V/0764/2022
Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) in der Marienschule Hiltrup
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Anlage 2 Outlaw_OGS-Konzept_Marienschule Hi
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KONZEPT OGS MARIENSCHULE HILTRUP Stand: Juli 2022 SEITE 1 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP INHALTSVERZEICHNIS 1 UNSERE MOTIVATION ............................... ...................................................................................... 3 1.1 Warum passt Outlaw gut als Träger zur Mariensch ule? ..................................................... 3 2 TRÄGER .......................................... ..................................................................................................... 4 2.1 Angebotsvielfalt .............................. ........................................................................................... 4 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen ............ ........................................................................ 5 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT ............................. .................................................................................... 6 3.1 Grundkonzept „Kita & More“..................... ............................................................................... 7 3.2 Bild vom Kind ................................. .............................................................................................. 7 3.3 Kinderrechte .................................. .............................................................................................. 8 3.4 Partizipation ................................. ............................................................................................... 8 3.5 Kinderkonferenz ............................... .......................................................................................... 9 3.6 Integration/Inklusion ......................... ........................................................................................ 9 3.7 Interkulturalität ............................. .............................................................................................. 9 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG ............................ ................................................................................. 10 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS ................... ................................................................... 10 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) ........................................................... 10 5.2 Hausaufgabenbetreuung ......................... ............................................................................. 11 5.3 Fördergruppen ................................. ........................................................................................ 13 5.4 AGs ........................................... ................................................................................................... 13 5.5 Freizeitangebote im Alltag .................... ................................................................................ 14 5.6 Ferienprogramm ................................ ...................................................................................... 14 5.7 Gestaltung von Übergängen ..................... ............................................................................ 15 5.8 Mittagessen ................................... ........................................................................................... 16 6 PERSONAL ........................................ .............................................................................................. 17 6.1 OGS-Koordinator:in ............................ ..................................................................................... 17 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen ................. ............................................................................. 19 6.3 Freie Mitarbeiter:innen ....................... ................................................................................... 19 6.4 Hauswirtschaftskräfte ......................... ................................................................................... 20 6.5 Fachgebietsleitung ............................ ...................................................................................... 20 6.6 Teamsitzungen ................................. ........................................................................................ 20 6.7 Fortbildung ................................... ............................................................................................ 21 SEITE 2 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 6.8 Ausbildungsort ................................ ......................................................................................... 21 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE ................... .................................................................... 22 7.1 Schulleitung .................................. ............................................................................................ 22 7.2 Lehrkräfte .................................... ............................................................................................. 22 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT ........... ........................................................ 23 8.1 Elternarbeit .................................. ............................................................................................. 23 8.2 Elternmitgestaltung ........................... ..................................................................................... 24 8.3 Anlassbezogene Elternabende ................... .......................................................................... 24 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF ............. ............................................................... 25 9.1 Öffnungszeiten ................................ ........................................................................................ 25 10 QUALITÄTSMANAGEMENT ............................ .............................................................................. 25 10.1 Beschwerdemanagement ......................... ............................................................................ 26 10.2 Kinderschutz ................................. ............................................................................................ 26 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION ................. ................................................................ 27 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN .......................... ............................................................................. 29 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER ............................ ............................................................................. 30 SEITE 3 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 1 UNSERE MOTIVATION Das Kind steht im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Für ein gutes pädagogisches Han- deln sehen wir es für wichtig an, die offene Ganztagsschule als Institution im System Schule zu be- trachten. An diesem Ort soll ein (Zeit-) Raum erschaffen werden, der sich ganz nach den Bedürfnis- sen der Kinder richtet, in dem sie sich frei entfalten können und Beziehungen zu anderen Kindern und den pädagogischen Fachkräften knüpfen. Um dies zu erreichen, braucht es (Zeit-)Räume zum Spielen, zum Träumen und zum kreativen Verwirklichen, in dem Kinder, ganz ohne Leistungsdruck die Welt spielerisch entdecken. Genau zu solch einem (Zeit-) Raum wollen wir, gemeinsam mit allen Akteuren im System Schule, allen voran den Kindern, die Offene Ganztagsschule gestalten. Eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den Lehrer:innen, der Schulleitung und weiterem Schul- personal ist dabei für uns grundlegend. 1.1 Warum passt Outlaw gut als Träger zur Marienschule? Für uns als Träger ist die Trägerschaft einer OGS in Münster neu. Wir können aber auf vielfältige Er- fahrungen im OGS Bereich (großes Ag-Angebot und jahrelange Erfahrung im Bereich der Ferienbe- treuung in Münster und Trägerschaften im Ruhrgebiet) blicken. Genau aus diesem Grund sehen wir es als eine besondere Chance an, gemeinsam mit uns als frischer und neuer Träger, die etablierte OGS weiter zu entwickeln. Wir sind offen für Neues und Innovatives und wünschen uns eine gemein- sam entwickelte Struktur für die OGS. Der Ortsteil Hiltrup Ost ist aus Sicht von Familien im Bereich der Freizeitaktivitäten mit wenig Ange- boten ausgestattet. Da sich der Ortsteil in den kommenden Jahren stark entwickeln wird (Neubau- gebiet), können wir aus der OGS heraus in den Stadtteil wirken und außerschulische Bildungsarbeit z.B. am Standort der Marienschule bereithalten. Hier gilt es Sozialraumkonzepte zu entwickeln und mit allen Institutionen und Einrichtungen zusammen zu wirken und passende Angebote zu erstellen. Wir sehen uns hierbei als proaktiver Netzwerkakteur im Stadtteil. Das Personal der OGS an der Marienschule sehen wir als wichtigste Ressource an und sind bestrebt, gute, sichere und attraktive Stellen zu entwickeln. Wir sind kreativ bei der Gestaltung von Stellenzu- sammenschnitten und können uns zum Beispiel die Kombination mit Schulbegleitung (Absprachen mit den bestehenden Trägern) sehr gut vorstellen. Wir verstehen die Schule als Lebensraum der Kin- der und stellen uns offene außerschulische Bildungsangebote an der Marienschule vor. Besonders dieser Bereich kann (Drittmittelfinanziert) für eine Aufstockung der einzelnen Fachkraftstellen sor- gen. Es braucht aus unserer Sicht eine individuelle Lösung für jede Schule und jeden Mitarbeiter:in, die wir gerne gemeinsam entwickeln. Wir blicken auch hier auf viele Erfahrungen in Münster zurück und können den Mitarbeiter:innen gute Angebote machen. Wir betreiben in Hiltrup West eine Kita und sind daher im Stadtteil Hiltrup gut vernetzt. In Wolbeck betreiben wir einen BauSpielPlatz und in Sprakel ein Jugendzentrum und können im Rahmen von AG´s oder z.B. Klassen-(Ausflugs-)tagen gute Angebote vorhalten. Wir haben verschiedene Teams (auch in der Innenstadt), die mit Honorarkräften, GFB´S und Übungsleiter:innen wie auch freien Mit- arbeiter:innen arbeiten und in den unterschiedlichsten Einrichtungen AG´s anbieten, die wir auch auf die Marienschule ausweiten können. SEITE 4 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Unser Träger verfügt über verschiedene interne Services, die allen Einrichtungen zur Verfügung ste- hen. Neben der pädagogischen Begleitung (Fachgebietsleitung) wird also auch durch die jeweiligen Fachabteilungen (Grafik, Marketing, Finanzbuchhaltung, Fundraising, Personalverwaltung, Qualität etc.) eine fachlich organisierte Begleitung gewährleistet und sorgt dafür, dass die Mitarbeiter:innen in den Einrichtungen mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit dem Kind zur Verfügung haben. Im weiteren Verlauf des Dokumentes können Sie unsere konzeptionellen Grundlagen für die OGS lesen. Uns ist wichtig, dass diese grundsätzlich als Ideen zu verstehen sind. Es ist uns ein Anliegen, die OGS als Teamaufgabe zu verstehen. Aus diesem Grunde sind wir uns bewusst, dass mit einer Trä- gerübernahme die bestehenden Betreuungsstrukturen u nd Konzeptionen bestand haben und sich nur dort sachbezogen verändern dürfen, wo sich das Team eine Veränderung wünscht. 2 TRÄGER „Outlaw“ – so hieß der Zweimastschoner, mit dem alles begann und der als Namensgeber für unser 1987 gegründetes Unternehmen fungierte. Auf dem Schiff und in zwei Wohngruppen im Münster- land wurden damals als besonders schwierig geltende Jugendliche betreut. Der Name steht seit Be- ginn für unser Bemühen, Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien zu ihrem Recht zu verhel- fen. Und zwar gerade dann, wenn sie sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Gewachsen aus dem Tätigkeitsfeld der erzieherischen Hilfen hat sich so ein breites Angebotsspektrum entwi- ckelt. Die Outlaw gGmbH ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Dezentral über mehrere Bundeslän der organisiert bieten wir an den einzelnen Standorten sozialräumliche und flexibel organisierte Angebote an – konfessionell und weltanschau- lich unabhängig. Rund 2000 Mitarbeiter:innen arbeiten in verschiedensten Bereichen. Ob familien- analoge Wohngruppen, sozialpädagogische Lebensgemei nschaften und Erziehungsstellen, ob klassi- sche Kinder- und Jugendhilfe in Wohngruppen oder am bulante Betreuung, ob Kindertagesbetreu- ungsangebote, Jugendzentren, Schulverweigerungsproj ekte, Horte oder Mehrgenerationenpro- jekte – unser Ziel ist es immer, den Menschen, dort wo sie leben, so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. 2.1 Angebotsvielfalt An den einzelnen Standorten bieten wir sozialräumli che und flexibel organisierte Angebote. In Münster sind wir vielfältig aufgestellt. Hilfen zur Erziehung, Schulprojekte, Kitas, Familienzentren, freizeitpädagogische Arbeit mit Familien mit Flucht erfahrung, Fansozialarbeit, Streetwork, Interkul- turelle Angebote, Offene Kinder- und Jugendarbeit u nd auch enge Kooperationen mit Grundschu- len im Bereich der OGS. Hilfen zur Erziehung von Outlaw greifen genau dort, wo sie gebraucht werden: In den Anlaufstellen und Wohngemeinschaften, zu Hause in der Familie, in familienanalogen Wohngruppen, sozialpäda- gogischen Lebensgemeinschaften und Erziehungsstellen. In Münster bieten wir eine Mädchenwohn- gruppe, Außenwohnplätze und eine Mädchen-Inobhutnahmestelle an. Wir bieten Hilfen zur Erzie- hung aus einer Hand und reagieren so auf sich ändernde Bedürfnisse junger Menschen, ohne dass es, wenn möglich, zu einem Wechsel der Einrichtung oder der Betreuungspersonen kommt. SEITE 5 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Kita & More Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! In Münster sind wir Träger für acht bestehende Kitas und zwei weitere sind derzeit im Aufbau. Unsere Kitas sind alle Familienzentren, und wir bie- ten im Rahmen unseres Konzeptes in jeder Kita auch Kitasozialarbeit an. Kultur, Bildung, Freizeit Ob in der Schule, im Freizeittreff oder auf den Straßen und Plätzen: Wir gehen dorthin, wo die Kids und ihre Familien sind. In ihrem direkten Lebensumfeld möchten wir ihnen so viele Chancen wie möglich eröffnen – ob in der offenen Arbeit, in Jugend- und Stadtteilzentren, in Schulprojekten und Kooperationen, in der Mehrgenerationenarbeit, in klassischer mobiler und aufsuchender Arbeit und mit Ferien- und Begegnungsangeboten. Wir sind überzeugt, dass alle ein Recht auf Teilhabe und Entwicklung haben und betrachten die offene Kinder- und Jugendarbeit als Pflichtaufgabe gemäß § 11 des SGB VIII - nicht als eine freiwillige Leistung. Wann immer möglich, setzen wir hier auch gezielt eigene Ressourcen ein. Gleichzeitig ist es unser Ziel, uns bei jugendhilfepolitischen Entscheidungen, Haushaltsdebatten und Prozessen der Jugend- hilfeplanung einzubringen, uns zu positionieren und diese im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Familien zu gestalten. In Münster sind wir Träger von zwei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der sozial- pädagogischen Fananlaufstelle von Preußen Münster, sowie Schulsozialarbeit an vier Schulstandor- ten. Unsere Angebote erstrecken sich von Jugendzentrums- und Bauspielplatzarbeit und Fansozial- arbeit über Schulsozialarbeit und verlässlichen Kooperationsangeboten im OGS-Bereich bis hin zu außerschulischen Bildungsarbeit an den unterschiedlichsten Standorten in Münster. Wir bieten frei- zeitpädagogische Angebote für Familien mit Fluchterfahrung und sind in vielen Stadtteilen sehr ak- tiv. Diese Vielfalt der unterschiedlichen Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe bedeutet für die verschiedenen Standorte und für unsere Mitarbei ter:innen eine bereichsübergreifende Vernet- zung, die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Fachrichtung und da- her für unsere Klient:innen vor Ort die bestmöglichste Betreuung der Familien zu gewährleisten und die Qualität der pädagogischen Arbeit am jeweiligen Standort zu bereichern. 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen Ob Stärkung der Sozialkompetenz, individuelle schul ische Förderung, erlebnispädagogische Ange- bote, Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten o der Vermeidung von Schulabbrüchen: Mit unseren vielfältigen, bundesweiten Schulprojekten a rbeiten wir an der Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe. Ziel ist es immer, den Kindern und Jugendlichen in ihrer schulischen Entwicklung so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. NRW Offene Ganztagsschulen: Seit dem 01. August 2010 betreibt die Outlaw gGmbH die OGS Regenbogenschule in Bo- chum-Höntrop und seit August 2015 sind wir Träger von insgesamt sechs OGS Standorten in Bochum. SEITE 6 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Münster Kooperationsangebote mit zwei offenen Ganztagsschul en in Münster. Seit vielen Jahren sind wir mit dem Jugendzentrum Sprakel und auch dem Bauspieltreff Holtrode Wolbeck in einer engen Kooperation mit den Grundschulen im Stadtteil verbunden und bieten wö- chentliche Angebote (bis zu sechs pro Woche) in unserer Einrichtung an. Wir sind verlässli- cher Partner, wenn es um Randzeiten bzw. Brückentag sbetreuungen geht. Ebenfalls können wir auf viele Jahre OGS-Ganztagsferienbetreuung zurückblicken. Bildungsarbeit an Schulen: Cybermobbing@fairer Umgang im Netz (Münster). Das Projekt Cybermobbing findet zurzeit regelmäßig in der Realschule Wolbeck, dem Johann-Conrad- Schlaun Gymnasium, der Gesamtschule Münster Mitte und dem Pascalgymnasium wie auch dem Schillergymnasium statt. Andere Schulen in Münster und Umgebung können das Pro- jekt buchen. Außerschulische Bildungsangebote Programmierschmied e: In der Programmierschmiede lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Computern. Mit Programmen wie Scratch oder Lego Mindstorms entdecken sie, was für Möglichkeiten Computerprogramme schaffen. Da- bei fertigen sie kleine Filme, Spiele oder programmieren einen Roboter so, dass er ge- wünschte Aufgaben bewerkstelligen kann. AG-Angebote an der Hauptschule Münster Wolbeck: An zwei Nachmittagen in der Woche bieten Mitarbeiter:innen der Outlaw gGmbH und versc hiedene Kooperationspartner AGs aus verschiedenen Bereichen (Sport, Musik, kreatives Gestalten etc.) an. Alle Schüler:innen der Hauptschule Wolbeck nehmen verpflichtend an ein em Angebot teil. Übermittagsbetreuung an der Realschule Wolbeck und Erich-Klausener-Realschule: Montags bis donnerstags von 13:20 Uhr bis 15:20 Uhr betreuen bis zu sieben pädagogische Mitarbei- ter:innen von Outlaw die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 der Realschule Wol- beck und Erich-Klausener-Realschule. Nach einem gemeinsamen Mittagessen können die Kinder zwischen einem kurzen kreativen, sportlichen, entspannenden oder aktiven Angebot wählen. Danach werden sie eine Stunde lang bei den Hausaufgaben begleitet. 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT Die Offene Ganztagsschule stellt ein Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot für Grundschul- kinder dar. Die pädagogische Arbeit verfolgt das Ziel, Kinder in ihrer Selbst-, Sozial-, Sach- und Wer- tekompetenz zu fördern und zu stärken. Die Eltern erhalten durch die OGS ein zuverlässiges Betreu- ungsangebot, sowie eine Ergänzung und Unterstützung in ihrer Erziehungsarbeit. Die pädagogische Gruppenarbeit, die Begleitung der Hausaufgaben, das gemeinsame Mittagessen sowie vielfältige AGs und Projekte aus verschiedenen Bildungsbereichen sind wichtige Bausteine unserer Arbeit. Un- ter Einbeziehung des sozialen und kulturellen Umfeldes der Schule unterstützen wir die Persönlich- keitsentwicklung eines jeden einzelnen Kindes. Die OGS soll ein geschützter Raum sein, in der die Kinder gemeinsam Lernen und ein friedvolles Miteina nder von allen Beteiligten vorgelebt bekom- men. Füreinander da sein, auf den anderen zu achten und niemanden auszugrenzen bilden die Basis unserer pädagogischen Arbeit in der OGS. SEITE 7 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ Die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Um dennoch in all unseren Einrichtungen eine gleich hohe Betreuungsqualität und die Beachtung der Outlaw-Prinzipien und -Werte zu garantieren, arbeiten alle Einrichtungen nach dem einheitlichen "Grundkonzept Kita & More". Dieses Konzept garantiert, dass die Qualität der Arbeit ständig gesi- chert, überprüft und weiterentwickelt wird. Wir erfüllen unseren Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung, indem wir jedes Kind unterstützen, sich zu einer selbstständigen, verantwortungsbe- wussten, gemeinschafts- und entscheidungsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln – und wirken da- mit jeder Benachteiligung entgegen. An oberster Stelle steht die Sicherung des Kindeswohls. Unsere Prinzipien : Spielend lernen! Bei uns finden alle Mädchen und Jungen vielfältige Bildungsanregungen, die ihre natürliche Freude am Entdecken und Lernen wecken. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern: Eltern sind Teil der kontinuierlichen Erzie- hung und Bildung ihrer Kinder und somit unsere "natürlichen" Bildungs- und Erziehungspartner. Sozialraum-Bezug: Eine konsequente sozialräumliche Orientierung dien t der Verbesserung der Le- bensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien. Integration und Inklusion: Sowohl Integration als auch Inklusion sind wichtig e Grundlagen der pä- dagogischen Arbeit und Haltung bei Kita & More und bei Outlaw. Wo Menschen ausgegrenzt wer- den, ist Integration unbedingt erforderlich und Inklusion das Ziel. Geschlechterorientierung: Unsere geschlechterdifferenzierte Pädagogik bietet Möglichkeiten, die eigene Geschlechteridentität kennenzulernen und Rol lenklischees zu hinterfragen. Partizipation und Kooperation: Die Kinder in unseren Einrichtungen sollen ihrem Entwicklungs- stand entsprechend in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt werden. Gestaltung von Übergängen: Sämtliche Übergangsprozesse werden von den pädagogi schen Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern individuell begleitet - im engen Austausch mit den Eltern wird die Ba- sis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Strukturelle und inhaltliche Qualität: Wir legen Wert auf bestmögliche Aus- und Weiterbil dung unserer pädagogischen Fachkräfte, regelmäßigen fachlichen Austausch und Fachberatungen, team- orientiertes Arbeiten, ein klar definiertes Beschwerdemanagement und vieles mehr! 3.2 Bild vom Kind Im Mittelpunkt steht das einzelne Kind mit seinen i ndividuellen Bedürfnissen, Interessen, Erfahrun- gen, Wünschen, Fähigkeiten und Schwächen. Hierbei lernt es auf seine spezielle Art und Weise und benötigt individuelle Unterstützung durch die Fachkräfte. Wir sehen Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Eigenschaften und Fähigkei- ten und geben ihnen Impulse, damit sie die Möglichkeit haben, ihr eigenständiges Handeln zu entwi- ckeln. Sie bekommen von uns genügend Zeit, um sich in ihrem Selbstkonzept entfalten zu können. Wir stehen dem Kind begleitend zur Seite und schaffen den Rahmen, damit sich die Kinder zu SEITE 8 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP eigenständigen Persönlichkeiten entfalten können. Kern unserer Arbeit liegt dabei im Beobachten, Zuhören, Anregen, Herausfordern und Begleiten. Ziel muss sein: jedes Kind hat Zugang zu einem auf sich selbst passenden Angebot 3.3 Kinderrechte Kinderrechte sind Menschenrechte. Dieser Grundsatz sollte für alle Kinder auf der Welt gelten. Die Vereinten Nationen haben sich das zum Ziel gesetzt und die Rechte der Kinder in der Kinderrechts- konvention festgelegt. Das Abkommen wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und ist am 2. September 1990 in Kraft getreten. Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! Das von Outlaw selbst entwickelte Bilderbuch Mein Recht – in echt! vermittelt den Kindern ihre Rechte. Das Bilderbuch ist fester Bestandteil aller Outlaw OGSen. Jedes Kind bekommt ein Exemplar mit nach Hause und die Einrichtungen greifen das Thema immer wieder in Projekten, aber auch im Alltag (z.B. durch unsere Kinderrechtetafeln) auf. 3.4 Partizipation Partizipation ist bei Outlaw keine Aufgabe, sondern eine Frage der Haltung. Wir sind grundsätzlich Partizipativ organisiert. Wir verstehen Partizipation als unabdingbar im Kontext der Demokratisie- rung unserer heranwachsenden Generation. In unseren Einrichtungen schaffen die Fachkräfte die Voraussetzungen und geben Kindern den Raum, sich im Alltag aktiv zu beteiligen und mitzubestim- men. Auf diese Weise lernen sie, ihr Leben eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig zu gestal- ten. Unser Ziel ist es, alle Kinder zu mündigen Individuen auszubilden. Dabei werden alle Kinder ent- sprechend ihres Alters- und Entwicklungsstandes mit einbezogen. Wir arbeiten nach dem vier Stu- fen Model nach R. Schröder, R. Hart und W. Gernert. Informiert werden Gehört werden Mitbestimmen Selbstbestimmen Sie lernen, eigene Wünsche und Interessen wahrzunehmen und zu formulieren. Gleichzeitig lernen sie, die Interessen der Gruppe zu beachten und zu akzeptieren. Die Gestaltung von solidarischen Entscheidungsprozessen wird den Kindern vermittelt. Ritualisierte Vorgehensweisen bspw. bei Mehrheitsentscheidungen gibt den Kindern die notwendige Sicherheit. Bei uns findet Partizipation unter anderem statt: Mitgestaltung der OGS Gestaltung von Regeln des Zusammenlebens Verteilung von Ressourcen (Material, Geld, Zeit, etc.) “Wo möchte ich spielen?”, “Mit wem möchte ich spielen?” Auswahl des Mittagsessens Entscheidungen über das eigene festgelegte Kinderbu dget SEITE 9 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Kinderkonferenz Thema der Ferienbetreuungswochen Mitbestimmung bei der Auswahl der Ausflugsorte für z.B. Ferien AGs – Inhalte & Teilnahme 3.5 Kinderkonferenz Beteiligung der Kinder ist uns ein zentrales Anliegen. In unseren Einrichtungen nutzen wir Kinder- konferenzen als Instrument um Kinder an basisdemokr atischen Prozessen zu beteiligen. Gerne wür- den wir diese sofern gewünscht einführen und einmal monatlich stattfinden lassen. Die bestehen- den Beteilligungsstrukturen werden wir selbstverständlich beibehalten und prüfen, welche Teile ergänzt werden können. Wir begrüßen die städtischen Strukturen des Jugendrates in Münster, so- wie z.B. die bestehenden Beteiligungsstrukturen in unseren Kitas oder Jugendzentren, die wir gerne für den Schulalltag übertragen möchten. Wir können uns vorstellen, die Teilnehmer:innen des Jugendrates des Stadtbezirkes in das Programm mit ein zu binden, um Schüler:innen auf eben diese tolle demokratische Möglichkeit aufmerksam zu machen und zu zeigen, was für Kinder und Jugend- liche in Münster Mitbestimmung bedeuten kann. Über die gewählten Vertreter:innen der OGS wird zu Beginn des Schuljahres in einem vorangegan- genen Wahlkampf mit Steckbriefen und anschließender Stimmabgabe samt Auswertung entschie- den. Der/Die Vertreter:innen der Kinderkonferenz bilden das Sprachrohr und reden aktiv mit: Feedback zum OGS-Alltag Entscheidungen über Ressourcen (Zeit, Angebote, Mat erialien) Ferienvorplanung AG-Inhalte uvm. 3.6 Integration/Inklusion Wir verstehen Inklusion als eine Frage der Haltung unserer Mitarbeiter:innen. In unserer Einrichtung begegnen sich Mitarbeiter:innen, Kinder und Familien mit den unterschiedlichsten Biographien und Erfahrungen. Ziel ist es, dass die Kinder sich unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ent- wickeln, die sie für das soziale und kulturelle Leben in unserer Gesellschaft benötigen. Daher brau- chen Kinder Erwachsene als Vorbild. Kinder sind von Geburt an vorurteilsfrei und sehen „Andersar- tigkeit“ als normale Gegebenheit an. So erleben sie die Mitarbeiter:innen als unterschiedlich und di- vers, akzeptierend und weltoffen. Offenheit, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen, Toleranz, Respekt und Wertschätzung gegenüber vielfältigen Lebenseinstellungen und –formen bilden für uns die Grundlage. 3.7 Interkulturalität Kinder, Familien und Fachkräfte aus unterschiedlichen Kulturen, Alters, Herkunft und Sprache prä- gen das Bild in unseren Einrichtungen, in der sich vielfältige Persönlichkeiten täglich begegnen. Wir erleben dieses als Bereicherung für das gemeinsame Leben in der OGS. Dieses erfordert Offenheit und ein respektvolles Miteinander aller Beteiligten. SEITE 10 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Die Mitarbeiter:innen spiegeln dieses in ihrer Haltung wieder und sind somit Wegbereiter:innen für Kinder, sich in einer multikulturellen Gesellschaft zu integrieren. Eine Outlaw OGS ist ein Ort, an dem Offenheit und die Achtung vor anderen Kulturen gelebt und die eigene kulturelle und religiöse Identität gewahrt wird. 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG Im Rahmen der Trägerschaft übernehmen wir die Organisation der Bis-Mittag-Betreuung ebenfalls. Hier wird das bestehende Personal der OGS durch zusätzliche Mitarbeiter:innen (NTK´s, Aushilfen usw.) ergänzt. Im Falle der Marienschule gehen wir von etwa 20-30 Kindern in der Bis-Mittag-Betreu- ung aus. Um diesen Kindern eine gute Zeit zu gestalten, schlagen wir vor, sie mit den OGS Kindern gemeinsam zu betreuen. Dies ist aus pädagogischer, organisatorischer und auch räumlicher Sicht sinnvoll. Die Betreuungszeit für Kinder in diesem Rahmen ist für Eltern nach den üblichen (durch die Kommune) festgelegten Gebühren kostenpflichtig. Darüber hinaus können sich Eltern z.B. bei Brü- ckentagsangeboten anmelden (kostenpflichtig). Hier halten wir ein buntes Programm aus freizeitpä- dagogischen Angeboten und Ausflügen an unterschiedlichen Standorten vor. An diesen Tagen wür- den wir Kooperationsangebote mit anderen Institutionen oder Einrichtungen im Stadtteil konzipie- ren. 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS Um einen Überblick der Offenen Ganztagsschule zu bekommen, wird im Folgenden der Ablauf und die Struktur dargestellt. Dies umfasst schulische Aktivitäten, Freizeitangebote und AGs. 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) Für die OGS könnte der Tagesablauf folgendermaßen aussehen: Unterrichtsschluss bis Mittagessen Lehrer:innen und Gruppenleiter:innen begleiten den Übergang und tauschen sich über Themen und Konflikte aus. Jüngere Kinder können begleitet werden und ältere Kinder kommen selbstständig in die Räume der OGS. Bis zum Mittagessen haben die Ki nder Zeit für freies Spiel. Die Mitarbeiter:in- nen bieten in verschiedenen Räumen und auf dem Hof kleine, kurzweilige und freiwillige Angebote an. Mittagessen Es wird in Gruppen gegessen. Diese Gruppen werden entsprechend der Teilnehmer:innenanzahl an- gepasst. Unsere Mitarbeiter:innen begleiten die Kin der beim Essen. Lernzeit Direkt nach dem Mittagessen (zu einer festen Zeit) findet die Lernzeit (Hausaufgabenzeit) durch feste Mitarbeiter:innen (Absprachen mit den Lehrer:innen) z.B. im Klassenraum statt. Freizeit Während der Betreuungszeit in der OGS haben die Kinder, außerhalb der verpflichtenden Angebote wie Hausaufgaben, die Möglichkeit, die verschiedenen (Funktions-)Bereiche zu nutzen, sich an freien SEITE 11 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Angeboten zu beteiligen oder zu spielen. Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder viel Zeit drau- ßen verbringen. So sind täglich, unabhängig vom Wetter, immer ausreichend Angebote im Freien fest eingeplant. AGs Die AGs beginnen ab ca. 14:00 Uhr, und die Kinder nehmen, nach ihrer freiwilligen Wahl, an diesen verbindlich für ein Schulhalbjahr teil. Abholzeit Ab 15:00 Uhr besteht die Möglichkeit, die Kinder nach Hause zu entlassen. Absprachen bezüglich fester Abholzeiten zwischen 15:00 und 16:00 Uhr müs sen gemeinsam mit den Eltern und nach einer Standortanalyse getroffen werden. Die Eltern haben die Zeiten den Mitarbeiter:innen schriftlich o- der gegebenenfalls auch kurzfristig telefonisch mit geteilt. Nach der OGS-Zeit Um 16:00 Uhr endet der Betreuungstag der Kinder in der OGS. Im Anschluss an die OGS Zeit bieten wir Eltern eine Randzeitbetreuung an. Diese kann in Kooperation mit Einrichtungen im Stadtteil (Übergänge schaffen) oder in den Räumlichkeiten der Schule durch das Personal der OGS gestellt werden. Hierzu wird mit der Schulleitung je nach Bedarf der Kinder und ihren Eltern ein jährlich zu überprüfendes schulbezogenes Konzept erstellt. Einzelne Angebote können im Bereich der Rand- zeitenbetreuung kostenpflichtig sein. Die Mitarbeiter:innen der OGS werden durch die trägereigene Fundraisingabteilung bei der Einwerbung von Drittmitteln für den Schulstandort unterstützt. 5.2 Hausaufgabenbetreuung Fester Bestandteil und weiterer Baustein im Alltag der OGS ist die Hausaufgabenbegleitung. Die Hausaufgabenzeit bietet den Schüler:innen ein intensives Lernfeld. Sie erhalten hierbei die Möglich- keit, sich im Bereich des eigenständigen und selbstverantwortlichen Lernens zu üben und weiterzu- entwickeln. Hierfür sind klare Organisationstrukturen und Rituale zwischen allen Bildungsakteuren abzusprechen. Während der Hausaufgabenzeit übernehmen Schüler:inn en Verantwortung für rücksichtsvolles Ar- beiten und stärken ihr Sozialverhalten. Sie lernen zügig, ordentlich und strukturiert zu arbeiten. Sie erlangen Routine und Kontinuität bei der Erledigung der Hausaufgaben. Schüler:innen erlernen Techniken zur Selbstkontrolle, erlangen Sicherheit in der Handlungsplanung und entwickeln Ver- trauen in sich selbst. Die fachliche Begleitung und Unterstützung in diese m komplexen Lernprozess obliegt den Leh- rer:innen und den OGS-Kräften. Hierfür sind eine transparente Aufgabenverteilung und Klärung der gegenseitigen Erwartungshaltung unabdingbar. Hierzu sind Absprachen hinsichtlich räumlicher, zeitlicher, organisatorischer, personenbezogener Ressourcen, sowie zum allgemeinen Regelver- ständnis während der Hausaufgabenzeit gemeinsam zu treffen und mit allen Beteiligten, besonders natürlich mit den Schüler:innen und Eltern, die Rahmenbedingungen zu kommunizieren. Uns ist es besonders wichtig, dass die Hausaufgabenzeit von qualifizierten Mitarbeiter:innen, ent- weder mit sozialpädagogischer Ausbildung oder einschlägiger Weiterbildung im Bereich SEITE 12 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Hausaufgaben, übernommen wird. Sie haben ein pädagogisches Wissen über den Entwicklungsstand der jeweiligen Alters- und Lernstufe, kennen die Formen möglicher Unterstützung und wenden diese an. Im besten Fall werden die Hausaufgaben du rch den/die Lehrer:in durchgeführt und über die eingeplanten Lehrerstunden abgedeckt. Weiter sollen die Kinder Kontinuität während der Haus- aufgabenbetreuung erfahren, sodass ein ständiger Wechsel der Fachkräfte hierdurch weitgehend vermieden werden könnte. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte leisten im individuel len Lernprozess der Schüler:innen Hilfe zur Selbsthilfe und schaffen den Rahmen, in dem die Hausaugaben erledigt werden können. Ihr Aufga- benbereich sieht u.a. folgende Aufgaben vor: Durch Einfühlungsvermögen sorgen sie für eine ruhig e und positive Arbeitsatmosphäre, in der die Kinder selbständig arbeiten können, geben bei Bedarf Impulse zur Problemlösung und leisten Hilfestellung bei Verständnisfragen. Sie motivieren die Kinder fortlaufend und beaufsichtigen die Lerngruppe. Sie achten darauf, dass die Hausaufgabenzeit pünktlich beginnt und eingehalten wird. Sie leiten die Kinder zu einem ordentlichen Arbeitsumfeld an, achten auf eine individuell sinnvolle Zeiteinteilung und sorgen dafür, dass die Kinder mit dem Material pfleglich umge- hen. Die Einhaltung des friedvollen Miteinanders wird um gesetzt, die Regeln werden von allen Beteiligten eingehalten und auf Störungen von außen wird entgegengewirkt. Sie fördern die Kinder in ihrer Selbständigkeit, sprechen wertschätzendes Lob und Anerken- nung zu den gezeigten Leistungen aus und unterstützen die sozialen Beziehungen unterei- nander. Die Erledigungen der Aufgaben werden von den OGS-Kräften im genutzten Medium (Wo- chen-Planer, Aufgabenheft, o.Ä.) dokumentiert. Eine kleine Gruppengröße ist wünschenswert, und im besten Fall sind die Gruppen im Klassenver- bund organisiert und finden im eigenen Klassenraum statt. Wir überprüfen regelmäßig ob die Ver- teilung der Hausaufgabengruppen angemessen ist und passen den Personalschlüssel an die Bedarfe an. Wir halten es für sinnvoll, dass die erbrachten Leistungen während der Hausaufgabenzeit in ei- nem zentralen Medium wie z.B. Wochenplaner, Rückmeldeheft, usw. dokumentiert werden. Dadurch wird für alle Beteiligten transparent, wie die Hausaufgabenzeit genutzt werden konnte. Da Schüler:innen in den unterschiedlichsten Bereichen immer durch Erwachsene bewertet werden, ist unser Selbstverständnis der Bewertung bei den Hausaufgaben aus der Perspektive des Kindes gedacht, und wir legen Wert darauf, die individuelle Leistung des Kindes abzubilden und somit die individuelle Entwicklung aller Schüler:innen einzeln zu fördern. Die Schüler:innen sollen die Möglich- keit haben, sich selbst einzuschätzen und sich in einem großen Maße selbst zu reflektieren. Dieser Reflexionsrahmen wird durch gemeinsame Gespräche mi t der Hausaufgabenbetreuer:in begleitet. Unsere Mitarbeiter:innen nehmen sich die Zeit, mit jeder/jedem Schüler:in ein kurzes reflexives Ge- spräch zu den Hausaufgaben zu führen. Wir bevorzugen ein Bewertungssystem, in dem die Schüler:innen sich zu folgenden Leitfragen äu- ßern können, ein: - Bin ich mit meiner Leistung zufrieden? - Habe ich meine Aufgaben erfüllen können? - Was war für mich leicht? - Was hat mich gefordert? SEITE 13 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP - Was hat mir besonders Spaß gemacht? - Was war für mich nicht gut? - Wo möchte ich mich verbessern? - Was könnte mich unterstützen, um mein Vorhaben zu erreichen? Diese Leitfragen bieten den Schüler:innen die Möglichkeit, ihr eigenes Arbeiten bei den Hausaufga- ben zu reflektieren und zu bewerten. Es lässt sie selbst einschätzen, was sie schon gut können und in welchen Bereichen ihre eigenen Talente liegen. Die Form der Darstellung dieser o.g. Rückmeldung de r Schüler:innen darf durch ein Stempelsystem oder Ausformulierungen oder auch ein Ankreuzsystem durch die Schüler selbst entschieden wer- den. Hierzu stehen den Kindern verschiedene Methode n zur Verfügung. Eine zusätzliche Hausaufgaben-Lernzeit von ca. 15 Minuten wäre für uns, in Absprache mit den Leh- rer:innen nach der regulären Lernzeit vorstellbar, um einzelne Schüler:innen gezielt und individuell fördern zu können. Wir präferieren gemeinsame Gesprächssettings mit dem Lehrerkolleg:innen, die in einem festgeleg- ten Rhythmus stattfinden sollten, damit ein regelmäßiger Austausch und Feedback zur Hausaufga- benzeit entstehen kann. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte sollen hierbei ihre Erfahrungen zurück- melden, um eventuell notwendige erforderliche Veränderungsprozesse gemeinsam zu initiieren. Sofern es erwünscht ist, teilen wir unsere Erfahrungen mit einzelnen Schüler:innen gerne in gemein- samen Gesprächen mit den Eltern mit. Wiederkehrende Probleme mit den Hausaufgaben sollten un- bedingt in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Lehr er:innen, OGS-Fachkräften und Eltern be- sprochen werden, um Lösungswege aufzudecken und erforderliche Vereinbarungen zu treffen. 5.3 Fördergruppen In Absprache mit dem Lehrer:innen besteht die Mögli chkeit, dass im Vormittags- bzw. im frühen Mit- tagsbereich auch einzelne Schüler:innen in verschiedenen Bereichen von OGS-Kräften begleitet o- der gefördert werden. Besonders die Vernetzung von Vormittags- und Nachmittagspersonal ist wünschenswert. In Fällen von individuellen Lernanforderungen von einzelnen besonders herausfor- dernden Kindern ist auch eine Beschulung in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums denkbar. 5.4 AGs Die Arbeitsgemeinschaften (AGs) sind ein wichtiger Bestandteil der OGS-Arbeit am Nachmittag. Im Zeitraum von 14:00 bis 16:00 Uhr, mit eventuell unterschiedlicher Anfangs- und Endzeit, finden un- sere AGs statt. Wir achten bei der Auswahl der AGs auf Vielfältigkeit und binden die Kinder bei der Auswahl partizipativ mit ein, indem sie ihre Wünsche für mögliche AG-Inhalte uns vorab mitteilen und später aus der aufgestellten Angebotsliste frei wählen können. Die AGs werden von kompeten- ten freien Mitarbeiter:innen, den OGS-Kräften, den Lehrer:innen sowie von externen Kooperations- partnern geleitet. Wir achten auf ein gutes Maß von Kooperationen und eigenen Mitarbeitern, um eine möglichst hohe Vielfalt in den Angeboten (Sozialraumgedanke) und auch ein Höchstmaß der Verlässlichkeit zu generieren. Die Kinder und Familien erhalten eine Übersicht der verschiedenen AGs. Die Angebote sind breit gefächert und reichen von Kunst-AGs bis hin zu verschiedenen Sportar- ten und lebenspraktischen Aktivitäten, wie beispiel sweise Kochen, Werken und Forschen. SEITE 14 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Die Kinder können gemeinsam mit ihrer Familie und m it Unterstützung des OGS-Teams die AGs aus- wählen, an denen sie teilnehmen möchten. Die Lernanfänger entscheiden über ihre AG-Teilnahme erst nach der Eingewöhnungszeit in der OGS, entweder nach den Herbstferien oder zum Beginn des 2. Schulhalbjahres. Für die Jahrgangsstufen Eins und Zwei und für alle neuen AGs ist ein Ausprobie- ren (Schnuppern) vorgesehen. Nach der Standortanalyse, selbstverständlich unter Einbeziehung der Kinder, wird über die Laufzei- ten der AGs abgestimmt. Die Teilnahme an den AGs erfolgt durch die Bestätigung der Eltern und ist für das Schulhalbjahr verbindlich. Mögliches AG-Programm der OGS: Fußball-AG Garten-AG Kreativ-AG Schach-AG Spiele- und Bewegungs-AG Turn-AG Tanz-AG Werk-AG Forscher-AG Trendsport-AG Naturspiele-AG Programmier-AG Die Aufzählungen sind Ideen für mögliche Kooperatio nen. Die bestehenden Kooperationen bleiben bestehen und werden durch unsere Ideen nach Bedarf und Möglichkeit ergänzt. 5.5 Freizeitangebote im Alltag Einen hohen Stellenwert nimmt im Alltag der OGS die Förderung der Freizeitgestaltung ein. In die- ser Zeit erhalten Kinder selbstbestimmt die Möglichkeit, vielfältige Spiel- und Handlungserfahrun- gen zu sammeln und gleichzeitig ihre Sozialkompeten z zu erweitern. Sie entscheiden selbständig über Spielpartner, Spielort und Spielmaterial. In den Freispielphasen beachten und leben die Kinder die Regeln des sozialen Miteinanders. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere. Die Mitarbeiter:innen erhalten gerade in der Freispielzeit die Möglichkeit, die Stärken und Schwä- chen der einzelnen Kinder zu beobachten. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Rück- schlüsse ziehen, aus denen die Mitarbeiter:innen Impulsangebote kreieren, bei denen die Kinder in- dividuell gefördert werden können. Während der Freispielzeit stehen den Kindern in verschiedenen (Funktions-) Räumen der OGS, sowie dem Außengelände verschiedene Impulsangebote zur Ve rfügung. Die Kinder erhalten hierbei die Möglichkeit zum jahrgangsübergreifenden Lernen, und es entstehen viele spontane altersunabhän- gige Spielgruppen und gemeinsame Aktivitäten. 5.6 Ferienprogramm Ein weiterer wichtiger Baustein in der OGS ist die verlässliche Ferienbetreuung. Es ist die Zeit, in der die Kinder ohne den täglichen „Schulstress“ ihren Interessen und Neigungen nachgehen können. Das spannende und abwechslungsreiche Programm wird von den Mitarbeiter:innen, teils auch vorab SEITE 15 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP partizipativ mit den Kindern, geplant und vorbereitet. Unser Ziel ist es, gerade auch in der Ferienbe- treuung, den Kindern den Sozialraum zu eröffnen, um ihnen die vielfältigen und kostenfreien Frei- zeitmöglichkeiten in ihrer direkten Umgebung näher zu bringen. Die Eltern erhalten alle erforderli- chen Informationen zur Ferienbetreuung rechtzeitig und melden ihre Kinder zur Teilnahme schrift- lich an. Die Ferienbetreuung wird von den NTK´s, GFB und Übungsleiter:innen durchgeführt. Sie wird im Vorfeld der Ferien gemeinsam mit dem hauptamtlichen Personal organisiert und vorberei- tet. Als Träger können wir auf viele Jahre Erfahrung in Sprakel und Wolbeck zurückgreifen. In Zu- sammenarbeit mit den Teams unserer Standorte sind viele verschiedene Aktionen in großen Zeit- räumen denkbar. Wir gehen aktiv auf die derzeitigen Akteure in den jeweiligen Ferien zu und ergän- zen die schon bestehenden Angebote passgenau für den Sozialraum. Einzelne Projekte und Themenwochen werden auf die Bedürfnisse der Kinder hin abgestimmt. Spiele, Ausflüge und unterschiedliche Aktionen dürfen hierbei nicht fehlen, wobei im Vorfeld immer ein alternatives „Regenprogramm“ vorbereitet wird. Während der Schulferien ist die Betreuung der Kinder von 07:30 Uhr (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) bis min. 16:00 Uhr sichergestellt. Im An- schluss der Betreuung begleiten wir (sofern gewünscht) Übergänge in z.B. die Angebote der nahe- gelegenen offenen Angebote der anderen Stadtteilakt eure. Gestartet wird jeden Morgen mit dem Freispiel (bis 9:00 Uhr). Im Anschluss gibt es den gemeinsa- men Start in den Tag mit dem gemeinsamen Frühstück. In der Regel bringen die Kinder ihr Frühstück selber mit. Generell wird Obst und Rohkost den Kindern zum Frühstück angeboten. Anschließend haben die Kinder die Möglichkeit, die vorbereiteten Angebote interessensbezogen zu wählen und daran teilzunehmen. Jede Betreuungswoche steht bei uns unter einem Motto (z.B. Zirkus oder Pira- ten). Das Mittagessen wird gegen 12:30 Uhr gemeinsa m eingenommen. Die Abholzeiten ändern sich ggf. während der Ferienbetreuung auf Wunsch der Elternschaft. Einen Tag in der Woche macht die Gesamtgruppe einen größeren Tagesausflug. Exkursionen und kleine Ausflüge (z.T. in Kleingruppen) im Stadtteil dürfen selbstverständlich im Ferienprogramm nicht fehlen. Die Angebote und Ausflüge sind für die OGS Eltern grundsätzlich kostenlos. Mögliche Tagesausflüge: Erlebnisbauernhof Bauer Bernd Borgholzhausen/Heupferdchen Lüdinghausen Ketteler Hof Wildfreigehege Saerbeck Maxipark Hamm Indoorspielplätze in der näheren Umgebung. Planetarium Zoo Mühlenhof Spielplatztage (z.B. an der Sentruper Höhe) 5.7 Gestaltung von Übergängen Die Gestaltung von Übergängen zwischen Familie und Bildungseinrichtungen, aber auch innerhalb einer Einrichtung (z.B. Wechsel der Einrichtung in offene Einrichtungen wie Jugendzentren) und ins- besondere der Übergang von einer Kindertageseinrichtung in die Grundschule und die außerschuli- sche Betreuung der OGS haben eine wichtige Bedeutun g. SEITE 16 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Übergänge werden von allen Kindern und ihren Eltern in unterschiedlicher Intensität er- und gelebt und sind mit verschiedenen Emotionen, wie z. B. Unsicherheit, Angst, Neugierde, besetzt. Die Ein- schätzungen und Bedürfnisse aller Beteiligten werde n dabei von den pädagogischen Mitarbeiter:in- nen sehr ernst genommen. Geschaffene Sicherheiten, gewohnte Abläufe, Strukturen und Rituale sind Ausgangsbedingungen, die die Öffnung zu Neuem erleichtern können. Grundlage ist das ge- naue Beobachten der Kinder und konkrete Reflexionen im Team. In der OGS würden wir in der ersten Jahreshälfte einen ausführlichen Informationsabend für die El- tern der zukünftigen Lernanfänger:innen durchführen . Auch Einzeltermine für Familien, mit gleich- zeitiger Unterstützung beim Ausfüllen der Verträge und weiterer erforderlicher Dokumente, sind denkbar. Im Sommer, kurz vor den Ferien kann ein Kennenlern- Nach-/Vormittag, gerne auch in Kooperation mit der Grundschule, stattfinden. Die Kinder haben die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und das Team der OGS kennenzulernen und verschaffen sich einen ersten Überblick. Besonders wichtig ist es uns, dass die Kinder auch individuelle Kennlernangebote wahrnehmen können. Hierzu vereinba- ren die Mitarbeiter:innen mit den Eltern individuel le Termine zum „reinschnuppern“. Wir stellen uns hier eine enge Kooperation mit den örtlichen Kindertagesstätten vor. Am ersten Betreuungstag in der OGS werden alle neuen Kinder von den Mitarbeiter:innen der OGS begrüßt. Jedes Kind erhält ein Namensschild, damit sie jederzeit angesprochen werden können. In- tensiv werden Ihnen die verschiedenen Spiel- und Lernbereiche vorgestellt, Regeln und Rituale der OGS vermittelt und die Möglichkeit gegeben, anzukom men. Ab der Einschulung werden die Lernan- fänger:innen in den ersten Wochen von Mitarbeiter:innen der OGS täglich, nach dem Unterricht, in den Klassen abgeholt und in die OGS begleitet. Wir favorisieren das Paten-Modell. Hier übernehmen Kinder der dritten oder vierten Klasse die Pa- tenschaft für einen Lernanfänger. Der Aspekt der hi erdurch erlernbaren soziale Kompetenzen steht dabei ebenso im Fokus wie das gute Ankommen der neuen Schüler:innen. Die Übergangsgestaltung der Viertklässler:innen zur weiterführenden Schule wird jedes Jahr mit einer großen Abschlussparty gefeiert. Die Schüler:innen werden in den Planungsprozess integriert. Umgesetzt wird dieses, in Rücksprache mit dem/der Klassenlehrer:innen, kurz vor den Sommerfe- rien. Nach Möglichkeit bauen wir eine enge Kooperation mit üblichen weiterführenden Schulen z.B. im Stadtteil Kinderhaus auf, um den Schüler:innen ein begleitendes Kennenlernen der neuen Schu- len zu ermöglichen. 5.8 Mittagessen Die Mittagsverpflegung dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern fördert die soziale Ent- wicklung der Kinder. Das Decken und Abräumen des Ti sches wird gemeinsam mit den Kindern durch- geführt. Eine angenehm gestaltete Umgebung, ohne Störungen von außen sorgt für ein entspann- tes und genussvolles Essen ohne Zeitdruck. Die Kinder bedienen sich selbst und lernen dadurch Mengen einzuschätzen. Begleitet werden hierbei die Kinder von ein bis zwei Fachkräften. Diese schaffen unter anderem Raum für gemeinsame Tischgespräche und Informationsaustausch, unter- stützen die Kinder beim selbständigen Essen mit Messer und Gabel und geben, sofern erforderlich, Hilfestellung. SEITE 17 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Gesunde Ernährung ist für uns selbstverständlich. Zum einen verstehen wir unter gesund, dass es abwechslungsreich sein muss und zum anderen, dass das bereitgestellte Mittagessen durch täglich wechselndes Obst und Rohkost ergänzt wird. Ganztägi g steht den Kindern an der Getränkestation Mineralwasser und Tee zur Verfügung. Im Nachmittags bereich steht den Schüler:innen eine kleine Snackrunde, zudem es ebenfalls Obst und Rohkost gibt, zur Verfügung. Um sie an der Planung ihrer Ernährung teilhaben zu lassen, werden die Kinder an der Menüplanung aktiv beteiligt, hierzu gilt es ein tragfähiges Konzept mit den Kooperationspartnern innerhalb der Mensa zu erstellen. Wir stellen uns vor, dass die Kinder an einem oder zwei Tagen in der Woche mit- bestimmen können. Selbstverständlich beachten wir r eligiöse Hintergründe und Lebensmittelunver- träglichkeiten in unserem Speiseangebot. An der Auswahl des bestehenden Caterers halten wir fest und gehen davon aus, dass, das beste- hende Konzept viel Wert auf Nachhaltigkeit legt und dem „Zero Waste“ Gedanken nachkommt. Um die Abrechnung der Kosten für das Mittagessen kümmern wir uns mit unserer trägerinternen Finanzbuchhaltung. Die Gelder werden von uns als Träger direkt von den Eltern eingezogen und ver- waltet. 6 PERSONAL Gutes Personal kann auch gute Arbeit machen. Wir sehen unsere Mitarbeiter:innen als wichtigste Ressource. Aus diesem Grund ist die qualifizierte Besetzung für uns ein wichtiges und zentrales Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf qualifizierte Mitarbeiter:innen und legen viel Wert auf stetige Fort- und Weiterbildung. Wir bieten unseren Mitarbeiter:innen einen unbefristeten Arbeitsplatz, 30 Tage Urlaub, ein Vergü- tungssystem mit Stufenautomatik angelehnt an den TV öD mit den gleichen Gruppen und Stufen so- wie einer betrieblichen Altersvorsorge (arbeitgeberfinanziert). Darüber hinaus können unsere Mitarbeiter:innen attraktive und individuelle Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, u.a. in unserem hausinternen Schulungszentrum (akademie lernbar) im Rahmen eines jährlichen festen Budgets für jede/n Mitarbeiter:in, nutzen. Bei uns ist es möglich, Corporate Benefits zu nutzen, und es gibt die Möglichkeit, ein BusinessBike zu leasen. 6.1 OGS-Koordinator:in Die Stelle der OGS-Koordinator:innen erfordert mindestens eine abgeschlossene Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher:in oder ein sozialpädagogisches Studium. Die gesetzlichen Regelungen des Landes NRW sind zu wahren. Betriebsw irtschaftliches Grundverständnis sowie ein- schlägige Berufserfahrung innerhalb des Arbeitsfeldes oder einer vergleichbaren Einrichtung, in der die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben wurden, sind erforderlich. Um Abwesenhei- ten und Krankheiten abzusichern, ist eine Vertretung trägerseits festgelegt. Diese wird in Abspra- che mit den Leiter:innen der Münsteraner Einrichtungen im gesamten Fachgebiet gesichert und ge- meinsam vereinbart (z.B. Tandemregelung). SEITE 18 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Die Aufgabenbereiche umfassen die Säulen der Netzwe rkarbeit, Führungsverantwortung, Personal- entwicklung, Pädagogik, Elternarbeit, Zusammenarbei t mit der Schule und die administrativen Tä- tigkeiten. Führungsverantwortung Hier besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Fachgebietsleitung und der/des OGS-Koordi- nator:in. Sie repräsentiert den Träger und vertritt dessen Haltung und Werte nach außen. Sie setzt das Grundkonzept Kita & More sowie das Konzept der OGS um und lebt das Führungsleitbild mit sei- nen Grundsätzen („Wertschätzung und Kritikfähigkeit - essentiell für unser Miteinander“ oder „Un- sere Beziehungen – Konstruktiv und vertrauensvoll“) aktiv. Trägerinterne Belehrungen (Kinder- schutz, Hygiene, IfSG, usw.) setzt sie um und achtet darauf, dass alle Mitarbeiter:innen diese einhal- ten. Gemeinsam mit der Fachgebietsleitung und der Schulleitung beteiligt sich der/die OGS-Koordi- nator:in an der Personalauswahl. Personalentwicklung Mit dem Ziel einer konstruktiven Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team sorgt die OGS Ko- ordinator:in für eine positive Teamatmosphäre und schafft hierdurch den erforderlichen Rahmen, um sich gemeinsam kritisch mit der pädagogischen Ar beit auseinanderzusetzen. Die Motivation der Mitarbeiter:innen, gerade auch hinsichtlich Fort- und Weiterbildung, obliegt ihrem Verantwortungs- bereich. Sie koordiniert die (pädagogischen) Abläufe aller Mitarbeiter:innen, plant und führt regel- mäßige Teambesprechungen durch und interveniert bei eventueller Konfliktsituation, auch unter Einbeziehung der Fachgebietsleitung, professionell. Jährlich führt sie die trägerseits geforderten Mitarbeiter:innen-Gespräche und legt gemeinsam mit dem Mitarbeiter individuelle Zielvereinbarun- gen fest. Pädagogischer Aufgabenbereich Die Mitarbeit im OGS-Alltag ist für die OGS-Koordinator:in wichtig, damit sie einen Eindruck erhalten kann, wie die Pädagogik praktisch von der/den Mitarbeiter:in umgesetzt wird und in welchen Berei- chen mögliche Umstrukturierungen oder Veränderungen sinnvoll wären. Dadurch wird ein gemein- sames Planen der Bildungsarbeit sichergestellt. Weiter ist der/die OGS-Koordinator:in für die Sicher- stellung der Aufsichtspflicht verantwortlich und klärt erforderliche Maßnahmen (z.B. Minderbeset- zung des Personals wegen Krankheit) mit der Fachgebietsleitung ab. Die Weiterentwicklung der Konzeption, gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen, ge hört ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. El- ternzusammenarbeit als wichtige Säule der OGS versteht sie als Selbstverständlichkeit und bezieht die Eltern in die Arbeit der OGS mit ein. Die Bildung eines Elternbeirates ist hier wünschenswert und förderlich. Regelmäßige Elternbriefe und andere Arten der Informationsweitergabe machen den Auftrag der OGS für die Eltern transparent und unterstützen eine gelungene Kommunikation. Zusammenarbeit mit der Schule Der/Die OGS-Koordinator:in steht im engen und regelmäßigen Austausch mit der Schulleitung. Täg- liche Kurzabsprachen werden geführt. Die Teilnahme an Konferenzen ist ein wichtiger Bestandteil in der Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Aktionen und F estlichkeiten geplant und umgesetzt. Sie/Er informiert die Schulleitung regelmäßig zu OGS-Abläufen und bezieht sie in ihre Planungen mit ein. Wenn es erwünscht ist, nimmt sie/er an Elterngesprächen teil. Administrative Tätigkeiten Das Führen der Barkasse und des Kassenbuches und di e betriebswirtschaftliche Verantwortung des SEITE 19 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP OGS-Budgets obliegen der OGS-Koordinator:in. Sie/Er fertigt die Betreuungsverträge an, An- und Abmeldungen der Schüler:innen, sowie das Pflegen der Warteliste (bei Bedarf) führt sie/er durch. Unterstützt wird sie/er durch die internen Services (Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung, Rechtsabteilung usw.) des Trägers. Anfragen seitens des Schulverwaltungsamtes werden durch der/die Koordinator:in bearbeitet. Freie Plätze werden auch kurzfristig neu vergeben. Der/Die OGS- Koordinator:in gestaltet den Dienstplan, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen und or- ganisiert die Urlaubsplanung aller Mitarbeiter:innen. Netzwerkarbeit Die Pflege der Kontakte im Sozialraum und darüber hinaus, genauso wie das Repräsentieren der OGS in der Öffentlichkeit (Stadtteilfeste) und die Teilnahme an Sozialraumkonferenzen, ist unab- dingbar für eine erfolgreiche Arbeit der OGS und li egt daher im Aufgabenbereich der OGS-Koordina- tor:in. Sie nimmt an allen relevanten AGs und AKs teil. Unterstützt wird der/die OGS-Koordinator:in bei der Wahrung und Umsetzung ihrer Aufgaben durch die Fachgebietsleitung des Trägers. Regelmäßig nimm t sie/er an den internen Leitungsrunden der Region NRW/NN bzw. Standort Münster teil und tauscht sich dort mit Leiter:innen anderer Einrich- tungen, aus den Bereichen OKJA, Schule und Fansozialarbeit, aus. 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen Unsere Mitarbeiter:innen stellen für uns die wichtigste Ressource dar. Wir achten auf Mitarbeiter:in- nenpflege und legen bei unseren Mitarbeiter:innen Wert auf Reflexion und Austausch lokal aber auch überregional. Teamtage, Supervision und regelm äßige (auch fachbereichsübergreifende) Aus- tauschtreffen sind für uns selbstverständlich und zählen als Qualitätsmerkmal. Wir beschäftigen an unseren aktuellen OGS-Standorten Mitarbeiter:innen mit den unterschiedlichs- ten beruflichen Professionen und beruflichen Stationen. Sozialpädagogische Fachkräfte und Erzie- her:innen, Ergänzungskräfte, Mitarbeiter:innen als Quereinsteiger:innen ohne einschlägige Berufs- ausbildung in einem sozialpädagogischen Bereich. Wir erwarten von unseren Mitarbeiter:innen die Umsetzung des Trägergrundkonzeptes Kita & More und der OGS. Sie identifizieren sich mit den Werten und Haltungen des Trägers, füllen diese im All- tag in der OGS mit Leben, begegnen und begleiten Kinder auf ihrem Lebensweg mit Engagement und Leidenschaft. Die Ausgestaltung der Stellen verstehen wir partizipativ. Orientiert an den persönlichen Ressourcen eines/einer Mitarbeiter:in sind wir offen für individuelle Stellenzuschnitte. Es ist möglich, neben der Tätigkeit in der OGS auch noch weitere Aufgaben bei m Träger (oder auch Extern) zu übernehmen, um möglichst ansprechende Stellen zu schaffen und langfristig zu sichern. 6.3 Freie Mitarbeiter:innen Die Übernahme und Durchführung verschiedener AGs wi rd unter anderem von freien Mitarbeiter:in- nen durchgeführt. Freie Mitarbeiter:innen haben ein en Honorarvertrag mit dem Träger. Unsere AG- Kräfte bringen verschiedene berufliche Facetten und Biographien mit, studieren zurzeit noch an der Universität/Fachhochschule, oder sind bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden. Die/Der OGS-Koordinator:in trifft die Auswahl und die Beschäftigung der AG-Kräfte vor Ort. Die Inhalte der AG werden mit ihnen abgesprochen und reflektiert. Alle an der OGS tätigen Personen müssen ein SEITE 20 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Je nach den Bedarfen werden jährlich neue freie Mitarbei- ter:innen für AGs eingestellt bzw. die AG-Kräfte weiter beschäftigt. 6.4 Hauswirtschaftskräfte Unsere Hauswirtschaftskräfte übernehmen in der OGS den Bereich der Vor- und Nachbereitung der Küche, halten die Hygienestandards ein und organisi eren das Mittagessen. Auch berufsfremde Mit- arbeiter:innen sind uns als Küchenkräfte willkommen . Bestehende Systeme werden genutzt und nur dort ergänzt, wo es nötig ist. 6.5 Fachgebietsleitung Die Dienst- und Fachaufsicht über alle Einrichtungen der OGS, Schulsozialarbeit, Fansozialarbeit und OKJA in Münster wird vor Ort von einer Fachgebietsleitung übernommen. Dies bringt ein fachbe- reichsübergreifendes Austauschgremium auf Leitungsebene mit sich. Gemeinsamkeiten und Syner- gien können auch kurzfristig erkannt und genutzt we rden. Die Stelle der Fachgebietsleitung dient der übergeordneten, eigenständigen Leitung und Steuerung der Einrichtungen, ist Teil des mittle- ren Managements bei Outlaw. Sie steht im engen Kontakt mit der Gesamtleitung in Münster sowie der regionalen Geschäftsleitung. Die Fachgebietsleitung ist die direkte Ansprechperson für die Ein- richtungsleitungen sowie die Koordinator:innen. Sie nimmt punktuell an den Teamsitzungen der OGS teil und unterstützt bspw. in Krisensituationen den/die OGS-Koordinator:in und das Team. Wei- ter ist sie für die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und Budgetverwaltung verantwortlich. Auch die Personalgewinnung und Einstellung (gemeins am mit der Schulleitung) übernimmt die Fachgebietsleitung gemeinsam mit der Koordinator:in . Sie steht im regelmäßigen Kontakt, zur Schulleitung. In Abwesenheitszeiten des/der Koordinator:in übernimmt die Fachgebietsleitung ver- tretend die Zuständigkeiten und stellt die Rückkopplung zum Träger sicher. 6.6 Teamsitzungen Gemeinsame Teamsitzungen tragen zu einem positiven Miteinander bei und steigern die qualitative Arbeit innerhalb der OGS. Wir streben die Durchführ ung wöchentlicher Kurzteambesprechungen (1 Stunde) und einmal im Monat eine Langteambesprechun g (2,5 Stunden) an. Thematisiert werden in den Sitzungen u. a. folgende Inhalte: Kollegiale Beratung Fallbesprechungen Dienstplanung Planung des Ferienprogramms Implementierung von Fort- und Weiterbildungen Gemeinsame Zielsetzungen zur zukünftigen Ausrichtun g der OGS Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten mit den Eltern Rückmeldung verschiedener Informationen von den Schulkonferenzen Terminplanung Im Schuljahr werden ein bis zwei ganztägige Konzeptionstage stattfinden. Themen hierbei sind so- wohl trägerseits vorgegeben, als auch teamintern gewünscht. Vorbereitet werden diese in der Re- gel von der OGS-Koordinator:innen und Fachgebietsleitung. Inhalte in der Vergangenheit waren bspw. Kinderrechte, Raumgestaltung, Schlüsselprozesse, Partizipationsmethoden und konzeptionel- les Weiterdenken uvm. SEITE 21 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 6.7 Fortbildung Der Träger legt besonderen Wert darauf, dass sich die Fachkräfte regelmäßig weiter- und fortbil- den. Die Bereitschaft hierzu wird bereits durch den geschlossenen Arbeitsvertrag von den Mitarbei- ter:innen abverlangt. Jede/r Mitarbeiter:in hat einen Fortbildungsetat zur Verfügung, welches nach Absprache mit der OGS-Koordinator:innen und Fachgebietsleitung ausgeschöpft werden soll. Akademie Lernbar: Unsere Mitarbeiter:innen genießen die Vorzüge einer internen Fortbildungs-Akademie, welche ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Die Akademie Lernbar bietet u.a. folgende Fortbildungsinhalte an: Kinderrechte, Kinderschutz, Partizipation für Kitas, OGS und Hilfen zur Erziehung Interkulturalität in den unterschiedlichsten Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe Führen & Leiten Kommunikation & Gesprächsführung Methoden der Sozialen Arbeit Kollegiale Beratung Zertifikatskurs Kinderschutz §8a Umgang mit digitalen Medien Um die pädagogischen Mitarbeiter:innen vor dem Hintergrund der vielfältigen und anspruchsvollen Anforderungen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, bieten wir ihnen regelmäßige Gelegenheit zum fachlichen Austausch z. B. auf den bundesweit stattfindenden Tagungen sowie Leitungskonferen- zen und regionalen Fachtagen, wie z.B. Kinderrechte, Marte Meo, usw. Die Mitarbeiter:innen erhalten hierdurch die Möglichkeit, durch Best Practice-Beispiele anderer Fachbereiche ihr eigenes Fachwissen zu erweitern. Jedes Team hat die Möglichkeit, individuelle Teamfindungsprozesse durch innovative erlebnispädagogische Angebote zu initiieren, um dadurch die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Nicht jeder Teamfindungsprozess verläuft reibungslos und ohne die eine oder andere Schwierigkeit ab. Daher haben die Teams an unseren Standorten die Möglichkeit, von der BMC-Ambulanz der Fachhochschule Münster in diesem Prozess begleitet und unterstützt zu werden. Die BMC-Ambulanz ist in Deutschland bislang einzigartig. Sie bietet den Teams die Möglichkeit, durch fortgeschrittene berufs- und lebenserfahrende Studierende des weiterbildenden Masterstu- diengangs M.A. Beratung Mediation Coaching (BMC) in Bezug auf das individuelle Anliegen eine Be- ratung, Mediation oder ein Coaching zu erhalten. Lehrende der Fachhochschule Münster begleiten die Studierenden eng, um einen qualitativ hochwertigen Prozess sicherzustellen. Teamcoaching, Teambildung und Konfliktklärung in den Teams sind dabei mögliche Einsatzgebiete der BMC-Ambulanz. Das Angebot der BMC-Ambulanz steh t exklusiv den Mitarbeiter:innen der Out- law gGmbH und einem anderen Träger der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. 6.8 Ausbildungsort Die OGS als Ausbildungsort sehen wir als zentrales Instrument, die zukünftige Generation der Fach- kräfte zu fördern. Qualifizierte Mitarbeiter:innen übernehmen hierbei die Anleitung und stehen im SEITE 22 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP engen Austausch mit den weiterführenden Schulen bzw . Fachschulen für Sozialpädagogik. Besonde- res Augenmerk liegt auch auf die Ausbildung angehender Sozialpädagog:innen im Rahmen eines Hochschulstudiums. Hier arbeiten wir eng mit den verschiedenen Fachbereichen der IU, FH und Ka- tho Münster zusammen. Die Ausbildung von Erzieher:i nnen im Berufsanerkennungsjahr ist uns be- sonders wichtig. Zeitgleich werden maximal zwei Praktikant:innen aufgenommen. Über die Auswahl wird gemeinsam mit der Schulleitung entschieden. 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE Die OGS stellt im Schulsystem eine zentrale Schnittstelle dar. Wir begleiten Kinder und Familien ak- tiv im Bildungsprozess und stellen ihnen die erforderlichen Ressourcen für ein erfolgreiches Lernen zur Verfügung. Zentrale Aufgabe ist es, dass alle Bildungsakteure entsprechende Ziele für ein ge- meinsames Schulleben verfolgen und Maßnahmen zur Fö rderung einer positiven Atmosphäre, wie z.B. gemeinsame Aktivitäten und Feierlichkeiten umsetzen. 7.1 Schulleitung Ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang ist für die Zusammenarbeit der/die OGS-Koordi- nator:in mit der Schulleitung unabdingbar. Ein regelmäßiger Austausch, sei es in „Tür- und Angel- Gesprächen“ und zu terminierten Besprechungen, sind die Basis für eine gut funktionierende Arbeit im Schulbetrieb und in der OGS. Der/Die OGS-Koordinator:in verständigt sich fortlaufend mit allen zum Schulleben gehörenden Akteuren und transportier t die Informationen an die Mitarbeiter:innen der OGS. Ebenso werden die Informationen der OGS zu r Schulleitung und zum Lehrerkollegium wei- tergegeben. Die Teilnahme an Lehrer- und Schulkonferenzen ist selbstverständlich. Für eine gelun- gene Zusammenarbeit sehen wir die sporadische Teilnahme der Schulleitung an den Teambespre- chungen der OGS als förderlich an. Die Schulleitung hat bei der Personalauswahl ein Mitsprache- recht. Gerne führen wir gemeinsame Gespräche hinsichtlich erforderlicher Personaleinstellungen und halten Rücksprache bei der Aufnahme etwaiger Praktikanten:innen in der OGS. Der Informati- onsabend der neuen Lernanfänger:innen wird in Kooperation und gemeinschaftlicher Vorbereitung durchgeführt. 7.2 Lehrkräfte Ein gemeinsamer Austausch und gegenseitige Unterstützung prägen die Zusammenarbeit der OGS- Mitarbeiter:innen und den Lehrer:innen. Sofern es erforderlich sein sollte, nehmen die pädagogi- schen Mitarbeiter:innen gerne an Elterngesprächen mit den Lehrer:innen teil. Die Durchführung der Hausaufgabenbetreuung erfolgt in Kooperation mit den Lehrer:innen. Klare Absprachen, wie z.B. die Hausaufgabenbetreuung umzusetzen ist, sorgen bei Mitarbeiter:innen und Kindern für Struktur und geben Sicherheit. Sonderpädagog:innen und Schulsozialarbeiter:innen s ind weitere wichtige Kooperationspersonen im OGS Alltag und daher ist eine enge Zusammenarbeit äußerst wichtig. Ein regelmäßiger Aus- tausch z.B. zum Lernfortschritt einzelner Schüler:innen sollte erfolgen, und es könnten Absprachen hinsichtlich gemeinsamer Förderungsmöglichkeiten getroffen werden. SEITE 23 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT Primär sind die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit mit ihnen ist für uns daher selbstverständlich und für eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspart- nerschaft unerlässlich. Bei den unterschiedlichen Lebensbedingungen der Familie ist es uns wichtig, die Eltern zu stärken und ihnen zu verdeutlichen, dass wir uns als Partner in Frage der Erziehung und Bildung ihrer Kinder verstehen. Wir arbeiten mit den Eltern zum Wohle der Kinder zusammen. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in der OGS. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt wer- den. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Familie und entsprechen nach Möglichkeiten den Wün- schen und Bedarf hinsichtlich der Gestaltung des Angebotes. Von unserem Angebot profitieren also nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür sind regelmäßige Elterngespräche notwendig. Den Eltern soll ermöglicht werden, Fragen und Anregungen zu äußern. Gemeinsam können Vereinbarungen getroffen werden, die zur positiven Entwicklung des Kindes beitragen. 8.1 Elternarbeit Eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit mit den Familien ist uns besonders wichtig. Ein enger Austausch, geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit, bildet die notwendige Vertrauensbasis, um die bestmögliche Förderung für das Kind zu gewährleisten. Wir verstehen uns als familienergän- zende Einrichtung, in der die Familien im Bereich Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder un- terstützt werden. Wechselseitiger Respekt, Achtung und ein wertschätzender Umgang miteinander sind die Grundvoraussetzung für eine gelungene Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in unseren Einrichtungen. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt werden. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine, z. B. bei der Suche nach Beratungsstellen. Unsere Vielfalt an unterschiedlichen Einrich- tungen lässt uns bei vielen Beratungsthemen innerhalb unseres eigenen Trägers auf bestehende Angebote zurückgreifen. Unsere bestehenden Kooperationen: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Fachabteilungen Kindertagespflege, Jugendförderung, OGS-Fachdienst Caritasberatungsstelle Zartbitter Kinderschutzbund Arbeitskreis Soziale Bildung Jobcenter Selbstverständlich werden die schon bestehenden Koo perationen weitergeführt und durch unsere Ideen ergänzt. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen SEITE 24 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP und individuell zu berücksichtigen. Dafür ist ein regelmäßiger Austausch wichtig. Im Elterngremium haben die Eltern ihre Vertretung. Von dort sollen Impulse ausgehen und in die OGS wirken. Wir wün- schen und freuen uns über die Mitarbeit der Familien in unserer Einrichtung im Rahmen ihrer Res- sourcen und Möglichkeiten. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft verstehen wir als aktive Teilhabe von Eltern, aktives Zusam- menwirken von pädagogischen Fachkräften und Eltern, Familienberatung und Familienbildung und Unterstützung im Aufbau und Nutzung von Netzwerken. Modelle der Elternarbeit an unseren Standorten: Planung und Durchführung verschiedener Feste Familien-/Eltern-Café Elternbriefe “Neues aus der OGS” – Elternpost als Newsletter (mind. alle drei Monate) Nachmittag der offenen OGS Präsentation verschiedener AGs Elternbeirat (Kooperation mit der Schulpflegschaft) Beratungsangebote (in Präsenz und Digital) Elterninformationsabende 8.2 Elternmitgestaltung Für uns ist eine gute Elternarbeit geprägt von deren Mitgestaltungsmöglichkeiten. Für uns sind ei- genständige Elternversammlung denkbar, um besonders die Belange der OGS zu besprechen. In der Praxis muss dies auf Sinnhaftigkeit geprüft werden und eng mit Schulleitung und Schulpflegschaft abgesprochen sein, um nicht doppelte Strukturen zu schaffen. Wir stellen uns vor, dass einmal jähr- lich (meist im September bzw. nach Beginn des neuen Schuljahres) eine Elternversammlung stattfin- det. Inhalte der Vollversammlung sind u.a. die Termine des 1. Schulhalbjahres, wichtige pädagogi- sche Informationen zum OGS-Geschehen und die Wahl dem/der Elternvertreter:innen (sofern nötig) und auch um Raum für Ideen und Kritik zu geben (nicht alle Eltern, die in der Schulpflegschaft sind haben ihre Kinder in der OGS angemeldet). 8.3 Anlassbezogene Elternabende Thematische Informationsveranstaltungen, mit Theori e- und Praxisanteilen, ergänzen unser Ange- bot einer gewinnbringenden Elternarbeit. Verschiedene interessante Themen, die die Lebenswelt der Familien beschäftigen, werden von uns initiiert, aber auch durch Rückmeldungen des Elternbei- rates hin ausgesucht, vorbereitet und durchgeführt. Die Angebote sind grundsätzlich Kostenlos und können je nach Bedarf in Präsenz und Digital stattfinden. Unsere Beispiele für Elterninformationsabende: Informationsabend für die neuen Lernanfänger:innen Selbstbehauptung Medienkonsum Tischspiele neu entdeckt Angemessene Freizeitgestaltung für Kinder im Grundschulalter Taschengeld – wie mache ich es richtig. Kinderrechte SEITE 25 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF Unser Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien und ermöglicht den Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Orientiert an den jeweiligen Standort reagieren wir, nach Auswertung regelmäßiger Bedarfsabfragen, in vorheriger Rücksprache mit der Schulleitung und dem Schulverwaltungsamt, und passen die Öffnungszeiten der OGS an. Flexibilität ist unsere Stärke – Randzeiten und Extrazeit sowie Frühbetreuung sind für uns grund- sätzlich selbstverständlich. Gerne bieten wir auch kurzfristig verlässliche Betreuungssettings für die Eltern an. 9.1 Öffnungszeiten Eine Sicherstellung der Betreuungszeiten an der OGS Grundschule Sprakel würde zu folgenden Zei- ten vorgehalten werden: OGS-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 16:00 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Bis-Mittag-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 13:30 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Extrazeit so wie Eltern einen Bedarf anmelden. Die Extrazeit kann z.B. durch eigenes Personal abgesichert werden. Denkbar sind für uns aber auch Kooperationsangebote mit und an anderen Einrichtung en (z.B. der Kinder- und Jugendarbeit) an den jeweiligen anderen Standorten. Hier würden wir den Übergang durch unser Personal verlässlich begleitet gestalten. 10 QUALITÄTSMANAGEMENT Die Outlaw gGmbH verfügt über ein zentrales Qualitä tsmanagement, das hinsichtlich der strategi- schen Planung und Umsetzung unmittelbar der Geschäftsführung zugeordnet ist. Es gibt jährliche arbeitsfeldspezifische Qualitätszirkel, die Grundlage sind Verfahrensweisen und Standards zu entwi- ckeln und Prozesse zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern. Durch die dezentrale Struktur des Unternehmens kann so auf unterschiedliche regionale Rahmenbedingungen und interne Anfor- derungen sowie ggf. externe Vorgaben zur QE flexibel passgenau reagiert werden. Als Teil der übergeordneten Qualitätsentwicklung wurden u.a. entwickelt: Trägerkonzept Grundkonzepte für die pädagogischen Arbeitsfelder Schlüsselprozesse für die pädagogischen Arbeitsfelder Internes Evaluationssystem für die Umsetzung von Sc hlüsselprozesse Stellenprofile Führungsleitbild Personalentwicklungskonzept Standards zur Einarbeitung von neuen Mitarbeiter:innen Partizipationsstandards für Mitarbeiter:innen (Feedbackmanagement) Partizipationsstandards für Adressat:innen (Beschwe rdemanagement) Standards zum Kinderschutz (Dienstanweisungen) SEITE 26 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Jahresplanung/Zielvereinbarungen Mitarbeiter:innen-Befragung 10.1 Beschwerdemanagement Für alle Einrichtungen der Outlaw gGmbH wurde bundesweit ein Mindeststandard für Beschwerde- möglichkeiten entwickelt. Individuelle und informel le Beschwerdemöglichkeiten werden zusätzlich weiterhin als Option vorgehalten. Der Mindeststandard besteht aus einem Beschwerdeflyer für Kin- der bzw. ihren Familien und dem Bilderbuch Mein Rec ht-in echt! Der Beschwerdeflyer nennt interne sowie externe Beschwerdestellen, an die die Kinder und ihre Familien sich bei Beschwerden wenden können. Das Bilderbuch erklärt den Kindern und ihren Familien, welche Rechte Kinder haben. Beide Broschüren erhalten die Familien mit der Begrüßungsmappe zur Aufnahme in die OGS und liegen an einem jederzeit für die Kinder und ihren Familien zugänglichen Ort aus. Eine Verfahrensbeschreibung regelt den Prozess der Beschwerdebearbeitung. Alle Beschwerden werden turnusmäßig ausgewertet; die Ergebnisse fließen in Planungsprozesse ein. Wir verstehen Beschwerden als ein wichtiges Instrument zur Sicherung bzw. Überprüfung der Quali- tät der pädagogischen Prozesse und als unverzichtba ren Bestandteil der professionellen Arbeitsbe- ziehung zwischen Fachkräften, Eltern und Kindern. Oberstes Ziel dabei ist, die Belange ernst zu neh- men, den Beschwerden nachzugehen, diese möglichst abzustellen und Lösungen zu finden, die alle mittragen können. Beschwerden können von Eltern und Mitarbeiter:innen in Form von Kritik, Ver- besserungsvorschlägen, Anregungen oder Anfragen wei tergegeben werden. Wir schaffen bewusste Gesprächsmöglichkeiten, die z um einem im direkten Gespräch mit der jewei- ligen Fachkraft oder OGS-Koordinator:innen jederzeit möglich ist und zum anderen auch Gruppen- angebote (Elternbeiratssitzungen) sein können. Ebenso können Anliegen an die Elternvertreter:in- nen oder die Fachgebietsleitung weitergeleitet werden. Selbstverständlich kann auch ein möglicher vorhandener Briefkasten für Anliegen jeder Art genu tzt werden. Besonderen Wert legen wir darauf, dass die Kinder eine Stimme bekommen. Wir schaffen auch hier bewusst Gesprächsanlässe und die Kinder haben die Möglichkeit, mit der Unterstützung der Fach- kräfte ihre Anliegen in der Kinderkonferenz anzubringen. 10.2 Kinderschutz Eine besondere Anforderung stellt der Schutz von Kindern dar. Daher ist es wichtig, dass die Kinder gut beaufsichtigt sind, ihnen zugehört wird und sie ernst genommen werden. Falls es zu einem Ver- dacht oder Verfahren kommt, werden sie bis zum Ende durch unsere Mitarbeiter:innen begleitet. Kindeswohlgefährdung zu erkennen, kann sehr schwierig sein. Ein achtsamer Blick der Fachkräfte kann dazu beitragen, eine Kindeswohlgefährdung aufzudecken und somit abzuwenden. Durch trä- gerinterne, spezielle Schulungen, werden alle unsere Mitarbeiter:innen der OGS jährlich speziell zu dieser Thematik geschult. Nach § 8a SGB VIII sind alle Träger der freien Jugendhilfe verpflichtet, für den organisatorischen Rahmen des Schutzauftrages hinsichtlich einer Kindeswohlgefährdung zu sorgen. Vor jeder Einstel- lung wird ein erweitertes Führungszeugnis nach § 72a SGB VIII von allen Mitarbeitenden verlangt. Dies wird auch nach der Einstellung in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Outlaw gGmbH hat eine Dienstanweisung auf dieser Grundlage erstellt, die die genaue Vorgehensweise bei SEITE 27 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Kindeswohlgefährdung regelt. Sie gilt für alle pädagogischen Mitarbeiter:innen, die regelmäßig Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Familie haben. Jede/r neue Mitarbeiter/in erhält die Dienst- anweisung mit dem Arbeitsvertrag und im ersten Monat der Tätigkeiten eine Belehrung zur Dienst- anweisung durch dafür verantwortliche Leitungskräfte. In jeder Einrichtung ist die Dienstanweisung zugänglich. Das Verfahren der internen Dienstanweisung berücksichtigt dabei die jeweilig gültigen Vereinbarungen gemäß SGB VIII § 8a mit den öffentli chen Trägern der Jugendhilfe. Outlaw stellt innerbetrieblich erfahrene Fachkräfte, die im Verdachtsfall eine Besprechung mit den beteiligten Fachkräften durchführen. Dabei wird das Gefährdungsrisiko abgeschätzt, der Einbezug der Beteiligten besprochen und weitere Handlungsschritte werden festgelegt. Gerade der Umgang mit der Thematik Kindeswohlgefährdung bedarf eines abgestimmten, adäqua- ten Verfahrens zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Das interne Verfahren bei dem Verdacht einer Kindeswohlgefährdung sieht vor, dass die verantwortliche Leitungskraft von der/dem pädago- gischen Mitarbeiter/in informiert wird, sobald die Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorlie- gen. Gemeinsam wird die Situation reflektiert, und es erfolgt eine Einschätzung darüber, welcher Handlungsbedarf besteht. Bestätigt sich der Verdach t, wird eine entsprechende Beratung nach § 8a durch die pädagogische Fachkraft organisiert, die den Hinweis erhalten hat bzw. durch eine damit beauftrage Person. In der Beratung erfolgt - begleitet durch die insoweit erfahrene Fachkraft - eine Gefährdungsabschätzung, sowie die daraus resultierende Planung des weiteren Vorgehens. Weiter- hin sind regelmäßige Erfolgskontrollen in Form von Beratungen durch mehrere Fachkräfte durchzu- führen, bis die Gefährdung abgewendet ist. Der sachgerechte Umgang mit Kindeswohlgefährdung erfordert eine sorgfältige Dokumentation. Diese dient der professionellen Bearbeitung sowie der rechtlichen Überprüfbarkeit. 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION Outlaw steht für eine sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe. Unsere Einrichtungen sind elementa- rer Bestandteil der jeweiligen Sozialräume. Sie sind fester Bestandteil des öffentlichen Lebens und gleichzeitig geschützte Räume für Kinder. Es gehört zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbei- ter:innen, die Kinder mit ihrer räumlichen Umgebung vertraut und diese für sie altersgerecht be- greifbar zu machen. Für die Lebenswelt der Kinder ist zweierlei von großer Bedeutung: Zum einen die Kenntnis des Sozialraums und zum anderen das Wissen um die Ressourcen. Die Lebensweltori- entierung der Kinder in den Fokus zu nehmen heißt, die individuelle Ausgestaltung des Lebens der Kinder, aber auch der Eltern und Familien, zu berücksichtigen und zu respektieren. Die Lebenswel- ten hängen dabei auch von Lebensverhältnissen ab, die ihrerseits wiederum durch den Sozialraum geprägt oder bestimmt sein können. Unsere Kinder un d Familien profitieren von der Vernetzung im Stadtteil und von dem Zusammenschluss verschiedener Kooperationspartner:innen. Verschiedene Fachdienste unterschiedlicher Profession lassen einen breiten Blickwinkel zu und helfen allen betei- ligten Akteuren, zum Wohle des Kindes und dessen Familien. bspw. durch kurzfristiges Intervenie- ren in Krisensituationen oder Installieren vielfältiger Unterstützungsangebote für die Familie. Der Ausbau unserer Netzwerke für die OGS ist elemen tarer Bestandteil unserer Arbeit und wird fortlaufend erweitert. SEITE 28 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP Mögliche Netzwerke & Kooperationen: Beratungsstellen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit Familienzentren in der näheren Umgebung Jugendamt der Stadt Münster Kitas im Sozialraum Arbeitskreise im Sozialraum Sozialdienst für Flüchtlinge – Flüchtlingsunterkünfte in der Nähe Sportvereine im Sozialraum Kirchengemeinden in der Nähe Die Vernetzung im stadtweiten Trägertreffen ist eine Selbstverständlichkeit. Unsere Mitarbeiter:in- nen bringen sich mit der Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen der Stadt bzw. dem Stadtteil ein. SEITE 29 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN Wir freuen uns, wenn Sie Rückfragen, Ergänzungen oder Wünsche zu unseren in diesem Konzept verschriftlichten Inhalten haben. Das Konzept wurde von der Fachgebietsleitung Sebastian Geeraedts erarbeitet. Fachgebietsleitung - Sebastian Geeraedts Outlaw gGmbH Idenbrockplatz 27 48159 Münster Mobil 0176 22 81 77 10 sebastian.geeraedts@outlaw-ggmbh.de Gesamtleitung – Friedhelm Höfener (kommissarischer Gesamtleiter) Outlaw gGmbH Johan Krane Weg 18 48159 Münster Telefon: 0251-3835660 friedhelm.hoefener@outlaw-ggmbh.de Outlaw gGmbh Johann-Krane-Weg 18 48149 Münster Tel. 0251 3835660 Fax. 0251 38356699 info@outlaw-ggmbh.de www.outlaw-ggmbh.de SEITE 30 KONZEPT – MARIENSCHULE HILTRUP 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER
Anlage A
3960 Zeichen
Anlage A zur V/0764/2022 Kurzüberblick Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit dem Schulkonferenzbeschluss mehrheitlich vor, dem Träger Outlaw gGmbH für die Offenen Ganztagsschule in der städtischen, katholischen Marienschule Hiltrup zum Schuljahr 2023/2024 zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verwaltung wurde mit dem Antrag A-R/0039/2016 „Qualitätsoffensive die gute (offene) Ganz- tagsschule“ beauftragt, ein Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln und mehr als 25% der Offenen Ganztagsschulen in die Trägerschaft anerkannter freier Träger der Jugendhilfe überzuleiten. Der Rat hat daraufhin in seiner Sitzung vom 26.08.2020 mit der Vorlage V/330/2020 beschlossen, alle Offenen Ganztagsschulen sukzessive in d ie freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Erreichen dieser Werte werden wir die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts -, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln. Die Verwaltung und die Marienschule Hiltrup schlagen vor, dem Träger Outlaw die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule zum Schuljahr 2023/24 zu übertragen. Weitere Detailplanungen (Dienstvereinbarung) werden in Kooperation mit dem Träger, der Schul- leitung und der Verwaltung vor der Übernahme getroffen. Finanzierung Produktgruppe: 0602 Kinder- und Jugendarbeit Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2023 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind verpflichtet, Plätze für die Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter bedarfsgerecht in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege vorzuhal- ten (§24 Absatz 4 SGB III). Die Kommune kann diese Verpflichtung auch durch entsprechende Angebote an Schulen erfüllen, soweit die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote nach den Grundsätzen des SGB VIII gestaltet werden (§5 Absatz 1 KiBiz).“ RdErl. D. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABI.NRW.01/11 S.38, berichtigt 02/11 S.85) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsende Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzü- ge im Basisszenario „Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“ auf 326.000 Einwohner steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachstum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner zählen. Die wach- sende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Heraus forderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil des weite- ren Ausbaus der Offenen Ganztagsschule (OGS). Alle Maßnahmen zum Ausbau der OGS orien- tieren sich an der kleinräumigen Bev ölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf aus- gerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu trägt insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der OGS bei. Im Rahmen der unterschied- lichen Arbeitsfelder der OGS werden wichtige A spekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachför- derung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familien -freundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der quantitative und qualitative Ausbau von Angeboten der Offenen Ganztagsschulen im Einklang mit der Ausrichtung als führender Wirtschaftsstandort.
Anlage 2 Kolping_OGS-Konzept_Marienschule Hi
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Konzept
Offene Ganztagsangebote
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Inhalt
1.Vorbemerkung ....................................................................................................................................... 3
2. Leitbild ................................................................................................................................................... 4
3. Ziele und Grundsätze ............................................................................................................................ 5
3.1 Sprache und Kommunikation .......................................................................................................... 6
3.2 Inklusion von Kindern mit Behinderung und Genderthematik ....................................................... 6
3.3 Integration von Migrantinnen und Migranten ................................................................................ 6
3.4 Bewegung, Spiel, Sport und Ruhe .................................................................................................... 7
3.5 Ernährung und Gesundheit .............................................................................................................. 7
3.6 Kulturelle Bildung ............................................................................................................................ 8
3.7 Natur und Umwelt ........................................................................................................................... 8
3.8 Hausaufgaben und Wochenplan ..................................................................................................... 8
3.9 Verkehrserziehung und Radfahrausbildung .................................................................................... 9
4. Rahmenbedingungen ............................................................................................................................ 9
4.1 Betreuungszeiten und Ferien .......................................................................................................... 9
4.2 Gestaltung der Gruppen ................................................................................................................ 10
4.3 Partizipation ................................................................................................................................... 11
4.4 Kooperationen ............................................................................................................................... 11
4.5 Zusammenarbeit mit den Eltern .................................................................................................... 12
4.6 Zusammenarbeit mit der Grundschule ......................................................................................... 13
4.7 Zusammenarbeit mit dem Schulträger .......................................................................................... 13
5. Personal ............................................................................................................................................... 13
5.1 Leitung, Koordination .................................................................................................................... 13
5.2 Qualifikation des Personals ........................................................................................................... 13
5.3 Personaleinsatz .............................................................................................................................. 14
5.4 Fortbildung des Personals ............................................................................................................. 14
6. Kinderschutz ........................................................................................................................................ 15
7. Qualitätssicherung .............................................................................................................................. 15
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1.Vorbemerkung
Ausgehend vom Schwerpunkt „Entschieden für Familie“ sieht das Kolpingwerk Diözesanverband
Münster Angebote der Übermittags- und Ganztagsbetreuung auch im Kontext der verbesserten
Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Jedoch müssen Schule und
Erziehung in erster Linie das Wohl des Kindes im Blick behalten. Unter diesem Gesichtspunkt sollten
die Angebote so gestaltet sein, dass sie die Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand und ihrer
sozialen Reife fördern.
Die offene Ganztagsgrundschule „soll durch die Zusammenarbeit von Schule, Kinder- und Jugendhilfe
und weiteren außerschulischen Trägern ein neues Verständnis von Schule entwickeln. Sie sorgt für
eine neue Lernkultur zur besseren Förderung der Schülerinnen und Schüler. Sie fördert die
Zusammenarbeit von Lehrkräften mit anderen Professionen.“ (RdErl. Punkt 1.1)
Das Kolping-Bildungswerk ist anerkannter Träger der Jugendhilfe nach § 75 KJHG/SGB VIII.
In unserem Konzept orientieren wir uns an dem Modell „QUIGS 2.0 – Primar, Qualitätsentwicklung in
Ganztagsschulen“ und greifen Inhalte der einzelnen Module des Modells auf.
Das Kolping-Bildungswerk kooperiert in vielfältiger Weise mit Schulen im Münsterland.
Wir sind Träger der offenen Ganztagsgrundschule an der
Verbundgrundschule Milte-Einen
Brigidenschule Legden-Asbeck
der pädagogischen Übermittagsbetreuung in der Sekundarstufe an 11 Schulstandorten
der Schulsozialarbeit an 6 Schulstandorten
der sozialpädagogischen Betreuung in einem Internat
sowie einer U3-Betreuung
Die Mensa bzw. Essensausgabe organisieren wir an 4 Schulen.
An mehreren Schulstandorten sind Integrationshelfer und FSJ’ler tätig.
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2. Leitbild
Das Kolping Bildungswerk ist Teil des weltweiten Kolpingwerkes, das heute mit rund 450.000
Mitgliedern in mehr als 50 Ländern der Erde auf allen Kontinenten vertreten ist. Allen Kolping-
Einrichtungen gemeinsam ist der programmatische Anspruch ihrer Arbeit, den Adolph Kolping, der
große deutsche Sozialreformer, schon vor 150 Jahren geprägt hat:
„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch.“
Eine Leitlinie, die auch die Aufgaben der Kolping- Bildungswerke prägt. Unter Bildung verstehen wir
einen den ganzen Menschen umfassenden lebenslangen Prozess, der den Menschen befähigen soll,
über die eigene persönliche Entfaltung hinaus zu einer aktiven Teilhabe am sozialen, politischen und
wirtschaftlichen Leben zu gelangen. Unsere Grundlage ist das Leitbild des Kolpingwerkes
Deutschland.
In unseren Angeboten geht es um mehr als Wissensvermittlung, es geht um einen ganzheitlichen
Bildungsansatz, um ein ganzheitliches Verständnis des Menschen. Es geht um Herz und Verstand. Wir
sehen den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Interessen in seiner konkreten Lebenssituation. Wir
sehen ihn sowohl in seiner Individualität als auch in seinen sozialen Beziehungen. Für uns und die
Gestaltung unserer Bildungsangebote folgt daraus eine Haltung
die geprägt ist von Glaubwürdigkeit
partnerschaftlichem Umgang
Verbindlichkeit
Zuverlässigkeit.
Das Kolping-Bildungswerk übernimmt aus dieser Überzeugung heraus Verantwortung für Familien
und ihre Kinder. Mit der Übernahme der Trägerschaft der pädagogischen Übermittagsbetreuung
sichert sie den Kindern eine qualitative Vielfalt von Lern-, Handlungs-, Welt- und Ich-Erfahrungen, um
sie für das Leben jetzt und in der Zukunft stark zu machen. Alle Freizeit- und Förderangebote sollen
moralische, kulturelle und religiöse Werte sowie soziale Kompetenzen vermitteln und dienen der
Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.
Mit den vielfältigen Angeboten werden somit auch Familien entlastet und unterstützt und sie bietet
gerade Frauen eine Erleichterung für die Teilhabe am beruflichen, sozialen und auch kulturellen
Leben.
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3. Ziele und Grundsätze
Mit unserem Angebot verfolgen wir das Ziel, Kinder individuell zu fördern – auf der Grundlage ihrer
jeweiligen Begabungen, Bedürfnisse und lebensweltlichen Rahmenbedingungen.
Offene Ganztagsangebote sollen die individuelle und soziale Entwicklung der Kinder stärken. Die
Kinder erhalten im Rahmen der Angebote die Möglichkeit, an einer erweiterten Form von Förderung
und Betreuung teilzunehmen. Betreuung in diesem Kontext bietet den Kindern abwechslungsreiche
und altersgemäße Beschäftigungs- und Förderangebote.
Kinder brauchen für ihre Entwicklung verlässliche Strukturen mit verlässlichen Freiräumen, Raum für
eigenständige Aktivitäten und Welterkundungen, auch in der Begegnung mit anderen Kindern. Kinder
wollen Wissen und Können erwerben und benötigen dabei Unterstützung, Anleitung und
Anerkennung durch die Erwachsenen.
Kinder haben Begabungen, von denen sie selbst oft nichts wissen oder ahnen, auch ihre Eltern nicht.
Sie brauchen das Erlebnis, dass ihnen jemand durch Wertschätzung und Förderung ihre Fähigkeiten
entlockt oder ihnen hilft, neue Begabungen zu entdecken. Vor allem Kinder, die zu Hause und in
ihrem Umfeld wenig herausgefordert und wenig bestätigt werden, können nicht immer das
Selbstvertrauen entwickeln, das erforderlich ist, um auch mit eher schwierigen Situationen
umzugehen. Kinder brauchen Ermutigung bei Misserfolg und Schwierigkeiten und Anerkennung bei
Erfolg.
Das Ganztagsangebot eröffnet neue Spielräume für soziales Lernen und praktisches Erproben und
Erfahren, es bietet vielfältige Lern- und Erfahrungsfelder. Dabei können spezifische Neigungen und
Interessen der Kinder verstärkt berücksichtigt werden und so den individuellen Bedürfnissen der
Kinder und der Entwicklung von Selbstwirksamkeit besser gerecht werden.
Leitziele sind:
- Erweiterung von Handlungskompetenzen im Gruppenleben, Stärkung von sozialen
und emotionalen Kompetenzen (Konfliktlösungsstrategien).
- Stabilisierung und weitere Festigung von erworbenen schulischen Fertigkeiten und
Kenntnissen (durch gezielte Förderung).
- Erweiterung von musischen, sportlichen und kreativen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
- Stärkung der Selbstverantwortung hinsichtlich der persönlichen Entwicklung (Kinder
stark machen).
- Ausbau und Kräftigung von lebenspraktischen Fertigkeiten (Kochen, Hygiene).
- Integration, Vermeidung von Ausgrenzung (andere Kulturen kennen lernen und
akzeptieren).
- Stärkung der positiven Gesamtpersönlichkeit des Kindes, auch im Hinblick auf die
Geschlechteridentität.
Die Übermittagsbetreuung und das Angebot der Ganztagsbetreuung…
- ermöglicht mehr Zeit für Bildung und Erziehung und individuelle Förderung (z.B. Förderung
zur Behebung individueller Lernschwächen);
- bietet Spiel- und Freizeitgestaltung sowie eine ergänzende Gestaltung des Schulalltages;
- sorgt für ein umfassendes pädagogisches Angebot, das sich an dem jeweiligen Bedarf der
Kinder und der Eltern orientiert (Freizeitangebote, Hausaufgabenbetreuung, usw.);
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- entlastet bei Bedarf die Eltern, die einer Berufstätigkeit nachgehen müssen/ wollen;
- zielt auf besondere Förderangebote für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und für
Kinder mit besonderen Begabungen ab sowie Angebote zur Stärkung der Familienerziehung;
- will sprachliche Unterstützung für ausländische Kinder geben.
Über die regulären Förder-, Betreuungs- und Freizeitangebote für alle Kinder können bei Bedarf
spezielle Fördermöglichkeiten vereinbart werden, z.B.
- besondere Förderangebote für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und für Kinder
mit besonderen Begabungen sowie Angebote zur Stärkung der Familienerziehung.
- Schulsozialarbeit (niederschwelliger Beratungsansatz – Angebote für Kinder als auch Eltern
und Lehrer*innen müssen individuell am jeweiligen Bedarf orientiert entwickelt werden).
- Lernberatung (" Lernen lernen").
3.1 Sprache und Kommunikation
Sprache ist Mittel zum Zweck; Sprache übermittelt Anliegen und Wünsche, schafft Austausch und
Umgangsformen. Ohne gemeinsame Sprache findet jedoch kein Austausch statt. Ohne gemeinsame
Sprache ist nur begrenzt eine Gemeinsamkeit zu schaffen. Die Entwicklung einer gemeinsamen
Sprache und eines gemeinsamen „Tons“ („Der Ton macht die Musik.“) wird von Kindern geradezu
erwartet, denn sie wollen – unabhängig vom „Ton“ ihrer Äußerungen – in der Gemeinschaft der
Großen und in ihrer Bezugsgruppe akzeptiert und verstanden werden.
Der Umgang und die Kommunikation in der Gruppe bietet zusätzliche Räume, Sprache ganzheitlich zu
erfahren, systematische Hilfen zu geben, Methoden der Aneignung zu entwickeln und sich über
Sprache auszutauschen. So erleben die Kinder Problemlösestrategien und Alternativen, wie man sich
selbst zu helfen weiß. Wenn sich Kinder gefragt und verstanden fühlen, beteiligen sie sich,
identifizieren sich mit der Gruppe, tragen zur Atmosphäre bei, haben weniger Angst und erlangen
soziale Kompetenzen.
Als eine pädagogische Leitlinie dient die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg.
Die pädagogischen Mitarbeiter*innen der OGS werden an zwei Tagen im Schuljahr weitergebildet,
sodass nachhaltig erworbene Kenntnisse umgesetzt und bestehende weiter ausgebaut und gefestigt
werden können.
Hier finden wir die Ansätze für unsere professionelle innere Haltung zu den Eltern und den Kindern.
Weiterhin bietet uns die „Gewaltfrei Kommunikation“ in der Methodik und Didaktik die Leitlinie den
alltäglichen und herausfordernden Situationen in einer guten Balance zu begegnen.
3.2 Inklusion von Kinder mit Behinderung und Genderthematik
Vorbemerkung:
„Das Ziel „Wir werden eine inklusive“ Schule ist sicherlich ein eher diffuses und nicht klares
abzugrenzendes Ziel, das Unsicherheiten und vor allem Konflikte schürt (Mays, 2016, S. 74). Es muss
also im Hinblick auf die Entwicklung einer inklusiven Schulkultur darum gehen, schrittweise zu
erreichende realistische Meilensteine in klar abgegrenzten Zeitfenstern zu diskutieren und zu
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verabreden. …“ QUA-LiS NRW (Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule,
Inklusive Schulkultur – Arbeitshilfe mit den Reflexionsbögen und Impulsen für die schulische Praxis,
Soest 11/2020, S.8).
Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, folgen wir dem QUA-LiS NRW und der Grundschule und
beziehen uns hier auch, wie das Institut, auf den Reflexionskreis (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
& Schubert, 2014)
Grundsätzlich streben wir eine Arbeitsgruppe an, in den sich alle Akteure dieser Schule
zusammenfinden. Hier soll es im ersten Schritt um eine Erfassung gehen, was es an der Schule bereits
gibt und wie die bisherigen Erfahrungen gewesen sind. Im folgenden Schritt muss erfasst werden,
was wir für eine weitere Entwicklung an der Schule brauchen. Hier ist für uns besonders interessant,
die bisherigen Kooperationen zwischen Schule und Ganztag zu betrachten. An welchen Stellen
brauchen wir eine primäre Weiterentwicklung, ggf. mit einem externen Coaching oder einer
Prozessbegleitung. An dieser Stelle ist es von besonderer Bedeutung, Bezugspersonen sowohl im
Schulalltag als auch im Ganztag als durchgehende Begleitpersonen zu installieren, z.B. in Form von
Schulbegleiter*innen, Integrationskräften oder OGS-Mitarbeiter*innen mit erweiterten
Aufgabenbereichen. Hier gilt es eine genaue Vereinbarung für die gesonderten Aufgaben zu treffen.
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Eine nachhaltige Weiterentwicklung im laufenden Prozess sichert eine Arbeitsgruppe, die sich
regelmäßig trifft und Erfahrungen austauscht sowie schwierige Situationen benennt und abbaut.
3.3 Integration von Migrantinnen und Migranten
Auch hier gilt es gemeinsam eine abgestimmte Integration zwischen Lehrerschaft und Ganztag für die
Kinder mit Migrationshintergrund zu gestalten. Hier bietet sich eine Begleitung teilweise /
stundenweise am Vormittag und in den Differenzierungskursen etc. durch OGS-Mitarbeiter*innen an.
Somit haben die Kinder eine erwachsene Person sowohl im Vormittags-, als auch im
Nachmittagsbereich als Bezugsperson. Dies fördert eine positive verlässliche Beziehungsarbeit und
eine stetige Begleitung der Kinder, stellt aber auch ein Bindeglied zwischen den beiden Bereichen
dar, wodurch eine gut abgestimmte Kooperation zwischen Lehrerschaft und OGS-Bereich unterstützt
wird. Eine verbindende Stelle, die nicht nur den Blick auf die schulischen Inhalte hat, sondern eine
positive Haltung zu den unterschiedlichen kulturellen Identitäten mit sich bringt, hilft den Kindern
sich in unseren Welten zurecht zu finden. Des Weiteren kann diese*r Mitarbeiter*in schwierige
Situationen erkennen und dazu beitragen diese abzubauen. Besonders bei entstehenden Konflikten
kann diese Person aufgrund der Präsenz viel früher agieren und vermitteln.
Ein genaues Konzept für diese übergreifende Tätigkeit sollte mit Schule erarbeitet werden. Hier wird
vor allem die Frage zu stellen sein, was (neu) zugewanderte Kinder in der (Ganztags-) Grundschule
brauchen.
Sprachkurse
ein wertschätzendes Gegenüber
Verständnis
Sicherheit
Angenommen sein
Willkommen sein
Nur einige Stichwörter, die eine Richtung für die inhaltliche Arbeit einer solchen Kraft zeigen. Hier gilt
es zu erfassen, wo stehen wir, was haben wir schon, was läuft gut, was nicht und wo wollen wir hin.
3.4 Bewegung, Spiel, Sport und Ruhe
Kinder lieben Bewegung und brauchen Bewegung gemäß ihrem natürlichen Bewegungsdrang.
Bewegung, Spiel und Sport sind Grundlagen für die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung
eines Kindes. Durch vielfältige Bewegungsangebote werden diese Entwicklungsprozesse positiv
beeinflusst. Kinder entdecken sich, ihre Umgebung und ihre soziale Rolle durch Laufen, Springen,
Kämpfen, Schwimmen, Werfen, Klettern, Rollen und Spielen zusammen mit Freunden.
Auf der anderen Seite gibt es bei vielen Kindern ernsthafte motorische Probleme. Es gibt Kinder, die
kaum Gelegenheit haben, sich auf der Straße, in der Natur zu bewegen, mit anderen Kindern Sport zu
treiben. Übergewicht und andere ernährungsbedingte Probleme, eingeengte räumliche Verhältnisse
im Wohnumfeld und auch eine unzureichende Wahrnehmung der eigenen körperlichen
Befindlichkeit beeinträchtigen Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang. Das wirkt sich auf
Lernfreude und Lernverhalten im Unterricht aus.
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Mädchen und Jungen zeigen Interesse für viele verschiedene Sportarten und brauchen
Gelegenheiten, diese kennen zu lernen und herauszufinden, welche am besten zu ihren Fähigkeiten
passen. Dies spielt zum einen im Sportunterricht eine wichtige Rolle, aber auch im
außerunterrichtlichen Schulsport und Angeboten zu Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag. Hier
können die außerunterrichtlichen Bewegungsinteressen der Schülerinnen und Schüler verstärkt
Berücksichtigung finden. Die Kinder können ermutigt werden, auch sogenannte
geschlechtsuntypische Sportarten zu erproben.
Hierfür werden zwei pädagogische Mitarbeiter*innen zu Übungsleiter*innen im Breitensport über
den Landessportbund ausgebildet. Damit wird gewährleistet, dass eigene Sportangebote für die
Bedarfe und Wünsche der Kinder umgesetzt werden. Durch die Vorgabe des Landessportbunds
müssen die Übungsleiter*innen nach Erwerb der Lizenz alle vier Jahre an einer Weiterbildung
teilnehmen, womit die Qualitätssicherung für diesen Bereich gesichert ist. Es beinhaltet zudem die
Chance sich immer wieder neuen Themen und Bereichen zu widmen und somit über eine
Weiterentwicklung im Bewegungsbereich sowie auch im erlebnispädagogischen Bereich die
Angebote der OGS zu ergänzen. Ein weiterer Schritt ist es zu den Sportvereinen ein Netzwerk
aufzubauen und die Vereine dafür zu gewinnen, ihre Angebote für die Kinder vor Ort anzubieten.
Da sich die Grundschule mit dem Offenen Ganztag zu einem Lebensort entwickelt hat, dürfen die
Angebote nicht nur im dynamischen Bereich liegen, sondern die Kinder müssen auch sichere Räume
und Angebote haben, in denen sie sich zurückziehen können mit dem Ziel, Möglichkeiten zur Ruhe
und Ausgeglichenheit anzubieten. In der Praxis heißt dies, einen „Ruheraum oder -räume“ je nach
Bedarf zur Verfügung zu stellen. Hier gilt es auch den Kinderschutz zu berücksichtigen. Diese
„Ruhenischen“ werden auch auf dem Außengelände benötigt z.B. durch Sitzecken im Schatten, die
natürlich begrenzt sind, oder auch durch „outdoor Liegekissen“ als Angebote zum Ausruhen und zum
Dösen. Hierzu ergänzend sollten Angebote wie Traumreisen, Entspannungsübungen, etc. einen
festen Bestandteil haben.
3.5 Ernährung und Gesundheit
Essen und Trinken in der Schule ist heute unverzichtbarer Bestandteil des Schulalltags und
gleichzeitig verlagert sich der Einfluss auf die Essgewohnheiten und die Ernährungsbildung
zunehmend von der Familie in die Betreuungseinrichtung.
Gemeinsame Mahlzeiten vermitteln den Kindern ein Gemeinschaftsgefühl und leisten einen
wichtigen Beitrag zum sozialen Lernen. Die Mahlzeiten werden von gemeinsam erarbeiteten Regeln
und Ritualen bestimmt.
Es wird gemeinsam der Tisch gedeckt, gemeinsam gegessen und gemeinsam abgeräumt. Die
gemeinsamen Mahlzeiten sind der Ort nach einem Schultag, an dem Kinder reden, Erlebtes erzählen,
Fragen stellen und vieles mehr – ein buntes Treiben mit Regeln und Ritualen für die Mittagspause der
Kinder, gemeinsam mit den Erwachsenen.
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3.6 Kulturelle Bildung
Kulturelle Bildung setzt heute nicht mehr nur auf das Anschauen und Hören, sondern auf die eigenen
Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen. „Anfassen erlaubt“– die Mitwirkung bei Konzeption und
Gestaltung – das ist der entscheidende Schritt zu einer kulturellen Bildung für Kinder, die die Kinder
gerade dadurch überzeugt, dass sie kulturelle Bildung von und mit Kindern ist.
Die Beteiligung der Kinder an der Auswahl, der Konzeption und der Ausgestaltung ist unverzichtbar,
in der außerschulischen Jugendarbeit und inzwischen auch in Schulen erprobt. Heterogenität ist eine
Chance. Kulturelle Bildung kann gezielt Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte, mit
besonderen Begabungen wie auch mit Behinderungen ansprechen und gemeinsame Lern- und
Kulturerfahrungen unterstützen und zur Integration beitragen.
3.7 Natur und Umwelt
Durch gezielte Angebote werden den Kindern unmittelbare Naturerfahrungen, Kenntnisse über
Umweltphänomene und deren Hintergründe, Gelegenheit zu Experimenten und zum Erlernen eines
vernünftigen Umgangs mit Ängsten, Risiken und vor allem der Vielfalt der sich oft genug
widersprechenden Informationen der Medien ermöglicht.
Es werden Gruppen angeboten, in denen sich die Kinder ausführlicher mit den Themen befassen, an
denen sie freiwillig aus eigener Motivation heraus teilnehmen. Die Gruppen werden von den
Mitarbeiter*innen angeleitet und begleitet. Hier wird eine Zusammenarbeit beispielsweise mit dem
verorteten NABU und anderen angestrebt. Dies bildet eine gute Basis um aktuelle Themen zu Natur
und Umwelt in Münster und Umgebung den Kindern näher zu bringen.
3.8 Hausaufgaben und Wochenplan
Mit der Frage, welchen Nutzen in der heutigen Zeit Hausaufgaben haben und wie sie umgesetzt
werden, beschäftigen sich immer mehr wissenschaftliche Studien in den letzten Jahrzehnten. Auch
wir versuchen diese Ergebnissen und Erkenntnissen im Rahmen unserer Möglichkeiten umzusetzen.
Ein wichtiges Ziel und die Vorgabe für die OGS ist es, dass die Kinder der Ganztagsbetreuung in der
Regel ihre Aufgaben in den dafür vorgesehenen und vorgegebenen Zeiten bei uns erledigen.
Die Hausaufgabenbetreuung ist natürlich keine Nachhilfe, dennoch unterstützen wir die Kinder dort
in den Bereichen in denen sie es benötigen. Die Kinder sollen in der Regel ihre Aufgaben selbständig
erarbeiten.
Wir fördern die Gruppen- und die Teamarbeit in den Betreuungszeiten, in denen sich die Kinder bei
gleichen Aufgaben finden und ein förderlicher gegenseitiger Austausch stattfindet. In bestimmten
überfordernden Situationen bilden die betreuenden Erwachsenen eine Lerngruppe und lösen dann
gemeinsam mit den Kindern die Aufgaben. Weiterhin soll es genug Raum und Ruhe geben um
ungestört in die Einzelarbeit zu gehen.
Die Arbeit mit einem Tagesplan und einem Wochenplan ist für die OGS ein großer Vorteil, so kann mit
vielen Situationen viel flexibler umgegangen werden, z.B. bei internen Angeboten für die Kinder
während der OGS-Zeit. Darüber hinaus kann die Motivation und Eigenverantwortung bei den Kindern
gestärkt werden. Die OGS wird sich in diesem Zusammenhang mit den Vorgaben der Schule
abstimmen und austauschen und ihr Angebot entsprechend anpassen und ergänzen.
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3.9 Verkehrserziehung und Radfahrausbildung
Die Grundschulen haben eine umfassende Verkehrserziehung während der Schulzeit und a uch dort
sehen wir unsere Verantwortung in der Kooperation mit der Grundschule, den Kindern und Eltern, die
morgens erworbenen Fähigkeiten im Parcours können am Nachmittag freiwillig wiederholt und damit
gefestigt werden. Auch die Motivation bei den Kinder n, durch das Vorführen erworbener Fähigkeiten
den Eltern gegenüber wird gesteigert. In gemeinsamen ergänzenden Einheiten können die Kinder sich
besser auf die Umwelt vorbereiten.
4. Rahmenbedingungen
Ein verlässliches und somit gelungenes Angebot stützt sich auf die gesicherte Basis von
organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Die organisatorischen Rahmenbedingungen werden in den Kooperationsverträgen festgehalten.
Sie dienen zur Überprüfung des pädagogischen Konzepts.
4.1. Betreuungszeiten und Ferien
Das Angebot der Offenen Ganztagsschule bietet eine tägliche Betreuung an. Die Rahmenbedingungen
gibt das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Runderlass
vor:
„5.1 Der Zeitrahmen des Ganztagsbetriebs gebundener Ganztagsschulen (§ 9 Absatz 1
SchulG) erstreckt sich unter Einschluss der allgemeinen Unterrichtszeit in der Regel auf mindestens
drei Unterrichtstage über jeweils mindestens sieben Zeitstunden, in der Regel von 8 bis 15 Uhr. Er
erhöht sich in erweiterten gebundenen Ganztagsschulen in der Regel auf jeweils mindestens vier
Unterrichtstage mit jeweils mindestens sieben Zeitstunden. Die Teilnahme aller Schülerinnen und
Schüler ist in diesem Zeitrahmen verpflichtend.
Gebundene und erweiterte gebundene Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I führen über den für
alle Schülerinnen und Schüler verpflichtenden Zeitrahmen hinaus weitere außerunterrichtliche
Angebote durch, zum Beispiel nach 15 Uhr oder an weiteren Wochentagen. Die Teilnahme der
Schülerinnen und Schüler an diesen Angeboten ist in der Regel freiwillig. Die Schule kann diese
Angebote für einen Teil der Schülerinnen und Schüler als verpflichtend erklären. RdErl. d. Ministeriums
für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85)“
Ein Betreuungsplan wird mit der Schulleitung und dem kommunalen Träger vereinbart. Als Grundlage
hierfür werden die bestehenden Zeiten als Basis gesehen und geklärt, welche weiteren Bedarfe von
den Eltern mit integriert werden sollten. Dies beinhaltet auch eine Frühbetreuung und Modelle der
bis Mittagsbetreuung.
Die Betreuung wird an allen Tagen, an denen Lehrerfortbildungen, Elternsprechtage sowie weitere
schulische Veranstaltungen, an denen der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler entfällt,
gewährleistet.
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Ein Ferienprogramm wird sich an dem bisher bestehenden Programm orientieren und ggf. erweitert,
angepasst sowie mit anderen Schulen kooperiert.
„5.5 In den Zeitrahmen sollen je nach Bedarf auch bewegliche Ferientage und Ferien einbezogen
werden, gegebenenfalls als schulübergreifendes Ferienprogramm.
RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt
02/11 S. 85)“
4.2. Gestaltung der Gruppen
Gruppe als Grundstruktur: Kinder brauchen Strukturen. Um dem gerecht zu werden gehören die
Kinder einer festen Gruppe an, die den Kindern Halt, Orientierung und ein Gefühl der Zugehörigkeit
bietet. Die Gruppen werden von festen Bezugspersonen geführt.
Die Gruppengröße einer Gruppe in der Ganztagsbetreuung besteht aus maximal 25 Kindern. Bei
außerunterrichtlichen Angeboten, z.B. der Neigungsanbieter, richtet sich die Größe nach dem Inhalt.
Es kann also sein, dass weniger als 25 Kinder an einer Aktivität teilnehmen oder, z. B. bei
Sportangeboten oder bei Theatergruppen und Chören, auch mehr wie 25 Kinder teilnehmen.
Außerdem ist es auch möglich, Angebote für andere Kinder (z.B. bei speziellen Projekten) gegen
einen Kostenbeitrag zu öffnen.
Natürlich lassen sich nicht alle Bedürfnisse sofort erfassen und viele Geschehnisse im Alltag wird das
Team vor neue Herausforderungen und Bedarfe stellen. Hier wird durch die Begleitung des Kolping-
Bildungswerkes beraten und es werden weitere benötigte Angebote installiert. Grundlegend sind hier
auch die finanziellen Ressourcen in den nächsten Jahren. Auch tarifliche Entwicklungen im
Personalwesen müssen hier berücksichtigt werden. Genauso pädagogische Entwicklungen und die
Veränderung von Standards, die die finanziellen Ressourcen zusätzlich belasten. Hier sehen wir uns
im Gespräch, um die Möglichkeiten und Ressourcen der Investitionen für die Zukunft gemeinsam zu
gestalten.
Ausgehend von den oben genannten Handlungsfeldern, können beispielhaft praxisbezogene folgende
Angebote durchgeführt werden:
Angebote zur Konfliktlösung bzw. in der Art von „Coolnesstraining“
Aufklärung und Suchtprävention
Einheiten zu Erlebnispädagogik für eine positive Ausrichtung der Gruppendynamik, dem
Selbstwert und der Selbsteinschätzung
besondere kreative und musische Angebote im Bereich Tanzen, Werken, Malen und
Basteln
Selbstbehauptungskurse
Ausflüge in die Natur
Erste Hilfe für Kinder
Themenbezogene Projektwochen, die z.B. auf den Sachkundeunterricht aufbauen
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Theater- und Zirkuspädagogik
4.3. Partizipation
Aus unserer Sicht als außerschulischer Partner der Kinder- und Jugendarbeit besteht konkret die
Anforderung, den Grad von Freiwilligkeit, Wahlmöglichkeiten und Orientierung an den Interessen der
Kinder und Jugendlichen zu erhöhen. Denn die Ermöglichung von Partizipation ist ein Grundprinzip
unseres pädagogischen Handelns. Unser Ansatz ist geprägt von dem Leitgedanken, dass Kinder
Subjekte ihres eigenen Entwicklungs- und Bildungsprozesses sind.
Freiwilligkeit, die Ausrichtung der Angebote an den Interessen und Bedürfnissen von Kindern sowie
ihre Beteiligung an der Ausgestaltung der Angebote sind daher pädagogische Gebote, um ihre
Selbsttätigkeit zu ermöglichen und damit zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beizutragen. Als Träger
der Kinder und Jugendhilfe sind wir nach SGB VIII auch als Träger von Ganztagsangeboten dazu
verpflichtet.
Die Vorgaben sollen mit einem oder mehreren OGS-Kinderteams umgesetzt werden, die sich zu
bestimmten Themen in Begleitung und Anleitung treffen. Die Kinder können sich selbst zu den
Themen melden, bei denen sie mitarbeiten möchten, aber auch angesprochen werden von anderen
Kindern oder Mitarbeiter*innen. Die Zusammenarbeit gestaltet sich projektorientiert und sendet ggf.
zu bestimmten Treffen in der Schule Abgesandte, die nach einer Vorbereitung zu einzelnen Themen
die Kinder der OGS vertreten (Mitbestimmungsrecht). Der Vorteil eines OGS-Kinderteams gegenüber
anderen Formen von Vertretungsgruppen ist, dass Kinder nicht ein ganzes Jahr die Vertreter sein
müssen, aber auch länger im Team als ein Schuljahr mitarbeiten können. Ein weiterer Vorteil besteht
darin, dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, wenn es möchte, ein mitwirkender Teil von Partizipation
und Entwicklung an der Schule zu werden.
Die Basis um die Themen mit den Kindern zu erarbeiten soll bei größeren Aufgaben die Methode
„Zukunftswerkstatt“ angelehnt an R. Jungk, R. Lutz und N. Müllert. sein. Die Methode
„Zukunftswerkstatt“ motiviert Kinder im besonderen Maße und kann dabei gleichzeitig komplexe
Themen gut erarbeiten. An vielen Schulen sind schon eigene Modelle zur Mitbestimmung vorhanden.
Hier werden wir vor Ort besprechen, welche Angebote sich etabliert haben und welche ergänzt
werden ggf. verändert werden sollten.
4.4 Kooperationen
Ganztagsschule muss an den Bedarfen und der Lebensrealität der Kinder, Jugendlichen und Familien
ansetzen. Das bedeutet auch, sich vom reinen Lern- zum Lebensort zu entwickeln, sich dem
Sozialraum und außerschulischen Bildungspartnern zu öffnen und Zeiten und Räume für das Erleben
von Freizeit, Autonomie und Mitbestimmung zu öffnen. Für die Angebote im offenen Ganztag sind
das Know-how und die pädagogische Perspektive weiterer Partner hilfreich und stützend. Die Träger
und Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, also Jugendeinrichtungen und Jugendverbände sind für
Ganztagsschulen wichtige potenzielle Partner. Sie können ihr umfangreiches Wissen zu den
Lebenslagen von Kindern und einen breiten Methodenschatz zur Gestaltung informeller und
nonformaler Lernangebote einbringen. Bei der Planung und Durchführung der Angebote sollten
somit örtliche Vereine und Verbände mit einbezogen werden. So können Sportangebote in
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Kooperation mit den Sportvereinen durchgeführt werden. Jugendverbände könnten ebenso
Angebote am Nachmittag durchführen.
Im Vorfeld ist es notwendig, Vorgespräche mit möglichen Kooperationspartnern und insbesondere
mit der Schule zu führen. In diesen und in späteren Gesprächen müssen Vorgehensweisen
gemeinsam geplant werden. Dies hat zudem einen Lerneffekt, denn alle Beteiligten können von den
anderen Kooperationspartnern lernen.
4.5 Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Fachkräfte stehen den Eltern für Gespräche zur Verfügung. Elternabende und Kennenlern-
Nachmittage werden durchgeführt, nach Bedarf finden Elterngespräche statt. Die Eltern werden
durch unterschiedliche Informationen und Elternabende über den Inhalt und die Organisation einer
OGS sowie über die durch eine Anmeldung resultierenden Verpflichtungen ausführlich informiert. Es
ist wichtig, mit den Eltern einen möglichst engen Kontakt zu haben und sie begleitend oder, wenn
möglich, sie engagierend an der OGS teilhaben zulassen. Der Austausch mit ihnen kann im direkten
Kontakt oder auch bei Telefonaten erfolgen.
Aus Erfahrung empfinden viele Eltern gesetzte Elterntermine für die OGS eher als Belastung und /
oder Störung im Familienalltag. Diese Erfahrung zeigt uns, dass wir als Angebot andere Wege finden
müssen, die uns mit den Eltern motiviert zusammenführen. Um mit den Eltern in den Kontakt zu
kommen und zu bleiben, sollen die Veranstaltungen, Termin und Gespräche in den Alltag der Familie
gut integriert werden können. So sollten Angebote für Eltern auch direkt im Anschluss an die OGS-
Betreuung stattfinden, an denen Eltern Geschwisterkinder ggf. mitbringen können und dürfen.
Es ist selbstverständlich, die Rückmeldungen der Eltern über das eigene Kind, Kritik, Wünsche etc.
ernst zu nehmen und konstruktiv zu bewerten. Diese Transparenz führt zu einem hohen Maß an
Zufriedenheit und gewährleistet eine erfolgversprechende Zusammenarbeit. Im Anschluss an das
tägliche Betreuungsangebot werden die Kinder von ihren Eltern oder anderen, von den Eltern
bestimmten Personen, an der Schule abgeholt. Wenn die Kinder den Heimweg alleine antreten
sollen, benötigen die Mitarbeiter*innen eine schriftliche oder telefonische Einverständniserklärung
der Erziehungsberechtigten.
Um eine gute Kooperationsbasis mit den Eltern zu schaffen und zu halten, gilt es eine bestmögliche
Transparenz zum OGS-Angebot herzustellen und dies in allen Bereichen. Denkbar sind Begleitungen
im OGS-Alltag, Mitgestaltung durch den Elternbeirat (genau aufzeigen, welche Aufgaben hat der
Elternbeirat und wann sind die Termine), erfragen von Bedarfen, Wünschen und Bewertungen zum
Angebot der OGS (Evaluation).
Zum Erfassen der Zufriedenheit der Eltern bietet sich ein Fest zum Ende eines Schuljahres an, an dem
Familien mitwirken und teilnehmen können. Dies bietet eine gute Möglichkeit ins Gespräch zu
kommen und einen kleinen Fragebogen zu Bedarfen, Wünschen und Bewertungen anonym zur
Verfügung zu stellen.
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4.6 Zusammenarbeit mit der Grundschule
Wir streben eine innere bereichsspezifische Kooperationskultur mit der Grundschule auf allen
Ebenen an. Dies beinhaltet für uns einen engen Austausch und Abstimmung mit der Schulleitung, den
Lehrkräften und weiteren pädagogischen AkteurInnen (wie beispielsweise Schulsozialarbeiter*innen,
Integrationspädagog*innen und Schulbegleiter*innen).
4.7 Zusammenarbeit mit dem Schulträger
Zwischen dem Schulträger und dem Kolping-Bildungswerk findet ein regelmäßiger Austausch über die
Umsetzung des Angebotes, die Finanzierung sowie die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit statt.
5. Personal
Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des offenen Ganztagsangebotes ist fachlich
qualifiziertes und geeignetes Personal. Der Personaleinsatz wird quantitativ und qualitativ den
Anforderungen entsprechend gestaltet. Die Arbeitsbedingungen des Personals unterliegen den
arbeitsrechtlichen Anforderungen.
5.1 Leitung, Koordination
Das Kolping-Bildungswerk übernimmt
die Einstellung des Personals in Absprache mit der Schulleitung und dem Schulträger,
die Verwaltung und Koordination der Kooperationspartner,
die Dienst- und Fachaufsicht,
die Weiterentwicklung des Konzepts,
die Weiterentwicklung der Kooperationen,
die Evaluation zur Qualitätssicherung,
die Öffentlichkeitsarbeit,
weitere Qualifizierungen des Personals.
Die Leitung der OGS ist das Bindeglied zwischen der Verwaltung des Kolping-Bildungswerkes, der
Schulleitung und den Mitarbeitenden vor Ort. Aufgaben und Verantwortlichkeiten werden mit den
Beteiligten festgelegt und transparent kommuniziert.
5.2 Qualifikation des Personals
Die Qualifikation des Personals sowie die Intensität des jeweiligen Personaleinsatzes richten sich nach
dem Förder- und Betreuungsbedarf der Kinder und welches Vorgrabenprofil umgesetzt werden soll.
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5.3 Personaleinsatz
Das Kolping-Bildungswerk wird den Personaleinsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie er
bisher durch den bisherigen Träger der OGS vorgenommen wurde, fortführen und regelmäßig mit
dem Personal, der Schulleitung und dem Schulträger reflektieren und bedarfsorientiert anpassen.
Teamsitzungen
1x pro Monat trifft sich das Team der OGS zum Dienst-/ Fachgespräch mit dem Träger. Hier findet der
direkte Austausch über konkrete pädagogische und organisatorische Fragen und Absprachen statt.
„5.5 In den Zeitrahmen sollen je nach Bedarf auch bewegliche Ferientage und Ferien einbezogen
werden, gegebenenfalls als schulübergreifendes Ferienprogramm.
RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt
02/11 S. 85)“
Die Betreuung wird an allen Tagen, an denen Lehrerfortbildungen, Elternsprechtage sowie weitere
schulische Veranstaltungen, an denen der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler entfällt,
gewährleistet.
Ein Ferienprogramm wird sich an dem bisher bestehenden Programm orientieren und ggf. erweitert,
angepasst sowie mit anderen Schulen kooperiert.
Vertretungsregelungen
Die Vertretung wird mit den vorhandenen Kräften ggf. über Stundenkontingente vertraglich geregelt.
Für Notfälle hält das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster Personal im Bereich Kinder und
Jugendarbeit, Familienbildung und berufliche Bildung vor.
5.4 Fortbildung des Personals
Die Fortbildung und weitere Qualifizierung des Personals wird vom Kolping-Bildungswerk
bedarfsgerecht geplant. Dazu wird der Fortbildungsbedarf gemeinsam mit den Mitarbeitenden und
unter Einbeziehung der Schule erhoben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen an den
Fortbildungsangeboten, Teamgesprächen und Konferenzen des Kolping-Bildungswerkes sowie an
externen Angeboten entsprechend der Fortbildungsplanung teil. Im Bedarfsfall können spezielle
Fortbildungsbedarfe auch durch die Kolping-Akademie angeboten werden.
6. Kinderschutz
Der Landtag hat bereits 2006 mit § 42 Abs. 6 Schulgesetz NRW (SchulG) beschlossen, dass von der
Schule jedem „Anschein von Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen“ ist. Nordrhein-
Westfalen schuf damit als erstes Bundesland in einem Schulgesetz eine dem § 8a SGB VIII (Kinder-
und Jugendhilfegesetz) entsprechende Regelung. Zentrale Grundlage ist das in § 5 Abs. 2 (SchulG)
enthaltene Leitbild der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe. Das 2012 in Kraft getretene
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Bundeskinderschutzgesetz konkretisiert und erweitert die bestehenden Regelungen zum
Kinderschutz. Es nennt ausdrücklich die Aufgaben aller Personen, die sich der Erziehung von
Kindern widmen. Auch die Aufgaben der Lehrkräfte im Kinderschutz werden formuliert. Hierzu
gehören unter anderem, dass sie bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine
Kindeswohlgefährdung die Situation mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen und ggf. den
Personensorgeberechtigten erörtern und auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken. Die
Jugendämter haben einen Beratungsauftrag.
Durch entsprechende Fortbildungen und Arbeitshilfen sollen die pädagogischen Fachkräfte
Handlungssicherheit beim Erkennen gewichtiger Anhaltspunkte und im weiteren gesetzlich
vorgeschriebenen Verfahren erhalten. In außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten nehmen
pädagogische Fachkräfte vielfältige Facetten der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen wahr.
Eine Chance und auch eine Herausforderung liegt darin, in der Ganztagsschule den
multiprofessionellen Blick von Lehr- und Fachkräften zu nutzen, um Gefährdungssituationen aus dem
Nahbereich und sozialen Umfeld von Schülerinnen und Schülern rechtzeitig zu erkennen und
entsprechend zu handeln.
Das Kolping-Bildungswerk handelt entsprechend der Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte
Gewalt des Bistums Münster und schult alle Mitarbeitenden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
offenen Ganztag müssen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
7. Qualitätssicherung
Das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster ist Träger der freien Jugendhilfe und seit 2008
im Bereich der Offenen Ganztagsschule und Schulsozialarbeit aktiv. Seit 2007 ist die Kolping-
Bildungswerk DV Münster GmbH als zugelassener Träger für die Förderung der beruflichen
Weiterbildung nach AZAV sowie nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.
Das Kolping-Bildungswerk hält eine leistungsfähige Verwaltung vor, die die pädagogischen Angebote
und Maßnahmen in ihren Abläufen unterstützt. Arbeitsplätze sind mit modernen Arbeitsmitteln
ausgestattet. Die Mitarbeiterinnen werden mit Laptop und Handy ausgestattet und in die technische
Infrastruktur (Mail-Server, zentrale Terminverwaltung, online-Dokumentenmanagementsystem)
eingebunden. Die regelmäßige Fortschreibung des Schulungsplanes sichert die hohe Qualifikation der
Mitarbeitenden.
Um eine hohe Qualität unserer Angebote zu erreichen und dauerhaft sicherzustellen, handeln wir
einheitlich und koordiniert. Unser Qualitätssicherungskonzept enthält deshalb die folgenden
Bestandteile:
einheitliche und verbindliche Information
Schnittstellenmanagement
klare Definition der Qualitätsstandards &-zielen
einheitliche Arbeitsunterlagen, Dokumente, Ordnungsmittel und Formulare
Qualifikation des Personals
eindeutige Benennung, Zuordnung und Abgrenzung der Zuständigkeiten
Planung, Anleitung und Kontrolle
Grundsatz einheitlichen Handelns
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Weiterbildung des Personals
Evaluation
Verstetigung durch Weiterentwicklung.
Verbindliche und allgemeingültige Unterlagen (z.B. Angebotskonzeption) werden in einem
Maßnahmeordner innerhalb unseres Dokumentenmanagementsystems hinterlegt und sind dort für
alle in der Maßnahme tätigen Mitarbeitenden zugänglich. Wir stellen sicher, dass alle Akteure auf
der Grundlage des gemeinsamen Konzeptes und unter Beachtung der verbindlichen und
allgemeingültigen Unterlagen arbeiten. Darüber hinaus werden Schnittstellen, insbesondere mit den
Kooperationspartnern definiert und beschrieben, um den Informationsfluss zu gewährleisten.
Mit den beteiligten Fachkräften finden regelmäßig Teamsitzungen statt. Unter anderem werden die
Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern und sich daraus ergebene Konsequenzen besprochen. Die
Teamsitzungen werden protokolliert. Die Dokumentenlenkung für diese Maßnahme erfolgt über
unser Dokumentenmanagementsystem „roXtra“.
Alle Arbeits- und Ablaufprozesse unterliegen einer permanenten Evaluation. So werden die Prozesse
und deren Ergebnisse ständig optimiert, Schwachstellen beseitigt und Fehler von vornherein
vermieden. Durch Audits werden die Dokumente und Unterlagen auf Aktualität und Effizienz
überprüft. Sie bilden somit den integralen Bestandteil einer systematischen Qualitätssicherung und
verpflichten gleichzeitig die Mitarbeiter*innen zu einer einheitlichen Umsetzung der Konzeption.
Anlage 2 Muetterzentrum_OGS-Konzept_Marienschule Hi
40004 Zeichen
Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH • Wilhelmstr. 41 • 59269 Beckum Tel: 02521 – 82 44 90 100 • kienzle@muetterzentrum-beckum.de Leistungs- und Qualitätsbeschreibung Offene Ganztagsschule 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ TRÄGERORGANISATION ...................................................................................................... 2 SELBSTVERSTÄNDNIS UND PÄDAGOGISCHE GRUNDGEDANKEN ....................................... 3 IN DER SCHNITTSTELLE VON KOMMUNE, SCHULE UND JUGENDHILFE ............................. 4 AUSGESTALTUNG EINER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ...................................................... 6 INHALTE UND GRUNDSÄTZE DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ........................................ 7 Betreuung .................................................................................................................................................. 7 Bildung ....................................................................................................................................................... 8 Förderung ................................................................................................................................................... 9 Jugendhilfe ............................................................................................................................................... 11 Elternarbeit .............................................................................................................................................. 13 Partizipation ............................................................................................................................................. 13 Gesundheitsförderung und Ernährung .................................................................................................... 14 Inklusion, Integration und Chancengleichheit ......................................................................................... 14 Kinderschutz............................................................................................................................................. 15 STRUKTUR UND AUSSTATTUNG DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ................................ 16 Organisation der gemeinsamen Umsetzung ............................................................................................ 16 Das pädagogische Team ........................................................................................................................... 18 Qualitätsmerkmale .................................................................................................................................. 19 Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule ........................................................................................... 20 UNSERE VERNETZUNG IN DER REGION ............................................................................ 21 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Trägerorganisation Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie sein Gesellschafter Mütterzentrum Beckum e.V. dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von einem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter Sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk wirkt als freier Träger in folgenden Bereichen der Sozial en Arbeit: • Offene Ganztagsschule/Betreuung • Schulbegleitung/Eingliederungshilfe • Fachdienst Jugend- und Familienhilfe • Kindertagespflege/Großtagespflege • Kinder- und Jugendhaus • Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Asylbewerber • Schulsozialarbeit • Kommunale Flüchtlingsbetreuung • Fachstelle Ambulante Hilfen für Senioren und Menschen in besonderen Lebenslagen Insbesondere im Bereich der Schulkindbetreuung im Rahmen des Offenen Ganztags bzw. flexibler Betreuungslösungen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 29 Betreuungsstandorte in Trägerschaft des Mütterzentrums. 3 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Das Mütterzentrum stellt ein bedarfsgerechtes Betreuungs-, Unterstützungs- und Förderangebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bereit und trägt somit wesentlich zu einer Verbesserung der Lebenssituationen von Familien bei. Dabei richtet der Träger seine Arbeit auf der Grundlage eines umfassenden Familienbegriffs bei gleichzeitiger Berücksichtigung veränderter Familienstrukturen aus. Unser Leitbild „Individuell für Menschen“ kennzeichnet unsere Trägerhaltung und ist die Grundlage für die Ausric htung unserer verschiedenen Angebote. Es ist uns wichtig, die Individualität des Einzelnen zu berücksichtigen und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei schaffen ein wertschätzender Umgang und offene transparente Kommunikationsformen Vertrauen u nd Verlässlichkeit. Mit unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass Menschen befähigt werden, ihre individuellen Möglichkeiten zu nutzen, um so unter Wahrung ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit ein selbstbestimmtes Leben gestalten zu können. Mit den i n unserem Leitbild verankerten Grundsätzen Selbstbestimmung, Bedarfsorientierung, Niederschwelligkeit, Vernetzung von Selbsthilfe und Professionalität, Prävention und Partizipation schaffen wir individuelle Zugänge für die verschiedenen Zielgruppen und erreichen so tatsächlich die Menschen mit ihren jeweiligen Anliegen. Durch unsere langjährigen Erfahrungen sind wir mit vielfältigen Lebensentwürfen von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senioren befasst. Besonders durch viele Kontakte in unserem Mehrgenerationenhaus erhalten wir Rückmeldungen über individuelle Bedingungen und Lebenssituationen von Familien. Ausgehend von diesen Erkenntnissen haben wir unsere Arbeit bedarfsgerecht konzipiert, was zu einer hohen Akzeptanz der Angebote und Hilfen führt. Aus unserer grundsätzlich ressourcen - und bedarfsorientierten Trägerhaltung leitet sich das Grundverständnis unserer pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien ab. So liegt jedem pädagogischen Handeln stets die Frage zugrunde, ob es der Nutzung und dem Ausb au der eigenen Ressourcen und Möglichkeiten dient und ob es die Weiterentwicklung von Selbst-, Sach-, und Sozial- kompetenz von Kindern ermöglicht. Kinder sind selbstbestimmte Persönlichkeiten mit individuell verschiedenen und gleichermaßen wertvollen Charakterprägungen. Ein situationsorientierter Ansatz lässt jedem Kind Raum zur freien Entfaltung. Erlebnisse, die aus eig ener Motivation und eigenem Interesse heraus entstehen, ermöglichen vielfältige Lernerfahrungen und befähigen das Kind zu selbstbestimmtem Handeln. 4 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Wir verstehen unseren pädagogischen Auftrag darin, Kinder auf ihrem persönlichen Weg zu stärken, Erfahrungsräume bereitzustellen und Kinder darin zu begleiten ihre Bedürfnisse und Interessen zu erkennen. Hierbei nehmen wir die Besonderheiten, Gefühle und Bedürfnisse aller Kinder ernst und leben unter dieser Voraussetzung gegenseitige Achtung und Akzeptanz vor. Die Vermittlung von grundlegenden Werten und Gemeinschaftsgefühl liegt jeder pädagogischen Handlung zugrunde . Die Stärkung des Selbstwer ts, die Wertschätzung der Individualität und die Ermöglichung gleicher Chancen nehmen einen hohen Stellenwert ein. In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Schule bestimmt den Alltag von Kindern maßgeblich. Einerseits beansprucht Schule mit ihren Angeboten aber auch Verpflichtungen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Tageszeit; andererseits ermöglicht Schule Kindern Erlebnisse und Beziehungen, die in anderen Lebensbereichen so nicht erfahrbar sind. Schule bietet einen festen Rahmen, um sich in der Gleichaltrigengruppe zu sozialisieren, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung für sich und andere zu erlernen und Stück für Stück zu übernehmen. Seit Herausgabe des Grundlagenerlasses „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags - und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I“ entwickelt sich die Ausgestaltung von Schule als Lern - und Lebensort immer mehr zu einer Gemeinschaftsaufgabe von Schule, Kommune und öffentlicher wie auch freier Jugendhilfe. So ist eine engere Vernetzung von Jugendhilfe und Schule vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher und familiärer Bedingungen notwendig und lässt sich rückblickend auf das vergangene Jahrzehnt nicht nur gesellscha ftspolitisch, sondern vor allem auch pädagogisch begründen. Durch die Formulierung gemeinsamer Ziele im Bereich der Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien konnte das Aufgabenfeld ‚Offener Ganztag‘ fortlaufend und bedarfsorientiert mit Inhalten gefüllt und weiterentwickelt werden. Diese Kooperation von Schule und Jugendhilfe führt zu einer Zusammenführung von Angeboten und Maßnahmen am Lebensort Schule, die etwa von Professionellen und anderen Beteiligten aus den Bereichen von Familienbildung und -beratung, Gesundheitsförderung, Hilfen zur Erziehung, inklusiver Förderung, Begabungsförderung und offener Jugendarbeit dargeboten werden. Die verschiedenen Lebensbereiche von Kindern stehen so i n gelungenem Austausch, verstehen Erziehung und Bildung al s gemeinsame Aufgabe und können sich im Bedarfsfall ergänzen und unterstützen. 5 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Die Kooperationsbeziehungen zwischen Schule, Träger und OGS -Team ermöglichen eine zielbewusste und bedarfsangemessene Ausgestaltung des Angebots, indem unterschiedliche Kompetenzen genutzt und fachliche Ressourcen gebündelt werden. Erfahrungsgemäß werden durch eine transparente und vertrauensvolle Netzwerkarbeit zielgenaue und innovative Maßnahmen für eine optimale Förderung von Schüler und Schülerinnen und deren Familien ermöglicht. Schule OGS-TeamTräger gemeinsame Gestaltung des Ganztagsangebotes gemeinsame Entwicklung des schuleigenen OGS-Konzeptes Qualitätssicherung, Netzwerkarbeit, fachlicher Austausch 6 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgehend vom Grundlagenerlass sowie den bisherigen Erfahrungen als Träger offener Ganztagseinrichtungen stellen sich verschiedene Aufgabenfelder, die in den einzelnen Schulsystemen dem jeweiligen Bedarf angemessen mit grundlegenden Inhalten und zusätzlich en Angeboten und Maßnahmen gefüllt werden. Grundsätzlich verstehen wir das Angebot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule als entwicklungsoffenes Bausteinsystem. Dieses Verständnis ermöglicht eine situationsangemessene, gemeinsame Planung und Ausgestaltung des Angebotes im gegenseitigen Austausch mit Schulleitung, kommunalen Verantwortlichen, Kollegium und Team. Betreuung Verlässliche Betreuung Ferienbetreuung Mittagstisch Bildung Hausaufgaben- betreuung Freizeitangebote im kreativen, sportlichen und musischen Bereich Projekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen Förderung Erzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeits- entwicklung Freizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen Entwicklung Planung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe Jugendhilfe Weitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungs- prozesse Intensive Elternbegleitung und -beratung Fallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele 7 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Betreuung In Ergänzung zu Schulvormittag und Familienerziehung übernimmt der Nachmittagsbereich der Offenen Ganztagsschule die verlässliche Schulkindbetreuung über den Unterricht hinaus sowie in den Ferien. Häufig stehen berufstätige Eltern oder alleinerziehende Elternteile vor der schwierigen Frage, wie ihr Schulkind nach Schulschluss betreut werden kann. Hier sind Eltern auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen. Diese Betreuungsangebote stellen somit eine wichtige Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar und tragen zur finanziellen Sicherung von Familien bei. Verlässliche Betreuung • Implementierung einer festen Tagesstruktur im Gruppenalltag • Betreuungszeiten von Unterrichtsschluss bis 17 Uhr an fünf Wochentagen • Randzeitenbetreuung ab 7 Uhr • Feste Abholzeiten ab 15 Uhr • Zusätzliches Betreuungsangebot nach Unterrichtsschluss bis 13:20 Ferienbetreuung • Betreuungszeiten in den Herbst- und Frühjahrsferien (je 2 Wochen) sowie in den Sommer- ferien (3 Wochen) • Betreuung an beweglichen Ferientagen und schulinternen, unterrichtsfreien Tagen • Flexible Abholzeiten Mittagstisch • Gemeinsames Mittagessen in der Ganztagsgruppe • Kindgerechte Mahlzeiten von regionalen Anbietern der Schulkindverpflegung • Ökologische, regionale und saisonale Produktauswahl seitens des Anbieters • Zusätzliches Angebot gesunder Zwischenmahlzeiten (insbesondere Obst und Rohkost) • Geregelte und digitale Buchungs- und Abrechnungsmodalitäten seitens des Anbieters der Schulkindverpflegung 8 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Bildung Bildung endet nicht mit Unterrichtsschluss, sondern ist spätestens seit Inkrafttreten des KiBiz (Kinderbildungsgesetz) in NRW erklärte Aufgabe der Kindertagesbetreuung und somit auch des Nachmittagsbereiches einer Offenen Ganztagsschule. Im Fokus steht der Baustein ‚Hausaufgabenbetreuung/Lernzeiten‘, der die schulischen Inhalte in den Ganztag trägt und die offensichtliche Schnittmenge von Schule und Nachmittag im Bereich Bildung darstellt. Darüber hinaus versteh en wir unter Bildung im Kontext des Ganztags alles, was Erfahrungen ermöglicht und Horizonte erweitert. In den 2 9 Ganztagsbereichen, die in Trägerschaft des Mütterzentrums geführt werden, findet sich eine Vielfalt an außerunterrichtlichen Bildungsangeboten in Form von Arbeitsgemeinschaften und Projekten. Hausaufgabenbetreuung/ Lernzeiten • Erledigung der schriftlichen Hausaufgaben in Kleingruppen • Bereitstellung einer positiven Arbeitsatmosphäre (Ruhe, Reizarmut, organisierter Arbeitsplatz) • Erziehung zur Selbstständigkeit und zum organisierten Arbeiten • Rückmeldung an Eltern und Lehrkräfte zum Leistungsverhalten einzelner Schülerinnen und Schüler sowie zur Angemessenheit von Niveau und Umfang der Hausaufgaben Freizeitangebote im kreativen, musischen und sportlichen Bereich • Arbeitsgemeinschaften im Nachmittag (z.B. Koch-AG, Mädchen-/Jungen-AG, Fußball-AG, Foto-AG, Chor-AG, Forscher-AG etc.) • Interne wie auch externe AG-LeiterInnen zur Abdeckung verschiedener Interessensbereiche • Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Einrichtungen und ÜbungsleiterInnen Projekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen • Thematische Ausrichtung der Ferienwochen in Form von Projektwochen/-tagen • Trägerbeteiligung an der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ • Kooperationen im Bereich Sport • Beteiligung an Schulprojekten (z.B. Zirkusprojekte, Themenwochen etc.) 9 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Förderung Eine auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Förderung ist eine wichtige Voraussetzung für eine spätere selbst bestimmte Lebensführung. Hierbei ist es wichtig, dass Kinder neben einem adäquaten Freizeitverhalten auch die Einbindung in soziale Bezüge erleben und dass sie Erfahrungen im Bereich der sozialen Gruppenarbeit machen . Diese Erfahrungen bilden den Einstieg zum sozialen Lernen, zur Einhaltung von Regeln und zum Erlangen sozialer Kompetenzen , die langfristig auch auf andere Gruppenkontexte übertragen werden können. Erzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeitsentwicklung • Kleinschrittige und altersangemessene Anleitung zur Bewältigung von Entwicklungsaufga- ben (z.B. An- und Auskleiden, Schuhe binden, Verhalten am Essenstisch, Körperpflege, etc.) • Begleitung im Freispiel (Umgang mit MitschülerInnen, Umgang mit Material, Motivation zum Spiel, etc.) • Unterstützung in der Organisation der Arbeitsmittel im Rahmen der Hausaufgabenbe- treuung Freizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen Entwicklung • Die Angebote im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften werden bewusst so gesetzt, dass sie die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen her- ausfordern und zu neuen Lernerfahrungen anregen • Das pädagogische Team entscheidet gemeinsam mit den Eltern, welches Angebot für ein Kind hilfreich sein kann 10 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Freispielphasen bieten ein hohes pädagogisches Potential: • Permanente Erprobung persönlicher, handlungspraktischer und vor allem sozialer Kom- petenzen • Soziale Lernerfahrungen (aufeinander zugehen, Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen, sich durchsetzen, helfen oder teilen) • Berücksichtigung gemeinsam erarbeiteter Gruppen- und Spielregeln • Entstehung und Pflege von Freundschaften • Zutrauen neuer Handlungen, Erproben von Alternativen und Erlernen eines Umgangs mit Erfolg oder Misserfolg • Förderung von Konzentration, Ausdauer und Gedächtnis • Nutzung verschiedenen Aktionsräume (Funktionsbereiche, Außenbereich, Ruhebereiche) etc. Planung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe (optional) • Beispielsweise Trainings sozialer Kompetenzen oder gezielte Inhalte zum Umgang mit Medien, Konflikten, Freundschaft etc. • Ziele der Trainings können z.B. sein: • Auseinandersetzung mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung • Stärkung des Selbstbewusstseins • Förderung der sinnlichen Wahrnehmung • Auseinandersetzung mit und Verbesserung der Kommunikation untereinander • Entwicklung alternativer Konfliktlösungen • Übernahme von Verantwortung • Kooperation und Vertrauen • Erarbeitung, Einübung und Akzeptanz von Regeln und Konsequenzen etc. 11 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Jugendhilfe Um darüberhinausgehenden Förderbedarfen gerecht zu werden, hat das Mütterzentrum in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Kreises Warendorf individuelle Förderangebote in die Arbeit der OGS -Teams integriert. Aufgrund der vielfältigen positiven Erfahrungen in Fördermaßnahmen versteht der Träger die zusätzliche Arbeit mit Kindern und Eltern im Rahmen der Hilfen zur Erziehung als wichtige Ergänzung zur Betreuung und allgemeinen Förderung in der OGS. Die Förderung wird über zusätzliche Stundenbudgets durch das pädagogische Fachpersonal des OGS- Teams umgesetzt. Es zeigt sich, dass die kontinuierliche Beziehungsarbeit zwischen Fachkraft und Kind maßgeblich zum Erfolg der Hilfe beiträgt. Die OGS bietet einen optimalen Erfahrungsraum, um soziale und personelle Kompetenzen einzuüben und zu festigen. Die M aßnahme beruht somit auf einem integrativen Ansatz. Die Förderkinder nehmen die strukturierenden Angebote der OGS wie Mittagessen, Gruppenalltag und Hausaufgabenbetreuung wahr und erhalten darüber hinaus in bestimmten Handlungsbereichen eine intensive Unterstützung durch die Bezugsperson. Weitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungsprozesse Durch eine zusätzliche intensive Förderung sollen die GrundschülerInnen befähigt werden: • Regeln und Normen zu akzeptieren • Soziale Kompetenzen zu erwerben • Angemessene Reaktionen in Konfliktsituationen zu zeigen • Kommunikationsformen zu entwickeln • Soziale Gruppenprozesse zu erfahren Inhalte und Angebote: • Sozialpädagogische Förderangebote • Soziale Gruppenarbeit, Kleingruppenarbeit und Einzelförderung • Integrativer Ansatz durch Bezugspersonen im regulären Geschehen des Offenen Ganztags 12 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Intensive Elternbegleitung und -beratung • Wahrnehmen und Umsetzen eines gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsauftrags von Familie und Schule • Regelmäßige Elterngespräche zur Entwicklung des Kindes und zu Themen, die das Erzie- hungsverhalten/Familienleben betreffen • Beratung nach einem systemischen Grundverständnis • Austausch über mögliche Anliegen oder Unterstützungsbedarfe und Vermittlung in mögli- che Hilfen innerhalb und außerhalb von Schule Fallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele • Intensiver und transparenter Austausch zwischen den Professionen innerhalb der Schule unter Voraussetzung des Einbezugs der Familie • Zielorientierte Kooperation mit weiteren Institutionen und Akteuren im Sozialraum 13 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Elternarbeit Bei der Erziehung, Förderung und Bildung jedes Kindes versteht sich das Team des Offenen Ganztags als unmittelbarer Partner der Erziehungsberechtigten. Die Entwicklung des Kindes findet gleichermaßen im häuslichen Umfeld wie auch in der Einrichtung statt. Ein steter Informationsaustausch ist somit obligatorisch, um die Erziehungs - und Betreuungsarbeit wertvoll gestalten zu können. Darüber hinaus halten wir tragfähige Beziehungen zwischen Eltern und Fachkräften für beidseitig bereichernd und wissen aus Erfahrung, dass sie in bestimmten Situationen hilfreich und entlastend sein können. Partizipation Mitbestimmung, Mitgestaltung und die Möglichkeit Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen, sind ein Grundverständnis und Kernelement unserer Arbeit (Empowerment, Vermittlung von Selbstwirksamkeit). Unser situationsorientierter Arbeitsansatz bietet viele Mögli chkeiten, Kinder entsprechend ihres Alters und Entwicklungsstandes in die Gestaltung des Gruppenalltags und ihres persönlichen Entwicklungsprozesses einzubeziehen. Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen und Veränderungen verstehen wir als selbstverständlich und darüber hinaus als zusätzlichen Anlass, ein demokratisches und zugleich respektvolles Gruppenverhalten zu erlernen. Neben regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen bietet die OGS-Leitung in geregelten Abständen eine Sprechstunde an. Ein „Kummerkasten“ bzw. „Box für Vorschläge“ steht den Kindern für anonyme Angelegenheiten zur Verfügung. Jedes Bedürfnis und jede Beschwerde werden ernst genommen und schnellstmöglich in einer Teamsitzung thematisiert. Die Ergebnisse und Lösungsvorschläge werden je nach Bedürfnis/Beschwerdeanliegen mit dem Kind individuell besprochen bzw. in der Konferenz unter Partizipation aller Kinder einer Gruppe vorgestellt und festgelegt. Als Einrichtung möchten wir ebenso bedarfsgerecht auf die Wünsche und I deen der Familien eingehen und bitten auch Eltern, an der Weiterentwicklung und Ausgestaltung des Angebots teilzuhaben. 14 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Gesundheitsförderung und Ernährung Gesund aufzuwachsen ist Bedingung für eine lebenswerte und selbstbestimmte Zukunft. Gesundheit wird mit zunehmendem Alter immer mehr zur Eigenverantwortung eines Jeden. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen, st ärken Ressourcen und entwickeln relevante Kompetenzen gemeinsam mit Kindern und Familien. Die Fachkräfte achten im Alltag auf die Gestaltung eines gesundheitsbewussten Lebens - und Arbeitsumfelds und gehen mit modellhaftem Verhalten voraus. In der Ausrichtu ng des pädagogischen Mittagstischs a rbeiten wir mit Partnern zusammen, die die Schulkindverpflegung unter ökologischen und ernährungswissenschaftlichen Aspekten kindgerecht umsetzen. Die detaillierten Qualitätsstandards für Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden eingehalten. Religiöse Speisevorschriften werden ebenso wie Vorgaben durch Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt. Zusätzlich zur täglichen Mittagsmahlzeit bietet das Team sowohl im Offenen Ganztagsangebot als au ch in der Betreuung von 8 -13 Uhr regelmäßig gesunde Snacks z.B. in Form von Rohkost oder Obst an. Beim Einkauf wird auf biologische Qualität sowie die Auswahl regionaler und saisonaler Produkte geachtet. Inklusion, Integration und Chancengleichheit Die Schule ist ein Ort an dem jedes Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Besonderheiten Anerkennung und Zugewandtheit erfährt. Wir nehmen jedes Kind unvoreingenom men an und orientieren unser Angebot an seinen individuellen Fähigkeiten. Jeder Mensch unterscheidet sich von den anderen. Wir erleben diese Vielfalt als hohes Gut in unserer Gesellschaft und als große Ressource im gemeinsamen Miteinander. Inklusion entspricht in erster Linie dieser Haltung und kann nicht nur als Handlung verstanden werden. Allein durch die Einnahme und Vermittlung dieser Haltung ermöglicht sich ein annehmendes, einschließendes und unvoreingenommenes Handeln, da s Kinder am Vorbild erfahren und im Umgang mit ihren Mitmenschen erproben können. Die Fachkraft ist beauftragt die Berücksichtigung dieser Haltung in jedem pädagogischen Handeln und in jeder strukturellen Frage zu prüfen, Ausschluss zu verhindern und Vielfalt zu ermöglichen. Auch vor diesem Hintergrund kommt einer altersangemessenen Vermittlung von Kinderrechten eine große Bedeutung zu. Jede OGS ist ebenso den Grundsätzen der geschlechtergerechten Schule verpflichtet. Aufgrund des erweiterten Zeitrahmens, der außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie der Kooperation mit außerschulischen Partnern bietet die OGS ein besonderes Potenzial für gendersensible Ganztagsangebote. Durch eine entsprechende Gestaltung von förderlichen Rahmenbedingungen können unterschiedliche Ansprüche und Lebenslagen aufgegriffen und die Schülerinnen und Schüler bei ihren Identitäts- und Sozialisationsprozesse unterstützt werden. Ziel ist es, die Chancengleichheit für Jungen und Mädchen zu erhöhen und damit Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. 15 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Kinderschutz Als Jugendhilfeträger haben wir in der gesetzlichen Verpfli chtung und unter Berücksichtigung unseres Leitbildes fachliche und trägerspezifische Standards entwickelt, um so in Form eines abgestimmten Frühwarnsystems notwendige Steuerungsprozesse gestalten zu können. In unserer Verantwortlichkeit als Träger von 29 Offenen Ganztagsschulen, dem Kinder- und Jugendhaus, zwei Jugendwohngruppen und weiteren Einrichtungen und Beratungsstellen nimmt die Frage des Kinderschutzes für uns seit Jahren einen zentralen Stellenwert ein. Dies hat dazu geführt, dass wir gemeinsam mit unseren MitarbeiterInnenteams eine deutliche und transparente Haltung zu Fragen von Kindeswohlgefährdung entwickelt haben. • Trägerinterne Ausbildung und Zertifizierung von Kinderschutzfachkräften durch die fachpool gGmbH, Gesellschaft für Fortbildung und Beratung • Facharbeitskreis zum kollegialen Austausch und zur Sicherung von Standards innerhalb des Trägers • Teamsupervision der Kinderschutzfachkräfte im Rahmen der Facharbeitskreistreffen • Erarbeitung und Weiterentwicklung von trägerinternen Dokumentationsstandards und Hand- lungsempfehlungen • Orientierung an den Vorgaben und Empfehlungen des jeweiligen kommunalen Hand- buchs/Handlungsrahmens bezüglich „Frühe Hilfen und Schutz“ • Teilnahme an regionalen Netzwerktreffen zum Thema „Frühe Hilfen und Schutz“ 16 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Organisation der gemeinsamen Umsetzung Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Schule, Träger und pädagogischem Team ist grundlegend für den Erfolg und die Qualität der Arbeit im Nachmittagsbereich. Konk rete Formen der Zusammenarbeit zeigen sich z.B. durch: • Einstellung der MitarbeiterInnen im Einvernehmen von Schulleitung und Träger • Absprache inhaltlicher und organisatorischer Zielvereinbarungen • Gemeinsame Planung von Betreuungs- und Förderstrukturen • Gemeinsame Elternabende sowie gemeinsame Projekte im Bereich der Elternbildung • Erstellung gemeinsamer Informationsmaterialien (Elternbriefe, Flyer, Aushänge) • Regelmäßige Arbeitstreffen zwischen Schule, Träger und TeamkoordinatorIn • Eine Informations- und Kommunikationskultur der „kurzen Wege“ Die Schule und der Träger verstehen sich als gleichberechtigte Kooperationspartner und sind in gemeinsamer Verantwortung und somit in enger Verbindung von Schule und Träger der Jugendhilfe für die Umsetzung der Offenen Ganztagsschule zuständig. Die Kooperationspartnerschaft erfordert einen engen Austausch zwischen Schule und Träger, der in Form feststehender und regelmäßig stattfindender Kontakte und Arbeitstreffen organisiert wird. Die Verantwortlichkeiten verteilen sich idealerweise folgendermaßen: Die Schule • ist grundsätzlich für das Raumangebot zuständig, übernimmt die räumliche Ausgestaltung und plant weiteren Raumbedarf wie z.B. Belegung der Sporthalle im Nachmittag • übernimmt die inhaltliche Planung und Durchführung schulischer Fördereinheiten außer- halb des regulären Schulunterrichtes • informiert die Elternschaft über die Angebote und Leistungen der Offenen Ganztagsschule • garantiert für eine Transparenz innerhalb des Lehrerkollegiums und in der Elternschaft 17 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das Mütterzentrum • ist für die fachliche, personelle, finanzielle und organisatorische Ausgestaltung der Ange- bote im außerschulischen Bereich zuständig • plant die entsprechenden Förderangebote in Kooperation mit weiteren Trägern im Bereich von Jugendhilfe, Sport, Kultur und Gesundheitsförderung • ist für die Organisation eines Mittagstisches zuständig • garantiert eine Betreuung an unterrichtsfreien Tagen und organisiert eine bedarfsgerechte Ferienbetreuung • stellt im Rahmen des Ehrenamts weitere Beteiligte als Ergänzung im Freizeit- und Förder- angebot zur Verfügung • bietet Unterstützung und Beratung für Eltern an • verwendet die Mittel transparent nach bewährtem Verfahren 18 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das pädagogische Team Alle in der Einrichtung tätigen Fach- und Ergänzungskräfte verstehen sich als Vorbild und führen ihre Rolle jeweils authentisch und mit Bedacht auf die zu vermittelnden Werte aus. Allein durch diese Grundhaltung geben sie dem Kind Impulse zur selbstinitiie rten Moralentwicklung und bieten exemplarisch Verhaltensmuster an, die zur Bewältigung von Aufgaben und Herausforderungen im Gruppenalltag, aber auch in anderen Kontexten ein Vorbild sein können. Dies bezieht sich nicht nur auf das pädagogische Handeln im Einrichtungsalltag, sondern auch im Innenverhältnis auf ein hohes Maß an Kollegialität, Kommunikation und Wertschätzung im Team. Das Team reflektiert die Arbeit mit den Kindern im stetigen Austausch, in fachberaterischen Kontexten und Fortbildungszusammenh ängen und entwickelt die konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung im ständigen Prozess weiter. Das Team nutzt das gemeinsame Fachwissen zur Optimierung der Entwicklungs- und Bildungsprozesse jedes einzelnen Kindes. Zur Durchführung des Angebots wird ei n multiprofessionelles Team eingesetzt, dessen gesamte Stundenzahl sich nach der Größe der OGS richtet. Das Mütterzentrum setzt auf eine hohe Kontinuität und eine möglichst stabile Bindung von MitarbeiterInnen an einzelne Schulsysteme. Die Identifikation der MitarbeiterInnen mit der jeweiligen Schule erhöht die Motivation und verbessert die Qualität der Zusammenarbeit maßgeblich. Als Leitung wird eine pädagogische Fachkraft zur Koordination des Teams und des Ganztags möglichst in Vollzeit eingestellt. Er/Sie ist für die inhaltliche Ausrichtung und organisatorische Arbeit zuständig und verantwortlich und ist direkte Ansprechperson für Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Trägerleitung. Des Weiteren sind pädagogische MitarbeiterInnen wie auch pädagogische Zweitkräfte jeweils im Tandem im Gruppengeschehen eingesetzt. Im Bereich der Mittagessensverpflegung beschäftigt das Mütterzentrum hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weisen ein unbedenkliches Führungszeugnis und den notwendigen Masernimpfschutz nach. Mitarbeitende mit Verantwortlichkeit für den Mittagstisch sind gemäß §35 Infektionsschutz belehrt. Weiterhin können wir auf Erfahrungen in der Umsetzung einer Betriebsübernahme gemäß §613a BGB zurückgreifen. Wir kennen die Rechte und Pflichten im Rahmen eines solchen Rechtsgeschäfts und setzen diese entsprechend um. 19 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Qualitätsmerkmale Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen und der positiven Kooperationsbeziehungen mit Schulen im Kreis Warendorf und im Kreis Soest garantiert das Mütterzentrum eine hohe Kompetenz und pädagogische Qualität der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit im Rahmen einer Offenen Ganztagsschule. Als Träger hat die Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH innovativ und unter Berücksichtigung bedarfsorientierter und sozialer Erfordernisse ein soziales Netzwerk von Leistungen im Bereich der Familien- und Jugendhilfe aufgebaut, die mit einem hohen Ausmaß an Fachlichkeit, Kompetenz und Qualität in selbstbestimmter Trägerschaft geführt werden. Auch die Leistungen des Fachbereiches Offene Ganztagsschule unterliegen diesen Qualitätsstandards und entsprechen dem Lei tbild des Vereins. Weitere Qualitätsmerkmale garantieren die Fachlichkeit der Arbeit: • Bereitstellung eines Pools von MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen pädagogischen Professionen • Durchführung einer Grund- und Vertiefungsqualifikation für pädagogische Zweitkräfte • Regelmäßiges Angebot von internen und externen Fortbildungs- und Weiterbildungs- maßnahmen für alle MitarbeiterInnen • Teilnahme der MitarbeiterInnen an Fachtagen und Fachberatungen • Engagement in Aus- und Weiterbildung (Duales Studium, Praxisintegrierte Ausbildung, Anerkennungsjahr, Praktikum) • Austausch und Beratung in Leitungstreffen der Teamkoordinatoren, Facharbeitskreisen sowie Klausurtagungen • Fachliche Begleitung und Beratung im Einzelfall sowie grundsätzliche Fachaufsicht durch den Träger • Kooperation mit Trägern der öffentlichen Jugendhilfe • Vernetzung mit ortsansässigen Einrichtungen, Vereinen und Trägern zur Ausgestaltung des Angebotes und zur Schaffung sozialer Ressourcen für Kinder und Familien am Wohnort • Hohe Fachlichkeit im Bereich des Kinderschutzes (§8a, SGB VIII) • Ausbildung in Erste Hilfe, Brandschutz und Arbeitssicherheit 20 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule Grundsätzlich ist die Finanzierung einer OGS Schule von der Anzahl der angemeldeten Schüler und den diesbezüglichen Landeszuweisungen und kommunalen Pflichtanteilen abhängig. Zuzüglich ergeben sich erhöhte Landespauschalen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und für festgestellte Flüchtlingskinder. Festgesetzte monatliche Elternbeiträge für die Betreuung von 8-13 Uhr sind dem hinzuzurechnen. Die Kosten für hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen werden der Kommune gesondert in Rechnung gestellt, sodass diese den Gesamtetat der OGS-Schule nicht belasten. Als Träger führen wir sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben der jeweiligen Schule auf einer separaten Kostenstelle. Von den Gesamteinnahmen stehen 4% der OGS-Schule als Sachkosten zur Verfügung; 12 % der Personalkosten werden als Overheadkosten (allgemeine Verwaltungskosten) veranschlagt. Alle weiteren Einnahmen werden für Personalkosten aufgewandt. Zum Ende des Schuljahres wird von uns als Träger ein entsprechender Verwendungsnachweis mit einer detaillierten Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben erstellt. D er Verwendungsnachweis kann jederzeit von der Schulleitung eingesehen werden. 21 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Unsere Vernetzung in der Region Unsere Vernetzung in der Region Als freier Träger sind wir fester Bestandteil des sozialen Netzwerks in der Region . Durch unsere Aktivitäten im Bereich der Familien- und Jugendhilfe sowie durch unsere Angebote im Rahmen des Mehrgenerationenhauses und der Kindertagespflege sind wir vielen Familien in den zugehörigen Landkreisen bekannt und erleben Akzeptanz und Zuspruch für unsere alltägliche Arbeit. Wir erfüllen die uns anvertrauten Aufgaben professionell, bedarfsorientiert für Familien und in wertvoller Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen. Durch unsere Mitwirkung in Facharbeitskreisen, Gremien und Ausschüssen gestalten wir die Unterstützungs- und Angebotslandschaft der Region mit. Unsere Vernetzungspartner sind unter anderem • Städte und Kommunen • Jugend- und Sozialämter der Kommunen in der Region und darüber hinaus • Tageseinrichtungen, allgemeinbildende Schulen, Berufskollegs und Hochschulen • Initiativen und Vereine vor Ort in den Städten und Gemeinden • Kinderärzte, Therapeuten, Kliniken und Beratungsstellen • Arbeitsämter und Jobcenter der Kommunen • Institute im Auftrag der qualitativen Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis (z.B. ISA Münster) • Fort- und Weiterbildungsträger • Externe Supervisoren und Coaches • Landesweite Facharbeitsgremien des Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW • Kreisgruppe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands des Kreises Warendorf
Anlage 2 SJK Co_OGS-Konzept_Marienschule Hi
64915 Zeichen
„Den Kindern zugute – OGS mit Qualität und Erfahrung!“
© Juli 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
1996 - 2021
25 Jahre
Vorstand Geschäftsstelle Darlehnskasse Münster Eintrag im Vereinsregister:
Michael Fiege & Lennart von Kannen (Vorsitz) Harkor tstraße 13 IBAN DE86 4006 0265 0018 4882 01 Amtsge richt Münster unter Nr. 3796
Dr. Stefan Schöppner, Simone Rahms 48163 Münster BIC: GENODEM1DKM Steuer Nr. 336 0067 4400
Yvonne Rutz, Dr. Andreas Wagner Tel: 0251 74 76 702 Anerkannter Träger der freien
Münster, den 01.07.2022
Motivationsschreiben auf die Ausschreibung der Marienschule Münster-Hiltup
„Den Kindern zugute – OGS mit Qualität und Erfahrung!“
Sehr geehrte Damen und Herren,
qualitativ hochwertige Betreuung im Rahmen eines Of fenen Ganztags bedarf langjähriger Erfahrung und ko ntinu-
ierlicher Weiterentwicklung. Wir stehen für einen Ganztag aus Sicht der Kinder und schaffen ein attraktives Ange-
bot, indem wir unser Konzept am jeweiligen Sozialraum sowie der Lebenswelt der zu betreuenden Kinder ausrich-
ten.
Auf dieser Präambel basiert die Arbeit von Schule J ugend Kids & Co e.V. als etabliertem freien Träger der offenen
Ganztagsbetreuung in Münster. Dies vorausgeschickt freuen wir uns darauf, die erfolgreiche Zusammenarbeit aus-
zubauen, den gemeinsamen Weg der stetigen Weiterent wicklung mit Ihnen fortzuführen und reichen daher h ier-
mit unser Motivationsschreiben für die Marienschule in Münster ein.
Erste Kontaktpunkte mit der Schule entstanden aus der Trägerschaft der Förderinsel an der Marienschule Hiltrup,
deren Betrieb wir in den Schuljahren von 2017/2018 bis 2020/2021 am Standort Marienschule Hiltrup innehatten.
Die regelmäßige Umstrukturierung seitens der Stadt führte zum Schuljahr 2021/2022 zu einem Standortwec hsel
für die Förderinsel. In Erinnerung sind uns allerdi ngs die gute, enge und vor allem konstruktive Zusam menarbeit
sowohl mit der Schulleitung als auch mit dem OGS-Te am geblieben. Deshalb freuen wir uns - aufbauend au f der
positiven vorherigen Zusammenarbeit - eine Bewerbung für die Marienschule Rahmen des aktuellen Bewerbungs-
verfahren abzugeben.
Es ist uns als OGS-Träger ein Anliegen, die von uns betreuten Schulen ohne ein Konkurrenzdenken, als einen Schul-
verbund zu sehen. Dies ermöglicht, Synergien und Ressourcen optimal zu nutzen (z.B. Umsetzung von AGs, Vertre-
tungspool, Ferienbetreuung, Einsatz des multiprofessionellen Teams). Des Weiteren finden sich im Hinblick auf das
Schulkonzept vielfältige Überschneidungen auf der i nhaltlichen Ebene in den Schwerpunkten Inklusion/In tegra-
tion, der Partizipation, dem ganzheitlichen Lernen, der psychischen Gesundheit sowie der Relevanz multiprofessi-
oneller Zusammenarbeit.
Unser Konzept berücksichtigt vollumfänglich die Qualitätsstandards der Stadt Münster sowie die Ausschreibungs-
kriterien für den Schulstandort und unterliegt dem Prozess einer ständigen Qualitätssicherung. Es bene nnt i.W.
unsere pädagogischen Schwerpunkte und versteht sich als Bausatz aus verschiedenen Elementen zur strukturellen
und pädagogischen Gestaltung der Betreuung. Wir reichen Ihnen daher im Anhang unser Konzept für die Schulkin-
derbetreuung im Offenen Ganztag mit ein.
Aus unserer vielfältigen Erfahrung in Überleitungsp rozessen, liegt es in unserem ausdrücklichen Intere sse, behut-
sam mit bereits bestehenden Betreuungsstrukturen un d inhaltlichen Konzeptionen umzugehen, ggf. Handlun gs-
bedarfe zu erkennen und gemeinsam mit allen Beteili gten zielgerichtet zu entwickeln. An dieser Stelle möchten
wir deutlich machen, dass das anhängige Konzept als Inspiration und Orientierungshilfe dienen soll, oh ne dabei
bereits bestehende Strukturen und Konzepte von Grun d auf umzugestalten.
„Den Kindern zugute – OGS mit Qualität und Erfahrung!“
© Juli 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
1996 - 2021
25 Jahre
Vorstand Geschäftsstelle Darlehnskasse Münster Eintrag im Vereinsregister:
Michael Fiege & Lennart von Kannen (Vorsitz) Harkor tstraße 13 IBAN DE86 4006 0265 0018 4882 01 Amtsge richt Münster unter Nr. 3796
Dr. Stefan Schöppner, Simone Rahms 48163 Münster BIC: GENODEM1DKM Steuer Nr. 336 0067 4400
Yvonne Rutz, Dr. Andreas Wagner Tel: 0251 74 76 702 Anerkannter Träger der freien
Ein Überleitungsprozess ist mit vielfältigen Erwart ungen und Ideen aber ebenso mit einigen Unsicherhei ten und
offenen Fragen verbunden. Als erfahrener Träger berücksichtigen wir deshalb jede Perspektive bestmöglich, indem
bereits weit im Voraus zum Stichtag moderierte Gespräche auf allen Ebenen stattfinden und der gesamte Prozess
durch feste Ansprechpartner:innen professionell, verlässlich und engmaschig begleitet wird.
Als Träger des Offenen Ganztags sehen wir jede Schule zum einen mit ihren individuellen schulscharfen Bedarfen,
zum anderen im Schulverbund mit allen weiteren Ganz tagen in unserer Trägerschaft. Dieser Blick ermögli cht, Sy-
nergien und Ressourcen optimal zu nutzen. Hervorzuh eben ist an dieser Stelle unser multiprofessionelle s Team,
welches sich u.a. aus den Professionen Psychologie, Heilpädagogik sowie Zirkus- und Theaterpädagogik z usam-
mensetzt.
„Was bringt SJK Kids & Co. e. V. für die Marienschule Münster mit?“
- Erster freier OGS Träger in Münster seit 2006, seitdem kontinuierliche Weiterentwicklung
- Trägerschaft in der Schulkinderbetreuung an derzeit neun Standorten in Münster und Senden
- multiprofessionelles Team im Schulverbund (z.T. Vormittagsbereich einsetzbar)
- Schulbegleitung und Inklusionshilfe
- Realisierung von Angeboten in Kooperation mit externen Partnern im Sozialraum
- Vorhalten eines Vertretungspools im Schulverbund
- verlässliche Ferienbetreuung
- Partizipation, Innnovation und Mitwirkung auf allen Ebenen
- Interne und externe Aus-, Weiter- und Fortbildungen
- Kontinuierliche Qualitäts- und Teamentwicklung
- Professionelles Management von Überleitungsprozessen
- Intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Fachkräf tegewinnung“ und erfolgreiche Konzepte zur
Personalakquise
- Nutzung einer großen Anzahl materieller Ressourcen (z.B. Lego- oder Entspannungsbauwagen)
- Träger- und Verwaltungssitz in Münster, kurze Wege, gutes Netzwerk zu der Stadtverwaltung
- Nachhaltiges Denken und Handeln
- Engmaschige und persönliche Betreuung bzw. Fachbera tung aller Standorte durch zwei hauptamtliche
Bereichsleitungen
Für unsere Mitarbeitenden u.a.:
- arbeitgeberfinanzierte private Krankenzusatzversicherung
- betriebliche Sport- & Gesundheitsförderung
- betriebliche Altersvorsorge
Für weiterführende Informationen kontaktieren Sie uns gerne, wir weisen darüber hinaus auf das beiliegende Kon-
zept sowie unsere Homepage: www.jugend-ms.de hin.
Wir freuen uns auf eine persönliche Vorstellung!
Mit freundlichen Grüßen
Nils Overkamp Dr. Sarah Honemann Mi chael Fiege
Bereichsleitung OGS Bereichsleitung multiprofessio nelles Team Vorstand
Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Unsere Visionen – Unsere Aufträge
Konzept für die außerschulische Betreuung
an der
Marienschule Münster-Hiltrup
www.jugend-ms.de
Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Vorwort
„Den Kindern zugute – OGS mit Qualität und Erfahrung!“
Zum einen geht es bei der Frage danach, was eine gu te Offene Ganztagsschule ausmacht
darum, Eltern eine verlässliche Betreuungsperspekti ve zu geben und zum anderen mit Blick
auf die Kinder bessere Teilhabechancen und den Abbau bestehender Bildungsungleichheit zu
ermöglichen.
Der Verein Schule Jugend Kids & Co e. V. hat sich d aher zum Ziel gesetzt, auf der Grundlage
seiner Prinzipen („Förderung von Kindern und Famili en“, Stärkung von Familien“, Sozial- und
Lebensraumorientierung“, „Werteorientierung“, „Part izipation“ und „Netzwerkarbeit“)
Kinder im außerschulischen Bereich ganzheitlich zur fördern und ihnen eine sichere,
strukturierte und vielfältige Umgebung zu bieten.
Durch die langjährige Erfahrung und kontinuierliche Weiterentwicklung in der
außerschulischen Betreuung ist es dem Träger Schule Jugend Kids & Co e.V. möglich, sein
Konzept flexibel an die Gegebenheiten und Bedürfnis se der Marienschule anzupassen. Es ist
der Wunsch des Trägers, gemeinsam mit den Verantwor tlichen der Marienschule die
bestmögliche Gestaltung des Offenen Ganztages zu erarbeiten und diese stetig zu verbessern
und anzupassen.
Gerade im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf eine ganztätige Betreuung im Jahr 2026 bedarf
es einer dynamischen und kontinuierlichen Qualitäts analyse, um den wachsenden
Herausforderungen gerecht zu werden. Gemeinsam mit dem schulischen und pädagogischen
Team möchte der Verein Schule Jugend Kids & Co e.V. sich diesen Herausforderungen stellen
und den Kindern eine qualitativ hochwertige Betreuung ermöglichen.
Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Träger Schule Jugend Kids & Co e.V. ...................................................................... 1
1.1 Das pädagogisches Konzept von Schule Jugend Ki ds & Co e.V. ..................................... 1
1.2 Organisationsstruktur ........................ ............................................................................. 3
2. Das OGS-Konzept ........................................................................................................... 3
2.1 Die Kooperation zwischen schulischem und außer schulischem Personal ..................... 4
2.2 Betreuungsumfang ............................. ............................................................................ 5
2.3. Tagesablauf ................................. .................................................................................... 5
2.3.1 Gemeinsames Mittagessen .................... ........................................................................ 5
2.3.2 Lernzeit ................................... ........................................................................................ 5
2.3.3 Arbeitsgemeinschaften (AGs) ................ ......................................................................... 6
2.3.4 Freispiel .................................. ........................................................................................ 7
2.4 Räumlichkeiten ............................... ................................................................................ 7
2.5 Eigene Fußballliga ........................... ................................................................................ 8
3. Die Kinder ....................................................................................................................... 8
3.1. Konzept für den Übergang von der Kita in die OGS ....................................................... 9
4. Das Personal ................................................................................................................... 9
4.1 Fachkräftegewinnung und Ausbildung bei Schule Jugend Kids & Co e.V. ................... 10
4.2. Zusammensetzung der Teams ................... ................................................................... 11
4.3 Das multiprofessionelle Team ................. ..................................................................... 11
4.4. Ausblick: Bildung eines Sport- und Bewegungst eams ................................................. 11
5. Partizipation ................................................................................................................. 12
5.1. Kinder....................................... ..................................................................................... 12
5.2 Eltern/ Erziehungsberechtigte ............... ...................................................................... 12
5.3 Mitarbeiter*innen ............................ ............................................................................ 13
6. Integration und Inklusion ............................................................................................ 13
6.1 Das Inklusionskonzept von Schule Jugend Kids & Co e.V. ............................................ 13
7. Qualitätsmanagement ................................................................................................. 14
7.1 Teamentwicklung .............................. ........................................................................... 15
7.2 Fort- und Weiterbildungen .................... ....................................................................... 15
7.3. Supervision ................................. .................................................................................. 15
7.4 Dokumentation und Evaluation ................. .................................................................. 16
7.5. Kinderschutz ................................ ................................................................................. 16
7.6 FAQs ......................................... ..................................................................................... 16
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8. Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit ................................................................ 16
8.1 Kinder........................................ .................................................................................... 17
8.2 Personal ..................................... ................................................................................... 17
9. Querschnittsaufgaben ................................................................................................. 18
10. Vernetzung ................................................................................................................... 18
11. Was macht den Verein Schule Jugend Kids & Co e .V. aus? ........................................ 19
11.1 Prinzipien eines gemeinnützigen Vereins ..... ............................................................... 19
11.2. Entstehungsgeschichte und Entwicklung von Sc hule Jugend Kids & Co e.V. ............... 19
11.3 Teamstruktur und Teamentwicklung ............ ............................................................... 19
11.4 Inhaltliche Schwerpunkte .................... ......................................................................... 19
11.5 Materielle Ausstattung ...................... ........................................................................... 20
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Konzept für die außerschulische Betreuung
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1. Der Träger Schule Jugend Kids & Co e.V.
Der Grundstein für den Verein wurde 1995 von einer Gruppe Jugendlicher gelegt, die
gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitenden einen T reffpunkt in einem alten Bauwagen
organisiert haben.
Aus dieser Initiative gründete sich bereits ein Jah r später ein Verein, der 1997 als Träger der
freien Jugendhilfe für die Stadt Münster anerkannt wurde. Dieser setze sich das Ziel, die offene
Kinder- und Jugendarbeit in Münster-Mecklenbeck zu fördern. Der Verein erweiterte 2005
sein Angebotsfeld um die Betreuung der Offenen Ganz tagsschule
1. Dieses entwickelt der
Träger seitdem sowohl qualitativ als auch quantitat iv konsequent weiter, so dass die
Betreuung der Kinder im Rahmen der OGS aktuell das Herzstück des Trägers ist. Im Jahr 2009
erfolgte eine Umbenennung des Vereins in „Schule Ju gend Kids & Co. e. V. 2“, der inzwischen
in ganz Münster und dem Umland aktiv ist.
Aktuell arbeitet der Träger schwerpunktmäßig in folgenden Bereichen:
Schulkinderbetreuung im Rahmen der OGS an fünf Grun dschulen der Stadt Münster und
vier Grundschulen in der Gemeinde Senden
Bis-Mittags-Betreuung (BMB) in fünf Grundschulen der Stadt Münster, vier Grundschulen
der Gemeinde Senden
Förderinsel an der Peter-Wust Schule
Schulsozialarbeit in den Grundschulen der Gemeinde Senden
Integrationshelfer und Schulbegleiter in den OGS Grundschulen der Stadt Münster
Ferienangebote an ca. acht Standorten in Münster und vier Grundschulen in Senden
Kinder- und Jugendangebote wie das Spielmobil, der Jugendtreff am Skaterplatz in
Mecklenbeck sowie der Jugendtreff in Gelmer
Firmenservice
Das Angebot „Kinder- und Jugendarbeit in Schule“
Einzelprojekte und Aktionen für Familien, Kinder und Jugendliche (www.jugend-ms.de)
1.1 Das pädagogisches Konzept von Schule Jugend Kids & Co e.V.
Die Offene Ganztagsgrundschule stellt sich dem Wandel der Gesellschaft. Die Bedingungen für
Familien, Lebensgemeinschaften, Sorgeberechtigte un d Kinder, ihren Alltag zu bewältigen,
ändern sich stetig. Diesen Herausforderungen stellt sich die Ganztagsgrundschule und bietet
einen verlässlichen Ort mit einem strukturierten Ta gesablauf, um Kinder ganzheitlich zu
fördern und fordern. Dies spiegelt sich in den Leit linien des Trägers wider. Die Angebote von
Schule Jugend Kids & Co e.V. richten ihren Fokus au f die individuellen Interessen und
1 Zum besseren Verständnis wird im folgenden Text „Offene Ganztagsschule“ durch das Kurzwort „OGS“
ersetzt.
2 „Schule Jugend Kids & Co e.V.“ wird teilweise durch „SJK & Co e.V.“ ersetzt.
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Bedürfnisse der uns anvertrauten Kinder, Jugendlich en und Familien. Um dies zu erreichen,
basiert unsere Arbeit auf den folgenden wesentlichen Punkten:
Förderung von Kindern und Jugendlichen
Mit den vielfältigen Angebotsstrukturen unterstützt der Träger die Persönlichkeitsentwicklung
und Lebensbewältigung von Heranwachsenden. Neben de r formellen Bildung als Teil des
offenen Ganztages, umspannen die Tätigkeitsfelder e benfalls den Bereich der informellen
Bildung.
Stärkung von Familie
Der Träger möchte Familien in ihren unterschiedlich en Lebenslagen unterstützen und eine
bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Dies gilt sowohl für die Kunden, als
auch die Belegschaft des Trägers.
Sozial- und Lebensraumorientierung
Schule Jugend Kids & Co e. V. orientiert sich mit s einer Arbeit an den unterschiedlichen
Gegebenheiten vor Ort und knüpft an die Bedürfnisse der Lebenswelt von Kindern,
Jugendlichen und Familien an.
Werteorientierung
Die Angebotsstruktur des Trägers ist frei von sämtl icher politischer, religiöser und sexueller
Weltanschauung. Hierzu zählen unter anderem Hautfar be, Sprache sowie nationale und
soziale Herkunft und Religion. Auf diesem Grundvers tändnis basierend wird ein alters-,
geschlechts- und ethnisch sensibler Umgang gelebt u nd darüber hinaus an unsere Kunden
weitergegeben.
Partizipation
Begründet durch den Aufbau und die Struktur eines a nerkannten Trägers der freien
Jugendhilfe, wie Schule Jugend Kids & Co e.V., ist ein wichtiger Bestandteil der Partizipation
bereits gegeben. Alle Zielgruppen sind Teil der Angebote. Durch deren aktive Beteiligung und
Einbeziehung wird die Realisierung der oben genannt en Punkte eins bis vier sowie ein
lebensweltbezogenes Arbeiten erreicht.
Netzwerkarbeit
Der Träger sieht sich als Teil eines ganzheitlichen Netzwerkes verschiedenster
Interessengruppen und Behörden sowie der öffentlich en und freien Jugendhilfe. Ein
partnerschaftlicher Austausch innerhalb des Netzwer kes zählt zu den Grundsätzen und dem
Selbstverständnis des Trägers.
Eine ausgewogene Belegschaft und die Unterstützung, Förderung und Pflege des Ehrenamtes
ist für den Träger von zentraler Bedeutung und stellt die Grundlage zur Erfüllung der Leitlinien
dar.
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1.2 Organisationsstruktur
Schule Jugend Kids & Co e.V. wird den steigenden Ansprüchen einer ganzheitlichen Förderung
der Kinder im Rahmen der OGS durch sein multiprofes sionelles Team (siehe 4. Personal)
gerecht. Flache Hierarchien ermöglichen eigenverant wortliches Arbeiten sowie Transparenz
und kurze Kommunikationswege unter den Mitarbeiter* innen sowohl innerhalb als auch
zwischen den OGS-Teams.
2. Das OGS-Konzept
Jede Offene Ganztagsschule ist individuell und soll te auch so gestaltet werden. SJK & Co e.V.
stellt im Folgenden seine Grundlagen und eine mögli che Gestaltung des offenen Ganztages
vor.
SJK & Co e.V. gestaltet den Offenen Ganztag seiner Schulen anhand folgender Leitlinien:
Abbau bestehender Bildungsungleichheit
Verbesserung der Teilhabechancen für Kinder
Ganzheitliche Förderung der Kinder
Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen
Erweiterung von musischen, sportlichen und kreativen Fähigkeiten und Fertigkeiten
Förderung der Selbstorganisation und die Partizipation der Kinder
Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung
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Inklusive Gestaltung der Betreuung
Verlässliche Betreuungsperspektive
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
Gendersensibilität
Kinderschutz
Rhythmisierung des Tagesablaufs
Ganztagsarbeit bedeutet Teamarbeit: vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der
Schulleitung und der Lehrerschaft auf Augenhöhe, um eine optimale Nutzung von
Synergien zu ermöglichen und den Kindern so einen r eibungslosen Übergang vom Vor-
zum Nachmittag zu ermöglichen.
Die Mitarbeiter*innen von SJK & Co e.V. versuchen stets jedes Kind als Individuum mit seinen
eigenen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen wahrzun ehmen. Jedes Kind soll sich im
Ganztag wohl und angenommen fühlen. Das Bildungs- u nd Betreuungsangebot der Offenen
Ganztagsschule wird auf Basis der gesetzlichen Regelungen gestaltet. Es richtet sich nach den
Vorgaben des Schulgesetzes des Landes Nordrhein-Wes tfalens und des dazugehörigen
Grundlagenerlasses.
2.1 Die Kooperation zwischen schulischem und außerschulischem Personal
Die OGS wird von zwei unterschiedlichen Bildungspar tnerinnen bestimmt: der Schule am
Morgen und der Jugendhilfe im Anschluss an den Unte rricht. Beide Systeme basieren auf
eigenständigen Bildungsverständnissen und beruflich en Traditionen. Ihre Mitarbeitenden
haben in ihren Bereichen unterschiedlich viel Gesta ltungsfreiraum und Möglichkeiten. Die
außerschulische Betreuung im Ganztag gibt den Kindern die Möglichkeit, leistungsunabhängig
und wertungsfrei Erfolgserlebnisse zu erleben. Dies e wirken sich positiv auf die Entwicklung
des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls der Kinder aus. Dabei spielen die Prinzipien
der Freiwilligkeit und Partizipation eine entscheidende Rolle.
Erklärtes Ziel des Trägers sind das gemeinsame Handeln aller Akteure, die den Schulalltag der
Kinder gestalten und begleiten: Lehrer*innen, Schul sozialarbeiter*innen, Schulassistenten*
innen, Lernhelfer*innen, Sonderpädagog(en)*innen so wie allen weiteren
Kooperationspartnern der OGS im jeweiligen Sozialraum. Durch diese Vernetzung kann für die
Kinder der optimale Raum geschaffen werden, damit sie sich entsprechend ihrer Begabungen,
Neigungen und Möglichkeiten entwickeln können. Dabe i spielen Transparenz,
Kommunikation und Absprachen zwischen den Akteuren eine entscheidende Rolle für das
Gelingen.
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2.2 Betreuungsumfang
Den Familien der Ganztagskinder wird eine verlässli che Betreuung an fünf Tagen der Woche
geboten. Die Betreuung beginnt unmittelbar nach dem Unterrichtsende und endet, je nach
Bedürfnissen der Kinder und Eltern, um 15:00 Uhr bz w. 16:00 Uhr. Eine Betreuung an den
beweglichen Ferientagen und an Konferenztagen ist von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr gewährleistet.
Für Eltern, die aus beruflichen Gründen eine länger e Betreuung wünschen, kann eine
Betreuung bis 17:00 Uhr eingeführt werden.
Zudem kann eine ganztägige Ferienbetreuung vom Träg er angeboten werden. Diese
Betreuung ist offen für alle Kinder.
2.3. Tagesablauf
Die Kinder werden im Anschluss an den Unterricht vo m Team des Ganztages in Empfang
genommen. Zu Beginn haben sie die Möglichkeit sich auszutauschen, frei zu spielen oder sich
auszuruhen. Der weitere Tagesablauf der OGS setzt s ich aus den folgenden Grundelementen
zusammen:
2.3.1 Gemeinsames Mittagessen
Den Kindern wird eine warme, abwechslungsreiche und kindgerechte Mahlzeit serviert.
Zudem stehen täglich Rohkost, Obst und Wasser zur V erfügung. Besondere Bedürfnisse
können mit den Fachkräften der OGS abgesprochen werden. Da das Mittagessen eine wichtige
pädagogische Interaktion im Tagesablauf darstellt, wird es durch das pädagogische Personal
der OGS begleitet. Hierbei wird auf Ordnungs- und U mgangsregeln sowie auf die Förderung
sozialer Kompetenzen besonderer Wert gelegt. Übersc haubare Tischgruppen ermöglichen
Gespräche und Austausch. Nach dem Essen wird der Ta g besprochen, AGs angekündigt und
aktuelle Dinge besprochen. Die Kinder helfen der Kü chenkraft bei der Arbeit. Sie räumen ab,
reinigen die Tische und decken diese neu ein.
Die Kosten werden direkt vom Träger eingezogen. Akt uell werden die von SJK & Co e.V.
betreuten Schulen von Schnitkamp & Hesse aus Münste r beliefert. Eine Übernahme des
aktuellen Caterers ist selbstverständlich möglich.
2.3.2 Lernzeit
Die Lernzeit ist ein elementarer Bestandteil der pä dagogischen Arbeit in der OGS. Sie stellt
eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Unterricht am Morgen und der Betreuung im
Rahmen des Ganztages dar.
SJK & Co e.V. hat sich intensiv mit der Gestaltung der Lernzeit auseinandergesetzt. Das
Lernzeiten-Konzept von SJK & Co e.V. kann bei Inter esse im Anhang eingesehen werden
(Anhang A).
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2.3.3 Arbeitsgemeinschaften (AGs)
Das OGS Team bietet vielfältige und wechselnde Arbe itsgemeinschaften (AGs) an. Bei der
Gestaltung werden die vorhandenen Ressourcen im Stamm-Team genutzt und gefördert. Die
AGs finden in Kleingruppen statt. Sie werden nach d en Interessen der Kinder konzipiert und
ausgerichtet (siehe 5.2). Die Kinder werden auf die se Weise in ihrem eigenen Handeln
unterstützt und ihre Kompetenzen gefördert. Darüber hinaus werden AGs angeboten, die
aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen wie bspw. d er zunehmenden Digitalisierung
(„Video-AG“, „Bau und Einsatz einer Drohne“) oder d em Thema Nachhaltigkeit
(„Schulgarten“).
SJK & Co e.V. stellt zusätzlich die Mitarbeiter*inn en des multiprofessionellen Teams zur
Verfügung (siehe 4.3). Diese bieten AGs in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld an (z.B. „Theater-AG“)
an. Darüber hinaus werden externe spezialisierte Fa chkräfte bzw. Kooperationspartner
angefragt.
Der Träger SJK & Co e.V. verfügt darüber hinaus über reichhaltige materielle Ressourcen, wie
verschiedenen Bauwagen, Theaterausstattung, eine Drohne und vieles mehr.
Bei der Gestaltung der AG-Pläne wird darauf Wert ge legt, AGs im Schulverbund anzubieten
und somit die vorhandenen Ressourcen optimal nutzen zu können.
Im Folgenden wird exemplarisch eine Auswahl an AGs dargestellt.
Theater-AG
Kreativ AG
Kochen und Backen
Diverse Sportangebote in der Turnhalle, z. B. Fußball AG, Judo AG
Filme-AG
Hunde AG
Segel-AG
Reit AG
Entspannungs-AG, Yoga-AG
Es gibt Arbeitsgemeinschaften die den sportlichen ( z. B. Reiten, Fußball, Volleyball, Tanzen)
sowie den kreativen Bereich (z. B. Filzen, Film, Th eater, Nähen) abdecken. Spiel- und
Spaßangebote stehen neben Forschen und Lernen ebenf alls fest im AG-Plan. Mit der Filme-
AG sollen spielerisch die medialen Kompetenzen der Kinder gestärkt werden. Jedes Kind erhält
die Möglichkeit zur Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften. Je nach Ausrichtung finden diese als
geschlossene und offene Angebote statt. Es wird auf eine Mischung der Angebote geachtet,
um den verschiedenen Interessen und Begabungen der Kinder Rechnung zu tragen. Weiterhin
wird Wert darauf gelegt, dass den Kindern neben Ler nzeit, Mittagessen und
Arbeitsgemeinschaften Zeit für das wichtige und oft unterschätzte Freispiel (siehe 2.3.4)
bleibt.
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Ganz im Sinne der OGS werden die Inhalte des Vormit tags und des Nachmittags eng
miteinander verknüpft. Eine fachliche Verknüpfung e rgibt sich durch die Erledigung der
Hausaufgaben und die fachlichen Förderstunden der Lehrkräfte im Rahmen der OGS.
Vormittag Nachmittag
Unterricht in den Kernfächern
Sachunterricht
Förderunterricht
LRS-Förderung
Hausaufgaben
OGS-Förderstunden
LRS-Förderunterricht
Weitere, teilweise auch fächerübergreifende Verknüp fungen, ergeben sich durch die AG-
Angebote im Offenen Ganztag.
Vormittag Nachmittag
Arbeitsplan Deutsch
Theater AG
Lese AG
OGS Parlament
Arbeitsplan Sport
Sportangebote in der Turnhalle
Fußball AG
Volleyball AG
Zirkus AG
Tanz AG
Arbeitsplan Sachunterricht Garten AG/ Natur AG
2.3.4 Freispiel
Dem Freispiel kommt eine enorme Bedeutung zu. Insbe sondere in der heutigen Zeit, in der
die kindliche Entwicklung häufig von einer Vielzahl an Verpflichtungen in Form von
Freizeitaktivitäten und zunehmender Digitalisierung geprägt ist.
Im Freispiel wird Kindern die Möglichkeit gegeben, selbstbestimmt zu handeln und sich als
selbstwirksam zu erleben (siehe 5.2). In Abhängigkeit der täglichen Verfassung können Kinder
frei wählen. Freispiel bietet Raum zur Entschleunig ung und zum Rückzug. Zudem werden
Kinder im Freispiel nicht unmittelbar beobachtet.
2.4 Räumlichkeiten
Die Kinder werden in ansprechenden Gruppenräume bet reut. Diese sollten kindgerecht und
gemütlich eingerichtet sein. Die Ausstattung bietet den Kindern die Möglichkeit, sich mit
unterschiedlichem Spiel-, Lese- und Bastelmaterial zu beschäftigen. Weitere Klassenräume
werden für die Lernzeit genutzt. Der Schulhof wird mit seinen diversen Spiel- und
Bewegungsmöglichkeiten, wie Spielplatz, Tischtennis platte, Turnstangen und einer großen
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Spielwiese genutzt. Hier können sich die Kinder frei entfalten. Eine Turnhalle ist ein wichtiger
Bestandteil der OGS Betreuung. Es ist wünschenswert, dass diese den Kindern an allen Tagen
zur Verfügung steht. Zudem verfügt SJK & Co e.V. üb er zwei umgebaute Bauwagen 3, die für
bestimmte Zeiträume den Schulen zur Verfügung stehen.
Der Träger ist erfahren in der Projektbegleitung vo n Neu- und Umbauten von OGS Räumen
sowie deren funktionaler Innenausstattung.
2.5 Eigene Fußballliga
In jeder Schule findet eine Fußball AG statt. Die a ngemeldeten Fußballkids trainieren
wöchentlich und treten während eines Schuljahres in einer Fußballmeisterschaft
gegeneinander an. Die Kinder werden mit unseren Ver einsfahrzeugen zu den jeweiligen
Schulen befördert. Am Ende des Schuljahres wird mit allen Kindern eine Fußballmeisterfeier
veranstaltet.
3. Die Kinder
Für immer mehr Kinder wird die OGS zu einem neuen L ebensmittelpunkt, an dem sie den
größten Teil ihres Tages verbringen. Schule als Ort des Lebens uns Lernens gewinnt
zunehmend an Bedeutung. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Platz in der
Ganztagesbetreuung ab 2026 wird diese Tendenz vermutlich weiter zunehmen. Das bedeutet,
dass ein Weiterdenken der Betreuung im schulischen Kontext erfolgen muss, um den
vielfältigen Bedürfnissen und der Diversität der Ki nder gerecht werden zu können. Bei der
Beantwortung der Frage, was guten Ganztag ausmacht, ist es von großer Bedeutung, die
Kinderperspektive zu berücksichtigen. Kinder sind d ie Experten, wenn es um die Frage geht,
in welcher Umgebung sie sich wohl und aufgehoben fühlen.
Der Vor- und Nachmittagsbereich sollte an Ganztagss chulen fließend ineinander übergehen
und Synergien optimal genutzt werden. Bildung und E rziehung müssen in Ganztagsschulen
ganzheitlich erfolgen und neben der formellen Bildu ng die informelle Bildung unter der
besonderen Berücksichtigung der sozialen und emotionalen Bildung in den Fokus rücken, um
dem Erziehungsauftrag gerecht zu werden. Ziel ist i mmer die ganzheitliche Förderung der
anvertrauten Kinder.
Ganztagsschule bietet benachteiligten Kindern die M öglichkeit, am gesellschaftlichen Leben
teilzuhaben und die bestmögliche Förderung zu erhalten. Die Kinder haben die Möglichkeit im
Anschluss an den Unterricht in einer strukturierten und sicheren Umgebung zu lernen und
ihren Neigungen und Interessen spielerisch nachzugehen.
3 Zu diesem Zweck wurden von Schule Jugend Kids & Co e.V. 2019 zwei Bauwagen angeschafft, die als
Entspannungs- und Lego / Werkbauwagen ausgebaut wurden. Diese mobilen Räume sind im Rahmen des
Schulverbundes aller OGS Standorten von SJK & Co e.V. im Wechsel monatsweise an den Schulen stationiert.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
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3.1. Konzept für den Übergang von der Kita in die OGS
Dem Wechsel von der Kita in die Grundschule sieht e in Großteil der Vorschulkinder mit
Spannung, Neugierde und freudiger Erwartung entgege n. Nichtsdestotrotz handelt es sich
beim Übergang vom geschützten und spielerisch geprä gten Kita-Alltag in die Schule um ein
herausforderndes Ereignis für Kinder, das es zu bewältigen gilt.
Die große Schule, viele neue und oftmals unbekannte Kinder, neue Bezugspersonen, andere
und festere Strukturen fordern die Kinder heraus. U mso wichtiger ist es, die Kinder dort
abzuholen, wo sie aktuell stehen. Dies gilt in glei chem Maße für den Morgen, wie auch den
Nachmittag, den die Kinder im Offenen Ganztag verbr ingen. Entscheidend für das Gelingen
der Eingewöhnung ist es, die Kinder offen und herzl ich aufzunehmen und ihnen eine sichere
Umgebung zu bieten. Nur, wenn Kinder sich wohl und sicher fühlen, können sie sich
bestmöglich entfalten. Dies ist ein zentrales Anliegen von SJK & Co e.V.
Sollte es nötig sein, werden die Teams in den Schul en zu Beginn eines neuen Schuljahres
personell verstärkt.
Um den Übergang von der Kita in die Schule zu erlei chtern, können die Kinder beim „Tag der
offenen Tür“ die Schule und den Ganztagsbereich gem einsam mit ihren Eltern und Freunden
erkunden und schon die Räumlichkeiten und ersten neuen Gesichter kennenlernen.
Für die Eltern werden, neben dem „Tag der offenen Tür“, Elternabende angeboten, an denen
sie die pädagogische Leitung sowie die Teams der Sc hulen kennen lernen, die Konzepte von
SJK & Co e.V vorgestellt und von den Eltern Fragen gestellt werden können.
4. Das Personal
SJK & Co e.V. als Träger des Offenen Ganztages besc häftigt aktuell ca. 120 Mitarbeiter*innen
in seinen Ganztagsschulen. Bei der Zusammensetzung der Teams werden sowohl die fachliche
Qualifikation als auch die für die Betreuung von Ki ndern erforderlichen soft skills
berücksichtigt. Nur ein beständiges, motiviertes un d professionelles Team kann seinem
Erziehungs- und Bildungsauftrag gerecht werden. Die erforderlichen Qualifikationen und
Zusammensetzung der Teams richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben, d.h. Einstellungen
werden nur bei entsprechender fachlicher Qualifikat ion vorgenommen. Die Stellen für
geringfügig Beschäftigte werden mit Studierenden de r sozialen Arbeit oder des Lehramts
sowie pädagogisch berufserfahrenen Personal besetzt. Alle Mitarbeitenden von Schule Jugend
Kids & Co e. V. sind verpflichtet, vor Aufnahme der Tätigkeit ein erweitertes polizeiliches
Führungszeugnis nach §72a SGBVIII vorzulegen.
Der Träger ist verantwortlich für die Personalverwa ltung sowie die Fach- und Dienstaufsicht.
Praktikanten und FSJler werden von den OGS-Leitungskräften angeleitet.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
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Ein Überblick über die Bereiche und Zuständigkeiten von SJK & Co e.V. befindet sich in
Abschnitt 1.2 (Organisationsstruktur).
4.1 Fachkräftegewinnung und Ausbildung bei Schule Jugend Kids & Co e.V.
Der Träger SJK & Co e.V. steht gemeinsam mit weiter en freien Trägern und der städtischen
Trägerschaft vor der Herausforderung pädagogisch qu alifiziertes Fachpersonal in Zeiten des
Fachkräftemangels und des gleichzeitig rasant steig enden Bedarfs an schulischer
Ganztagesbetreuung für sich zu gewinnen. Ab dem Ink rafttreten des Rechts-Anspruchs auf
einen OGS-Platz 2026 wird sich die Situation weiter verschärfen. Diesem Trend versucht der
Träger bereits jetzt entgegenzuwirken.
Daher bildet das Thema der Fachkräftegewinnung und Ausbildung sowie die langfristige
Bindung der Fachkräfte einen durchgängigen Themenschwerpunkt bei SJK & Co e.V.
Die neuen Mitarbeiter*innen von SJK & Co e.V. werde n von erfahrenen Fachkräften
eingearbeitet und ins Team sowie die standortbezoge ne Arbeit eingeführt. Es besteht die
Möglichkeit sowohl das Team als auch die Schule zu wechseln, sollte dies gewünscht und
sinnvoll sein.
Die Struktur von SJK & Co e.V. ist durch flache Hie rarchien und kurze Kommunikationswege
gekennzeichnet.
Die fest angestellten Mitarbeiter*innen von SJK & C o e.V. profitieren von einer betrieblichen
arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge, betrieblich er Krankenzusatzversicherung, dem
betrieblich geförderten Sport- und Gesundheitsprogramm, Mitarbeitervergünstigungen sowie
weiteren Personalbenefits. Zudem bietet SJK & Co e. V. seinen Mitarbeiter*innen ein eigenes
Fortbildungsprogramm an (siehe 7.2).
Die Teams des Trägers weisen eine geringe Fluktuation auf.
SJK & Co e.V. bietet seit dem Sommer 2020 für die e igenen Unterstützungskräfte eine
Praxisintegrierte Ausbildung zum/r Erzieher*in (PiA ) an. Durch das Projekt „Fachkräfte
Offensive“ der Stadt Münster und anderen Städten wu rde die Ausbildung für Erzieher*innen
neu auf dem beruflichen Markt etabliert. Diese Ausbildung dient dazu das eigene pädagogisch
erfahrene, jedoch offiziell unausgebildete Personal fortzubilden und für die Aufgaben der OGS
zu professionalisieren. Dieser Bildungsgang vermitt elt eine fachschulische Ausbildung in
Verbindung mit einer vergüteten Anstellung in einer sozialpädagogischen Einrichtung den
Berufsabschluss „Staatlich anerkannte Erzieherin/ S taatlich anerkannter Erzieher“ über die
Praxisintegrierte Ausbildung (PiA). Die Ausbildungs dauer beläuft sich auf insgesamt 3 Jahre.
Eine Personalübernahme nach einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung wird vom Träger
Schule Jugend Kids & Co. e. V. gewünscht. Durch die Ausbildung hat die Belegschaft die
Möglichkeit sich weiter fortzubilden, einen zertifizierten Abschluss zu erhalten und im Offenen
Ganztag als Gruppenleitung mit wachsender Verantwortung, tätig zu werden.
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Ausbildungen bei SJK & Co e.V. werden von der trägerinternen Ausbildungsleiterin begleitet.
4.2. Zusammensetzung der Teams
Der Offene Ganztage wird von einer Fachkraft mit ei nem Abschluss der Sozialen Arbeit/
Sonderpädagogik (Dipl./BA) oder gleichwertiger Qualifikation geleitet. Je nach Größe der OGS
werden Gruppenleitungen, Unterstützungskräfte und N iedrigteilzeitkräfte im Team
eingesetzt. Die Essensausgabe und das Küchenmanagem ent erfolgt durch separate
Küchenkräfte.
Die Arbeitszeiten der Mitarbeiter*innen orientieren sich an der Anzahl der Kinder in der OGS.
Eine Gruppengröße von 25 Kindern wird von einer Fac hkraft sowie einer Ergänzungskraft
betreut. Bei der Erstellung der Dienstpläne wird di e Vereinbarkeit von Familie und Beruf
berücksichtigt.
4.3 Das multiprofessionelle Team
SJK & Co e.V. beschäftigt zudem ein multiprofessionelles Team. Das multiprofessionelle Team
wird von einer promovierten Diplom-Psychologin gele itet. Zum Team gehören zwei B.Sc.
Psychologie, zwei Heilpädagoginnen (B.A./ schulische Ausbildung, eine Heilpädagogin mit der
Zusatzausbildung zur Reittherapeutin), ein Heilpäda goge (B.A.), eine Theater-/
Zirkuspädagogin (Dipl.Soz.Päd.), ein Theaterpädagog e (B.A) und eine Orthopädagogin (M.A.)
sowie ein Motopäde. Diese unterstützen das OGS-Pers onal schulscharf. Ab dem Schuljahr
22/23 wird unser Team durch Hündin „Lotta“ verstärkt, die sich aktuell noch in der Ausbildung
zum therapeutischen Begleithund befindet.
Die trägerinternen Psychologinnen stehen den Teams vor Ort beratend zur Seite. Zudem
nehmen die Psychologinnen bei Bedarf am Unterricht im Vormittagsbereich teil. Es ist ein
Anliegen des Trägers, das multiprofessionelle Team fortlaufend weiter zu entwickeln und
weitere Professionen zu integrieren.
Die Mitarbeiter*innen des multiprofessionellen Team s stehen im Bedarfsfall als
Vertretungskräfte für den laufenden Betrieb zur Verfügung.
4.4. Ausblick: Bildung eines Sport- und Bewegungsteams
Die zunehmende Digitalisierung, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung führen zu
einer zunehmend ungesunden kindlichen Entwicklung. Diese Entwicklung wurde durch die
Corona-Pandemie verstärkt. Um dieser entgegenzuwirk en und Kindern die Freude an
Bewegung (wieder-) entdecken zu lassen, arbeitet de r Träger aktuell an der Bildung eines
Sport- und Bewegungsteams, das gezielt zur motorisc hen Förderung der Kinder eingesetzt
wird. In gleichem Maße wird der Fokus auf soziale L ernprozesse gerichtet, die automatische
in Mannschafts- bzw. Gruppensituationen entstehen. Zudem bieten Sport und Bewegung die
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Möglichkeit, sprachliche Barrieren abzubauen.
5. Partizipation
Die Partizipation aller Beteiligten stellt für den Träger Schule Jugend Kids & Co e.V. als
gemeinnützigem Verein ein Grundprinzip dar (siehe 1.1).
5.1. Kinder
Die Rechte von Kindern sind ein elementarer Baustein der Arbeit von SJK & Co e.V. Kinder sind
die Experten für die Beantwortung der Frage, was eine gute Offene Ganztagsschule ausmacht.
Kinderpartizipation ist daher ein wichtiges Mittel, um die OGS im Sinne der Kinder zu
gestalten. Kinderpartizipation in der OGS ist zudem ein wichtiges Instrument auf dem Weg,
Kinder zu Verantwortung und Selbstständigkeit zu er ziehen. Die Kinder sollen erfahren, dass
sie ihre Umgebung mitgestalten können. Die Kinder m üssen darüber mitentscheiden dürfen,
wie sie ihre Zeit gestalten möchten. In einigen unserer OGS Schulen wurden Kinderparlamente
eingeführt, in denen die Kinder gemeinsam mit dem b etreuenden Personal über Regeln,
Verhalten, Arbeitsgemeinschaften, Mittagessen, Projekte, Ausflüge u. v. m. sprechen und ihre
Bedürfnisse äußern. Weiterhin existieren Wunsch-/Me ckerbriefkästen, in denen die Kinder
ihre Anregungen und Kritik zum OGS Ablauf benennen können. Diese werden dann
gemeinsam mit dem betreuenden Personal vor Ort disk utiert und nach Möglichkeit in den
OGS Tagesablauf integriert. Zu verschiedenen Zeitpunkten werden Interviews mit den Kindern
geführt, um ihre Wünsche aufzunehmen.
5.2 Eltern/ Erziehungsberechtigte
Die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsbe rechtigten ist ein wesentlicher
Bestandteil des Offenen Ganztags. Das Personal und die Eltern/ Erziehungsberechtigten
stehen nach Möglichkeit in ständigem Kontakt und Au stausch. Den Eltern/
Erziehungsberechtigten werden Einzelgespräche angeb oten. Einzelgespräche bieten die
Möglichkeit sich intensiv über das Kind auszutauschen und mit Eltern/ Erziehungsberechtigten
einen besonderen Handlungsbedarf festzustellen und zu erarbeiten. Zudem werden
gemeinsame Beratungsgespräche mit dem OGS Personal, den Lehrkräften, der Schulleitung
und den Schulsozialarbeitern*innen durchgeführt. Ziele der Elternarbeit sind die partizipative
Förderung der Zusammenarbeit, der Informationsausta usch sowie die Unterstützung der
Eltern in Betreuungs- und Erziehungsaufgaben. Insbe sondere soll die Elternarbeit eine Hilfe
zur Selbsthilfe ermöglichen.
Es erfolgt regelmäßig eine Abfrage zum Bedarf an Ferienbetreuungsangeboten.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
5.3 Mitarbeiter*innen
Das OGS Personal ist partizipativ in die Organisati onsstruktur des Trägers eingebunden. In
regelmäßigen Teamsitzungen werden Anliegen der Mita rbeiter*innen besprochen und
gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.
6. Integration und Inklusion
Ein inklusives Leitbild ist für uns ebenso eine Sel bstverständlichkeit wie die Integration aller
Kinder, mit besonderem Augenmerk auf Kinder mit Mig rationshintergrund. Der Offene
Ganztag bietet die Möglichkeit, spielerisch Kontakt mit anderen Kindern aufzunehmen und
somit sowohl sprachliche als auch kulturelle Barrieren zu überwinden.
Ein Herzstück des pädagogischen Konzepts von SJK & Co e.V. ist das für die Schulen
entwickelte Inklusionskonzept. Dieses wird im Folgenden dargestellt.
6.1 Das Inklusionskonzept von Schule Jugend Kids & Co e.V.
Auf der Grundlage der Ratifizierung der UN-Konventi on über Rechte von Menschen mit
Behinderungen und der Verpflichtung zur Entwicklung eines inklusiven Erziehungs- und
Bildungssystems (Artikel 24, 2009), entwickelt SJK & Co e.V. Konzepte zur ganzheitlichen
Betreuung und Förderung aller uns anvertrauten Kinder.
Inklusion bedeutet, jedes Kind mit seiner Persönlic hkeit und individuellen Geschichte
vorurteilsfrei willkommen zu heißen. Inklusive und integrative Betreuung zielt nicht allein auf
Kinder mit Behinderungen oder definiertem Förderbed arf im Sinne der AO-SF, sondern auch
auf jene mit Lernschwierigkeiten, Migrationshinterg rund und sozialen oder emotionalen
Unterstützungsbedarf. Jedes Kind wird mit seinen pe rsönlichen Voraussetzungen und
Bedürfnissen vorurteilsfrei angenommen, subjektorientierte begleitet und gefördert.
Grundlegend für das Gelingen einer optimalen Begleitung und Förderung im Ganztag ist eine
enge Zusammenarbeit mit dem schulischen Team, das d ie Kinder am Morgen begleitet. Nur
durch gelebte Kontinuität über den gesamten Schulta g der Kinder, kann der Raum für eine
vertrauensvolle Atmosphäre sowie die bestmögliche Unterstützung geschaffen werden.
Um den vielfältigen Belangen und Bedürfnissen der a nvertrauten Kinder gerecht zu werden,
gehört zu unserem Verein ein multiprofessionelles T eam aus psychologischen,
heilpädagogischen, motopädischen, sozialpädagogisch en und theaterpädagogischen
Fachkräften. Diese werden schulscharf eingesetzt, u m die Kolleginnen und Kollegen vor Ort
als zusätzliches Personal zu unterstützen.
Folgende Einstellungen und Methoden zur Weiterentwicklung der individuellen Förderung der
Kinder prägen die pädagogische Arbeit von SJK & Co e.V.:
Gelebte Akzeptanz und Toleranz
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Wertfreier und leistungsunabhängiger Blick auf die Kinder
Gemeinsame Verantwortung für die ganzheitliche Förderung aller Kinder
Individuelle Förderpläne
Arbeiten an festgelegten Zielen anhand der Förderpl äne. Diese werden regelmäßig
überprüft und überarbeitet.
Therapeutische Unterstützung (z.B. Motopädie)
Gezielter Einsatz von multiprofessionellen Fachkräften
Individuelle Handlungsempfehlungen für die beteilig ten Personen vom
multiprofessionellen Team von SJK & Co e.V.
Festgelegter Personalbedarf „über den Nachmittag“ ( Heilpädagogen, Erziehende,
Mentoren, Intensivbetreuer/innen)
Vertraute Begleitung für den Übergang von Vor- zu Nachmittag inkl. kurzem Austausch
der beteiligten Akteure
Nutzen von Synergieeffekten zwischen Vor- und Nachmittagsbereich
Multiprofessionelle Teamsitzungen
Zusammenarbeit mit (heilpädagogischen) Einrichtungen und Diensten am Ort
Bedarfsgerechtes und differenziertes Angebot für die betreffenden Kinder, aber keine
Exklusion
Ressourcenorientierter Umgang mit den Kindern
Ermöglichung der Teilnahme an allen Angeboten, AGs und Kursen der OGS
Angepasstes Spiel- und Sportmaterial
Angepasste Räume (kleine Gruppenräume, Snoozle-Räum e, Lesezimmer, reizarme
Räume, Bewegungsräume, Werk- und Kunsträume usw.)
Eltern werden in die Planung und Unterstützung in d er OGS für das Kind einbezogen
soweit es zeitlich möglich und von ihnen zu leisten ist
7. Qualitätsmanagement
Um seinem Erziehungs- und Bildungsauftrag gerecht z u werden und die Qualität der
Betreuung zu sichern, legt der Träger SJK & Co e.V. großen Wert auf ein vielschichtiges
Qualitätsmanagement. SJK & Co e.V. orientiert sich in dieser Hinsicht an den
Qualitätsstandards der Stadt Münster.
Es finden regelmäßige Treffen innerhalb und zwischen den Teams sowie den Mitarbeitenden
der Abteilungsleitung, interne und externe Weiterbi ldungen, Supervisionen sowie
Dokumentation und Evaluation statt. Zudem nimmt der Träger an kommunalen und
bezirksbezogenen Qualitätszirkeln teil.
Die Fachberatung und Abteilungsleitung für die Mita rbeiter*innen wird durch qualifizierte
Fachkräfte sichergestellt.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
7.1 Teamentwicklung
Der Träger SJK & Co e.V. legt großen Wert auf fachl ich qualifizierte, beständige und
harmonische Teams. Durch flache Hierarchien wird de n Teams Gestaltungsspielraum
zugestanden, um auf die individuellen Bedürfnisse vor Ort eingehen zu können. Regelmäßige
Teamsitzungen der OGS-Leitungskräfte und der Gruppe nleitungen ermöglichen den
Austausch von Informationen sowie die Klärung von F ragestellungen, Fallberatungen und
organisatorischen Aspekten.
Regelmäßig finden zudem Teamsitzungen mit dem gesam ten pädagogischen OGS-Personal
der Schulen statt. Diese dienen zum Austausch, zur Reflexion und zur Organisation. Vor
Schuljahresbeginn wird an Teamtagen die Konzeption überprüft und überarbeitet. Die OGS
nehmen wöchentlich an Lehrer/innen-Konferenzen und Dienstbesprechungen teil, um die
Vernetzung mit dem Vormittag zu gewährleisten.
Jährliche Personalgespräche zwischen Bereichsleitun g, Projektleitung, OGS-Leitungskräften
und Gruppenleitern dienen der Überprüfung und Festlegung von Zielen
Im Rahmen der trägerinternen Qualitätssicherung wer den monatliche
Qualitätszirkel/Leitungsrunden der OGS-Leitungskräf te sowie der Leitung des
multiprofessionellen Teams unter Beteiligung der pä dagogischen Geschäftsführung
durchgeführt. Diesen dienen dem kollegialen Austausch und der Beratung. Zudem werden bei
den Leitungsrunden besondere Aktionen und ähnliches geplant.
Das multiprofessionelle Team (siehe 4.3) trifft sich ebenfalls monatlich zum Austausch und der
kollegialen Fallberatung.
Die Fachaufsicht obliegt der pädagogischen Geschäftsführung.
Das hauptamtliche Personal nimmt im Sinne des Wirks amkeitsdialogs an internen und
externen Arbeitskreisen teil.
7.2 Fort- und Weiterbildungen
Die Mitarbeiter*innen von SJK & Co e.V. haben die M öglichkeit sowohl interne als auch
externe Fortbildungen zu relevanten Themen zu besuc hen. Darüber hinaus nehmen die
Mitarbeitenden des Trägers regelmäßig am trägerinte rnen Fortbildungsprogramm teil (z.B.
Präventionsweiterbildung, Entwicklungspsychologie, Corona & Schule).
7.3. Supervision
Allen Teams stehen im Rahmen des Fortbildungsbudgets eine Möglichkeit zur Supervision zu.
Im Zuge der aktuellen Qualitätsentwicklung des Träg ers wird ab 2020 eine ständige
Supervision durch ein Institut aus Münster vorgehalten.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
7.4 Dokumentation und Evaluation
Die Mitarbeiter*innen des Ganztages werden in der F ührung von Dokumentations- und
Beobachtungsbögen geschult.
Dokumentation:
Führen von Dokumentations- und Beobachtungsbögen
Protokollierte Teamsitzungen
Mitarbeit an den Schulprogrammen der Schulen
Anwesenheitslisten
Unfallbögen
Evaluation:
Regelmäßiger Austausch zwischen den Lehrkräften & d en Mitarbeiter*innen des
Ganztages
Elternbefragungen
7.5. Kinderschutz
Der Träger weist eine zertifizierte Kinderschutzfac hkraft vor. Die interne
Kinderschutzbeauftragte steht allen Schulen zur Ver fügung und greift bei Verdacht auf
Kindeswohlgefährdung ein und unterstützt die Leitungskraft vor Ort.
Bei Fällen von Kindeswohlgefährdung findet in Abspr ache mit der Schulleitung und
Lehrkräften ein protokolliertes Verfahren nach § 8a SGB VIII statt. Hierbei arbeitet der Träger
eng mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien zusammen.
Im Rahmen der Personaleinstellungen wird besonders auf die Einhaltung der Vorgaben nach
§ 72 a SGB VIII geachtet. So ist die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses
für alle Mitarbeitenden des Trägers (auch Praktikan ten und Ehrenamtliche) verpflichtend.
Zusätzlich unterschreibt jeder Mitarbeitende eine S elbstverpflichtungserklärung zur
Prävention von Beziehungsmissbrauch mit Personen, die von „Schule Jugend Kids & Co e. V.“
betreut werden. Alle Mitarbeitende sind verpflichte t an einer eintägigen, internen Schulung
zum Thema Kinderschutz teilzunehmen.
7.6 FAQs
Aktuell arbeiten die OGS-Leitungskräfte unter Betei ligung der Geschäftsleitung an zwei FAQ-
Katalogen (FAQs der Eltern/ Erziehungsberechtigten, FAQs der Mitarbeiter*innen).
8. Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit
Der Träger Schule Jugend Kids & Co e.V. legt großen Wert auf Gesundheitsförderung und
Nachhaltigkeit. Beispielsweise setzt der Träger im Punkt Mobilität auf E-Bikes sowie E-Autos
und verfügt über ein eigenes Lastenrad. Als Träger der OGS mit Sitz in Münster und weiteren
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Schulen in Münster, die bereits in der Trägerschaft von SJK & Co e.V. sind, sind nur kurze Wege
zurück zu legen. Dies unterstützt den Klimaschutz der Stadt Münster.
8.1 Kinder
Es ist ein zentrales Anliegen des Trägers, Kindern den wertschätzenden Umgang mit Nahrung
und Material zu vermitteln. Dazu gehört bspw. der U mgang mit Nahrungsmitteln beim
Mittagessen. Der Wunsch des Trägers ist es, Essen passend zu bestellen und ggf. am nächsten
Tag aufzubereiten. Schulgärten, die im Rahmen des Offenen Ganztags gepflegt werden, sollen
ebenfalls für das Thema „Ernährung“ sensibilisieren und dabei unterstützen, es ganzheitlich
wahrzunehmen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Thema Sport u nd Bewegung. Gerade angesichts der
zunehmenden Nutzung von digitalen Medien, dem oft d amit einhergehenden
Bewegungsmangel und falschen Ernährungsgewohnheiten spielen die Faktoren Sport und
Bewegung eine entscheidende Rolle für die gesunde E ntwicklung von Kindern. Verstärkt
wurde diese Dynamik im Verlauf der Corona-Pandemie.
Bei der Programm-Planung und Materialauswahl des Tr ägers werden diese Aspekte
berücksichtigt.
Zudem ist eine Sport- und Bewegungsteam antizipiert . Der Aufbau des Teams wird von der
Leitung des multiprofessionellen Teams geplant und durchgeführt, die fundierte
sportpsychologische Kenntnisse aufweist.
Selbstverständlich gehören zu einer gesunden Entwic klung die Stärkung sozialer und
emotionaler Kompetenzen. Dies geschieht im Alltag d er offenen Ganztagsbetreuung durch
eine wertschätzende und werte-vermittelnde Betreuun g durch die Mitarbeiter*innen.
Darüber hinaus ist das multiprofessionelle Team zur individuellen Förderung und Stärkung der
Kinder in den verschiedenen Bereichen zuständig.
8.2 Personal
Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter*innen können sich optimal der Betreuung der uns
anvertrauten Kinder widmen. Daher legt der Träger g roßen Wert auf ein angenehmes
Arbeitsklima. Dazu gehören die Vereinbarkeit von Fa milie und Beruf, die Möglichkeit zu
regelmäßigem Austausch im Team sowie die Möglichkei t, Ideen einzubringen und an
Entscheidungen beteiligt zu werden.
Im Rahmen von Fortbildungen werden Team-Fortbildung en angeboten, um die
Zusammenarbeit und den Zusammenhalt im Team zu optimieren.
Die Mitarbeiter*innen von SJK & Co e.V. profitieren von einem umfangreichen betrieblich
geförderten Sport- und Bewegungsprogramm. Dazu zähl t bspw. die betriebliche
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Konzept für die außerschulische Betreuung
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Krankenzusatzversicherung, die Nutzung eines E-Bikes oder die Übernahme der Kosten für die
Nutzung eines Fitness-Studio (siehe 4.1).
9. Querschnittsaufgaben
Der Träger Schule Jugend Kids & Co e.V. stellt bei Bedarf Schulbegleiter/innen an den
Standorten in Münster sowie Schulsozialarbeiter/innen.
Zudem ist der Verein SJK & Co e.V. in der offenen Kinder- und Jugendarbeit aktiv (Jugendarbeit
in Schule, Kinder- und Jugendtreff bspw. am Skaterp latz in Mecklenbeck, Kinder- und
Jugendmobil, Angebote für Kinder mit Fluchterfahrung).
Eine verlässliche Ferienbetreuung an verschiedenen Standorten sowie ein Firmenservice
gehören ebenfalls zu den Angeboten von Schule Jugend Kids & Co e.V.
Zudem bietet der Träger SJK & Co e.V. im Rahmen der Elternarbeit die Möglichkeit eines
vertrauensvollen Erstkontakts bei Beratungswünschen . Der Träger vermittelt bei Bedarf ggf.
an spezialisierte Institutionen.
10. Vernetzung
Der Träger arbeitet eng mit den Sozialakteuren am j eweiligen Standort zusammen. An allen
OGS Standorten werden enge Kooperationen mit den ör tlichen Sportvereinen (z.B. Reiterhof
Stuft, Segelclub Hansa-Münster e.V.), städtischen u nd kirchlichen Einrichtungen, Vereinen
(z.B. Lebenshilfe Münster), heilpädagogischen Tagesgruppen und Kindertagesstätten gepflegt.
Im Rahmen der Qualitätsentwicklung ist es für Schule Jugend Kids & Co. e.V. sehr wichtig, eine
gute Zusammenarbeit mit den Schulträgern, Schulleit ungen und anderen Akteuren rund um
die Schulverwaltung zu führen. Die Teilnahme an reg ionalen und überregionalen
Qualitätszirkeln ist hier ein elementarer Baustein. Selbstverständlich ist für einen Träger der
freien Jugendhilfe die Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
ebenfalls ein wichtiger Bestandteil zum Wohle der zu betreuenden Kinder und deren Familien.
Des Weiteren besteht durch regelmäßige Teamsitzungen auf und zwischen den
verschiedenen Ebenen eine enge Vernetzung innerhalb des Vereins.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
11. Was macht den Verein Schule Jugend Kids & Co e.V. aus?
11.1 Prinzipien eines gemeinnützigen Vereins
Als gemeinnütziger Verein ist das Grundprinzip von Schule Jugend & Co e.V. das Wohl der
(Schul-) Gemeinschaft zu fördern. Dabei stehen selbstverständlich die Kinder im Mittelpunkt.
Aber auch ihre Eltern/ Erziehungsberechtigten, die pädagogischen Fachkräfte und das weitere
pädagogische sowie schulische Team gehören zur Schu lgemeinschaft. Schule Jugend Kids &
Co e.V. richtet den Fokus auf die Interessen und Be dürfnisse aller Beteiligten der
Schulgemeinschaft mit dem Ziel die bestmögliche Bet reuung für die Kinder im Rahmen der
OGS zu realisieren.
11.2. Entstehungsgeschichte und Entwicklung von Schule Jugend Kids & Co e.V.
Der Träger Schule Jugend Kids & Co e.V. hat sich vo n der Idee eine Jugendtreffs in Münster-
Mecklenbeck im Laufe der Zeit zu einem erfahrenen u nd etablierten freien Träger der
außerschulischen Betreuung in Münster und dem Umland entwickelt. SJK & Co e.V. profitiert
von der schrittweisen Annäherung an das Thema der O ffenen Ganztagsschule und dem
dadurch erworbenen Erfahrungsschatz. Inzwischen ist die Offene Ganztagsschule zum
Herzstück des Trägers geworden, welches SJK & Co e.V. kontinuierlich weiterentwickelt.
Der Träger „Schule Jugend Kids & Co. e. V.“ kann ei ne 17-jährige Erfahrung im OGS Bereich
aufweisen. Am 01.08.2006 wurde die erste Trägerscha ft einer OGS Schule in Münster
übernommen. Seitdem ist der Verein stetig gewachsen . Mittlerweile werden neun OGS
Grundschulen vom Träger betreut. Dem Träger ist es wichtig, die Individualität jeder Schule zu
bewahren, so dass das vorliegende Konzept jederzeit in Absprache mit der Schulleitung und
dem pädagogischen Team vor Ort angepasst werden kann.
Aufgrund der Erfahrungen bei einem Trägerwechsel ve rfügt der Träger über ausreichend
Knowhow bei der Übernahme des vorhandenen Personals. Falls erforderlich bzw. gewünscht
kann neues Personal gestellt werden.
11.3 Teamstruktur und Teamentwicklung
Schule Jugend Kids & Co e.V. ist ein gewachsener Ve rein, der durch flache Hierarchien und
Flexibilität gekennzeichnet ist. Durch regelmäßige Teamsitzungen innerhalb und zwischen den
OGS-Teams sowie auf unterschiedlichen Ebenen besteht eine enge Verzahnung zwischen den
Teams der Schulen und ein effizienter Erfahrungsaus tausch. Zudem werden regelmäßige
Weiterbildungen zu relevanten Themen angeboten.
11.4 Inhaltliche Schwerpunkte
Der Verein SJK & Co e.V. unterliegt als gemeinnütziger Verein den Grundprinzipien eines
solchen (siehe 1.1).
20
Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Darüber hinaus setzt der Träger Schwerpunkte in den Bereichen Inklusion und Intergration
(siehe 4.3 und 6.), Sport und Bewegung (siehe 4.4) sowie Partizipation (siehe 5.).
11.5 Materielle Ausstattung
Der Träger verfügt über eine Vielzahl an materiellen Ressourcen (z.B. Lego- und Snoozle-
Bauwagen, Bullis, Theater- und Zirkusequipment, digitale Ausstattung), die von den Schulen
genutzt werden können.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
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Anhang A
Das Lernzeitkonzept von Schule Jugend Kids & Co e.V.
Um ein ruhiges Umfeld zu schaffen, lernen die Kinde r nach Möglichkeit in Gruppen mit ca.
zehn Kindern derselben Altersstufe und haben feste Bezugspersonen. Erledigte Aufgaben
werden von den Mitarbeitenden stichprobenartig auf ihre Sorgfalt überprüft, abgehakt und
unterschrieben. Die Kontrolle der Richtigkeit der Hausaufgaben liegt jedoch weiterhin bei der
Lehrkraft und den Eltern. Schafft es ein Kind nicht , die Hausaufgaben innerhalb des
vorgesehenen Zeitraums zu erledigen, erfolgt eine R ückmeldung an die zuständige Lehrkraft
und die Eltern über das Hausaufgabenheft. Hierbei w ird auch festgehalten, ob die
Hausaufgaben für das Kind zu schwer bzw. zu umfangr eich waren oder, ob es auch an der
Arbeitshaltung des Kindes lag. Kinder, die eine int ensivere Unterstützung während der
Lernzeit benötigen, werden durch Lehrer/innen im Rahmen von Lehrerstunden unterstützt.
Die Hausaufgabenbetreuung soll die Eltern so weit w ie möglich entlasten, aber nicht aus der
Verantwortung entlassen. Dies bedeutet, dass die El tern weiterhin für eine inhaltliche
Überprüfung der Hausaufgaben sowie für Beratungsges präche mit den Lehrkräften bei
Lernschwierigkeiten zuständig sind.
Die Lehrkräfte
unterstützen die Kinder drei Stunden (bei einer Gru ppengröße von 25 Kindern) in der
Woche im OGS Förderunterricht.
schauen täglich ins Hausaufgabenheft, um die Notizen der Erziehungskräfte zu lesen.
stehen im regelmäßigen Austausch mit den pädagogischen Fachkräften.
Die pädagogischen Fachkräfte der OGS
sorgen für einen ruhigen Arbeitsplatz und eine positive Lernatmosphäre.
geben bei Bedarf Starthilfe.
achten auf eine sorgfältige und übersichtliche Heftführung.
vergewissern sich, dass alle Aufgaben erledigt wurden.
geben den Lehrkräften und Eltern eine qualifizierte Rückmeldung über die Bearbeitung
der Aufgaben und die dabei beobachteten Besonderheiten.
Die Kinder
notieren sich die Hausaufgaben.
arbeiten konzentriert und stören die anderen Kinder nicht.
bemühen sich selbständig zu arbeiten.
achten auf eine sorgfältige und übersichtliche Heftführung.
holen nicht erledigte und unvollständige Hausaufgaben nach.
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Konzept für die außerschulische Betreuung
© Juni 2022 Schule Jugend Kids & Co e.V.
Die Eltern/Erziehungsberechtigten
schauen täglich ins Hausaufgabenheft, um die Notizen der Erziehungskräfte zu lesen.
sollen mit dem Kind die Hausaufgaben durchschauen, um so die Arbeit der Kinder
wertzuschätzen und um Kenntnis über den Lern- und L eistungsstand des Kindes zu
erhalten.
entscheiden, ob die Hausaufgaben, die in der Hausau fgabenzeit nicht vollständig
erledigt wurden, zu Hause nachgearbeitet werden sollen.
erledigen die Leseaufgaben mit ihrem Kind.
Die OGS Kinder sollen durch die Lehrkräfte eine ind ividuelle, auf die Bedürfnisse der Kinder
zugeschnittene Förderung nutzen können. In diesen F örderstunden werden durch die
Lehrkräfte Leistungsdefizite und Inhalte des Vormit tags vertieft und gefestigt. Zudem gibt es
die Möglichkeit, eine Lernunterstützung durch das B ildungs- und Teilhabepaket zu
beantragen. Auch hier unterstützen die Koordinatore n der OGS sowie (sozial-)pädagogische
Fachkräfte der Schule die Eltern.
Schule Jugend Kids & Co e.V.
Harkortstraße 13
48163 Münster
Telefon: 0251 74 76 702
Web: www.jugend-ms.de
Mail: info@jugend-ms.de
Anlage 2 Caritas_OGS-Konzept_Marienschule Hi
56175 Zeichen
Offener Ganztag
Rahmenkonzept der Caritas Münster
Seite 2 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
Inhalt
1. Trägerbeschreibung ............................................................................................................. 4
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe der
Caritas Münster ..................................................................................................................... 4
3. Rahmenbedingungen und Organisation ........................................................................ 5
3.1 Auftrag und Zielsetzung .............................................................................................. 5
3.2 Personal .......................................................................................................................... 6
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten ........................................................................... 7
3.4 Mittagessen .................................................................................................................... 7
3.5 Räume .............................................................................................................................. 8
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder ................................................................. 8
4.1 Mittagessen .................................................................................................................... 8
4.2 Lernzeit ........................................................................................................................... 8
4.3 Freispiel .......................................................................................................................... 9
4.4 Angebote ......................................................................................................................... 9
4.5 Identität und Integration .......................................................................................... 10
4.6 Digitalisierung .............................................................................................................. 11
4.7 Musik ............................................................................................................................... 11
4.8 Ökologie ......................................................................................................................... 11
4.9 Partizipation ................................................................................................................. 11
5. Ferienbetreuung ................................................................................................................. 12
6. Kooperation ......................................................................................................................... 12
6.1 Mit Eltern ...................................................................................................................... 12
6.2 Innerhalb der Schule ................................................................................................. 13
6.3 Innerhalb der Caritas ................................................................................................. 13
6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden ..................................... 14
6.5 Mit der Stadt Münster ................................................................................................ 14
7. Qualitätssicherung ............................................................................................................. 14
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster ..... 14
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal ........................................................................ 14
7.3 Kinderschutz ................................................................................................................ 15
7.4 Qualität über Strukturen .......................................................................................... 15
8. Zukunftsmusik und Ausblick ........................................................................................... 16
8.1 1 Schule – 1 Träger ...................................................................................................... 16
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot ............................................................. 16
8.3 Trägerinterne Fortbildungen ................................................................................... 16
Seite 3 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit ................................................................... 17
8.5 Diversität ....................................................................................................................... 17
8.6 Nachhaltigkeit .............................................................................................................. 17
8.7 Kultursensibilität ......................................................................................................... 17
8.8 Hybride Elternformate .............................................................................................. 18
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern ............ 18
Seite 4 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
Unterstützende, wertschätzende, respekt- und vertrauensvolle Beziehungen sind
keine Sozialromantik, sondern unbedingte Grundlage dafür, dass Lernen und
Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler gelingen können.
(Kuhn/Fischer, 2014, S. 8, STEG-Studie)
1. Trägerbeschreibung
Die Caritas Münster setzt sich aus dem Caritasverband fü r die Stadt Münster e.V. und seinen ange-
schlossenen Gesellschaften zusammen. Neben der Kinder - und Jugendhilfe werden auch Angebote
aus dem Bereich der Altenhilfe, Fort- und Weiterbildung, Sozialen Beratung, Wohnungslosenhilfe und
Jugendberufshilfe angeboten.
Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der freien
Jugendhilfe. Er hält seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor,
das stetig weiterentwickelt wurde und s ich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in
Münster ausrichtet.
Über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. ist die Caritas Münster an die entsprechende
Fachberatung für Träger angebunden. Hierüber erfolg en insbesondere die fachliche und wirtschaft-
liche Fachberatung und die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeitenden.
Die Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeitende. Sie
verfügt über eine leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben d er Personalabrech-
nung, -entwicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig si-
cherstellen kann. Für die Arbeitsverhältnisse kommen die arbeitsvertraglichen Richtlinien der deut-
schen Caritas (AVR Caritas) zur Anwendung. Da rüber sind eine betriebliche Altersvorsorge über die
KZVK, eine Jahressonderzahlung, sowie ein Leistungsentgelt gesichert. Zudem bietet die Caritas
Münster ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich ein Jobbike (Leezenleasing), ein Jobticket und ein Lebens-
arbeitszeitkontomodell an.
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe
der Caritas Münster
Das Leitbild der Caritas Münster formuliert unseren Zugang zu den Menschen eindeutig: „ Unser An-
liegen ist das Wohlergehen der Menschen, materiell, körperlich, geistig und seelisch. Wir stärken die
Selbsthilfekräfte der Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit, achten und sichern ihre Würde und
Selbstbestimmung. (…) Wir nehmen jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an, achten und berück-
sichtigen Unterschiede in Religion, Nationalität, Geschlecht, Alter und Ethnie sowie körperlichen und
geistigen Besonderheiten, unabhängig von sozialer Stellung und politischer Anschauung. (…)
Um diese Ziele zu erreichen, muss die Caritas in der Lebenswelt von Familien präsent sein. Der Offene
Ganztag ist mittlerweile zu einem wichtigen Teil dieser Lebenswelt geworden und so ist es konse-
quent, dass wir dort an entscheidender Stelle mitgestalten möchten. Wir wollen Kindern im Ganztag
Räume schaffen, sich und ihre Umwelt spielerisch zu entdecken. Wir nehmen Kinder als einzigartige
Personen an, mit ihrer Biografie, ihrem ethnischen Hintergrund, ihrer Familie und ih rem Lebensum-
feld. Wir helfen mit, eine Basis für die Entwicklung von Selbsteffizienz und Resilienz zu s chaffen. Wir
wollen Bildungs- und Entwicklungsanreize schaffen, den individuellen Lebensbedingungen und Be-
dürfnissen der Kinder entgegenkommen, und: wir möchten, dass Kinder bei uns Freunde finden, Spaß
haben, gerne miteinander spielen und arbeiten, sich s icher und gehalten fühlen, sich streiten und
vertragen und den Ganztag als guten Teil ihres Lebens empfinden.
So etwas schafft man nicht allein. Deshalb sind Zuverlässigkeit, Transparenz und von Vertrauen ge-
prägte Zusammenarbeit mit den staatlichen, kirchlichen und anderen Kooperationspartnern für uns
von großer Bedeutung. Ganz zentral sind dabei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie sind das
wertvollste Potential der Caritas: Sie prägen die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Ansehen des
Verbandes. Wir legen Wert auf hohe Fachlichkeit, entwickeln uns weiter, arbeiten wirtschaftlich und
nachhaltig.
Seite 5 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
In der Struktur der Caritas Münster ist der Offene Ganztag als Teil der S chulnahen Jugendhilfe eng
mit einem nahezu vollständigen Angebot an Jugendhilfe verzahnt. So weisen etwa der Heilpädagogi-
sche Hort und die Erziehungsberatungsstelle umfassende Kenntnisse über die notwendigen Rah-
menbedingungen einer gelingenden Entwicklung von Grundschulkindern auf und haben ausgewie-
sene Expertise für die Fachberatu ng im O ffenen Ganztag. Mit der ambulanten und teilstationären
Jugendhilfe sind die Hilfen zur Erziehung nahezu komplett abgedeckt, sodass auch bei massiveren
Verhaltensproblemen von Kindern fachliches Wissen schnell abrufbar ist. Die Vernetzung dieser Hil-
fen in einer Abteilung ist eingeübt und der entsprechende fachliche Austausch ist kollegialer Alltag.
Durch die genaue Kenntnis solcher Hilfen beim OGS -Personal sind passgenaue Hinweise an Eltern
und die Anbahnung von niedrigschwelligem Kontakt jederzeit auch kurzfristig möglich. Die intensive
Nutzung dieser Ressourcen soll durch die Entwicklung von Intervisions- und Supervisionskonzepten
an der Schnittstelle von OGS und Jugendhilfe sichergestellt werden.
Ähnliches gilt auch für die eng e Verzahnung mit dem g roßen Migrationsdienst der Caritas Münster,
der auf kurzem Weg für die Fachberatung der Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht und nicht nur
hilft Sprachbarrieren zu überwinden und das wertschätzende Miteinander verschiedener Kulturen zu
fördern, sondern auch konkrete Projekte etwa zur Antidiskriminierung anzustoßen.
Die Caritas Münster übernahm 201 6 ihren ersten O ffenen Ganztag in der jetzigen Kompass-Schule.
Im Jahr 2017 kamen die Ganztage der Paul-Schneider-Grundschule in Kinderhaus und der Matthias-
Claudius-Schule in Handorf hinzu.
Die Mitarbeiter:innen sind mittlerweile fast alle aus der Gestellung in einen Arbeitsvertrag bei der
Caritas gewechselt. Die Möglichkeit, zusätzlich zur Arbeit im Ganztag im Vormittagsbereich als Schul-
begleiter zu fungieren, wird zunehmend ermöglicht und genutzt. Damit können wir die hauptamtli-
chen Teilzeitarbeitsverhältnisse mit mehr Stunden versorgen . Die OGS-Koordinator:innen kooperie-
ren in einem Gremium mit der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe. In diesem Bereich finden sich
auch die anderen schulnahen Dienste wie die Schulbegleiter, die Schulsozialarbeit und die Förder-
inseln. Untereinander besteht ein strukturell abgesicherter Austausch und gemeinsame Fortbildun-
gen.
In Zukunft soll sich die OGS noch stärker als Teil eines Netzwerks präsentieren: v ielfältig verknüpft
mit den Akteuren im Stadtteil, als Standort verschiedener Beratungsangebote und mit einem moder-
nen Raumkonzept, das Elternarbeit und -bildung bedarfsgerecht umsetzt. Dies soll zunehmend auch
als digitale Medienbildung erfolgen. Insgesamt soll die OGS in der Kommunikation mit den Eltern
und Netzwerkpartnern den digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen und in den OGS -Alltag integ-
rieren. Für die pädagogische Arbeit bedeutet dies, die Kinder aktiv zu begleiten, sich die digitale Welt
zu erschließen und nutzbar zu machen. Als weitere n Schwerpunkt soll sich der Ganztag als Jugend-
hilfe-OGS entwickeln. Eingebettet in die vielfältigen Jugendhilfe-Dienste der Caritas Münster soll hier
Jugendhilfe-Knowhow strukturell in die Arbeit einfließen, und so das gängige Konzept der Fachbera-
tung erweitern.
3. Rahmenbedingungen und Organisation
Die Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag an Grundschulen in NRW ist im Runderlass des
Ministeriums für Schule und Weiterbildung weitestgehend festgelegt. Trotzdem gibt es Spielraum,
wie Träger innerhalb dieses Rahmens agieren und wie sie diesen auslegen.
3.1 Auftrag und Zielsetzung
Die Offene Ganztagsschule (OGS) bietet außerunterrichtliche Angebote in Ergänzung zum planm äßi-
gen Schulunterricht an. Kinder können das Angebot der OGS sowohl im Anschluss an den Unterricht,
an beweglichen Ferientagen sowie bei Bedarf auch in den Schulferien ganztägig wahrnehmen. In Ko-
operation mit einer Vielzahl von Partnern, insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe, des Sports
und der Kultur soll sie zur Erfüllung des Bildungs -, Erziehungs- und Betreuungsauftrags eine ent-
sprechende Förderung für alle Kinder, insbesondere auch aus bildungsbenachteiligten Familien, er-
möglichen.
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Die offene Ganztagsschule eröffnet Schülerinnen und Schülern Hilfen zur Selbstständigkeit und Ei-
genverantwortung und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und in ihrer
Erziehungsarbeit (angelehnt an den Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom
23.12.2010).
Was bedeutet das für den Offenen Ganztag?
Miteinander:
Gestaltung der Offenen Ganztagsschule zu einem Lebens- und Aufenthaltsort, an dem sich Kinder
und Mitarbeiter:innen wohlfühlen und entwickeln können
Zugehörigkeit erfahren durch Gruppen- und Gemeinschaftserleben
Erleben und Tolerieren von Vielfalt im Sinne von unterschiedlichen individuellen und kulturellen
Voraussetzungen von Kindern und Mitarbeiter:innen durch Vorleben, Gespräche, Diskussion, ge-
lingende Konfliktklärung, AGs
Freies Spielen mit Freunden, Erweiterung des Bezugskreises durch gruppenübergreifende und
offene Angebote am Nachmittag
Entwicklung:
Räume schaffen sowohl für Bewegung als auch für Rückzug und Entspannung
Förderung von Selbstkompetenzen durch Gruppe, Freispiel und Angebote (Selbstvertrauen, -be-
wusstsein, -ständigkeit, -wirksamkeit, -kritik, -beherrschung)
Unterstützung bei dem Erlernen und Entwickeln von Eigenverantwortung und -Initiative z.B.
durch Partizipationsstrukturen
Erlernen von Verantwortungsübernahme für andere (z.B. Patenprojekte, Pausenbuddies) und für
die Natur (z.B. Gartenprojekte, Tiere, Pflanzen in Räumlichkeiten)
Freizeit und Bildung:
Förderung und Erhaltung der Lernfreude und -motivation durch Unterstützung und Begleitung in
den Lernzeiten, Schaffung von anregenden Gesprächen und Situationen
Schaffung von vielfältigen und unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten, -anlässen und
-erfordernissen für sprachliches und geistiges Lernen
Verzahnung von schulischem Vor - und Nachmittag zur ganzheitlichen Erziehung und Bildung
durch Kooperationsstrukturen und Absprachemöglichkeiten
Eltern:
Einbeziehung der Eltern/Erziehungsberechtigten für gelingende Erziehungs - und Bildungspart-
nerschaften über verschiedene Einbeziehungsmöglich keiten (z.B. OGS -Elternveranstaltungen,
Beteiligung an Festen, Mitwirkung bei Verantwortungsübernahme im Ganztag)
Verlässliche Betreuung für die beteiligten Familien
3.2 Personal
Die Caritas Münster beschäftigt im Offenen Ganztag analog den Münsterstandards OG S pro 25 Kin-
dern eine Gruppenleitung, die mindestens eine erzieherische Ausbildung haben muss. Die Koordina-
tion wird von einer sozialpädagogischen Fachkraft übernommen, die je nach Größe des Ganztages
für ihre Aufgaben freigestellt wird. Daneben werden als Unterstützung je nach Räumen und Konzept
des Offenen Ganztages unterschiedliche Stundenkontingente an studentische oder berufsfremde
Mitarbeiter:innen vergeben.
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Dabei achten wir auf eine möglichst große Zahl von Unterstützungskräften mit einem Stundenkon-
tingent von 20,5 Stunden. So wird das Team den Ansprüchen der Kinder auf feste Bezugspersonen
und Beziehungskontinuität gerecht, stellt aber auch genügend Personal und Angebote für die ver-
schiedenen Bedürfnisse der Kinder zur Verfügung. Je nach Anzahl der Kinder, die den Ganztag besu-
chen, braucht es eine bestimmte Anzahl von Mitarbeiter:innen, um für die Kinder ansprechbar zu
sein und sie durch den Tag zu begleiten.
Die Fachaufsicht wird von der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe der Caritas Münster ausgeübt.
Sie ist für die inhaltliche und strukturelle Qualität und Weiterentwicklung des Offenen Ganztages mit
verantwortlich. Honorarkräfte ergänzen das festangestellte Personal und führen spezielle Angebote
am Nachmittag durch. Alle Mitarbeiter:innen werden in einem Einarbeitungskonzept an die pädago-
gische Arbeit und die jeweiligen Aufgaben ihrer Stelle herangeführt.
Die für den Offenen Ganztag zur Verfügung stehende n Lehrer:innenstunden können sowohl für die
fachliche Begleitung der Lernzeit im Tandem mit OGS-Kräften als auch für Bildungs- oder Freizeitan-
gebote am Nachmittag genutzt werden. Gerade die letztere Möglichkeit führt zu informellen Kontakt-
und Beziehungsmöglichkeiten zu Kindern, was die Lehrer:in -Kind-Beziehung im Unterricht stärken
kann.
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten
Die Anmeldung für den Offenen Ganztag läuft über das Sekretariat der jeweiligen Schule, wo die
Betreuungsverträge der Caritas Münster hinterlegt sind. Die Betreuungszeiten sind üblicherweise:
OGS: nach der 4. Stunde bis 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr
Übermittagsbetreuung: je nach Schule bis 13 Uhr oder Ende der 6. Stunde
Unterrichtsfreie Tage: 8:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ferien: 6 Wochen Betreuung von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Randzeitenbetreuung je nach Bedarf und Personalkapazitäten an den jeweiligen Schulen ab 7:30
Uhr oder bis 17:00 Uhr
Für außerschulische Bildungsangebote, Therapien und Förderangebote oder außerordentliche fami-
liäre Ereignisse können die Schüler:innen nach Absprache mit der Schulleitung und Ko ordination
freigestellt werden. Regelmäßige oder einmalige Ausnahmen können sch riftlich beantragt werden,
die OGS-Koordination und Schulleitung stimmen sich über die Prüfung der Anträge ab.
3.4 Mittagessen
Es gibt täglich ein warmes Mittagessen für alle OGS-Kinder, je nach Schule als Warmanlieferung oder
frisch zubereitet nach cook & fre eze Verfahren im Konvektomaten. Es wird auf Wünsche der Kinder
sowie auf Ausgewogenheit, Auswahlmöglichkeiten, Berücksichtigung kultureller und gesundheitli-
cher Hintergründe geachtet. Auch ökologische Komponenten sowie ein regionaler Bezug sind uns
wichtig umzusetzen. Neben dem warmen Essen gibt es täglich frisches Obst und Gemüse. Wasser
steht den Kindern jederzeit zur Verfügung.
Die Caritas Münster unterstützt die Schulen nach Wunsch bei der Weiterentwicklung des Verpfle-
gungskonzepts und der Mittag essensgestaltung (z.B. über veränderte Raumnutzungskonzepte, zu-
sätzliche Warmanlieferung für bestimmte Gruppen).
Die Kosten für das Mittagessen belaufen sich derzei t auf max. 3 € pro Mittagessen. Das Mittagessen
wird zusätzlich zum OGS-Beitrag bezahlt.
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3.5 Räume
Die Grundschulen in Münster haben sehr unterschiedliche räumliche Voraussetzungen, auf die die
Caritas wenig Einfluss hat. Sie unterstützt die OGS-Teams bei der Weiterentwicklung ihrer Raumkon-
zepte in Absprache mit der Schulleitung. So können z.B. über die Doppelnutzung von Klassenräumen
oder anderen Arealen weitere Möglichkeiten für Spiel, Entspannung, Rückzug und Entzerrung gefun-
den und ausgestattet werden.
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder
Die Konzeption der Caritas für Offene Ganztage versteht sich als grundlegendes Rahmenkonzept, das
sich nach den Erfordernissen und Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen und Bedarfen der Kinder
sowie den Ressourcen der Mitarbeiterschaft weiterentwickelt und entsprechend fortgeschrieben
wird. Dies geschieht i n einem gemeinsamen Prozess mit dem Team an der jeweiligen Schule, der
Fachberatung der Caritas und in enger Rückkopplung mit der Schulleitung.
4.1 Mittagessen
Das Mittagessen stellt eine wichtige Zeit im Tagesablauf dar. Es dient nicht nur der Nahrungsauf-
nahme und dem Sattwerden, sondern ist im Idealfall eine Zeit der Pause, des Gesprächs, des Zuhö-
rens, des miteinander Lachens und Teilens.
Es sollte ein angemessen großer Raum und genügend Zeit zur Verfügung stehen, so dass die Kinder
in Ruhe essen können und jede Klasse/Stufe eine bestimmte Essenszeit zur Verfügung hat. Begleitet
werden die Kinder von Bezugsmitarbeiter:innen, die sich sowohl um eine ruhige Atmosphäre küm-
mern als auch um das Erlernen von Abläufen, Tischkultur und Tischgesprächen.
Die Kinder werden in die Auswahl des Mittagessens mit einbezogen und übernehmen Verantwortung
bei der Erledigung von bestimmten Abläufen und Aufgaben (z.B. Hände waschen, Geschirr wegbrin-
gen, Platz saubermachen, nachmittags Rohkost und Obst verteilen).
4.2 Lernzeit
Eine weitere wichtige Struktur am Nachmittag ist Lernzeit. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihre
„Hausaufgaben“ oder Wochenpläne zu erledigen, Dinge nachzuarbeiten oder vorzubereit en, sodass
sie zu Hause möglichst nicht mehr viel Schulisches zu erledigen haben. Dies entlastet Elternhäuser,
da die Hausaufgaben oft ein Konfliktthema zwischen Eltern und Kindern sind.
Es gibt definierte Hausaufgabenzeiten, die entweder in der Schule vereinheitlicht oder pro Jahrgang
festgelegt sind. Die Zeiten sind für Kinder unterschiedlicher Jahrgänge verschieden. So kann die ver-
bleibende Zeit bei den Kindern der Schuleingangsphase noch dazu genutzt werden, den Nachmittag
zu besprechen und zu schauen, ob jedes Kind etwas zu tun oder jemanden zum Spielen hat.
In der Lernzeit sollen die Kinder so selbstständig wie möglich arbeiten und so viel Unterstützung wie
nötig bekommen. Sie werden dabei von pädagogischen Mitarbeiter:innen und Lehrer:innen begleitet.
Ziel der Lernzeit ist das Lernen von Selbstständigkeit bezogen auf die Vol lständigkeit und Organisa-
tion der Arbeitsmaterialien, das Bearbeiten der Aufgaben.
Die Eltern sind wichtige Personen bei der Unterstützung von Lernprozessen und der Motivation ihrer
Kinder. Sie werden über das Hausaufgabenheft von Lehrkräften und OGS -Mitarbeiter:innen infor-
miert und bekommen ein Feedback über die Arbeitsweise ihres Kindes. Wenn Kinder besondere
Schwierigkeiten haben oder spezielle Unterstützung benötigen wird gemeinsam mit Lehrer:in, Eltern
und gegebenenfalls Schulleitung über Lösungen oder weitere Hilfen nachgedacht und gesprochen.
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4.3 Freispiel
Dem freien Spiel wird in der OGS ein großer Stellenwert eingeräumt. Zum einen brauchen die Kinder
nach einem Vormittag mit Unterricht und Lernangeboten, dem Mittagessen und der Lernzeit einen
Rahmen, in dem sie selbstbestimmt entscheiden können, was sie wo und mit wem tun möchten.
Kinder möchten nicht immer unter direkter Beobachtung von Erwachsenen sein sondern sich ihre
eigenen Nischen schaffen.
Zum anderen lernen die Kinder im freien Spiel viel über sich selbst und andere:
Soziales Lernen (z.B. Fairness, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Konflikte, Vertrauen, unterschiedli-
che Rollen bekleiden, Führen und Folgen)
Emotionales Lernen (z.B. Kennenlernen negativer und positiver Gefühle, sich lebendig fühlen,
Hilfe erfahren und Hilfe geben, Frustration aushalten, Unterstützung suchen bei Kindern oder
Erwachsenen)
Naturwissenschaftliche Erfahrungen machen (z.B. beim Bauen Hebelgesetze verstehen, beim
Spielen mit Wasser den Aggregatzustand „flüssig“ erleben, mathe matische Gesetze beim Ball-
spiel erkennen)
4.4 Angebote
Für die Gestaltung ihres Nachmittags können die Kinder aus einem breiten Angebot schöpfen und
entweder ihren Interessen nachgehen oder neue Erfahrungen machen. Es gibt tägliche, offene Ange-
bote, die für die Kinder frei wählbar sind und in der Regel von unseren Mitarbeiter:innen vorbereitet
und durchgeführt werden. Daneben gibt es die Möglichkeit, sich für AGs anzumelden, die wöchentlich
stattfinden und über einen bestimmten Zeitraum mit einer festen Gruppe laufen. Diese werden größ-
tenteils von Honorarkräften oder in Kooperation mit Vereinen, Organisationen und Verbänden
durchgeführt und über das Förderbudget finanziert. Es werden verschiedenste Themen angeboten,
die als Ideen von den Kindern kommen, vom OGS-Team oder seitens der Lehrer:innen oder der Schul-
leitung angeregt werden.
Hier einige Beispiele aus verschiedenen Schulen:
Bewegung Fußball
Tanzen/Zumba
Schwimmen
Motopädie
Reiten
Schulhofspiele
Kreativität Bandprojekt
Töpfern
Buchgestaltung
Digitale Stop-Motion-Filme
Tonstudio
Lebenspraktisch/ Öko-
logisch
Kochen und Backen
Gärtnern im Schulgarten (Obst- und Gemüseanbau)
Holzwerkstatt
Fahrradwerkstatt
Emotional/ Sozial Therapeutisches Reiten
Tiergestützte Pädagogik (z.B. Therapiehundeteam)
Motopädie
Geschlechtsspezifisch Jungenfußball
Mädchenfußball
Mädchengruppe (Identität und Rolle)
Spezielle Angebote für Jungs je nach Bedarf in der Gruppe
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Die Kinder wählen selbst, was sie gerne tun möchten, ob sie sich verpflichten wollen oder zunäc hst
von Tag zu Tag entscheiden. Die OGS-Mitarbeiter:innen achten darauf, einzelne Kinder unter Umstän-
den für bestimmte Projekte zu begeistern, besonders, wenn Kinder noch Unterstützungsbedarfe ha-
ben. So könnten Kinder, die motorische Schwierigkeiten haben, an Bewegungsangeboten teilnehmen
oder über die Motopädie ihre Fähigkeiten erweitern. Kinder, die sich schwertun im Lesen oder Rech-
nen könnten über andere Angebote spielerisch ihre Kompetenzen erweitern (z.B. beim Backen Re-
zepte Lesen; Zutaten zusammenrech nen; Waage benutzen; aufschreiben, wer welchen Pizzabelag
wünscht etc.) Kinder mit größeren Bedarfen können über die Kooperation mit der Förderinselkraft
(die an vielen Schulen schon vorhanden ist) eine intensivere Unterstützung bekommen z.B. hinsicht-
lich Wahrnehmung, emotionaler Stabilität, sozialem Lernen.
4.5 Identität und Integration
Die Identität der Kinder setzt sich durch verschiedene Merkmale zusammen, die stark vom soziokul-
turellen Hintergrund, aber auch von der Geschlechterrolle geprägt sind. Das betrifft jedes Kind, die-
jenigen mit einer sogenannten Migrationsvorgeschichte jedoch besonders. Dazu gehört eine sprach-
liche Förderung, aber auch, dass ein besonderes Augenmerk auf kulturelle Integration gelegt wird,
ohne dabei die in der Familie gelebte Kultur außer Acht zu lassen.
Aus diesem Grund soll die Sensibilität der Teams geziel t dahingehend gefördert werden, dass sie
Unterschiede wahrnehmen, eventuell entstehende Schwierigkeiten frühzeitig erkennen. Das Ziel soll
sein, Methoden zu nutzen, um diese Probleme anzugehen, aber auch mit der nötigen Fachkompetenz
unterstützen zu können, wenn es nötig ist.
Das Thema Genderidentität nimmt in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer wichtigeren Stel-
lenwert ein. Dies ist auch in Schulen zunehmend der Fall. Die Aspekte der geschlechtlichen Entwick-
lung der Schülerinnen und Schüler betreffen und prägen auch das Leben in Schule und OGS. Deshalb
müssen diese auch in der Arbeit der OGS-Teams ernstgenommen und bearbeitet werden, sodass sich
die Identität der Kinder auch in dieser Hinsicht wertschätzend begleitet entfalten darf.
Die meisten Grunds chulen sind inzwischen Schulen des gemeinsamen Lernens. Kinder mit unter-
schiedlichsten persönlichen, familiären und kulturellen Vorgeschichten besuchen gemeinsam den
Unterricht und den Offenen Ganztag. Dort müssen dementsprechend sowohl Bildungsangebote au s
dem Vormittag aufgegriffen, fortgesetzt oder vertieft, als auch Angebote geschaffen werden, die Un-
terstützungs- und Förderungscharakter haben. Schulische Förderpläne können am Nachmittag wei-
tergeführt oder berücksichtigt werden. Das multiprofessionelle T eam der Schule, an dem auch die
OGS-Koordination teilnimmt, bespricht die Bedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten einzelner Kin-
der.
Wenn es eine Förderinselstelle an der Schule gibt, kann für einzelne Kinder eine heilpädagogische
Unterstützung am Nachmitta g angeboten werden, insbesondere bzgl. Wahrnehmung, emotionaler
Stabilisierung oder sozialem Lernen. Hier wird besonders auf einen sicheren Rahmen, feste Struktu-
ren, Orientierung und Vertrauen geachtet. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich selbst besser
kennenzulernen, sich auszuprobieren und zu lernen, im Rahmen der OGS mit An - und Herausforde-
rungen zurechtzukommen.
Absprachen zur Einbeziehung der Eltern sind wi chtig, damit eine Transparenz über die Arbeit mit
dem Kind hergestellt wird und die Eltern im besten Fall ihr Kind auch zu Hause angemessen unter-
stützen können.
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4.6 Digitalisierung
Digitale Medien haben auch schon im Grundschulalter teilweise einen hohen St ellenwert und üben
einen Einfluss auf kindliche Sichtweisen, Haltungen und Wertvorstellungen aus. Oft haben die Er-
wachsenen wenig Ahnung und Vorstellung von den „Influencer:innen“ und Inhalten, die die Kinder
im Netz ansehen.
Grundsätzlich geht es auch beim Benutzen von digitalen Inhalten darum, zu kommunizieren, die Welt
zu entdecken, sich zu messen, zu lernen, sich selbst darzustellen. Dies alles geschieht allerdings im
Wesentlichen ohne körperlich-sinnliche Erfahrungen und oft ungefiltert und ohne Beglei tung durch
Erwachsene.
Wir nutzen die positiven Aspekte der Medien über Angebote, die zum kreativen Umgang mit ihnen
anregen (z.B. Malen, Filmen, Fotografieren, Gestalten und E ntwickeln). Wir begleiten die Kinder kri-
tisch und nutzen Gesprächsmöglichkeiten , die sich aus den Erzählungen der Kind er ergeben. Neue
Medien werden als Möglichkeit bei der Lernzeit eingesetzt z.B. für die Recherche zu bestimmten The-
men. Die gute Ausstattung des Vormittags mit Tablets kann hier in Absprache mit den Lehrer:innen
genutzt werden.
Unsere OGS-Teams werden geschult, Wissen über Medien und Inhalte zu bekommen und eine eigene
Haltung zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht, eine informierte Mittlerrolle zum Elternhaus für Ge-
spräche über dieses Thema einzunehmen.
Wichtig ist eine gute Abstimmung mit der Schule, um die genutzten Softwarelösungen der Schule
auch in der OGS aktiv unterstützen zu können, die Schülerinnen und Schüler sollen auch bei den
Hausaufgaben gut in Bezug auf digitales Lernen unterstütz t werden, wenn dies von der Schule vor-
gegeben ist. Diesbezüglich richtet sich das Fortbildungsangebot im Bereich Digitalisierung für unsere
Mitarbeitenden auch an den digitalen Angeboten der jeweiligen Schule aus.
4.7 Musik
Viele Schulen nehmen an den Projekten JeKiSS (Jedem Kind seine Stimme) oder JeKi (Jedem Kind sein
Instrument) teil. Diese Musikalität setzen wir am Nachmittag über Projekte fort (wie z.B. ein Band-
projekt oder darüber, da ss Singen auch als gemeinschaftsstiftende und Spaß machende Aktion im
Nachmittag integriert wird). Dafür finden wir Honorarkräfte, Kooperationspartner:innen aus den
Stadtteilen oder nutzen die Fähigkeiten und Interessen unserer eigenen Mitarbeiter:innen.
4.8 Ökologie
Nachhaltigkeit und ein sensibler, ressourcenschonender Umgang mi t der Natur sind vielen Kindern
schon in der Grund schule ein wichtiges Anliegen. Wir nutzen vorhandene Schulgärten für Projekte.
Gemüse und Obst kann angebaut und der Wachstums - und Gedeihprozess vom Säen/Pflanzen bis
zum Ernten miterlebt werden. Die Kinder lernen biologische und ökologische Zusammenhänge ken-
nen. Nahegelegene Wälder oder Naturgebiete werden für Ausflüge zum Naturerleben und zum Erfah-
ren von Natur als Entspannungs- und Kraftquelle genutzt.
4.9 Partizipation
Mit der Teilnahme am Offenen Ganztag wird die Schule für Kinder von einem Lern- zu einem Leben-
sort. Die altersangemessene Beteiligung der Kinder am Schulleben ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor.
Wenn Kinder sich an der Schule den ganzen Tag grundsätzlich wohlfühlen, hat das eine starke Wir-
kung auf das Gelingen der Grundschulzeit. Die Kinder werden im Offenen Ganztag auf unterschiedli-
che Weise miteinbezogen:
Tägliche Runde nach der Lernzeit über strukturelle Themen (was am Tag oder in der Woche wich-
tig ist, welche Angebote nachmittags s tattfinden, wer wann wohin geht etc.) und persönliche
Themen (wer möchte mit wem s pielen, hat jeder jemanden zum S pielen, gibt es unbearbeitete
Konflikte oder Spannungen, die noch geklärt werden müssen etc.)
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Beteiligung an der Auswahl und Neubestellung von Spielmaterial
Beteiligung an Mittagessenswünschen
Kinderkonferenzen mit Klassen- oder OGS-Sprecher:innen
Verantwortungsübernahme für bestimmte Aufgaben (z.B. beim Mittagessen )
Grundsätzlich unterstützen wir das OGS -Team dabei, eine Haltung zu entwickeln oder weiter auszu-
bauen, die auch im alltäglichen, informellen oder unstrukturierten Kontakt gut hinhört und Gelegen-
heiten für Beteiligung und Selbstwirksamkeit auch beiläufig und selbstverständlich in den Alltag ein-
baut.
5. Ferienbetreuung
Alle OGS- Kinder haben einen Anspruch auf 6 Wochen Ferienbetreuung. Die Zeiten werden pro Schul-
standort festgelegt und sind für die Eltern verlässlich. Wenn es der Sozialraum erlaubt, gibt es eine
Kooperation zwischen den Grundschulen und den Trägern der O ffenen Kinder - und Jugendarbeit.
Auch mit den Kitas und Kindergärten im Einzugsgebiet soll sich nach Möglichkeit abgestimmt werden.
Es gibt eine Abfrage im Herbst eines jeden Jahres für den Bedarf im Schuljahr. Daran bemisst sich
der Personalbedarf, der mi t einer Gruppe eigener Fach - und Unterstützungskräfte sowie mit Hono-
rarkräften, studentischen Mitarbeiter:innen und Kooperationspartner:innen möglichst aus dem
Stadtteil abgedeckt wird.
Die Betreuung wird an der jeweiligen Schule durchgeführt. Die Kinder u nd Mitarbeiter:innen sollen
eine schöne und entspannte Zeit zusammen gestalten und verbringen. Viele Kinder genießen den
veränderten Tagesablauf, die ruhigere Atmosphäre und die Tatsache, da ss sie einfach spielen kön-
nen. Es finden Angebote und Ausflüge statt, sodass die Kinder eine abwechslungsreiche Zeit in den
Ferien erleben können. Auch hier w erden die Kinder im Vorfeld mit einbezogen, s odass ihre Vor-
schläge und Wünsche ins Programm eingebaut werden können.
6. Kooperation
Eine gute inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren an Schule
trägt wesentlich zum Gelingen von Schulkarrieren für Kinder als auch zu einem guten Schulklima
bei. Wenn das gelingt, fühlen Kinder sich wohl, sehen Eltern die Schule als vertrauenswürdigen
Partner für die Themen der Kinder/der Familie an, engagieren sich Mitarbeiter:innen.
6.1 Mit Eltern
Für eine gelingende Erziehungs - und Bildungspartnerschaft ist eine gute Kooperation zwischen El-
tern, Fach- und Lehrkräften von grundlegender Bedeutung. Die Fachkräfte der Schule stehen in der
Verantwortung, auf Eltern, unabhängig von ihrer Situation, wertschätzend, offen und freundlich zu-
zugehen. Wenn die Eltern eine positive Haltung gegenüber der Schule haben , wirkt sich das in der
Regel positiv auf die Kinder und die Arbeit mit ihnen aus. Eltern sollen nicht ihrer Erziehungsverant-
wortung enthoben, sondern am Entwicklungsprozess ihrer Kinder beteiligt werden. Dafür ist regel-
mäßiger, transparenter und zeitnaher Austausch zwischen Fachkräfte n und Eltern not wendig, der
nach Möglichkeit wenig anklagend, sondern beschreibend gestaltet werden sollte. Unterschiedliche
Informations- und Zugangswege stellen sicher, dass Eltern auch erreicht werden, wenn sie nicht al-
phabetisiert sind, kein Deutsch können oder selten an der Schule präsent sind.
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Auf unterschiedliche Art und Weise können die Eltern in den Ganztag einbezogen werden:
Einbindung in Gremien (z.B. OGS -Sprecher:innen in regelmäßigem Austausch mit der O GS-Koor-
dination)
Aktive Mitwirkung oder Verantwortungsübernahme für bestimmte Themen im Offenen Ganztag,
Einbindung in die konzeptionelle Weiterentwicklung (z.B. Teilnahme und/oder Mitgestaltung von
Festen, Aktionen, Ausflügen)
Partizipation bei der Weiterentwicklung der Bildungs- und Freizeitangebote
Individuelle Gesprächsangebote (z.B. beim Elternsprechtag, „Tür- und Angelgespräche“ in Abhol-
situationen, terminierte Elterngespräche zu bestimmten Themen bezüglich der Kinder)
6.2 Innerhalb der Schule
An der Grundschule gibt es unterschiedliche Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern.
Für eine gute inhaltliche pädagogische Arbeit im Offenen Ganztag ist eine flüssige und transparente
Zusammenarbeit und Kommunikation von großer Bedeutung. Wenn alle Informationen gut ine inan-
dergreifen können Kinder möglichst einheitlich in ihren Themen, Entwicklungspotentialen und Ent-
wicklungsaufgaben unterstützt werden. Verschiedene Strukturen sind dabei hilfreich:
In einem Jour-fixe treffen sich Schulleitung und OGS-Koordination zu den gemeinsamen Themen
und Fragestellungen und als Schnittstelle in die jeweiligen Teams
Die OGS-Koordination nimmt an den relevanten Gremien der Schule teil (Lehrerkonferenz, Schul-
pflegschaft, Schulkonferenz)
Die Schulleitung besucht zu abgesprochenen Zeiten oder zu nachgefragten Themen das OGS -
Team
Lehrer:innenstunden werden im Offenen Ganztag eingesetzt für die Lernzeitbegleitung oder für
pädagogische Angebote
Es gibt ein multiprofessionelles Team (Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit, Heilpädagogik,
Schulleitung, OGS-Leitung), welches gemeinsam auf Kinder mit beso nderem Bedarf guckt, Auf-
gaben, Zuständigkeiten und Absprachen trifft und weitertransportiert
Berufsübergreifende gemeinsame Fortbildungen oder pädagogische Thementage erhöhen die
Qualität der Zusammenarbeit und ein Miteinander auf Augenhöhe
Es gibt feste Ansprechpartner:innen im Ganztag für jede Klasse
6.3 Innerhalb der Caritas
Als Träger nimmt die Caritas Münster über die Bereichsleitung „Schulnahe Jugendhilfe“ die Fachbe-
ratung und inhaltliche Weiterentwicklung des OGS-Konzepts in ihre Verantwortung. Die OGS-Koordi-
natoren haben wöchentlich ein Team mit der Fachberatung, welches zum großen Teil per Vi deokon-
ferenz durchgeführt wird. Die jeweiligen OGS-Teams werden in größeren Abständen und zu bestimm-
ten pädagogischen Themen besucht.
Die Bereichsleitung ist in trägerinterne Gremienstrukturen eingebunden und der Abteilung „Jugend-
und Familienhilfen“ zugeordnet. Dadurch ergeben sich vielfältige Effekte, die den Kindern und Fami-
lien im Offenen Ganztag zu Gute k ommen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, bedarfsgerechte
Beratungs- und Unterstützungsangebote z.B. aus der Erziehungsberatungsstelle, den Frühen Hilfen,
der Schuldnerberatung, dem Migratio nsdienst, der Suchtberatung, den teilstationären oder ambu-
lanten erzieherischen Hilfen, gegebenenfalls unter Einbeziehung des KSD zu vermitteln.
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6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden
Die Caritas arbeitet sowohl im Sozialraum der Schule als auch darüber hinaus mit unterschiedlichen
Kooperationspartner:innen zusammen. Die Vernetzung im Stadtteil mit Kulturschaffenden, Verbän-
den, Vereinen und Organisationen sorgt dafür, dass Kinder und Familien die Möglichkeiten zu Bil-
dung, Vereinsleben, Kunst und Kultur kennen und nutzen lernen. Mit freien Trägern, der Stadt Müns-
ter als öffentlicher Jugendhilfeträgerin, der Schulpsychologie und dem KSD sowie Einrichtungen aus
dem Gesundheitswesen arbeiten wir zusammen, um Eltern und Kinder in schwierigen Situationen
bedarfsgerecht und bestmöglich unterstützen zu können. Auch außerhalb des Sozialraums gibt es
Anbieter von unterschiedlichen A ktivitäten, mit denen wir kooperieren, um den Kindern breitgefä-
cherte Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten bieten zu können.
6.5 Mit der Stadt Münster
Es gibt eine lang jährige und kooperative Zusammenarbeit in unterschiedlichen Zusammenhängen
mit der Stadt Münster. Diese dient der inhaltlichen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung des
Offenen Ganztages, der Di skussion aktueller Themen mit evtl. Handlungsableitung sowie der Quali-
tätssicherung:
Trägerkonferenzen mit der Stadt Münster und freien OGS-Trägern
Facharbeitskreise für OGS-Koordinator:innen
Inhaltliche Gremienarbeit zu bestimmten Themen
Teilnahmemöglichkeiten am städtischen Fortbildungsprogramm
Entwicklung gemeinsamer Absprachen und Haltungen
7. Qualitätssicherung
Um die fachliche Arbeit stets auf einem hohen Niveau und dem aktuellen Stand des Wissens halten
zu können, werden verschiedene Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt. Auch für den Kin-
derschutz sind festgelegte Verfahrensabläufe ein notwendiger Standard in Bezug auf Qualität und
zeitnahes Handeln.
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster
Qualitätsmanagement bewerten wir als einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Mit dem zentralen Q uali-
tätsmanagementsystem der Caritas Münster werden Festlegungen zur Unternehmenspolitik, zu Zie-
len und Strukturen, zu systematischen Abläufen, zu Prozessen sowie zu Überprüfungs - und Überwa-
chungsmaßnahmen getroffen. Damit soll eine ständige Verbesserung der Qualität der Dienstleistun-
gen als auch interner Abläufe erreicht werden. Ein wichtiges Ziel ist, die Qualität der Arbeit in den
Bereichen, Einrichtungen und Diensten auf einem hohen Niveau zu halten und an der Kunden - und
Mitarbeitendenzufriedenheit auszurichten. Zur Bearbeitung der Themen wurde ein e Arbeitsstruktur
etabliert, in der Mitarbeitende je nach Thema aus verschiedenen Teams oder innerhalb eines Teams
zusammenkommen und Verfahren und Konzepte erarbeiten.
In Bezug auf die Arbeit im offenen Ganztag bedeutet dies, dass einheitliche Qualitätsgrundsätze de-
finiert und regelmäßig überprüft werden. Inhalte und Konzepte der täglichen Arbeit werden inner-
halb der Teams reflektiert und bei Bedarf angepasst.
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal
Mitarbeitenden werden regelmäßig Fort- und Weiterbildungen angeboten. Thematische Bedarfe kön-
nen sich dabei sowohl aus der täglichen Arbeit als auch aus Neuerungen bei gesetzlichen oder fach-
lichen Grundlagen ergeben. Wichtig ist uns dabei die Verzahnung mit der Schule in den Blick zu neh-
men, um ggfs. Themen im Bereich der Fort- und Weiterbildung bündeln zu können.
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Es werden zudem jährlich Mitarbeitendengespräche mit allen Mitarbeitenden geführt. Diese verbes-
sern die interne Kommu nikation und tragen so zu einer größeren Mitarbeitendenzufriedenheit bei.
Zudem können hier Potentiale erfasst werden, die die Entwick lung der Mitarbeitenden fördert und
eine strategische Personalentwicklung möglich werden lässt.
7.3 Kinderschutz
Die Caritas Münster verfügt über ein eigenes Institutionelles Schutzkonzept zur Sicherung eines
grenzachtenden Umgangs. Dies wird als Anlage zum Konzept mitgesendet.
Die Caritas Münster setzt die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls
zwischen den Grundschulen im Stadtgebiet Münster, dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (Stand 15.07.2015)“ um. Im Schulterschluss mit der Schule
(§ 42 Schulgesetz NRW) wertet die OGS nach § 8a SGB VIII das Kindeswohl ein. Trägerintern wird eine
sogenannte Kinderschutzfachkraft hinzugezogen und alle Prozess schritte der Vereinbarung werden
eingehalten. Eltern/Sorgeberechtigte und der Kommunale Sozialdienst werden wie vorgesehen ein-
bezogen und beteiligt. Trägerintern gibt es für alle Mitarbeiter:innen im Rahmen des Institutionellen
Schutzkonzepts eine Fortbildung zur “Prävention sexueller Gewalt“.
Wenn es zu Anhaltspunkten von Kindeswohlgefährdung kommt, werden in einem abgesprochenen
Gremium (z.B. multiprofessionelles Team der Schule mit OGS-Kraft, OGS-Koordination, Schulsozial-
arbeit und Schulleitung) die Fakten zusammengetragen und darüber beraten, welche Schritte folgen.
Idealerweise gibt es an der Schule eine:n Kindeswohlbeauftragte:n, der oder die hi nzugezogen wer-
den kann.
7.4 Qualität über Strukturen
Es gibt verschiedene Strukturen innerhalb der Caritas, der Abteilung, des Bereiches und der jeweili-
gen OGS, die dafür sorgen, dass die Qualität gesichert und weiterentwickelt werden kann:
Für die Fachberatung Leitungswerkstatt (Fachberatung, 4 Mal im Jahr)
Abteilungskonferenz (Fachberatung monatlich)
Fachausschuss OGS Diözesancaritasverband (6 Mal im Jahr)
für die OGS-Koordination OGS-Koordinationsteam (mit Fachberatung wöchentlich)
OGS-Leitungssupervision (4-5 Mal jährlich)
Für das OGS-Team OGS Teamsitzungen mit Gruppenleitungen und Unterstüt-
zungskräften (wöchentlich)
OGS-Großteams (4-6 Mal jährlich)
Fach- oder Teamtag OGS gesamt (1 Mal jährlich)
Bei Bedarf Fachberatung im OGS-Team (zu bestimmten Themen, mehr-
mals im Jahr)
Steuergruppe OGS zur Weiterentwicklung des Konzepts
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Dazu gibt es Strukturen über die Stadt Münster zur Qualitätssicherung, an der entweder die OGS -
Koordinator:innen, die Fachberatung oder die Abteilungsleit ung Jugend -und Familienhilfen teil-
nimmt:
Für die Fachberatung Trägerkonferenz OGS
Qualitätszirkel zu bestimmten Themen
Für die OGS-Koordination Facharbeitskreis OGS
Fachtag OGS für alle Träger
Fachtag Förderinseln für alle Träger
Für das OGS-Team Fachtag OGS für alle Träger
Viele dieser Gremien (sowohl der Caritas als auch der Stadt Münster) finden aus Gründen der Zeiter-
sparnis inzwischen häufig digital statt. Es wird auf einen angemessenen Wechsel zwischen Präsenz -
und online-Veranstaltungen geachtet.
Darüber hinaus nehmen wir mit einer Schule am Projekt „Zukunft Ganztag sbetreuung!“ des BvkE
(Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V) von 2021 – 2023
teil.
8. Zukunftsmusik und Ausblick
Ein Konzept ist niemals ganz fertig und entwickelt sich z.B. aufgrund von entstehenden Bedarfen,
beobachtbaren Phänomenen, Fragen von Kindern, Eltern und Mitarbeiter:innen, geänderten Vorga-
ben oder neuer fachlicher Erkenntnisse immer weiter.
Im Folgenden werden Themen beschrieben, die der Caritas Münster als Entwicklungsthemen wich-
tig sind.
8.1 1 Schule – 1 Träger
Mit der Stadt Münster und der Schule zusammen bauen wir unsere OGS-Standorte sukzessive so
aus, dass wir an den jeweiligen Schulen alle Dienste anbieten, die in schulnaher Jugendhilfe tätig
sind (Schulsozialarbeit, Förderinsel, Schulbegleitung). Dies vereinfacht die Absprachen im Netz-
werk, es gibt klare Ansprechpartner:innen, die Informationen fließen schneller und flüssiger, es
sind nicht so viele unterschiedliche Termine nötig.
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot
Jede Schule ist verwurzelt in ihrem Quartier mit seinen Menschen, seinen Vereinen, seinen Themen
und Strukturen. Hier gilt es, Akteure zu finden, mit denen die OGS Kooperationsmöglichkeiten einge-
hen kann. Zum einen, um interessante AGs an Schulen anzubieten, zum anderen, um für die Kinder
im Stadtteil niederschwellig Bildungsangebote zu schaffen, die sich am Bedarf und an den Interessen
der Kinder orientieren. Auch braucht es eine Aufmerksamkeit für die Themen und Probleme, die El-
tern im Sozialraum bewegen. Eine Zielperspektive ist es, die vielfältigen Beratungsangebote der Cari-
tas (z.B. zu de n Themen Geld, Wohnen, Erziehung, Migration und Familienhilfe) niedrigschwellig für
die Eltern nutzbar zu machen. Denkbar sind Formate wie offene Sprechstunden oder Elterncafes.
8.3 Trägerinterne Fortbildungen
Die Caritas Münster kann über ihr eigenes Fortbildungsinstitut Inhalte für ihre ei genen OGS–Teams
anbieten und diese teilweise auch für die Kolleg:innen anderer Träger öffnen. Die Fortbildungen neh-
men die Bedarfe der Mitarbeiter:innen und die Themen an den Schulen auf und können sowohl in
Präsenz stattfinden als auch digitale Formate bedienen. Zum Thema „Grenzachtender Umgang“ und
Seite 17 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
„Prävention sexuell übergriffigen Verhaltens“ werden gerade Onlineformate geplant, die Mitarbei-
ter:innen individuell abrufen können und die dann in einer Präsenz veranstaltung nachbereitet wer-
den.
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit
Die Caritas Münster ist sehr an schulübergreifender Kooperation interessiert, um Ressource n gut zu
nutzen und zu steuern. Dieses scheint besonders aktuell und wichtig für Krankheitsvertretungen, bei
der Ferienplanung oder Fortbildungsangeboten.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Personal mit einer bestimmten Fachrichtung übergreifend zu
beschäftigen, um bestimmten Themen der Kinder noch besser begegnen zu können (z.B. Anti-Gewalt-
training, Fair streiten, Theaterprojekte) oder das Personal zu bestimmten Themen zu unterstützen
(z.B. heilpädagogische Sicht auf Kinder, Kommunikation mit Kindern in schwierigen Situationen, Ge-
walt an Schule, Wichtigkeit von Angeboten für Mädchen und für Jungen).
8.5 Diversität
Die Gesellschaft in der wir leben verändert sich kontinuierlich und damit auch die Lebenswirklichkeit
und die Bedürfnisse von Kindern. M it den Familien der Kinder im Austausch zu sein bedeutet nicht
nur, den Eltern die Perspektive der Schule mitzuteilen, oder womöglich Anforderungen zu stellen,
sondern umgekehrt für die Schüler:i nnen und ihre Familien ansprechbar und offen zu sein und so
eine auf Vertrauen und Austausch basierende wechselseitig positive Beziehung herzustellen. Nur in
einer solchen, offenen Atmosphäre und unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse, kann die
ganz individuelle positive Entwicklung eines Kindes stattfinden.
8.6 Nachhaltigkeit
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 ausgeschrie-
ben. Die Caritas Münster hat diesbezüglich eine interne Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit
gegründet, die sich diesem Thema annimmt. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie zum Beispiel der
Müllvermeidung bei Veranstaltungen werden aktuell auch weitere Maßnahmenpakete aufgelegt, die
das Ziel der Klimaneutralität unterstützen.
Ergebnisse der internen Arbeit der Caritas Münster werden zunehmend auch in den Arbeitsalltag der
Offenen Ganztage einfließen. Im Vordergrund steht dabei der ressourcenschonende Umgang mit
Energie und Materialien, aber auch neue Bildungsprojekte mit weiteren Kooper ationsträgern oder
die laufende Überprüfung unserer Lieferanten in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit
sind wichtiger Bestandteil in diesem Projekt.
8.7 Kultursensibilität
Münster ist, aufgrund vieler Faktoren, sei es durch die Universität oder den Zuzug durch Migranten
aus verschiedensten Ländern, ein immer diverserer Schulstandort geworden und entwickelt sich im-
mer weiter. Der Bedarf an Kultur- und Sprachmittlung wird immer größer.
Für viele Familien ist der Kontakt zur Schule ihrer Kinder der einzige zum „typischen“ deutschen
Alltag. Hier prallen Welten voller Vorurteile und Missverständnisse aufeinander. Sich zu begegnen,
gehört zu werden und gut zu kommunizieren sind die besten Möglichkeiten viele Schwierigkeiten auf
Augenhöhe zu beheben und Lösungen zu finden.
Einerseits ist die Erwartung an den Anpassungswillen der Fami lien mit internationalem Hintergrund
in unserer Gesellschaft hoch. Andererseits fühlen sich die Mitarbeiter:innen oftmals im Umgang mit
den ihnen fremden Sprachen und Bräuche n unsicher und wissen nicht an wen sie sich mit ihren
Fragen wenden können.
Es ist daher unser Anliegen, Lösungen für Eltern und Betreuer:innen anzubieten und gezielt Ange -
bote zu schaffen. Diese können die Form von Workshops oder Vorträgen haben, aber au ch als per-
sönliche Beratung in Gesprächsform hybrid in Anspruch genommen werden. Wir haben im Verband
eine sozialpädagogische Fachkraft mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der interkulturellen Bera-
tung zur Verfügung, die Teams in dieser Hinsicht schulen k ann oder zu Fallberatungen mit dieser
Fragestellung hinzugezogen werden kann.
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Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
8.8 Hybride Elternformate
Elternabende werden sehr unterschiedlich gut besucht, es scheint in den letzten Jahren schwieriger
geworden zu sein, Eltern abends für bestimmte Themen zu e rreichen. Wir können Elternabende on-
line oder hybrid durchführen, um auch Eltern zu erreichen, die sich keinen Babysitter leisten können
oder aus anderen persönlichen Gründen lieber nicht in Präsenz teilnehmen möchten.
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern
Die Caritas Münster ist seit längerem in der Gewaltprävention tätig und beschäftigt zwei Mitarbeiter,
die sich speziell diesem Thema widmen. Wir möchten für die Offenen Ganztage in unserer Träger-
schaft ein Konzept erarbeiten, wie mit dem Thema umgegangen werden kann und welche Strukturen
und Methoden hilfreich sind, um Gewalt vorzubeugen oder mit ihr umzugehen, wenn sie auftaucht.
Dies bezieht sich sowohl auf den Umgang zwischen den Kindern als auch auf die Ebene zwischen
Mitarbeitenden und Kindern (natürliches Machtverhältnis aufgrund von Alter, Größe und Position)
und den Umgang der Mitarbeiter:innen untereinander.
Kontaktdaten für Rückfragen oder Rückmeldungen:
Dr. Ralf Kaisen
Abteilungsleitung Kinder, Jugend- und Familienhilfen
Tel 0251 53009-338
ralf.kaisen@caritas-ms.de
Wire: @kaisen_caritas_ms
Christina Kleinefenn
Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe
Tel 0251 53009-360
Mobil: 0170 5969796
christina.kleinefenn@caritas-ms.de
Wire: @kleinefenn_caritas_ms
Anlage 1 OGS-Kriterienkatalog
3167 Zeichen
Kriterienkatalog für die außerunterrichtlichen Angebote der Offenen Ganztagsschulen (OGS) Die Fachlichkeit des Trägers und sein pädagogisches Konzept werden anhand der nachfol- genden Auswahlkriterien ausgewertet. Den Kriterien sind jeweils zu beachtende Standards und Orientierungsrahmen zugrunde gelegt: Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in M ünster Entsprechende Erlasse des Landes NRW in den aktuel l gültigen Fassungen Pädagogisches Konzept/Leistungsbeschreibung Das Konzept, das die gesetzlichen Grundlagen (BASS) , aktuelle gesellschaftlichen Erforder- nisse und die Grundhaltung des Trägers sowie dessen Arbeitsweisen verdeutlicht, muss vor- liegen und ist Grundvoraussetzung für die Trägerschaft einer OGS. Querschnittsaufgaben Der Zuzug und die Integration von Migrantinnen und Migranten stellen an OGS-Träger beson- dere Anforderungen. Sprachliche und kulturelle Barr ieren müssen gemeistert, schnelle und kompetente Integrationsangebote erarbeitet und entwickelt werden. Gleiches gilt für die The- men der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und der Genderthematik. Informelle und soziale Bildung als Querschnittsthema ist grundsätzlich enthalten. Zentrales Ziel von Bildung ist die Befähigung des Kindes, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu füh- ren und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesellschaftlichen Entwick- lung partizipieren zu können. Mitbestimmung Der OGS-Träger soll ein beteiligungsorientiertes, p ädagogisches Konzept mit einem ange- messenen Maß an Partizipation darlegen. Kooperationsstrukturen Bereits vorhandene räumliche Bezüge zu bestehenden Einrichtungen im Sozialraum der Ein- richtung ermöglichen die Nutzung von Synergien, die die Wirtschaftlichkeit einer OGS erhö- hen. Sozialraumbezogene Angebote werden bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt und wei- terentwickelt, wenn die Akteure des Sozialraums sich hierzu entsprechend vernetzen. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Die Anforderungen an Träger der Offenen Ganztagsschulen befinden sich, analog zur gesell- schaftlichen Entwicklung, laufend im Wandel. Neue Herausforderungen sind kontinuierlich mit neuen Antworten und Konzepten zu begegnen. Aus dies em Grund ist eine funktionierende und sich weiterentwickelnde Trägerstruktur eine not wendige Voraussetzung für den Betrieb einer OGS. Implementierte Qualitätsentwicklungs- und Sicherung sprozesse mit inkludierten Verfahrens- abläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusa mmenarbeit mit der städtischen OGS- Fachberatung ist ein notwendiger Standard. Besondere Merkmale des Trägers Bei diesem Kriterium können weitere besondere Angebote des Trägers in die Bewertung ein- fließen, die über die zuvor benannten Kriterien und Orientierungsrahmen nicht abgedeckt wer- den, jedoch eine Bereicherung für die Angebote der OGS darstellen. Gleichzeitig kann der Punkt der gewünschten Trägerpluralität/Trägervielfalt in Münster in der Bewertung berücksich- tigt werden sowie besondere Anforderungen, welche a us den Bedarfen der Schule und des Stadtteils entstehen. Stand: 02/2022
Beschlussvorlage
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V/0764/2022 V/0764/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) in der Marienschule Hiltrup Beratungsfolge 26.01.2023 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 31.01.2023 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 07.02.2023 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 09.02.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 14.02.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 15.02.2023 Hauptausschuss Vorberatung 15.02.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der städti- schen katholischen Marienschule Hiltrup, Loddenweg 12, zum Schuljahr 2023/2024 ab dem 01.08.2023 dem Kinder-und Jugendhilfeträger Outlaw gGmbH. II. Finanzielle Auswirkungen: Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Zeile 15 Transferaufwendungen 2023 ff 157.540 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 03.01.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schild Telefon: 492-5143 schildk@stadt-muenster.de - 2 - V/0764/2022 Derzeit sind Personalaufwendungen im städtischen Haushalt in der o.g. Produktgruppe in Höhe von 157.540,- € veranschlagt. Für den Fall des Betriebsübergangs werden anstelle der Personalaufwen- dungen Sachaufwendungen bis maximal in dieser Höhe anfallen. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat mit der Vorlage V/0330/2020 die sukzessive Überleitung der Offenen Ganztagsschulen zu den Trägern der freien Jugendhilfe beschlossen. Die freien Jugendhilfeträger haben seitdem die Möglichkeit, ihr grundsätzliches und verbindliches Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft einer oder mehrerer Offener Ganztagsschulen in Münster zu bekunden. Über die jeweils konkrete Überleitung einer Schule werden diese Träger informiert und können sich schul- scharf bewerben. Um die Schul - und Elternbeteiligung sicherzustellen, wird das Ergebnis der Trägerauswahl in der Schulkonferenz vor den politischen Gremien vorgestellt. Der anschließende Schulkonferenzbeschluss ist Bestandteil dieser Beschlussvorlage. 2. Marienschule Hiltrup Die städtische, katholische Marienschule befindet sich im Stadtteil Hiltrup-Ost. Die Aufnahmekapazi- tät der Schule ist auf zwei Eingangsklassen festgelegt. Die Verwaltung prüft aktuell einen Erweite- rungsbedarf am Standort Marienschule Hiltrup. Politische Beschlüsse sind noch nicht gefasst worden. Seit 2006/2007 wird die Schule als Offene Ganztagsschule geführt. Im Schuljahr 2022/2023 besu- chen 220 Schüler*innen die Schule in 8 Klassen, davon 132 Kinder die Angebote der OGS (60%) und 48 Kinder (21,8%) die sogenannte Bis-Mittag-Betreuung (BMB). Das multiprofessionelle Team besteht neben der Koordinatorin aus vier weiteren Fachkräften, einer Erzieherin im Berufsanerkennungsjahr, vier Unterstützungskräften und 10 Niedrigteilzeitkräften. 3. Bewerbungen Im Juni 2022 wurden alle interessierten Träger über die Absicht, die Marienschule Hiltrup zum 01.08.2023 an einen Träger der freien Jugendhilfe überzuleiten, schriftlich informiert. Die Träger hat- ten bis zum 31.07.2022 die Möglichkeit, ihr Konzept anh and des in der Anlage 1 angefügten Kriteri- enkatalogs einzureichen. Folgende Träger haben sich beworben: Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Der Verband unterhält ein breites Hilfe- und Beratungsangebot, um die Menschen in Münster in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu unterstützen. Die Hilfen werden stadtteilorientiert in sieben Cari- tas vor Ort -Beratungsstellen angeboten. Der Träger ist inzwischen an sechs Schulen in Münster als Träger der OGS tätig. Darüber hinaus ist er mit einem breit aufgestel lten Fachbereich „Schulnahe Jugendhilfe“ als Träger an seinen Schulstandorten mit den Förderinseln, der Schulsozialarbeit und der Schulbegleitung gem. § 35a SGB VIII beauftragt. Diakonie Münster Die Kinder-, Jugend und Familiendienste GmbH ist seit den ac htziger Jahren ein etablierter diakoni- scher Jugendhilfeträger an 20 Standorten in Münster und Umgebung mit den unterschiedlichsten An- gebots- und Hilfeformen im Rahmen des SGB VIII. Die vielfältigen Tätigkeiten umfassen allgemeine präventive und ambulante J ugendhilfeangebote von der offenen Kinder - und Jugendarbeit und Schulsozialarbeit sowie aufsuchender Jugendsozialarbeit bis hin zu Regelwohngruppen und lnten- - 3 - V/0764/2022 sivhilfen. Es besteht eine Kooperation mit der Schule durch die im Sozialraum ansässige heilpädago- gische Tagesgruppe des Trägers und seinem Kinderheim „Blaukreuzwäldchen“. Der Träger ist seit dem Schuljahr 2021/2022 Träger der außerunterrichtlichen Angebote an der Grundschule am Kinder- bach und der Marienschule Roxel. Kolping-Bildungswerk Diozösanverband Münster GmbH Das Kolpingwerk Diözesanverband Münster ist ein katholischer Sozialverband mit rund 38.500 Mit- gliedern in 250 Kolpingfamilien (Stand 2018). Damit ist das Kolpingwerk Münster der mitgliederstärks- te Diözesanverband Deutschlands. Das Kolping-Bildungswerk ist ein anerkannter Träger der Jugend- hilfe und kooperiert in vielfältiger Weise mit Schulen im Münsterland. Es ist Träger der Offenen Ganz- tagsschule an der Verbundgrundschule Milte -Einen und der Brigidenschule Legden -Asbeck. Es ist zudem beauftragt mit der pädagogischen Übermittagsbetreuung in der Sekundarstufe an 11 Schul- standorten, für Schulsozialarbeit an sechs Schulstandorten und der sozialpädagogischen Betreuung in einem Internat. Als OGS-Träger ist das Kolping-Bildungswerk in Münster bislang nicht tätig. Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Das Mütterzentrum ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie ihr Gesellschafter „Mütterzentrum Beckum e.V.“ dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzent- rum Beckum von einem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als anerkannter Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Insbesondere im Bereich der Schulkind-Betreuung im Rahmen der Offenen Ganz- tagsschulen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 29 Betreuungsstandorte überwiegend im Kreis Warendorf in Trägerschaft des Mütterzentrums. Als OGS-Träger ist es noch nicht in Münster tätig. Outlaw gGmbH Outlaw ist ein anerkannter Jugendhilfeträger und in der klassischen Kinder - und Jugendhilfe in Wohngruppen, in ambulanten Betreuungsformen, in der Kindertagesbetreuung, in Jugendzentren und in Schulprojekten tätig. In Münster betreibt Outlaw zurzeit sieben Kindertageseinrichtungen. Darüber hinaus verfügt der Träger über Erfahrungen in Trägerschaften der Offenen Ganztagsschulen in Bo- chum. Er ist aktuell noch nicht als Träger einer OGS in Münster tätig. Schule, Jugend, Kids & Co e.V. Aus einer Initiative Jugendlicher gründete sich der Verein ursprünglich mit dem Ziel, offene Kinder - und Jugendarbeit in Münster-Mecklenbeck anzubieten. Im Jahr 2005 übernahm der Träger die Offene Ganztagsschule an der Peter-Wust-Schule und ist seit 2009 OGS -Träger an der Pleisterschule und seit 2017 an der Grundschule Loevelingloh sowie an vier Schulen in Senden. Im Schuljahr 2021/2022 übernahm der Verein zudem die OGS Trägerschaft der Martin-Luther-Schule und zum 01.08.2022 die Trägerschaft an der Margaretenschule. Der Träger z eichnet sich darüber hinaus seit vielen Jahren auch durch seine stadtweiten, ganztägigen Ferienangebote an mehreren Grundschulen im Stadtge- biet aus. Die Verwaltung und die Schulleitung haben die eingereichten Konzepte gesichtet. Für die Auswahl der Bewerbungen waren hierbei der beigefügte Kriterienkatalog handlungsleitend. Von allen Bewer- bern werden die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen OGS -Qualitätsstandards akzeptiert und in ihren Konzeptionen umgesetzt. Alle Träger haben ein Konzept vorgelegt, das die wesentlichen Eckpunkte ihrer pädagogischen Ausrichtung darlegt: - Pädagogisches Grundverständnis / Leitbild - Gesundheitsförderung - Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern - Kinderschutz - Querschnittsaufgaben der Jugendhilfe - Sozialraumorientierung - 4 - V/0764/2022 - Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen 4. Auswahlverfahren Nach dem Bewerbungsschluss und der Sichtung der eingereichten Unterlagen wurde durch die Schulleitung, der OGS-Koordinator*in und der Verwaltung entschieden, den Caritasverband, die Dia- konie Münster und die Outlaw gGmbH für ein Bewerbungsgespräch einzuladen. Im September 2022 wurde mit den Trägern jeweils auf Grundlage des Kriterienkatalogs ein struktu- riertes Bewerbungsgespräch geführt. Die gemeinsame Aufgab e von Verwaltung und Schulleitung bestand darin, aus den Bewerbungen und den sich anschließenden Gesprächen unter gleichwertiger Würdigung der Fachlichkeit einen Beschlussvorschlag für die Schulkonferenz zu erstellen. 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen im Konsens vor, Outlaw gGmbH die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Marienschule Hiltrup zu übertragen. Dem Vorschlag wurde in der Schulkonferenz am 14.09.2022 gefolgt. Ein entsprechender Schulkonferenzbeschluss liegt vor. Der Träger hat ein umfassendes, pädagogisches Konzept vorgelegt. Der Träger verfügt über vielfälti- ge Erfahrungen im Bereich der Offenen Ganztagsschulen im Ruhrgebiet sowie in seinen Kinderta- geseinrichtungen. Er hat im Bewerbungsverfahren darüber hinaus seine hohe Kompetenz im Bereich der freizeitpädagogischen Angebote für Kinder sehr fundiert dargestellt. Die Trägerübernahme durch Outlaw eröffnet der Marienschule Hiltrup insbesondere die Möglichkeit, das Angebot der Arbeitsge- meinschaften auszubauen und von dem Netzwerk des Trägers im nahen Sozialraum zu profitieren. Der Träger sichert darüber hinaus ein Vertretungskonzept sowie eine verlässliche OGS - Ferienbetreuung an der Schule zu und stellt eine erfahrene Fachberatung zur Verfügung. Die Schule gewinnt mit der Überleitung der ganztägigen außerschulischen Angebote an Outlaw einen verlässlichen und überaus engagierten Partner in der Jugendhilfe. In Münster ist es für Outlaw die erste Trägerschaft einer Offenen Ganztagsschule. Er ist in diesem Interessensbekundungsverfahren außerdem als Träger an der Bodelschwinghschule vorgeschlagen. Die Zustimmung des Rates vor- weggenommen übernimmt die Outlaw gGmbH damit zum Schuljahr 2023/2024 erstmalig an zwei Schulen in Münster die OGS-Trägerschaft. i.V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage A Anlage 1 Kriterienkatalog Anlage 2 Konzepte der Bewerbungen Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der einzelnen Träger (Anlage 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/764/2022 zur Verfügung. - 5 - V/0764/2022
Anlage 2 Diakonie_OGS-Konzept_Marienschule Hi
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Konzeption für das außerschulische Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Marienschule Hiltrup der Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH der Diakonie Münster e.V. im Rahmen der Überleitung der OGS in freie Trägerschaft Inhalt 1 Einleitung ........................................................................................................................................... 1 1.1 Trägerbeschreibung ......................................................................................................................... 1 1.2 Schulbeschreibung ........................................................................................................................... 2 2 Ziele .................................................................................................................................................... 2 2.1 Unsere Leitlinien und Ziele .............................................................................................................. 2 2.2 Zielgruppe.......................................................................................................................................... 2 2.3 Übergeordnete Ziele ........................................................................................................................ 2 2.4 Rechtliche Grundlagen ..................................................................................................................... 3 3 Struktur des offenen Ganztags ....................................................................................................... 3 3.1 Anzahl der Plätze .............................................................................................................................. 3 3.2 Betreuungszeiten .............................................................................................................................. 3 3.3 Teamstruktur ..................................................................................................................................... 3 3.4 Räumliche Ausstattung .................................................................................................................... 4 3.5 Tagesablauf Marienschule ............................................................................................................... 4 3.6 Ferienangebote ................................................................................................................................. 5 3.7 Sanfter Übergang – ein Konzept für Schule und Ganztag .......................................................... 5 4 Ganzheitliche Bildung ...................................................................................................................... 6 4.1 Spiel und Bewegung......................................................................................................................... 6 4.2 Gestaltung und Kreativität ............................................................................................................... 6 4.3 Musische Bildung .............................................................................................................................. 6 4.4 Emotionale und soziale Bildung ..................................................................................................... 7 4.5 Diversität und Integration ................................................................................................................ 7 4.6 Gender ................................................................................................................................................ 8 4.7 Mediale Kompetenzen / Digitalisierung ........................................................................................ 8 4.8 Ökologie und Nachhaltigkeit .......................................................................................................... 8 5 Individuelle Förderung ..................................................................................................................... 8 6 Inklusion ............................................................................................................................................. 8 6.1 Inklusion von Kindern mit Behinderungen/Entwicklungsrückständen ...................................... 8 6.2 Ausblick: Bildung eines Inklusions(fach)kräftepools .................................................................... 9 7 Partizipation ....................................................................................................................................... 9 7.1 Kinder ................................................................................................................................................. 9 7.2 Eltern/Personensorgeberechtigte .................................................................................................10 8 Kooperation und Vernetzung .......................................................................................................11 8.1 Multiprofessionelle Kooperation in der Schule ..........................................................................11 8.2 Vernetzung im Sozialraum ............................................................................................................11 8.3 Kooperation mit kommunalen Trägern .......................................................................................12 9 Kinderschutz ....................................................................................................................................12 10 Qualitätsmanagement ....................................................................................................................12 10.1 Qualitätssicherungsgrundsätze .....................................................................................................13 10.2 Qualitätssicherung ..........................................................................................................................13 10.3 Qualitätsentwicklung ......................................................................................................................13 11 Personal ............................................................................................................................................14 11.1 Integration, Inklusion und Gender ...............................................................................................14 11.2 Fort- und Weiterbildungen ...........................................................................................................14 11.3 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ............................................................................................15 11.4 Mitarbeitendenbindung/Benefits .................................................................................................15 12 Besondere Trägermerkmale ..........................................................................................................15 Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 1 1 Einleitung Familien sehen sich heutzutage mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Gesellschaftliche Veränderungsprozesse erfordern mehr denn je die stetige Anpassung an unsere Umwelt. Migration wegen Krieg oder Armut, Veränderung der Lebensgrund- lage bspw. durch Digitalisierung der Arbeitswelt oder eine Pandemie sind nur einige Bei- spiele dafür, wie sich unsere Welt ständig verändert. Hinzu kommen Themen der Alltags- bewältigung wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gesunde Lebensführung, die finanzielle Situation, die Veränderung von medialen Kommunikations- und Spielformen oder eine pädagogisch angemessene Freizeitbeschäftigung. Die Diakonie Münster will als sozialer Dienst der evangelischen Kirche dazu beitragen, die vielfältigen Herausforderungen zu meistern. 1.1 Trägerbeschreibung Die Diakonie Münster ist mit über 1.100 Mitarbeitenden in Münster und über 75 Jahren Erfahrung einer der großen sozialen Dienstleister. Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH der Diakonie Münster ist vielschichtig im Aufgabengebiet der Jugendhilfe tätig. Die Angebote reichen von den Hilfen zur Erzie- hung über die offene Kinder- und Jugendarbeit bis hin zur Schulsozialarbeit und der of- fenen Ganztagsbetreuung an de r Marienschule Roxel und der Grundschule am Kinder- bach in Münster -Kinderhaus. In konzeption ell ausdifferenzierten Angebots formen und Bereichen werden mehr als 600 Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene und Fami- lien von über 200 Mitarbeitenden stationär, teilstationär und ambulant betreut und ge- fördert. Als Teil einer Holdingstruktur besteht eine enge Kooperation mit dem Beratungs - und BildungsCentrum „BBCe“. Gemeinsam bietet die Diakonie Menschen Hilfestellung bei ei- ner Vielzahl von konkreten Fragestellungen des Alltags, in persönlichen Umbruch - und Krisensituationen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 2 1.2 Schulbeschreibung Die Marienschule Hiltrup ist eine zweizügige katholische Grundschule der Stadt Münster. Im Osten des lebendigen Stadtteils gelegen, werden hier über 200 Kinder in 8 Klassen unterrichtet. 2 Ziele 2.1 Unsere Leitlinien und Ziele Der offene Ganztag der Marienschule Hiltrup hat den Anspruch, allen Kindern in enger Kooperation mit der Schule, einen an regenden, ihrem individuellen Entwicklungsstand entsprechenden Lern- und Lebensort zu bieten. In einer wertschätzenden Atmosphäre sollen Kinder spielerisch positive Lernerfahrungen durch Freispiel sowie einzel- und gruppenpädagogische Angebote sammeln, ihre moto- rischen Kompetenzen, ihre Sprach- und Ausdrucksfähigkeit und ihre sozialen Kompeten- zen erweitern und so in ihren Selbstwirksamkeitserleben gestärkt werden. Dies ist eine Voraussetzung für die gelingende, selbstbestimmte Teilhabe am gesell- schaftlichen Leben. Durch Beteiligung sollen Kinder ein Bewusstsein für demokratische Prozesse entwickeln. Im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung soll en die Kinder ihre individuellen Lernkom- petenzen wie Konzentration, Motivation und Leistungsfähigkeit steigern. Um die Nach- haltigkeit der Lernprozesse zu erhöhen, streben die Fachkräfte der OGS eine Erziehungs- partnerschaft mit den Personensorgeberechtigten und den Lehrkräften an. Besondere Berücksichtigung finden Kinder m it Problemstellungen, wie sozio ökonomi- schen Herausforderungen, Sprachbarrieren oder Fluchterfahrungen. Ein professionelles, möglichst multikulturelles Team soll dabei helfen, alle Kinder bestmöglich zu unterstüt- zen und vor allem Kinder (und ihre Eltern) aus anderen Kulturen zu integrieren. Gerade Kinder mit (Teil-)Leistungsstörungen sowie Behinderungen sind im besonderen Maße zu fördern und in die Gemeinschaft zu inkludieren. Gemeinsam mit der Schule und den Kooperationspartnern wie Vereinen, anderen sozia- len Trägern und Therapeuten im Stadtteil besteht eine Verzahnung, die allen Kindern ein entwicklungsförderndes Setting bietet, Chancengleichheit fördert und Teilhabe ermög- licht. Das zentrale Ziel von Bildung ist die Befähigung ein selbstbestimmtes und eigenverant- wortliches Leben zu führen und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesellschaftlichen Entwicklung partizipieren zu können. 2.2 Zielgruppe Grundschulkinder der katholischen Marienschule Hiltrup Personensorgeberechtigte der o.g. Grundschulkinder Kooperationspartner 2.3 Übergeordnete Ziele Verbesserung der Bildungsqualität und der individuellen Entwicklung Vereinbarkeit von Schule und Beruf für Eltern/Personensorgeberechtigte Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 3 Vielfältige und kooperative Ganztagsangebote unter dem Dach der Schule (vgl. Qualitätsstandards der offenen Ganztagsschule) 2.4 Rechtliche Grundlagen § 9 Absatz 3 Schulgesetz Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23.12.2010; (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85)1 Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 16.02.2018; Erlass 12-63 Nr.2 Runderlass des Ministeriums für Schule und Bildung vom 14.12.2020; (ABl. NRW. 12/20) Erlass 11-02 Nr. 37 Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in Münster der Stadt Münster 3 Struktur des offenen Ganztags Die Ganztagsbetreuung der Marienschule arbeitet nach einem geschlossenen Konzept. Das bedeutet, dass die Kinder festen Gruppen zugeteilt sind. Dadurch stehen den Kindern feste Bezugspersonen in der Betreuung zur Verfügung, welche die Kinder in ihrer indivi- duellen Entwicklung im Blick haben. Durch das Freispiel sowie vielfältige Angebote im Rahmen der AGs sind aber auch Wechsel und Kontakt zu anderen Kindern untereinander möglich, so dass auch gruppen übergreifende Freundschaften geknüpft und gep flegt werden können. 3.1 Anzahl der Plätze Aktuell besuchen über 170 Kinder die Bis-Mittag-Betreuung oder den Offenen Ganztag. (Stand: Juni 2022) 3.2 Betreuungszeiten Grundsätzlich gibt es zwei Betreuungsformen: In der Bis-Mittag-Betreuung werden die Kinder montags bis freitags von 11:30 Uhr bis 13:30 Uhr betreut. Im Offenen Ganztag werden die Kinder je nach Bedarf von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr oder bis 16:00 Uhr (freitags bis 15 Uhr) betreut. Eine Betreuung an beweglichen Ferientagen und bei Schulkonferenzen ist möglich. Randzeiten Eine Ausweitung der Betreuungszeiten von 7:00 Uhr/bis 17:00 Uhr zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf richtet sich nach den Bedarfen vor Ort. 3.3 Teamstruktur Die Teamstruktur sieht , entsprechend der Anzahl betreuter Kinder, aktuell fünf Erzie- her*innen, vier pädagogische Unterstützungskräfte und acht Niedrigteilzeitkräfte vor. Unterstützt wird das Kernteam des Offenen Ganztags von Lehrkräften. Zudem ist die Erweiterung der Angebotspalette durch externe Kooperationspartner möglich und angedacht. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 4 Zusätzlich wird das Team der OGS-Mitarbeitenden nach Möglichkeit durch junge Men- schen im Bundesfreiwilligendienst und/oder Jahrespraktikant*innen verstärkt. Längerfristige Erkrankungen sollten möglichst über temporäre Stundenerhöhung von in- teressierten Mitarbeitenden aus der Mitarbeiterschaft des Trägers oder über befristete Einstellungen ausgeglichen werden. Das Team der OGS -Mitarbeitenden sieht sich als Teil eines Gesamtteams der Marien- schule Hiltrup mit Schulleitung, Lehrkräften, I-Kräften, Schulsozialarbeiter und dem Heil- pädagogen der Förderinsel. 3.4 Räumliche Ausstattung Aktuell verfügt die OGS an der Marienschule über 4 Gruppenräume und eine Küche. Die Räume sind kindgerecht und gemütlich eingerichtet. Die Ausstattung bietet den Kin- dern die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Spiel -, Lese- und Bastelangeboten zu beschäftigen. Klassenräume, der Spielplatz und die Turnhalle geben außerdem Raum für die Erledigung der Hausaufgaben, für Stille, Bewegungs- und Gruppenspiele. Der Schulhof weist ein großzügiges Außengelände mit zahlreichen Nutzungsmöglichkei- ten auf. 3.5 Tagesablauf Marienschule Mittagessen Aufgrund der sozialen und gesundheitsför dernden Ausrichtung der Schule, besteht für die Kinder die Verpflichtung am täglichen Mittagessen teilzunehmen. Die Marienschule bezieht ihr Mittagessen von der Firma Schnitkamp & Hesse aus Müns- ter. Kurze Anfahrtswege bei der Lieferung garantieren eine gute Qualität der Speisen. Nach Absprache mit den Eltern werden selbstverständlich religiöse oder gesundheitliche Besonderheiten der Kinder beim Mittagessen berücksichtigt. Neben dem ausgewogenen Mittagessen werden nachmittags noch Snacks, wie Obst und Rohkost bereitgestellt. Hausaufgaben Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Klassenverband gehen die Kin der in ihre Hausaufgabengruppen. Dabei werden die Kinder von ein bis zwei pä- dagogischen Kräften begleitet und unter- stützt. Idealerweise betreuen diese die Kin- der von der ersten bis zur vierten Klasse und arbeiten dabei eng mit der Klassenleitung zusammen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 5 Die Hausaufgabenzeit beträgt für die ersten und zweiten Klassen 30 Minuten, für die dritten und vierten Klassen 45 Minuten. Die Kinder erledigen ihre Hausaufgaben eigen- ständig und an einem festen Arbeitsplatz. Freispiel Dem Freispiel kommt eine besondere Bedeutung zu. Neben den angeleiteten Anboten können die Kinder auch frei spielen. Hier können sie ihre Interessen allein, zu zweit oder mit mehreren Kindern nach ihren individuellen und tagesaktuellen Wünschen ausleben. Bei Bedarf können sich die Kinder auch mal zurückziehen und einfach entspannen. AG-Konzept Die OGS legt großen Wert darauf, dass die Kinder die Möglichkeit erhalten, Neues aus- zuprobieren und eigene Fähigkeiten und Interessen zu erkennen und zu entwickeln. Da- her bietet der offene Ganztag am Nachmittag ein breit gezieltes Angebot an Aktivitäten aus dem sportlichen, kreativen, naturkundlichen und musischen/tänzerischen Bereich so- wie eine Mädchengruppe an. Die AGs können von Mitarbeitenden der OGS, Lehrkräften, Kooperationspartnern und externen Kräften wie Sportübungsleiter*innen, Musikleiter*in- nen sowie Kunstpädagog *innen durchgeführt und dabei immer wieder verändert und durch Kurzprojekte ergänzt werden. 3.6 Ferienangebote Kinder mit einem Platz in der OGS haben einen Anspruch auf Ferienbetreuung von ins- gesamt 6 Wochen im Jahr. Bestehende und gut funktionierende Angebote im Stadtteil sollten auch bei einem Trä- gerwechsel fortgeführt werden. Daher ist mit der Überleitung im Sinn der Kooperation im Stadtteil zu prüfen, in welcher Form die Ferienbetreuung fortgeführt werden kann. In jedem Fall richtet sich ein Konzept für die Ferienbetreuung nach den oben genannten Leitlinien aus. Nach Möglichkeit sollten Mitarbeitende der OGS entsprechend ihrer individuellen Situa- tion wählen können, ob sie in den Ferien frei haben oder die Ferienbetreuung mitgestal- ten wollen. 3.7 Sanfter Übergang – ein Konzept für Schule und Ganztag Wir haben den Anspruch, den Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule zu erleichtern. In kleinen Gruppen sollen Kinder die Möglichkeit erhalten, bereits vor der Einschulung Einblicke in den Schulalltag zu bekommen. Dabei begleiten und unterstützen die Mitarbeitenden des Offenen Ganztags den sanften Übergang in folgender Form: In Begleitung eines Mitarbeitenden lernen die Kinder die Räumlichkeiten des Offenen Ganztags kennen. Die Mitarbeitenden der OGS und die Klassenlehrkräfte präsentieren sich am ersten Elternabend vor den Sommerferien als Team. Die Eltern werden über den Ablauf und das Programm der OGS informiert. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 6 Die Hausaufgabenbetreuer der OGS nehmen am Kennenlernnachmittag teil, der vor den Sommerferien stattfindet. An diesem Nachmittag lernen die Kinder ihren zukünf- tigen Klassenlehrer sowie die Hausaufgabenbetreuenden aus der OGS kennen. Am Einschulungstag bekommen die Eltern, deren Kinder den Offenen Ganztag besu- chen, im Klassenverband Informationen zum organisatorischen Ablauf in der OGS. In den ersten Tagen werden die Kinder nach dem Unterricht in ihren Klassenräumen abgeholt, in den OGS-Bereich begleitet und engmaschig betreut. 4 Ganzheitliche Bildung Wir verstehen Bildung als Auftrag zur ganzheitlichen Betrachtung der Kinder in Ihren Le- benswelten und unter Beachtung ihrer Bezugssysteme einschließlich ihrer Kultur und ih- res Sozialraumes. Wir wollen die Kinder gemeinsam mit den Eltern/Personensorgeberechtigten und den Lehrkräften in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern. Dabei haben wir die Entwick- lungsthemen im Blick und betrachten vor allem die unterschiedlichen Voraussetzungen und individuellen Ressourcen der Kinder (Kompetenz- statt Defizitansatz). Dieser Prozess wird von den Mitarbeitenden bewusst begleitet. 4.1 Spiel und Bewegung Kinder wollen sich ausprobieren und ihre Fähigkeiten erweitern. Gerade der motorischen Entwicklung kommt im Grundschulalter eine besondere Bedeutung zu. Daher bieten wir gemeinsam mit wichtigen Kooperationspartnern wie dem TuS Hiltrup zahlreiche Spiel- und Bewegungsangebote aus dem sportlichen Bereich wie Fußball, Schwimmen, Akro- batik und Tanzen; Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof wie zum Beispiel Kletter turm, Drehspinne, Turnstange, Baumstamm, Seilgarten, Springseile, Pedalos, Roller, Fußball, Tischtennis, Stelzen und vieles mehr an. 4.2 Gestaltung und Kreativität Zur Förderung der Individualität und Gestaltungskompetenz bieten wir vielfältige Krea- tivangebote wie Bastelangebote (Malen, Ausschneiden, Aufkleben), Bügelperlenbilder, Handarbeiten wie zum Beispiel Häkeln, Armbänder knüpfen, Webrahmen und Perlen- armbänder anfertigen, Puzzlen und Spielen mit Lego. Das Angebot wird regelmäßig an- gepasst und erweitert. 4.3 Musische Bildung Die Marienschule Hiltrup legt großen Wert auf musikalische Förde- rung. So besteht eine Kooperation mit der Westfälischen Schule für Musik. Als „JeKits“-Modellschule erhalten die Kinder die Möglichkeit der Förderung in den Bereichen Instrumente, Tanzen oder Singen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 7 4.4 Emotionale und soziale Bildung Kinder wollen geliebt und gelobt werden. Sie brauchen Bestätigung und Anerkennung und gleichzeitig Führung in schwierigen Situationen. Wir fühlen uns der Aufgabe verpflichtet, die Kinder darin zu unterstützen, ihre Entwick- lungsthemen zu bewältigen. Emotionale Kompetenzen Durch einen wertschätzenden Umgang, eine klare Struktur und einen nachvollziehbaren Regelrahmen schaffen wir ein verlässliches Umfeld, dass den Kindern die Sicherheit bie- tet, die es braucht, um sich unbekümmert entwickeln zu können. Die Kinder sollen durch zahlreiche Angebote die Gelegenheit bekommen, vielfältige Er- fahrungen zu sammeln. Die permanente Erweiterung ihrer Kompetenzen soll die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken, um die individuelle Resilienz der Kinder zu steigern. Soziale Kompetenzen Das Zusammenspiel von verschiedenen Kindern in einer Gemeinschaft und die Auslotung eigener und fremder Interessen muss gelernt, pädagogisch geführt und trainiert werden. Grundlage einer Gemeinschaft sind der respektvolle und gewaltfreie Umgang miteinan- der. Die gemeinsam mit den Kindern erarbeiteten Regeln bilden das Fundament des Zu- sammenlebens in der OGS. Dennoch gehören Konflikte untereinander dazu. Gründe da- für sind u.a. noch nicht ausgereiftes Empathievermögen oder kommunikative Missver- ständnisse. Daher begleiten wir diese Konflikte und geben den beteiligten Kin dern die Gelegenheit, ihre Wahrnehmung und Emotionen gegenseitig darzustellen und eine Lö- sung zu besprechen. Dabei gilt das Prinzip der Wiedergutmachung statt Strafe. So för- dern wir die Selbstlösekompetenz, das Annehmen anderer Wahrnehmungen und damit auch die Teamfähigkeit. Bei Bedarf werden die Eltern/Personensorgeberechtigten und ggf. Lehrkräfte beteiligt. Gerade im Bereich der emotionalen und sozialen Bildung bringen wir als Träger der Ju- gendhilfe unsere pädagogische Expertise und Methodenkom petenz im besonderen Maße ein. 4.5 Diversität und Integration Das f riedliche und tolerante Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Weltan- schauungen ist uns ein Anliegen . Um allen Kindern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, unterstützen wir die Integration von Kindern mit Migrationserfah- rung unter Beachtung ihrer eigenen kulturellen Identität. Unterschiedliche kulturelle Feste und ihre Hintergründe finden im Rahmen überkonfessioneller Bildung im Alltag der OGS Beachtung. Eine wesentliche Grundlage zur Teilhabe ist die Überwindung von Sprachbarrieren und der Kontakt zu anderen Kindern. Daher arbeiten wir gemeinsam mit den Lehrkräften da- ran, die Sprachbarrieren möglichst rasch zu verringern und eine konstruktive Beziehung auf- und auszubauen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 8 4.6 Gender Wir achten auf die Gleichstellung unterschiedlicher Geschlechter. Dabei ist der angemessene Sprachgebrauch ein Lernfeld, mit dem wir uns im Alltag aus- einandersetzen. Besondere Bedeutung kommt dem Vorleben von Rollenbildern durch Mitarbeitende der OGS zu. In speziellen Angeboten für Mädchen und Jungen themati- sieren wir dies und regen die Kinder zum Austausch dazu an. 4.7 Mediale Kompetenzen / Digitalisierung Die Digitalisierung und der angemessene Umgang mit digitalen Kommunikationsformen und Medien fordert Kinder im besonderen Maße heraus. Daher unterstützen wir die Kin- der in diesem Lernfeld durch Auseinandersetzung mit den Themen Internet, Messenger, PC-, Konsolen- und Handyspiele. Zudem wollen wir Kindern im Rahmen der Hausaufga- benbetreuung die Möglichkeit bieten, bei entsprechender Aufgabenstellung eine beglei- tete Internetrecherche durchzuführen und so ihre Handlungskompetenz zu erweitern. 4.8 Ökologie und Nachhaltigkeit Das Kennenlernen von Natur und Umwelt und Entdecken von Zusammenhängen un- tereinander ist Voraussetzung für einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen die uns unser Planet bietet. Wir fördern ein ökologisches Bewusstse in durch Vorleben und Thematisieren ressour- censchonender Verhaltensweisen. 5 Individuelle Förderung Besondere Beachtung benötigen entwicklungsverzögerte oder benachteiligte Kinder, so- wie Kinder mit Lerndefiziten. Diese Kinder nehmen wir besonders in den Blick und über- legen gemeinsam mit den Sorgeberechtigten, welche Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung z.B. durch weitergehende Hilfen bestehen. Im Nachmittagsbereich gibt es das Angebot der „Förderinsel“. Kinder, die Unterstützung in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Konzentration und/oder im sozialen Miteinan- der benötigen, finden hier durch die Begleitung eines Heilpädagogen die nötige Förde- rung. Die Teilnahme erfolgt auch hier, wie bei den anderen Förder maßnahmen an der Schule, in Absprache mit Eltern, OGS -Mitarbeitenden, dem Heilpädagogen, Lehrkräften und der Schulleitung. Die Förderung findet als Begleitung im Schulalltag oder als Einzel- bzw. Gruppenförderung im Nachmittagsbereich statt. 6 Inklusion 6.1 Inklusion von Kindern mit Behinderungen/Entwicklungsrückständen Die Inklusion von Kindern mit Behinderungen oder Entwicklungsrückständen in die Ge- meinschaft, ist ein erklärtes Ziel der Kinder-, Jugend- und Familiendienste. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 9 Dazu werden in Absprache mit der Schule und den Eltern die Bedarfe dieser Kinder er- mittelt und gemeinsam entschieden, wie sie im Rahmen der OGS unterstützt werden sol- len. Wir verstehen Inklusion als Haltung. Diese Haltung ist auch mit den Kindern, die die OGS besuchen, zum Thema zu machen und aktiv vorzuleben , um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jedes Kind etwas Besonderes ist. Im Rahmen des Programms „Meine Stär- ken – Deine Stärken“, wollen wir den Blick nicht auf die Behinderung oder Einschränkung, sondern auf die Fähigkeiten aller Kinder lenken um dazu beizutragen, Spielpartnerschaf- ten von Kindern mit und ohne Einschränkungen zu begünstigen. Da der Unterstützungsbedarf der Kinder durch I -Kräfte nicht mit Unterrichtsschluss en- det, ist eine Vernetzung mit den I -Kräften aus dem Vormittag wichtig, um bei Bedarf tagesaktuelle Absprachen zu den entsprechenden Kindern treffen und die Kinder gut in die OGS überleiten zu können. Durch die enge Kooperation mit der Schule und der Hos- pitation der OGS -Mitarbeitenden in den Klassen sollen d ie Kommunikationswege ver- kürzt werden. 6.2 Ausblick: Bildung eines Inklusions(fach)kräftepools Die Erfahrung der letzten Jahre zum Thema Inklusion zeigt, dass die von der Politik be- schlossenen Maßnahmen zur Inklusion häufig unzureichend sind. Um den Kindern einen reibungslosen Übergang von der Schule in die OGS zu ermögli- chen, wünschen wir uns nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine personelle Ver- knüpfung von Vor- und Nachmittag. Im Rahmen eines Inklusions(fach)kräftepools befürworten wir den Ansatz, jede Klasse mit einer zusätzlichen (Fach-)Kraft auszustatten. Über diese (Fach-)Kraft wäre - je nach indi- viduellem Inklusionsbedarf - die Begleitung mehrerer Kinder im Schulalltag möglich. Mit dem Wissen um die aktuellen Themenstellungen der Kinder aus dem Vormittag wäre ein Transfer in den Nachmittag leichter möglich. Kinder, die an einem Tag besondere Her- ausforderungen zu meistern haben, könnten so störungsfreier in der OGS angedockt und bei Bedarf begleitet werden. Die Gefahr von Konflikten mit anderen Kindern und die da- mit verbundenen Misserfolgserfahrungen ließen sich so reduzieren. Zudem unterstützen wir dieses Modell, u m Mitarbeitenden gerade im Bereich der OGS attraktivere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbieten zu können und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dazu setzen wir uns mit Entscheidungsträgern zusammen und wollen gemeinsam eine Lösung erarbeiten. 7 Partizipation Wir verstehen Partizipation als umfassenden Lernprozess zur Teilhabe und Mitgestaltung der Welt in der wir leben. 7.1 Kinder Nicht nur die UN-Kinderrechtskonvention sieht vor, Kinder entsprechend ihres Entwick- lungsstandes an allen sie betreffenden Themenfeldern zu beteiligen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 10 In der OGS sichern wir dies durch den OGS -Kinder-Rat. Im Rahmen der Hausaufgaben- gruppen wählen die Kinder jeweils zwei Kinder aus, die für sie sprechen und ihre Stand- punkte vertreten können. Die gewählten Kinder treffen sich einmal im Monat mit der Koordinatorin und besprechen Themen aus dem OGS-Alltag, die ihnen wichtig sind. Sor- gen, Wünsche und Anregungen der Kinder können in diesem Rahmen eingebracht wer- den. Die Ergebnisse werden für alle Kinder sichtbar präsentiert. So wollen wir ein Be- wusstsein für demokratische Prozesse wecken und fördern. Um allen Kindern ein Gefühl der Selbstwirksamkeit in einer Gemeinschaft zu geben, wol- len wir regelmäßige Interessensbefragungen durchführen. Darüber hinaus haben die Kin- der die Möglichkeit, sich mit ihren Sorgen und mit Kritik an zwei von Ihnen aus dem Kollegium der OGS-Mitarbeitenden gewählte Vertrauenspersonen zu wenden. Diese soll- ten paritätisch besetzt werden. Da es vorkommen kann, dass Kinder sich (zunächst) nicht trauen, einen Erwachsenen an- zusprechen, bieten wir Kindern die Möglichkeit, uns auch anonym zu kontaktieren. Über unsere VIB-Kästen können uns die Kinder Verbesserungsvorschläge, Informationen oder auch Beschwerden zukommen lassen. Diese Eingaben werden immer bearbeitet. Beschwerden werden gesondert gesammelt und im Rahmen des trägerinternen Be- schwerdemanagements dokumentiert. 7.2 Eltern/Personensorgeberechtigte Die Beteiligung von Eltern ist uns ein großes Anliegen. Um die Kinder bestmöglich begleiten und fördern zu können, ist eine enge Kooperation zwischen Eltern, Lehrkräften, Schulsozialarbeiter*innen, I-Kräften und der OGS erforder- lich. Information, Transparenz und eine akzeptierende Haltung bilden die Grundlage ei- ner positiven Beziehungsgestaltung mit den Eltern. Dies entspricht unserer systemischen Sichtweise und unserem ganzheitlichen Bildungsverständnis. Im Herbst, wenige Wochen v or der Schulanmeldung, findet ein Informationsabend für die Eltern der zukünftigen Lernanfänger statt. An diesem Elternabend nehmen Mitarbei- tende des Offenen Ganztags teil. Am Tag der offenen Tür haben die Eltern die Möglichkeit, sich bei den Mitarbeite nden bezüglich der Struktur des Offenen Ganztags zu informieren und die Räumlichkeiten ge- meinsam mit ihren Kindern anzuschauen und kennenzulernen. Etwa sechs Wochen nach der Einschulung findet ein erster Elternabend für die Eltern des ersten Jahrgangs statt. Über grundsätzliche Veränderungen und Neuerungen, die die Konzeption oder Räum- lichkeiten betreffen, werden die Eltern aller Jahrgänge auf Elternabenden informiert. Auf einer Elterninfo-Wand im Eingangsbereich finden die Eltern erforderliche Informati- onen zu Angeboten und besonderen Themenstellungen . Bei Veranstaltungen, Festen und Feiern der Schule sind die Mitarbeitenden des Offenen Ganztags präsent und brin- gen sich aktiv ein. Es besteht jederzeit die Möglichkeit für einen kurzen Austausch mit den Mitarbeitenden. Im Rahmen der Elternarbeit können individuelle Gesprächstermine auch kurzfristig ver- einbart werden. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 11 Darüber hinaus haben die Eltern über die Elternvertreter*innen der Schule die Möglich- keit, Anregungen, Wünsche und Kritik einzubringen und die OGS mitzugestalten. Im Rahmen des Beteiligungs- und Beschwerdemanagements des Trägers, können sich Eltern aber auch einzeln an die OGS -Koordination oder die zuständige Bereichsleitung des Trägers wenden. Ein festgelegtes Verfahren regelt den Umgang mit entsprechenden Eingaben und Beschwerden. Bei Problemen werden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten besprochen und festgelegt. 8 Kooperation und Vernetzung 8.1 Multiprofessionelle Kooperation in der Schule Die gute Zusammenarbeit und enge Verzahnung zwischen der Schulleitung, den Lehr- kräften, der Schulsozialarbeit, den I-Kräften und dem Team des Offenen Ganztags ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche, pädagogische Arbeit. Das gemeinsame Ziel ist eine enge Verknüpfung zwischen Vor- und Nachmittag und ein multiprofessioneller Blick auf die Themenstellungen der Kinder. Die OGS-Koordination arbeitet eng mit der Schulleitung zusammen und steht mit ihr in regelmäßigem Austausch. Sie nimmt an den Sitzungen der Lehrerkonferenz, der Schulpflegschaft und der Schulkonferenz teil. Wir fördern eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft statt Verinselung. Gemeinsame Fortbildungen tragen zu einer gelungenen Zusammenarbeit bei. Jede Grundschule verfügt über Lehrerstunden für den Offenen Ganztag. Eine Koope- ration im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung oder einem gezielten AG -Angebot fördert den Zusammenhalt zwischen Schule und OGS. Die Teams aus Klassenleitung und Hausaufgabenbetreuung bleiben nach Möglich- keit über vier Jahre konstant. Individuelle Problemlagen von Kindern können durch gute Kooperation mit der Schulsozialarbeit bearbeitet werden. 8.2 Vernetzung im Sozialraum Die OGS der Marienschule ist im Stadtteil vielfältig vernetzt. Gemeinsam mit anderen Vereinen, (Bildungs-)Trägern und Fachkräften bieten wir Kindern ein Angebot, dass sich an Ihren Bedarfen orientiert. Darüber hinaus kooperieren wir bei Bedarf mit Institutionen, wie dem kommunalen So- zialdienst der Stadt Münster, der s chulpsychologischen Beratungsstelle, der Kinder- schutzambulanz, der Tagesklinik und weiteren Leistungserbringern. Zudem ist die Marienschule Mitglied im Arbeitskreis Hiltrup und beteiligt sich an den regelmäßigen Sitzungen des Arbeitskreises. Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH ist in Hiltrup Träger einer Heilpädago- gischen Tagesgruppe (HTG) und einer vollstationären Jugendhilfewohngruppe, hier- durch bestehen bereits Beziehungen zur Marienschule und im Stadtteil. So gestalten und prägen wir als Kooperationspartner der Jugendzentrums 37° der Stadt Münster seit vie- len Jahren den Hiltruper Ferienspaß. Darüber hinaus ist der Verwaltungssitz der KJFD im benachbarten Ortsteil Angelmodde nur wenige Kilometer entfernt und somit schnell und leicht zu erreichen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 12 8.3 Kooperation mit kommunalen Trägern Aufgrund der engen Verzahnung von OGS und Schule und den damit verbundenen The- menfeldern ist eine funktionale Kooperation zwischen dem Träger der OGS und den städ- tischen Ämtern und Behörden unerlässlich. Gemeinsam mit dem Amt für Schule und Wei- terbildung, dem Amt für Kinder- Jugendliche und Familien und allen weiteren Behörden sind aktuelle Entwicklungen und Bedarfslagen zu besprechen und Lösungen zu erarbei- ten. Dazu nutzen wir als langjährig erfahrener und bekannter Träger die vorhandenen Strukturen. Zudem sind uns die bei einem Betriebsübergang der Trägerschaft von der Stadt auf einen freien Träger anfallenden arbeitsrechtlichen und organisatorischen Auf- gaben durch die zweimalige Übernahme der Trägerschaft einer OGS sehr vertraut. 9 Kinderschutz Der Schutz von Kindern stellt eine besondere Anforderung dar. Implementierte Quali- tätsentwicklungs- und Sicherungsprozesse mit inkludierten Verfahrensabläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusammenarbeit mit der städtischen OGS -Fachberatung sind Grundlage zur Sicherung des Kindeswohls. Bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefähr- dung nach § 8a SGB VIII ist in Abstimmung mit dem Amt für Kinder -, Jugendliche und Familien und ggf. unter Beteiligung der trägereigenen Kinderschutzfachkräfte eine Ge- fährdungsbeurteilung nach den gemeinsam mit der Stadt Münster entwi ckelten Stan- dards durchzuführen. Die Ergebnisse sind den Eltern/Personensorgeberechtigten mitzu- teilen und gemeinsam mit dem zuständigen kommunalen Sozialdienst Lösungen zu Ab- wendung der Gefährdung zu besprechen. Kindeswohlgefährdung zu erkennen ist mitun- ter schwierig. Ein achtsamer Blick der Fachkräfte kann dazu beitragen diese aufzudecken und somit abzuwenden. Im Rahmen von Inhouse-Schulungen sollen alle Fachkräfte der OGS zu dieser Thematik geschult werden. Darüber hinaus bieten unsere trägereigenen Kinde rschutzfachkräfte bereits im Vorfeld die Möglichkeit einer Fallberatung zur ersten Einschätzung und ggf. frühzeitigen Bera- tung zur Vermeidung einer Gefährdungslage. Bei der Einstellung verlangen wir von allen Mitarbeitenden (auch Ehrenamtlichen) ein erweitertes Führungszeugnis nach § 72a SGB VIII und überprüfen dies in regelmäßigen Abständen. 10 Qualitätsmanagement Der Erfolg pädagogischer Arbeit ist von unterschiedlichsten Faktoren abhängig. Diese möglichst umfassend zu erfassen und zielgerichtete Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten, ihr Ergebnis zu bewerten, zu überprüfen und ggf. anzupassen ist der Zweck des Qualitätsmanagements (QM). In unserem Qualitätsmanagementhandbuch (QMH) werden Prozesse in QM -Zirkeln, bestehend aus Bereichsleitung, Mitarbeitenden und Qualitätsmanagementbeauftragten beschrieben, Handlungsableitungen festgeschrieben und Zuständigkeiten klar geregelt. Grundlage unseres pädagogischen und organisatorischen Konzepts sind die Qualitäts- standards des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster „Offene Ganztagsschulen in Münster 2019ff“. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 13 10.1 Qualitätssicherungsgrundsätze Ein Grundsatz zur Sicherung der Qualität im pädagogischen Handlungsfeld besteht in der Vielschichtigkeit der Professionen sowie deren Vernetzung und Klärung von Koope- rations- und Kommunikationsstrukturen. Eine enge Verzahnung von Schule und OGS wird sowohl durch regelmäßige Gespräche zwischen Schulleitung, Bereichsleitung und OGS-Koordination, als auch durch die Teil- nahme der OGS-Koordination an Lehrenden- und Schulkonferenzen sowie an Sitzungen der Schulpflegschaft sichergestellt. 10.2 Qualitätssicherung Zur Sicherung der Qualität dienen neben klaren Prozessbeschreibungen insbesondere im schnelllebigen pädagogischen Handlungsfeld klar definierte und zielgerichtete Kommu- nikationsstrukturen. Dies beinhaltet unter anderem Regelungen zu Teamgesprächen und Fachberatungen. Dazu trifft sich das Team der hautamtlichen OGS-Mitarbeitenden einmal wöchentlich für 1,5 Stunden und das gesamte Team einmal im Monat für 2 Stunden zu einer Teamsit- zung. Zuvor wird eine Tagesordnung erstellt. Absprachen werden ergebnisorientiert pro- tokolliert. Darüber hinaus finden regelmäßig trägerinterne, fachbereichsbezogene Teamkoordina- tionsgespräche statt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit der kollegialen Fallberatung, der regelmäßigen Fach- beratung und bei komplexeren teaminternen Themen der Supervision über trägereigene oder externe Supervisor*innen. Über das Beratungs- und Bildungscentrum kann ein kostenloses Beratungsangebot bei individueller psychischer Belastung und bei Krisen in Anspruch genommen werden. (Die Inhalte unterliegen den Anforderungen des Datenschutzes. Der Arbeitgeber erhält keine Kenntnisse zu Gesprächs- und Beratungsinhalten) 10.3 Qualitätsentwicklung Personalentwicklung Wir setzen auf hohe Fachlichkeit durch Fort- und Weiterbildungen. Zudem bieten wir unseren Mitarbeitenden strukturierte Mitarbeitendengespräche nach festgesetzten Stan- dards an. Konzeptfortschreibung Eine bedarfsgerechte Fortschreibung unserer Konzepte und Anpassung an aktuelle Er- fordernisse ist Teil unserer Philosophie. Darüber hinaus beteiligen wir uns als Träger an den Treffen der Arbeitsgemeinschaften nach §78 SGB VIII, am stadtweiten OGS -Treffen sowie im Sozialraum am Arbeitskreis Hiltrup. Ergebnisse dieser Gremien finden sich in der Weiterentwicklung der Konzepte, Methoden und Angebote wieder. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 14 Thinktank Im Rahmen einer aus unterschiedlichen Fachkräften des Beratungs- und BildungsCent- rums und der Kinder -, Jugend- und Familiendienste bestehenden Arbeitsgruppe „Ent- wicklung“ betrachten wir Schnittstellen zwischen Hilfen, entwickeln Angebote weiter und erschließen ggf. neue Handlungsfelder im Bereich von Angeboten für Kinder-, Jugendli- che und Familien. 11 Personal Gutes Personal mit einer langfristigen Beschäftigung bildet die wichtigste Grundlage für die Erfüllung des gesetzlichen Auftrages zur Betreuung und Versorgung von Kindern im Rahmen der OGS. Der Stellenschlüssel und die Qualifikation richte n sich nach den ge- setzlichen und städtischen Vorgaben für die OGS. Unsere Dienstverträge schließen wir unbefristet, da wir an einer langen Mitarbeiterbindung interessiert sind. Aufgrund der Größe der Diakonie gibt es gute Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiter- entwicklung. Sei es durch umfangreiche Fortbildungen, interne Stellenwechsel oder auch Karriereschritte. Generell befürworten wir das Prinzip der „Pädagogik aus einer Hand“, dass OGS -Mitar- beitende, Schulsozialarbeiter*innen und Integrationskräfte möglichst bei einem Anstel- lungsträger beschäftigt sind. 11.1 Integration, Inklusion und Gender Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste streben in Ihrer Mitarbeiterschaft ein Abbild der Gesellschaft an. Dies beinhaltet auch die Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe und Glaubensrichtungen. Daher fördern wir bewusst die Einstellung von Menschen mit Migrationserfahrung. Die Mitgliedschaft in einer (christlichen) Kirche ist nicht erforder- lich. Unsere Angebote zur Auseinandersetzung mit Glaubensfragen bestehen für alle Mit- arbeitenden, eine „Missionierung“ findet jedoch nicht statt. Die universellen Werte wie Gerechtigkeit und Toleranz, Verlässlichkeit und Solidarität so- wie Mitmenschlichkeit und Verantwortlichkeit sich selbst, den Mitmenschen und der Um- welt gegenüber, sind Voraussetzung für eine Tätigkeit in der Einrichtung. Schwerbehinderte Personen werden bei gleicher Eignung bevorzugt beschäftigt. Darüber hinaus wird die paritätische Verteilung der Geschlechter (unter Berücksichtigung diverser Geschlechteridentitäten) bevorzugt. 11.2 Fort- und Weiterbildungen Als großer Träger sozialer Dienstleistungen mit langjähriger Erfahr ung im Bereich der Bildung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familiensystemen, wissen wir um die hohe Bedeutung fachlichen Handelns. Neben den gesetzlichen Vorgaben zur Förderung von Fort- und Weiterbildungen bieten wir sowohl individuelle Fort- und Wei- terbildungsmöglichkeiten, als auch einrichtungsweite Veranstaltungen im Rahmen von themenbezogenen Inhouse-Schulungen. So werden alle hauptamtlich tätigen Mitarbei- tenden u.a. im Deeskalationstraining nach PART© und Erster Hilfe am Kind geschult. Dar- über hinaus streben wir regelmäßige Schulungen zum Kinderschutz an. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 15 Zudem fördern wir systemische Sichtweisen. Im Rahmen der OGS besteht d ie Möglichkeit, hauptamtliche Mitarbeitende in der Hal- tung der „Neuen Autorität“, nach Haim Omer und Arist von Schlippe zu schulen. Diese beinhaltet den Ansatz der elterlichen Präsenz und der Erziehungspartnerschaft von El- tern, Lehrenden und sozialpädagogischen Fachkräften. 11.3 Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um Mitarbeitenden in Niedrigteilzeitbeschäftigungsverhältnissen individuellere berufliche Möglichkeiten anbieten zu können und das Berufsfeld OGS attraktiver zu ge- stalten, haben wir die Vision der Verknüpfung von Integrationsangebot im schulischen Vormittag und Ganztagsbetreuung bis zum Nachmittag. In Verbindung mit erweiterten Betreuungszeiten ergibt sich so ein breites Spektrum an individuellen Arbeitszeitmodel- len. 11.4 Mitarbeitendenbindung/Benefits Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden liegt uns sehr am Herzen. Neben einer leistungsgerechten Bezahlung nach dem Tarifvertrag BAT-KF mit einer be- trieblichen Altersvorsorge und einem Kinderzuschlag bieten wir unseren Beschäftigten: Jobrad und Jobticket Kostenlose Kinderferienbetreuung (3 Wochen in den Sommerferien) Teamtag (2 mal im Jahr) Große Dienstbesprechung (2 mal im Jahr) Mitarbeitendenversammlung (1 mal im Jahr) ein Betriebsfest (alle 2 Jahre) und im Wechsel einen Betriebsausflug (alle 2 Jahre) regelmäßige Newsletter zur Entwicklung der KJFD individuelle E-Mail-Adresse Zudem unterstützen wir eine aktive und engagierte Mitarbeitendenvertretung ein- schließlich Freistellung. Darüber hinaus beteiligt sich die Diakonie Münster an wiederkehrenden Mitarbeitenden- befragungen durch Great Place to Work© (o.ä.). Die Ergebnisse der Befragungen werden im Rahmen einer Arbeitsgruppe aus freiwilligen Mitarbeitenden, Interessensvertretung und Arbeitgebervertretung analysiert. Gemeinsam werden Maßnahmen und Handlungs- schritte zur Erhöhung der Mitarbeitendenzufriedenheit entwickelt, abgestimmt und um- gesetzt. 12 Besondere Trägermerkmale Als großer Träger von Angeboten aus dem Bereich stationärer Wohnformen, der Heilpä- dagogischen Tagesgruppen, der Sozialpädagogischen Familienhilfe und der Erziehungs- beistandschaft, der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der aufsuchenden Jugend- sozialarbeit und der sozialen Gruppenarbeit verfügen wir über langjährige Erfahrungen und Fachwissen insbesondere in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Fa milien aus prekären Verhältnissen und mit besonderen Problemstellungen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH 16 Seit Februar 2022 sind wir Träger der Offenen Ganztagsbetreuung in den Stadteilen Roxel und Kinderhaus. Durch die hervorragende Kooperation von S chulleitung, Lehrer*innen, OGS-Team, dem Amt für Schule und Weiterbildung sowie dem OGS-Fachdienst des Am- tes für Kinder-, Jugendliche konnten und können Themenstellungen bearbeitet und Lö- sungen für Fragestellungen die sich aus einem Übergang ergeben, entwickelt werden, so dass wir als Träger über vielfältige Erfahrungen durch die Überleitung verfügen. Darüber hinaus sind wir seit vielen Jahren im Bereich der Schulsozialarbeit/BuT an meh- reren Schulen im Stadtgebiet tätigt und haben Erfahrung in der Über-Mittag-Betreuung an einer weiterführenden Schule. Im Rahmen unseres Jugendzentrums bieten wir OGS - Kindern im Stadtteil Angelmodde eine ansprechende, abwechslungsreiche und verlässli- che Ferienbetreuung. Durch die Ambulanten Hilfen zur Erziehung sind wir in Münster nahezu im gesamten Stadtgebiet tätig. Hier begleiten und beraten wir Familiensysteme in herausfordernden Lebenslagen und unterstützen Kinder und Jugendliche mit individuellen Bedarfen. Besonders hervorzuheben ist die Heilpädagogische Tagesgruppe (HTG) Hiltrup, die seit fast 10 Jahren hilfesuchende Familien in Hiltrup und den angrenzenden Stadtteilen Un- terstützung bietet. Die HTG-Hiltrup ist Teil eines weitverzweigten und hochprofessionel- len Netzwerks im Stadtteil, das Familien individuelle und passgenaue Hilfe bietet und in der Vergangenheit Eltern im Rahmen des Kurses: „Starke Eltern – Starke Kinder“ zu allge- meinen Erziehungsthemen geschult hat. Darüber hinaus besteht eine enge Verknüpfung zum Beratungs - und BildungsCentrum (BBCe) der Diakonie Münster. Dies bietet ratsuchenden Mitarbeitenden und Eltern unbü- rokratisch und zeitnah Unterstützung in den vielfältigen Bereichen wie Partnerschaft- und Lebensberatung, Familien- und Erziehungsberatung, Schwangerschaftsberatung, Schuld- nerberatung, Suchtberatung, Rechtliche Betreuungen sowie bei Fragestellungen zu Mig- ration und Integration oder bei Wohnungsnot. Impressum Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH Am Blaukreuzwäldchen 31 48167 Münster Stand: 28.07.2022
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (10)
- Harkortstraße 13
- Wilhelmstraße 41
- Idenbrockplatz 27
- Johann-Krane-Weg 18
- Loddenweg 12
- Am Blaukreuzwäldchen 31
- Sentruper Höhe
- Loevelingloh
- Kinderhaus
- Holtrode
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Details
- Aktenzeichen
- V/0764/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.11.2022
- Erstellt
- 23.11.2022 18:08