V/0916/2012
Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) Münster Sendenhorst (- Neubeckum)
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage
9642 Zeichen
V/0916/2012
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) Münster Sendenhorst (- Neubeckum)
Beratungsfolge
06.12.2012 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
12.12.2012 Hauptausschuss Vorberatung
12.12.2012 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Die Stadt Münster bekräftigt ihre Zielvorstellung, die Reaktivierung der Westfälischen La n-
deseisenbahn Münster –Sendenhorst (-Neubeckum) zügig umzusetzen.
2 Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland wird gebeten darauf hinz u-
wirken, dass das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des La n-
des Nordrhein-Westfalen die geforderte verkehrliche Neubewertung der WLE -
Reaktivierung in Abstimmung mit den Projektpartnern zeitnah durchführt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Es wird zur Kenntnis genommen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Projektes „Reaktivierung
der Westfälischen Landeseisenbahn“ keine Kosten entstehen.
Begründung:
Zu 1:
Die Westfälische Landeseisenbahn ist ein bedeutendes regionales Bindeglied im Korridor Alber s-
loher Weg - südöstliches Münsterland. Dies betrifft insbesondere den Abschnitt Münster – Sen-
denhorst. Ihre Reaktivierung für den Schienenpersonennahverkehr wäre ein wesentlicher Beitrag,
um die sozioökonomischen Verflechtungen stadt - und umweltverträglich in diesem Korridor zu
stärken. Für die Stadt Münster gilt dies vor allem hinsichtlich der Erreichbarkeit der Innenstadt, der
Stadtteile Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck sowie der Dienstleistungs- und Gewerbeparks
Loddenheide, des Messe und Congress Centrums Halle Münsterland und des gesamten Hafe n-
areals (s. Vorlage V/0846/2010).
Vorlagen-Nr.:
V/0916/2012
Auskunft erteilt:
Herr Milde
Ruf:
492-6150
E-Mail:
Milde@stadt-muenster.de
Datum:
23.11.2012
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0916/2012
WLE
Almetalbahn
Büren
375
375
406
400
402
403
405 363.4.5
405
404 404
394
394
392
392
370
372
403
356
430
435
439
438
437
437
450.4
433
433
434
459
442
443
443
623
462
463
460
440
440
440
445
435
430
430
455
455
415
415
455
431
431
434
124
386
386
370
370
385
385
375
395
395
410
410
411
412
412
412
407
407
408
424
423
423
421
420
425
425
450.9
Köln
Siegburg/Bonn
Köln
Gießen
Frankfurt
Marburg
Gießen
Kassel
Kassel
Göttingen
Kreiensen
Hannover
Hannover
Nienburg (Weser)
Bremen
Delmenhorst
Oldenburg
Hildesheim
Tecklenburger
Nordbahn
Recke
Unna
Frönden-
berg
Finnentrop
Olpe
Bad Berleburg
Erndtebrück
Winterberg
Korbach
Bestwig
Brilon
WaldArnsberg
Warburg
(Westf)
Ottbergen
Höxter Rathaus
Hameln
Altenbeken
Lemgo
Detmold
Minden
Rahden
Bünde
Lage (Lippe)
Paderborn
Hbf
Siegen
Dillenburg
Betzdorf
(Sieg)
Daaden
Kreuztal
Lüdenscheid
Gummersbach
Neuenrade
Iserlohn
Schwerte
Hamm (Westf)
Soest
Lippstadt
Ahlen Neubeckum
Sendenhorst
Warendorf
Rheda-
Wiedenbrück
Münster (Westf)
Hbf
Rheine
Ibbenbüren
Emsdetten
Bad
Bentheim
Gronau
(Westf)
Enschede
Hengelo
Coesfeld (Westf)
Dülmen
Borken (Westf)
DorstenWesel
Haltern
am See
Bocholt
Steinfurt-
Burgsteinfurt
Osnabrück
Hbf
Bramsche
Bielefeld
Hbf
Herford
Lünen
Hbf
Dortmund
Hbf
Hagen Hbf
Begatalbahn
Lemgo.-
Lüttfeld
Barntrup
Daher ist die Reaktivierung der WLE -Strecke von Münster nach Sendenhorst ( - Neubeckum) das
erklärte Ziel der Städte Münster und Sendenhorst, des Kreises Warendorf und des Zweckverba n-
des Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM). Folgerichtig enthält der aktuelle Nahve r-
kehrsplan des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die WLE-Strecke als vordring-
liches Reaktivierungsprojekt. Die Planungen zur Reaktivierung sollen aus Sicht der Beteiligten jetzt
zügig weitergeführt werden, um spätestens 2019 eine Aufnahme des SPNV zu ermöglichen.
Im Vorfeld der Aufstellung des NWL -Nahverkehrsplans
haben die Projektpartner durch ein r enommiertes Pl a-
nungsbüro eine erste Machbarkeitsstudie aus dem Jahr
1999 aktualisieren lassen. Diese wurde um eine Nutzen -
Kosten-Analyse (vereinfachte Standardisierte Bewe r-
tung), untergliedert nach 2 Bauabschnitten ergänzt. Die 1.
Ausbaustufe e rfolgt mit einem Angebot im 20 -Minuten-
Takt im Abschnitt Münster – Münster-Wolbeck (ausg e-
richtet auf den Stadtverkehr Münster) und zwei stündl i-
chen Zügen im Abschnitt Münster -Wolbeck – Senden-
horst.
Dieses S-Bahn ähnliche Betriebskonzept generiert in der Prognose insgesamt täglich 6.300 Re i-
sende – ein bemerkenswert hoher Wert. Bei einer Investitionssumme von ca. 32 Mio. € wird ein
Nutzen-Kosten-Indikator von 1,15 erreicht. Eine Weiterführung der WLE-Strecke nach Neubeckum
soll bei Bedarf als 2. Stufe umgesetzt werden.
Bei einer Durchbindung der Züge von Sendenhorst über Münster Hauptbahnhof hinaus bis zum
Haltepunkt Münster-Zentrum Nord kann sogar ein Nutzen -Kosten-Indikator von 1,65 erzielt we r-
den. Dies unterstreicht die erhebliche regionalwirtschaftliche Bedeutung des Zentrums Nord, wo in
den vergangenen rd. 20 Jahren etwa 6.600 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das ebenfalls unmit-
telbar an der WLE -Strecke gelegene Gewerbegebiet Loddenheide weist eine ähnlich rasante En t-
wicklung mit heute bereits über 7.00 0 Arbeitsplätzen auf. Der für dieses Gewerbegebiet vorges e-
hene eigene Haltepunkt wird für einen weiteren Entwicklungsschub und gleichsam für eine nac h-
haltige Verkehrserschließung sorgen. Dies gilt auch für den im Entstehen befindlichen Entwic k-
lungsschwerpunkt „Konversionsfläche York-Kaserne“, ein Plangebiet, dass mit rd. 50 ha Fläche in
unmittelbarer Nähe zum geplanten Haltepunkt Münster-Gremmendorf liegt.
Die Stadt Münster hat bereits im Jahr 2007 mit Eigen - und Landesmitteln die WLE -Brücke über
den Alber sloher Weg erneuert sowie beim Ausbau des Albersloher Weges die Flächen für den
Haltepunkt Münster-Loddenheide planerisch festgeschrieben. Auch in Sendenhorst sind in unmi t-
telbarer Nähe des Bahnhofs in den letzten Jahren neue Siedlungsbereiche entwickelt w orden.
Damit sind im südöstlichen Korridor grundlegende verkehrstechnische und stadträumliche Vorau s-
setzungen für die WLE -Reaktivierung geschaffen worden. Zudem zeigen die WLE -Gesellschafter
seit vielen Jahren ein hohes finanzielles Engagement zum Erhalt d er Gleisinfrastruktur, die heute
im Güterverkehr betrieben wird.
Zu 2:
Für das gegenüber der Meldung der Gesamtstrecke Münster – Neubeckum zum Bedarfsplan g e-
änderte Projekt Münster – Sendenhorst hat der NWL nach Gesprächen im Verkehrsministerium
Anfang Mai 2012 eine Neubewertung beantragt, deren positives Ergebnis nach Aussage des M i-
nisteriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Voraussetzung für eine Förderung
als Investitionsmaßnahme im besonderen Landesinteresse (§ 13 ÖPNVG NRW) sein soll. Anfang
September hat das Ministerium in einem Schreiben diese Neubewertung an die Bedingung g e-
knüpft, dass der SPNV-Aufgabenträger vorab festlegt, wie ein zukünftiger Betrieb finanziert werden
soll. Es ist jedoch heute nicht absehbar, welche Mittel 2019 fü r Betriebsleistungen im SPNV zur
Verfügung stehen.
- 3 -
V/0916/2012
Um eine Perspektive für weitere Planungen zu bekommen muss aus Sicht der Stadt Münster, des
Kreises Warendorf, der WLE GmbH, des ZVM und des NWL möglichst rasch eine Neubewertung
des Projektes unabhängig von der Frage der Finanzierung des Betriebs erfolgen. Daher ist die
vom Land gestellte „Bedingungsklausel“, erst die Zusage zur Betriebskostenfinanzierung zu erwi r-
ken und anschließend die Neubewertung durchzuführen, aufzuheben. Das Projekt der WLE -
Reaktivierung muss die gleichen Chancen erhalten wie Reaktivierungsprojekte in anderen Regi o-
nen des Landes (z.B. im Bereich Aachen), deren Finanzierung der Betriebskosten in der ÖPNV -
Pauschale (§ 11 ÖPNVG NRW) enthalten sind. Die Projektpartner erwarten eine zeit nahe Pl a-
nungskostenförderung einschließlich der Projekt -Neubewertung durch das Land und folglich den
Abschluss einer entsprechenden Planungsvereinbarung unter Federführung des ZVM. Dabei darf
es kein Nachteil, sondern es muss ein Vorteil sein, dass die WLE -Strecke einem kommunalen Inf-
rastrukturunternehmen – und nicht der DB – gehört.
Die Stadt Münster ist die bis 2030 am stärksten wachsende Region in NRW. Mit fast 17 % Bevö l-
kerungszuwachs von 2011 bis 2030 1 liegt Münster z.B. noch vor den Städten Köln und Bonn, bei
einem insgesamt negativen Landestrend. Im Sinne der Aussage von NRW -Verkehrsminister Mi-
chael Groschek, dass der ÖPNV künftig vorrangig in Wachstumsmärkten gefördert werden soll 2,
ist das Ziel, die Reaktivierung der WLE -Strecke als landesweit bede utendes Projekt für NRW a n-
zusehen, nur folgerichtig. Hiermit besteht die große Chance, sowohl die bestehenden Entwic k-
lungspotenziale entlang der WLE -Trasse nachhaltig zu fördern als auch die bestehenden ÖPNV -
Defizite in diesem Süd-Ost-Korridor für die wachsenden Pendlerbeziehungen zu beseitigen.
Die Verwaltung weist darauf hin, dass im Oktober 2012 die Stadt Münster gemeinsam mit dem
Kreis Warendorf und der WLE GmbH ein Positionspapier erarbeitet hat, dessen Inhalte in der Vo r-
lage wiedergegeben wurden.
Die Vorlage wurde dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster GmbH in seiner Sitzung am
28.11.2012 zur Kenntnis gegeben.
In Vertretung
gez.
Schultheiß
Stadtdirektor
1 Bevölkerungsvorausberechnung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
2 siehe NahverkehrsNachrichten 24/2012
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (1)
- Loddenheide
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0916/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.11.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37