V/0946/2008
Licht- und Gestaltungskonzept Bahnhofstraße in Kooperation mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V.
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0946-2008 Anlage 1 - Lichtkonzept
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L I C H T K O N Z E P T B A H N H O F S V I E R T E L Anlage 1 zur Vorlage V / 0964 / 2008 M Ü N S T E R 2 Vorwort ................................................................................................................................................Seite 3 Motivation für das Lichtkonzept „Bahnhofsviertel Münster“ Einleitung .............................................................................................................................................Seite 4 Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Das Lichtquartier Ausgangssituation ...............................................................................................................................Seite 6 Das Bahnhofsviertel Die Bahnhofstraße Vorhandene Leuchten in der Bahnhofstraße/Berliner Platz Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie ..................................................................................................Seite 0 Der Ansatz Das 3-Säulen-Lichtkonzept Lichtkonzept I Probeinszenierung .......................................................................................................Seite 5 Die Standorte | Strategien | Fazit der Probeinszenierung Die verwendeten Leuchten Gute Beispiele anderer Städte Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag ................................................................................................Seite 22 Der Realisierungsvorschlag Die Tag- und Nachtvisualisierungen des Lichtkonzepts Die Leuchtenauswahl | Installation Die Kalkulationsgrößen - Betrieb | Kosten Die Umsetzung - 3 Bauabschnitte des Lichtkonzepts Inhalt 3 Vorwort gutes und qualitativ hochwertiges Licht trägt wesent- lich zum Wohlbefinden des Menschen bei! Als Hotelier sowie als Direktor eines Varieté-Thea - ters wissen wir, dass attraktives Licht und passendes „in Szene setzen“ unserer Angebote und Veranstal - tungsorte jeden Abend aufs Neue für die Zufrieden - heit und Bindung unserer Gäste und Kunden eine große Rolle spielt. Auch das Bahnhofsviertel muss sich „ins rechte Licht setzen“, um von Passanten, Kunden und Bewohnern in seiner Funktion als das Entree in die Stadt Mün - ster und mit seinen Qualitäten wahrgenommen zu werden. Veränderungen, die das „Wesen“ eines Quartiers zum Positiven beeinflussen können, brauchen starke Partner, die sich mit ihrer Stadt, ihrem Quartier und ihrem Straßenzug identifizieren und anstehende He- rausforderungen gemeinsam in Angriff nehmen. Herzlich möchten wir Ihnen für Ihr bisher gezeigtes Vertrauen und die kontinuierlich große Unterstützung der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahn - hofsviertel Münster e.V. danken. Unser Dank geht an alle Vertreter/innen von Politik und Stadt, die durch ihr Fachwissen und ihre Ideen, ihre Kontakte und ihr zeitliches Engagement die bisherigen und künftigen Erfolge möglich machen. Mit dieser „Lichtbroschüre“ möchten wir Ihren Blick für ein wichtiges Projekt der Immobilien- und Stand - ortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. schär- fen und Sie umfassend informieren. Gerne möchten wir Ihnen unser privates Engage - ment zeigen. Wir fühlen uns für unsere Stadt, für un- ser Quartier verantwortlich und wollen aktiv Stand - ortentwicklung mitgestalten. Der erste Baustein ist mit dem Beleuchtungskonzept für die Bahnhofstraße gereift und hat nun Umsetzungsschärfe erreicht. Die Zielsetzungen sind dabei klar umrissen. Wir wollen die Stärkung des subjektiven Sicherheitsempfindens in der Bahnhofstraße, Erhöhung der Aufenthalts- und Verweilqualität, Beeinflussung und Erweiterung der Wegebeziehungen in die Altstadt. • • • Lassen Sie uns gemeinsam Initiative und Mut zeigen und an einem attraktiven Bahnhofsviertel arbeiten. Ein spannendes Bahnhofsviertel gehört zu einer funktionierenden Münsteraner Innenstadt. Über eine weitere positive Begleitung und aktive Un- terstützung Ihrerseits freuen wir uns. Sehr geehrte Damen und Herren, Peter Cremer Hotel Kaiserhof . Vorsitzender ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. Stefan Wulff GOP-Varieté Theater Sprecher PG „Licht“ 4 Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. verfolgt das Ziel, die Chancen und Potenziale des Bahnhofsviertels auf - zugreifen und Lösungen für anstehende Herausfor - derungen im starken Schulterschluss zu realisieren. Im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit stehen die konsequente Verbesserung der Wettbewerbssitu- ation des Quartiers, die Kommunikation eines kla- ren Standortprofils sowie die Umsetzung einer gut durchdachten Vermarktung des Viertels . Darüber hinaus stehen die Belebung der Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsstruktur sowie die städtebauliche Situation im Fokus der Arbeit. Kennzeichnend für das Münsteraner Bahnhofs - viertel sind die zentrale innerstädtische Lage, der städtebaulich stark urbane Charakter und die un - mittelbare Nähe zur Altstadt sowie die Funktion als bedeutendster und frequenzstärkster Verkehrskno - tenpunkt. Als Entree in die Stadt empfängt Münster im Bahnhofsviertel eine Vielzahl von Gästen und Besuchern. Gleichzeitig durchqueren tausende Bür - gerinnen und Bürger sowie Pendler aus der Region Tag für Tag das Viertel. Zur Verwirklichung der für die ISG benannten Ziele wurden Projektgruppen gebildet, in denen sich zahlreiche Akteure aus den unterschiedlichsten Professionen und Berufsgruppen engagieren. Die Hauptaufgabe der Projektgruppen besteht in der Er- arbeitung, Organisation und Umsetzung konkreter Maßnahmen und Projekte, die dem Quartier zu Gute kommen sollen. Neben den Projektgruppen „Einzelhandel & Dienst - leistungen“, „Infrastruktur“ und „Gestaltung der Schaltschränke“, nimmt die Projektgruppe „Licht“ einen prominenten Stellenwert in der Arbeit der ISG ein. Sie schafft die Rahmenbedingungen, um mit dem Medium Licht dem Bahnhofsviertel eine einzig - artige und unverwechselbare Identität im Münstera - ner Kontext zu geben. Das Bahnhofsviertel versteht sich als dynamischer und stetig wandelnder Ort mit großstädtischem Flair. Dieses für Münster einzigartige Potenzial wurde in der Projektgruppe „Licht“ herausgearbeitet und wei - terentwickelt. Dabei ging es nicht darum, bereits Bestehendes zu kopieren (z.B. den Prinzipalmarkt), sondern auf innovative und hochwertige Art einen neuen Blick auf Bekanntes - aber auch auf unbeach- tete und bislang ungenutzte Aussichten und Bereiche des Bahnhofsviertels - zu verwirklichen. Die Projektgruppe „Licht“ beschäftigt sich intensiv mit den Bereichen: Funktionslicht (zur Sicherheit dienendes kommu- nales Versorgungslicht) kommerzielles Licht (z.B. Leuchtreklamen) atmosphärisches Licht (Lichtkunst und Akzent - beleuchtung zur großräumigen Inszenierung des Viertels) • • • Einleitung Die Immobilien- und Standortgemeinschaft 5 Einleitung Das Lichtquartier Aufgabe des nächtlichen Lichts im öffentlichen Raum ist neben Sicherheit auch Orientierung zu bieten. „Gutes Licht“ schafft zudem Atmosphäre und Aufenthaltsqua - lität. Die Projektgruppe „Licht“ hat die Aufgabe, inno - vative Vorschläge zu konkreten Maßnahmen zu entwi - ckeln, die den nächtlichen Charakter und das Image des Bahnhofsviertels nachhaltig verbessern können. Das strategische Vorgehen der Projektgruppe „Licht“ wurde im Rahmen eines moderierten Workshopver - fahrens unter der Führung des büro frauns kommu - nikation I planung I marketing aus Münster entwickelt. In Kooperation mit dem Büro modulorbeat - ambitious urbanists & planers konnte in Quartiersbegehungen eine Bestandsanalyse - das Feldbuch Licht - erarbeitet wer - den. Hier wurden Stärken und Schwächen der Licht- und Beleuchtungssituation im ISG-Gebiet festgehalten. Der Fokus der Analyse lag dabei insbesondere in den Bereichen der Lichtqualität und Stadtgestaltung . Ebenfalls wurden Sicherheitsaspekte und das subjektive Sicherheitsempfinden thematisiert. Auf dieser Grundlage wurden die Handlungsbedarfe identifiziert und Projektansätze zu einem Arbeitspro - gramm weiterentwickelt. Zwei zentrale Aussagen haben sich dabei im Laufe des Arbeitsprozesses bestätigt: . Stetige, schnelle Veränderungen (Besatz, Fassaden - gestaltung, Großvorhaben) schließen ein Vorgehen im Rahmen eines Masterplans Licht („aus einem Guss“) aus und sind mit dem Budget der ISG nicht leistbar. 2. Aufgrund der baulichen, strukturellen und funktio - nalen Heterogenität des Quartiers, der Vielzahl an un - terschiedlichen Akteuren sowie räumlich und inhaltlich stark divergierenden Problemstellungen, lässt sich ein Lichtkonzept nur kleinräumig, in Einzelprojekten und in längerer zeitlicher Abfolge erfolgreich durchführen. Die ISG hat sich dem Ziel verpflichtet, die Aufenthalts- und Verweilqualität sowie die Aufenthaltsdauer im Bahn- hofsquartier zu erhöhen - Flanieren im Viertel muss für Kunden und Passanten attraktiver werden! Die Projektgruppe „Licht“ hat sich ausführlich mit diesen Herausforderungen beschäftigt und konnte nach Best- Practice-Recherchen und erfolgter Exkursion in die „Stadt des Lichts“ (Lüdenscheid) den Kontakt zum Lichtdesigner Christian Breil herstellen und eine fruchtbare Zusammen- arbeit initiieren. So konnte zu Beginn des Jahres 2007 der erste Bau - stein des Lichtkonzeptes für den Teilraum „Bahn - hofstraße“ entwickelt und konkretisiert werden. Feldbuchnotierung der Orte Baumallee obere Bahnhofstraße Erdgeschosszone ehem. DB-Ver waltung Portal ehem. DB-Verwaltung obere Bahnhofstraße, Ausgang Servatiiplatz Turm des LWL-Gebäudes am Mauritztor Servatiiplatz Verkehrsinsel Von-Vincke-Straße Urbanstraße, ecke Von-Fincke- Straße Parkplatz Urbanstraße Parkplatz Hotel Kaiserhof, Achtermannstraße Hinterhof Landesversorgungsamt, Achtermannstraße Parkplatz Hotel Conti, Achtermannstraße Promenade Windthorststraße Eingangsfoyer Bahnhof Kreuzung Windthorststraße / Achtermannstraße Achtermannstraße Parkhaus Engelenstraße Herwarthstraße / von-Steuben- Straße Gebäude der DB am Berliner Platz / Fahrradparkhaus Berliner Platz, Straße + Busspuren Bahnhofsvorplatz Rotunde Hotel Conti ehem. DB-Verwaltung untere Bahnhofstraße / Rückseite Parkhaus + Tankstelle L18 L18 L17 L17 L16 L16 L16 L15 L15 L14 L14 L13 L13 L12 L12 L11 L11 L10 L10 L09 L09 L08 L08 L07 L07 L06 L06 L05 L05 L02 L02 L02 L04L04 L03 L03 L20 L20 L19 L19 L19 L21 L21 L22 L22 L23 L23 L24 L24 L25 L25 L01 L01 6 Ausgangssituation Spezifisch für das Münsteraner Bahnhofsviertel sind die zentrale Lage und die unmittelbare Nähe zur Altstadt sowie die Funktion als bedeutendster Ver - kehrsknotenpunkt der Stadt. Damit verbunden ist die hervorragende Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel und, teilweise eingeschränkt, auch für den motorisierten Individualverkehr. Mit dem Bau des modernen Fahrradparkhauses - der Radstation - und der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sowie der Bahnhofstraße, wurden in den letzten Jahren erste deutliche Signale gesetzt, die das Bahnhofsviertel zu einem würdigen „Stadttor“ zur City machen sollen. Eine wesentliche Herausforderung für die nahe Zu - kunft liegt in Münster im Erneuerungsschwerpunkt „Bahnhofsquartier“. Der stark sanierungsbedürftige Bahnhof verstärkt die Strukturprobleme im Bahnhof - sumfeld in einem hohen Maße und führt zu einem beschleunigten trading down. Kennzeichnend ist der schleichende Verfall einer ehemals guten und attrak - tiven Handelslage, dem vorderen Bahnhofsumfeld, das den Bahnhof mit der Innenstadt verbindet. Hier sind neben der öffentlichen Hand insbesondere auch die Privateigentümer aufgerufen, sich an der Inwert - setzung des Bahnhofsquartiers zu beteiligen. Vor diesen Hintergründen gibt es im Bereich des Bahnhofsquartiers einen spezifischen städtebaulichen Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen. Erhebliche stadtgestalterische, sozialräumliche und nutzungsstrukturelle Defizite führen zu einem zuneh - menden Bedeutungs-, Funktions- und Imageverlust dieses sensiblen Stadtquartiers. Darüber hinaus kommt dem Bahnhofsviertel die Aufgabe zu, eine Klammer zu den östlichen innerstädtischen Stadtquartieren und zum Hafenviertel zu bilden. Die Kernidee der ISG, in kooperativer Partnerschaft zwischen privatwirtschaftlichen Vertretern, städtischer Seite und den Wirtschaftsverbänden gemeinsam an der Aufwertung eines Stadtteils zu arbeiten, funktio - niert im Bahnhofsviertel Münster vorbildlich und ist für die öffentliche Hand ein großer Gewinn. Die Akteure der ISG haben eine funktionierende Organisations - struktur aufgebaut und unter der Zuhilfenahme von internem lokalen Wissen und Diskussions- und Aus - handlungsprozessen ein Arbeits- und Handlungspro - gramm entwickelt, welches in der mittel- und langfri - stigen Perspektive dem Bahnhofsviertel gute Chancen einräumt, zu stabilen und aufstrebenden Verhältnissen zurückzukehren. Trotz der eher schwierigen finanziellen Lage der Kauf- leute und Eigentümer im Quartier sowie der sich aktuell im Bahnhofsviertel ändernden Rahmenbedingungen (anstehender Neubau Hauptbahnhof), möchten sich die Akteure der ISG sowie der Verein aktiv im Bereich der Lichtgestaltung im Bahnhofsviertel engagieren. Denn die weit überdurchschnittlich „hellen“ Lichtverhält- nisse am Bahnhofsvorplatz ziehen sich deutlich wahr - Das Bahnhofsviertel Berliner Platz 1995 Berliner Platz 2001 Ausgangssituation nehmbar wie eine Lichtschnur durch die Windthorst - straße bis in die Altstadt. In diesem Zusammenhang fällt die Funktionsbeleuchtung im nördlichen Teil der Bahnhofstraße deutlich ab und führt zu einer starken (und einseitigen) Besucher- und Passantenlenkung durch die Windthorststraße in die Altstadt, die in die - sem ausgeprägten Maße nicht wünschenswert und för- derlich für das Gesamtgefüge des Bahnhofsviertels ist. Durch die schrittweise Entwicklung der Bahnhofstra - ße zu einem Lichtboulevard soll hier eine signifikante Anziehungskraft geschaffen und eine zweite Wegeal - ternative in die Altstadt über die Bahnhofstraße in die Salzstraße installiert werden. Die so erhöhte Frequenz und optische Aufwertung des öffentlichen Raumes in der Bahnhofstraße kann einen wichtigen Beitrag ge - gen die stark wahrnehmbaren trading down-Prozesse und (Laden)Leerstände in diesem Bereich leisten. Auf der Bahnhofstraße lastet aktuell nach übereinstim- mender Einschätzung der Akteure der ISG der höchste Handlungsdruck. Die nördliche Bahnhofstraße hatte in der Vergangen - heit (950er bis frühe 980er Jahre) einen positiv be - setzten Boulevardcharakter, war geprägt von hochwer- tigem inhabergeführten Facheinzelhandel, einem (zur damaligen Zeit) modernen Gebäudebestand und war neben der Windthorststraße ein gleichwertiger Zugang (über die Salzstraße) zur Altstadt. Heute bestehen in der Bahnhofstraße einige spürbare und drängende Problemfelder. So ist die nördliche Bahnhofstraße der Bereich des Bahnhofsviertels mit dem höchsten Leer - stand in den gewerblich betriebenen Erdgeschossen und hat ebenfalls erhebliche Vermietungsprobleme in den überwiegend durch Büro- und Praxisnutzung ge - prägten Obergeschossen. Durch die starke Dominanz der Verkehrsfunktion, einiger „Schmuddelecken“, deut- lichen Unterschieden im Renovierungsgrad und in der Gebäudesubstanz sowie einigen dunklen Bereichen und Ecken mit gewissem „Angstraumpotenzial“, haben das Image des Viertels, die Nachfrage an Gewerbe - flächen und die Aufenthaltsdauer der Kunden und Passanten im Bahnhofsviertel, insbesondere in der Bahnhofstraße, erheblich gelitten. Die Aufenthalts- und Verweilqualität in der Bahnhofstraße haben spürbar nachgelassen. Positiv demgegenüber stehen das große Engagement und hohe private Investitionen der Akteure in diesem Bereich zwischen der Herwarthstraße und dem Ser - vatiiplatz und die groß angelegten öffentlichen Ent - wicklungsmaßnahmen durch den Ausbau / Umbau der Bahnhofstraße. Mit einer Lichtinszenierung der Bahnhofstraße sollen dem anhaltenden trading down öffentlich - keitswirksame, sichtbare und nachhaltig image - prägende Akzente entgegengesetzt werden. Der vermisste Boulevardcharakter der Bahnhofstraße soll so wiedererlangt werden. Die bereits getätigten öffentlichen Investitionen könnten entsprechend opti - mal genutzt und durch „hochwertiges und kunstvolles Licht“ passend in Szene gesetzt werden. Die Bahnhofstraße 8 Ausgangssituation Die Bahnhofstraße in Münster ist von der „absoluten Lichtausbeute“ der nachweislich hellste Ort der Stadt. Dennoch wirkt der Bereich zwischen der Urbanstraße und dem Servatiiplatz wie ein „dunkles Loch“. Während der dunklen Jahreszeit und in den Abendstunden fehlt so jeder optische Anreiz, sich nicht für die Windthorst - straße als Wegerichtung in die Altstadt zu „entschei - den“. Folgende sachliche Gründe wurden für diese Beobachtung identifiziert: Die Bäume im Mittelgrünstreifen schatten mit ihrer Belaubung die Lichtausbeute der hohen Straßen - beleuchtungsmasten (2 Meter Höhe) ab. Die Gebäude sind aufgrund ihres hohen Anteils an Dienstleistungsnutzungen in den Abendstunden ab dem . Obergeschoss nicht beleuchtet und wirken daher dunkel. Die horizontale, diffuse Beleuchtung durch die Leuchtmasten erschwert durch die geringen op - tischen Kontraste die Orientierung im Raum. Die punktuellen Lichtquellen führen zur Unüber - sichtlichkeit. Der Mensch ist es vom Tage gewohnt, sich an Gebäuden und anderen prägenden Merk - malen im Raum zu orientieren. Das gelbe Licht der Natriumdampflampen (Leucht - masten) lässt Farben und Kontraste verblassen. Die Farbigkeit der Architektur und ihrer Elemente verschwinden in der Nacht fast vollständig. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit haben die Licht- • • • • • • masten einen großen Abstand zu einander. Bedingt durch die flache Lichtausbreitung ist mithin die Blendung stark ausgeprägt. Die unverzichtbare Straßenbeleuchtung ist auf den Autoverkehr zugeschnitten, sie kann entsprechend nicht zugleich Lichtambiente schaffen und bedarf daher der akzentuierten Ergänzung. Licht zieht Menschen an - Passanten werden op - tisch nicht vom Bahnhof in die Bahnhofstraße ge - lenkt. Die Windthorststraße dominiert in ihrer op - tischen Anziehungskraft beträchtlich. Die ISG beabsichtigt aus diesen Gründen nicht, die vorhandene Straßenbeleuchtung zugunsten des Licht- konzeptes aufzugeben. Es wird ein harmonisches Mit- einander beider Beleuchtungsarten angestrebt. Dabei soll das Lichtkonzept der ISG für atmosphärisches Licht sorgen, welches die Straßenbeleuchtung ergänzt und den Straßenraum lichtkünstlerisch weiter akzentuiert. • • • 9 Ausgangssituation Vorhandene Leuchten in der Bahnhofstraße | Berliner Platz Die Bahnhofstraße und der Berliner Platz (Fahrbahn, Busspur und teilweise auch Gehweg) werden derzeit mit hohen Straßenleuchten (Lichtpunkthöhe 2 Meter), so genannten Wabenleuchten, in 2- 3- oder 4-fach- Anordnung ausgeleuchtet. Die Leistung pro Leuchte beträgt 2 x 250 Watt (Natri - umdampfhochdrucklampe, gelbliche Lichtfarbe). Der Regelabstand der Leuchten untereinander beträgt (entsprechend der Vorgabe für Hauptverkehrsstraßen) bis zu 45 Meter. Auf den bereits fertig gestellten Gehwegbereichen zwischen Herwarth- und Windthorststraße und ent - lang der Radstation sind zusätzliche Zylinderleuchten (2 x 24 Watt Kompaktleuchtstofflampe, weiße Licht - farbe) mit einer Lichtpunkthöhe von 3,5 m eingesetzt. Diese Leuchte - die auch in der Windthorststraße und weiter zur Innenstadt hin fortgeführt wird - ist ebenfalls beim Ausbau der breiten Gehwegfläche und zur Aus - leuchtung des Bahnhofsvorplatzes vorgesehen. 0 Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie Die Stadt ist nicht nur Bühne, sondern auch selbst Gesamtdarsteller des urbanen Geschehens; im Sinne des Lichts ist eine Spezifizierung der zu ge - staltenden Themen notwendig. Entscheidend ist immer die Ensembleleistung. Die Häufung spekta - kulärer Einzelauftritte lässt das Gesamtbild ausei - nander fallen und schwächt Wirkung und Eindruck. Der Nachvollzug der Stadt in topographischer Hin - sicht und in seinen Bedeutungsräumen schafft ein zutreffendes und lebendiges Bild, in dem temporäre Elemente eine reizvolle Bereicherung darstellen kön - nen. Da das Bild der Stadt immer abhängig ist von Betrachtungsstandpunkten, Blickbeziehungen und Sichtniveaus, ist das Lichtbild von unterschiedlichen Positionen aus zu überprüfen. Die Differenzierung zwischen permanentem und temporärem Lichtereignis ermöglicht ein Maximum an Kontrastierung bei einem Minimum an „Sockel - licht“. Das urbane Licht schafft die Möglichkeit, das Lichtbild einer Stadt im Kopf des Betrachters immer wieder neu entstehen zu lassen; es ist ein Zeichen von Urbanität. Der Beleuchtung der Bahnhofstraße (und des Bahn - hofsviertels) wurde im Hinblick auf die Aufenthalts - qualität in den Abend- und Nachtstunden bisher eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Funktionale An - forderungen aus dem Bedürfnis des Straßenverkehrs waren bislang prägender als stadtgestalterische Be - weggründe. Auf dieser Beobachtung basiert die Idee des Lichtkonzeptes für das Bahnhofsviertel. Dabei soll das Lichtkonzept die vorhandene Straßen- und Platzbeleuchtung akzentuiert ergänzen und in der Wahrnehmung für eine Unterstützung der Straßen- und Platzräume sorgen sowie die Wegebeziehungen verdeutlichen. Das Lichtkonzept soll die Qualitäten des Stadt - bildes, wie es sich heute in der Tagesansicht prä - sentiert, künftig auch während der dunklen Jah - reszeiten und in der Nacht erlebbar machen. Das Konzept bietet Stadt, Eigentümern, Bauherren und Investoren einen Gestaltungsrahmen und stellt die nächtliche Ansicht des Bahnhofsvier - tels als Ensemble dar. Die Projektgruppe Licht der ISG hat in intensiver und erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Lichtdesigner Breil aus Lüdenscheid als ersten Baustein eines Be - leuchtungskonzeptes für das Quartier ein Lichtkon- zept für die Bahnhofstraße entwickelt. Der Ansatz Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie Zur Lösung der skizzierten Herausforderung wurde ein 3-Säulen-Lichtkonzept entwickelt, das eine ein - heitliche Lichtinszenierung der Bahnhofsstraße (und mittel- bis langfristig auch des gesamten Bahnhofsvier- tels) erlaubt. Die wichtigste Rahmenbedingung für das vorliegende Konzept ist neben der hohen Gestaltungsqualität und der sichtbaren Inwertsetzung des öffentlichen Raumes die Finanzierbarkeit des Vorhabens zu einem vertret- baren Aufwand. Im Folgenden werden die 3 Säulen des Lichtkonzeptes für die Bahnhofstraße vorgestellt: Säule 1 | Asymmetrisches Raumlicht (Stelen als Lichtobjekte) Säule 2 | Akzentlicht für Bäume (Baumallee Bahnhofstraße) Säule 3 | Fassadenanstrahlung (Architektur der Gebäude) Das 3-Säulen-Lichtkonzept 2 Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie Säule 1 I Asymmetrisches Raumlicht Asymmetrisch strahlende Stelen hellen den Lichtraum „Allee Bahnhofstraße“ auf. Die Lichtaustrittsfläche ist groß und das Licht leicht diffus, um Blendung zu vermeiden. Die flächige Ausstrahlung hellt die hintere Baumreihe ebenso wie die Gebäudefassaden auf. Die Emissionen auf diese Fassaden und in die dahinter lie- genden Räume bleiben hierbei verhältnismäßig gering und sind weniger störend als die gewohnte Straßen - beleuchtung. Da keine „Strahler“ eingesetzt werden, erfolgt auch keine Blendwirkung - der Lichtschein der Stelen bewirkt ein positives, atmosphärisches Licht. Die Stelen sind mit Leuchtmitteln in verschiedenen Lichtfarben ausgestattet bzw. können mit Farbfiltern ergänzt werden. Zudem ist eine Anpassung an das dämmernde Tageslicht möglich und es kann die Nacht- Zeit differenziert angesteuert werden. Die Leuchtob - jekte werden im Grünstreifen zwischen den Bäumen an den Parkbuchten stehen. Die ungefähre Höhe von 2,50 - 3,00 Meter und das moderne aber zeitlos - klas- sische Design sollten erst bei der Detailplanung fest - gelegt werden. Wichtig ist aber, dass diese Stelen als Lichtobjekte dienen. Die formale Wirkung der Stelen rhythmisiert den Licht- raum „Allee Bahnhofstraße“. Zu den Fahrspuren der Bahnhofstraße hin haben die Leuchten einen nur dezenten Lichtaustritt - gerade ausreichend, um die Leuchte als Lichtobjekt erkennbar zu machen. Im Zuge der gesamten Bahnhofstraße werden diese Stelen eine Gleichmäßigkeit schaffen und eine optische Ord - nung herstellen. Die Bahnhofstraße wird als Ganzes erkennbar und wirkt zusammen mit den neu zu pflanzenden Bäumen als ein attraktiver und in sich schlüssiger Stadtraum. Das 3-Säulen-Lichtkonzept 3 Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie Säule 2 I Akzentlicht für Bäume Das Identität stiftende Ambiente ist vorgegeben durch die vorhandenen und zukünftigen Alleebäume. Diese sind elementarer Bestandteil der Architektur der Bahn- hofstraße und eine authentische Lichtgestaltung muss diese Elemente in Szene setzen. Die Beleuchtungskörper zur Akzentuierung der Bäume werden in die Erde eingelassen und sind wasser- und bruchfest. Moderne Leuchtmittel ermöglichen geringen Strombedarf und demnach geringe Betriebskosten. Grundsätzlich könnte eine Baumbeleuchtung durchaus kontrovers diskutiert werden. Kaum ein Lichtakzent emotionalisiert Menschen jedoch so sehr wie Baumbe- leuchtung. Der nächtliche Stadtraum der Bahnhofstra - ße profitiert stark von dieser Strategie, da das Raum - empfinden deutlich verbessert wird. Das Akzentlicht steht nicht nur als 2. Säule im Licht - konzept neben dem asymmetrischem Raumlicht (Säu- le ), es steht besonders auch in Kombination mit der folgenden Fassadenbeleuchtung (Säule 3). Das 3-Säulen-Lichtkonzept Inszenierung der vorderen und hinteren Baumreihen durch Zu- und Wegschalten der Akzentuierung sowie ggf. Differenzierung der eingesetzten Lichtfarben. 4 Das 3-Säulen-Lichtkonzept Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie Säule 3 I Fassadenanstrahlung Die Identität eines Stadtraumes bildet sich durch die Architektur der Gebäude heraus. Gelingt es, wesent- liche Merkmale dieser Architektur auch in der Nacht zu zeigen und hervorzuheben, so bietet man den Men - schen Orientierung und verleiht dem Ort Identität. Die Fassadenbeleuchtung wird individuell gestaltet und vertikale Beleuchtungen werden einen wesentlichen Stellenwert einnehmen, denn Räume werden zu 85% über vertikale Elemente wahrgenommen. Dies gilt in hohem Maße ebenfalls für die Stadträume. Stets sollte eine Architekturbeleuchtung der Fassa - denarchitektur gerecht werden. Struktur, Material und Farbe sollten nicht willkürlich verfremdet werden. Die Intensität von Akzenten sollte ausgewogen sein, so - dass die Gesamtwirkung des Gebäudes nicht verloren geht. Mit dezent farbigem Licht kann das Wesen der Architektur herausgearbeitet werden. Die Indirektbeleuchtung einer Wand lässt diese zur sanft strahlenden Flächenleuchte werden. Die Fassa - denbeleuchtung ergänzt das asymmetrische Raumlicht und das Akzentlicht. Die 3. Säule des Lichtkonzeptes wird von den Anlie- gern gemeinsam mit dem Lichtingenieur in Eigeninitia- tive umgesetzt. Hierzu haben sich bereits einige Immo- bilieneigentümer bereit erklärt. Der Lichtingenieur geht in der Lichtgestaltung individuell auf die Architektur des Hauses ein und harmonisiert diese mit dem übergeord- neten Lichtkonzept. Jeder Hauseigentümer oder auch Mieter kann also das Lichtkonzept zur Aufwertung der Immobilie oder des Geschäftes nutzen. So wird die einheitliche Philosophie des Lichtkonzeptes für das Quartier gewährleistet und erzielt den angestrebten hochwertigen Gesamteindruck. Die Umsetzung und fachliche Beratung aus einer Hand schließt wider - sprüchliche Ansätze aus und ermöglicht die wahrneh - mungsgerechte Umsetzung der Inszenierungsvision. 5 Lichtkonzept I Probeinszenierung Auf der Basis des 3-Säulen-Lichtkonzeptes hat die ISG am 05. Dezember 200 in der Bahnhofstra - ße (Bereich Einmündung Urbanstraße) eine Pro- beinszenierung veranstaltet, bei der alle 3 Säu - len einzeln, aber auch im Wirkungsverbund des Lichtkonzeptes begutachtet werden konnten. Die Ergebnisse dieser Probeinszenierung sind, ange - reichert um weitere Erfahrungen und einschließlich der Meinungsbildung, in die weitere Ausarbeitung eingeflossen. Die Standorte | Strategien | Fazit der Probeinszenierung „Allee Bahnhofstraße“ Die angestrebte Raumbildung durch das asymme - trische Raumlicht mit Leuchtstelen (Säule ) und der Baumbeleuchtung (Säule 2) für die Busspur und den Gehweg auf der Westseite der Bahnhofstraße wurde in einem etwa 40 Meter umfassenden Bereich demonstriert. Es wurden an insgesamt vier Bäumen und mit sechs exemplarischen Stelen die Wirkung der ersten beiden Säulen des Lichtkonzeptes simu - liert. 6 Lichtkonzept I Probeinszenierung Asymmetrisches Raumlicht (Säule 1) Festzuhalten ist, dass sich in der von der Straßenbe- leuchtung überstrahlten Lichtatmosphäre eine struk- turgebende und markante Lichtwirkung wirtschaftlich nur durch selbstleuchtende Objekte erzeugen lässt. Da sich die konzipierten Lichtstelen im bevorzugten Wahrnehmungsbereich der Passanten und Auto - fahrer befinden, musste eine Blendung durch An - passung der Leuchtdichten vermieden werden. Die Anzahl und Position der Leuchten ergibt sich aus dem Abstand der Bäume sowie der erwünschten Akzentwirkung. So hatten die Stelen einen Abstand von etwa 6,0 bis 6,50 Meter, eine Höhe von ca. 2,50 Meter. Die Anzahl zwischen zwei Bäumen wurde mit zwei Stelen festgelegt. Akzentlicht für Bäume (Säule 2) Im Winter bieten die Bäume ohne Laub kaum Flä - chen für die Entfaltung von Lichtwirkungen. Daher wurden in der Probeinszenierung ausschließlich starke vertikale Akzente auf den Stämmen erzeugt. Hierzu wurden beidseitig engstrahlende Bodenein - bauleuchten eingesetzt. So konnte der Baumstamm als vertikales Raumelement gut sichtbar „herausprä- pariert“ werden. In den belaubten Sommermonaten wird zudem ein von der Baumkrone ausgehender von innen heraus sichtbarer, dezenter Leuchteffekt zu erkennen sein. Lichtkonzept I Probeinszenierung Hotel Kaiserhof Die Fassadenbeleuchtung (Säule 3) wurde exempla - risch am Hotel Kaiserhof dargestellt. Aufgrund der vorherrschenden Architektur und Fassadengestaltung wurde die Präsentation einer gleichmäßigen Aufhellung erarbeitet. Das interessante Wechselspiel zwischen der hellgrauen Glasfassade im Erdgeschoss und der Ziegelfassade in den oberen Geschossen konnte so optimal „herauspräpariert“ werden. Zusätzlich sollte der mit Natursandstein bekleidete Eingangsbereich des Hotels akzentuiert werden. Fassadenanstrahlung (Säule 3) Zur gleichmäßigen Fassadenbeleuchtung am Hotel Kaiserhof wurden fünf Bodeneinbauleuchten mit band- förmiger Lichtverteilung eingesetzt. Der Abstand der Leuchten zur Fassade betrug etwa ,0 bis ,5 Meter, der Abstand untereinander etwa ,0 Meter. Bedingt durch den steilen Winkel ergab sich ein Streiflicht, das die Fassadenoberfläche strukturierte. Zugleich konn - ten Lichtemission in die Räume sowie eine Reflexblen- dung vermieden werden. Am Hoteleingang akzentuierten zwei engstrahlende Bodeneinbauleuchten die flankierenden Natursteinver- kleidungen. Art und Ausführung sowie Größe und Standort der Leuchten wurden weitgehend nach lichttechnischer Erfordernis ermittelt und auf die baulichen sowie kon - struktiven Voraussetzungen abgestimmt. An der Fas - sade selbst montierte Leuchten können nur kleine Teil- flächen bestrahlen. Für eine großzügigere Lichtvertei - lung über die gesamte Fassade müssen die Fassaden- leuchten mit Auslegern einen ausreichenden Abstand zur Fassade erhalten. Für die Fassadenbeleuchtung am Hotel Kaiserhof ist diese Technik nicht sinnvoll. 8 Lichtkonzept I Probeinszenierung Asymmetrisches Raumlicht (Säule 1) Die Auswirkungen der ersten Säule des Lichtkon - zeptes auf die Lichtatmosphäre lassen sich durchweg positiv beschreiben. So tauchen die Lichtstelen den Gehweg in ein angenehmes Licht und grenzen auch baulich diesen Bereich zum Straßenraum hin ab. Ne - ben der grundsätzlichen Verbesserung der Aufent - haltsqualität wird ebenfalls merklich die Unfallgefahr im Bereich des Gehweges sowie in der Busspur und für Parkplatznutzer zusätzlich verringert, die durch die Abschattungseffekte der belaubten Bäume in den Sommermonaten teilweise gegeben ist. Es erfolgt zu- dem durch die maßvolle Leuchtintensität keinerlei unangenehme Blendung der Bus- und Autofahrer. Akzentlicht für Bäume (Säule 2) Die vertikale Akzentuierung der Baumstämme mit je - weils zwei Bodeneinbaustrahlern unterstützt merklich die Raumbildung. Diese Form der Akzentuierung der Baumstämme (im Winter) wird dem belaubten Baum im Sommer allerdings möglicherweise nicht im vollen Umfang gerecht. Eine flächige Indirektbeleuchtung der Baumkrone könnte eine wirkungsvollere Lichtwir - kung in Form eines Lichtdaches bringen und zugleich die Raumbildung für die Busspur und den Gehweg verstärken. Wahrscheinlich könnte aber auch ein indirektes Leuchten der Baumkrone durch den gete - steten Aufbau zu realisieren sein. Fassadenanstrahlung (Säule 3) Als ein erstes positives Beispiel für die hochwertige Inszenierung einer Hausfassade im Rahmen des 3- Säulen-Lichtkonzeptes konnte die Fassade des Hotels Kaiserhof begutachtet werden. Durch die Aufhellung des gesamten Gebäudes bis zur Traufe konnte eine weitere wesentliche Raumbildung für den Straßen- raum geschaffen werden. Mit den gezielten und in - dividuell angepassten Anstrahlwinkel und Anzahl der Bodeneinbaustrahler konnte eine hervorragende Mi - schung aus Dramatik (Hervorhebung des Eingangs - bereichs und horizontale Giebelbeleuchtung) und Zu - rückhaltung geschaffen und dennoch eine Blendung bzw. ein Strahlen in die Räume verhindert werden. Straßenbeleuchtung Der Einfluss der Straßenbeleuchtung ist in der Bahn - hofstraße bedingt durch ein hohes Beleuchtungsni - veau besonders hoch. Dieses wird erzeugt durch die sehr breit strahlenden Leuchten an den hohen (2,0 Meter) Masten. Das Gelb-Weiß der Natriumdampf- Hochdrucklampen dominiert dabei das Lichtklima. Die vorübergehende Abschaltung von insgesamt drei Lichtmasten im Wirkungsbereich der Probeinszenie - rung über den Alleebäumen hat gezeigt, dass die Qua- lität der Lichtatmosphäre und des Sehkomforts durch eine Reduzierung der Straßenbeleuchtung gesteigert werden konnte. Das 3-Säulen-Lichtkonzept wirkt allerdings auch bei vollständiger Funktionsbeleuchtung und soll diese in keiner Weise ersetzen, sondern ausschließlich als künstlerisches Akzentlicht ergänzen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte allerdings eine maßvolle und normgerechte Reduzierung der Straßenbeleuch - tung als erster Testlauf durchgeführt werden, um die umgesetzte Lichtinszenierung im Betrieb zu optimie - ren. Nach dem guten Ergebnis der Probebeleuchtung ist klar: Das 3-Säulen-Lichtkonzept kann vom Grund - satz her in der Bahnhofstraße umgesetzt werden. Das Fazit der Probeinszenierung 9 Strategie Hersteller Typ Leuchtmittel Lichtverteilung Fassade Akzent Meyer Bodeneinbaustrahler HIT-TC-CE 20W engstrahlend, schwenkbar we-ef HIT-TC-CE 20W/PGJ5 engstrahlend Fassade flächig we-ef Bodeneinbauleuchte HIT-CE 0W bandförmig, breit/eng Meyer HIT-TC-CE 0W iGuzzini HIT-TC-CE 0W Baumbeleuchtung Meyer Bodeneinbauleuchte HIT-TC-CE 0W engstrahlend, schwenkbar we-ef HIT-CE 0W engstrahlend iGuzzini HIT 0W engstrahlend, schwenkbar asymm. Raumlicht Bega Lichtstele 3 * T26 36W breitstrahlend, vierseitig Norka Rohrleuchte T26 58W breitstrahlend, einseitig Vorhandene Straßenbeleuchtung Lichtkonzept I Probeinszenierung Zur Beleuchtungsprobe wurde auf der Grundlage lichttechnischer und konstruktiver Eigenschaften eine Auswahl geeigneter Leuchten erstellt. Neben den von der ISG verfolgten Zielen sollten insbeson - dere schon in dieser Konzeptionsphase Erkennt - nisse über die getesteten Produkte selbst für eine Realisierung zu späterem Zeitpunkt gewonnen wer - den. Gerade Bodeneinbauleuchten können nur mit genauer Kenntnis der Technik eingesetzt werden, denn hinter dem reduzierten Design der letztlich ein- gebauten Leuchten verbirgt sich z.T. eine sehr unter- schiedliche und spezielle Technik. Die bei der Probebeleuchtung verwendeten Leuchtentypen erfüllen alle die gewünschten Vorgaben und wären somit grundsätzlich aus technischer Sicht im weiteren Verfahren ver - wendbar. Aus gestalterischen Gründen könnte sich im wei - teren Verfahren die Beschränkung auf ein oder zwei Typen als hilfreich erweisen. In der Detailplanung sollte sowohl auf die technischen Anforderungen als auch auf den Standort und die räumliche Wirkung eingegangen werden. Die verwendeten Leuchten Standorte der verwendeten Leuchten bei der Probeinszenierung Windthorststraße - Urbanstraße Urbanstraße - Servatiiplatz 20 Lichtkonzept I Probeinszenierung Dortmund Betenstraße: Lichtstelen, öffentlicher Raum, Tag- / Nachtansicht Gute Beispiele anderer Städte Die Wirkung eines Leuchtmittels, die Qualität des Lichts und der Lichtfarbe sowie das technische Mate - rial lassen sich nur direkt vor Ort in bereits realisierten Projekten visuell und sensitiv bewerten. Auf der Basis und mit den konstruktiven Anmerkungen der Probebeinszenierung konnten die am Markt ver - fügbaren und explizit für die Bahnhofstraße in Münster geeigneten Leuchtmittel recherchiert und in umgesetz- ten Beleuchtungsinstallationen begutachtet werden. Die aufgeführten Beispiele anderer Städte sind das Ergebnis einer fachlichen Recherche des Lichtdesi - gners und der letztlichen Auswahl im Rahmen einer Besichtigungstour durch Vertreter der Stadt Münster sowie der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. 2 Lichtkonzept I Probeinszenierung Gute Beispiele anderer Städte Dortmund Rheinlanddamm: Bodeneinbaustrahler, Baumbeleuchtung, Tag- / Nachtansicht 22 Geprüft: Gezeichnet: Maßstab: Datum: Plannummer: Bauherr: Planung: Projekt: Planungsphase: Projektnr.: Zeichnung: 1 (kein) NP ISG Münster Bahnhofsviertel Münster e.V. Christian Breil Freier Architekt & Professional Lighting Designer PLDA Bayernstaße 28 , 58509 Lüdenscheid Tel.: 02351/9196-02 Fax: -03 www.light-ing.de e-mail: breil@light-ing.de Lichtgestaltung für die Bahnhofsstraße, Münster 07-13 13.03.2008 Entwurfsplanung Umlageplan Beleuchtung Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Berliner Platz Auf der Grundlage der Beleuchtungs- und städtebau - lichen Analysen sowie den Inszenierungsansätzen des Lichtdesigners wurde der Realisierungsvorschlag entwickelt. Das für den Standort imageprägende Lichtband mit den durchgängigen Lichtstelen (Säule ) und der Baum - beleuchtung (Säule 2) inszeniert hochwertig die „Allee Bahnhofstraße“ und stellt ein völlig eigenes und raum - wahrnehmungsrelevantes städtebauliches Element dar. Durch private Fassadenanstrahlungen gewinnt der Standort zusätzlich an vertikaler Kontur und Qualität. Das 3-Säulen-Lichtkonzept ist in dieser Form in Münster einzigartig und passt her - vorragend zur Visitenkartenfunktion dieses städtischen Entrees. Auf den nachfolgenden Seiten werden neben verdeut - lichenden Visualisierungen der Lichtinszenierung in der Tag- und in der Nachtansicht ebenfalls die tech - nischen und organisatorischen Details einer Umset - zung erläutert. Professionelle Planung, Erfahrung und technischer Sachverstand gehen Hand in Hand. Eine reibungslose Umsetzung wurde in zahlreichen Hinter - grundgesprächen mit den zuständigen Ämtern der Stadt Münster, den Stadtwerken und den Akteuren der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. vorbereitet und sämtliche Fragen abschließend erörtert. Technisch notwendige Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Verlegung von Leerrohren, wurden im Rahmen der Umbaumaß - nahmen der Bahnhofstraße frühzeitig erkannt und konn- ten bereits realisiert werden. So werden unnötig hohe Kosten einer Umsetzung vermieden. Stelen Bodeneinbauleuchten Bahnhofstraße Urbanstraße Windthorststraße Servatii- platz Bahnhof Herwarthstr. 23 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Visualisierung Tag Die Visualisierungen der „Allee Bahnhofstraße“ in der Tagansicht lassen vom 3-Säulen-Lichtkonzept aus - schließlich die ca. 3 Meter großen Lichtstelen erken - nen. Hochwertige und leicht zu reinigende Materialien in dunkler Stahloptik und weißem Plexiglaskorpus sind nun ein Teil der Stadtmöblierung und unterstüt - zen optisch den Straßenverlauf der Bahnhofstraße von der Herwarthstraße bis zum Servatiiplatz. Die gleichmäßige, symmetrische Anordnung der Stelen trennt zum Teil den Fußgänger- und Busbereich optisch von der stark von Pkw frequentierten Bahn - hofstraße ab und beruhigt diesen von Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie dominierten Wahr - nehmungsbereich. Bodeneinbaustrahler und Fassa - denbeleuchtungen nehmen in der Tagwahrnehmung keine Rolle ein und wirken unsichtbar. 24 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Visualisierung Nacht Die „Allee Bahnhofstraße“ erfährt in der Nacht - ansicht ihre vollständigen Licht-Qualitäten. Asym- metrisches Raumlicht (Säule ), Bodeneinbaustrah - ler (Säule 2) und Fassadenbeleuchtungen (Säule 3) spielen in einer optischen Symbiose zusammen und tauchen die „Allee Bahnhofstraße“ in ein hochwertiges und raumwahrnehmungsgerechtes „Wohlfühl“-Licht. Dabei wird jegliche Blendwirkung ausgeschlossen. Durch das Raumlicht und die Lichtakzente der Bäume und Gebäude erhält die Bahnhofstraße eine sichtbare nächtliche Differenzierung. So spielen die großen privaten Investitionen (Hotels, Varieté-Theater, Bahn - hof) und die optische Aufwertung des öffentlichen Raumes in der Bahnhofstraße zusammen und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Aufwertung des Ent - wicklungsbereichs Bahnhofsviertel. 25 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Die Leuchtenauswahl | Installation Lichtstele Eine strukturgebende und markante Lichtwirkung in der von der Straßenbeleuchtung überstrahlten Lichtatmo - sphäre der Bahnhofstraße lässt sich wirtschaftlich nur durch selbstleuchtende Objekte erzeugen. Die konzipierten Lichtstelen nehmen den bevorzugten Wahrnehmungsbereich von Passanten und Autofahrer ein. Entsprechend wurde eine Technik ausgewählt, die Blendung durch Anpassung der Leuchtdichten aus - schließt. Die Anzahl und Position der Leuchten hat sich im Rahmen der Probeinszenierung bewährt. Der Ab - stand wird durch den Rhythmus der Bäume festgelegt. So hatten die Stelen einen Abstand von etwa 6,0 bis 6,50 Meter. Die Lichtstelen dienen der räumlichen Begrenzung, indem sie Volumina oder Flächen aus dem dunklen Umfeld des urbanen Außenraumes selektieren. Aber sie dienen auch der Wegführung und Orientierung. Die zurückgenommene, klare Gestaltungsaussage der Leuchten, auch am Tage, ermöglicht die Zuordnung in unterschiedlichste architektonische Bereiche. Als Ergebnis der Beleuchtungsprobe und einer Besichti- gungstour zu verschiedenen ausgeführten Objekten fällt der Vorzug auf eine Stele mit folgenden Eigenschaften: Höhe ca. 3,0 Meter Durchmesser ca. 5 Zentimeter Lichtkörper etwa die Hälfte der Gesamthöhe, ca. .50 Meter Lichttechnik opal strahlender Lichtkopf aus weißem Kunststoff Lichtquelle Halogenmetalldampflampe HIT 0W, Anschlusswert 88 W Lichtstele im Nachtbild. Die ausreichend große Licht-austritts - fläche garantiert einen guten Sehkomfort. 26 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Bodeneinbauleuchte für Baumbeleuchtung Die Beleuchtung von Bäumen ist auf unterschiedliche Weise möglich. Eine dicht belaubte Krone eignet sich für eine flächige Anstrahlung seitlich von außen, ins - besondere bei geringem Licht aus dem Umfeld. In der Bahnhofstraße jedoch erhalten die Bäume mit ihren lichten Kronen direktes Licht von der Straßenbeleuch - tung an hohen Masten. So ist eine stark akzentuieren- de Beleuchtung empfehlenswert, die aus einer Leuch - tenposition nahe des Stammes den Baum von unten an in Szene setzt. Das linear gebündelte Licht erreicht wirkungsvoll die Baumkrone. Die Beleuchtungsprobe vom Winter wird im Rahmen der Detailplanung an den belaubten Kronen wiederholt, um die optimale Lichtver- teilung der Bodeneinbauleuchten ermitteln zu können. Es ist zu prüfen, ob und in welchem Abstand die Installa- tion der Bodeneinbauleuchten mit Erdeinbaugehäusen möglich ist, ohne die vorhandenen Bäume zu schädi - gen. Durchmesser und Einbautiefe der Leuchten sind je nach Hersteller und Produkt sehr unterschiedlich. Als Ergebnis der Beleuchtungsprobe fällt der Vorzug auf eine Bodeneinbauleuchte mit folgenden Eigen - schaften: Durchmesser 25 - 30 Zentimeter Einbautiefe möglichst gering, da Einbau im Wurzelraum Lichttechnik engstrahlend bandförmig Lichtquelle Halogenmetalldampflampe HIT 0W, Anschlusswert 88 W 123Bodeneinbau-Scheinwerfer Zubehör für Bodeneinbau-Scheinwerfer, mittelbreitstrahlend Artikelnummer Bezeichnung 126 0 180 940 Ringlamellenblende, zur Blendbegrenzung bei seitlicher Einsicht in das Leuchtmittel Zubehör Bodeneinbau-ScheinwerferScheinwerfer Als mittelbreitstrahlende Uplighter eignen sich die Bodeneinbau- Scheinwerfer besonders zur Beleuchtung von Bäumen und anderen Grünanlagen. Dazu stehen Versionen für Entladungslampen mit unterschiedlicher Farbwiedergabe zur Verfügung. Artikelnummer Bezeichnung 226 0 161 000 Verbindungsmuffe, zum direkten Leuchtenanschluß und zur Durchverdrahtung von 2 Erdkabeln, für Leuchten mit Einbaugehäuse und Zuleitung Bodeneinbauleuchte Lichtkegel Bodeneinbauleuchte 2 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Anzahl der Leuchtmittel Bei vollständiger Umsetzung des Lichtkonzeptes ent - sprechend dem vorgestellten Gesamtkonzept wer - den für den Gesamtabschnitt der Bahnhofstraße / des Berliner Platzes von der Herwarthstraße bis zum Servatiiplatz insgesamt 42 Stelen sowie 42 Bodenein - bauleuchten als Leuchtmittel eingesetzt. Abschnitt Stelen Bodeneinbauleuchten Urbanstr. - Servatiiplatz 13 12 Windthorststr. 15 16 Herwarthstr. - Windthorststr. 14 14 Summe 42 42 Gestaltungsprinzip zur Anordnung der Stelen Die formale Wirkung der Leuchten als Objekt am Tage und als Lichtkörper in der Nacht verlangt eine präzise Anordnung in klar erkennbarer Formation einer Reihe. Hierbei sollte der Abstand der Leuchten untereinander möglichst gleichmäßig sein, um Irritationen beim Be - trachter zu vermeiden. Die Konsequenz aus dieser Vorgabe sind variierende Abstände der Stelen zu den Bäumen, bedingt durch die Standorte der Bäume. Die Lichtwirkung der Stelen auf diese Objekte ist wegen der diffusen Lichtverteilung eher gleichmäßig und erfolgt mit geringen Beleuch - tungsstärken. Daher ist nicht zu erwarten, dass sich aus den nicht gleichmäßigen Abständen der Stelen zu den Bäumen störende Abweichungen in der Lichtwir - kung einstellen. Die Entscheidung, wo und in welchem Umfang die Stele als ein am Tage und in der Nacht wirkendes Ge- staltungsobjekt eingesetzt werden soll, könnte von fol- gendem Ansatz getragen werden: Die Stele steht in einem formalen Kontext zu den Bäumen, nimmt die Reihung der Bäume auf, unter- leuchtet diese. • Die Stelenreihe trennt die Fahrbahn des öffent - lichen Verkehrs von der Busspur So sind eine jeweils einreihige Anordnung in den Ab - schnitten Herwarthstr.-Windthorststr., Windthorststr.- Urbanstr. und Urbanstr.-Servatiiplatz des Lichtkon - zeptes empfehlenswert. Die Standorte der Bodeneinbauleuchten liegen wegen des stark akzentuierenden Lichts auf den Stämmen sehr nah an den Bäumen. Sollte dies aus bau- und pflanzentechnischer Sicht problematisch sein, bleibt eine Unterleuchtung der Baumkronen. Hier kann der Standort der Leuchten weiter außen, am Rand des Wurzelraums liegen. • 28 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Fassadenbeleuchtung Wie unter dem Titel Lichtkonzept I Beleuchtungsstrate- gie und bei der Probeinszenierung bereits vorgestellt, steht bei der Umsetzung des 3-Säulen-Lichtkonzeptes auch die Inszenierung einzelner Hausfassaden an. Hierfür können keine allgemein gültigen Aussagen zu den Beleuchtungselementen und zur Installa - tion gemacht werden, da die in Frage kommen - den Objekte baulich zu individuell ausgeformt sind. Hier wird - auf der Basis des Gesamtkonzeptes - in Einzelplanungen durch den Lichtingenieur hausweise die optimale Lösung herausgearbeitet. Dabei werden die Gesamtwirkung des öffentlichen Raumes und die Einzelwirkung des Gebäudes in Einklang gebracht, damit die gewünschte Wirkung im Stadtraum entsteht. Da die anfallenden Kosten vom jeweiligen Hauseigen- tümer vollständig übernommen und nicht von der ISG oder der öffentlichen Hand bezuschusst werden, erüb- rigt sich hier eine Kostenaufstellung. Aufgrund dieser Vereinbarung innerhalb der ISG Bahnhofsviertel, wird die Umsetzung der Fassadenbeleuchtung in kleineren Schritten voran gehen müssen. Dies ist aber vom Ge - samtkonzept her berücksichtigt. Nichtsdestrotrotz ha - ben eine Reihe von Eigentümern, auch von größeren Büroimmobilien, ihr starkes interesse bezeugt, zeitnah eine Umsetzung vorantreiben zu wollen, sofern das Gesamtkonzept politisch beschlossen wird. 29 Abschnitt Stele je 2.000,00 Euro Kosten Euro Bodeneinbauleuchten je 50,00 Euro Kosten Euro Urbanstraße – Servatiiplatz 3 26.000,00 2 9.000,00 Windthorststraße – Urbanstraße 5 30.000,00 6 2.000,00 Herwathstraße – Windthorststraße 4 28.000,00 4 0.500,00 Summe 42 84.000,00 42 31.500,00 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Herstellungskosten Für die Umsetzung des Lichtkonzeptes werden folgende Kosten kalkuliert: Die Kosten für die Elektroinstallation und Steuerung werden geschätzt mit 20% der Gesamtkosten für die Beleuchtungselemente. 5.500,00 Euro x 0,2 = 23.00,00 Euro. Die Kosten für Tiefbauarbeiten werden geschätzt mit 0% der Gesamtkosten (Leerrohre zum Teil bereits verlegt) für die Beleuchtungselemente. 5.500,00 Euro x 0, = .550,00 Euro.Betrieb Sommer Betrieb Winter Anzahl der Leuchten Anschlußwert je Leuchte (kW) Betriebsstunden i.M. des Jahres (h) Anschlußwert je Leuchte und Jahr (kW) Gesamtenergiebedarf für alle Leuchten (kWh) Stelen 22:00 Uhr – 4:00 Uhr 6:00 Uhr – 8:00 Uhr 42 0,088 4.05 353,32 4.839,44 Bodeneinbauleuchten 22:00 Uhr – 0:00 Uhr 6:00 Uhr – 0:00 Uhr 42 0,088 .825 60,6 6.45,20 Summe Energiebedarf 21.584,64 Kalkulationgrößen Zusammenstellung (alle Kosten verstehen sich inkl. MwSt.) Stelen 84.000,00 Euro Bodeneinbauleuchten 3.500,00 Euro Elektroinstallation | Steuerung 23.00,00 Euro Tiefbauarbeiten .550,00 Euro Ausführungsplanung 25.35,00 Euro Herstellungskosten gesamt 175.525,00 Euro 30 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag Milieuschaltung Die Leuchten sollten je nach Leuchtenart differenziert geschaltet werden, um einen bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Die Option, die Leuchten ggf. zusätzlich abschnittsweise oder be - reichsbezogen zu schalten, ist ebenfalls gegeben. Wartung Die Lebensdauer der Leuchtmittel - Halogenmetall- dampflame HIT - beträgt ca. 9.000 Stunden (je nach Typ 6.000 bis 12.000 Stunden). Auf dieser Grundlage lassen sich Wartungszyklen planen und wirtschaftlich durchführen. Hierbei ist es sinnvoll, alle Lampen einer Leuchtengruppe in der gesamten Anlage zu wechseln. Die Wartung von Leuchten für die Lichtgestaltung im öffentlichen Raum sollte in die Hände speziell ge - schulten Personals gegeben werden, das sich in die besonderen Anforderungen der Wartung von Boden - einbauleuchten und eine sinnvolle Wartungslogistik eingearbeitet hat. Lebensdauer der Beleuchtungsanlage Die in Frage kommenden Produkte der einschlägi- gen Beleuchtungsindustrie haben sehr lange Le - bensdauern von 25 bis 30 Jahre. Technische Be - standteile, Austauschgläser und dergleichen lassen sich dauerhaft nachkaufen. Somit ist über einen langen Zeitraum mit einer gleichbleibend hohen Gestaltqua - lität zu rechnen, die dem Anspruch der ISG und der Stadt Münster gleichermaßen gerecht wird. Die ISG schlägt daher vor, um die Herstellungskosten auf mehrere Jahre verteilen zu können, die Realisie - rung auf drei Bauabschnitte zu verteilen: 1. Bauabschnitt: Urbanstraße - Servatiiplatz 2. Bauabschnitt: Herwarthstraße - Windthorststraße 3. Bauabschnitt: Windthorststraße - Urbanstraße Damit können zugleich auch die Veränderungen, die durch den anstehenden Neubau des Hauptbahnhofes und die Umgestaltung der Bahnhofstraße entstehen, in den örtlichen Gegebenheiten angemessen berück - sichtigt werden und funktional und gestalterisch in sich abgeschlossene Bereiche gebildet werden. Bauabschnitte 3 Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag 1 3 2 Die Umsetzung - 3 Bauabschnitte des Lichtkonzepts 32 Bild- und Zeichnungsnachweis modulorbeat ambitious urbanists & planers Seite 4, 5, 6, 8, 9, 0, 2 Westfälische Nachrichten, Matthias Ahlke Seite 8, 9, 20, 2 Christian Breil, light-ing Architektur Lighting Design Titelseite, 4, 5, 6, , 24, 2, 29, 3, 32, 34, 38 Christian Hansen, ch-quadrat architekten Seite 30 Stadt Münster, Dietmar Wirlitsch Seite , 3 Stadt Münster, Günter Vennemann Einband hinten Stadt Münster, Andreas Thiel Seite 25, 26 Stadt Münster, Seite Impressum Herausgeber Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. Stadt Münster Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung büro frauns kommunikation I planung I marketing Redaktion Andreas Thiel Christian Breil Elke Frauns John Hoffmann Grafik I Layout Günter Vennemann November, 2008
0946-2008 Anlage 2 - Bahnhofstrasse
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es 35 g: E 3 © vasıon| Fre 005: N verdaßeI Snavajuyopıng 8002/9760/A sBenon ınz z abeuy DEIN aHIUYSS / EIS
Beschlussvorlage
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V/0946/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Licht- und Gestaltungskonzept Bahnhofstraße in Kooperation mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. Beratungsfolge 19.11.2008 Werksausschuss Münster Marketing Vorberatung 25.11.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 25.11.2008 Beirat für Stadtgestaltung Empfehlung 25.11.2008 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 03.12.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 10.12.2008 Hauptausschuss Vorberatung 10.12.2008 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat beschließt das „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ der Immobilien- und Stand- ortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. als Leitplan für die zusätzliche Beleuch- tung der Bahnhofsstraße im öffentlichen Straßenraum auf der Basis der Probebeleuchtung vom 05.12.2007 und der Darstellung in der Anlage 1 dieser Vorlage. Das „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ besteht aus den 3 Säulen z Asymmetrisches Raumlicht (Lichtstelen), Säule 1 z Akzentlicht (Baumbodenstrahler), Säule 2 z Gestaltlicht (Fassadenanstrahlung), Säule 3. 2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. bei der Realisie- rung des Licht- und Gestaltungskonzeptes zu unterstützen. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Beleuchtungselemente – Lichtstelen, Säule 1 und Baumbodenstrahler, Säule 2 – während der Zweckbindungsfrist der Städtebaufördermittel im Eigentum der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. stehen. Falls die ISG sich vor Ablauf der Zweckbindungsfrist auflöst, gehen die Beleuchtungselemente (entsprechend der Satzung der ISG) in das Eigentum der Stadt Münster über. 4. Der Rat nimmt das „Konzept zur Grüngestaltung“ in der Bahnhofstraße / dem Berliner Platz auf der Basis der Darstellung in der Anlage 2 dieser Vorlage zur Kenntnis. Das „Lichtkonzept Vorlagen-Nr.: V/0946/2008 Auskunft erteilt: Herr Thiel Ruf: 492 61 80 E-Mail: Thiel@stadt-muenster.de Datum: 13.11.2008 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0946/2008 Bahnhofsviertel Münster“ der ISG ist entsprechend integriert, so dass sich aus beiden Ges- taltungselementen ein harmonisches Gesamtgestaltungskonzept für den öffentlichen Stra- ßenraum ergibt. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Umsetzung des „Lichtkonzeptes Bahnhofsviertel Münster“ der ISG Kosten in Höhe von etwa 175.000 € entstehen, die für die Säulen 1 und 2 durch Städtebaufördermittel des Landes NRW (60%, d.h. 105.000 €) sowie durch Eigenmittel der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. (30%, d.h. 52.500 €) und der Stadt Münster (10%, d.h. 17.500 €) getragen werden. Die Kosten für die Umsetzung der Säule 3 des Lichtkonzeptes werden von den jeweiligen Hausei- gentümern getragen. Die Kosten für Betrieb und Wartung des Lichtkonzeptes der ISG werden für die Säulen 1 und 2 von der Stadt Münster übernommen und entsprechend dem städtischen Beleuchtungsvertrag beim Tiefbauamt veranschlagt. Die Folgekosten für die Umsetzung der Säule 3 des Lichtkonzeptes werden von den jeweiligen Hauseigentümern übernommen. Die Kosten, die durch Unfälle, Vandalismus oder Einzelausfälle entstehen, werden von der ISG getragen. Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die veränderte Grüngestaltung zusätzliche Kosten ent- stehen, die aber bereits im Rahmen der noch erforderlichen Straßenbaukosten der Bahnhofstraße im städtischen Haushalt berücksichtigt wurden. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die erforderlichen Mittel für die Durchführung der Sachentscheidung sind im Teilergebnisplan nachstehender Produktgruppen zusätzlich wie folgt bereitzustellen: Aufwendungen Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Teilergebnisplan (Zeile) 15 Transferaufwendungen 2009 2010 26.500,00 96.000,00 insgesamt 122.500,00 Erträge Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Teilergebnisplan (Zeile) 02 Zuwendungen und allgemeine Umla- gen 2009 2010 17.000,00 88.000,00 insgesamt 105.000,00 - 3 - V/0946/2008 Begründung: Die Ausgangslage Kennzeichnend für das Münsteraner Bahnhofsviertel - als bedeutendster Knotenpunkt für die un- terschiedlichsten Verkehrsarten der Stadt - sind die zentrale Lage und die unmittelbare Nähe zur Altstadt, die das Bahnhofsviertel zu einem „Stadttor" zur City machen. Der sanierungs- bzw. erneuerungsbedürftige Bahnhof, welcher für die Nutzer des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs das zentrale Entree in die Innenstadt bildet, verstärkt die Strukturproble- me einer ehemals guten und attraktiven Handelslage, dem westlichen Bahnhofsumfeld, das den Bahnhof mit der Innenstadt verbindet. Vor diesen Hintergründen gab und gibt es – über die bereits von der Stadt Münster ergriffenen Maßnahmen hinaus - im Bereich des Erneuerungsschwerpunktes „Bahnhofsquartier“ einen spezi- fischen städtebaulichen Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen. Stadtgestalterische, sozialräumliche und nutzungsstrukturelle Defizite führten zu einem zunehmenden Bedeutungs-, Funktions- und Imageverlust dieses sensiblen Stadtquartiers. Hier sind neben der öffentlichen Hand insbesondere auch die Privateigentümer aufgerufen, sich an der Inwertsetzung des Bahn- hofsquartiers zu beteiligen. Der Kooperationsgedanke Die Kernidee der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V., in kooperativer Partnerschaft zwischen privatwirtschaftlichen Vertretern, städtischer Seite und den Wirtschaftsverbänden, gemeinsam an der Aufwertung eines Stadtteils zu arbeiten, funktioniert im Bahnhofsviertel Münster vorbildlich und ist für die öffentliche Hand ein großer Gewinn. Die Akteure der ISG haben eine inhaltlich funktionierende Organisationsstruktur aufgebaut und ein Arbeits- und Handlungsprogramm entwickelt, welches in der mittel- und langfristigen Perspektive dem Bahn- hofsviertel gute Chancen einräumt, zu stabilen und aufstrebenden Verhältnissen zurückzukehren. Aus diesem Ansatz heraus beabsichtigt die ISG - trotz der eher schwierigen finanziellen Lage der Kaufleute und Eigentümer im Quartier aufgrund der sich aktuell im Bahnhofsviertel schnell ändern- den Rahmenbedingungen - das Bahnhofsquartier mittels einer städtebaulich-künstlerischen Licht- gestaltung in Szene zu setzen um dadurch entsprechende, positive Entwicklungsanreize zu bieten. Die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. schafft die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, um dem Bahnhofsviertel mit dem Medium Licht eine einzigartige und unverwechselbare Identität im Münsteraner Kontext zu geben. In einem nachvollziehbaren und inhaltlich fundierten Prozess (buttom-up) wurde die Bahnhofstraße als erster Inszenierungsbereich festgelegt und mit der Hilfe des Lichtplaners Dipl. Ing. Breil aus Lüdenscheid konzeptionell entwickelt. Frühzeitig wu rde ebenfalls der direkte Dialog mit den politi- schen Entscheidungsträgern gesucht und das gemeinsame Verfahren so transparent wie möglich gestaltet. Der Lösungsansatz Das Bahnhofsviertel versteht sich als dynamischer und stetig wandelnder Ort mit großstädtischem Flair. Dieses für Münster einzigartige Potenzial soll mit Hilfe einer ergänzenden städtebaulich- künstlerischen Licht- und Grüngestaltung herausgearbeitet und weiterentwickelt werden. Dabei geht es nicht darum, bereits Bestehendes zu kopieren (z.B. den Prinzipalmarkt), sondern auf expe- rimentelle und zugleich hochwertige Art einen neuen Blick auf Bekanntes – aber auch auf unbe- achtete und bislang ungenutzte Aussichten und Bereiche des Quartiers – zu verwirklichen. Besondere Herausforderungen für die Lichtgestaltung im Bahnhofsviertel liegen in der Heterogeni- tät der Architektur, aber gerade auch in der unterschiedlichen nächtlichen Beleuchtungsintensität. So ist die Bahnhofstraße der „hellste“ Ort, die hellste Straße in Münster. Dennoch werden überein- stimmend der Fußgängerbereich und die Busspur in der nördlichen Bahnhofstraße als „dunkles - 4 - V/0946/2008 Loch, dunkler Trichter“ wahrgenommen und als Angstraum bzw. als Nebenstrecke von Passanten und Kunden nur schwach frequentiert. Ein wichtiger Ansatz ist es mit einer hochwertigen Inszenie- rung die Bahnhofstraße als „Lichtboulevard“ zu entwickeln und wirken zu lassen. So würde dieser Bereich des Quartiers während der dunklen Tages- und Jahreszeit verstärkt wahrgenommen und den am Hauptbahnhof und den unterschiedlichen Bussteigen ankommenden Kunden, Passanten und Gästen durch eine optische Alternative eine weitere Wegebeziehungen zur Innenstadt ange- boten. Eine Stärkung der mikrolokalen Einzelhandels- und Gastronomiesituation ist aus der Erfah- rung entsprechender Best-Practices zu erwarten, lohnendes Ziel und eine gute Begründung für die anstehenden Investitionen. Die Projektgruppe Licht der ISG hat nach entsprechender Recherche und Meinungsbildung den Lichtdesigner Christian Breil mit der Entwicklung und Umsetzung des „Lichtkonzeptes Bahnhofs- viertel Münster“ beauftragt. Herr Breil ist Lichtingenieur, Architekt und Lichtkünstler und hat in den letzen Jahren sowohl in seiner Heimatstadt Lüdenscheid („Stadt des Lichts“) als auch im Ruhrge- biet für verschiedene Städte bzw. Quartiere Lichtkonzepte entwickelt. Das ISG Lichtkonzept Der Beleuchtung des Bahnhofsviertels wurde im Hinblick auf die Aufenthaltsqualität in den Abend- und Nachtstunden bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Funktionale Anforderungen waren bislang prägender als stadtgestalterische Beweggründe. Die massiv hellen Lichtverhältnisse am Bahnhof svorplatz ziehen sich deutlich wahrnehmbar wie eine Lichtschnur durch die Windthorststraße bis in die Altstadt und unterstützen dadurch derzeit die übermäßige Transitfunktion des Quartiers über den Abflußweg Windthorststraße. In diesem Zusammenhang fällt die übliche Funktionsbeleuchtung im nördlichen Teil der Bahnhofstraße deut- lich ab und führt zu einer starken Besucher- und Passantenlenkung durch die Windthorststraße in die Altstadt, die in diesem ausgeprägten Maße nicht wünschenswert und förderlich für das Ge- samtgefüge des Bahnhofsviertels ist. Das in der Anlage 1 beigefügte „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ soll die Qualitäten des Quartiers künftig auch während der dunklen Tageszeiten und in der Nacht erlebbar machen. Das Konzept bietet Stadt, Eigentümern, Bauherren und Investoren, einen Gestaltungsrahmen für die öffentlichen Platz- und Straßenräume sowie die Hausfassaden. Das „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ (vgl. Anlage 1) besteht aus den 3 Säulen z Asymmetrisches Raumlicht (Lichtstelen), Säule 1 z Akzentlicht (Baumbodenstrahler), Säule 2 z Gestaltlicht (Fassadenanstrahlung), Säule 3. Konkurrierende Ansprüche zwischen der kommunalen Straßen- und Wegebeleuchtung mit dem Licht der Werbeanlagen und Schaufensterbeleuchtung und dem auf gestalterische Wirkung ausge- richteten Licht zur Unterstützung des Quartiers können damit zu einem wirkungsvollen Gesamtbild vereint werden. Ziel des Licht- und Gestaltungskonzeptes ist es, auch die nächtliche Ansicht als Ensemble darzustellen und damit das Profil des Quartiers zu schärfen und die Besucher über neu zu entdeckende (bekannte) Wege zu führen. Die Umsetzung Beim Lichtkonzept handelt es sich um einen Rahmenplan, der nur in Teilschritten über einen län- geren Zeitra um realisiert werden kann. So soll die Entwicklung der Bahnhofstraße (mit Berliner Platz) zu einem „Lichtboulevard“ in drei Bauabschnitten, beginnend im Norden, erfolgen. Perspek- tivisch könnte anschließend überlegt werden, die öffentliche Straßen- und Platzbeleuchtung unter weiterer Berücksichtigung der funktionalen Anforderungen aus dem Lichtkonzept, dem Konzept des „Lichtboulevards“ anzugleichen. Durch die schrittweise Entwicklung der Bahnhofst raße zu einem „Lichtboulevard“ soll hier eine signifikante Anziehungskraft geschaffen und eine zweite Wegealternative in die Altstadt über die - 5 - V/0946/2008 Bahnhofstraße in die Salzstraße installiert werden. Die so erhöhte Frequenz und optische Aufwer- tung des öffentlichen Raumes in der Bahnhofstraße könnte einen wichtigen Beitrag gegen die stark wahrnehmbaren Trading Down Prozesse und Leerstände in diesem Bereich leisten. Entsprechend dem Übersichtsplan zum Lichtkonzept (vgl. Anlage 1) geht die ISG derzeit von Bau- kosten in Höhe von etwa 175.000 € für die Säul en 1 und 2 aus. Aufgrund der Komplexität der Entwicklungsaufgabe ist für da s Projekt eine privat-öffent liche Zusammenarbeit (verstanden als verbindliche Partnerschaft) erforderlich. Für die Umsetzung des Vorhabens „Lichtquartier Bahn- hofsviertel" greift die Stadt Münster auf Antrag der ISG auf Städtebaufördermittel des Landes NRW zurück. Das Land hat mit dem Zuwendungsbescheid vom 26.09.2008 der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. für das Lichtkonzept Städtebaufördermittel in Höhe von 105.000 Euro für die Jahre 2009- 2010 bereitgestellt. Den förderrechtlich erforderlichen Eigenanteil für die Baukosten in Höhe von 30% (52.500 €) über- nimmt die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V., verteilt über drei Jahre, analog zu den Bauabschnitten. Die Eigenmittel der Stadt Münster in Höhe von 10% (17.500 €) werden zusätzlich im städtischen Haushalt bereitgestellt. Die notwendigen, jährlichen Betriebskosten (Wartungskosten, Stromlieferung) für die Säulen 1 und 2 des Lichtkonzeptes der Bahnhofstraße übernimmt die Stadt Münster aufgrund der zu erwarten- den gestalterischen und funktionalen Aufwertung im öffentlichen Straßenraum. Die von der Stadt bereits umgesetzten und noch in Realisierung befindlichen Umgestaltungsmaßnahmen in der Bahnhofstraße (mit Berliner Platz) können damit wirkungsvoll und hochwertig ergänzt werden, so dass das „Entreé“ Münsters wieder seine ihm zustehende Visitenkartenfunktion bekommen wird. Die weitere Umsetzung wird nur mit Unterstützung der Straßenanlieger und Hauseigentümer ge- lingen. Deshalb möchte die ISG die Vorzüge des neuen Konzeptes Hauseigentümern, Kaufleuten und Anrainern vermittel n. Sofern das Interesse geweckt werden konnte, konkretisiert die ISG mit der Verwaltung gemeinsam mit den betreffenden Anrainern die Umsetzung. Die Detailplanung zur Fassadenbeleuchtung und deren konkrete Realisierung im Sinne des gestalterischen Gesamtkon- zeptes, einschließlich der Kosten, obliegt den Anliegern. Der Beratung – als weiches, allenfalls dringlich empfehlendes Instrument – kommt gerade deshalb besondere Bedeutung zu. Diese wird deshalb insbesondere darauf abzielen, die Beleuchtung städ- tebaulich zusammenhängender Straßenabschnitte oder kompletter Straßenverläufe und Platzan- lagen zu einem erkennbaren, dem Straßencharakter entsprechenden Erscheinungsbild zu verbin- den. Neben der als Musterobjekt bereits – auf der Grundlage des vorgelegten Lichtkonzeptes – instal- lierten Fassaden- und Hofbeleuchtung des Hotels Kaiserhof, haben weitere Eigentümer gegenüber der ISG und der Stadt ihre Bereitschaft erklärt, das Lichtkonzept an ihren Privatgebäuden auf ei- gene Kosten kurzfristig umsetzen zu wollen. Die Grüngestaltung Im Rah men der Umgestaltung der Bahnhofstraße / des Berliner Platzes ist gemäß dem bereits beschlossenen Verkehrskonzept eine Aufteilung und Separation der Verkehrsflächen vorgesehen bzw. bereits umgesetzt worden. Prägendes Element des Gesamtkonzeptes für den Straßenraum ist die Einrichtung von baumbestandenen Grünstrei fen (Baumallee) zwischen den Busspuren und den MIV-Fahrbahnen. Diese Grünstreifen wurden gestalterisch dahingehend optimiert (vgl. Anlage 2), dass durch eine fast durchgängige Bepflanzung des Grünstreifens mit Heckenstrukturen auch optisch eine Tren- nung der einzelnen Verkehrsarten ermöglicht wird. Gleichzeitig verhindert diese Gestaltung ein ungeordnetes Queren der jeweiligen Fahrbahnen, bzw. beschränkt die Querungsmöglichkeiten auf die ohnehin vorgesehenen Stellen. Das Zusammenwirken von Lichtkonzept und Grünkonzept schafft darüber hinaus auch tagsüber eine entsprechende Gestaltqualität im Bahnhofsbereich, - 6 - V/0946/2008 welche der Funktion und dem Stellenwert des Bahnhofsvorplatzes als „Visitenkarte der Stadt“ ge- recht wird und mit dem geplanten Neubau des Bahnhofsgebäudes seinen würdigen Abschluss finden würde. Die Lichtstelen und die Baumbodenstrahler finden grundsätzlich ihren Standort (vgl. Anlage 2) ent- sprechend innerhalb der Bepflanzung, so dass die Gestaltung einerseits einheitlich wirkt und ande- rerseits ein höchstmöglicher Schutz vor Beschädigungen gegeben ist. Eine Ausnahme bildet der nördliche Bereich der Bahnhofstraße (zwischen Urbanstraße und Servatiiplatz), hier kann aus Platzgründen entlang der Kurzzeitstellplätze und der vorhandenen alten Baumstandorte keine He- ckenpflanzung erfolgen. In Vertretung gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage 1 – Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster Anlage 2 – Grüngestaltung Bahnhofstraße / Berliner Platz
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (12)
- Bahnhofstraße 8
- Achtermannstraße
- Herwarthstraße 23
- Salzstraße
- Servatiiplatz 20
- Berliner Platz 1995
- Von-Vincke-Straße
- Von-Steuben-Straße
- Prinzipalmarkt
- Hofstraße
- Mauritztor
- Promenade
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0946/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.11.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37