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V/0087/2008

Modellprojekt "Wohnen für Hilfe" - Wohnpartnerschaften zwischen älteren und jungen Menschen -

Vorlagen 05.02.2008

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Berichtsvorlage

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Anlage: Abschlussbericht der Fachhochschule Münster

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Berichtsvorlage

30640 Zeichen

V/0087/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Wohnungswesen 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Modellprojekt "Wohnen für Hilfe" - Wohnpartnerschaften zwischen älteren und jungen Menschen - 
Abschlussbericht 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
20.02.2008 Ausländerbeirat Bericht
27.02.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht
06.03.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht
06.03.2008 Stiftungskommission Bericht
11.03.2008 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
 Bericht 
12.03.2008 Hauptausschuss Bericht
12.03.2008 Rat Bericht 
 
 
 
Bericht: 
 
 
 
1. Ausgangslage/Förderung durch das Land NRW 
 
Der Rat der Stadt Münster beschloss am 29.06.2005, die bestehenden Angebote und Ser-
viceleistungen zur Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation sowohl älterer Menschen 
als auch der Studierenden und Auszubildenden um das Angebot „Wohnen für Hilfe - 
Wohnpartnerschaften zwischen älteren und jungen Menschen“ zu ergänzen (Vorlage 
V/0407/2005). 
 
Mit Zuwendungsbescheid vom 04.05.2005 bewilligte das Land NRW die Förderung des Pi-
lotprojektes mit einer Laufzeit von knapp drei Jahren bis einschließlich zum 31.05.2008. 
Dabei wurde die Zuwendung in der Form einer Anteilfinanzierung von bis zu 80 % der zu-
wendungsfähigen Gesamtkosten (jew. Personal- und Sachkosten) ausgesprochen. Der 
städtische Eigenanteil wurde bzw. wird aus dem Budget des Amtes für Wohnungswesen 
ohne Mehrbelastung für den Etat finanziert.  
 
Folgende Kostenaufstellung ergibt sich aktuell für die gesamte Projektlaufzeit: 
Vorlagen-Nr.: 
V/0087/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr  Leskow 
Ruf: 
4 92 64 81 
E-Mail: 
LeskowR@stadt-muenster.de 
Datum: 
24.01.2008 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0087/2008 
 
 
Förderjahr Gesamtkosten Zuschuss des 
Landes NRW 
2005 29.680,07 € 23.744,05 € 
2006 62.176,86 € 49.741,48 € 
2007 65.367,51 € 52.294,01 € 
2008 (geschätzt) 27.500,00 € 22.000,00 € 
 184.724,44 € 147.779,54 € 
 
Die Gesamtkosten beinhalten Personalkosten, Sachkosten (z. B. Reisekosten, Erstellen 
von Plakaten und Faltblättern, sonstige Öffentlichkeitsarbeit, etc) und sonstige Kosten des 
Arbeitsplatzes (PC-Ausstattung, Mietkosten).  
 
Am 13.12.2006 nahm der Rat der Stadt Münster mit Vorlage V/0935/2006 einen Zwischen-
bericht zum Stand des Projektes zur Kenntnis. 
 
 
2. Zielsetzungen des Projektes 
 
Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ möchte Seniorinnen und Senioren, die über ausreichend 
Wohnraum verfügen und Unterstützung im Alltag wünschen, mit Studierenden oder Auszu-
bildenden, die preiswerten Wohnraum suchen in einer Wohnpartnerschaft zusammenbrin-
gen. Für beide Bewerbergruppen gilt als Voraussetzung, dass ein soziales Interesse an der 
jeweils anderen Generation besteht. Anstelle von Mietzahlungen sollen ganz oder teilweise 
Hilfeleistungen gewährt werden. Es gilt die Faustregel, dass für einen Quadratmeter Wohn-
raum eine Stunde Hilfeleistung im Monat erbracht wird. Nebenkosten werden verbrauchs-
abhängig oder pauschal abgerechnet. 
 
Diese Leitlinien waren und sind Grundlage für die Bildung generationsübergreifender 
Wohnpartnerschaften in Münster. Zwischenzeitliche Wünsche nach Erweiterung der Perso-
nengruppen oder inhaltliche Veränderungen des Projektes konnten aufgrund der Förderbe-
dingungen des Landes NRW nicht berücksichtigt werden. 
 
Bei den Zielsetzungen dieses Pilotprojektes wurde einerseits unterstellt, dass in der Stadt 
Münster, in der zurzeit etwa 48.000 Menschen leben, die 65 Jahre und älter sind, eine ent-
sprechende Nachfrage an einer derartigen Unterstützung besteht und weiter wächst. Dabei 
sind insbesondere die älteren Menschen angesprochen, die in Einzelfällen über großzügi-
gen Wohnraum verfügen, der für eine derartige Wohnpartnerschaft genutzt werden könnte. 
Andererseits gibt es in Münster rund 50.000 Studierende, für die es schwierig ist, bezahlba-
ren Wohnraum zu finden und die teilweise nach Alternativen zu studentischen Wohnheimen 
und privaten Wohngemeinschaften suchen.   
 
Die im Einzelfall zwischen den Wohnpartnern abgesprochenen persönlichen Leistungen 
können sehr unterschiedlicher Art sein. Die Wünsche und Vorstellung beider Seiten sind 
breit gefächert. Überwiegend jedoch sind es Tätigkeiten in den Bereichen 
 
¾ Hausarbeit 
¾ Gartenarbeit 
¾ Gesellschaft leisten 
¾ Einkaufen 
¾ persönliche Begleitung (z. B. bei Spaziergängen und Radtouren oder zu Arztbesu-
chen, Veranstaltungen, etc.)

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V/0087/2008 
 
Ein wichtiger Grundsatz und somit auch eine klare Ausschlussregelung ist, dass es sich bei 
den Hilfeleistungen nicht um pflegerische Tätigkeiten handelt. 
 
Neben den bereits aufgeführten Zielsetzungen strebt das Pilotprojekt weitere Inhalte an. Es 
soll Generationen zusammen führen und zur Verständigung und Toleranz beitragen. Die 
Zunahme an sozialer Kompetenz soll ebenso vermittelt werden, wie das Verständnis zwi-
schen unterschiedlichen Kulturen. Junge Menschen aus anderen Kulturbereichen können 
somit zusätzlich von diesem Projekt profitiere n. Es soll auch einen Austausch von Wissen 
und Lebenserfahrung fördern und zum Abbau von Vorurteilen und Konkurrenzängsten bei-
tragen. 
 
Auch sollen Seniorinnen und Senioren im  Rahmen der gelebten Wohnpartnerschaft das 
Gefühl der Sicherheit im eigenen Haus erhalten. Dabei ist auch gemeint, dass junge Men-
schen im Bedarfsfalle Hilfeleistung im Hause bieten können. Auch soll einer Vereinsamung 
älterer Menschen durch gemeinsam gestaltetes Wohnen entgegengewirkt werden.  
 
Insgesamt wird eine Gewinnsituation für alle Beteiligten angestrebt. 
 
 
3. Start und Verlauf des Projektes 
 
Am 29.07.2005 startete das Pilotprojekt mit der Besetzung der Stelle der Projektleitung. 
Erste Arbeitsschritte galten der Vorbereitung. Da es ein vergleichbares Projekt in Münster 
nicht gab, mussten themenbezogene Informationen extern eingeholt und ausgewertet und 
ein Feinkonzept entwickelt werden. Zur Gewährleistung der Arbeitsabläufe waren ebenso 
Bewerbungsbögen für Mieter und Vermieter, ein Leitfaden für Erstgespräche, Informations-
blätter und ein Mustermietvertrag zu entwickeln. Wesentlicher Informationsträger für die Öf-
fentlichkeit ist das entworfene Faltblatt „Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschaften zwischen 
Jung & Alt“.  
 
Weiterhin nahm die Projektleiterin Kontakt zum Seniorenverein Neuhausen e. V. in Mün-
chen und zum Studentenwerk Freiburg als Träger bereits etablierter Projekte auf, um einen 
Einblick in deren praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung des Projektes zu erhalten. 
Auch nahm sie an Kongressen und Veranstaltungen teil, die der Darstellung des Projektes 
sowie der eigenen Fortbildung dienten.  
 
Der offizielle Start erfolgte am 01.12.2005 im Rahmen einer Pressekonferenz. 
 
Eine beginnende stadtweite Vernetzungsarbeit folgte der Pressekonferenz. Über 170 In-
formationsbriefe erreichten unterschiedliche Einrichtungen in Münster, die mit einer der 
beiden Zielgruppen in Verbindung stehen und als Multiplikatoren betrachtet wurden: 
 
¾ Hochschulen  
¾ Studentenvertretungen 
¾ Studentenwerk  
¾ Einrichtungen der Erwachsenenbildung 
¾ Vertretung der ausländischen Studierenden 
¾ Seniorenvertretung 
¾ Seniorenbegegnungsstätten verschiedener Träger 
¾ katholische Kirchengemeinden 
¾ evangelische Kirchengemeinden 
¾ Verbände der freien Wohlfahrtspflege

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V/0087/2008 
 
¾ Wohnungsgesellschaften 
¾ Sozialdienste der Krankenhäuser 
¾ Arztpraxen und Apotheken 
¾ Service-Clubs (z. B. Rotary Club Münster, Lions Club Münster) 
 
Die Reaktionen waren durchweg positiv. Auf Einladung stellte die Projektleiterin das Projekt 
jeweils den verschiedenen Institutionen und auch politischen Parteien vor. 
 
An jedem zweiten Donnerstag im Monat wurde im Gesundheitshaus der Stadt Münster ein 
Info-Café über zwei Stunden eingerichtet, das der Information über das Projekt, dem Erfah-
rungsaustausch und dem gegenseitigen Kennenlernen dienen sollte. Das erste Info-Café 
fand am 08.12.2005 statt und wurde von etwa 20 Interessenten besucht. Aufgrund fehlen-
der konstanter Nachfrage lief das Angebot des Info-Cafés im Sommer 2006 aus. 
 
Am 19.09.2006 und 13.02.2007 tagte die Arbeitsgruppe „Runder Tisch zur studentischen 
Wohnraumversorgung“ im Amt für Wohnungswesen. Eine Einladung erhielten die Vertre-
tungen der Studentenschaft, des AStA, des Studentenwerkes und der Wohnungsunter-
nehmen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe wurden umfassend über das Projekt informiert. 
Ein wesentliches Thema war auch die Frage nach den Konsequenzen bei einer kurzfristi-
gen Auflösung einer Wohnpartnerschaft. Mit dem Studentenwerk Münster und den christli-
chen Studentenverbänden  konnten diesbezüglich einvernehmliche Lösungen zur kurzfris-
tigen Zimmer- bzw. Wohnungsversorgung von Studenten getroffen werden.  
 
Am 20.10.2006 trafen sich erstmalig die Leiterinnen und Leiter aller deutschen Projekte 
„Wohnen für Hilfe“ in Frankfurt zum Erfahrungsaustausch und zum Aufbau einer kontinuier-
lichen Netzwerkarbeit. Am 06.11.2007 folgte ein zweites Treffen auf Bundesebene. Weitere 
Treffen und sonstiger Austausch zwischen einzelnen Vertretern insbesondere im Bereich 
NRW folgten. 
 
Zur verstärkten Präsenz in der Öffentlichkeit wurde das Projekt wiederholt in unterschiedli-
chen Medien vorgestellt, teilweise unter Einbeziehung bestehender Wohnpartnerschaften. 
Dazu gehören Radiointerviews, bundesweite Berichterstattungen in unterschiedlichsten 
Zeitschriften, Reportagen durch das Fernsehen (WDR 3) und zahlreiche Artikel in der loka-
len Presse. Weiteren Anfragen, insbesondere von privaten Fernsehsendern, konnte oftmals 
nicht entsprochen werden und wurden somit auch inhaltlich nicht weiter überprüft, da ins-
besondere die Seniorinnen und Senioren eher selten ihre Zustimmung für eine teilweise 
recht aufwändige Berichterstattung gaben.  
 
 
4. Wissenschaftliche Begleitung durch die Fachhochschule Münster 
 
Am 21.09.2006 unterzeichneten das Amt für Wohnungswesen, die Stiftung Magdalenen-
hospital und die Fachhochschule Münster eine Kooperationsvereinbarung. Die in der Ver-
einbarung festgelegte wissenschaftliche Begleitung des Projektes „Wohnen für Hilfe“ durch 
die Fachhochschule Münster sollte praxisnah gestaltet werden, die Durchführung des Pro-
jektes fördern, die Ergebnisse analysieren und Anregungen für eine nachhaltige, mögli-
cherweise geänderte Gestaltung des Projektes geben. 
 
Vorgesehen war zusätzlich ein eintägiger Workshop, der die Studierenden auf Wesen und 
Ziel des Projektes, seine besonderen Aufgaben, Verantwortungen und Chancen vorberei-
ten sollte. Das Angebot richtete sich sowohl an die Studierenden, die bereits in einer 
Wohnpartnerschaft lebten, als auch an Bewerberinnen und Bewerber für das Projekt. Der 
Workshop wurde in 2006 seitens der Fachhochschule Münster vorbereitet und mit Unter-
stützung der Projektleitung durchgeführt.

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V/0087/2008 
 
Weiterhin war Aufgabe der Fachhochschule Münster, zum Ende der Projektlaufzeit einen 
Bericht über die wissenschaftliche Begleitung als Teil eines Schlussberichtes an das Land 
NRW und den Rat der Stadt Münster anzufertigen. Dieser Bericht wurde der Verwaltung 
am 28.01.2008 übergeben. Er ist als Anlage beigefügt. 
 
Die Stiftung Magdalenenhospital finanzierte bzw. finanziert die wissenschaftliche Beglei-
tung sowie den Workshop der Fachhochschule bis zu einem Betrag von jeweils 4.000 € in 
den Wirtschaftsjahren 2006, 2007 und 2008.  
 
Wesentliche Ergebnisse des Abschlussberichtes als Zusammenfassung
 
 
Unter „Kurzfassung: Bedeutung des Projektes“ (S. 2 ff.) sowie „7 Resümee und Empfeh-
lungen“ (S. 40 ff.) werden die wesentlichen Ergebnisse des Abschlussberichtes aufgeführt 
und teilweise vertieft erläutert. Hier eine Auswahl der bedeutsamsten Aussagen in der Rei-
henfolge des Berichtes: 
 
¾ Das Projekt bietet Sicherheit für alle Beteiligten, bei der Projektleitung eine Anlaufstel-
le zu haben, an die man sich wenden kann, wenn es Probleme gibt. Dies ist für die äl-
teren Menschen oft ausschlaggebend, überhaupt ihren Wohnraum anzubieten. 
 
¾ Das Projekt trägt nicht nur dazu bei, Toleranz und Verständnis zwischen den Genera-
tionen zu fördern, sondern unterstützt alte und behinderte Menschen in ihrer Autono-
mie und fördert bei den jungen Menschen generationensensible kommunikative Kom-
petenzen (…) 
 
¾ Das Projekt leistet angesichts der demographischen Entwicklung insofern Pionierar-
beit, weil es fremde Menschen generationenübergreifend zusammen führt. Angesichts 
der heute schon allein lebenden Menschen, insbesondere Singles, die in Zukunft in 
den Ruhestand gehen und dann nicht mehr über berufliche Zusammenhänge in die 
Gesellschaft integriert sein werden, wird es immer wichtiger, gesellschaftliche Rah-
men für Generationenverbindendes zu schaffen. 
 
¾ Alleinstehende ältere Menschen zögern, sich auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt 
nach den richtigen Personen umzusehen. Sie fühl en sich viel sicherer, wenn sie sich 
an ein städtisches Büro und eine Vertrauensperson wenden können, die Hausbesu-
che macht, eine gute Vorauswahl garantiert und ihnen handverlesene Studierende 
vorstellt, die genau die gewünschten Dienstleistungen anbieten. 
 
¾ Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ hat inzwischen einen guten Ruf erworben, der erst 
langsam einen Multiplikatoreffekt entwickelt, weil es oft Zeit braucht, bis sich Ältere 
entscheiden. 
 
¾ Nach den Evaluationsdaten ist das Projekt im bürgerlichen Milieu angesiedelt. 
 
¾ Es schließt vor allem bei solchen Seniorinnen und Senioren eine Versorgungslücke, 
die allein stehend im Einfamilienhaus wohnen, zwar oft schon eine Putzhilfe haben, 
aber gerne jemanden im Hause hätten, der Laub fegt, kurzfristig Einkäufe erledigt o-
der einfach nur als Ansprechpartner da ist, wenn sie Hilfe benötigen. Allein schon je-
manden im Haus zu haben und damit eine Ansprache (…) gebe ihnen ein Gefühl der 
Sicherheit. 
 
¾ Auffallend ist, dass bei den Studierenden nicht das ökonomische Kalkül im Vorder-
grund steht. (…) Viele befragte Studierende äußern Interesse an einer neuen Lebens-
erfahrung, einmal mit einem älteren Menschen umzugehen, dessen Erzählungen zu 
hören und in manchen Fällen auch ein ruhiges „Zuhause“ zu haben, das ihnen sogar 
ermöglicht, unter einem Dach zu arbeiten und zu wohnen.

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V/0087/2008 
 
 
¾ Was wir vorgefunden haben, sind ganz unterschiedliche Arrangements des Zusam-
menlebens oder des Nebeneinanderwohnens, der Arbeitsabsprachen oder sogar des 
füreinander Sorgens. In jedem Fall ist der Mehrwert für beide Parteien nicht im rein 
Materiellen zu sehen. Zwar sparen die Senioren in wenigen Fällen die Putzfrau ein 
und die Studierenden ja oft die ganze Miete, meistens aber ist der soziale Mehrwert 
auf beiden Seiten ausschlaggebend (...). 
 
¾ Das Projekt trägt dazu bei, einen Heimaufenthalt oder eine Heimeinweisung hinaus-
zuzögern oder zu verhindern. Manche hochaltrige Person vermittelte uns im Interview 
den Eindruck, ohne eine erhebliche Infrastruktur nicht mehr alleine im Hause leben zu 
können. Insofern leistet das Projekt  - oft auch in engem Kontakt mit den Angehörigen 
- einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Autonomie alter allein lebender Menschen. 
 
¾ Einen zusätzlichen Beitrag leistet das Projekt zur Integration von Einwanderern und 
von ausländischen Studierenden. Beide Gruppen finden sich überproportional häufig 
im Projekt. (…) Ausländische Studierende, die sich ohnehin selbst finanzieren müs-
sen, ermöglicht die Wohnpartnerschaft Geld zu sparen, bietet aber auch eine hervor-
ragende Chance, tiefer in den deutschen Alltag und die Sprache einzutauchen.  
 
¾ Aus der Sicht der Projektteilnehmer ist offensichtlich die Qualität der Beratung und die 
soziale und fachliche Kompetenz der Beraterin ganz entscheidend. Sie gewährleistet 
eine sorgfältige, gezielte Vorauswahl, eine professionelle Beratung und verantwor-
tungsvolle Begleitung. Es ist ein besonderes Qualitätsmerkmal gerade des Münstera-
ner Projekts, für alle Beteiligten, auch für die Angehörigen, jederzeit ansprechbar zu 
sein und Obacht auf die schwierigeren Fälle zu geben. Diese Serviceleistung  bietet 
die nötige Sicherheit und die Gewähr, mit Problemen wie einer raschen gesundheitli-
chen Veränderung oder sonstigen unvorhergesehenen Ereignissen fertig werden zu 
können. Eine Fortführung des Projektes als reine Adressdatei ist daher nicht möglich. 
 
Empfehlungen des Abschlussberichtes
 
 
Sowohl als Anhang zur Kurzfassung (S. 5) als auch am Ende des Abschlussberichtes (S. 
43 ff.) werden aus Sicht der Fachhochschule Empfehlungen zum Projekt aufgeführt. Die 
wesentlichen Passagen sind auch hier in der Reihenfolge des Berichtes aufgeführt: 
 
¾ Finanzierung der Stelle einer Projektleiterin zur Fortführung des Projekts und möglichst 
einer weiteren halben Stelle, um eine dauerhafte Besetzung des Büros zu gewährleis-
ten.  
 
¾ Gewährleistung einer ständigen Erreichbarkeit des Beratungsbüros. 
 
¾ Vernetzung des Projekts mit relevanten Beratungsstellen in der Stadt Münster und an 
den Hochschulen. 
 
¾ Fortführung einer nachhaltigen Öffentlichkeitsarbeit. 
 
¾ Vernetzung des Projekts mit anderen Generationenprojekten 
 
¾ Erweiterung des Projekts für weitere interessierte Zielgruppen neben Alten und Behin-
derten: z.B. für Alleinerziehende mit Kind  
 
¾ Einrichtung eines Teilprojekts „Integration“ für ausländische Studierende: darin neben 
der Wohnraumvermittlung auch Vermittlung von Patenschaften zwischen Münstera-
nern und Studierenden

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¾ Alleinlebende ältere Menschen im Rahmen einer Stadtteilarbeit und vielleicht auch in 
Kooperation mit entsprechenden Institutionen systematisch anschreiben, wenn be-
kannt ist, dass sie ganz allein in ihrem Haus leben und genug Platz hätten. 
 
¾ Für Studierende muss weiterhin ein gutes Internetangebot vorgehalten werden. Inner-
halb der Hochschulen sollten zentrale Anlaufstellen als Kooperationspartner gewonnen 
werden. 
 
¾ Eine gezielte Information könnte evtl. auch den mit ausländischen Studierenden be-
fassten Stellen zugehen, denn dem Projekt kommt für die Integration ein bedeutsamer 
Stellenwert zu. 
 
¾ Für die älteren Menschen sollte eine regelmäßige Berichterstattung in der Münsteraner 
Presse angestrebt werden. (…) Eine noch intensivere Vernetzung mit Alteneinrichtun-
gen, Verbänden und Vereinen ist anzustreben, was allerdings einen erheblichen Ar-
beitsaufwand bedeutet.  
 
¾ Ein strukturelles Problem, das immer wieder in den Interviews thematisiert wird, ist die 
relativ lange Absenz der Studierenden in den Semesterferien. Bei einer Erweiterung 
des Projekts auf andere Zielgruppen, z.B. Berufsanfänger, ergäben sich für dieses 
Problem auch neue Bearbeitungsstrategien. 
  
¾ Qualifizierung der Studierenden: Für die Studierenden im Projekt und für solche, die 
sich bereits in der Interessentenliste eingetragen haben, könnte ein- oder zweimal im 
Jahr ein Workshop oder ein Treffen angeboten werden zum gegenseitigen Erfah-
rungsaustausch, zur Vermittlung von Informationen z.B. über typische Alterskrankhei-
ten und zum Üben generationensensibler kommunikativer Kompetenzen. Solch ein 
Angebot würde sicher auch zur Entlastung der Projektleitung beitragen. 
 
 
5. Erfahrungen und Ergebnisse aus Sicht der Verwaltung 
 
Zahlen und ergänzende Informationen
 
 
Insgesamt konnten 38 Wohnpartnerschaften von Dezember 2005 bis Januar 2008 gebildet 
werden. 15 Wohnpartnerschaften wurden aus unterschiedlichen Gründen (s. u.) aufgelöst. 
4 Seniorenhaushalte stellten sich nach Ende einer Wohnpartnerschaft erneut zur Verfü-
gung. Aktuell bestehen 26 Wohnpartnerschaften. Weitere  3 Seniorinnen stehen derzeit im 
Gespräch mit der Projektleitung, so dass der Start 3 weiterer Wohnpartnerschaften in ab-
sehbarer Zeit zu erwarten ist. 
 
Die in eine Wohnpartnerschaft vermittelten Studierenden und Auszubildenden sind aktuell 
im Alter von 19 – 37 Jahren. Die Seniorinnen und Senioren sind 54 – 95 Jahre. Auch gibt 
es 5 Paare auf der Seite der Senioren, die als Ehepaar Wohnraum anbieten, und 3 Paare 
auf der Seite vermittelter Studierender, die zu zweit aufgrund ausgewählter Einzelbewer-
bungen in eine Wohnpartnerschaft zogen. 
 
Jeweils 3 vermittelte Studierende mit Migrationsvorgeschichte stammen aus den Ländern 
China und Russland. Alle weiteren Studierenden stammen einzeln aus den Ländern  Aser-
beidschan, Gabun, Iran, Kosovo, Peru und Syrien. Somit konnten insgesamt 12 Studieren-
de mit Migrationsvorgeschichte in die Wohnpartnerschaften vermittelt werden.  
 
Im Laufe eines Jahres konnten im Schnitt etwa 1.100 Gesamtkontakte zur Projektleitung 
verzeichnet werden. Aktuell liegen rd. 250 Bewerbungen zur Vermittlung in eine Wohnpart-
nerschaft vor, hauptsächlich aus dem Bereich der Studierenden.

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Innerhalb des Stadtgebietes lassen sich aktuell die 26 bestehenden Wohnpartnerschaften 
auf folgende Stadtbezirke verteilen: Aaseestadt (7), Berg Fidel (3), Coerde (1), Gievenbeck 
(3), Gremmendorf (2), Hiltrup (1), Kinderhaus (1), Kreuzviertel (2), Mauritz (3), Mecklenbeck 
(1) und Stadtmitte (2). 
 
Ergebnisse aus der Sicht der Verwaltung
 
 
Die angestrebten primären Zielsetzungen des Projektes, die die Vermittlung von preisgüns-
tigem Wohnraum an Studierende einerseits und die Unterstützungsleistungen im Alltag für 
Seniorinnen und Senioren andererseits einbeziehen, sind durchgehend erreicht worden. 
Dies belegt insbesondere auch der Abschlussbericht der Fachhochschule Münster. 
 
Auch die zusätzlich angestrebten Inhalte, wie die Zusammenführung der Generationen zu 
Verständigung und Toleranz, wurden ebenso erreicht, wie das Verständnis zwischen unter-
schiedlichen Kulturen und ein Austausch von Wissen und Erfahrung. Überwiegend freund-
schaftliche Verhältnisse und ein sehr  menschliches Miteinander verhinderten eine Verein-
samung im allein bewohnten Eigentum oder der Mietwohnung. 
 
In 5 Einzelfällen konnte jedoch die Vorauswahl von Studierenden und älteren Menschen 
nicht verhindern, dass sich die Wohnpartnerschaft aufgrund unterschiedlichster Differenzen 
auflösen musste. 
 
Darüber hinaus gab es 3 Fälle, in denen gesundheitliche Probleme älterer Menschen die 
zwangsläufige Auflösung der Wohnpartnerschaft bedeutete. Auch war ein Umzug der Stu-
dierenden in 4 Fällen Grund für eine Beendigung des gemeinsamen Miteinanders.  
 
In 6 Fällen stellten sich Seniorinnen und Senioren nach Ende einer Wohnpartnerschaft ein 
weiteres Mal für eine Fortsetzung mit anderen Studierenden zur Verfügung. Die bisher ge-
machten Erfahrungen waren hier derartig positiv und prägend, dass die Seniorinnen und 
Senioren somit um eine erneute Vermittlung baten.   
 
In den zahlreichen Gesprächen mit den Seniorinnen und Senioren gab es gegenüber der 
Projektleitung fast immer den Hinweis, dass sich mit Beginn der Wohnpartnerschaft das 
Gefühl der Sicherheit im eigenen Haus einstellte.  
 
Die in der Evaluation der Fachhochschule Münster aufgeführten Ergebnisse spiegelten sich 
teilweise schon während der ersten Beratungsgespräche wider. Seit Anfang 2006 wurden 
die ausführlichen Beratungen der Studierenden und Seniorinnen und Senioren nicht nur 
begrüßt, sie wurden regelmäßig auch eingefordert und trugen zu einem Sicherheitsempfin-
den insbesondere bei den Seniorinnen und Senioren bei. Sowohl eine qualifizierte und ge-
zielte Vorauswahl von Personen vor Beginn einer Wohnpartnerschaft als auch eine profes-
sionelle Beratung und Begleitung während der Partnerschaften waren ganz entscheidende 
Kriterien für funktionierende Wohnpartnerschaften. Diese Erfahrung wird von allen Wohn-
partnern als ganz entscheidend angesehen, ein hohes Niveau hinsichtlich der Qualität der 
Beratung und der sozialen und fachlichen Kompetenz der Beraterin zu gewährleisten.  
 
Vor Beginn des Projektes fiel eine erste interne Einschätzung über mögliche quantitative 
Erfolge geschlossener Wohnpartnerschaften tendenziell zurückhaltend aus. Die Überle-
gung, dass sich ältere Menschen mit üppigem Wohnraum, die einer Unterstützung bedür-
fen, nur mit umfangreicher Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit für das  Pilotprojekt ge-
winnen lassen, traf grundsätzlich zu.

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 Selbstverständlich war die primäre Hilfeleistung, die seitens der Studierenden anzubieten 
war, ebenso Grundlage für das gemeinsame Miteinander, wie die mitgeteilten Bedürfnisse 
der Seniorinnen und Senioren. Darauf aufbauend vollzog sich mit Beginn der Wohnpartner-
schaften der gewünschte intergenerationelle Austausch, wenn nötig zusätzlich mit beglei-
tender Unterstützung der Projektleitung, je nach Bedarf und Absprache.  
 
In einigen Fällen gaben Familienangehörige die Information weiter, dass die in der Vergan-
genheit häufig geäußerten Beschwerden über körperliche Gebrechen abrupt endeten. Eine 
Genesung kann daraus sicherlich nicht abgelei tet werden, jedoch verhilft der Umgang mit 
den Wohnpartnern offensichtlich zu neu gesteckten Lebenszielen und lenkt von Alltags-
problematiken auch im gesundheitlichen Bereich ab. 
 
Die über zwei Jahre getätigte Vernetzungsarbeit trägt gegenwärtig Früchte. Im Januar 2008 
konnte eine dritte Partnerschaft von insgesamt 38 gebildeten Wohnpartnerschaften in das 
städtische Pilotprojekt aufgenommen werden, ohne dass die Projektleitung diese Verbin-
dung unterstützte bzw. initiierte. Das Wissen um dieses Pilotprojekt im Bekanntenkreis der 
beiden Wohnpartner, seine positive Darstellung in der Presse und eine Portion eigenver-
antwortliches Handeln führten zur Gründung dieser drei Wohnpartnerschaften. 
 
Eine Wohnpartnerschaft bietet auch Raum für die Begegnung zwischen den Generationen, 
Erleben von Gemeinschaft und nicht selten den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen. 
Einige Beispiele bestehender und aufgelöster Wohnpartnerschaften lassen eine sehr herz-
liche Verbundenheit erkennen. Fast allen Teil nehmern/innen ist gemeinsam, dass sie die 
Wohnpartnerschaft als eine große Bereicherung und einen neuen lebendigen Aspekt im 
täglichen Leben für sich erkennen.  
 
Die sorgfältig ausgewählten Studierenden sehen in dieser Form des Zusammenlebens ü-
berwiegend eine Gelegenheit zu sozialem Engagement und zur Förderung von Sozialkom-
petenz. Um dies zu dokumentieren, wird den beteiligten Studierenden auf Wunsch ein Zer-
tifikat ausgehändigt, das die Teilnahme an einer Wohnpartnerschaft bescheinigt. 
 
 
6. Resümee 
 
Es gibt sicherlich nicht die Möglichkeit, al lein aufgrund der vorliegenden Zahlen gebildeter 
Wohnpartnerschaften, eine positive Beurteilung unter rein „wirtschaftlichen Aspekten“ zu 
fällen. Es liegt auf der Hand, dass gerade zu Beginn dieses mit neuen Inhalten versehene 
Pilotprojekt, primär intensive Überzeugungsarbeit und Begleitung einzelner Wohnpartner-
schaften und somit Aufbauarbeit zu leisten hat, einschließlich beginnender Vernetzungsar-
beit. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der offizielle Start am 01.12.2005 erfolgte und die 
eigentliche Projektarbeit erst zwei Jahre jung ist. Diese Überlegungen spiegeln sich auch 
im Abschlussbericht der Fachhochschule Münster wider. Der eigentliche Erfolg des Pilot-
projektes befindet sich daher auf einer anderen Ebene. 
 
Das Projekt, das auch als ein Baustein zur Bewältigung des demographischen Wandels in 
Münster zu verstehen ist, dient über die schon aufgeführten Ziele hinweg der Aufforderung 
zur stärkeren Beteiligung der älteren Generation an der Gestaltung zukünftiger Wohn- und 
Versorgungsformen. Hiermit wurde in ersten Fällen die Eigeninitiative der älteren Generati-
on geweckt und auch erhalten, was die 6 Fälle einer wiederholten Wohnpartnerschaft bele-
gen.  
 
Diese für Münster neue Wohnform, die die Selbständigkeit der Lebensführung betont, ist in 
besonderer Weise geeignet, die Selbsthilfekräfte der älteren Generation zu stärken. Sie 
fördert den Erhalt der Selbständigkeit in der eigenen Wohnung und dient auch ihren Be-
dürfnissen, sich aktiv ihr persönliches Wohnfeld zu gestalten und somit auf ihre Art sich ih-

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V/0087/2008 
 
rer ändernden persönlichen Situation anzupassen. Der Abschlussbericht der Fachhoch-
schule Münster stellt eindeutig heraus, dass das Projekt dazu beiträgt, einen Heimaufent-
halt oder eine Heimeinweisung hinauszuzögern oder zu verhindern. Somit zeigt dieses Pro-
jekt auch unter ökonomischen Gesichtspunkten einen Lösungsweg für die bevorstehenden 
Herausforderungen des demographischen Wandels auf. 
 
Insbesondere die Potenziale des Alters können langfristig in Münster weder ohne geeignete 
strukturelle Bedingungen noch ohne individuelle Bemühungen und Befähigungen, die das 
Zusammenwohnen und Zusammenwirtschaften in verschiedenen Lebensaltern und das 
gemeinsame Überlegen und Arbeiten verschiedener Generationen ermöglichen, zu wirk-
samer Entfaltung gelangen. So bedarf die intergenerationelle Kooperation der Bereitschaft 
der Älteren zum Engagement sowie der Offenheit aller beteiligten Altersgruppen für die 
wechselseitige Integration von Potenzialen: Ältere integrieren in ihren Erfahrungshorizont 
das Neue der Jüngeren, Jüngere erhalten den unmittelbaren Zugang zu den Erfahrungspo-
tenzialen der Älteren (vgl. Positionspapier „Perspektiven für das Wohnen im Alter“, Ber-
telsmannStiftung, 09/2005). „Wohnen für Hilfe“ als Pilotprojekt provoziert dieses erste Agie-
ren und abrufbare Engagement der Seniorinnen und Senioren in Münster – ein Schritt zur 
generationenübergreifenden Solidarität in Münster.  
 
Aber auch die Integration von Einwanderern und ausländischen Studierenden ist nicht von 
der Hand zu weisen. 31,6 % aller beteiligten Studierenden verfügen über einen Migrations-
vorgeschichte und erhielten in Münster die Möglichkeit, sich durch dieses Pilotprojekt tiefer 
mit dem deutschen Alltag und der Sprache auseinander zu setzen. Wobei auch die älteren 
Menschen von jungen Menschen aus anderen Kulturen in unterschiedlicher Weise profitie-
ren können. Im Abschlussbericht der Fachhochschule Münster gilt dieses Pilotprojekt als 
klarer Beitrag zur Integration. 
 
Während des Projektverlaufes gab es zahlreiche Anliegen zur Öffnung des Projektes für 
weitere Personengruppen. Mehrfach äußerten junge Seniorinnen den Wunsch, aufgrund 
einer eher bescheidenen Rente einer Wohnalternative beizutreten, in der sie auch gewisse 
Aufgaben übernehmen und gleichzeitig preiswerten Wohnraum erhalten. Auch Alleinerzie-
hende äußerten den Wunsch eines Projektbeitritts. Münster scheint auf verschiedenen E-
benen der Gesellschaft einen Bedarf für unterschiedliche Formen von Wohnpartnerschaf-
ten zu haben.  
  
I. V. 
 
 
Paal 
Stadtrat 
 
Anlage 
 
Abschlussb
ericht der Fachhochschule Münster über die wissenschaftliche Begleitung für das 
Projekt „Wohnen für Hilfe“ vom 22.01.2008

Anlage: Abschlussbericht der Fachhochschule Münster

107478 Zeichen

Prof. Dr. Erika Bock-Rosenthal 
 Fachhochschule Münster 
 Fachbereich Sozialwesen 
 Hüfferstraße 27 
 48149 Münster 
 bockrosenthal@fh-muenster.de 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Abschlussbericht 
der wissenschaftlichen Begleitung 
 für das Projekt  
 
unter Mitarbeit von:  Dr. Ina Krumsiek-Heidebrecht 
  Dipl.-Pfl.manag. Anne Marx 
 
 
 
 
 
Kooperationspartner: 
• Stadt Münster  
• Stiftung Magdalenenhospital 
 
Münster, 22.01.2008

Inhaltsverzeichnis 
 
Kurzfassung: Bedeutung des Projekts für Münster ................................................. 2 
1 Einlei tung............................................................................................................. 6 
1.1 Frages tellungen............................................................................................ 6 
1.2 Empirische Vorgehensweisen ...................................................................... 7 
1.3 Statisti sche Daten ........................................................................................ 7 
2 Motivation und Voraussetzungen fü r die Teilnahme am Projekt........................ 11 
2.1 Besondere Eignung aus Sicht der Studierenden........................................ 11 
2.2 Teilnahmemotivat ion der Studierenden...................................................... 13 
2.3 Teilnahmemotivation der Vermieterinnen und Vermieter ........................... 15 
3 Zusammenleben in den Wohnpartnerschaften.................................................. 17 
3.1 Soziale Nä he und Distanz .......................................................................... 17 
3.2 Bezi ehungen .............................................................................................. 18 
3.3 Intensität und Qua lität der Kommunikation................................................. 20 
3.4 Gemeinsame Ritual e und Aktivitäten ......................................................... 21 
3.5 Rücksichtnahmen und  Revierabsprachen.................................................. 22 
3.6 Generationenübergrei fende Verständigung ............................................... 22 
3.7 Austausch materie ll und Immateriell........................................................... 23 
3.8 Konflikte und stru kturelle Probleme............................................................ 24 
4 Beurteilung der institutionel len Qualität des Projekts ........................................ 27 
4.1 Erfolg der Öff entlichkeitsarbeit ................................................................... 27 
4.2 Zufriedenheit mi t der Beratung................................................................... 29 
4.3      Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Projektteilnehmerinnen und 
Teilnehmer............................................................................................................ 31 
5     Beitrag zur Integration ....................................................................................... 34 
6     Individuelle Erfolgsbilanz der Beteiligten ........................................................... 35 
6.1      Aus der Sicht der Mieterinnen und Mieter.................................................. 35 
6.2      Aus Sicht der Vermieterinnen und Vermieter ............................................. 38 
7    Resümee und Empfehlungen ............................................................................. 40

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  2
Bock-Rosenthal 
Wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Wohnen für Hilfe“ 
 
Kurzfassung: Bedeutung des Projekts für Münster  
Viele ältere Menschen, die gerne in ih rer alten Wohnumgebung bleiben möchten, 
verfügen über Wohnraum, den sie selbst gar nicht mehr nut zen. Sie könnten statt-
dessen jedoch gut Hilfe in Haus und Ga rten oder für kleine Dienstleistungen gebrau-
chen. In Münster gibt es auf der ander en Seite genug Studierende, denen es nicht 
leicht fällt, ihr Studium zu finanzieren und die für ihren Lebensunterhalt ohnehin ar-
beiten müssen.  
Mehr junge Menschen als erwa rtet interessieren sich daf ür, statt der Miete Dienst-
leistungen und Arbeit anzubieten, und viele von ihnen versprechen sich vom Ungang 
mit einem alten Menschen ein Stück Leben serfahrung, wenn nicht sogar ein wenig 
Geborgenheit. Hier setzt das Projekt „Wohnen für Hilfe“ an. Es bietet eine qualifizier-
te Beratung für alle Interessierten, ste llt einen Mustermietvertrag zur Verfügung, der 
die Kaltmiete mit Arbeitsstunden verrechnet, und vermittelt auf jeden Einzelfall zuge-
schnittene Wohnpartnerschaften und Absprac hen. Kompetente Beratung steht auch 
im weiteren Verlauf zur Verfügung, soll ten in den Wohnpartnerschaften Probleme 
auftreten. Insofern bietet das Projekt Sicher heit für alle Beteiligten; dies ist für die 
älteren Menschen oft ausschlaggebend, überhaupt ihren Wohnraum anzubieten. Das 
Projekt trägt nicht nur dazu bei, Toler anz und Verständnis zwischen den Generatio-
nen zu fördern, sondern unterstützt alte und behinderte Menschen in ihrer Autonomie 
und fördert bei den jungen M enschen generationensensible kommunikative Kompe-
tenzen, die sie nach dem Studium - auc h im Sinne von imme r mehr geforderten 
„Softskills“ für ihr Berufsleben - gut gebrauchen können. 
Ein auskömmliches Miteinander von alten und jungen Menschen ist in unserer Ge-
sellschaft nicht mehr selbstverständlich.  In modernen Famili en lebt man normaler-
weise nicht in einem Mehrgenerationenhaus halt, so dass viele junge Leute kaum 
Erfahrung im Umgang mit alten Menschen haben. Umgek ehrt kennen viele ältere 
Menschen, insbesondere auch, wenn sie lange alleine ge lebt haben, kaum noch die 
Lebenswelten junger Menschen oder kommen mit neuen Technologien nicht mehr 
zurecht. Das Projekt leistet angesichts der demographischen Entwicklung insofern 
Pionierarbeit, weil es fremde Menschen generationenübergreifend  zusammenführt. 
Angesichts der heute schon allein lebenden Menschen, insbesondere der Singles,

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  3
die in Zukunft in den Ruhestand gehen und  dann nicht mehr über berufliche Zusam-
menhänge in die Gesellschaft integriert sein werden, wird es immer wichtiger, gesell-
schaftliche Rahmen für Generationenverbi ndendes zu schaffen. Vor diesem Hinter-
grund hat sich die wissenschaftliche Beglei tung des Projekts nicht auf die Analyse 
vorliegender Daten beschränkt sondern Intensivinterviews mit allen Projektbeteiligten 
durchgeführt und ausgewertet.  
In Münster leben viele ältere Menschen, deren Kinder aus beruflichen Gründen weit 
weg wohnen, ganz allein in  ihrem Haus, scheuen aber o ft davor zurück, eine ihnen 
ganz fremde Person zur Untermiete ins Haus zu holen. Sie wiss en, dass viele Stu-
dierende günstigen Wohnraum suchen und eigent lich hätten viele auch gerne einen 
jungen Menschen unter ihrem Dach, der für si e einige Arbeiten in Haus und Garten 
erledigt oder Dienstleistungen wie Eink aufen oder Vorlesen üb ernimmt. Alleinste-
hende ältere Menschen zögern, sich auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt nach den 
richtigen Personen umzusehen. Sie fühlen sich viel sicherer, wenn sie sich an ein 
städtisches Büro und eine Vertrauens person wenden können,  die Hausbesuche 
macht, eine gute Vorauswahl garantiert und ihnen handverlesene Studierende vor-
gestellt, die genau die gewünschten Dienstleistungen anbieten. Das Projekt „Wohnen 
für Hilfe“ hat inzwischen einen guten Ruf er worben, der erst l angsam einen Multipli-
katoreffekt entwickelt, weil es  oft Zeit braucht, bis sich Ältere entscheiden. Münster 
bietet mit seinen vielen Hochschulen und der ständigen Wohnrau mproblematik zu 
Semesterbeginn gute Möglichk eiten, „Wunschstudenten“ zu vermitteln, die nicht nur 
einfache Aufgaben im Haushalt  erledigen, sondern vielle icht auch PC-Schulung an-
bieten können, musikalische Begl eitung oder Sprachunterricht - je nachdem, was 
gerade gewünscht wird. 
Das Projekt ist nach unseren Evaluations daten deutlich im bürgerlichen Milieu ange-
siedelt. Es schließt vor allem bei solche n Seniorinnen und Senioren eine Versor-
gungslücke, die allein stehend im Einfamil ienhaus wohnen, zwar oft schon eine 
Putzhilfe haben, aber gerne je manden im Hause hätten, der Laub fegt, kurzfristig 
Einkäufe erledigt oder einfach nur als Ansp rechpartner da ist, wenn sie Hilfe benöti-
gen. Allein schon jemanden im Haus zu haben und damit eine Ansprache, so beto-
nen vielen Vermieterinnen und Ve rmietern, gebe ihnen ein Ge fühl der Sicherheit. 
Und manche einsame Menschen muntert es o ffenbar richtig auf, sich ihrerseits um 
„ihre“ Studierenden zu kümmern.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  4
Die Sicherheit, sich bei anfallenden Probl emen jederzeit an die Projektleitung wen-
den zu können, schätzen auch die Studierenden sehr, die an dem Projekt teilneh-
men. Auffallend ist, dass bei ihnen nicht das ökonomische Kalkül im Vordergrund 
steht. Geld für ihre Miete könnten sie auch auf andere Weise verdienen. Viele be-
fragte Studierende äußern Interesse an ei ner neuen Lebenserfahrung, einmal mit 
einem älteren Menschen umzugehen, desse n Erzählungen zu hören, und in man-
chen Fällen auch ein ruhiges „Zuhause“ zu haben, das ihnen sogar ermöglicht, unter 
einem Dach zu arbeiten und zu wohnen. 
Was wir vorgefunden haben, si nd ganz unterschiedliche Arrangements des Zusam-
menlebens oder des Nebeneinanderwohnens, der Arbeitsabsprachen oder sogar des 
füreinander Sorgens. In jedem Fall ist der M ehrwert für beide Parteien nicht im rein 
Materiellen zu sehen. Zwar sparen die Seni oren in wenigen Fällen die Putzfrau ein 
und die Studierenden ja oft di e ganze Miete, meistens aber ist der soziale Mehrwert 
auf beiden Seiten ausschlagg ebend: mit jemandem sprec hen zu können, jemanden 
zu haben, der mal mit anfasst oder Rat we iß. Da freut sich eine Studentin, dass ihr 
Vermieter ihr Fahrrad so aufpumpt, wie sie es selbst nicht kann, eine Vermieterin, 
dass sie schnell jemanden zur Apotheke schicken kann, ohne einen Nachbarn be-
mühen zu müssen. Eine andere Vermieterin tröstet ihre Studentin über das Heimweh 
hinweg, während eine angehende Medizinerin aufpasst, dass ihre Vermieterin die 
Medikamente nimmt. Man unterhält sich und lernt voneinander 
Wir können aufgrund der  qualitativen Erhebungen, die uns ein gutes Gesamtbild der 
Lage verschaffen, eines deutlich feststellen:  Das Projekt trägt dazu bei, einen Heim-
aufenthalt oder eine Heimeinw eisung hinauszuzögern oder zu verhindern. Manche 
hochaltrige Person vermittelte uns im Interview den Eindruck, ohne eine erhebliche 
Infrastruktur nicht mehr alleine im Haus e leben zu können. Insofern leistet das Pro-
jekt  - oft auch in engem Kontakt mit den Angehörigen - einen wichtigen Beitrag zur 
Erhaltung der Autonomie alte r alleinlebender Menschen.  In mehreren Fällen beton-
ten die beteiligten Hochaltri gen, wie wichtig ih nen es ihnen sei, in der eigenen Woh-
nung zu bleiben und nun die Sicherheit zu sc hätzen, dass jemand da sei, der herein-
schaut und den sie um Hilfe bitten können. In zwei Fällen haben wir Studierende an-
getroffen, die das Haus hüt eten, sogar Handwerker überwachten, während ihre Ver-
mieter im Krankenhaus waren.  
Einen zusätzlichen Beit rag leistet das Projekt zur In tegration von Einwanderern und 
von ausländischen Studierenden. Beide Gr uppen finden sich überproportional häufig

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  5
im Projekt. Das ist auch sehr verständlic h, weil Studierende z.B. mit einem russi-
schen oder polnischen Migrationshintergr und noch einen besonders respektvollen 
Umgang mit alten Menschen pflegen. Ausl ändische Studierende, die sich ohnehin 
selbst finanzieren müssen, ermöglicht die Wohnpartnerschaft, Geld zu sparen, bietet 
aber auch eine hervorragende Chanc e, tiefer in den deutsc hen Alltag und die Spra-
che einzutauchen. Zudem gewinnt man nac h Analyse dieser Wohnpartnerschaften 
den Eindruck, dass auch die älteren Mensc hen sehr davon profitieren, wenn ein jun-
ger Mensch aus einer anderen Kultur in ihrem Wohnumfeld lebt. 
Aus der Sicht der Projektteilnehmer ist off ensichtlich die Qualität der Beratung und 
die soziale und fachliche Ko mpetenz der Beraterin ganz  entscheidend. Sie gewähr-
leistet eine sorgfältige, gezielte Vorausw ahl, eine professionelle Beratung und ver-
antwortungsvolle Begleitung. Es ist ein besonderes Qualität smerkmal gerade des 
Münsteraner Projekts, für alle Beteiligt en, auch für die Angehör igen, jederzeit an-
sprechbar zu sein und Obacht auf die sc hwierigeren Fälle zu geben. Diese Service-
leistung bietet die nötige Sicherheit und die Gewähr, mit Problemen wie einer ra-
schen gesundheitlichen Veränderung oder s onstigen unvorherge sehenen Ereignis-
sen fertig werden zu können. Eine Fortführung des Projekts als reine Adressdatei ist 
daher nicht möglich. 
 
Empfehlungen: 
¾ Finanzierung der Stelle einer  Projektleiterin zur For tführung des Projekts und 
möglichst einer weiteren halben Stelle, um eine dauerhafte Besetzung des Bü-
ros zu gewährleisten.  
¾ Gewährleistung einer ständigen Erre ichbarkeit des Beratungsbüros. 
¾ Vernetzung des Projekts mit relevant en Beratungsstellen in der Stadt Münster 
und an den Hochschulen. 
¾ Fortführung einer nachhalti gen Öffentlichkeitsarbeit. 
¾ Vernetzung des Projekts mit anderen Generationenprojekten 
¾ Erweiterung des Projekts für weit ere interessierte Zielgruppen neben Alten 
und Behinderten: z.B. für Alleinerziehende mit Kind  
¾ Einrichtung eines Teilprojekts „Integr ation“ für ausländische Studierende: darin 
neben der Wohnraumvermittlung auch Vermittlung von Patenschaften zwi-
schen Münsteranern und Studierenden

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  6
 
 „Wohnen für Hilfe“ Abschlussbericht 
1 Einleitung 
1.1 Fragestellungen  
Auf der Basis eines Kooperat ionsvertrages zwischen der  Fachhochschule Münster 
und der Stadt Münster wurde das vom Lan d NRW geförderte Projekt „Wohnen für 
Hilfe“ evaluiert. Die praktische Kooperatio n war schon im Vorfeld zur Beantragung 
des Projekts und in der Planungsphase so  weit gediehen, da ss die Fragebögen für 
Interessenten und die Leitfäden für die Erstgespräche gemeinsam entwickelt wurden. 
Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ ist zusammen mit dem vergleichbaren Kölner Projekt1 
nicht nur innovativ für Nordrhein-Westfalen, sondern aufgrund dessen, dass sich hier 
alte und junge Menschen, die nicht familiär verbunden sind, auf der Basis eines 
Mietvertrages zur gegenseitigen Kooperatio n und zu Dienstleistungen verpflichten, 
eine interessante Versuchsanordnung, um M öglichkeiten der Verbesserung der Ge-
nerationenbeziehungen im demographischen Wandel zu testen und zu eruieren. 
Im Folgenden werden Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung zu 
wichtigen Aspekten der Strukt ur-, Prozess- und Ergebnis qualität des laufenden Pro-
jekts vorgestellt. Es wird aber auch grun dsätzlichen Fragen nachgegangen: Wie 
sinnvoll ist ein solches Proj ekt? Es ist passt zwar gut  zum Ansehen der lebenswer-
testen Stadt, vermittelt einigen Studi erenden günstigen Wohnr aum und wichtige Le-
bensfahrungen, bietet alten Menschen Hilfe und ermöglicht ihnen, weiterhin in ihrem 
Haus zu leben. Andererseits muss auch gepr üft werden, ob sich der Kostenaufwand 
lohnt. Welchen gesellschaftlichen Mehrwert er zielt solch ein Projekt, das sich nicht 
über hohe Fallzahlen definieren lässt? Und lassen sich in einer Stadtgesellschaft wie 
Münster, in der immer mehr alte Mensc hen alleine leben werden,  Multiplikatorwir-
kungen erzielen? Diese Frage stellungen gewinnen Brisanz  vor dem Hintergrund, 
dass schon im Jahre 2020 ein Drittel der Über-65-Jährigen kein e eigenen Kinder  
oder Enkel mehr haben werden (vgl. Pressemi tteilung des mgffi vom 14.12.07). Wie 
funktionieren generationenübergreifende Beziehungen, die auf der Basis vertragsba-
sierter Vereinbarungen zustande kommen? Lassen sich neben den ökonomische 
Vorteilen für die Beteiligten auch die weic hen Faktoren, die sozialen Gewinne eruie-
ren? 
                                                 
1 Mit dem Parallelprojekt, das an der Kölner Universität angelagert ist, besteht ein Informationsaus-
tausch. Einer Doktorandin wurden die von uns erarbeiteten Interviewleitfäden zur Verfügung gestellt.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  7
1.2 Empirische Vorgehensweisen 
Es hat sich als sinnvoll erwiesen, mit fa st allen Personen, die im Sommer 2007 an 
dem Projekt teilnahmen, ausführliche Leitf adeninterviews durchzuführen. Die trans-
kribierten Interviews wurden unter ve rschiedenen Aspekten ausgewertet, z.B. wie 
Angehörige ganz unterschiedlicher Generati onen, die in einem nicht-familiären Ver-
hältnis zueinander stehen, miteinander im Wohnalltag umgehen, ob sie positive oder 
negative Erfahrungen gemacht haben.  In den Intensivinterviews wurde gerade den 
alten Menschen viel Spielraum gegeben, ihre Erfahrungen mit dem Projekt darzustel-
len. Das entsprach ihrem Erzählbedürfnis u nd ermöglichte in der Auswertung, unter 
der Oberfläche erzählter Alltagsbegebenheiten auch Probleme ausfindig zu machen. 
Hier soll aus unserem umfangreichen Materi al vorrangig die Motivation und das Zu-
sammenleben der Beteiligten analysiert und al les, was unmittelbar mit der Beratung 
und Begleitung der Wohnpartner zu tun hat, ausgewertet werden. Weiterhin soll her-
ausgearbeitet werden, was als Erfolgsindikator des Projekts gelten kann und welche 
Empfehlungen und Anregungen aus der Sicht der wissen schaftlichen Begleitung ge-
geben werden können. 
Neben diesen qualitativen Daten wurden auch statistische Daten ausgewertet, die im 
Wohnungsamt im Rahmen der Beratungsprozesse von Interessierten und Beteiligten 
erhoben wurden. Diese Daten erlauben jedo ch nur eine Übersicht und ermöglichen 
aufgrund der noch geringen Fallzahlen ke ine statistisch zulässigen Zusammen-
hangsanalysen, die allgemeine Schlussfol gerungen zuließen. Gerade deshalb sind 
die subjektiven Sichtweisen, die individuellen Aussagen der Betroffenen in Intensivin-
terviews erfasst worden, die ein flexibles Nachfragen erlaubten und auf die jeweiligen 
Besonderheiten eingingen. Im Rahmen der qualitativen Interviews, die in der Regel 
auch in den Häusern durchgef ührt wurden, konnten auch  einige Beobachtungsdaten 
zur Wohnsituation und ggf. zur Interaktion festgehalten werden. Nur einige Interviews 
mit Studierenden wurden in der Hochschule durchgeführt. 
 
1.3 Statistische Daten  
Die statistische Auswertung von Daten aus dem Amt für Wohnungswesen über die  
18 Wohnpartnerschaften, die uns zum Zeitpunkt der Erhebung für Interviews zur Ver-
fügung standen, muss mit der Einschränkung betrachtet werden, dass so kleine Fall-
zahlen keine hochrechnungsfähigen Daten ergeben können. Diese Daten beschrei-
ben aber die Grundgesamtheit dieser Untersuchung und geben weiterhin Aufschluss

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  8
über die weiteren Bewerber und Bewerberinnen, die zu dem damaligen Zeitpunkt in 
der Datei des Projektbüros zu finden waren. 
 
Bewerberdaten 
Da die Zahl der Interessenten auf Seiten de r Studierenden etwa dreimal so groß ist 
wie auf Seiten der Seniorinnen und Senioren, die Wohnraum anzubieten haben, sind 
Daten über die Vermieter von besonderem Inte resse. Daher wird an dieser Stelle vor 
allem auf die Bewerberdaten der potenz iellen Vermieterinnen und Vermieter einge-
gangen. Dies geschieht auch, um einen Vergleich mi t den Daten aus den bestehen-
den Partnerschaften zu ermöglichen. Zu de n Studierenden, die sich beworben ha-
ben, ist zu bemerken, dass alle Fachberei che vertreten sind und dass viele Studie-
rende bereits Erfahrungen mit sozialem Engagement vorzuweisen haben. 
Die Daten, die uns zur Verfügung gestellt wurden, ergeben, dass sich zum Untersu-
chungsstichtag auf Seiten der Senioren 8 Männer, 10 Frauen  und 2 Ehepaare unter 
den Bewerberinnen und Bewe rbern befanden, die bis dahin noch nicht zum Zuge 
gekommen waren. Gut die Hälfte von Ihn en ist über 80 Jahre alt. Vor allem ehemali-
ge Angestellte finden sich da runter, einige Selbstständige, Beamte, Akademiker, nur 
ein Handwerker. In einem Drittel der Fälle  sind Familienangehörige beteiligt. In gut 
der Hälfte der Haushalte ist eine Putzhilf e vorhanden, in genau der Hälfte auch gele-
gentlich zumindest eine Hilfe im Garten. 
Die Wohnbedingungen, die angeboten werden, sind oft gr oßzügig – darunter immer-
hin acht Appartements - und gewähren oft ein eigenes Bad; in nur 4 Fällen ergibt 
sich eine Mitbenutzung des Badezimmers. In  9 Fällen wird sogar eine separate Kü-
che oder Kochmöglichkeit angezeigt. Es handel t sich in 16 Fällen um ein Haus, in 
nur 4 Fällen um eine  Wohnung. Man wünscht sich vor allem Hilfe im Haushalt, aber 
zwei Drittel der Bewerber wünschten sich auch Gesellschaft. 
 
Vermieter in den bestehenden Wohnpartnerschaften 
Die statistischen Daten, die uns über die zum Untersuchungszeitpunkt bestehenden 
Wohnpartnerschaften vom Amt für Wohnungs wesen zur Verfügung gestellt wurden, 
beschreiben zwar die Grundgesamtheit, aber  nicht das endgültige Untersuchungs-
sample, weil nicht alle Personen für ein Inte rview erreichbar waren. Die statistischen 
Daten ergeben folgendes Bild : Unter den Vermietern in  den Wohnpartnerschaften 
fanden sich 3 Männer, 12 Frauen und 3 Ehepaare - darunter viele Hochaltrige. Zwei

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  9
Drittel der Vermieterinnen und  Vermieter sind über 80 Jahre alt. Die berufliche Her-
kunft der Männer oder der verstorbenen Ehemänner ist mittleren bis gehobenen La-
gen zuzurechnen, vor allem ehemalige An gestellte fanden sich darunter, Akademi-
ker, Selbstständige, nur 3 Handwerker . An den Verhandlungen zur Vermittlung der 
Wohnpartnerschaft sind Familienangehörige in 5 Fällen beteiligt. 
Bis auf eine Vermieterin, besitzen alle Verm ieter ein Haus. Nur in 3 Fällen sind die 
Mieterinnen und Mieter auf  die Mitbenutzung eines Badezimmers angewiesen, an-
sonsten ist ein separates Badezimmer vo rhanden. In ungefähr der Hälfte der Wohn-
partnerschaften gibt es ei ne separate Kochmöglichkeit. Die Größe und Ausstattung 
der Zimmer oder Appartements ist sehr unterschiedlich.  
Vergleicht man die Strukt urdaten der Bewerberinnen und Bewerber mit denjenigen 
der im Projekt beteiligten Vermieterinnen und Vermieter, ergibt sich ein sehr ähnli-
ches Bild. Das Projekt spricht vor allem die bürgerliche Mitte an, ältere Menschen, 
die in der Regel über ein eigenes Haus verfügen und mit Hilfestrukturen in der Lage 
sind, weiterhin selbstständig zu leben. 
Von den 18 uns prinzipiell zugänglichen Wohnpartnerschaften, konnten aufgrund von 
Krankenhausaufenthalten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur 13 Seniorin-
nen und Senioren interviewt werden. Wenn eine hochaltri ge Vermieterin über eine 
Verwandte darum bat, vom Interview suspe ndiert zu werden, haben wir nicht insis-
tiert, weil wir auch die wissenschaftliche Be gleitung in den Servicecharakter des Pro-
jekts eingespannt sehen. 
Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf die statistische Auswertung der Daten 
aller 18 Wohnpartnerschaften aber auch auf unseren Interviewdaten. Die Vermieter 
verfügten, da sie in hohem Alter und mi t manchen gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen fast alle alleine lebten, über eine entsprechende Infrastruktur.  
 
Versorgungsstruktur der Vermieterinnen und Vermieter: 
¾ Fast alle Vermieter und Vermieteri nnen haben im Durchschnitt 3 Kinder, die je-
doch in der Regel nicht in Münster wohnen, zum Teil sogar weit entfernt. 
¾ In der überwiegenden Zahl der  Haushalte gibt es eine Putzhilfe, die sich insbe-
sondere um Fenster- und Grundreinigung kümmert. Viele haben auch jemanden, 
der regelmäßig oder gelegentlich im Garten hilft.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  10
¾ Dennoch wurde fast immer auf zusätzliche Hilfe bei der Hausarbeit, vielfach auch 
bei der Gartenarbeit Wert gelegt, aber auch „Gesellschaft Leisten“ wurde ge-
wünscht.  
¾ Zwei der Vermieter werden zweimal am Tag durch einen ambulanten Pflege-
dienst betreut. (Die Senioren, die sich im Krankenhaus befanden, sind dabei noch 
nicht berücksichtigt.) 
¾ In einem Fall geht der Vermieter zum Mittagessen in eine ambulante karitative 
Einrichtung, in einem anderen Fall wird nach Bedarf Essen geliefert. 
¾ Mit den beiden Fällen, in denen „nachbar schaftliche Gartenhilfe“ genannt wurde, 
gaben 5 der befragten Vermieter eine enge Bindung zu ihrer Nachbarschaft an. 
¾ Einige der befragten Vermiet erinnen und Vermieter teilt en mit, Hobbys zu haben, 
aus denen sich auch soziale Kontakte er geben: beispielsweise das Mitwirken in 
einem Seniorenorchester, eine krankhei tsbezogen gegründete Selbsthilfegruppe, 
regelmäßiges Schwimmen, „Garten als Hobby“, ein arbeitsintensives Ehrenamt in 
der Kirche oder eine berat ende berufliche Tätigkeit al s Mitinhaber einer Firma. 
Einige gaben noch intensive Kontakte zu Freunden an, andere schienen uns in-
zwischen eher isolierter. 
  
Ohne diese Infrastruktur könnten viele nicht mehr alleine in ihrer bisherigen Umge-
bung leben. Einige sind sich dessen auch bewusst, dass Ihnen nur so das Pflege-
heim erspart bleibt. Gerade für die Hochaltrigen ist nicht nur die faktische Hilfe im 
Haushalt wichtig, sondern die gesamte Infrastruktur dient auch dazu, ihnen noch re-
gelmäßige Sozialkontakte zu verschaffen. Allein schon das Bewusstsein, dass an 
bestimmten Tagen eine Hilfe ins Haus kommt und man nicht immer mit allem alleine 
dasteht, vermittelt vielen ein beruhigendes Gefühl . 
 
Sozialdaten der interviewten Studierenden 
Unter den Studierenden im Projekt befanden sich zum Stichtag 18 junge Frauen und 
3 Männer, keine Paare. Fast alle studieren an der Universität, nur ein Student an der 
Fachhochschule. Eine Schülerin, die noc h ihren Abschluss machen wollte, war auch 
darunter, wie auch 7 ausländis che Personen, zwei aus China, je eine Person aus 
Iran, Syrien und Afrika, zwei aus anderen europäischen Staaten. 
Nicht alle Studier enden konnten wir erreichen. Zw ei Studentinnen waren gerade 
ausgezogen, weil sie kurzfristig den Hochsc hulort gewechselt hatten, ein Studieren-

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  11
der hat sich trotz aller Bemühungen nicht gemeldet. Insofern basieren die qualitati-
ven Daten auf 17 Interviews mit jungen Leuten.  Darunter befinden sich 2 Studieren-
de, die in einem Haus leben und sich die Arbeit teilen, ja wir erfuhren sogar, dass die 
jüngere Person, die gerade eingezogen war, angeleitet wurde. 
Nach den Studienfächern lassen sich keine Schwerpunkte feststellen. Die Alters-
struktur streut und ergibt ang esichts der Fallzahlen noch kein klares Bild. Einige ha-
ben Vorerfahrungen mit alten Menschen in der  Familie und in ehrenamtlichem Enga-
gement. 
Auffallend ist, dass die Studierenden sich du rchgängig bereit erklärt haben, fast alles 
zu machen, was gewünscht wird: Hausarbe it, Gartenarbeit, Eink äufe, Gesellschaft 
leisten und Begleitung. Den Senioren auch kultur ell etwas bieten zu wollen oder sie 
zu einer kulturellen Ver anstaltung zu begleiten, gaben nur 9 Personen an. Das Leis-
tungsprofil der Studierenden passt insofern mit dem Anforderungsprofil der Vermiete-
rinnen und Vermieter überein, als auch von i hnen nur ganz selten ein kulturelles An-
gebot gewünscht wird. Die indi viduellen Vorschläge der St udierenden sind übrigens 
hochinteressant, z.B. Geige, Gitarre oder  Klavier spielen, Kochen und Backen, Mu-
seen u. kulturelle Veranstaltungen besuchen, Gesellschaftsspiele, Fahrradfahren und 
Ausflüge. Die ausländischen Studierenden bieten auch zöger lich ihre Kultur an: Ver-
mittlung von Kenntnissen in chinesisch oder arabisch. 
 
 
2 Motivation und Voraussetzungen für die Teilnahme am Projekt 
2.1 Besondere Eignung aus Sicht der Studierenden 
Da das Projekt eine neue Form des Zusammenlebens von Angehörigen einer Groß-
eltern- und einer Enkelgeneration ohne fam iliäre Bindung befördern will, ist ein be-
sonderes Augenmerk darauf zu  richten, welche Vorau ssetzungen beide Parteien 
mitbringen müssen. Insbesondere gilt dies für die jungen Menschen, von denen auf-
grund ihrer Rolle als Untermieter und Hilfel eistende am ehesten Anpassung erwartet 
wird. Da so viel mehr junge Interessenten als Ältere zur Verfügung stehen, haben wir 
uns besonders auf die jungen Pr ojektteilnehmer konzentriert, um zu klären, welche 
Einstellungen und Kompetenzen besonders dazu prädestinieren, an dem Projekt teil-
zunehmen. Dies erschien auch sinnvoll vor dem Hintergrund, dass in Münster so vie-
le Studierende Wohnraum suchen, so dass eine Optimierung der Auswahlstrategie 
auf dieser Seite leicht möglich scheint.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  12
Die folgenden Aspekte sind uns von den am Pr ojekt beteiligten Studierenden selber 
genannt worden auf die Frage,  welchen Kommilitonen man das Projekt empfehlen 
könne, oder was man mitbringen und bedenk en müsse, wenn man zu einem alten 
Menschen ziehen wolle. Wohlgemerkt, die Befragten reden hier nur indirekt über sich 
selber. Hier fließen zwar die eigenen Er fahrungen ein, zugleich aber beschreiben 
einige auch eine Art Anforderungsprofil. 
 
Anforderungsprofil aus der Sicht der Studierenden: 
¾ Altersspezifische Rücksichtnahmen: „ Zum einen sind es ganz banale Dinge: laut 
sprechen zum Beispiel, Rücksicht nehmen, langsam reden.“ (S15)2 
¾ Höflichkeit und Respekt: „Dann natürlich die Anrede: eine Neunzigjährige spricht 
man nicht mit Du an. Das tut man einfach nicht.“ (S15), „Erfahrung mit alten Men-
schen, Respekt und Verständnis“ (S9) 
¾ Charakterliche Voraussetzungen: „Verantwortung, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, 
Hilfsbereitschaft, Sauberkeit natürlich und Egoismus dar f natürlich nicht dabei 
sein.“ (S9) 
¾ Kommunikative Fähigkeiten:  „Aufeinander zugehen können, kommunikativ sein“ 
(S12) 
¾ Soziale Kompetenzen, Distanzfähigkei t: Wahrnehmungsfähigkeit, Einfühlsamkeit: 
„Man muss auch nein sagen können.“ (S15) 
¾ Interesse an alten Menschen, sich einbringen:  „Man soll sich wirklich überlegen, 
ob man bereit ist, für einen alten Mensc hen da zu sein. Weil, wenn das nicht der 
Fall ist, man nicht aufmerksam ist ... und ni cht bereit ist, so ein bisschen von sich 
einzubringen, dann wird das nicht funktionier en. Also es soll nicht nur dieser Ge-
danke, dass man wenig Miete bezahlt, den Menschen dazu bewegen in die Woh-
nung einzuziehen, es soll schon mehr sein : die Bereitschaft, mit einem älteren 
Menschen einen Teil seines Lebens zusammen zu verbringen.“ (S6) 
¾ Offenheit:  „Man muss schon ... sehr offen se in und Nähe auch irgendwie zulas-
sen können.“ (5a) 
¾ Keine Vorurteile:  „Also oft hat man ja bei alten Leuten, dass sie von vorneherein 
denken, oh, diese Jugendl ichen, und dass die Jugend lichen auch von vorneher-
ein denken, och, diese alten Leute. Das will ich nicht.“ (S15) 
                                                 
2 Die befragten Studierenden sind mit S gekennzeichnet, die Vermieterinnen u. Vermieter mit V.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  13
¾ Kompromissbereitschaft: „Man muss sich darauf einlassen können. Und ich den-
ke, wenn man dann noch bereit ist, gewisse  Kompromisse vielleicht ab und zu 
einzugehen, dann gibt es keine Schwierigkeiten.“ (S15) 
¾ Akzeptanz von Einschränkungen: „Das bedeutet, dass dei ne Freiheit manchmal 
eingeschränkt ist, dass du keinen Besuch zum Übernachten oder zu viel Besuch 
nach Hause mitnehmen darfst. Und das heißt, dass du deine Freizeit wegnehmen 
musst für diese Stelle.“ (S6), „Es ist nicht wie eine normale Wohnung, in der man 
sein eigener Herr ist.“ (S1) 
¾ Hauswirtschaftliche Kenntnisse: „ Man sollte einfach zuhause auch schon aktiv 
sein.“ (S5a) 
¾ Verantwortungsbereitschaft: (S 14) würde denjenigen abraten, „die ... noch nie 
Verantwortung für andere Menschen übernommen haben und für das, was sie 
tun. Denen würde ich definit iv abraten. Es gibt schon Menschen, die sich einfach 
nicht dazu eignen.“ 
 
 
2.2 Teilnahmemotivation der Studierenden 
Ganz auffällig ist, keine Mieterin und kein Mieter führen nur materielle Gründe für ihre 
Teilnahme an dem Projekt an. Man könnte ja vermuten, sie hätten im Interview nur 
etwas sozial Erwünschtes von sich gegeben,  aber die Motive sind so differenziert, 
dass von validen Angaben ausg egangen werden kann. Hier einige Beispiele für die 
vielfältigen Motive, die uns genannt wurden: 
 
¾ Sozialer Kontakt  
Vier Studierende äußerten sich, nicht alleine wohnen zu wollen, gaben aber auch an, 
weder in einer Studenten-WG wohnen zu wollen, in der ihnen die Ablenkung zu groß 
erschiene, noch in er Anonymität eines  Studentenwohnheims, die ihnen auch nicht 
gefallen hatte. S1 will „nicht wieder in einer WG... wohnen, aber trotzdem wissen, 
dass jemand da ist.“ S6 fühlte sich im Student enwohnheim allein und dachte, „wenn 
ich mit jemandem zusammenwo hne, dann ist es so wie ei ne WG, wahrscheinlich ist 
das schöner!“ S 3 erklärte sich: „ Es war ... auch mehr so der Grund, warum ich auf 
dieses Projekt eingegangen bin, weil ich am Anfang im Wohnheim gewohnt habe, zu 
zweit in einem Zimmer, was mir sehr eng war, ...  ohne Kontakt zu wohnen, wollte ich 
nicht.“ Ähnlich formulierten es andere, deren Teilnahmemotiv ation ein von ihnen er-

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  14
wünschter Familienersatz ist: „Man hat dann einfach Leute in der Uni, aber trotzdem 
fehlte mir noch das soziale Netzwerk. Un d da habe ich mich einfach nach jemandem 
gesehnt, so vielleicht ein bisschen Familienersatz.“(S2). 
 
¾ Umgang mit alten Menschen 
Andere erwarteten, mit der Pr ojektteilnahme sozialen Kontakt und Austausch zu ha-
ben (S5), Gespräche führen zu können und „gerne mit einem älteren Menschen zu-
sammenleben“ zu wollen (S18). S 14 beispielsweise hatte vor ihrem Studium in ei-
nem Altenheim gearbeitet und vermisste die Zeit, die sie dort mit den älteren Men-
schen verbracht hatte. In diesem Projekt sa h sie also eine Möglichkeit, das, was ihr 
liegt (den Umgang mit alten Menschen) weiter zuleben. Eine Studentin (S2) gab an, 
dem entgegenwirken zu wollen, „dass alte Leute irgendwan n von der Gesellschaft 
vergessen werden.“ 
 
¾ Finanzielle Vorteile  
Wie oben erwähnt, nannten die St udierenden ihre finanzielle  Motivation zur Projekt-
teilnahme nie isoliert. Die eben genannte S 14 gibt als weitere Motivation an: “Und 
auch, weil ich es mir finanziell gar nicht hätte leisten können, hierher zu ziehen.“ S13 
gab hier gleich eine ganze Kaskade von Gründen an: „... war ich ganz zufrieden, weil 
mit diesen Studiengebühren und mit allem drum und dran könnte ich überhaupt nicht 
zurecht kommen, weil mich niemand unterstützt. ... Und es ist in der Nähe der Uni. ... 
Und dann unterhalten wir uns auch“. S13 findet zudem auch noch positiv, „dass man 
nicht alleine ist, weil ich habe jetz t hier in Münster gar keinen“. Einige formulierten es 
auch ausdrücklich, wenn es nur ums Geld ginge, sollte man lieber eine andere Arbeit 
suchen.  
 
¾ Flexibilität und Wohnung und Arbeit in einem Haus 
S13 betonte auch positiv, dass man Arbei t und Wohnung am gleichen Ort hat. Und 
man kann „sich aussuchen, in welchem Zeitraum man arbeiten muss.“  Auch S15 
formulierte den Vorteil, dass man Arbeiten kann, „ohne an eine [ander e] Institution 
gehen zu müssen.“

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  15
¾ Lernen/ Erfahrungen sammeln 
Ein häufig genannter Aspekt der Studierenden war, in einer solchen generationen-
übergreifenden Wohnpartnersc haft neben dem Studium, etwa s von den Älteren zu 
lernen, den „Horizont zu erweitern“ (S18), „einfach im alltäglichen Leben etwas zu 
lernen.“ (S15). Meistens wurde dies in Zusa mmenhang mit Intergenerationen formu-
liert: „Ja, ich hab mir schon vorg estellt, dass man von älter en Menschen viel lernen 
kann“ (S9). „Man lernt, ... mit älteren Menschen zu leben. Und auch von ihren Erfah-
rungen kann man ... lernen“. (S10). „Einfach voneinander lernen“ und „sich gegensei-
tig helfen“. (S18) Viele Studierende sind gespannt darauf, „lebendige Geschichte“ zu 
erfahren, zum Beispiel S17: „Ich höre sehr gerne Älteren zu. Wenn die über Vergan-
genheit reden, über ihre Kindheit, auch über Krieg.“ 
 
¾ Formale Bescheinigung 
Auf die offizielle Bescheinigung, an dem Projekt teilgenommen zu haben, legten nur 
zwei Personen wert, obgleich solch eine Bescheinigung z.B. im  Rahmen einer Be-
werbung bei einer Studienstiftung oder später  im Berufsleben sicher nützlich sein 
könnte. 
 
 
2.3 Teilnahmemotivation der Vermieterinnen und Vermieter 
In den Gesprächen mit den Vermieterinnen und Vermietern erfuhren wir in mehreren 
Fällen, dass sie schon länger darüber nachgedac ht hatten, an jemanden zu vermie-
ten, weil sie wirklich zuviel Wohnraum haben, den sie selbst gar nicht mehr bewoh-
nen können. Freilich schwangen immer auch Bedenken mit, sich eine fremde Person 
ins Haus zu holen. Implizit  scheint allein das Vorhand ensein einer besonderen Bera-
tung und Betreuung in städtischer Regie eine große Rolle gespielt zu haben, die la-
tente Motivation zu aktivieren - oftmals auc h mit leichtem Anstoß von Seiten der Kin-
der oder der Nachbarn. Dass eine Ansprechpar tnerin im Projekt „Wohnen für Hilfe“ 
da ist, die man um Rat fragen kann, die ni cht nur eine gute Auswahl trifft, sondern 
auch im Verlauf der Wohnpartnerschaft noch ei n Auge auf die Studierenden hat, die 
man sich dann ins Haus holt, wurde uns als ganz wichtiger Grund genannt, einen 
manchmal schon lange gehegten Wunsch zu realisieren. 
Auf Seiten der Seniorinnen u nd Senioren spielt die Erwa rtung konkreter Hilfeleistung 
durch die neue Mieterin oder de n Mieter vor allem offenbar dann eine Rolle, wenn

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  16
das Zimmer vorher schon einmal auf dem normalen Wohnungsmarkt vermietet war, 
und man sich nun regelmäßige Hilfe im Garten oder abrufbare Dienstleistungen 
wünscht. Auch auf Seiten der Senioren wird kaum vom Materiellen gesprochen, ob-
gleich in wenigen Fällen auch deutlich wurde, es sollte eine Putzfrau eingespart wer-
den. Insgesamt wird immer wieder genannt, die Hauptmotivation ist, jemanden im 
Haus zu haben, der auch einm al schnell mit anfassen k ann, wenn es nötig ist, und 
auch ein wenig Leben ins Haus bringt. 
Schwierig ist die Situation vor allem dann,  wenn die Kinder auf eine Teilnahme am 
Projekt bestehen, und die ältere Person selb st eigentlich noch gar nicht recht moti-
viert oder entschlossen ist und lieber alles beim Alten ließe. Dies kommt offenbar vor, 
wenn die Kinder ihrer alten Mutter oder ih rem Vater aus Sorge um ihr Wohlergehen 
quasi verordnen, an dem Projekt teilzunehmen.  
Die folgenden Motive sind Beispiele für die vielfach genannten Gründe der Seniorin-
nen und Senioren zur Teilnahme. 
 
¾ Junge Leute unterstützen 
Nachdem die Kinder von V2 aus dem H aus waren und ihr Lebenspartner anderthalb 
Jahre vorher gestorben war, war sie „angeregt, ... noch jemanden glücklich zu ma-
chen“. Da V10 in einer Hilfsorganisation ak tiv ist, wollte sie ganz besonders gerne 
einer Afrikanerin durch das Projekt Unterstützung geben. V17 wollte jemanden, 
„...mit dem man etwas absprechen kann und den man auc h selber ein bisschen un-
terstützt.“ 
 
¾ Hilfe/ Arbeit 
Nur eine Vermieterin (V3) gab bei der expliziten Frage nach ihrer Teilnahmemotivati-
on den Wunsch an, „dass sie mir ein bisschen im Garten hilft, hauptsächlich im Gar-
ten“. Manche wünschen sich jemanden, der mal hier oder da mit anfassen kann, an-
dere wünschen gezielte Bete iligung an der Hausarbeit, nannten aber fast immer 
auch immaterielle Aspekte. Ein Kind von V10 bekam in einer anderen Stadt Nach-
wuchs. V10 wollte öfter zur Unterstützung do rthin fahren – und in der Zeit jemanden 
im eigenen Haus wissen.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  17
¾ Aufhebung der Einsamkeit 
Nicht mehr allein sein wo llen oder zu wissen, dass jemand da ist, der nach einem 
schauen kann, wurde auch als Motivation zur Projektteilnahme genannt. V11, dessen 
Frau im Jahr vorher gestorben war, sagte; „...ich saß hier in der Bude alleine, musste 
voll Heizen und Licht brannte überall. Für einen Menschen ist das doch nichts.“ 
 
¾ Kontakt zu jungen Menschen, Aufgeschlossenheit für Neues: 
Eine jüngere Vermieterin sah sich gleich  von dem Projekt angesprochen, weil sie 
„immer an neuen Lebens- und Sozialformen interessiert“ ist: „Wir waren immer schon 
ziemlich offen, was solche Sachen angeht und sehr, sehr interessiert an anderen 
Lebensmodellen.“ Sie äußerte sich auch in diesem Zusammenhang: „Wir haben uns 
so darauf gefreut, dass jemand dazu kommt.“(V17) 
 
 
3 Zusammenleben in den Wohnpartnerschaften 
Bei unseren Interviews haben wir die Vermiet er und die Mieter befragt, wie ihre All-
tagspraxis in der Wohngemeinschaft funktion iert. Aus den vielfältigen Interviewdaten 
lassen sich verschiedene Kategorien herauskris tallisieren, die alle etwas mit dem 
Umgang miteinander, der „Interaktion“, zu  tun haben. Wir haben uns mit unseren 
Fragen vor allem auch den Problemen nähern wollen, die es über die Alters- und 
Generationenspanne hinweg un d aufgrund der Zugehörigkeit  zu ganz unterschiedli-
chen Milieus zweifellos geben muss. Uns in teressieren natürlich ganz besonders die 
Bewältigungsstrategien.  
 
3.1 Soziale Nähe und Distanz 
Menschen neigen dazu, für soziale Zusammenhänge, die sie nicht kennen, bekannte 
Muster heran zu ziehen. Daher besteht im Projekt die Gefahr, dass familiäre Verhal-
tensmuster und Rollen wie Enkel-Großel tern-Beziehungen vorschnell aufgegriffen 
werden, zumal der Altersunterschied für „normale“ Beziehungen unter Erwachsenen 
in manchen Fällen den Beteiligten zu gr oß erscheint. Sich auch abgrenzen zu kön-
nen gegenüber erhöhten Erwart ungen scheint eine wichtige soziale Kompetenz zu 
sein, die beide Parteien mitbringen müssen.  Zu den notwendigen sozialen Fähigkei-
ten gehört aber auch, eine freundliche Nähe herstellen zu können oder eine räumli-
che Nähe aushalten zu können, die über üb liche soziale Distanzen unter Fremden

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  18
hinausgeht. Vor allem in der Eingewöhnungs phase stellt sich die Aufgabe, ein pas-
sendes Arrangement zu finden. Zurückhalt ung und Vertrauen, Aufeinandereingehen 
und Überforderung liegen nahe beieinander. 
Insbesondere zu große Nähe wir d als problematisch gesehen. „Das einzige, was 
mich manchmal ein bisschen stört, ist vielleic ht ihre Überfürsorglichkeit. Also sie be-
handelt mich schon ein bissc hen wie ein Enkelkind...“(S4) Ein ausländischer Student 
gibt auf die Frage, ob er das Verhältnis zwischen Nähe und Distanz in seiner Wohn-
partnerschaft als angenehm empfindet, die Antwort: „Also, für mich ist es ganz ange-
nehm. Ich weiß nicht, vielleicht, wenn die mehr Nähe wollen. Keine Ahnung“ (S4). 
Und S9 bemerkt: „Also, ich merke es schon , wenn ich ein ganzes Wochenende bei  
V9  war und dann nach Hause fahre ... dann merke ich schon, wie traurig er wird.“ 
In einer der Wohnpartnerscha ften, die auf relativ enge m Raum stattfindet, scheinen 
sich die Bedürfnisse nach Nähe und Distan z auch abzuwechseln: Auf die Frage, ob 
man sich gerade in der relativ engen Wohnung zu nahe komme, sagt S6: „Nein,    
überhaupt nicht. Ich komme aus China, da haben wir an der Uni mit neun Mädchen 
unter einem Dach gewohnt, und zwei in einem Zimmer.“ Für ihre Vermieterin V6 hin-
gegen „... ist das nicht so gewöhnlich, weil ich das ganze Leben allein gewohnt habe. 
Am Anfang war das schon ein bisschen Kr ieg ... jetzt läuft das immer besser.“ Kultu-
relle Unterschiede erschweren den Umgang miteinander, was soziale Distanz an-
geht: Die alte Vermieterin war anfangs wohl  überfordert mit der Nähe zu ihrer Stu-
dentin: „Die streichelt mich dann immer und ic h denke, um Gottes Willen, so auf die 
Dauer möchte ich das nicht. ... Das ist so ihre Art, wenn sie jemanden gern hat“ (V6). 
Und umgekehrt kann es sein, dass sich S6 eingeengt fühlt und V6 dafür mehr Nähe 
haben möchte: „Das ist schon in gewissen Maßen, dass man in seiner Freiheit ir-
gendwie eingeschränkt ist. Manchmal übernachte ich auch bei meinem Freund, doch 
das hat sie nicht so gerne, weil sie nicht gerne alleine ist. ... Sie fühlt sich alleine, und 
sie hat dann gesagt, wir müssen nichts zu sammen machen, aber nur, dass du in der 
Wohnung bist, dann fühlt si e sich sicher. ... Da hab en wir einen Kompromiss ge-
macht.“(S6) 
 
3.2 Beziehungen 
Wie Beziehungen in den unterschiedlichen Wohnpartnerschaften beschrieben wer-
den, ist natürlich rein subjektiv. Es kommt vor, dass ein enges Verhältnis für den ei-
nen Wohnpartner als sehr positiv empfunden wird, für den anderen es manches Mal

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  19
aber zu intensiv ist. Oder dass eine dist anziertere Wohnpartnerschaft, auch wenn 
man einen guten Umgang miteinander hat, v on dem einen als posit iv und optimal 
empfunden wird, der andere di ese Distanziertheit aber gr undsätzlich bedauert, weil 
er/ sie sich „mehr erwartet“ hätte. 
S1 beschreibt: „...also das Verhältnis ist auch nich t so, wie ich dachte. Also, es ist 
aber – im Endeffekt – mir sogar lieber – so wie es jetzt ist, also relativ distanziert und 
nicht ... wie die Ersatzfamilie.“ Sie hat das Gefühl, dass di e Vermieter mit ihr zufrie-
den sind, deren Erwartungen von ihr erfüllt werden, dass es für die Vermieter „passt“. 
Das Verhältnis ist ihres Erachtens eher distanziert, insbesondere weil es ein Ehepaar 
ist, das auch viel Kontakt in die Nachbar schaft hat. Komplementär äußern sich die 
Vermieter V1 über S1: „Und die ist ja auch sehr nett, jung und nett. Und wir kommen 
gut damit zurecht.“ und „Also, wir haben ... großes Glück. S1 ist ...nett und aufge-
schlossen und immer freundlich...“. Sie äußern sich positiv, dass S1 jeden Tag fragt, 
ob sie was tun kann, etwas besorgen soll. V1 sehen das Verhältnis als nicht eng. Die 
Bezugspersonen der Studentin sehen sie in  deren Bekannten und Freunden und be-
gründen das nicht enge Verhältnis damit, dass „sie ja noch sehr jung“ ist. 
Interessant ist auch die Konstellation einer Wohnpartnerschaft mit einem anderen 
Vermieterehepaar. Hier werden drei unterschiedliche Interpretationen und Bewertun-
gen der Beziehung zwischen den Wohnpartnern deutlich: Auf die Frage an den Stu-
denten: „Kommen Sie gut mite inander aus?“, antwortet S4 : „Ja, also die sind ganz 
nett zu mir“. Er sieht den Familienanschluss – im Vergleich zum Studentenwohnheim 
– als angenehm. „Wenn man Fragen hat oder wenn man etwas braucht, sozusagen. 
... Und die Familie ist ganz hilfsbereit.“  Die Entwicklung der Beziehung zu seinen 
Vermietern empfand er als „nicht so kompliziert“. Der Vermieter findet, die Beziehung 
liefe gut. (V4m). Die Ve rmieterin hält dem entgegen: „Also, ich habe manchmal das 
Gefühl, ich hätte so mehr so eine Bringschuld...“ (V4w). Auf die Frage nach der Zu-
friedenheit trotz der bestehenden Dist anz zu S4 antwortet V4m: „Ja, sind wir“, seine 
Frau hingegen: „Also, ich hätte mir schon ein bisschen mehr Wärme oder Anpassung 
gewünscht.“ 
Im Großen und Ganzen gibt es aber sehr  positive Rückmeld ungen über die Bezie-
hungen in den Wohnpartnerschaft en: Studierende äußern sich über die Beziehung 
beispielsweise so: „Ja, es gibt schon viele schöne Seiten....“ (S6). S9 sagt über V9, 
er „ist für uns wie ein Opa geworden“, „eine Art Familienersatz“. S15 sagt: „Ich fühle 
mich hier zuhause.“ Wenn sie mit schlechtem Gewissen am Wochenende nach Hau-

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  20
se fährt, sagt ihr V15: „Fahr ruhig!“ und wenn sie wiederkommt, sagt sie „was hab ich 
dich vermisst!“ Eine Vermieterin (V2) sagt über ihr Verhältnis zu ihrer Wohnpartnerin: 
„Also, ich kann wirklich nur das Beste berichten. Wir haben eine total nette Wohn-
partnerschaft.“ „Und sie nimmt auch an me inem Leben teil. Wir erzählen uns das, 
was wir gemacht haben tagsüber. ...Ich habe auch Frau Reiffer (die Beraterin) noch 
nie angerufen, so um Hilfe geb eten oder irgenwelche Klärung en. ...Das machen wir. 
Wir sagen uns alles. Aber es war noch nie, dass irgendwie ein Misston aufkam.“ V10 
findet, ihre Studentin „ist wirklich wie eine To chter vor der Familie.“  Und V17 
schwärmt davon, wie eine solche Beziehung zueinander wachsen kann: „Das sind 
für mich so Sachen, die sich einfach so  im Kontakt ergeben, die wunderbar sind.... 
das macht für mich die eigentliche Qualität aus. Kontrolle brauchen wir nicht!“ 
 
3.3 Intensität und Qualität der Kommunikation 
So unterschiedlich wie die Beziehungen si nd auch die Kommunikationsstile. Das 
Spektrum liegt hier zwischen formalen Abspra chen z. B. in Bezug auf die zu leisten-
de Arbeit V4: „Ja, das ist ja praktisch doch ziemlich getrennt, nicht. Ich meine, wir 
kommen nur mit ihm zusammen in erster Linie, wenn  er für uns arbeitet“; geht über 
gemeinsame „Korrespondenzbüchlein“ bis hin zu einem täglich mehrstündigen Aus-
tausch untereinander:  
Auch in einer gut funktionierenden Wohnpartnerschaft kann das Gefühl, kommunizie-
ren zu müssen, auch belasten. S2 fühlte sich  anfangs dazu verpflichtet, z. B. jeden 
Abend V2 „Gute Nacht“ zu sagen. Ohne mit V2 darüber  gesprochen zu haben, habe 
sie „für sich“ den Kompromiss beschlossen, das nicht jeden Abend tun zu „müssen“. 
V2 bestätigt denn auch: “Wir sind beide auch rücksicht svoll. Sie hat ihren Part für 
sich da unten und wenn sie kommt, ruft sie „H allo, ich bin da!". Und wenn sie mich 
dann hört, findet sie es auch toll. Oder sie l egt mir ein Zettelchen hin, wenn ich gera-
de nicht da bin...“ 
Von den meisten Studier enden wird ein reger Austausch  mit ihren Vermietern als 
sehr positiv empfunden: V9: „Ich bin jederzeit bereit, wenn er irgendwas braucht, 
dass ich ihm helfen kann oder mit ihm sprechen kann.“  S9 und V9 diskutieren auch 
miteinander über Gesellschaft und Politik.  
S3 leidet sehr darunter, dass die Kommunikati on zu ihrer Vermieterin trotz vieler An-
läufe nur schwer möglich ist: „Nun ist sie aber auch nicht vom Typ her so, sie möchte 
wirklich nur im Garten irgendwas gemacht haben ... sie is t nicht offen für Gespräche,

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  21
sie ist nicht offen für gemeinsam Abendessen, Kaffeetrinken oder sonst irgendwas...“ 
S3 beschreibt, sie sei die ersten zwei, dr ei Wochen der Wohnpartnerschaft sehr in-
tensiv auf V3 eingegangen und habe gefrag t, ob sie etwas helfen oder einkaufen 
könne. Danach habe V3 ihres Erachtens „total abgeblockt“, „war total gestresst, total 
genervt und hat wirklich total zu gemacht“. Über einen „Small talk“ auf dem Rasen 
ginge es aber bisher nicht hinaus. Auch  von S3 vorgeschlagene Abspracheregelun-
gen wie „Zettel hinlegen“, wird von V3 nicht aufgegriffen. 
Für viele Vermieter und Vermieterinnen ist der Austausch mit ihren Studierenden 
sehr wichtig: „Das „A und O“ ist, dass es ein Mensch ist, mit dem man irgendwie in 
Kontakt treten kann, das ist für mich sehr, sehr wichtig. Zumal das auch eine relativ 
kleine Wohnung ist.“(V6). V14 beschreibt ihre Studentin S14 : „da habe ich das Ge-
fühl, sie mag gerne mal sprechen. Dann ko mmt sie auch und setzt sich mal und 
schüttet ihr Herz aus, wenn was quer gegangen ist...Ja, ich bin ja auch viel alleine 
und finde das gut.“ 
 
3.4 Gemeinsame Rituale und Aktivitäten 
Gemeinsame regelmäßige Aktivitäten finde n in der überwiege nden Zahl der Wohn-
partnerschaften statt: gemeins ame Mahlzeiten, gemeinsam Zeitung lesen, vorlesen 
oder einfach einen Kaffee trinken:  
S2: „Also, wir essen manchmal zusa mmen ... zum Beispiel am Wochenende 
manchmal oder am Freitag, wenn wir dann mal beide zuhause sind. ... Wir gucken 
abends häufiger mal zusammen Fernsehen.“  V2 berichtet: „Dann kommt sie hoch 
und sagt: „Ach, ich setze mich noch ein bisschen zu Ihnen, darf ich?" Dann haben wir 
auch unseren Spaß, gucken wir Fernsehen. Oder neulich hab ich ihr gezeigt, wie 
man so Entspannungstechniken macht.“ 
S5 schaut jeden Abend, bevor sie ins Bett geht, ob mit V5 alles in Ordnung ist. „Dann 
lese ich die Zeitung vor, dass sie auch noch was mitbekommt, was so stattfindet“. S5 
hat V5 auch schon einmal zu Ostern mit zu ihren Eltern genommen. S12 hat intensi-
ven Kontakt zu seinem sehr demenzkrank en Vermieter. Er trinkt mit ihm zusammen 
Kaffee, kocht etwas für ihn oder spielt mit ihm Karten. 
In mehreren Wohnpartnerschaften haben di e Studierenden auch engen Kontakt zu 
den Kindern der Vermieter. Wenn diese am Wochenende da sind, setzen sie sich mit 
ihnen zusammen oder gehen sogar gemeinsam essen.(Z. B. WP9 oder WP5)

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  22
3.5  Rücksichtnahmen und Revierabsprachen 
In einer Wohngemeinschaft zu wohnen bedeutet implizit auch „Revierabsprachen“ zu 
treffen: Dabei geht es in einem Fall sehr großzügig zu. S15 meint: „Ich kann schalten 
und walten hier im ganzen Haus wie ich möchte,... habe meine Zimmer oben immer 
offen stehen. Wenn ich dann mal nicht da bi n am Wochenende, macht sie die Jalou-
sie hoch und runter. Das ist alles ganz offen.“ Ähnlich ein Vermieter (V 9): „Ich bilde 
mir ein – so wie sie es bei mir haben, haben sie es nicht woanders. ... Ich lasse ihnen 
das ganze Haus, sie dürfen die in die Küche und schalten und walten, wie sie wollen. 
... Hier gibt es gar keine Zimmer,  wo die nicht rein dürfen“. Und auch der Vermieter 
V11 versichert, S11 könnte bei ihm überall rein , auch z. B. in seinem Büro alles le-
sen. S 18 berichtet von ihrer Vermieterin (V18), sie „hat an Ostern ein Osterkörbchen 
einfach so in mein Zimmer gestellt. Da is t sie dann einfach rein, das ist dann auch 
kein Problem.“  
In anderen Fällen gibt es unterdessen klare Revierabsprachen und Rücksichtnah-
men. Eine Vermieterin (V13) möchte nich t, dass S13 in ihrer Küche kocht, obgleich 
das ursprünglich wohl angedacht war. Und auch das Vermieterehepaar V4 kann sich 
ein gemeinsames Kochen mit dem Studenten in ihrer Küche nicht vorstellen. 
Besondere Zurückhaltung gilt offenbar, wenn  Besucher kommen. Wenn S5 Besuch 
bekommt, so berichtet sie, dann nehme sie Rücksicht und schaue, „ob V5 nicht ge-
rade in Unterwäsche im Haus unterwegs ist." Dann bittet sie ihren Besuch, kurz zu 
warten. Auch S10 „kann immer in die Küche gehen, aber ... wenn V10 Besuch hat 
...dass ich ein bisschen zurückhaltend bin, bei  mir im Zimmer esse, also nicht, dass 
ich störe.“ 
 
3.6 Generationenübergreifende Verständigung  
Dass zwei sehr unterschiedliche Generat ionen voneinander lernen können, ist ein 
wichtiges Ansinnen des Projektes „Wohnen für Hilfe“.  
In vielen Partnerschaften bewundern die Jungen bei den Alten, was diese alles über 
ihr Leben zu berichten wissen: S9 ber ichtet über ihren Vermieter (V9): „Man kann 
nirgendwo so viele Sachen erfahren, wie v on ihm. Also, in keinem einzigen Buch 
wird das alles so beschrieben.“ S12 z. B. findet es ebens o faszinierend, wenn V12 
erzählt, wie es in Münster im Krieg war. 
Die Älteren bewerten die Offenheit der Jugend häufig positiv: „die reden anders dar-
über ... über die ganzen Sachen, viel freier... Und ich finde das auch gut. “(V9). Von

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  23
ihrer neuen Studentin ist V5 überzeugt, dass sie sie auch schnell kennenlernt. „Das 
ist nicht so schwer. So junge Leute lern t man verhältnismäßig schnell kennen. Die 
sind nicht so zurückhaltend mit ihrem Wesen, sondern fragen dann drauf los.“   
V17 freut sich: „so ein Austausch passiert an mehrer en Stellen. Das ist dann immer 
auch zufällig... ein Austausch zwischen den Generationen“. 
 
3.7 Austausch materiell und Immateriell 
Die einzelnen Wohnpartnerschaften haben für sich ganz unterschiedliche Muster ge-
funden, die Wohn-, Arbeits- und Umgangsformen für sich zu regeln. Die Vermieter 
tauschen in einigen Fällen Quadratmeter Wohnraum gegen stundenweise Arbeit  
und pflegen mit ihren Studierenden eine n formellen Umgang wie mit Untermietern 
oder Werkvertragnehmern. In  anderen Fällen entwickelt sich eine Wohngemein-
schaft, die durch weniger Regelhaftigkeit gekennzeichnet ist, weil man die Arbeits-
stunden beiderseits nicht mehr akribisch au frechnet, und die Mieterinnen und Mieter 
auf Abruf Dienstleistungen übernehmen und sc hon von selber einspringen, wenn sie 
es für nötig halten. Dann entwickeln sich  eher informelle, im besten Fall schon 
freundschaftliche Beziehungen, die oft auch die Kinder der Seniorinnen und Senioren 
einbeziehen. Aus dem Miet- und Arbeitsverhältnis hat sich in einigen Fällen bereits 
eine echte Wohnpartnerschaft entwickelt, fa st ein gegenseitigen Verpflichtungsver-
hältnis, in dem man auf einander achtet und einander umsorgt.  
Im besten Fall passen beide Wohnpartneri nnen oder Partner auf einander auf. Die 
eine Studierende achtet darauf, dass ihre Vermieterin die Medikamente auch regel-
mäßig nimmt, und die andere nimmt bei ih rer Arbeitsplanung Rücksicht, dass sie 
nicht zu lange aus Münster weg bleibt. Umgekehrt bekocht ein Senior seine Studen-
tin, oder bemüht sich eine Vermieterinm, ihrer Studentin  das Heimweh zu nehmen 
und ihr das Einleben zu erleichtern. G egenseitige Fürsorge spricht aus folgenden 
Zitat: „Ich habe eine Verantwortung für diese junge Frau, und das sage ich ihr dann 
auch.“ Im gleichen Atemzug bekundet die Seni orin (V15) aber auch, dass auch die 
Studentin ihrerseits auf sie achte: „Ich habe manchmal den Eindruck, sie (S15) steht 
auf dem Standpunkt, ich dürfe nicht so viel arbeiten.“

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  24
3.8  Konflikte und strukturelle Probleme 
 
Dass es bei so weit auseinanderlieg enden Generationen auch zu Konflikten und 
Missverständnissen kommen kann, erklärt si ch schon aus den unterschiedlichen Le-
benswelten, Umgangsformen und biographischen Erfahrungen von alten und jungen 
Menschen. Eigentlich sind Konflikte viel eh er zu erwarten als ein harmonisches Mit-
einander.  
In einer Wohnpartnerschaft überrumpelte der  20-jährige Student seine Vermieterin 
mit dem „Duzen“. Der Vermieterin (V8) war ihm gegenüber das „Du“ aus Versehen 
„rausgerutscht“, er hat gesagt „Wollen wir es nicht dabei belassen?“  und es dabei 
aber auch so verstanden, dass er seine Ve rmieterin duzt. Das kam bei dem Vermie-
terehepaar nicht sehr gut an.  Andererseits gibt es auc h junge Studierende, die ganz 
klar sagen: „Eine Neunzigjährige spricht man nich t mit Du an. Das tut man einfach 
nicht.“(S15) 
Auch scheinen einige ältere Menschen mehr Respekt zu erwarten. Eine Vermieterin 
(V5) verstand es beispielsweise nicht, wie die Studentinnen einfach so an ihrer alten 
Waschmaschine „drehen“, ohne Hemmungen zu haben. „Also, man hätte früher viel 
mehr gefragt!“ 
Es ist ein Grundproblem in unserer Gesellschaft, dass die Generationen nicht nur 
aus rein demographischen Gründen ausei nander driften, sondern dass die Lebens-
welten junger und alter Menschen sehr verschieden sind und kaum noch Berüh-
rungspunkte haben. Verständigung zwischen Großeltern und Enkelkindern ist noch 
leichter, weil sie auf eine gemeinsame Familiengeschichte zurückgreifen können, 
einige kulturelle Traditionen teilen und ei nander über einen läng eren Zeitraum ken-
nen. Im Projekt „Wohnen für Hilfe“ hingege n stoßen junge und alte Menschen aus 
ganz unterschiedlichen Mikrokulturen ohne Pufferzonen wie längere Phasen des 
Sich-Kennenlernens aufeinan der. In manchen Wohngemei nschaften hat man erst 
einmal zu einer gemeinsame Sprache finden müssen, wie uns berichtet wurde. Allein 
der Zugang zur Welt moderner Medien ist in der Regel so unterschiedlich, dass eine 
Verständigung über Alltagserf ahrungen sehr schwer ist. Es erfordert also auf Seiten 
der jungen Menschen wie auc h auf Seiten der Alten erheb liches Bemühen um eine 
intergenerative Verständigung, die sich keineswegs dari n erschöpft, nur die Sprache 
des anderen zu verstehen; vielmehr wird ei n ständiges Sich-Hineinversetzen in die 
jeweils andere Erfahrungswelt vorausgesetzt. Nur so lassen sich beispielsweise   
Überempfindlichkeiten des Gegenübers verstehen und einordnen.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  25
Da es zunehmend Ein-Persone n-Haushalte gibt, denen nicht nur mobile, kontakt-
freudige und beruflich integr ierte junge Leute angehören, sondern eine wachsende 
Zahl vereinsamender älterer Menschen, is t es eine entscheidende soziale Frage, 
was die Gesellschaft zu Integration di eser Menschen unternimmt. Dem Projekt 
„Wohnen für Hilfe“ kommt hier eine Pionier position zu, weil es einen der wenigen 
Wege aufzeigt, wie alte und junge Mensch en auch ohne eine verwandtschaftliche 
Bindung vertragsbasiert zu sammengeführt werden können. Familiäre soziale Bezie-
hungen ergeben sich gleichsam naturwüchsig; allerdings finden wir auch im Ver-
wandtschaftsbereich zunehmend, das man sich Wahlverwandtschaften aussucht. 
Eine gleichsam künstlich hergestellte sozi ale Beziehung zwischen alten und jungen 
Menschen, die über ein reines Miet- und Arbeitsverhältnis hinausgeht und auf ge-
genseitige Hilfe und Verständigung abzielt, wie im Projekt Wohnen für Hilfe, erfordert 
eine sorgsame „Partnervermittlung“ und Lernfähigkeit auf beiden Seiten. 
Hinzu kommt ein weiteres Problem. Zuwen dung und Beziehungsarbeit gilt in unserer 
Gesellschaft nicht viel. Einf ach „nur“ jemandem Gesellschaft leisten wird in unserer 
Gesellschaft in aller Regel nicht als Arbeit anerkannt 3. Noch Anfang des 19. Jahr-
hunderts gab es offiziell Gesellschafterinne n, manchmal hatten diese Funktion auch 
Hauslehrer und Gouvernanten,  Reisebegleiter und entfernte Verwandte. Entspre-
chend wird einander Gesellsch aft leisten von beiden Seiten der Wohnpartnerschaft 
häufig nicht als Arbeit verstanden, obgleich es ein wichtiges Element des Projektes 
ist. Ältere verstehen oft nicht, dass auch di e Stunden zählen, in denen sich die Stu-
dierenden zu ihnen setzen und  sich mit ihnen beschäfti gen. Auch die jungen Men-
schen haben ein schlechtes Gewissen: „Ich zahle hier nur 50 Euro, das ist noch nicht 
mal angemessen. Ich hab ja die Nebenkost enrechnung gesehen. Das ist viel zu we-
nig. Deswegen denk ich auch jedes Mal,  wenn irgendwie die Verwandten kommen 
und dann mal doch mit mir ei nen Tee trinken drüben bei  V14 und dann irgendwie 
anfangen über ein Thema zu sprechen, was auch nur annähernd damit zu tun haben 
könnte, dass ich hier jema nden ausnutze, dann denk ich auch immer, das ist auf 
mich bezogen. Also ich hab einfach ei n unheimlich schlechtes Gewissen dabei.“ Sie 
vergleicht ihre „Arbeit“ mit ihren Au-Pair-Erfahrungen, “und hier ist es so schwammig, 
auch wenn man sich halt zusammensetzt mit dem alten Menschen...und einfach nur 
zusammen redet über den Tag, dann gilt das ja auch als anzurechnende Zeit. Das 
                                                 
3 Neuerdings scheint im Zusammenhang mit dem wachsenden Betreuungsbedarf alter Menschen die 
„Gesellschafterin“ sich wieder als “Beruf“ zu etablieren. Vgl. drei entsprechende Anzeigen in „Die Zeit“ 
vom 10.1.200.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  26
wirkt für mich irgendwie so...so ein bisschen,  als ob das eigentlich nicht so sein dürf-
te.“ 
Ein weiteres strukturelles Problem ergibt sich daraus,  dass die Studierenden über 
das Wochenende, für ein Praktikum und vor allem in den Semesterferien längere Zeit 
weg sind. Aufgrund dieser für studentische Verhältnisse typischen diskontinuierlichen 
Zeitstrukturen und Lebensweis en ergeben sich auch für di e verabredeten Hilfeleis-
tungen Unterbrechungen und die Notwendigk eit, besondere Absprachen zu treffen. 
Dann entsteht auch manches Dilemma, wie in anderen Beziehungen auch: „Und da 
ist so ein innerer Konflikt, fährst du am  Sonntag Abend nach Hause oder schon am 
Samstag... Sie würde nie s agen, „Du musst wiederkommen“, nein niemals ...aber da 
hat man dann das schlechte Gewissen, da ss man doch ab und zu denkt, man wird 
doch hier gebraucht vielleicht.“(S15) Ein ähnliches Problem gibt es in der Wohnpart-
nerschaft 1. Die Vermieter erkennen s ehr wohl, dass bei früheren Vermietungen die 
Studentinnen auch immer ei ne Zeit weg waren, „aber da waren wir jünger und be-
lastbarer.“ Um diesen Konflikt einzudämmen, ve rsucht die Studentin S1 beispiels-
weise, eine Hausarbeit w ährend der Semesterferien in ih rer Wohnung zu schreiben 
oder hat sich ein Semesterpraktikum in Mü nster gesucht. S13 beispielsweise kommt 
aus dem Iran, und ist seit Beginn der W ohnpartnerschaft nicht mehr nach Hause ge-
flogen, da sie dies gegenüber ihrer Vermieterin nicht verantworten konnte. 
 
Empfehlungen: 
¾ Zu Verbesserung der intergenerativen Verständigung können Workshops für die 
beteiligten Studierenden angeboten werden. 
¾ Im Rahmen der Beratungspr ozesse und der Öffentlichk eitsarbeit kann immer 
wieder darauf aufmerksam gemacht werden , dass füreinander Zeit haben, einan-
der Gesellschaft leisten und einander zu hören wichtige Beziehungsarbeit ist, oh-
ne die eine Gesellschaft nicht funktionieren kann. 
¾ Bei den Leistungen, die im Pr ojekt erbracht werden, ist darauf zu achten, dass 
weiterhin Pflege ausgeschlossen bleibt un d den Studierenden im Projekt nicht zu 
viel Verantwortung für das Wohler gehen der Vermietenden aufgebürdet wird, 
dass sie kaum wagen, in den Semesterferien wegzufahren.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  27
4 Beurteilung der institutione llen Qualität des Projekts  
4.1 Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit 
Da das Projekt ganz neu und unbekannt war, kommt der Öffentlichkeitsarbeit eine 
ganz besondere Bedeutung zu. Schließlich mussten Interessenten für das Projekt 
überhaupt erst einmal gewon nen werden. Studienanfänger  oder Studienwechsler, 
die nach Münster ziehen wollen, nutzen angesichts des schwierigen Wohnungsmark-
tes viele Informationswege, um sich zu info rmieren. Viel schwieriger erschien es von 
vorneherein, ältere Menschen zu gewinne n, die genug Wohnraum haben, aber sich 
oft nicht trauen, Räume in einem Einfamilienhaus zu vermieten. Daher sind durch die 
Projektleitung alle Möglichk eiten zur Öffentlichkeitsarbeit  genutzt worden, an Veran-
staltungen von Kirchen, Vereinen und  Verbänden, Seniorent reffen und Senioren-
messen teilzunehmen und das Projekt vorzus tellen. Einige geson derte Einladungen 
zu einem Projektcafé sind erfolgt sowie  Informationsaktionen auf dem Markt. Diese 
Aktionen haben zweifellos wesentlich zur Bekanntheit des Projekts in Münster beige-
tragen, insbesondere konnten so auch Multiplikatoren gewonnen werden.  
Vor allem bei älteren Menschen ist zu berü cksichtigen, das die Öffentlichkeitsarbeit 
im Projekt nur auf Langzeitw irkung hin ausgelegt sein kann. Ältere Menschen brau-
chen einige Zeit, bis eine so einschneidende Entscheidung, sich jemanden ins Haus 
zu holen, reifen kann. Es bedarf zudem o ffensichtlich mehrerer Anregungen von au-
ßen, Zeitungsberichte sowie  Mundpropaganda im sozialen Um feld, bis sich bei po-
tenziellen Interessenten genug Vertrauenspot enzial und Mut angesammelt hat, um 
zum Telefon zu greifen und sich bei der Pr ojektleiterin zu melden. Die Langzeitwir-
kung der Pressearbeit und de r Kontaktpflege mit Ver bänden und Vereinen macht 
sich erst jetzt langsam bemerkbar.  
Auch die Multiplikatorwirkung, die von d en erfolgreichen Wohnpartnerschaften aus-
geht, braucht Zeit. Ein älterer Herr, der in dem Projekt sehr zufr ieden ist, berichtete 
uns zum Beispiel, wie er für das Projekt Reklame macht: er wolle demnächst eine 
Bekannte, die in einem großen Haus alle ine lebe, gemeinsam mit seiner Studentin 
einladen, um die Wohnpartnersc haft einmal vorzustellen. Deshalb würde ich es für 
ratsam halten, die Anwerbung von Vermiet erinnen und Vermietern mit einem langen 
Atem zu betreiben. 
Entsprechend der unterschiedlichen M ediennutzung der G enerationen haben wir 
nach den Angaben der Befragten ganz unterschie dliche Informationswege gefunden, 
auf denen sich ältere Menschen und Studier ende über das Projekt informiert haben.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  28
Normalerweise macht bei so kleinen Fallzahl en, wie wir sie hier vor uns haben, eine 
Quantifizierung der Daten keinen Sinn (13 in terviewte Senioren, 17 interviewte Stu-
dierende). Im Fall der Medi ennutzung und des Informationszugangs zum Projekt  
aber scheint es schon sinnvoll, um auch fü r die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit Hin-
weise geben zu können. Auf die Frage, „W ie haben sie überhaupt  von dem Projekt 
erfahren?“, wurden m anchmal ganze Geschichten erzählt. In einem Fall hatte die 
Tochter in Süddeutschland von einem dor tigen Projekt gehört und dann in Münster 
gezielt im Internet recher chiert. Überhaupt kommt dem In ternet für die Suche nach 
genauerer Information eine ganz besondere B edeutung zu. Die folgende Aufstellung 
aber bezieht sich auf die erste Information,  welche die Beteiligte n über das Projekt 
erhielten. In vielen Fällen – vor allem bei den Älteren – spielte der Zufall eine Rolle, 
in anderen Fällen wurde gezielt gesucht, was es in Münster so für Möglichkeiten gibt. 
 
 
Erste Informationen über das Projekt erhielten Studierende4 über: 
6 x Internet (oft aufgrund eines Links) 
3 x Flyer  
5 x Mundpropaganda 
2 x Plakate 
1 x Radio 
1 x Beratung im Studienkolleg 
1 x Uni-Zeitung 
1 x Zeitung 
 
Erste Informationen über das Projekt erhielten Ältere
5 über: 
8 x Zeitung 
5 x Mundpropaganda 
1 x Prospekt/ Flyer 
1 x Fernsehen  
1 x Frau Reiffer 
1 x Internet 
                                                
 
4 Es kommen in der Auflistung Mehrfachnennungen vor. 
5 Ebenso Mehrfachnennungen.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  29
4.2 Zufriedenheit mit der Beratung 
In Verwandtschafts- und Nachbarsc haftszusammenhängen können Beziehungen 
zwischen der Enkel- und Großelterngenerat ion über Jahre hinweg langsam wachsen 
und sich entwickeln. Vertragsvermittelte soziale Beziehungen im Projekt „Wohnen für 
Hilfe“ aber müssen sehr schnell einen freundlichen Umgang auf engem Raum und im 
höchst privaten Umfeld ermöglichen. Insofe rn kommt der richtigen „Partnersuche“ 
und auch der Beratung der beteiligten Personen eine ganz besondere Bedeutung zu. 
Es ist also keineswegs zu erwarten,  dass solche Wohnpartnerschaften zwischen 
fremden jungen und alten Mensc hen gelingen, viel eher si nd Missverständnisse und 
ganz unterschiedliche Wertmaßstäbe und A lltagsgewohnheiten zu erwarten. Daher 
kommt der professionellen Begleitung des  Projekts eine ganz  besondere Bedeutung 
zu. 
Fast alle Befragten haben sich sehr positiv  über ihre Erfahrungen mit der Beratung 
geäußert. Bereits die erste Beratung, die o ft am Telefon stattfi ndet, wird in einigen 
Fällen auch schon als sehr hilfreich hervo rgehoben, aber vor allem wird auf das per-
sönliche Beratungsgespräch Bezug geno mmen. Durchgängig wurde die Beratung 
und die soziale Kompetenz der Beraterin sehr positiv bewertet. 
Positive Anmerkungen in Bezug auf die Beraterin als Person lauten etwa: „liebens-
würdig“, “Und sie macht das ja hervorragend. Sie war erst hier und hat sich alles an-
gesehen, hat mit mir gesprochen. ... Das fand ich sehr gut.“ (V14).  
Auch die Anmerkungen zur Arbeitsweise bei nhalten viel Lob: Es wird durchgängig 
begrüßt, dass die Beraterin zu einem er sten Hausbesuch kommt und sich alles an-
sieht und sich einen persönlichen Eindruck verschafft. „Ich sag mal, sie hat gut selek-
tiert, denn Beratung brauchte ich danach nicht mehr “(V11) „Und dann haben wir uns 
drei Leute angeguckt, und wie dieser Proze ss ...bei uns gelaufen ist, war auch noch 
mal sehr interessant – so gucken, mi t wem wollen wir eigentlich zusammen le-
ben.“(V17) Gelegentlich erfuhren wir auch von ei ner positiven Bewertung des Frage-
bogens: „Und sie hat so einen Fragebogen gehab t, ob denn Raucher oder Nichtrau-
cher und alles so kleine Bes onderheiten, die der Mensch so an sich hat. Als Frau 
Reiffer ging, hat sie wohl gesagt: „Ich glaube, ich weiß schon jemanden für Sie““ (V2)  
Das persönliche Vorstellungsgespräch der Bewerberin oder des Bewerbers bei der 
potenziellen Vermieterin oder dem Vermieter  – fast wie in einer Partnerschaftsan-
bahnung - spielt eine besondere Roll e. Die Beraterin überni mmt nicht nur eine Ver-
mittlerrolle, sie „bürgt“ in den Augen der älteren Menschen offensichtlich auch für die

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  30
jungen Leute, die sie vorstellt, so da ss es auch zu spontanen Einladungen kommt: 
S11 „war hier mit Frau Reiffer, und ich hab dann gefragt, „Wann kannst du einzie-
hen?“(V11) 
In manchen Fällen gibt es offensichtlich weiteren Beratungsbedarf im Verlauf der 
Wohnpartnerschaft insbesondere in der Eingewöh nungszeit. Als einziger kritischer 
Aspekt wird von den Senioren genannt, dass die Beraterin nicht immer und sofort 
verfügbar sei, zumal, wenn man offensicht lich nur von ihr selbst beraten werden 
möchte. „Ich hätte diese Sache gerne mit ihr besprochen. Aber sie hatte diese Wo-
che keine Zeit. Das hatte sie vorher schon gesagt. ... Ich hätte sie gefragt, inwieweit 
ich der S6 so sagen soll, was sie für mich zu tun hat. ... Aber das ist noch nicht zu-
stande gekommen.“(V6) „Das einzige, was ich manchmal etwas schwierig fand, die 
Frau Reiffer zu erreichen“. 
Die Beraterin findet offensichtlich auch für die Studierenden gleich den richtigen Ton. 
Sie wird als nett, sympathisch, und herzlich beschrieben. „Sie ist sehr empathisch, 
was sowohl die älteren Herrschaften anbel angt als auch die Studenten. Also, sie 
sucht schon aus, wer könnte dahin gehen.“ (S12)  „Ich finde, Frau Reiffer hat das 
ganz gut gemacht. Sie hat gewählt, welche  Person braucht welche Person, damit 
diese Personen zusammenpassen.“, so (S11), die sich sehr  gut beraten gefühlt hat. 
„Also, da war ich sehr überrascht, dass da eine Person eingeschaltet wurde von der 
Stadt, die wirklich so ihrem Herzen vertraut  hat und nicht jetzt auf irgendwelche Sta-
tuten acht gegeben hat ... sonder n wirklich aus dem Gesprä ch heraus die Dinge hat 
wachsen lassen.“(S14) 
Auch in Bezug auf die Arbeits weise und Qualität der Bera tung werden viele positive 
Rückmeldungen gegeben. Ein Beis piel: S12 hat sich „in jeglicher Hinsicht“ gut bera-
ten gefühlt. „Frau Reiffer ist mir mit vielem ent gegen gekommen. Sie hat mir viel er-
klärt, und wenn ich noch mal Fragen hatte per  Email oder telefonisch oder auch ein 
Treffen ... also da fühlte ich mich sehr – oder da fühle ich mich auch derzeit noch in 
sehr guten Händen. Toll, finde ich gut.“ Von S14, die sehr  luxuriös in einer separaten 
Wohnung eines großen Anwesens außerhalb von Münster wohnt, wurde sehr positiv 
bewertet, dass sie von Frau Reiffer vorher nur etwas über den Stadtteil, nicht aber 
über die komfortablen Wohnverhältnisse erf ahren hatte, sie also nicht zu Wahlent-
scheidung verführt werden konnte durch  die besonders komf ortablen Wohnbedin-
gungen. Für die Studierenden ist es offensic htlich sehr einsichtig, dass sie einen 
Fragebogen ausfüllen müssen. Ausländische Studierende finden es gut, dass die

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  31
Beraterin mit ihnen gemeinsam den Fragebogen ausfüllt. „Ich finde, wenn man so 
was eingeht, dass man ja nicht nur neben einander herlebt, sondern dass es auch 
darauf abzielt, dass man sich gegenseitig h ilft und... dass man auch praktisch eine 
Brücke zwischen Jung und Alt ... schlagen will, dann ist es sehr sinnvoll, Fragebögen 
zu machen. Die waren jetzt nicht so umfassend, dass ich dachte, die sind jetzt über-
trieben oder so.“(S18) 
Die persönliche Vorstellung bei den Vermi etern ist für die jungen Leute besonders 
wichtig. Der Fragebogen sei für den „Abgleich “ wichtig, so S2, aber es muss auch 
„die Chemie stimmen“; sie berichtet, V2 „war herzlich und nett, und ich habe mich 
auch gleich da wohlgefühlt, und wir haben uns gut verstanden. “ Die Bewerberinnen 
und Bewerber werden auch ermutigt, sich noc h ein zweites Mal alleine mit der älte-
ren Person zu treffen. „Sie hat mich noch ermuntert, noch dahin zu gehen, bevor ich 
dort einziehe, einfach mit der Frau zu reden.“(S10) 
Die Beraterin bietet den Studierenden Sicherheit, indem sie auch später für eine wei-
tere begleitende Beratung jederzeit ansprechbar ist. „Wenn ich was brauche, dann 
kann ich die Frau Reiffer anrufen. “(S10) Besonders wichtig scheint eine Anlaufstelle 
zu sein, wenn gesundheitliche Verschle chterungen auftreten wie beginnende De-
menz. So hat sich S3 auc h zwischendurch beraten lassen, weil Absprachen mit der 
über neunzigjährigen Vermieterin nicht klappten. Der Rat, die Kinder der Vermieterin 
einzuschalten, war offensichtlich hilfreich, denn S3 resümiert: „Mit der Betreuung war 
ich super zufrieden.“ 
Kritische Anmerkungen: Eigentlich wird nur gelegentlich genannt, dass die Projektlei-
terin keine Zeit für eine Beratung hatte , beziehungsweise gerade nicht zu erreichen 
war. 
 
 
4.3  Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Projektteilnehmerinnen 
und Teilnehmer 
 
Vorschläge der Vermieter und Vermieterinnen  
 
Wir haben allen die Frage nach Anregungen oder Verbesserungsvorschlägen für das 
Projekt gestellt. Daraufhin gab es nur selten konkrete Vorschläge. „Ich finde das toll, 
toll gemacht, dass ich eigentlich keine Vor schläge mehr dazu hätte. ...Ja, vielleicht 
müsste man das noch mehr publik machen.“ (V14) Das war eigentlich typisch für vie-
le Antworten.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  32
Mitten im Gespräch werden dann aber doch  noch einige interessante Vorschläge 
unterbreitet, die hier zusammengestellt sind: 
 
¾ Checklisten für gezielte Absprachen  
„Das sind alles Sachen, die abgesprochen werden müssen,  die vorher abgeklärt 
werden müssen. Und das wäre vielleicht ganz gut, wenn man so eine Liste bekäme, 
so da und darüber muss gesproc hen werden oder das ist vorher zu klären im Zu-
sammenleben.“ (V10) 
¾ Verstärkte Werbung und gezielte Ansprache älterer Personen  
„Ich bin manchmal so erstaunt, warum nicht viel mehr Leute dies tun, und ich glaube, 
dass die meisten älteren Leute gerne etwa s tun würden wollen,  wenn sie angespro-
chen werden, wenn man es ihnen offeriert. ... Den Flyer hab ich doch nur ganz, ganz 
zufällig bekommen. ...Ich hätte, wenn so ein Fall wie bei mir eingetreten ist, meine 
Frau verstorben – und zwei, drei Monate muss man erst mal sacken lassen – aber 
dann hätte ich erwartet, dass ich angeschrieben worden wäre „Sie sind doch und sie 
haben doch...“, hätte das nicht als aufdringlich empfunden.“ (V11) Auf die Frage, ob 
nicht ein Zeitungsartikel die gleiche Wirk ung habe, wird im gleichen Interview geant-
wortet: „Ja, aber da müsste ich erst mal anru fen und aktiv werden, aber, wenn ich 
angeschrieben werde, dann brauche ich nur eine Telefonnummer – Ah, Sie haben 
mir geschrieben und so und so ..“  
 
¾ Öffnung des Projekts für andere Zielgruppen 
„ich würde es erst mal nicht nur auf S enioren beschränken, ...ich würde das im 
nächsten Schritt, wenn das Projekt zu Ende ist, auf jeden Fall öffnen. “ (V17) nennt 
Mütter mit Kindern, das Zusammenleben mit Kindern allgemein und schließlich „ü-
berhaupt für Menschen“. 
 
Vorschläge der Mieterinnen und Mieter 
 
Auch viele Studierenden haben v on sich aus keine Anregungen. „Ich wüsste jetzt 
spontan nichts, was besser oder anders lauf en könnte oder müsste. Das Projekt ist 
eine ganz großartige Sache. “(S12) Erst auf gezielte Na chfrage wird genannt, man 
wünsche sich eine Art Erfahrungsaustau sch mit anderen und hätte gerne mehr Wis-
sen über Alterskrankheiten. 
In einigen Fällen ergaben sich beiläufig oder explizit dann doch einige Anregungen:

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  33
 
 
¾ Mehr Werbung 
Mehrere Studierende wünschen  sich mehr Werbung für das  Projekt, insbesondere 
bei den Senioren. „Dabei gibt es in Münster so viele alte Leute. Wahrscheinlich sollte 
man die Leute aufklären und motivieren, be i dem Projekt mitzumachen, weil das 
doch eine interessante Sache ist.“ (S6) 
 
¾ Kontinuität 
Einige Studierende betonen, dass sie auf eine Fortführung des Projekts hoffen. „Also 
ich hoffe, dass das Projekt weiter funkti oniert, und ich glaube, das ist schon wesent-
lich – besonders jetzt, wenn die Student en noch Studiengebühren bezahlen müssen. 
...Und ich glaub schon, dass es sehr hilfreich wäre für Studenten, mindestens für die, 
die bereit wären, das alles zu machen für eine ältere Person.“ (S9) 
 
¾ Einzelheiten klären (Checklisten) 
In einigen Fällen wird angeregt, von Anfang an Regeln aufzustellen, Absprachen 
noch klarer zu treffen und Bereiche klarer zu trennen. (S13, S15) 
 
¾ Intensives Nachfassen bei schwerhörigen oder leicht dementen Mietern 
S9 berichtet, dass sich V9 nicht erinnern konnte, „...Das muss man klarer erklären 
oder vielleicht bei der älte ren Frau oder dem älteren Herrn  nachfragen, damit sie al-
les wiedergeben.“ (S9) 
 
¾ Gesellschaft als Arbeit 
In mehreren Interviews wird auch deutlich , dass die Vermieter Unterhaltungen und 
Gesellschaft leisten, nicht als Arbei t anerkennen, sondern nur die vereinbarten 
Hausarbeiten (vgl. auch unter Konflikte/ Probleme). Dass Gesellschaft leisten auch 
zu den vereinbarten Aufgaben gehört, könnte noch intensiver verdeutlicht werden. 
Die von den Teilnehmern selbst  gemachten Vorschläge sind zumindest sorgfältig zu 
prüfen.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  34
5    Beitrag zur Integration 
Da überproportional viele ausländische St udierende an dem Projekt teilnehmen und 
auch in ganz besonderer Weise von der engen Verbindung zu den Vermieterinnen 
und Vermietern profitieren, soll auf diese Zielgruppe gesondert eingegangen werden. 
Vermieterinnen und Vermieter, die bereit si nd, ausländische Studierende aufzuneh-
men, haben oft selbst einen internationalen  Handlungsradius oder sind auf andere 
Weise besonders aufgeschlossen. Gerade auch bei diesen Wohnpartnerschaften ist 
uns deutlich aufgefallen, mit welcher Um sicht die Personen ausgewählt worden sind, 
um ein möglichst gedeihliches und fü r beide Seiten anregendes Zusammenleben zu 
ermöglichen. Wenn es schon generell für das  Projekt gilt, dass die Auswahl immer 
handverlesen ist, so erst recht in den Fäll en, in denen ausländische Studierende ver-
mittelt wurden, die oft noch wenig alltags taugliches Deutsch sprechen oder auch Ori-
entierung in einem fremden Land brauchen. 
In einigen Fällen wird von Vermietern berichtet, wie sie besondere Anstrengungen 
unternommen haben, „ihrem“ Studenten Müns ter und Umgebung zu zeigen, und 
dass sie helfen, Hausarbeiten zu korri gieren oder Bewerbungsunterlagen durchzu-
sehen oder sogar Tipps für Vorstellungsges präche geben, was auf Seiten des Stu-
dierenden ausdrücklich sehr gewürdigt wurde. 
Freilich ist die Kooperation in manchen Fällen besonders schwierig, weil die Erwar-
tungen, die man hegt, doch nicht ganz erfüllt we rden. Es spricht viel dafür, in diesen 
Fällen eine besondere Beglei tung vorzusehen. (V4) „Ich habe es versucht. Er muss 
ja auch Kultur hier kennen lernen und im Anfang ... da si nd wir zusammen mit ihm 
nach Rüschhaus - das war ein schöner Nachmittag - durch die Lande gefahren, nach 
Rüschhaus, nach Hülshoff usw., haben ihm v on den westfälischen Adelsfamilien er-
zählt und haben ihm gesagt, er möchte in das Stadtmuseum mal gehen, was ja ganz 
ohne Eintritt zu machen ist, hat  er aber nicht gemacht. Und das würde ich also mal 
festhalten, dass er sich ni cht eigentlich für die deutsche oder westfälische Kultur [in-
teressiert].“ 
Eine Vermieterin, die in der Afrikahilfe sehr engagiert ist, wollte einer afrikanischen 
Studentin mit diesem Projek t helfen. Sie hatte eigentlich eine arme Studentin erwar-
tet, die nur mit Hilfe des Projekts in Münster studieren könnte. Im Nachhinein hat sich 
aber herausgestellt, dass S10 aus eher w ohlhabenden Verhältnissen kommt. V10 
äußert sich enttäuscht darüber, dass sie sich nicht für ihr Hilfeprojekt interessiert:

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  35
V10 möchte S10 gerne vermitteln, „dass es noch ein anderes Leben in Afrika gibt, 
als das, was sie kennt.“ 
Wie oben bereits aufgeführt, musste sich di e immer allein lebende über 90-jährige 
Vermieterin an ihre chinesische Studentin , die schnell auf Hautkontakt geht, erst 
einmal gewöhnen – bis sie diese Nähe auc h genießen lernte. Wenn V6 Besuche be-
kommt, dann kann S6 daran teilnehmen: „Weil sie auch eine gute Sprache hat und 
sie auch sehr viel weiß. Si e ist jedenfalls ein Mensch, der  sich in jeder Gesellschaft 
benehmen und auch ausdrücken kann. Sie kennt schon einen Teil meiner Freunde ... 
mit denen sie genauso sprechen kann. Ic h staune immer wieder über die Art und 
Weise, wie sie alles darlegt. Das ist schon  sehr angenehm, sie so gut sprechen zu 
hören.“(V6)  Die Studentin S 6 berichtet: „Manchmal liest sie mir was vor – Deutsche 
und chinesische Märchen“ und erzählt: „Als ich mit meinen Eltern [in China] telefo-
niert habe, über Videokamera, dann konnte si e meine Eltern seh en und hat sich mit 
ihnen unterhalten. Ich war die Dolmetscherin.“ 
Partnerschaften mit ausländi schen Studierenden zu vermitte ln, erfordert sicher be-
sonderen Beratungsaufwand. Zu fragen ist auc h, ob für diesen Bereich nicht Part-
nerschaften mit entsprechenden Institutionen aufgebaut werden könnten. Es ist auch 
vorstellbar, eine gezielte Werbekampagne zu  entwickeln, um spezielle Vermieterin-
nen und Vermieter zu finden, die sich für di e Aufnahme eines Studenten oder einer 
Studentin aus dem Ausland interessieren. 
 
 
6    Individuelle Erfolgsbilanz der Beteiligten 
 
6.1 Aus der Sicht der Mieterinnen und Mieter 
 
Auf die Frage nach der individuellen Erfolgsbilanz oder wie sich den Studierenden im 
Projekt die Win-Win-Situation darstellt, erhalten wir viele differenzierte Antworten. Die 
Erfahrungen, der sozial e Kontakt und die schöne Wo hnung werden genannt. Dass 
es auch ein Vorteil ist, Miete einzusparen,  wird von den jungen M enschen allenfalls 
erwähnt; für sie ist der soziale Mehrwert  ganz offensichtlich das Entscheidende, 
wenn sie zu einer Bilanz aufgefordert wer den. In dem Projekt finden sich viele enga-
gierte und hoch reflektier te junge Leute, die wir deshalb auch hier anhand unserer 
Interviewaufzeichnungen selbst zu Wort kommen lassen wollen. 
 ihren Interviewantworten Beson deren Gewinn sehen viele darin: „[d]ass man nicht 
einfach alleine wohnt, dass man abends zu m Beispiel mit je mandem reden kann ü-

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  36
ber seinen Tag oder über seine Erfahrungen tagsüber. Und das ist eigentlich das 
Schönste daran.“ (S10) Dieselbe Studentin erw ähnt auch Lernerfahrungen mit der 
Gartenarbeit, aber auch „Also man lernt einfach mit äl teren Leuten zu leben und 
auch von ihren Erfahrungen“ . Der Zuwachs an Lebenserfahrung ist offensichtlich 
ganz entscheidend: „Ich bin sehr glücklich, da ss ich solche Erfahrungen machen 
durfte.“(S9) “Ich bin sehr glücklich in dem Wohnprojekt . Ich bekomme soviel Freund-
schaft und Liebe. Wir unterhalten uns auch viel – Döneken aus  der alten Zeit. Es ist 
ein schönes Zuhause. Es ist mehr als je tzt irgendwie einfach nur eine Wohnung“ 
(S5a). Eine ausländische Studentin profitiert  ganz praktisch: „Wenn ich zuhause bin, 
muss ich immer deutsch sprechen, dann kann ich immer Deutsch üben.“(S1) 
Einige sehen sogar für sich selber mehr Vo rteile in der Waagsc hale als für ihre Ver-
mieter: „Ich hab das noch nie bereut bisher. ...Im Endeffekt hab ich eher das Gefühl, 
dass ich einen Vorteil dadurch habe. Weil zum einen ist es echt so: ich habe total 
das große Zimmer, hab ein eigenes Badezi mmer. Das liegt natürlich auch sehr 
schön hier in.... Auch wenn ich lernen mu ss, hab ich meine Ruhe. ... Ich habe mich 
eigentlich auch recht schnell zuhause gefühlt.  ... Ich glaube, dass ihr (gemeint ist die 
Vermieterin) Gewinn der ist, dass sie halt wir klich sicher sein kann, dass immer je-
mand da ist.“(S18)  Ähnlich auch: “Aber schon der Kontakt zu alten Menschen, was 
ich vorher nie hatte, Kontakt mit dementen  Menschen, das ist doch was für sich. ... 
Ich denke, [...], dass ich da viel mehr draus  ziehe als  ... Ansonsten denke ich, dass 
das auch für ihn eine ganz tolle Sache ist. Das ist für ihn ganz gut, dass es so etwas 
gibt.“(S8)  
Bemerkenswert ist, dass auf unsere Frage nac h der Win-Win-Situat ion viele gleich 
für ihre Vermieterinnen und Vermieter mit ant worteten, also sehr reflektiert und part-
nerschaftlich auf die Frage reagiert haben. „Für mich erst einmal, dass ich nicht allei-
ne wohne... und dass mein Leben um eine Person bereichert wurde und dann natür-
lich auch, dass ich mein eigenes kleines Re ich habe. ... Ich fühle mich da auch echt 
wohl. Macht Spaß. Ich freue mich immer auf zu Hause, wenn ich von der Uni nach-
hause komme.“ antwortet (S16) auf unsere Frage nach der Erfolgsbilanz und bezieht 
auch gleich die Vermieterin mit ein: „Sie ist nicht mehr so  allein, ...dass auch ein 
bisschen Leben ins Haus kommt.... auch wenn ich einfach nur oben in meinem Zim-
mer bin ... das bezieht sich schon darauf, da ss jemand wieder in ihrem Haus ist und 
dass wir uns unterhalten können, dass sie mi r von früher erzählen kann. Das macht 
sie ziemlich gerne“. Die Söhne „freuen sich auch ... die mussten ja vorher auch rela-

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  37
tiv häufig vorbeikommen, um immer so Klei nigkeiten zu erledigen. ...so was kann ich 
jetzt alles machen, oder wenn eine Birne kaputt ist. ... Also für die ist das auch beru-
higend, dass ihre Mutter ni cht den ganzen Tag alleine ist.“ (S16)  „Mein Gewinn ist 
eigentlich wirklich, dass ich vi el von ihm erfahre,  weil ich da auch sehr interessiert 
bin, was so alte Dinge, wie z.B. Krieg ... und was er mir so erzählt, wie das so war. ... 
Ansonsten denke ich, wir profitier en in jeder Hinsicht voneinander,“  so der Student 
(S12), der sich auch auf di e Erweiterung der Wohngemeinsc haft durch eine weitere 
Person freut und dabei besonders an seinen Vermieter denkt: „Eigentlich freue ich 
mich darauf, weil ich denke, das ist ganz ne tt auch für V12. Man muss sich ja mal 
klar machen, dass es hier nicht nur um  mich geht, sondern dass die ganze Sache 
eigentlich für Herrn V12 ins Leben gerufen wu rde. Und ich denke, für ihn ist das auf 
jeden Fall nett, weil dann halt imme r einer hier sein wird.“  Dieser Student kümmert 
sich fürsorglich und verständnisvoll um einen dementen alten Herrn, der alleine si-
cher nicht mehr in seinem Haus leben könnte. Auch andere Studierende sind über-
zeugt, dass ihre Vermieter oder Vermieter in nur mit Hilfe des Projekts „Wohnen für 
Hilfe“ noch alleine zuhause leben können. Auf die Frage, was die Vermieterin an 
Gewinn aus dem Projekt zieht, antwortet S1 „Ich würde sagen, mehr Sicherheit und 
die Chance, zuhause bleiben zu können.“  Weil Sie da sind und helfen können?, so 
unsere Frage: „Ja, genau, weil ich denke, wenn ich nicht da wäre, wäre das Betreute 
Wohnen schon da.“ 
Ganz besonders groß ist der Gewinn, den beide aus der Wohnpartnerschaft ziehen, 
in den Fällen, in denen beide Parteien einander umsorgen. Eine Studentin, die im 
Interview resümiert „Eigentlich ist mein Zuhause hier“(S15): „Ich denke, dass beide 
Seiten unglaublich davon profitieren. Im Moment habe ich noch das Gefühl, dass ich 
fast ein bisschen mehr profitiere als Frau V15, weil ich mich kaum einbringen kann 
und muss, ich aber unhei mlich viel geboten bekomme. Sei es, dass sie abends für 
mich kocht und das Fleisch kauft und morgens  die Brötchen kauft und so weiter. Ja, 
und ich manchmal das Gefühl habe, ei n bisschen wenig zurückgeben zu können. 
Aber ich glaube, es ist auch so, dass sie es  will. Sie gibt auch ganz gerne. Ich würde 
auch nicht nehmen, wenn sie es nicht geben wollte oder könnte. Und ich denke, für 
sie ist es ganz wichtig, dass sie jemanden nachts im Haus hat. Sie sagt immer, wenn 
sie morgens an den Kaffeetisch  kommt „Ach, was ist das schön, wenn man sich an 
den gemachten Tisch setzen kann“. Das sind so Kleinigkeiten, über die sie sich 
freut.“

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  38
 
6.2 Aus Sicht der Vermieterinnen und Vermieter 
Auf Seiten der Vermieter fällt die individuelle Erfolgsbilanz facettenreich und in vielen 
Fällen komplementär aus. Die Hilfeleistungen, die Studierende statt der Mietzahlung 
erbringen, stellen sich sehr  vielfältig dar. Es werden schon wichtige Leistungen (Ra-
sen Mähen, Laub Harken) erbracht und als sehr nützliche kleine Dienstleistungen 
erlebt (Chauffierdienst, Heizungswart ung), wenn man mal jemanden zum Mithelfen 
braucht. Oftmals steht aber die eigentliche Ar beit gar nicht im Vordergrund, sie ist 
manchmal nur der Anlass für eine Begegnu ng oder sogar ein Vorwand. Auf die Fra-
ge, was sie persönlich für einen Gewinn aus dem Projekt ziehen, werden viele imma-
terielle Aspekte genannt. 
 
Funktionen der Hilfeleistungen: 
¾ Hilfen in Haus und Garten 
¾ Hilfe am PC 
¾ Anlaufstelle bei Problemen 
¾ Sicherheitsfaktor 
¾ Beruhigung für die Kinder 
¾ Gesellschaft und Unterhaltung 
¾ Kontakt zu jungen Menschen 
¾ Persönlichkeitsentwicklung 
¾ Kulturelle Bereicherung 
¾ Fenster zur Außenwelt 
¾ Sinnvolle Aufgabe 
¾ Gebraucht werden 
¾ Ergänzung der vorhandenen Infrastruktur 
¾ Beitrag zur Erhaltung der Autonomie  
¾ Bewahrung vor dem Auszug in eine Pflegeeinrichtung 
 
Eine ältere Dame ist sich dessen sehr bewusst, dass sie ihre Autonomie und die 
Möglichkeit, weiterhin in ihrem Haus zu wohnen, dem Engagement und der Zuver-
lässigkeit einer Studentin zu verdanken ha t, die schon einige Zeit bei ihr wohnt: 
„..Also, wenn ich sage, „ich kann einiges  machen“, dann stimmt  das nicht. Ich tu

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  39
praktisch gar nichts.“(V5) „Ich müsste in ein Pflegehe im, aber ich bleibe lieber zu-
hause.“ 
Auch bei den Vermieterinnen und Vermietern spielt das rein Materielle nicht die 
Hauptrolle. In zwei bis drei Fällen sollt e offensichtlich durch  die Vermietung eines 
Zimmers die Putzfrau eingespart werden. Hie r trägt dieses Arrangement auch dazu 
bei, den Lebensstandard zu er halten. In vielen anderen Fä llen bleibt die bestehende 
Infrastruktur (Putzhilfe) unverändert erhalt en. Zwar wird mit Er leichterung erwähnt, 
dass die Hilfe in Haus und Garten nützlich sei und man vor allem ganz schnell mal 
jemanden habe, der anfassen könne, aber auf die Frage nach der individuellen Er-
folgsbilanz finden viele andere, vor allem soziale Aspekte Erwähnung. Es kostet viele 
alte Menschen zwar offensichtlich erst eine Überwindung, sich dazu zu entschließen, 
an dem Projekt teilzunehmen, aber dann si nd sie oft begeistert, einen jungen Men-
schen im Haus zu haben. 
 „Also ich kann wirklich nur das Beste berichten. Wir haben eine total nette Wohn-
partnerschaft.“ berichtet Vermieterin V2 , „Meine Töchter, die sagten auch „Boa, das 
finde ich ja toll und das ist ja Klasse, und dass du so den Mut hattest.“  Schon das 
Gefühl, nicht alleine zu sein, ist wichtig : „Es ist ein schönes Gefühl, wenn Leben im 
Haus ist, und wenn die Tür un ten geht oder di e Dusche läuft.“ Das gibt Sicherheit 
und vermittelt ein Gemeinschaftsgefühl, „ aber ich sehe das gar nicht so an erster 
Stelle, dass ich wen im Hause habe. Ich sehe das einfach so, miteinander zu sein.“ 
„Nun bin ich ganz froh. Meine Kinder sind auch sehr zufrieden, dass sie immer mal 
guckt. ...Dass ich eben irgendwo einen Anlauf habe, wo ich hingehen kann, wenn ich 
irgendwelche Probleme habe. Das finde ich sehr gut, denn meine Mieter sind alle 
nett und freundlich, aber so viel persönlic hen Kontakt habe ich nicht. Das habe ich 
mit ihr jetzt. ...Und dass sie (S14) hier K ontakt hat und mal reden kann, ich glaube, 
das ist für sie auch sehr gut.“(V14) 
„Ich bin nicht alleine. Und das ist sehr vi el wert. ....So ein Haus  fällt einem auf den 
Kopf..." (V11) 
„Und dann hat man ja auch noch manche s Gespräch, weil es eben dieser andere 
Kulturkreis ist. ... Ist doch eine  Bereicherung, kann ich schon sagen“ (V10), die eine 
ausländische Studentin beherbergt und auch in fortgeschrittenem Alter noch versucht 
„Toleranz zu lernen“.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  40
„....ich finde es auch schön, eine junge Fr au im Haus zu haben. ...Ich finde das aus-
gesprochen spannend zu gucke n, wie junge Frauen denken , was sie fühlen, wie sie 
leben wollen, wie ihre Zukunftsausrichtung ist.“ (V17)  
Vor allem machen die Seniorinnen und S enioren Werbung für das Projekt in der 
Nachbarschaft und im Bekanntenkreis. „Jeder sollte es herumerzählen“ (V15). Auch 
die eigenen Kinder werden dazu aufgefordert, denn vielen ist natürlich bewusst, dass 
das Projekt zunächst zeitlich befristet ist. 
Die Erfolgsbilanz der alten Menschen ist nur dann schwierig einzuschätzen, wenn die 
Kinder eher gegen den Willen der alten Menschen die Be teiligung am Projekt in 
Gang gebracht haben. In einem Fall bemüht sich eine Studentin trotzdem sehr ver-
ständnisvoll und rührend um mehr Kontakt (S13), hat aber die Rückendeckung der 
Kinder der Vermieterin. 
 
 
7    Resümee und Empfehlungen 
Das Projekt Wohnen für Hilfe ist erfolgreich angelaufen. Es leistet einen quantitativ 
nicht erheblichen, aber qualitat iv wichtigen Beitrag zur Ve rbesserung des Verhältnis-
ses zwischen den Generationen. Alten Menschen wird Hilfe zuteil, vor allem aber 
auch ein Mehr an Sicherheit und sozialen Kontakten. St udierenden ermöglicht das 
Projekt, günstig zu wohnen, flexible Arbeitszeiten und beacht lichte Lebenserfahrung 
zu erwerben. Die Multiplikatorwirkung des Projekts beginnt ger ade erst zu wirken. 
Inzwischen sind einige Fälle bekannt, dass der Mietvertrag aus dem Projekt auch auf 
privater Basis verwendet wird.  
Aus der Analyse der qualitativen Daten lassen sich in der Gesamtbetrachtung fol-
gende Faktoren herauskristallisieren, die für den Erfolg des Projekts Wohnen für Hil-
fe bestimmend sind. 
 
Projektleitung: 
¾ Differenzierte Erhebung von In formationen bei den Bewerbern 
¾ Gute Vorauswahl  
¾ Eingehende Beratung 
¾ Aushandlung klarer Regeln und Absprachen 
¾ Moderation in Konfliktfällen 
¾ Stetige Öffentlichkeitsarbeit

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  41
¾ Vernetzung mit entsprec henden Stellen der Altenhilfe 
 
Wohnvoraussetzungen: 
¾ Separates Bad 
¾ Möglichst separate Kochmöglichkeit 
¾ Mitbenutzung der Küche allenfalls bei Witwern oder „ Nichthausfrauen“ 
 
Persönliche Voraussetzungen der Projektteilnehmerinnen und Teilnehmern:  
¾ Toleranz und Souveränität 
¾ Fähigkeit zur Rollendistanz 
¾ Reflexivität 
¾ Lernfähigkeit auf beiden Seiten 
¾ Echtes Interesse an der anderen Generation 
¾ Interesse an sozialem Kontakt im Vordergrund 
¾ Höflichkeit 
¾ Fähigkeit zum Zuhören  
¾ Flexibilität 
¾ Generosität, kein Aufrec hnen, keine Kleinlichkeiten 
¾ Über den Dingen stehen Können  
 
Interaktive Bedingungen für das Gelingen der Wohnpartnerschaft: 
¾ Am Anfang eher feste R egeln und formeller Umgang 
¾ Klare Rollenverteilung 
¾ Einbeziehung der Kinder  
¾ Intergenerationensensible kommunikative Kompetenz 
¾ Offenheit und klare Artikulation vo n Wünschen im Umgang miteinander 
¾ Grenzziehungen  
¾ Flexibilität 
 
Entwicklung eines passenden Arrangeme nts von Hilfeleistungen und Umgang 
miteinander: 
Wohnpartnerschaften scheinen dann am besten zu funktionieren, wenn:

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  42
¾ die Arbeit, die geleistet wird, keine tr agende Säule der Hilfestruktur ist, sondern 
eher ein zusätzliches „Tor, um am Leben teilzuhaben“ und wenn beide Parteien 
den sozialen Mehrwert ihrer Beziehung schätzen. 
¾ Ausnahmen bestätigen auch hier die R egel: In der Wohnpartnerschaft WP5 fan-
den wir ein gut funktionierendes Netzwerk: zwei Studentinnen, eine davon sehr 
souverän und sozial engagiert, die die jünge re gerade anleitete, drei Töchter, die 
sich auch über große Entfernungen hinweg arbeitsteilig kümmern und jederzeit 
ansprechbar sind. Solche S onderfälle dokumentieren, da ss dem Projekt eine so-
ziale Türöffnerfunktion für pseudofamiliäre Beziehungen zukommt. 
 
In dem Projekt trifft man sympathische j unge Menschen, die man gut um sich haben 
kann und interessante alte Menschen, di e noch viel von ihren Lebenserfahrungen 
weitergeben können. Von vi elen haben wir positive Er fahrungen gehört. Natürlich 
fanden sich auch Konfliktfronten, vor alle m dann, wenn die Erwartungen letztlich zu 
hoch und die Umgangsformen zu unterschiedlic h waren, wenn vor la uter Höflichkeit 
und Unsicherheit nicht klar genug abgesprochen wurde, welche Regeln gelten sollen 
oder dass Gesellschaft leisten auch zur Arbeit gehört. Wie viel Nähe und Distanz 
sich die Beteiligten wünschen, ist auch ganz schwer im Vorhinein zu klären, weil ein 
und dasselbe Verhalten subjektiv höchst unterschiedlich interpretiert werden kann. 
Faktisch gibt es in Hinblick auf das Mi teinander im Wohnbereich, bei der Arbeit und 
im alltäglichen Umgang miteinander auch viele Facetten und Ausprägungen, die vom 
reinen Miet- und Arbeitsverhältnis und s ehr formellem Umgang miteinander bis zu 
einem Vertrauensverhältnis reichen, in dem man einander umsorgt. Dazu braucht 
eine solche vertragsvermittelte Beziehung aber auch Zeit, sich zu entwickeln. Wir 
haben Fälle erlebt, die sich wirklich als gr oßen persönlichen Gewinn für beide Seiten 
herausgestellt haben. Letztlich bieten die Wohnpartner schaften Wertschöpfung auch 
für die Gesellschaft insofern, als hier  ungenutzter Wohnraum erschlossen wird und 
ein neuer Dienstleistungsmarkt für kleine Alltagshilfen sich entwickelt, der Studieren-
den kostengünstiges Wohnen und flexible Arbeitszeiten ermöglicht. Vor allem aber 
werden alten Menschen gesundheitsförder nde Sozialkontakte und Hilfeleistungen 
geboten und jungen Menschen neben der finanziellen Entlast ung vielfältige Lebens-
erfahrungen vermittelt, die sie in einer al ternden Gesellschaft später gut werden 
brauchen können. Manchen Senior en bleibt eine Heimeinwei sung erspart, und in 
einigen Fällen haben die Studierenden sich schon als Lebensretter erwiesen.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  43
 
Empfehlungen: 
¾ Die von den Teilnehmern selbst gemacht en Vorschläge sind zumindest sorgfältig 
zu prüfen. Insbesondere erscheint der Vorschlag interessant, alleinlebende ältere 
Menschen im Rahmen einer Stadtteilarbeit und vielleicht auch in Kooperation mit 
entsprechenden Institutionen systematisch anzuschreiben, wenn bekannt ist, 
dass sie ganz allein in ihrem Haus leben und genug Platz hätten. 
¾ Die Öffentlichkeitsarbeit k önnte noch stärker durch die Stadt unterstützt werden.  
¾ Für Studierende muss weiterhin ein gutes  Internetangebot vorgehalten werden. 
Innerhalb der Hochschulen sollten zentrale Anlaufstellen als Kooperationspartner 
gewonnen werden. 
¾ Eine gezielte Information könnte evtl. auch den mit ausländischen Studierenden 
befassten Stellen zugehen, denn dem Projekt kommt für die Integration ein be-
deutsamer Stellenwert zu. 
¾ Für die älteren Menschen sollte eine r egelmäßige Berichterstattung in der Müns-
teraner Presse angestrebt  werden. Bei dem, was wir Mundpropaganda genannt 
haben, ist zu berücksichtigen, dass solche Multiplikatorwirkung Zeit braucht. Der 
Lebensrhythmus älterer Menschen und die Langzeitwirkung guter Erfahrungen 
müssen berücksichtigt werden. Eine noch intensivere Vernetzung mit Altenein-
richtungen, Verbänden und Vereinen ist anzustreben, was allerdings einen erheb-
lichen Arbeitsaufwand bedeutet.  
¾ Eine Erweiterung des Projek ts für andere Zielgruppen is t zu erwägen. Hierbei ist 
insbesondere an Behinderte und Alleiner ziehende auf Seiten der Vermieter zu 
denken, aber auch an junge Erwachsene, di e sich noch in der Berufseinstiegs-
phase befinden und günstigen Wohnraum suchen. 
¾ Ein strukturelles Problem, das immer wi eder in den Interviews thematisiert wird, 
ist die relativ lange Absenz der Studier enden in den Semesterferien. Bei einer 
Erweiterung des Projekts  auf andere Zielgruppen, z. B. Berufsanfänger, ergäben 
sich für dieses Problem auch neue Bearbe itungsstrategien. Eine Interviewte hat 
sogar den Vorschlag gemacht, für die Fe rienzeiten so etwas wie einen Ersatz-
dienst unter den projektbeteiligten Studierenden zu organisieren. 
¾ Qualifizierung der Studierenden: Für di e Studierenden im Projekt und für solche, 
die sich bereits in der Interessentenlis te eingetragen haben, könnte ein- oder 
zweimal im Jahr ein Workshop oder  ein Treffen angeboten werden zum gegen-

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  44
seitigen Erfahrungsaustausch, zur Vermi ttlung von Informationen z.B. über typi-
sche Alterskrankheiten und zum Üben gener ationensensibler kommunikativer 
Kompetenzen. Solch ein Angebot würde si cher auch zur Entlastung der Projekt-
leitung beitragen. 
 
Die Weiterführung des Projekts kann nur durch die Übernahme des Modellprojekts in 
eine Regelfinanzierung durch die Stadt Müns ter gewährleistet werden. Die sorgfälti-
ge Erfassung der Lebenssituat ion und der Wünsche der Bewerberinnen und Bewer-
ber, die gezielte Auswahl von Wohnpartner schaften, die Einzelfallberatung, die 
Hausbesuche zur Klärung der Wohnverhältnisse und die Moderation in Problemfällen 
sind die wichtigsten Garanten fü r einen Erfolg des Projekts. Es ist keinesfalls leicht, 
die passenden Wohnpartnerschaften, zusammen zu bringen. Solch ein Projekt funk-
tioniert nur, wenn es professionell geleitet wird.

Bock-Rosenthal: Abschlußbericht der Evaluation „Wohnen für Hilfe“  45
 
 
Für die Übernahme eines Teils der Finanzie rung der Begleituntersuchung danke ich 
der Stadt Münster, die mi t ihren Stiftungen eingesprungen ist, weil mein ursprüngli-
cher Antrag zur wissenschaftlichen Begleit ung des Projekts durch das damalige Ge-
sundheits- und Sozialministerium nicht bewilligt wurde. Auf der Basis eines Koopera-
tionsvertrages der Fachhochschule Münster mit der Stadt Münster konnten die Mittel 
der Stadt für die wissenschaftliche Begl eitforschung eingesetzt werden. Durch die 
Hochschulleitung wurde das Projekt insb esondere die Öffentlichkeitsarbeit immer 
unterstützt. 
Dipl.-Sozialpäd. Dr. Ina Kr umsiek-Heidebrecht und Dipl.- Pflegemanag. Anne Marx 
haben qualifizierte Leitfadeninterviews durc hgeführt, die umfangreiche qualitative 
Auswertung mit getragen, und Ina Krumsiek-Heidebrecht hat einen Teil der Texte mit 
verfasst. Studierende aus meinen Projektsem inar haben Interviews transkribiert und 
damit das Projekt tatkräftig unterstützt. Für die Durchsicht des Abschlussberichts 
danke ich auch meiner Tochter Julia. 
Als stellvertretende Vorsitz ende des Vereins „GenerationenGerechtigkeit Münster 
e.V.“, der sich bereits fü r die Bewilligung des Projekts „Wohnen für Hilfe eingesetzt 
hatte, habe ich meine eigene Arbeit  als ehrenamtliche betrachtet. 
Mein besonderer Dank gilt auch allen Seniorinnen, Seni oren und Studie renden, die 
uns in den Interviews von ihren Erfahrungen berichtet haben.

Beratungsverlauf (7)

20.02.2008 Sitzung (Etat)
TOP 5.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.02.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
06.03.2008 Stiftungskommission
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
06.03.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 5.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
11.03.2008 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
12.03.2008 Hauptausschuss
TOP 27 Bericht Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
12.03.2008 Rat
TOP 30 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Hüfferstraße 27
  • Kinderhaus

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0087/2008
Typ
Vorlagen
Datum
05.02.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37