V/0186/2014
Fortsetzung des Hochzeitswaldes Münster sowie Schaffung einer Stätte der Erinnerung - Ein Erinnerungswald in Münster
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Anlage 1
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Anlage 1
Beschlussvorlage
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V/0186/2014 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Fortsetzung des Hochzeitswaldes Münster sowie Schaffung einer Stätte der Erinnerung - Ein Erinnerungswald in Münster Beratungsfolge 25.03.2014 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 01.04.2014 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 02.04.2014 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Verwaltung wird beauftragt: 1.1. zur Fortführung des Projektes Hochzeitswald eine geeignete städt. Fläche zur Verfügung zu stellen; 1.2. das Projekt „Stätte der Erinnerung – Ein Erinnerungswald in Münster“ gem. A-R/0014/2013 (Anlage 1) aufzugreifen und zur Ermittlung der Nachfrage (Startphase) zunächst auf der öffentlichen Grünfläche zwischen dem Gievenbecker Weg und dem Rudolf -Steiner-Weg als „Startfläche“ (Anlage 2) zu beginnen. Das Ergebnis der Startphase ist in einem Bericht zu erläutern. 1.3. eine geeignete Fläche von ca. 2 ha zur Vorbereitung des Erinnerungswaldes (Projektph a- se) zu reservieren und für die zeitnahe Umsetzung planerisch vorzubereiten. 2. Es wird zur K enntnis genommen, dass der Antrag der CDU -Fraktion an den Rat Nr. A - R/0014/2013 mit dieser Vorlage erledigt ist. II. Finanzielle Auswirkungen: Die v.g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Finanzierung des Hochzeitswaldes und der Startph a- se des Erinnerungswaldes im Rahmen des Haushaltes abgedeckt ist. Vorlagen-Nr.: V/0186/2014 Auskunft erteilt: Herr Krabbe Ruf: 492 67 26 E-Mail: KrabbeM@stadt-muenster.de Datum: 20.02.2014 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0186/2014 Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1301 Grün- und Freiflächen Aufwendungen Zeile 13 Sonst. ordentli che Aufwe n- dungen 2014 ff 9.100 jährliche Unterha ltung Hochzeitswald Aufwendungen Zeile 13 Sonst. ordentliche Aufwe n- dungen 2014 und 2015 1.200 jährliche Unterha ltung Startphase Erinnerungs- wald Begründung: Anlass Mit Beschluss des Hauptausschusses vom 10.07.2013 (V/0407/2013) wurde die Verwaltung b e- auftragt, auf Grundlage des Antrages der CDU -Fraktion A-R/0014/2013 „Stätte der E rinnerung - Ein Erinnerungswald in Münster“ die inhaltliche, organisatorische Ausrichtung sowie die zur Verf ü- gung zu stellende n Flächen und Ressourcen als Entscheidungsgrundlage aufzubere iten. Positive Erfahrungen mit dem etablierten Hochzeitswald wurden im Antrag herausgestellt, so dass die fo l- gende Begründung zunächst die Bedingungen und die Situation des Hochzeitswaldes aufgreift. Zu Beschlusspunkt 1.1 Im Hochzeitswald bietet die Stadt Münster Möglichkeiten zur Baumpflanzung seit dem Jahr 2007 an. In den vergangenen sieben Jahren nutzten mehr als 450 Paare dieses Angebot und pflanzten aus verschiedenen Baumarten, die zu den n atürlichen Vorgaben des Standortes passen, e inen bodenständigen Laubwald mit parkartigem Charakter. In 14 Pflanzaktionen wurden 146 Somme r- linden, 112 Stieleichen, 96 Rotbuchen, 33 Vogelkirschen, 33 Spitzahorne, 16 Eschen, 11 Ebe r- eschen und 9 Hainbuchen ges etzt. Der Preis fü r einen Baum beträgt zurzeit 150 €. Dieser Betrag deckt die Kosten für den Baum, die Baumpfähle und die erforderlichen Nachpflanzungen ab. Die Aufwendungen für das Pflanzen der Bäume, ihre Pflege sowie die Unterhaltung der Fläche und der Wege werden aus dem Etat des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz finanziert. Für den Zeit- raum der Fertigstellungs - und Entwicklungspflege leisten die städtischen Gärtner rechnerisch e i- nen Beitrag in Höhe von 130 € pro Baum. Pflanzaktionen zur Übergabe der Bäume erfolgen zweimal pro Jahr. Zu diesem Anlass werden den Baumpaten Urkunden überreicht, in denen die gepflanzte Baumart und der Standort des Hoc h- zeitsbaumes beschrieben sind. Die Form der Baumübergabe findet bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie ihren Gästen stets Anerkennung. Eine ökologische Aufwertung erhielt die bestehende, ca. 3 ha große Hochzeitswaldfläche durch den Bau von drei Stillgewässern. Vielfalt und Biodiversität gewannen damit an Wert, da zusätzliche Biotope die Lebensvielfalt bereichern. Auch eine zurückhaltende Wegeführung unterstützt die öko- logische Wertigkeit. Hergestellt aus Rindenhäcksel durchziehen die Pfade das Gelände und pa s- sen sich hervorragend dem Charakter einer naturnahen Waldfläche an. Sie machen den Hoc h- zeitswald erlebbar. Ökol ogisch bedeutende Bereiche wurden mit der Wegeführung umga ngen. Durch das verwendete Häckselgut lassen sich die Wege je nach Bedarf schnell und preisgünstig ertüchtigen, können aber auch, nach Abschluss der Pflanzaktionen, durch den natürlichen En t- wicklungsprozess ohne weiteren Aufwand wieder aufgegeben werden. Durch die Umwandlung der früheren Ackerfläche in Grünland und die Anlage von Kleing ewässern wurde die Fläche ökologisch aufgewertet. Diesen Gewinn nutzt die Stadt Münster bei Eingriffen in Natur un d Landschaft und entlastet damit andere Flächen, die sonst als Kompensationsflächen - 3 - V/0186/2014 angelegt werden müssten. So trägt die naturnahe Umgestaltung der Hochzeitswaldfläche zur Ref i- nanzierung des Projektes bei. Im Stadtgebiet ist das Projekt Hochzeitswald ein Erfolg und bietet für viele Bürgerinnen und Bürger - auch wenn sie dort keinen Baum gepflanzt haben - eine Erholungsfläche, die mit Hilfe des fina n- ziellen Engagements der Bürger entstanden ist. Das derzeitige Flächenangebot im Hochzeitswald wird in ca. zwei Jahren vollständig ausgenutzt sein. Im Gesamtzusammenhang der Thematik ist so mit zu entscheiden, ob das mit sehr positiver Resonanz begleitete Projekt fortgeführt werden kann. Aus Sicht der Verwaltung wird dies befü r- wortet und daher empfohlen, einen n euen Standort in Abstimmung mit dem Amt für Immobilie n- management festzulegen, der eine Mindestgröße von 3 ha haben sollte. Die vorbereitenden und pflegenden Arbeiten an der neuen Hochzeitswaldfläche können weiterhin vom Amt für Grünflächen und Umweltschutz übernommen werden. Zu Beschlusspunkt 1.2 Der nachfolgende Abschnitt beschreibt die Rahmenbedingungen für die Übernahme von Verwa l- tungsaufgaben und Maßnahmen für das Projekt „Stätte der Erinnerung“. Ein detaillierter Vorschlag zur konkreten Durchführung mit Zielen, Anregungen und Infomaterial für die Öffen tlichkeit sowie Baumarten, Anmelde- und Pflanzmodalitäten ist diesen Erläuterungen noch nicht zu entnehmen. Dies gilt auch für die Flächensuche, die für eine ortsbezogene Planung und Umsetzung des Pr o- jektes Voraussetzung ist. Da die Ausarbeitungen dieser Details sehr zeitaufwendig sind, we rden sie erst in Angriff genommen, wenn zum einen eine Zustimmung zur Vorlage erfolgt ist und zum anderen eine ausreichende Nachfrage die Fortsetzung des Projektes erfordert. Die Rahmenbedingungen des Erinnerungswaldes orientieren sich am Vorbild des Hochzeitswa l- des. Sie zeigen finanzielle und persone lle Konsequenzen des Projektes auf. Grundsätzlich wird aber davon ausgegangen, dass bereits der Hochzeitswald das breite I nteresse an Baumpflanzun- gen belegt und somit auch Baumpflanzungen unter anderen Aspekten erfolgreich angeboten we r- den können. Räumlich sollten die Aktionswälder getrennt sein. Ihnen liegen unterschiedliche A n- lässe zu Grunde, die eigene Räume benötigen. Die eher nachdenkliche Atmosphäre des Erinn e- rungswaldes benötigt sicher einigen Abstand zu der Atmosphäre des Hochzeitswaldes, dem ein freudiges Ereignis zugeordnet ist. An Stelle einer Urkunde werden den Baumstandorten Sockel zugeordnet, die für die Aufnahme eines kleinen Hinweisschildes geeignet sind. Auf ihm können die Baumpaten eine Plakette in einer vordefinierten Größe von ca. 15 x 15 cm anbri ngen und auf den Anlass der Pflanzung hinweisen. Um zunächst die tatsächliche Resonanz auf die Stätte der Erinn erung zu ermitteln, schlägt das Amt für Grünflächen und Umweltschutz vor, auf einer bestehenden Grünfläche entlang des Weges zwischen Gievenbecker Weg und Rudolf -Steiner-Weg (Anlage 2) eine Baumreihe als Startfläche anzulegen. Die Pflege der ca. 20 jungen Bäume soll vom Amt für Grünflächen und U mweltschutz übernommen werden. Dieser Vorschlag beansprucht als Anreicherung einer öffentlichen Grünfl ä- che zunächst keine Nutzflächen. Die Kosten für die Bäume sollen mit 170 €/ Baum genau so hoch sein wie später während der eigentlichen Projektphase . Die Bäume erhalten einen Sockel für ein Hinweisschild. Die Bekanntmachung der Startphase erfolgt durch Pressearbeit. Nach A bschluss der Startphase legt die Verwaltung einen Bericht vor, um das weitere Vorgehen zu erläutern. Zu Beschlusspunkt 1.3 Mit dem Beschluss zu dieser Vorlage nimmt das Amt für Grünflächen und Umweltschutz b ereits die Prüfung einer geeigneten zusammenhängenden Fläche für den Erinnerungswald auf. Sie bi n- det das Amt für Immobilienmanagement in die Abstimmung ein. Damit soll ein möglichst nahtl oser Übergang zwischen der Startphase und der tatsächlichen Umsetzung vorbereitet werden, um ke i- ne größeren Zeitverzögerungen zwischen den beiden Ph asen eintreten zu lassen . Werden die Erwartungen an eine ausreichende Projektteilnahme nicht erfüllt, werden die Vorbere itungen nicht in die Tat umgesetzt. - 4 - V/0186/2014 Vorzugsweise sollte die Fläche des Erinnerungswaldes aus dem Bestand der Stadt Münster ko m- men und über eine Mindestgröße vo n 2 ha verfügen. Sie würde damit Platz für ca. 400 Bä ume bieten. Eine ruhige Lage mit einer guten Erschließung, so dass auch diese Fläche mit öffentl ichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden. Auch Parkmöglic h- keiten im Umfeld sind zu erwägen, da einige Teilnehmer /innen die Aktionen mit dem PKW bes u- chen werden. Eine eventuell notwendige Herrichtung der Fläche z. B. durch eine randliche B e- pflanzung kann auch während der Projektphase erfolgen und als Ausgleichsmaßnahmen finanziert werden. Zu den typischen Aufwertungsmaßnahmen zählen z. B. die Anlage von Kleingewässern oder anderen Biotopstrukturen zur Förderung der heimischen Flora und Fauna. So kann die Fl ä- che des Erinnerungswaldes als Kompensationsfläche genutzt werden. Zur Bereicherung des Erinnerungswaldes könnte darüber hinaus ein zentraler Ort der Ruhe und Besinnung in die Konzeption eingeplant werden. Sitzgelegenheiten, die sich um einen Punkt ve r- sammeln oder interessante Blickrichtungen aufgreifen , stehen hierfür als Beispiel. Damit lädt der Wald zur Einkehr und Meditation ein und steigert die Aufenthaltsqualität sowie die Akzeptanz für das gesamte Projekt. Kosten für eine Fortsetzung des Projekts sind in der Kalkulation (s. B e- schlussvorschlag II) noch nicht ausgeführt. Für die spätere Unterhaltung des Erinnerungswaldes in der eigentlichen Projektphase ergibt sich ein Finanzbedarf bei 70 Bäumen/Jahr von 9.100 €/ Jahr. Die geschätzte Anzahl der Bäume kann je nach Ergebnis der Startphase und der späteren Akzeptanz noch schwanken. Aus den Erfahrun- gen des Hochzeitswaldes, der nach der Anlaufphase in den letzen Jahren ca. 60 - 70 Anmeldun- gen jährlich aufweisen konnte, wurde der gleiche Wert für den Erinnerung swald zu Grunde gelegt. Mit der o.g. Summe werden die Kosten für Pflege und Unterhaltung begl ichen. Für einen Baum sollen die Spenderinnen und Spender mindestens 170 € vergüten. Je nach Wunsch der Teilne h- mer steigen diese Kosten jedoch durch ein Schild (ca. 40 €), so dass der Preis für einen Baum auf maximal 210 € steigen kann. Alternativ zur Organisation des Waldes mit eigenen Kräften wäre auch vorstellbar, Baumpflanzung und Pflege vollständig durch einen Unternehmer durchführen zu lassen. Die anfallenden Kosten wären durch eine Ausschreibung zu ermitteln und für einen Zeitraum von ca. drei Jahren zur Pflanzung und Pflege der bestellten Bäume vertraglich zu binden. Nach hiesiger Erfahrung erg e- ben sich in diesem Fall jedoch erheblich höherer Kosten, die vermutlich von den Bürgern nicht mehr akzeptiert würden. Zusammenfassung Aus Sicht der Verwaltu ng wird empfohlen, dass sich der Hauptausschuss für die Weiterführung des Hochzeitswaldes ausspricht und die Verwaltung beauftragt, eine weitere Fläche im Stadtgebiet zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren wird empfohlen, das Projekt „Stätte der Erinnerung “ zu beschließen und unter die Regie des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz zu stellen. Gemäß der in Anlage 2 vorge- schlagenen Fläche soll ein erstes Angebot mit überschaubarem Aufwand und geringen Kosten starten. Sollte das Potential innerhalb von zwei Jahren vergeben sein, wird das Projekt in Zusa m- menarbeit mit dem Amt für Immobilienmanagement und nach Bericht auf eine größere Fläche ausgedehnt. I.V. gez. Thomas Paal Anlage 1: Antrag der CDU-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0014/2013 Anlage 2: Lageplan Startfläche
Anlage 2
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Anpflanzung einer Baumreihe Ansicht vor der BaumpflanzungAnsicht nach der BaumpflanzungAnlage 2Anpflanzung einer Baumreihe6WlWWHGHU(ULQQHUXQJ
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Gievenbecker Weg
- Rudolf-Steiner-Weg
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0186/2014
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.02.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37