V/0470/2006
Perspektiven für den Haushaltsplan 2007 und die Finanzplanung bis 2010
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Berichtsvorlage
8275 Zeichen
V/0470/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Perspektiven für den Haushaltsplan 2007 und die Finanzplanung bis 2010 - Eckwerte für die Vorbereitung des Etats 2007 - Sachstandsbericht zur Haushaltskonsolidierung Beratungsfolge 14.06.2006 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Bericht 21.06.2006 Hauptausschuss Bericht 21.06.2006 Rat Bericht Bericht: 1. Vorbemerkung Die vorgelegten Daten geben die aktuellen Kalkulationen und Schätzungen für die Eckwerte des Verwaltungshaushaltes für den Etatentwurf 2007 und die Finanzplanung bis 2010 wieder. Da- bei sind die finanziellen Konsequenzen der zurzeit laufenden Bemühungen um eine weitere Haushaltskonsolidierung ab 2007 in den hier vorgelegten Eckwerten noch nicht berücksichtigt. Im Rahmen dieser Vorlage erfolgt hierzu ein aktueller Sachstandsbericht (siehe Gliederungspunkt 5 und Anlage 5). 2. Laufende Bewirtschaftung Haushalt 2006 Die Prognose für die Fortschreibung der Eckwerte ab 2007 berücksichtigt auch die Entwicklung des laufenden Haushaltsjahres 2006. Hier zeichnet sich zwar eine Verbesserung der Einnah- menseite ab, dem stehen aber weitere Ausgabesteigerungen gegenüber. Die Gewerbesteuerein- nahmen 2006 werden voraussichtlich um 15 Mio. € (nach Abzug der Umlagen = 12,5 Mio. €) auf insgesamt 230 Mio. € steigen. Entlastend wirkt ebenso die Ausgabenreduzierung bei der Land- schaftsumlage um 3,7 Mio. €. Ausgabesteigerungen sind insbesondere im Sozialbereich zu er- warten. Hier wird für 2006 zunächst mit einer zusätzlichen Netto-Belastung von 5 Mio. € gerech- net. Annähernd gesicherte Daten liegen frühestens ab Juli 2006 vor. Insgesamt zeichnet sich damit zurzeit für das Haushaltsjahr 2006 im Verwaltungshaushalt eine Verbesserung von rd. 10 Mio. € ab. Naturgemäß ist diese bereits nach fünf Monaten erstellte Prognose noch mit Unsicherheiten behaftet. Trotz dieser positiven Tendenz im Einnahmebereich muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass das strukturelle Defizit des Verwaltungshaushaltes 2006 nach den bisherigen Kon- Vorlagen-Nr.: V/0470/2006 Auskunft erteilt: Herr Winter Ruf: 492 20 30 E-Mail: WinterF@stadt-muenster.de Datum: 07.06.2006 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0470/2006 solidierungsanstrengungen und nach Abzug der 10 Mio. € Haushaltsverbesserung immer noch rd. 25 Mio. € betragen wird. 3. Eckwerteentwicklung für 2007 ff. Die vorliegende Aktualisierung aller Einnahme- und Ausgabeeckwerte führt für 2007 trotz des bereits in der Finanzplanung vorgesehenen Vermögenstransfers von 15 Mio. € und der Umbu- chung der Schulpauschale von 5 Mio. € zu einer Unterdeckung von rd. 15 Mio. €. Das struktu- relle Defizit beträgt damit für 2007 zurzeit rd. 30 Mio. €. Das strukturelle Defizit für die Jahre 2007 bis 2010 beträgt insgesamt rd. 120 Mio. € oder jährlich durchschnittlich rd. 30 Mio. € (Anlage 1). Gegenüber der bisherigen Finanzplanung ergibt sich für das Jahr 2007 auf der Einnahmenseite ein positiver Saldo von rd. 17 Mio. €. Die Gewerbesteuer kann um 20 Mio. €, die Ausschüttungen der städtischen Gesellschaften um 1,7 Mio. € sowie die Einnahmen bei der Sozial- und Jugend- hilfe können insgesamt um rd. 2 Mio. € erhöht werden. Dagegen muss der Ansatz für Schlüssel- zuweisungen von 5 Mio. € auf Null gesetzt werden. Ebenso wird der Anteil an der Einkommen- steuer leicht zurückgefahren ( - 0,8 Mio. €). Auf der Ausgabenseite ist für das Jahr 2007 gegenüber der bisherigen Finanzplanung insgesamt eine Steigerung um rd. 13 Mio. € zu erwarten. Neben der zwangsläufigen Erhöhung der Gewer- besteuerumlagen um insgesamt 2,5 Mio. € und der entlastenden Senkung der Landschaftsum- lage um - 2,4 Mio. € führt die Beteiligung der Stadt an den Straßenreinigungskosten der AWM zu einer höheren Belastung um 0,7 Mio. €. Hier wirkt sich sowohl die volle Übernahme der Winter- dienstkosten als auch die Erhöhung des städtischen Anteils von bisher 20 % auf 25 % der übri- gen Straßenreinigungskosten aus. Weitere Ausgabesteigerungen gegenüber der Finanzplanung ergeben sich beim Eckwert Ju- gendhilfe (+ 1,1 Mio. € in 2007). Hier ist besonders auf die Steigerung der Gesamtansätze von rd. 71 Mio. € in 2006 auf rd. 85 Mio. € im Jahr 2010 hinzuweisen. Die aufgeführten Ausgabesteige- rungen beim Eckwert sind im Wesentlichen auf den Bereich der Tagesbetreuung für Kinder zu- rückzuführen. Sie beinhalten die vom Rat beschlossenen Ausgabesteigerungen zum Tages- betreuungsausbauprogramm für Kinder unter drei Jahren und die zu erwartenden Betriebskos- tensteigerungen durch die Errichtung neuer Kindertageseinrichtungen in den städtebaulichen Entwicklungsbereichen. Die höchsten Ausgabesteigerungen um jährlich rd. 9,4 Mio. € (netto rd. 8 Mio. €) weist zurzeit der Sozialhilfebereich aus. Kostentreiber ist hier insbesondere die Fallzahlensteigerung im Bereich „Hartz IV“. Im Ausgabenblock „Eigenbetriebe/Doppik“ sind die kameralen Zuschüsse an die Eigenbetriebe sowie an die Doppikämter enthalten. Die Steigerung gegenüber der bisherigen Finanzplanung ist im wesentlichen auf einen Mehrbedarf des Amtes 65 (Bauunterhaltung, Energiekosten) zurückzu- führen. 4. Haushaltseckwerte 2007 - 2010 / Risiken im Bereich der Jugendhilfe Durch verschiedene Reformgesetze und aktuelle Reformschritte auf Bundes- und Landesebene kommen auf die Kommunen erhebliche Mehrauf wendungen im Bereich der Tagesbetreuung für Kinder zu. Das gilt sowohl für den Bereich der Regelkindergärten, als auch für die so genannten U 3-Programme und auch letztlich für die Tagespflege. Diese Aufwendungen summieren sich für Münster auf mehrere Millionen Euro p. a. Vor allem sind sie bedingt durch die Reduzierungen des Landes bei der Finanzierung der Kindertagesbetreuung, die entweder kompensiert oder ört- lich aufgefangen werden müssen Am Rande ist für Münster auch der Bereich der Elternbeiträge für die offene Ganztagsgrundschule betroffen. Diese Kosten erhöhen den Konsolidierungsdruck erheblich. Rat und Verwaltung müssen klären, wie sie für Münster damit umgehen wollen. 3 V/0470/2006 Die Verwaltung wird in den nächsten Wochen eine umfassende Berichtsvorlage erstellen, die das Gesamtthema aufgreift und auch die fachlichen Neuerungen und die damit verbundenen finan- ziellen Konsequenzen benennt. 5. Haushaltsausgleich Die Eckwerteübersicht zeigt, dass trotz der bisher durchgeführten Konsolidierungsmaßnahmen sowohl für das nächste als auch für die Jahre der Finanzplanung der Haushaltsausgleich (noch) nicht hergestellt ist. Im weiteren Aufstellungsverfahren sind also noch weitere immense Anstren- gungen erforderlich, um zumindest für das kommende Haushaltsjahr einen ausgeglichenen Plan vorlegen zu können. Hierzu müssen die Ergebnisse der zurzeit laufenden Konsolidierungsbemü- hungen beitragen. 6. Sachstand zur Haushaltskonsolidierung Die Stadt Münster hat die Fa. Rödl & Partner Anfang März 2006 beauftragt, die Stadt bei der Konsolidierung des städtischen Haushalts 2007 ff. zu beraten und zu begleiten. Mit dem Zwi- schenbericht beschreibt die Fa. Rödl & Partner die Projektzielsetzung, die bisherige methodische Vorgehensweise und den aktuellen Sachstand. Zum Abschluss wird ein Überblick über die weite- re Vorgehensweise gegeben. Der Zwischenbericht (Anlage 5) beinhaltet folgende Kernaussagen: 1. Die Definition und die Priorisierung von stadtstrategischen Zielen sowie die Durchführung der Aufgabenkritik konnten erfolgreich abgeschlossen werden. 2. Für die Produkte der Kernverwaltung und der Beteiligungen werden gegenwärtig umfassen- de Konsolidierungsmöglichkeiten geprüft. 3. Nach dem bisherigen Projektstand ist der Berater optimistisch, Konsolidierungspotenziale von mindestens 30 Mio. € identifizieren zu können. Die Projektergebnisse werden in einem Abschlussbericht beschrieben. Der Abschlussbericht liegt Ende Juli vor. I.V. gez. Bickeböller Stadtkämmerin Anlagen: 1. Gesamtübersicht Eckwerte Haushalt 2007 / Finanzplan bis 2010 2. Eckwerte Verwaltungshaushalt 2007 - Stand Juni 2006 - 3. Veränderungen gegenüber der bisherigen Finanzplanung 4. Erläuterungen zu den Eckwerten 5. Zwischenbericht zur Haushaltskonsolidierung
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0470/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 31.05.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37