V/0683/2011
Atomstromfreies Münster bis 2020 - Ausbaustrategie für klimaschonende Energieerzeugung durch die Stadtwerke Münster GmbH
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v2 Stadtwerke Münster Münster, 31.08.2011 Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 24/2011 Betreff Atomstromfreies Münster bis 2020 - Ausbaustrategie für klimaschonende Energieerzeu- gung durch die Stadtwerke Münster Berichterstatter Herr Dr. Müller-Tengelmann Herr Dr. Hoffknecht Anlage Ausarbeitung "Atomstromfreies Münster bis 2020 - Optionen zur Realisierung" Antrag Der Aufsichtsrat wolle beschließen: 1. Das Ziel, die Belieferung der Stadtwerkekunden in Münster bis 2020 zu 100% aus atomstromfreien Quellen sicherzustellen, wird nicht durch den Kauf von Zertifikaten, sondern durch den Ausbau entsprechender eigener Erzeugungskapazitäten der Stadtwerke Münster realisiert. 2. Dem in der beiliegenden Ausarbeitung enthaltenen perspektivischen Investitionsplan zum Ausbau einer klimaschonenden bzw. regenerativen Energieerzeugung wird vor- behaltlich der zukünftigen Beschlüsse zu den konkreten Wirtschaftsplänen in der Gesellschafterversammlung zugestimmt. Begründung Der Kauf von Zertifikaten bewirkt keine tatsächliche Erhöhung klimaschonender, regene- rativer Erzeugungskapazitäten, sondern verteilt grundsätzlich nur die Nutzungsrechte an bestehenden regenerativen Erzeugungsanlagen zwischen Verkäufern und Käufern der Zertifikate neu. Mit der Ausbaustrategie generieren die Stadtwerke Münster hingegen reale neue, zusätzliche klimaschonende und atomstromfreie Erzeugungskapazitäten und leisten damit einen echten physischen Beitrag zum grundlegenden strukturellen Umbau der Erzeugungslandschaft in Deutschland. Stadtwerke Münster GmbH gez. Dr. Müller-Tengelmann gez. Dr. Hoffknecht
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Atomstromfreies Münster bis 2020 - Optionen zur Realisierung Ratsbeschluss der Stadt Münster vom 06.04.2011: "Der Rat der Stadt Münster spricht sich für den schnellstmöglichen Ausstieg aus dem Be- zug von Atomstrom durch die Stadtwerke Münster aus. Die Stadtwerke werden beauftragt, dem Rat der Stadt zur nächsten Sitzung ein Konzept vorzulegen, das geeignet ist, die Stromversorgung durch die Stadtwerke ohne Atomstrom sicher zu stellen." 1. Neue Ausgangssituation Mit der in der Aufsichtsratssitzung vom 18.05.2011 verteilten Stellungnahme zum Ratsbe- schluss für ein atomstromfreies Münster haben die Stadtwerke deutlich gemacht, dass eine vollständig atomstromfreie Energieversorgung auf Basis reiner Zertifikateerwerbe nicht sinnvoll und für die Glaubwürdigkeit der Stadtwerke Münster sogar schädlich sein kann. Inzwischen hat die Bundesregierung einen konkreten Beschluss für das bundesweite Aus- stiegsszenario aus der Atomstromerzeugung gefasst. Dieser beinhaltet eine stufenweise Stilllegung aller deutschen Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022. Entstehende Lücken in der Erzeugungskapazität sollen durch einen starken Ausbau der regenerativen Energieerzeu- gung, insbesondere durch Windkraftanlagen sowie durch neue Gaskraftwerke ausgegli- chen werden. Die damit verbundene Dezentralisierungsstrategie in der Energieerzeugung eröffnet neue Handlungsoptionen für die deutschen Stadtwerke. Die Stadtwerke Münster haben mit ihrer Strategie 2020 bereits im Vorfeld des Regierungsbeschlusses die Weichenstellung zum Umbau der Stromversorgung der Münsteraner in Richtung einer deutlichen Erhöhung der klimaschutzorientierten und atomstromfreien Erzeugungskapazitäten vorgenommen. Mit dem in der Strategie 2020 vorgesehenen Ausbau der regenerativen und klimaschonen- den Erzeugungskapazitäten werden im Jahre 2020 100 % des Stromabsatzes der Stadt- werke Münster an ihre Kunden in Münster atomstromfrei lieferbar sein. Die rechnerische Kapazität des Engagements in Black Gekko ist dabei nicht berücksichtigt. 2. Zielsetzung der Stadtwerke Mü nster - atomstromfrei bis 2020 Vor dem Hintergrund des o.g. Ratsbeschlusses und der neuen Zielsetzung der Bundesre- gierung setzen sich die Stadtwerke Münster das Ziel, durch die Umsetzung der Unterneh- mensstrategie bis zum Jahr 2020 - somit also noch vor dem Zeitziel der Bundesregierung - ihre Stromlieferungen in Münster zu 100% aus atomstromfreier eigener Erzeugung zu decken. 3. Investitionsplanung zur Erreichung dieses Ziels Zur Erreichung dieser Zielsetzung bis 2020 sind signifikante zusätzliche Investitionen in klimaschonende Erzeugungskapazitäten erforderlich, die zu einer deutlichen Erhöhung der bisherigen Eigenerzeugungskapazitäten der Stadtwerke hinausgehen. Der jährliche Strom- bedarf in Münster liegt in den letzten Jahren durchschnittlich bei rund 1.460 GWh. Davon entfällt ein Lieferanteil von ca. 1.000 GWh auf die Stadtwerke Münster. - 2 - Die Umsetzung der Strategie 2020 erfolgt zum einen über einen starken Ausbau regenera- tiver Erzeugungsanlagen, insbesondere Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen, zum anderen über die Investition in eine 3. Gasturbine zur Erhöhung der erdgasbasierten Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung. Mit dem im strategischen Investitionsplan vor- gesehenen Kapazitätsausbau werden die Stadtwerke Münster die heutige Lücke zur voll- ständigen atomstromfreien Energieversorgung ihrer Kunden in Münster bis 2020 schließen (vgl. nachstehende Grafik). Die Umsetzung der Erzeugungsstrategie durch die Stadtwerke Münster ist bereits umfang- reich und mit hohem Einsatz der beteiligten Mitarbeiter im Gange. Zahlreiche Projekte zur regenerativen Erzeugung werden permanent am Markt sondiert, vorgeprüft und bei hinrei- chenden Erfolgsaussichten einer intensiven Due Diligence durch die Experten der Stadt- werke Münster für technische, wirtschaftliche und rechtliche Fragestellungen unterzogen. Bei hinreichender Wahrscheinlichkeit für die Erreichung der Ziel-Eigenkapitalrenditen wer- den konkrete Verhandlungen mit den Anbietern aufgenommen. Vor diesem Hintergrund wurden auch bereits große Projekte, wie z.B. die Beteiligung an zwei Offshore-Windparks ebenso wie die Beteiligung an einer großen Biogasanlage nach intensiver Prüfung aufgrund nicht gegebener Wirtschaftlichkeit verworfen. Bereits in 2010 ist hingegen mit der Fotovoltaikanlage Coerde (Investitionssumme 3 Mio. €, 1,1, MW Leistung, Produktion von 0,8 GWh Arbeit p.a.) die bisher größte Investition der Stadtwerke Münster ans Netz gegangen. Anfang 2011 wurde mit dem Windpark Detmold (Investitionssumme ca. 7 Mio. € [davon ca. 60% Projektfinanzierung], 2x 2 MW Leistung, Produktion von 9 GWh Arbeit p.a.) eine leistungsfähige Onshore-Windanlage realisiert. Konkret befinden sich mehrere Off- und Onshore-Windkraftprojekte in intensiver Prüfung und z.T. auch schon in Umsetzungsvorbereitung. Zudem wird momentan die Errichtung einer 3. Gasturbine für die GuD-Anlage im Hafen planerisch vorbereitet. Im Folgenden wer- den diese Projekte jeweils in einem kurzen Projektsteckbrief vorgestellt. Stromerzeugung und Stromabsatz Situation auf Basis der Strategie 2020 - 3 - 3.1. Offshore-Windpark Nordergründe Der Windpark Nordergründe ist mit insgesamt 18 Anlagen neuesten Typs mit einer Leis- tung pro Anlage von 6 MW projektiert. Standort wird die küstennahe Nordsee sein mit mo- deraten Wassertiefen zwischen 4m und 15 m. Die Stadtwerke Münster prüfen momentan die Beteiligung an diesem Windpark im Umfang von 2-3 Anlagen sehr intensiv. Das Inves- titionsvolumen für die Stadtwerke Münster ohne den Projektfinanzierungsanteil von ca. 56% beläuft sich ca. 20 - 30 Mio. €. Bei geplanten 3.700 Benutzungsstunden p.a. resul- tiert aus zwei Anlagen eine Produktionsmenge von 46 - 69 GWh p.a. Die Due Diligence- Phase mit Verfügbarkeit eines Datenraums zur physischen Sichtung der umfangreichen Projektunterlagen ist eröffnet. Projektentwickler und Initiator des Windparks ist die Firma Energiekontor, mit der wir bereits im Falle des Windparks Detmold intensiv und gut kooperiert haben. Anlagenlieferant ist die bekannte Firma Repower, die Anlagen werden eine attraktive Nabenhöhe von 84 m und einen Rotordurchmesser von 126 m haben. Die geplante Inbetriebnahme des Windparks wird Ende 2013/Anfang 2014 sein. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Entfernung von der Küste bei dennoch durch Windertragsgutachten belegten guten Windverhältnissen ist zum aktuellen Prüfungsstand mit einer Erreichung der Zielrendite der Stadtwerke Münster für Offshore-Projekte zu rechnen. 3.2. Windenergieanlage Wolbeck Mit der geplanten Windanlage in Wolbeck zeigen die Stadtwerke ihr Engagement, ihre Energie wo immer möglich und wirtschaftlich sinnvoll ortsnah zu gewinnen. Es handelt sich hier ebenfalls um ein Windrad des Herstellers Repower mit einer Leistung von 2 MW, einer Nabenhöhe von 100m und einem Rotordurchmesser von 92 m. Das Investitionsvolumen wird sich auf ca. 3 Mio. € belaufen. Die Stromproduktionsmenge ist mit 4 GWh p.a. bei 2.100 Benutzungsstunden p.a. geplant. Eine Projektfinanzierung ist hier nicht vorgese- hen. Die Inbetriebnahme wird Ende 2011/Anfang 2012 sein. Nach intensiven Vorbereitun- gen und Verhandlungsgesprächen wurde inzwischen die Herstellung der Anlage bei Repower beauftragt. Die Stadtwerke Münster prüfen im Zusammenhang mit der Anlage parallel, inwieweit in diesem Falle eine direkte finanzielle Bürgerbeteiligung an der Anlage in Wolbeck umsetz- bar ist. 3.3. Onshore-Windenergieanlage Süderdeich Die küstennahe Onshore-Anlage Süderdeich wird über die Beteiligung der Stadtwerke Münster an der Green Gecco-GmbH & Co. KG in das regenerative Portfolio aufgenommen. Es handelt sich um die Übernahme einer bereits bestehenden Anlage im Landkreis Dith- marschen in Schleswig-Holstein. Hersteller ist die ebenfalls namhafte Firma Enercon. Es handelt sich dabei um 4 Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 2,3 MW. Bei ei- nem Anteil der Stadtwerke Münster an Green Gecco von 4,6% ergibt dies eine anteilige Leistung der Stadtwerke Münster an der Anlage von 0,4 MW und einen Investitionsbei- trag von rund 500 T€. Die den Stadtwerken zurechenbare Stromproduktionsmenge beträgt 0,9 GWh p.a. bei 2.300 Benutzungsstunden p.a. Durch den Beitritt neuer Gesellschafter zu Green Gecco wird der Anteil der Stadtwerke Münster allerdings zukünftig leicht sinken. - 4 - Für die Anlageninvestition ist keine Projektfinanzierung vorgesehen. Die Übernahme der Anlagen wird zum 3. Quartal 2011 erfolgen. 3.4. Onshore-Windenergieanlage Haarbrück-Beverungen Haarbrück-Beverungen ist ein Standort in Nordrhein-Westfalen im Kreis Höxter. Bei der Anlage handelt es sich um ein Fabrikat der Firma Enercon mit einer Nabenhöhe von 108 m und einem Rotordurchmesser von 82m sowie einer Leistung von 2,3 MW. Das Investiti- onsvolumen wird nach aktuellem Projektstand bei 3,7 Mio. € liegen. Die Stromprodukti- onsmenge ist mit 5 GWh p.a. bei 2.300 Jahresbenutzungsstunden geplant. Projektpart- ner ist hier die Firma Windinvest. Die interne Prüfung dieses Projektes befindet sich noch im Anfangsstadium. Die Finanzierung der Anlage wird im Realisierungsfalle voraussichtlich direkt durch die Stadtwerke Münster aufgebracht. Die Inbetriebnahme für dieses Projekt ist seitens des Projektentwicklers noch innerhalb des Jahres 2011 vorgesehen. 3.5. Dritte Gasturbine in der GuD-Anlage Neben den rein regenerativen Erzeugungskapazitäten erscheint auch die Errichtung einer 3. Gasturbine für die GuD-Anlage der Stadtwerke Münster als vielversprechende Option zur Realisierung einer klimaschonenden Erzeugung durch eine Erhöhung der KWK- bezogenen Stromproduktion. Das energetische und wirtschaftliche Potenzial der Investi- tion in eine 3. Gasturbine wurde in umfangreichen Analysen zu möglichen Fahrweisen und Marktpreisentwicklungen unter Berücksichtigung der entsprechenden Einbindung in die vorhandene GuD-Gesamtanlage mit Unterstützung des bekannten und fachlich hochkom- petenten Beratungsunternehmens enervis untersucht. Die entsprechende Erweiterung der GuD-Anlage ist mit Investitionen in Höhe von 30 Mio. € und einer Steigerung der elektrischen Leistung um 30 MW verbunden. Die unter Berück- sichtigung der möglichen Einsatzstunden der Turbine p.a. ergibt sich eine zusätzliche Stromerzeugung in Höhe von 160 GWh pro Jahr. Die Finanzierung wird direkt durch die Stadtwerke Münster aufgenommen werden. Der Einsatz der dritten Gasturbine würde zu- dem zu einer CO 2-Einsparung in Höhe von ca. 50.000 t p.a. führen. Aufgrund der positiven Analyseergebnisse zur 3. Gasturbine wird nun im nächsten Schritt eine technische Feinplanung der erforderlichen Anlagenkomponenten und Gewerke zur Umsetzung dieses Projektes an ein geeignetes Planungsunternehmen beauftragt. Die Inbe- triebnahme dieser Erweiterungsinvestition ist planerisch für die Jahre 2013/2014 vorgese- hen. 3.6. Fortführung der strategischen Er zeugungsplanung mit durchschnittlichen Investitionsansätzen bis 2020. Für die strategische Planung bis 2020 wurden über diese bereits in Konkretisierung befind- lichen Projekte hinaus Investitionsansätze anhand von durchschnittlich zu realisierenden Anlagen vorgenommen, die im Laufe der Zeit sukzessive mit entsprechenden Projekten zu unterlegen sind. Dabei wurde angenommen, dass neben den bereits konkretisierten Projek- ten ab 2014 jedes Jahr durchschnittlich eine Onshore- und eine Offshore- Windkraftanlage sowie eine Biogasanlage und mehrere kleinere Fotovoltaikanlagen entweder als Direktinvestition oder als Beteiligung erworben wird. Für Offshore-Anlagen - 5 - wird eine anteilige Projektfinanzierung ohne Belastung der Eigenkapitalquote der Stadtwer- ke, für die übrigen Investitionen in Erzeugungsanlagen eine vollständige Aufbringung der Finanzierung durch die Stadtwerke unterstellt. Zur Umsetzung der Onshore-Kapazitäten wollen die Stadtwerke u.a. auch auf die Errich- tung von Anlagen im Stadtgebiet setzen. Der momentan in Novellierung befindliche Regio- nalplan NRW weist 10-15 geeignete Standorte für Windkraftanlagen aus. Dies bedeutet ein Investitionsvolumen von 30-34 Mio. € vor Ort in Münster, welches einen signifikanten Anteil an der Ausbaustrategie bis 2020 ausmacht. Erste Pachtverträge wurden bereits ab- geschlossen, und die Stadtwerke Münster treten mit diesem Thema auf Bürgerversamm- lungen auf. Für Offshore-Anlagen gilt dabei die Prämisse, dass pro MW installierter Leistung Investi- tionsausgaben von 3,4 Mio. € anfallen. Zur Ableitung des resultierenden Investitionsvo- lumens für die Stadtwerke Münster reduziert sich dieser Betrag durch die Berücksichtigung einer Projektfinanzierungsquote von 50% auf die Hälfte. Die jährliche Benutzungsstun- denzahl für Offshore-Anlagen liegt bei 3.700 h/Jahr. Pro Offshore-Investitionsprojekt gehen die Stadtwerke Münster entsprechend von durchschnittlich ca. 12,8 GWh Produktions- menge p.a. bei einer installierten Leistung von 3,4 MW aus. Onshore-Anlagen sind im Vergleich zu Offshore-Anlagen typischerweise mit niedrigeren spezifischen Investitionen verbunden (ca. 1,7 Mio. € pro MW installierter Leistung), haben aber auch eine niedrigere jährliche Benutzungsstundenzahl (2.330 h/Jahr). Je Projekt ist eine Produktionsmenge von 9,6 GWh p.a. bei einer installierten Leistung von 4,1 MW geplant. Biogasanlagen erfordern spezifische Investitionen von ca. 3 Mio. € pro MW installierter Leistung bei einer durchaus hohen Benutzungsstundenzahl von ca. 8.200 h/Jahr. Pro An- lage ist eine Produktionsmenge von 8,2 GWh p.a. bei einer installierten Leistung von 1 MW vorgesehen. Bei Fotovoltaikanlagen ist von spezifischen Investitionen von ca. 2,7 Mio. € pro MW in- stallierter Leistung und einer Benutzungsstundenzahl von lediglich ca. 850 h/Jahr auszu- gehen. Pro Jahr ist die Errichtung von jeweils 16 Anlagen mit Leistungswerten zwischen 0,2 und 0,5 MW geplant. Insgesamt soll der Bestand um ca. 1 MW p.a ansteigen, so dass jähr- lich etwa 0,9 GWh an Produktionsmenge hinzukommen. Trotz der unterschiedlichen technischen Effizienzwerte der jeweiligen Anlagentechnologien setzen die Stadtwerke Münster auch zur Streuung des Technologierisikos auf einen Er- zeugungsmix aus allen regenerativen Technologien, wobei der Investitionsschwerpunkt deutlich auf dem Thema Windenergie liegt. Diese bietet die effizienteste Kombination aus verlässlicher Technik, ressourcenschonender Erzeugung und absolutem Energieertrag in elektrischer Arbeit. Der in der Strategie 2020 der Stadtwerke Münster entsprechend beschriebene, massive Ausbau der klimaschonenden Erzeugungskapazitäten führt zu folgendem, nach Anlagen- technologie differenzierten Investitionsplan für die Jahre 2011 bis 2020 (vgl. nachste- hende Grafik). - 6 - In der kumulierten Sicht zeigt sich, dass daraus ein erhebliches Investitionsvolumen für die Stadtwerke Münster bis 2020 resultiert (vgl. nachstehende Grafik), das viele Unterneh- mensbereiche von der Erzeugung über die Energiewirtschaft bis zum Finanzmanagement und zum Einkauf über eine sehr lange Zeit sehr stark fordern wird. 4. Entwicklung der Eigenkapit alquote der Stadtwerke Münster Die Betrachtung der Investitionssummen ist deshalb von großer Bedeutung, weil zur Finan- zierung des Erzeugungsausbaus der Stadtwerke Münster hohe Fremdfinanzierungsvo- lumina aufzunehmen sein werden. Die Fremdfinanzierungskonditionen wiederum sind in hohem Maße von der Güte und Qualität der bilanziellen Eigenkapitalquote des Unterneh- mens abhängig. Aus diesem Grunde enthält der vorliegende Entwurf des Managementkon- traktes mit der Stadt Münster im Rahmen der Finanzziele eine Untergrenze für die Eigen- kapitalquote, die 25% der Bilanzsumme nicht unterschreiten soll. Anderenfalls wären ent- sprechende Eigenkapitalzuführungen durch die Gesellschafterin Stadt Münster vorzuneh- men. Die nachfolgende Grafik zeigt die sich aus der Strategie 2020 und in erheblichem Umfang durch die Erzeugungsinvestitionen geprägte Entwicklung der Eigenkapitalquote im Zeitab- lauf bis 2020 (vgl. nachstehende Grafik). Die Untergrenze von 25% wird nicht unterschrit- ten. Stromerzeugung - Investitionen Situation auf Basis der Strategie 2020 Summe der Investitionen bis 2020 = 226 Mio. € - 7 - 5. Fazit Die Analyse zeigt, dass ein atomstromfreies Münster bis 2020 ein ambitioniertes, aber er- reichbares Ziel darstellt. Wie präzise dieses Ziel erreicht werden kann, ist in hohem Maße davon abhängig, dass der Markt über die nächsten Jahre eine hinreichende Zahl wirtschaft- lich akzeptabler Projekte im regenerativen Bereich bietet und durch die Umsetzung des Energiekonzeptes der Bundesregierung attraktive Rahmenbedingungen für entsprechende Investitionen geschaffen werden. Bei Realisierung dieses Investitionsplans wird ein kompletter Verzicht auf Atomstrom für die gesamte Stromlieferung der Stadtwerke Münster im Stadtgebiet Münster erreicht, so dass jeder von den Stadtwerken Münster belieferte Haushalt und Gewerbebetrieb der Stadt rechnerisch Strom aus Windenergie, Sonnenenergie und gasbasierter Erzeugung bezieht. Mit der Strategie 2020 der Stadtwerke Münster wird ein Ausbaupfad für die regenerative Erzeugungskapazität definiert, der eine Verzehnfachung der bisherigen Energiegewinnung aus regenerativen Quellen für die Stadtwerke Münster bedeutet. Damit werden große Fi- nanzierungsanstrengungen verbunden sein, die nahezu 50% der gesamten bisherigen Bi- lanzsumme des Unternehmens betragen. Auf dem Weg zur atomstromfreien Stadt bedarf es deshalb auch des sorgfältigen und fun- dierten Abwägens der finanziellen Lasten und der Ertrags-/Risikorelation jedes einzelnen Projektes. Die gesamte Planung ist hierbei ohne Einbeziehung der rechnerischen Kapazitä- ten von Black Gekko erfolgt. Sollte es zu einem Verkauf der Beteiligung zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen kommen, kann der finanzielle Rückfluss daraus die Rahmenbe- dingungen für die Finanzierbarkeit der anstehenden Investitionsaufgaben der Stadtwerke Münster wesentlich verbessern. Wirkung auf die EK-Quote Situation auf Basis der Strategie 2020 Untere Grenze lt. Management-Kontrakt - 8 - Sollten sich durch gesetzliche Änderungen Anpassungsnotwendigkeiten für diese Strategie ergeben, so werden die Stadtwerke Münster diese Anpassungen im Investitionsprogramm vornehmen, ohne das Ziel, 100% des Absatzes bis 2020 atomstromfrei zu erzeugen, auf- zugeben. Dr. Henning Müller-Tengelmann Dr. Andreas Hoffknecht
Beschlussvorlage
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V/0683/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Atomstromfreies Münster bis 2020 - Ausbaustrategie für klimaschonende Energieerzeugung durch die Stadtwerke Münster GmbH Beratungsfolge 20.09.2011 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 21.09.2011 Hauptausschuss Vorberatung 21.09.2011 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: 1. Das Ziel, die Belieferung der Stadtwerkekunden in Münster bis 2020 zu 100 % aus atom- stromfreien Quellen sicherzustellen, ist nicht durch den Kauf von Zertifikaten, sondern durch den Ausbau entsprechender eigener Erzeugungskapazitäten der Stadtwerke Münster reali- siert. 2. Dem in der beiliegenden Ausarbeitung enthaltenen perspektivischen Investitionsplan zum Ausbau einer klimaschonenden bzw. regenerativen Energieerzeugung wird vorbehaltlich der zukünftigen Beschlüsse zu den konkreten Wirtschaftsplänen in der Gesellschafterversamm- lung zugestimmt. Begründung: Der Rat hat in seiner Sitzung am 25.05.2011 die in einem Bericht der Stadtwerke Münster GmbH dargestellten Handlungsalternativen: „Atomstromfreies Münster“ zur Kenntnis genommen. Der Rat hatte weiterhin die Stadtwerke Münster GmbH beauftragt, zeitnah nach entsprechender Beratung und Beschlussfassung im Aufsichtsrat der Stad twerke Münster GmbH, dem Rat entsprechende Beschlüsse vorzulegen. Dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster GmbH wird die in der Anlage beigefügte Vorlage in sei- ner Sitzung am 08.09.2011 zur Beschlussfassung vorgelegt. Über das Ergebnis der Beratung wird mündlich berichtet. I. V. Vorlagen-Nr.: V/0683/2011 Auskunft erteilt: Frau Dr. Janetzki Ruf: 492 20 10 E-Mail: JanetzkiA@stadt-muenster.de Datum: 06.09.2011 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0683/2011 gez. Bickeböller Stadtkämmerin Anlage: Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 24/2011 mit Anlagen
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0683/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.09.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37