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V/0946/2008

Licht- und Gestaltungskonzept Bahnhofstraße in Kooperation mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V.

Vorlagen 06.11.2008

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0946-2008 Anlage 1 - Lichtkonzept

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Ansehen

0946-2008 Anlage 2 - Bahnhofstrasse

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

0946-2008 Anlage 1 - Lichtkonzept

53330 Zeichen


L I C H T K O N Z E P T  B A H N H O F S V I E R T E L
Anlage 1
zur Vorlage V / 0964 / 2008
M Ü N S T E R

2
Vorwort ................................................................................................................................................Seite  3
Motivation für das Lichtkonzept „Bahnhofsviertel Münster“
Einleitung .............................................................................................................................................Seite  4
Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG)
Das Lichtquartier
Ausgangssituation ...............................................................................................................................Seite  6
Das Bahnhofsviertel
Die Bahnhofstraße
Vorhandene Leuchten in der Bahnhofstraße/Berliner Platz
Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie ..................................................................................................Seite 0
Der Ansatz
Das 3-Säulen-Lichtkonzept
Lichtkonzept I Probeinszenierung .......................................................................................................Seite 5
Die Standorte | Strategien | Fazit der Probeinszenierung
Die verwendeten Leuchten
Gute Beispiele anderer Städte 
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag ................................................................................................Seite 22
Der Realisierungsvorschlag
Die Tag- und Nachtvisualisierungen des Lichtkonzepts
Die Leuchtenauswahl | Installation
Die Kalkulationsgrößen - Betrieb | Kosten
Die Umsetzung - 3 Bauabschnitte des Lichtkonzepts
Inhalt

3
Vorwort
gutes und qualitativ hochwertiges Licht trägt wesent-
lich zum Wohlbefinden des Menschen bei! 
Als Hotelier sowie als Direktor eines Varieté-Thea -
ters wissen wir, dass attraktives Licht und passendes 
„in Szene setzen“ unserer Angebote und Veranstal -
tungsorte jeden Abend aufs Neue für die Zufrieden -
heit und Bindung unserer Gäste und Kunden eine 
große Rolle spielt. 
Auch das Bahnhofsviertel muss sich „ins rechte Licht 
setzen“, um von Passanten, Kunden und Bewohnern 
in seiner Funktion als das Entree in die Stadt Mün -
ster und mit seinen Qualitäten wahrgenommen zu 
werden.
Veränderungen, die das „Wesen“ eines Quartiers 
zum Positiven beeinflussen können, brauchen starke 
Partner, die sich mit ihrer Stadt, ihrem Quartier und 
ihrem Straßenzug identifizieren und anstehende He-
rausforderungen gemeinsam in Angriff nehmen. 
Herzlich möchten wir Ihnen für Ihr bisher gezeigtes 
Vertrauen und die kontinuierlich große Unterstützung 
der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahn -
hofsviertel Münster e.V. danken. Unser Dank geht an 
alle Vertreter/innen von Politik und Stadt, die durch 
ihr Fachwissen und ihre Ideen, ihre Kontakte und ihr 
zeitliches Engagement die bisherigen und künftigen 
Erfolge möglich machen. 
Mit dieser „Lichtbroschüre“ möchten wir Ihren Blick 
für ein wichtiges Projekt der Immobilien- und Stand -
ortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. schär-
fen und Sie umfassend informieren. 
Gerne möchten wir Ihnen unser privates Engage -
ment zeigen. Wir fühlen uns für unsere Stadt, für un-
ser Quartier verantwortlich und wollen aktiv Stand -
ortentwicklung mitgestalten. Der erste Baustein ist 
mit dem Beleuchtungskonzept für die Bahnhofstraße 
gereift und hat nun Umsetzungsschärfe erreicht.
Die Zielsetzungen sind dabei klar umrissen. 
Wir wollen die 
Stärkung des subjektiven Sicherheitsempfindens 
in der Bahnhofstraße, 
Erhöhung der Aufenthalts- und Verweilqualität, 
Beeinflussung und Erweiterung der 
Wegebeziehungen in die Altstadt. 
•
•
•
Lassen Sie uns gemeinsam Initiative und Mut zeigen 
und an einem attraktiven Bahnhofsviertel arbeiten. 
Ein spannendes Bahnhofsviertel gehört zu einer 
funktionierenden Münsteraner Innenstadt. 
Über eine weitere positive Begleitung und aktive Un-
terstützung Ihrerseits freuen wir uns. 
Sehr geehrte Damen und Herren,
Peter Cremer
Hotel Kaiserhof
. Vorsitzender ISG
Bahnhofsviertel Münster e.V.
Stefan Wulff
GOP-Varieté Theater
Sprecher PG „Licht“

4
Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) 
Bahnhofsviertel Münster e.V. verfolgt das Ziel, die 
Chancen und Potenziale des Bahnhofsviertels auf -
zugreifen und Lösungen für anstehende Herausfor -
derungen im starken Schulterschluss zu realisieren. 
Im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit stehen die 
konsequente Verbesserung der Wettbewerbssitu-
ation des Quartiers, die Kommunikation eines kla-
ren Standortprofils sowie die Umsetzung einer gut 
durchdachten Vermarktung des Viertels . Darüber 
hinaus stehen die Belebung der Handels-, Gewerbe- 
und Dienstleistungsstruktur sowie die städtebauliche 
Situation im Fokus der Arbeit. 
Kennzeichnend für das Münsteraner Bahnhofs -
viertel sind die zentrale innerstädtische Lage, der 
städtebaulich stark urbane Charakter und die un -
mittelbare Nähe zur Altstadt sowie die Funktion als 
bedeutendster und frequenzstärkster Verkehrskno -
tenpunkt. Als Entree in die Stadt empfängt Münster 
im Bahnhofsviertel eine Vielzahl von Gästen und 
Besuchern. Gleichzeitig durchqueren tausende Bür -
gerinnen und Bürger sowie Pendler aus der Region 
Tag für Tag das Viertel. 
Zur Verwirklichung der für die ISG benannten Ziele 
wurden Projektgruppen gebildet, in denen sich 
zahlreiche Akteure aus den unterschiedlichsten 
Professionen und Berufsgruppen engagieren. Die 
Hauptaufgabe der Projektgruppen besteht in der Er-
arbeitung, Organisation und Umsetzung konkreter 
Maßnahmen und Projekte, die dem Quartier zu Gute 
kommen sollen.
Neben den Projektgruppen „Einzelhandel & Dienst -
leistungen“, „Infrastruktur“ und „Gestaltung der 
Schaltschränke“, nimmt die Projektgruppe „Licht“ 
einen prominenten Stellenwert in der Arbeit der ISG 
ein. Sie schafft die Rahmenbedingungen, um mit 
dem Medium Licht dem Bahnhofsviertel eine einzig -
artige und unverwechselbare Identität im Münstera -
ner Kontext zu geben. 
Das Bahnhofsviertel versteht sich als dynamischer 
und stetig wandelnder Ort mit großstädtischem Flair. 
Dieses für Münster einzigartige Potenzial wurde in 
der Projektgruppe „Licht“ herausgearbeitet und wei -
terentwickelt. Dabei ging es nicht darum, bereits 
Bestehendes zu kopieren (z.B. den Prinzipalmarkt), 
sondern auf innovative und hochwertige Art einen 
neuen Blick auf Bekanntes - aber auch auf unbeach-
tete und bislang ungenutzte Aussichten und Bereiche 
des Bahnhofsviertels - zu verwirklichen.
Die Projektgruppe „Licht“ beschäftigt sich intensiv 
mit den Bereichen:
Funktionslicht (zur Sicherheit dienendes kommu-
nales Versorgungslicht)
kommerzielles Licht (z.B. Leuchtreklamen)
atmosphärisches Licht (Lichtkunst und Akzent -
beleuchtung zur großräumigen Inszenierung des 
Viertels)
•
•
•
Einleitung
Die Immobilien- und Standortgemeinschaft

5
Einleitung
Das Lichtquartier
Aufgabe des nächtlichen Lichts im öffentlichen Raum ist 
neben Sicherheit auch Orientierung zu bieten. „Gutes 
Licht“ schafft zudem Atmosphäre und Aufenthaltsqua -
lität. Die Projektgruppe „Licht“ hat  die Aufgabe, inno -
vative Vorschläge zu konkreten Maßnahmen zu entwi -
ckeln, die den nächtlichen Charakter und das Image des 
Bahnhofsviertels nachhaltig verbessern können.
Das strategische Vorgehen der Projektgruppe „Licht“ 
wurde im Rahmen eines moderierten Workshopver -
fahrens unter der Führung des büro frauns kommu -
nikation I planung I marketing aus Münster entwickelt. 
In Kooperation mit dem Büro modulorbeat - ambitious 
urbanists & planers konnte in Quartiersbegehungen eine 
Bestandsanalyse - das Feldbuch Licht - erarbeitet wer -
den. Hier wurden Stärken und Schwächen der Licht- und 
Beleuchtungssituation im ISG-Gebiet festgehalten. 
Der Fokus der Analyse lag dabei insbesondere in den 
Bereichen der Lichtqualität und Stadtgestaltung . 
Ebenfalls wurden Sicherheitsaspekte und das subjektive 
Sicherheitsempfinden thematisiert. 
Auf dieser Grundlage wurden die Handlungsbedarfe 
identifiziert und Projektansätze zu einem Arbeitspro -
gramm weiterentwickelt. Zwei zentrale Aussagen haben 
sich dabei im Laufe des Arbeitsprozesses bestätigt: 
. Stetige, schnelle Veränderungen (Besatz, Fassaden -
gestaltung, Großvorhaben) schließen ein Vorgehen im 
Rahmen eines Masterplans Licht („aus einem Guss“) 
aus und sind mit dem Budget der ISG nicht leistbar. 
2. Aufgrund der baulichen, strukturellen und funktio -
nalen Heterogenität des Quartiers, der Vielzahl an un -
terschiedlichen Akteuren sowie räumlich und inhaltlich 
stark divergierenden Problemstellungen, lässt sich ein 
Lichtkonzept nur kleinräumig, in Einzelprojekten und in 
längerer zeitlicher Abfolge erfolgreich durchführen.
Die ISG hat sich dem Ziel verpflichtet, die Aufenthalts- 
und Verweilqualität sowie die Aufenthaltsdauer im Bahn-
hofsquartier zu erhöhen - Flanieren im Viertel muss für 
Kunden und Passanten attraktiver werden! 
Die Projektgruppe „Licht“ hat sich ausführlich mit diesen 
Herausforderungen beschäftigt und konnte nach  Best-
Practice-Recherchen und erfolgter Exkursion in die „Stadt 
des Lichts“  (Lüdenscheid) den Kontakt zum Lichtdesigner 
Christian Breil herstellen und eine fruchtbare Zusammen-
arbeit initiieren. 
So konnte zu Beginn des Jahres 2007 der erste Bau -
stein des Lichtkonzeptes für den Teilraum „Bahn -
hofstraße“ entwickelt und konkretisiert werden.
Feldbuchnotierung der Orte
Baumallee obere Bahnhofstraße
Erdgeschosszone ehem. DB-Ver
waltung
Portal ehem. DB-Verwaltung
obere Bahnhofstraße, Ausgang 
Servatiiplatz
Turm des LWL-Gebäudes am 
Mauritztor
Servatiiplatz Verkehrsinsel
Von-Vincke-Straße
Urbanstraße, ecke Von-Fincke-
Straße
Parkplatz Urbanstraße
Parkplatz Hotel Kaiserhof, 
Achtermannstraße
Hinterhof Landesversorgungsamt, 
Achtermannstraße
Parkplatz Hotel Conti, 
Achtermannstraße
Promenade Windthorststraße
Eingangsfoyer Bahnhof
Kreuzung Windthorststraße / 
Achtermannstraße
Achtermannstraße
Parkhaus Engelenstraße
Herwarthstraße / von-Steuben-
Straße
Gebäude der DB am Berliner Platz /
 Fahrradparkhaus
Berliner Platz, Straße + Busspuren
Bahnhofsvorplatz
Rotunde
Hotel Conti
ehem. DB-Verwaltung
untere Bahnhofstraße / Rückseite 
Parkhaus + Tankstelle
L18
L18
L17
L17
L16
L16
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L08
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L06
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L02
L02
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L03
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L20
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L19 L19
L21
L21
L22
L22
L23
L23
L24
L24
L25
L25
L01
L01

6
Ausgangssituation
Spezifisch für das Münsteraner Bahnhofsviertel sind 
die zentrale Lage und die unmittelbare Nähe zur 
Altstadt sowie die Funktion als bedeutendster Ver -
kehrsknotenpunkt der Stadt. Damit verbunden ist 
die hervorragende Erreichbarkeit durch öffentliche 
Verkehrsmittel und, teilweise eingeschränkt, auch für 
den motorisierten Individualverkehr. Mit dem Bau des 
modernen Fahrradparkhauses - der Radstation - und 
der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sowie der 
Bahnhofstraße, wurden in den letzten Jahren erste 
deutliche Signale gesetzt, die das Bahnhofsviertel zu 
einem würdigen „Stadttor“ zur City machen sollen. 
Eine wesentliche Herausforderung für die nahe Zu -
kunft liegt in Münster im Erneuerungsschwerpunkt 
„Bahnhofsquartier“. Der stark sanierungsbedürftige 
Bahnhof verstärkt die Strukturprobleme im Bahnhof -
sumfeld in einem hohen Maße und führt zu einem 
beschleunigten trading down. Kennzeichnend ist der 
schleichende Verfall einer ehemals guten und attrak -
tiven Handelslage, dem vorderen Bahnhofsumfeld, 
das den Bahnhof mit der Innenstadt verbindet. Hier 
sind neben der öffentlichen Hand insbesondere auch 
die Privateigentümer aufgerufen, sich an der Inwert -
setzung des Bahnhofsquartiers zu beteiligen. 
Vor diesen Hintergründen gibt es im Bereich des 
Bahnhofsquartiers einen spezifischen städtebaulichen 
Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen. 
Erhebliche stadtgestalterische, sozialräumliche und 
nutzungsstrukturelle Defizite führen zu einem zuneh -
menden Bedeutungs-, Funktions- und Imageverlust 
dieses sensiblen Stadtquartiers. Darüber hinaus kommt 
dem Bahnhofsviertel die Aufgabe zu, eine Klammer zu 
den östlichen innerstädtischen Stadtquartieren und 
zum Hafenviertel zu bilden.
Die Kernidee der ISG, in kooperativer Partnerschaft 
zwischen privatwirtschaftlichen Vertretern, städtischer 
Seite und den Wirtschaftsverbänden gemeinsam an 
der Aufwertung eines Stadtteils zu arbeiten, funktio -
niert im Bahnhofsviertel Münster vorbildlich und ist für 
die öffentliche Hand ein großer Gewinn. Die Akteure 
der ISG haben eine funktionierende Organisations -
struktur aufgebaut und unter der Zuhilfenahme von 
internem lokalen Wissen und Diskussions- und Aus -
handlungsprozessen ein Arbeits- und Handlungspro -
gramm entwickelt, welches in der mittel- und langfri -
stigen Perspektive dem Bahnhofsviertel gute Chancen 
einräumt, zu stabilen und aufstrebenden Verhältnissen 
zurückzukehren.
Trotz der eher schwierigen finanziellen Lage der Kauf-
leute und Eigentümer im Quartier sowie der sich aktuell 
im Bahnhofsviertel ändernden Rahmenbedingungen 
(anstehender Neubau Hauptbahnhof), möchten sich 
die Akteure der ISG sowie der Verein aktiv im Bereich 
der Lichtgestaltung im Bahnhofsviertel engagieren.  
Denn die weit überdurchschnittlich „hellen“ Lichtverhält-
nisse am Bahnhofsvorplatz ziehen sich deutlich wahr -
Das Bahnhofsviertel
  Berliner Platz 1995
   Berliner Platz 2001


Ausgangssituation
nehmbar wie eine Lichtschnur durch die Windthorst -
straße bis in die Altstadt. In diesem Zusammenhang 
fällt die Funktionsbeleuchtung im nördlichen Teil der 
Bahnhofstraße deutlich ab und führt zu einer starken 
(und einseitigen) Besucher- und Passantenlenkung 
durch die Windthorststraße in die Altstadt, die in die -
sem ausgeprägten Maße nicht wünschenswert und för-
derlich für das Gesamtgefüge des Bahnhofsviertels ist. 
Durch die schrittweise Entwicklung der Bahnhofstra -
ße zu einem Lichtboulevard soll hier eine signifikante 
Anziehungskraft geschaffen und eine zweite Wegeal -
ternative in die Altstadt über die Bahnhofstraße in die 
Salzstraße installiert werden. Die so erhöhte Frequenz 
und optische Aufwertung des öffentlichen Raumes in 
der Bahnhofstraße kann einen wichtigen Beitrag ge -
gen die stark wahrnehmbaren trading down-Prozesse 
und (Laden)Leerstände in diesem Bereich leisten.
Auf der Bahnhofstraße lastet aktuell nach übereinstim-
mender Einschätzung der Akteure der ISG der höchste 
Handlungsdruck. 
Die nördliche Bahnhofstraße hatte in der Vergangen -
heit (950er bis frühe 980er Jahre) einen positiv be -
setzten Boulevardcharakter, war geprägt von hochwer-
tigem inhabergeführten Facheinzelhandel, einem (zur 
damaligen Zeit) modernen Gebäudebestand und war 
neben der Windthorststraße ein gleichwertiger Zugang 
(über die Salzstraße) zur Altstadt. Heute bestehen in 
der Bahnhofstraße einige spürbare und drängende 
Problemfelder. So ist die nördliche Bahnhofstraße der 
Bereich des Bahnhofsviertels mit dem höchsten Leer -
stand in den gewerblich betriebenen Erdgeschossen 
und hat ebenfalls erhebliche Vermietungsprobleme in 
den überwiegend durch Büro- und Praxisnutzung ge -
prägten Obergeschossen. Durch die starke Dominanz 
der Verkehrsfunktion, einiger „Schmuddelecken“, deut-
lichen Unterschieden im Renovierungsgrad und in der 
Gebäudesubstanz sowie einigen dunklen Bereichen 
und Ecken mit gewissem „Angstraumpotenzial“, haben 
das Image des Viertels, die Nachfrage an Gewerbe -
flächen und die Aufenthaltsdauer der Kunden und 
Passanten im Bahnhofsviertel, insbesondere in der 
Bahnhofstraße, erheblich gelitten. Die Aufenthalts- und 
Verweilqualität in der Bahnhofstraße haben spürbar 
nachgelassen.
Positiv demgegenüber stehen das große Engagement 
und hohe private Investitionen der Akteure in diesem 
Bereich zwischen der Herwarthstraße und dem Ser -
vatiiplatz und die groß angelegten öffentlichen Ent -
wicklungsmaßnahmen durch den Ausbau / Umbau der 
Bahnhofstraße. 
Mit einer Lichtinszenierung der Bahnhofstraße 
sollen dem anhaltenden trading down öffentlich -
keitswirksame, sichtbare und nachhaltig image -
prägende Akzente entgegengesetzt werden. 
Der vermisste Boulevardcharakter der Bahnhofstraße 
soll so wiedererlangt werden. Die bereits getätigten 
öffentlichen Investitionen könnten entsprechend opti -
mal genutzt und durch „hochwertiges und kunstvolles 
Licht“ passend in Szene gesetzt werden. 
Die Bahnhofstraße

8
Ausgangssituation
Die Bahnhofstraße in Münster ist von der „absoluten 
Lichtausbeute“ der nachweislich hellste Ort der Stadt. 
Dennoch wirkt der Bereich zwischen der Urbanstraße 
und dem Servatiiplatz wie ein „dunkles Loch“. Während 
der dunklen Jahreszeit und in den Abendstunden fehlt 
so jeder optische Anreiz, sich nicht für die Windthorst -
straße als Wegerichtung in die Altstadt zu „entschei -
den“. Folgende sachliche Gründe wurden für diese 
Beobachtung identifiziert: 
Die Bäume im Mittelgrünstreifen schatten mit ihrer 
Belaubung die Lichtausbeute der hohen Straßen -
beleuchtungsmasten (2 Meter Höhe) ab. 
Die Gebäude sind aufgrund ihres hohen Anteils an 
Dienstleistungsnutzungen in den Abendstunden ab 
dem . Obergeschoss nicht beleuchtet und wirken 
daher dunkel. 
Die horizontale, diffuse Beleuchtung durch die 
Leuchtmasten erschwert durch die geringen op -
tischen Kontraste die Orientierung im Raum. 
Die punktuellen Lichtquellen führen zur Unüber -
sichtlichkeit. Der Mensch ist es vom Tage gewohnt, 
sich an Gebäuden und anderen prägenden Merk -
malen im Raum zu orientieren. 
Das gelbe Licht der Natriumdampflampen (Leucht -
masten) lässt Farben und Kontraste verblassen. 
Die Farbigkeit der Architektur und ihrer Elemente 
verschwinden in der Nacht fast vollständig.
Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit haben die Licht-
•
•
•
•
•
•
masten einen großen Abstand zu einander.
Bedingt durch die flache Lichtausbreitung ist mithin 
die Blendung stark ausgeprägt.
Die unverzichtbare Straßenbeleuchtung ist auf den 
Autoverkehr zugeschnitten, sie kann entsprechend 
nicht zugleich Lichtambiente schaffen und bedarf 
daher der akzentuierten Ergänzung. 
Licht zieht Menschen an - Passanten werden op -
tisch nicht vom Bahnhof in die Bahnhofstraße ge -
lenkt. Die Windthorststraße dominiert in ihrer op -
tischen Anziehungskraft beträchtlich. 
Die ISG beabsichtigt aus diesen Gründen nicht, die 
vorhandene Straßenbeleuchtung zugunsten des Licht-
konzeptes aufzugeben. Es wird ein harmonisches Mit-
einander beider Beleuchtungsarten angestrebt. Dabei 
soll das Lichtkonzept der ISG für atmosphärisches Licht 
sorgen, welches die Straßenbeleuchtung ergänzt und 
den Straßenraum lichtkünstlerisch weiter akzentuiert.
•
•
•

9
Ausgangssituation
Vorhandene Leuchten
 in der Bahnhofstraße | Berliner Platz
Die Bahnhofstraße und der Berliner Platz (Fahrbahn, 
Busspur und teilweise auch Gehweg) werden derzeit 
mit hohen Straßenleuchten (Lichtpunkthöhe 2 Meter), 
so genannten Wabenleuchten, in 2- 3- oder 4-fach-   
Anordnung ausgeleuchtet. 
Die Leistung pro Leuchte beträgt 2 x 250 Watt (Natri -
umdampfhochdrucklampe, gelbliche Lichtfarbe). 
Der Regelabstand der Leuchten untereinander beträgt 
(entsprechend der Vorgabe für Hauptverkehrsstraßen) 
bis zu 45 Meter. 
Auf den bereits fertig gestellten Gehwegbereichen 
zwischen Herwarth- und Windthorststraße und ent -
lang der Radstation sind zusätzliche Zylinderleuchten                   
(2 x 24 Watt Kompaktleuchtstofflampe, weiße Licht -
farbe) mit einer Lichtpunkthöhe von 3,5 m eingesetzt. 
Diese Leuchte - die auch in der Windthorststraße und 
weiter zur Innenstadt hin fortgeführt wird - ist ebenfalls 
beim Ausbau der breiten Gehwegfläche und zur Aus -
leuchtung des Bahnhofsvorplatzes vorgesehen.

0
Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie
Die Stadt ist nicht nur Bühne, sondern auch selbst 
Gesamtdarsteller des urbanen Geschehens; im 
Sinne des Lichts ist eine Spezifizierung der zu ge -
staltenden Themen notwendig. Entscheidend ist 
immer die Ensembleleistung. Die Häufung spekta -
kulärer Einzelauftritte lässt das Gesamtbild ausei -
nander fallen und schwächt Wirkung und Eindruck. 
Der Nachvollzug der Stadt in topographischer Hin -
sicht und in seinen Bedeutungsräumen schafft ein 
zutreffendes und lebendiges Bild, in dem temporäre 
Elemente eine reizvolle Bereicherung darstellen kön -
nen. Da das Bild der Stadt immer abhängig ist von 
Betrachtungsstandpunkten, Blickbeziehungen und 
Sichtniveaus, ist das Lichtbild von unterschiedlichen 
Positionen aus zu überprüfen. 
Die Differenzierung zwischen permanentem und 
temporärem Lichtereignis ermöglicht ein Maximum 
an Kontrastierung bei einem Minimum an „Sockel -
licht“. Das urbane Licht schafft die Möglichkeit, das 
Lichtbild einer Stadt im Kopf des Betrachters immer 
wieder neu entstehen zu lassen; es ist ein Zeichen 
von Urbanität. 
Der Beleuchtung der Bahnhofstraße (und des Bahn -
hofsviertels) wurde im Hinblick auf die Aufenthalts -
qualität in den Abend- und Nachtstunden bisher eher 
wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Funktionale An -
forderungen aus dem Bedürfnis des Straßenverkehrs 
waren bislang prägender als stadtgestalterische Be -
weggründe. Auf dieser Beobachtung basiert die Idee 
des Lichtkonzeptes für das Bahnhofsviertel. Dabei 
soll das Lichtkonzept die vorhandene Straßen- und 
Platzbeleuchtung akzentuiert ergänzen und in der 
Wahrnehmung für eine Unterstützung der Straßen- 
und Platzräume sorgen sowie die Wegebeziehungen 
verdeutlichen. 
Das Lichtkonzept soll die Qualitäten des Stadt -
bildes, wie es sich heute in der Tagesansicht prä -
sentiert, künftig auch während der dunklen Jah -
reszeiten und in der Nacht erlebbar machen. Das 
Konzept bietet Stadt, Eigentümern, Bauherren 
und Investoren einen Gestaltungsrahmen und 
stellt die nächtliche Ansicht des Bahnhofsvier -
tels als Ensemble dar. 
Die Projektgruppe Licht der ISG hat in intensiver und 
erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Lichtdesigner 
Breil aus Lüdenscheid als ersten Baustein eines Be -
leuchtungskonzeptes für das Quartier ein Lichtkon-
zept für die Bahnhofstraße  entwickelt.
Der Ansatz


Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie
Zur Lösung der skizzierten Herausforderung wurde 
ein 3-Säulen-Lichtkonzept entwickelt, das eine ein -
heitliche Lichtinszenierung der Bahnhofsstraße (und 
mittel- bis langfristig auch des gesamten Bahnhofsvier-
tels) erlaubt. 
Die wichtigste Rahmenbedingung für das vorliegende 
Konzept ist neben der hohen Gestaltungsqualität und 
der sichtbaren Inwertsetzung des öffentlichen Raumes 
die Finanzierbarkeit des Vorhabens zu einem vertret-
baren Aufwand.
Im Folgenden werden die 3 Säulen des Lichtkonzeptes 
für die Bahnhofstraße vorgestellt:
Säule 1 |  Asymmetrisches Raumlicht  
(Stelen als Lichtobjekte)
Säule 2 |  Akzentlicht für Bäume  
(Baumallee Bahnhofstraße)
Säule 3 |  Fassadenanstrahlung 
(Architektur der Gebäude)
Das 3-Säulen-Lichtkonzept

2
Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie
Säule 1 I Asymmetrisches Raumlicht
Asymmetrisch strahlende Stelen hellen den Lichtraum 
„Allee Bahnhofstraße“ auf. Die Lichtaustrittsfläche 
ist groß und das Licht leicht diffus, um Blendung zu 
vermeiden. Die flächige Ausstrahlung hellt die hintere 
Baumreihe ebenso wie die Gebäudefassaden auf. Die 
Emissionen auf diese Fassaden und in die dahinter lie-
genden Räume bleiben hierbei verhältnismäßig gering 
und sind weniger störend als die gewohnte Straßen -
beleuchtung. Da keine „Strahler“ eingesetzt werden, 
erfolgt auch keine Blendwirkung - der Lichtschein der 
Stelen bewirkt ein positives, atmosphärisches Licht. 
Die Stelen sind mit Leuchtmitteln in verschiedenen 
Lichtfarben ausgestattet bzw. können mit Farbfiltern 
ergänzt werden. Zudem ist eine Anpassung an das 
dämmernde Tageslicht möglich und es kann die Nacht-
Zeit differenziert angesteuert werden. Die Leuchtob -
jekte werden im Grünstreifen zwischen den Bäumen 
an den Parkbuchten stehen. Die ungefähre Höhe von 
2,50 - 3,00 Meter und das moderne aber zeitlos - klas-
sische Design sollten erst bei der Detailplanung fest -
gelegt werden. Wichtig ist aber, dass diese Stelen als 
Lichtobjekte dienen. 
Die formale Wirkung der Stelen rhythmisiert den Licht-
raum „Allee Bahnhofstraße“. Zu den Fahrspuren der 
Bahnhofstraße hin haben die Leuchten einen nur 
dezenten Lichtaustritt - gerade ausreichend, um die 
Leuchte als Lichtobjekt erkennbar zu machen. Im Zuge 
der gesamten Bahnhofstraße werden diese Stelen 
eine Gleichmäßigkeit schaffen und eine optische Ord -
nung herstellen. Die Bahnhofstraße wird als Ganzes 
erkennbar und wirkt zusammen mit den neu zu 
pflanzenden Bäumen als ein attraktiver und in sich 
schlüssiger Stadtraum.
Das 3-Säulen-Lichtkonzept

3
Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie
Säule 2 I Akzentlicht für Bäume 
Das Identität stiftende Ambiente ist vorgegeben durch 
die vorhandenen und zukünftigen Alleebäume. Diese 
sind elementarer Bestandteil der Architektur der Bahn-
hofstraße und eine authentische Lichtgestaltung muss 
diese Elemente in Szene setzen. 
Die Beleuchtungskörper zur Akzentuierung der Bäume 
werden in die Erde eingelassen und sind wasser- und 
bruchfest. Moderne Leuchtmittel ermöglichen geringen 
Strombedarf und demnach geringe Betriebskosten. 
Grundsätzlich könnte eine Baumbeleuchtung durchaus 
kontrovers diskutiert werden. Kaum ein Lichtakzent 
emotionalisiert Menschen jedoch so sehr wie Baumbe-
leuchtung. Der nächtliche Stadtraum der Bahnhofstra -
ße profitiert stark von dieser Strategie, da das Raum -
empfinden deutlich verbessert wird. 
Das Akzentlicht steht nicht nur als 2. Säule im Licht -
konzept neben dem asymmetrischem Raumlicht (Säu-
le ), es steht besonders auch in Kombination mit der 
folgenden Fassadenbeleuchtung (Säule 3).
Das 3-Säulen-Lichtkonzept
Inszenierung der vorderen und hinteren Baumreihen durch Zu- und Wegschalten der Akzentuierung sowie ggf. Differenzierung der 
eingesetzten  Lichtfarben.

4
Das 3-Säulen-Lichtkonzept
Lichtkonzept I Beleuchtungsstrategie
Säule 3 I Fassadenanstrahlung
Die Identität eines Stadtraumes bildet sich durch die 
Architektur der Gebäude heraus. Gelingt es, wesent-
liche Merkmale dieser Architektur auch in der Nacht zu 
zeigen und hervorzuheben, so bietet man den Men -
schen Orientierung und verleiht dem Ort Identität. Die 
Fassadenbeleuchtung wird individuell gestaltet und 
vertikale Beleuchtungen werden einen wesentlichen 
Stellenwert einnehmen, denn Räume werden zu 85% 
über vertikale Elemente wahrgenommen. Dies gilt in 
hohem Maße ebenfalls für die Stadträume. 
Stets sollte eine Architekturbeleuchtung der Fassa -
denarchitektur gerecht werden. Struktur, Material und 
Farbe sollten nicht willkürlich verfremdet werden. Die 
Intensität von Akzenten sollte ausgewogen sein, so -
dass die Gesamtwirkung des Gebäudes nicht verloren 
geht. Mit dezent farbigem Licht kann das Wesen der 
Architektur herausgearbeitet werden. 
Die Indirektbeleuchtung einer Wand lässt diese zur 
sanft strahlenden Flächenleuchte werden. Die Fassa -
denbeleuchtung ergänzt das asymmetrische Raumlicht 
und das Akzentlicht.
Die 3. Säule des Lichtkonzeptes wird von den Anlie-
gern gemeinsam mit dem Lichtingenieur in Eigeninitia-
tive umgesetzt. Hierzu haben sich bereits einige Immo-
bilieneigentümer bereit erklärt. Der Lichtingenieur geht 
in der Lichtgestaltung individuell auf die Architektur des 
Hauses ein und harmonisiert diese mit dem übergeord-
neten Lichtkonzept. Jeder Hauseigentümer oder auch 
Mieter kann also das Lichtkonzept zur Aufwertung der 
Immobilie oder des Geschäftes nutzen. So wird die 
einheitliche Philosophie des Lichtkonzeptes für das 
Quartier gewährleistet und erzielt den angestrebten 
hochwertigen Gesamteindruck. Die Umsetzung und 
fachliche Beratung aus einer Hand schließt wider -
sprüchliche Ansätze aus und ermöglicht die wahrneh -
mungsgerechte Umsetzung der Inszenierungsvision.

5
Lichtkonzept I Probeinszenierung
Auf der Basis des 3-Säulen-Lichtkonzeptes hat die 
ISG am 05. Dezember 200 in der Bahnhofstra -
ße (Bereich Einmündung Urbanstraße) eine Pro-
beinszenierung veranstaltet, bei der alle 3 Säu -
len einzeln, aber auch im Wirkungsverbund des 
Lichtkonzeptes begutachtet werden konnten. Die 
Ergebnisse dieser Probeinszenierung sind, ange -
reichert um weitere Erfahrungen und einschließlich 
der Meinungsbildung, in die weitere Ausarbeitung 
eingeflossen.
Die Standorte | Strategien | Fazit 
der Probeinszenierung
„Allee Bahnhofstraße“
Die angestrebte Raumbildung durch das asymme -
trische Raumlicht mit Leuchtstelen (Säule ) und 
der Baumbeleuchtung (Säule 2) für die Busspur und 
den Gehweg auf der Westseite der Bahnhofstraße 
wurde in einem etwa 40 Meter umfassenden Bereich 
demonstriert. Es wurden an insgesamt vier Bäumen 
und mit sechs exemplarischen Stelen die Wirkung 
der ersten beiden Säulen des Lichtkonzeptes simu -
liert.

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Lichtkonzept I Probeinszenierung
Asymmetrisches Raumlicht (Säule 1)
Festzuhalten ist, dass sich in der von der Straßenbe-
leuchtung überstrahlten Lichtatmosphäre eine struk-
turgebende und markante Lichtwirkung wirtschaftlich 
nur durch selbstleuchtende Objekte erzeugen lässt.
Da sich die konzipierten Lichtstelen im bevorzugten 
Wahrnehmungsbereich der Passanten und Auto -
fahrer befinden, musste eine Blendung durch An -
passung der Leuchtdichten vermieden werden. Die 
Anzahl und Position der Leuchten ergibt sich aus 
dem Abstand der Bäume sowie der erwünschten 
Akzentwirkung. So hatten die Stelen einen Abstand 
von etwa 6,0 bis 6,50 Meter, eine Höhe von ca. 2,50 
Meter. Die Anzahl zwischen zwei Bäumen wurde mit 
zwei Stelen festgelegt. 
 
Akzentlicht für Bäume (Säule 2)
Im Winter bieten die Bäume ohne Laub kaum Flä -
chen für die Entfaltung von Lichtwirkungen. Daher 
wurden in der Probeinszenierung ausschließlich 
starke vertikale Akzente auf den Stämmen erzeugt.  
Hierzu wurden beidseitig engstrahlende Bodenein -
bauleuchten eingesetzt. So konnte der Baumstamm 
als vertikales Raumelement gut sichtbar „herausprä-
pariert“ werden. In den belaubten Sommermonaten 
wird zudem ein von der Baumkrone ausgehender 
von innen heraus sichtbarer, dezenter Leuchteffekt 
zu erkennen sein.


Lichtkonzept I Probeinszenierung
Hotel Kaiserhof
Die Fassadenbeleuchtung (Säule 3) wurde exempla -
risch am Hotel Kaiserhof dargestellt. Aufgrund der 
vorherrschenden Architektur und Fassadengestaltung 
wurde die Präsentation einer gleichmäßigen Aufhellung 
erarbeitet. Das interessante Wechselspiel zwischen 
der hellgrauen Glasfassade im Erdgeschoss und der 
Ziegelfassade in den oberen Geschossen konnte so 
optimal „herauspräpariert“ werden. Zusätzlich sollte 
der mit Natursandstein bekleidete Eingangsbereich 
des Hotels akzentuiert werden.
Fassadenanstrahlung (Säule 3)
Zur gleichmäßigen Fassadenbeleuchtung am Hotel 
Kaiserhof wurden fünf Bodeneinbauleuchten mit band-
förmiger Lichtverteilung eingesetzt. Der Abstand der 
Leuchten zur Fassade betrug etwa ,0 bis ,5 Meter, 
der Abstand untereinander etwa ,0 Meter. Bedingt 
durch den steilen Winkel ergab sich ein Streiflicht, das 
die Fassadenoberfläche strukturierte. Zugleich konn -
ten Lichtemission in die Räume sowie eine Reflexblen-
dung vermieden werden. 
Am Hoteleingang akzentuierten zwei engstrahlende 
Bodeneinbauleuchten die flankierenden Natursteinver-
kleidungen. 
Art und Ausführung sowie Größe und Standort der 
Leuchten wurden weitgehend nach lichttechnischer 
Erfordernis ermittelt und auf die baulichen sowie kon -
struktiven Voraussetzungen abgestimmt. An der Fas -
sade selbst montierte Leuchten können nur kleine Teil-
flächen bestrahlen. Für eine großzügigere Lichtvertei -
lung über die gesamte Fassade müssen die Fassaden-
leuchten mit Auslegern einen ausreichenden Abstand 
zur Fassade erhalten. Für die Fassadenbeleuchtung 
am Hotel Kaiserhof ist diese Technik nicht sinnvoll.

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Lichtkonzept I Probeinszenierung
Asymmetrisches Raumlicht (Säule 1)
Die Auswirkungen der ersten Säule des Lichtkon -
zeptes auf die Lichtatmosphäre lassen sich durchweg 
positiv beschreiben. So tauchen die Lichtstelen den 
Gehweg in ein angenehmes Licht und grenzen auch 
baulich diesen Bereich zum Straßenraum hin ab. Ne -
ben der grundsätzlichen Verbesserung der Aufent -
haltsqualität wird ebenfalls merklich die Unfallgefahr 
im Bereich des Gehweges sowie in der Busspur und 
für Parkplatznutzer zusätzlich verringert, die durch 
die Abschattungseffekte der belaubten Bäume in den 
Sommermonaten teilweise gegeben ist. Es erfolgt zu-
dem durch die maßvolle Leuchtintensität keinerlei 
unangenehme Blendung der Bus- und Autofahrer.
Akzentlicht für Bäume (Säule 2)
Die vertikale Akzentuierung der Baumstämme mit je -
weils zwei Bodeneinbaustrahlern unterstützt merklich 
die Raumbildung. Diese Form der Akzentuierung der 
Baumstämme (im Winter) wird dem belaubten Baum 
im Sommer allerdings möglicherweise nicht im vollen 
Umfang gerecht. Eine flächige Indirektbeleuchtung 
der Baumkrone könnte eine wirkungsvollere Lichtwir -
kung in Form eines Lichtdaches bringen und zugleich 
die Raumbildung für die Busspur und den Gehweg 
verstärken. Wahrscheinlich könnte aber auch ein
indirektes Leuchten der Baumkrone durch den gete -
steten Aufbau zu realisieren sein.
Fassadenanstrahlung (Säule 3)
Als ein erstes positives Beispiel für die hochwertige 
Inszenierung einer Hausfassade im Rahmen des 3-
Säulen-Lichtkonzeptes konnte die Fassade des Hotels 
Kaiserhof begutachtet werden. Durch die Aufhellung 
des gesamten Gebäudes bis zur Traufe konnte eine 
weitere wesentliche Raumbildung für den Straßen-
raum geschaffen werden. Mit den gezielten und in -
dividuell angepassten Anstrahlwinkel und Anzahl der 
Bodeneinbaustrahler konnte eine hervorragende Mi -
schung aus Dramatik (Hervorhebung des Eingangs -
bereichs und horizontale Giebelbeleuchtung) und Zu -
rückhaltung geschaffen und dennoch eine Blendung 
bzw. ein Strahlen in die Räume verhindert werden.
Straßenbeleuchtung
Der Einfluss der Straßenbeleuchtung ist in der Bahn -
hofstraße bedingt durch ein hohes Beleuchtungsni -
veau besonders hoch. Dieses wird erzeugt durch die 
sehr breit strahlenden Leuchten an den hohen (2,0 
Meter) Masten. Das Gelb-Weiß der Natriumdampf-
Hochdrucklampen dominiert dabei das Lichtklima. 
Die vorübergehende Abschaltung von insgesamt drei 
Lichtmasten im Wirkungsbereich der Probeinszenie -
rung über den Alleebäumen hat gezeigt, dass die Qua-
lität der Lichtatmosphäre und des Sehkomforts durch 
eine Reduzierung der Straßenbeleuchtung gesteigert 
werden konnte. 
Das 3-Säulen-Lichtkonzept wirkt allerdings auch bei 
vollständiger Funktionsbeleuchtung und soll diese 
in keiner Weise ersetzen, sondern ausschließlich 
als künstlerisches Akzentlicht ergänzen. Zu einem 
späteren Zeitpunkt könnte allerdings eine maßvolle 
und normgerechte Reduzierung der Straßenbeleuch
-
tung als erster Testlauf durchgeführt werden, um die 
umgesetzte Lichtinszenierung im Betrieb zu optimie -
ren.
Nach dem guten Ergebnis der Probebeleuchtung ist 
klar: Das 3-Säulen-Lichtkonzept kann vom Grund -
satz her in der Bahnhofstraße umgesetzt werden.
Das Fazit der Probeinszenierung

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 Strategie  Hersteller  Typ  Leuchtmittel  Lichtverteilung
 Fassade Akzent
 Meyer
 Bodeneinbaustrahler
 HIT-TC-CE 20W  engstrahlend, schwenkbar
 we-ef  HIT-TC-CE 20W/PGJ5  engstrahlend
 Fassade flächig
 we-ef
 Bodeneinbauleuchte
 HIT-CE 0W
 bandförmig, breit/eng
 Meyer  HIT-TC-CE 0W
 iGuzzini  HIT-TC-CE 0W
 Baumbeleuchtung
 Meyer
 Bodeneinbauleuchte
 HIT-TC-CE 0W  engstrahlend, schwenkbar
 we-ef  HIT-CE 0W  engstrahlend
 iGuzzini  HIT 0W  engstrahlend, schwenkbar
 asymm. Raumlicht 
 Bega  Lichtstele  3 * T26 36W  breitstrahlend, vierseitig
 Norka  Rohrleuchte  T26 58W  breitstrahlend, einseitig
 Vorhandene Straßenbeleuchtung
Lichtkonzept I Probeinszenierung
Zur Beleuchtungsprobe wurde auf der Grundlage 
lichttechnischer und konstruktiver Eigenschaften 
eine Auswahl geeigneter Leuchten erstellt. Neben 
den von der ISG verfolgten Zielen sollten insbeson -
dere schon in dieser Konzeptionsphase Erkennt -
nisse über die getesteten Produkte selbst für eine 
Realisierung zu späterem Zeitpunkt gewonnen wer -
den. Gerade Bodeneinbauleuchten können nur mit 
genauer Kenntnis der Technik eingesetzt werden, 
denn hinter dem reduzierten Design der letztlich ein-
gebauten Leuchten verbirgt sich z.T. eine sehr unter-
schiedliche und spezielle Technik. 
Die bei der Probebeleuchtung verwendeten 
Leuchtentypen erfüllen alle die gewünschten 
Vorgaben und wären somit grundsätzlich aus 
technischer Sicht im weiteren Verfahren ver -
wendbar. 
Aus gestalterischen Gründen könnte sich im wei -
teren Verfahren die Beschränkung auf ein oder zwei 
Typen als hilfreich erweisen. In der Detailplanung 
sollte sowohl auf die technischen Anforderungen als 
auch auf den Standort und die räumliche Wirkung 
eingegangen werden. 
Die verwendeten Leuchten
Standorte der verwendeten Leuchten bei der Probeinszenierung
Windthorststraße - Urbanstraße Urbanstraße - Servatiiplatz

20
Lichtkonzept I Probeinszenierung
Dortmund Betenstraße: Lichtstelen, öffentlicher Raum, Tag- / Nachtansicht
Gute Beispiele anderer Städte
Die Wirkung eines Leuchtmittels, die Qualität des 
Lichts und der Lichtfarbe sowie das technische Mate -
rial lassen sich nur direkt vor Ort in bereits realisierten 
Projekten visuell und sensitiv bewerten. 
Auf der Basis und mit den konstruktiven Anmerkungen 
der Probebeinszenierung konnten die am Markt ver -
fügbaren und explizit für die Bahnhofstraße in Münster 
geeigneten Leuchtmittel recherchiert und in umgesetz-
ten Beleuchtungsinstallationen begutachtet werden. 
Die aufgeführten Beispiele anderer Städte sind das 
Ergebnis einer fachlichen Recherche des Lichtdesi -
gners und der letztlichen Auswahl im Rahmen einer 
Besichtigungstour durch Vertreter der Stadt Münster 
sowie der Immobilien- und Standortgemeinschaft 
Bahnhofsviertel Münster e.V.

2
Lichtkonzept I Probeinszenierung
Gute Beispiele anderer Städte
Dortmund Rheinlanddamm: Bodeneinbaustrahler, Baumbeleuchtung, Tag- / Nachtansicht

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Geprüft:
Gezeichnet:
Maßstab:
Datum:
Plannummer:
Bauherr:
Planung:
Projekt:
Planungsphase:
Projektnr.:
Zeichnung:
1
(kein)
NP
ISG Münster
Bahnhofsviertel 
Münster e.V.
Christian Breil
Freier Architekt & Professional Lighting Designer PLDA
Bayernstaße 28 , 58509 Lüdenscheid
Tel.: 02351/9196-02   Fax: -03
www.light-ing.de           
e-mail: breil@light-ing.de
Lichtgestaltung für die Bahnhofsstraße, Münster
 
07-13
13.03.2008
Entwurfsplanung
Umlageplan Beleuchtung
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Berliner Platz
Auf der Grundlage der Beleuchtungs- und städtebau -
lichen Analysen sowie den Inszenierungsansätzen 
des Lichtdesigners wurde der Realisierungsvorschlag       
entwickelt.
Das für den Standort imageprägende Lichtband mit den 
durchgängigen Lichtstelen (Säule ) und der Baum -
beleuchtung (Säule 2) inszeniert hochwertig die „Allee 
Bahnhofstraße“ und stellt ein völlig eigenes und raum -
wahrnehmungsrelevantes städtebauliches Element 
dar. Durch private Fassadenanstrahlungen gewinnt der 
Standort zusätzlich an vertikaler Kontur und Qualität. 
Das 3-Säulen-Lichtkonzept ist in dieser Form 
in Münster einzigartig und passt her -
vorragend zur Visitenkartenfunktion 
dieses städtischen Entrees.
Auf den nachfolgenden Seiten werden neben verdeut -
lichenden Visualisierungen der Lichtinszenierung in 
der Tag- und in der Nachtansicht ebenfalls die tech -
nischen und organisatorischen Details einer Umset -
zung erläutert. Professionelle Planung, Erfahrung und 
technischer Sachverstand gehen Hand in Hand. Eine 
reibungslose Umsetzung wurde in zahlreichen Hinter -
grundgesprächen mit den zuständigen Ämtern der Stadt 
Münster, den Stadtwerken und den Akteuren der ISG 
Bahnhofsviertel Münster e.V. vorbereitet und sämtliche 
Fragen abschließend erörtert. Technisch notwendige 
Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Verlegung 
von Leerrohren, wurden im Rahmen der Umbaumaß -
nahmen der Bahnhofstraße frühzeitig erkannt und konn-
ten bereits realisiert werden. So werden unnötig hohe       
Kosten einer Umsetzung vermieden.
Stelen
Bodeneinbauleuchten
Bahnhofstraße
Urbanstraße
Windthorststraße
Servatii-
platz
Bahnhof
Herwarthstr.

23
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Visualisierung Tag
Die Visualisierungen der „Allee Bahnhofstraße“ in der 
Tagansicht lassen vom 3-Säulen-Lichtkonzept aus -
schließlich die ca. 3 Meter großen Lichtstelen erken -
nen. Hochwertige und leicht zu reinigende Materialien 
in dunkler Stahloptik und weißem Plexiglaskorpus 
sind nun ein Teil der Stadtmöblierung und unterstüt -
zen optisch den Straßenverlauf der Bahnhofstraße 
von der Herwarthstraße bis zum Servatiiplatz. Die 
gleichmäßige, symmetrische Anordnung der Stelen 
trennt zum Teil den Fußgänger- und Busbereich 
optisch von der stark von Pkw frequentierten Bahn -
hofstraße ab und beruhigt diesen von Einzelhandel, 
Dienstleistungen und Gastronomie dominierten Wahr -
nehmungsbereich. Bodeneinbaustrahler und Fassa -
denbeleuchtungen nehmen in der Tagwahrnehmung 
keine Rolle ein und wirken unsichtbar.

24
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Visualisierung Nacht
Die „Allee Bahnhofstraße“ erfährt in der Nacht -
ansicht ihre vollständigen Licht-Qualitäten. Asym-
metrisches Raumlicht (Säule ), Bodeneinbaustrah -
ler (Säule 2) und Fassadenbeleuchtungen (Säule 3) 
spielen in einer optischen Symbiose zusammen und 
tauchen die „Allee Bahnhofstraße“ in ein hochwertiges 
und raumwahrnehmungsgerechtes „Wohlfühl“-Licht. 
Dabei wird jegliche Blendwirkung ausgeschlossen. 
Durch das Raumlicht und die Lichtakzente der Bäume 
und Gebäude erhält die Bahnhofstraße eine sichtbare 
nächtliche Differenzierung. So spielen die großen 
privaten Investitionen (Hotels, Varieté-Theater, Bahn -
hof) und die optische Aufwertung des öffentlichen 
Raumes in der Bahnhofstraße zusammen und leisten 
einen wesentlichen Beitrag zur Aufwertung des Ent -
wicklungsbereichs Bahnhofsviertel.

25
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Die Leuchtenauswahl | Installation
Lichtstele
Eine strukturgebende und markante Lichtwirkung in der 
von der Straßenbeleuchtung überstrahlten Lichtatmo -
sphäre der Bahnhofstraße lässt sich wirtschaftlich nur 
durch selbstleuchtende Objekte erzeugen. 
Die konzipierten Lichtstelen nehmen den bevorzugten 
Wahrnehmungsbereich von Passanten und Autofahrer 
ein. Entsprechend wurde eine Technik ausgewählt, die 
Blendung durch Anpassung der Leuchtdichten aus -
schließt. Die Anzahl und Position der Leuchten hat sich 
im Rahmen der Probeinszenierung bewährt. Der Ab -
stand wird durch den Rhythmus der Bäume festgelegt. 
So hatten die Stelen einen Abstand von etwa 6,0 bis 
6,50 Meter. 
Die Lichtstelen dienen der räumlichen Begrenzung, 
indem sie Volumina oder Flächen aus dem dunklen 
Umfeld des urbanen Außenraumes selektieren. Aber 
sie dienen auch der Wegführung und Orientierung. 
Die zurückgenommene, klare Gestaltungsaussage der 
Leuchten, auch am Tage, ermöglicht die Zuordnung in 
unterschiedlichste architektonische Bereiche.
Als Ergebnis der Beleuchtungsprobe und einer Besichti-
gungstour zu verschiedenen ausgeführten Objekten fällt 
der Vorzug auf eine Stele mit folgenden Eigenschaften:
Höhe ca. 3,0 Meter
Durchmesser ca. 5 Zentimeter
Lichtkörper etwa die Hälfte der Gesamthöhe, 
 ca. .50 Meter
Lichttechnik opal strahlender Lichtkopf aus 
weißem Kunststoff
Lichtquelle Halogenmetalldampflampe HIT 0W, 
Anschlusswert 88 W
 Lichtstele im Nachtbild. Die ausreichend große Licht-austritts -
fläche garantiert einen guten Sehkomfort.

26
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Bodeneinbauleuchte für Baumbeleuchtung
Die Beleuchtung von Bäumen ist auf unterschiedliche 
Weise möglich. Eine dicht belaubte Krone eignet sich 
für eine flächige Anstrahlung seitlich von außen, ins -
besondere bei geringem Licht aus dem Umfeld. In der 
Bahnhofstraße jedoch erhalten die Bäume mit ihren 
lichten Kronen direktes Licht von der Straßenbeleuch -
tung an hohen Masten. So ist eine stark akzentuieren-
de Beleuchtung empfehlenswert, die aus einer Leuch -
tenposition nahe des Stammes den Baum von unten 
an in Szene setzt. Das linear gebündelte Licht erreicht 
wirkungsvoll die Baumkrone. Die Beleuchtungsprobe 
vom Winter wird im Rahmen der Detailplanung an den 
belaubten Kronen wiederholt, um die optimale Lichtver-
teilung der Bodeneinbauleuchten ermitteln zu können.  
Es ist zu prüfen, ob und in welchem Abstand die Installa-
tion der Bodeneinbauleuchten mit Erdeinbaugehäusen 
möglich ist, ohne die vorhandenen Bäume zu schädi -
gen. Durchmesser und Einbautiefe der Leuchten sind 
je nach Hersteller und Produkt sehr unterschiedlich.
Als Ergebnis der Beleuchtungsprobe fällt der Vorzug 
auf eine Bodeneinbauleuchte mit folgenden Eigen -
schaften:
Durchmesser 25 - 30 Zentimeter
Einbautiefe möglichst gering, da Einbau im 
Wurzelraum
Lichttechnik engstrahlend bandförmig
Lichtquelle Halogenmetalldampflampe HIT 0W, 
Anschlusswert 88 W
123Bodeneinbau-Scheinwerfer
Zubehör für Bodeneinbau-Scheinwerfer, mittelbreitstrahlend
Artikelnummer Bezeichnung
126 0 180 940 Ringlamellenblende,
zur Blendbegrenzung bei seitlicher Einsicht in das Leuchtmittel
Zubehör Bodeneinbau-ScheinwerferScheinwerfer
Als mittelbreitstrahlende Uplighter eignen sich die Bodeneinbau-
Scheinwerfer besonders zur Beleuchtung von Bäumen und anderen
Grünanlagen. Dazu stehen Versionen für Entladungslampen mit
unterschiedlicher Farbwiedergabe zur Verfügung.
Artikelnummer Bezeichnung
226 0 161 000 Verbindungsmuffe,
zum direkten Leuchtenanschluß und zur Durchverdrahtung von 2 Erdkabeln,
für Leuchten mit Einbaugehäuse und Zuleitung
Bodeneinbauleuchte
Lichtkegel Bodeneinbauleuchte

2
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Anzahl der Leuchtmittel
Bei vollständiger Umsetzung des Lichtkonzeptes ent -
sprechend dem vorgestellten Gesamtkonzept wer -
den  für den Gesamtabschnitt der Bahnhofstraße / 
des Berliner Platzes von der Herwarthstraße bis zum             
Servatiiplatz insgesamt 42 Stelen sowie 42 Bodenein -
bauleuchten als Leuchtmittel eingesetzt.
Abschnitt Stelen Bodeneinbauleuchten
Urbanstr. - 
Servatiiplatz
13 12
Windthorststr. 15 16
Herwarthstr. -  
Windthorststr.
14 14
Summe 42 42
Gestaltungsprinzip zur Anordnung der Stelen 
Die formale Wirkung der Leuchten als Objekt am Tage 
und als Lichtkörper in der Nacht verlangt eine präzise 
Anordnung in klar erkennbarer Formation einer Reihe. 
Hierbei sollte der Abstand der Leuchten untereinander 
möglichst gleichmäßig sein, um Irritationen beim Be -
trachter zu vermeiden. 
Die Konsequenz aus dieser Vorgabe sind variierende 
Abstände der Stelen zu den Bäumen, bedingt durch 
die Standorte der Bäume. Die Lichtwirkung der Stelen 
auf diese Objekte ist wegen der diffusen Lichtverteilung 
eher gleichmäßig und erfolgt mit geringen Beleuch -
tungsstärken. Daher ist nicht zu erwarten, dass sich 
aus den nicht gleichmäßigen Abständen der Stelen zu 
den Bäumen störende Abweichungen in der Lichtwir -
kung einstellen.
Die Entscheidung, wo und in welchem Umfang die 
Stele als ein am Tage und in der Nacht wirkendes Ge-
staltungsobjekt eingesetzt werden soll, könnte von fol-
gendem Ansatz getragen werden: 
Die Stele steht in einem formalen Kontext zu den 
Bäumen, nimmt die Reihung der Bäume auf, unter-
leuchtet diese. 
•
Die Stelenreihe trennt die Fahrbahn des öffent -
lichen Verkehrs von der Busspur
So sind eine jeweils einreihige Anordnung in den Ab -
schnitten Herwarthstr.-Windthorststr., Windthorststr.-
Urbanstr. und Urbanstr.-Servatiiplatz des Lichtkon -
zeptes empfehlenswert.
Die Standorte der Bodeneinbauleuchten liegen wegen 
des stark akzentuierenden Lichts auf den Stämmen 
sehr nah an den Bäumen. Sollte dies aus bau- und 
pflanzentechnischer Sicht problematisch sein, bleibt 
eine Unterleuchtung der Baumkronen. Hier kann der 
Standort der Leuchten weiter außen, am Rand des 
Wurzelraums liegen.
•

28
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Fassadenbeleuchtung
Wie unter dem Titel Lichtkonzept I Beleuchtungsstrate-
gie und bei der Probeinszenierung bereits vorgestellt, 
steht bei der Umsetzung des 3-Säulen-Lichtkonzeptes  
auch die Inszenierung einzelner Hausfassaden an. 
Hierfür können keine allgemein gültigen Aussagen 
zu den Beleuchtungselementen und zur Installa -
tion gemacht werden, da die in Frage kommen -
den Objekte baulich zu individuell ausgeformt sind. 
Hier wird - auf der Basis des Gesamtkonzeptes - in 
Einzelplanungen durch den Lichtingenieur hausweise 
die optimale Lösung herausgearbeitet. Dabei werden 
die Gesamtwirkung des öffentlichen Raumes und die 
Einzelwirkung des Gebäudes in Einklang gebracht, 
damit die gewünschte Wirkung im Stadtraum entsteht.
Da die anfallenden Kosten vom jeweiligen Hauseigen-
tümer vollständig übernommen und nicht von der ISG 
oder der öffentlichen Hand bezuschusst werden, erüb-
rigt sich hier eine Kostenaufstellung. Aufgrund dieser 
Vereinbarung innerhalb der ISG Bahnhofsviertel, wird 
die Umsetzung der Fassadenbeleuchtung in kleineren 
Schritten voran gehen müssen. Dies ist aber vom Ge -
samtkonzept her berücksichtigt. Nichtsdestrotrotz ha -
ben eine Reihe von Eigentümern, auch von größeren 
Büroimmobilien, ihr starkes interesse bezeugt, zeitnah 
eine Umsetzung vorantreiben zu wollen, sofern das 
Gesamtkonzept politisch beschlossen wird.

29
Abschnitt Stele je
2.000,00 Euro Kosten Euro Bodeneinbauleuchten
 je 50,00 Euro Kosten Euro
Urbanstraße – Servatiiplatz 3 26.000,00 2 9.000,00
Windthorststraße – Urbanstraße 5 30.000,00 6 2.000,00
Herwathstraße – Windthorststraße 4 28.000,00 4 0.500,00
Summe 42 84.000,00 42 31.500,00
 
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Herstellungskosten
Für die Umsetzung des Lichtkonzeptes werden  
folgende Kosten kalkuliert:
Die Kosten für die Elektroinstallation und Steuerung 
werden geschätzt mit 20% der Gesamtkosten für die 
Beleuchtungselemente.
5.500,00 Euro x 0,2 = 23.00,00 Euro.
Die Kosten für Tiefbauarbeiten werden geschätzt mit 
0% der Gesamtkosten (Leerrohre zum Teil bereits 
verlegt) für die Beleuchtungselemente.
5.500,00 Euro x 0, = .550,00 Euro.Betrieb Sommer Betrieb Winter Anzahl der 
Leuchten
Anschlußwert je 
Leuchte (kW)
Betriebsstunden
i.M. des Jahres (h)
Anschlußwert je Leuchte 
und Jahr (kW)
Gesamtenergiebedarf für alle Leuchten 
(kWh)
Stelen 22:00 Uhr – 4:00 Uhr 6:00 Uhr – 8:00 Uhr 42 0,088 4.05 353,32 4.839,44
Bodeneinbauleuchten 22:00 Uhr – 0:00 Uhr 6:00 Uhr – 0:00 Uhr 42 0,088 .825 60,6 6.45,20
Summe Energiebedarf 21.584,64
Kalkulationgrößen
Zusammenstellung
(alle Kosten verstehen sich inkl. MwSt.)
Stelen   84.000,00 Euro
Bodeneinbauleuchten   3.500,00 Euro
Elektroinstallation | Steuerung   23.00,00 Euro
Tiefbauarbeiten   .550,00 Euro
Ausführungsplanung       25.35,00 Euro
Herstellungskosten gesamt    175.525,00 Euro

30
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
Milieuschaltung
Die Leuchten sollten je nach Leuchtenart differenziert 
geschaltet werden, um einen bedarfsgerechten und 
wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Die Option, 
die Leuchten ggf. zusätzlich abschnittsweise oder be -
reichsbezogen zu schalten, ist ebenfalls gegeben.
Wartung
Die Lebensdauer der Leuchtmittel - Halogenmetall-
dampflame HIT - beträgt ca. 9.000 Stunden (je nach 
Typ 6.000 bis 12.000 Stunden). Auf dieser Grundlage 
lassen sich Wartungszyklen planen und wirtschaftlich 
durchführen. Hierbei ist es sinnvoll, alle Lampen einer 
Leuchtengruppe in der gesamten Anlage zu wechseln. 
Die Wartung von Leuchten für die Lichtgestaltung im 
öffentlichen Raum sollte in die Hände speziell ge -
schulten Personals gegeben werden, das sich in die 
besonderen Anforderungen der Wartung von Boden -
einbauleuchten und eine sinnvolle Wartungslogistik 
eingearbeitet hat.
Lebensdauer der Beleuchtungsanlage
Die in Frage kommenden Produkte der einschlägi-
gen Beleuchtungsindustrie haben sehr lange Le -
bensdauern von 25 bis 30 Jahre.  Technische Be -
standteile, Austauschgläser und dergleichen lassen 
sich dauerhaft nachkaufen. Somit ist über einen langen 
Zeitraum mit einer gleichbleibend hohen Gestaltqua -
lität zu rechnen, die dem Anspruch der ISG und der 
Stadt Münster gleichermaßen gerecht wird.
Die ISG schlägt daher vor, um die Herstellungskosten 
auf mehrere Jahre verteilen zu können, die Realisie -
rung auf drei Bauabschnitte zu verteilen:
1. Bauabschnitt: Urbanstraße - Servatiiplatz
2. Bauabschnitt: Herwarthstraße - Windthorststraße
3. Bauabschnitt:   Windthorststraße - Urbanstraße
Damit können zugleich auch die Veränderungen, die 
durch den anstehenden Neubau des Hauptbahnhofes 
und die Umgestaltung der Bahnhofstraße entstehen,  
in den örtlichen Gegebenheiten angemessen berück -
sichtigt werden und funktional und gestalterisch in sich 
abgeschlossene Bereiche gebildet werden. 
Bauabschnitte

3
Lichtkonzept I Realisierungsvorschlag
1
3
2
Die Umsetzung - 3 Bauabschnitte des Lichtkonzepts

32
Bild- und Zeichnungsnachweis
modulorbeat ambitious urbanists & planers  
Seite 4, 5, 6, 8, 9, 0, 2
Westfälische Nachrichten, Matthias Ahlke
Seite 8, 9, 20, 2
Christian Breil, light-ing Architektur Lighting Design 
Titelseite, 4, 5, 6, , 24, 2, 29, 3, 32, 34, 38
Christian Hansen, ch-quadrat architekten
Seite 30
Stadt Münster, Dietmar Wirlitsch
Seite , 3
Stadt Münster, Günter Vennemann
Einband hinten
Stadt Münster, Andreas Thiel
Seite 25, 26
Stadt Münster, 
Seite 
Impressum
Herausgeber Immobilien- und Standortgemeinschaft
  Bahnhofsviertel Münster e.V.
  Stadt Münster
  Amt für Stadtentwicklung, 
  Stadtplanung, Verkehrsplanung
  büro frauns 
  kommunikation I planung I marketing
Redaktion Andreas Thiel
  Christian Breil
  Elke Frauns
  John Hoffmann
Grafik I Layout Günter Vennemann 
November, 2008

0946-2008 Anlage 2 - Bahnhofstrasse

111 Zeichen

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35
g:
E
3
©

vasıon| Fre

005: N verdaßeI

Snavajuyopıng

8002/9760/A sBenon ınz z abeuy

DEIN aHIUYSS / EIS

Beschlussvorlage

17373 Zeichen

V/0946/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Licht- und Gestaltungskonzept Bahnhofstraße in Kooperation mit der Immobilien- und 
Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
19.11.2008 Werksausschuss Münster Marketing Vorberatung 
25.11.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
25.11.2008 Beirat für Stadtgestaltung Empfehlung 
25.11.2008 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 
03.12.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 
04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 
10.12.2008 Hauptausschuss Vorberatung 
10.12.2008 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Rat beschließt das „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ der Immobilien- und Stand-
ortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. als Leitplan für die zusätzliche Beleuch-
tung der Bahnhofsstraße im öffentlichen Straßenraum auf der Basis der Probebeleuchtung 
vom 05.12.2007 und der Darstellung in der Anlage 1 dieser Vorlage. 
Das „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ besteht aus den 3 Säulen 
z Asymmetrisches Raumlicht (Lichtstelen), Säule 1 
z Akzentlicht (Baumbodenstrahler), Säule 2 
z Gestaltlicht (Fassadenanstrahlung), Säule 3. 
 
2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. bei der Realisie-
rung des Licht- und Gestaltungskonzeptes zu unterstützen. 
 
3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Beleuchtungselemente – Lichtstelen, Säule 1 und 
Baumbodenstrahler, Säule 2 – während der Zweckbindungsfrist der Städtebaufördermittel im 
Eigentum der  ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. stehen. Falls die ISG sich vor Ablauf der 
Zweckbindungsfrist auflöst, gehen die Beleuchtungselemente (entsprechend der Satzung 
der ISG) in das Eigentum der Stadt Münster über. 
 
4. Der Rat nimmt das „Konzept zur Grüngestaltung“ in der Bahnhofstraße / dem Berliner Platz 
auf der Basis der Darstellung in der Anlage 2 dieser Vorlage zur Kenntnis. Das „Lichtkonzept 
Vorlagen-Nr.: 
V/0946/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Thiel 
Ruf: 
492 61 80 
E-Mail: 
Thiel@stadt-muenster.de  
Datum: 
13.11.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/0946/2008 
Bahnhofsviertel Münster“ der ISG ist entsprechend integriert, so dass sich aus beiden Ges-
taltungselementen ein harmonisches Gesamtgestaltungskonzept für den öffentlichen Stra-
ßenraum ergibt. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Umsetzung des „Lichtkonzeptes Bahnhofsviertel 
Münster“ der ISG Kosten in Höhe von etwa 175.000 € entstehen, die für die Säulen 1 und 2 durch 
Städtebaufördermittel des Landes NRW (60%, d.h. 105.000 €) sowie durch Eigenmittel der ISG 
Bahnhofsviertel Münster e.V. (30%, d.h. 52.500 €) und der Stadt Münster (10%, d.h. 17.500 €) 
getragen werden. 
Die Kosten für die Umsetzung der Säule 3 des Lichtkonzeptes werden von den jeweiligen Hausei-
gentümern getragen.  
 
Die Kosten für Betrieb und Wartung des Lichtkonzeptes der ISG werden für die Säulen 1 und 2 
von der Stadt Münster übernommen und entsprechend dem städtischen Beleuchtungsvertrag beim 
Tiefbauamt veranschlagt.  
Die Folgekosten für die Umsetzung der Säule 3 des Lichtkonzeptes werden von den jeweiligen 
Hauseigentümern übernommen.
  
Die Kosten, die durch Unfälle, Vandalismus oder Einzelausfälle entstehen, werden von der ISG 
getragen. 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die veränderte Grüngestaltung zusätzliche Kosten ent-
stehen, die aber bereits im Rahmen der noch erforderlichen Straßenbaukosten der Bahnhofstraße 
im städtischen Haushalt berücksichtigt wurden.  
 
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die erforderlichen Mittel für die Durchführung der Sachentscheidung sind im Teilergebnisplan 
nachstehender Produktgruppen zusätzlich wie folgt bereitzustellen: 
 
Aufwendungen 
 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen
Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, 
Stadtplanung 
   
 
Teilergebnisplan (Zeile) 
 
15 Transferaufwendungen 2009 
2010 
26.500,00 
96.000,00  
insgesamt 122.500,00  
 
 
Erträge 
 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen
Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, 
Stadtplanung 
   
 
Teilergebnisplan (Zeile) 
 
02 Zuwendungen und allgemeine Umla-
gen 
2009 
2010 
17.000,00 
88.000,00 
 
insgesamt 105.000,00

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V/0946/2008 
Begründung: 
 
Die Ausgangslage 
 
Kennzeichnend für das Münsteraner Bahnhofsviertel - als bedeutendster Knotenpunkt für die un-
terschiedlichsten Verkehrsarten der Stadt - sind die zentrale Lage und die unmittelbare Nähe zur 
Altstadt, die das Bahnhofsviertel zu einem „Stadttor" zur City machen.  
Der sanierungs- bzw. erneuerungsbedürftige Bahnhof, welcher für die Nutzer des Öffentlichen 
Personen-Nahverkehrs das zentrale Entree in die Innenstadt bildet, verstärkt die Strukturproble-
me einer ehemals guten und attraktiven Handelslage, dem westlichen Bahnhofsumfeld, das den 
Bahnhof mit der Innenstadt verbindet.  
 
Vor diesen Hintergründen gab und gibt es – über die bereits von der Stadt Münster ergriffenen 
Maßnahmen hinaus - im Bereich des Erneuerungsschwerpunktes „Bahnhofsquartier“ einen spezi-
fischen städtebaulichen Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen. Stadtgestalterische, 
sozialräumliche und nutzungsstrukturelle Defizite führten zu einem zunehmenden Bedeutungs-, 
Funktions- und Imageverlust dieses sensiblen Stadtquartiers. Hier sind neben der öffentlichen 
Hand insbesondere auch die Privateigentümer aufgerufen, sich an der Inwertsetzung des Bahn-
hofsquartiers zu beteiligen. 
 
Der Kooperationsgedanke 
 
Die Kernidee der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V., in 
kooperativer Partnerschaft zwischen privatwirtschaftlichen Vertretern, städtischer Seite und den 
Wirtschaftsverbänden, gemeinsam an der Aufwertung eines Stadtteils zu arbeiten, funktioniert im 
Bahnhofsviertel Münster vorbildlich und ist für die öffentliche Hand ein großer Gewinn. Die Akteure 
der ISG haben eine inhaltlich funktionierende Organisationsstruktur aufgebaut und ein Arbeits- und 
Handlungsprogramm entwickelt, welches in der mittel- und langfristigen Perspektive dem Bahn-
hofsviertel gute Chancen einräumt, zu stabilen und aufstrebenden Verhältnissen zurückzukehren. 
 
Aus diesem Ansatz heraus beabsichtigt die ISG - trotz der eher schwierigen finanziellen Lage der 
Kaufleute und Eigentümer im Quartier aufgrund der sich aktuell im Bahnhofsviertel schnell ändern-
den Rahmenbedingungen - das Bahnhofsquartier mittels einer städtebaulich-künstlerischen Licht-
gestaltung in Szene zu setzen um dadurch entsprechende, positive Entwicklungsanreize zu bieten. 
Die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. schafft die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, um 
dem Bahnhofsviertel mit dem Medium Licht eine einzigartige und unverwechselbare Identität im 
Münsteraner Kontext zu geben. 
In einem nachvollziehbaren und inhaltlich fundierten Prozess (buttom-up) wurde die Bahnhofstraße 
als erster Inszenierungsbereich festgelegt und mit der Hilfe des Lichtplaners Dipl. Ing. Breil aus 
Lüdenscheid konzeptionell entwickelt. Frühzeitig wu rde ebenfalls der direkte Dialog mit den politi-
schen Entscheidungsträgern gesucht und das gemeinsame Verfahren so transparent wie möglich 
gestaltet. 
 
Der Lösungsansatz 
 
Das Bahnhofsviertel versteht sich als dynamischer  und stetig wandelnder Ort mit großstädtischem 
Flair. Dieses für Münster einzigartige Potenzial soll mit Hilfe einer ergänzenden städtebaulich-
künstlerischen Licht- und Grüngestaltung herausgearbeitet und weiterentwickelt werden. Dabei 
geht es nicht darum, bereits Bestehendes zu kopieren (z.B. den Prinzipalmarkt), sondern auf expe-
rimentelle und zugleich hochwertige Art einen neuen Blick auf Bekanntes – aber auch auf unbe-
achtete und bislang ungenutzte Aussichten und Bereiche des Quartiers – zu verwirklichen.  
 
Besondere Herausforderungen für die Lichtgestaltung im Bahnhofsviertel liegen in der Heterogeni-
tät der Architektur, aber gerade auch in der unterschiedlichen nächtlichen Beleuchtungsintensität. 
So ist die Bahnhofstraße der „hellste“ Ort, die hellste Straße in Münster. Dennoch werden überein-
stimmend der Fußgängerbereich und die Busspur in der nördlichen Bahnhofstraße als „dunkles

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V/0946/2008 
Loch, dunkler Trichter“ wahrgenommen und als Angstraum bzw. als Nebenstrecke von Passanten 
und Kunden nur schwach frequentiert. Ein wichtiger Ansatz ist es mit einer hochwertigen Inszenie-
rung die Bahnhofstraße als „Lichtboulevard“ zu entwickeln und wirken zu lassen. So würde dieser 
Bereich des Quartiers während der dunklen Tages- und Jahreszeit verstärkt wahrgenommen und 
den am Hauptbahnhof und den unterschiedlichen Bussteigen ankommenden Kunden, Passanten 
und Gästen durch eine optische Alternative eine weitere Wegebeziehungen zur Innenstadt ange-
boten. Eine Stärkung der mikrolokalen Einzelhandels- und Gastronomiesituation ist aus der Erfah-
rung entsprechender Best-Practices zu erwarten, lohnendes Ziel und eine gute Begründung für die 
anstehenden Investitionen. 
 
Die Projektgruppe Licht der ISG hat nach entsprechender Recherche und Meinungsbildung den 
Lichtdesigner Christian Breil mit der Entwicklung und Umsetzung des „Lichtkonzeptes Bahnhofs-
viertel Münster“ beauftragt. Herr Breil ist Lichtingenieur, Architekt und Lichtkünstler und hat in den 
letzen Jahren sowohl in seiner Heimatstadt Lüdenscheid („Stadt des Lichts“) als auch im Ruhrge-
biet für verschiedene Städte bzw. Quartiere Lichtkonzepte entwickelt.  
 
Das ISG Lichtkonzept 
 
Der Beleuchtung des Bahnhofsviertels wurde im Hinblick auf die Aufenthaltsqualität in den Abend- 
und Nachtstunden bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Funktionale Anforderungen waren 
bislang prägender als stadtgestalterische Beweggründe.   
Die massiv hellen Lichtverhältnisse am Bahnhof svorplatz ziehen sich deutlich wahrnehmbar wie 
eine Lichtschnur durch die Windthorststraße bis in die Altstadt und unterstützen dadurch derzeit 
die übermäßige Transitfunktion des Quartiers über den Abflußweg Windthorststraße. In diesem 
Zusammenhang fällt die übliche Funktionsbeleuchtung im nördlichen Teil der Bahnhofstraße deut-
lich ab und führt zu einer starken Besucher- und Passantenlenkung durch die Windthorststraße in 
die Altstadt, die in diesem ausgeprägten Maße nicht wünschenswert und förderlich für das Ge-
samtgefüge des Bahnhofsviertels ist.  
 
Das in der Anlage 1 beigefügte „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ soll die Qualitäten des 
Quartiers künftig auch während der dunklen Tageszeiten und in der Nacht erlebbar machen. Das 
Konzept bietet Stadt, Eigentümern, Bauherren und Investoren, einen Gestaltungsrahmen für die 
öffentlichen Platz- und Straßenräume sowie die Hausfassaden. 
 
Das „Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster“ (vgl. Anlage 1) besteht aus den 3 Säulen 
z Asymmetrisches Raumlicht (Lichtstelen), Säule 1 
z Akzentlicht (Baumbodenstrahler), Säule 2 
z Gestaltlicht (Fassadenanstrahlung), Säule 3. 
 
Konkurrierende Ansprüche zwischen der kommunalen Straßen- und Wegebeleuchtung mit dem 
Licht der Werbeanlagen und Schaufensterbeleuchtung und dem auf gestalterische Wirkung ausge-
richteten Licht zur Unterstützung des Quartiers können damit zu einem wirkungsvollen Gesamtbild 
vereint werden. Ziel des Licht- und Gestaltungskonzeptes ist es, auch die nächtliche Ansicht als 
Ensemble darzustellen und damit das Profil des Quartiers zu schärfen und die Besucher über neu 
zu entdeckende (bekannte) Wege zu führen. 
 
Die Umsetzung 
 
Beim Lichtkonzept handelt es sich um einen Rahmenplan, der nur in Teilschritten über einen län-
geren Zeitra
um realisiert werden kann. So soll die Entwicklung der Bahnhofstraße (mit Berliner 
Platz) zu einem „Lichtboulevard“ in drei Bauabschnitten, beginnend im Norden, erfolgen. Perspek-
tivisch könnte anschließend überlegt werden, die öffentliche Straßen- und Platzbeleuchtung unter 
weiterer Berücksichtigung der funktionalen Anforderungen aus dem Lichtkonzept, dem Konzept 
des „Lichtboulevards“ anzugleichen.   
Durch die schrittweise Entwicklung der Bahnhofst raße zu einem „Lichtboulevard“ soll hier eine 
signifikante Anziehungskraft geschaffen und eine zweite Wegealternative in die Altstadt über die

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V/0946/2008 
Bahnhofstraße in die Salzstraße installiert werden. Die so erhöhte Frequenz und optische Aufwer-
tung des öffentlichen Raumes in der Bahnhofstraße könnte einen wichtigen Beitrag gegen die 
stark wahrnehmbaren Trading Down Prozesse und Leerstände in diesem Bereich leisten. 
 
Entsprechend dem Übersichtsplan zum Lichtkonzept (vgl. Anlage 1) geht die ISG derzeit von Bau-
kosten in Höhe von etwa 175.000 € für die Säul en 1 und 2 aus. Aufgrund der Komplexität der 
Entwicklungsaufgabe ist für da s Projekt eine privat-öffent liche Zusammenarbeit (verstanden als 
verbindliche Partnerschaft) erforderlich. Für die Umsetzung des Vorhabens „Lichtquartier Bahn-
hofsviertel" greift die Stadt Münster auf Antrag der ISG auf Städtebaufördermittel des Landes NRW 
zurück.  
 
Das Land hat  mit dem Zuwendungsbescheid vom 26.09.2008 der ISG Bahnhofsviertel Münster 
e.V. für das Lichtkonzept Städtebaufördermittel in Höhe von 105.000 Euro  für die Jahre 2009-
2010 bereitgestellt. 
Den förderrechtlich erforderlichen Eigenanteil für die Baukosten in Höhe von 30% (52.500 €) über-
nimmt die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V., verteilt über drei 
Jahre, analog zu den Bauabschnitten. Die Eigenmittel der Stadt Münster in Höhe von 10% (17.500 
€) werden zusätzlich im städtischen Haushalt bereitgestellt. 
 
Die notwendigen, jährlichen Betriebskosten (Wartungskosten, Stromlieferung) für die Säulen 1 und 
2 des Lichtkonzeptes der Bahnhofstraße übernimmt die Stadt Münster aufgrund der zu erwarten-
den gestalterischen und funktionalen Aufwertung im  öffentlichen Straßenraum. Die von der Stadt 
bereits umgesetzten und noch in Realisierung befindlichen Umgestaltungsmaßnahmen in der 
Bahnhofstraße (mit Berliner Platz) können damit wirkungsvoll und hochwertig ergänzt werden, so 
dass das „Entreé“ Münsters wieder seine ihm zustehende Visitenkartenfunktion bekommen wird. 
 
Die weitere Umsetzung wird nur mit Unterstützung der Straßenanlieger und Hauseigentümer  ge-
lingen. Deshalb möchte die ISG die Vorzüge des neuen Konzeptes Hauseigentümern, Kaufleuten 
und Anrainern vermittel
n. Sofern das Interesse geweckt werden konnte, konkretisiert die ISG mit 
der Verwaltung gemeinsam mit den betreffenden Anrainern die Umsetzung. Die Detailplanung zur 
Fassadenbeleuchtung und deren konkrete Realisierung im Sinne des gestalterischen Gesamtkon-
zeptes, einschließlich der Kosten, obliegt den Anliegern.  
Der Beratung – als weiches, allenfalls dringlich empfehlendes Instrument – kommt gerade deshalb 
besondere 
Bedeutung zu. Diese wird deshalb insbesondere darauf abzielen, die Beleuchtung städ-
tebaulich zusammenhängender Straßenabschnitte oder kompletter Straßenverläufe und Platzan-
lagen zu einem erkennbaren, dem Straßencharakter entsprechenden Erscheinungsbild zu verbin-
den.  
 
Neben der als Musterobjekt bereits – auf der Grundlage des vorgelegten Lichtkonzeptes – instal-
lierten Fassaden- und Hofbeleuchtung des Hotels Kaiserhof, haben weitere Eigentümer gegenüber 
der ISG und der Stadt ihre Bereitschaft erklärt, das Lichtkonzept an ihren Privatgebäuden auf ei-
gene Kosten kurzfristig umsetzen zu wollen.  
 
Die Grüngestaltung 
 
Im Rah
men der Umgestaltung der Bahnhofstraße / des Berliner Platzes ist gemäß dem bereits 
beschlossenen Verkehrskonzept eine Aufteilung und Separation der Verkehrsflächen vorgesehen 
bzw. bereits umgesetzt worden. Prägendes Element des Gesamtkonzeptes für den Straßenraum 
ist die Einrichtung von baumbestandenen Grünstrei fen (Baumallee) zwischen den Busspuren und 
den MIV-Fahrbahnen.  
Diese Grünstreifen wurden gestalterisch dahingehend optimiert (vgl. Anlage 2), dass durch eine 
fast durchgängige Bepflanzung des Grünstreifens mit Heckenstrukturen auch optisch eine Tren-
nung der einzelnen Verkehrsarten ermöglicht wird. Gleichzeitig verhindert diese Gestaltung ein 
ungeordnetes Queren der jeweiligen Fahrbahnen, bzw. beschränkt die Querungsmöglichkeiten auf 
die ohnehin vorgesehenen Stellen. Das Zusammenwirken von Lichtkonzept und Grünkonzept 
schafft darüber hinaus auch tagsüber eine entsprechende Gestaltqualität im Bahnhofsbereich,

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V/0946/2008 
welche der Funktion und dem Stellenwert des Bahnhofsvorplatzes als „Visitenkarte der Stadt“ ge-
recht wird und mit dem geplanten Neubau des Bahnhofsgebäudes seinen würdigen Abschluss 
finden würde. 
 
Die Lichtstelen und die Baumbodenstrahler finden grundsätzlich ihren Standort (vgl. Anlage 2) ent-
sprechend innerhalb der Bepflanzung, so dass die Gestaltung einerseits einheitlich wirkt und ande-
rerseits ein höchstmöglicher Schutz vor Beschädigungen gegeben ist. Eine Ausnahme bildet der 
nördliche Bereich der Bahnhofstraße (zwischen Urbanstraße und Servatiiplatz), hier kann aus 
Platzgründen entlang der Kurzzeitstellplätze und der vorhandenen alten Baumstandorte keine He-
ckenpflanzung erfolgen.  
 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
 
gez. 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
 
 
 
Anlage 1 – Lichtkonzept Bahnhofsviertel Münster 
Anlage 2 – Grüngestaltung Bahnhofstraße / Berliner Platz

Beratungsverlauf (7)

19.11.2008 Werksausschuss Münster Marketing
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
25.11.2008 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
25.11.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 5.8 Anhörung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung
03.12.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 5.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
TOP 6.5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.12.2008 Hauptausschuss
TOP 14 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.12.2008 Rat
TOP 19 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (12)

  • Bahnhofstraße 8
  • Achtermannstraße
  • Herwarthstraße 23
  • Salzstraße
  • Servatiiplatz 20
  • Berliner Platz 1995
  • Von-Vincke-Straße
  • Von-Steuben-Straße
  • Prinzipalmarkt
  • Hofstraße
  • Mauritztor
  • Promenade

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0946/2008
Typ
Vorlagen
Datum
06.11.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37