und die breit angele g- te Öffentlichkeitsarbeit, die einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Programms geleistet haben. Insgesamt konnt en in den einzelnen Handlungsfeldern deutliche Entwicklungsimpulse u m- gesetzt werden: Das Handlungsfeld Bildung war in seiner Zielerreichung besonders erfolgreich. Die Vielzahl der Maßnahmen sowie die unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtungen, Vernetzungen und Wirkungsebenen haben nachhaltige Entwicklungsprozesse ang e- schoben. Diese waren auf Grundlage des „Lebenslaufprinzips“ langfristig mit Blick auf die spezifischen Zielgruppen angelegt. Im Handlungsfeld Lokale Ökonomie wurden zum einen Schwerpunkte im Bereich der Arbeitsmarktintegration von Erwerbslosen gesetzt und zum anderen Maßnahmen zur Imageverbesserung und zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten umgesetzt, die insgesamt zur Verbesserung der Situation vor Ort beigetragen haben. Im Handlungsfeld Städtebau stand die Aufwertung des öffentlichen Raumes, die Steigerung der Aufenthaltsqualität und die Entwicklung von Erholungsmöglichkeiten im Vordergrund. Die Ziele wurden im Rahmen der baulichen Aktivitäten gut erreicht und haben indirekt auch zu eine r Erhöhung der Wohnzufriedenheit beigetragen. Dadurch konnten langfristig nachhaltige Effekte erzeugt werden. Das Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 umfasste mit den ungesetzten Maßnahmen ein Finanzvolumen von rund 32 Millionen Euro. Mit dem Ziel positive Entwicklungen in den Stadtteilen Buchforst, Buch heim und Mülheim durch 33 Projekte in Gang zu setzen, wurde die Bildung gefördert, die Arbeitslosigkeit verringert, die Wirtschaftskraft erhöht und die g e- sundheitliche Lebensführung der Bewohnerinnen und Bew ohner verbessert. Zur Überpr ü- fung und Steuerung der Effekte von MÜLHEIM 2020 wurden neben den inhaltlichen Proje k- ten der Handlungsfelder auch Querschnittsprojekte wie das Programmcontrolling und die Programmevaluation installiert Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und die Ministerien für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sowie für Wirtschaft, Energie, Industrie, 10 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Mittelstand und Handwerk des Landes NRW förderten das Vorhaben. 20 Prozent der Kosten übernahm die Stadt Köln. Finanzielle Unterstützung gab es außerdem durch die Bund e- sagentur für Arbeit und das Jobcenter. Die Koordination des Gesamtprogramms MÜLHEIM 2020 lag beim Amt für S tadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln. Am Umsetzungspr o- zess waren 12 städtische Ämter und zahlreiche Träger beteiligt. Verstetigung von MÜLHEIM 2020 Die Umsetzung des Programms MÜLHEIM 2020 wurde durch mehrere Fachausschüsse intensiv begleitet. Dort wurde bereits frühzeitig die Forderung erhoben, durch die Verwaltung Überlegungen anzustellen, wie die Erfolge des Programms nachhaltig gesichert werden können. Der Rat der Stadt Köln hat dann auf Grundlage eines Vorschlags der Verwaltung am 30.09.2014 ein Maßnahmenpaket von 18 Maßnahmen beschlossen, mit dem die Verstet i- gung des Programms MÜLHEIM 2020 in den Handlungsfeldern Bildung und Lokale Ökon o- mie fortgeführt werden konnte. Die ausgewählten Maßnahmen (z. B. Rucksack) eignen sich besonders den integrierten Ansatz fortzusetzen und somit die Nachhaltigkeit und Wirkung von MÜLHEIM 2020 zu sichern und weiter zu steigern. In dieses Paket wurden nur Ma ß- nahmen aufgenommen, deren positive Wirkungen im Rahmen des Programms MÜLHEIM 2020 deutlich belegbar waren und die einen Beitrag zur Stabilisierung der Situation vor Ort bilden. Die Finanzierung erfolgt zunächst bis Ende 2016 über städtische Mittel. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 11 Starke Veedel – Starkes Köln 2. Einbettung der Fortführung des Strukturfö rderprogramms MÜLHEIM 2020 in das Integrierte Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ Trotz der guten und messbaren Erfolge, die das Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 erreicht hat, bestehen in Teilräumen nach wie vor soziale Problemlagen und Bedarfe, die ein städtisches Handeln erfordern. Mit dem vorliegenden Integrierten Handlungskonzept für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße möchte die Stadt Köln die Chancen der neu- en EU-Förderperiode nutzen. Dabei wird an das Programm MÜLHEIM 2020 angeknüpft und ergänzend auf dem Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ 1 aufgebaut. Bereits seit 2006 ist die Stadt Köln in elf Gebieten mit dem Programm "Lebenswerte Veedel – Sozialraum- und Bürgerorientierung" aktiv, über das zahlreiche Vor- haben realisiert oder angestoßen wurden. Die durch dieses Programm installierte Sozial- raumkoordination ist für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu einem festen An- sprechpartner geworden. Deshalb hat der Stadtvorstand, in dem alle Dezernate der Stadtverwaltung vertreten sind, am 17.03.2015 beschlossen, die elf Sozialräume aus dem Programm „Lebenswerte Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende Handlungsstrategie der Quartiersorientierung zur Gr undlage des geplanten Integrierten Handlungskonzepte für den EFRE - / ESF-Aufruf des Landes „Starke Quartiere – Starke Menschen“ zu machen. Die Entwicklung integrierter, sozialraumorientierter Handlungskonzepte ist eine Aufgabe, die für alle städtischen Die nst- stellen eine Herausforderung bedeutet und die neue Anforderungen an die Stadtgesellschaft zur Entwicklung adäquater Angebotsformen und –strukturen formuliert. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte L ebensbedingungen der Menschen in allen elf Sozialräumen zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel“ aufzubauen. Das vorliegende Integrierte Handlungskonzept führt dementsprechend das Programm MÜLHEIM 2020 fort, es ist Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und berücksichtigt dabei die dort verankerten Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße. Die Grundlage für die Fort- führung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 bildet daher diese Gesamtstrategie mit der bestehenden Abgrenzung der Sozialräume (vergleiche Karte 1). 1 Das Ziel des Programms „Lebenswerte Veedel“ liegt in der Begründung und Optimierung von Unterstützungs- leistungen und der Stärkung der Selbsthilfekräfte, indem die Zusammenarbeit und Vernetzung aller städtischen Dienststellen, der freien Träger, Verbände und sonstiger Akteure im Quartier vorangetrieben wird. Dazu wird in jedem Sozialraum eine Sozialraumkoordination eingesetzt, die – bis auf eine Ausnahme – bei den freien Trägern angesiedelt ist. Sie fungiert als „Informationsdrehscheibe“ und Bindeglied zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Poli- tik, Verbänden und Bewohnerschaft. Sie unterstützt oder initiiert Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Sozialraum, nutzt diese, um besondere Bedarfslagen zu identifizieren, und entwickelt gemeinsam mit den Diens- ten und Einrichtungen der freien Träger vor Ort bedarfsgerechte Projekte und Maßnahmen. 12 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Karte 1: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 13 Starke Veedel – Starkes Köln Monitoring Stadtentwicklung / Gebietsauswahl Mit Hilfe des Monitorings Stadtentwicklung wurde geprüft, ob in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße tatsächlich weiterhin besondere Hand- lungserfordernisse bestehen und sie im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet dabei systematisch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheitlichen Vorgehensweise (Indexwerte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wandel oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wurde der Index „Soziale Lage“ zugrunde gelegt, der die wirtschaftlichen, pol i- tisch-kulturellen und gesundheitlichen Aspekte von Benachtei ligung berücksichtigt. Er setzt sich zusammen aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „L e- ben in Köln“ und berücksichtigt somit sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzungen der Befragten. Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren der Tatsache gerecht, dass sich Benachteil i- gung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt. Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung des Indexes „Soziale Lage“ für die Gesamtstadt. Grundlage der Berechnung des Inde xes sind die 86 Kölner Stadtteile. Für die vorliegende räumliche Abgrenzung wurden Stadtteile zusammengefasst, um in etwa gleich große Räume von 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Räume mit einer vergleichbaren sozia l- ökonomischen Bevölkerungsstruktur bilden zu können. Abbildung 1: Zusammensetzung Index Soziale Lage2 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die bestehenden Sozialräume, die im Programm „Lebenswerte Veedel“ enthalten sind, zä h- len alle (bis auf die Ausnahme des Teilbereiches Rondorf im Sozialraum Meschenich und Rondorf) zu den Gebieten mit besonderen Handlungserfordernissen . Auch für die Sozia l- 2 Der Hinweis S verweist auf Statistikdaten, der Hinweis U auf Umfrageergebnisse. 14 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln räume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße konnten diese Han d- lungserfordernisse durch das Monitoring Stadtentwicklung aufgezeigt werden. Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln Die Stadt Köln steht, wie auch viele andere Städte, derzeit vor dem Hintergrund der Global i- sierung, der Internationalisierung, der Digitalisierung, des Klimawande ls, der Energiewende, der Zu- und Abwanderungen und des demografischen Wandels vor großen Herausforderu n- gen. Diese globalen , strukturellen Entwicklungen werden von einer zunehmenden Einko m- menspolarisierung sowie steigenden Anteilen armer und benachteiligte r Bevölkerungsgrup- pen begleitet, die sich räumlich konzentrieren. Zwischen einzelnen Stadtteilen nehmen struk- turelle Ungleichgewichte und eine kleinräumige Polarisierung zu. Die in den letzten Jahren festzustellende, zunehmende räumliche Segregation führt dazu, dass folgerichtig die Qua r- tiersebene in den Fokus der Stadtentwicklung gerät. Das Quartier, in Köln auch Veedel g e- nannt, ist das direkte Lebensumfeld der Menschen: Hier wohnen und leben sie, treten mite i- nander in Beziehung und beteiligen sich somit am Gemeinwesen. In der Förderperiode des EU -Strukturfonds zur Regionalen Entwicklung (EFRE) 2007 bis 2014 hat die Stadt Köln mit dem Programm MÜLHEIM 2020 strukturelle Veränderungen im Programmgebiet herbeigeführt. Die erzielten Effekte haben Einzelquartie re wie zum Beispiel Mülheimer Stadtgarten oder Mülheim -Süd weiter stabilisiert und zu einer Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerschaft beigetragen. Andere Quartiere wie zum Beispiel Mü l- heim-Nord, Keupstraße oder auch Buchheim und Buchforst haben sich aufgrund teilweise veränderter Rahmenbedingungen weniger positiv entwickelt. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 15 Starke Veedel – Starkes Köln Karte 2: Abgrenzung des Programmgebiets MÜLHEIM 2020 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik In der neuen Förderperiode der EU -Strukturfonds 2014 bis 2020 hat die Europäische Union mit der Europa -2020-Strategie die Prioritäten „Intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ gesetzt und damit fünf Kernziele zu den Themenfeldern „Beschäftigung“, „Fo r- schung und Entwicklung sowie Innovation“, „Klima wandel und Energie“, „Bildung“ sowie „Armut und soziale Ausgrenzung“ festgelegt. Zur Umsetzung dieser Strategie hat das Land Nordrhein-Westfalen Operationelle Programme (OP) für die Strukturfonds: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europä ischer Sozialfonds (ESF) sowie Europä i- scher Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erarbeitet. Alle Operationellen Programme müssen einen Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen leisten. Gemeinsam mit d en europaweiten Strategien definieren vier 16 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Leitthemen den Rahmen für den Europäischen Sozialfonds (ESF) und weiterer europäischer Fördermöglichkeiten3: Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Themen: Früh ansetzende Hilfen („Kein Kind zurücklassen“) Verbesserung des Übergangs Schule – Beruf („Kein Abschluss ohne Anschluss“ – Übergang Schule – Beruf Nordrhein-Westfalen) Integrierte und nachhaltige Stadt - und Quartiersentwicklung (zum Beispiel durch städtebauliche, gesundheitsfördernde oder Jugendhilfemaßnahmen) Armutsbekämpfung Aus den Operationellen Programmen heraus veröffentlicht das Land Aufrufe, auf die eine Bewerbung erfolgen kann. Am 10.02.2015 wurde der Aufruf mit dem Thema „Starke Quartie- re – starke Menschen“ – Gemeinsamer Aufruf zu den Prog rammen des EFRE, des ELER und des ESF (2014 bis 2020) zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung“ gestartet. Die Stadt Köln bewirbt sich mit dem vorliegenden Programm (IHK) „Sta rke Veedel – Starkes Köln: Mitwi r- ken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ für die neue Europäische Förderperiode. Die Stadt Köln hat die Europäische Förderphase 2014 bis 2020 und die dahinterliegende „Europa 2020 Strategie“ zum Anlass genommen, die eigenen städtischen Ziele zu prüfen und neu aufzustellen. Die von der Europäischen Union aufgestellten Prioritäten und die fünf Kernziele werden ebenso ausdrücklich unterstützt wie die Präventionsstrategie des Landes. Der Stadtvorstand hat deshalb das Konzept „Eur opa 2020 Handlungsprogramm: Kölner Handlungserfordernisse“ als Orientierung der Verwaltung in zentralen städtischen Han d- lungsfeldern am 23.09.2014 beschlossen. Dies sind die Bereiche (1) Bildung, (2) Soziale Balance / Quartiersentwicklung, (3) Beschäftigung, (4) Infrastruktur / Mobilität, (5) Klimawa n- del und nachhaltige Energiewirtschaft, (6) Forschung, Entwicklung und Innovation sowie (7) Kultur / Baukultur / öffentlicher Raum. Diese sieben Handlungsfelder werden in einem fac h- übergreifenden Prozess umgeset zt. Als wesentliche Ziele wurden unter anderem die Qua r- tiersentwicklung und die damit angestrebte soziale Balance in der Stadt und zwischen den Quartieren benannt. Im Vordergrund des städtischen Handelns stehen damit die benachteiligten Quartiere sowie die in diesen Quartieren lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist, Rahmen - bedingungen zu schaffen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedi n- gungen vor Ort zu entwickeln. Betrachtet werden dabei immer die Gesamtstadt und die Wechselwirkungen zwischen den Quartieren. So führt eine Verbesserung der Lebensbedi n- gungen der Bewohnerinnen und Bewohner belasteter Quartiere auch zu einer Auf wertung der Gesamtstadt. Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner ist eine int e- grierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie zum Beispiel Wohnen, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung, Gesundheit, Mobilität, Öffentlicher Raum, Klima, Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll. Daher werden auch besteh ende und derzeit in der Entwicklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Sta r- ke Veedel – Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsprechend Maßnahmen priorisiert und aneinander angepasst 4. Durch diese integrierte und gesamtstädtische Betrachtun g werden 3 Vergleich http://www.soziale-stadt.Nordrhein-Westfalen.de/downloads/EU- Strukturfonds_Okt.2014.pdf (14.08.2015) 4 Eine kurze Beschreibung der städtischen Konzepte befindet sich im Kapitel 10 Anhang 1 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 17 Starke Veedel – Starkes Köln die Verstetigung und die Nachhaltigkeit von Quartiersentwicklungen gesichert, da sie in g e- samtstädtische Strategien und Konzepte eingebunden sind und nicht isoliert betrachtet we r- den. Projektidee und Zielsetzung Mit der Fortschreibung des Struk turförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße knüpft die Stadt Köln an b e- reits erfolgreich gestartete Programme zur Verbesserung der Lebenssituation an. Dabei ver- bindet die Fortschreibung die Effekte von MÜLHEIM 2020 mit den Wirkungen aus dem Pro- gramm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ zu einer Han d- lungsstrategie und verknüpft sie mit der neuen EU -Förderperiode und dem NRW Aufruf „Starke Menschen – Starke Quartiere“, aus dem die Stadt Köln das Kölner Programm „Sta r- ke Veedel- Starkes Köln“ entwickelt hat. Alle drei Programme haben die gemeinsame Au s- richtung, dass sie die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerschaft auf der Ebene der Sozialräume, die Vermeidung von Armut und Ausgrenzung und die Verb esserung der Teilhabe in den Fokus städtischen Handelns nehmen. Die Umsetzung der Idee der Sozialraumorientierung ist je nach Handlungsfeld in den Diens t- stellen der Verwaltung unterschiedlich stark ausgeprägt. Bislan g ist die Zusammenführung dieses Ansatzes zu einem gesamtstädtischen, integrierten Handlungsansatz nur teilweise gelungen. Deshalb hat der Stadtvorstand am 17.03.2015 die sozialräumliche Ausrichtung des Verwaltungshandelns als verbindliches Handlungsprinzi p noch einmal bekräftigt. In de r- selben Sitzung hat der Stadtvorstand beschlossen, die elf Sozialräume aus dem Programm „Lebenswerte Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende Handlungsstrategie der Quartiersorientierung zur Grundlage des geplanten Förderantrags für den EFRE - / ESF - Aufruf des Landes „Starke Quartiere – Starke Menschen“ zu machen. Die Entwicklung int e- grierter, sozialraumorientierter Handlungskonzepte ist eine notwendige Aufgabe, die für alle städtischen Dienststellen eine Herausforder ung bedeutet . Integrierte Handlungskonzepte formulieren somit auch neue Anforderungen an die Stadtgesellschaft und geben der Stad t- verwaltung innovative Anstöße für die Entwicklung neuer, adäquater Angebotsformen und – strukturen. Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ strebt die Stadt Köln erstmals die syste- matische Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Handlungsa n- satzes in einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage zugrunde, wie erfolgreich Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Faktoren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Zum einen wird erstmalig für elf Sozialräume ein Maßnahmenpaket entwickelt, das in allen Sozialräumen mit einem vergleichbaren Vorgehen umgesetzt, dabei jedoch explizit auf die Bedarfe und Erfordernisse vor Ort angepasst wird. Dies sind insbesondere Maßnahmen, die zur Präventionskette 5 gehören. Zum a nderen werden zusätzlich gebietsspezifische Lösu n- gen passgenau für die Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den niedrigschwelligen Zugang zu den Angeboten und ihrer Verknüpfung gele gt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werden auch Maßnahmen mit Modellcharakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der dort erzie l- ten Erkenntnisse wird angestrebt. 5 Unter einer kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote ve r- standen werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen und Lebensla- gen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich sind. 18 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Die beiden Programme MÜLHEIM 2020 und „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozia l- raumorientierung in Köln“ haben nachhaltig wirkende strukturelle und netzwerkorientierte Grundlagen geschaffen, die für die Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 im Rahmen von „Starke Veedel – Starkes Köln“ eine wichtige Basis bilden. So arbeitet die Sozialraumkoordination aus dem Programm „Lebenswerte Veedel“ seit 2006 kontinuie r- lich an der Begründung und Optimierung von Unterstützungsleistungen und der Stärkung der Selbsthilfekräfte und treibt in diesem Sinne die Zusammenarbeit und Vernetzung all er städti- schen Dienststellen, der freien Träger, Verbände und sonstiger Akteure im Quartier voran. Im Rahmen von MÜLHEIM 2020 wurde für die Umsetzungsphase ein e Quartiersmanagerin eingesetzt, die bestehende Netzwerke der Sozialraumkoor dination nutzte, um ü ber die MÜLHEIM 2020 – Maßnahmen zu informieren und Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Maßnahmen zu gewinnen. Darauf aufbauend ist bei der Fortschreibung von MÜLHEIM 2020 ein Quartiersmanagement geplant, das unter dem Rahmen der Maßnahme „Büro für Qua r- tiersmanagement und Aktivierung“ alle sozialraumspezifischen Aktivierungs - und Teilhabe- ansätze bündelt. Mit der Fortschreibung von MÜLHEIM 2020 auf Basis des Programms „Starke Veedel - Star- kes Köln“ erhält die Stadt Köln die Möglichkeit ihre positive Arbei t fortzuführen und das int e- grierte Handeln zur Armu tsbekämpfung und zur Aktivierung und Teilhabe der Bewohne r- schaft mit zusätzlichen Schwerpunkten voranzubringen und noch nachhaltiger auszurichten. Das Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen in den Soz ialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße behält dabei seine Gültigkeit. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 19 Starke Veedel – Starkes Köln 3. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der IHKs für die elf Soz i- alräume erfolgte unter intensiver Beteiligung verschiedener Akteure innerhalb der Stadtve r- waltung und den Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren. Die Projektle i- tung lag bei der Amtsleitung des Amtes für Stadtent wicklung und Statistik und wurde durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG unterstützt (vergleiche Abbildung 2). Beteiligt waren die nachfolgend aufgelisteten Dezernate und Fachämter: Dezernat Oberbürgermeister/ -in: Amt des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dezernat I Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Recht: Bürgeramt Rodenkirchen, Bürge r- amt Ehrenfeld, Bürgeramt Nippes, Bürgeramt Chorweiler, Bürgeramt Porz, Bürgeramt Kalk, Bürgeramt Mülheim, Amt für Personal, Organisation und Innovation Dezernat II Finanzen: Kämmerei Dezernat III Wirtschaft und Liegenschaften: Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat IV Dezernat für Bildung, Jugend und Sport: Amt für Schulentwicklung, Amt für Wei- terbildung, Familien beratung und Schulpsychologischer Dienst, Sportamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Dezernat V Soziales, Integration und Umwelt: Amt für Soziales und Senioren, Punktdiens t- stelle Diversity, Gesundheitsamt, Amt für Wohnungswesen, Umwelt - und Verbrauche r- schutzamt, Koordinationsstelle Klimaschutz Dezernat VI Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr: Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, Amt für Straßen und Verkehrstechnik, Amt für Landschaftspfle- ge und Grünflächen Dezernat VII - Kunst und Kultur: Kulturamt, Stadtbibliothek, Museumsdienst Köln Zur Projektsteuerung wurde ein Projektteam im Amt für Stadtentwicklung und Statistik einge- richtet. Zur inhaltlichen Bearbeitung wurde n die folgenden fünf themenspezifische n Arbeits- gruppen gebildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben: AG 1: Früh ansetzende Hilfen AG 2: Öffentlicher Raum AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Stadtentwicklung Neben unterschiedlichen Fachämtern haben auch weitere Akteure an der Programmentwick- lung und den Arbeitsgruppensitzungen teilgenommen, wie zum Beis piel das Jobcenter, die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG, die Regionalagentur Köln und der für die regionale Zusammenarbeit zuständige Köln / Bonn e.V. Die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Inhalte wurden regelmäßig in Ämterrunden ei nge- bracht, diskutiert, abgestimmt und die weitere Vorgehensweise festgelegt. Zur Steuerung des Gesamtprogramms richtete das Amt des Oberbürgermeisters einen Le n- kungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern der Dezernate ein. 20 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Zusätzlich wurden die Sozialra umkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sowie die Leitungen der Bürgerämter zu zentralen Veranstaltungen eingeladen und mit in den Disku s- sionsprozess eingebunden. Insbesondere waren sie beteiligt an der Qualifizierung der B e- standsanalyse sowie an der Entwicklung von Maßnahmen. Abbildung 2: Projektstruktur Stadtverwaltung Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Über diese regelmäßig durchgeführten Sitzungen mit der Projektgruppe, den Arbeitsgru p- pen, dem Lenkungskreis und den Fach ämterrunden wurden anlassbezogen Gespräche mit weiteren Akteuren geführt, wie zum Beispiel: Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nor d- rhein-Westfalen Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung Regionalagentur Köln Bezirksregierung Köln Liga der Wohlfahrtsverbände Seniorenvertretung der Stadt Köln Personalrat Steuerungsgremium „Lebenswerte Veedel“ Die verschieden politische n Gremien wurden über Mitteilungen regelmäßig über das Pr o- gramm und den Programmfortschritt informiert. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 21 Starke Veedel – Starkes Köln Entwicklung der Maßnahmen Zur inhaltlichen Qualifizierung des Programms fand am 27. April 2015 ein Workshop mit den Fachdienststellen, dem Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien AG zur Qualifizierung der Bestandsanalyse statt . Die rund 60 Teilnehmen- den qualifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stellten Querbezüge her und zeigten Schnit t- stellen zu anderen Themen bereichen auf. So wurden die Analyseergebnisse geschärft und ausdifferenziert. Ein zweiter Workshop fand am 27. Mai 2015 zur Qualifizierung der gemeldeten Maßnahmen mit denselben Teilnehmenden wie am 27. April 2015 statt. 180 Projektideen wurden in den Workshop eingebracht. Die Maßnahmen wurden nach unterschiedlichen Kriterien ( zum Bei- spiel Förderfähigkeit, Zeit- und Kostenrahmen, Zusammenfassung von Maßnahmen mit i n- haltlichen Überschneidungen, Zuständigkeit der Kommune) qualifiziert und in das erarbeitete und abgestimmte Zielsystem eingeordnet. In der Gesamtschau wurden 70 Maßnahmenideen für die Bewohnerveranstaltung herausgearbeitet. Am 1. Juni 2015 fand eine öffentliche Bewohnerveranstaltung statt. Das Ziel lag darin, über das Programm und die geplanten P rojekte zu informieren, dazu Meinungen der Bewohne r- schaft einzuholen und weitere Ideen aufzunehmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der elf Sozialräume sowie weitere Teilnehmende hatten damit die Möglichkeit, an der Erstellung und Qualifizierung des Maßnahmenprogramms für ihren Sozialraum aktiv mitzuwirken. Rund 250 Teilnehmende haben sich aktiv in das Programm eingebracht, vorhandene Ideen bewer- tet und Ideen für Maßnahmen entwickelt. Abbildung 3: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Diese Veranstaltung ist als Auftakt des Beteiligungsverfahrens zu verstehen. Die Beteiligung wird ein fester Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sein. Am 18. Juni, 28. Juli und 25. August 2015 tagte die Zwischengeschaltete Stelle light und nahm eine diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahmen vor. Mitglieder dieser Stelle sind Vertreterinnen und Vertreter aller Dezernate. Die Leitung des Gremiums lag beim Beigeor d- neten des Dezernates für Planen, Bauen und Stadtentwicklung, der durch die Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik vertreten wurde. Die Auswahl der Maßnahmen wurde begründet, protokolliert und einvernehmlich beschlossen. 22 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Abbildung 4: Diskriminierungsfreie Auswahl durch die Zw ischengeschaltete Stelle light Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 23 Starke Veedel – Starkes Köln 4. Bestandsanalyse für den Sozialraum Buchheim und Buchforst Die Bestandsanalyse für den Sozialraum Buchheim und Buchforst nimmt die folgenden zent- ralen Handlungsfelder in den Blick: Sozialraumspezifische Situation Demographische, soziale und Bildungssituation Situation des öffentlichen Raums Wirtschaftliche Situation Wohnsituation Ökologische und klimatische Situation Bei der Analyse des Sozial - und Wirtschaftsraumes für das Programm MÜLHEIM 2020 wu r- den in der ersten Bearbeitungsphase lediglich die Kölner Stadtteile Buchforst und Mülheim dezidiert betrachtet. In den später durchgeführten Interviews und vor dem Hintergrund der abgeleiteten Projekte hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, dass Programmgebiet darüber hinaus um Teile des Stadtteils Buchheim zu erweitern. Die Buchheimer Bevölkerung orie n- tiert sich zur Nahversorgung überwiegend zum Wiener Platz und zur Frankfurter Straße. A u- ßerdem besucht ei n relevan ter Anteil von Schüler innen und Schülern aus Mülheim und Buchforst die Schulen in Buchheim. Die später empfohlene Ergänzung des Programmg e- biets durch das beauftragte Gutachterbüro um Teile des Stadtteils Buchheim war zum Zei t- punkt der Erstellung d er Analyse des Wirtschafts - und Sozialraumes noch nicht absehbar und ist daher nicht Gegenstand der Analyse. Ausgewählte Daten wurden in einem eigenen Kapitel nachgetragen. Dementsprechend sind Analysedaten aus MÜLHEIM 2020 nur bedingt mit den Daten des Sozialraums Buchheim und Buchforst des vorliegenden IHK „Starke Ve e- del – Starkes Köln“ zu vergleichen. 24 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Karte 3: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales im Sozialraum Buchheim und Buchforst Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 25 Starke Veedel – Starkes Köln Karte 4: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung im Sozialraum Buchheim und Buchforst Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 26 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung6 im Sozialraum Buchheim und Buchforst 2007 bis 2013 Zunahme an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund, rückläufige Zahl an Leistungsempfängerinnen und -empfängern nach SGB ll (gilt auch für Kinder unter 15 Ja h- ren in SGB ll-Bedarfsgemeinschaften), dennoch deutlich überhöhter Wert, Zunahme an Senior innen und Senioren mit Grundsicherungsbezug, Jugendquotient höher als in Gesamtstadt, unterdurc h- schnittlicher Anteil an Gymnasiasten. Charakteristik des Sozialraums (stadträumliche Besonderheiten) Lage im Stadtge- biet Bezirk: Mülheim Stadtteile: Buchheim, Buch- forst angrenzende Sozia l- räume: 6 + 7 + 9 Fläche: 203 ha Siedlungs- entwick- lung Siedlungsentwicklung ab den 1920er Jahren (Buchforst) und 1940er Jahren (Buc h- heim), überwiegend zusammenhängende, vollständig sanierte Siedlungen im G e- schosswohnungsbau, größtenteils im Eigentum der GAG, Siedlung Buchheim - Modemannstraße 1970er Jahre, Buchheim-Herl Einfamilienhäuser. Nahver- sorgung Bezirkszentrum Mülheim: Frankfurter Straße mit Vollversorgern und Discountern, Stadtteilzentrum Buchforst: Waldecker Straße mit Discountern, Umgestaltung im Rahmen von MÜLHEIM 2020, Nahe der U -Bahn Haltestelle, Nahversorgungszentrum Buchheim: im Bereich Frankfurter Straße, hier keine Aufenthaltsqualitäten. Anbindung ÖPNV, MIV Sehr gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (Stadtbahnlinien 3, 13 und 18, S 6 und S 11) und diverse Buslinien, motorisierter Individualverkehr über Kreuz Köln-Ost und AS K-Dellbrück an das Autobahnnetz angebunden. Grün / Freizeit Innerhalb des Sozialraums wenig öffentliche Grünflächen, angrenzend an Kultur - und Landschaftsachse Strunder Bach (Regionale 2010), Merheimer Heide, Guilleaum e- Garten in Buchheim (nachbarschaftlich Urban-Gardening Aktivität) Gewerbe Gewerbegebiete Germaniastraße und Piccoloministraße in Randlagen. soziale Akteure Diverse soziale Akteure (AWO, Runder Tisch Buchforst, Bürgervereine, diverse nied- rigschwellige Beratungsangebote, GAG Immobilien AG, Sozialkoordination, Kirche) 6 Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden. (ve r- gleiche Kapitel 10 Anhang 12) Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient * Altenquotient ** Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote *** Betreuungs- quote U10 **** Gymnasi- astenquote ***** insgesamt Quote 2007 19.199 43,8 28,2 27,5 4.143 26,6 1.156 40,8 248 7,3 52,2 x 1.689 20,0 Entwicklung 2007 bis '13 774 6,8 -0,9 -2,1 -187 -2,7 -56 -4,0 91 2,9 8,8 x -63 -4,3 2013 19.973 50,6 27,3 25,4 3.956 23,9 1.100 36,8 339 10,2 61,0 30,1 1.626 15,7 Stadt Köln 2013 34,9 23,6 26,8 13,2 30.300 22,2 12.421 6,7 64,9 38,8 51.706 9,5 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren * Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre 2007 9.681 21,8 28,1 23,8 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Entwicklung 2007 bis '13 403 -0,7 -0,7 -0,6 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz 2013 10.084 21,1 27,4 23,2 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre ***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014 / 2015 Stadt Köln 2013 18,4 24,1 23,1 SGBII Empfänger Empfänger Grundsicherung Arbeitslose Haushalte Einwohnerstruktur Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 27 Starke Veedel – Starkes Köln Kita / Schulen 3 Grundschulen, Herder -Gymnasium, Be rufskolleg, Wuppertaler Straße, Teilstandort der Gesamtschule Mülheim, diverse Kindertagesstätten. Stabilisierungsmaßnahmen Sozial- raum- koordinati- on Buchheimer Selbsthilfe e.V., Sozialraum seit 2006, Koordinierung von Prävention s- maßnahmen und Hilfeangeboten, Vernetzung der unterschiedlichen Akteure, Initii e- rung von Maßnahmen ( zum Beispiel Kooperation mit der GAG Immobilien AG, Stadt- teilkonferenz). Städt. Maßnah- men Teile des Sozialraumes gehör ten zum Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 (2009-2014), zum Teil Kalk / Mülheim Programm (ab 1995). Private Maßnah- men Komplette Sanierung der GAG-Siedlung Blauer Hof und Weiße Stadt (L andesentwick- lungsgesellschaft, privat, GAG Immobilien AG). Fazit Sehr heterogener Sozialraum, Stadtteil Buchforst überwiegend sanierte Wohnbebauung, haup t- sächlich im Eigentum der GAG Immobilen AG, städtebauliche Gestaltung des Zentrums führte zu Aufwertung, dennoch weiterhin früh ansetzende Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien zur Stabilisierung des Stadtteils erforderlich, hier wenig Grün - und Freiflächen. Stadtteil Buchheim mit sehr heterogenen Quartieren, hier sowohl Quartiere mit sozial stark belastete r Bewohnerschaft als auch durchschnit tlich geprägte Quartiere vorhanden; insgesamt deutliche Zunahme an Bewohn e- rinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund. Hier sind neben sozialen Maßnahmen auch stä d- tebauliche Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung und Maßnahmen zur Vernetzung mit der Grünfläche der Merheimer Heide erforderlich. 4.1 Sozialraumspezifische Situation7 Der Sozialraum Buchheim und Buchforst zählt überwiegend zum Siedlungstyp „Zwische n- stadtteile“, in dem Wohnsiedlungen aus unterschiedlichen Entstehungszeiträumen zu finden sind. 7 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik): Die Angaben zur sozialen und demografischen Situation beziehen sich auf das Jahr 2013. Um zeitliche Entwicklungen darzustellen, wurden zudem die Werte von 2007 in den Steckbrief aufge- nommen. (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik). Die Beschreibungen zum öffentlichen Raum entsprechen dem Stand aus dem Jahr 2015. Die Ausgangssituation zum Themenbereich Wirtschaft und Wohnen umfassen verschie dene Da- tengrundlagen: o Gewerbe- und Industrieflächen; Stand 2015 o Einzelhandel- und Zentrenkonzept, Beschäftigungssituation, Wohnungsbestand der GAG I m- mobilien AG, Anteil öffentlich geförderter Wohnungen; jeweils Stand 2013 o Kaufkraftindex; Stand 2007 o Wohnzufriedenheit: Demografie-Umfrage der Stadt Köln, 2009 o Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden im Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Freiflächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünflächenkataster und wurden in 2015 berechnet, die Berechnung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Daten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014. 28 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln In Buchheim erfolgte die Siedlungsentwicklung ab den 1940er Jahren . Die Mehrheit der G e- bäude sind Geschosswohnungsbauten. Der funktionale Schwerpunkt liegt in Buchheim in der Wohnfunktion. Es gibt nur wenig Infrastruktur und Arbeitsmöglichkeiten. Buchforst grenzt im Osten an den Stadtteil Buchheim, im Süden an den Stadtteil Kalk und im Westen und Norden an Mülheim. In Buchforst fand eine Siedlungsentwicklung ab den 1920er Jahren statt, die teilweise im Stile des „Neuen Bauens“ als Weiße Stadt und Blauer Hof durch die Kölner Architekten Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod geplant und au s- geführt wurde. Darüber hinaus finden sich Geschoßwohn ungsbauten unterschiedlicher Epo- chen. Buchforst ist durch mehrere Bahntrassen der Deutschen Bahn AG und die Stadtauto- bahn (Bundesstraße 55a) im Süden geprägt, die als starke räumliche Zäsuren wirken. Der Sozialraum Buchheim und Buchforst zeigt insgesamt eine sehr heterogene Bevölk e- rungsstruktur. 4.2 Demographische, soziale und Bildungssituation Die Handlungsbedarfe im Sozialraum werden insbesondere bei kleinräumiger Betrachtung deutlich. Der Jugend - und Altenquotient liegt über dem städtischen Durchschnitt. Gleiches gilt für den Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern, die einen Migrationshintergrund au f- weisen. Die Bildungsteilhabe, die über die Gymnasialquote abgebildet wird, zeigt einen durchschnit t- lichen Wert. So besuchen in Buchheim rund 38 Prozent und in Buchforst 39 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein Gymnasium. Dies entspricht der städtischen Gymnasialquote von 38,8 Prozent. Bevölkerungsstruktur Insgesamt leben rund 2 0.000 Personen im Sozialraum, davon rund 13.000 im Stadtteil Buchheim und 7.000 im Stadtteil Buchforst. Zwischen 2007 und 2013 sind im Saldo 774 Menschen in den Sozialraum gezogen, ein leichter Bevölkerungszuwachs ist somit zu ve r- zeichnen. Prägend für den Sozialraum ist die hohe kulturelle Vielfalt. Der A nteil von 50 ,6 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund liegt mit über 15 Pr o- zentpunkten deutlich über dem städtischen Durchschnitt von 35 Prozent. Der Anteil der B e- wohnerschaft mit Migrationshintergrund ist im Sozialraum zwischen 2007 und 2013 um rund 7 Prozent gestiegen. Der Jugendquotient liegt mit 27,3 Prozent rund 4 Prozent punkte über dem städtischen Durchschnitt (23,6 Prozent). Insbesondere der Stadtteil Buch forst weist mit rund 33 Prozent einen hohen Anteil von Einwohnerinnen und Einwohnern unter 18 Jahren auf. Der Altenquotient (Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren) ist zwischen 2007 und 2013 um 2,1 P rozentpunkte gesunken. Er liegt mit rund 25 Prozent leicht unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 26,8 Prozent. Neuzugewanderte In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um die Integration von Neuzugewanderten vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse in verschiedenen Krisen - und Kriegsregionen mit daraus resultierendem Flüchtlingszustrom wieder verstärkt. Auch im S o- zialraum Buchheim und Buchforst sind nennenswerte Zuwanderungen zu verzeichnen. In den Jahren 2013 und 2014 sind 933 Ausländerinnen und Ausländer, davon 238 Personen zwischen 15 und 26 Jahren, zugezogen (Gesamtstadt 8.158 Personen, davon 2.265 zw i- Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 29 Starke Veedel – Starkes Köln schen 15 und 26 Jahren). Die Gruppe der Neuzugewanderten ist dabei sehr heterogen, so dass sie spezifische Unterstützungsb edarfe bei der Integration vor Ort benötigt und damit eine Zielgruppe mit eigenen Bedarfen bildet. Zu nennen sind hier beispielsweise Sprachfö r- derung, Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung in Folge traumatischer Erlebnisse. Die Akteure vor Ort sehen sich mit der wachsenden Herausforderung konfro n- tiert, dass mit der Integrationsleistung in de n ohnehin durch soziale Problemlagen betroff e- nen Quartieren Überlastungen und Überforderungen einhergehen. Die fachlich zuständigen Ämter der Stadtverwal tung setz en sich bereits intensiv mit dieser in ihrer Intensität neuen Entwicklung und Herausforderung auseinander. Sie haben im Jahr 2014 auf Grundlage einer weitgehenden Bedarfsanalyse einen gemeinsamen „Handlungsrahmen Zuwanderung“ mit einem Maßnahmenpaket entwickelt, das eng an den erhöhten Bedarfen anknüpft. Dabei wird auch außerhalb des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf die bisher i- gen Erfahrungen aufgebaut. So wurden im Rahmen von MÜLHEIM 2020 gute Erfahrungen mit dem Sprachförderprojekt DemeK (Deutsch in mehrsprachigen Klassen) gemacht. Haushaltsstruktur Die Haushaltsstruktur im Sozialraum ist im Vergleich zur Gesamtstadt durch einen höheren Anteil an Familienhaushalten (Sozialraum Buchheim und Buchforst 21,1 Prozent ; Stadt Köln 18,4 Pro zent) und Haushalten mit alleinerziehenden Elternteilen geprägt (27,4 Prozent im Sozialraum, 24,1 Prozent Stadt Köln). Der Anteil der Seniorenhaushalte im Sozialraum en t- spricht mit 23 Prozent dem Anteil der Stadt Köln. Sozialstruktur Ein Blick auf die Soz ialstruktur zeigt, dass Handlungsbedarfe im Sozialraum Buchheim und Buchforst erkennbar sind. So weicht der Ante il der Transferbezieherinnen und -bezieher im Sozialraum um einen um rund 10 Prozent punkte höher liegenden Wert deutlich vom städti- schen Durchschnitt ab (Sozialraum 23,9 Prozent, Stadt Köln 13,2 Prozent). Die soziale B e- nachteiligung zeigt sich auch bei kleinteiliger Betrachtung, da die Gruppe der Kinder unter 15 Jahren einen hohen Anteil im SGB II -Bezug ausmacht. So beziehen rund 37 Prozent dieser Altersgruppe im Sozialraum Leistungen nach SGB II. In der Stadt Köln sind es durchschnit t- lich nur etwa 22 Prozent. Bei der Betrachtung der Quote der Grundsicherungsempfänger in- nen und -empfänger bestätigen sich die Handlungsbedarfe. Während der Ante il von Pers o- nen mit Bezug von SGB II sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern und J u- gendlichen leicht rückläufig ist, nimmt der Anteil der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren mit Bezug von Grundsicherung im Alter zu und liegt deutlich über dem stadtweiten Durch- schnitt (Stadt Köln 6,7 Prozent, Sozialraum Buchheim und Buchforst 10,2 Prozent) . Diese Problemlagen finden sich insbesondere in den Quartieren Buchheim -Mitte (15,9 Prozent) , Buchheim-Gronauer Straße (11,5 Prozent) und Buchforst-Mitte (13,2 Prozent). Die Wahlbeteiligung an der Kommunalwahl 2014 und auch an der Wahl der Oberbürge r- meisterin 2015 zeigt ein messbar geringeres Interesse an einer gesellschaftspolitischen Teil- habe. So haben im Stadtteil Buchforst rund 34,1 Prozent und im Stadttei l Buchheim 39,1 Prozent an der Kommunalwahl 2014 teilgenommen. Die Wahlbeteiligung auf gesamtstädt i- scher Ebene lag mit 49,7 Prozent deutlich höher. Bei der Betrachtung der Wahl der Obe r- bürgermeisterin 2015 fällt das Ergebnis noch deutlicher aus. Lag die Wa hlbeteiligung der Gesamtstadt bei 40,3 Prozent, so gingen in Buchforst nur 27,2 Prozent und in Buchheim nur 30,3 Prozent der Wahlberechtigten an die Wahlurnen. Da gesellschaftliche Teilhabechancen und Bereitschaft zur Mitwirkung an gesellschaftlich bedeutsamen Meinungsbildungsprozessen als wichtige Faktoren für die Erreichung sozialer Balance eingestuft werden, kommt den aktivierenden Unterstützungsangeboten im Bereich 30 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Prävention, Bildung und Qualifizierung eine hohe Bedeutung zu. Sie bilden durch eine nie d- rigschwellige Willkommensstruktur – auch in Verbindung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlage für die Entwicklung von Kooperationspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskette. Sie eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „Regelsystem“ und unterstützende Angebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind. Soziale Infrastruktur Im Sozialraum Buchheim und Buchforst sind bereits eine Vielzahl von Angeboten etabliert, auf die mit diesem Programm aufgebaut wird. Zu nennen sind insbesondere: im Bereich der Regelangebote der Bildungs - und sozialen Infrastruktur: Kindertages- einrichtungen, Familienzentren, Grundschulen, weiterführende Schulen, Berufskolleg, Jugendangebote, Jobbörse, Begegnungszentrum, sowie Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs - und Sozialberatung, Senioren- beratung, Schuldnerberatung, Hausaufgabenbetreuung , Mieterberatung, Sport - und Freizeitangebote, Computerkurse, Arbeitskreise zu verschiedenen Themen, Kunst - und Kulturangebote Von den Akteuren vor Ort werden allerdings Defizite in den Bereichen Bildung und Ausbi l- dung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesehen. So sind weiterhin früh ansetzende Hilfen für Kinder; Jugendliche und Familien zur Stabilisierung des Sozia lraumes erforderlich. Mit dem Programm MÜLHEIM 2020 wurden erste Ansätze verankert. Insbeson- dere wurden Schulen in die Lage versetzt als Institutionen besser lernen zu können, indem ihre Organisation verbessert wurde. Ebenso wurde n die Vernetzung von Akteu ren und die Gestaltung von Bildungsprozessen an geschoben, die an den Kompetenzen von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern ansetzten. Auch im Übergang von der Schule in den Beruf konnten über MÜLHEIM 2020 erste Erfolge verzeichnet werden. Darauf aufbauend sind nun weitere Bildungsmaßnahmen und Maßnahmen der frühen Förderung im Rahmen der For t- schreibung des Strukturförderprogramms geplant, die sich auf Förderung, Bildung, Ausbi l- dung und berufliche Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihren Familien mit und ohne Migrationshintergrund beziehen. 4.3 Situation des öffentlichen Raums Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es , durch die Verbesserung des öffentlichen Raumes und die Gestaltung des unmittelbareren Wohnumfeldes, lebendige, bunt e und generation s- gerechte Quartiere für und mit den Kölnerinnen und Kölner n zu schaffen. Dies umfasst auch die Inwertsetzung bislang untergenutzter Flächen. Damit soll auch eine soziale Ausgrenzung vermieden und abgebaut werden. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalte stellt aufgrund ihrer geringeren Mobilität das unmittelbare Wohnumfeld mit seinen Aufenthaltsqua- litäten einen zentralen Bezugspunkt dar. Das nördlich der Bergisch Gladbacher Straße liegende Quartier „Buchheim Gronauer Str a- ße“ ist räuml ich isoliert. Für die Brachfläche der ehemaligen Bahnwendeschleife innerhalb dieses Quartiers liegen Konzepte zu Wohnbebauung mit einer Kita vor, geplant ist eine da u- erhafte Flüchtlingsunterkunft. Ein laufendes städtebauliches Projekt im Sozialraum ist die neue Wohnbebauung an der Siedlung Gauweg im Quartier „Buchheim -Herl“, hier finanziert der Investor zudem eine öffentlich nutzbare Grünfläche. In Buchheim -Mitte ist zudem die Revitalisierung einer gewerblichen Brache mit Wohnbebauung vorgesehen. Das Projek t "Herler Straße" sieht neben gefördertem und freifinanziertem Wohnungsbau einen öffentl i- chen Spielplatz und eine Kindertagesstätte vor. Die Brache des ehemaligen Güterbahnhofs Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 31 Starke Veedel – Starkes Köln Mülheim soll mit einer hochwertigen Bürobebauung und entlang der Keupstraße mit einer gemischten Bebauung revitalisiert werden. Eine Abfolge öffentlicher Flächen ermöglicht die Zugänglich- und Nutzbarkeit des Raumes. Neue Arbeitsplatzangebote in unterschiedlichen Segmenten können zur Belebung des Arbeitsmarktes beitragen. Wohnumfeld Die städtebauliche Situation in beiden Stadtteilen des Sozialraumes ist sehr unterschiedlich. Das Stadtteilzentrum von Buchforst, im Wesentlichen die Waldecker Straße einschließlich des Kreuzungsbereiches mit der Heidelberger Straße, wurde im Rahmen des Strukturförder- programms MÜLHEIM 2020 umfänglich umgebaut und aufgewertet. Das Nahversorgungszentrum in Buchheim ist durch den dominanten Kreuzungsbereich Frankfurter Straße / Alte Wipperfürther Straße geprägt. Hohes Verkehrsaufkommen und mangende Gestaltun g zeigen eine geringe Aufenthaltsqualität in diesem Bereich. Mit den Maßnahmen „ein Platz an der Herler Straße“ und „Umgestaltung der Frankfurter Straße in Buchheim“ wird das Nahversorgungszentrum in Buchheim hinsichtlich seiner Aufenthalt s- funktion und Str aßenraumgestaltung deutlich aufgewertet. Darüber hinaus wird an die b e- gonnene Aufwertung der Frankfurter Straße im Rahmen von MÜLHEIM 2020 angeknüpft und die Aufwertung dieser Straße im Stadtteil Buchheim fortgeführt. Begegnungsräume Räume zur Begegnung sind im Sozialraum vorhanden. Der Runde Tisch Buchforst e.V. mit seinen Stadtteilzentren I und II betreibt eine vorbildliche sozial- und interkulturelle Arbeit. Hier finden verschiedene Beratungsangebote im Bereich Bildung z um Beispiel mehrsprachige Orientierungsberatungen), Sozialberatungen für Seniorinnen und Senioren, Pflegebedürftige und Angehörige und weitere Beratungen ( zum Beispiel Schuldnerberatung) statt. Darüber hinaus sind die Stadtteilzentren in Buchforst Initiatoren von küns tlerischen und kulturellen Angeboten und bilden wichtige und vernetzte Anlaufstellen, die von der Bewohnerschaft des Stadtteils ausgesprochen gut angenommen werden. Sie leisten einen erheblichen Be itrag zur Teilhabe und Beteiligung der Bewohnerschaft und d er Akteure vor Ort. Die personellen Ressourcen zur Koordinierung der Arbeiten müssten jedoch aufgestockt werden. Ziel sollte es sein, beide Stadtteilzentren zu sichern. In der Kulturkirche der GAG Immobilien AG finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen vornehmlich in Form von Ausstellungen statt. Im Stadtteil Buchheim ist die Akteurslandschaft differenzierter und aufgrund der Größe des Stadtteils auch vielfältiger. Die heterogene Bevölkerungsstruktur stellt allerdings hohe A n- sprüche an die Vernetzung und Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen und Angebote. Hier kommt insbesondere der Buchheimer Selbsthilfe e.V. als Träger der Sozialraumkoodination Buchheim und Buchforst einer besonderen Bedeutung zu. Spiel- und Bewegungsräume Um den jungen Menschen im unm ittelbaren Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorie n- tierten sportlichen Angeboten dringend erforderlich. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich aufgrund fe h- lender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell ausgewiesenen Flächen. Aufgrund des geg e- benen Bed arfs sind verstärkt niederschwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Au s- grenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Im Stadtteil Buchforst bestehen drei und im Stadtteil Buchheim vier Spielplätze. Aufgrund des Jugendquotienten von rund 27 Prozent (im 32 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Vergleich Stadt Köln 24 Prozent) besteht ein B edarf zur Erweiterung des Angebots. Als P o- tenzialfläche steht eine Fläche an der Wuppertaler Straße (Stegw iese) zur Verfügung. Hier soll ein Angebot für Trendsportangebote, zum Beispiel Klettern, entstehen Mobilität Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist über zwei S -Bahnlinien und drei Stadtbahnlinien sowie diverse Buslinien gut. Auch die Verbindung zur Autobahn für den Motorisierten Individualverkehr (MIV) ist gut. Der Sozialraum Buchheim und Buchforst weist im Modal Split ein en Radverkehrsanteil von rund 6 Prozent auf und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt im Stadtgebiet Köln von 12 Prozent . Handlungsbedarfe bestehen somit im Ausbau der Fahrradwegeverbindungen innerhalb des Sozialraumes. So weist unter anderem das Radwegenetz an der Frankfurter Straße im Bereich Alt-Buchheim eine Lücke auf. 4.4 Wirtschaftliche Situation Gewerbe und Industrie Gewerbe- und Industrieflächen bilden einen wesentlichen Ansatzpunkt für die Schaffung von Arbeitsplätzen durch die örtlichen Betriebe und tragen damit maßgeblich zur wirtschaftlichen Dynamik in den Sozialräumen bei. Zum Sozialraum Buchheim und Buchforst gehören das Gewerbegebiet Piccoloministraße im Norden und das Gewerbe - und Industriegebiet Germa- niastraße im Süden. Insgesamt gibt es Gewerbeflächen in einer Größenordnung von 12,9 ha und Industrieflächen in Höhe von 1,8 ha. Im Gewerbegebiet Germaniastraße sind unter a n- derem großflächiger Auto- (Opel) und Einzelhandel (Praktiker Baumarkt - derzeit Leerstand) sowie chemische Betriebe (ACLA Werke GmbH) angesiedelt. Im Gewerbegebiet Piccolo - ministraße stehen noch diverse Potenzialflächen zur Verfügung. Beschäftigungssituation Die Beschäftigungssituation der Bewohnerinnen und Bewohner im Sozialraum drückt sich auch in der vergleichsweise geringen Quote der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus (Sozialraum: 48,5 Prozent, Stadt Köln: 52,1 Prozent). Allerdings konnte der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe im Zeitraum von 2007 bis 2013 um 14 Prozent gesteigert werden und liegt damit gleichauf mit der gesamtstädtischen Entwicklung . Bei detaillierter Betrach tung wird deutlich, dass der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen (Sozial- raum 43,2 Prozent; Stadt Köln 49,1 Prozent) unter dem städtischen Durchschnitt liegt , wäh- rend die Beschäftigungsquote der Personen unter 25 Jahren mit 32,7 Prozent über dem städtischen Durchschnitt von 29,8 Prozent liegt. Auch die Quote der sozialve rsicherungs- pflichtig beschäftigten Ausländerinnen und Ausländer liegt mit 39,6 Prozent über der Quote der Gesamtstadt (38,3 Prozent). Deutlich schlechter im Vergleich zur gesamtstädtischen Entwicklung zeigt sich die Entwic k- lung bei der Bevölkerungsgruppe der Langzeitarbeitslosen. Hier liegt der Sozialraum mit e i- ner Quote von 47,6 Prozent 4 Prozentpunkte über dem städtischen Durchschnitt. Auch bei der Betrachtung der Veränderungen zwischen 2007 bis 2013 schneidet der Sozialraum mit einer Zunahme der Langzei tarbeitslosen von plus 5,6 Prozent deutlich schlechter ab als die Entwicklung in der Stadt Köln, die einen Rückgang der Langzeitarbeitslosen von 0,7 Prozent aufweist. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 33 Starke Veedel – Starkes Köln In Verbindung mit dem hohen Anteil an Arbeitslosen (rund 16 Prozent) und Leistungsbezie- henden (rund 24 Prozent) zeigen sich im Sozialraum Buchheim und Buchforst Bedarfe im Qualifizierungsbereich. Insgesamt benötigen viele Bewohnerinnen und Bewohner zunächst heranführende, niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Das Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 verfolgte im Handlungsfeld Lokale Ökonomie unter anderem den Schwerpunkt der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit. Hier lag der Fokus auf der Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen und Frauen. Es wurden deutlich mehr Personen in Beschäfti gung vermittelt als ursprünglich prognostiziert. So konnten über das Projekt „Jobfactory-Aktiv plus“ 115 Langzeitarbeitslose in eine sozialversicherungspflich- tige Beschäftigung vermittelt. Die Vermittlungsquote lag damit bei rund 32 Prozent. Über 1.000 Unternehmen wurden angesprochen , um Arbeits- und Praktikumsplätze zu akquiri e- ren. Im Projekt „Frau und Beruf“, eine auf die Wiedereingliederung von Frauen in den A r- beitsmarkt nach der Familienpause ausgerichtete Maßnahme, konnten 106 Frauen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden. Die Vermittlungsquote lag hier ebenfalls bei 32 Prozent. Der Schlüssel zum Erfolg beider Projekte lag in der zugehenden Beratung, die individuell auf die Teilnehmenden zugeschnitten war. Trotzdem zeigen die Be- schäftigungszahlen weiterhin einen Bedarf für eine Beschäftigungs förderung zur Integration von Einwohnergruppen in den Arbeitsmarkt. Versorgung Der Stadtteil Buchheim verfügt über ein Nahversorgungszentrum, das im Wesentlichen auf die Versorgung der umliegenden Wohnviertel ausgerichtet ist. Es befindet sich am westl i- chen Rand des Stadtteils Buchheim entlang der Frankfurter Straße zwischen Bahndamm und Stadtbahntrasse. Der Nutzungsschwerpunkt liegt im Kreuzungsbereich Frankfurter Str a- ße / Guilleaumestraße / Alte Wipperfürther Straße sowie im südlichen Teil der Alte Wippe r- fürther Straße. Den Versorgungsschwerpunkt bilden vor allem Waren des kurzfristigen Be- darfs, insbesondere Lebensmittel. Seit 1990 sind ein deutlicher Rückgang der Bet riebsflä- chen und der Verkaufsflächen im Einzelhandel und ein Anstieg der Dienstleistungsbetriebe zu beobachten. Tr otz dieser Entwicklung ist die N ahversorgung in Buchheim als gut einz u- schätzen. In Buchforst befindet sich im Kreuzungsbereiches Heidelberger / Waldecker Straße mit sü d- lichem (bis Stadtautobahnauffahrt) und westlichem Ausläufer n (bis Dortmunder Straße) in zentraler Lage ein Stadtteilzentrum. Dreiviertel der Verkaufsfläche nehmen Angebote des kurzfristigen Bedarfes ein. Seit 1990 sind eine deutlich rückläufige Entwicklung der Betriebs- zahl und Verkaufsfläche im Einzelhandel und ein deutlicher Anstieg der Dienstleistungen zu beobachten. Trotz dieser Entwicklung ist die Versorgung in Buchforst als gut einzuschätzen. 4.5 Wohnsituation Gebäudestruktur und Zustand Der Sozialraum ist durch Mehrfamilienhäuser ab den 1920er Jahren (Buchforst) und 1940er Jahren (Buchheim) geprägt. Der Gebäudebestand zeichnet sich – insbesondere im Stadtteil Buchforst – durch einen überwiegend sanierten Wohnungsbest and aus. Die sozialen Pro b- lemlagen werden daher im Stadtteil weniger sichtbar als in anderen Sozialräumen, so dass hier auch von „versteckter Armut“ gesprochen werden kann. 34 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Eigentümerstruktur Im Sozialraum Buchheim und Buchforst ist die GAG Immobilien AG als städtisches Tochter- unternehmen ein wichtiger Partner. Sie besitzt knapp 3.500 Wohnungen, die in den letzten Jahren saniert wurden . So wurde beispielsweise die Siedlung „Blauer Hof“ in Buchforst s a- niert und neu gestaltet . Der Anteil der Ein - und Zweifamilienhäuser liegt bei 40 Prozent und damit rund 19 Prozent unterhalb des städtischen Durchschnitts von 59 Prozent. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen liegt in beiden Stadtteilen mit 10,8 Prozent (Buchforst) beziehungsweise 12 Prozent (Buchheim) über dem städtischen Durchschnitt von 7,4 Prozent. Wohnzufriedenheit Im Rahmen der Demografie -Umfrage 2009 wurde die Zufriedenheit mit der eigenen Wo h- nung ermittelt. Diese zeigt, dass fast 80 Prozent der Bewohnersch aft mit ihrer Wohnung z u- frieden oder sogar sehr zufrieden sind. Hiermit liegt der Sozialraum über den städtischen Durchschnittswerten. Die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld liegt allerdings mit etwa 50 Prozent deutlich unter dem Stadtdurchschnitt (knapp 70 Prozent), so dass Handlungsbedarf erkennbar wird. 4.6 Ökologische und klimatische Situation Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklung sind der Klimaschutz sowie der Erhalt beziehungsweise die Förderung guter Umweltbedingungen von zentraler Bedeutung. Insbe- sondere Städte sind durch ihren hohen Versiegelungsgrad sowie höhere Umweltbelastungen durch Verkehr und Industrie besonders von Klimafolgen, wie zum Beispiel Hitzeperioden, aber auch von schlechten Umweltbedingungen, wie mangelnde Grün- und Erholungsflächen, Lärm- oder Luftschadstoffbelastung betroffen8. Die kombinierte Betrachtungsweise von ökologischen, klimatischen sowie sozialen und g e- sundheitlichen Aspekten wird in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt unter dem Stic h- wort „Umweltgerechtigkeit“9 diskutiert. Im Vordergrund des Ansatzes steht dabei das präven- tive Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden und zu beseit i- gen. Betrachtet wird der Gedanke auch im Zusammenhang mit der „Herstellung gleichwe rti- ger Lebensbedingungen“ und dem damit verbunden en integrativen Ansatz zum Abbau von sozialen Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Stadtquartieren. 8 Die im Folgenden durchgeführten flächenbezogenen Analysen und Berechnungen beziehen sich ausschließlich auf bewohnte Stadtquartiere. Größere Gewerbe- oder Grünflächen wurden aus der Berechnung herausgenommen, um die Werte nicht zu verzerren. 9 „Umweltgerechtigkeit wird als normatives Leitbild verstanden, das auf die Vermeidung und den A b- bau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewähr- leistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen ausgerichtet ist.“ Böhme, C., Preuß, Th. u. C. Bunge (2014): Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Erfolgsfaktoren für eine Implementierung im kommunalen Handeln. Umid 2, S. 5-10, S. 6. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 35 Starke Veedel – Starkes Köln Grün- und Freiflächen Im Sozialraum sind keine größeren Grünflächen vorhanden und das Gebiet verfüg t nur über eine geringe Anzahl an Spielplätzen. Nur 0,8 Prozent der gesamten Fläche des Sozialra u- mes bilden Grünflächen. Im Vergleich zur Gesamtstadt fällt die Versorgung mit Grün - und Freiflächen somit gering aus. Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner ste hen rechnerisch rund 5,5 m² Grün - und Freiflächen zur Verfügung. Dieser Wert erhöht sich bei der erweiter- ten der Betrachtung eines Radius von zusätzlichen 500m auf circa 104 m² je Einwohnerin und Einwohner. Die Zahl der Straßenbäume in Buchheim und Buchforst bewegt sich mit 24,4 Bäumen je Straßenkilometer im mittleren Bereich der Sozialräume. Lärm- und Schadstoffbelastung In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die Hauptquelle der Luftemission der Straße n- verkehr. Kritische Belastungen werden im Wese ntlichen für die Luftschadstoffe Feinstaub und Stickstoffoxide festgestellt10. Der Sozialraum Buchheim und Buchforst liegt innerhalb der 2008 eingeführten und 2012 erweiterten Umweltzone. Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zentrales Umweltprobl em dar. Bei der hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet, sondern nur solche Bereiche, die erhebliche Belastungen aufweisen. Zumeist wurde bei den nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU- Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte Bezug genommen 11. Gegenstand dieser Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehrslärm sowie durch Industrieanlagen und große Hafenanlagen ausgelöster Lärm. Im Sozialraum Buchhei m und Buchforst sind mehrere Straßenbereiche zu finden, in denen Hinweise auf hohe Luftbelastungen errechnet wurden. Die Heidelberger Straße weist - nahe- zu über ihre gesamte Länge im Sozialraum - eine hohe oder erhöhte Belastung auf. Gleiches gilt für die Kalk-Mülheimer-Straße und die Frankfurter Straße. Die Waldecker Straße und der Buchheimer beziehungsweise Herler Ring weisen ebenfalls größere Abschnitte mit hohen Belastungen in den Screeningberechnungen auf. Diese sind, auf ihrer Gesamtstrecke durch den Sozialraum, jedoch eher durch erhöhte Luftbelastungen unterhalb von 40 µg pro m³ Stickstoffdioxidkonzentration geprägt. Neben der Luftschadstoffbelastung wirkt sich in folgenden Belastungsachsen Straßenve r- kehrslärm negativ auf die Lebensverhältnisse der Bewohnerinnen und Bewohner aus: Silesiusstraße (Belastung durch Stadtautobahn Anschlussstelle Frankfurter Straße) Waldecker Straße von Waldecker Platz bis Kasseler Straße Straßenzug Alte Wipperfürther Straße / Herler Straße in Teilbereichen Bergisch Gladbacher Straße innerhalb des Sozialraumes Im westlichen Teil des Sozialraumes gibt es zusätzlich eine Lärmbelastung durch den Schi e- nenverkehr der Deutschen Bahn AG. Eine hohe Belastung entsteht zudem durch Fluglärm, von dem knapp 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner betroffen sind. 10 Erläuterungen zur Erhebung von Luftqualität und Schadstoffbelastung können dem Kapitel 10 Anhang 9 entnommen werden. 11 Erläuterungen zur Erhebung von Lärmbelastungen nach EU-Umgebungslärmrichtlinie können dem Kapitel 10 Anhang 10 entnommen werden. 36 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Stadtklima Durch eine systematische Untersuchung des Kölner Stadtklimas wird deutlich, dass es z u- künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nicht mehr aufzuhal- tenden Klimawandel anzupassen. Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der klimatischen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) und zum anderen aus der Sensitivität der dortigen Stadtbewohnerinnen und -bewohner. So löst zum Beispiel eine hohe Wärmebelastung je nach Anteil der anfälligen Personengruppe über 65 Jahre (Sensitivität) eine intensive Betroffenheit eines Stadtteils aus. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Ve r- gleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen e ntsprechende Kühlpunkte zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzee r- eignissen, könnte durch Entsiegelung und Bepflanzung von gepflasterten und betonierten Stellplätzen, Höfe n, Vorgärten oder Ga ragenauffahrten eine Abmilderung der klimatischen Belastungen erfolgen. Im Sozialraum Buchheim und Buchforst zeigt sich eine hohe zukünftige Wärmebelastung der Bewohnerschaft. Klimaaktive Flächen sind im Sozialraum nicht vorhanden. Etwa die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner wird zukünftig in von Wärmebelastung hoch und sehr hoch belasteten Siedlungsgebieten leben, die übrige Hälfte in belasteten Gebieten. Bei Hit- zeperioden wurden höhere Sterberaten gemessen und das wärmere Stadtklima führt zu e r- höhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende Flüssi g- keitsversorgung und -aufnahme unterlassen werden. Somit wirken sich der Klimawandel und die Zunahme an Tagen mit hohen Temperaturen im Sozialraum negativ aus. Demnach sind frühzeitig Maßnahmen über den richtigen Umgang mit Hitze, insbesondere für (Klein-) Kinder sowie ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen, einzuleiten. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 37 Starke Veedel – Starkes Köln Abbildung 5: Übersichtskarte zur Lärm -, Schadstoff- und Wärmebelastung im Sozial- raum Buchheim und Buchforst Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt 38 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 39 Starke Veedel – Starkes Köln 5. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum Buchheim und Buchforst deutliche Hand- lungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg, wobei die heterogene Ausgangssituation im Sozialraum beachtet werden muss. Tabelle 1: Stärken-Schwächen-Analyse und Ableitung der Handlungsbedarfe im So zi- alraum Buchheim und Buchforst Ist-Analyse Stärken Herausforderungen Handlungsbedarf Demogra- phische, soziale und Bildungs- situation Zunehmende kulturelle Vielfalt Hohe Kreativität das Leben zu meistern Ausgeprägt „junger“ Sozialraum Bürgerschaftliches Engagement vorha n- den Aktivierungsprobleme Hoher Anteil von SGB II- Bezieherinnen und Beziehern sowie von Arbeitslosen mit hoher Betroffenheit von K in- dern in den Quartieren, speziell in Quartie ren mit hoch verdichtetem Geschosswohnungsbau Unzureichende Bi l- dungs-teilhabe Wachsende Altersarmut auf erhöhtem Au s- gangsniveau Optimierung präventiver integrie r- ter Angebotsstrukturen mit L ü- ckenschluss, speziell für Kinder und Jugendliche Aktivierung und Empowerment, vor allem von SGB II - Bezieherin- nen und Beziehern und Langzei t- arbeitslosen Sicherung der Teilhabechancen von Familien, Älteren, Kindern, Jugendlichen Wirtschaft und Wo h- nen Gewerbegebiete Ger - maniastraße und Pi c- coloministraße in Randlagen Gute Nahversorgung s- lage mit Stadtteilzen t- rum Buchforst Heterogener Sozia l- raum Überwiegend sanierter Wohnungsbestand Hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere auch bei jungen Erwachsenen mit fehlenden berufl i- chen Perspektiven Verdeckte, unauffällige Bedarfslagen mit prek ä- rem Charakter Optimierung der Angebots - und Informationsstrukturen für junge Erwachsene im Übergang zu Ausbildung und Beruf Aktive, aufsuchen de Ansprache der vor Ort ansässigen Unte r- nehmen (Optimierung der Ber a- tungsleistungen, z um Beispiel Einzelhandel) Ökologische / klimatische Situation Investor F inanzierung einer öffentlich nutzb a- ren Grünfläche durch Wohnungsneubauvor- haben eines Investors Sehr geringe Aussta t- tung mit Grünflächen Geringer Anteil an Spielplätzen Zukünftig hohe Betro f- fenheit von Wärmeb e- lastung Spiel- und Bewegungsräume schaffen Informations- und Beratungsa n- gebote zum Klimawandel scha f- fen Öffentlicher Raum Gute ÖPNV -An- bindung Weitgehend gepflegtes Wohnumfeld Saniertes Stadtteilzent- rum Buchforst Quartier Buchheim Gronauer Straße räu m- lich isoliert Nahversorgungszentrum Buchheim ohne Aufen t- haltsqualität, keine Qua r- tiersmittelpunkte in Buchheim Maßnahmen zur Wohnumfel d- verbesserung (Müllproblematik) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 40 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 41 Starke Veedel – Starkes Köln 6. Festlegung des Gebiets der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Buch- heim und Buchforst Mit dem Integrierten Handlungskonzept für den Sozialraum Buchheim und Buchforst werden Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung von sozialen Missständen nach § 171 e BauGB „Maßnahmen der Sozialen Stadt“ vorgesehen. Soziale Missstände liegen nach § 171 e BauGB insbesondere dann vor, wenn ein Gebiet auf Grund der Zusammense t- zung und wirtschaftlichen Situation der darin lebenden und arbeitenden Menschen erheblich benachteiligt ist. Der geplante Einsatz staatlicher Städtebauförderungsmittel erfordert im Ra hmen des Pr o- gramms „Soziale Stadt“ eine Festlegung und räumliche Abgrenzung der einzelnen Sozia l- räume jeweils als Gebiet der „Sozialen Stadt“ nach § 171 e BauGB durch den Rat der Stadt Köln. Im Zusammenhang mit dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 hat der Rat am 24.11.2011 bereits ein Gebiet der „Sozialen Stadt“ Mülheim beschlossen. Dieses umfasst unter anderem den Sozialraum Buchheim und Buchforst. Damit entfällt hier die Notwendi g- keit zur Neufestlegung eines „Soziale Stadt“- Gebietes. Unmittelbare finanzielle Auswirkungen ergeben sich aus dieser Festlegung gemäß § 171 e BauGB nicht. Sie ist als einer sogenannten „Fördergebietskulisse“ vielmehr eine Vorausse t- zung für die Inanspruchnahme von Fördermitteln insbesondere des Bundes. Karte 5 zeigt die räum liche Angrenzung des Sozialraums Buchheim und Buchforst und des Programmgebiets MÜLHEIM 2020. Hier wird deutlich, dass klei ne Teilbereiche des Sozial- raumes außerhalb der farblich markierten ( pink) dargestellten Gebietsgrenze des bestehe n- den Programmgebiets MÜLHEIM 2020 liegen. Im Rahmen der Förderanträge zum Stadten t- wicklungsprogramm 2016 wurde die formale Anerkennung dieser Annexgebiete beantragt, um auch in diesen Teilbereichen die geplanten Maßnahmen umsetzen zu können. 42 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Karte 5: Gebiet der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Buchheim und Buchforst Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 43 Starke Veedel – Starkes Köln 7. Bestandsanalyse Mülheim-Nord und Keupstraße Die Bestandsanalyse für den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße nimmt die folge n- den zentralen Handlungsfelder in den Blick: Sozialraumspezifische Gesamtsituation Demographische, soziale und Bildungssituation Situation des öffentlichen Raums Wirtschaftliche Situation Wohnsituation Ökologische und klimatische Situation 44 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Karte 6: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 45 Starke Veedel – Starkes Köln Karte 7: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung im Sozialraum Mül- heim-Nord und Keupstraße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 46 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung12 im Sozialraum 2007 bis 2013 Zunahme von Einwohner innen und Einwohnern mit Migrationshintergrund, konstant hohe Zahl von Leistungsempfängerinnen und -empfängern nach SGB ll (gilt auch für Kinder unter 15 Jahren in SGB ll Bedarfsgemeinschaften), hoher Jugendquotient und Anteil an Haushalten mit Kindern, geringer Altenquotient, sehr geringer Anteil an Gymnasiast innen und Gymnasiasten , ge- ringe Betreuungsquote, hoher Anteil an Empfängerinnen und Empfängern von Grundsicherung. Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten) Lage im Stadtge- biet Bezirk: Mülheim Stadtteile: Mülheim angrenzende Sozia l- räume: 5 Fläche: 208 ha Siedlungs- entwick- lung Arbeiterviertel der Gründerzeit ( ab 1870) für die F irma Felten & Guill eaume sowie Martin & Pagenstecher und Walzwerke Böcking, Strukturwandel im Industriebereich förderte Abwärtsentwicklung der Quartiere Nahver- sorgung Stadtteilzentrum Mülheim: Berliner Straße mit Vollversorgern und Discountern nahe der Stadtbahnhaltestelle Von -Sparr-Straße und Mülheim / Berliner Straße, Umgesta l- tung im Rahmen des Strukturförderprogramms „ MÜLHEIM 2020“, Geschäftsstruktur mit stark ethnischer Prägung, Stadtteilzentrum Mülheim: Keupstraße mit hohem Gas t- ronomiebesatz, kleinteiliger, individueller Geschäftsstruktur mit starker ethnischer Prägung, Nähe der Stadtbahn-Haltestelle Keupstraße. Anbindung ÖPNV, MIV Gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (Stadtbahnlinie 4) und d i- verse Buslinien, motorisierter Individualverkehr über AS Köln -Mülheim und AS Köln - Dellbrück sehr gut an das Autobahnnetz angebunden, Bun desstraßen B 8, B 51 und B 506. Grün / Freizeit Innerhalb des Sozialraumes keine nennenswerten Grünflächen und Wegeverbindu n- gen, ausschließlich kleinere Einzelflächen und erneuerte Spielplätze vorhand en, be- nachbart Naherholungsbereich Rheinufer. Gewerbe Hoher Anteil Gewerbeflächen (Medie n- und Dienstleistungsquartier „Schanzenviertel“, Drahtwerke Köln), im Stadtteilzentrum Berliner Straße, gemischte Nutzung mit Klei n- gewerbe vorhanden. 12 Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden (ve r- gleiche Kapitel 10 Anhang 12) Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient * Altenquotient ** Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote *** Betreuungs- quote U10 **** Gymnasi- astenquote ***** insgesamt Quote 2007 11.202 60,3 29,9 16,8 3.795 38,9 1.033 55,0 141 11,0 56,1 x 1.548 29,3 Entwicklung 2007 bis '13 -110 4,0 -1,4 -0,1 -152 -1,6 -64 -1,8 74 5,9 0,2 x 7 -4,1 2013 11.092 64,3 28,5 16,7 3.643 37,3 969 53,2 215 16,9 56,3 13,0 1.555 25,2 Stadt Köln 2013 34,9 23,6 26,8 13,2 30.300 22,2 12.421 6,7 64,9 38,8 51.706 9,5 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren * Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre 2007 5.312 23,0 29,0 15,3 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Entwicklung 2007 bis '13 124 -2,1 4,6 0,2 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz 2013 5.436 20,9 33,6 15,5 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre ***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014 / 2015 Stadt Köln 2013 18,4 24,1 23,1 Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Sozialraum: Mülheim-Nord und Keupstr. SGBII Empfänger Empfänger Grundsicherung Arbeitslose Haushalte Einwohnerstruktur Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 47 Starke Veedel – Starkes Köln soziale Akteure Diverse niedrigschwellige Beratungsangebote (GAG Immobilien AG, Don Bosco Club, MÜTZE, Sozialkoordination, Kirche und weitere ), Kulturbunker mit Kulturangebot, ehrenamtliches Engagement vorhanden. Kita / Schulen 1 Grundschule im Gebiet, benachbart Genovevagymnasium und Hauptschule Tiefe n- talstraße im Sozialraum, diverse Kindertagesstätten und Familienzentren. Stabilisierungsmaßnahmen Sozial- raum- koordinati- on Christliche Sozialhilfe Köln e.V. (Maria Fichte), Sozialraum seit 2006, Koordinier ung von Prävention smaßnahmen und Hilfeangeboten, V ernetzung der unterschiedlichen Akteure, Initiieren von Maßnahmen ( Beispielsweise Stadtteilkonferenzen Mülheim - Nord und Keupstraße, Mitwirkung bei der Initiative „Hallo Nachbar - Danke schön“). Städtische Maßnah- men Sanierungsgebiet Mülheim -Nord (1982 bis 2004), Rahmenkonzept Mülheim -Nord (2001), Mülheim Pro gramm (2003 bis 2010), in Teilen Strukturförderprogramm 'MÜ L- HEIM 2020' (2009 bis 2014), Umbau der Markgrafenstraße zur Revitalisierung des Stadtteilzentrums Berliner Straße. Private Maßnah- men Umbau des Alt -Gewerbegebietes Schanzenstraße zu einem gefrag ten Medien - und Dienstleistungsstandort durch private Eigentümer. Aufwertung von Gebäude zum Beispiel Fassadensanierung an Berliner Straße durch private Eigentümer Fazit Gemischt strukturierter Sozialraum mit Wohn - und Gewerbeflächen, Konversionsfläche des ehem a- ligen Güterbahnhofs an zentraler Stelle im Sozialraum, in den Wohnquartieren überdurchschnittlich viele einkommensschwache Haushalte, sehr geringer Anteil an Gymnasiasten im gesamten Sozia l- raum, allerdings liegt die Gesamtschulquote über dem stadtweiten Durchschnitt. I n den Quartieren Keupstraße und Berliner Straße hoher Migrantenanteil, aktuell Zuwanderer aus Bulgarien, zum Teil hohe Fluktuatio n. Flüchtlingsunterbringung an drei Standorten. Hoher Migrantenanteil an Grun d- schulen. Maßnahmen insbesondere zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit, Integration von Flüchtlingen, Angebote für Jugendliche notwendig. Mobilisierung vo n privaten Akteuren unabdin g- bar, hier Arbeitskreise und Moderation weiter notwendig. Entwicklung der Konversionsfläche des Güterbahnhofs auch mit Gewinn für die umliegenden Quartiere. Kulturelles Angebot im Schanze n- viertel für die Quartiere nutzen. Verstet igung der Erfolge aus dem Strukturförderprogramm „MÜ L- HEIM 2020“ und Fortführung bestimmter Projekte (zum Beispiel Stadtteilmütter). 48 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln 7.1 Sozialraumspezifische Bestandssituation13 Der Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße ist von einer großen Vielfalt gepräg t. Er ist lebendig, gut erschlossen und liegt in direkter Nähe zum Rhein. Der Strukturwandel hat hier jedoch in den letzten Jahren und Jahrzehnten besonders tiefe Spuren hinterlassen und das Gesicht des Sozialraums und seine Bedeutung als Industriestandorte deutlich verändert. Bedeutende Unternehmen wie z um Beispiel Felten und Guilleaume, die Deutz AG oder die Deutsche Bahn AG haben ihre Standorte aufgegeben; neue Unternehmen haben sich in den letzten Jahren , insbesondere run d um die Schanzenstraße, angesiedelt. Damit sind auch neue Arbeitsplätze mit neuen Anforderungen an Qualifizierung und Ausbildung entstanden. Die notwendige schulische und berufliche Qualifizierung eines T eils der im Sozialraum l e- benden Menschen konnte mit den rasanten Strukturveränderungen jedoch nicht Schritt ha l- ten. Die tiefgreifenden Spuren des Strukturwandels machen sich auch bei der überdurc h- schnittlich hohen Arbeitslosenquote und bei anderen sozialen Indikatoren bemerkbar und stellen die Bewohnerinnen und Bewohner de r Quartiere ebenso wie die Verwaltung und die Politik vor große Herausforderungen. 7.2 Demographische, soziale und Bildungssituation Die Handlungsbedarfe im Sozialraum werden insbesondere bei kleinräumiger Betrachtung deutlich. Der Jugend - und Altenquotient liegt über dem städtischen Durchschnitt. Gleiches gilt für den Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern, die einen Migrationshintergrund au f- weisen. Die Bildungsteilhabe, die über die Gymnasialquote abgebildet wird, zeigt einen deutlich un- terdurchschnittlichen Wert. So besuchen in Sozialraum nur rund 13 Prozent der Schüleri n- nen und Schüler ein Gymnasium. Auf gesamtstädtischer Ebene liegt die Gymnasialquote bei 38,8 Prozent. Bevölkerungsstruktur Insgesamt leben rund 11.000 Personen im Sozialraum, davon rund 3.200 im Quartier Keup- straße und 7.800 im Quartier Mülheim-Nord. Zwischen 2007 und 2013 haben im Saldo110 Menschen in den Sozialraum verlassen, ein leichter Bevölkerungsrückgang ist somit zu ve r- zeichnen. Prägend für den Sozialraum ist die hohe kulturelle Vielfalt. Der Gesamtanteil von 13 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik): Die Angaben zur sozialen und demografischen Situation beziehen sich auf das Jahr 2013. Um zeitliche Entwicklungen darzustellen, wurden zudem die Werte von 2007 in den Steckbrief aufg e- nommen. (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik). Die Beschreibungen zum öffentlichen Raum entsprechen dem Stand aus dem Jahr 2015. Die Ausgangssituation zum Themenbereich Wirtschaft und Wohnen umfassen verschiedene D a- tengrundlagen: o Gewerbe- und Industrieflächen; Stand 2015 o Einzelhandel- und Zentrenkonzept, Beschäftigungssituation, Wohnungsbestand der GAG I m- mobilien AG, Anteil öffentlich geförderter Wohnungen; jeweils Stand 2013 o Kaufkraftindex; Stand 2007 o Wohnzufriedenheit: Demografie-Umfrage der Stadt Köln, 2009 o Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden im Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Freiflächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünflächenkataster und wurden in 2015 berechnet, die Berechnung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Da- ten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 49 Starke Veedel – Starkes Köln 64,3 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund liegt knapp 30 Prozentpunkte deutlich über dem städtischen Durchschnitt von rund 35 Prozent. Der Anteil der Bewohnerschaft mit Migrationshintergrund ist im Sozialraum zwischen 2007 und 2013 um rund 4 Prozentpunkte gestiegen. Der Jugendquotient liegt mit 28,5 Prozent rund 5 Prozent über dem städtischen Durchschnitt (23,6 Prozent). Bei der kleinräumigen Betra chtung zeigen insbesondere die der Hacketäuer Siedlung mit rund 47 Prozent und die Schönrather Straße (Gewerbe) mit rund 41 Prozent einen überdurchschnittlichen Einwohneranteil der unter 18 Jährigen. Der Altenquotient (Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren) liegt mit rund 17 Prozent deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 26,8 Prozent. In der G e- samtschau besteht der Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße aus jungen und migra n- tisch geprägten Quartieren. Neuzugewanderte In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um die Integration von Neuzugewanderten vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse in verschiedenen Krisen - und Kriegsregionen mit daraus resultierendem starkem Flüchtlingszustrom wieder verstärkt. Auch im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße sind nennenswerte Zuwanderungen zu ve r- zeichnen. In den Jahren 2013 und 2014 sind 840 Ausländerinnen und Ausländer, davon 243 Personen zwischen 15 und 26 Jahren, zugezogen (Gesamtstadt 8.158 Personen, davon 2.265 zwischen 15 und 26 Jahren). Die Gruppe der Neuzugewanderten ist dabei sehr het e- rogen, so dass sie spezifische Unterstützungsbedarfe bei der Integration vor Ort benötigt und damit eine Zielgruppe mit eigenen Bedarfen bildet. Zu nennen sind hier beispielsweis e Sprachförderung, Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung in Folge trauma- tischer Erlebnisse. Die Akteure vor Ort sehen sich mit der wachsenden Herausforderung konfrontiert, dass mit der Integrationsleistung in de n ohnehin durch soziale Probl emlagen betroffenen Quartieren Überlastungen und Überforderungen einhergehen . Die fachlich z u- ständigen Ämter der Stadtverwaltung setzen sich bereits intensiv mit dieser in ihrer Intensität neuen Entwicklung und Herausforderung auseinander. Sie haben im Jah r 2014 auf Grundla- ge einer weitgehenden Bedarfsanalyse einen gemeinsamen „Handlungsrahmen Zuwand e- rung“ mit einem Maßnahmenpaket entwickelt, das eng an den erhöhten Bedarfen anknüpft. Dabei wird auch außerhalb des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ a uf die bisher i- gen Erfahrungen aufgebaut. So wurden im Rahmen von MÜLHEIM 2020 gute Erfahrungen mit dem Sprachförderprojekt DemeK (Deutsch in mehrsprachigen Klassen) gemacht. Haushaltsstruktur Der Anteil der Haushalte im Sozialraum ist zwischen 2007 und 2013 um 124 Haushalte auf 5.436 angestiegen. Die Haushaltsstruktur zeigt einen höheren Anteil an Familienhaushalten (Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße 20,9 Prozent; Stadt Köln 18,4 Prozent). Deutlich über dem städtischen Durchschnitt von gut 24 Prozent liegt der Anteil der Haushalte mit al- leinerziehenden Elternteilen mit 33,6 Prozent. Der Anteil der Seniorenhaushalte im Sozia l- raum liegt mit rund 16 Prozent unterhalb des städtischen Durschnitts von gut 23 Prozent. Sozialstruktur Ein Blick auf die Sozialstruktur zeigt einen erheblichen Handlungsbedarf im Sozialraum Mül- heim-Nord und Keupstraße erkennbar sind. So weicht der Ante il der Transferbezieherinnen und -bezieher im Sozialraum mit mehr als 24 Prozentpunkte deutlich vom städtischen 50 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Durchschnitt ab (Sozialraum 37,3 Prozent, Stadt Köln 13,2 Prozent). Bei der Betrachtung der Entwicklung der SBG -II-Empfängerinnen und Empfänger konnte zw ischen 2007 und 2013 ein leichter Rückgang von rund 1,6 Prozent verzeichnet werden. Die soziale Benachteiligung zeigt sich auch bei kleinteiliger Betrachtung, da die Gruppe der Kinder unter 15 Jahren einen hohen Anteil im SGB II -Bezug ausmacht. So beziehen rund 969 Kindere unter 15 Jahren SBG-II Leistungen. Das sind 53,2 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe im Sozialraum. In der Stadt Köln sind es durchschnittlich nur etwa 22 Prozent. Auch die Quote der Grundsich e- rungsempfängerinnen und -empfänger bestätigt den großen Handlungsbedarf . Während der Anteil von Personen mi t Bezug von SGB II sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern und Jugendlichen leicht rückläufig ist, nimmt der Anteil der Seniorinnen und Seni o- ren ab 65 Jahren mit Bezug von Grundsicherung zu und liegt deutlich über dem stadtweiten Durchschnitt (Stadt Köln 6,7 Prozent, Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße 16,9 Pro- zent). Diese Problemlagen finden sich insbesondere in den Quartieren Mülheim-Keupstraße (15,9 Prozent) , Mülheim Berliner Straße (15,7 Prozent) und besonders in der Hacketäuer Siedlung (27,2 Prozent). Die Wahlbeteiligung an der Kommunalwahl 2014 und auch an der Wahl der Oberbürge r- meisterin 2015 zeigt ein geringeres Interesse an einer gesellschaftspolitischen Teilhabe. So haben im Stadtteil Mülheim 39,6 Prozent der Wahlberechtigten an der Kommunalwahl 2014 teilgenommen. Die Wahlbeteiligung auf gesamtstädtischer Ebene lag mit 49,7 Prozent deutlich höher. Bei der Betrachtung der Wahl der Oberbürgermeisterin 2015 fällt das Erge b- nis noch deutlicher aus. Lag die Wahlbeteiligung der Gesamtstadt bei 40,3 Prozent, so gi n- gen im Stadtteil Mülheim nur 30,4 Prozent der Wahlberechtigten an die Wahlurnen. Diese Analyseergebnisse sind ein Indikator für unzureichende Teilhabe(chancen) und dafür, dass den aktivierenden Unterstützungsangeboten im Bereich Prävention, Bildung und Quali- fizierung eine hohe Bedeutung zu kommt. Diese Unterstützungsangebote bilden durch eine niedrigschwellige Willkommensstruktur – auch in Verbindung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlage für die Entwicklung von Kooperat ionspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskette. Sie eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „Regelsy s- tem“ und unterstützende Angebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind. Soziale Infrastruktur Im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße sind bereits eine Vielzahl von Angeboten etabliert, auf die mit diesem Programm aufgebaut wird. Zu nennen sind insbesondere: im Bereich der Regelangebote der Bildungs - und sozialen Infrastruktur: Kindertages- einrichtungen, Familienzentr um, Grundschulen, weiterführende Schulen, Jugendan- gebote, Interkulturelle Zentren, Integrationszentrum, Angebote für Menschen mit B e- hinderung, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Begegnungszentrum, Bürgerzentrum, Integrationsagentur, Kulturinstitut, Interimsstandort Theater , Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte sowie Ergänzungsangebote im Bereich der Sozialberatung, Lebensmittelausgabe, Kultur- und Freizeitangebote, Wohnungslosenhilfe, Beschäftigungsangebote, Kinde r- betreuungsservice Im Sozialraum kann auf verschiedene Angebote und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur aufgebaut werden. Seit 1990 existiert das Bürgerhaus MüTZe. In unmittelbarer Nähe gibt es den Kulturbunker Mülheim. Der Betreiberverein entwickelt mit seinen soziokulturellen Leis- tungen Angebote für den gesamten Stadtbezirk, während sich das Bürgerhaus MüTZe auf die sozialen Problemlagen des Stadtteils Mülheim -Nord fokussiert. Hervorzuheben ist dar- über hinaus, dass es im Sozialraum vier Obdachlosen- und Flüchtlingsheime gibt. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 51 Starke Veedel – Starkes Köln Von den Akteuren vor Ort werden allerdings Defizite in den Bereichen Bildung und Ausbi l- dung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesehen. So sind weiterhin früh ansetzende Hilfen für Kinder; Jugendliche und Familien zur Stabilisierung d es Sozialraumes erforderlich. Zwar wurden mit dem Programm MÜLHEIM 2020 erste Ansätze verankert. In s- besondere wurden Schulen in die Lage versetzt als Institutionen besser lernen zu können, indem ihre Organisation verbessert wurde. Ebenso wurden die Vernetzung von Akteuren und die Gestaltung von Bildungsprozessen angeschoben, die an den Kompetenzen von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern ansetzten. Auch im Übergang von der Schule in den Beruf konnten über MÜLHEIM 2020 erste Erfolge verzeichnet werden. Dar auf aufbauend sind nun weitere Bildungsmaßnahmen und Maßnahmen der frühen Förderung im Rahmen der For t- schreibung des Strukturförderprogramms geplant, die sich auf Förderung, Bildung, Ausbi l- dung und berufliche Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und junge n Erwachsenen und ihren Familien mit und ohne Migrationshintergrund beziehen. 7.3 Situation des öffentlichen Raums Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es , durch die Verbesserung des öffentlichen Raumes und die Gestaltung des unmittelbareren Wohnumfeldes, le bendige, bunte und generation s- gerechte Quartiere für und mit den Kölnerinnen und Kölner zu schaffen. Dies umfasst auch die Inwertsetzung bislang untergenutzter Flächen. Durch eine qualitätsvolle und zugangso f- fene Gestaltung des öffentlichen Raumes soll auch soziale Ausgrenzung vermieden und a b- gebaut werden. Insbesondere für einkommen sschwächere Haushalte stellt aufgrund ihrer geringeren Mobilität das unmittelbare Wohnumfeld einen zentralen Bezugspunkt dar. Der öffentliche Raum in Mülheim-Nord und Keupstraße ist durch die gemischte Struktur aus Wohn- und Gewerbeflächen geprägt. Zum Teil bestehen Mängel in der Vernetzung von Fl ä- chen und bei den Wegeverbindungen. So stellt die Aktivierung der angrenzenden Brachfl ä- chen des ehemaligen Güterbahnhofs mit der Öffnung des Gewerbegebietes zum Sozialraum und der Verbindung zu der Stadtbahnhaltestelle Keupstraße eine Möglichkeit dar, die innere Vernetzung der unterschiedlichen Räume zu begünstigen. Im Rahmen des Strukturförderprogramms MÜLH EIM 2020 wurden bereits wesentliche Ver- besserungen im öffentlichen Raum erzielt. So wurde die Aufenthaltsqualität des Marktplatzes an der Berliner Straße durch eine funktionale Neua ufteilung verbessert und durch einen neuen Spielplatz zu einem Quartierspla tz aufgewertet. Auch die Berliner Straße wurde u m- gestaltet. Die Fahrbahn zeigt nach dem Umbau eine Breite von 6,20 m statt 9,50 m und ist somit stärker auf den Fußgängerverkehr ausgerichtet. Mit knapp 4,80 m Gehwegbreite und begleitendem Längsparken zwisch en Bäumen entstand eine attraktive Vorzone für die L a- denlokale, die auch Außengastronomie und Verkaufsauslagen zulässt. Mit der Aufhebung des bisherigen Rechtsabbiegers aus der Berliner Straße wurde diese verbreiterte Gehfläche ohne Unterbrechung an die Fu ßgängerquerung des Clevischen Ringes herangeführt, was die Verknüpfung mit dem gegenüberliegenden Böcking-Park und dem Rheinquartier deutlich verbessert. Bislang wenig Beachtung fand die Gestaltung der öffentlichen Flächen de s Sied- lungsbereiches Rixdorfer Straße im Quartier „Mülheim - Berliner Straße“. Ebenso gibt es Schwächen und Mindernutzungen im Bereich der privaten Freiräume im Quartier „Hacketäu- er Siedlung“. Wohnumfeld Die Wohnbereiche des Sozialraums sind bereits vollständig verkehrsberuhigt. Eine B efra- gung Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Wohnumfeld im Pr o- grammgebiet aus dem Jahr 2009 zeigt, dass lediglich knapp 30 Prozent der Bewohnerschaft 52 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln mit ihrem direkten Wohnumfeld sehr zufrieden bzw. zufrieden ist. Dabei handelt es s ich um den niedrigsten Zufriedenheitsanteil im Vergl eich der elf Sozialräume. Auch in der Gesam t- stadt liegt die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld bei gut 70 Prozent und damit deutlich hö- her. Es ist jedoch davo n auszugehen, dass sich dieser Zufriedenheitsw ert durch die Ma ß- nahmen von MÜLHEIM 2020 deutlich erhöht hat. Seit dem Umbau der Berliner Straße als Geschäftsstraße ist eine verstärkte Aktivität privater Hauseigentümer zu beobachten, die ihre Gebäude aufwerten bzw. energetisch sanieren. Begegnungsräume Räume zur Begegnung sind im Sozialraum vorhanden. Insbesondere ist hier das Bürgerhaus Mütze mit unterschiedlichen Angeboten aktiv. Unter dem Leitgedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ engagiert sich der Trägerverein „Mülheimer Selbsthilfe Teestube e.V.“ mit niedrigschwelligen Angeboten im sozialen und kulturellen Bereich für die (sozialbenachteiligten) Bewohnerinnen und Bewohner . Neben Konzerten und Theateraufführungen finden Sozialberatungen und eine Lebensmittelausgabe statt. Das hauseigene Café bietet kosten günstig Frühstück und Mittagessen an. Gleichzeitig fördert der Biergarten am Bürgerpark den Austausch im Qua r- tier und die soziale Kontrolle für den neugestalteten Park. Darüber hinaus betreibt die Mütze ein Möbellager für gebraucht Möbel und trägt durch di e dort verankerten Arbeitsgelegenhe i- ten zur Verbesserung der Beschäftigungssituation bei. Ein weiterer Begegnungsraum ist der Kulturbunker am Marktplatz. Der Angebotsschwerpunk liegt im Bereich Tanz, Theater, Lesungen, Kunstveranstaltungen, Kabarett und Comedy. Der Betreiberverein arbeitet ehrenamtlich. Spiel- und Bewegungsräume Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters - und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorie n- tierten sportlichen Angeboten dringend erforderlich. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich aufg rund feh- lender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell ausgewiesenen Flächen , was immer wieder zu Konflikten führen kann. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt niederschwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Ausgrenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Im Mülheim-Nord bestehen vier und im Quartier Keupstraße zwei Spielplätze. Aufgrund des erhöhten Jugendquotienten von rund 2 9 Prozent (im Vergleich Stad t Köln 24 Prozent) b e- steht ein B edarf zur Erweiterung des Angebots. Als Potenzialfläch e wird hier die Weiteren t- wicklung des Spielplatzes an der Rixdorfer Straße gesehen. Mobilität Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist über die Stadtbahnlinie 4 sowie diverse Buslinien gewährleistet. Auch die Verbindung zur Autobahn für den Motor i- sierten Individualverkehr (MIV) über die Anschlussstellen Köln -Mülheim und Köln -Dellbrück ist gut. Der Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße weist im Modal Split einen Radverkehrsanteil von rund 8 Prozent auf und liegt damit deutli ch unter dem Durchschnitt im Stadtgebiet Köln von 12 Prozent . Handlungsbedarfe bestehen somit im Ausbau der Fahrradwegeverbindu n- gen innerhalb des Sozialraumes. Im Rahmen der Aktivierung der Brachfläche Güterbahnhof Mülheim ist der Bau einer Radwegeverbindung östlich der Markgrafenstraße vorgesehen. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 53 Starke Veedel – Starkes Köln 7.4 Wirtschaftliche Situation Gewerbe und Industrie Der Sozialraum weist im Vergleich zu anderen Gebieten einen hohen Anteil an Gewerbe - und Industrieflächen auf (insgesamt 71,3 ha: 34,3 ha Gewerbe - und 37 ha Industrieflächen). Hierzu zählen die Gewerbe - und Industriegebiete Mülheim -Nord im Süden, Schönrather Straße im Norden und Neurather Straße im Nordosten. Das erfolgreich restrukturierte Alt - Gewerbegebiet Mülheim -Nord ist vorrangig von Dienstleistungs - und Medien betrieben g e- kennzeichnet. Hierzu zählen unter anderem der Bastei Lübbe Verlag oder auch die Brainpool TV GmbH. Das Gewerbe - und Industriegebiet Schönrather Straße wird unter anderem von BASF Color Solutions Germany GmbH und der Curt Richter GmbH (Transport logistik / Che- mie) genutzt. In den 1960er Jahren wurde das Gewerbe- und Industriegebiet Neurather Ring entwickelt, in dem ein Flüchtlingsheim angesiedelt ist. Beschäftigungssituation Die Beschäftigungssituation der Bewohnerinnen und Bewohner im Sozialraum zeigt die nied- rigste Quote der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Vergleich der Sozialräume und im Vergleich zur Gesamtstadt (Sozialraum: 37,5 Prozent, Stadt Köln: 52,1 Prozent) . Al- lerdings erhöhte sich der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe i m Zeitraum von 2007 bis 2013 um 10 Prozent, liegt damit aber rund 4 Prozentpunkte unterhalb der gesamtstädtischen Ent- wicklung. Bei detaillierter Betrachtung wird deutlich, dass der Anteil der sozialversicherung s- pflichtig beschäftigten Frauen (Sozial raum 31,6 Prozent; Stadt Köln 49,1 Prozent) deutlich unter dem städtischen Durchschnitt liegt , während die Beschäftigungsquote der Personen unter 25 Jahren mit 25,8 Prozent sich dem städtischen Durchschnitt von 29,8 Prozent annä- hert. Auch die Quote der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländerinnen und Aus- länder liegt mit 29,7 Prozent ebenfalls unterhalb der Quote der Gesamt stadt von 38,3 Pro- zent. Im Vergleich zur gesamtstädtischen Entwicklung liegt die Quote der Langzeitarbeitslosen mit weniger als 2 Prozentpunkte nur leicht über dem städtischen Durchschnitt (Sozialraum 45,1 Prozent, Stadt Köln: 43,6 Prozent). Bei der Betrachtung der Veränderungen zwischen 2007 bis 2013 schneidet der Sozialraum jedoch mit einer Zunahme der Langzeitarbeitslo sen von plus 1,3 Prozent deutlich schlechter ab als die Entwicklung in der Stadt Köln, die einen Rückgang der Langzeitarbeitslosen von 0,7 Prozent aufweist. In Verbindung mit dem hohen Anteil an Arbeitslosen (rund 25 Prozent) und Leistungsbezie- henden (rund 37 Prozent) zeigen sich im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Bedarfe im Qualifizierungsbereich. Insgesamt benötigen viele Bewohnerinnen und Bewohner z u- nächst heranführende, niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Das Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 verf olgte im Handlungsfeld Lokale Ökonomie unter anderem den Schwerpunkt der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit. Hier lag der Fokus auf der Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen und Frauen. Es wurden deutlich mehr Personen in Beschäftigung vermittelt als ursprünglich prognostiziert. So konnten über das Projekt „Jobfactory-Aktiv plus“ 115 Langzeitarbeitslose in eine sozialversicherungspflich- tige Beschäftigung vermittelt. Die Vermittlungsquote lag damit bei rund 32 Prozent. Über 1.000 Unternehmen wurden angesprochen, um Arbeits - und Praktikumsplätze zu akquiri e- ren. Im Projekt „Frau und Beruf“, eine auf die Wiedereingliederung von Frauen in den A r- beitsmarkt nach der Familienpause ausgerichtete Maßnahme, konnten 106 Frauen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden. Die Vermittlungsquote lag demnach ebenfalls bei 32 Prozent. Der Schlüssel zum Erfolg beider Projekte lag in der z u- gehenden Beratung, die individuell auf die Teilnehmenden zugeschnitten war. Trotzdem zei- 54 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln gen die Beschäft igungszahlen weiterhin einen Bedarf für eine Beschäftigungsförderung zur Integration von Bewohnergruppen in den Arbeitsmarkt. Versorgung Die Berliner Straße stellt sich als gewachsenes Stadtteilzentrum mit verdichteter, teilweise gründerzeitlicher Bebauung mit einer Länge von rund 750m in Mülheim -Nord dar. Es ve r- sorgt die Quartiere Mülheim -Nord, Böcking-Siedlung, Bruder Klaus Siedlung und die Sie d- lung Neurath. Der dichteste Geschäftsbesatz liegt im südlichen Abschnitt zwischen Clev i- schem Ring und Von-Sparr-Straße (hier befindet sich auch der Wochenmarkt). Im nördlichen Abschnitt lockert der Ladenbesatz auf und bietet vorrangig Dienstleistungsangebote. Insge- samt zeigt das Stadtteilzentrum Berliner Straße keine wesentlichen Angebotslücken. Alle r- dings ist seit 1990 eine deutliche Abnahme der Betriebsanzahl, insbesondere im Einzelhan- del (rund 14 Prozent) sowie im Gastgewerbe, zu beobachten. Die Keupstraße erfüllt die Funktion eines Stadtteilzentrums und versorgt die Quartiere Keu p- straße, Mülheimer Stadtg arten und das Gewerbegebiet Schanzenstraße. Auf einer Länge von rund 550 m verläuft das Stadtteilzentrum zwischen Stadtbahntrasse und Bergisch Gla d- bacher Straße. Es bildet eine kleinteilige, dichte Geschäftsstruktur mit weitgehend geschlo s- senen Ladenfronten. Der Angebotsschwerpunkt liegt im Bereich der Gastronomie mit einem vielseitigen Angebot mit teilweise überregionaler Ausstrahlung (türkisch -orientalische Re s- taurants). Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der sonstigen und der konsumnahen Dienstleistungen ebenfalls häufig mit ethnischem Hintergrund. Insgesamt ist die Nahversorgung im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße gut. In quali- tativer Hinsicht bestehen Defizite in der Versorgung in Mülheim -Nord. Das Stadtteilzentrum entlang der Keupstraße z eichnet sich durch einen Ladenbesatz mit überwiegend türkischer Prägung aus. Hier finde t sich neben dem Einzelhandel als auch ein umfängliches gastron o- misches Angebot. 7.5 Wohnsituation Gebäudestruktur und -Zustand Der Sozialraum ist , insbesondere im Bereich Schanzenstraße, durch die Mischung aus Wohnen und Gewerbe geprägt. Die Wohngebäude stammen überwiegend aus der Gründe r- zeit vor 1920 und sind zum größten Anteil Mehrfamilienhäuser. Der Gebäudebestand zeigt einen heterogenen Erhaltungszustand. Dabei ist insbesondere in den letzten beiden Jahren eine zunehmende Sanierungsaktivität privater Hauseigentümer im Bereich der Berliner Str a- ße zu beobachten. Auch hat die GAG Immobilien AG ihren Gebäudebestand in der Hack e- täuer Siedlung aufgewert et und energetisch saniert. Andere Quartiere zeigen im Gegenzug einen mehrheitlich unsanierten Zustand. Aufgrund der gründerzeitlichen Bausubstanz und der innenstadtnahen Lage werden vor Ort weitere Aufwertungspotenziale gesehen und z u- nehmend die Befürchtu ng einer einsetzenden Verdrängung der ansässigen Bevölkerung artikuliert. Eigentümerstruktur Die Eigentümerstruktur ist unter anderem durch einen hohen Anteil an Einzeleigentümern geprägt. Der Wohnungsbestand des städtischen Tochterunternehmens GAG Immob ilien AG ist mit rund 800 Wohneinheiten vergleichsweise gering, so dass die Handlungsmöglichkeiten als Partner vor Ort eingeschränkt sind. Im Sozialraum müssen dementsprechend andere Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 55 Starke Veedel – Starkes Köln Formen der Eigentümeransprache und Mobilisierungsmöglichkeiten geschaffen werden (zum Beispiel Anreizinstrumente zur Behebung des Sanierungsstaus). Öffentlich geförderter Wohnungsbau Mit 8,5 Prozent liegt der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen leicht über dem städt i- schen Durchschnitt von 7,4 Prozent. Wohnzufriedenheit In der Demografie -Umfrage 2009 wurde die Bewohnerschaft hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung und dem Wohnumfeld befragt. Hier zeigt sich, dass die Bewo h- nerschaft überwiegend mit ihrer Wohnung zufrieden ist. Im Sozialr aum geben rund 80 Pr o- zent der Bewohnerschaft an mit ihrer Wohnung zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu sein . Ein Werte, der leicht über dem städtischen Durchschnitt liegt. Die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld ist hingegen deutlich geringer als der städti sche Durchschnitt. Lediglich jeder Dritte gab an, mit dem Wohnumfeld zufrieden zu sein. Erste Maßnahmen mit dem Ziel der Wohnumfeldverbesserung wurden im Rahmen von „MÜLHEIM 2020“ umgesetzt. Bei einer Aktualisierung der Befragung ist daher von einem deutlich positiveren Ergebnis auszugehen. 7.6 Ökologische und klimatische Situation Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklung sind der Klimaschutz sowie der Erhalt beziehungsweise die Förderung guter Umweltbedingungen von zentraler Bedeutung. Insbe- sondere Städte sind durch ihren hohen Versiegelungsgrad sowie höhere Umweltbelastungen durch Verkehr und Industrie besonders von den Klimafolgen, wie zum Beispiel Hitzeperi o- den, aber auch von schlechten Umweltbedingungen, wie mangelnde Grün - und Erholungs- flächen, Lärm- oder Luftschadstoffbelastung betroffen14. Die kombinierte Betrachtungsweise von ökologischen, klimatischen sowie sozialen und g e- sundheitlichen Aspekten wird in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt unter dem Stic h- wort „Umweltgerechtigkeit“ 15 diskutiert. Im Vordergrund des Ansatzes steht dabei das pr ä- ventive Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden und zu b e- seitigen. Die Betrachtung erfolgt auch im Zusammenhang mit der „Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen“ und dem damit verbunden integrativen Ansatz zum Abbau von sozi a- len Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Stadtquartieren. Grün- und Freiflächen Der Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße verfügt über wenige Grünflächen und Spiel- plätze. Die Grün - und Erholungsflächenversorgung hat mit 2,8 m² je Einwohnerin und Ei n- wohner den zweitniedrigsten Wert unter den elf Sozialräumen. Zieht man die Fläche in e i- 14 Die im Folgenden durchgeführten flächenbezogenen Analysen und Berechnungen beziehen sich ausschließlich auf bewohnte Stadtquartiere. Größere Gewerbe- oder Grünflächen wurden aus der Berechnung herausgenom- men, um die Werte nicht zu verzerren. 15 „Umweltgerechtigkeit“ wird als normatives Leitbild verstanden, das auf die Vermeidung und den Abbau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewährleistung eines sozi- alräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen ausgerichtet ist.“ Böhme, C., Preuß, Th. u. C. Bunge (2014): Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Erfolgsfaktoren für eine Implementierung im kommunalen Handeln. Umid 2, S. 5-10, S. 6. 56 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln nem Umkreis von 500 m hinzu, hat dieses Gebiet die geringste Versorgung mit Grün - und Erholungsflächen. Die Zahl der Straßenbäume in Mülheim-Nord und Keupstraße ist mit 44,8 Bäumen je Straßenkilometer hingegen überdurchschnittlich. Lärm- und Schadstoffbelastung In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die Hauptquelle der Luftemission der Straße n- verkehr. Kritische Belastungen werden im Wesentlichen für die Luftschadstoffe Feinstaub und Stickstoffoxide festgestellt 16. Der Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße liegt ledig- lich im südlichen Randbereich in der 2008 eingeführten und 2012 erweiterten Umweltzone. Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zentrales Umweltproblem dar. Bei der hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet, sondern nur solche Bereiche, die erhebliche Belastungen aufweisen. Zumeist wurd e bei den nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU- Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte Bezug genommen 17. Gegenstand dieser Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehrslärm sowie durch Industri eanlagen und große Hafenanlagen ausgelöster Lärm. In Screeningberechnungen für den Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße wurden b e- züglich der Schadstoffbelastungen drei Straßen als Schwerpunkte der Schadstoffbelastung ermittelt, an denen sich überwiegend hohe Lärmbelastungen durch Straßenverkehr ergeben. Die Bergisch Gladbacher Straße zwischen Keupstraße und Bahnunterführung an der Carl s- werkstraße, die Berliner Straße zwischen Clevischem Ring und Markgrafenstraße sowie der Clevische Ring zwischen Bergisch Gladbacher Straße und Von-Sparr-Straße, mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Markgrafenstraße und Langemaß. Durch eine Messstation am Cl e- vischen Ring, die südlich an den Sozialraum angrenzt, wird eine dauerhaft hohe Sticksto ffdi- oxidbelastung mit Jahresmittelwerten deutlich über dem Grenzwert nachgewiesen. Stadtklima Durch eine systematische Untersuchung des Kölner Stadtklimas wird deutlich, dass es z u- künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nicht mehr aufzuhal- tenden Klimawandel anzupassen. Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der klimatischen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) und zum anderen aus der Sensitivität der dortigen Stadtbewohnerinnen und -bewohner. So löst zum Beispiel eine hohe Wärmebelastung je nach Anteil der anfälligen Personengruppe über 65 Jahre (Sensitivität) eine intensive Betroffenheit eines Stadtteils aus. Die Zahl der Sommer tage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Ve r- gleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage (über 30 Grad) kann sich verdoppeln. In den dicht bebauten Stadt- quartieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnte durch Entsiegelung und Bepflanzung von gepflasterten und bet o- 16 Erläuterungen zur Erhebung von Luftqualität und Schadstoffbelastung können dem Kapitel 10 Anhang 9 entnommen werden. 17 Erläuterungen zur Erhebung von Lärmbelastungen nach EU-Umgebungslärmrichtlinie können dem Kapitel 10 Anhang 10 entnommen werden. Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 57 Starke Veedel – Starkes Köln nierten Stellplätzen, Höfen, Vorgärten oder Garagenauffahrten eine Abmilderung der klimati- schen Belastungen erfolgen. Der Sozialraum Mühlheim-Nord und Keupstraße ist prognostisch durch eine vergleichsweise hohe Wärmebelastung gekennzeichnet. Klimaaktive Flächen sind im Sozialraum nicht vo r- handen. Alle Einwohnerinnen und Einwohner leben in zukünftig von Wärmebelastung b e- troffenen Gebieten. Rund 62 Prozent leben in belasteten und 37 Prozent sogar in hoch b e- lasteten Gebieten. Somit zeigen der Klimawandel und die Zun ahme an Tagen mit hohen Temperaturen negative Auswirkungen im Sozialraum . Hitzeperioden können zu höheren Sterberaten und das wärmere Stadtklima zu erhöhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken führen. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hi tze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung und -aufnahme unterlassen werden. Demnach sind frühzeitig Maßnahmen zum richtigen Umgang mit Hit ze, insbesondere für die Bevölkerungsgruppen der (Klein-) Kinder sowie der älteren und g e- sundheitlich eingeschränkten Menschen, einzuleiten. Abbildung 6: Übersichtskarte zur Lärm -, Schadstoff- und Wärmebelastung im Sozial- raum Mülheim-Nord und Keupstraße Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt 58 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 59 Starke Veedel – Starkes Köln 8. Festlegung des Gebiets der „Sozialen Stadt“ Mülheim-Nord und Keupstraße Mit dem Integrierten Handlungskonzept für den Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße werden Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung von sozialen Missständen nach § 171 e BauGB „Maßnahmen der Sozialen Stadt“ vorgesehen. Soziale Missstände liegen nach § 171 e BauGB insbesondere dann vor, wenn ein Gebiet auf Grund der Zusammense t- zung und wirtschaftlichen Situation der darin lebenden und arbeitenden Menschen erheblich benachteiligt ist. Der geplante Einsatz staatlicher Städtebauförderungsmittel erfordert im Rahmen des Pr o- gramms „Soziale Stadt“ eine Festlegung und räumliche Abgrenzung der einzelnen Sozia l- räume jeweils als Gebiet der „Sozialen Stadt“ nach § 171 e BauGB durch den Rat der Stadt Köln. Im Zusammenhang mit dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 hat der Rat am 24.11.2011 bereits ein Gebiet der „Sozialen Stadt“ Mülheim beschlossen. Dieses umfasst unter anderem den Sozialraum Mülheim-Nord und keupstraße . Damit entfällt hier die No t- wendigkeit zur Neufestlegung eines „Soziale Stadt“- Gebietes. Unmittelbare finanzielle Auswirkungen ergeben sich aus dieser Festlegung gemäß § 171 e BauGB nicht. Sie ist als einer sogenannten „Fördergebietskulisse“ vielmehr eine Vorausse t- zung für die Inanspruchnahme von Fördermitteln insbesondere des Bundes. 60 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Karte 8: Gebiet der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 61 Starke Veedel – Starkes Köln 9. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße deutliche Handlungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg , wobei die heterogene Ausgangssitu a- tion im Sozialraum beachtet werden muss. Tabelle 2 : Stärken-Schwächen-Analyse und Ableitung der Handlungsbedarfe im Soz i- alraum Mülheim-Nord und Keupstraße Ist-Analyse Stärken Herausforderungen Handlungsbedarf Demographi- sche, soziale und Bi l- dungs- situation Ausgeprägte kult u- relle Vielfalt Niedrigschwellige Beratungsangebote sowie soziale Ei n- richtungen vorha n- den Ehrenamtliches Engagement Aktivierungsprobleme Hoher Anteil an SGB II Bezieherinnen und Bezi e- hern und Arbeitslosen Deutlich steigende Alters- armut Hohe interkulturelle Durchmischung birgt Ko n- fliktpotenziale Optimierung präventiver integrie r- ter Angebotsstrukturen mit L ü- ckenschluss, speziell für Kinder und Jugendliche Aktivierung und Empowerment, vor allem von SGB II Bezieheri n- nen und Beziehern sowie Lan g- zeitarbeitslosen Verbesserung und Sicherung der Teilhabechancen, auch von Ält e- ren Verbesserter Zugang zu Bi l- dungsangeboten Wirtschaft und Wohnen Gut erschlossene Gewerbegebiete Medien- und Kre a- tivwirtschaft in der Schanzenstraße Fehlende qualitative Na h- versorgung in Mülheim - Nord Sehr hohe Quote arbeitsl o- ser junger Menschen unter 25 Jahren Fehlende Beratungsang e- bote für Kleinhändler und Einzelhändler zu u nter an- derem betriebswirtschaftli- chen Themen Optimierung der Angebots - und Informationsstrukturen für junge Erwachsene im Übergang zur Ausbildung und Beruf Aktive, aufsuchende Ansprache der vor O rt ansässigen Unterneh- men (Optimierung der Beratung s- leistungen zum Beispiel Einzel- handel) Ökologische / klimatische Situation Benachbarter Na h- erholungsbereich Rheinufer Kleinere Spielfl ä- chen vorhanden Hohes Defizit in der Grü n- flächenversorgung, kaum Grün- und Freiflächen Hohe Versiegelung Mangel an Wegeverbi n- dungen Hohe Wärme -, Lärm - und Luftschadstoffbelastung Spiel- und Bewegungsräume schaffen Informations- und Beratungsa n- gebote zum Klimawandel schaffen 62 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Ist- Analyse Stärken Herausforderungen Handlungsbedarf Öffentlicher Raum Gute Verkehrsanbi n- dung Begegnungsräume vorhanden Aufwertungsprozes- se durch „MÜLHEIM 2020“ begonnen Verbesserungen durch Bewohnerakt i- onen z um Beispiel zur Müllproblematik Kreatives Potenzial im Quartier (Scha u- spielhaus und Schanzenstraße) Mängel im Wohnumfeld, insbesondere der Wohng e- biete „Mülheim -Berliner- Straße“, „Rixdorfer Straße“ Mindernutzung bei privaten Freiräumen im Quartier „Hacketäuer Siedlung“ Ausbau vorhandener Begegnun g- sorte Maßnahmen zur Wohnumfeldve r- besserung (Müllprob lematik) for t- führen beziehungsweise auswei- ten Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 63 Starke Veedel – Starkes Köln 10. Ziele und Handlungsfelder Die Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 basiert auf den Zielen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“, die somit auch eine Gültigkeit für die Sozialrä u- me Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße entfalten. Den Rahmen dafür bildet das im Aufruf des Landes Nordrhein-Westfalen vom 10.02.2015 „Starke Quartie- re – starke Menschen“ enthaltene Ziel der nachhaltigen Quartiersentwicklung sowie der B e- kämpfung von Armut und Ausgrenzung. Die Landesregierung Nordrhein -Westfalens „…will die Armutsvorbeugung und die Entwicklung von Präventi onsketten unterstützen, mit denen die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht, Hilfen insbesondere im Lebens - und Sozialraum der Menschen angeboten und die Lebenslagen berücksichtigt werden. Dabei soll insbeso n- dere die frühzeitige Förderung von Kindern und Familien in den Blick genommen werden“18. Die im Aufruf des Landes enthaltenen Ziele, die in der Bestandsanalyse identifizierten Stä r- ken und Herausforderungen sowie die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe bilden die Grundlage für die Fortschreibung von MÜLHEIM 2020 im Rahmen des Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“. Daher wird folgendes Leitziel festgelegt: „Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“ Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an die vom Stadtvorstand beschlossenen „Europa -2020-Strategie“ der Stadt Köln an und gibt die langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor. Die Operationalisierung des Leitziels für die strategische und für die operative Ebene erfolgt durch einen Top -Down-Ansatz. Die sich aus der Stärken -Schwächen-Analyse ergebenden Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und -prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben des Leitziels des Programms gespiegelt, so dass sich im Ergebnis folgende fünf Handlung s- felder, die das Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben: 1. Früh ansetzende Hilfen 2. Wirtschaft und Qualifizierung 3. Wohnen 4. Öffentlicher Raum 5. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen und operativen Ziele erarbeitet werden konnten, wurden die aus dem Aufruf vorgegebenen Querschnittsziele, die für das gesamte Programm gelten und beachtet werden müssen, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei han- delt es sich um folgende Ziele: Gleichstellung von Männern und Frauen Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barrierefreiheit) Nachhaltigkeit Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um zwei weitere ergänzt, näm lich um das Ziel „Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung“ sowie das Ziel „Sozialraumorientierte Stadtentwic k- lung“. Dabei geht es um die Frage, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus unter B e- 18 vergleiche Aufruf des Landes Nordrhein-Westfalen vom 10.02.2015, Seite 4 64 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln teiligung der dort aktiven Akteure und lebenden Menschen erfolg en kann. Ziel ist, die sozia l- raumorientierte Ausrichtung des Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei den Akte u- ren und den unterschiedlichen Zielgruppen in den Sozialräumen zu verankern. Der Zielgru p- penbezug steht dabei im Mittelpunkt des Handelns. D ie Umsetzung dieser Querschnittsziele im Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung und berücksichtigt gleichzeitig alle Querschnittsziele des Aufrufs. Insb e- sondere die Nachhaltigkeit wird durch die akt ivierende und teilnehmende Form der Stad t- entwicklung gefördert. Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfelder strategische Ziele festgelegt. Sie beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fünf Handlungsfeldern erreicht werden soll. Tabelle 3: Handlungsfelder und Strategische Ziele Nr. Handlungsfeld Strategische Ziele 1 Früh ansetzende Hilfen Verbesserte Bildungsstrukturen und erhöhtes (Aus -) Bi l- dungsniveau Verbesserte gesundheitliche Situation 2 Wirtschaft und Qualifizi e- rung Gefestigte und verbesserte Erwerbsfähigkeit sowie erhöhte Erwerbstätigkeit Strukturell verbesserte wirtschaftliche Situation 3 Wohnen Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn - und Lebensumfeld Gefestigte und gestärkte Wohnfunktion 4 Öffentlicher Raum Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn - und Lebensumfeld 5 Umweltgerechtigkeit - Kli- maschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn - und Lebensumfeld Umweltgerechteres und klimaangepasstes Leben Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Um die strategischen Ziele für die Entwicklung von Maßnahmen zu operationalisieren, wu r- den insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie können nicht trennscharf für die einzelnen Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfalten. Die strategischen Ziele hingegen können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn - und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden. Deshalb sind die operativen Ziele im Zielsystem mehreren Handlungsfeldern zugeordnet (vergleiche Abbildung 11). Besonders deutlich wird der integrative Ansatz bei den Han d- lungsfeldern „Frü h ansetzende Hilfen“ und „Wirtschaft und Qualifizierung“. Hier wirken die operativen Ziele in der Regel in beiden Handlungsfeldern. Dies entspricht dem Ziel, im Sozi- alraum Meschenich und Rondorf eine Präventionskette aufzubauen. Ähnliche starke Zielwi r- kungszusammenhänge sind auch bei den Handlungsfeldern „Öffentlicher Raum“ und „U m- weltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung“ festzustellen. Die op e- rativen Ziele dieser beiden Handlungsfelder wirken darüber hinaus auch noch im Handlungs- feld „Wohnen“. Um die festgelegten Ziele erreichen zu können, wurden Maßnahmen für die Handlungsfelder entwickelt, die einen Beitrag zur Zielerreichung leisten. Die Zielfestlegung wird in der au s- Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 65 Starke Veedel – Starkes Köln führlichen Maßnahmenbeschreibung deutlich. Zusätzlich werden Ziele für jede konkrete Maßnahme definiert, deren Erreichung durch festgelegte Indikatoren über ein Controlling gemessen wird. Sowohl die maßnahmenbezogenen Ziele als auch die entsprechende Z u- ordnung der Maßnahmen zu den operativen Zielen sind in den Maßna hmenbeschreibungen dokumentiert. Die Entwicklung des Zielsystems erfolgte in Abstimmung mit den involvierten Fachämtern . Damit sind alle relevanten fachlichen Anforderungen in der Strategie - und Zieldiskussion berücksichtigt. Das Zielsystem bildet den Konsens für die zukünftige Entwicklung des Sozial- raumes und ist damit Grundlage für alle notwendigen im Integrierten Handlungskonzept en t- haltenen Maßnahmen. Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich das folgende Zielsys- tem (vergleiche Abbildung 7). Die für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße vor- gesehenen Maßnahmen bilden entsprechend der örtlichen Bedarfssituation einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des IHKs (vergleiche Abbildungen 8 und 9). Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlungsbedarfe werden nicht in jedem Soz i- alraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die folgende n Übersichten verdeutlichen, zu welchen operativen Zielen die Handlungsansätze in Buchheim und Buchf orst sowie in Mü l- heim-Nord und Keupstraße einen besonderen Beitrag liefern (grün hervorgehoben). 66 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 67 Starke Veedel – Starkes Köln Abbildung 7 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 68 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 69 Starke Veedel – Starkes Köln 10.1 Bezug zum Zielsystem Die für den Sozialraum Buchheim und Buchforst vorgesehenen Maßnahmen bilden einen Beitrag zur Erreichu ng der Ziele des Programms . Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlungsbedarfe werden nicht in jedem Sozialraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt . Die folgen- de Übersicht verdeutlicht, zu welchen operativen Zielen die Handlungsansätze in Buchheim und Buchforst einen besonderen Beitrag liefern (grün hervorgehoben). Abbildung 8: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele im Sozialraum Buchheim und Buchforst Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 70 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 71 Starke Veedel – Starkes Köln Die für den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße vorgesehenen Maßnahmen bilden einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Programms. Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlungsbedarfe werden nicht in jedem Sozialraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die folgende Übersicht verdeutlicht, zu welchen operativen Zielen die Handlungsansätze in Mülheim-Nord und Keupstraße einen besonderen Beitrag liefern (grün hervorgehoben). Abbildung 9: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 72 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 73 Starke Veedel – Starkes Köln 11. Maßnahmen für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim- Nord und Keupstraße Abgeleitet von der Stärken -Schwächen-Analyse und den sich daraus ergebenden Han d- lungsbedarfen, liegen die Schwerpunkte der Maßnahmen bei der Fortführung des Pr o- gramms MÜLHEIM 2020 im Bereich der Prävention. 11.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette Bei allen ausgewählten Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde darauf geachtet, dass nur solche vorgeschlagen werden, die einen Beitrag zur Prävention s- kette leisten und bestehende Lücken schließen. Unter der kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote verstanden werden, die biografi sch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen von Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die einzelnen Schnittstellen im Hilfesystem zu legen. Diese Übergänge gilt es unter besonderer Beachtung der Bedarfe der Bewohnerinnen und Bewohner zu gestalten. Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrachtung. So werden beispielweise die im Rahmen der Bedarfsanalyse festgestellten Unterstützungsnotwendigkeiten für Kinder und Jugendliche in den Maßnahmen zu früh ansetzenden Hilfen berücksichtigt, die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren wird unter anderem durch die Aktivierungsmaßnahme wie „Zuhause im Veedel“ (Projekt Nummer 5.0.2) unterstützt. Bereits bestehende Präventionsansätze In der Stadt Köln gibt es bereits eine Vielzahl an Präventionsangeboten für Kinder und J u- gendliche. Diese reichen von der Kindertagesbetreuung der unter 3-Jährigen über die Offene Ganztagsschule im Primarbereich bis hin zu weiterführenden gebundenen Ganztagsschulen. In diesen Bereichen hat die Stadt Köln in den vergangenen Jahren erhebliche , auch finanzi- elle Anstrengungen unternommen mit dem Ziel, die Betreuungsquote deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus verfügt die Stadt Köln über umfassende Hilf esysteme in verschiedenen Handlungsfeldern (zum Beispiel Weiterbildung / Grundbildung, Arbeitsmarkt- und Beschäfti- gungsförderung, Freizeit, Integrations -, Gesundheits- und Sportförderung), die sich an ve r- schiedene Zielgruppen richten (Kinder und Jugendlich e, Familien, kranke und behinderte Menschen, Seniorinnen und Senioren, Flüchtlinge und Zuwanderer, Arbeitslose, Wohnung s- lose und vom Wohnungsverlust bedrohte Menschen, Leistungsempfängerinnen und Lei s- tungsempfänger, Eltern und Alleinerziehende). Die bestehenden Hilfesysteme sind durchweg präventiv ausgerichtet. Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: 1. Es wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern. 2. Die Stadt Köln kommt der zentralen Maxime städtischer Armutsbekämpfung in einem sozialräumlichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandeln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bildung, Jugend und Sport “ nach und fördert gerade solche Einric h- tungen und Angebote noch einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen verbesserte Bildungs - und Entwicklungschancen e r- öffnen. 74 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Mit Blick auf die Präventionskette lässt sich f esthalten, dass es in der Stadt Köln eine Vie l- zahl guter Ansätze gibt. Das über die entsprechende Bundesinitiative in Köln etablierte „Netzwerk frühe Hilfen“ mit seinen Kinderwillkommensbesuchen und Familienhebammen kann als das erste Glied der kommunalen Präventionskette der Stadt Köln angesehen we r- den. Das in Köln umgesetzte Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ stellt einen weiteren Baustein im Wirkungsbereich des Übergangs von der Schule in den Beruf dar. In Köln werden des Weiteren die Baustei ne „Kindertagesbetreuung – Familienzentren, plu s- KITA, Sprachförderung“ und „Ganztagsschulen – Offene Ganztagsschulen im Primarbereich und gebundene Ganztagsschulen im Sekundarbereich“ stark akzentuiert, zum einen in ihrer Breitenwirkung für alle Kölner Elt ern und Kinder, zum anderen „in der Tiefe“ zur Verbess e- rung von Bildungschancen in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts - und Bildungsrisiko. Schulsozialarbeit wird – wie angeführt – (als knappes Gut) insbesondere nach Kriterien der sozialen Benachteiligung, der Inklusion und der Integration eingesetzt. Auch im Arbeitsfeld „Senioren“ ist die Präventionskette seit langem etabliert. Wichtige Ke t- tenglieder sind beispielsweise: offene Mitmach -Angebote in Bürgerzentren und Seniore n- Netzwerken, Informationsarbeit über das Monatsmagazin „KölnerLeben“ oder eine Informati- onskarte („rote Info -Karte“) für alle neun Stadtbezirke mit allen wichtigen Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Seniorinnen und Senioren, verschiedene Fo r- men der Beratung, Angebote in der Wohnung, Entlastungsangebote für pflegende Angehöri- ge, Stationäre Hilfen sowie Hospize. Die Kettenglieder vernetzen sich an sogenannten „Ru n- den Tischen“ in den Bezirken. Hier besteht jedoch ein Intensivierungsbedarf. Dem Thema Gesundheit als Grundl age für Bildungschancen sowie sozialer und beruflicher Teilhabe wird in Köln ebenfalls ein hoher Stellenwert eingeräumt. So gibt es ein differenzie r- tes Angebot an Gesundheitsförderung und ein sehr breit aufgestelltes ambulantes und stat i- onäres Versorgungssystem. Die Stadt Köln begleitet und unterstützt seit Jahren kontinuie r- lich die Weiterentwicklung sowie die Abstimmung und Evaluation der Gesundheitsförderpr o- jekte in Köln, unter anderem im Rahmen der kommunalen Gesundheitskonferenz sowie in ressortübergreifender Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit mit anderen Schwerpunkten wie Kinder und Jugendhilfe, Schule, Soziales, Seniorinnen und Senioren. Bei Kindern wird zum Beispiel „Gruppenprophylaxe“ für die Zahngesundheit in Kindertageseinrichtungen und Schulen v om Kinder - und Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes im Auftrag des „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ durchgeführt. Darüber hinaus wurden von der Stadt Köln, dort wo an Nahtstellen zum Versorgungssystem Lücken auftreten, sozialko m- pensatorische Angebote eingerichtet, wie beispielsweise im Rahmen der oben erwähnten Frühen Hilfen. Diese Angebote sind niedrigschwellig konzipiert und erreichen gezielt auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Darüber hinaus gibt es bedarfsorientiert Einric h- tungen für Erwachsene wie beispielsweise sozialpsychiatrische Angebote, Suchtberatung s- stellen und Präventionsangebote für Seniorinnen und Senioren. Trotz dieses bereits engmaschig angelegten Systems der Gesundheitsförderung leben in Köln Menschen, die davon noch nicht erreicht werden und daher gezielt Angebote wie zug e- hende Hilfen oder Gesundheitslotsen benötigen, um mit dieser Unterstützung der Weg in das System der Gesundheitsförderung und -versorgung und zu dem für sie geeigneten Angebot zu finden. Im Ber eich der Arbeitsmarktintegration bestehen vielfältige Angebote für die unterschiedl i- chen Zielgruppen, die immer wieder überprüft und an die veränderten Bedarfslagen ange- passt werden. Neue Beratungsansätze des Jobcenters Köln wie zum Beispiel der „Work First Ansatz“ bei „befit4job“, einem 6 -wöchigen Intensivprogramm für Jugendliche und junge E r- wachsene, sozialraumorientierte Beratung wie bei „U25 Hotspot Chorweiler“ oder das U25 - Angebot „moDUle“ bieten Jugendlichen individuelle Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Integration in den Ausbildungs - oder Arbeitsmarkt. Weitere beispielhafte Angebote für J u- gendliche sind die Jugendbüros, die Fachberatung, Joblinge, die Joblotsen U25 und ein Ei n- Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 75 Starke Veedel – Starkes Köln gliederungscoaching. Zudem setzt jeder der Jobcenter -Standorte in den Stadtbezirken auf Netzwerkarbeit im Sozialraum, um die Jugendlichen dort bestmöglich zu erreichen. Dabei geht es neben der Integration in den Arbeitsmarkt auch um soziale Integration. Für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden spezifische Beratungsa ngebote und Ma ß- nahmen vorgehalten, zum Beispiel „Alleinerziehende im Aufbruch“, Umschulungsbegleitung, Projekte für alleinerziehende Migrantinnen sowie das Projekt ‚NAVI‘ (Nachhaltige Aktivi e- rung-Vermittlung-Integration) für Erziehende. Für Langzeitleistungsbeziehende mit multiplen Vermittlungshemmnissen ( zum Beispiel feh- lende Qualifikation, gesundheitliche oder familiäre Probleme, fehlende Motivation) gibt es weitere, zum Teil sehr niedrigschwellige Angebote, die eng mit den kommunalen Einglied e- rungsleistungen nach § 16a SGB II verbunden sind. Das ganze Bündel der Maßnahmen wird individuell und passgenau genutzt und je nach B e- darf auf längere Zeit als Förderkette angelegt, um die Integrationsfähigkeit schrittweis zu verbessern mit dem Ziel, die Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu überwinden. Entwicklung einer Gesamtstrategie für eine kommunale Präventionskette Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventionsbereich ist die Armut insbesondere bei Kindern, Jugendlichen sowie Seniorinnen und Senioren in den Sozialräumen weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die bislang auf - und ausgebauten präventiven Hilfsange bote ha- ben offenbar Lücken, die mit dem vorliegenden Integrierten Handlungskonzept „Starke Ve e- del – Starkes Köln“ geschlossen werden sollen. Tabelle 4 zeigt die zentralen Bausteine der Kölner Präventionskette, untergliedert nach Zielgruppen, zentralen Hand lungsfeldern, wichti- gen Partnern, Angebotsstrukturen und Lücken, auf. 76 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Tabelle 4: Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 0 bis 3 (Kita) Gesunde Ki n- der, Frühe Förderung Familie, Famil i- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Frühe Hilfen, Clearin g- stelle - Gesunde Z u- kunft für Kinder in Köln, Jusch, Familie n- hebamme, KiWi, Hilfen zur Erziehung, Frühförderung, Kita U-3, Sprachliche En t- wicklung Prävention durch Information, Erreic h- barkeit der Zielgru p- pen, Sprach -und Ku l- turmittler 3 bis 6 (Kita) Altersgerechte Entwicklung, Förderung der Erziehungs- kompetenz Familie, Famil i- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Kindertagesstätten, Frühe Bildung, Sprachförderung, Übergang Kita / Grundschule, Hilfen zur Erziehung, Sch u- leingangsuntersu- chung Prävention durch Information, Erreic h- barkeit der Zielgru p- pen, Sprach -und K ul- turmittler 6 bis 10 (Grund- schule) Erfolgreicher Bildungsteil- habe, G e- sundheitser- ziehung, g e- sundheitliche Teilhabe Familie, Schule, OGS, Jugen d- amt, Freizeittr ä- ger, Gesun d- heitsamt Schuleingangsunter- suchung, Sprachförd e- rung, Elternmitwirkung in der Schule, Über- gang Grundschule Sek I, Hilfen zur Erziehung, Gesunde Ernährung, Lernpaten (intergen e- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adress a- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und Gesundheitsförde- rung, Sp rach- und Kulturmittler 10 bis 16 (Sek. I) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und E r- weiterung der Teilhabe- chancen Familie, Schule, OGS, Jugen d- amt, Freizeittr ä- ger Elternmitwirkung in der Schule, Hilfen zur E r- ziehung, Freizeitang e- bote, Suchtprävention, Berufswahlorientie- rung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung, Lernpaten (intergen e- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adress a- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtprävent i- on, Sprach - und Ku l- turmittler 16 bis 19 (Sek. II) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und E r- weiterung der Teilhabechan- cen Familie, Schule, Jugendamt, Freizeitträger, Soziale lokale Netzwerke Zusammenarbeit Schule / Eltern, Hilfen zur Erziehung, Fre i- zeitangebote, Such t- prävention, Beruf s- wahlorientierung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung Prävention durch Information, adress a- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter a n- derem Suchtprävent i- on, Sprach- und Ku l- turmittler Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 77 Starke Veedel – Starkes Köln Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 19 bis 34 (ju n- ges Erwac h- senenalter) Übergang Schule / Beruf, Berufsausbil- dung, Studium und Einstieg in den Beruf, Familiengrün- dung, Ge- sundheitsför- derung Schule, KAoA, Kammern, Loka- le Ökonomie, Weiterbildungs- träger, Jobce n- ter Bildungsberatung, KAoA, Praktikum, du a- le Ausbildung, IHK, HWK, Berufsbezogene Sprachförderung, Grundbildungsträger, Bürgerzentren Prävention durch Information, Grund- bildung, Ausbildungs - Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stä r- kung soziale Netzwe r- ke, gesundheitliche Prävention 34 bis 65 (E r- wachsenenal- ter, Familien - phase) Förderung der Erziehungs- kompetenz, Erwerbstätig- keit, Leben s- langes Lernen Jobcenter, Qu a- lifizierungsträ- ger, Familie n- zentren, Weite r- bildungsträger, Arbeitslosen- zentren, Schuldnerbera- tung Bildungsberatung, Beschäftigungs- förderung, Qualifizi e- rungsträger, Gesun d- heitsförderung, Bü r- gerzentren Grundbildung, Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stä r- kung soziale Netzwe r- ke, Aktivierung / E m- powerment, Erzi e- hungshilfen, gesun d- heitliche Prävention 65 bis 80 (R u- hestand) Bürgerschaftli- ches Eng a- gement, Ku l- tur, Sport, Bildung, Fre i- zeit, Gesun d- heit Diverse Diens t- leister im Qua r- tier, Familie/ Nachbarschaft, Anbieter von Sport, Kultur, Bildung, G e- sundheit, Ber a- tung, Informat i- on Soziale Netzwerke, Freizeitträger, Gesundheitsförderung, Lebenslanges Lernen, Barrierefreiheit, Begegnungsräume, SeniorenNetzwerke, VHS, Bürgerzentren, Selbsthilfegruppen, Initiativen, Projekte, Seniorenberatung Prävention durch Information, Soziale Netzwerke, altersg e- rechte Lern - und Gesundheitsförde- rung, Intergenerative Win-Win Strukturen, gesundheitliche Pr ä- vention, Prävention für mobilitätseinge- schränkte Menschen, Menschen mit ge rin- ger Rente / Transfe r- einkommen und a n- ders teilhabe - eingeschränkter Me n- schen, Steuerung und Vernetzung der Pr ä- ventionskette 80 und älter Selbständiges Leben mit Unterstützung, Pflege/ G e- sundheit, Tei l- habe Familie, Nac h- barschaft, Kra n- ken- und Pfl e- gekassen, Amt für Soziales und Senioren, Woh l- fahrtsverbände und andere Dienstleister, Gesundheits- system Haushaltsnahe Diens t- leistung, häusliche Pflege, Seniorenber a- tung/Pflegeberatung/ Wohnraumanpas- sungsberatung und andere Dienst - leistungen zum sel b- ständigen Leben, g e- rontopsychiatrische Beratung Prävention für hau s- gebundene und pfl e- gebedürftige Menschen, Steuerung und Vernetzung der Präventionskette Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 78 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Bislang fehlt eine konsequente, ganzheitliche Analyse möglicher Lücken beziehungsweise Optimierungsbedarfe in der Präventionskette und die Etablierung einer kommunalen G e- samtstrategie. Die vorangestellten Beispiele zeigen, dass sich durch das Trägerengagement im Verbund mit den Angeboten des Regelsyst ems ein starkes Angebotsprofil entwickeln las- sen kann. Hierfür sollen die Voraussetzungen geschaffen werden. Durch eine Neuorientierung der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrennt erbrachte Leistungen und Angebote aufeinander abgestimmt und koord iniert werden. Ziel ist es eine durchgängige Förderung und Unterstützung zu gestalten, bei denen die einzelnen Angebote sinnvoll miteinander verknüpft und Wirkungszusammenhänge aufgezeigt werden können – unabhängig davon, wer sie erbringt. Hierzu gehören unter anderem: Präventive Leistungen im Bereich der Frühen Hilfen Unterstützungen im Übergang Schule und Beruf Beratungsleistungen für Familien Präventive Angebote in den Bereichen Sport und Freizeit Gesundheitsförderung, zum Beispiel Angebote für Menschen mit Sucherkrankung und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen oder Ernährung Unterstützung und Aktivierung von Seniorinnen und Senioren zum Beispiel Seniore n- netzwerke Verbesserung der Integration Beschäftigungsförderung Abbildung 10 zeigt die Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln sowie die einzubindenden Akteure. Ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen der bestehenden Ansätze der Kölner Präve n- tionskette wird in den Bereichen der „Bildungsberatung“ beziehungsweise al lgemein im B e- reich der niedrigschwelligen, zugehenden Unterstützungsleistungen für Eltern gesehen. Di e- se sind in Verbindung mit Grundbildungs - und Alphabetisierungsangeboten für Eltern bezi e- hungsweise Erwachsene sowie in den Bereichen einer proaktiven offe nen Kinder- und Ju- gendarbeit, der Gestaltung offen zugänglicher, attraktiver Sport -, Spiel- und Bewegungsräu- me sowie der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren zu sehen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Qualifizierung und Professionalisierung des Systems, mit denen das armuts- sensible und präventiv wirkende Denken und Handeln von Fachkräften in Bildungsinstituti o- nen verstärkt werden soll. Die Idee besteht darin, im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ systema- tisch-strukturbildende Schwerpunkte zu setzen und Einzelmaßnahmen, die sich wechselse i- tig ergänzen, entsprechend zu „clustern“. Die benannten, neu als Bausteine der Prävent i- onskette zu qualifizierenden Themen „Bildungsberatung“, „Jugendarbeit“, „Sport und Bew e- gung“ und „Qualifizi erung“ haben grundsätzlich das Potenzial, die Präventionskette insg e- samt engmaschiger zu weben und gewinnbringend weiter zu entwickeln, da die Altersgru p- pen und Bildungssettings übergreifend wirken können. Die Entwicklung dieser Präventionsstrategie soll - ausgehend von den Bedürfnissen der B e- wohnerinnen und Bewohner - als Prozess gestaltet werden. Für die dafür erforderliche Akt i- vierung der Bewohnerschaft im Programmgebiet sind im Programm „Starke Veedel – Star- kes Köln“ mehrere Maßnahmenvorschläge in vers chiedenen Handlungsfeldern enthalten. Sie können für den anstehenden Prozess der sozialraumorientierten integrierten Stadten t- wicklung genutzt werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um einen Paradigmenwechsel Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 79 Starke Veedel – Starkes Köln in der Stadtentwicklung, der darin besteht, die Stadt weniger aus der Angebotsperspektive zu entwickeln, sondern vielmehr die Sozialräume und die darin lebenden Menschen sowie die Akteure in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Diese Veränderung des Blickwinkels kommt auch in dem Beschluss des S tadtvorstandes der Stadt Köln vom 17.03.2015 zum Ausdruck, mit dem die sozialräumliche Ausrichtung des Verwaltungshandelns als Han d- lungsmaxime für die Verwaltung festgelegt wurde. Ausblick Nach Auskunft der Koordinierungsstelle beim Ministerium für Fami lie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein -Westfalen stehen die Weiterführung und Ausweitung des Landesprogramms „Kein Kind zurück lassen! Kommunen in NRW beugen vor“ (Kekiz) in einer zweiten Phase unmittelbar bevor. Mit Beschluss vom 26.04 .2016 befürwortet der Stadtvorstand eine Teilnahme der Stadt Köln an der geplanten zweiten Phase von Kekiz und sieht die Vorbereitung einer Bewerbung auf den etwa zur Jahresmitte erwarteten Aufruf des Landes vor. Damit das Programm in Köln mit Rückenwind u nd Verbindlichkeit starten kön n- te, wird parallel die Erstellung einer Beschlussvorlage für den Rat der Stadt Köln vorbereitet. Abbildung 10: Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 80 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln 11.2 Maßnahmen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Maßnahmen in den Sozialräumen Buc h- heim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße. Eine detailliertere Maßnahmenbe- schreibung findet sich in den folgenden Maßnahmenblättern Tabelle 5: Übersicht der Maßnahmen in den Sozial räumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Nummer Maßnahme 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung in den Sozialräumen Buchheim und Buch- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Nummer Maßnahme 1.0.5 Integration auch von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit / Streetwork in den So- zialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 1.0.7 Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit Köln in den Sozialräumen Buch- heim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Ju- gendintegrationskursen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Pe r- spektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialrä u- men; hier in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keu p- straße 1.0.17 Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteileltern in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Gan z- tags in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 1.0.21 Ferienschulen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 81 Starke Veedel – Starkes Köln Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Nummer Maßnahme 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln in den Sozialräumen Buchheim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße „Wuppertalerstraße / Stegwiese“ und „Rixdorfer Straße“ 2.5.5 Ein Platz an der Herler Straße in Buchheim 2.5.6 Umgestaltung der Frankfurter Straße in Buchheim Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung Nummer Maßnahme 3.0.7 Kölner Veedelscenter (KVC) in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße 3.0.8 „Wirtschaftskoordinator“ Vernetzung und Stärkung der lokalen Unternehmerschaft in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Nummer Maßnahme 4.0.2 Offen für Regen „Grüne Höfe, grüne Plätze“ in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn - und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölk e- rung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 4.0.6 Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs / Umweltsensitive Verkehrssteuerung in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Veedel und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufen t- haltsqualität in den Projekträumen 4.0.10 Stärkung bzw. Erweiterung des Schulgartenangebotes in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Handlungsfeld 5: Wohnen Nummer Maßnahme 5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 82 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 83 Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Laufende Nummer 0.0.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung in den S o- zialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße bilden den nord -östlichsten Bereich der Sozia l- räume Kölns. Sie zeigen eine heterogene Struktur. So sind die Quartiere Mülheim-Nord und Keupstraße durch eine gründerzeit- liche Bebauung gepr ägt, während Buchforst dem Leitbild der baulichen Sachlichkeit der 1920er Jahre folgt und Buchheim e i- ne bauliche Geschoss - und Einfamilienhausstruktur der Nac h- kriegszeit aufweist. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund liegt im Durchschnitt bei 57,5 Prozent und damit deutlich über dem städ- tischen Durchschnitt von 34,9 Prozent. Auch die Zahlen der SGB-II Empfangenden liegen in den Sozialräumen mit durc h- schnittlich 30,6 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der städt i- sche Durchschnitt von 13,2 Proz ent. Es ist daher davon ausz u- gehen, dass auch soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut, Verschuldung und gegebenenfalls Suchtprobleme in den Sozia l- räumen eine Rolle spielen. Der Blick auf die Sozialstruktur zeigt eine geringe Perspektive zur Teilhabe d er Bewohnerschaft. Es wird deutlich, dass in Buchheim und Buchforst sowie in Mülheim -Nord und Keupstr a- ße Unterstützungs- und Beratungsangeboten nach wie vor eine hohe Bedeutung zukommt. Die Aktivierung der Bewohnerschaft spielt bei der Verantwortung für be ide Sozialräume als Ganzes und für das Wohnumfeld im engeren Sinn eine wichtige Rolle. Hier konnten bereits erste Erfahrungen durch den Verfügung s- fonds MÜLHEIM 2020 und das Umweltbildungsprojekt „Hallo Nachbar, danke schön!“, das in einem Projektgebiet in Mülheim- Nord rund um die Berliner Straße, den Marktplatz und den Bü r- gerpark durchgeführt wurde, gute Ergebnisse erzielt werden. Trotzdem stellt die Aktivierung und Teilhabe der Bewohnerschaft eine große Herausforderung dar, der mit niederschwelligen A n- geboten zu begegnen ist. Eine positivere Imagebildung für die Sozialräume ist für die Entwicklung Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße unabdingbar. In beiden Sozialräumen besteht bereits ein vielseitiges Hilfesy s- tem, welches unmittelbar en tlastende Auswirkungen auf die Quartiersentwicklung nimmt. In Teilbereichen mangelt es jedoch an einem lückenlosen Schnittstellenmanagement, welches im Rahmen des integrierten Ansatzes und einer Vielzahl von akt i- vierenden Prozessen von hoher Bedeutung ist. 84 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Schnittstelle zur Sozialraumkoordination: Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006 in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes sozialraumori- entiertes Handlungskonzept verfolgt. Die Sozialraumkoordinatoren sind organisatorisch bei den Bü r- gerämtern angebunden. Mit der Koordination in den Sozialrä u- men sind zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erfolgt in städtischer Trägerschaft. Diese arbeiten nach den method i- schen Prinzipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orien tie- rung an den Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nutzung der Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Ressourcen des Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, E i- geninitiative und Teilhabe, 4. Erschließung von zusätzlichen e x- ternen Ressou rcen, 5. Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansätze, 6. Kooperation und Vernetzung der Aktivitäten und A n- gebote im Sozialraum. Die Sozialraumkoordination nimmt seit Jahren erfolgreich eine aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeite t aktiv an der S i- cherung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen. Die Umsetzung des Maßnahmenprogramm s „Starke Veedel – Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann durch die elf vorhand e- nen Sozialraumkoordinatorinnen beziehungsweise Sozialraum- koordinatoren nicht zusätz lich geleistet werden. Durch das Pr o- gramm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koo r- dinierungs- und Abstimmungsaufwand. Die Akzeptanz und I m- plementierung des Handlungsprogramms kann in den Sozia l- räumen aber nur gelingen, wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm sensibilisiert werden und Zugangsstrukt u- ren genutzt werden. Die Maßnahme „Büro für Quartiersm a- nagement und Aktivierung“ soll in enger Abstimmung mit den Sozialraumkoordinationen die Umsetzung des Maßnahmenpr o- grammes sichern. Zum einen in den spezifischen Themenbere i- chen – hier insbesondere der Aufbau von Präventionsketten – sowie zum anderen bei Bedarf – seien dies problematische Wohnquartiere und Nachbarschaften oder auch notleidende Einkaufsstraßen. Die wesentlichen Aufgaben d es Quartiermanagements zur U m- setzung des Programms sind demnach in enger Abstimmung mit der Sozialraumkoordination und den institutionellen Akteuren vor Ort. Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an diesen Punkten an und ist somit optima l auf die Bedürfnisse der Sozialräume ausgerichtet. In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei- tung, der Sozialraumkoordination und der Programmsteuerung „Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit Blick auf die umz u- setzenden Maßnahmen um weitere Akteure ergänzt wird. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 85 Starke Veedel – Starkes Köln Bürgeramtsleitung Steuerungsfunktion Sozialraumkoordination Programmsteuerung Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslagen an. Die Maßnahme geht der Frage nach, wie erfolgreich Stadten t- wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Fakt o- ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden we r- den können. Entsprechend dieser viel schichtigen Fragestellung, setzt sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ aus fünf unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen: Quartiersmanagement Verfügungsfonds Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement Öffentlichkeitsarbeit Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfel d- pflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung. Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ bündelt diese Projektbausteine unter einem Dach, die jeweils darauf a b- zielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozialraumorie n- tierten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet die Aktivi e- rung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der weiteren ortsansässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Qua r- tiersmanagement und Aktivierung“. Die genannten Projektbaustei ne mit hohem aktivierendem Ch a- rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Vernetzung, die durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersmanag e- ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird eine gemei n- same räumliche Verortung vorgenommen. Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für sich als inhal t- lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschiedlichen Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maßna h- 86 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln menumsetzung wird jedoch vorausgesetzt, dass eine enge Z u- sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbausteinen erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Projektbaustein: Quartiersmanagement Im Rahmen des Integrierten Handlungsprogramms „Starke Ve e- del – Starkes Köln“ sind für Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstr aße eine Reihe von Maßnahmen g e- plant, die einen neuen und zusätzlichen Koordinierungsaufwand für die Sozialräume auslösen, der durch die schon bestehenden Strukturen nicht gedeckt werden kann. Das Quartiersmanag e- ment übernimmt die Aufgabe, die maßnahmenums etzenden Träger in Abstimmung mit der Sozialraumkoordination bei den Zugängen zu den Zielgruppen und bei der Akquise der Teilne h- menden im Sinne eines „One -face-to the -customer“ zu unte r- stützen. Darüber hinaus stellt das Quartiersmanagement die Vernetzung der Maßnahmen sicher. Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für alle Belange des sozialraumbezogenen Programms und bildet die Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal vero r- tete Kommunikationsdrehscheibe und Informationsverm ittlung. Es sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen Akteure für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vo r- handenen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des Integrierten Handlungsprogramms. Neben der Ansprache der Bewohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch zentraler Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure sein. Insb e- sondere mit Blick auf die Initiierung einer aktiven Eigent ü- merstruktur zur Verbesserung der Wohnsituation in den Sozia l- räumen wird die Ansprache und Mobilisierung der Wohnungse i- gentümer eine weitere Aufgabe der Quartiersmanager darste l- len. Mit Blick auf die heterogene Bebauungs - und Eigent ü- merstruktur bestehen vielfältige Möglichkeiten für Aufwertung s- maßnahmen an den Gebäudefassaden und für Maßnah men zur Entsiegelung und Begrünung von Häusern und (Innen -)Höfen, zum Beispiel über das geplante Haus -, Hof- und Fassadenpro- gramm. Im Projektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Qua r- tiersmanagement unterstützend und begleitend mitwirken, die Maßnahme „Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird ebenfalls durch das Quartiersmanagement unterstützt. Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am Gesamtpr o- gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgabenfeld des Quartiersmanagements darstellen. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorgesehen ist. Projektbaustein: Verfügungsfonds Der Verfügungsfonds bietet eine finanzielle Unterstützung für die Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 87 Starke Veedel – Starkes Köln Umsetzung von Projekti deen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße. Bewohn e- rinnen und Bewohner, Träger vor Ort sowie Vereine, Arbeit s- gruppen und –kreise und andere können Anträge für die Förd e- rung von Projektideen beantragen. Voraussetzung i st dabei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zu den Sozialräumen haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. Mit Hilfe des Ve r- fügungsfonds soll somit das bürgerschaftliche Engagement m o- bilisiert werden. Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaul ichen Maßnah- men in den Sozialräumen zu flankieren und die Beteiligungspr o- zesse vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsma ß- nahmen wie Malwettbewerbe zur Gestaltung des Spielplatzes (Maßnahme 2.0.4) oder Nachbarschaftsfeste und Begegnung s- tage zur M ieter- und Eigentümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen konkrete Bezüge zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Die Richtlinien des Verfügungsfonds werden de m- entsprechend ausgestaltet. Im Rahmen des Verfügungsfonds – ein niedrigschwelliges Akt i- vierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagement be i- spielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner sowie weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung zum Verf ü- gungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorstellung zu unterstützen. Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das in den Sozia l- räumen verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivi e- rung zu stellen. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätzliche Förderfähigkeit geprüft und dann in enger A b- stimmung mit der Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf priorisiert. Hierfür wird durch das Quartiersmanag e- ment eine Arbeitsgruppe zur fachlichen (Vor-)Bewertung der An- träge eingerichtet. Die letztendliche Beschlussfassung von Fö r- deranträgen erfolgt durch einen Veedelsbeirat, der als Entsche i- dungsgremium für den betreffenden Sozialraum einzurichten ist. Die operative Abwicklung des Verfügungsfonds erfolgt in A r- beitsteilung zwischen dem Quartiersmanagement und der zen t- ralen Koordinierungsste lle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstellen - management Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stad t- entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht d a- bei zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umsetzung des Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung. Diese umfasst die Analyse der lokalen Akteurs - und Angebots- struktur, die Ableitung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen von Schnittstellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt die detaillierte Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wi s- sensmanagement (laufende Bereitstellung der Informationen für 88 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln alle Akteure in den Sozialräumen). Im Rahmen des Projektbausteins „Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement“ zeigt das Quartiersmanagement die Zugänge zu den ortsansässigen Akteuren auf und benennt A n- gebote und Systeme. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorgesehen ist. Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedlichen Instrume n- ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusammen. Es wird ein Strategie - und Kommunikationskonzept zur Öffentlic h- keitsarbeit und zur „Vermar ktung“ des sozialraumbezogenen Programms erarbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Th e- men Beteiligung, Mitwirkung und Aktivierung. Ziel ist es die u n- terschiedlichen Zielgruppen niederschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür erforderlich en Instrumente zu entw i- ckeln. Darüber hinaus wird auf die klassischen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit zurückgegriffen, um die Inhalte der For t- schreibung des Programms MÜLHEIM 2020 zu kommunizieren. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorgesehen ist. Projektbaustein: Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung Ziel des Projekts ist es, Bewohnerinnen und Bewohner in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße zu motivieren, aktiv bei der Pflege und Instandha l- tung ihres Lebensraums mitzuwirken. Die Sozialräume sollen erkennbar sauberer und gepflegter, das nachbarschaftliche Mi t- einander gestärkt und die Integration von Migrantinnen und Mi g- ranten gefördert werden. Hierzu bedarf es zunächst einer Änd e- rung vorhandener Einstellungen und Verhaltensweisen. Zielgruppe des Vorhabens ist die gesamte Bewohnerschaft der Sozialräume, wobei ein zielgrupp engenauer Zuschnitt der durchzuführenden Maßnahmen als Schlüssel zum Erfolg ang e- sehen wird. In dem Bemühen, das Bewusstsein zu verändern und bürgerschaftliches Engagement zu fördern, konzentriert sich das Projekt auf folgende Arbeitsbereiche: Eine kontinu ierliche zielgruppengenaue Öffentlichkeitsa r- beit Nachhaltige umweltpädagogische Maßnahmen in örtl i- chen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 89 Starke Veedel – Starkes Köln Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt in enger Abstimmung mit der Sozialrau mkoordination sowie in sorgfältiger Auswertung von Synergiepotentialen, die sich in der Zusammenarbeit mit jenen Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel - Starkes Köln“ eröffnen, die komplementäre Zielsetzu n- gen aufweisen. Für die Erbri ngung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorgesehen ist. Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestellt. Die Maßnahme kommt insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohn e- rinnen und Bewohnern in beiden Sozialräumen zugute. Aber auch die Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche Institut i- onen auf kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und – koordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteure und Intere s- sensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen. Ziele Projektbaustein: Quartiersmanagement Querschnittsziel Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Leben s- räume Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewohnerschaft der Sozialräume zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen. Es handelt sich um eine niedrigschwellige und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teilhabe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die Maßnahmen der Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 die Verantwortung der Bewohnerinnen und B e- wohner sowie weiterer Akteure für das „eigene“ Veedel langfri s- tig zu stärken, zu stabilisieren und selbsttragende Strukturen auszubauen. Darüber hinaus werden folgende Ziele verfolgt: Koordination und Bündelung der im Rahmen vorgeseh e- nen Bewohnerbeteiligungen und –aktivierungen sowie weiterer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Sozia l- raumkoordination Intensivierung des nachbarschaftliche n, bürgerschaftl i- chen und ehrenamtlichen Engagements durch den Verf ü- gungsfonds Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der A k- teure in den Sozialräumen in Bezug auf die Fortführung des Programms MÜLHEIM 2020 und des Integrierten Gesamtprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ve r- ankerten Maßnahmen 90 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Projektbaustein: Verfügungsfonds Querschnittsziel Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Projektziel Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Bewo h- nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure der Sozia l- räume aktiv in die Quartiersentwicklung einzubeziehen. Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaftl i- chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engag e- ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzung e i- ner Vielzahl von kleinen Projekten und Maßnahmen soll zur Verbesserung des Miteinanders in den Sozialräumen führen. Forciert werden soll insbesondere eine Verbess e- rung in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Bürgerschaft der Sozialräume sowie eine Stärkung der Kooperation der Akteure untereinander. Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen - management“ Querschnittsziel Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziel In den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße werden bereits eine Vielzahl an Aktiv itäten und Maßnahmen wirksam, stehen in der Praxis aber oftmals zu stark nebeneinander. Mit dem Baustein „Bestandsanalyse und Schnittstellenmanag e- ment“ sollen im Sinne einer sozialraumorientierten Han d- lungsweise die Maßnahmen vor Ort vernetzt, vorhandene Lücken über ergänzende Maßnahmen geschlossen und Dopplungen aufgezeigt werden. Ziel ist es die Zusa m- menarbeit in allen Fachbereichen der Verwaltung sowie mit der Bürgerschaft und den weiteren Akteuren vor Ort zu stärken. Dabei knüpft der Prozess bei den bes tehen- den Strukturen sowie den Aktivitäten und Angeboten der Akteure vor Ort an, die bereits eine Vielzahl an laufenden Maßnahmen umsetzen. Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit Querschnittsziel Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung Operative Ziele Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 91 Starke Veedel – Starkes Köln Projektziele Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiven Prozess zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in de s- sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiven „Stadtteil-Gefühls" steht. Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit dient da r- über hinaus der Information und Aktivierung der Akteure in beiden Sozialräumen. Sie richten sich im Wesentlichen an Bewohnerinnen und Bewohner, Multiplikato ren und Unternehmen sowie weitere Akteure und verfolgt dabei das Ziel, das Programm und die damit verbundenen Maßnahmen bekannt zu machen und eine positive Au f- bruchsstimmung in den Sozialräumen zu erzeugen. Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten bei der Beteiligung und Aktivierung der Bevölkerung und Akte u- ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag zur Mi t- gestaltung des Programms durch die Bewohnerschaft. Projektbaustein: Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung Operative Ziele Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie umwelt- bewusstere Lebensweise Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele Verbesserung von Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber dem eigenen Lebensraum Verhaltensänderung Förderung von Eigeninitiative und Bürgerengagement nachhaltige Reduzierung des Müllaufkommens Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanagement Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r- anstaltungen Projektbaustein: Verfügungsfonds Anzahl der beantragten Maßnahme Anzahl der durchgeführten Maßnahmen Anzahl der beteiligten Personen 92 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen - management“ Anzahl der Prozessbeteiligten Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebote im Konsens Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwaltung Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wurden Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o- zessbeteiligten Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit und Marketing Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel) Projektbaustein: Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung Anzahl der Beratungsgespräche Anzahl der Maßnahmen zur Öffentlichkeitsbeteiligung Anzahl der durchgeführten umweltpädagogischen Ma ß- nahmen Anzahl der durchgeführten Maßnahmen z ur Wohnu m- feldverbesserung Verhaltensveränderungen Hausbildung eines zivilgesellschaftlichen Bewusstseins Verringerung des Müllaufkommens Bezugnehmend auf die oben dargestellten Ziele ist auch hier darauf hinzuweisen, dass „harte“ Indikatoren für den Bewuss t- seinswandel kaum zu benennen sind. Die Definition von Parame- tern, Indikatoren und weiteren Evaluationsmaßnahmen ist G e- genstand eines differenzierten Evaluationskonzeptes, das sich unter anderem der Methode der qualifizierten Befragung bedi e- nen wird. Kosten Verfügungsfonds: 326.182,50 € Quartiersmanagement: 565.152,00 € Öffentlichkeitsarbeit: 301.322,00 € Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement: 104.720,00 € Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung: 200.000,00 € Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 93 Starke Veedel – Starkes Köln Gesamtkosten: 1.497.376,50 € Davon 2017: 216.927,50 € Davon 2018: 452.462,00 € Davon 2019: 435.221,00 € Davon 2020: 392.766,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate / 3 Jahre und 6 Monate 01.01.2017 bis 30.06.2020 Für alle Arbeitsmodule ist prozessbegleitend eine Projektlaufzeit von 42 Monate vorgesehen. Da die Maßnahme einen wichtigen Rahmen für das Gesamtprogramm bildet und ihr eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung und Implementierung einer sozial- raumbezogenen Arbeitsweise zukommt, ist die Maßnahme von Beginn an bis zum Abschluss des Programms vorzusehen. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung 94 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 0.0.2 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Prozessbegleitende Evaluation in den Sozialräumen Buc h- heim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Projektbeschreibung Die Evaluation bildet einen wichtigen Beitrag zur Bewertung, Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmumsetzung in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße . Sie ist prozessbegleitend angelegt und nimmt das gesamte M aßnahmenpaket in den Blick. Dabei wird besonders die Wirkung der städtebaulichen Maßnahmen b e- trachtet und im Sinne des integrierten Ansatzes der Quartier s- entwicklung vor allem Beteiligungs- und Aktivierungsprozesse in den Mittelpunkt gestellt. Die Evaluation ist zunächst auf die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße ausgerichtet. Im Kontext des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ findet die Bündelung und Vernetzung der Ergebnisse aus den einze l- nen Sozialräumen statt und wird im laufenden Prozess dorthin zurückgespiegelt. Somit zeigt die Evaluation frühzeitig die Wi r- kung der Maßnahmen im Sozialraum wie auch im Kontext des Gesamtprogramms auf, um darauf aufbauend weitere notwendi- ge Veränderungen einzuleiten. Vorgehen und Methode Die Evaluation ist prozessbegleitend und damit formativ ang e- legt. Sie verfolgt das Ziel den Prozess laufend zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Sie baut dabei auf konkre- ten Daten auf, die im Rahmen des Controllings erhoben werden. Aus diesem Grund ist eine Beteiligung beim Aufbau des Control- lings sicherzustellen. Andererseits erfolgt die Bewertung des Prozesses im Rahmen von diskursiven Prozessen, wie Wor k- shops, Einzelgesprächen, World-Cafes und ähnliches. Die prozessbegleitende Eval uation nimmt ein breites Spektrum an Themen in den Fokus. Eine parallele Bearbeitung aller Th e- men ist in der erforderlichen Intensität nicht möglich. Aus diesem Grund ist vorgesehen, Schwerpunkte zu unterschiedlichen Zei t- horizonten zu setzten. Die konkrete Abfolge ist im Rahmen des Prozesses festzulegen. Parallel hierzu ist eine kontinuierliche Selbstevaluation im Ra h- men der Einzelmaßnahmen vorgesehen. Die Träger der Einze l- maßnahmen werden bei der Selbstevaluation unterstützt und qualifiziert (z um Beispiel über Leitfragen, Erhebung von Ken n- werten), so dass der laufende Prozess kontinuierlich bewertet und die Ergebnisse in die „prozessbegleitende Evaluation“ z u- rück gespiegelt werden können. Die Ergebnisse bilden einen elementaren Beitrag für die Gesamtevaluation. Die Gesamtsteuerung der Maßnahme „prozessbegleitende Ev a- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 95 Starke Veedel – Starkes Köln luation“ sowie die Einbindung in das gesamte Maßnahmenpr o- gramm liegen bei der zentralen Koordinierungsstelle der Stad t- verwaltung (Amt für Stadtentwicklung und Statistik). Auch das Controlling w ird im Aufgabenbereich der zentralen Koordinat i- onsstelle umgesetzt. So wird sichergestellt, dass eine enge Z u- sammenarbeit zwischen Evaluation und Controlling erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Für die Erbringung der Leistungen der einzelnen Module werden eine zusätzliche externe Expertise und ein Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung der Leistungen vorges e- hen ist. Zielgruppe Die Maßnahme kommt allen Zielgruppen in den Sozialräumen zugute. Sie ist dabei sehr breit aufgestellt , von der Verwaltung über Träger, Politik, sonstige staatliche Institutionen auf komm u- naler Ebene, Sozialraumkoordinat ion bis hin zu weiteren (org a- nisierten) Akteuren und Interessensvertretungen im Quartier s o- wie Bewohnerinnen und Bewohner. Ziele Querschnittsziel Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziel Die Evaluation verfolgt das Ziel laufend Bewertungen über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlu n- gen abzuleiten. Die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmumsetzung steht im Fokus der Evaluation Indikatoren Anzahl der durchgeführten Methoden (Expertengespr ä- che, World Café, etc.) Bereitstellung von Zwischenergebnissen Kosten Kalkulierte Tagessätze Brutto: je 1.130,50 € 78 Tage: 88.179,00 € Gesamtkosten für die Sozialräume: 88.179,00 € davon 2017: 22.610,00 € davon 2018: 22.610,00 € davon 2019: 22.610,00 € davon 2020: 20.349,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate / 3 Jahre und 6 Monate 01.01.2017 bis 30.06.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung 96 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.2 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Laufende Nummer 1.0.5 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Integration auch von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die b e- stehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit in den Sozialräumen und Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die g esellschaftliche Situation der beiden Sozia lräume Buch- heim und Buchforst sowie Mühlheim-Nord und Keupstraße i st durch den überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und schlechten Perspektiven auf dem A r- beits- und Ausbildungsmarkt geprägt. Dies wirkt sich auf das Verhalten der Kin der und Jugendlichen in den Stadtteilen spür- bar aus. Geringe Akzeptanz von kulturellen Unterschieden, eine latente Feindlichkeit dem anderen gegenüber, Selbstbezug und Abgrenzung auf die eigene Herkunftsgruppe sind vor allem in sozial bena chteiligten Familien, unabhängig von der jeweiligen Nationalität, auszumachen. Durch aufsuchende Jugendarbeit soll hier auch die Zielgruppe mit Flüchtlingsstatus niederschwel- lig erreicht und in die bestehenden Regelsysteme integriert we r- den. Die Anbindung insbesondere der Kinder, Jugendlichen und ju n- gen Erwachsenen an Jugendeinrichtungen und Schulen, die Bindung von Kapazitäten an Integrationsleistungen (z um Bei- spiel Sprachkurse, familienunterstützende Angebote) und die aktive Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen sind nur ein Teil der örtlichen Herausforderungen. Hier gilt, wie generell in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, eine adäquate Planung und Bereitstellung von adressatengerechten Angeboten mit dem Ziel auch junge Flüchtlingen in die best ehenden Regelangebote zu integrierten. Projektbeschreibung Neben Gesprächs- und Beratungsangeboten vor Ort beinhaltet die mobile aufsuchende Arbeit insbesondere eine Unterstützung der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Wünsche und Int e- ressen im Freizeitbereich, Kulturbereich und Bildungsbereich. Im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ist die Mobile Arbeit mit unterschiedlichen Institutionen im Stadtgebiet wie Schulen, Ve r- einen und Kirchen, sowie der städtischen Streetwork vernetzt. Die Angebote in mobiler und aufsuchender Arbeit können auch für die heranwachsenden Flüchtlinge z um Beispiel vor einer Flüchtlingsunterkunft oder auf einem öffentlichen Spiel - oder Bolzplatz stattfinden. Es handelt sich dabei um niederschwellige Spiel-, Sport- und Kreativangebote, di e zumeist gemeinsam mit Kindern und Jugendli chen aus den Sozialräumen durchgeführt Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 97 Starke Veedel – Starkes Köln werden. Zielgruppe Sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auch mit Flüchtlingsstatus im Alter von 10 bis 25 Jahren. Ziele Operative Ziele Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt Übergeordnetes Ziel Mobiler Jugendarbeit ist die Integration und die Verbesserung der Lebenswelt Jugendlicher. In Hinblick auf den öffentlichen Raum gilt es insbesondere, Prozesse der Au s- grenzung, Vorverurteilung und Stigmatisierung von Jugendlichen zu verhindern oder zu verringern. Entsprechend ist die Förd e- rung gesellschaftlicher Akzeptanz und Toleranz gegenüber J u- gend und Jugendkultur und umgekehrt zu fördern. Projektziele Ziel des Projektes ist, insbesondere die Zielgruppen der nicht angebundenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch mit Flüchtlingsstatus zu erreichen und d iesen den Zugang zur Infr a- struktur der Sozialrä ume und damit der gesellschaftlichen Tei l- habe zu ermöglichen, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern (Heranführung an die Regelsysteme). Aufgrund der individuellen Multiproblemlagen der Zielgruppe is t eine individ u- elle Begleitung des Einzelnen nötig. Nachhaltiges Wirken und Veränderung von Verhalten s- weisen und Ansichten durch eine frühzeitige Unterstü t- zung der Kinder, Jugendlichen und Familien durch Bezi e- hungsarbeit Beratung, Information und Begleitung Verbesserung der Integration in den Sozialräumen und darüber hinaus ist ein weiteres Ziel Eine Vernetzung und Einbindung in bestehende Strukt u- ren vor Ort, z um Beispiel in die Jugendeinrichtung, den Sportverein und weitere Einrichtungen wird zusätzlich an- gestrebt Indikatoren Anzahl der Kontakte differenziert nach Zielgruppen Dokumentation der Themen von Jugendlichen und ihrer Bearbeitung Zahl der Vermittlungen zu sonstigen unterstützenden A n- geboten / Kooperationspartnern Zahl der Vermittlung in Qualifizierungsangebote oder Ausbildung 98 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Vermittlung in bestehende Institutionen Kosten Es wird jeweils ein Projekt im Sozialra um Buchheim und Buch- forst eines im Sozialraum Mühlheim -Nord und Keupstraße durchgeführt. Personalkosten 2 Stellen Projektleitung kleine und mittlere Projekte und heraus- gehobene Projektmitarbeit 172.920,00 € pro Jahr / 345.840,00 € für 2 Jahre Sachkosten Sachkosten enthalten Honorar- und Materialkosten 81.600,00 € pro Jahr / 163.200,00 € für 2 Jahre Gesamtkosten 509.040,00 € Davon 2017: 254.520,00 € Davon 2018: 254.520,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die ko n- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßna h- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Ki n- derinteressen und Jugendförderung Förderung ESF-Einzelprojekt Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Das mobile Angebot wird in enger Abstimmung mit den Akteuren in den Sozialräumen konzipiert. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 99 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.7 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die Abfrage bei Trägern der freien Jugendhilfe in der Stadt Köln zu Handlungsnotwendigkeiten im Handlungsfeld „Früh anse t- zende Hilfen“ hat als einen wichtigen Handlungsbedarf das Thema „Professionalisierung des Systems durch Qualifizierung“ ergeben. Dies gilt aufgrund der spezifischen Ausgangslage auch für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße, Dabei sind s owohl Setting -interne Qualifizierungsangebote i n- nerhalb der Kinder - und Jugendhilfe als auch Setting - übergreifende Angebote mit kooperierenden Systemen wie Kita, Familienzentren, Schule, Übergangssystem Schule / Beruf und Prävention als Bedarfe genannt worden. Entsprechende übergreifende Qualifizierungsangebote sind bi s- her nicht verfügbar, bieten aber große Chancen hinsichtlich der Optimierung von Präventionsketten durch besser aufeinander ausgerichtete Teilsysteme. Gleichzeitig soll über die Qualifizierungsoffensive ein Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kinder - und Jugendarbeit geleistet werden. Es sollen sowohl die vorhandenen Fachkräfte- potenziale gestärkt und weiterentwickelt werden , als auch Au f- stiegsmöglichkeiten der Beschäftigen zu Fachkrä ften durch Fortbildungen verbessert werden. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projektes soll eine Qualifizierungsoffensive re a- lisiert werden, die sozialräumliche Bezüge – hier für die Sozia l- räume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keup- straße,– ebenso wie eine gesamtstädtische Ausrichtung u m- fasst. Die Qualifizierungsinhalte lassen sich dabei in fachübe r- greifende Themen (zum Beispiel Projektmanagement) und fach- spezifische Inhalte (zum Beispiel Kindeswohl) unterscheiden. Um über die S etting-übergreifenden Qualifizierungen einen Be i- trag zur Stärkung der sozialräumlichen Präventionsketten zu e r- reichen, wird innerhalb des Curriculums ein Schwerpunkt in der Durchführung von Qualifizierungen in den Sozialräumen unter Einbeziehung der jeweils vor Ort akti ven Koop erationspartner liegen. Setting -interne Qualifizierungen werden zentral umg e- setzt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in den folgenden Arbeit s- paketen: Ermittlung des Qualifizierungsbedarfes aller relevanten 100 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Akteure Entwicklung eines bedarfsgerecht en Qualifizierungsko n- zeptes Umsetzung und Durchführung des Qualifizierungskonzep- tes Evaluierung der durchgeführten Qualifizierung Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrategie der Stadt Köln im Integrierten Handlungskonzept „ Starke Veedel –Starkes Köln“ zunächst in Form einer Pilotphase in den folgenden Soz i- alräumen: Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keu p- straße Meschenich und Rondorf Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausweitung der Qualifizierungsoffensive auf die weiteren Sozialräume: Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Bocklemünd / Mengenich Höhenberg und Vingst Ostheim und Neubrück Humboldt / Gremberg und Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitnah auf alle Sozialräume übertragen werden können. Die Übertragung auf alle elf Sozialräume ist zwingend erforderlich, da angesichts der dezentralen, bez irklich ausgerichteten Strukturen der Off e- nen Kinder- und Jugendarbeit in Köln nur so sichergestellt we r- den kann, dass das gesamte System und nicht nur einzelne A k- teure qualifiziert werden. Mögliche Themenschwerpunkte der Qualifizierungsoffensive auf der Grundlage der Bedarfsabfrage: Armutssensibles Handeln in der Offenen Kinder - und Ju- gendarbeit Sprachförderung Anerkennung und Sichtbarmachung Non -formaler Bi l- dungsprozesse Interkulturelles Lernen Netzwerken und Projektmanagement Berufswahlorientierung in der Jugendarbeit Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 101 Starke Veedel – Starkes Köln Primärpräventive Suchtberatung Bewegung, Ernährung und Stressregulation in Kinder - und Jugendeinrichtungen Digitalisierung und Medienpädagogische Präventionsa r- beit Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung Ökologische Bildung (zum Beispiel Urban Gardening) Kulturelle Bildung Inklusion Zielgruppe Beschäftigte in der Offenen Kinder - und Jugendarbeit in Köln Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Familienzentren Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich Träger des Offenen Ganztags Träger im Übergangssystem Schule / Beruf Träger im Präventionsbereich Ziele Operative Ziele Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Verbesserung Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt Stärkung der vorhandenen Fachkräftepotenziale und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit als Fachkräfte durch Fortbildungen Projektziele Kompetenzstärkung der handelnden Akteure durch Ve r- mittlung praxisrelevanter Fortbildungsinhalte Stärkung der sozialräumlichen und gesamtstädtischen Präventionsstrukturen durch bessere Kenntnisse über die Arbeitsfelder benachbarter Professionen und damit ei n- hergehend weitere wissensbasierte Verne tzung aller A k- teure Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kinder - und Jugendarbeit Indikatoren Anzahl der durchgeführten Setting -internen und –über- greifenden Qualifizierungen Anzahl der Teilnehmenden 102 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Relevanz der Qualifizierungsinhalte für die berufliche Praxis (auf der Grundlage der Teilnehmenden-Befragung) Kosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für den Sozia l- raum Buchheim und Buchforst sowie Mül- heim-Nord und Keu p- straße pro Jahr 2 Jahre Stellen- anteile für die Sozial- räume anteilige Kosten Personalkosten 1 Stelle Koordination (Projektleitung kleine Pr o- jekte) 86.460 € 172.920 € 0,18 31.440 € 0,5 Stelle Assistenz 29.490 € 58.980 € 0,09 10.724 € Personalkosten gesamt: 231.900 € 231.900 € - 42.164 € Davon Haushaltsjahr 2017: 115.950 € - 21.082 € Davon Haushaltsjahr 2018: 115.950 € - 21.082 € Sachkosten Honorare Dozentinnen und Dozenten 22.500 € 45.000 € - 8.182 € Materialien für Fortbildu n- gen 3.000 € 6.000 € - 1.090 € Raummieten für Fortbi l- dungen 6.500 € 13.000 € - 2.364 € Sachkosten gesamt: 64.000 € - 11.636 € Davon Haushaltsjahr 2017: 32.000 € - 5.818 € Davon Haushaltsjahr 2018: 32.000 € - 5.818 € Gesamtkosten 295.900 € - 53.800 € Davon Haushaltsjahr 2017 147.950 € 26.900 € Davon Haushaltsjahr 2018: 147.950 € 26.900 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die ko n- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßna h- me. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 103 Starke Veedel – Starkes Köln Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie / Offene Kinder- und Jugendarbeit Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 104 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.12 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von J u- gendintegrationskursen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Zunehmend reisen Jugendliche ab 16 Jahren neu zu, entweder als Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthaltsstatus oder vie l- fach aus Südosteuropa. In der Regel verfügen sie weder über Schulabschlüsse noch über die erforderlichen Deutschkenntni s- se, um Schulabschlüsse in absehbarer Zeit erreichen zu kö n- nen. Durch die geringen Deutschkenntnisse besteht darüber hinaus ein sehr erschwerter Zugang zu Praktikumsplätzen oder gar zum Arbeitsmarkt. In die Sozialräume sind in 2013 / 2014 insgesamt 481 Jugendli- che und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren neu z u- gewandert (Buchheim und Buchforst 238; Mülheim -Nord und Keupstraße 243)19. Die Chancen auf kurzfristige Aufnahme in ein Regelsystem zur Verbesserung der Bildungs - und Berufspe r- spektive sind der Zielgruppe entweder nicht kurzfristig möglich oder strukturell nicht zugänglich. Den persönlichen und gesel l- schaftlichen Folgen fehlender Perspektiven kann mit dem kur z- fristig zugänglichen Angebot der Jugendintegrationskurse pr ä- ventiv begegnet werden. Projektbeschreibung Projekt- und Aufgabenbeschreibung Der Zugang zu bestehenden Jugendintegrationskursen wird den Jugendlichen ermöglicht, die keinen Anspruch auf eine BAMF- (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) geförderte Maßna h- me haben und nicht im Regelsystem Schule einen Platz finden . Zur Teilnahme erteilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Köln einen Gutschein für den Jugendintegrationskursträger, der entsprechend seine Kosten von rund 3.000 € pro Teilnehmen- dem abrechnet. Vorangegangen ist eine Einzelfallprüfung und – entscheidung durch das KI Köln. Bestehende Jugendintegrat i- onskurse werden durch diese Maßnahme für die beschriebene Zielgruppe geöffnet. Die Maßnahme ist ein wirksamer Teil der Präventionskette im Bereich (Aus-) Bildung und Beruf. In drei obligatorischen Modu- 19 Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist in der Gesamtschau für die Sozialräume ein deutl i- cher Anstieg dieser Bevölkerungsgruppe zur verzeichnen. So sind 2015 insgesamt 694 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren nach Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße zugewandert. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 105 Starke Veedel – Starkes Köln len á 300 Stunden werden die Jugendlichen und jungen E r- wachsenen in die Lage versetzt, mit der Sprache und den L e- bensverhältnissen im Bundesgebiet so vertraut zu werden, dass sie ohne Hilfe oder Vermittlung Dritter in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens selbstständig handeln können. Sie werden durch fachliche Kenntnisse auf ein zukünftiges Weiterlernen in einer schulischen oder beru flichen Bi l- dungseinrichtung oder in einem Betrieb vorbereitet werden mit dem Ziel der Ausbildungs - und Berufsvorbe- reitung mit dem Schul - und Ausbildungssystem vertraut gemacht erwerben und erweitern Allgemeinwissen zu verschied e- nen Bereichen des Lebens in Deutschland wie Gesun d- heitswesen, Alkohol- und Drogenprävention, Ein Orientierungskurs über 60 Stunden vermittelt Kenntnisse und Verständnis zu deutschen rechtsstaatlichen Zusamme n- hängen, Rechten, Pflichten und zu interkultureller Kompetenz. Während des J ugendintegrationskurses werden die Teilne h- menden durch Jugendmigrationsdienste und die Kursträger selbst beraten. Der Übergang in weiter führ ende Bildung und Ausbildung beziehungsweise den Beruf soll nahtlos gesichert werden. Zielgruppe Neu Zugewanderte z wischen 16 und 25 Jahren ohne Anspruch auf BAMF- finanzierte Jugendintegrationskurse, die entweder in den Sozialräumen wohnen, einen Jugendintegrationskurs bes u- chen können oder dort ihre sozialen Bezüge haben. Ziele Operatives Ziel Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze Projektziel Verbesserung der Integrationschancen in das Schul - und Ausbildungssystem und in den Arbeitsmarkt Indikatoren Zahl der von der Zielgruppe abgeschlossenen Jugendi n- tegrationskurse Kosten Sachkosten Die Kosten für einen Jugendintegrationskurs belaufen sich aktu- ell auf 3,10 € pro Stunde Für 960 St unden ergeben sich Ge- samtkosten von 2.976,00 € pro Kursplatz. Für 55 angestrebte Plätze pro Jahr in den Sozialräumen betra- gen die Projektkosten 163.680 € pro Jahr Sachkosten gesamt327.360,00 €. 106 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Personalkosten Mit der Projektabwicklung ist ein zusätzlicher Personalmehrb e- darf verbunden. Als Teilprojekt ergänzend zu den Sozialräumen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord und Meschenich und Rondorf entfallen 55 Prozent einer halben Stelle „Projekt- mitarbeit“ (0,5 Stelle von 74.940,00 € pro Jahr) auf diese Sozial- räume mit zusätzlich 20.608,00 € pro Jahr und 41.217,00 € auf die Projektlaufzeit. Gesamtkosten 368.577,00 € Davon 2017: 184.288,50 € Davon 2018: 184.288,50 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Fortführung über den 31.12.2018 hinaus ist möglich und grundsätzlich gewünscht. Eine Weiterentwicklung der Maßna h- me ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststelle Diversity, Kommunales Integrat i- onszentrum Förderung ESF B1.2 Armutszuwanderung gegebenenfalls als Einzelprojekte zur Integration Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 107 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.16 Handlungsfeld Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und En t- wicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozial räu- men; hier für die Sozialräume Buchheim und Buchforst s o- wie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die elf Sozialräume Bickendorf, Westend und Ossendorf Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Höhenberg und Vingst Ostheim und Neubrück Mülheim-Nord und Keupstr Buchheim und Buchforst Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Meschenich und Rondorf Bilderstöckchen Bocklemünd / Mengenich Humboldt / Gremberg und Kalk weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mit niedrigem sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele junge Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von ganz unterschiedli chen Prob- lemen daran gehindert, eine eigene Lebensperspektive insb e- sondere im Hinblick auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickeln. Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwic k- lungsschritte zu gehen. Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten Kontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv und abweisend. Oft werden auch Alkohol bezi e- hungsweise illegale Drogen konsumiert. Ursache eines solches Verhaltens können psychiatrische sowie weitere Beeinträcht i- gungen oder Erkrankungen s ein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dieses müsste aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schulischen oder beruflichen Planung b e- rücksichtigt werden. Unter Umständen wäre parallel (oder vo r- geschaltet) eine Behandlung / Therapie erforderlich, um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Diese jungen Menschen benötigen daher eine gezielte Unte r- stützung von Menschen, die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verfügen und eng mit de m psy- chiatrischen Hilfesystem zusammenarbeiten. Erfahrungswerte belegen, dass die jungen Menschen, die in e i- nem sozial benachteiligten Umfeld leben und zusätzlich eine 108 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln psychische Beeinträchtigung aufweisen, einen sehr nie d- rigschwelligen Zugang benötigen, um im Regelsystem anz u- kommen. Daher wird eine zugehende Hilfe benötigt. Der sozia l- psychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, junge Menschen mit psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren Alltagskomp e- tenzen zu stärken, die Betroffenen langfristig in das Regelsys- tem anzubinden und den Übergang zu begleiten. Die aufsuchende Hilfe zeichnet sich dabei durch ein zugehendes und stark akzeptierendes Angebot aus, das immer dann erfo r- derlich ist, wenn Komm -Strukturen einer Beratungsstelle nicht greifen. In der P raxis bedeutet dies, dass die jungen Menschen überwiegend zu Hause aufgesucht werden, da sie häufig sozial zurückgezogen leben, keinen Peergroups angehören, weder die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene noch entspr e- chende Institutionen nutzen ode r sich an bekannten Hotspots ihrer Altersgruppe in der Stadt aufhalten. Diese Situation ist auch in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße zu beobachten. Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmö g- lichkeiten Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere die Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einrichtungen, Job- center U25 und alle Akteure in den Sozialräumen vor Ort sind wichtige Kooperationspartner, da sie häufig Hinweise auf die Personen der bedürftigen Zi elgruppe erhalten o- der in direktem Kontakt mit den Personen stehen (zum Beispiel Schulen, Kompetenzagenturen) Insbesondere bei vermuteten oder bestehenden psychiatrischen Pro b- lemlagen kann das hier dargestellte Angebot von den K o- operationspartnern hinzugez ogen werden beziehung s- weise eine Vermittlung erfolgen. Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einze l- fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit, un- ter anderem wenn es um die Entwicklung einer berufl i- chen Perspektive geht. Sollte sich bei der Beratung eines Jugendlichen / jungen Erwachsenen durch das Jobcen- ter U25 eine sozialpsychiatrische Problematik abzeic h- nen, besteht im Rahmen der Kooperation die Möglichkeit, eine einzelfallbezogene Begleitung durch die hier darg e- stellte Maßnahme einzuleiten. Streetwork der Jugendhilfe (siehe auch Maßnahme 1.05) Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot 1.0.16 besteht die Zielgruppe von Streetwork in der Regel aus Kindern und Jugendlichen, die sich an bekannten Hotpots aufhalten und sich dort mit Gleichgesinnten der Pee r- group treffen. Daher sind im überwiegenden Fall die Zie l- gruppe von Streetwork und die Zielgruppe des hier da r- gestellten Angebots nicht identisch. Wenn sich jedoch bei Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 109 Starke Veedel – Starkes Köln der einzelfallbezogenen Begleitung eines Ju gendlichen / jungen Erwachsenen im Rahmen von Streetwork eine so- zialpsychiatrische Problematik abzeichnet, besteht im Rahmen der Kooperation beider Maßnahmen die Mö g- lichkeit, dass die einzelfallbezogene Begleitung entspr e- chend an die hier dargestellte Maßn ahme übergeleitet wird. Gesundheitsamt Es gibt eine enge fachliche Kooperation des Angebots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des G e- sundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das best e- hende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische Dienst ist ein stadtweites Angebot, das Hilfen und Beratung für E r- wachsene mit einer psychischen Erkrankung nach dem ÖGD und Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG). vorhält (zum Be i- spiel in Krisensituationen). Es handelt sich dabei i n der Regel nicht um eine intensivierte und längerfristige B e- gleitung, sondern um eine situative Hilfestellung für au s- schließlich erwachsene Menschen. Das hier neu benöti g- te Angebot richtet sich hingegen auch an minderjährige junge Menschen mit in der Alte rsphase benötigten spezi- fischen Hilfestellungen – sobald der Bedarf auftritt oder bekannt wird. In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Probl e- matik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nicht b e- wusst, dass gegebenenfalls psychische Problemlagen vorliegen. Daher sehen sie keinen Grund, einen Fac h- dienst wie den Sozialpsychiatrischen Dienst oder einen niedergelassene Fachärztin / einen Facharzt aufzus u- chen. Die Angehörigen nehmen die Situation meist deutli- cher wahr. Ihnen sind aufgrund ihrer persönlichen Betro f- fenheit und (in der Regel) fehlender Fachkenntnisse j e- doch nicht möglich, die Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen zu motivieren, aktiv Hilfe zu suchen. Meist vergeht sehr viel Zeit, so dass die Betroffenen erst viel zu spät Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zw i- schenzeit ist unter Umständen keine gezielte Perspekti v- planung erfolgt oder Ausbildungs - oder Schulabbrüche passiert, da keine helfenden Maßnahmen begonnen wo r- den sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrierend für die jun- gen Menschen ist und im Zuge einer umfassenden Hilf e- planung vermieden werden könnten. Die hier beschrieb e- ne Maßnahme, eine aufsuchende, speziell auf junge Menschen und schulische / berufliche Orientierung au s- gerichteten Hilfe mit einem besonders niedrigschwelligen Ansatz ist daher geeignet, einen Kontaktaufbau schrit t- weise einzuleiten. Darüber hinaus kann durch die Spezia- lisierung und den intensiven Kontakt zu Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobcenter U25 , wirksamere und zielgerichtete Hilfen angeboten werden. Aufgrund der 110 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Vernetzung des hier beschriebenen Angebots in den S o- zialräumen und entsprechenden Institutionen wie zum Beispiel den Schulen, ist es unter anderem möglich, die betroffenen jungen Menschen überhaupt kennenzulernen. Dadurch kann frühzeitig präventiv eingeschritten und die Chronifizierung einer eventuell bestehenden Erkrankung vermieden werden. Projektbeschreibung Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsang e- bot, sprichwörtlich abh olende Begleitung beispielsweise beim Verlassen der Wohnung oder bei der Kontakthe r- stellung mit anderen Menschen, die eine sehr akzepti e- rende und langsam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf einer vertrauensvollen Beziehung beruht. Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfristig Anbindung an die Regelangebote. Dabei ist es von grö ß- ter Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich verläuft und sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einze l- nen orientiert. Beispielhafte Aufgabendarstellung Herstellung einer vertrauensvollen Kontakts im Rahmen aufsuchender Tätigkeit Entwicklung einer individuellen realistischen Perspektive, insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschäft i- gung, Ausbildung Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen Instit u- tionen Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen Rege l- systems Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der erstmalig in Köln erprobt wird. Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgef ührter Projekte in anderen Städten, z um Beispiel „Achtung-Fertig-Los!“ in Ve l- bert, mit ähnlichen Zielsetzungen zurückgegriffen werden. Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre Ziele Operative Ziele Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit b e- darfsgerechten Zugängen und Angebotsformen Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 111 Starke Veedel – Starkes Köln Projektziele Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsge- rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychische Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angeb o- ten gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regela n- gebote. Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik werden individuelle Ziele mit der Perspektive beruflicher und / oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt. Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angeboten wie zum Beispiel Veedelscenter (3.0.7), U25, Jobcenter, Schulsozialarbeit (siehe oben) wird der Übergang für die Betroffenen ins Regelsystem erleichtert. Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Menschen aus den elf Sozialräumen mit psychischen Problemlagen begleitet und je in mindestens ein Angebot vermittelt we r- den, das einen weiteren Schritt in Hinblick auf die berufli- che Perspektive bedeutet. Dieses Angebot kann je nach individueller Problemlage im gesundheitlichen, schul i- schen, ausbildungs -, qualifizierungs - und/oder berufsb e- zogenen Bereich liegen. Indikatoren Anzahl erreichter und beratener Personen Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen Kosten Personalkosten 2 Vollzeitkräfte (Sozialarbeit / Sozialpädagogik) jeweils für das links- und rechtsrheinische Köln, herausgehobene Projektmita r- beit 81.300,00 € x 2 = 162.600,00 € pro Jahr / 325.200,00 € für 2 Jahre Kosten für die 11 Sozialräume: Sozialraum Anteil Personal- kosten in Prozent im 1.Jahr in Euro im 2.Jahr in Euro gesamt Bickendorf, Westend und Ossendorf 15 24.390 24.390 48.780 Blumenberg, Cho r- weiler und Seeberg - Nord 15 24.390 24.390 48.780 Höhenberg und Vingst 10 16.260 16.260 32.520 Ostheim und Ne u- brück 5 8.130 8.130 16.260 112 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Mülheim-Nord und Keupstr 5 8.130 8.130 16.260 Buchheim und Buchforst 5 8.130 8.130 16.260 Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 5 8.130 8.130 16.260 Meschenich und Rondorf 5 8.130 8.130 16.260 Bilderstöckchen 10 16.260 16.260 32.520 Bocklemünd / Me n- genich 5 8.130 8.130 16.260 Humboldt / Gremberg und Kalk 20 32.520 32.520 65.040 Gesamt 100 162.600 162.600 325.200 Gesamtkosten: 325.200,00 € Davon Haushaltsjahr 2017: 162.600,00 € Davon Haushaltsjahr 2018: 162.600,00 € Gesamtkosten für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße: 32.520,00 € Davon Haushaltsjahr 2017: 16.260,00 € Davon Haushaltsjahr 2018: 16.260,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt Förderung ESF Bemerkung Angabe des Fachamtes: Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Gesundheit, nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befindet sich jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Begle i- tung ein. Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass hier Me n- schen erreicht werden, die neben möglichen psychosozialen De- fiziten eine psychische Problematik aufweisen. Diese Menschen benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes Angebot, da rein pädagogische Ansätze nicht mehr greifen. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 113 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.17 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteilel- tern in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Bildungsberatung ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgre i- che Entwicklung und Umsetzung von ressortübergreifenden Pr ä- ventionsketten und Strategien gegen Armut und soziale Au s- grenzung, da sie Menschen zur Selbsthilfe und eigenverantwor t- lichen Lebensgestaltung befähigt. Bildungsberatung ist somit ein Schlüssel für die Verbesserung der Integration benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemei n- schaft. Dabei wird das Verständnis der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zugrunde gelegt, wel- che Bildungsberatung als eine Dienstleistung zur Unterstützung von Individuen jeden Alters bei Bildungs - Ausbildungs- oder Be- rufsentscheidungen definiert. (OECD, 2004) Anhand der sozio -ökonomischen Eckwerte in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße wird – wie auch in den weiteren neun Kölner Sozialräumen – deutlich, dass der Bedarf an Angeboten zur Bildungs - und Sozi- alberatung über dem städtischen Durchschnitt liegt. Die Erfa h- rung zeigt zudem, dass insbesondere für den niederschwelligen Zugang entsprechende Angebote in Form von einer Orienti e- rungsberatung und Lotsenfunktion in Verbindung mit aufsuche n- der Beratung und Begleitung erforderlich sind, damit bildungsbe- nachteiligte Menschen in prekären Lebenslagen erreicht werden. Mit dieser Maßna hme wird ein quartiersbezogener und niede r- schwelliger Bildungsberatungsansatz im Veedel geschaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffnerfunktion“ in Richtung Regelang e- bot. Projektbeschreibung Basierend auf den Erfahrungen des Bildungsberatungszentrums Mülheim wird zur nachhaltigen Verbes serung des Zugangs zu Bildungs(beratungs)angeboten für bildungsbenachteiligte Zie l- gruppen der Aufbau und Betrieb eines träger - und settingübe r- greifenden Bildungsberatungszentrums (BB-Zentrum) mit vier Standorten als zentrale „Anlaufstellen“ im Programmgebiet der elf Sozialräume vorgesehen. Vorgesehen ist der Aufbau der Bildungsberatungszentren an fo l- genden vier Standorten: Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keu p- straße 114 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Meschenich und Rondorf Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord; Bickendorf, Westend und Ossendorf; Bilderstöckchen; Bocklemünd / Mengenich Höhenberg und Vingst; Ostheim und Neubrück; Humboldt / Gremberg und Kalk ; Porz-Ost, Finkenberg, Gremberg- hoven und Eil Durch diese räumliche Verteilun g ist die gute Erreichbarkeit für alle Sozialräumen sichergestellt. Nach Priorisierung der zentralen Beratungsanliegen in Form e i- ner Orientierungsberatung durch die Beratenden (zum Beispiel Kita / Schule, Ausbildung, Familie, Gesundheit, Arbeit) begleiten die Stadtteileltern dann bei der Kontaktaufnahme mit den Unter- stützungsstrukturen des Regelsystems, übersetzen und helfen beim Ausfüllen von Formularen. Die zentralen Beratungsinfrastrukturen profitieren dabei von den Zugängen der Stadtteileltern in besti mmte Communities / Zie l- gruppen und den Ressourcen für Begleitung und Übersetzungen. Die Stadtteileltern profitieren von dem Erfahrungsaustausch mit den Beratenden und der Anbindung an eine zentrale Infrastru k- tur, die auch von ihnen genutzt werden kann. Gleichzeitig können Beratende und Stadtteileltern einzelfallbez o- gene Fragen gemeinsam klären und gemeinsam Fortbildungen wahrnehmen. Grundprinzipien des BB-Zentrums Die Arbeit des BB -Zentrums ist vernetzt mit den releva n- ten Akteuren im Einzugsbereich, auf gesamtstädtischer, Landes- und Bundesebene Beratung ist kostenlos für Ratsuchende Beratungsformen sind Präsensberatung, telefonische B e- ratung, Online Beratung sowie aufsuchende nie d- rigschwellige Beratung durch Stadtteileltern Beratende sind fachlich qualifiziert und nehmen an einem Weiterbildungsprogramm teil Beratung erfolgt trägerneutral und qualitätsgesichert Öffnungszeiten sind zielgruppenorientiert Zugangswege sind niederschwellig Datenschutz ist sichergestellt Zugang ist möglichst barrierefrei Gender Mainstreaming und interkulturelle Mainstreaming - Prinzipien werden in der Beratung angewandt Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 115 Starke Veedel – Starkes Köln Organisationsstruktur Ein BB-Zentrum ist in gut erreichbarer Lage an zentrale Verso r- gungsstrukturen und Bildungssettings (Familienzentren, Gan z- tagsschulen, Jugendeinrichtungen, Bezirksrathäuser, Bürgerzen- tren) angebunden. Durch die Anbindung an bestehende Infr a- strukturen werden Synergieeffekte genutzt und eine bestmögl i- che Erreichbarkeit für die Bewohnerinnen und Bewohner siche r- gestellt. Das BB-Zentrum ist von seiner Konzeption her als offene Se r- vice-Infrastruktur angelegt, in der Beraterinnen und Berater Bera- tungsanfragen an die jeweils fachkompetenten Stellen vor Ort oder auf gesamtstädtischer Ebene weiterleiten. Der Lotsenfunk- tion kommt eine hohe Bedeutung zu und durch die Klärung von Beratungsanliegen wird die Funktion einer Orientierungs - oder Erstberatung nach dem Subsidiaritätsprinzip erfüllt. Zu Fragestellungen, zu denen bisher keine oder nicht ausre i- chende Beratungsinfrastrukturen verfügbar sind, erbrin gen die BB-Zentren selber die erforderlichen Beratungsleistungen. Ziel ist es , ein umfassendes Bildungsberatungsangebot entlang der Lebensbiografie für alle Bewohnerinnen und Bewohner vorzuhal- ten. Als Stammpersonal sind in jedem BB-Zentrum 1,5 bis 2 feste Beratende tätig. Ergänzt wird das Beratungsangebot durch H o- norarkräfte. Alle Kooperationspartner verpflichten sich zur Einhal- tung von Mindest -Qualitätsstandards in der Beratung entspr e- chend den Vorgaben des Kölner Netzwerkes Qualität in Ber a- tung (QiB Köln). Im Rahmen eines Qualitätsmanagements werden Beratungen dokumentiert und bewertet, Kund innen und Kunden befragt und Fortbildungen sowie Zertifizierungen ermöglicht. Dies bildet die Grundlage für ein Monitoringsystem, welches als Frühwarnsys- tem eingesetzt wird. Es ist geplant, einen Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Köln, Beratungsstellen, Wissenschaft und Wirtschaft zur Begleitung die Arbeit des BB-Zentrums einzurichten. Das BB-Zentrum bietet durch die Bereitstellung einer räumlich / technischen Infrastruktur einen infrastrukturellen und organisat o- rischen Rahmen für die folgenden Setting übergreifenden Han d- lungsfelder. (Aufsuchende) Bildungsberatung entlang der Bildungske t- te Frühkindliche Bildung Jugendhilfe / Offene Kinder- und Jugendarbeit Familienbildung Weiterbildung und Qualifizierung Beratung zur beruflichen Entwicklung 116 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Beratung zu Grundbildung und Alphabetisierung Beratung zu Sprachförderung Beratung von südosteuropäischen Armutszugewanderten Gesundheitsbildung und Prävention Kooperationsstrukturen für folgende Arbeitsschwerpunkte sollen in der ersten Projektphase etabliert werden: Schullaufbahnberatung Übergang Schule / Beruf und Studium Ehrenamt und Seniorenbildung Beratung für Soziales (Lei stungsbezug, Wohnen, Schul d- nerberatung) Einbindung des Teilprojektes „Stadtteileltern“ Eine Besonderheit des BB-Zentrums ist die Einbindung des Tei l- projektes „Stadtteileltern“, durch das die Sicherstellung nie d- rigschwelliger Zugänge in die Zielgruppen gew ährleistet wird. Hierfür werden die bestehenden „Stadtteilmütter -Projekte“ zu e i- nem Stadtteileltern -Projekt weiterentwickelt . Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 wird sich an den beiden folgenden Prinzipien orientiert: Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrationshi n- tergrund Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilväter Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weiterentwic k- lung der bisherigen Stadtteilmütter -Projekte in ein dreistufiges Qualifizierungsmodell mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Arbeitsmarktintegration: Qualifizierung zur Stadt teilmutter / zum Stadtteilvater: Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durch die V olks- hochschule Köln und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und c irca 20 Unterrichtseinheiten pro Woche. Vermittelt werden Kenntnisse in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales sowie Basiswissen in der Ber a- tung. Die Stadtteileltern unterstützen Familien in Fragen zu diesen Themen und fungieren als Lo tsen zu Fachbera- tungsstellen und dem Regelsystem. Praxiseinsatz als Stadtteileltern (18 bis 24 Monate): Stadt- teileltern informieren in vielen Sprachen über Fördermö g- lichkeiten ihrer Kinder in der Schule, nennen Ansprec h- personen für eine familiäre Unterstü tzung und beraten bei gesundheitlichen Themen oder beim Übergang Schule und Beruf. Sie leisten in ihrem Veedel praktische Integr a- tionsarbeit. Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den ersten A r- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 117 Starke Veedel – Starkes Köln beitsmarkt (6 bis 12 Monate), zum Beispiel: o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen o Haushaltsnahe Dienstleistungen o Alltagsassistenz – zum Beispiel in Wohngruppen für Demenzkranke o Pädagogische Hilfskraft, zum Beispiel für den Einsatz in einer Offenen Ganztagsschule o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen / Patien- tenlotsin Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtteileltern durch kooperierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei eini- ge Sozialräume für das Stadtteileltern -Projekt zusammengefasst werden. An diese vier Standorte werden die acht Stadtteilelter n- projekte, die von Trägern vor Ort koordiniert werden, angebu n- den, so dass eine Kombination aus „Komm“ -Strukturen und auf- suchender Arbeit realisiert wird. Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den Stadtteileltern werden Beratungs - und Begleitungsangebote wirksam miteinander verbunden. Es ist geplant, dass die Universität zu Köln / Humanwisse n- schaftliche Fakultät das Projekt „Stadtteileltern“ wissenschaftlich unter der Fragestellung begleiten wird, welche Auswirkungen der Einsatz von Stadtteileltern auf Wissensbestände und Verha l- tensmuster der begleitenden Familien hat. Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den bestehenden Strukturen Das Projekt etabliert eine Verweis- und Lotsenstruktur, durch die der Re gelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft gestärkt wird und Menschen, die bisher Beratungsangebote in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit nicht oder nur in unzureiche n- dem Maße in Anspruch genommen haben, an diese Strukturen herangeführt werden. Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuchenden und dezentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamtstädtischen Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastrukt u- rellen Ebene durch die Einbindung der beratenden Einrichtungen niedrigschwellige quartiersbezogener Beratungsnetzwerke, die auf Dauer angelegt sind. Die enge Kooperation mit den Projekten Kölner Veedelscenter , das die besondere Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen, die nicht mehr von den Regelsystemen erreicht werden, ansp richt, Grundbildung im Veedel (vergleiche Projektnummer 1.0.20), F a- milienbildung sowie den Arbeitsmarktakteuren, den Komp e- tenzagenturen und Bildungsträgern im Programmgebiet der elf Sozialräume ist ein wesentlicher Projektbestandteil. 118 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratung s- netzwerken wie z um Beispiel Netzwerk früher Hilfen, NEIS, A r- beitskreis Vernetzte Beratung, Netzwerke der Weiterbildung, und weitere Zielgruppe Bildungsbenachteiligte Erwachsene Familien Kinder und Jugendliche Ziele Operative Ziele Vernetze Beratungs - und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstru kturen und / oder Arbeitsplätze Projektziele Mit dem BB-Zentrum soll im Programmgebiet der elf Sozialräume eine träger- und projektübergreifende Beratungsinfrastruktur auf- gebaut werden, um so benachteiligte Sozialräume und bildung s- benachteiligte Bewohnerin nen und Bewohner, besonders von Armut Betroffene wie Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen, zu stabilisi e- ren und zu unterstützen. Im Themenkomplex „Stadtteileltern“ stehen zudem folgende Zi e- le im Vordergrund: Verbesserung der Bildungs - und Entwicklungschancen von Kindern in den durch Stadtteileltern unterstützten F a- milien Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskompe- tenzen von Eltern in den durch Stadtteileltern unterstüt z- ten Familien Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteileltern Das Projekt schließt mit seinen Beratungsangeboten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infr a- strukturellen Ebene durch die Schaffung niedrigschwelliger qua r- tiersbezogener Unterstützungsstrukturen, die auf Dauer angelegt sind. Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter IP 9 (b) fo r- mulierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration benachte i- ligter gesellschaftli cher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet einen w e- sentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 119 Starke Veedel – Starkes Köln Indikatoren Anzahl der erfolgten Beratungen Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht, A l- ter, Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stellen Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltungen Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Familien Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltenswe i- sen bei den unterstützten Familien (Erziehungskomp e- tenz, Orientierungswissen, Integration) Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stad t- teileltern Kosten pro Jahr 2 Jahre Stellenanteile für den Sozialraum anteilige Kosten 1 Stelle Gesamtprojektleitung (Leistungsgruppe 1) 101.556 € 304.668 € 0,18 55.394 € 1 Stelle Fachkraft Orga / Administration (Leistungsgruppe 3) 46.488 € 139.464 € 0,18 25.357 € 6 Stellen herausgehobene Fachkraft Beratung (Leistungsgruppe 2) 396.936 € 1.190.808 € 1,09 216.511 € 1 Stelle herausgehobene Fachkraft (Leistungsgruppe 2) Stadtteileltern 66.156 € 198.468 € 0,18 36.085 € 8 x 0,25 Stellen herausgehobene Fachkraft (Leistungsgruppe 2) 132.312 396.936 € 0,36 72.170 € Personalkosten gesamt: 2.230.344 € - 405.517 € 15 v.H. der pauschalierten förderfähigen direkten Personalausgaben: 334.552 € - 60.828 € Honorare Beratende 120.000 € 360.000 € - 65.455 € Honorare Stadtteileltern (nur 2 Jahre) 84.000 € 168.000 € - 30.545 € Qualifizierung der Beratenden 5.000 € 15.000 € - 2.727 € Qualifizierung der Akteure vor Ort 5.000 € 15.000 € - 2.727 € Qualifizierung Stadtteileltern VHS 90.000 € - 16.364 € Wissenschaftliche Begleitung Stadtteileltern 12.000 € 36.000 € - 6.545 € Beratungsräume 19.200 € 57.600 € - 10.473 € Marketing / Öffentlichkeitsarbeit 6.000 € 18.000 € - 3.273 € Sachausgaben gesamt: 759.600 € - 138.109 € Gesamtkosten 3.324.496 € - 604.454 € Davon Haushaltsjahr 2017: 1.198.165 € - 217.848 € Davon Haushaltsjahr 2018: 1.063.165 € - 193.303 € Davon Haushaltsjahr 2019: 1.063.165 € - 193.303 € Personalkosten Sachkosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für die Sozialräume Mülheim- Nord-Keupstraße / Buchheim und Buchforst 120 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die ko n- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßna h- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung in Kooperation mit Amt für Kin- der, Jugend und Familie Förderung EFRE Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung 165.000,00 € Drittmittel für das Teilprojekt Stadtteileltern werden durch eine Stiftung bereitgestellt. Eine schriftliche Finanzierungs- zusage liegt vor. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 121 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.19 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schu- len im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganz- tags in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße, Inhalt Ausgangslage Die Familie ist für jedes Individuum die erste und gleichzeitig nachhaltigste Sozialisationsinstitution. Als zentraler Ort des Au f- wachsens und der Identitätsbildung stellt sie für Kinder den g e- sellschaftlichen Mikrokosmos kultureller Leitbilder dar. Jeder Mensch erfährt in der Familie soziale Normen, Geborgenheit und intensive Beziehung. Familie symbolisiert den Wunsch nach persönlichem Glück. Jeder Mensch hat eine Familie, jeder braucht sie von Geburt an bis ins hohe Alter. Bislang wurden keine vergleichbaren Ansätze auf gesamtstädt i- scher Ebene realisiert. Das Projekt wurde in der A G § 78 SGB VIII Familienbildung entwickelt. Projektspezifische Einwohnerdaten der Jugendhilfeplanung (Stand 31.12.2014) begründen den räumlichen Bedarf: Buchheim Einwohnerinnen und Einwohner insgesamt 11.892 0 bis 3 Jährige 407 3 bis 6 Jährige 379 6 bis 10 Jährige 477 10 bis 15 Jährige 613 0 bis 15 Jährige gesamt 1.876 Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund 6.300 Haushalte mit Kindern 1.314 Alleinerziehende 344 Arbeitslosenquote insgesamt 16,3 Prozent Buchforst Einwohnerinnen und Einwohner insgesamt 5.130 0 bis 3 Jährige 138 3 bis 6 Jährige 142 6 bis 10 Jährige 193 10 bis 15 Jährige 253 0 bis 15 Jährige gesamt 726 122 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund 2.730 Haushalte mit Kindern 509 Alleinerziehende 142 Arbeitslosenquote insgesamt 17,2 Prozent Mülheim-Nord Einwohnerinnen und Einwohner insgesamt 7.535 0 bis 3 Jährige 257 3 bis 6 Jährige 245 6 bis 10 Jährige 339 10 bis 15 Jährige 396 0 bis 15 Jährige gesamt 1.237 Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund 4.636 Haushalte mit Kindern 770 Alleinerziehende 266 Arbeitslosenquote insgesamt 24,6 Prozent Keupstraße Einwohnerinnen und Einwohner insgesamt 3.341 0 bis 3 Jährige 118 3 bis 6 Jährige 107 6 bis 10 Jährige 157 10 bis 15 Jährige 183 0 bis 15 Jährige gesamt 565 Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund 2.535 Haushalte mit Kindern 363 Alleinerziehende 110 Arbeitslosenquote insgesamt 24,5 Prozent In den Sozialrä umen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim- Nord und Keupstraße liegt der Schwerpunkt auf der Sicherung der bereits bestehenden Projekte „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschule“. Es gibt bereits zwei konkrete Anfragen, das Projekt „Griff bereit“ für Kinder von 0 bis 3 Jahren zusätzlich durchzuführen und so die Mütter und Väter in da s frühkindliche Bildungssystem einzubinden. In Abhängigkeit vom konkreten Bedarf werden weitere in der Projektbeschreibung dargestellte Angebotsmodule eingesetzt. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 123 Starke Veedel – Starkes Köln Bereits bestehende Durchführungsorte von „Rucksack in der Kita“ (aktuell durch Nachhaltigkeitsmittel gefördert): Familienzentrum Berliner Straße 20, Familienzentrum Am Steinbergsweiher. 14, Familienzentrum Am Stadtgarten / Charliestraße 11 Familienzentrum Kita Sonnenstrahl Knaufstraße 3 Familienzentrum Graf-Adolf-Straße 24 Familienzentrum Wittener Straße 10 Familienzentrum Rasselband Clevischer Ring 176 Kita Fröbel Tausendfüßler Ulitzkastraße 34 Kita Böckingstraße 53 Kita Kalk-Mülheimer-Straße 278 Bereits bestehende Durchführungsorte von „Rucksack in der Grundschule“ (aktuell durch Nachhaltigkeitsmittel gefördert): KGS Horststraße GGS Kopernikusstraße Projektbeschreibung Eingebettet in lokale Strukturen wird ein breit gefächertes Unte r- stützungssystem aufgebaut, das Familien fördert und aktiviere n- de Impulse im Gemeinwesen setzt. Damit werden sowohl Bi l- dungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern gefördert als auch Eltern und Familien unterstützt. Unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunft werden allen Kinder und Jugendlichen positive Zukunftschancen eröf f- net. Bildung und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und i h- ren Eltern werden von Geburt bis zur Ausbildung gefördert. Je- des Kind soll körperlich und seelisch gesund im Arbeitsleben ankommen. Es wird eine Präventionskette (weiter-)entwickelt, die bereits be- stehende Maßnahmen und weit ere notwendige Maßnahmen einschließt und miteinander verbindet. Mit dieser Prävention s- kette werden Schutzfaktoren gefördert und Risikofaktoren ve r- mindert. Die Präventionskette muss die verschiedenen Stationen und Einflussfaktoren in der Entwicklung der Kin der in den Blick nehmen. Risikoanfällig sind vor allem Übergänge zwischen den einzelnen Lebens - und Erziehungsphasen (Transitionen). Hier setzen die Familienbildungsangebote an. Methoden Offene Sprechstunden, Eltern -Kind-Kurse, Elternkompetenztrai- nings, Elternseminare, Elterncafes, Nachbarschaftshilfen und 124 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln haushaltsnahe Dienstleistungen, Elternbildungsprogramme „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundsch u- le“, Familie und Nachbarschaft (FuN) sowie Qualifizierungen für Erzieherinnen, Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen im offenen Ganztag. Durchgeführt werden die Projekte von Mitarbeiterinnen der F a- milienbildung, die eine Zusatzqualifikation zur Elternbegleiterin (Elternchance II) erfolgreich abgeschlossen haben und qualif i- ziert wurden, niederschwellige auch aufsuchende Zugänge zu Familien zu erschließen, die bisher von Angeboten der Famil i- enbildung nur selten erreicht werden konnten. Ebenso verfügen sie über interkulturelle Kompetenz mit den besonderen Schwe r- punkten: Elternkompetenz stärken: Bedeutung von Bildung, indiv i- dueller Förderung und Bildungsverläufen vermitteln Bildungsoptionen eröffnen: Angebote zur Bildungsbegle i- tung und -beratung einrichten Schulwahl begleiten: Eltern bei diesen Entscheidungen Information anbieten Diagnose stellen: Fähigkeiten von Kindern einschätzen und nach Bedarf Familien an andere Dienste vermitteln Zusammenarbeit verbessern: Erziehungs - und Bildung s- partnerschaften zwischen Familien und Fachkräften in Kinderbetreuung und Schule fördern Innovative Familienbildung etablieren: neue Formen und Inhalte der Eltern- und Familienbildung einrichten Netzwerke bilden: Zusammenarbeit mit anderen eltern - und kindbezogenen Einrichtungen stärken Die Angebote werden bei Bedarf bei interkultureller Zusamme n- setzung der Te ilnehmenden mit einer Doppeldozentur (mutte r- sprachliche Fähigkeiten und Deutsch) durchgeführt, um sprac h- liche Barrieren und Kommunikationshindernisse zu minimieren. Die Angebote „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Ruc k- sack in der Grundschule“ basieren auf dem peer-to-peer Ansatz, die Evaluation der Angebote belegt ihre Wirksamkeit. Diese drei Angebote werden in enger Abstimmung mit dem Kommunale n Integrationszentrum (KI) als Fachdienststelle durchgeführt. Ein wichtiger Aspekt bei den Angeboten für F amilien ist die g e- genseitige soziale Unterstützung, die Erfahrungen der gemei n- sam verbrachten (Lern-) Zeit und der Austausch im Rahmen e i- ner geschützten Gruppe. Dienste und Angebote, die Familien dringend benötigen , werden gebündelt. Hierzu zählen Bildung, Erziehung und Betreuung. Ein Beispiel für die Umsetzung der Präventionskette in Abspr a- che mit der Sozialraumkoordination: Angebote für Schwangerschaft, Geburt, Mutterschutzzeit Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 125 Starke Veedel – Starkes Köln Ganzheitliche Geburtsvorbereitung Begleitung bei der Geburt und Nachsorge Angebote im 1. Lebensjahr Babynest Elterncafe 1. Lebensjahr Elternstart NRW, Guter Start mit Baby (haushaltsnahe Dienstleitung) Angebote im 2. bis 6. Lebensjahr Elterncafe Griffbereit Gesund aufwachsen Rucksack in der Kita Eltern-Kind-Gruppen Elternbegleiterinnen (Elternchance II) Angebote im 6. bis 10. Lebensjahr Elternbegleiterinnen (Elternchance II) Rucksack in der Grundschule Elterntraining (starke Eltern-starke Kinder, FuN) Eltern-Kind-Gruppen Angebote ab 10 Jahre Elterncafes, Elterninformationsabende, Elterntrainings, El- ternwerkstätten, Elternbegleiterinnen (Elternchance II) Die Projekte sind mit de n Sozialraumkoordinationen vorabbe- sprochen. Über Familienzentren und Kitas, die bereits am Pr o- gramm „Rucksack“ teilnehmen bestehen in den Sozialrä umen bereits Kontakte zu folgenden Einrichtungen, mit denen im Pr o- jekt kooperiert werden soll: CSH Familienberatung, Kitas, KIWI, Sozialraumkoordination Familienhaus Buchforst AK Kind und Familie Buchforst Stadtteilkonferenz Buchforst Buchheimer Treff Familienladen Buchheim Buchheimer Selbsthilfe Vingster Treff (KIWI) 126 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Lebenshilfe Köln e.V. Diakonisches Werk Zentrum für Frühförderung gGmbH GGS Kopernikusstraße GS Wuppertaler Straße KGS Stankt Mauritius FS Berliner Straße GHS Rendsburger Platz OGS Alte Wipperfürther Straße Darüber hinaus sollen weitere Kooperationspartner gewonnen werden. Organisation Die Organisationsstruktur des Projektes gliedert sich in drei B e- reiche: Steuerung im Fachamt, in den Sozialräumen und Umset- zung in den Sozialräumen Zur Ge währleistung der ordnungsgemäßen Durchführung und Abwicklung des Moduls ist es notwendig, in einer Organisat i- onseinheit die administrativen Aufgaben des Projektes zu bü n- deln und den Informationsfluss zu sichern. Die Öffentlichkeitsa r- beit für das Projekt wi rd koordiniert und das Projekt nach außen vertreten. Zentrale Aufgaben der Geschäftsführung für das Projekt sind: Mittelbewirtschaftung Vergaben Verträge Controlling Evaluation Dokumentation, Erstellen von Zwischen - und Endberic h- ten Koordination von Arbeitsgruppen Vertretung des Projektes nach außen Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt Zielgruppe Kinder, junge Erwachsene in der Familiengründungsphase, Müt- ter und Väter in prekären Lebenslagen, Bezugspersonen und Nachbarschaften Ziele Operative Ziele Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 127 Starke Veedel – Starkes Köln formen Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt Neue bedarfsgerechte Angebotsstrukturen entwickeln un- ter Berücksichtigung bewährter evaluierter Ansätze Projektziele Bei den gesetzten Zielen muss berücksichtigt werden, dass F a- milien eine heterogene Zielgruppe sind, die sich differenziert durch eine Vielfalt von divergierenden Bildungsbarrieren, Par t- nerschaftskonstellationen, ethnischen Abstammungen und u n- terschiedlichen ökonomischen Grundlagen unterscheiden. Entwicklung einer förderlichen Beziehung zwischen Eltern und Kindern Entwicklung einer Erziehungspartnerschaft zwischen E l- tern und pädagogischen Fachkräften Vermittlung von Kompetenzen, die Erwachsene und Ki n- der brauchen, um unter den gegenwärtigen Bedingungen von Gesellschaft, Arbeit und Kindheit „Familie zu leben“ und die mit Familie verbundenen Aufgaben sicher, gela s- sen und mit Freude zu erfüllen. Aktivierung und Beteiligung von Eltern Deswegen wird die Beteiligungsbereitschaft der Eltern an den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihrer Kinder g e- fördert. Es entsteht für die Familien eine sichtbare Ve r- bindlichkeit und Verlässlichkeit der Angebote: Nieder- schwellige familienstärkende und – unterstützende Ange- bote und Hilfen für Eltern, Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. Gesundheitsförderung Die Familie ist der früheste und aussichtsreichste Ort für die Prägung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen. Sie ist ebenso der Ort, an dem Fehlentwicklungen erkannt und alternative Lösungen entwickelt werden können. Vor diesem Hintergrund trägt die Gesundheitsförderung zu einer positiven Veränderung der Lebensqualität von F a- milien bei, unterstü tzt die Entwicklung eines ganzheitl i- chen Körperbewusstseins und ermutigt, neue Handlung s- alternativen umzusetzen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch Information , Unterstützung und Begleitung Indikatoren Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Anzahl der durchgeführten Angebote, Evaluation durch regelmäßige Teilnehmerbefragung 128 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Kosten Personalkosten 1 Stelle Projektleitung großer Projekte 93.540,00 € pro Jahr / 187.080,00 € für 2 Jahre Bei einem Stundenumfang von 19 Stunden pro Woche: 45.571,00 € pro Jahr / 91.142,00 € für 2 Jahre 1 Stelle herausgehobene Projektmitarbeit 81.300,00 € pro Jahr / 162.600,00 € für 2 Jahre Bei einem Stundenumfang von 19 Stunden pro Woche: 39.608,00 € pro Jahr / 79.215,00 € für 2 Jahre 1 Stelle Assistenz 58.980,00 € pro Jahr / 117.960,00 € für 2 Jahre Bei einem Stundenumfang von 19 Stunden pro Woche 28.734,00 € pro Jahr / 57.468,00 € für 2 Jahre Personalkosten gesamt: 113.913,00 € pro Jahr / 227.826,00 € für 2 Jahre Sachkosten Sachkostenbudget Marketing / Öffentlichkeitsarbeit (gegebenen- falls über Querschnittsbudget) Sachkosten gesamt 6.250,00 € pro Jahr / 12.500,00 € für 2 Jahre Programmkosten 20 Angebote pro Jahr Kosten je Angebot durchschnittlich insgesamt 6.820,00 € 6.620,00 € Honorarkosten 200,00 € Materialkosten Honorarkosten 132.400,00 € pro Jahr / 264.800,00 € für 2 Jahre Materialkosten 4.000,00 € pro Jahr / 8.000,00 € für 2 Jahre Programmkosten gesamt: 136.400,00 pro Jahr / 272.800,00 für 2 Jahre Gesamtkosten 250.313,00 € pro Jahr / 500.626,00 € für 2 Jahre Davon 2017: 250.313,00 € Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 129 Starke Veedel – Starkes Köln Davon 2018: 250.313,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die ko n- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßna h- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Ki n- derinteressen und Jugendförderung Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Im Bereich früher Hilfen und der Bekämpfung von Armut werden die Angebote mit den Akteuren i n den Sozialrä umen zielgrup- penspezifisch nach Bedarf entwickelt, soweit sie nicht bereits im Vorfeld abgestimmt wurden. 130 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.20 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Gemeinsam für Grundbildung im Veedel in den Sozialrä u- men Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Aktuellen Studien zufolge leben in Köln mehr als 100.000 funkt i- onale Analphabetinnen und Analphabeten (circa 16 Prozent der Deutsch sprechenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.) Davon sind maximal fünf von hundert als Lernende in Alphabeti- sierungskursen angemeldet. Die Erfahrung zeigt, dass e rfolgrei- che Prävention s- und Interventionsstrategien heterogene Zie l- gruppen und Problemlagen berücksichtigen müssen. Dabei ist Grundbildung eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufg a- be, die nicht nur im Alphakurs stattfind et. Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und niederschwelliger Ansatz g e- schaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffnerfunktion“ in Ric h- tung Regelangebot. Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Köln, die Universität zu Köln und die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. im Sommer 2014 das Kölner Zent rum für Grundbildung und Prävention ins Leben gerufen. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums sind: Netzwerkarbeit unterstützen Angebotsstrukturen weiterentwickeln Zugangswege erschließen und systematisch nutzen Präventionsstrategien etablieren Arbeitsgrundlage sind die Empfehlungen des Landesbeirates für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung , wobei im Ra h- men des Projektes „Gemeinsam für Grundbildung im Veedel“ die folgenden Empfehlungen von besonderer Bedeutung sind: „Eine Grundbildungsoffensive zu initiieren Grundbildung als Aufgabe von Schule zu fokussieren Ressortübergreifendes Einbeziehen von Familie n, vo r- schulischen Einrichtungen, Schulen, Arbeitswelt, Ve r- braucherschutz und politischer Bildung Neue Zugänge und Formate zu ermöglichen…“ Es ist davon auszugehen, dass in den elf Kölner Sozialräumen und damit auch in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße der Anteil der funktionalen Analphabeten noch einmal deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegt. Auch wenn hinsichtlich der Korrelation zwischen Grundbildung s- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 131 Starke Veedel – Starkes Köln defiziten und wirtschaftlicher, politisch -kultureller und gesun d- heitlicher Benachteiligung die Datenlage noch nicht befriedigend ist, zeigen vorliegende aktuelle Studien, dass Grundbildungsd e- fizite in einem zirkulären Wirkungszusammenhang Ursache und Folge dieser Benachteiligungsformen sind. So weist die leo – Level-One Studie (leo -Studie) zur Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus deutliche Übereinstimmungen zwischen wirtsc haftlicher Benachteiligung und funktionalem Analphabetismus auf. Andere Studien ko m- men für politisch -kulturelle und gesundheitliche Benachteiligung und Grundbildungsdefizite ebenfalls zu stark ausgeprägten Z u- sammenhängen („Literacy changes Lives" des Natio nal Literacy Trust, 2008). Funktionaler Analphabetismus „ist gegeben, wenn die schrif t- sprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als selbstverstän d- lich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen g esellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden und gesellschaftliche Teilh a- be zu garantieren.“ (Q: Alphabund 2010) Aktuelle Studien wie LEO Level One (2011) und PIAAC (2012) sehen dabei eine hohe Korrelation zwischen fehlenden grundle- genden Kompetenzen und Arbeitslosigkeit / SGB II -Bezug, pre- kären Lebensverhältnissen, Überschuldung, Armuts- und Krank- heitsrisiko und Bildungsbenachteiligungen in Familienstrukturen. Dabei ist, ähnlich wie bereits bei PISA, das erzielte Kompeten z- niveau in hohem Maße abhängig von der sozialen Herkunft. Projektbeschreibung Aufgabenverständnis Durch die Verbindung von Praxis und Forschung im Bereich Grundbildung und Prävention soll die gemeinsame Entwicklung und kontinuierliche Bewertung der Wirkung von Interventionen ermöglicht und Grundbildungsarbeit als partizipativ geplante Hi l- fe zur Selbsthilfe und als effektive und effiziente Intervention etabliert werden. Grundbildung umfasst in unserem Verständnis „Kompetenzen in den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftlicher Teilha- be, wie Rechenfähigkeit (Numeracy), Grundfähigkeiten im IT - Bereich (Computer Literacy), Medienkompetenz (Media Lit e- racy), Gesundheitsbildung (Health Literacy), Finanzielle Gru nd- bildung (Financial Literacy) und Soziale Grundkompetenzen (Social Literac y).“ (Q uelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2012) . Damit ist Grundbildung eine Fähigkeit, die über die Lese - beziehungsweise Schreibkompetenzen hinau s- geht, diese aber beinhaltet. Basierend auf den Erfahrungen der langjährigen Alphabetisi e- rungs- und Grundbildungsarbeit der Volkshochschule Köln und der Projekte PAGES und CURVE, die im Rahmen des Bunde s- programms alphabund umgesetzt wurden, wird angestrebt, als 132 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Heranführungsstruktur zu den klassischen Alphabetisierung s- kursen und unter Bezugnah me auf den oben zitierten umfa s- senden Grundbildungsbegriff, sozialräumlich verortete Grundbil- dungsangebote zu den Themen Lese- und Schreibkompetenzen (Literacy) Rechenfähigkeit (Numeracy) Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy), Medienkompetenz (Media Literacy) Gesundheitsbildung (Health Literacy) Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy) Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy) zu entwickeln und umzusetzen. Umsetzung Die Umsetzung des Projektes erfolgt in allen elf Kölner Sozia l- räumen, da die Bedarfslagen in Bezug auf verbesserte Grun d- bildungskompetenzen vergleichbar sind. Dabei wurde der im Monitoring Stadtentwicklung der Stadt Köln verwendete Index „Soziale Lage“ zu Grunde gelegt, der für die elf Kölner Sozia l- räume besondere Handlungserfordernisse im gesamtstädtischen Vergleich ausweist. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrategie der Stadt Köln im Integrierten Handlungskonzept „ Starke Veedel –Starkes Köln“ zunächst in Form einer Pilotphase in den folgenden Soz i- alräumen: Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keu p- straße Meschenich und Rondorf Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausweitung des Angebotes auf die weiteren Sozialräume: Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Bocklemünd / Mengenich Höhenberg und Vingst Ostheim und Neubrück Humboldt / Gremberg und Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitnah auf alle Sozialräume übertragen werden können und Strategien der Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 133 Starke Veedel – Starkes Köln Teilnehmendengewinnung und Formatentwicklung zunächst in einer Teilgruppe erprobt werden können, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden. Geplante Vorgehensweise Gewinnung von Lernenden für Grundbildungsangebote T 0 -Befragung: Erhebung der vorhandenen Wissensb e- stände und Verhaltensweisen der Lernenden Entwicklung von modularen Curricula für die unterschie d- lichen Literacy-Dimensionen Umsetzung der Curricula in Kursen in den jeweiligen So- zialräumen des Programmgebietes T 1 -Befragung: Veränderung der Wissensbestände und Verhaltensweisen der Lernenden Erarbeitung von Handreichungen für Dozentinnen und Dozenten als Grundlage einer Übernahme der Curricula - Inhalte in den Regelbetrieb wie zum Beispiel in Alphabeti- sierungskurse und in beschäftigungsfördernde Maßna h- men Abgrenzung des ESF -Einzelprojektes zu den Programmen der ESF-Förderung Ausschlaggebend für das Vorhaben ist die Tatsache, dass über die bestehenden Alphabetisierungskurse nur maximal 5 Prozent der funktionalen Analphabeten erreicht werden. Die Gründe hier- für liegen unter anderem in den zentralen Angebotsstrukturen, umfangreichen Curricula, Mindestteilnehmendenzahlen sowie verfügbaren Lernorten und Lernzeiten. Das Projekt „Grundbildung im Veedel“ ist den klassischen A l- phabetisierungskursen als niedrigschwelliges dezentrales inhaltlich differenziertes Grundbildungsangebot vorgeschaltet und dient der Heranfü h- rung der Lernenden an die Regelstrukturen durch neue Angebo- te. Diese Angebote unterscheiden sich in Umfang und Format deut- lich von Alphabetisierungskursen im Regelangebot, da sie bei geringem Umfang der Lerneinheiten modular aufgebaut sind und darauf abzielen, kurzfristige Lernerfolge zu vermitteln. Grundbil- dungsangebote bieten eine Brücke, um wieder Zugänge zu A n- geboten der Regelsysteme zu finden, etwa das Nachholen von Schul- oder Berufsabschlüssen oder die Teilnahme an Ber a- tungs- und Bildungsangeboten. 134 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Erreichung der Zielgruppen Die Gewinnung der Teilnehmenden erfolgt durch eine enge K o- operation mit den sozialräumlichen Strukturen vor Ort, die gleichzeitig auch als Lernorte in das Projekt eingebunden we r- den. Beispielhaft seien hier genannt: Kitas / Familienzentren Schulen Jugendeinrichtungen Bürgerzentren Migrantenorganisationen, zum Beispiel Moscheevereine Interkulturelle Zentren Beratungsinfrastrukturen vor Ort Weitere Zugangsstrukturen und Lernorte werden im Projekt identifiziert und für die Grundbildungsarbeit aktiviert. Des Weit e- ren erfolgt eine Kooperation mit den Stadtteileltern - und Integra- tionslotsen-Projekten, um Teilnehmende für die Kursangebote durch die aufsuchenden Strukturen zu gewinnen. Ergänzt wird die Teilnehmendengewinnung durch eine enge Ko- operation mit dem Kölner Beratungsservice und dem Kölner Ve- edelscenter (KVC) , den Arbeitsmarktakteuren, den Komp e- tenzagenturen und Bildungsträgern im Programmgebiet . Eta b- liert wird eine Verweis - und Lotsenstruktur, durch die Bildungs - und Sozialberatung auf Grundbildungsangebote verweist und umgekehrt aus der Grundbildungsteilnahme in die Bildungs- und Beratungsangebote vermittelt wird. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte Bürgerinnen und Bürger mit Grundbi l- dungsdefiziten in den elf Sozialräumen: Erwachsene Familien und Jugendliche / Junge Erwachsene Ziele Operatives Ziel Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Projektziele Mit dem Projekt „Gemeinsam für Grundbildung im Ve e- del“ soll im Programmgebiet eine Grundbildungsoffensive gestartet werden, um so benachteiligte Stadtteile und bi l- dungsbenachteiligte Bewohnerinnen und Bewohner, b e- sonders von Armut Betroffene wie Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migrationshinte r- grund durch die Möglic hkeit des Erwerbs von alltagsb e- zogenen Grundbildungskenntnissen zu stabilisieren und Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 135 Starke Veedel – Starkes Köln zu unterstützen. Das Projekt schließt mit seinen Grundbildungsformaten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichze i- tig auf der infrastrukturellen Ebene durch di e Schaffung niedrigschwelliger quartiersbezogener Grundbildung s- netzwerke, die auf Dauer angelegt sind. Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter IP 9 (b) formulierten Zielsetzung „ Verbesserung der Integration benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vo l- lem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung. Indikatoren Anzahl der entwickelten Grundbildungsformate Anzahl der erreichten Lernenden nach Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund, Status (Kursteilnahmen) Anzahl der realisierten Angebote Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltungen Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für D ozentin- nen und Dozenten Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Multiplika- torinnen und Multiplikatoren 136 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Kosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für die Sozial - räume Buchheim und Buchforst sowie Mül- heim-Nord und Keu p- straße pro Jahr 2 Jahre Stellen- anteile für die Sozial- räume anteilige Kosten Personalkosten 1 Stelle Gesamtprojektle i- tung (Projektleitung kleine Pr o- jekte) 86.460 € 172.920 € 0,18 31.440 € 1 Stelle Päd. MA (Projek t- mitarbeit) 74.940 € 149.880 € 0,18 27.251 € 1 Stelle Wiss. MA (Projek t- mitarbeit) 74.940 € 149.880 € 0,18 27.251 € Personalkosten gesamt: 472.680 € 472.680 € - 85.942 € Davon Haushaltsjahr 2017: 236.340 € - 42.971 € Davon Haushaltsjahr 2018: 236.340 € - 42.971 € Sachkosten Honorare Dozentinnen und Dozenten (insgesamt 7.200 Unte r- richtseinheiten) 82.800 € 165.600 € - 30.109 € Seminarräume / Lernmat e- rialien 48.000 € 96.000 € - 17.455 € Marketing / Öffentlichkeit s- arbeit 5.000 € 10.000 € - 1.818 € Qualifizierung der Dozenti n- nen und Dozenten 2.500 € 5.000 € - 909 € Qualifizierung der Akteure vor Ort (Inhalte und strukturelle Themen) 2.500 € 5.000 € - 909 € Sachausgaben gesamt: 281.600 € - 51.200 € Davon Haushaltsjahr 2017: 140.800 € - 25.600 € Davon Haushaltsjahr 2018: 140.800 € - 25.600 € Gesamtkosten 754.280 € - 137.142€ € Davon Haushaltsjahr 2017: 377.140 € 68.571 € Davon Haushaltsjahr 2018: 377.140 € 68.571 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die ko n- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßna h- me. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 137 Starke Veedel – Starkes Köln Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung Es ist geplant das Projekt in Kooperation mit U niversität zu Köln und der Lernenden Region – Netzwerk Köln e.V. (Kölner Zen t- rum für Grundbildung und Prävention) umzusetzen. Förderung ESF-Einzelprojekt Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 138 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.21 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Ferienschulen in den Sozialräumen Buchheim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Sprache ist das Medium und der Schlüssel zum Lernen in allen Fächern. Entsprechende Kompetenzen bilden eine Vorausse t- zung für den Schulerfolg. Die Herausforderung in mehrsprach i- gen Klassen besteht darin, alle Kinder so zu unterstützen, dass sie die Schulsprache Deutsch möglichst gut und auch schnell beherrschen. Ferienschulen sind ein geeignetes Instrument, den Schulerfolg neu zugewanderter und sozial benachteiligter Kinder zu fördern. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projekts sollen 22 Ferienschulen an Grundschu- len im Programmgebiet der elf Sozialräume angeboten werden. Hierüber können bis zu 600 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Das Projekt setzt bei den Erfahrungen des Strukturförderpr o- gramms MÜLHEIM 2020 an. Hier konnten in der Zeit von 2011 bis 2014 alle Grundschulen im Programmgebiet mit einem ve r- gleichbaren modularen Konzept für eine Zusammenarbeit in dem Thema „Sprachförderung“ gewonnen werden. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrategie der Stadt Köln im Integrierten Handlungskonzept „Starke Veedel –Starkes Köln“ zunächst in Form einer viermonatigen Pilotphase in den folgenden Sozialräume. Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keu p- straße Meschenich und Rondorf Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Nach der Durchführung von je einer Ferienschule in den vier P i- lotstandorten erfolgt die Ausweitung des Angebotes au f die wei- teren Sozialräume: Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Bocklemünd / Mengenich Höhenberg und Vingst Ostheim und Neubrück Humboldt / Gremberg und Kalk Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 139 Starke Veedel – Starkes Köln Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitnah auf alle Sozialräume übertragen werden und didaktische und org a- nisatorische Konzepte zunächst in einer Teilgruppe erprobt we r- den können, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass in den elf Kölner Sozialräumen und damit auch in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße der Anteil an Grundschu l- kindern mit besonderem Sprachförderbedarf noch einmal deu t- lich über dem städtischen Durchschnitt liegt, da der Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund höher und die sozio-ökonomische Lage der Familien schwieriger ist als in der Gesamtstadt. Während der Schulferien (Oste rn / Sommer / Herbst) können Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf an ihrer Grundschule an einer kostenlosen Ferienmaßnahme teilne h- men, die auf die Verbesserung der Sprachkompetenzen in der Muttersprache und in der deutschen Sprache ausgerichtet ist. Während der Maßnahme werden die Kinder in Kleingruppen (sechs Kinder) von je zwei Lehramtsstudentinnen und - studenten betreut. Die Sprachförderung basiert auf der DemeK Methode. Charakteristisches Kennzeichen der Ferienschule ist die Verbi n- dung von spielpädagogischen Elementen mit lebendiger Sprach- fördertätigkeit zur Verbesserung der alltags - und bildung s- sprachlichen Kompetenzen. Den Abschluss der Ferienschule bildet am letzten Tag ein Abschlussfest, zu de m auch die Eltern und Geschwisterkinder eingeladen werden. Im Rahmen des Ferienschulen -Konzeptes werden die teilne h- menden Grundschulen hinsichtlich der Optimierungsmöglichke i- ten für erfolgreiche mehrsprachige Unterrichtskonzepte beraten und unterstützt, so dass die Wirkung der Ferienschulen im Schulalltag aufgegriffen und fortgeführt werden kann. Abgrenzung des Vorhabens zu Regelangeboten Bereits im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 konnten Fe- rienschulen nur durch die damals verfügbare Förderung real i- siert werden, da keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten ver- fügbar waren. Vergleichbare kompetenzorientierte Angebote wie der Talen t- CAMPus im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ richten sich an Schülerinnen und Schüler in der Sek undarstufe 1, haben nicht den klaren Fokus auf Sprachförd erung und können somit nicht übertragen oder zur Finanzierung herangezogen werden. Ferienschulen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konzeption und Umsetzung erheblich von den Regelangeboten im Offenen Ganztag, da entsprechende Betreuungsschlüssel und or ganisa- torische Voraussetzungen im schulischen Regelbetrieb nicht 140 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln realisiert werden können. Gleichwohl wirken die Ferienschulen durch die vermittelten Kompetenzen in den schulischen Alltag und geben in Kombination mit den Beratungsangeboten wichtige Impulse für mehrsprachigen Unterricht in den beteiligten Grun d- schulen. Zielgruppen Schülerinnen und Schüler der beteiligten Grundschulen Beteiligte Grundschulen in den elf Sozialräumen Lehramtsstudentinnen und -studenten Ziele Operatives Ziel Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze Projektziele Sprachliche Kompetenzen erweisen sich zunehmend als grun d- legende Qualifikation für eine vollständige Teilhabe am gesel l- schaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Ziel des Projektes ist es, mit einem umfassenden modularen Konzept die sprachliche Kompetenz von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte und Ki n- dern aus sozial schwachen Familien zu fördern. Sprachförd e- rung versteht sich im Rahmen der Projektumsetzung in einem doppelten Sinne: als Förderung der Bildungssprache Deutsch im Deutsch - und Fachunterricht, da viele Schülerinnen und Schüler auch während der Schulzeit noch Deutschlerner sind als Förderung der Herkunftssprachen (Schriftsprache) in Koordination mit dem Erwerb der deutschen Sprac he als Anknüpfen an den Stärken der mehrsprachig aufwac h- senden Migrantinnen und Migranten Ein weiteres Ziel ist die frühzeitige und umfassende Vermittlung von Praxiswissen für Lehramtsstudentinnen und –studenten, die in den Ferienschulen erfolgt. Indikatoren Anzahl der beteiligten Grundschulen Anzahl der erreichten Schülerinnen und Schüler Anzahl der zum Einsatz kommenden Lehramtsstudenti n- nen und -studenten Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 141 Starke Veedel – Starkes Köln Kosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße pro Jahr 2 Jahre Stel- lenan- teile für die Sozial- räume anteilige Kosten Personalkosten 0,5 Stellenanteile Herausgehob e- ne Projektarbeit 40.650 € 81.300 € 0,09 14.782 € Personalkosten gesamt: 40.650 € 81.300 € 14.782 € Sachkosten 11 Ferie n- schulen 22 Ferie n- schulen - € Honorar- und Sachkosten (pro Ferienschule 8.000 €) 88.000 € 176.000 € - 32.000 € Sachausgaben gesamt: 88.000 € 176.000 € - 32.000 € Davon Haushaltsjahr 2017: 140.800 € - 25.600 € Davon Haushaltsjahr 2018: 140.800 € - 25.600 € Gesamtkosten 257.300 € - 46.782 € Davon Haushaltsjahr 2017 128.650 € 23.391 € Davon Haushaltsjahr 2018 128.650 € 23.391 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die ko n- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßna h- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung in Koop eration mit dem Ko m- munalen Integrationszentrum. Es ist geplant , die positiven Umsetzungserfahrungen aus dem Strukturförderprogram MÜLHEIM 2020 mit den Kooperation s- partnern Lernende Region – Netzwerk Köln e.V., Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) sowie dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln umz u- setzen. Förderung Gegebenenfalls geeignetes Landesprogramm des MFLJS oder MSW oder des BAMF (Sprachkurse) Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 142 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 1.0.26 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Willkommen und Ankommen in Köln in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keu p- straße Inhalt Ausgangslage Köln ist die vier t-größte Stadt Deutschlands. Aufgrund ihrer Strukturen vor allem aber durch ihr tolerantes und offenes Stadtbild verfügt die Stadt über eine hohe Anziehungskraft s o- wohl bei Studierenden, Alleinlebenden, Familien und Personen aus dem Um - und Ausland. Aus dies em Grund zählt Köln auch zu einer der wachsenden Städte Deutschlands. Ein Faktor ist u nter anderem der seit vielen Jahren anhaltende Zuzug von EU -Bürgerinnen und Bürger. An der Spitze der Kö l- ner aus EU -Mitgliedsstaaten standen zum Stichtag 31.12.2015 Italiener (18.745), Polen (9.632) und Griechen (5.776). Bezü g- lich dieser Staatsangehörigen ist in den vergangenen Jahren ein moderater und relativ linearer Anstieg der Einwohnerzahlen zu verzeichnen. Seit dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007 ist die Zahl der gemeldeten EU-Bürgerinnen und Bürger aus den beiden Staaten deutlicher als bei allen anderen Zuwanderern aus den EU -Mitgliedsstaaten gestiegen. Zum 31.12.2015 hat sich die Zahl auf insgesamt 10.497 Menschen erhöht (6.548 Bulgaren, 3.9 49 Rumänen). Dazu gibt es in Köln eine nicht quantifizierbare Anzahl an EU -Bürgerinnen und Bürgern, insb e- sondere aus den beiden genannten Staaten, die nicht gemeldet sind, sich aber sowohl vorübergehend als auch regelmäßig in Köln aufhalten. Schon anhand der Meldedaten über Zuzüge und Fortzüge lassen sich hohe Fluktuationsquoten nachvollziehen, die 2014 bei rund 51 Prozent, in den Jahren 2011 bis 2013 so- gar zwischen 65 und 70 Prozent lagen. Der Zuzug von Zugewanderten konzentriert sich nicht auf einige wenige Quartiere, sondern verteilt sich über das ganze Stadtg e- biet. Besonders betroffen sind dabei zwangsläufig die Gebiete und Quartiere, die mit vergleichsweise hohen Arbeitslosenqu o- ten und entsprechend hohen Anteilen von Transferleistung s- empfängerinnen und -empfängern, noch relativ preisgünstigem Wohnungsbestand zu den benachteiligten Stadt teilen und - vierteln in Köln gehören. Hierzu zählen auch die Sozialrä ume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße. Die Freizügigkeit innerhalb der EU g ründet für alle EU - Bürgerinnen und -Bürger auf dem Recht zur Arbeitssuche und dem Aufenthaltsrecht sowohl zur Arbeitssuche als auch für die Dauer der Beschäftigung in jedem EU-Mitgliedsland. Menschen, die in ihren Herkunftsländern eine schulische Bildung und eine berufliche Qualifizierung erfahren haben, finden sich auf dem hiesigen Arbeitsmarkt relativ gut zurecht und könnten sich und ihre Familien oft selbstständig finanzieren und ernä h- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 143 Starke Veedel – Starkes Köln ren. Ausgrenzungs - und Diskriminierungserfahrung sind zum Teil dennoch ursächlich für den schwierigen zuweilen perspe k- tivlosen Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt. Insbesondere Fra u- en aus den benannten Zuzugsländern sind von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Studien zu folge, erfahren gerade Frauen aus Sinti und Roma F amilien häufiger Diskriminierung aufgrund von Zuschreibungen, die diesen Personen gegenüber getroffen werden, als andere. Zugänge in den Arbeits- aber auch Wohnungsmarkt sind erschwert, da sowohl Arbeitgeber als auch Wohnungseigentümer häufig zurückschreck en, Familien aus EU-Ost-Ländern eine Wohnung zu vermieten beziehungsweise einen Ar beits- oder Ausbildungsplatz anzubieten. Somit kann davon ausgegangen werden, dass qualifizierte Personen aus den beschriebenen Gründen, einen deutlich schwereren Start in das hiesige System haben, als andere. Die aktuelle Zuwanderungssituation weist aber eben auch eine große Anzahl von Menschen auf, die in ihren Herkunftsländern bereits großer Not ausgesetzt waren, ohne Zugang zu Bildung, adäquat bezahlter Beschäftigung, Gesu ndheitsversorgung und menschenwürdigen Wohnbedingungen. Die Menschen ohne echte Perspektive auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sichern ihren täglichen Lebensunterhalt unter anderem durch Gelegenheitsar- beiten, Sammeln von Schrott und Flaschen, Verwertung von Sperrmüll aber auch durch Bettelei oder persönliche Verdingung bis hin zu Prostitution. Um den daraus heraus resultierenden Anforderungen begegnen zu können, hat die Stadt Köln das ESF -Projekt „Willkommen in Köln“ im Zeitraum 01.01.2014 bis 31.12.2015 durchge führt. Im Zentrum aller Aktivitäten stand die nachhaltige Integration der Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Südosteuropa in den A r- beitsmarkt und das soziale Umfeld. Schwerpunkte des Projektes waren der Aufbau von Begegnungs- und Beratungsstellen sowie die Durchführung von Sprachkursen. Die Verbindung von aufs u- chender Beratungstätigkeit und fester Beratungsstelle als A n- laufpunkt erwies sich als erfolgreiche Strategie für die Teilne h- mendengewinnung und die Umsetzung der Beratungsarbeit. Die Vielzahl der multiplen Vermittlungshemmnisse der Zugewande r- ten (Wohnsituation, Krankenversicherungsschutz, soziale Abs i- cherung, Schulden) verzögerte jedoch eine schnelle Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt. Im Fokus stand daher erst einmal der Abbau dieser Hemmnisse . Die Beratungen wurden dann Zug um Zug mit arbeitsaktivierenden Maßnahmen kombiniert. Die Unterstützungs- und Beratungsangebote konzentrierten sich in diesem Projekt im Wesentlichen auf die Stadtteile Ehrenfeld, Kalk und Mülheim. Das Ministerium für Arbeit und Soziales NRW fördert für ein wei- teres Jahr arbeitsmarkt relevante Projekte im Kontext der Z u- wanderung aus Südosteuropa. In dem Folgeprojekt „Weiteren t- wicklung Willkommen in Köln“ werden in 2016 die Erkenntnisse aus der zweijährigen Projektumsetzungsphase aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Maßnahmen im Projekt konzentrieren sich 144 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln auch hier auf die Stadtteile Ehrenfeld, Kalk und Mülheim. Im Rahmen der neuen ESF-Förderphase in Nordrhein-Westfalen wird das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ ab 2017 die guten Ansätze aus den beiden vorangegangen Projekten aufgreifen und auf die bisher nicht berücksichtigten Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße übertragen. Im zukünftigen Projekt ist der zentrale Inhalt die A r- beitsmarktintegration sowie die Themenfelder Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile gegenüber der beschriebenen Zie l- gruppe. Denn die Unterstützung und Mobilisierung der anko m- menden Personen ist nicht ausreichend. Ein Zusammenspiel zwischen der Aufnahme- und Ankommenden-Gesellschaft muss forciert werden, um eine zielführende und erfolgreiche Integrat i- on für alle Beteiligten zu erlangen. Niedrigschwellige Unterstützung, die im Vorfeld der Arbeit s- marktintegration erforderlich ist, erhalten die Menschen ab dem 01.01.2016 über Angebote, die aus dem Europäischen Hilf s- fonds finanziert werden. Die Angebote aus dem EHAP sollen den Menschen bei der Bewältigung des Alltags in Deutschland helfen, sie für Beratungsstrukturen des regulären Hilfesystems sensibilisieren und an diese heranführen sowie bei der Überwi n- dung von sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen. Das ESF - Projekt als Schnittstelle knüpft hier an zwei Stellen an. Zum e i- nen unterstützt es die Zugewanderten bei der Arbeitsmarkti n- tegration. Die Zugewand erten verfügen über sehr unterschiedl i- che Ausgangssituationen im Hinblick auf ihre Chancen der I n- tegration in den Arbeit smarkt. Sowohl der Bildungs - bezie- hungsweise der Ausbildungsstand, die tatsächliche Arbeitserfah- rung als auch der arbeitsrechtliche Stat us sind sehr vielfältig. In der Regel sind die Sprachkompetenzen der deutschen Sprache für eine schnelle Integration in Beschäftigung zu gering. Best e- hende Potenziale, Fähigkeiten und Kenntnisse müssen identif i- ziert werden. Ebenso wichtig ist die Förderung der Sprachkom- petenz. Zum anderen wird ein Schwerpunkt des Projektes auf die Öffnung von Betrieben und Ausbildungseinrichtungen sowie Ämtern und Dienststellen gelegt. Im Rahmen von Diversity wird sowohl die Zielgruppe als auch die Aufnahmegesellschaft als Zielgruppe betrachtet. Wie beschr ieben, haben Erfahrungen g e- zeigt, dass Integrationsmaßnahmen eindimensional nicht zie l- führend sind, deshalb fokussiert Willkommen und Ankommen in Köln alle Beteiligten gleichermaßen. Projektbeschreibung Das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ setzt hier mit einem sogenannten integrierten Konzept, einer Kombination aus Kompetenzfeststellung, Sprachförderung, Beratung und Begle i- tung abgestimmt auf die Zielgruppe, sowie Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen, Begegnung und A ustausch an beide Zielgruppen (Arbeitnehmerinnen und –nehmer sowie Arbeitgeberinnen und - geber) gerichtet, an. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 145 Starke Veedel – Starkes Köln Das Ziel der Arbeitsmarktintegration soll in enger Abstimmung mit maßgeblichen Kölner Arbeitsmarktakteuren und anderen mit der Zielgruppe vertrauten Institutionen wie zum Beispiel Jobcen- ter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer Migran- tenselbsthilfeorganisationen, Antidiskriminierungsstellen und weitere erreicht werden durch: Zielgruppensensible Beratung Kompetenzfeststellung im Rahmen der arbeitsmarktlichen Integration Sprachkurse Gewinnung von Arbeitgeber innen und -gebern zur Quali- fizierung der Zielgruppe (Kombination von einem Prakt i- kum und auf den Job ausgerichtete Sprachkurs) Begleitung in bestehenden Beschäftigungsverhältnissen Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Berufsab- schlüssen Fachberatung für berufliche Abschlüsse Begleitung vor und nach Anerkennung von Abschlüssen Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer innen und - nehmern Coaching im Rahmen der dauerhaften Integration Begegnung und Austausch sowie Sensibilisierung auf beiden Seiten Vermittlung der Projektteilnehmenden in sozialversich e- rungspflichtige Beschäftigungs- beziehungsweise in Aus- bildungsverhältnisse Aufbau einer Unterstützungsstruktur für die Zugewande r- ten als auch die Arbeitgeber der Zielgruppe Zielgruppe Personen aus der E uropäischen Union mit Schwerpunkt Süd-Osteuropa im Alter zwischen 18 und 55 Jahren Frauen und Männer zu gleichen Anteilen Ziele Operative Ziele Schaffung von bedarfsgerechten Angebotsstrukt uren und / oder Arbeitsplätzen Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Verstärkte Arbeitsmarktintegration von Armut Bedrohten / Betroffenen 146 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Projektziele Aktivierung, Heranführung und Integration in den A r- beitsmarkt und die Sozialräume Konzeption eines umfassenden Begleitprogramms Qualifikation durch ausbildungsähnliche Strukturen und Sprachkurse Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung Indikatoren Anzahl der Fortbildungsveranstaltungen Anzahl der Teilnehmenden Anzahl Personen, die mit Abschlüssen qualifiziert wurden Anzahl Personen Vermittlungen in den Arbeitsmarkt Kosten Personal und Sachkosten (Summen) Pro Jahr für 2 Jahre Projektleitung mittlere Projekte 1/3 Stelle Pauschale 28.820 € 57.640 € Herausgehobene Projektmitarbeit 1/3 Stelle Pauschale 27.100 € 54.200 € Gesamt: 55.920 € 111.840 € Weiterleitung an Träger Herausgehobene Projektmitarbeit, 1 Stelle Pauschale 81.300 € 162.600 € Öffentlichkeitsarbeit 10.000 € 20.000 € Qualifikation der Akteure vor Ort 10.000 € 20.000 € Qualifikation der Teilnehmenden 40.000 € 80.000 € Gesamt 141.300 € 282.600 € Gesamtkosten 394.440,00 € Davon 2017: 197.220,00 € Davon 2018: 197.220,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Übertragung dieser Maßnahme auf andere Sozialräume sowie eine Weiterentwicklung sind denkbar. Die konkrete For t- führung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststelle Diversity Förderung ESF, B 1 im Rahmen der Einzelfallentscheidung Der Eigenanteil der Stadt Köln wird durch die Stellung von Pe r- sonal erbracht. Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 147 Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.3 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Laufende Nummer 2.0.4 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum Buchheim und Buchforst: Fläche Wuppertaler Straße / Stegwiese Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße: Weiterentwic k- lung des Spielplatzes Rixdorfer Straße Einrichtung von Angeboten zum Skaten, BMXen und anderen Trendsportarten sowie Spiel - und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in den beiden Sozialräumen Inhalt Ausgangslage In den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim- Nord und Keupstraße besteht eine große bis sehr große Unte r- versorgungen von öffentlichen Spiel - und Bolzplatzflächen. Laut Rankingliste der Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln verfügt allein der Stadtteil Buchheim mit einem Flächenfehlbedarf von aktuell insgesamt 16.501 m² unter Berücksichtigung von Ei n- wohnerdichte und Anteil an Mehrfamilienhäusern sowie Anza hl und Anteil der hier lebenden Kinder und Jugendlichen über die dritthöchste Priorität aller 86 Kölner Stadtteile. Buchforst liegt in diesem Stadtteilranking auf Platz 8 (Sortierung nach Rang, 1 = höchster Bedarf). Mülheim liegt in diesem Ranking auf Platz 27. Neben einem hohen Fehlbedarf an ausgebauten öffentlichen Spiel- und Bolzplatzflächen (Quantitative Bewertung) ist auch die Qualität auf den sechs öffentlichen Spiel - und Bolzplatzflä- chen in Buchheim und den drei öffentlichen Spiel- und Bolzplatz- flächen in Buchforst von geringer Wertigkeit. In den letzten zwei Jahren konnte eine größere zusammenhängende Spielplatzfl ä- che in Buchheim neugestaltet werden. Dies hatte eine leichte , aber nicht ausreichende Anhebung der qualitativen Bewertung des Sozialraumes zur Folge. Dem grundsätzlich vorhandenen und aufgrund der teilweise z u- nehmenden Einwohnerzahlen20 jährlich steigenden Flächenfeh l- bedarf kann nur mit neu geschaffenen Spiel- und Bewegungsflä- chen entgegengewirkt werden. Ein enorm hoher Handlungsbedarf ergib t sich darüber hinaus auch aus den vorhandenen Bevölkerungsstrukturen sowie den gegebenen familiären und sozialen Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen. In Buchheim und Buchforst sind 17,9 Prozent aller Einwohner innen und Einwohner Kinder und Juge ndliche bis 18 Jahre. Im 20 Von 2007 bis 2013 stieg die Einwohnerzahl in dem Sozialraumgebiet Buchheim und Buchforst um 774 Personen. In Mülheim Nord und Keupstraße ist die Einwohnerzahl von 2007 bis 2013 um 110 Personen gesunken. 148 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße sind 19,6 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. In den Sozialräumen lebt somit ein hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern, der zugangsberechtig t zu ö f- fentlichen Spielplätzen ist. Die qualitative Situation auf den neun Spiel- und Bolzplätzen in den Sozialräumen Mülheim -Nord und Keupstraße ist vergleichbar zu Buchheim und Buchforst. Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters - und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungs- räume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorientierten , sportlichen Angeboten dringend erfo r- derlich. Kinder un d Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich dabei aufgrund fehlender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell au s- gewiesenen Flächen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt niederschwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Ausgrenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Projektbeschreibung Unterschiedliche bewegungsorientierte Räume zur Ausübung von Trendsportarten wie Inlinern, Skaten , Klettern und BMXen, die auch als (de-)zentrale Jugendtreffpunkte mit Aufenthaltsqua- lität zum Treffen, Chillen und Kommunizieren genutzt werden können, sind bedarfsgerecht herzurichten. Entsprechend des Bedarfes ist folgende Fläche für einen pr o- jektbezogenen Umbau vorgesehen: Sozialraum Buchheim und Buchforst: Fläche Wuppertaler Straße / Stegwiese: Trendsport zum Beispiel Klettern (nicht Skaten + BMX) auf der vorgehaltenen Fläche Wuppertaler Straße / Stegwiese Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 149 Starke Veedel – Starkes Köln Der öffentliche Spielplatz Wuppertaler Straße / Stegwiese ist ein zweigeteilter Spielplatz in Köln-Buchheim. Im nördlichen Teil der Spielplatzfläche befindet sich lediglich e i- ne Tischtennisplatte. Der südliche Teil des Spielplatzes ist an der Wuppertaler Straße gelegen und ist nicht ausgebaut. Hier befindet sich eine fa st 5.000 m² große Grünfläche. Die beiden Bereiche liegen etwa 200 Meter fußläufig voneinander entfernt und sind durch einen Fußweg miteinander verbunden. 150 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Angrenzend an den Spielplatz Wuppertaler Straße / Stegwiese befindet sich die Gesamtschule Zweigstel le Wuppertaler Straße in Köln -Buchheim, die von einem Großteil der i m Sozialraum lebenden Kinder und Jugendlichen besucht wird. Einen Ausbau des südlichen Teiles mit einem Bewegungsang e- bot für die älteren Kinder bis Jugendlichen ist hier dringend e r- forderlich. Das Angebot einer neuen Bewegungsfläche ist auf- grund der Nähe zur Schule gut verortet und wird von den Ki n- dern und Jugendlichen daher voraussichtlich gut angenommen. Sozialraum: Mülheim-Nord und Keupstraße: Weiterentwic k- lung des Spielplatzes Rixdorfer Straße Trendsport auf einer oder zwei Teilflächen des Spielplatzes Rixdorfer Straße. Kombiniert mit Spiel - und Bewegungsmöglich- keiten für die Altersstufe 6 bis 10 Jahre. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 151 Starke Veedel – Starkes Köln Der Spielplatz Rixdorfer Straße ist in mehrere Teilbereiche au f- gegliedert. Einzelnen Bereiche sind komplett abgeräumt und li e- gen seit mehreren Jahren brach. Der Spielplatz Rixdorfer Straße deckt einen großen Einzugsbereich ab. Der nächst gelegen Spiel- und Bolzplatz ist etwa 600 Meter entfernt. Eine Erreichbarkeit des Spielplatzes in östlicher Richtung ist durch die von Norden nach Süden verlaufende Bahntrasse nicht gegeben. An der Pla nung der Maßnahmen werden die in den Sozialräu- men Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keu p- straße lebenden Kinder und Jugendlichen sowie die interessierte 152 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Bewohnerschaft beteiligt. Auf diese Weise kann eine bed arfsge- rechte Gestaltung gewährleistet werden. Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Ziele Operative Ziele Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Fl ä- chen für neue Nutzungen Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Leben s- räume Projektziele Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel - und Bew e- gungsflächen mit hohem Bewegungs - und Aufenthalt s- wert für Kinder, Jugendliche, Familien sowie andere in den beiden Sozialräumen lebende Menschen Schaffung der Voraussetzungen für eine höhere Lebens - und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und B e- wohner der beiden Sozialräume durch Verbesserungen im öffentlichen Raum und dem Wohnumfeld Indikatoren Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebote Umgestaltete Fläche in m² Teilnehmende an den Kinder -, Jugend- und Bürgerbetei- ligungen Verminderung des Fehlbedarfes, Erhöhung der zur Ve r- fügung stehenden Flächen (in m²) Kosten Sachkosten / Baukosten Sozialraum Buchheim und Buchforst: Kostenschätzung 125.000,00 € Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstraße: Kostenschätzung 240.000,00 € Gesamtkosten für beide Sozialräume: 365.000,00 € Davon 2017: 60.833,33 € Davon 2018: 201.666,67 € Davon 2019: 91.666,67 € Davon 2020: 10.833,33 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie Förderung EFRE mit Kofinanzierung durch Städtebauförderung Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 153 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 2.5.5 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Ein Platz an der Herler Straße – Treffen und Verweilen im Veedel Buchheim Inhalt Ausgangslage Buchheim ist einer der ältesten Orte im rechtsrheinischen Köln und durch große zusammenhängende Wohnquartiere und einen abwechslungsreichen Landschaftsbereich geprägt. Buchheim ist mit rund 12.900 Einwohner innen und Einwohnern trotz der zentralen Lage im Stadtbezirk Mülheim und der fl ä- chendeckenden Bebauung sehr ursprünglich geblieben. In Buchheim -Mitte und Alt -Buchheim prägen überwiegend g e- schlossene Baublöcke mit bis zu fünf Geschossen, die sich über ganze Straßenzüge erstrecken, das Stadtbild. Diese ur bane Dichte wird nur an wenigen Stellen im Sozialraum durch öffent- lich zugängliche Freiflächen unterbrochen. Aufenthaltsflächen zum Verweilen und Begegnen sind hier kaum vorhanden. Am Schnittpunkt der Quartiere Buchheim -Mitte und Alt - Buchheim trifft die Alte-Wipperfürther Straße auf die Herler Str a- ße. Vier Baublöcke schaffen an dieser Stelle einen spannenden Stadtraum, der großes Potenzial für einen Veedels -Platz hat. Wichtige Fußwegeverbindungen führen über diese Fläche in und aus den angrenzenden Wohnquar tieren. Den Baublöcken sind städtische Flächen vorgelagert, die zum Teil als Gehwege, Str a- ßenbegleitgrün und Parkplatzflächen genutzt werden. Der Stadt- raum wird durch die Straßentrasse zerschnitten, parkende Autos verhindern wichtige Sicht - und Funktionsbe ziehungen, vorha n- dene kleinere Grünflächen sind nicht gestaltet. Zwar umfasste das Programmgebiet des Strukturförderpr o- gramms „MÜLHEIM 2020“ auch den Stadtteil Buchheim, jedoch waren hier keine Projekte im Handlungsfeld Städtebau vorges e- hen. Im Anschluss an das Programm sollen die stadt- und sozi- alräumlichen Potenziale in Buchheim nun aktiv genutzt werden. Projektbeschreibung Die Maßnahme sieht dabei folgende Schwerpunkt vor: Neuordnung des Stadtraumes und Bündelung von Fun k- tionen (Parkplätze etc.) Schaffung einer größeren zusammenhängenden Platzfl ä- che mit Aufenthaltsbereichen und Spielmöglichkeiten (ggf. auch Gastronomieangeboten) Erhöhung des Grünanteils Schaffung sicherer Fußgängerquerungen In die Umgestaltung können aktuelle Aspekte der Fre i- raumgestaltung im Hinblick auf stadtklimatische Herau s- 154 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln forderungen (Klimawandel: Hitze, Starkregen etc.) mit einfließen. Phase 1 (Entwurf) Erarbeitung der Entwurfsplanung (Leistungsphasen 1 bis 3 HOAI) durch beauftragte Landschaftsarchitekten Durchführung von 2 Work shops vor Ort (Auftakt, Zw i- schenpräsentation) in der Planungsphase (Stadtpl a- nungsamt, Sozialraumkoordination, Landschaftsarchitekt, Beteiligungsbüro, Öffentlichkeit) Vorstellung der Planung Umsetzungskonzept (Umgang mit Parkplätzen während Bauphase) Phase 2 (Ausführung) Erarbeitung Ausführungsplanung, Vergabe, Bauleitung, Ausführung (Leistungsphasen 5 bis 9 HOAI) Zielgruppe Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteils, insbesondere Gruppen mit beschränktem Aktionsradius (z.B. Senior innen und Senioren, Kinder und Jugendliche), welche dadurch einen h o- hen Stadtteilbezug haben und für die zentrale Aufenthaltsqual i- tät und Kommunikationsmöglichkeiten im Stadtteil von besond e- rer Bedeutung sind. Ziele Operative Ziele neugeordneter Stadtraum aufgewertete Begegnungs- und Lebensräume Projektziele Erhöhung der Verweildauer und Aufenthaltsqualität höhere Lebensqualität Verbesserung der Integrations - und Kommunikation s- möglichkeiten durch Begegnungsräume Stärkung der lokalen Identität Verbesserung des Mikroklimas durch Entsiegelung, E r- höhung des Grünanteils Belebung des Infrastrukturangebots geringere Verwahrlosungstendenzen wohnortnahe Freiraumqualitäten Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten Indikatoren umgestalteter Platzfläche in m² begrünte und entsiegelte Platzfläche in m² Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 155 Starke Veedel – Starkes Köln Aufenthaltsbereiche in m² Kosten (brutto) Sach- / Ausbaukosten Ausbaukosten 624.750,00 € SiGeKo 10.000,00 € Vermessung 4.000,00 € Planung Landschaftsarchitekt (Leistungsphasen 1 bis 3) 23.750,00 € Ausführungsplanung (Leistungsphasen 5 bis 9) 53.200,00 € Durchführung Beteiligung/Workshops 7.800,00 € Gesamtkosten 723.500,00 € Davon 2017: 13.900,00 € Davon 2018: 35.850,00 € Davon 2019: 445.550,00 € Davon 2020: 228.200,00 € Alle Angaben grobe Schätzungen, da aktueller Planungsstand keine genaue Kostenermittlung zulässt. Die Stadt Köln wird die Maßnahme ausschreiben und nach Auswertung den entsprechenden Auftrag erteilen. Verteilung der Kosten mit Auftragsvergabe 2017 Leistungsphasen 1 und 2 10.800,00 € Beteiligung (Auftakt) 3.100,00 € Zwischensumme 13.900,00 € 2018 bis 2020 Leistungsphasen 3 und 5 33.750,00 € Beteiligung (Zwischenpräsentation) 2.100,00 € Zwischensumme 35.850,00 € Leistungsphasen 6 und 8 anteilig 22.300,00 € Ausführung anteilig 416.550,00 € SiGeKo anteilig 6.700,00 € Zwischensumme 445.550;00 € 156 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Leistungsphasen 8 (anteilig) und 10.000,00 € Ausführung anteilig 208.300,00 € SiGeKo anteilig 3.300,00 € Vermessung 4.000,00 € Beteiligung (Abschluss, Dokumentation) 2.600,00 € Zwischensumme 228.200,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 45 Monate / 3,75 Jahre 01.10.2017 bis 30.06.2021 Projektverantwortung Planung: Stadtplanungsamt Ausführung: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Förderung Städtebauförderung Bemerkung Die Maßnahme kann ggf. kombiniert werden mit Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen aus Maßnahme 4.0.2 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 157 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 2.5.6 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Umgestaltung der Frankfurter Straße in Buchheim (zwischen Heidelberger Straße und Ackerstraße) Inhalt Ausgangslage Quartiersprägende vierspurige Stadtstraße als Abschnitt der rechtsrheinischen Verkehrstangente zwischen Köln - Mülheim und Köln-Porz mit platzartigen Aufweitungen, Geschäfts - und Gastrono- miebesatz sowie zahlreichen Abbiege- bzw. Querungsbe- ziehungen u nter and erem zu einem angrenzenden Gy m- nasium Nach vorwiegend verkehrstechnischen Kriterien gestalt e- ter Straßenraum mit diversen Abbiegespuren, bislang o h- ne Berücksichtigung des Radverkehrs und mit ungeor d- neter Nutzung der Seitenräume Unmittelbar angrenzende Wohnbebauung mit Geschäften / Gastronomie im Erdgeschoss Projektbeschreibung Die Umgestaltung der Frankfurter Straße in diesem Tei l- bereich stellt eine Fortführung der bereits umgesetzten Neugestaltung im Bereich der Frankfurter Straße zw i- schen Wiener Platz und Bahnhof Mülheim dar, wo bereits eine Verlagerung des Schwerpunktes von der verkehrl i- chen Funktionalität auf die städtebaulichen Ansprüche gelungen ist. Reduzierung der Fahrbahnflächen auf das notwendige Maß zu Gunsten der Gehwege / Aufenthaltsflächen zur Optimierung der Aufenthaltsqualität Stärkung der Aufenthaltsfunktion durch entsprechende Straßenraumgestaltung einschließlich Begrünung und Neuordnung des ruhenden Verkehrs Berücksichtigung und sichere Führung des Radverkehrs auf Schutzstreifen in diesem Abschnitt; damit Herstellung eines Netzschlusses zwischen den Radfahrstreifen auf dem nordwestlich angrenzenden Einkaufsboulevard der Frankfurter Straße in Mülheim und den südlich der Ei n- mündung der Heidelberger Straße angrenz enden Ra d- wegen geradlinige Führung des Radverkehrs auf der kreuzenden Veloroute von der Kölner Innenstadt über Köln-Holweide / Köln-Dellbrück bis nach Bergisch Gladbach im Bereich der Einmündung der Heidelberger Straße Sicherung des gegenläufigen Radverkeh rs auf der kurv i- 158 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln gen Arnsberger (Einbahn -) Straße zwischen Bahnlinie und Frankfurter Straße (Teil einer Veloroute zur Mülhe i- mer Brücke) Zielgruppe Anwohnerinnen und Anwohner des Stadtteils Buchheim Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer von und nach Köln - Mülheim Ziele Operatives Ziel Erschlossene und bedarfsgerechte weiterentwickelte Fl ä- chen für neue Nutzungen Projektziele Raumqualitäten verbessern und stärker vernetzen Erhöhung des Radverkehrsanteils auf diesem Straßenab- schnitt Erweiterung der Aufenthaltsflächen für Fußgängerinnen und Fußgänger Indikatoren Umgebaute Fläche in m² Anzahl der gepflanzten Straßenbäume Kosten Geschätzte Sachkosten Straßenachse in Buchheim im Vollumbau 8.500 m² x 150 ,00 € / m²: 1.275.000,00 € Bahnunterführung nach Köln-Mülheim 2.000 m² x150 ,00 € / m²: 300.000,00 € Einmündung Heidelberger Straße im Teilumbau 2.500 m² x 80,00 € / m² : 200.000,00 € Externe Planungskosten: 78.000,00 € LSA-Planungskosten: 25.000,00 € Baukosten (Leistungsphasen 6, 8 und 9 und örtl iche Bauüber- wachung): 33.000,00 € plus 6.500,00 €: 39.500,00 € Gesamtkosten 1.917.500,00 € Davon 2018: 100.000,00 € Davon 2019: 625.000,00 € Davon 2020: 625.000,00 € Davon 2021: 567.500,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate / 3,5 Jahre 01.07.2018 bis 31.12.2021 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Förderung Städtebauförderung Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 159 Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.4 Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung Laufende Nummer 3.0.7 Handlungsfeld: Qualifizierung und lokale Ökonomie Maßnahme Einrichtung von Kölner Veedelscenter (KVC) für Arbeit und Soziales im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage In Ballungsräumen, wie auch Köln, und insbesondere in deren Sozialräumen besteht eine soziale Ungleichheit in der Gesell- schaft und auf dem Arbeitsmarkt. Bei vielen Betroffenen führt der Umstand, langfristig auf den Bezug von Grundsicherung s- leistungen angewiesen und arbeitslos zu sein, zu ökonom i- schen, sozialen und kulturellen Teilhabedefiziten und zune h- menden Exklusionsrisiken. Dazu gehören materielle Verarmung, soziale Isolation, abnehmende Beschäftigungsfähigkeit oder g e- sundheitliche Probleme. Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene wird der soziale Zusammenhalt gefährdet. Die Gefahr der Verfestigung einer Verarmung, eine s finanziellen Abstiegs und sozialer Ausgrenzung besteht für die Mehrheit der Hartz IV -Empfängerinnen und Empfänger. Den Langzeitbezi e- henden im Hartz IV gelingt es kaum, ihre defizitäre Position zu überwinden. Soziale wie arbeitsmarktpolitische Ursachen kö nnen gleiche r- maßen dazu führen, dass Distanz und emotionaler Bezug zur Arbeit verloren gegangen sind. Langzeitbeziehende können häu- fig ihre eigenen Stärken und Schwächen nicht erkennen und thematisieren. Auch fehlt ihnen das Selbstwertgefühl, um das eigene Leben sinnvoll zu gestalten. Arbeitsmarktpolitische Instrumente greifen bei den Betroffenen meist zu kurz. Um die Menschen aus dieser Situation heraus zu holen, müssen Aktivitäten stärker mit sozialpädagogischen U n- terstützungsangeboten einhergehen. Hat ei n sozialer Erosion s- prozess eingesetzt, muss die Stabilisierung der sozialen Situat i- on und der Motivation im Vordergrund stehen. Diese Maßna h- men sollten sich gleichermaßen auf das lebens - wie auf das e r- werbsbezogene Leistungsvermögen beziehen. Die Regelmaßnahmen der Sozial- und Arbeitsverwaltung führen bei der Bekämpfung der Armut nach dem SGB II häufig nicht zu dem gewünschten Erfolg, weil durch die unterschiedliche Tr ä- gerschaft auch Vernetzungen, bezogen auf die individuellen L e- benssituationen der Menschen , eher die Ausnahme sind. Eine ganzheitliche Perspektive muss zunächst zu einer Stabilisierung der Lebensführung beitragen . I st dies weitgehend gelungen, sollten erwerbs- und lebensweltbezogene Förderelemente stä r- ker integriert werden. Von zentraler Bedeut ung sind die bessere Verzahnung unterschiedlicher Institutionen und der Aufbau wir k- samer Netzwerkstrukturen von Soziales und Arbeit auch mit dem Ziel, Präventionsketten zu bilden. Allein mit isolierten Regelmaßnahmen der Sozial - oder Arbeits- 160 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln verwaltung sind diese Probleme nicht zu lösen. Trägerübergre i- fende Angebote und besser abgestimmte Leistungen unte r- schiedlicher Hilfesysteme werden einen weit wirksameren Be i- trag leisten. Es geht darum, neue Wege auszuprobieren und in ein individuelles Hilfeangebot einzupassen. Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstr. Die vorgenannte Beschreibung gilt in auch für den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstr. Während in Köln insgesamt die Quote der SGB II Empfänger bei 13,2 Prozent liegt, sind es für den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße 37,3 Prozent (Stand 2013). Seit Jahren besteht eine konstant hohe Anzahl an Langzeitarbeitslosen, verbunden mit deren zunehmender Verarmung. Erfolge aus dem Strukturförderprogramm „ MÜLHEIM 2020“ be- dürfen für die Bekämpfung der Armut einer weiteren Unterstü t- zung. Der Sozialraum verfügt über den geringsten Anteil an s o- zialversicherungspflichtigen Beschäftigten (37,5 Prozent) im Vergleich zu anderen Sozialräumen in Köln und liegt damit deut- lich unter dem städtischen Durchschnitt. Die Beschäftigungsquo- ten der Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und der unter 25 -Jährigen fällt noch geringer aus. Gleichzeitig ist jede vierte Person arbeitslos und davon ein erheblicher Anteil lan g- zeitarbeitslos. Betrachtet man dies zusammen mit dem hohen Anteil an SGB II -Leistungsbeziehern, wird der erhöhte Unte r- stützungsbedarf für den Sozialraum Mülheim -Nord und Keupstr. deutlich. Projektbeschreibung Das Kölner Veedelscenter für Arbeit und Soziales (KVC) steht für bürgernahen Service und interdisziplinäre Zusammenarbeit, um die unterschiedlichen Zielgruppen zu erreichen. Mit qua r- tiersnahen Beratungsangeboten sollen von Armut betroffene Familien und deren Kinder erreicht sowie deren Bildungs - und Sprachkompetenz gestärkt werden. Als offene Anlaufstelle bietet das KVC Selbsthilfeangebote und Beratung für die von sozialer Ausgrenzung betroffenen Me n- schen. So soll die Einrichtung nicht nur Grundsicherungsem p- fängern offen stehen. Eine nachhaltige Wirkung ist nur über k ombinierte, ineinander- greifende Unterstützungsangebote zu erreichen, weil die wec h- selseitigen Einflüsse zwischen Armut, Gesundheit, Bildung und Langzeitarbeitslosigkeit die Menschen enorm prägen. Die Präventionsketten sind darauf ausgerichtet, ein umfasse n- des und tragfähiges Netz für Menschen in Armut und Langzei t- leistungsbezug unter Beteiligung aller zu entfalten. Dabei geht es nicht darum, ein neues, weiteres Netzwerk zu bilden oder e i- nes zu ersetzen. Ziel ist vielmehr, bestehende Netzwerke, A n- gebote sowie die Akteure so zusammenzuführen, dass ein u n- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 161 Starke Veedel – Starkes Köln tereinander abgestimmtes Handeln im Rahmen einer integrie r- ten Gesamtstrategie möglich wird. Zusätzlich sind ergänzende Angebote zu entwickeln, die den Menschen in ihrer individuellen Situation weiterhelfen, derzeit aber nicht für ihre Lebenswirklic h- keit angeboten werden. Hier soll mit dem KVC ein neuer Ansatz realisiert werden. Die räumliche Zuständigkeit des KVC ist auf den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße begrenzt. In dem KVC sollen viele soziale Dienst leistungen unter dem As- pekt der Bürgerorientierung zusammengeführt werden. Durch die interdisziplinäre Organisation und Arbeitsweise entsteht ein individuelles Hilfeangebot. Durch unterschiedliche Angebote sol- len zu bestimmten Themen alle Bevölkerungsgruppen im Sozial- raum angesprochen werden, um den Zustand der Exklusion und der Separation aufzuheben. Der Ausbau einer integrierten und nachhaltigen Stadt- und Quartierentwicklung wird unterstützt. Was beinhaltet das KVC? Es ist ein sozialer und beruflicher Lernort. Es ist eine Begegnungsstätte. Es liefert Antworten auf alle wichtigen Fragen (Lebens - und Sozialberatung). Es liefert Problemlösungen bei den kleinen Pannen des Alltags. Es integriert Familienangehörige der Hilfesuchenden. Es bindet die Kundinnen un d Kunden und erzeugt direkt und indirekt soziale Bezüge. Es stellt soziale Beratung, psychosoziale Betreuung und Krisenintervention bereit. Es bietet attraktive Zusatzangebote (Gesundheitsorientie- rung, Freizeit, Beruf). Es hilft und unterstützt in allen Fr agen der Qualifikation, Vermittlung und beruflichen Integration. Es hat eine Caféecke als Begegnungs - und Kommunika- tionszentrum. Es hat als Schwerpunktaufgabe, Präventionsketten zu bilden. Beratung – Soziale Angebote – Förderung der Teilhabe am s o- zialen Leben – Angebote zur Selbstentwicklung, Sport und Al l- gemeinbildung – Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten – Be- werbungsunterstützung – Spracherwerb – Qualifizierungsange- bote und Vermittlung in Ausbildung und Beschäftigung sind die Förderkettenglieder für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des KVC. 162 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Abgrenzung und Nähe zu anderen Projekten mit ähnlicher Zie l- richtung / Einbindung in bestehende Strukturen Eine enge Kooperation mit anderen Projekten, z um Beispiel Kölner Beratungs-Service, Grundbildung im Veede l, Familienbil- dung sowie den Arbeits marktakteuren, den Kompetenzagent u- ren und Bil dungsträgern im Sozialraum ist wesentlicher Projekt- bestandteil und Teil eines erforderlichen Netzwerkes. Doppe l- strukturen werden hierdurch auf jeden Fall vermieden. Stärken vorhandener Netzwerkpartner sollen in das KVC eingebunden werden. Netzwerkpartnern werden – soweit erforderlich – Raumkapazitäten im KVC zur Verfügung gestellt. Das Besond e- re des KVC ist die Verbindung vorhandener Strukturen, bezie- hungsweise deren Ergänzung, wenn Bedarfe nicht erfüllt werden können. Vorhandene Regelangebote werden eingebunden und unterstützt. Die Arbeitslosenzentren bieten in der Regel Beratung und U n- terstützung, wenn Menschen Arbeitslosengeld I oder II bezi e- hen, im Alter erwerbslos sind, ein e Rückkehr in den Beruf a n- streben, von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder aufstockende SBG II-Leistungen beziehen. Sie sind Treffpunkt für Menschen ohne Arbeit, suchen mit ihnen nach Möglichkeiten der Beschä f- tigung, versuchen durch Gespräche das Leben lebe nswerter zu machen und Anlaufstelle für sie zu sein. Das KVC ersetzt nicht Arbeitslosenzentren, sondern arbeitet mit ihnen zusammen. Dies lässt sich damit beschreiben, dass es Aufgabe des KVC ist Menschen zu aktivieren, damit sie Arbeit s- losenzentren nutzen. Die Revitalisierung der Menschen für eine gesellschaftliche Tei l- habe ist das durch das KVC angestrebte Ergebnis. Die abgeschlossenen Projekte „Schritt für Schritt “ in fünf nor d- rhein-westfälischen Kommunen haben zur ganzheitlichen B e- trachtung auf Basis einer Peer -to-Peer-Beziehung wichtige E r- kenntnisse gebracht. Das KVC verfolgt den Weg von „Schritt für Schritt, „Betroffene zu Beteiligten zu machen“ und so eine große Anzahl von Langzeitarbeitslosen zu erreichen. Nachhaltigkeit der Maßnahme Die Aktivierung von Menschen, denen es an einer gesellschaftl i- chen Teilhabe fehlt, sie heranzuführen an bestehende Angeb o- te, sie zu begleiten, zu unterstützen und gegen bewährte Verhal- tensmuster zu arbeiten, beinhaltet einen Prozess der Veränd e- rung. Die Kontinuität die ses Handelns wird mit zunehmender Zeit zu einer nachhaltigen Veränderung führen. Parallel dazu soll die arbeitsmarktliche Integration zunehmend in den Verä n- derungsprozess eingeführt werden. Zu Beginn nicht als Dom i- nante, sondern abhängig von dem Reifegrad der erreichten Akti- vierung. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 163 Starke Veedel – Starkes Köln Besonderes Landesinteresse Klassische Maßnahmen zur Beendigung der Langzeitarbeitsl o- sigkeit hatten in der Vergangenheit zu häufig keinen Erfolg, weil sie das The ma nur temporär in den Fokus genommen haben. Bestehende Ange bote w aren mitunter keine Selbstläufer, so n- dern erforderten eine Teil nehmerakquise mit erheblichem Au f- wand. Abbrüche der Teilnehmenden führten zu Maßnahmekarri- eren, ohne dem Ziel, die Lang zeitarbeitslosigkeit abzubauen vielfach näher zu kommen. Der andere Weg de s KVC ist es, durch gesellschaftliche Teilh a- be in einem Folgeschritt die arbeitsmarktliche Integration anz u- streben. Dies ist ein Prozess, der für den in Betracht gezogenen Personenkreis einen längeren Zeitaufwand erfordern kann. Die klassischen Arbeitsmark tinstrumente werden nicht ersetzt, sondern je nach Entwicklung der Teilnehmenden in den Prozess einbezogen. Mit ihnen alleine ist jedoch das angestrebte Ziel nicht zu erreichen. Aufgaben Die Hilfen sollen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen in den Lebens - und Sozialräumen der Menschen angeboten werden. Dieses Angebot beinhaltet auch die Möglichkeit, die Menschen auf kurzem Wege in ihren eigenen vier Wänden aufzusuchen. Aufsuchende Hilfe ist der erste Schritt zur Realisierung einer g e- sellschaftlichen Teilhabe. Das Angebot an Hilfeleistungen des KVC lässt sich nicht a b- schließend beschreiben, weil die individuelle Situation der Me n- schen berücksichtigt werden muss. Dabei ist zu beachten, dass die Dienstleistungen nicht von den Sozialberater n selbst e r- bracht werden müssen und gegebenenfalls nur temporär ve r- fügbar sind. Beispielhaft sei aufgezählt: Aufsuchende Hilfen Begleitung zu Terminen Sozial-, Gesundheits -, Renten -, Schuldner -, Familien -, Berufs-, Bildungs-, Arbeitsberatung Interkultureller Treff Aufbau einer Tagesstruktur Gesprächskreise, Gruppenaustausch moderiert / nicht moderiert Vortragsreihen, zum Beispiel Rente, Hartz IV, Ernährung, Kindererziehung, Führerscheine, Berufskunde unterstützendes Deutsch lernen, Wiederholung Rechnen 164 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten und Minijobs Kurse z.B. Nähen, EDV, Fitness Computertreffeinschließlich Schreiben fertigen, Anträge ausfüllen, Bewerbungsunterlagen erstellen Basteln, Stilberatung, Knigge Arbeitsplatzbesichtigungen, Praktika Eine enge Kooperation mit anderen Projekten, z um Beispiel Kölner BeratungsService, Grundbildung im Veedel, Familienbi l- dung sowie den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenzagent u- ren und Bildungsträgern im Programmgebiet ist wesentlicher Projektbestandteil und Teil eines erforderlichen Netzwerkes. Der ganzheitliche Ansatz des KVC schließt mit seinen aufs u- chenden und sozialräumlichen Formaten Lücken in der Rege l- angebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastrukturellen Ebene durch die Einbindung der be ratenden Einrichtungen im Sozialraum, indem die niedrigschwelligen quartiersbezogenen Beratungsnetzwerke ergänzt werden. Teilnehmerkapazitäten Die geplanten personellen und räumlichen Kapazitäten eines KVC ermöglichen die individuelle Betreuung und Unterstützung von monatlich 150 Personen. Bei einer durchschnittlichen g e- schätzten Verweildauer von 6 Monaten können 600 Personen in der Förderphase aus dem Sozialraum Mülheim -Nord und Keup- straße am KVC teilnehmen. Nicht eingerechnet sind dabei Pe r- sonen, d ie nicht von den Projektmitarbeitern betreut werden, aber einzelne Veranstaltungen, Vorträge, Kurse im KVC in A n- spruch nehmen. Zielgruppe Menschen in äußerst schwierigen Lebenslagen, die nicht (mehr) in soziale Bezüge eingebunden sind, die nicht mehr teilhaben an den Ideen und Realitäten der sozialen Gemeinschaft und die keine persönliche, soziale und berufliche Perspektive sehen. Die Maßnahme soll Arbeitslose, insbesondere Langzeitlei s- tungsbezieher von Arbeitslosengeld II , darunter Migrantinnen und Migranten, Jugendliche ohne Berufsausbildung, Alleinerzi e- hende oder andere Personen, die einen Anspruch auf Arbeitsl o- sengeld II hätten, aber keinen Antrag (mehr) stellen, anspr e- chen. Das Angebot soll grundsätzlich allen Einwohner innen und Einwohnern des Sozi alraumes Mülheim-Nord und Keupstr. zur Verfügung stehen. Ziele Operative Ziele Bedarfsgerechte Angebotsstrukturen schaffen und / oder Arbeitsplätze akquirieren Die von Armut Bedrohten / Betroffenen werden im stärk e- rem Maße in den Arbeitsmarkt integriert Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 165 Starke Veedel – Starkes Köln Verbessertes Übergangsmanagement – Arbeitslosigkeit, gesellschaftliche Teilhabe, Arbeitsmarkt Projektziele Bekämpfung von Armut verbunden mit Beschäftigungsl o- sigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit Minderung beziehungsweise Auflösung jeglicher Diskr i- minierung entstanden durch Armut und fehlende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Auflösung der Isolation benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit Integration in Qualifizierung, Ausbildung und / oder Arbeit, letztlich auch ehrenamtliche Tätigkeiten Indikatoren Anzahl der durchgeführten Beratungen, darunter auch Hausbesuche und Gruppenberatungen Anzahl der Teilnehmenden an den Angeboten des Ve e- delscenters wie Gesprächskreise, Kurse, Vortragsreihen Anzahl der vermittelten Personen in ehrenamtliche Ei n- satzstellen Anzahl der Personen, die eine Ausbildung und Arbeit, d a- runter Vollzeit/Teilzeit/Mini-jobs aufgenommen haben Kosten Personalkosten 1 Vollzeitstelle Projektleitung großer Projekte 93.540,00 € pro Jahr / 187.080,00 € für 2 Jahre 2 Vollzeitstellen herausgehobene Projektmitarbeit 81.300,00 € pro Jahr / 325.200,00 € für 2 Jahre 4 Vollzeitstellen Projektmitarbeit 4 x 74.940,00 € = 299.760,00 € pro Jahr / 599.520,00 € für zwei Jahre 1 Vollzeitstelle Projektassistenz 58.980,00 € pro Jahr / 117.960,00 € für zwei Jahre 0,5 Stelle Honorarkraft als Projektmitarbeiterin 37.470,00 € pro Jahr / 74.940,00 e für 2 Jahre Personalkosen gesamt 1.304.700,00 € Ausgaben für Teilnehmende im Projekt und für Sachkosten nach a) Pauschalisierte ALG II Leistungen an Teilnehmende in Form einer (Kofinanzierung) (300,00 € x 150 Teilnehmende x 24 Monate): 1.080.000,00 € b) Mietanteile 1 Vortragsraum, Caféecke, 2 Beratungsräume für Externe, Raum für Arbeitskreise und Raum für Workshops 166 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln (45.500,00€ pro Jahr x 2 Jahre): 91.200,00 € c) Ausstattung zur Vorposition: PC für Bewerbungen, Drucker, Internetzugang, Beamer, Digitalkamera für Bewerbungsfotos und zur Dokumentation, Tische, Stühle, Kaffeemaschine (12.500,00 € pro Jahr x 2 Jahre): 25.000,00 € d) Kosten für Kur se und Veranstaltungen (Honorare, Leh r- gangsgebühren) (40.000,00 € pro Jahr x 2 Jahre): 80.000,00 € e) e)Verbrauchsartikel für Kurse, Veranstaltungen, Bewerbu n- gen und Caféecke (10.000,00 € pro Jahr x 2 Jahre) 20.000,00 € f) Öffentlichkeitsarbeit (Druck Broschüren , Flyer, Plakate (2.000,00 € pro Jahr x 2 Jahre): 4.000,00 € Ausgaben für Teilnehmende (Kofinanzierung) gesamt : 1.300.200,00 € Gesamtkosten des KVC: 2.604.900,00 € Davon 2017: 1.302.450,00 € Davon 2018: 1.302.450,00 € Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Die Durchführung des KVC soll an einen Träger nach einer Au s- schreibung vergeben werden. Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung der Ma ß- nahme ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rahmen e i- ner modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Das KVC als Maßnahme der Armutsbekämpfung und Revitalisierung will die Menschen bef ä- higen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und eine I n- tegration in den Arbeitsmarkt erreichen. Es wird Betroffene g e- ben, für die der Prozess mit klassischen Förderzyklen von bis zu 24 Monaten zu kurz sein wird. Eine 2. Förderphase soll frühze i- tig eingeplant werden. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren in Kooperation mit dem Jobcenter Köln. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 167 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 3.0.8 Handlungsfeld: Qualifizierung / Lokale Ökonomie Maßnahme „Wirtschaftskoordinator“ - Vernetzung und Stärkung der Lokalen Unternehmerschaft in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die beiden Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße sind durch eine sehr heterogene Struktur gekennzeichnet. In Buchheim und Buchforst liegen das Gewerbegebiet Piccoloministraße im Norden und das Gewerbe - und Industriegebiet Germaniastraße im Süden. Hier haben sich unter anderem gro ßflächiger Auto - und Einzelhandel sowie chemische Betriebe (ACLA Werke GmbH) angesiedelt. Im G e- werbegebiet Piccoloministraße stehen noch diverse Potenzia l- flächen zur Verfügung. Die Nahversorgung ist als gut zu b e- zeichnen. Das erfolgreich restrukturierte Al t-Gewerbegebiet Mülheim-Nord ist vorrangig von Dienstleistungs - und Medienbetrieben gekenn- zeichnet („Schanzenviertel“), einige Straßenzüge weisen eine gemischte Nutzung mit Kleingewerbe auf. Dazu kommen auf der Berliner Straße und Keupstraße eine kleinteil ige, individuelle Geschäftsstruktur mit ethnischer Prägung und hohem Gastr o- nomiebesatz. Der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund liegt mit 50,6 Prozent in Buchheim und Buchforst und 64,3 Prozent in Mü l- heim-Nord und Keupstraße sehr deutlich über dem gesamtstäd- tischen Wert von 34,9 Prozent. Der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner mit geringem Einkommen und entsprechend schwacher Kaufkraft ist ebenfalls wesentlich höher (23,9 Prozent beziehungsweise 37,3 Prozent bei 13,2 Prozent für die Gesamt- stadt). Daraus resultiert, dass sich ein großer Anteil der lokalen Ökonomie in den Sozialräumen aus Einzelhandel und Kleinb e- trieben zusammensetzt, der wiederum geprägt ist durch einen großen Anteil ethnischer Ökonomie. Aus den Erfahrungen der abgeschlossenen EFRE-Projekte „Büro Wirtschaft für Mülheim“ und „Familienfreundliche Kölner Gewerbegebiete“ muss gefo l- gert werden, dass viele dieser kleinen und mittleren Betriebe einen hohen Beratungsbedarf haben. Dieser von den Unte r- nehmen selbst häufig nicht erkannte Bedar f umfasst betrieb s- wirtschaftliche Fragen und Thematiken des Personalmanag e- ments. Projektbeschreibung Es bedarf hier einer aktiven und aufsuchenden Ansprache der Unternehmerinnen und Unternehmer, um Zugang in diese B e- triebe zu bekommen und sie zu einer Be ratung hinzuführen. Er- gänzend soll eine Vernetzung der lokalen Unternehmen zur Stärkung der Sozialräume beitragen. Diese ist aktiv zu initiieren, zu begleiten und zu unterstützen mit dem Ziel, dass sich daraus 168 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln nachhaltige Strukturen entwickeln. Diese Strukturen werden eine Verbesserung der Integration der in den Sozialräumen lebenden benachteiligten Bewohnerinnen und Bewohner in Arbeit und Ge- sellschaft befördern. Ein weiteres Ziel ist eine höhere Beschäftigung i nnerhalb der beiden Sozialräume. Dazu soll eine stärkere Verbindung zw i- schen den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort und den l o- kalen Unternehmen angestrebt werden. Denn eine Beschäft i- gung im nahen Umfeld führt zu geringerem Berufsverkehr und trägt so zur Verringerung der CO² Belastung bei. Der „Wirtschaftskoordinator" geht in den Sozialräumen aktiv auf die (Einzel) -Händler und lokalen Unternehmen zu, er vernetzt diese zum Beispiel durch Schaffung oder Stärkung von Intere s- sengemeinschaften und unterstützt du rch Implementierung r e- gelmäßiger Netzwerktreffen zum Informationsaustausch. Im Wege der aufsuchenden Kontaktaufnahme informiert er die Unternehmen über bestehende Weiterbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote und bringt sie mit den entsprechenden Akteuren wie Kammern, Agentur für Arbeit, Regionalagentur, und anderen zusammen. Hier erfüllt er eine Lotsenfunktion, die es in der Form bislang nicht gibt. Zielgruppe Lokale Unternehmen KMU (bis 250 Mitarbeiter) Ziele Operative Ziele Stärker geförderte und entwickelte Wirtschaftsstandorte / Adressbildung Verbesserte Nahversorgung Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze Projektziele Schaffung von aktiven Netzwerken und Stärkung der U n- ternehmerschaft vor Ort Belebung der Wirtschaft in den Sozialräumen Verbesserung der Arbeitsplatzsituation Indikatoren Anzahl beratener Unternehmen Anzahl Netzwerkgründungen Teilnehmerzahlen an Infoveranstaltungen Kosten Personalkosten (pauschaliert) 0,25 Stelle Projektleitung (LG 1) 25.389,00 € / Jahr 0,75 Stelle herausgehobene Tätigkeit (LG 2) 49.617,00 € / Jahr 0,75 Stelle Mitarbeit (LG3) 34.866,00 € / Jahr Summe 109.872,00 € / Jahr Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 169 Starke Veedel – Starkes Köln Personalkosten gesamt 329.616,00 € Sachkosten Veranstaltungen, Flyer, Internet etc. 18.390,00 € Sachkosten gesamt 18.390,00 € Gesamtkosten 348.006,00 € Davon 2017: 116.002,00 € Davon 2018: 116.002,00 € Davon 2019: 116.002,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017-31.12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Wirtschaftsförderung, Abteilung 804 A r- beitsmarktförderung Förderung EFRE 170 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.5 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Laufende Nummer 4.0.2 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhal- tung und Lärmminderung Maßnahme Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze “ in den Sozia l- räumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die Erge b- nisse in der Studie: „ Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Me t- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zuk ünftig in Köln heißer wird und dass Wette r- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine deutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadtteile gege n- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30 Grad und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25 Grad in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40 Grad erreicht werden. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhu n- derts für das Stad tgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnten zahlrei- che gepflasterte und betonierte Stellplätze, Höfe, Vorgärten oder Garagenauffahrten durch Entsiegelung und Bepflanzun g wieder zur klimatische Abmilderung der Hitzebelastung beitragen. Projektbeschreibung Es gibt zwei Ansätze , die parallel verfolgt werden: Entsiegelung von privaten oder von öffentlichen Flächen. In einem ersten Schritt soll in den Sozialräumen eine Bestands- aufnahme die möglichen potentiellen Flächen erheben, die für eine Entsiegelung zur Verfügung stehen. In einem weiteren Schritt soll die Entsiegelung und Bepflanzung der Flächen durchgeführt werden. Dies e kann durch die Förde- rung von Entsiegelungsmaßnahmen für private und gewerbliche Eigentümer erfolgen. Möglich ist zum Beispiel eine Förderquote von 20 € pro entsiegeltem m². Mit einer entsprechenden Öffen t- Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 171 Starke Veedel – Starkes Köln lichkeitsarbeit in den Sozialräumen soll für die Maßnahme g e- worben werden. Zudem besteht ein integrativer Ansatz, da die Maßnahme durch einen Träger des zweiten Arbeitsmarktes durchgeführt werden kann. Neben privaten Flächen sollen auch öffentliche Flächen (zum Beispiel Plätze) entsiegelt werden. Hier sind mögliche Synergi e- effekte mi t anderen EFRE -Projekten zu prüfen, bei denen im Rahmen von Gestaltungsmaßnahmen auch Flächen entsiegelt werden. Mit der Entsiegelung ist auch eine ökologische Revitalisierung der Flächen durchzuführen. Denkbar ist hier die gezielte Z u- sammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften in den S o- zialräumen. Neben der Regen wasserversickerung vor Ort könn en aus vol l- versiegelten Hinterhöfen grüne Oasen entstehen, die den B e- wohnerinnen und Bewohnern nicht nur eine v erbesserte Aufent- haltsqualität bieten, sondern auch das Bewusstsein für den Kl i- mawandel und Natur stärken. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner Ziele Operative Ziele Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie umwelt- bewusstere Lebensweise Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele Anzahl der sensibilisierten Bewohnerinnen und Bewohner für das Thema „Klimaanpassung / Hitze“ Flächenentsiegelung Indikatoren Entsiegelte Fläche in m² Begrünte Fläche in m² Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner Kosten Personalkosten Eine halbe Stelle E13: 43.050,00 € für drei Jahre Sachkosten Pro m² entsiegelter Fläche fallen Kosten in Höhe von 25 bis 40 € an. Hinzu kommen Planungskosten in Höhe von 20 Prozent. Kostenvolumen 30.000,00 € Es fallen Kosten für Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 10.000,00 € an. Die Kosten zur Bestandsaufnahme sind im G e- samtvolumen enthalten. Berücksichtigt werden in der Kostenka l- kulationen sowohl Maßnahmen für private als auch für öffentl i- che Flächen. 172 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Geschätzte Gesamtkosten 83.050,00 € Davon 2017: 29.350,00 € Davon 2018: 29.350,00 € Davon 2019: 24.350,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt- und Verbraucherschutzamt Förderung EFRE mit Kofinanzierung Städtebauförderung Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 173 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 4.0.4 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinha l- tung und Lärmminderung Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informa- tionsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwic k- lung im Zuge des Klimawandels in den Sozialräumen Buc h- heim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die Erge b- nisse in der Studie: „ Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die Wette r- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine deutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadtteile gege n- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30 Grad und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25 Grad in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximalte m- peraturen von über 40 Grad erreicht werden. Die Zahl der So m- mertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartiere bei lang anha l- tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonders Kleinki n- der, kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesunden Menschen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter Leis- tungsfähigkeit führen. Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemessen und das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheitlichen B e- lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürf tigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende Flüssigkeitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme unterlassen werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Internetseite und als Handy -App eine Hitzewarnung an. Dieser Dienst kann auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden. Projektbeschreibung Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bewo h- nerschaft in den Sozialräumen zu erreichen, die alters - und situ- ationsbedingt diese webbasierte Te chnik nicht nutzen können. 174 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung für Hitzeerei g- nisse bekommen, sondern auch eine entsprechende Verha l- tensänderung beziehungsweise Vorsorge betreiben. So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten werden an besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhalten zu ä n- dern oder die junge Mutter könnte in der Mittagszeit mit ihrem Kind den Schattenplatz aufsuchen. Die Kampagne soll neben allgemeinverständlichen Informati o- nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Menschen, gegebenenfalls in Einrichtungen, benutzen andere Medien als junge Mütter von Kleinkindern. Die Information soll über ve r- schiedene Kommunikationswege verbreitet werden. Hierbei so l- len auch neue Wege eingeschlagen werden. Hierzu ergeben sich in den Sozialräumen mehrere Fragestellun- gen: Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtu n- gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalten aus? Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner e r- reicht, die nicht in einer Einrichtung leben? Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima / Hitzeentwicklung zu kommunizieren? Was sind geeignete Kommunikationsmedien? Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein? Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse andere, um das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren. Mögliche Multiplikatoren sind: Diverse soziale und kirchliche Träger Pflegedienste Grundschulen Sozialraumkoordination Anlaufstellen Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der Hitze - Warnung in der Einrichtung“, beziehungsweise „Erreichbarkeit von alleinlebenden älteren Menschen“ durch die Universität Bonn (Professor Kistemann, Institut für Hygiene & Public Health) im Rahmen von gesundheitsgeographischen Masterarbeiten u n- tersuchen zu lassen. Mögliche Maßnahmen sind: Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 175 Starke Veedel – Starkes Köln Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy -Apps oder das Internetz. Ausgabe von Trinkflaschen Gedrucktes Informationsmaterial Internet / App Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen nach dem Motto „bleib cool“ durchzuführen. Diese sollen an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvorso r- ge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des Ve r- sorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwasser aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisi e- ren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerweh r- schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durch gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute we r- den diese erreicht. Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitzeen t- wicklung kann in Zusamm enarbeit mit dem Gesundheitsamt in die Grundschulen transportiert werden. Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über eine „Hitz e- ampel“ entsprechend informiert werden. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere Ziele Operatives Ziel Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie u m- weltbewusstere Lebensweise Projektziele Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung und Hitze Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle Indikatoren Anzahl der Website-Besuche (Klicks) Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche Kosten Personalkosten 0,5 Stellen E13 beim Umwelt -und Verbraucherschutzamt: 43.050,00 € für 3 Jahre (Die Darstellung der Personalkosten e r- folgt nur nachrichtlich. Diese Kosten werden nicht in die Förd e- rung eingebracht.) Sachkosten Wissenschaftliche Analyse durch die Uni Bonn. 4.000,00 € für 2 Studierende für jeweils 0,5 Jahre 176 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Supervision 4.000,00 € Separate, isolierte Internetpräsenz: 6.000,00 € Veranstaltungen und Infokampagne in den Sozialräumen vor Ort 20.000,00 € Flyer, Informationsmaterial, Trinkflaschen 20.000,00 € Sachkosten gesamt: 54.000,00 € Gesamtkosten 54.000,00 € Davon 2017: 20.000,00 € Davon 2018: 20.000,00 € Davon 2019: 14.000,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt-und Verbraucherschutzamt in Zusammenar- beit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der RheinEnergie und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Förderung BUMB-Programm (Klima), BMBF Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 177 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 4.0.6 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinha l- tung und Lärmminderung Maßnahme Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs / Umweltsensiti- ve Verkehrssteuerung auf der Bergisch Gladbacher Straße in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Anhand des auf Kölner Stadtgebiet durch das Landesumweltamt betriebenen Luftschadstoffmessnetzes liegen Erkenntnisse vor, dass an allen Messstationen Überschreitungen der Grenzwerte der 39. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) festz u- stellen sind. Hierbei steht der Verkehr als wesentliche Emiss i- onsquelle im Vor dergrund. Der Luftreinhalteplan der Stadt Köln hat mit der Umweltzone bereits eine wesentliche Maßnahme zur Reduzierung der Luftschadstoffbelastung umgesetzt. Darüber hinaus sind noch weitere Maßnahmen erforderlich. Projektbeschreibung Ziel des Projektes ist die Reduzierung der verkehrsbedingten Luftschadstoffbelastung, indem auf stark befahrenen Straße n- zügen für eine Verstetigung des Verkehrs gesorgt wird, das heißt die Anfahr- und Bremsvorgänge werden verringert. Es wird eine Wirksamkeitsuntersuchung für die Analyse immissionsr e- duzierender Maßnahmen beauftragt. Für den Belastung s- schwerpunkt im Kreuzungsbereich Clevischer Ring / Mülheimer Brücke wird eine umweltsensitive Lichtsignalanlage bereits in Kürze im Rahmen der Luftreinhaltung umgesetzt. Diese Ma ß- nahme kann auch für die Bergisch Gladbacher Straße eine mög- liche Maßnahme werden. Alternativ sind weitere Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs (beispielsweise A usbau von Kreisverkehren, Geschwindigkeitsbegrenzung) beziehungsweise zur Verkehrsreduzierung denkbar. Auf Grundlage der Wirksa m- keitsuntersuchung werden die für den jeweiligen Belastung s- schwerpunkt herausgestellten Maßnahmen im weiteren Verfa h- ren der Luftreinhaltung aufgenommen. Die Umsetzung der Maßnahme ist für die am stärksten belaste- ten Straßenabschnitte (Bergisch Gladbacher Straße) in den So- zialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße vorgesehen. Zielgruppe Die Maßnahme betrifft die Bewohnerinnen und Bewohner der genannten Sozialräume, die am Straßenverkehr beteiligt sind. Ziele Operatives Ziel Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen 178 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Projektziel Verstetigung des Verkehrs Indikatoren Geringerer Stauanteil Reduzierung der Luftschadstoffbelastung, indem die Messergebnisse für Feinstaub bzw. Stickstoffdioxid red u- ziert werden. Dies kann an der Messstation an der Be r- gisch Gladbacher Straße abgelesen werden. Kosten Geschätzte Gesamtkosten: 50.000,00 € 2017: 10.000,00 € 2018: 20.000,00 € 2019: 20.000,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.2017 bis 12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln Umwelt-und Verbraucherschutzamt Förderung EFRE Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 179 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 4.0.9 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhal- tung und Lärmminderung Maßnahmen Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozia l- raum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität in den Sozialräumen Mülheim -Nord und Keupstraße sowie Buchheim und Buchforst Inhalt Ausgangslage Es ist schon lange bekannt, dass lebendige Tiere eine besond e- re Wirkung bei Menschen in Bezug auf Identifikation und eigene Wahrnehmung erzielen. Das sich Kümmern um andere Lebewe- sen, die geeignete Hilfe bereitwillig annehmen, führt dabei oft zu einer Steige rung des Selbstwertgefühls und kann dazu beitr a- gen, Aggressionen gegen sich und das Umfeld in Fürsorge u m- zuwandeln. Darüber hinaus stellt die Verbesserung der Biodiversität eine wichtige Aufgabe in Zeiten des Artenschwundes und des Klim a- wandels dar, denen es mit geeigneten Mitteln entgegenzuste u- ern gilt. Da die Stadt Köln die Deklaration „Biodiversität in Ko m- munen“ unterzeichnet hat und damit eine freiwillige Selbstve r- pflichtung zur Berücksichtigung der Artenvielfalt in allen Han d- lungsbereichen eingegangen ist, besteht hier konkreter Han d- lungsbedarf, zumal die Kommune bei dem Wettbewerb „Bi o- diversität in Kommunen“ sehr schlecht abgeschnitten hat. Projekte zur gezielten Förderung von Arten, die als Sympathi e- träger gelten, sind dabei besonders geeignet, sowohl dem sozia- len, als auch dem ökologischen Aspekt gerecht zu werden. Projektbeschreibung Es wird eine geeignete Art ausgewählt, für die Schutzmaßna h- men relativ einfach auch durch die Bürgerinnen und Bürger u m- zusetzen sind. Durch den Aufbau einer Internetseite mit allen Informationen rund um diese Tierart und der Darstellung mögl i- cher Schutzmaßnahmen sollen alle Bürgerinnen und Bürger i n- formiert werden. Aktionen vor Ort sollen dabei nicht nur bleibende Strukturen schaffen, sondern unter Mitwirken d er Bürgerschaft erfolgen, so dass eine Identifikation möglich wird. Denkbar sind hier, adäquat zum Spatzenprojekt, Maßnahmenkonzeption und Umsetzung an Schulen und KITAs zur Lebensraumgestaltung, die Entwicklung von Flyern zum Schutz der Art sowie die Ausl obung eines Foto- wettbewerbs zu der Art mit anschließender Kalendererstellung. Die Entwicklung und die Abgabe von Saatgut als direkte oder indirekte Nahrungsgrundlage sowie die Anleitung für Fortpfla n- zungsstätten sollen das Projekt abrunden. Durch die Entwi ck- lung eines Kinderlesebuches soll darüber hinaus das Erlebte weiter gefestigt werden und mit einer Förderung im Bereich L e- 180 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln sekompetenz verbunden werden. Wichtig ist, dass die gewählte Art zum einen als Sympathietr ä- ger wahrgenommen wird, aber auch noch so häufig vorkommt, dass eine Beobachtung durch die Bewohnerinnen und Bewo h- ner ohne großen Aufwand möglich ist. Die Habitate sollten dabei geeignet sein, auch anderen Arten zu helfen. Durch die Anlage eines beschilderten Lehrpfades sollen die Leitart und ihr Lebensraum darüber hinaus für alle erlebbar we r- den. Aus dem Spatzenprojekt liegt bereits eine ganze Reihe von Erfahrungen vor, die im Rahmen eines neuen Projektes genutzt werden könnten. Als mögliche Arten könnten der Igel oder Wil d- bienen gewählt werden. Zum Nachweis der Populationsstärkung könnte eine Kartierung vor Beginn und nach Ablauf der Projek t- zeit in Bezug auf die gewählte Art in den Projekträumen durc h- geführt werden. Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner aller Altersstufen einschließlich gemeinnütziger Vereine und Wohnungsbaugesellschaften Ziele Querschnittsziel Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Verbesserte Umweltbildung und – beratung sowie u m- weltbewusstere Lebensweise Projektziele Identifizierung der Bewohnerschaft mit der gewählten Art Verbesserung des Lebensumfeldes durch die Erweit e- rung oder naturnähere Gestaltung von Grünbereichen Verbesserung der Wertschätzung naturnaher Strukturen Wissenserweiterung über ökologische Zusammenhänge durch Aktionen und Informationen rund um die gewählte Art Verbesserung der Population der gewählten Art Indikatoren Anzahl der verteilten Kalender Anzahl der angelegten Habitatstrukturen Nutzung des Lehrpfades Anzahl der Einsätze des Kinderlesebuches an den Grundschulen Anzahl der Population der Leitart Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 181 Starke Veedel – Starkes Köln Kosten Personal und Sachkosten (Summen) 2016: Erstellung und Druck von Flyern zu Lebensweise und Schutz: 2.000,00 € (Materialkosten und Design Beauftr a- gung) Schulprojekte an einer Pilotschule oder anderen Einric h- tung zur Schaffung geeigneter Habitate: Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 720,00 € Mate- rialkosten: 250,00 € Personal und Sachkosten (Summen) 2017: Abgabe von Nisthilfen und Saatgut zur Schaffung geei g- neter Lebensgrundlagen für die Art durch interessieret Bürgerinnen und Bürger: 5.000,00 € (Materialkosten, Ver- teilung und Designe) Fotowettbewerb und Kalendererstellung 14.000,00 € Schulprojekte an 1 Pilotschule oder anderen Einrichtung zur Schaffung geeigneter Habitate: Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 720,00 € Materialkosten: 250,00 € Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der ersten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Ausste l- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch). 6 Stunden a 30 €; gesamt: 180,00 € Personal und Sachkosten (Summen) 2018: Schaffung geeigneter Habitate im Wohnumfeld als G e- meinschaftsaktion unter Anleitung von Fachleu ten aus dem Naturschutz an einer Örtlichkeit: Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 720,00 € Materialkosten: 500,00 € Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der zweiten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Ausste l- lung, Internetseit e, Arbeitsheft und Kinderlesebuch). 6 Stunden a 30 €; gesamt: 180,00 € Personal und Sachkosten (Summen) 2019: Abschlussbericht Gesamtkosten: 24.520,00 € Davon 2016: 2.970,00 € Davon 2017: 20.150,00 € Davon 2018: 1.400,00 € 182 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2016 bis 30.06.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln, Amt für Umwelt - und Verbraucherschutz in Zusa m- menarbeit mit den lokalen Naturschutzverbänden, Stiftung Rhe i- nische Kulturlandschaft und gegebenenfalls Wohnungsbaug e- sellschaften Förderung EU-Förderprogramm LIFE Gegebenenfalls Natur- und Umweltschutzakademie (MKULNV) Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 183 Starke Veedel – Starkes Köln Laufende Nummer 4.0.10 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinha l- tung und Lärmminderung Maßnahme Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgarten- angebotes in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Inhalt Ausgangslage Köln weist zwar mit seinen fünf naturbezogenen außerschul i- schen Lernorten ein gewisses Repertoire auf, da einige der Ei n- richtungen jedoch nicht gut mit dem öffentlichen Nahverkehr a n- gebunden sind, fällt es vor allem Schulen in den sozial benac h- teiligten Quartieren schwer, die Mittel für einen privaten Bus auf- zubringen. Auch sonst haben Kinder aus diesen sozialen Schichten kaum einmal die Möglichkeit des Besuches naturn a- her Bereiche. Zurzeit können aufgrund des Angebotes zum Bei- spiel nur 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 10 Pr o- zent der Elementarstufe solche Angebote in Anspruch nehmen. Da zusätzliche Umwelt- und Naturbildung n icht durch einmalige Aktivitäten bei Kindern verankert werden können, ist es sinnvoll, entsprechende Lernorte im unmittelbaren Umfeld der Kinder zu platzieren und in ihr tägliches Leben zu integrieren. Da Schule heute überwiegend im Ganztagsbetrieb läuft, besteht darüber hinaus auch die Notwendigkeit, vor Ort Räume mit hoher Au f- enthaltsqualität zu schaffen, damit die Schüler sich in den Pa u- senzeiten erholen können. Dabei kommt natur nahen Strukturen nachgewiesenermaßen eine hohe Bedeutung zu. Projektbeschreibung Durch die Unterstützung der Schulen in Bezug auf die persone l- le und finanzielle Ausstattung soll die Anlage und der Betrieb von Schulgärten an einer Schule unterstützt werden. Durch die Entwicklung lehrplan konformen Unterrichtsmaterials soll die Nutzung des Schulgartens den Lehrerinnen und Lehrern in möglichst vielen Fächer ermöglicht werden. Der erhoffte Effekt soll sein, dass Schülerinnen und Schülern die Herkunft und Wertschätzung von Lebensmitteln näher gebracht wird und der Unterricht durch einen hohen Praxisbezug nachhal- tiger gestaltet wird. Darüber hinaus ist es gerade im Zeitalter der Inklusion von besonderer Bedeutung, dass auch lernschwächere Schülerinnen und Schüler durch ihr Können z um Beispiel im handwerklichen Bereich, die Akzeptanz der Mitschülerinnen und Mitschüler gewinnen. Zusätzlich können durch naturnahe Stru k- turen die motorischen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten verbessert werden und durch das Hegen und den damit selbst erzielten Erfolg das Selbstwertgefühl gestärkt werden. Durch Hilfsgesuche in Bezug auf die Betreuung des Schulga r- tens kann darüber hinaus auch eine nachbarschaftliche Koop e- ration entstehen, die verschiedene Generationen miteinander verbindet und den Zugang zueinander auch in anderen Th e- 184 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln menbereichen ermöglicht. Dadurch soll in den Sozialräumen das Miteinander gefördert werden. Die Maßnahme greift auf bestehende Erfahrungen des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes in der Zusammenarbeit mit Sch u- len zurück. Dazu zählt auch die Erfahrung in der Einbindung der Schulen sowie der Frage nach einer Betreuung an Wochene n- den und in den Ferien. Zielgruppe Interessierte Kinder und Jugendliche der jeweiligen Schulen Einbezug von ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern, zum Beispiel Seniorinnen und Senioren mit einem breit en Wissens- spektrum in Bezug auf gärtnerische Fähigkeiten Ziele Operative Ziele Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s- formen Verbesserte Umweltbildung - und -beratung sowie u m- weltbewusstere Lebensweise Projektziele Lernerfolg und Veränderung des Sozialverhaltens bei Einbezug des Schulgartens in die schulische Bildung s- landschaft Integration lernschwächerer Schülerinnen und Schüler durch Wertschätzung auch der körperlichen Fähigkeiten Wertschätzung und Bewusstseinsbildung in Bezug auf die Herkunft von Lebensmitteln MINT (Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwi s- senschaft und Technik) - Förderung mit Entwicklung von Berufsperspektiven Förderung von Nachbarschaftskooperationen Verbesserung de r Biodiversität durch Schaffung ökol o- gisch hochwertiger Kleinstrukturen Verbesserung der Aufenthaltsqualität an der Schule und klimatische Wohlfahrtswirkung Indikatoren Anzahl der Lehrergespräche Anzahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler Kosten Bedient werden soll 1 Schule über drei Jahre. Betreuung des Schulgartens 40 Wochen á 6 Stunden á 40,00 € = 9.600,00 € pro Jahr Honorarkosten 2.000,00 € Material pro Jahr 10.000,00 € einmalige Materialkosten Erstanlage 4.500,00 € einmalige Kosten für die Zusammenstellung Lehrplan Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 185 Starke Veedel – Starkes Köln konformen Unterrichtsmaterials Gesamtkosten 49.300,00 € Davon 2016: 15.800,00 € Davon 2017: 11.600,00 € Davon 2018: 16.100,00 € Davon 2019: 5.800,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2016 bis 30.06.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Koopera- tion mit dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen Förderung EFRE gegebenenfalls Natur- und Umweltschutzakademie (MKULNV) 186 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln 11.2.6 Handlungsfeld 5: Wohnen Laufende Nummer 5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme Haus,- Hof- und Fassadenprogramm in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keu p- straße Inhalt Ausgangslage Sozialraum Buchheim und Buchforst: Die Stadtteile Buchheim und Buchforst sind mehrheitlich von Mehrfamilienhäusern geprägt. Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen liegt in beiden Stadtteilen über dem städtischen Durchschnitt mit 10,8 Prozent beziehungsweise 12 Prozent. Die GAG Immobilien AG besitzt knapp 3.500 Wohnungen, die in den letzten Jahren saniert wurden. Daher ist insbesondere der Stadt- teil Buchforst durch einen überwiegend sanierten Wohnungsb e- stand gekennzeichnet. Die sozialen Problemlagen werden daher weniger sichtbar als in anderen Sozialräumen des Program m- gebietes. Die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung, die im Rahmen der Demografie-Umfrage 2009 ermittelt wurde, liegt etwas über dem städtischen Durchschnitt, während die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld mit etwa 50 Prozent deutlich unter dem städtischen Durchschnitt von knapp 70 Prozent liegt. Hier zeigt sich ein kl a- rer Handlungsbedarf, durch Investitionen über das geplante Fassadenprogramm an der Aufwertung des Wohnumfeldes aktiv mitzuwirken. Sozialraum Mülheim Nord und Keupstraße: Der Sozialraum Mülheim-Nord und die Keupstraße ist durch eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe geprägt. Die Wohngebä u- de stammen überwiegend aus der Zeit vor 1920 und sind zum größten Teil noch nicht saniert. Durch die gründerzeitliche Ba u- substanz und die innenstadtnahe Lage bestehen Auf wertungs- potenziale, welche mit der Gefahr der Verdrängung der ansäss i- gen Bevölkerung einhergehen. Die GAG Immobilien AG verfügt im Sozialraum lediglich über 800 Wohneinheiten. Der Anteil ö f- fentlich geförderter Wohnungen liegt mit 8,5 Prozent leicht über dem städtischen Durchschnitt. Die Ergebnisse der Demografie -Umfrage 2009 zeigen, dass die Bewohnerschaft überwiegend zufrieden ist. Die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld ist jedoch deutlich geringer ausgeprägt. Ledig- lich jeder dritte gab an, mit dem Wohnumfe ld zufrieden zu sein. Auch hier zeigt sich entsprechend der Umfrage ein klarer Han d- lungsbedarf durch Investitionen über das Haus, - Hof- und Fas- sadenprogramm an der Aufwertung des Wohnumfeldes aktiv mitzuwirken. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 187 Starke Veedel – Starkes Köln Projektbeschreibung Das Fassadenprogramm sol l dazu anregen, nachhaltige Ve r- besserungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnum- feld vorzunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den So- zialräumen soll verbessert werden. Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue- rung von 20 08 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebaul i- che Sanierung und Entwicklung). Demnach können Maßnahmen zur Fassadenverbesserung, Begrünung, Herrichtung und G e- staltung von Hof - und Gartenflächen sowie Maßnahmen an A u- ßenwänden und Dächern gefördert werd en. Zuwendungsfähig sind 50 Prozent der Ausgaben, höchstens jedoch 60 Euro je qm umgestalteter Fläche. Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohngebäuden werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewertet. Das Förderprogramm bietet Mieterinnen un d Mietern sowie und E i- gentümerinnen und Eigentümern von Wohnimmobilien und g e- mischt genutzten Immobilien Unterstützung bei Verschön e- rungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein attraktiver Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteinander von Bewohneri n- nen und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund sind Verschön e- rungs- und Verbesserungsmaßnahmen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim Nord und Keupstraße von besonderer Bedeutung. Zielgruppe Hauseigentümer Eigentümergemeinschaften Mieterinnen und Mieter sowie Nutzungsberechtigte Ziele Operatives Ziel Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen Projektziele Die Wohn - und Aufenthaltsqualität in den Sozialräumen soll verbessert werden Aufwertung des Wohnumfeldes Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch ein attraktiveres Wohnumfeld Steigerung der privaten Investitionen in den Sozialräumen Indikatoren Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm Anzahl der durchgeführten Beratungen Kosten Gesamtkosten für Buchheim und Buchforst: 300.280,00 € Gesamtkosten für Mülheim Nord und Keupstraße: 166.760,00 € 188 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Gesamtkosten für beide Sozialräume: 467.040,00 € Davon 2017: 77.840,00 € Davon 2018: 155.680,00 € Davon 2019: 155.680,00 € Davon 2020: 77.840,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2020 Projektverantwortlicher Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung Bemerkung Der Baustein „Entsiegelung“ der im Rahmen der Förderrichtlinie Stadterneuerung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt wird, soll innerhalb des Haus - Hof – und Fassadenprogramms explizit nicht gefördert werden, da die Stadt Köln das Thema „Entsiegelung“ im Rahmen der Maßnahme 4.0.2 „Grüne Höfe, Grüne Plätze“ sowohl für private als auch für öffentlic he Flächen zur Förderung anbietet. Eine entsprechende Anpassung wird in der zu erarbeitenden Richtlinie zum Haus, Hof - und Fassaden- programm erfolgen. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 189 Starke Veedel – Starkes Köln 12. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung Bereits in der Phase der Konzepterstellung wurden mit Blick auf die Umsetzung des Pr o- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Arbeitsstrukturen aufgebaut, an denen für die U m- setzungsphase angeknüpft werden soll. Die Eckpunkte zu Strukturen und Verfahren sind mit Nennung der an der Umsetzung beteiligten Akteure u nd ihrer Rollen in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Abbildung 11: Organisationsmodel zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzep- tes „Starke Veedel – Starkes Köln“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Das daraus abgeleitete Organisationsmodell bildet zunächst die organisatorische Ausgang s- struktur der Stadt Köln in der Vorbereitungsphase für die Umsetzung der Maßnahmen. Diese Vorbereitungsphase dient der Planung und Durchführung aller für die Umsetzung erforderl i- chen Arbeiten (siehe unten). Im Rahmen einer Prozesssteuerung sollen die bei der Evaluation von MÜLHEIM 2020 e r- kannten Optimierungspotenziale einer zentralen Steuerung bei dezentraler Umsetzung b e- rücksichtigt werden, um die erforderlichen Strukturen und Verfahren auf die Anforderungen des neuen Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ möglichst effizient umzusetzen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Vermeidung von Doppelstrukturen und Redundanzen in der Au f- gabenwahrnehmung, die Steigerung der Arbeitseffizienz, eine Opti mierung der Ressourcen und des Know-hows der Beteiligten sowie der integrierten, ämterübergreifenden Zusammen- arbeit. Ziel ist es, mit Beginn der Umsetzungsphase ein optimales Organisationsmodell i m- plementiert zu haben oder zeitnah zu entwickeln. 190 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Als zentra les Entscheidungs- und Steuerungsgremium des neuen Programms ist ein Le n- kungskreis vorgesehen. Dieser ist hochrangig besetzt und trifft alle für die Planung und Durchführung des Programms wesentlichen Entscheidungen. Die für die Vorbereitung der Umsetzung sphase erforderlichen Arbeiten übernimmt das Steu- erungsteam in Zusammenarbeit mit den Fach - und Bürgerämtern. Das Steuerun gsteam bündelt Erfahrungen, zum Beispiel zu den Themen Projektsteuerung, Bürgerbeteiligung , Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Förderung und Vergabe. Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen unkompliziert zu bündeln, wird für jeden S o- zialraum eine konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt und zum anderen die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet. In der Vorbereitungsphase kümmert sich der koordinierende Bereich des Steuerungsteams insbesondere um die Vorbereitung der Antragstellungen von Fördermitteln für das neue Pr o- gramm. Weiterhin wird der begonnene Prozess der Bürgerinnen - und Bürgerbeteiligung, dem im neuen Programm eine hohe Bedeutung zukommt, weitergeführt und durch Ma ß- nahmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die durch die Fachämter zu erstellenden Ko n- zepte und darauf aufbauenden Leistungsbeschreibungen dienen als Grundlage späterer Ausschreibungen. Eine entscheidende Bedeutung für den erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase ist der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen dem koordinierenden Steu e- rungsteam und den Dezernaten / Fachämtern beizumessen. Im Rahmen dieser Zus ammen- arbeit sind im Bedarfsfall die Grundlagen für die Erweiterung des Steuerungsteams um zen t- rale Steuerungs- und Koordinationsaufgaben für die Umsetzungsphase zu entwickeln. Da r- über hinaus werden die Fragen einer künftigen, förderfähigen Einbindung von E xternen be- ziehungsweise von Beschäftigten der Fachämter abgestimmt. Parallel dazu erfolgt auch ein Austausch mit den Bürgeramtsleitungen und der Sozialrau m- koordination über die Weiterentwicklung und zielgerichtete Ergänzung der vorhandenen Strukturen in den Sozialräumen um die Koordination der Maßnahmen des IHKs sicherzustel- len. Dabei wird insbesondere das Quartiersmanagement die örtliche Sozialraumkoordination sinnvoll unterstützen und entlasten. In enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort soll die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt und insbesondere die Abwicklung des Verfügung s- fonds begleitet werden. Für den Erfolg des Programms wird die prozessbegleitende Entwicklung der Umsetzung s- struktur von entscheidender Bedeutung sein. Ziel ist es auf aktuelle Anforderungen reagieren zu können und ein zentrales Schnittstellenmanagement aufzubauen. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 191 Starke Veedel – Starkes Köln 12.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabelle 6: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für die Sozial- räume Buc h- heim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße in € Finanzierung 2016 2017 2018 2019 2020 2021 übergreifend 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 1.497.376,50 Städtebauförderung 216.927,50 452.462,00 435.221,00 392.766,00 übergreifend 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation in d en Sozialrä u- men Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 88.179,00 Städtebauförderung 22.610,00 22.610,00 22.610,00 20.349,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.5 Integration auch von zugewanderten Kindern, J u- gendlichen und jungen Erwachsenen in die best e- henden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit / Streetwork in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstr a- ße übergreifend (alle Sozia l- räume) 509.040,00 ESF 254.520,00 254.520,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder - und J u- gendarbeit Köln in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstr a- ße übergreifend (alle Sozia l- räume) 53.800,00 ESF 26.900,00 26.900,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugen d- liche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntni s- sen im Rahmen von Jugendintegrationskursen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 368.577,00 ESF 184.288,50 184.288,50 Früh ansetzende Hilfen 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen ; hier in den Sozialrä u- men Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 32.520,00 ESF 16.260,00 16.260,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.17 Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteileltern in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße übergreifend ( in vier So- zialräumen) 604.454,00 EFRE 217.848,00 193.303,00 193.303,00 192 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 193 Starke Veedel – Starkes Köln Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für die Sozia l- räume Buc h- heim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße in € Finanzierung aus 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Früh anse tzende Hilfen 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbi l- dung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Fam i- lienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1 und Trägern des Offenen Ganztags in den Sozia l- räumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 500.626,00 ESF 250.313,00 250.313,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung Übergreifend (alle Sozial- räume 137.142,00 ESF 68.571,00 68.571,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.21 Ferienschulen in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 46.782,00 gegebenenfalls g e- eignetes Lande s- programm des MFKJKS oder MSW oder des BAMF (Sprachkurse) 23.391,00 23.391,00 Früh ansetzende Hilfen 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln für die Sozia l- räume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 394.440,00 ESF 197.220,00 197.220,00 Öffentlicher Raum 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 365.000,00 EFRE mit Kofina n- zierung über Stä d- tebauförderung 60.833,33 201.666,67 91.666,67 10.833,33 Öffentlicher Raum 2.5.5 Ein Platz an der Herler Straße in Buchheim Buchheim und Buchforst 723.500,00 Städtebauförderung 13.900,00 35.850,00 445.550,00 228.200,00 Öffentlicher Raum 2.5.6 Umgestaltung der Frankfurter Straße in Buchheim Buchheim und Buchforst 1.917.500,00 Städtebauförderung 100.000,00 625.000,00 625.000,00 567.500,00 Wirtschaft und Qual i- fizierung 3.0.7 Kölner Veedelscenter (KVC) in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße übergreifend 2.604.900,00 ESF 1.302.450,00 1.302.450,00 Wirtschaft und Qual i- fizierung 3.0.8 „Wirtschaftskoordinator“ Vernetzung und Stärkung der Lokalen Unternehmerschaft in den Sozialrä u- men Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße übergreifend ( in vier So- zialräumen) 348.006,00 EFRE 116.002,00 116.002,00 116.002,00 194 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 195 Starke Veedel – Starkes Köln Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für die Sozia l- räume Buc h- heim und Buc h- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße in € Finanzierung aus 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.2 Offen für Regen „Grüne Höfe, grüne Plätze“ in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mü l- heim-Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 83.050,00 EFRE mit Kofina n- zierung über Stä d- tebauförderung 29.350,00 29.350,00 24.350,00 Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn - und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawa n- dels in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 54.000,00 BUMB-Programm (Klima) 20.000,00 20.000,00 14.000,00 Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.6 Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs / U m- weltsensitive Verkehrssteuerung in den Sozialrä u- men Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße übergreifend ( in drei So- zialräumen) 50.000,00 EFRE 10.000,00 20.000,00 20.000,00 Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbess e- rung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzei tiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität in den Sozialräumen Mülheim -Nord und Keupstraße sowie Buchheim und Buchforst übergreifend 24.520,00 EU- Förderprogramm LIFE Gegebenenfalls Natur- und Umwel t- schutzakademie (MKULNV) 2.970,00 20.150,00 1.400,00 Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.10 Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schu l- gartenangebotes in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstr a- ße übergreifend 49.300,00 EFRE gegebenenfalls N a- tur- und Umwel t- schutzakademie (MKULNV) 15.800,00 11.600,00 16.100,00 5.800,00 Wohnen 5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm in den Sozial- räumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim - Nord und Keupstraße übergreifend (alle Sozia l- räume) 467.040,00 Städtebauförderung 77.840,00 € 155.680,00 € 155.680,00 € 77.840,00 € 196 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 197 Starke Veedel – Starkes Köln 13. Anhang Anhang 1: Städtische Konzepte Themenfeld: Früh ansetzende Hilfe Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft (2012) Das in 23 Arbeitsgruppen in einem zweijährigen Arbeits- und Beteiligungsprozess formulierte Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft bildet die zentrale Leitlinie für die kommunale Integrationsarbeit der nächsten Jahre. Es geht von dem Grundsatz aus, dass nur eine integrierte und für Veränderung offene Stadtgesellschaft erfolgreich und für alle g e- winnbringend die Herausforderungen der globalisierten Zukunft bewältigen kann. Daneben fußt es im Sinne des Inklusions - und Genderansatzes au f dem Grundgedanken, dass Ve r- schiedenheit der Normalfall ist und dass jeder einzelne Mensch in seiner Besonderheit a k- zeptiert werden und seine Potenziale einbringen können soll. Ein Drittel der in Köln lebenden Menschen hat aktuell, mit steigender Tendenz, einen soge- nannten Zuwanderungshintergrund. Statistisch gesehen ist feststellbar, dass sowohl selbst Zugewanderte als auch Menschen mit erkennbarem familiärem Zuwanderungshintergrund im Durchschnitt sozial und wirtschaftlich schlechter gestellt sin d als die sogenannte Meh r- heitsgesellschaft. Insofern gilt: „ Integration ist eine dauerhafte politische und gesellschaftl i- che Aufgabe, die alle in der Stadt (im Land) lebenden Menschen betrifft. Ziel der im Konzept beschriebenen präventiven und „nachholende n“ Maßnahmen zur Integrationsförderung ist es, den Kölnerinnen und Kölner n mit Zuwanderungshintergrund eine gleichberechtigte Tei l- habe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben zu ermögli- chen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Respekt zwischen den Bevölk e- rungsgruppen zu werben. Das ergänzende "Interkulturelle Maßnahmenprogramm - Maßnahmenempfehlungen" ist die Zusammenstellung von Ideen zur Weiterentwicklung des Prozesses der Integration. Es b e- findet sich aktuell (Stand: Juni 2015) in der politischen Beratung. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/integration/konzept-zur-staerkung-der- integrativen-stadtgesellschaft Handlungskonzept Behindertenpolitik (2009) In Köln leben mehr als 100.000 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung und weitere rund 50.000 Menschen mit einer Behinderun g von 20 bis 40 Prozent. Nicht nur für sie sind barrierefreie und inklusive Strukturen und Angebote notwendig. Auch alle anderen - ganz gleich, ob sie in Köln wohnen oder die Stadt nur kurzfristig besuchen - profitieren da- von. So ist bekannt, dass eine bar rierefrei zugängliche Umwelt für etwa 10 Prozent der B e- völkerung zwingend erforderlich, für etwa 30 bis 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel ist, also ein Qualitätsmerkmal darstellt. Die Aufgabe des Handlungskonzeptes ist es, die Informationen über die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Köln zu verbessern, den Blick für Stärken und Schwächen der Kölner Behindertenpolitik und der bestehenden Hilfesysteme zu schärfen, kurz - und mit- telfristige Ziele zu entwickeln, einen Maßnahmen plan abzustimmen, der zukünftig als Leitf a- den für eine koordinierte und zielorientierte Behindertenpolitik in Köln dient. Der 1. Folgebericht legt den Fokus auf die Situation von Menschen mit Behinderung in dem Bewusstsein, dass die Bedeutung von Inklusio n sehr viel umfassender ist. Die Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zur Förderung einer uneingeschränkten Teilhabe von Me n- 198 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln schen mit Behinderung zeigen jedoch, dass sie die Teilhabe aller Menschen erleichtern und damit wichtige Schritte zu einer inklusiven Entwicklung sind. Um das Engagement einzelner Menschen, Organisationen und Betriebe zu würdigen und bekannt zu machen, wird in 2015 zum siebten Mal der Kölner Innovationspreis Behinderte n- politik (KIB) ausgeschrieben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/behinderung/handlungskonzept-zur- koelner-behindertenpolitik „Plan für ein seniorenfreundliches Köln“ (2002) Aktuell gibt es in Köln mehr als 40 SeniorenNetzwerke in den Kölner Stadtteilen. Bereits im Oktober 2002 gingen die ersten SeniorenNetzwerke in den Stadtteilen mit Meschenich, Poll und Kalk an den Start. Prozessbegleitende politisch gewählte Gremien sind Integrationsrat StadtArge Behindertenpolitik StadtArge Seniorenpolitik Zentrale und präventiv wirkende Zielsetzungen der Netzwerke sind: das Leben in der Gemeinschaft zu fördern, Selbstverantwortung der Seniorinnen und Senioren zu stärken, Beteiligung von älteren Menschen am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe anzuregen, Bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und altersspezifische Angebote in Bildung, Kultur, Freizeit und Sport zu. Weitere Informationen unter: http://www.seniorennetzwerke-koeln.de/snw/snw_web.nsf/id/pa_startseite.html Seniorenfreundliches Köln – Weiterentwicklung der Seniorenarbeit 2015 -2015 (Se p- tember 2014) Köln ist eine Stadt in der die Zahl alter und hochaltriger Menschen kontinuierlich zunimmt. Das seniorenfreundliche Köln will sich in seinen Angebotsstrukturen darauf einstellen. Es soll sich auszeichnen durch: bedarfsgerechte und gut erreichbare, barrierefrei zugängliche Information und Beratung, vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten Engagement und Selbsthilfe bereiter Seni o- rinnen und Senioren, integrierte und passgenaue Angebote, die ein selbständiges Leben in d er eige- nen Wohnung such im hohen Alter und mit Handicaps ermöglichen, ein in der Öffentlichkeit verankertes Bewusstsein für die Lebenssituation und B e- dürfnisse alternder Menschen. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 199 Starke Veedel – Starkes Köln Eckpfeiler der kommunalen Seniorenarbeit sind die in den Stadtbezirken wirk enden Pr o- gramme: Seniorenberatung, Senioren / Netzwerke, Entlastungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und haushaltsnahe Dienstleistungen Rahmenkonzept der Kölner Bürgerhäuser und Bürgerzentren Ausgehend von städtischen Konzepten wie Leitbild der Stadt Köln, Leitlinien für ein soziales Köln etc. und übergeordneten Arbeitsprinzipien wie Prävention, Integration, Inklus i- on/Barrierefreiheit und Gender Mainstreaming arbeiten die Kölner Bürgerhäuser/ -zentren nach der vom Rat 2007 verabschiedeten Rahmenkonzeption. Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren: Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren haben eine wesentliche Funktion in der Schaffung von Möglichkeiten zur Begegnung der Menschen. Sie bieten eine Infrastruktur sowohl zu eige n- aktivem Handeln als auch zu konsumtiven Verhalten. Als lebendiger und offener Treffpunkt fördern sie den sozialen, kulturellen und politischen Dialog der Menschen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren beteiligen sich mit ihren Angeboten aktiv an der Gestal- tung des Sta dtteils und des Stadtbezirks mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung. Sie fördern die Integration aller Kulturen und sozialer Schichten, sowie die Verbindung zwischen den Generationen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren verfolgen das Ziel möglichst viele Menschen zu aktivie- ren, um eigenverantwortliches Handeln zu erreichen und/oder für ehrenamtliches Engag e- ment zu motivieren. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren sind Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil und im Stadtbezirk. Sie bilden eine Informationsplattform in Verbindung mit Ber a- tungsleistungen. Die Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren werden im Rahmen von Handlungsfeldern umgesetzt: Handlungsfeld Kultur Handlungsfeld Erziehung, Bildung und Qualifizierung Handlungsfeld Beratung Handlungsfeld Sozialraumorientierte Gemeinwesenarbeit Handlungsfeld bürgerschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement Handlungsfeld Ökologie Handlungsfeld Gesundheitsförderung Die Handlungsfelder können je nac h Ausrichtung der Einrichtung und den Gegebenheiten "vor Ort" eingeschränkt oder durch weitere inhaltliche Schwerpunkte ergänzt bzw. erweitert werden wie zum Beispiel Wohnen, gesellschaftspolitische Bildung usw. Mit 11 der 14 Kölner Bürgerhäuser/ -zentren werden jährlich auf Grundlage der Rahmenko n- zeption Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen 200 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Köln 2011“ Der Rat der Stadt Köln hat im Herbst 2011 die „Integrierte Jugendhilfe - und Schulentwick- lungsplanung Köln 2011“ beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Es handelt sich hierbei um ein strategisches Rahmenkonzept, mit dem Ziele, Herausforderu n- gen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschrieben und Lösungsansätze erörtert werden. Das Konzept verfolgt eine lebenslaufbezogene Perspektive auf die Bildungsbereiche, sieht Kinderarmut, Inklusion und Integration als zentrale Herausforderungen und er örtert sozial- räumliche Ansätze zur Verbesserung von Lebensverhältnissen und Bildungschancen. Die vorgeschlagenen Lösungen sind in öffentlichen Sitzungen aller neun Bezirksvertretungen mit einem um Bildungsakteure vor Ort erweiterten Teilnehmerkreis ausführ lich erörtert worden. Die zahlreichen wertvollen Anregungen, Hinweise und Vorschläge sind in die Planungen aufgenommen worden. Vor diesem Hintergrund sind in den Folgejahren Konkretisierungs - und Teilpläne entwickelt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt w orden, zum Beispiel die „Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011“, der „Inklusionsplan für Kölner Schulen 2012“, die „Konkretisierung der Schulentwicklungsplanung Köln 2012“, die halbjährlichen „Statusberichte zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Kö ln“ (seit 2011), die „Schulen t- wicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs und Weiterbildungskollegs in Köln 2015“ oder die „Kinder - und Jugendförderplanung Köln 2015 – 2020“ (in Vorbereitung). Die Int e- grierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der Stadt Köln wird in einer Publikation des Ministeriums für Arbeit und Soziales des Landes Nordrhein -Westfalen (2011) „Moderne Sozialplanung“ als Beispiel „guter Praxis“ vorgestellt. Besondere Erwähnung finden unter anderem der gewählte Planungsansatz einer „local governance“ und dass den Planungen unterliegende Indikatorenmodell der Sozialraumanalyse mit seinen zu Indizes zusammen gefassten Bildungs - und Sozialindikatoren auf kleinräumiger Ebene von Stadtteilen und Stadtvierteln Kölns. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/jugendhilfebericht_2011.pdf Kölner Bildungsbericht – Bildungsmonitoring 2012 Der Kölner Bildungsbericht schafft Transparenz im Bildungsgeschehen und stellt aussagef ä- hige „Daten für Taten“ zur Verfügung. Er widmet sich besonders zentralen Fragestellungen wie den Übergängen zwischen den Schulformen bis hin zur Ausbildung und in den Beruf. Außerdem wird der sprach lichen Bildung in frühen Lebensphasen, dem informellen Lernen und der Bildungsberatung besonderer Stellenwert eingeräumt. Dabei richtet sich der Blick immer auch auf die Stadtbezirke und Stadtteile Kölns, beispielsweise um deutlich zu m a- chen, wo Kinder und Jugendliche unter erschwerten Bedingungen aufwachsen, die die Bi l- dungsbeteiligung und den Bildungserfolg beeinträchtigen können. Auch für Köln lässt sich nachweisen, dass Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in hohem Maße von der sozialen Herkunft abhängen und entsprechend sozialräumlich stark unterschiedlich verteilt sind. Gleichzeitig wird im Bildungsbericht beispielhaft aufgezeigt, dass präventive Maßna h- men wirksam sind. So konnte für die sprachliche Bildung und Förderung im Elementarb e- reich nac hgewiesen werden, dass der Sprachförderbedarf geringer ist, je länger ein Kind eine Kindertageseinrichtung bereits besucht. Besonders auffällig waren die Ergebnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund: mit jedem zusätzlichen Jahr in der Kita halbiert sic h na- hezu der Anteil, der Sprachförderung benötigt. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/bildungsbericht2012-barrierefrei.pdf Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 201 Starke Veedel – Starkes Köln Bildungsstrategie der Stadt Köln Für gerechte Bildungs - und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: Erstens wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs - und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern. Zweitens kommt die Stadt der zentralen Maxime städtischer Armutsbekämpfung in einem sozialräu m- lichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandel n“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bi l- dung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrichtungen und Angebote noch einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen ve r- besserte Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen. Es gibt in Köln eine Vielzahl von Präventionsangeboten für Kinder und Jugendliche. Im Fo l- genden sollen beispielhaft zwei „große Blöcke“, die gleichsam zentrale Bausteine der ko m- munalen Präventionskette in Köln darstellen, ausführlicher d argestellt werden. Mit Blick auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen haben insbesondere der Ausbau der Kindert a- gesbetreuung und die schulische Ganztagsbildung einen ausgesprochen hohen bildungs - und gesellschaftspolitischen Stellenwert: Für die Eltern spielt eine flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst ergeben sich verbesserte Bildungschancen, in s- besondere wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt). Im laufenden Kindergartenjahres 2014/15 liegt die Versorgungsquote der Kindert a- gesbetreuung für unter 3-Jährige in Köln stadtweit bei 40 Prozent und hat sich damit seit dem Kindergartenjahr 2006/07 verfünffacht. Die Versorgungsquote für die 3 - jährigen und älteren Kinder in Köln mit Kindergartenplätzen liegt bei 100 Prozent. Vor dem Hintergrund zukünftig voraussichtlich weiter stark steigender Gebu rten- und Kin- derzahlen in Köln und einer weiter zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz der Betreuung von Kleinkindern bestehen weiterhin erhöhte Ausbaubedarfe in der Kinder- tagesbetreuung. Dies dokumentieren auch die Ergebnisse einer jüngst als Vollerh e- bung durchgeführten, mehrsprachigen Befragung aller rund 30.000 Eltern mit unter 3- jährigen Kindern in Köln, nach der der gesamtstädtische Bedarf U3 bei 52 Prozent liegt. Im Schuljahr 2014 / 2015 sind in Köln stadtweit 26.500 Plätze im Bereich der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich ( OGS) an 155 Offenen Ganztagsschulen eing e- richtet. Die gesamtstädtische Versorgungsquote liegt aktuell bei 75 Prozent. Auf der Grundlage aktueller Bedarfsabfragen und -analysen soll die Zahl der OGS-Plätze im nächsten Schuljah r 2015 /2 0 16 stadtweit auf 27.900 erhöht werden. Die Verso r- gungsquote liegt dann bei 78 Prozent. Der freiwillige kommunale Anteil an der Fina n- zierung des offenen Ganztags im Schuljahr 2014 / 2015 beträgt rd. 17 Millionen Euro. Im Schuljahr 2014 / 2015 sind in Köln insgesamt 60 weiterführende Schulen gebu n- dene Ganztagsschulen. Der Anteil der Ganztagsplätze an den Plätzen in den Ei n- gangsklassen der weiterführenden Schulen in Köln liegt aktuell bei 65 Prozent. Im nächsten Schuljahr werden sich zwei weitere Sc hulen zu Ganztagsschulen weite r- entwickeln. Die Versorgungsquote steigt dann auf 68 Prozent. Gerade Kindertageseinrichtungen, die besonders vielen Kindern aus sozial benac h- teiligten Lebensverhältnissen verbesserte Bildungschancen eröffnen, werden in Köln zu Familienzentren weiterentwickelt und / oder erhalten zusätzliche finanzielle Förde- rungen als plusKITA -Einrichtungen und Kindertageseinrichtungen mit zusätzlicher Sprachförderung nach KiBiz. Im Kindergartenjahr 2014 / 2015 gibt es in Köln insg e- samt 108 Fam ilienzentren, weitere 6 werden im nächsten Kindergartenjahr dazu kommen. Familienzentren in Köln sind entsprechend den Empfehlungen des Minist e- riums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein -Westfalen 202 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln („Kleinräumige Auswahlkriterie n zur Förderung von Kindertageseinrichtungen und Familienzentren mit besonderem Unterstützungsbedarf – Hinweise für Städte, Kreise und Gemeinden“) überwiegend in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts - und Bildungs- risiko eingerichtet. Seit dem Kindergartenjahr 2014 / 2015 werden zudem insgesamt 128 Kindertage s- einrichtungen in Köln als plusKITA -Einrichtungen und 401 Kindertageseinrichtungen als Einrichtungen mit zusätzlicher Sprachförderung nach den §§ 16a und b in Verbi n- dung mit 21a und b KiBiz gefördert. Weiter e 45 Kindertageseinrichtungen werden analog der plusKITA -Idee mit freiwilligen städtischen Mitteln gefördert, wodurch die „Bildungsgerechtigkeitsmittel“ des Landes verstärkt werden. 50 Grundschulen, die nach einem Sozialindex der Jugendhilfe - und Schulentw ick- lungsplanung ausgewählt wurden, erhalten erhöhte, noch über die regelmäßig geleis- teten, freiwilligen städtischen Leistungen hinausgehende OGS-Fördermittel. Im Ra h- men dieser Sozialindizierung wurden wohnortbezogene Schülerdaten mit kleinräum i- gen Informationen zu Anzahl und Anteil der Kinder im Grundschulalter, die in SGB II - Bedarfsgemeinschaften leben, so miteinander verknüpft, dass eine Abschätzung des Armuts- und Bildungsrisikos der Schülerschaft jeder Grundschule in Köln ermöglicht wird. Der Einsatz von Schulsozialarbeitern in Schulen folgt ebenfalls nach Kriterien der s o- zialen Benachteiligung, der Inklusion und der Integration. Aktuell werden in Köln von kommunaler Seite insgesamt 132 Stellen Schulsozialarbeit eingesetzt. Hier kommen zum Teil freiwilli ge städtische Fördermittel zum Einsatz, zum Teil – nach Auslaufen der Mittel im Rahmen des Bildungspaketes – Fördermittel des Landes. Mit seinen Versorgungsquoten in den Bereichen Kindertagesbetreuung für unter 3 -Jährige, Offene Ganztagsschule im Primarbereich und Ganztag in der Sekundarstufe I belegt Köln im interkommunalen Vergleich in Nordrhein -Westfalen vordere Plätze. Hierin und auch in die erhöhte Förderung von Bildungsinstitutionen in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts - und Bil- dungsrisiko gehen – neben Landesförderungen – erhebliche städtische Eigenmittel ein. Die gesamten Aufwendungen des Dezernates für Bildung, Jugend und Sport liegen bei über 1 Milliarde Euro, wobei nur ein Viertel des Betrags durch Erträge, beispielsweise auch Landes- fördermittel, gegen finanziert ist. Neben der Förderung von Bildungschancen im Kontext von Kindertageseinrichtungen und Schule, die vorgehend beispielhaft skizziert wurde, unternimmt das Bildungsdezernat der Stadt Köln weitere erhebliche Anstrengungen in vielen Handlung s- und Bildungsbereichen unter anderem in den Bereichen Familienberatung, Weiterbildung / Grundbildung / Volk s- hochschule, Kinder - und Jugendarbeit und Sportförderung. Trotz der beschriebenen A n- strengungen und Investitionen in den Bildungsbereich ist mit Bl ick auf hohe Kinderarmut s- quoten gerade in den elf Sozialrä umen in Köln gleichwohl festzuhalten, dass die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für gelingendes Aufwachsen und gleiche Bindung s- chancen für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin sehr groß sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/bildung-und-schule/ Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 203 Starke Veedel – Starkes Köln Kulturförderung Die Stadt Köln hat ein hohes Selbstverständnis als Kulturstadt anerkannt zu sein. Als größte Stadt in Nordrhein-Westfalen bietet sich daher ein sehr vielfältiges und aktives Bild der Ku l- turszene. Die Kulturförderung versteht sich in diesem Sinne auch als Querschnittsaufgabe, deren Wirkung in dem ersten Kulturbericht zu den Jahren 2013 und 2014 21 ausführlich be- schrieben ist. Die folgende Bestandsanalyse der Kulturförderung in Köln bezieht ausschlie ß- lich auf die institutionalisierte Kulturförderung. Die institutionalisierte Kulturförderung, die von der Stadt angeboten wird umfasst alle Bere i- che der Hochkultur mit Oper, Schauspiel, Gürzenich -Orchester, Puppenspiele und Museen sowie der Stadtbibliothek. Darüber hinaus ist das Historische Archiv dort angebunden. Die städtischen Angebote haben einen sehr starken räumlichen Bezug zum Innenstadtbereich und direkt angrenzenden Stadtteilen Kalk und Mülheim. Ein Angebot in den Sozialräumen findet sich Mülheim-Nord und Keupstraße mit den Depots 1 und 2 der Städtischen Bühnen, Kalk mit der Halle Kalk sowie in Chorweiler und Neubrück, in denen Stadtteilbibliotheken vorhanden sind22. Neben der institutionalisierten Kulturförderung werden die Angebote der „freien Szene“ in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Theater, Tanz, Film, Musik, Popmusik und Inte rkultur finanziell unterstützt. Die Förderung konzentriert sich auf professionalisierte Angebote von Kultur in den unterschiedlichen Sparten und grenzt sich damit bewusst gegen das au s- schließlich räumlich orientierte Angebot der „Veedelskultur“ ab. Die För derung der „freien Szene“ wird wiederum in die Förderung von Kulturinstitutionen mit festen Spielstätten und in die Projektförderung differenziert, die sich sowohl auf Künstlerförderung (Einzelpersonen), als auch auf Ensembles und Gruppen und auch auf Proj ekte in den Spielstätten beziehen kann. Darüber hinaus werden Ateliers für Bildende Künstler und Proberäume für Gruppen der Popkultur angeboten. Der räumliche Bezug der institutionalisierten Kulturförderung von Spielstätten spiegelt sich ebenfalls mit einem deutlichen Schwerpunkt in der Innenstadt sowie auch in Ehrenfeld, Kalk und Sülz / Klettenberg. Die Nutzung von Ateliers und Proberäumen ist in den Sozialrä umen Meschenich und Rondorf, Humboldt / Gremberg und Kalk und angrenzend an die Sozia l- räumen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord und Bocklemünd / Mengenich vorha n- den. Der Ausbau des kulturellen Angebotes in den Sozialräumen ist ein wichtiger Baustein für Verbesserung der Integration benachteiligter Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemei n- schaft. Ziel ist auch, durch die Einbindung der Kulturförderung in die Handlungsfelder und Maßnahmen in den Programmgebieten, die Kulturstadt Köln noch stärker auf die Randgebie- te des Stadtgebietes auszuweiten. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/koelner-kulturbericht 21 Weitere Erläuterungen zum Kulturbericht der Stadt Köln können dem Anhang entnommen werden 22 Eine Übersichtskarte zur Lage städtischer kultureller Einrichtungen (Museen, Ateliers/proberäumen , Theater und Kulturinstituten) findet sich im ersten Abschnitt der Bestandsanalyse (Themenfeld: D e- mographische und soziale Situation). Eine genauere Übersicht über die Lage der Einrichtungen kann den Karten für jeden Sozialraum im 2.1.1 entnommen werden. 204 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Themenfeld: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Klimaschutzkonzept - Zum Schutz des Klimas und der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Köln Das Integrierte Klimaschutzkonzept umfasst übergreifend den gesamten Energie - und Mobi- litätsbereich. Für die Erstellung des "Integrierten Klimaschutzkonzept Köln" wurden Aufträge in Höhe von 197 .308 Euro erteilt. Mit dem Konzept liegt für Köln ein Programm vor, das bei ganzheitlicher Umsetzung erheblich dazu beiträgt, den begonnenen Klimaschutzprozess der Stadt Köln fortzusetzen und den Verpflichtungen aus dem Bürgermeisterkonvent nachz u- kommen, n ämlich einer 20 -prozentigen Steigerung der Energieeffizienz, einer 20 - prozentigen Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und einer 20-prozentigen Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020. Das Konzept mit dem gesamten Energie - und Mo- bilitätsbereich hat der Rat der Stadt Köln im April 2014 zur Kenntnis genommen. Das Ko n- zept leistet darüber hinaus einen Beitrag, die selbst auferlegten CO2 -Minderungsziele zu erreichen und ergänzt das Kooperationsprojekt „Smart City Cologne“. Mit einem Beschluss hat der Rat 13 konkrete Maßnahmen aus dem Gesamtkonzept, für 2014 zur weiteren schnel- len Bearbeitung und Einzelbeschlussfassungen auf den Weg gebracht und ermöglicht es weitere Fördermittel von Bund und Europäischer Union zu beantragen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/integrierte-klimaschutzkonzepte- energie-und-verkehr Freiflächensystem der Stadt Köln Köln verfügt über ein gesamtstädtisches Freiflächensystem, das auf die Planungen von Fritz Schumacher in den 1920er Jahren zurückgeht. Die nachfolgenden Generationen haben kon- tinuierlich auf dieser Zielformulierung aufgebau t, ohne diese in Frage zu stellen. Heute ist dieses gesamtstädtische Freiflächensystem mit seinen wesentlichen Elementen, dem Inn e- rer und Äußerer Grüngürtel und den verbindenden radialen Grünzügen, ein wesentliches Element der Stadtstruktur, das sowohl aus klimatischer, ökologischer als auch erholung s- funktionaler Sicht von großer Bedeutung ist. In den zurückliegenden Jahren konnten hierauf aufbauend weitergehende Ziele formuliert werden um das Freiflächensystem weiter zu entwickeln und weiter zu qualifizie ren. Die Aus- weisung von Kompensationsflächenpools in den radial vom Äußeren Grüngürtel zur Stad t- grenze führenden Grünzügen, die Weiterentwicklung in die Region (RegioGrün) und die E r- arbeitung eines Entwicklungskonzeptes für den Äußeren Grüngürtel sowie die geplante Ver- längerung des Inneren Grüngürtels sind als vorausschauende Strategie vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und des Klimawandels zu verstehen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/regiogruen http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/ Stadtklima in Köln Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NORDRHEIN-WESTFALEN, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetriebe n Köln durchgeführt und die Ergebnisse in der Studie: „ Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Metropole Köln - Ab- schlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 205 Starke Veedel – Starkes Köln wird und dass Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel anzupassen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon heute eine deutliche Aufheizung (Wärmei n- sel) der dicht bebauten Stadtteile und der Innenstadt gegenüber dem Umland besteht. Die im Rahmen der Studie durchgeführten Messungen zeigten Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30°C und die Somme r- tage, mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C erreicht werden. Die Zahl der Somme r- tage wird bis Mitte d es Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeit i- gen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Planungshinweiskarte: Die Planungshinweiskarte zeigt für das gesamt e Stadtgebiet auf, welche zukünftige Wärm e- belastung zu erwarten ist. Sie gibt Hinweise welche Gebiete besonders vom Klimawandel betroffen sein werden und welche wichtigen Kaltluftentstehungsgebiete im Stadtgebiet noch vorhanden sind. Sie gilt als wichtige Grundlage für Auswertungen zur Betroffenheit einzelnen Stadtteile beziehungsweise -bezirke. Mit der Darstellung der Anzahl der heißen Tage für die Periode 2021 bis 2050 (als Maß für die zu erwa r- tende Wärmebelastung), der Verteilung der Grünzüge in der Stadt (als potentielle Frisch - und Kaltluftprodukti- onsflächen), den Kaltluftflüssen (als Maß für die Möglichkeit der Verminderung der innerstädt i- schen Wärmebelastung), der Windrose (woher weht der Wind wie häufig?), werden in der Planungshinweiskarte Größen zusammengeführt, welche die siedlungsklimati- sche Situation und das Leben der Menschen in der Stadt beschreiben. Dadurch hilft diese Karte, die Empfindlichkeit der Flächen bei Nutzungsänderungen und den resultierenden kl i- matischen Folgen erkennen und bewerten zu können. Die Flächen der hoch und sehr hoch belasteten Gebiete können hierbei als klimatische S a- nierungsgebiete eingestuft werden, in denen sich Maßnahmen zur Verbesserung des Stad t- klimas aufdrängen, während die klimaaktiven, beziehungsweise sehr k limaaktiven Flächen eine sehr hohe Empfindlichkeit bei nutzungsändernden Eingriffen, Versiegelung und Beba u- ungsverdichtungen aufweisen. Diese beiden Klassen sollten als „Stadtklimatische Au s- gleichsflächen“ in ihrer klimatischen Funktion erhalten bleiben. Wichtige Eckpunkte einer klimawandelgerechten Planung sind die Freihaltung von Kaltlu f- tentstehungsgebieten und Frischluftschneisen, die Durchgrünung der Stadt, aber auch die Berücksichtigung der Belange des Klimawandels bei Planverfahren. Betroffenheit: Der Stadtbewohner befindet sich in permanentem Austausch mit seinem urbanen Umfeld. Bewegt er sich im Freien, zum Beispiel in der Innenstadt zum Einkaufen, zum Spaziereng e- 206 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln hen im Park oder ist er mit dem Rad unterwegs zum Arbeitsplatz, so wirken auf ihn die L uft- temperatur, die Luftfeuchte, die Luftströmung und die Sonnenstrahlung ein. Im Gegensatz zum Aufenthalt im Freien ergeben sich beim Aufenthalt in Gebäuden andere Situationen. Hier werden Wohlbefinden sowie Wärmestress wesentlich durch die Innenraumtemper atur und Luftfeuchte in den Räumen bestimmt. Einerseits lassen sich durch technische Einric h- tungen wie Klimaanlagen optimale Innenraumtemperaturen erreichen. Andererseits können durch das hohe Wärmespeichervermögen der Gebäudehülle insbesondere nachts hohe Wärmebelastungen auftreten, falls keine entsprechenden Hilfsmittel vorhanden sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/das-projekt- klimawandelgerechte-metropole-koeln Themenfeld Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen: Stadtentwicklungskonzept Wohnen und Handlungskonzept Preiswerter Wohnungsbau / Kooperatives Baulandmodell Das am 11.02.2014 vom Rat beschlossene Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen sowie das im Vorgriff bereits am 02.11.2010 beschlossene Handlungskonzept Preiswerter Woh n- raum formulieren u. a. spezifische Ziele und Leitlinien der Kölner Wohnungspolitik, die auch auf das Integrierte Handlungskonzept EFRE anzuwenden sind: Ziel 3: Sicherung und Neubau öffentlich geförderter Wohnungen Ziel 4: Anpassung der Wohnungsbestände gemäß der Anforderungen des demogr a- phischen Wandels und des Klimawandels Ziel 5: Nachhaltig angelegte Wohnungspolitik Ziel 6: Steigerung der Wohnzufriedenheit Ziel 7: Abschluss einer Vereinbarung mit der Wohnungswirtschaft zur partnerschaftl i- chen Lösung der bevorstehenden Aufgaben in Neubau und Bestand Leitlinie 2: Innenentwicklung vor Außenentwicklung Leitlinie 3: Sozialen Ausgleich unterstützen – soziale Schieflagen vermeiden Leitlinie 4: Partnerschaftliche Quartiersentwicklung fördern Zur Erreichung der Ziele und Leitlinien der Kölner Wohnungspolitik wird zurzeit ein Han d- lungsprogramm mit 22 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern umgesetzt. Insbesondere der mit dem Konzept begonnene, intensive Dialog mit der Wohnungswirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für quartierbezogenen Partnerschaften, die sich im EFRE Handlungspr o- gramm wiederfinden. Der Rat der Stadt Köln hat zudem am 17.12.2013 den Beschluss zum Kooperativen Ba u- landmodell Köln gefasst, um die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums in Köln anzuku r- beln. Das Kooperative Baulandmodell Köln nimmt diejenigen, die von einer Bodenwertsteige- rung profitieren, in die Pflicht, einen definierten Teil der geplanten Wohneinheiten für den geförderten Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen und sich stärker als bisher an den Fo l- gekosten der Bauleitplanung zu beteiligen. Weitere Informationen unter: Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 207 Starke Veedel – Starkes Köln http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/wohnen Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHZK) Das EHZK wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Er ist die wesentliche Handlungsgrundlage zur Sicherung und Stärkung des Kölner Zentrensystems, als Rückgrat der räumlich-funktionalen Ordnung der Stadt sowie zur Sicherung einer Wohnortnahen Na h- versorgung. Das EHZK definiert für alle 80 Kölne r Geschäftszentren konkrete Handlung s- empfehlungen bezüglich Ausstattung, Branchenmix und enthält Aussagen bezüglich Han d- lungserfordernissen für unterversorgte Bereiche. Wesentliche Aussagen des EHZK sind in den Zentrenpässen der Programmgebiete wiedergegeben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels- und-zentrenkonzept-1 Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft Vor dem Hintergrund eines verstärkten Wettbewerbs um Betriebe, gerade auch des prod u- zierenden Gewerbes, steigt die Bedeutung von geeigneten Konzepten die es ermöglichen, frühzeitig und angemessen auf d ie verschiedenen Bedarfe an Fläche und Infrastruktur zu reagieren. Den Wirtschaftsstandort Köln langfristig zu stabilisieren und zu stärken ist das Ziel des in Planung befindlichen Stadtentwicklungskonzeptes Wirtschaft. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Herausarbeitung der Flächenbedarfe, Flächenpotenzi- ale und ihrer Verfügbarkeit sowie die Darstellung von Konflikten der Flächennutzung in B e- zug auf Freiraum, Gewerbe -, Wohn - und Einzelhandelsnutzung. Die Herausforderung ist dabei die verschiedenen Intere ssen und Bedarfe an Fläche nachhaltig und ressourcensch o- nend zu erfüllen. Themenfeld Öffentlicher Raum / städtebauliche Situation: teilräumliche Entwicklungsplanungen (Rechtsrheinische Entwicklungskonzept Tei l- raum Nord, Handlungsprogramm Rechtsrheinische Perspektiven) Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln Stadtentwicklungskonzept Wohnen Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik Köln Mobil 2015 208 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 2: Anteil der Radfahrerinnen und Radfahrer in den Sozialraumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Sozialräume Stadtteile Anteil Fahrradnutzung am Anteil aller Wege in Pro- zent Buchheim und Buchforst Buchheim 5 Buchforst 6 Rondorf 9 Mülheim-Nord und Keupstraße Mülheim 8 Stadt Köln gesamt 12 Quelle: Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten, 2006 Anhang 3: Anteil an Ein -, Zwei - und Mehrfamilienhäusern am Gesamtbestand sowie Wohneinheiten der GAG (Stand 2013) in den Sozialraumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Programmgebiet Stadt Köln Anteil Ein- und Zwei- familienhäu- ser in Prozent Anteil Mehrf a- milienhäuser in Prozent GAG-Bestand (Wohneinhei- ten) Buchheim und Buchforst 40 60 3.501 Mülheim-Nord und Keupstraße 24 76 800 Stadt Köln 59 41 41.601 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 209 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 4: Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen in Prozent in den einzelnen Stadtteilen der elf Sozialräume Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 22,1 28,6 11,1 22 81,9 20,7 25,9 10,8 12 25,7 7,1 10,2 11,2 6,2 0,9 8,5 30,7 13,9 0 1,1 10,7 13,2 7,4 Bickendorf Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg Chorweiler Seeberg Bocklemünd/… Buchforst Buchheim Vingst Höhenberg Humboldt- Gremberg Kalk Rondorf Meschenich Mülheim Ostheim Neubrück Gremberghoven Eil Porz Finkenberg Stadt Köln - Anteil an öffentl. geförderten Wohnungen (Typ A) 2013 in Prozent 210 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 5: Kaufkraftindex nach Stadtteilen in den elf Sozialräumen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 85 90 95 100 105 110 115 Stadt Köln Eil Finkenberg Porz Neubrück Ostheim Mülheim-Nord / Keupstr. Rondorf Meschenich Kalk Humboldt-Gremberg Vingst Höhenberg Buchforst Buchheim Bocklemünd / Mengenich Chorweiler Blumenberg Bilderstöckchen Ossendorf Bickendorf - 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Kaufkraftindex Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 211 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 6: Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer Wohnu n- gen und ihrem Wohnumfeld in den elf Sozialräumen (2009) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 212 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 213 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 7: Anteil an Grünflächen pro Einwohner in den Sozialraumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße (m² je Einwohner) Sozialraum Kleingartenanla- ge Kinderspiel- platz Grünanla- ge Fried- hof Land- schafts-plan sonstiges Forst Grün + Fors t ge- samt Buchheim und Buchforst 0,0 1,0 4,5 0,0 0,0 0,5 0,0 4,5 5,5 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,0 1,8 0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 2,8 Durchschnitt Köln 26 m² 60m² Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Anteil an Grünflächen an der Gesamtfläche in den Sozialraumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße (in Prozent) Sozialraum Kleingartenan- lage Kinderspiel- platz Grünan- lage Fried- hof Land- schafts- plan sonstiges Forst Grün + Forst ge- samt Buchheim und Buchforst 0,2 0,0 0,3 0,1 0,0 0,0 0,1 0,4 0,8 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,1 0,1 0,4 0,2 0,0 0,0 0,0 0,4 0,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Anteil an Grünflächen pro Einwohnerin und Einwohner in den Sozialraumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße (m² je Einwohnerin und Einwohner) 500m Pufferzone Sozialraum Kleingartenan- lage Kinderspiel- platz Grünanla- ge Friedhof Land- schafts- plan sonstiges Forst Grün +Fors t ge- samt Buchheim und Buchforst 25,6 4,5 38,1 12,5 0,0 4,0 19,0 57,1 103,7 Mülheim-Nord und Keupstraße 4,6 5,5 23,9 12,0 0,0 0,0 1,8 25,7 47,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 214 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 215 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 8: Von Lärmbelastung besonders betroffene Bereiche in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße Sozialraum Straßenverkehr Deutsche Bahn AG HGK und KVB Flugverkehr BImSchG Anlage Buchheim und Buchforst Belastungsachsen Silesiusstraße (Belastung durch Stadtautobahn A n- schlussstelle Frankfurter Straße) Waldecker Str aße von Wa l- decker Platz bis Kasseler Straße Straßenzug Alte Wipperfürter Str. / Herler Str. in Teilbere i- chen Bergisch Gladbacher Str. innerhalb des Sozialraumg e- bietes Belastungsachsen Gebäude entlang der Bahnstrecke im Westen des Planraumgebietes Buchheim Belastungsräume Teilbereiche des Pla n- raumgebietes Buchheim 216 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 217 Starke Veedel – Starkes Köln Sozialraum Straßenverkehr Deutsche Bahn AG HGK und KVB Flugverkehr BImSchG Anlage Mülheim-Nord und Keupstraße Belastungsachsen Bergisch Gladbacher Straße zwischen Eulenbergstraße und Carlswerkstraße Genovevastraße zwischen Bergisch Gladbacher Straße und Carl-Brisch-Straße Clevischer Ring zwischen Keupstraße und Hacketäuer Straße Berliner Straße innerhalb des Sozialraumes Belastungsach- sen Gebäude in Teilberei- chen entlang der Berliner Straße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 218 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 219 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 9: Luftqualität und Schadstoffbelastung Laut 39. BImSchV gelten folgende Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit: NO2: der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsgrenzwert liegt bei 40 µg pro m3; der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgrenzwert beträgt 200 µg pro m3, bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. PM10:der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsgrenzwert liegt bei 40 µg pro m3; der über den Tag gemittelte Immissionsgrenzwert beträgt 50 µg pro m3, bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. In die Berechnung sind alle Straßen mit einem DTV -Wert (durchschnittliche tägliche Ve r- kehrsbelastung) von über 4000 Kfz / 24h berücksichtigt. Weiterhin sind alle Gebäude bis zu einer Entfernung von 35 m zur Straßenmitte eingeflossen. Die Konzentratione n sind im E r- gebnis in einer Immissionshöhe von 1,5 m an der Gebäudefassade dargestellt. Da es sich um ein Screening und keine Detailbetrachtung handelt, können die Ergebnisse lediglich als Hinweis auf eine problematische Belastung gewertet werden. Bei Überschreitungen von Grenzwerten werden Ursachenanalysen durchgeführt und es sind Luftreinhaltepläne aufzustellen, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität festgelegt werden. Eine Maßnahme für das Kölner Stadtgebiet ist die Einführung der U m- weltzone. Aus einer stadtweiten Screeningberechnung der kfz -bedingten Luftschadstoffe wurde die Belastung für die Sozialrä ume ausgewertet. Die Immissionsbelastung wurde s o- wohl für Feinstaub (PM10) als auch für Stickstoffdioxid (NO2) berechnet, wobei in der Schlussbetrachtung lediglich der Luftschadstoff Stickstoffdioxid als problematische Größe mit den häufigsten Überschreitungen herangezogen wurde. Zum Messen der Luftschadstoffbelastung gibt es im Jahr 2015 in Köln 5 kontinuierliche Messstellen und 11 Passivsamm ler. Davon befindet sich direkt im Sozialraum Meschenich, nördlich der Brühler Landstraße, ein Passiv sammler, der die Stickstoffdioxidbelastung e r- fasst. Nachfolgend werden für d ie Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim -Nord und Keupstraße die ak tuellen Schwerpunkte der Luftbelastung, auf Basis der Screening - Ergebnisse, dargestellt. Als Schwerpunkte werden dabei lediglich diejenigen Straßen einb e- zogen, die in der Screeningberechnung eine Stickstoffdioxidbelastung von über 40µg pro m³ erzielten und damit Hinweise auf eine problematische Belastung geben. Buchheim und Buchforst Im Bereich der Stadtteile Buchheim und Buchforst sind mehrere Straßenbereiche im Sozia l- raum zu finden, in denen Hinweise auf hohe Luftbelastungen errechnet wurden. Die Heide l- berger Straße weist - nahezu über ihre gesamte Länge im Sozialraum - eine hohe oder e r- höhte Belastung auf. Selbiges gilt für die Kalk -Mülheimer-Straße und die Frankfurter Straße. Die Waldecker Straße und der Buchheimer beziehungsweise Herler Ring weisen eb enfalls größere Abschnitte mit hohen Belastungen in den Screeningberechnungen auf. Diese sind, auf ihrer Gesamtstrecke durch den Sozialraum, jedoch eher durch erhöhte Luftbelastungen unterhalb von 40µg pro m³ Stickstoffdioxidkonzentration geprägt. Mülheim-Nord und Keupstraße Auch für den Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße lassen sich wieder drei Straßen als Schwerpunkte mit errechneten hohen Belastungen identifizieren. Die Bergisch -Gladbacher Straße zwischen Keupstraße und Bahnunterführung an der Carls werkstraße, die Berliner 220 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Straße zwischen Clevischem Ring und Markgrafenstraße, sowie der Clevische Ring selbst zwischen Bergisch-Gladbacher Straße und Von-Sparr-Straße, mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Markgrafenstraße und Langemaß. Durch eine Messstat ion am Clevischen Ring, welche südlich an den Sozialraum angrenzt, wird eine dauerhaft hohe Stickstoffdioxidbela s- tung mit Jahresmittelwerten deutlich über dem Grenzwert nachgewiesen. Anhang 10: Erläuterungen zur Erhebung der Lärmbelastung nach Europäische r Um- gebungslärmrichtlinie Außer für die Lärmvorsorge (Planfeststellungsverfahren) gibt es in Deutschland jedoch keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Ebenso sind das Berechnungsverfahren und die Defin i- tion einer erheblichen Belastung in Deutschland ni cht einheitlich, sondern je nach Emittent und Verfahren unterschiedlich. Vorrangig wurde daher bei den nachfolgenden Auswertungen auf die Kartierung nach EU -Umgebungslärmrichtlinie zurückgegriffen, bei der, basierend auf einem innerhalb der Europäischen Un ion (EU) einheitlichen Verfahren, die Ermittlung der Belastung durch Umgebungslärm erfolgt und die als eine wesentliche Informationsgrundlage über gegebene Lärmbelastungen anzusehen ist. Neben Lärmkarten mit flächigen Darste l- lungen der Lärmbelastungen werd en bei dieser Kartierung auch die Lärmbelastungen an Gebäudefassenden erfasst. In einem weiteren Schritt werden mit Hilfe dieser Fassadenb e- lastungen die Lärmbelastungen der Einwohner der Gebäude ermittelt. Unter Umgebungslärm werden gemäß der EU-Richtlinie belästigende und gesundheit s- schädliche Geräusche im Freien, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden und die von Verkehrsmitteln wie dem Straßenverkehr, den Eisenbahnen, Flugzeugen, sowie von Industriegeländen und großen Häfen ausg ehen, verstanden. Sport -, Freizeit- und Nachbar- schaftslärm, Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnungen und Lärm am Arbeitsplatz werden nicht durch die EU-Umgebungslärm-Richtlinie erfasst. Auslösewerte wurden mit Runderlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Lan d- wirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vom 07.02.2008) definiert: „Lärmprobleme im Sinne des § 47 d Absatz 1 BImSchG liegen auf jeden Fall vor, wenn an Wohnungen, Sch u- len, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäuden ein LDEN von 70 dB(A) oder ein LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Dies gilt nicht in Gewerbe - oder Industriegebieten nach §§ 8 und 9 der Baunutzungsverordnung sowie in Gebieten nach § 34 Absatz 2 des Baugesetzbuches mit entsprechender Eigenart.“ Für den Fluglärm sind Schutzziele für die Lärmaktionsplanung in rechtsverbindlicher Weise in § 14 des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm geregelt. Vor diesem Hintergrund hat das MUNLV für Fluglärm die Auslösewerte von 65 dB(A) (LDEN) und 55 dB(A) (LNight) definiert. Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 221 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 11: Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote 222 Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Programms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße 223 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 12: Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 an städtischen allgemeinbildenden Schulen am Wohnort (Schuljahr 2014 / 2015) in den Sozialräumen Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Sozialraum / Stadt absolut Quoten in Prozent Ins- ge- samt Haupt - schu- le Real- schu- le Ge- samt- schule Gym- na- sium För- der- schule Haupt - schu- le Real- schu- le Ge- samt- schule Gym- na- sium För- der- schule Buchheim und Buchforst 554 90 159 131 167 7 16,2 28,7 23,6 30,1 1,3 Mülheim-Nord und Keupstr. 353 107 77 101 46 22 30,3 21,8 28,6 13,0 6,2 Stadt Köln 23.129 3.098 5.450 4.669 8.975 937 13,4 23,6 20,2 38,8 4,1 Quelle: Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung und Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 224 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buch- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept Starke Veedel – Starkes Köln Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept 225 Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 13: Bevölkerungs- und Sozialstruktur in den Quartieren Sozialraum Buchheim und Buchforst Bevölkerung- uns Sozialstruktur der Quartiere im Sozialraum Buchheim und Buchforst Buchforst Reihenhäuser Buchforst Mitte Siedlung Kattowitzer Straße Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 667 36,9 43,6 37,1 42 8,0 17 12,4 6 4,4 53,9 x x x Entwicklung 2007 bis '13 35 5,7 -2,3 7,3 2 0,3 -3 0,1 -1 -1,4 29,4 x x x 2013 702 42,6 41,3 44,4 44 8,3 14 12,5 5 3,0 83,3 53,8 14 4,4 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 281 28,5 11,3 33,8 Entwicklung 2007 bis '13 5 1,2 4,0 0,5 2013 286 29,7 15,3 34,3 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 6.594 47,3 25,8 26,4 1.611 30,0 449 48,9 98 8,6 55,7 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -119 4,8 -2,0 -1,8 -153 -2,9 -47 -4,3 44 4,6 5,1 x x x 2013 6.475 52,1 23,8 24,6 1.458 27,1 402 44,6 142 13,2 60,8 31,8 602 17,2 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 3.403 21,0 31,4 22,5 Entwicklung 2007 bis '13 59 -2,3 -0,2 0,5 2013 3.462 18,7 31,2 23,0 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 809 20,3 25,8 49,7 25 4,3 6 6,5 0 0,0 56,9 x x x Entwicklung 2007 bis '13 3 10,7 1,4 -0,4 11 1,9 6 4,9 4 1,8 21,2 x x x 2013 812 31,0 27,2 49,3 36 6,2 12 11,4 4 1,8 78,1 66,7 25 6,7 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 382 20,7 17,7 36,4 Entwicklung 2007 bis '13 -5 -0,8 -3,0 -0,1 2013 377 19,9 14,7 36,3 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Aufgelockerte Einzelhausbebauung, keine auffälligen Sozialdaten, Ergebnisse insgesamt deutlich günstiger als gesamtstädtische Werte, Zunahme von Bewohne- rinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund, sehr hoher Jugend- und Altenquo- tient. Im Bereich Kopernikusstraße Kulturort evangelische Auferstehungskirche, Seniorenzentrum SBK, Wohnungen der GWK, sowie bilinguale Kita. Besteht hauptsächlich aus den historisch bedeutsamen Genossenschaftssiedlungen 'Blauer Hof' (erbaut 1926 bis 1927) und 'Weiße Stadt' (1929 bis 1932), beide in den letzten Jahren umfänglich modernisiert, Wohnungen Weiße Stadt teilweise Umwande- lung in privates Einzeleigentum, Wittener Straße städtische Belegrechtswohnungen. Sehr hoher Anteil an Kindern und Jugendlichen (leicht rückläufig) im Bedarfsgemein- schaften mit SGB ll Bezug, deutliche Zunahme an Empfängern von Grundsicherung. Durch Einfamilienhausbebauung geprägtes Quartier unmittelbar am Grünzug der Strunde. Sozialdaten mit insgesamt deutlich günstigeren Sozialwerten als im gesamt- städtischen Durchschnitt, sehr hoher Altenquotient und deutliche Zunahme an Ein- wohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund. Jugendquotient Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 – unter 65 Jahre Altenquotient Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Quote Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz Betreuungsquote U10 Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre Gymnasiastenquote Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014/15 Entwicklung 2007 - ’13 Angabe in Prozentpunkten 226 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buch- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept Starke Veedel – Starkes Köln Siedlung Modemannstraße Germaniastraße Gewerbe geringfügige Einwohneranzahl, aus Datenschutzgrün- den nicht darstellbar Buchheim Mitte Buchheim-Gronauer Straße Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 1.138 53,4 33,4 25,6 212 22,5 70 35,0 16 8,7 48,9 x x x Entwicklung 2007 bis '13 98 7,3 -4,3 -3,4 -12 -3,4 -5 -2,7 -2 -0,9 12,3 x x x 2013 1.236 60,7 29,1 22,2 200 19,1 65 32,3 14 7,8 61,2 35,3 81 12,4 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 505 28,1 17,6 25,1 Entwicklung 2007 bis '13 58 -4,7 -2,4 -1,8 2013 563 23,4 15,2 23,3 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 3.696 44,8 30,7 23,1 1.076 34,9 295 48,5 69 12,5 48,7 x x x Entwicklung 2007 bis '13 238 7,9 -0,9 -1,7 36 -1,8 -3 -2,6 19 3,4 6,2 x x x 2013 3.934 52,7 29,8 21,4 1.112 33,1 292 45,9 88 15,9 54,9 16,1 445 21,8 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.907 21,8 32,8 21,7 Entwicklung 2007 bis '13 113 0,4 2,4 -0,4 2013 2.020 22,2 35,2 21,3 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 1.646 63,1 39,0 24,4 484 34,9 149 47,3 28 11,4 53,3 x x x Entwicklung 2007 bis '13 52 6,4 -1,4 -3,2 -56 -5,7 -13 -7,2 -2 0,1 9,1 x x x 2013 1.698 69,5 37,6 21,2 428 29,2 136 40,1 26 11,5 62,4 31,7 154 18,1 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 721 30,1 23,0 22,6 Entwicklung 2007 bis '13 27 0,8 1,2 -0,8 2013 748 30,9 24,2 21,8 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Öffentlich geförderter Geschosswohnungsbau (1970er Jahre) der Sahle, Wohnen in gepflegtem Zustand. Soziales Engagement durch 'Parea' (gemeinnützige Initiative der Sahle Wohnen) vor Ort. Deutliche Zunahme an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund, überdurchschnittlich hoher Anteil von Kindern und Jugend- lichen in Bedarfsgemeinschaften mit SGB ll Bezug. Wohnquartier mit hohem Anteil an öffentlich gefördertem Wohnungsbau zum Beispiel im Bereich Hermann-Kunz-Straße, Wuppertaler Straße, Am Steinbergs Weiher und Wichhei- mer Straße. Programm „Modellprojekt sozialraumorientierte Vernetzung von Jugendhilfe“ (2000-2005). Insgesamt sehr hohe Quoten bei Empfängern von SGB ll Bezügen, sowie Grundsicherung im Alter, deutlicher Anstieg von Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund. Geprägt durch vier 9-geschossige Punkthäuser (ehemalige Arbeiterwohnheime von Ford und Bayer) und acht 3-geschossige Zeilenbauten in isolierter abseitiger Lage unmittelbar westlich der BAB A 3, Nahversorgung über das Stadtteilzentrum Holweide West und Discounter möglich, Sozialeinrichtung „Buchheimer Treff“ im Quartier. Sehr hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund und hoher Jugendquotient, sehr hoher Anteil an SGB ll und Grundsicherungsempfängern. Gewerbe zwischen Bahn und Frankfurter Straße mit großflächigen Auto- (Opel Bauer) und Einzelhandel (ehemals Max Bahr, aktuell Leerstand) und chemischen Betrieb (ACLA Werke GmbH). Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept 227 Starke Veedel – Starkes Köln Alt-Buchheim Buchheim-Herl Germaniastraße Gewerbe keine Einwohnerinnen und Einwohner Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 3.677 37,3 24,1 26,9 632 21,3 156 33,7 28 4,3 49,1 x x x Entwicklung 2007 bis '13 502 9,0 1,9 -3,4 -1 -3,3 18 -5,1 28 4,2 11,6 x x x 2013 4.179 46,3 26,0 23,5 631 18,0 174 28,6 56 8,5 60,7 25,5 270 12,7 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.974 19,2 29,6 22,7 Entwicklung 2007 bis '13 150 1,5 -4,4 -2,4 2013 2.124 20,7 25,2 20,3 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 966 21,8 20,6 39,9 61 8,6 14 14,3 3 1,3 51,7 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -33 3,6 -2,6 -0,6 -14 -1,8 -9 -8,3 1 0,4 6,1 x x x 2013 933 25,4 18,0 39,3 47 6,8 5 6,0 4 1,7 57,8 47,4 35 7,7 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 505 15,8 26,3 30,7 Entwicklung 2007 bis '13 -4 -2,2 -8,7 1,0 2013 501 13,6 17,6 31,7 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Alter Ortskern mit gemischter Bebauung und eigenem Nahversorgungszentrum. Anteil der Einwohnerschaft mit sozialer Belastung deutlich geringer als im benachbarten Quartier Buchheim-Mitte, deutliche Zunahme an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshin- tergrund. Vorstädtisch, teilweise ländlich geprägter Siedlungsbereich mit aufgelockerter Bebauung. Keine auffälligen Sozialdaten, Ergebnisse meist günstiger als gesamtstädtische Werte. Diverse Potentialflächen zur Ansiedelung von Gewerbe vorhanden. 228 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buch- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept Starke Veedel – Starkes Köln Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Quartiere im Sozialraum Mülheim-Nord und Keupstraße Mülheim Keupstraße Mülheim Berliner Straße Hacketäuer Siedlung Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 3.296 68,9 27,2 15,5 1.077 37,4 305 56,4 35 9,8 53,4 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -32 5,1 1,5 1,0 68 2,3 13 1,3 24 6,1 -0,5 x x x 2013 3.264 74,0 28,7 16,5 1.145 39,7 318 57,7 59 15,9 52,9 15,7 470 25,6 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.673 20,4 24,6 15,3 Entwicklung 2007 bis '13 -6 0,9 4,7 -0,4 2013 1.667 21,3 29,3 14,9 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 5.529 58,8 25,3 16,7 1.786 37,3 428 52,7 80 12,3 56,5 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -52 2,7 -2,1 -0,1 -161 -3,5 -71 -5,6 22 3,4 -4,4 x x x 2013 5.477 61,5 23,2 16,6 1.625 33,8 357 47,1 102 15,7 52,1 16,0 779 24,9 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 2.735 20,1 31,9 14,2 Entwicklung 2007 bis '13 133 -3,0 2,9 0,2 2013 2.868 17,1 34,8 14,4 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 1.547 54,8 57,7 19,5 760 55,3 256 65,3 20 11,8 60,6 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -42 4,2 -11,0 -3,1 -40 -1,8 -14 4,0 21 15,4 14,8 x x x 2013 1.505 59,0 46,7 16,4 720 53,5 242 69,3 41 27,2 75,4 7,5 232 30,5 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 541 45,3 32,2 18,7 Entwicklung 2007 bis '13 2 -6,3 5,1 -0,1 2013 543 39,0 37,3 18,6 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Klassisches Arbeiterviertel aus der Gründerzeit mit dichter Bebauung, teilweise Wohn- raum mit Substandard. Hohe Bewohnerfluktuation. Anstieg des Migrantenanteils hier Zuzug von Bürgerinnen und Bürgern aus Bulgarien, sehr hoher Anteil an SGB ll Empfän- gern, insbesondere Kinder und Jugendliche, sehr geringe Kinderbetreuungsquote. Klassisches Arbeiterviertel aus der Gründerzeit mit dichter Bebauung, teilweise noch Wohnraum mit Substandard. Hohe Bewohnerfluktuation. Anstieg des Migrantenanteils, Belegrechtswohnungen und Obdachlosenversorgung im Quartier, rückläufiger Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern im SGB ll Bezug, allerdings sehr deutlich überdurch- schnittliche Werte, geringe Betreuungsquote. Drei- bis viergeschossige Neubausiedlung (1966 bis 1971) mit fünf achtgeschossigen Wohnhäusern. Hoher Anteil an SGBII Empfängern, sowie Kindern und Jugendlichen, insgesamt sehr hoher Jugendquotient im Quartier. Betreuungsquote deutlich gestiegen. Jugendquotient Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 – unter 65 Jahre Altenquotient Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Quote Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz Betreuungsquote U10 Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre Gymnasiastenquote Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014/15 Entwicklung 2007 - ’13 Angabe in Prozentpunkten Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept 229 Starke Veedel – Starkes Köln Schönrather Straße Gewerbe Neurather Ring Gewerbe Mülheim-Nord Gewerbe geringfügige Einwohneranzahl aus Date n- schutzgründen nicht darstellbar Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 418 43,5 33,8 21,6 70 19,7 17 23,0 4 7,0 65,3 x x x Entwicklung 2007 bis '13 93 8,0 6,7 -5,3 40 4,5 21 10,6 2 4,3 -15,3 x x x 2013 511 51,5 40,5 16,3 110 24,2 38 33,6 6 11,3 50,0 . 45 16,7 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 180 23,9 20,9 19,4 Entwicklung 2007 bis '13 2 1,4 5,2 0,9 2013 182 25,3 26,1 20,3 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 390 46,9 26,0 16,8 102 30,3 27 48,2 . 4,3 40,0 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -68 9,6 0,6 7,0 -59 -14,3 -13 -19,6 . 5,5 1,9 x x x 2013 322 56,5 26,6 23,8 43 16,0 14 28,6 5 9,8 41,9 . 29 16,1 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 174 21,3 18,9 17,2 Entwicklung 2007 bis '13 -6 -2,3 28,0 5,4 2013 168 19,0 46,9 22,6 Empfänger Grundsicherung ArbeitsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Gewerbegebiet nördlich des Mülheimer Autobahnzubringers. Hauptnutzer 'BASF Color Solutions Germany GmbH'. Standort von fünf Flüchtlings- und Obdachlosenheimen, insgesamt wenig Einwohnerinnen und Einwohner im Quartier, hoher Jugendquotient. In den 1960er Jahren neu aufgeschlossenes Gewerbegebiet mit verfügbaren Flächenre- serven. Im nördlichen Bereich Standort eines Flüchtlingsheims. Im Gewerbegebiet auch vergleichsweise hoher Einwohnerzahl, hier starke Rückläufe von SGB ll Bezügen, bei sehr geringer Betreuungsquote. Erfolgreich restrukturiertes Alt-Gewerbegebiet mit hoher Arbeitsplatzdichte, vorrangig im Dienstleistungs- und Medienbereich, hier zu vernachlässigender Anteil an Einwohnerin- nen und Einwohnern, hier noch offene Konversionsflächen (ehemaliger Güterbahnhof) vorhanden. 230 Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 für die Sozialräume Buchheim und Buch- forst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße Integriertes Handlungskonzept Starke Veedel – Starkes Köln Anhang 14: Datenprofil der Sozialräume im Handlungsfeld Frühe Hilfen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Jahr 2013 Angaben als prozentualer Anteil Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Bocklemünd / Mengenich Buchheim und Buchforst Höhenberg und Vingst Humbold / Gremberg und Kalk Meschenich und Rondorf davon Meschneich Mülheim-Nord und Keupstraße Ostheim und Neubrück Porz-Ost, Finkenberg, Gremberhoven und Eil Köln Einwohner unter 3-Jährige 3,2 3,6 3,3 2,9 3,1 3,6 3,2 2,6 3,1 3,4 3,5 3,2 2,9 3 bis unter 6-Jährige 3,3 3,3 3,8 2,9 3,1 3,5 3,0 3,1 3,6 3,3 3,8 3,2 2,7 6 bis unter 10-Jährige 4,3 4,2 5,1 4,4 3,9 4,2 3,6 4,1 4,8 4,6 4,7 4,7 3,4 unter 18-Jährige 19,9 20,1 22,5 18,9 17,9 19,4 16,6 19,2 21,6 19,6 21,4 19,9 15,7 18 bis unter 28-Jährige 13,1 14,6 14,3 11,3 14,4 14,6 17,8 11,5 12,5 17,3 12,9 12,0 13,5 28 bis unter 65-Jährige 52,4 49,1 47,7 46,4 51,1 49,5 51,5 52,8 53,1 51,6 45,9 48,4 53,1 ab 65-Jährige 14,6 16,2 15,5 23,3 16,6 16,5 14,0 16,6 16,0 11,5 19,7 19,6 17,8 Ausländerinnen und Ausländer 21,5 26,1 32,3 20,2 26,2 30,7 33,9 23,0 39,1 46,4 26,7 25,7 17,2 Einwohner mit Migrationshintergrund 43,4 49,1 74,5 40,1 50,6 56,3 57,2 39,8 59,0 64,3 58,0 54,8 34,9 Einwohner unter 18 Jahre mit Migrationshintergrund 58,1 66,0 81,6 58,7 70,1 75,3 81,2 53,4 74,1 81,5 74,5 73,1 49,7 Haushalte Einpersonenhaushalte 42,3 41,7 26,1 40,4 47,2 44,3 53,4 34,8 34,6 52,4 35,6 35,7 50,1 Familienhaushalte 25,5 25,5 32,9 23,3 21,1 24,0 18,4 25,5 26,8 20,9 27,6 24,7 18,4 Anteil Alleinerziehende an allen Familienhaushalten 29,2 23,7 25,4 30,0 27,4 29,1 29,3 19,1 17,8 33,6 26,0 23,5 24,1 Sozialleistungsbezug SGB II SGBII Quote 19,4 19,6 29,9 27,3 23,9 27,5 25,3 14,5 25,0 37,3 31,2 24,9 13,2 SGBII Quote bei unter 15-Jährigen 30,3 31,8 44,7 46,1 36,8 42,3 39,9 23,4 36,6 53,2 47,2 38,3 22,2 Sozialleistungsbezug SGB XII Quote Grundsicherung im Alter 11,1 7,7 30,1 10,3 10,2 11,4 13,0 5,6 10,7 16,9 12,2 11,0 6,7 Quote Grundsicherung bei Erwerbsminderung 1,3 1,0 2,0 1,4 1,3 1,5 1,4 0,7 1,1 2,2 1,5 1,0 0,8 Arbeitslosigkeit Arbeitslosenquote 11,7 11,5 15,7 16,1 15,7 16,9 17,2 9,4 15,0 25,2 17,6 14,9 9,5 Jugendarbeitslosenquote 6,5 8,3 10,1 8,0 11,2 9,9 9,0 6,9 12,5 17,9 11,9 11,2 6,5 Kinderbetreuung in Kita/Tagespflege unter 3-Jährige mit Migrationshintergrund 47,6 49,6 73,9 57,0 54,6 67,5 68,5 38,6 54,9 65,3 65,5 49,0 35,1 3 bis unter 6-Jährige mit Migrationshintergrund 59,4 69,8 83,6 61,5 71,1 77,0 81,9 55,0 72,3 80,1 80,7 73,7 50,2 unter 6-Jährige Kinder darunter beitragsbefreit 47,2 53,1 70,7 65,6 59,4 69,1 69,8 39,2 60,1 77,9 70,9 52,7 33,2 beitragsbefreit mit Migrationshintergrund 62,4 60,2 70,6 72,2 64,8 71,2 73,4 57,7 72,7 81,6 74,6 62,4 51,6 Hilfen zur Erziehung Anteil laufender Hilfen nach §§27 bis 35 SGB VIII an allen Einwohnern mit Haupwohnung unter 21 Jahren 2,6 3,3 2,4 5,1 3,6 2,8 3,0 2,8 4,1 5,5 2,4 2,0 2
Beratungsverlauf
-
25.04.2017
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 4.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
27.04.2017
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 4.3, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
27.04.2017
TOP 15.3, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
04.05.2017
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 4.13, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
09.05.2017
TOP 4.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
09.05.2017
TOP 5.3, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
11.05.2017
TOP 6.3, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
Termin unbekannt
Sitzung
Vorberatung (Fachausschuss).
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