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V/1022/2008

Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie 2009

Vorlagen 24.11.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 10.12.2008, TOP 23

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

6460 Zeichen

V/1022/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Kulturamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie 2009 
hier: Nominierung der Preisträger 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
10.12.2008 Kulturausschuss Vorberatung 
10.12.2008 Hauptausschuss Vorberatung 
10.12.2008 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Der Vorschlag der Jury vom 7. November 2008 wird vom Rat der Stadt Münster bestätigt. Der 
„Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie 2009“ wird dem rumänischen Dichter Caius 
Dobrescu und seinem Übersetzer Gerhardt Csejka für den Gedichtband „Ode an die freie Unter-
nehmung“ zuerkannt. 
Der Autor und sein Übersetzer erhalten je 50 % der Preissumme. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass Kosten in Höhe von 15.500,00 €, aber keine Folgekosten 
entstehen. 
 
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt aus dem doppischen Haushalt zu finanzieren: 
 
Aufwendungen 
 Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen 
 
Produktgruppe 
0401 
Kulturmanagement/Kulturförderung 
 
2009 15.500,00  
Teilergebnisplan 
Zeile 16 
Sonstige ordentliche Aufwendungen    
insgesamt:   15.500,00  
 
Der Betrag ist bereits im Entwurf des doppischen Haushaltsplans 2009 enthalten. 
Vorlagen-Nr.: 
V/1022/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Wistokat 
Ruf: 
492 41 04 
E-Mail: 
Wistokat@stadt-muenster.de  
Datum: 
24.11.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/1022/2008 
 
 
Begründung: 
 
Anlässlich des Stadtjubiläums 1993 hat der Rat der Stadt Münster den „Preis für Europäische Po-
esie“ gestiftet (siehe Vorlage 82/92) und dafür folgenden Stiftungszweck festgelegt: 
 
„Mit dem Preis für Europäische Poesie der Stadt Münster sollen ein international rezipierter Lyrik-
band und seine eigenständige Übersetzung prämiert werden. Dabei sollen entweder der Gedicht-
band oder die Übersetzung deutschsprachig sein. 
 
Die Auslobung des Preises sollte nach dem Willen des Rates durch eine fünfköpfige unabhängige 
Fachjury erfolgen, die aus folgenden ad personam vom Rat berufenen Mitgliedern besteht: 
 
Frau Cornelia Jentzsch, Herr Michael Braun, Herr Urs Allemann, Herr Johann P. Tammen, Herr 
Norbert Wehr. 
 
Die Berufung der Jurymitglieder gilt unbefristet, die Rotation einzelner ist aber möglich. Die Jury 
hat in ihrer ersten Sitzung am  03.06.1992 ihrem Auftrag gemäß die Modalitäten für das Auswahl-
verfahren festgelegt. 
 
In seiner Sitzung am 11.12.1996 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, die Preissumme von 
25.000 DM für die Preisverleihung 1997 um 5.000 DM auf insgesamt 30.000 DM zu erhöhen. Mit 
dem Beschluss vom 11.11.1998 wurde die Erhöhung in Ergänzung des ursprünglichen Ratsbe-
schlusses von 1993 auf die Preisverleihung 1999 ff. ausgeweitet. 
 
Am 7. November 2008 hat die Jury die Preisträger für den Preis der Stadt Münster für Europäische 
Poesie 2009 ermittelt. Die Sitzungsleitung lag bei der Vorsitzenden des Kulturausschusses, Frau 
Beate Vilhjalmsson, die mit beratender Stimme an der Jurysitzung teilgenommen hat.  
Der Preis wird im Rahmen des Lyrikertreffens am 29. März 2009 im Festsaal des Erbdrostenhofes 
verliehen.  
 
Die Jury hat ihre Entscheidung wie folgt begründet: 
 
Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie 2009 an Caius Dobrescu und Gerhardt Csejka. 
 
Caius Dobrescu und sein Übersetzer aus dem Rumänischen, Gerhardt Csejka erhalten für den 
Band „Ode an die freie Unternehmung“, der 2007 als RanitzDruck Nr. 13 der Edition Thanhäuser 
(Ottensheim an der Donau, Österreich) erschienen ist, den mit 15.500,00 Euro dotierten Preis der  
Stadt Münster für Europäische Poesie 2009. 
 
Die Jury ist überzeugt davon, mit dem 1966 in Bra şov (Kronstadt)/Siebenbürgen geborenen Caius 
Dobrescu, von dem auf Rumänisch unter anderem die vier Gedichtbände  „Efebia“, (1994;), 
„Spălându-mi ciorapii“ („Beim Strümpfewaschen“, 1994), „Dragi tovarăşi sau Recviem pentru anii 
60“ („Liebe Genossen oder Requiem für die 60er Jahre“,1995), „Deadevă“ („Echtwah“, 1999) und 
der Roman „Balamuc sau Pionierii spaţiului“ („Irrenhaus oder Die Pioniere des Raums“, 1994) vor-
liegen, einen der originellsten, ästhetisch und intellektuell wagemutigsten Autoren nicht nur der 
jüngeren rumänischen Literatur auszuzeichnen. 
 
Mit dem 1945 in Zăbrani (Guttenbrunn) im rumänischen Banat geborenen Gerhard Csejka, der seit 
1986 in Deutschland lebt, würdigt die Jury einen der profiliertesten Übersetzer aus dem Rumäni-
schen, der unter anderem durch die Übertragung von Werken Mircea Eliades und Mircea 
Cărtărescus hervorgetreten ist. 
 
Der von der Jury als preiswürdig erkannte Band „Ode an die freie Unternehmung“, bei dem es sich 
um die erste deutschsprachige Buchpublikation Caius Dobrescus handelt, enthält 35 Gedichte,

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V/1022/2008 
deren jedes seinerseits den Titel „Ode an die freie Unternehmung“ trägt. Diese Oden verdienen 
den Preis für Europäische Poesie unter anderem: 
 
- weil es sich bei ihnen um „eine völlig unbekannte Pflanze“ (Dobrescu) handelt, wir in ihnen 
„dem An-nichts-anderes-Erinnernden“ begegnen, dem so noch nicht Gehörten; 
 
- weil sie sich in Grenzbereiche vorwagen, wo Bild, Klang und Gedanke sich gegenseitig den 
Boden unter den Füßen wegziehen, was zu mirakulösen Debakeln, poetisch wie intellektu-
ell reizvollen Katastrophen führt, dem „Schockerlebnis“ etwa, „dass keine Bilder mehr zu 
sehen“ sind, „sondern nur noch Töne“; 
 
- weil sie geschrieben sind „für alle, die über dem lohenden Kessel eines Schmelzofens 
 hängen oder sich über einem 55 Stockwerke tiefen Abgrund nur mit den Fingernägeln fest-
halten“ – für uns alle also; 
 
- weil sie das von Gertrude Stein formulierte Leitmotiv der poetischen Moderne („eine rose ist 
eine rose ist eine rose“) nicht bloß aufgreifen, sondern über sich hinaus ins Absurde trei-
ben: „Eine Explosion ist eine Explosion ist eine Explosion“; 
 
- weil sie nicht wissen, wovon sie handeln, wo sie herkommen: „Die wahre Ode ... weiß 
 nicht wie der Hase läuft. Sie entsteht direkt in die Ratlosigkeit hinein“; 
 
- weil sie antreten, „die Ungewissheit“, das Lebenselixier des zeitgenössischen Menschen, 
nicht zu bejammern, sondern „von innen heraus zu lobpreisen ... Der Zweifel als Vibration, 
als Musik“. 
 
Dafür, dass er es möglich macht, diese Musik, die ebensoviel zu denken wie zu genießen gibt, 
auch auf Deutsch zu hören, verleiht die Jury Gerhardt Csejka den Übersetzerpreis. 
 
 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Dr. Hanke 
Stadträtin

Beratungsverlauf (3)

10.12.2008 Kulturausschuss
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.12.2008 Hauptausschuss
TOP 18 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.12.2008 Rat
TOP 23 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/1022/2008
Typ
Vorlagen
Datum
24.11.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37