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V/0908/2016

Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungssicherheit von Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf

Vorlagen 09.11.2016

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Berichtsvorlage

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Masterplan Quartiere mit Anhaengen

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Berichtsvorlage

18954 Zeichen

V/0908/2016 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Sozialamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungssicherheit von Menschen mit 
Pflege- und Unterstützungsbedarf 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
18.01.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und 
  Arbeitsförderung Einbringung 
19.01.2017 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 
30.01.2017 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 
02.02.2017 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht 
22.02.2017 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
08.03.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und  
 Arbeitsförderung Bericht 
22.03.2017 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 
22.03.2017 Rat Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1. Antrags- und Beschlusslage 
Mit ihrem Antrag an den Rat A-R/0053/2012 „Masterplan Quartier – Versorgungssicherheit für 
Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sichern – Infrastruktur zukunftsgerecht weiter-
entwickeln“ regt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an, ein grundständiges Konzept mit 
verbindlichen Leitlinien und Handlungshilfen zur Ermöglichung eines selbstbestimmten Wohnens 
und Lebens bei gesicherter Pflege und Unterstützung im Quartier zu entwickeln. Der Hauptaus-
schuss hat die Verwaltung am 13.03.2013 (Beschluss zur Vorlage V/0128/2013) zunächst beauf-
tragt, das weitere Verfahren zur Prüfung und ggf. Umsetzung der Einzelanliegen des Antrags im 
Rahmen einer gesonderten Vorlage darzustellen. Mit Vorlage V/0835/2013 hat die Verwaltung 
daraufhin die generellen Anforderungen an altengerechte Quartiersentwicklung, ferner bestehen-
de und in Entwicklung befindliche Ansätze sowie Andockpunkte an bestehende Aufgabenberei-
che und Programme in Münster dargestellt. In dem Zusammenhang hat die Verwaltung angeregt, 
zum einen ein gesamtstädtisches sozialraumorientiertes Handlungskonzept, einen Masterplan 
Quartier, zu entwickeln. Parallel zur Entwicklung des Masterplans sollten außerdem in einem 
oder mehreren ausgewählten Teilgebieten Ansätze für die Entwicklung von altengerechten Quar-
tieren mit dort bestehenden oder neu zu gründenden Netzwerken praktisch erarbeitet werden. Mit 
Beschluss vom 11.12.2013 stimmte der Rat dem Eckpunktepapier zu und beauftragte die Ver-
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0908/2016 
Auskunft erteilt: 
Frau Menke 
Herr Treutler 
Ruf: 
492-5025 
492-5026 
E-Mail: 
MenkeChristine@stadt-muenster.de 
Treutler@stadt-muenster.de 
Datum: 
09.11.2016 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0908/2016 
 
waltung, eine Förderung des Projekts Masterplan Quartier nach dem Landesförderplan Alter und 
Pflege des neuen Alten- und Pflegegesetzes (APG) zu prüfen und ggf. eine Förderung zu bean-
tragen. Die Verwaltung war diesem Beschluss gefolgt und hatte mit dem Ministerium für Gesund-
heit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW im Frühjahr 2014 Förderperspektiven erörtert. Obwohl 
die Verabschiedung des APG und somit des Landesförderplans noch nicht erfolgt waren, wurde 
eine modellhafte Förderung durch das Land NRW in Aussicht gestellt und beantragt. Durch die 
über den Landeshaushalt verhängte Haushaltssperre 2014 konnte die Förderung jedoch nicht 
bewilligt werden. Ein aktualisierter Antrag nach Aufhebung der Haushaltssperre ließ sich nicht 
mehr realisieren, nachdem das APG verabschiedet war und das Land erste Fördermaßnahmen 
im Rahmen des Landesförderplans Alter und Pflege angeboten hatte. Auf dieser Grundlage war 
es jetzt möglich, Fördermittel für eine altengerechte Quartiersentwicklung in einem (konkreten) 
Quartier zu beantragen. Die Verwaltung hat daraufhin einen Antrag für das Quartier Hiltrup-Ost 
an das Land gerichtet. Hierfür wurde eine Quartiersentwicklerin eingestellt, die seit Oktober 2015 
diese Aufgabe wahrnimmt. Eine Förderung für die Entwicklung eines gesamtstädtischen Kon-
zepts „Masterplan Quartier“ war jedoch nicht mehr möglich. Für die Erarbeitung dieses Master-
plans wurde daher aus den bereitgestellten Mitteln für 8 Monate eine 0,8-Stelle eingerichtet, die 
etwa zeitgleich mit Beginn des Projekts in Hiltrup-Ost mit der Entwicklung des Masterplans star-
ten sollte.  
 
2. Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere 
Vorgelegt wird nun ein Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungssicherheit 
für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf, in den u. a. erste Erfahrungen aus dem Mo-
dellquartier Hiltrup-Ost eingeflossen sind. Neben der Auswertung zahlreicher Veröffentlichungen 
sowohl aus dem deutschsprachigen als auch internationalem Raum wurden auch aktuelle Ent-
wicklungen und Vorgaben zum Themenspektrum in Münster ausgewertet und einbezogen. Das 
Land NRW bietet inzwischen vielseitige Informationen und Veranstaltungen zum Thema altenge-
rechte Quartiersentwicklung an. 
Dieser Masterplan präsentiert sich als flexibles Rahmenkonzept für ein abgestimmtes und me-
thodisches Vorgehen exemplarisch in Bezug auf altengerechte, inklusive Quartiere, nicht jedoch 
als umfassendes und geschlossenes Planwerk, das verbindliche Schablonen für die Entwick-
lungsprozesse in den Quartieren grundsätzlich bereitstellt. Gleichwohl zeigt der Masterplan auf, 
dass auch Konzepte notwendig sind, die sich auch an jüngere Generationen richten, um eine 
tragfähige Infrastruktur für die Quartiere schaffen zu können. 
Das vorliegende Rahmenkonzept bietet ein anpassungsfähiges ‚Prozessdesign‘ an, das einer-
seits Vorgehensweisen für Projektquartiere vorstellt, andererseits Anregungen für eine gesamt-
städtische Vernetzung relevanter Akteure zum fachlichen Austausch und zur Stärkung der Quar-
tiersperspektive vermitteln möchte. Es bietet damit einen Baustein im Rahmen eines grundsätzli-
chen Quartiersentwicklungskonzeptes, das auch andere schon praktizierte oder auch in der Ent-
wicklung befindliche Quartierskonzepte in der Stadt miteinander vernetzt. Dies grundsätzliche 
Quartierskonzept soll 2017 entwickelt und mittel- bis langfristig für alle Teilräume angestrebt wer-
den. 
Der Bericht legt einen Quartiersbegriff zugrunde, der einen überschaubaren und als zusammen-
hängend wahrgenommenen Nahraum beschreibt. Anders als Einheiten der statistischen Ge-
bietsgliederung (statistische Bezirke/Stadtteile, Stadtzellen) haben Quartiere keine eindeutigen, 
allgemeinverbindlichen Umrisse. Aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner desselben Viertels 
können dessen Grenzen unterschiedlich weit gezogen sein, zum Beispiel in Abhängigkeit von der 
Mobilität der Menschen. Für die praktische Umsetzung altengerechter, inklusiver Quartiersent-
wicklung empfiehlt der Bericht vorerst, keine größeren Einheiten als Stadtteile mit der Option 
auszuwählen, innerhalb ihrer Grenzen möglicherweise mehrere Quartiere zu entdecken. 
Jedes Quartier hat eine eigene Struktur, Geschichte, Kultur, egal ob innerstädtisches Quartier 
oder im Außenbereich. Daher werden im Masterplan Empfehlungen gegeben, die individuell aus-
gewählt zu individuellen Ergebnissen führen werden. Da die Wünsche und Bedarfe der Bewoh-
nerinnen und Bewohner in den Quartieren im Vordergrund stehen, dazu die jeweiligen Möglich-
keiten sowohl von ehrenamtlicher als auch professioneller Seite, kann es keinen einheitlichen

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Fahrplan geben. Jedes Quartier kann hier jedoch Bausteine für das Angehen dieses Themas 
finden. 
Der vorliegende Masterplan stellt die Zielgruppen, die von einer altengerechten, inklusiven Quar-
tiersentwicklung profitieren können, und die Themenfelder im Rahmen einer Bestandsaufnahme 
für Münster dar. Neben Älteren und Menschen mit Behinderung können zahlreiche weitere Be-
wohnerinnen und Bewohner von einer Stärkung der Nachbarschaften und einem unterstützenden 
Umfeld profitieren, dazu gehören namentlich Familien, Kinder und Jugendliche. Wichtige Akteure 
sind außerdem die, die alltagsrelevante Güter und Dienstleistungen im Viertel anbieten oder dort 
künftig präsent sein möchten. Gleiches gilt für örtliche Anbieter von Hilfen, Vereine und weitere 
zivilgesellschaftliche Gruppen. Alle, die in einem Quartier leben, sind aufgerufen, sich einzubrin-
gen. Des Weiteren werden vorhandene Strukturen wie z.B. die stadtteilbezogenen Arbeitskreise 
„Älter werden in Münster“, Initiativen wie Anti-Rost, „von Mensch zu Mensch“ und Programme wie 
„Bewegt älter werden in Münster“ zusammengestellt. Da ein besonderer Blick auf das Thema 
Wohnen und Pflege zu legen ist, wurde auch hierzu eine Bestandsaufnahme durchgeführt und 
positive Beispiele herausgestellt. Eine Reihe kleinräumiger Daten (auf der Basis der 174 Stadt-
zellen) wurde aufbereitet, um die Verteilung der Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf 
auf der einen und die für sie heute vorhandenen dezentralen Angebote auf der anderen Seite 
gegenüberzustellen. Darüber hinaus wurden verschiedene (Bevölkerungs-)Indikatoren herange-
zogen, um zwei Dimensionen anzuleuchten: Stadtbereiche, in denen wahrscheinlich viele Pflege- 
und Unterstützungsbedürftige mit einem mangelnden Unterstützungs- und Versorgungsangebot 
leben (Defizite), sowie Teilgebiete der Stadt mit beispielhaften Angeboten, die für die Quartiers-
entwicklung anregend sein könnten (Potenziale). 
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung ist beteiligungsbasiert. Die Bewohnerinnen und 
Bewohner des Viertels kennen sich in ihrem Quartier aus, sie können dessen Stärken und 
Schwächen identifizieren, außerdem Aktionsrichtungen und Ansätze für Einzelvorhaben bestim-
men und nach Wichtigkeit sortieren. Um ein Quartier gemeinsam zu gestalten, muss allerdings 
jemand den Prozess in Gang setzen, dem Vorgehen inhaltliche und methodische Impulse und 
Orientierung geben; ein Quartiersentwickler oder eine Quartiersentwicklerin muss den Diskurs 
moderieren und mithelfen, vereinbarte Maßnahmen zu realisieren. Schließlich bedeutet ein ge-
meinsames Vorgehen, gerade auch Menschen mit weniger Beteiligungsbereitschaft einzubinden. 
Wo altengerechte Quartiersentwicklung begonnen wird, empfiehlt der Masterplan, einige Grund-
regeln zu beachten. Hierzu gehören ein umsichtiges, zunächst exploratives und in der Folgezeit 
lernbereites Vorgehen, für den Prozess wichtige Aspekte sind ferner lokale Spezifika. Mit den 
Akteuren vor Ort sollten vordringliche Handlungsansätze erschlossen, Ziele formuliert sowie Ko-
operationsstrukturen aufgebaut werden, die das Projekt überdauern. Die Themen Evaluation und 
Verstetigung sollten von Anfang an mitgedacht werden. Quartiersvereine oder verlässliche netz-
förmige Arbeitsstrukturen vor Ort könnten dauerhafte Strukturen wie einen Quartiersstützpunkt 
oder ein Quartierszentrum bzw. Dorfgemeinschaftshaus als Begegnungsstätte und Beratungs-
zentrum tragen. 
 
3. Aktuelle Entwicklungen zur altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung 
Neben der Stadt Münster wollen und werden etliche weitere Akteure in diesem Themenfeld aktiv 
werden, einige sind bereits gestartet, andere haben Förderanträge gestellt oder bereiten Anträge 
vor. Das vom Caritasverband für die Stadt Münster durchgeführte Vorhaben für die Stadtteile 
Aaseestadt/Pluggendorf wird von der Stiftung Wohlfahrtspflege gefördert, im gleichen Bereich 
führt die Wohn+Stadtbau GmbH das Audit „Generationengerechtes Quartier“ durch. Für eine 
zusätzliche Förderung aus dem Landesförderplan Alter und Pflege konnten Mittel für die Quar-
tiersentwicklung eines weiteren Quartiers in Münster, nämlich für Rumphorst, akquiriert werden. 
Dieses wird die Diakonie Münster umsetzen. Das Projekt der Caritas hat im Sommer 2016 be-
gonnen, das Projekt der Diakonie kann voraussichtlich Ende 2016 starten. 
Neben diesen beiden Projekten, die die altengerechte, inklusive Entwicklung eines näher defi-
nierten Quartiers im Blick haben, gibt es Träger, die einen sozialraumorientierten (Nah-)Ver-
sorgungsansatz verfolgen, indem sie an der Entwicklung der Ressourcen im sozialen Nahraum 
mitwirken, um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen zu verbessern, mit denen sie schon

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V/0908/2016 
 
Kontakt haben oder Kontakte knüpfen möchten. Hierunter fallen die schon länger in Münster be-
stehenden Quartiersstützpunkte der Ambulanten Dienste e.V. „An der Aa“, „Gievenbeck“ und seit 
diesem Jahr auch am „Platanenhof“. Weitere Träger wie z.B. das Cohaus-Vendt-Stift haben Kon-
zepte entwickelt, wie sie in ihrem näheren Umfeld gemeinsam mit professionellen wie ehrenamt-
lichen  Akteuren Menschen mit Unterstützungsbedarf Hilfen anbieten können und neue Angebote 
schaffen wollen. Auch das Mehrgenerationenhaus Mathildenstift will dies aufgreifen und mit Un-
terstützung Ehrenamtlicher für die nördliche Altstadt und das Kreuzviertel tätig werden. Eine För-
derung ist beantragt.  
Um diese Aktivitäten zu bündeln, wurde bereits ein gesamtstädtischer Arbeitskreis gebildet, um 
einen regelmäßigen Austausch zu gewährleisten. Dieser Arbeitskreis wird von der Sozialplanung 
des Sozialamts moderiert. Neben der Erörterung einiger grundlegender Fragen, deren Ergebnis-
se in den Masterplan eingeflossen sind, koordiniert der Arbeitskreis die Umsetzung der aktiven 
und geplanten Vorhaben im Diskurs. Um auch andere Akteure aus dem weiten Spektrum der 
altengerechten Quartiersentwicklung für dieses Thema der Zukunft zu gewinnen, ist für 2017 eine 
Fachtagung geplant, die neben der Vorstellung von Erfahrungen auch die Chancen und Möglich-
keiten für Akteure aufzeigen sollen, die mit ihren bzw. den Leistungen und Diensten ihrer Mitglie-
der unterschiedliche Bereiche des Alltags bedienen (Kammern, Verbände). 
 
4. Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf 
Zum Thema „Wohnen im Alter“ in Münster gibt es bereits eine Reihe von Ansätzen und Maß-
nahmen (vgl. z.B. Vorlage V/0798/2005 Wohnen im Alter).  
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung nimmt jedoch nicht nur das Thema Wohnen in den 
Blick. Aspekte der Teilhabe zur Sicherung eines würdevollen, inklusiven und selbstbestimmten 
Lebens, bürgerschaftlichem Engagement und des Gesundheitswesens sollen miteinander ver-
bunden werden, um den Verbleib in der (möglicherweise altengerecht angepassten) Wohnung zu 
unterstützen. So können z.B. pflegerische Angebote in modellhaften Kooperationen auf das 
Quartier bezogen werden, und es sollen auch Angebote zur Unterstützung und Entlastung pfle-
gender Angehöriger vor Ort verfügbar sein. Für Wohnen im Quartier soll eine möglichst breite 
Versorgungssicherheit gewährleistet sein, die zum einen die alltäglichen Bedarfe (nicht nur) älte-
rer Menschen deckt (Lebensmittel, Ärzte, Apotheken, Frisör, Reha-Angebote, etc.), zum anderen 
auch die Einbindung in das gesellschaftliche Leben (Förderung der Teilhabe) berücksichtigt. So 
können Angebote für Ehrenamtliche geschaffen werden, die sowohl eine sinnvolle und erfüllende 
Freizeitbeschäftigung darstellen, als auch möglicherweise anderen benachteiligten Menschen 
wieder zu Gute kommen. Ebenso sollen Angebote für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln 
die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und einer Vereinsamung entgegenwirken.  
Mit dem neuen Alten- und Pflegegesetz wurde das Aufgabenspektrum der ehemaligen Kommu-
nalen Pflegekonferenz um das Thema Alter erweitert, sie heißt nun Kommunale Konferenz für 
Alter und Pflege. U. a. wird dort jährlich der verbindliche Pflegebedarfsplan beraten, der nachfol-
gend vom Rat beschlossen wird. Ziel für Münster ist es, das Angebot an neuen/alternativen 
Wohn- und Pflegeformen auszuweiten und neue Pflegearrangements zu entwickelt. Die Men-
schen sollen auch mit Pflege- und Unterstützungsbedarf so lange wie möglich und gewünscht in 
ihren Wohnungen, wenigstens jedoch im vertrauten Quartier oder Stadtteil wohnen bleiben kön-
nen. Dazu bedarf es auch der Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen. 
Die Konferenz Alter und Pflege wird eine Arbeitsgruppe bilden, die ggf. unter Einbezug externer 
Expertinnen und Experten erörtern soll, wie für ein Teilgebiet Münsters modellhaft für eine alten-
gerechte inklusive Quartiersentwicklung insbesondere umfassende Angebote zur Pflege und Un-
terstützung bedarfsgerecht geschaffen werden können. Dabei sollen besonders die Quartiere, in 
denen bereits mit dem Prozess einer altengerechten Quartiersentwicklung begonnen wurde, in 
den Fokus genommen werden. Ebenso soll auf die Erfahrungen zurückgegriffen werden, die sei-
nerzeit bei der Entwicklung für altengerechtes Wohnen und Pflege in Handorf gemacht wurden.  
 
5. Weiteres Vorgehen, Ausblick

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Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung ist ein andauernder, fortlaufender Prozess. Die 
bereits initiierten Quartiersentwicklungsprojekte werden unterschiedliche Erfahrungen aufzeigen, 
wie derartige Prozesse durchgeführt werden können. Hieraus können sich ein Leitfaden für zu-
künftige Angebote der Altenhilfe und Pflege entwickeln, darüber hinaus möglicherweise Empfeh-
lungen für die gesamtstädtische Perspektive (Stadtentwicklung) mit der Zielrichtung keiner weite-
ren spezialisierten Großeinrichtungen, sondern wohnortnaher Versorgungs- und Unterstützungs-
arrangements. Der Wunsch der Menschen nach lebenslangem selbstbestimmten Wohnen mög-
lichst im gleichen Quartier mit einer Steigerung der Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bür-
ger soll gewahrt werden. 
Sicher ist, altengerechte Quartiersentwicklung ist kein zeitlich begrenztes Vorhaben sondern eine 
Daueraufgabe, die sich im Laufe der Umsetzung von Maßnahmen verändern wird. Mit Beginn 
eines Projekts ist der Aufwand hoch, um Akteure zu gewinnen, Bürgerinnen und Bürger zu akti-
vieren, die Bedarfe zu ermitteln und Möglichkeiten zur Umsetzung zu schaffen. Wichtig ist dabei 
immer, den Kontakt zu den Menschen im Quartier zu halten. Nach Ablauf einer Projektphase, in 
der sowohl bürgerschaftliches als auch institutionelles Engagement aufgebaut und solidarische 
Netze gebildet wurden, wird eine weitere Begleitung im Quartier erforderlich sein, da sowohl die 
Menschen als auch die Aktivitäten und Initiativen sich mit ihnen verändern; auf diese Verände-
rungen muss reagiert werden. Damit erreichte Erfolge nicht im Sand verlaufen, muss eine Form 
der weiteren Begleitung der altengerechten, inklusiven Quartiere - möglicherweise mit einem 
„Kümmerer“ - geschaffen werden. Zunächst sind jedoch die Erfahrungen aus den gestarteten und 
geplanten altengerechten Quartiersentwicklungsprojekten abzuwarten, deren Verlauf fortlaufend 
zu beobachten und auszuwerten, damit im Sinne der Nachhaltigkeit rechtzeitig über die weitere 
Begleitung der Quartiersaktivitäten beraten werden kann. Zur Weiterentwicklung eines umfas-
senden und nachhaltigen Quartiersentwicklungskonzeptes liefern die Erfahrungen aus dem vor-
gelegten Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere wichtige Erkenntnisse und können jetzt 
schon als Bausteine verwandt werden. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
 
 
Anlage: 
Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere – Gesamtstädtisches Konzept für Münster

Masterplan Quartiere mit Anhaengen

389522 Zeichen

Masterplan   
altengerechte , inklusive   
Quartiere  
 
Versorgungssicherheit für Menschen  
 mit Pflege- und Unterstützungsbedarf 
 
 
 
Gesamtstädtisches Konzept für Münster 
 
 
Münster, im Oktober 2016  
Anlage zu Vorlage 
V/0908/2016

2 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Stadt Münster, Sozialamt 2016 
Bearbeiter: Marc Gottwald-Kobras, Dipl.-Ing. Raumplanung

Inhalt 
3 
Inhalt  
Inhalt .................................................................................................................................................... 3 
Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................................... 5 
Zusammenfassung ............................................................................................................................... 7 
1 Einführung .......................................................................................................................................... 11 
2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik ................................................................................. 16 
2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen / Demografischer Wandel ............................................ 16 
2.2 Aktuelle Entwicklungen in den berührten fachlichen Feldern .................................................... 20 
2.3 Rahmenbedingungen und Programmatik.................................................................................... 28 
3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen ................................................................................................ 34 
3.1 Übergeordnete Ziele des Masterplans ........................................................................................ 34 
3.2 Quartier und Quartiersentwicklung ............................................................................................. 36 
4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland ......................................................... 50 
4.1 Europa .......................................................................................................................................... 50 
4.2 Deutschland ................................................................................................................................. 54 
5 Bestandsaufnahme für Münster ........................................................................................................ 58 
5.1 Gesamtstädtische Entwicklung im Themenfeld .......................................................................... 58 
5.2 Akteure und Netzwerke ............................................................................................................... 66 
5.3 Analyse der themenbezogenen Raum- und Sozialstrukturen ..................................................... 74 
5.4 Zwischenfazit I: Hinweise auf Schwerpunktbedarfe .................................................................... 92 
5.5 Zwischenfazit II: Ansätze der Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit bei Pflege- und 
Unterstützungsbedarf in Münster .............................................................................................. 94 
6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren .............................................................................. 97 
6.1 Ein Quartier ‚aufschließen‘ und Partner gewinnen ..................................................................... 97 
6.2 Kooperationsstrukturen im Quartier ......................................................................................... 100 
6.4 Rollenverständnis von Quartiersentwickler/innen .................................................................... 102 
6.5 Evaluation – Ziele und Rahmenbedingungen im Blick behalten ............................................... 104 
6.6 Verstetigung ............................................................................................................................... 105

Inhalt 
4 
7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren ........................................................................................ 107 
7.1 Grundempfehlungen – Schwerpunktsetzungen für Quartierstypen ......................................... 107 
7.2 Projektempfehlungen für verschiedene Handlungsfelder ........................................................ 109 
8 Gesamtstädtische Vernetzung und ressortübergreifendes Handeln ............................................... 128 
8.1 Netzwerk-Prozess ...................................................................................................................... 128 
8.2 Neue Initiativen motivieren ....................................................................................................... 129 
9 Ausblick ............................................................................................................................................. 130 
9.1 Informationssystem und Datenlage .......................................................................................... 130 
9.2 Beratung und Fortbildung altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung .............................. 130 
9.3 Perspektiven .............................................................................................................................. 131 
Verwendete und empfohlene Literatur .............................................................................................. 132 
Anhang ................................................................................................................................................ 137

Abbildungsverzeichnis 
5 
Abbildungsverzeichnis:  
Abbildung 1:  Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland im zeitlichen Vergleich bis 2060 
  (Projektionen) ............................................................................................................. 18 
Abbildung 2:  Familienstandsstruktur der Bevölkerung 2014 ........................................................... 19 
Abbildung 3:  Zimmergrößen in Pflegeeinrichtungen ........................................................................ 22 
Abbildung 4:  Trägerstruktur der Pflegeheime .................................................................................. 22 
Abbildung 5:  Pflegearten in Deutschland 2013 ................................................................................ 24 
Abbildung 6:  Auszug Landesförderplan Alter und Pflege 2016, Förderbereich 1. ............................ 29 
Abbildung 7:  Definitionsansatz 'Quartier als Fuzzy Place'. ............................................................... 37 
Abbildung 8:  Intergenerationeller Unterstützungsquotient, Ist bis 2011 und Projektion  
 (Veränderung 2015 bis 2030) ...................................................................................... 45 
Abbildung 9:  Beispiel Steuerungsmodell und Akteure der altengerechten, inklusiven  
 Quartiersentwicklung nach Wohnquartier❹. ............................................................. 48 
Abbildung 10:  Warnschild in Großbritannien. .................................................................................... 50 
Abbildung 11:  Homepage des  Lorraine-Breitenrain-Leist, ältester Quartierverein in Bern. ............. 53 
Abbildung 12:  Seniorennetz Gelsenkirchen Stand 2011. .................................................................... 56 
Abbildung 13:  Stadtquartierplanung Berlin-Schöneberg. ................................................................... 57 
Abbildung 14:  Bevölkerungspyramide 2013/2020. ............................................................................ 58 
Abbildung 15:  Bevölkerungsprognose der  ab-60-jährigen 2013-2020. ............................................. 59 
Abbildung 16:  Akteursstruktur Stadtsportbund Münster - Bewegt älter werden...,  
 Bewegt gesund bleiben... ............................................................................................ 69 
Abbildung 17:  Münsters Stadtteile –Ältere in Privathaushalten absolut in 2 Altersklassen. ............. 76 
Abbildung 18:  Anteil der Haushalte der 80-Jährigen und älter an allen Haushalten. ........................ 80 
Abbildung 19:  Zu- und Abwanderung national seit 1950. .................................................................. 81 
Abbildung 20:  Altersaufbau der Bevölkerung Münsters am 31.12.2015. .......................................... 82 
Abbildung 21:  Anteil der 60-Jährigen und älter mit Migrationsvorgeschichte. .................................. 83 
Abbildung 22:  Anteil der 65-Jährigen und älter im Grundsicherungsbezug (GSiG) am 31.12.2015. .. 84 
Abbildung 23:  Anforderungen bei einer Taxibus-Bestellung. ............................................................. 88 
Abbildung 24:  Konstituierende Sitzung Arbeitskreis Hiltrup-Ost im Februar 2016  
 im Vereinsheim des TUS Hiltrup als Beispiel. ............................................................ 101

Abbildungsverzeichnis 
6 
Abbildung 25:  Bewegungsangebot Kreuzviertel ............................................................................... 112 
Abbildung 26:  Boulespiel .................................................................................................................. 113 
Abbildung 27:  Mögliches Präsent für Bewohner/innen: Warnweste zur besseren Sichtbarkeit  
 im Straßenraum. ........................................................................................................ 117 
Abbildung 28:  Aktionstag Mobilität kennt keinen Ruhestand des Zukunftsnetz Mobilität NRW  
 am 29.02.16. .............................................................................................................. 117 
Abbildung 29:  Hohe Frequenz – Werbung an der öffentlichen Toilette der Wall AG, Berlin 
 Alexanderplatz. .......................................................................................................... 118 
Abbildung 30:  Mögliche Bausteine eines Quartierszentrums. ......................................................... 126 
Abbildung 31:  Garten mit barrierefreiem Hochbeet. ....................................................................... 127

Zusammenfassung 
7 
Zusammenfassung  
Im gewohnten oder selbst gewählten Viertel selbstbestimmt leben, so lange wie möglich, auch im 
Alter, bei Pflegebedürftigkeit oder bei Hilfebedarfen im Alltag – diesem Idealziel folgt eine Sicht- und 
Denkweise, nach der sich vorrangig Wohnumfeld und Infrastruktur an die Lebenslagen der Menschen 
anpassen müssen, nicht oder nur in zweiter Linie die Menschen an bestehende Versorgungsangebo-
te. Diese Logik bildet den roten Faden einer altengerechten und inklusiven Quartiersentwicklung; sie 
unterscheidet sich von klassischen, auf einzelne Angebotssäulen gerichteten Beobachtungs- und 
Bewertungsmustern (sozialer) Infrastrukturplanung mit Blick auf Gegenstände, Vorgehen und ange-
peilte Ergebnisse.  
Auftragsgrundlage des vorliegenden Berichts ist der Beschluss des Rates vom 11.12.2013 zur Vorlage 
V/0835/2013. Neben einer testförmigen ‚Quartiersentwicklung von unten‘ in einem Teilgebiet Müns-
ters (ausgewählt wurde später Hiltrup-Ost) sollte die Verwaltung einen gesamtstädtischen „Master-
plan Quartier“ (Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf) erarbei-
ten. Mit dem Masterplan sollte ein grundlegendes Konzept vorgelegt werden, das verbindliche Leitli-
nien und Handlungshilfen anbietet, selbstbestimmtes Leben bei gesicherter Pflege und Unterstüt-
zung im Quartier möglich zu machen. Der Quartiersentwicklungslogik folgend verknüpft der Ratsbe-
schluss den Masterplan Quartier ausdrücklich mit der verbindlichen Perspektive, keine weiteren 
Groß- und Sondereinrichtungen zu bauen, sondern zunehmend quartierbezogene Wohn-, Pflege- 
und andere Hilfeangebote zu errichten.  
Dieser Masterplan präsentiert sich als flexibles Rahmenkonzept für ein abgestimmtes und methodi-
sches Vorgehen, nicht jedoch als umfassendes und geschlossenes Planwerk, das verbindliche Schab-
lonen für die Entwicklungsprozesse in den Quartieren bereitstellt. Das Rahmenkonzept bietet statt-
dessen ein anpassungsfähiges ‚Prozessdesign‘ an, das einerseits Vorgehensweisen für Projektquar-
tiere vorstellt, andererseits Anregungen für eine gesamtstädtische Vernetzung relevanter Akteure 
zum fachlichen Austausch und zur Stärkung der Quartiersperspektive vermitteln möchte. 
Der Bericht legt einen Quartiersbegriff zugrunde, der einen überschaubaren und als zusammenhän-
gend wahrgenommenen Nahraum beschreibt. Anders als Einheiten der statistischen Gebietsgliede-
rung (statistische Bezirke/Stadtteile, Stadtzellen) haben Quartiere keine eindeutigen, allgemeinver-
bindlichen Umrisse. Aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner desselben Viertels können dessen 
Grenzen unterschiedlich weit gezogen sein, zum Beispiel in Abhängigkeit von der Mobilität der Men-
schen. Für die praktische Umsetzung altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung empfiehlt der 
Bericht vorerst, keine größeren Einheiten als Stadtteile mit der Option auszuwählen, innerhalb ihrer 
Grenzen möglicherweise mehrere Quartiere zu entdecken.  
Für den Masterplan wurden Veröffentlichungen aus Theorie und Praxis der Quartiersforschung sowie 
der sozialraumorientierten Arbeit herangezogen; ferner wurde eine Reihe von Expertisen, Untersu-
chungen und Planungen bezogen auf die Stadt Münster ausgewertet. Eingeflossen sind außerdem die 
themenrelevanten politischen Beschlüsse der vergangenen Jahre.  
Eine Reihe kleinräumiger Daten (auf der Basis der 174 Stadtzellen) wurde aufbereitet, um die Vertei-
lung der Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf auf der einen und die für sie heute vor-
handenen dezentralen Angebote auf der anderen Seite gegenüberzustellen. Darüber hinaus wurden 
verschiedene (Bevölkerung-)Indikatoren herangezogen, um zwei Dimensionen anzuleuchten: Stadt-
bereiche, in denen wahrscheinlich viele Pflege- und Unterstützungsbedürftige mit einem mangeln-

Zusammenfassung 
8 
den Unterstützungs- und Versorgungsangebot leben (Defizite), sowie Teilgebiete der Stadt mit her-
ausragenden innovativen Angeboten, auf die die Quartiersentwicklung aufbauen könnte (Potenziale). 
Die Hintergrundfolie altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung bilden eine Reihe gesellschaftli-
cher Entwicklungen sowie politische Rahmensetzungen: Der gesellschaftliche Megatrend ‚demografi-
scher Wandel‘ lässt auch für Münster mittel- und längerfristige absolute Zunahmen älterer und 
hochbetagter Menschen erwarten, einher gehend mit zunehmender kultureller Vielfalt und Variati-
onsbreiten an Lebensentwürfen und Lebensstilen. Die Lebenserwartung von Menschen mit Behinde-
rung nimmt zu, Alterseffekte werden ihre Bedarfe verändern. Diese Entwicklungslinien werden die 
klassische Alten- und Behindertenhilfe sowie die Pflege nicht unberührt lassen; die Kapazitäts- und 
Leistungsgrenzen klassischer Versorgungssysteme im Pflege- und in benachbarten Hilfesektoren ge-
raten zusehends in Sichtweite. Auch die Menschen möchten mehrheitlich nicht in große (spezialisier-
te) Einrichtungen ziehen, sondern in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. 
Reformen der leistungs- und förderrechtlichen Rahmenbedingungen, etwa im Bereich der Pflege, 
begegnen diesen Aussichten, wenngleich sukzessive. Der Trend geht hin zur Förderung gemeinschaft-
licher, dezentraler Wohnformen und neuer innovativer Konzepte unter besonderem Einbezug von 
Aspekten der Teilhabe und sozialer Netze. Das Land NRW verfolgt diese Richtung seit 2016 besonders 
im Rahmen des GEPA (Gesetz zur Entwicklung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeorien-
tierten Infrastruktur und zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreu-
ungsangeboten für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen) sowie des 
Landesförderplans Alter und Pflege. Zudem stellt die UN-Behindertenrechtskonvention mit Blick auf 
die Anforderungen an Selbstbestimmung und Teilhabe eine verbindliche Referenz auch für Wohn- 
und Pflegeformen bereit.   
Mit Blick auf die Beteiligungsdimension wird eine große Bandbreite von Zielgruppen angesprochen, 
die eingebunden werden können oder sollten. Neben Älteren und Menschen mit Behinderung kön-
nen zahlreiche weitere Bewohnerinnen und Bewohner von einer Stärkung der Nachbarschaften und 
einem unterstützenden Umfeld profitieren. Dazu gehören namentlich Familien, Kinder und Jugendli-
che. Wichtige Akteure sind außerdem die, die alltagsrelevante Güter und Dienstleistungen im Viertel 
anbieten oder dort künftig präsent sein möchten. Gleiches gilt für örtliche Anbieter von Hilfen, Ver-
eine und weitere zivilgesellschaftliche Gruppen. Alle, die in einem Quartier leben, sind aufgerufen, 
sich einzubringen.  
Der Skizze einiger im Themenzusammenhang anregender Ansätze in europäischen Nachbarländern 
und Deutschland schließt sich eine Bestandsaufnahme für Münster an. Sie zeigt vor allem, dass es in 
Münster eine ganze Reihe von thematischen Netzwerken und ehrenamtlichen Initiativen gibt, an 
deren Kompetenzen und Potenziale Quartiersentwicklungsvorhaben andocken können. Die klein-
räumigen Bevölkerungsdaten verweisen auf überdurchschnittliche Anteile älterer und hochbetagter 
Menschen in den Außenstadtteilen und vereinzelt an den Rändern des Stadtbezirks Mitte. Die Vertei-
lung lenkt den Blick auf eingeschränktere Versorgungsinfrastrukturen in einigen Gebieten mit über-
wiegender Einfamilienhausbebauung sowie auf Areale, in denen stadträumliche Barrieren Bewohne-
rinnen und Bewohner von Angeboten trennen. Strukturell weisen Siedlungsentwicklungen der Nach-
kriegszeit, auch verdichtete ‚Reißbrettstadtteile‘, ungünstigere Bedingungen auf, da sich die Versor-
gungsangebote vor allem auf die Stadtteilzentren dort konzentrieren, die für weiter entfernt woh-
nende Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht oder schwer zu erreichen sind.

Zusammenfassung 
9 
Die eingangs angerissenen Unterscheidungsmerkmale gegenüber klassischen Blickrichtungen, Vorge-
hensweisen und Zielperspektiven sozialer Infrastrukturplanung bedeuten für die praktische Umset-
zung altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung: 
Im Zentrum altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung stehen Teilgebiete der Stadt (Quartiere) 
mit allen ihren für das Leben der Menschen dort relevanten Eigenschaften, nicht spezifische Versor-
gungsgenres und ihre Verteilung über das Stadtgebiet. Quartiersentwicklung interessiert sich für die 
Versorgungssituation im Quartier und für die Erreichbarkeit von Gütern des täglichen Bedarfs, medi-
zinischen Diensten, Begegnungsmöglichkeiten und ÖPNV; weitere Fragen beziehen sich auf ehren-
amtliche und nachbarschaftliche Unterstützungsnetzwerke sowie auf andere für den Alltag der Men-
schen wichtige Bedingungen, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben in ihrem Viertel ermöglichen.  
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung ist beteiligungsbasiert. Die Bewohnerinnen und Be-
wohner des Viertels kennen sich in ihrem Quartier aus, sie können dessen Stärken und Schwächen 
identifizieren, außerdem Aktionsrichtungen und Ansätze für Einzelvorhaben bestimmen und nach 
Wichtigkeit sortieren. Um ein Quartier gemeinsam zu gestalten, muss allerdings jemand den Prozess 
in Gang setzen, dem Vorgehen inhaltliche und methodische Impulse und Orientierung geben; ein 
Quartiersentwickler oder eine Quartiersentwicklerin muss den Diskurs moderieren und mithelfen, 
vereinbarte Maßnahmen zu realisieren. Schließlich bedeutet ein gemeinsames Vorgehen, gerade 
auch Menschen mit weniger Beteiligungsbereitschaft einzubinden.  
Ein objektiver Maßstab, anhand dessen ein Quartier auf der Skala zwischen ‚gar nicht altenge-
recht/inklusiv‘ und ‚perfekt  altengerecht/inklusiv‘ lokalisiert werden könnte, ist nicht verfügbar. Vor 
diesem Hintergrund ist eine auf diese Zielrichtung ausgelegte Quartiersentwicklung auf der Basis 
bürgerschaftlicher Beteiligung  prinzipiell ergebnisoffen. Wenngleich sich die im Verlauf des Prozes-
ses auf den Weg gebrachten, konkreten Einzelmaßnahmen mindestens partiell anhand fachlicher 
Kriterien bewerten lassen werden, als mit Blick auf die generelle Zielrichtung geeignet oder weniger 
geeignet, bilden die am Prozess Beteiligten mit der Bewohnerschaft des Viertels die maßgebliche 
Jury, die im Verlauf des Prozesses wird beurteilen können, inwieweit sich ihr Quartier dem Ideal an-
nähern konnte.  
Wo altengerechte Quartiersentwicklung begonnen wird, empfiehlt der Masterplan, einige Grundre-
geln zu beachten. Hierzu gehören ein umsichtiges, zunächst exploratives und in der Folgezeit lernbe-
reites Vorgehen, für den Prozess wichtige Aspekte sind ferner lokale Spezifika. Mit den Akteuren vor 
Ort sollten vordringliche Handlungsansätze erschlossen, Ziele formuliert sowie Kooperationsstruktu-
ren aufgebaut werden, die das Projekt überdauern. Die Themen Evaluation und Verstetigung sollten 
von Anfang an mitgedacht werden. Quartiersvereine oder verlässliche netzförmige Arbeitsstrukturen 
vor Ort könnten dauerhafte Strukturen wie einen Quartiersstützpunkt oder ein Quartierszentrum 
bzw. Dorfgemeinschaftshaus als Begegnungsstätte und Beratungszentrum tragen. 
Quartiere sind so individuell wie die Menschen selbst, praktische Quartiersentwicklung ist daher 
stets lokale Maßarbeit. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich der vorliegende Masterplan einer-
seits auf generelle Empfehlungen, den Prozess zu initiieren und fortzuführen, andererseits auf eine 
Reihe praktischer Beispiele und weiterführender Anregungen. Die Handlungsfelder, an denen sich 
dieser Masterplan orientiert, zeigt die folgende Übersicht:

Zusammenfassung 
10 
Tabelle 1: Sachliche Handlungsfelder für Maßnahmen in der Altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung. Quelle: Eig. Darstellung in 
Anlehnung an: Ratsantrag A-R/0053/2012 vom 18.11.2012 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL im Rat der Stadt Münster 
Pflege, Assistenz,  
Notfallvorsorge 
Soziale Infrastrukturen;  
Beratung und Unterstützung Gesundheit und Sport 
Lokale Wirtschaft,  
Nahversorgung 
Gemeinschaft, Nachbarschaft 
und Identität Bildung und Kultur 
Wohnen im Bestand,  
Wohnbauentwicklung 
Wohnumfeldgestaltung,  
öffentlicher Raum, Freiraum Mobilität und Verkehr

1 Einführung 
11 
1 Ein führung  
Der Rat der Stadt Münster hat mit dem Beschluss zur Vorlage V/0835/2013 am 11.12.2013 die Ver-
waltung beauftragt, einen gesamtstädtischen „Masterplan Quartier“ (Versorgungssicherheit für 
Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf) zu erstellen. Dieser liegt hiermit vor. 
Die angestrebte Landesförderung für dieses Vorhaben konnte aufgrund einer Haushaltssperre des 
Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 und einer Neuausrichtung der Förderung in Folge des Ge-
setzgebungsprozesses GEPA NRW1 nicht rechtzeitig erreicht werden, so dass es in der ersten Jahres-
hälfte 2015 aus städtischen Eigenmitteln als zeitlich begrenzte Arbeit aufgenommen wurde. 
Bereits 2015 trat jedoch der (vorläufige) Landesförderplan Alter und Pflege NRW in Kraft, der zu-
nächst vorrangig das neue Landesprogramm ‚Masterplan Altengerechte Quartiere.NRW‘ mit der För-
derung einzelner Quartiere initiierte. Auf Basis des o.g. Beschlusses war die Verwaltung auch aufge-
fordert, hier ein Quartier in die Förderung zu bringen. Die Wahl fiel auf den Bereich Hiltrup-Ost (vgl. 
V/1049/2015), wo nach der Förderzusage und Bereitstellung ergänzender Eigenmittel zum 
01.10.2015 die altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung aufgenommen wurde – als nied-
rigschwelliger partizipativer Prozess unter der Leitfrage „Wie wollen wir in Hiltrup-Ost leben?“. Erste 
praktische Erfahrungen hieraus sind in diesen Masterplan eingeflossen; die Projektbearbeiter/innen 
standen in engem Austausch.  
Organisatorisch sind beide Vorhaben dem Aufgabenbereich der Fachstelle Planung/Koordination im 
Sozialamt zugeordnet. Dieses Konzept nimmt damit seinen Ausgangspunkt im Thema Altenhilfe und 
Pflege, muss aber zwangsläufig weit ausgreifen in die Arbeitsfelder und Fachkompetenzen zahlrei-
cher Akteure innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung. Zentrales Ziel ist es, allen Menschen in 
Münster ein selbstbestimmtes Leben im Sinne eines möglichst langen Verbleibs in ihrer selbst ge-
wählten Wohnung zu ermöglichen. Und wenn nicht dort, so im vertrauten Umfeld ihrer Nachbar-
schaft, ihres Viertels, ihres Quartiers.  
Der komplexe Auftrag dieses einfachen Ziels resultiert aus der Vielfalt unserer individuellen Ansprü-
che an ein gutes Leben und den zahlreichen berührten Themenfeldern. Eine zentrale Gelingensbe-
dingung ist damit die Bereitschaft aller relevanten Akteure zu Transparenz und Kooperation. 
Aus Gründen der Anschlussfähigkeit und Konsistenz hat auch dieses gesamtstädtische Konzept für 
Münster den Kurztitel ‚Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere‘ erhalten, mit dem Zusatz „zur 
Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf“, um die ganze Bandbrei-
te derjenigen anzudeuten, die von einer Weiterentwicklung der Quartiere um ihre selbst gewählte 
Wohnung profitieren werden. Der Vorsatz einer ‚altengerechten‘ Quartiersentwicklung thematisiert 
zunächst die größte Gruppe derjenigen, die Erleichterung und Unterstützung im Nahraum um ihr 
Zuhause mit zunehmendem Alter dringend benötigen. Es soll nicht exklusiv wirken, sondern als 
kommunikative Brücke zu den breiten Teilen der Bevölkerung, die sich um  ihre Eltern, Großeltern, 
Verwandten, Nachbarinnen und Nachbarn sorgen und so selbst mit der Frage in Kontakt kommen 
„Wie will ich im Alter leben?“. Quartiersentwicklung in diesem Sinne ist ein Generationenprojekt für 
zahlreiche professionelle und freiwillige Beteiligte. Letztlich werden alle Quartiersbewohnerinnen 
                                                           
1 Gesetz zur Entwicklung und Stärkung einer demografiefesten, teilhabeorientierten Infrastruktur und zur Weiterentwicklung 
und Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen, Men-
schen und ihre Angehörigen; 2. Oktober 2014 als Änderungsgesetz zur Implementierung des neuen Alten- und Pflegegeset-
zes für Nordrhein-Westfalen.

1 Einführung 
12 
und -bewohner von einem zugänglichen und achtsamen unterstützenden (sozialen) Umfeld profitie-
ren.  
Leistungsfähigkeit und Grenzen dieses Konzeptes  
Der Begriff ‚Masterplan‘ steht nicht für eine Verordnung von Quartiersentwicklung von oben, eine 
Top-down-Bestimmung von Zielmarken und schematischen Vorgehensweisen, vielmehr beschreibt er 
einen Rahmenplan mit konzeptionellen Überlegungen für ein abgestimmtes Vorgehen. Quartierskon-
zepte umfassen die wesentlichen Gestaltungs- und Lebensbereiche, die zur Bewältigung des Alltags-
lebens wichtig sind. Hierzu gehören Wohnen und Wohnumfeld, Pflege und Unterstützung, Gesund-
heitsversorgung, soziale Infrastruktur, die generationengerechte Gestaltung des Wohnumfeldes so-
wie die sozialraumbezogene Förderung, Dienstleistungen und Güter des alltäglichen Bedarfs. Aber 
auch Nachhaltigkeit und lebenswerte Umwelt sind wichtige Aspekte einer modernen und sozialen 
Quartiersentwicklung. 
Darüber hinaus sind auch die Bereiche Bildung und Kultur, die für das (Zusammen-)Leben und die 
Entwicklung der Menschen unerlässlich sind, ebenso wie die Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung, 
wesentliche Themenfelder für eine moderne Quartiers- und Stadtentwicklung. Bei der Quartierskon-
zeptbeschreibung, die andere Teilaspekte darstellt, wenn sie mit Jugendhilfe, Schule und Ausbildung 
korrespondieren (Beispiel: Aufwachsen und Teilhaben in einem inklusiven Gemeinwesen), treten 
dann u.a. die Aspekte Bildung/Schule, Frühe Hilfen und Entwicklung in den Vordergrund. 
Dieser Masterplan erschließt ein nicht nur für die Stadt Münster neues Feld und baut darauf, For-
schungsergebnisse, Empfehlungen sowie erste Erfahrungen guter Praxis von außen mit Erfahrungen 
und Praxis der bestehenden Landschaft von Projekten und Initiativen in Münster zusammenzuführen 
und auf die Herausforderungen einer zeitgemäßen altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung 
und der Situation in Münster zu beziehen. Es geht nicht um den Aufbau völlig neuer Strukturen, son-
dern vielmehr darum, die zahlreichen positiven Ansätze in Münster zu bündeln und, wo nötig, neu zu 
fokussieren. Daraus ergibt sich, dass dieser Masterplan weniger konkrete Aufgaben und Arbeits-
schritte benennt als ein Prozessdesign für eine Neuausrichtung zu skizzieren.  
Es ist daher nicht von vorneherein formulier- und planbar, wann welche Teilziele mit welchen Ar-
beitsschritten (und welchem Ressourceneinsatz) erreicht werden, zumal dem Ehrenamt und freiwilli-
gen Engagement eine hohe Bedeutung zukommen wird. In diesem Zusammenhang muss auch betont 
werden, dass Quartiersentwicklung nach einhelliger Auffassung eine große Beteiligungskomponente 
beinhaltet – wer sich zu den Menschen nach Hause begibt, muss sozusagen nach ihren Regeln spie-
len. Daraus resultiert allerdings im besten Falle eine nachhaltige Identifikation mit den Zielen und 
Maßnahmen vor Ort und die Vermeidung überflüssiger, kostenintensiver Teilprojekte. Gerade die 
Grundlagen für eine Sicherung des Erreichten und eine Verstetigung des Begonnenen in den Quartie-
ren können nur mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gelegt werden.  
Auch das Land Nordrhein-Westfalen und andere überörtliche Promotoren einer altengerechten 
Quartiersentwicklung sprechen derzeit viel davon, sich mit den Quartieren „auf den Weg zu ma-
chen“, und das nicht nur aufgrund des noch überschaubaren Erfahrungsschatzes. Vielmehr gehören 
das Prozesshafte, (Ergebnis-) Offenheit und Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger (um deren 
exakte Bedürfnisse es gehen soll) zum Konzept. 
Dies widerspricht nicht einer konzeptionellen Planung, vielmehr ist es Ausdruck eines neuen Ver-

1 Einführung 
13 
ständnisses von Planung in einer selbstbewussten Zivilgesellschaft, deren Mithilfe auch unbedingt 
benötigt wird.  
Dieser Masterplan zielt daher primär auf Prozesse und exemplarische beteiligungsorientierte Maß-
nahmen, und nimmt dabei die gesamtstädtische Ebene ebenso wie die (möglichen) Quartiersvorha-
ben in den Blick. Er will insbesondere auch die Einbindung der sonst wenig gehörten Stimmen bil-
dungs- und engagementferner Gruppen und von Minderheiten erreichen – und dafür neue kreative 
Mittel entwickeln und einsetzen.  
Die Stadt Münster gehört nach gegenwärtigem Kenntnisstand zu den ersten Städten in Deutschland, 
die ein derartiges Konzept für eine altengerechte und inklusive Quartiersentwicklung vorlegen. Die 
gleichzeitige Konzentration auf die beiden Ebenen Quartier und Gesamtstadt erscheint unter Ande-
rem sinnvoll, weil Problemstellungen in den Quartieren nicht per se vor Ort zu verbessern sind, son-
dern grundsätzliche Weichenstellungen (zumindest) auf gesamtstädtischer Ebene erfordern werden. 
Und, weil die strategische Ausrichtung von vielerlei Angeboten auf Quartiersentwicklung starke 
Stimmen und ein fachliches Netzwerk benötigt.  
Es ist nicht sinnvoll und möglich, an dieser Stelle aus gesamtstädtischer Perspektive eine Quartiers-
struktur von Münster zu erheben oder vorab festzulegen, weil es sie im Sinne der ‚Idee Quartier‘ 
nicht gibt. Die Nachbarschaft, das Viertel, das Quartier ist eine subjektive, vor Ort gewachsene Sicht-
weise, allenfalls eine weitreichende Übereinkunft der lokalen Gemeinschaften. Dies muss auch vor 
Ort ermittelt werden und nicht am Schreibtisch, zumal wenn bauliche und Sozialstrukturen, histori-
sche Siedlungsphasen und räumliche Barrieren vor Ort Effekte haben oder haben können. Kenn-
zeichnend ist, dass ein Quartier zumeist nicht den festgelegten Stadtteil- und Stadtbezirksgrenzen 
entspricht. Diese Ebenen, die für Politik und Verwaltung alltäglich von so hoher Bedeutung sind, fin-
den denn auch wenig Berücksichtigung in diesem Masterplan. 
Aufbau  
Im folgenden Kapitel 2 (Hintergrund, Ausgangslage, programmatische Ziele) werden zunächst die 
gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen 
umrissen. Insbesondere geht es dabei um den demografischen Wandel und den Bedeutungsgewinn, 
den die Gruppe der Älteren und Pflegebedürftigen im Zuge dessen erfahren muss, und den sich ver-
ändernden Blick auf Alter und Familie. Weiterhin werden die Beschlusslage und Grundlinien der loka-
len Politiken in Münster im Themenfeld beschrieben, so die starken Bemühungen in den Themenfel-
dern Demographischer Wandel, Wohnen, sozialgerechte Bodennutzung und Inklusion (UN-
Behindertenrechtskonvention, Aktionsplan Inklusives Münster). Hieraus werden die programmati-
schen Ziele dieses Masterplans abgeleitet. 
Kapitel 3 bricht dies fachlich herunter in konzeptionelle Ziele. Insbesondere wird diskutiert und dar-
gelegt, auf welches breite Zielgruppenspektrum dieser Masterplan sich richten muss, wer profitiert 
und wessen Engagement vonnöten ist. Auf Basis fachlicher Erkenntnisse werden Sachziele abgeleitet. 
Kapitel 4 betrachtet als ‚Blick nach draußen‘ konkrete Politik- und Praxiserfahrungen aus anderen 
europäischen Ländern, die national oder in einzelnen Beispielen lokal auf die Quartiersebene gesetzt 
haben.

1 Einführung 
14 
Kapitel 5 als Bestandsaufnahme (s. auch Vorgehen) analysiert die konkrete Ausgangslage und Hand-
lungsbedarfe und -ansätze in Münster für eine altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung zur 
Versorgungssicherheit.  
Kapitel 6 ist als ein ‚Starterset‘ für gute Standards der altengerechten, inklusiven Quartiersentwick-
lung in konkreten Quartieren zu lesen. Dabei geht es insbesondere um die Rolle der Quartiersent-
wickler/innen und darum, Ansprüche an Partizipation und ergebnisoffene Prozesse in das methodi-
sche Vorgehen einfließen zu lassen. 
Kapitel 7 beschreibt, auch mit Blick auf Problemlagen und ‚Quartierstypen‘, die in Münster identifi-
ziert wurden, mögliche Projektansätze in den Quartieren. Dabei geht es nicht darum, zu fertigen Lö-
sungen die passenden Probleme zu suchen. Vielmehr soll dort, wo Quartiersentwicklung gestartet 
wird, den Bewohner/innen und Verantwortlichen eine Auswahl an Projektideen zur Verfügung ste-
hen. Die Impulse hierzu müssen vor Ort entstehen. Es kann aber sinnvoll sein, initial kleinere Maß-
nahmen und Events in das Quartier zu bringen.  
Kapitel 8 hebt die Perspektive noch einmal auf die gesamtstädtische Ebene und formuliert Notwen-
digkeiten und Vorschläge ressortübergreifender Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der 
Stadtverwaltung. 
Kapitel 9 beendet den Masterplan mit dem Ausblick in mögliche Zukünfte der Quartiersentwicklung 
in Münster.  
Vorgehen  
Für diesen nun vorliegenden Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungssicher-
heit für Menschen mit Pflege und Unterstützungsbedarf war es für die Verwaltung, namentlich für 
die Sozialplanung, notwendig, das Feld (altengerechte und inklusive) Quartiersentwicklung neu auf-
zuschließen und hier den aktuellen Stand in den berührten Handlungsfeldern (wie Einzelhandel, 
Wohnungsmarkt) mit einfließen zu lassen. Hierzu wurden zunächst zahlreiche Veröffentlichungen 
aus der deutschsprachigen und internationalen Theorie und Praxis und entsprechende Beschlüsse 
sowie Relevantes aus Statistik und Befragungen in Münster zusammengestellt und ausgewertet. 
Zahlreiche Veranstaltungen zum Thema, die insbesondere seit 2015 vom Land NRW angeboten wer-
den, wurden zur Information und auch überlokalen Vernetzung genutzt, so auch vom Seniorenforum 
NRW.  
Besonderen Wert gelegt wurde dabei auf stichhaltige Definitionen und Grundlagen, um die nicht 
geschützten Begriffe Quartier und Quartiersentwicklung aus der Rolle der Kommune heraus mit prä-
gen zu können.  
In Münster wurden frühzeitig eine stadtweite Vernetzung und ein lebendiger Austausch mit mög-
lichst vielen Akteuren und Interessenten im Feld angestrebt. So konnte auch mit interessierten Trä-
gern und ihren Projektgruppen der Arbeitskreis ‚Älter werden in Münsters Quartieren‘ gegründet 
werden, der sich regelmäßig trifft. Durch den teilnehmenden Caritas Stadtverband Münster wurde 
seitdem erfolgreich ein weiteres neues Quartiersvorhaben für den Bereich Aaseestadt/Pluggendorf in 
die Förderung (Stiftung Wohlfahrtspflege NRW) gebracht. Weitere Antragsvorhaben wurden und 
werden derzeit begleitet. Auch wird das Audit Generationengerechtes Quartier für den Bereich Aa-
seestadt der Wohn- und Stadtbau GmbH mit begleitet.

1 Einführung 
15 
Für die Betrachtung der Stadt Münster zur Ermittlung weiterer zukünftiger Quartiersansätze wurde 
eine eigene Datenbasis zusammengestellt. In der Folge fiel die Entscheidung, eine kleinräumige An-
näherung an die Wohnquartiere der Münsteranerinnen und Münsteraner auf Ebene der 174 Stadt-
zellen vorzunehmen. Eine noch kleinteiligere Betrachtung wäre teilweise wünschenswert, bringt aber 
Kompatibilitätsprobleme und teils Verzerrungen mit sich. Auch können Daten hier zu guten Teilen 
aus den genannten Gründen, auch verwaltungsintern, nicht bereitgestellt werden, dies betrifft insbe-
sondere die mehrheitlich sehr kleinen Zahlen der Leistungsberechtigten in den Einheiten.  
Wesentliche Daten, die Auskunft geben konnten, waren damit wiederum diejenigen, die die kleintei-
ligen Altersstrukturen in Münster beschreiben. Hier wurden insbesondere die Anteile der Menschen 
über 60 Jahren und hierin derjenigen über 80 Jahren herangezogen, um die aktuelle Situation zu be-
schreiben. Dem wurde die Angebotsstruktur in den berührten Feldern, insbesondere Pflege und Al-
tenhilfe, Wohnen, aber auch Einzelhandel, Verkehr und weitere gegenübergestellt, um sichtbare 
Angebotslücken ausfindig zu machen. Auch wurden Begegnungs- und Beratungsstellen sowie inte-
grierte Projekte betrachtet.  
Diese Übersicht wurde und wird mithilfe der Akteure in den Stadtteilen qualitativ abgestützt. Hierzu 
werden die vorliegenden Ergebnisse mit den Arbeitskreisen ‚Älter werden in…‘ für deren Einzugsbe-
reiche diskutiert und um das langjährige Erfahrungswissen von Ehrenamtlichen und professionellen 
Stadtteilarbeitern angereichert. So können auch Erkenntnisse gewonnen werden über die teils klei-
nen Gruppen von Alleinlebenden, ethnischen und kulturellen Minderheiten, Menschen mit Behinde-
rung etc. vor Ort: ihre Integration in die unterstützenden Systeme, ansatzweise über lokale Gemein-
schaften sowie über die räumliche Orientierung der Menschen.  
Die folgenden Empfehlungen für ein konkretes Vorgehen in den Quartieren (Kap. 6 und 7) basieren 
auf den Empfehlungen des Landes NRW und anderer Akteure sowie zahlreichen offenen Berichten 
von Projekten aus der Praxis; Veranstaltungen und die Projektlandkarte ‚Altengerechte Quartie-
re.NRW‘ sind weitere Quellen, außerdem eigene Ideen.  
Für die Empfehlungen zu einer Fortführung des stadtweiten Prozesses wird auf die genannte Litera-
tur verwiesen, auf eigene Überlegungen und ressortübergreifende Gespräche in der Verwaltung so-
wie den interkommunalen Austausch, u.a. mit Gelsenkirchen, Hamm und Mülheim/Ruhr.

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
16 
2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmati k 
Der Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere Münster geht von dem Leitmotiv aus, allen Bürge-
rinnen und Bürgern im Alter und/oder bei Pflegebedarf ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen 
(vgl. Vorlage V/0128/2013). Er geht von der kommunalen Verantwortung aus, adäquate Pflege- und 
Unterstützungsangebote zu gewährleisten und über kurzfristige Zeithorizonte hinaus zu denken; dies 
umfasst neben den reinen Pflegedienstleistungen die Herstellung und die Aufrechterhaltung gesell-
schaftlicher Teilhabe. 
Zahlreiche Umfrageergebnisse belegen wiederholt, dass ältere Menschen den Lebensabend in ihrer 
angestammten Wohnung verbringen möchten oder zumindest in ihrer vertrauten Nachbarschaft.  
Dies entspricht auch „den Erfordernissen der demografischen Entwicklung. Denn selbst wenn es zur 
Vollversorgung im Pflegeheim keine Alternative gäbe, wäre es unmöglich, für die steigende Zahl 
hochbetagter und pflegebedürftiger Menschen eine angemessene Versorgung in Heimen sicherzustel-
len“ (Keller, S. 2011: 212). 
 
2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen / Demografischer Wandel  
Der Demografische Wandel ist der gesellschaftliche Großtrend, der die Veränderung unserer Bevöl-
kerungs- und Raumstrukturen auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bestimmen wird. Er wird 
gemeinhin zusammengefasst mit dem Satz „Wir werden älter, weniger und bunter“ (P. Klemmer, 
RWI Essen 2002). Diese Teilentwicklungen laufen regional und auch kleinräumig sehr unterschiedlich 
ab. Dass das ‚Weniger’ in Münster insgesamt derzeit keine Rolle spielt, sollte nicht verdecken, dass 
die anderen beiden Komponenten sehr wohl von Bedeutung sind.  
Neben dem unumkehrbaren Trend der Alterung unserer Gesellschaft bedeutet das ‚Bunter‘ nicht nur 
den Anstieg der Bevölkerungsteile mit Migrationsvorgeschichte, sondern auch die Veränderung von 
Werten, Lebensweisen und Lebensformen: mehr Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Partner-
schaften, späte Scheidungen, hochmobile Berufstätige, späte Eltern, überzeugte Singles, Eineltern-
familien, Fernbeziehungen, neue und alte Gemeinschaftswohnformen. Diese Ausdifferenzierung und 
Individualisierung mündet in neue Rahmenbedingungen und Vorstellungen für das eigene Altwerden 
und neue Altersbilder.  
Der demografische und soziale Wandel stellt die Gesellschaft vor großen Anforderungen. Einem An-
stieg der älteren Bevölkerung steht in vielen Kommunen und Regionen (bisher) eine kontinuierliche 
Abnahme der Anzahl der jüngeren Menschen gegenüber. In vielen Regionen hat dies bislang auch zu 
einer sinkende Einwohnerzahl geführt. Wie wollen wir leben? Diese Frage stellt sich früher oder spä-
ter für alle Generationen. So will der Großteil der Menschen ihr Leben bis ins hohe Alter in ihrer ver-
trauten Umgebung verbringen. Das Gleiche gilt für Menschen mit Behinderung: selbstbestimmt 
Wohnen, ohne auf eine umfassende Unterstützung und Pflege verzichten zu müssen. Noch immer 
wird der Großteil der Pflege und Unterstützungsleistungen von Angehörigen aus dem familiären Um-
feld erbracht. Soziale Veränderungen, Wandel im Zusammenleben und bei den Rollenbildern, eine 
gerechte Verteilung der Teilhabechancen für beide Geschlechter führen dazu, dass traditionelle Fa-
milienstrukturen sich grundlegend wandeln und für viele keine verlässlich Unterstützungsstruktur 
mehr darstellen werden. Das Gemeinwesen wird in Zukunft viel stärker als bisher Sorgeaufgaben

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
17 
übernehmen und verlässliche Rahmenbedingungen Versorgungssicherheit und Teilhabe schaffen 
müssen. 
Nicht zuletzt ist mit der UN-Behindertenrechtskonvention, die ein Höchstmaß an Unabhängigkeit 
aller Menschen ungeachtet ihrer Einschränkung fordert, die Debatte um ein inklusives Gemeinwesen 
befördert worden. Ein „inklusives Gemeinwesens“ setzt dabei aber große Veränderungen und Anpas-
sungen voraus. Eine soziale Inklusion stellt Anforderungen auch an die Quartiere und Stadtteile, die 
für alle Menschen ohne Barrieren zugänglich gemacht und darüber hinaus für alle Generationen und 
Personengruppen den Zugang zur Versorgung und Teilhabe eröffnen müssen. Es bedarf geschlechter- 
und generationengerechter Konzepte ebenso wie Angebote und Einrichtungen, die der kulturellen 
Vielfalt der älterwerdenden Bevölkerung und Gesellschaft entsprechen. 
Das Quartier als unmittelbarer Lebensort der Menschen ist dabei zunehmend in den Fokus gerückt 
und zu einem neuen Leitbild in der Sozialpolitik avanciert. Dabei setzen Quartierskonzepte auf die 
Erkenntnis, dass die zunehmende Vereinzelung in der Lebensführung und der Rückzug ins Private in 
eine Sackgasse führen. Das „Zusammenleben im Quartier“ fördert indes ein neues Gemeinschaftsge-
fühl. Achtsamkeit, Wertschätzung und gegenseitige Unterstützung sind Voraussetzung für eine gelin-
gende Quartiersentwicklung, bei der die Teilhabe und Stärkung der Menschen im Mittelpunkt steht 
und zugleich eine umfassende Pflege und Unterstützung gesichert wird. 
Doch zunächst ein Blick auf die Gesamtsituation in Deutschland und in der Region: Nachdem der 
absehbare Demografische Wandel um die Jahrtausendwende in den Fokus der Öffentlichkeit kam 
und im ersten Jahrzehnt auf den unterschiedlichen Ebenen intensiv mögliche Auswirkungen und 
Handlungsoptionen diskutiert wurden, wurde es zunächst wieder etwas stiller um das Thema. Die 
Bundesregierung nahm das zum Anlass, 2015 zum Jahr der Demografie auszurufen und ihre Demo-
grafiestrategie unter dem Titel ‚Jedes Alter zählt‘ fortzuschreiben.  
Hierin heißt es einführend: „Seit über 40 Jahren bringen Frauen in Deutschland, statistisch gesehen, 
rund 1,4 Kinder zur Welt. Jede Elterngeneration wird nur zu zwei Dritteln durch die nachfolgende Kin-
dergeneration ersetzt; für die Erhaltung der Bevölkerungszahl wären 2,1 Kinder je Frau notwendig. 
Hohe Kinderlosigkeit und der geringe Anteil Kinderreicher (drei Kinder und mehr) prägen die Situation 
in Deutschland. 
Seit über 50 Jahren steigt die Lebenserwartung in Deutschland kontinuierlich. So haben Männer seit 
1960 im Durchschnitt 10,8 und Frauen 10,4 Jahre an Lebenserwartung gewonnen. Es ist zu erwarten, 
dass die Lebenserwartung auch künftig weiter steigt. Dabei erreichen immer mehr Menschen ein ho-
hes Alter bei besserer körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Die Zahl der Jahre, in denen man 
gesund bleibt, steigt weiter
2. 
„Wir werden älter“ bedeutet also in erster Linie für alle einen Zugewinn an Lebenserwartung und 
einen langen Lebensabend nach der Erwerbsphase. Zugleich schrumpft aber die familiäre Basis – die 
Fürsorge für die alternden Menschen verteilt sich auf immer weniger Nachkommen, die möglicher-
weise nötige Angehörigenpflege auf immer weniger Schultern. Auch eine der zentralen Errungen-
schaften der Moderne, der gesamtgesellschaftliche Generationenvertrag der Sozialversicherungen, 
                                                           
2 BMI (2015): Jedes Alter zählt. Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen.  
Weiterentwicklung der Demografiestrategie der Bundesregierung, S. 8. Online unter: 
www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/weiterentwicklung-der-demografiestrategie.pdf (alle 
Internetquellen zuletzt abgerufen am 08.08.2016)

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
18 
der die Familien maßgeblich entlastet und die persönliche Absicherung von der historischen Kopp-
lung an möglichst viele eigene Kinder befreit hat, ist in Frage gestellt. 
Die Alterspyramide, die Darstellung des Altersaufbaus der Bevölkerung, die den Namen von ihrer 
klassischen Dreiecksform hat (s.u., Jahr 1910), stellt sich im 21. Jahrhundert quasi auf den Kopf. Die 
Pyramide bekommt eine sogenannte Urnenform mit einer schmalen Basis junger Menschen und 
einem Überbau vieler Älterer.  
 
Von besonderem Interesse werden die nächsten Jahrzehnte sein: Ab sofort werden die geburten-
starken Jahrgänge der Nachkriegszeit, die sog. Babyboomer (geb. 1955-69), sukzessive in das Ruhe-
standsalter kommen (s. auch Anhang 3). Das reale Renteneintrittsalter (durch Vorruhestandsrege-
lungen, Erwerbsunfähigkeit etc.) liegt in Deutschland, soweit erfassbar, derzeit bei 61,7 Jahren3. Die 
schrittweise Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters für diese Jahrgänge wird dies voraussichtlich 
nur wenig verlangsamen.  
Ab Mitte der 2030er Jahre werden diese starken Jahrgänge in die Hochaltrigkeit kommen und ihr 
Pflege- und Unterstützungsbedarf wird sich zeigen. Heute sind primär die schmalen Vorkriegsjahr-
gänge und ‚Kriegskinder‘ in der Pflege. 
                                                           
3 vgl. statista (2016): Grafik Durchschnittliches reales und gesetzliches Renteneintrittsalter sowie durchschnittliche Lebens-
erwartung in ausgewählten europäischen Ländern (in Jahren). Online unter: 
de.statista.com/statistik/daten/studie/173132/umfrage/renteneintrittsalter-in-europa/ 
Abbildung 1: Altersaufbau der Bevölkerung in 
Deutschland im zeitlichen Vergleich bis 2060 
(Projektionen)  
Quelle: Stat. Bundesamt (Hg.) (2015): 13. Koordi-
nierte Bevölkerungsvorausberechnung, S. 18

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
19 
Es zeigt sich zudem, dass die Zahl älterer Menschen mit Behinderung, aufgrund besserer Lebensbe-
dingungen in den vergangenen Jahrzehnten, zunimmtaber auch weil fast eine ganze Generation von 
ihnen in jungen Jahren dem menschenverachtenden Regime des Nationalsozialismus zum Opfer ge-
fallen ist4 – ihr Unterstützungsbedarf wird mit alterstypischen Pflegeansprüchen überlagert werden 
und die Altenpflege verändern. Dies gilt auch für die größer werdende Zahl Älterer mit einer nicht-
deutschen Migrationsvorgeschichte. 
 
Zugleich ist der Druck auf die mittleren Generationen größer geworden. Weiterhin sehen sich nur 
wenige Menschen bereit, ihre nahe stehenden Angehörigen guten Gewissens ‚ins Heim zu geben‘ 
bzw. sie generell Dritten anzuvertrauen. Die sporadisch auftretenden, medial vermittelten ‚Pfle-
geskandale‘ tun hier ihr Übriges. Aber: Die Ausdifferenzierung und geringere Dauerhaftigkeit der 
gewählten Lebensformen und die ökonomischen Anforderungen der immer flexibleren Einpassung in 
die Erfordernisse des Arbeitsmarktes schränken familiäre Fürsorge und Pflege für die Älteren ein. 
Zwei Verdienende im Haushalt sind das Normalmodell für ein auskömmliches Leben geworden. Un-
terbrechungen der Erwerbsbiographie sind riskant. Der Begriff ‚Familienphase‘ ist für (möglichst kur-
ze) Kindererziehungszeiten reserviert. Der Zusammenhang von Angehörigenpflege und Erwerbstätig-
keit wurde erst in jüngster Zeit und im Nachgang der neuen Elternzeitregelungen thematisiert5. Die 
Pflege ist auch für pflegende Angehörige ein Armutsrisiko.  
                                                           
4 vgl. Projekt LEQUI in Dieckmann, F. et al. 2010: Vorwort und 9. Online unter: http://www.lwl.org/@@afiles/ 
28598235/dritter_zwischenbericht.pdf  
5 Vgl. BMFSFJ (2015): Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Online unter: www.wege-zur-
pflege.de/familienpflegezeit.html  
Abbildung 2: Familienstandsstruktur der Bevölkerung 2014 
Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2016. 
Online unter: http://www.bib-
demografie.de/DE/ZahlenundFakten/12/

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
20 
Zu den Beschränkungen der zeitlichen und anderen Ressourcen, die der und die Einzelne für die Fa-
milie zur Verfügung hat, treten räumliche Effekte hinzu. Oftmals bedingen eine gute Ausbildung und 
berufliche Spezialisierung, dass Menschen interregional bis hin zu international sehr mobil werden, 
da entsprechende Arbeitsplätze nur punktuell angeboten werden. Sie finden ggf. Lebenspartner auf 
diesem Lebensweg. Wenn sie sich dauerhaft niederlassen, muss das weder am Herkunftsort des ei-
nen noch der anderen sein. Sie leben meist nicht mehr dort, wo ihre Eltern alt werden. Dieser Zu-
sammenhang zwischen Bildung und Mobilität lässt vermuten, dass an einem Standort von Bildung 
und Forschung, höherwertiger Dienstleistung und Verwaltung, also bei einer gehobenen Wirtschafts- 
und Arbeitsmarktstruktur wie im städtischen Kontext Münsters, diese Mobilität bei den nachwach-
senden Generationen ausgeprägter ist als anderswo.  
Hinzu tritt ein seit den 1960er Jahren anhaltender Wertewandel, der schon die heute Älteren erfass-
te: Individuelle Freiheit und die Realisierung der eigenen Chancen wurden und werden sehr hoch 
bewertet. Die sozialen Sicherungssysteme und Infrastrukturen erfuhren einen großen Ausbau und 
wurden als sehr leistungsfähig wahrgenommen. Die eigene Zukunft wurde nicht mehr von den per-
sönlichen sozialen Bindungen her gedacht. Auch viele heute Ältere setzen auf institutionalisierte 
Hilfen und wollen „den Kindern nicht zur Last fallen“
6. Eine mögliche eigene Hilfsbedürftigkeit, und 
sei sie nur finanzieller Natur, empfinden sie als bedrückend. 
Hier zeichnen sich in jüngerer Zeit neue Entwicklungen ab. Das Wertespektrum wird wieder breiter 
und auch frühere Gegensätze zwischen den Generationen entschärfen sich. Viele junge Familien 
könnten ihren Alltag ohne die Großelterngeneration nicht organisieren7 und werden diese engen 
Beziehungen bald weiter denken müssen. Mehr Menschen stecken beruflich zurück – für die Familie, 
um nicht Fernbeziehungen führen zu müssen – oder gehen aus verschiedenen Gründen temporär aus 
dem Erwerbsleben heraus, z.B. in Sabbatjahre8. Es wird deutlicher, dass der oder die Einzelne alle 
Lebensrisiken in einer unübersichtlichen Gesellschaft nicht mehr alleine tragen kann und muss. Der 
Wunsch nach Gemeinschaft und gegenseitiger Hilfe, auch im Wohnzusammenhang, nimmt wieder 
zu9.  
 
2.2 Aktuelle Entwicklungen in den berührten fachlichen Feldern 
Durch die angesprochenen demographischen Entwicklungen sah der Gesetzgeber sich immer wieder 
veranlasst, die Sozialsysteme nachzujustieren. Dies betrifft zunächst die Renten. Gedacht im Sinne 
eines Generationenvertrages zahlen im Schnitt mehrere erwerbstätige Mitglieder der Rentenversi-
cherung das Alterseinkommen eines Mitglieds im Ruhestand. Dies lässt sich über den sog. Altenquo-
tienten grob abschätzen: „Der Altenquotient lag in Deutschland im Jahr 2013 bei 34,1 über 65-
Jährigen je 100 20- bis unter 65-Jährige“
10. D.h., dass heute ungefähr drei sozialversicherungspflichtig 
                                                           
6 Reuband, K.-H. 2008: 358f. 
7 s. z. B. Amrhein, V. (2010): Die Rolle der Großeltern im Familienverband – und ihre Alternativen. Online unter: 
http://www.familienhandbuch.de/familie-leben/familienformen/grosseltern/dierolledergrosselternimfamilienverband.php  
8 vgl. XING Spielraum (2016) -  Erfolgsmodell Sabbatical: Die Deutschen machen Pause: „2016 wollen 63 Prozent der Deut-
schen mehr für ein stressfreieres Leben tun, wie aus einer repräsentativen Umfrage für die DAK hervorgeht – viele, indem sie 
eine Arbeitspause einlegen“. Online unter: https://spielraum.xing.com/2016/03/sabbatical-wird-zum-massentrend-die-
deutschen-machen-pause/  
9 vgl. Szypulski, A. 2009: 54f. 
10 Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2015): Glossar, gleichnamiges Stichwort. Online unter: www.bib-
demografie.de/SharedDocs/Glossareintraege/DE/A/altenquotient.html

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
21 
Beschäftigte in der Rentenversicherung für eine Person eine Rente erwirtschaften müssen. Dieser 
Faktor „könnte [..] bis zum Jahr 2060 einen Wert von über 61 [Rentenempfängern je 100 aktuell Ein-
zahlenden] erreichen“.  
Finanzierung und Situation der professionellen Pflege in Deutschland  
Bereits zuvor wurde als neue, fünfte Säule der deutschen Sozialversicherungen 1995 die Pflegeversi-
cherung eingeführt. Sie sichert gegen ein zentrales Lebensrisiko, insbesondere im Alter, ab und soll 
eine adäquate Leistung bei Pflegebedürftigkeit und deren Finanzierung sicherstellen. Trotz des da-
mals sensiblen Themas der Lohnnebenkosten wurde eine klassische umlagefinanzierte Form gewählt. 
Überlegungen zu einer kapitalbasierten Erweiterung sind ins Stocken geraten. Anpassungen werden 
aber auch hier nötig sein. 
Fachleute bemängeln, dass der deutschen Pflegeversicherung eine chronische Unterfinanzierung 
gerade im Bereich der ambulanten Pflege inhärent ist. Auch sei ein ganzheitlicher Begriff der Pflege, 
der psychosoziale und Teilhabeaspekte umfasst, in diesem System nicht vorgesehen. Im Ergebnis 
steht ein ungeheurer Kostendruck, der letztlich auf den Pflegekräften lastet. Sie müssen eng getaktet 
die einzelnen Leistungen der Grund- und Behandlungspflege erbringen und dokumentieren, so dass 
hier auch von „Minutenpflege“
11 gesprochen wird. Die Bezahlung in diesem Bereich, wie bei vielen 
reproduktiven Tätigkeiten, die primär von Frauen geleistet werden, ist aber gering; gerade die statio-
näre Pflege hat auch ein schlechtes Image, obwohl die helfenden berufe prinzipiell in der Bevölke-
rung angesehen sind12. Körperliche und psychische Belastung sind hoch13. 
Ein entsprechender Fachkräftemangel für die nächsten Jahre ist zu vermuten. Reformen der Ausbil-
dung zielen darauf ab, Alten- und Krankenpflegeausbildung zusammenzuführen, um die Durchlässig-
keit zwischen diesen Bereichen bei wechselnden Bedarfen zu erhöhen. Zudem wird eine Akademisie-
rung der Berufsbildung angestrebt, um die Bandbreite einer ganzheitlichen Pflege abzubilden und 
Aufstiegsmöglichkeiten zu verbessern. Eine Hoffnung ruht auch auf jungen Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte, die in diesem Bereich verstärkt in Ausbildung gebracht werden könnten. Letztlich 
wird gesellschaftliche Anerkennung sich aber auch in der Entlohnung spiegeln müssen. Kostensteige-
rungen sind auch hier zu erwarten. 
Vorgeschichte: Stationäre Pflege und Diskussionen zur Zukunft der ‚Heime‘  
Seit den 1960er Jahren wird in der Bundesrepublik eine Diskussion über die Institution „Heim“ ge-
führt. Diese gründet u.a. auf der Erörterung des Konzepts der ‚Totalen Institution‘ des Soziologen 
Erwing Goffman, zu denen er nicht nur Gefängnisse, sondern neben einigen weiteren Einrichtungen 
auch Heime zählt. Sie bezieht sich auf die gesellschaftliche Erfahrung der NS-Zeit und individuelle 
Ängste des Ausgeliefertseins und des Persönlichkeitsverlusts in einem geschlossenen System. Im 
                                                           
11 Der Paritätische Berlin: Paritätischer fordert Ende der Minutenpflege: Expertise belegt chronische Unterfinanzierung der 
ambulanten Pflege. Online unter: http://paritaet-alsopfleg.de/index.php/pflegerische-versorgung/pflege-allgemein/3482-
paritaetischer-fordert-ende-der-minutenpflege-expertise-belegt-chronische-unterfinanzierung-der-ambulanten-pflege  
12 Vgl. Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK e.V. (2015): Zahlen – Daten – Fakten „Pflege“, S. 15f. Online unter: 
https://www.dbfk.de/media/docs/download/Allgemein/Zahlen-Daten-Fakten-Pflege-2015-03.pdf  
13 vgl. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2014): Arbeit in der Pflege - Arbeit am Limit? Arbeitsbedingungen 
in der Pflegebranche. BIBB/BAuA-Faktenblatt 10. Dortmund. Online unter: 
http://www.baua.de/de/Publikationen/Faktenblaetter/BIBB-BAuA-
10.pdf;jsessionid=C5B342EFB2D3A529633A33E24471C26F.1_cid333?__blob=publicationFile&v=5

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
22 
Nachgang der „Heimkampagne“ der Studentenbewegung wurden die klassischen Kinderheime in 
wenigen Jahren zugunsten neuer Konzepte aufgelöst. In Literatur, Film und Augenzeugenberichten 
spiegeln sich die Erfahrungen ehemaliger Heimkinder, so dass 2009 durch die Bundesregierung ein 
Runder Tisch ‚Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren‘ zur Aufarbeitung und Entschädigung ein-
gerichtet wurde. 
In den Altenheimen gab es in den 1990er Jahren eine Reihe von bekannt gewordenen ‚Pflegeskanda-
len‘, die ein großes mediales Echo auslösten. Teils handelte es sich nicht um systematische Missstän-
de, sondern um Fehlverhalten Einzelner, jedoch bis hin zu tödlicher Gewalt, die lange unentdeckt 
geblieben war. Es gründete sich die Initiative „„Menschenwürde in der stationären Altenpflege – 
(K)ein Problem. Memorandum 1999“. In jüngerer Zeit bestimmten Praktiken medikamentöser Ruhig-
stellung oder der Fixierung von Patienten aufgrund unzureichender Betreuungskapazitäten die Dis-
kussion. Öffentliche Aufmerksamkeit erhielten die Thesen und Konzepte des Psychiaters Prof. Klaus 
Dörner in den Büchern „Leben und sterben, wo ich hingehöre. Dritter Sozialraum und neues Hilfesys-
tem“ (72012) und „Helfensbedürftig. Heimfrei ins Dienstleistungsjahrhundert“ (22012). 
Pflege  in Einrichtungen, umfassende Pflege  
Der klassische Begriff des ‚Altenheims‘ hat sich verändert: Während früher für Ältere der Umzug in 
ein solches Heim mit Eintritt in den Ruhestand oder – gerade bei Männern – spätestens dem Tod des 
Lebenspartners üblich war, hat sich dieser Zeitpunkt heute deutlich herausgeschoben. Er fällt in der 
Regel mit dem Eintritt eines dauerhaften Pflegebedarfes zusammen. Die Einrichtungen haben sich 
daher von schwerpunktmäßigen Wohnheimen zu Häusern mit einem Schwerpunkt im Pflegebereich 
gewandelt. Auch ihre Binnenstruktur hat sich verändert: Sie sind heute zumeist in kleineren Einhei-
ten wie Wohngruppen organisiert. Überschaubare Gemeinschaften und die Aktivierung werden ge-
fördert. Einzelzimmer oder kleine Apartments und eigenes Mobiliar der Bewohnerinnen und Bewoh-
ner ermöglichen mehr individuellen Rückzugsraum. Dies fordert auch das aktuelle Wohn- und Teilha-
begesetz NRW (grundlegend § 20 Anforderungen an die Wohnqualität)
14. 
  
Abbildung 3: Zimmergrößen in Pflegeeinrichtungen  
Quelle: kliniken.de, Dortmund. Online unter: 
www.kliniken.de/altenheim/pflegeheim-report.html 
Abbildung 4: Trägerstruktur der Pflegeheime 
Quelle: kliniken.de, Dortmund. Online unter: 
www.kliniken.de/altenheim/pflegeheim-report.html 
                                                           
14 Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) vom 02.10.2014, Online unter: 
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000678#NORM

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
23 
Angebote der Tages- und Kurzzeitpflege können die Familienpflege entlasten, indem sie pflegenden 
Angehörigen eine ganztägige Erwerbsarbeit oder einen Urlaub ermöglichen. Auch spielen sie eine 
wichtige Rolle in Übergangsphasen, also bei erstmaligem Eintritt von Pflegebedürftigkeit oder nach 
einer Krankenhausbehandlung. Dieser flexible Bereich gewinnt weiter an Bedeutung. 
Rund um die heute oft eher Seniorenheime genannten Komplexe, die meist historisch gewachsen 
sind und ihre Umgebung prägen, sind vielerorts neue Angebote des Wohnens für Ältere entwickelt 
worden: altengerechte Wohnungen, überwiegend Service-Wohnen, bei denen in Aussicht steht, dass 
die Haushalte nach und nach Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen bzw. später in das Pfle-
geheim wechseln können. 
Eine jüngerer Entwicklung sind dezentrale Pflege-Wohngemeinschaften. Gerade bei teilweise bettlä-
gerigen Bewohnerinnen und Bewohnern ergeben sich hier jedoch nachvollziehbarerweise hohe An-
forderungen an die Baulichkeiten und Organisation der personellen Besetzung, etwa unter Aspekten 
von Barrierefreiheit, Brandschutz/Entfluchtung etc. Daher gibt es diese Form in Münster bislang pri-
mär als Angebot für Demenzerkrankte mit nachrangigen körperlichen Einschränkungen.  
Das Feld der stationären Altenpflege ist in der Regel ein lokaler Markt, der von den großen Verbän-
den der Wohlfahrtspflege und anderen gemeinnützigen Organisationen geprägt ist, die lokal organi-
siert sind. Auch private Anbieter spielen hier in kleinerem Umfang eine Rolle, gerade bei höherwertig 
vermarkteten Angeboten. In den letzten Jahren ist verstärkt zu beobachten, dass in den Immobilien-
teilen der überregionalen Zeitungen für die private Investition in ‚Pflegeimmobilien‘ geworben wird. 
Dies bezieht sich insbesondere auf wirtschaftlich stabile Wachstumsregionen mit der entsprechen-
den demografischen Alterung. 
Ambulante Pflege  
Die ambulante Pflege hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen stetigen Zuwachs erlebt und 
gilt weiterhin als zentraler Schlüssel für die Pflege der Zukunft. Sie vermittelt und ergänzt als profes-
sioneller Part zwischen den Feldern der klassischen stationären und der Angehörigenpflege. Auch 
ermöglicht sie eine flexible Unterstützung im Bereich des Service-Wohnens und älterer und jüngerer 
privater Haushalte und somit ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung. 
Die heutige häusliche Alten- und Krankenpflege hat ihren Vorläufer in den sog. Gemeindeschwestern, 
oft Ordensschwestern oder Diakonissen, die lokal in den Kirchengemeinden diese Wohlfahrtsaufga-
ben zur Unterstützung der Familien leisteten. Seit den 1970er Jahren veränderte sich dieser Bereich 
und wurde in die sogenannten Sozialstationen überführt, die diesen Dienst überörtlicher und ano-
nymer werden ließen.

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
24 
Abbildung 5: Pflegearten in Deutschland 2013 
Quelle: Destatis – Statistisches Bundesamt (2015): Pflegestatistik – Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung – 
Deutschlandergebnisse – 2013. Online unter: www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit 
/Pflege/PflegeDeutschlandergebnisse5224001139004.pdf 
 
 
 
Seit den 1990er Jahren wurden diese Dienste im Zusammenhang der Neuorganisation der Pflege 
weiterentwickelt. Zunehmend traten auch private Anbieter in den Markt ein – Ende 2013 waren 64 % 
der Anbieter private Dienste15. 
 
Viele große Anbieter stammen jedoch weiterhin aus dem Bereich der kirchlichen und freien Wohl-
fahrtspflege und sind auf diesem Wege teils auch an stationäre Einrichtungen angegliedert. Ange-
sichts des Kosten- und Zeitdrucks in der Pflege, in ambulanten und stationären Bereichen, lässt sich 
eine langfristige Tendenz erkennen, die psychosoziale Ansprache zunehmend auszulagern.  
  
                                                           
15 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015): Pflegestatistik 2013. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Deutschlandergeb-
nisse, S. 10. Online unter: 
www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Pflege/PflegeDeutschlandergebnisse5224001139004.pdf

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
25 
Angehörigenpflege  
Sozialpolitisch und faktisch genießt die Angehörigenpflege in Deutschland Vorrang vor allen anderen 
Pflegearten: Die „Familie ist der größte Pflegedienst der Nation“ konstatiert nicht nur eine Selbstor-
ganisation pflegender Angehöriger16. Mehr als zwei Drittel (71 % oder 1,86 Millionen) aller Pflegebe-
dürftigen wurden nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in 2013 zu Hause versorgt (vgl. 
Abb. 5). 
„Ambulant vor stationär“ ist unzweifelhaft ein zentraler Grundsatz der sozialen Sicherung, gerade 
auch der Pflege in Deutschland. Dieser dient auch einem möglichst langen selbstbestimmten Leben 
im eigenen Zuhause. Die Pflegeversicherung finanziert auch nötige bauliche Anpassungen der Woh-
nungen von Pflegebedürftigen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                           
16 vgl. wir pflegen - Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V. (o.J.): Flyer Initiative 
Armut durch Pflege. Online unter: http://www.buendnis-fuer-gute-
pflege.de/fileadmin/user_upload/inhalt/Angehoerige/ADP_Brosch%C3%BCre_v0.6.pdf, vgl. auch Rede der Bundesfamilien-
ministerin Manuela Schwesig anlässlich der 1. Lesung zum Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf 
am 14. November 2014. Online unter: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/reden,did=211500.html  
Abbildung 7: Angehörigenpflege und Er-
werbsarbeit nach Geschlechtern 
Quelle: Barmer GEK Pflegereport 2015, 
Pressemat., S. 66. Online unter: pres-
se.barmer-
gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/S
ubportal/Presseinformationen/Aktuelle-
Pressemitteilungen/151117-
Pflegereport/PDF-Pressemappe 
Abbildung 6: Frauen und häusliche Pflege  
Quelle: Barmer GEK Pflegereport 2015, Pres-
semat., S. 65. Online unter: presse.barmer-
gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Su
bportal/Presseinformationen/Aktuelle-
Pressemitteilungen/151117-Pflegereport/PDF-
Pressemappe

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
26 
Die häusliche Familienpflege ist jedoch primär eine Pflege durch weibliche Angehörige. Frauen küm-
mern sich weitaus öfter und mehr – im zeitlichen Umfang der geleisteten Stunden pro Tag – um ihre 
pflegebedürftigen Verwandten als Männer.  
Damit sind ihre Möglichkeiten, am Arbeitsmarkt teilzuhaben, eingeschränkt. Ein anderes gesellschaft-
liches Ziel, das der Gleichstellung, ist hier also bedroht. 
Bei einkommensschwächeren Haushalten stehen der Inanspruchnahme von Unterstützung durch 
ambulante Dienste oder auch einer stationären Unterbringung aufgrund dann zu leistender Zuzah-
lungen auch finanzielle Gründe entgegen.  
Die Stärkung pflegender Angehöriger ist in jüngerer Zeit verstärkt in den fachlichen Fokus gerückt. 
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der kleinen Gruppe der minderjährigen Pflegenden, der sog. 
Young Carers. 
Pflegende Angehörige sind besonders auf ein unterstützendes Umfeld in ihrem Quartier angewiesen. 
Neues Wohnen mit Älteren 
Wie angesprochen, treiben die Träger von Altenpflegeeinrichtungen und der Wohlfahrtspflege die 
Etablierung selbstständiger Wohnformen mit Service-Unterstützung in ihrem Umfeld voran. Neuere 
Ansätze berücksichtigen dabei auch verstärkt Aspekte von Gemeinschaft und Teilhabe, Beispiele sind 
die Stadtteilhäuser und Stiftungsdörfer der Bremer Heimstiftung17 (vgl. Kap. 4.2). 
Auch von Seiten der Wohnungswirtschaft kommen deutliche Impulse. Diese hat die demografische 
Entwicklung ihrer Mieterinnen und Mieter im Blick. Gerade die (ehemals) gemeinnützigen Gesell-
schaften und deren Dachverbände verfolgen innovative strategische Ansätze, die über die einzelne 
Adresse hinausreichen. So entwickelte die Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft schon in 
den 1990er Jahren mit der Stadt Bielefeld und einem sozialen Anbieter als Partner das sog. Bielefel-
der Modell unter dem Motto „Selbstbestimmt Wohnen mit Versorgungssicherheit“18. Die Besonder-
heit bei dieser Form des Service-Wohnens ist, dass im Gegensatz zum gängigen Modell keine Betreu-
ungspauschale zu zahlen ist. Es handelt sich um altengerechte Wohnungen, bei denen erst bei Bedarf 
(kostenpflichtige) Service-Leistungen hinzugebucht werden. Auch wurde eine Gemeinschaftsinfra-
struktur für das Quartier mit Servicestützpunkt und Gemeinschaftsraum/Café entwickelt. 
Immer mehr Menschen machen sich vor dem Eintritt erhöhten Unterstützungsbedarfs Gedanken, 
wie sie im Alter leben möchten, und beziehen eine selbstgewählte Gemeinschaft mit Gleichgesinnten 
in ihre Überlegungen mit ein. Ein frühes Modell, wie selbst gewählte Hausgemeinschaften mit einem 
Wohnungsbauunternehmen realisiert werden können, war das intergenerationelle Projekt „Wohnen 
für Jung und Alt“ in Münster-Mecklenbeck mit der Wohn+Stadtbau und der kommunalen Stiftung 
Siverdes. Hier haben Ältere, Menschen mit Behinderung und junge Menschen zusammen geplant. Ein 
Bewohnerverein organisiert die Angelegenheiten der Gemeinschaft19. 
                                                           
17 Vgl. Bremer Heimstiftung: Wohnen. Online unter: www.bremer-heimstiftung.de/wohnen  
18 Vgl. BGW: Selbstbestimmt Wohnen mit Versorgungssicherheit. Online unter: www.bgw-bielefeld.de/bielefelder-
modell.html  
19 Fertigstellung war im Jahr 1998. Quelle: Stadt Münster: ExWoSt-Stadt Münster. Wohnen. Gemeinsam Wohnen von Jung 
und Alt. Online unter: www.muenster.de/stadt/exwost/beispiel_III1.html

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
27 
Gerade für Ältere, die undogmatisch einen möglichst schnellen Weg zum Wohnen in Gemeinschaft 
verfolgen möchten, ist die Partnerschaft mit einer gemeinwohlorientierten Wohnungsbaugesell-
schaft von Vorteil, bei denen Erfahrung mit und Bereitschaft zu Partizipation und externer Moderati-
on besteht. Auch sind hier geförderte, preiswertere Wohnungen realisierbar. Es ist allerdings anzu-
merken, dass der Druck in der Immobilienwirtschaft höher geworden ist und die Projekte quantitativ 
nicht über einen modellhaften Umfang hinausgekommen. Zwangsläufig muss der Blick verstärkt in 
den Bestand gehen.  
Grundlegend selbst organisierte Modelle des gemeinschaftlichen Wohnens sind oft genossenschafts-
förmig organisiert. Diese bietet zahlreiche Vorteile im schwierigen Umfeld des Wohneigentumsmark-
tes und der Immobilienfinanzierung, gerade für Ältere. Ein derartiges Projekt erfordert aber mitunter 
einen langen Atem.  
Freiwilliges Engagement  
Eine wichtige Rolle kommt in diesem Kontext dem freiwilligen bzw. bürgerschaftlichen Engagement 
oder ‚ehrenamtlichen‘ Tätigkeiten zu – nicht nur für, sondern auch von Älteren und Unterstützungs-
bedürftigen. Hierzu wird seit den 1990er Jahren eine intensive Diskussion geführt, die einen Meilen-
stein in der Forderung des Soziologen Ulrich Beck nach einer organisierten, teils entlohnten „Bürger-
arbeit“ (1996/97) hatte. Auch die Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engage-
ments“ des Deutschen Bundestages um die Jahrtausendwende war hier prägend.  
Aktuell sind noch die Folgen der Abschaffung des Wehrersatzdienstes im sozialen Bereich zu spüren, 
hier waren 2009 noch über 90.000 junge Männer bundesweit tätig. Die gestärkten Freiwilligendiens-
te FSJ und BFD, die teils auch für Ältere offen sind, entwickeln sich noch und umfassen für 2016 nun 
bald wieder eine ähnliche Zahl. Viele Menschen sind, auch angesichts der verkürzten gymnasialen 
Oberstufenzeit, bereit, in dieser institutionalisierten Form freiwilligen Dienst an der Gemeinschaft zu 
tun. Die Unwägbarkeiten für die Anbieter sozialer Dienste sind jedoch größer geworden. 
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frage nach der Aktivierung von Menschen ohne größere 
Institutionalisierung, gerade im städtischen Kontext, etwa im kleinen Rahmen ihrer lokalen Gemein-
schaft oder Nachbarschaft. Dies lässt sich auch auf die Konzepte des Sozialen Kapitals oder Sozialer 
Netzwerke zurückführen, die Einzelnen und einer Gesellschaft Stabilität und Widerstandsfähigkeit 
(Resilienz) gegen besondere Herausforderungen geben können. Die Förderung von Engagement, 
kollektiver Selbstverantwortung und Zivilgesellschaft ist damit als Rezept gegen überzogene Individu-
alisierung, Anonymisierung und Vereinzelung anzusehen. Sie scheint tatsächlich aktuell auf eine neue 
Sehnsucht nach Gemeinschaft zu treffen. 
Kritische Stimmen bemängeln dies überspitzt als Bankrotterklärung eines Sozialstaates an den Gren-
zen der Leistungsfähigkeit. Praktikerinnen und Praktiker weisen zunehmend darauf hin, dass auch 
freiwillige Tätigkeit nicht umsonst zu haben ist, sondern professioneller Unterstützung bedarf: Kom-
plexe Themenfelder müssen aufbereitet und geöffnet werden; Ehrenamtliche brauchen Begleitung. 
Zudem bedeutet Freiwilligkeit auch die Freiheit, die Tätigkeit auswählen zu können und mitzureden.

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
28 
2.3  Rahmenbedingungen und P rogrammatik  
Im föderalen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland werden Altenhilfe und Pflege, die Behinder-
tenhilfe sowie Vorhaben der Quartiersentwicklung durch Regelwerke, Institutionen und Programme 
in den verschiedenen Ebenen geprägt und gerahmt. Diese können hier nicht umfänglich dargestellt 
werden. Es soll daher aufgezeigt werden, inwieweit diese die oben genannten fachlichen Entwicklun-
gen in jüngerer Zeit aufgreifen. Festzuhalten ist, dass die Gesetzeslage mit gesellschaftlichen Entwick-
lungen nicht immer Schritt halten kann, so z.B. aktuell mit neuen Herausforderungen bei den Men-
schen mit einer (lebensbegleitenden) Behinderung im Alter, die eine neue Betrachtung der Über-
schneidungsbereiche verschiedener Hilfesysteme benötigen. 
Bundesebene  
Die Bundesebene prägt das Wohn- und Pflegeangebot maßgeblich durch die Kategorien der individu-
ellen Bedarfsfeststellung und der entsprechenden Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung. Die 
Bundesregierung hat mit dem Ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG) zum 01.01.2015 auf veränderte 
Gegebenheiten und Ansprüche reagiert: So werden Angebote im vorpflegerischen Bereich und nicht-
pflegerische Hilfen zur Lebensführung und Teilhabe gestärkt. Demenziell Erkrankte werden besser 
gestellt, mehr Menschen haben Anrecht auf einen Wohngruppenzuschlag bzw. eine Anschubfinan-
zierung für ambulant betreutes dezentrales Wohnen. Pflegewohngemeinschaften werden einfacher 
förderfähig. Die ambulante und die häusliche Pflege werden besser unterstützt. 
Das PSG II wird eine völlig neue Struktur der Beurteilung und Einstufung von Pflegebedürftigkeit zum 
01.01.2017 etablieren. Dabei gilt für bereits heute Pflegebedürftige ein weitgehendes Verschlechte-
rungsverbot. Die Reform wird in Fachkreisen als gelungen, patientenbezogen sogar als „großzügig“
20 
bezeichnet. 
Landesebene  
Seit der Föderalismusreform 2006 liegt die Gesetzgebungskompetenz für das Heimrecht bei den 
Bundesländern. Mit dem Namen Wohn- und Teilhabegesetz (WTG NRW) für das Gesetzeswerk 2008 
wurde bereits deutlich, dass ein ganzheitlicher Ansatz der stationären Pflege und eine perspektivisch 
dezentrale Ausgestaltung verfolgt wurden. In § 1 heißt es: „Es soll älteren oder pflegebedürftigen 
Menschen und Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben gewährleisten, deren Mit-
wirkung und Mitbestimmung unterstützen, die Transparenz über Gestaltung und Qualität von Be-
treuungsangeboten fördern und zu einer besseren Zusammenarbeit aller zuständigen Behörden bei-
tragen. Dabei soll es insbesondere kleinere Wohn- und Betreuungsangebote fördern und eine quar-
tiersnahe Versorgung mit Betreuungsleistungen ermöglichen“21. 
Das Änderungsgesetz GEPA NRW aus dem Jahr 2014 ( Gesetz zur Entwicklung und Stärkung einer 
demografiefesten, teilhabeorientierten Infrastruktur und zur Weiterentwic klung und Sicherung der 
Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und 
                                                           
20 Vgl. Barmer GEK Pflegereport 2015, Pressematerialien, S. 12. Online unter: http://presse.barmer-
gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Aktuelle-Pressemitteilungen/151117-
Pflegereport/PDF-Pressemappe   
21 Vgl. Wohn- und Teilhabe Gesetz (WTG) in der Fassung vom 2. Oktober 2014 (Fn 1). Gesetz- und Verordnungsblatt  
FUR DAS LAND NORDRHEIN-WESTFALEN 68. Jg., S. 632. Auch online unter: 
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000678

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
29 
ihre Angehörigen), das maßgebliche Überarbeitungen des Alten- und Pflegegesetzes (APG NRW) und 
des WTG NRW enthält, folgt weiter dieser Aus richtung. Es betont die Selbstbestimmung und Partizi-
pation der zu pflegenden sowie die Beteiligung auch ihrer Angehörigen bei der Ausgestaltung der 
Angebote. Es ruft alle Träger dazu auf, bestmöglich im Sinne der Pflegebedürftigen zusammenzua r-
beiten (Kooperationsgebot). 
Der Landesförderplan Alter- und Pflege 2016 ruft Praxis und Forschung dazu auf, Altenhilfe- und Pfle-
geangebote in kreativen Projekten und Maßnahmen weiterzuentwickeln. Dazu werden zwanzig Ei n-
zelziele in drei Förderbereichen formuliert (s. auszugsweise Abb. 8) und vierzehn verschiedene F ör-
derangebote. Von besonderer Bedeutung ist hier Förderangebot 2  „Entwicklung altengerechter 
Quartiere in NRW“. 
 
Jeder Kreis/kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen ist mit einem Quartier förderberechtigt. Gemäß 
dem Ratsbeschluss zu Vorlage V/0135/2013 hat die Stadtverwaltung diese Förderung für den Bereich 
Hiltrup-Ost beantragt und die altengerechte (und inklusive) Quartiersentwicklung zum 01.10.2015 
aufgenommen. Die Vorgaben und Empfehlungen des Landes22 sind damit für das erste zu entwi-
ckelnde Gebiet in Münster verbindlich und prägen die ersten Erfahrungen. Die fachlichen Vorgaben 
sind jedoch sehr offen, sie sind deutlich auf eine lokal angepasste und partizipative Vorgehensweise 
ausgerichtet. Das Programm ist geprägt durch Vernetzung und Erfahrungsaustausch der über 40 teil-
nehmenden Quartiere in NRW untereinander, mit den Verantwortlichen des Landes sowie weiteren 
Akteuren, was durch die zuständige Quartiersentwicklerin intensiv wahrgenommen wird.  
Folgende Handlungsfelder sieht das Programm Altengerechte Quartiere.NRW dabei vor: 
• Handlungsfeld Gemeinschaft erleben, 
• Handlungsfeld Sich versorgen, 
• Handlungsfeld Wohnen, 
• Handlungsfeld Sich einbringen. 
                                                           
22 Vgl. Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW. Online unter: http://aq-nrw.de  
Förderbereich 1 - Gestaltung einer demografiefesten Infrastruktur  
- Zuhause leben - Quartiere altengerecht entwickeln 
Ziel 1 Altengerechte Quartiersgestaltung fördern 
Ziel 2 Gesellschaftliche Teilhabe im Alter ermöglichen – Engagementstrukturen stärken 
Ziel 3 Betroffene zu Beteiligten machen – Partizipation aktiv ermöglichen 
Ziel 4 Sozialer Ausgrenzung wirksam vorbeugen 
Ziel 5 Selbstbestimmtes Wohnen und Leben – auch bei Pflegebedürftigkeit – ermöglichen 
Ziel 6 Pflegende Angehörige und familiale Pflege stärken 
Ziel 7 Inklusion leben 
Ziel 8 Individualität und Diversität, Gender Mainstreaming – Bewusstsein für Vielfalt schaffen 
Ziel 9 Angebotstransparenz herstellen – Kompetenzen fördern – Beratung stärken 
Abbildung 6: Auszug Landesförderplan Alter und Pflege 2016, Förderbereich 1. 
Quelle: MGEPA NRW. Selbstbestimmt Leben - Gemeinsam Teilhabe ermöglichen. Landesförderplan „Alter und Pflege“ des Landes 
Nordrhein-Westfalen 2016-2017. Online unter: http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/pflege/Landesfoerderplan-
Pflege/Landesfoerderplan-Final-042016.pdf

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
30 
Damit wurde eine Versäulung in zahlreiche kleinteilige Handlungsfelder, die es in den Quartieren 
abzuarbeiten gilt, vermieden. Prägend sind der Zugang über Partizipation (‚Sich einbringen‘), die 
Thematisierung einer breit zu verstehenden Versorgungssicherheit und die Betonung von Wohnen 
und Gemeinschaft. 
Impulse aus weiteren Ressorts des Landes  
Das Land Nordrhein-Westfalen will die Handlungsebene Quartier in den Kommunen stärken. Bei dem 
koordinierend tätigen Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW heißt es 
hierzu: „Die Handlungsebene Quartier hat in den vergangen Jahren in vielen Ressorts der Landesre-
gierung zu einer Ausrichtung der Aktivitäten und Förderprogramme auf den Quartiersansatz ge-
führt“23. Es bestehen auch Vorerfahrungen der ressortübergreifenden Zusammenarbeit aus dem 
Programm Soziale Stadt NRW. Dies kann mitunter den Zugang zu anderen Fördermöglichkeiten und 
Programmen des Landes vereinfachen. Gerade die Zusammenarbeit mit Wohnungsunternehmen in 
den Quartieren erscheint als vielversprechender Ansatz – so sind zum Beispiel Gemeinschaftseinrich-
tungen heute wesentlich besser förderfähig als in der Vergangenheit. Auch die Gründung von Genos-
senschaften im Wohnbereich ist durch das Land förderbar. 
Weitere Impulsgeber und Fördermöglichkeiten  
Die landeseigene Stiftung Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen ist eine zusätzliche Fördergeberin, 
die im Wesentlichen auch den Fördergrundsätzen des Landes NRW folgt und sich aus Gewinnen der 
öffentlichen Spielbanken speist. Kommunale und private Maßnahmenträger werden nicht angespro-
chen, sondern, wie der Name ausdrückt, nur Träger der Wohlfahrtspflege. Ende 2014 wurde ein För-
derprogramm für die Quartiersentwicklung aufgelegt24, als Zielgruppen werden „Menschen  mit Be-
hinderung und alte Menschen sowie benachteiligte Kinder“ angegeben. Eine Förderung kann auf drei 
Jahre angelegt werden. Eigenmittel werden benötigt. 
Auch die Stiftung Deutsches Hilfswerk fördert (aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie) intensiv in 
diesem Themenfeld; auch sie richtet sich an die Wohlfahrtspflege. Dabei kooperiert sie fachlich mit 
dem Kuratorium Deutsche Altershilfe, das hierzu eine Reihe von Umsetzungsempfehlungen beisteu-
ert25. Es wird gefordert, im Prozess „alle Menschen mit Unterstützungsbedarf im Quartier im Blick [zu 
haben], nicht nur einzelne Zielgruppen oder eigene Kunden“26. In Nordrhein-Westfalen wurden bis-
lang 81 Projekte gefördert, darunter auch der Quartiersstützpunkt an der Aa (Gartenstraße) des Am-
bulante Dienste e.V. 
Des Weiteren bieten sich in der interdisziplinären Quartiersentwicklung für thematische Teilprojekte 
und die Ansprache einzelner Zielgruppen regelmäßig weitere Fördermöglichkeiten, regional und 
bundesweit, z.B. auch durch Förderpreise oder Wettbewerbsteilnahmen für innovative Vorhaben. 
                                                           
23 Vgl. Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr 
des Landes Nordrhein-Westfalen: Wohnen/Quartiersentwicklung. Online unter: 
http://www.mbwsv.nrw.de/wohnen/wohnraumfoerderung/Quartiersentwicklung/index.php  
24 Vgl. Stiftung Wohlfahrtspflege NRW: Förderung – Förderung der Quartiersentwicklung. Online unter: https://www.sw-
nrw.de/en/foerderung/foerdergrundlagen/foerderung-der-quartiersentwicklung    
25 Vgl. Stiftung Deutsches Hilfswerk: Anträge und Richtlinien. Online unter: 
http://www.fernsehlotterie.de/Informieren/Deutsches-Hilfswerk/Antr%C3%A4ge-und-Richtlinien#Massnahmen  
26 Deutsche Fernsehlotterie: Informationsblatt zur Abgrenzung der Art der Fördermaßnahme für die Förderrichtlinie 3.1.1 
des Deutschen Hilfswerks Online unter: 
http://www.fernsehlotterie.de/Portals/0/Fragebogen%20KDA_Informationsblatt_1.pdf

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
31 
Beschlusslage und E rfahrungen in der Stadt Münster  
Die Stadt Münster beobachtet seit langem intensiv ihre demografische Entwicklung und hat 2008 
eine entsprechende Handlungsstrategie erstellt unter dem Titel „Attraktiv, generationengerecht, 
partnerschaftlich – Münsters Handlungskonzept zum Demografischen Wandel“27. Sie arbeitet seit 
einigen Jahren darauf hin, die Angebote für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf dezent-
ral weiter zu entwickeln (s.u.). Bereits mit dem Ratsbeschluss zur Fortschreibung des Konzeptes 
„Wohnen im Alter“ v. 05.11.2005 (V/0798/2005) hat die Stadt Münster als eine der ersten Kommu-
nen in Deutschland das Quartier als Zielorientierung für die Pflegeplanung mit in den Fokus genom-
men. Ziel dabei war eine generationengerechten Stadtentwicklung, die auf die individuellen Lebens- 
und Bedürfnislagen älterer Menschen ausgerichtet ist. Der quartiersbezogene Ansatz war zunächst 
exemplarisch in Handorf (Handorfer Modell) vorgesehen und soll auch auf andere Stadtteile Müns-
ters mit der Perspektive übertragen werden, Wohnangebote für ältere Menschen im Rahmen der 
Strategie „Neues Wohnen im Bestand“ zu schaffen.“ 
Des Weiteren stellt Inklusion ein dezidiertes Ziel dar – Münster hat 2013 den kommunalen „Aktions-
plan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – Münster auf dem Weg zur inklusiven 
Stadt“ verabschiedet
28. In diesem Zusammenhang heißt es: „Die Verwaltung wird beauftragt, bei 
allen städtischen Maßnahmen, insbesondere bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Grund-
satzplanungen, […] das Leitziel der Inklusion zu berücksichtigen […]“29. 
2012 beschloss der Rat der Stadt basierend auf einem Gutachten ein „Maßnahmenprogramm zur 
Förderung von Teilhabe im Alter und zur Vermeidung von Altersarmut“30. Insbesondere hat sich der 
Maßnahmenteil ‚Fallmanagement Teilhabe im Alter‘ (FM-ThiA) bewährt und wurde in ein Daueran-
gebot überführt. Es umfasst die Aktivierung und aufsuchende Beratung sowie Leistungsgewährung 
bei Älteren aus einer Hand. Weitere Programmteile fließen in Folgeprojekte ein, unter anderem im 
Bereich Gesundheitsförderung. 
In jüngerer Zeit hat Münster sich aufgrund der Bevölkerungs- und Bodenmarktentwicklung verstärkt 
den sozialen Aspekten des Wohnens zugewandt: 2014 wurde die sog. ‚Sozialgerechte Bodennutzung‘ 
beschlossen. Sie sieht vor, im Rahmen einer aktiven Bodenpolitik bei Wohnungsbauvorhaben auf 
städtischen Grundstücken 60 %, auf privaten Flächen 30 % der Wohneinheiten öffentlich gefördert zu 
entwickeln, für die dann strenge Anforderungen an die Barrierefreiheit gelten. Auch Quartiersaspek-
te sollen berücksichtigt werden. Sie ist Teil des zuvor verabschiedeten übergreifenden Handlungs-
konzeptes Wohnen – hier heißt es: „Damit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ein selbstbe-
stimmtes Leben und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft möglich ist, sind sie auf besondere 
Wohnangebote angewiesen. Ziel ist es daher zum einen, barrierefreie Quartiere im Umfeld und da-
mit die Möglichkeit zu schaffen, im Quartier altern zu können. Zum anderen soll der Anteil barriere-
freier Wohnungen (im Bestand wie im Neubau) möglichst weit erhöht werden“
31. 
  
                                                           
27 Vgl. Beschluss zur Vorlage V/0371/2008 Erg. 
28 Vgl. Beschluss zu Vorlagen V/0125/2013, V/0125/2013/1, V/0125/2013/2 
29 Vgl. Niederschrift über die 33. Sitzung (öffentlicher Teil) des Rates der Stadt Münster am 25.09.2013, TOP 31 
30 Vgl. Beschluss zur Vorlage V/0405/2012 
31 Vgl. Stadt Münster (2014): Kompendium Handlungskonzept Wohnen, S. 20. Online unter: http://www.stadt-
muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtplanung/pdf/wohnen/61_handlungskonzept_wohnen.pdf

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
32 
Der Weg zum Gesamtstädtischen Konzept Masterplan a ltengerechte , inklusive  Quartiere – 
zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pfl ege und Unterstützungsbedarf  
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung steht in einer engen Beziehung zur kommunalen Pfle-
gebedarfsplanung. Münster hat als eine der ersten kommunalen Gebietskörperschaften in der Regi-
on eine verbindliche Pflegebedarfsplanung nach § 7 Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-
Westfalen eingeführt. Der Rat der Stadt hat am 17.06.2015 ferner festgestellt, „dass kein weiterer 
Bedarf an stationären Pflegeplätzen besteht“ und die Verwaltung beauftragt, alternative Angebots-
formen wie Wohn- und Hausgemeinschaften und Quartiersangebote zur Sicherung einer umfassen-
den Pflege zu unterstützen“32. 
Am 13.03.2013 hatte der Hauptausschuss des Rates der Stadt Münster die Beschlussvorlage 
V/0128/2013 angenommen, die den zentralen Anliegen des Ratsantrags A-R/0053/2012 "‘Master-
plan Quartier‘: Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sichern - 
Infrastruktur zukunftsgerecht weiterentwickeln!" der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Münster 
folgte. Die Verwaltung wurde so beauftragt, eine Umsetzungskonzeption für den genannten „Mas-
terplan Quartier“ auszuarbeiten. Diese wurde als Vorlage V/0835/2013 am 11.12.2013 dem Rat der 
Stadt Münster vorgelegt und um einen Beschluss ergänzt angenommen. In diesem wird betont, den 
Ratsauftrag kooperativ mit den relevanten Akteuren im Themenfeld wie Trägern der Freien Wohl-
fahrtspflege „sowie weiteren in den Stadtteilen aktiven Initiativen umzusetzen“. 
Programmatik  des Masterplan a ltengerechte , inklusive  Quartiere Für Münster  
Folgende Ziele lassen sich aus dem Auftrag des Rates ableiten: 
• Förderung einer ausgewogenen und transparenten pflegerischen Infrastruktur mit ambulan-
ten und stationären Wohn- und Betreuungsarrangements in den Quartieren und einem Pa-
radigmenwechsel, weg vom weiteren Ausbau von Großeinrichtungen hin zu  überschaubaren 
Wohn- und Pflegeformen im Quartier, und diese im Einklang mit der 
• Förderung einer ergänzenden nachbarschaftlichen und ehrenamtlichen Unterstützung; 
• Förderung von quartiersbezogenen Wohn- und Pflegeangeboten, in denen der Mensch in 
seinem gewohnten Umfeld mit seinen bestehenden sozialen Bezügen sowie seine Bedürfnis-
se und sein individueller Hilfebedarf im Mittelpunkt stehen; 
• Überwindung von Segmentierung und Versäulung in den Feldern Pflege und Inklusion; 
• Systematisierung, Rahmung und Aufzeigen von Weiterentwicklungsmöglichkeiten bestehen-
der guter Angebote und Initiativen, um sie auf den Quartierskontext beziehen zu können; 
• Verzicht auf enge Zielgruppenbestimmung, ganzheitlicher Blick auf alle Bewohnerinnen und 
Bewohner, die es einzubinden gilt und die profitieren sollen; 
• Stärkung der intergenerationellen Beziehungen; 
• Vermeidung von Einsamkeit und Ausgrenzung. 
Ferner wird auch Bezug genommen auf das Impulspapier Quartier der Freien Wohlfahrtspflege in 
Nordrhein-Westfalen. Hier heißt es: „Auch wenn unser Ziel ‚Gut älter werden im Quartier‘ im Fokus 
steht, geht es in der Quartiersgestaltung um inklusive, kultursensible und generationengerechte 
                                                           
32 Vgl. Beschluss zur Vorlage V/0438/2015

2 Hintergrund und Ausgangslage, Programmatik 
33 
Quartiersentwicklung als Teil einer integrierten Stadt- und Dorfentwicklung – und damit um einen 
weitreichenden gesellschaftlichen Paradigmenwechsel“33. 
Perspektivisch wird in der Grundlage für den Beschluss auf den Anspruch verwiesen, ein neues Ent-
wicklungs- und Planungsverständnis in den Blick zu nehmen. Deren Kern ist es, eine kooperative und 
koordinierte Sozial-, Gesundheits- und generationenübergreifende Planung mit einer Stadt- und 
Stadtentwicklungsplanung noch konkreter und verbindlicher abzustimmen. Dieser Masterplan soll 
hier in einer mittel- bis langfristigen Perspektive einen Beitrag leisten. 
                                                           
33 Vgl. Freie Wohlfahrtspflege NRW (2012): Impulspapier Quartier. Gemeinsam für ein soziales Nordrhein-Westfalen. Inklu-
sive, kultursensible und generationengerechte Quartiersentwicklung als Schlüssel für demografiefeste Kommunen. Selbstbe-
stimmtes Wohnen und Versorgungssicherheit für Menschen in ihrem Quartier, S. 9. Online unter: www.wohnen-im-alter-
nrw.de/progs/projekt/wia/content/e1871/e1889/e2737/e2743/LAG_Impulspapier-Quartier2012_final_Anlage_TOP3.3.pdf

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
34 
3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen  
Die zuvor genannten programmatischen Ziele sind weiter zu konkretisieren, um sie in umsetzbare 
Strategien, konkrete Quartiersprojekte und Maßnahmen herunter zu brechen. Für eine gesamtstädti-
sche Herangehensweise bestehen hier keine Vorbilder. Im Sinne der Konsistenz der altengerechten 
(und inklusiven) Quartiersentwicklung in Münster und der Gewährleistung der Förderfähigkeit zu-
künftiger Maßnahmen ist aus fachlicher Sicht eine enge Anlehnung an die Grundsätze und Ziele des 
Landesprogramms Altengerechte Quartiere.NRW sinnvoll.  
Dies verhindert nicht eigene fachliche Grundsatzüberlegungen und Festlegungen bzw. Erweiterun-
gen, die zwangsläufig aus der Perspektive der Gesamtstadt auch nötig sind, zumal es hier ein grund-
sätzlich neues Feld für die Stadt Münster zu erschließen gilt. So sind auch konzeptionelle Überlegun-
gen zum Begriff des Quartiers und der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung mit einge-
flossen, soweit möglich unter Einbezug der (zukünftigen) Akteure in diesem Feld. 
 
3.1 Übergeordnete Z iele  des Masterplans  
Es klingt banal, dass das Grundziel oder der Endpunkt eines Masterplans altengerechte, inklusive 
Quartiere zur Versorgungssicherheit von Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf natürlich 
die ‚Herstellung‘ dieser altengerechten und inklusiven Quartiere und der erwünschten Versorgungssi-
tuation ist. Für Münster wird dies mittel- und langfristig für alle Teilräume angestrebt, wozu dieser 
Masterplan als erster Schritt dienen soll.  
Ein solches abstraktes Ideal für ein altengerechtes, inklusives Quartier gibt es nicht, das sich losgelöst 
von den Bedürfnissen und Potenzialen seiner Bewohnerinnen und Bewohner beschreiben ließe. Es ist 
Neuland, das sich nur mit den Menschen in ihren Quartieren betreten lässt. Es erfordert auch neue 
Denkweisen. Dies gilt auch für die Partner vor Ort wie Einzelhandel und Wohnungsanbieter. Viele 
Aspekte von Versorgungssicherheit entziehen sich unmittelbaren kommunalen Einfluss- und Gestal-
tungsmöglichkeiten, z.B. weil sie primär marktförmig organisiert sind. Auch hat die Lebens- und Ver-
sorgungssituation der Einzelnen und lokaler Gemeinschaften im Alter und bei Pflegebedarf nicht nur 
mit den ‚realen‘ Gegebenheiten zu tun, sondern sehr viel mit empfundener Zufriedenheit und dem 
Gefühl, gehört zu werden und Veränderung bewirken zu können. 
Das heißt: Dieser Masterplan entwirft einen Prozess für Münster, um sich auf den Weg zu machen, 
die Lebenssituation unterstützungsbedürftiger Menschen in Münsters Quartieren in gemeinschaftli-
cher Anstrengung spürbar zu verbessern. Dabei wird über die Stärkung von Netzwerken und lokalen 
Gemeinschaften angezielt, veränderungsbereite ‚lernende‘ Strukturen zu schaffen, die zukunftsfähig 
weitere Herausforderungen des demografischen und sozialen Wandels bewältigen können. Dies ge-
schieht entlang der angesprochenen programmatischen Ziele.  
Dieser Prozess muss sich auf zwei Ebenen vollziehen: Auf der gesamtstädtischen Ebene ist es zentral, 
übergreifend Partner zu gewinnen und dauerhaft unter dem Dach des Themas kommunikativ zu-
sammen zu binden, um gemeinsam weiter zu gehen. Dies wurde begonnen, z.B. mit verschiedenen 
Trägern der Alten- und Behindertenhilfe und Pflege, der Ärztekammer und der Apothekerkammer 
Westfalen-Lippe, dem Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münsterland, dem Stadtsportbund etc. Dies 
soll ermöglichen, vernetzt lokale Angebote zu verändern und neu zu entwickeln. Es sind gemeinsam

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
35 
Überlegungen aufzunehmen, wie auch auf dieser gesamtstädtischen Ebene Potenziale und Ideen der 
Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden können. Ein solcher Rahmen soll auch Impulse geben, 
damit sich zukünftig selbstorganisierte altengerechte und inklusive Quartiersprojekte ‚von unten‘ 
ergeben. 
Die zweite diskursive Handlungsebene sind die Quartiere selbst. Hierzu sollen im Folgenden methodi-
sche Empfehlungen zum Start und Verlauf eines partizipativen Prozesses der altengerechten und 
inklusiven Quartiersentwicklung gegeben werden. Im Wesentlichen wird dabei – angepasst an die 
Situation in Münster – Bezug genommen auf das Programm Altengerechte Quartiere.NRW, erweitert 
um fachliche Grundlagen aus dem In- und Ausland. Sie greifen auch auf erste positive Erfahrungen 
aus dem eigenen Projekt in Hiltrup-Ost zurück.  
Vor dem Hintergrund der generellen Zielsetzung, auf Dauer in allen Quartieren Bedingungen zu reali-
sieren, die den Anforderungen an altengerechte und inklusive Quartiersentwicklung entsprechen, 
richtet der Masterplan  den Blick kleinteilig auf alle Teilbereiche der Stadt, um abzuschätzen, wo 
sinnvollerweise frühzeitig Vorhaben der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung anzulegen 
sind. Dies folgt zwei Linien: 
• Es werden Bereiche aufgezeigt, in denen aktuell oder in naher Zukunft hohe Anteile alter 
Menschen und damit wahrscheinlich Unterstützungsbedürftiger leben (werden). Dies wird 
kontrastiert mit wichtigen Aspekten infrastruktureller Ausstattung und der Eigenart von 
Wohnungsbestand und Siedlungsstruktur. So sollen Beobachtungspunkte ermittelt werden, 
die ein frühzeitiges Anstoßen von Projekten altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung 
begründen. 
• Es werden Standorte innovativer Projekte und Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe 
sowie Pflege daraufhin untersucht, ob in ihrem Umfeld weitere Bedarfe bestehen und ob sie 
den zentralen Ankerpunkt eines lokalen Netzwerks zur altengerechten, inklusiven Quartiers-
entwicklung bilden können. Auch dies soll Träger und Akteure einladen, selbst in der Quar-
tiersentwicklung tätig zu werden. 
Abschließend sollen – vor dem Hintergrund der vorgefundenen Situation – Empfehlungen für eine 
Auswahl konkreter Maßnahmen in den Quartieren gegeben werden. Dies steht freilich unter ‚Partizi-
pationsvorbehalt‘: Es ist nicht beabsichtigt, mit einem vorgefertigten Programm in ein Quartier zu 
gehen. Die Quartiersentwicklung sollte aber gute Beispiele kennen und in die Lage versetzt werden, 
zu aufgeworfenen Fragen vor Ort Lösungswege aufzuzeigen. Auch geht es um kleine Maßnahmen, 
die initial Aufmerksamkeit und Interesse wecken können.

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
36 
3.2 Quartier und Quartiersentwicklung  
Ausgangspunkt analytischer und konzeptioneller Überlegungen muss auch die Frage sein: Was ist 
überhaupt ein Quartier? Der (Sozial-)Raumbezug in der kommunalen Entwicklung ist nicht ganz neu; 
der Quartiersansatz für die deutsche Situation schon. Im Sinne fachlich-konzeptioneller Arbeit sollte 
es kein beliebiger Begriff sein. 
Quartier  
Obwohl in Deutschland seit Jahrhunderten im Gebrauch und derzeit wieder als attraktiv und zeitge-
mäß empfunden (so auch im Immobilienmarkt), bleibt der Quartiersbegriff komplex. Für die deut-
sche Sprache ist der Begriff entlehnt „aus altfranzösisch quartier, das auf lateinisch quartarius ‚das 
Viertel‘ zurückgeht“34 und auf historische Stadtstrukturen verweist. Umgangssprachlich gebräuchlich 
ist der deutsche Begriff Viertel heute oft noch als Bindestrichbegriff – Villenviertel, Problemviertel 
u.ä. – und kann als solcher sehr wirkmächtig als Zuschreibung für einen Raum werden. Der ähnliche 
Begriff Nachbarschaft ist im englischsprachigen Raum (‚Neighbourhood‘) auch umgangssprachlich 
verbreitet, spielt in Deutschland jedoch kaum eine Rolle als räumliche Bezeichnung. Der deutsche 
Soziologe Bernd Hamm nannte in den 1970er Jahren als wichtige Aufgaben einer Nachbarschaft 
„Nothilfe, Sozialisation, Kommunikation und soziale Kontrolle“35. Quartier heißt synonym auch Un-
terkunft – ein Quartier ist primär Wohnstandort, jedoch mehr als ein Wohngebiet.  
Der Begriff Quartier wird heute oft verwendet, wenn administrative Begrifflichkeiten wie Bezirk, 
Stadtteil o.ä. vermieden werden sollen, um die alltagsweltlichen Bezüge und die Bewohnerperspekti-
ve in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Lehrbuch zum Städtebau formuliert, ein Quartier sei eine „soziale 
und baulich-räumliche Gebietseinheit mittlerer Maßstabsebene, die sich innerhalb bebauter städtischer Gebiete 
von außen oder innen her abgrenzen lässt, sich von den umgebenden Siedlungsteilen unterscheidet, eine spezif i-
sche Qualität und Identität aufweist. Mehrere Quartiere bilden ggf. einen Stadtteil“ 36. Selbst dieser Versuch 
einer akkuraten, raumstrukturellen Definition bleibt bewusst vage, denn sie legt nicht fest, wer und 
nach welchen Kriterien hier ein Quartier ‚abgrenzt‘ – zugleich verweist sie aber auf eine spezifische 
Identität eines Quartiers und damit auf die wichtige Rolle, die das alltägliche Lebensumfeld in unmit-
telbarer Nähe für die Bewohnerinnen und Bewohner und für ihr Selbstverständnis spielt. Dies gilt 
gerade für die Bewohnergruppen, die besonders viel Zeit im Nahraum um ihre Wohnung verbringen, 
also hauptsächlich Ältere und Kinder, aber auch Eltern in der frühen Familienphase, vor allem Frauen, 
und andere Gruppen mit besonderem Unterstützungsbedarf, beispielsweise wegen einer Behinde-
rung und bei einer chronischen Erkrankung. Damit liegt auch nahe, dass ein geeigneter Quartiersbe-
griff sich kontextabhängig an Zielgruppen und deren Mobilität, Bedürfnissen und Bedarfen orientie-
ren muss. Dennoch spielen räumliche Aspekte, wie die Barrieren, die z.B. durch Verkehrswege gebil-
det werden, mit herein. 
  
                                                           
34 vgl. Duden. Das Herkunftswörterbuch 1997: 564. Gleichnamiges Stichwort.  
35 Zit. n. Schnur 2012, S. 456 
36 Frick 2008, S. 202; zit. n. Zens 2012, S. 13. Online unter: www.quartiersforschung.de/download/DA_Zens.pdf

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
37 
 
 
 
 
Es kann daher nicht Ziel und Inhalt dieses Masterplans sein, eine ‚objektive‘ Quartiersstruktur für 
Münster darzustellen. Neuere Definitionsansätze thematisieren stärker die Unschärfe des Begriffs, in 
der sowohl Chancen als auch Risiken liegen, und auch, dass ein Quartier zumeist um ein kommunika-
tives und funktionales Zentrum herum angelegt ist (s. auch Abb. 7). Der Arbeitskreis ‚Älter werden in 
Münsters Quartieren‘ der aktuellen und zukünftigen Träger von altengerechter und inklusiver Quar-
tiersentwicklung hat sich mit verschiedenen Zugängen befasst. Im Ergebnis hat sich der Arbeitskreis 
vorläufig auf die folgende Quartiersdefinition verständigt: 
Arbeitsdefinition Quartier und Quartiersentwicklung 
Ein Quartier ist das Zusammenspiel von überschaubarer lokaler Gemeinschaft und dem Raum, in 
dem sie sich entfaltet. Es ist von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern her zu denken, für die es in 
vertrauter Form das Wohn- und Lebensumfeld, Versorgungs- und soziale Kontaktmöglichkeiten all-
täglich bereitstellt und damit Teil ihrer Identität wird. 
Quartiere sind die Orte, um niedrigschwellig an der eigenen Umgebung aktiv mit zu gestalten, je nach 
Bedürfnissen und Interessen. Sie bieten Raum für eine hohe Interaktionsdichte und informelle Aktivi-
täten, Integration und Inklusion auf Basis eines Zusammengehörigkeitsgefühls. Wo dies verloren zu 
gehen droht, sollen in der Quartiersentwicklung Möglichkeitsräume hierzu gefördert werden. Dies ist 
als Prozess der Menschen vor Ort zu verstehen. 
Als räumliche Bezugsgröße ist ein Quartier schwer fassbar, aber in der Regel ist es unabhängig von 
Stadtteil- und ähnlichen Grenzen. Die Grenzen und das ‚innere Bild‘ eines Quartieres, das die Identi-
tät prägt, sind nur mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu ermitteln. Wo ein relativ großer Um-
fang eines Quartiersentwicklungsgebietes gewählt wurde, z.B. aus Fördernotwendigkeiten heraus‚ 
sind ‚Teilquartiere‘ zu identifizieren und differenziert zu entwickeln. Es gibt auch gesamtstädtische 
Bezüge und Arbeitsteilungen zwischen Quartieren, die zu beachten sind. Urban geprägte und dörfli-
che Quartiere in Münster weisen spezifisch andere Entwicklungspotenziale auf. 
Für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf soll das alltäglich Lebensnotwendige im Sinne 
von Teilhabe und Versorgung weitest möglich in dem erreichbaren und vertrauten Nahraum ihres 
Quartiers bereitgestellt werden. Hierzu sind gemeinschaftlich neue Formen und Ideen zu entwickeln 
und auszuprobieren, die wesentlich auf Transparenz und Kooperation der Anbieter angewiesen 
sind.37 
                                                           
37 Beschluss des AK Älter werden in Münsters Quartieren in seiner vierten Sitzung am 05.04.2016 
Abbildung 7: Definitionsansatz 'Quartier als 
Fuzzy Place'.  
Quelle: Schnur 2013, S. 32

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
38 
Für die besondere Situation in Münster gilt es weiter zu beachten, dass der neu und eher städtisch 
gefasste Begriff des Quartiers für die Menschen, insbesondere Ältere, fremd wirken kann. Dies gilt 
gerade für immer noch eher ländlich geprägten Randbereiche – hier bietet sich ggf. auch der Begriff 
‚Dorf‘ an.  
Quartie rsentwicklung und Identität  
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung soll im Sinne dieses Masterplans verstanden werden 
als eine aktive und umfassende, partizipative kleinräumige Stadt-Entwicklung, ohne sich auf bauliche 
Maßnahmen zu reduzieren. Ihre Räume sind Bestandsquartiere, unter dem Gesichtspunkt ihrer Dau-
er werden sie als Anschubprozesse für einen begrenzten Zeitraum verstanden. Ziel ist die Stärkung, 
Weiterentwicklung und Etablierung unterstützender sozialer und räumlicher Strukturen für und mit 
Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf. Dazu kann am Ende der Übergang in ein soziales 
Quartiersmanagement vor Ort gehören, das nach dieser Phase das Erreichte verstetigt, sichert und 
nachsteuert. 
Aspekte der auf das Quartier bezogenen Identität sind unbedingt sensibel in die Quartiersentwick-
lung einzubeziehen. Sie ist das Bindeglied zwischen den Menschen, lokaler Gemeinschaft und dem 
Raum, in dem sie verortet ist. Für viele ältere und langjährige Bewohnerinnen und Bewohner, bei 
denen andere Identitätsangebote z.B. durch den Beruf oder die Elternrolle tendenziell abnehmen, ist 
dies sehr wichtig. In Stadtbereichen und bei Zielgruppen, in denen eine stillstehende oder eher nega-
tive Entwicklung erlebt wurde, fühlt man sich vergessen und benachteiligt. Damit liegt eine große 
Chance in dem Angebot, Veränderung mitzugestalten. Das Bild der Menschen von ihrem Quartier ist 
ein wichtiger Schlüssel dazu. 
In Anerkennung dessen wird Quartiersentwicklung immer öfter, so auch von der Landesregierung 
NRW, in Zusammenhang gebracht mit dem Begriff ‚Heimat‘38. Dazu zwei Zitate aus der wissenschaft-
lichen Geographie:  
„Heimat ist dort, wo ich Ursache von etwas bin“ (E. A. Brugger) und 
„Heimat ist ein Ort des leichten Handelns“ (E. E. Boesch)39. 
Letzteres beschreibt vor dem Hintergrund des Pr ozessdesigns die Ziele von Quartiersentwicklung im 
Sinne dieses Masterplans treffend.  
Über dieses anzusprechende Heimatgefühl, das auch bei Jüngeren nicht mehr verpönt ist, werden 
aber auch Zugehörigkeit und Ausschluss verhandelt. Quartiere sind damit dynamisch und veränder-
lich, sozialräumliche Arenen, in denen sich Integration und Inklusion vollzieht. Das zeigen in Münster 
auch die Bemühungen vieler Nachbarschaften um aufgenommene Flüchtlinge.  
  
                                                           
38 Vgl. ZWAR Zentralstelle NRW (2014): Mitteilung Bürgerdialog „Heimat im Quartier“. Online unter: 
www.zwar.org/de/aktuelles/archiv/news/heimat-im-quartier/  
39 Vgl. Weichhart 1990, zit. n. Brunner/Henry 2009, S. 23

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
39 
Grundsätz lic hes 
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- 
und Unterstützungsbedarf in Münster ist interkonfessionell, generationenübergreifend, interkulturell 
und inklusiv zu denken. Zu den Grundideen für das Gelingen gehören ganz zentral Transparenz und 
Kooperation. Das bedeutet auch, dass Schwellen abgebaut werden und gute und bewährte Initiati-
ven, Projekte und Einrichtungen sich öffnen. Das können Angebote der Kirchengemeinden sein, Frei-
zeitgruppen oder vollstationäre Pflegeeinrichtungen. 
Quartiersentwicklung ist immer normativ, also an Wertvorstellungen von einem positiven Besseren 
gekoppelt, das es zu erreichen gilt. Sie ist in der Regel entweder mit inhaltlichen Attributen versehen 
oder mit einer Zielgruppenansprache verknüpft – eine Quartiersentwicklung ohne inhaltliche Sub-
stanz wäre belanglos. Sie muss Menschen ansprechen, um zu gemeinsamen Zielen zu kommen. In 
diesem Sinne zielt dieser Masterplan in bewusster Anlehnung an das Land NRW auf eine altengerech-
te (und inklusive) Quartiersentwicklung, auch wenn zumindest ‚altersgerecht‘ oder sogar ‚alternsge-
recht‘ passender erschiene.  
Quartiere als Lebensraum gestalten –  Quartierskonzepte voranbringen  
Quartiere sind so verschieden wie die Menschen, die in ihnen leben. Im Unterschied zu Stadtteilen, 
Bezirken oder Gemeinden ist das Quartier nicht immer ein kommunalpolitisch fest umrissenes Ge-
biet. Oft sind sie Teilgebiete eines Stadtteils und können, je nach Struktur und Beziehungsströmen 
der Menschen, 1.000, 10.000 oder mehr Einwohnerinnen bzw. Einwohner umfassen. Quartiere 
zeichnen sich durch wechselseitige Beziehungen und Interaktionen ihrer Bewohnerinnen und Be-
wohner, das gemeinsame Nutzen von Strukturen und Angeboten im Nahbereich, ein Gemeinschafts-
leben bis hin zur Teilhabe und Partizipation im direkten Wohnumfeld der Menschen aus - und zuwei-
len auch durch ihre Konflikte, Identitäten und Möglichkeiten. „Bunte und lebendige Quartiere“ sind 
geprägt durch ihre Vielfalt und erhalten somit oft auch ihre Attraktivität -  zuweilen auch für Men-
schen weit über das Quartier hinaus.  
So vielfältig wie die Quartiere und ihre Bewohnerinnen und Bewohner sind - gemeinsam muss allen 
Quartieren sein, wenn sie funktionieren sollen, dass der Gedanke einer solidarischen Gesellschaft 
und eines intergenerativen, respektvollen Miteinanders in gegenseitiger Verantwortung Wirklichkeit 
ist. Für „lebendige“ Quartiere, Stadtteile aber auch ländlich strukturierte Gebiete ist ein guter Gene-
rationen-Mix, das Zusammenleben von Jung und Alt notwendig. Deshalb ist für eine zukunftsorien-
tierte Quartiersentwicklung nicht nur eine alters- und behindertengerechte Gestaltung wichtig, son-
dern auch eine familien- und kindgerechte Ausrichtung der Lebensorte. Dies gilt besonders auch für 
die Gebiete, die von einem Rückgang junger Menschen an der Bevölkerung betroffen sind. Nur durch 
eine Infrastruktur, die auch eine Attraktivität für Familien und junge Menschen besitzt, lässt sich der 
wichtige Generationen-Mix vor Ort auf Dauer sichern. Dazu sind auch generationenübergreifende 
Konzepte wichtig. Den Bewohnerinnen und Bewohnern müssen Freiräume für die Gestaltung und 
Mitwirkung gegeben werden.  
Generationengerechte und inklusive Stadt - und Dorfentwicklung  
Neben dem Wohnen werden die Quartiere insbesondere durch individuelle und gemeinschaftsbezo-
gene Aspekte des Zusammenlebens im Nahbereich geprägt, also dort, wo die Menschen leben. Hier

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
40 
sprechen wir auch von der sinnbildlichen „Pantoffelentfernung“, wenn es um die Versorgungssicher-
heit geht. 
Mit neuen Wohn- und Unterstützungsformen wollen wir älteren und pflegebedürftigen Menschen 
ein Verbleiben in ihrer angestammten Wohnumgebung ermöglichen. Dabei sollen Wohnungen und 
das Wohnumfeld so gestaltet werden, dass Menschen unabhängig von ihrem Alter oder ihrer einge-
schränkten Bewegungsfreiheit möglichst selbstständig, unabhängig und weitestgehend ohne fremde 
Hilfe in ihrer gewohnten Umgebung leben können.  
Eine Vielfalt von Angeboten ist gefragt als individuelles Wohnen, zielgruppenspezifisch oder Grup-
penwohnen in verschiedenen Varianten: Wohnen mit Versorgungssicherheit in der eigenen Woh-
nung, Mehrgenerationenwohnen, Pflege- und Wohngruppen oder Haus- und Wohngemeinschaften. 
Zielgruppen  
Das kurze und scheinbar altmodische Attribut ‚altengerecht‘ thematisiert aus praktischen und kom-
munikativen Erwägungen die größte Gruppe der Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf, 
die im Zuge des demographischen Wandels noch wachsen wird. Der Begriff spricht breiteste Kreise 
der Stadtbevölkerung sofort an, zumal Menschen mit zunehmendem Lebensalter eines Tages auf 
einen Pflege- und Unterstützungsbedarfes haben werden. Dennoch werden nicht nur alte Menschen, 
sondern alle Zielgruppen in den lokalen Gemeinschaften angesprochen. Das wird im Folgenden ge-
nauer ausgeführt. 
Wer profitier t – Wen braucht es für die Quartiersentwicklung?  
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- 
und Unterstützungsbedarf im Sinne dieses Masterplans ist ein Prozess, der nur mit den lokalen Ge-
meinschaften in ihrer ganzen Bandbreite gelingen kann. Ein wesentliches Ziel ist es, die nachbar-
schaftliche soziale Achtsamkeit für Unterstützungsbedürftige zu erhöhen. Dies soll den Grund legen 
für ein inklusives und fürsorgliches Umfeld.  
Hier sind auch Gewerbetreibende und Dienstleister angesprochen. Viele besitzen schon die nötige 
Sensibilität und große Erfahrung im Umgang mit den Bedarfen ihrer Kundschaft. Manche benötigen 
noch Unterstützung, sich auf die demographischen und gesellschaftlichen Veränderungen der nächs-
ten Jahre einzustellen. Gerade Filialisten machen heute einen großen Teil der Versorgungsinfrastruk-
tur aus, bei geringer lokaler Ortsbindung. Ihr Weggang kann große Lücken reißen, weswegen sie un-
bedingt einzubeziehen sind. Es ist zu versuchen, ihnen im Kleinen Veränderungsmöglichkeiten deut-
lich zu machen, die ihren Markt insgesamt betreffen.  
Veränderungsprozesse, wie der Rückzug von Anbietern aus der Fläche und in das Internet, werden 
aber weiter gehen. Die öffentliche Thematisierung und Kommunikation mit diesen Anbietern auf 
gesamtstädtischer Ebene ist ein wichtiger Weg, diesen Trend zu verändern. Primär werden schnell 
neue Unterstützungsformen gebraucht. Hier kommt wieder die lokale Gemeinschaft ins Spiel: Sie 
muss gestärkt werden, in neuen Formen gegenseitige Hilfe zu leisten. Dies braucht ein Maß an Ver-
bindlichkeit und Organisation. Es braucht aber auch gemeinschaftsbildende Maßnahmen ohne spezi-
fische Zwecke. Die Steigerung der Lebensqualität für Alle ist zugleich Mittel und Ziel.

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
41 
Gender - und Gleichstellungsaspekte  – Frauen  
Das Alter ist weiblich, Altersarmut ist weiblich, ebenso die Familienphase und die Familienpflege. 
Auch der professionelle und ehrenamtliche soziale und Gesundheitsbereich mit Alten- und Behinder-
tenhilfe sowie Pflege sind weiblich geprägt. Daraus begründet sich unbedingt eine besondere Beach-
tung der Bedürfnisse, Bedarfe und Perspektiven von Frauen in der Quartiersentwicklung. Sie stellen 
die große Mehrheit derjenigen, die im Quartier leben und arbeiten und dabei verstärkt auf einen 
unterstützenden Nahraum angewiesen sind. 
Aufgrund der höheren Lebenserwartung, die derzeit bei Frauen ca. 5 Jahre höher ist als bei Män-
nern40, gibt es mehr ältere Frauen als Männer. Über den leichten Frauenüberschuss in der Gesamt-
bevölkerung hinaus, sind in der Gruppe der Älteren die Frauen deutlicher in der Mehrheit: In Müns-
ter waren Ende 2015 54,2 % der Menschen zwischen 60 und 80 Jahren Frauen, bei den über 80-
jährigen waren es 65,8 %, also nahezu zwei Drittel. 
Demnach bleiben auch mehr Frauen verwitwet beim Tod des Partners zurück. Aufgrund der damali-
gen Familienmodelle können sie nur zu kleinen Teilen auf eine eigene durchgängige Erwerbsbiogra-
phie zurückblicken. Daher erhalten sie oft nur eine abgeleitete Hinterbliebenenrente, die etwas mehr 
als die Hälfte dessen ausmacht, was der Partner zuvor für beide erhalten hat. Die Grundkosten, ins-
besondere für das Wohnen, bleiben aber annähernd gleich. Umzugsbereitschaft besteht aus ver-
schiedenen Gründen oft nicht. Damit steigt das Armutsrisiko, und auch die Lasten der normalen Le-
bensführung, zumal bei selbstgenutzten Eigenheimen, stark.  
Es ist immer noch so, dass die Zeiten der Kindererziehung primär von den Müttern geleistet werden. 
Münster erreicht zwar einen bundesweiten Spitzenwert bei den jungen Vätern, die in Elternzeit ge-
hen. Die Hauptlast bleibt jedoch bei den Frauen – zum allergrößten Teil nehmen Väter in Deutsch-
land nur den Mindestzeitraum von zwei Monaten in Anspruch. Im Anschluss fällt Frauen meist der 
Part zu, auf Erwerbstätigkeit vorübergehend ganz zu verzichten oder Teilzeittätigkeiten zu wählen, 
die oft unter ihrer Qualifikation liegen. Die Organisation des Familienalltags, evtl. auch als Eineltern-
familie oder wenn ein Partner Wochenendpendler ist, ist heute hoch anspruchsvoll. Ein unterstüt-
zendes nachbarschaftliches Umfeld, ein Quartier der kurzen Wege mit gut vernetzten und verlässli-
chen Hilfsangeboten ist hier ein entscheidender Standortvorteil. 
Auf die Rolle der Frauen in der Familienpflege wurde bereits verwiesen. Diese Phase kann die zweite 
Unterbrechung der Erwerbstätigkeit bedeuten, ist in ihrer Dauer ungewiss und aufgrund des höheren 
Lebensalters noch riskanter für das berufliche Fortkommen.  
Für Mütter von Kindern mit Behinderung gilt das Gesagte in verstärkter Form, ihre beruflichen Per-
spektiven sind umfangreicher beeinträchtigt. Sie sind in besonderem Maße auf ein entlastendes Um-
feld angewiesen. 
Gender - und Gleichstellungsaspekte  – Männer  
Die Ausrichtung von Altenhilfe und Pflege durch Frauen auf eine Mehrheit von Frauen hat auf der 
anderen Seite dazu geführt, dass die Bedürfnisse von älteren Männern in der Vergangenheit zu wenig 
                                                           
40 Bezogen auf Neugeborene: Männer 77,7 Jahre/Frauen 82,8 Jahre Lebenserwartung. Quelle: s. Fußnote 21

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
42 
Berücksichtigung fanden. Hier ist in Zukunft ein differenzierterer Blick vonnöten, gerade im Quar-
tierskontext. 
Von den Einpersonenhaushalten der über-60-Jährigen in Münster waren Ende 2015 ca. 31 % von 
Männern bewohnt. Es ist aber bei vielen verheirateten Männern dieser Generationen früher nicht 
üblich gewesen, nennenswerte Verantwortung für einen Haushalt zu erlernen und zu tragen. Auch 
zeigen Erfahrungen, dass soziale Kontakte und Netze von Männern mit dem Verlust des Partners oft 
wegbrechen. Mangelnde Teilhabe, Vereinsamung und gesundheitliche Probleme sind Risiken, die im 
Extremfall in der Nachbarschaft sichtbar werden. 
Ältere Männer sind für soziale und kommunikative Angebote oft nur schwer zu erreichen. Eine An-
nahme hierbei ist allerdings, dass diese Angebote nicht passgenau sind, also überarbeitet und auch 
stärker geschlechtsspezifisch zugeschnitten werden müssen. 
Gleichgeschlechtliche Orientierung und weitere geschlechtliche Identitäten  
Die gleichgeschlechtliche Orientierung von Menschen in der Partnerwahl ist heute in der Mitte der 
deutschen Gesellschaft angekommen und für viele Jüngere Normalität41. Das war noch vor wenigen 
Jahrzehnten anders – bis 1969 war die praktizierte männliche Homosexualität nach § 175 StGB ganz, 
bis 1994 noch teilweise strafbar. Vor allem war sie lange gesellschaftlich geächtet. Ältere Betroffene 
und Nichtbetroffene sind hierdurch oftmals stark geprägt worden.  
Lesben, Schwule, Bisexuelle und andere Menschen , die ihre sexuelle Orientierung im Alter endlich 
(unverdeckt) leben wollen, ggf. nach Ende einer heterosexuellen Beziehung, können dies in einem 
toleranten urbanen Umfeld wie Münster heute meist gut tun.  
Die wenigen Untersuchungen aus der Sozialforschung geben an, dass sich ca. 1-2 % der Bevölkerung 
als schwul bzw. lesbisch bezeichnen, eine eher noch kleinere Zahl als bisexuell, bei einer hohen Dun-
kelziffer. Forscher/innen gehen eher von tatsächlichen 5-10 % der Bevölkerung mit einer verdeckten 
gleichgeschlechtlichen Orientierung aus42. Ende 2014 lebten 695 Personen in Münster in einer einge-
tragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. 
Behinderten- und Altenpflege bemühen sich in jüngerer Zeit verstärkt um Lesben und Schwule mit 
Pflege- und Unterstützungsbedarf. Es sollte nicht dazu kommen, dass Menschen in Einrichtungen 
unter ihren Altersgenossen erneut Diskriminierungserfahrungen erleben. Dies sollte auch ein Anlie-
gen der Quartiersentwicklung sein. In besonderer Weise bietet sich an, über spezifische Wohnprojek-
te und dezentrale Angebote mit diesen Gruppen nachzudenken. Es existiert bereits seit zwanzig Jah-
ren die Seniorenbegegnungsstätte ‚Gay and Grey‘43 für ältere Schwule in Münster. Die Offenheit von 
Pflege und Altenhilfe für verschiedene sexuelle Orientierungen ist auch in die Zukunft zu denken. 
Intersexualität, Transgenderidentitäten etc. werden dann auch ein Thema werden. Hier sind unbe-
dingt die entsprechenden Selbsthilfestrukturen mit einzubeziehen. 
  
                                                           
41 Dies ist jedoch abhängig von kulturellen, teils religiösen, politischen und gruppenidentitären Einflüssen (z.B. Fußballfans). 
42 Vgl. Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg: Lesben, Schwule, Homo-
Ehe - Informationen für Heterosexuelle. Online unter: http://www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.189464.de  
43 vgl. Stadt Münster Sozialamt: Seniorinnen u. Senioren: Freizeit und Begegnung: Begegnungsstätten. Gay and Grey Müns-
ter. Online unter: www.stadt-muenster.de/sozialamt/seniorinnen-und-senioren/freizeit-und-
begegnung/angebote/einrichtung/details/angebot/330.html

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
43 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte  
Schon heute weisen ca. 18,4 %, also nahezu ein Fünftel, der Münsteraner über 60 Jahren eine Migra-
tionsvorgeschichte auf. Im Vergleich zu anderen Regionen, insbesondere industriell geprägten wie 
dem Ruhrgebiet, fällt diese Gruppe in Münster sehr heterogen aus. Sie ist nicht übermäßig durch die 
klassischen Herkunftsländer der Arbeitsmigranten der 60er und 70er Jahre geprägt. 
Dabei ist zunächst zu beachten, dass auch die Heimatvertriebenen unter diese Definition fallen. Sie 
machen ungefähr ein Drittel dieser Älteren aus. Erfahrungen von Flucht und Vertreibung, Besitzver-
lust und Neuanfang in einer anderen Region haben bei ihnen Spuren hinterlassen, die im Alter wie-
der verstärkt zutage treten. Diese Belastungen können heute leichter thematisiert werden. Auch 
hierauf sollten kultursensible Angebote reagieren. Vertriebene leben immer noch oft in den Woh-
nungsbaugebieten der 1950er Jahre, mit deren Errichtung seinerzeit ein wichtiger Integrationsbeitrag 
verbunden war. 
Eine weitere große Gruppe stellen deutsche Spätaussiedler aus Osteuropa dar, die in den 1990er 
Jahren die Möglichkeit genutzt haben, in die Bundesrepublik überzusiedeln. Bei ihnen zeigen sich 
Folgen einer Identitätsproblematik und von Ausgrenzung, da sie von der Bevölkerung hier als ‚aus-
ländisch‘ identifiziert werden, obwohl sie deutscher Herkunft sind. Sie sind räumlich konzentriert und 
segregiert in bestimmten Quartieren anzutreffen. Erfahrungen zufolge ist das Leben älterer Spätaus-
siedler hier durch relative Einkommensarmut, aber auch durch die Einbindung in einen starken Fami-
lienverband und eine ebensolche ethnische Community geprägt. Sie nehmen Angebote Dritter für 
Ältere und Pflegebedürftige deshalb selten wahr. Nichtsdestoweniger bleibt die Frage, ob sich die 
Familienpflege auch bei ihnen im Zuge einer Angleichung der Lebensstile in der Form halten wird und 
wie pflegende Angehörige unterstützt werden können. 
8,4 % der Münsteraner über 60 Jahren sind Ausländer/innen oder haben eine ausländische Staats-
bürgerschaft gegen die deutsche getauscht. In einigen Stadtbereichen kann dieser Wert über 20 % 
annehmen, dabei sind die eher benachteiligt zu nennenden Quartiere wie die Kinderhauser Brüning-
heide vertreten (hier bestimmen Menschen aus Polen, Serbien und der Türkei das Bild), aber auch 
kleinräumig andere Teile der Stadt. An der Peripherie sind die Anteile zumeist geringer. Insgesamt ist 
das Bild vielfältig. Es ist zu empfehlen, in den Quartieren den Kontakt zu den ethnischen Communi-
ties zu suchen. Dies gilt auch für die dort untergebrachten Geflüchteten. Unter ihnen finden sich nur 
wenige Ältere. Eine Einbindung in die Quartiersentwicklung sollte jedoch angestrebt werden, um den 
Spracherwerb zu fördern und sinnvolle Tätigkeiten bis zum Erhalt einer Arbeitserlaubnis zu ermögli-
chen. Hier ergeben sich Schnittstellen zum ehrenamtlichen Bereich. 
Bei Menschen, die als Arbeitsmigrant/inn/en nach Deutschland kamen und nun schon lange hier 
leben, zeigt sich, dass viele von ihnen durch lebenslange körperliche Belastungen und Einkommens-
armut einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen als der Durchschnitt. Pflege- und Unter-
stützungsbedarf tritt bei ihnen früher auf. Besondere Problematiken ergeben sich bei Eintritt von 
Demenz, da später erworbene deutsche Sprachkenntnisse eher betroffen sind als die Sprache der 
Kindheit. Daher sind ggf. besondere muttersprachliche Angebote zur Entlastung der Angehörigen 
sinnvoll
44. 
                                                           
44 Vgl. Netzwerk Alternsforschung (NAR), Universität Heidelberg: Interview vom 23.05.2016 zum Vortrag „Situation und 
Bedürfnisse türkischstämmiger pflegender Angehöriger von demenzerkrankten Menschen“. Online unter: 
http://www.nar.uni-heidelberg.de/service/int_guentekin.html; s. auch Projekt Naschdom (2014): Dokumentation Workshop

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
44 
Heute stellt sich auch in diesen Gemeinschaften immer mehr die Frage, wie das Leben im Alter ge-
staltet werden kann. Während teilweise Menschen nach der Erwerbsphase in ihre Heimatländer zu-
rückwandern, ziehen viele es vor, hier in Deutschland bei ihren Familien zu bleiben, obwohl es viel-
leicht ursprünglich anders geplant war. Es bestehen Hemmschwellen gegenüber deutschsprachigen 
Institutionen; bisweilen gibt es ferner Vorbehalte, professionelle Hilfen anzunehmen. Dies bedeutet 
letztlich Belastungen für die Familien und vor allem für die Frauen und Mädchen. Hier sind kleinräu-
mig mit den Gruppen der Betroffenen passgenaue Angebote zu entwickeln, die auf die Diversität 
unter den Älteren reagieren. 
Familien  
Wie angedeutet sind gerade Familien mit jüngeren Kindern in ähnlicher Weise auf ihr Wohnumfeld, 
auf den Nahraum um ihre Wohnung angewiesen wie Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbe-
darf. Neben Fragen der Nahversorgung gilt ihr Augenmerk der Verkehrssicherheit und qualitätvollen 
Freiräumen. Ein Umfeld, in dem ältere Kinder ohne Aufsicht spielen können und Absprachen mit 
anderen Eltern in der Nachbarschaft möglich sind, ist entlastend.  
Ansatzweise lässt sich auch ein Trend feststellen, dass junge Familien zurück in die Kernstädte stre-
ben. In innenstadtnahen Quartieren finden sie in kurzen Entfernungen unterstützende Infrastruktu-
ren der Kinderbetreuung vor, kurze Schul- und Arbeitswege erleichtern den Alltag. Den jungen Eltern 
gelingt es in räumlicher Nähe auch besser, soziale Kontakte und eigene Interessen weiter zu pflegen. 
Auch Jugendliche wissen das Angebot zu schätzen. Für wachsende Haushalte ist es jedoch mitunter 
schwer, im preislichen Rahmen adäquat großen Wohnraum zu bekommen.  
Angesichts der ökonomischen Notwendigkeiten, die Dauer des Ausfall eines Haushaltseinkommens 
möglichst kurz zu halten und dem gleichberechtigten Wunsch beider Partner/innen zu arbeiten, ist 
die Organisation eines Familienlebens heute komplexer als bei früheren Generationen. Hinzu kom-
men neue Familienarrangements wie Patchworkfamilien. Die Bedeutung von Entlastungsangeboten 
und sozialer Netze, auch intergenerationeller Art, nimmt zu. Die Offenheit für Gemeinschaften, die 
über den eigenen Haushalt und die eigene Familie hinausreichen, wird größer. 
  
                                                                                                                                                                                     
„Demenz und Migration“, 15. Januar 2014 in Bonn, S. 14. Online unter: 
http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Nasch_Dom/Dokumentation_NASCHDOM_feb_2014_final.pdf

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
45 
 
Abbildung 8: Intergenerationeller Unterstützungsquotient, Ist bis 2011 und Projektion (Veränderung 2015 bis 2030) 
Quelle: BIB 2013: Bevölkerungsentwicklung 2013. Daten, Fakten, Trends zum Demografischen Wandel, S. 19. Online unter: 
http://www.bib-demografie.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Broschueren/bevoelkerung_2013.pdf?__blob=publicationFile&v=12 
 
Da für viele Kinder und Jugendliche der Kontakt zu den eigenen Großeltern und älteren Verwandten 
heute aus räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten heraus oft limitiert ist, gibt es sinnvolle Ansätze, 
die jüngsten und ältesten Generationen in anderer Weise wieder in Kontakt zu bringen. Sei es, indem 
Seniorinnen und Senioren als Familienpaten zur Unterstützung junger Eltern da sind oder Jugendliche 
kleinere Gartenarbeiten für Ältere verrichten45. Ein Quartier bietet den Rahmen, in dem auch das 
nötige soziale Vertrauen als Basis gelegt werden kann.  
Weitaus mehr intergenerationelle Ansätze sind denkbar. Die besonderen Herausforderungen der 
Pflege in Familien wurden schon angesprochen. Sie verteilt sich auf immer weniger (meistens weibli-
che) Schultern, wie zum Beispiel der sog. intergenerationelle Unterstützungskoeffizient aufzuzeigen 
vermag (s. Abb. 10). Wo die Angehörigenpflege funktioniert, macht dies keinesfalls eine altengerech-
te, inklusive Quartiersentwicklung überflüssig. Vielmehr muss es darum gehen, pflegenden Verwand-
ten die bestmögliche Unterstützung und Entlastung zukommen zu lassen, um ihre Gesundheit, Le-
bensqualität und ökonomische Selbstständigkeit zu erhalten. Die Beratung und Weiterbildung für 
diese Zielgruppe muss ein wichtiger Schwerpunkt sein. 
Mensc hen mit Behinderung aller Altersgruppen  
Menschen mit Behinderung stellen eine zentrale Zielgruppe der Quartiersentwicklung im Sinne die-
ses Masterplanes dar. Es ist erklärtes Ziel (s.o.), ihnen ein selbstbestimmtes Leben außerhalb von 
Sondereinrichtungen zu ermöglichen. Auch deshalb soll mittel- bis langfristig in allen Teilräumen 
Münsters ein geeignetes Quartiersumfeld für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf ge-
schaffen werden. Dazu gehört, Menschen mit Behinderung in die Mitte der Gesellschaft zu bringen 
und ihnen Teilhabe an Alltag und Aktivitäten der Gemeinschaft zu ermöglichen. 
                                                           
45 Letzteres lässt sich in Form einer sog. Taschengeldbörse organisieren. Diese wird für Münster derzeit durch die Kommuna-
le Seniorenvertretung vorbereitet. Vgl. auch: Institut für Soziale Arbeit e.V. 2016: Die Situation pflegender Angehöriger wur-
de schon angesprochen Servicebrücken Jugend – Alter. Quartiersnahe Taschengeldbörsen aufbauen und pflegen. Online 
unter: www.isa-muenster.de/fruehe-kindheit-und-familie/servicebruecken-jugend-alter/index.html

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
46 
Die Arten von Behinderungen, die Menschen von Geburt an, meist aber im Laufe des Lebens betref-
fen können, sind vielfältig; unterscheiden lassen sich: 
• Blindheit und Sehbehinderungen, 
• Hörschädigungen, 
• Epilepsie, 
• Sucht, 
• Geistige Behinderung, 
• Lernbehinderung, 
• Seelische Behinderungen, 
• Chronische und innere Erkrankungen, 
• Bewegungsbehinderungen46. 
Dabei können sie mehrfach betroffen sein und sich mehr oder weniger über ihre Einschränkungen 
definieren (wollen), die erst über das gesellschaftliche Umfeld eine bestimmte Wirkung entfalten. 
Wo sich Behinderungen und Effekte des Alterns überlagern, ist dies nicht nur für professionelle Hilfe-
systeme eine Herausforderung. 
In den Quartieren wird die Möglichkeit geschaffen, dass der oder die Quartiersentwickler/in vor Ort 
individuell auf die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung eingehen und diese mit Nachdruck in 
die lokale Gemeinschaft einbringen kann. Sie sollen ein sichtbarer Teil der Quartiere werden, in de-
nen sie leben. 
Ältere Menschen , Hochbetagte  
Im Sinne des oben Gesagten sollen Ältere die Kernzielgruppe einer altengerechten, inklusiven Quar-
tiersentwicklung darstellen, da sie das Gros der Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf 
bilden. Diese Gruppe wird auch zukünftig noch anwachsen, in manchen Quartieren werden dann 
sehr hohe Anteile Älterer anzutreffen sein. Das allein wird noch nicht als problematisch angesehen, 
solange es zu vermeiden gelingt, Quartiere rein auf Ältere auszurichten und insoweit demografische 
Segregation hinzunehmen. Vielmehr geht es darum, soziale Mischung, Diversität und lokale Gemein-
schaft zu fördern, um zu einem neuen Miteinander und Füreinander in den Quartieren zu kommen. 
Im folgenden Analyseteil wird die Altersgrenze für Ältere bei 60 Lebensjahren gezogen und nicht, wie 
in anderen Publikationen bei 65 Jahren. Dies hängt damit zusammen, dass das gesetzliche Rentenal-
ter heute wesentlich breiter gestreut ist (s.o.) und aufgrund von Vorruhestandsregelungen etc. deut-
lich unter 65 Jahren liegt. Tatsächlich haben die meisten Menschen in Deutschland bei Eintritt in den 
Ruhestand noch viele Jahre bei guter Gesundheit vor sich und kaum Unterstützungsbedarf.  
Es soll die Absicht altengerechter Quartiersentwicklung sein, die ‚jungen Alten‘ an diesem Punkt ab-
zuholen, um sich ein Bild und Gedanken zu machen, wie sie dann im hohen Alter leben möchten. 
Dazu gehört, nicht das Risiko zu ignorieren, dass irgendwann – mitunter plötzlich – ein Pflegebedarf 
eintritt und das Wohnen in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist, wenn keine Vorkehrungen 
getroffen wurden. Dazu kann auch gehören, die neu gewonnene Freizeit und Zeitsouveränität zu 
nutzen, um anderen im Quartier zu helfen. 
                                                           
46 Vgl. LWL-Integrationsamt. Online unter: http://www.lwl-integrationsamt.de/links/allgemeines/behinderungsarten

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
47 
Ältere Menschen haben oft eine hohe Wohnstandorttreue und kennen daher ihre Umgebung sehr 
gut. Sie sind die wahren Expertinnen und Experten für ein Quartier und dessen Geschichte, sie wissen 
auch, was einmal war und was sie vermissen. Dieses Wissen sollte eine Grundlage für die Quartiers-
entwicklung sein, aber auch Jüngeren zugänglich gemacht werden, die sich für die Eigenart ihres 
Quartiers interessieren. 
Inzwischen kommt es auch häufiger vor, dass im Alter noch einmal ein neuer Wohnstandort gewählt 
wird, ein anderes Viertel oder eine neue Stadt, z.B. um in der Nähe der Kinder und Enkel zu sein oder 
stadtnah bessere Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten zu haben. Für diese Menschen ist es wich-
tig, nicht auf die singulären Kontakte, die sie haben, zurück geworfen zu sein. Sie gilt es auch in die 
Quartiersentwicklung einzubinden. 
Die besondere Beachtung soll denjenigen gelten, bei denen ein erhöhter Pflege- und Unterstüt-
zungsbedarf eingetreten ist, was heute im hohen Alter häufig der Fall ist. Für sie ist es essenziell, dass 
passgenau Hilfen und Dienste im sozialen Kontext bereitgestellt werden, die ihnen einen selbstbe-
stimmten Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen.  
 
Sachziele: Was ist ein altengerechtes , inklusives  Quartier?  
Wie zuvor angesprochen, soll altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung nicht als das Einbringen 
schablonenartiger Lösungen in verschiedene Quartiere verstanden werden. So gesehen, gibt es die 
altengerechte (und inklusive) Quartiersentwicklung nicht, zumal aufgezeigt wurde, dass die Zielgrup-
pen und Akteure weitaus mehr umfassen als die älteren Bewohnerinnen und Bewohner und viele 
profitieren können. Altengerechte und inklusive Quartiersentwicklung ist immer eine ‚Maßlösung‘ für 
die und mit den Menschen vor Ort. 
Daher soll der Schwerpunkt primär auf Gelingensbedingungen, auf das ‚Prozessdesign‘ gelegt wer-
den. Das Feld ist noch recht neu, jedoch existieren Konzepte guter Praxis, z.B. aus dem Projekt 
‚Wohnquartier
❹ – Die Zukunft altersgerechter Quartiere gestalten‘, das dies exemplarisch seit 2008 
in zwei Quartieren erprobt hat. Es zielt explizit auf die Verknüpfung von gesamtstädtischer und Quar-
tiersebene ab: „Angelehnt an das ‚Essener Modell Quartiersmanagement‘ […] wird [..] die Verknüp-
fung der Eigenständigkeit des Handelns mit der konsequenten Vernetzung aller relevanten Hand-
lungsbereiche auf der Ebene der Gesamtstadt bzw. -gemeinde angestrebt, um die Ressourcen der 
einzelnen Verwaltungsbereiche gezielter als bislang zur (altersgerechten) Entwicklung der Wohn-
quartiere zu nutzen“47. 
                                                           
47 Grimm, G./Sauter, M. (2010): Wohnquartier❹. Planvoll handeln durch eine altersgerechte Quartiersgestaltung. In: Soziale 
Stadt Info 24 – Juli 2010, S. 13

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
48 
Das Projekt schlägt dazu ein mögliches Steuerungsmodell zur Implementation vor. Betont werden die 
Rolle der Quartiersentwicklung als Moderatorin, die lokal mit der Altenhilfe und sozialen Diensten  
gemeinsam Akteure und Bewohnerschaft einbindet; weiterhin die Notwendigkeit einer gesamtstädti-
schen Koordination und Steuerung durch sog. ‚Gebietsbeauftragte‘. Gerade für den Fall, dass die 
Quartiersentwicklung nicht in städtischer Regie geschieht, sondern durch Dritte (soziale Träger), wird 
die Relevanz eines festen Ansprechpartners in der Verwaltung betont.  
 
Als zentrales Sachziel lässt sich demnach festhalten, mittels geeigneter (flexibler und lernfähiger) 
Strukturen und Prozesse mit den Zielgruppen in den Quartieren spürbare Verbesserungen im Sinne 
der Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf und der Lebensquali-
tät zu erreichen. 
Hierzu können sachliche Handlungsfelder benannt werden, die eine Orientierung und einen Einstieg 
in die altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung ermöglichen und in denen Verbesserungen er-
zielt werden sollen: 
Tabelle 1: Sachliche Handlungsfelder für Maßnahmen in der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung. Quelle: Eig. Darstellung in 
Anlehnung an: Ratsantrag A-R/0053/2012 vom 18.11.2012 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL im Rat der Stadt Münster 
Pflege, Assistenz,  
Notfallvorsorge 
Soziale Infrastrukturen;  
Beratung und Unterstützung Gesundheit und Sport 
Lokale Wirtschaft,  
Nahversorgung 
Gemeinschaft, Nachbarschaft 
und Identität Bildung und Kultur 
Wohnen im Bestand,  
Wohnbauentwicklung 
Wohnumfeldgestaltung,  
öffentlicher Raum, Freiraum Mobilität und Verkehr 
 
Abbildung 9: Beispiel Steuerungsmodell und Akteure der 
altengerechten Quartiersentwicklung nach Wohnquar-
tier❹.  
Quelle: Grimm/Sauter 2010, S. 14

3 Konzeptionelle Ziele und Grundlagen 
49 
Diese Felder sind in der Praxis nicht trennscharf und bedürfen vieler, professioneller und ehrenamtli-
cher, Akteure zu einer Weiterentwicklung. Entscheidend ist die Einnahme einer beteiligungsorientier-
ten Quartiersperspektive ‚von unten‘, die in Abläufe und Strukturen von Politik und Verwaltung ein-
gebracht werden muss.

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
50 
4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa  und D eutschland  
4.1 Europa  
Einige Nationen in Europa verfolgen teils schon seit Jahrzehnten die Abkehr von der stationären Pfle-
ge und die Stärkung dezentraler Modelle bzw. des selbstbestimmten Lebens im eigenen Umfeld bei 
Eintreten eines erhöhten Pflegebedarfs. Die Impulse hierzu kamen nicht unbedingt nur von beson-
ders progressiven Kräften, sondern aus dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum. 
So gab es in Großbritannien bereits in den 1960er und 70er Jahren starke Kritik an den Verhältnissen 
in den oft noch viktorianischen Heimen, die ab Beginn der 1980er Jahre zur Entwicklung eines neuen 
Leitkonzepts mit der Bezeichnung ‚Care in the Community‘ mündete. Betont werden die Rolle der 
lokalen Gemeinschaften für Unterstützungsbedürftige und die Pflege selbst. Die gesellschaftliche 
Diskussion und der Reformprozess halten bis heute an. Die sozialen Dienste sind in der Dienstleis-
tungsgesellschaft Großbritannien sichtbarer und werden breiter angenommen, so der Eindruck. 
 
Reformprozesse von tiefer gehendem Interesse sind in weiteren Nachbarländern in Europa zu finden: 
Dänemark  
Hier hat man bereits 1987 auf gesamtstaatlicher Ebene einen deutlichen, grundlegenden Schritt voll-
zogen: Die Errichtung neuer zentraler Heime klassischen Typs wurde durch das ‚Gesetz betreffend 
Wohnungen für Alte und Personen mit Behinderung‘ komplett gestoppt. Die vorhandenen stationä-
ren Einrichtungen sollten zu „überschaubaren Wohn- und Pflegeanlagen im Quartier“48 weiterentwi-
ckelt werden. Das Ganze folgte dem Leitbild, ein selbstbestimmtes Leben und die freie Wahl von 
Wohnform und Wohnort auch im Alter und bei Unterstützungsbedarf möglich zu machen und hierzu 
passgenaue individuelle Hilfen anzubieten. 
Flankierend wurden daher Konzepte zu einer quartiersnahen Unterstützung Pflegebedürftiger im-
plementiert. Dazu zählen Haushaltsdienstleistungen und präventive Hausbesuche. Den Gemeinden 
kommt im dänischen System eine große Rolle zu. Sie verwalten und belegen auch die seither errich-
teten altengerechten Wohnungen nach Bedürftigkeit und sind in der innerstaatlichen Arbeitsteilung 
der wichtigste Kostenträger. Ein ‚Altenplan‘ stellt die Bedarfe für jeden einzelnen Stadtteil fest. Kon-
                                                           
48 Faller, J./Wölter, H. 2010, S. 136. Online unter: www.demografie-
portal.de/SharedDocs/Downloads/DE/Studien/ILS_Demografischer_Wandel_NRW.pdf  
Abbildung 10: Warnschild in Großbritannien.  
Quelle: Waymarking.com

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
51 
trolliert werden die Kommunen durch eine kommunale Seniorenvertretung und das nationale So-
zialministerium. 
Schweden  
In Schweden hat es eine Abkehr von den traditionellen Einrichtungen gegeben. Es gibt einen gesetz-
lich verankerten Anspruch auf ambulante Unterstützung. Spezielle Angebote für Ältere sind primär 
auf das Wohnen ausgerichtet; die Kommunen bieten ambulante Unterstützung bei Haushaltsführung 
und Pflege, die durch eine Rahmengesetzgebung gewährleistet wird. Hier fällt nur ein geringer Kos-
tenbeitrag an. Ein spezieller kommunaler Fahrdienst steht Mobilitätseingeschränkten zum gleichen 
Preis wie der normale ÖPNV zur Verfügung, für eine begrenzte Anzahl Fahrten pro Person.  
Eine gängige Wohnform ist das Servicehus, das Wohnen mit Unterstützung möglich macht. Ca. 40 
Wohneinheiten in einer Anlage sind zu Wohngruppen mit jeweils 6-8 Apartments zusammengefasst. 
Aber auch im Bestand, z.B. in Siedlungen der 1970er Jahre werden Verbesserungen durch barriere-
freien Umbau und die Neuerrichtung von Gemeinschaftseinrichtungen angestrebt.  
Niederlande  
Unsere niederländischen Nachbarn verfolgen bereits seit den 1970er Jahren Strategien, die Wohn-
möglichkeiten für Ältere und Unterstützungsbedürftige zu diversifizieren: Wohn-Pflege-Komplexe 
ersetzen nach und nach die hergebrachten Heime, ergänzt durch „An- und Inleunwoningen“ ver-
gleichbar dem Service-Wohnen hier.  
Bei der Neuerrichtung von Wohnungen werden 50 % der Wohneinheiten verpflichtend behinderten-
gerecht ‚anpassbar‘ hergestellt49; im Bestand werden, mit etwas geringerem Standard, barrierefreie 
Umgestaltungen gefördert. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Wohnen in Gemeinschaft: Im Be-
stand werden gemeinschaftliche Wohnetagen hergerichtet. Für den Neubaubereich gelten verlässli-
che Förder- und Finanzierungsbedingungen für selbstorganisiertes gemeinschaftliches Bauen. Dies 
wird über eine nationale Agentur durch Beratung und Fortbildung der zukünftigen Wohngruppen 
gefördert; Kommunen und Wohnungsbauunternehmen unterstützen.  
Von hohem Interesse ist das Modell der sog. WoonServiceZonen, das der altengerechten Quartiers-
entwicklung nahe kommt und diese verstetigt: In normalen Quartieren wird eine „Vernetzung von 
Wohnen, Wohnumfeld, Dienstleistungen und Pflege“ forciert38. Drei Wohnformen werden für Ältere 
angeboten: 
- Normale Wohnungen, die bei Bedarf altengerecht umgebaut werden, 
- Service-Wohnen mit Assistenzangeboten und Gemeinschaftseinrichtungen und  
- Hausgemeinschaften mit zumeist 6 Bewohner/innen mit eigenen Apartments und gemein-
schaftlichen Wohnbereichen. 
Dieses Konzept, das in Anlehnung an die dänischen Erfahrungen (s.o.) in den Niederlanden entwickelt 
worden ist, ist in mehreren Städten zur Anwendung gekommen, u.a. in Den Haag und Amsterdam. In 
voller Konsequenz hat die Stadt Leeuwarden, eine kleine Großstadt westlich von Groningen, das Prin-
                                                           
49 Faller, J./Wölter, H. 2010, S. 135, s. Fußnote 37 
49 Gemeente Leeuwarden 2004: Masterplan WoonServiceZones 2004-2015. Online unter: 
http://kennisbank.platform31.nl/websites/kei2011/files/KEI2003/documentatie/leeuwarden-masterplanwoonzorgzones-
2004.pdf

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
52 
zip adaptiert und für die gesamte Stadt einen Masterplan zur flächendeckenden Implementierung 
entwickelt: Der ‚Masterplan WoonServiceZones 2004-2015‘ zielte auf die Ausweisung und Entwick-
lung von 13 Wohn- und Service-Quartieren mit jeweils 5.000 - 10.000 Bewohnerinnen und Bewoh-
nern insgesamt (aller Altersgruppen und Haushaltstypen) in diesem Zeitraum und sollte als Prozess-
ergebnis in einen integrierten Entwicklungsplan ‚Wonen and Zorg‘, also einen kombinierten Wohn- 
und Pflegeplan münden50.  
Konkret sollten sieben Zonen kurzfristig (innerhalb von 5 Jahren) und weitere sechs mittelfristig (in-
nerhalb von zehn Jahren) entwickelt werden. Jedes Wohn-Service-Quartier beinhaltet als Kern eine 
Wohnpflegezone, „innerhalb derer eine 24-Stunden-Betreuung in der Wohnung garantiert werden 
kann“51. Zielmarke waren 3.400 Wohnungen mit diesem Komplettangebot in der Gesamtstadt. Ein 
Austausch mit den dortigen Akteuren unter Einbezug von Politik, Verwaltung und Seniorenvertretung 
wird für den weiteren Masterplanprozess angestrebt. 
Im Übrigen verfolgen die Niederlande bereits seit den 1970er Jahren eine Stadtpolitik der Dezentrali-
sierung, des integrierten kommunalen Handelns und der Quartiersentwicklung52. Gerade die sozialen 
Dienste haben sich im Sinne einer traditionell starken Gemeinwesenarbeit früh auf die Nachbarschaf-
ten und Stadtteile ausgerichtet, um den Bedürfnissen der Bevölkerung wohnortnah und ressortüber-
greifend gerecht zu werden. Viele Gemeinschaftseinrichtungen im Quartier, die von den Gemeinden 
oder häufig auch Stiftungen getragen werden, fördern den sozialen Zusammenhalt und eine selbst-
bewusste Zivilgesellschaft. Gemeinwesenarbeiter/innen vor Ort können mit ihren Kontakten und 
Erfahrungen neue Prozesse und Projekte lokal auf den Weg bringen. 
Dies basiert auch auf einer anderen Planungskultur: In den Niederlanden, die zu guten Teilen auf 
künstlich geschaffenem oder gesichertem Land mit komplett neu entwickelten Siedlungen entstan-
den sind, gibt es eine relativ positive Haltung der Bevölkerung zu räumlicher Planung. Diese ist be-
strebt, flächendeckend im Bestand präventive Stadterneuerung zu betreiben, anstatt punktueller 
Kriseninterventionen in ‚Problemvierteln‘. Staatliche Stellen bemühen sich, dezentral Bürgerengage-
ment und Selbstorganisation zu fördern: „Informelle kleine räumliche Einheiten haben oftmals ihre 
eigene Organisation (Bewohnerorganisationen) und eigene Abstimmungsgremien (Quartiers- und 
Nachbarschaftsversammlungen), die […] wichtige Partner bei der Entwicklung und Umsetzung quar-
tiersbezogener Politik darstellen. Hierzu stellt der Staat den Quartiersorganisationen Mittel in Form 
von finanzieller Unterstützung (Quartiersbudgets) und professionellem Personal zur Verfügung“
53.  
Schweiz  
Die Schweiz verfolgt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit direktdemokratischen 
Entscheidungsformen, eine partizipationsorientierte Vorgehensweise in der Quartiersentwicklung 
und betont dabei die Rolle der Gemeinwesenarbeit. So wurde aus der Sozialen Arbeit und Sozialpä-
dagogik heraus das neue Berufsfeld der Soziokulturellen Animation entwickelt, das auf die zielgrup-
penspezifische Weckung und Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements abzielt.  
                                                           
    
51 Wölter, H./Zimmer-Hegmann, R. (2009), S. 143 
52 Vgl. Haars, A. 2001, S. 22ff. 
53 Haars, A. 2001, S. 41

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
53 
Die Bundeshauptstadt Bern hat sechs Quartierkommissionen, die von Politik und Zivilgesellschaft 
gemeinsam bestückt werden und ihre Anliegen in die Stadtpolitik einbringen54. Alle zwei Jahre finden 
Stadtteilkonferenzen mit thematischen Schwerpunkten statt, in denen die Stadt mit den Akteuren in 
den Quartieren Zukunftsthemen diskutiert55. Es existiert in Bern eine Reihe von ‚Quartiervereinen‘, 
die sog. Leiste, die auf das 19. Jahrhundert zurückgehen und allen Bürgerinnen und Bürgern offen 
stehen56. Heute existieren 24 von ihnen. 
Die Stadt Winterthur mit rd. 100.000 Einwohner/inne/n weist sogar 55 Quartiersvereine auf. Die 
Stadt unterhält mit vielen von ihnen Leistungsvereinbarungen. 23 Quartiertreffpunkte und acht 
Quartier- und Stadtteilzeitungen werden mitfinanziert, die ehrenamtlich geführt bzw. herausgegeben 
werden. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Quartierentwicklung der Stadt Winterthur sind in 
einer unterstützenden und ermöglichenden Rolle tätig. Allenfalls gilt es, ehrenamtliche Strukturen 
über eine kritische Phase hinwegzuhelfen und Überbrückungsleistungen zu erbringen. Es ist nicht 
vorgesehen und aus Ressourcengründen auch nicht möglich, mehr zu leisten“57. 
 
  
                                                           
54 Im schweizerischen Deutsch ist der Begriff Quartier gebräuchlicher, er wird oft synonym zu ‚Stadtteil‘ verwendet. 
55 Vgl. Brunner, R., Hendry, P. 2009, S. 81f.; Beispiel für den Teilnehmerkreis einer Stadtteilkonferenz (Bern Brunnmatt-
Steigerhubel 2013) unter: http://www.elternratbrunnmatt.ch/teilnehmende%20Stadtteilkonferenz.pdf  
56 Sie entstanden in Nachfolge (und Ablehnung) elitärer ‚Freundeskreise‘ des gehobenen Bürgertums gleicher Bezeichnung. 
57 Brunner, R., Hendry, P. 2009, S. 86 
Abbildung 11: Homepage des  Lorraine-Breitenrain-Leist, 
ältester Quartierverein in Bern.  
Quelle: Online unter: http://www.lbl-bern.ch/home

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
54 
4.2 Deutschland 
Auch in Deutschland gibt es Traditionen und interessante neue Ansätze der Quartiersentwicklung 
unter verschiedenen Aspekten. Traditionell ist aus den dichten Millionenstädten bekannt, dass man 
hier einen besonderen Bezug zu seinem ‚Kiez‘ oder ‚Veedel‘ hat und es auch Traditionen der Selbst-
organisation als Quartier gibt. Sie haben ihre Wurzeln zumeist in der Brauchtumspflege, wie die Vee-
delsvereine in Köln, die eigenen Karnevalsveranstaltungen machen und hierauf das ganze Jahr hinar-
beiten58. Über diesen engen Zweck hinaus, der sie stabilisiert, erfüllen sie heute weitaus mehr Funk-
tionen. Neuere Quartiersvereine sind teilweise explizit mit dem Zweck der Förderung des Zusammen-
lebens und der Trägerschaft sozialer Projekte und Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten gegründet 
worden59.  
Interessante innovative Ansätze finden sich auch in einigen weiteren Städten: 
Bremen  
Die Bremer Heimstiftung ist vor Ort der größte Altenhilfeträger und geht auf ältere  Vorläufer aus 
dem Mittelalter zurück; sie wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch die Stadtgemeinde Bremen 
gegründet. Heute hat sie eine ganze Reihe von Tochtergesellschaften (z.B. für Pflege und Dienstleis-
tungen) und rd. 3000 Mieter/innen in 28 Häusern. Bereits seit den 1990er Jahren widmet der Träger 
sich neuen Konzepten und alternativen Wohnformen. Er ist mit der Zivilgesellschaft eng vernetzt. Im 
Leitbild heißt es:  
„Neben anerkannter Arbeit in der Altenhilfe ist es unser Ziel, als Bremer Heimstiftung inhaltliche und 
praktische Beiträge zur Fortentwicklung einer sozialen Stadt zu liefern. Dies wurzelt in der Überzeu-
gung, dass angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland neue Konzepte für das Leben 
im Alter gefragt sind. Die Einrichtung weiterer isolierter Pflegeheime alter Struktur lehnen wir folge-
richtig ab. Wir plädieren für eine Mischung ambulanter und stationärer Versorgung mit ausdrücklich 
gewollter Bürgerbeteiligung.  
Konkreten Ausdruck findet dies in der Gründung und Unterstützung lokaler Stadtteilnetzwerke, ge-
knüpft und genutzt von Menschen aller Generationen und Kulturen – von Bewohnern, Freunden, An-
gehörigen, Ehrenamtlichen oder Nachbarn aus dem Stadtteil“60. 
Dementsprechend existiert heute eine ganze Reihe von Angeboten, die diesen Ansprüchen gerecht 
werden. Bemerkenswert sind die Konzepte der ‚Stadtteilhäuser‘ als Quartierszentren in eher urbanen 
Lagen und der großflächigeren ‚Stiftungsdörfer‘. Beide Formen beherbergen nicht nur Angebote für 
Ältere und Menschen mit Behinderung, sondern geben auch anderen Bewohner/innen, Angeboten 
für Familien, Migrantenselbstorganisationen, Bildungseinrichtungen etc. Raum. Vielfältige neue 
Wohnformen, wie Hausgemeinschaften mit gemeinsamer Wohnküche, konnten entwickelt werden. 
Seit Beginn des Jahrtausends werden Pflege-Wohngemeinschaften etabliert, außerdem arbeitet man 
aktuell an einem Standort „in Kooperation mit der Universität Bremen an Lösungen aus dem Bereich 
                                                           
58 Ähnliches ist bekannt von den ‚Fallas‘-Vereinen in Valencia, Spanien bzw. aus Siena, Italien. 
59 Vgl. beispielsweise Soldiner Kiez e.V., Bürgerverein im Wedding, Berlin. Online unter: http://soldinerkiezverein.de/verein  
60 Bremer Heimstiftung: Perspektiven schaffen. Online unter: http://www.bremer-heimstiftung.de/ueber-uns/leitbild/

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
55 
‚Ambient Assisted Living‘"61. Die Einbindung des Ehremamtes wird über die Qualifizierung von Frei-
willigen zum ‚BiQ‘ (Bürgerin/Bürger im Quartier) versucht. 
Zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung, der Bank für Sozialwirtschaft und weiteren bundesweiten 
Partnern aus Wohnen und Pflege zählt die Bremer Heimstiftung zu den Gründerinnen des Netzwerks 
SONG (Soziales neu gestalten). Dieses hat sich mit dem Deutschen Städte und Gemeindebund und 
dem Kuratorium Deutsche Altershilfe mit innovativen Vorschlägen und Argumentationen zum ge-
samtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen an die Spitze der Diskussion um altengerechte 
Quartiersentwicklung gesetzt62. 
Bielefeld  
Das sog. Bielefelder Modell wurde bereits in den 1990er Jahren durch die mehrheitlich städtische 
Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mit Partnern wie „Alt und Jung e.V.“ entwickelt 
und entfaltet bis heute Vorbildfunktion. Zuvor hatte bereits die Wohngenossenschaft „Freie Scholle“ 
als eine der ersten in Deutschland Versorgungsangebote für Ihre Bewohnerinnen und Bewohner 
geschaffen, die es auch Menschen mit umfassenden Unterstützungsbedarfen ermöglichten in ihrer 
häuslichen Umgebung wohnen bleiben zu können. Es zeigt, dass eine vorausschauend und innovativ 
denkende Wohnungswirtschaft ein wichtiger und starker Partner für den Themenbereich ist, wenn es 
gilt, selbstbestimmtes Wohnen in den Vordergrund zu rücken: 
„Die Besonderheit des "Bielefelder Modells" ist ein quartiersbezogener Ansatz des Wohnens mit Ver-
sorgungssicherheit ohne Betreuungspauschale. Einbezogen in bestehende Wohnquartiere und in gu-
ter infrastruktureller Anbindung bietet die BGW älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung 
komfortable und barrierefreie Wohnungen. Kombiniert ist dieses Angebot mit einem Wohncafé als 
Treffpunkt und Ort der Kommunikation, der allen Menschen in der Nachbarschaft offen steht. Gleich-
zeitig ist ein sozialer Dienstleister mit einem Servicestützpunkt und einem umfassenden Leistungsan-
gebot rund um die Uhr im Quartier präsent. Alle Mieter können auf die Hilfs- und Betreuungsangebo-
te zurückgreifen, müssen diese aber nur im tatsächlichen Bedarfsfall bezahlen“63. 
Dieser Ansatz schafft einen tatsächlichen Entwicklungskern für eine altengerechte Quartiersentwick-
lung, mit dem sich zahlreiche Anknüpfungspunkte realisieren lassen.  
Gelsenkirchen  
Die Stadt Gelsenkirchen hat sich angesichts der demografischen Alterung insbesondere die Stärkung 
der ehrenamtlichen Unterstützungsstrukturen für Ältere vorgenommen. Hierzu wurde in 2009 der 
Verein Seniorennetz e.V. gegründet, der inzwischen Generationennetz e.V. heißt. Mitglieder sind 
zahlreiche Akteure aus Altenhilfe, Pflege und Wohnungswirtschaft sowie einzelne Multiplikatoren als 
Vertreter der Zivilgesellschaft. Der Verein betreibt in der Stadt fünf Beratungsstellen, von denen zwei 
offizielle Pflegestützpunkte sind.  
                                                           
61 Bremer Heimstiftung: Aus Tradition modern – die Entwicklung der Bremer Heimstiftung. Online unter: 
http://www.bremer-heimstiftung.de/fileadmin/uploads/Flyer/Tradition.pdf; Ambient Assisted Living‘, kurz AAL, bezeichnet 
technisch unterstütztes Wohnen und Leben. 
62 S. Memorandum. Online unter: http://www.netzwerk-song.de/fileadmin/user_upload/Memorandum-des-netzwerks.pdf  
und auch http://www.netzwerk-song.de/fileadmin/user_upload/DStGB-SONG-Doku_Lebensraeume_zum_AElterwerden.pdf  
63 BGW mbH - Selbstbestimmt Wohnen mit Versorgungssicherheit. Online unter: http://www.bgw-bielefeld.de/bielefelder-
modell.html

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
56 
 Zentrales Ziel ist eine stadtweite flächendeckende und transparente Versorgung mit verantwortli-
chen Ehrenamtlichen als ‚Kümmerer‘, die in ihrem Quartier ansprechbar sind und präventive Hausbe-
suche tätigen.  
Sie heißen hier Seniorenvertreter/ Nachbarschaftsstifter (SeNas) und bieten für ihre Viertel alle 
gleichzeitig und verlässlich mittwochs von 15-17 Uhr eine Sprechstunde an. Zu Gast sind sie dabei in 
einer Anlaufstelle, die von einer Mitgliedsorganisation in der Nachbarschaft, wie einem ambulanten 
Pflegedienst, als ‚Patenorganisation‘ zur Verfügung gestellt wird. Bislang konnten über 100 SeNas 
engagiert und ausgebildet werden. Inzwischen können auch viele muttersprachliche Angebote für 
Migrant/inn/en vorgehalten werden und die räumliche Abdeckung der gesamten Stadt ist erreicht. 
 
Zu diesen Anlaufstellen zählen 34 ‚Infocenter‘ verschiedenster Träger, die als Außenstellen der fünf 
Beratungsstandorte des Generationennetz e.V. qualifiziert wurden und fungieren. Damit wird ein 
dichtes Netz von Beratungsstellen vorgehalten, die sich verpflichtet haben, trägerübergreifend neut-
ral zu beraten, und nun wohnortnah für alle relevanten Fragen Pflege- und Unterstützungsbedürfti-
ger zur Verfügung stehen. 
Ein weiteres Ziel ist im Übrigen die fortlaufende Vernetzung der zahlreichen ehrenamtlichen und 
professionellen Beteiligten, z.B. über regelmäßige Stadtteil- und sog Dienstleisterkonferenzen. Eine 
wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Fachhochschule Dortmund mit dem Projekt ‚Quar-
tiersnetz‘ in vier Modellquartieren, das auch die Möglichkeiten stärkerer technischer Unterstützung 
im Alter auszuloten versucht. 
  
Abbildung 12: Seniorennetz Gelsenkirchen Stand 2011.  
Quelle: Generationennetz GE. Online unter: www.seniorennetz-
ge.de/images/stories/pdf/ProspektAussenstellen_220511.pdf

4 Blick nach draußen – Erfahrungen in Europa und Deutschland 
57 
Zertifizierte Quartiere  
Der vorliegende Masterplan für Münster bezieht sich ausdrücklich auf Quartiersentwicklung im Be-
stand und nicht auf die Neuentwicklung von Bauflächen in Quartiersgröße, die oft in der immobi-
lienwirtschaftlichen und planerischen Projektentwicklung unter demselben Begriff geführt wird. 
Dennoch ist festzuhalten, dass es auch Ziel sein muss, Kriterien an altengerechte und inklusive Quar-
tiere direkt in Neuplanungen grundlegend zu berücksichtigen. So kann es gelingen, alte Fehler zu 
vermeiden, also keine monofunktionale und auf enge Zielgruppen (wie Kleinfamilien) zugeschnittene 
Wohngebiete zu entwickeln, die qualitätvolle öffentliche Räume, Gemeinschaftseinrichtungen und 
Raum für Infrastruktur missen lassen.  
Es sei darauf hingewiesen, dass es heute möglich ist, nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze 
Quartiere hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zertifizieren zu lassen. Dies beinhaltet auch eine soziale 
Nachhaltigkeit. Seit 2011 vergibt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ein dreistufiges 
Zertifikat für Stadtquartiere. Dies kann zumindest Anregungen geben, Kriterien für neue Quartiere, 
die in Münster schon weitaus bewusster und anspruchsvoller formuliert werden als andernorts, auch 
im Hinblick auf soziale und demografische Aspekte sowie Partizipation weiter zu entwickeln. 
 
 
 
Einen neuen Impuls gibt hier eine Zertifizierungsmöglichkeit, die jetzt für Bestandsquartiere entwi-
ckelt wurde. Der Verein Familiengerechte Kommune e.V. führt im Auftrag des Landes und der Ber-
telsmann-Stiftung in NRW erstmals in mehreren Städten ein Audit ‚Generationengerechtes Wohnen 
im Quartier‘ durch. Hier können Wohnungsbaugesellschaften einen räumlich gebündelten Bestand 
prüfen lassen und zielgerichtet weiterentwickeln. Auch in Münster wird dies mit der Wohn+Stadtbau 
GmbH in der Aaseestadt durchgeführt64. Die Stadt Münster als beteiligte Standortkommune wird aus 
diesem Prozess lernen können.
                                                           
64 Zum Verfahren und den Kriterien s. Verein Familiengerechte Kommune e.V. – AGWiQ. Online unter: 
http://www.familiengerechte-kommune.de/de/home/auditierungen/generationengerechtes-wohnen-im-quartier.html  
Abbildung 13: Stadtquartierplanung Berlin-Schöneberg.  
„In dem Gebiet sollen ca. 300 neue Mietwohnungen entstehen 
(…). Überhaupt setzt das Quartier überwiegend auf kleine, kom-
pakte und altersgerechte Wohnungen mit bis zu 55 m² Grundflä-
che“ (Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Pressemitt. Nr. 464 vom 
09.12.2015) 
Quelle: Berlin.de. Online unter: https://www.berlin.de/ba-
tempelhof-schoeneberg/aktuelles/pressemitteilungen/2015/ 
pressemitteilung.419773.php

5 Bestandsaufnahme für Münster 
58 
5 Bestandsaufnahme  für Münster  
5.1 Gesamtstädtische Entwicklung im Themenfeld 
Demograf ie  
Die Stadt Münster beobachtet den demografischen Wandel, um den aktuellen und kommenden Her-
ausforderungen strategisch zu begegnen. Dazu gehört grundlegend, die Entwicklung der Einwohner-
zahl insgesamt auf Basis der Einflussgrößen Zu- und Abwanderung sowie Geburten und Sterbefälle 
einzuschätzen. Aus Gründen der Prognosegenauigkeit erfolgt dies auf Basis kleinräumiger Entwick-
lungen in der Stadt und wird in der Regel für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren vorgenom-
men. Überregionale Institutionen treffen längerfristige Prognosen. So errechnet die Statistikbehörde 
NRW für das Jahr 2040 ca. 350.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Münster, gespeist von einem 
(leichten) Geburtenüberschuss und vor allem Zuzüglern bei wachsenden Hochschulen und einem 
starken Arbeitsmarkt. Unter dem Strich lässt sich sagen: Münster wird weiter wachsen. 
Wie die Abbildung aus der aktuellen Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2013-2020 zeigt, erneuert 
sich die junge Bevölkerungsbasis bzw. sie wächst etwas. Zugleich verschieben sich die älteren Er-
werbsfähigen mit den sog. Baby-Boomer-Jahrgängen (s.o.) in Richtung Ruhestand, die stärkeren 
Jahrgänge der vor Kriegsende Geborenen in Richtung Hochaltrigkeit. Die Gruppe der erfahrenen Ar-
beitnehmer/innen mittleren Alters dünnt aus. Unten stehende Abbildung zeigt, dass die Gruppe der 
‚mittleren Alten‘ zwischen 70 und 80 Jahren zunächst schrumpfen wird. Dagegen werden die Grup-
pen der 60-70- und der ab-80-jährigen um ca. 25 bzw. 30 % ansteigen. 
Abbildung 14: Bevölkerungspyramide 2013/2020.  
Quelle: Stadt Münster 2015: Kleinräumige Bevölke-
rungsprognose 2013 bis 2020. Zusätzliche Materialien: 
„Alterungsprozess in Münster“, Titelblatt. Online unter:  
http://www.stadt-
muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-
muens-
ter/61_stadtentwicklung/pdf/KBP_2013_2020_Materiali
en Senioren.pdf

5 Bestandsaufnahme für Münster 
59 
 
Abbildung 15: Bevölkerungsprognose der  
ab-60-jährigen 2013-2020. 
Quelle: Vorlage 0637/2014, hier Anlage 9 
 
 
 
 
 
Pflege  
In punkto Pflege hält der Kommunale Pflegebedarfsplan der Stadt Münster 2016-2019 fest, dass auf 
Basis der zur Verfügung stehenden Zahlen in jedem Falle eine Zunahme der Pflegebedürftigen zu 
erwarten ist (vgl. Vorlage V/0205/2016). Selbst wenn die verbesserte Gesundheit weiter zu einem 
geringeren Pflegerisiko im Alter führt (Trendvariante), ist mit einem Anstieg der Zahl zu rechnen. 
Die Stadt Münster hat sich festgelegt, neu auftretende Bedarfe an umfassender Pflege nicht mehr 
über den Ausbau oder die Neuerrichtung großer vollstationärer Einrichtungen zu decken (vgl. bereits 
Vorlage V/0438/2015 Erg.). Genaue aktuelle Zahlen über die Pflegebedürftigen in Münster, ihre Pfle-
gestufen und in welchen Teilen der Stadt sie leben, liegen nicht vor65. Hier ergibt sich ein Verbesse-
rungsbedarf hinsichtlich der Datenbereitstellung durch die Pflegeversicherung. Die laufend verfügba-
ren freien Plätze in stationären Einrichtungen zeigen aber, dass weiterhin Wahlfreiheit besteht.  
Während bei den stationären Pflegeheimen die Zahl der Plätze und deren Auslastung sehr transpa-
rent sind, ist dies für die Zahlen in der ambulanten Pflege nicht der Fall. Der große Bereich der Ange-
hörigenpflege kann nur abgeschätzt werden. Aussagen zu den tatsächlichen aktuellen Zahlen Pflege-
bedürftiger und ihrer Verteilung in der Stadt können daher im Folgenden nicht getroffen werden. 
Sehr wohl können aber unten stehend (s. 5.3) Aussagen zu der Alters- und Sozialstruktur der Bevöl-
kerung getroffen werden und zu der Angebotsstruktur, die dem gegenüber steht.  
Kapitel 5.3 trifft für die kleinräumige Ebene der Stadtzellen Aussagen zu den demographischen Struk-
turen in Münster und damit grob zu der Wahrscheinlichkeit, dass in einzelnen Stadtbereichen erhöh-
te Anteile von Bürgerinnen und Bürgern mit Pflege- und Unterstützungsbedarf anzutreffen sind. Es 
kann jedoch nicht genau gesagt werden, in welchen Teilen der Stadt Münster wie viele Menschen mit 
festgestelltem tatsächlichem Pflegebedarf in bestimmtem Umfang (Pflegestufen) leben.  
Der Pflegebedarfsplan geht regelmäßig der Frage nach, welche Bedarfe für Pflege in Münster beste-
hen, kann dies jedoch nur auf Basis älterer, von IT.NRW für die Gesamtstadt zugelieferter Daten tun. 
Diese besagen mit Stand 31.12.2013, dass in Münster zu diesem Zeitpunkt 6.628 pflegebedürftige 
Menschen mit Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung lebten (s. Tab. 2). Es kann nicht genau 
unterschieden werden, in welchen Wohnformen diese leben, jedoch erhielten 2.365 Personen voll-
stationäre Pflege (s. Vorlage Anlage 1 zu V/0205/2016).  
                                                           
65 Dies betrifft alle Kommunen in NRW. Die aktuell verfügbaren Zahlen auf gesamtstädtischer Ebene sind von 2013 (it.nrw).

5 Bestandsaufnahme für Münster 
60 
Der Pflegebedarfsplan 2016 hält fest: Im Vergleich zu Gesamt-NRW und dem Regierungsbezirk Müns-
ter fällt auf, dass Münster einen deutlich höheren Anteil an stationärer Pflege und sehr viel niedrige-
ren Anteil an Pflegegeld (Pflege von Angehörigen) aufweist. Die Ursache kann in der Lage und Funkti-
on der Stadt Münster als Oberzentrum liegen, Einfluss haben möglicherweise auch die eher städti-
schen Gesellschaftsstrukturen im Vergleich zum ländlichen Raum. Der Pflegebedarfsplan prognosti-
ziert einen nur leichten Anstieg derjenigen, die umfassender Pflege bedürfen um ca. 150-200 Perso-
nen bis 2020.  
Bezüglich des Unterstützungsbedarfes kann auch der Anteil von Menschen mit einer anerkannten 
Schwerbehinderung (also einem Behinderungsgrad von 50 oder mehr) Hinweise geben. Dieser liegt 
weitaus höher als der Anteil Pflegebedürftiger und umfasste in Münster zum 30.06.2015 genau 
26.356 Menschen oder 8,6 % der Bevölkerung nach Zahlen der Landesstatistikstelle IT.NRW66. Es 
lässt sich sagen, dass rd. 20 % von rein körperlichen, mutmaßlich stark die Mobilität beeinflussenden 
Veränderungen von Bewegungsapparat und Extremitäten betroffen sind, weitere 20 % durch organi-
sche Erkrankungen. Die weiteren Merkmalsverteilungen zeigen ein differenziertes Bild.  
Wie die letzte Erhebung 2013 auf Landesebene hervorbrachte, war nur bei 3,4 % der Betroffenen 
eine angeborene Behinderung Ursache ihrer heutigen schweren Einschränkungen – nahezu 95 % 
erwarben diese durch im Laufe ihres Lebens auftretende Erkrankungen.  
Tabelle 2: Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung in Münster 2013.  
Quelle: Pflegebedarfsplan 2016 – 2019, Anlage 1 zu Vorlage V/0205/2016, Tab. 1, S. 7 
Verwaltungsbezirk 
––––––––––––––– 
Pflegestufe1) 
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung 
  insgesamt 
                    davon erhielten 
ambulante 
Pflege 
vollstationäre 
Pflege 
  Pflegegeld2) 
Münster, Stadt        
    
 
Pflegestufe I  3 820 1 210 1 002 1 608 
 
Pflegestufe II  2 064 558 922 584 
 
Pflegestufe III  696 173 393 130 
 
bisher noch keiner Pflege-
stufe zugeordnet    
48 – 48 – 
 
Insgesamt  6 628 1 941 2 365 2 322 
  100 % 29,3 % 35,7 % 35 % 
1) Pflegestufe III: einschl. Härtefälle;  
2) ohne Empfänger von Pflegegeld, die zusätzlich ambulante Pflege erhalten (diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt) 
 
  
                                                           
66 Information und Technik – Pressestelle (2016): Schwerbehinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen, S. 11. Online unter: 
http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2016/pdf/99_16.pdf

5 Bestandsaufnahme für Münster 
61 
Wohnen  
Eine besondere Beachtung verdient der Themenkomplex Wohnen, da die eigene Wohnung älterer 
Menschen bzw. dezentrale gemeinschaftliche neue Wohn- und Pflegeformen der Ausgangspunkt 
aller Überlegungen zu einer altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung sind. Die Bürgerumfra-
ge 2013 hat gezeigt, dass allgemein unter den Älteren eine hohe Wohnzufriedenheit herrscht. Hier 
gaben bis zu zwei Dritteln unter den 60-69- und den ab-70-Jährigen an, sehr zufrieden mit ihrer jetzi-
gen Wohnung zu sein (59 % und 66 %). Es scheint eine hohe Bindung an den eigenen Wohnraum zu 
bestehen. Insbesondere Paare über 65 Jahren waren zu 70 % sehr zufrieden. Die Zufriedenheit der 
Alleinstehenden über 65 Jahren ist deutlich geringer. Insgesamt waren diese Gruppen aber zu über 
90 % zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Wohnsituation, niemand ausdrücklich unzufrieden. 
Bzgl. der Wohnform ergeben sich interessante Ergebnisse: Ab-70-Jährige wohnen überdurchschnitt-
lich häufig in Einfamilienhäusern und Doppel- bzw. Reihenhäusern, besonders gilt das für ältere Paa-
re. Bei Singles über 65 Jahren kehrt sich das Bild um, sie sind hier unterdurchschnittlich vertreten. 
Damit lässt sich auch erklären, dass eine über 50 %-ige Mehrheit der Älteren angibt, im Erdgeschoss 
zu wohnen. Allerdings haben ca. zwei Drittel der ab-60-jährigen angegeben, im Hochparterre zu le-
ben. Die Hälfte der Befragten ab 60 Jahren sagt aus, dass sie zu ihrer Haustür 1-3 Stufen überwinden 
müssen. Nochmals 4 und mehr Stufen bis zur Wohnungstür müssen 35 % der 60-69-Jährigen und 24 
% der über-70-jährigen überwinden. Nur ganz geringe Zahlen wohnen oberhalb des 2. Obergeschos-
ses. Etwas mehr als 50 % der über-60-jährigen müssen Schwellen oder Stufen im Bad zur Dusche 
oder Wanne bewältigen. Rund ein Drittel der ab-70-Jährigen muss Schwellen zwischen verschiede-
nen Wohnebenen oder Etagen überwinden (s. Vorl. V/0861/2013). 
Die Voraussetzungen Älterer in Münster für den Verbleib im eigenen Wohnraum erscheinen recht 
gut, da einem Großteil nur relativ wenige Schwellen und Stufen im Wege stehen. 
Mietwohnungsmarkt  
Für den Mietwohnungsmarkt lassen sich verschiedene Trends aus Beobachtungen ansprechen, ohne 
dass hierzu für Münster im Besonderen empirische Belege vorliegen. So gibt es Hinweise, dass in 
Münster wie in anderen wachsenden Groß- und Universitätsstädten aufgrund des Wachstumsdrucks 
im Mietwohnungsbestand Verdrängungseffekte zu Ungunsten Älterer entstehen. Die Besonderheit 
des Gutes Wohnung und der Mieterschutz haben im Mietrecht eigentlich eine hohe Bedeutung. Es 
sichert bei langer Wohndauer günstige Mieten, die für Vermieter/innen jedoch tendenziell weniger 
ertragreich sind. Der Immobilienbereich entwickelt sich von einer eher lokalen und konservativen 
Anlageform aufgrund der derzeitigen Zinssituation im Vermögensmarkt eher in Richtung Ertrag und 
zieht neue Akteure an67. In Münster, und gerade in den innenstadtnahen Stadtteilen, wirkt sich der 
Zuzugsdruck jüngerer und zahlungskräftigerer Gruppen in den Wohnungsmarkt aus – auch Studie-
rende können zu mehreren in einer Wohngemeinschaft einen hohen Mietzins aufbringen und sind 
so, auch aufgrund der hohen Fluktuation mit Mietanpassungsmöglichkeit, für manche Vermie-
ter/innen eine interessante Nachfragergruppe.  
                                                           
67 Vgl. z. B. Tagungsbericht „Internationalisierung der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft – Märkte, Akteure, Strategien“ 
des AK Geographische Wohnungsmarktforschung gemeinsam mit dem BBSR und dem Geographischen Institut der Universi-
tät Bonn am 13./14. Juni 2013 in Bonn. Online unter: https://www.geographie.uni-bonn.de/bilder-
pressemitteilungen/tagung-201einternationalisierung-der-wohnungs-und-immobilienwirtschaft-2013-maerkte-akteure-
strategien201c

5 Bestandsaufnahme für Münster 
62 
Hinzu kommt, dass energetische Sanierungen im Bestand durch die öffentliche Hand forciert und 
gefördert werden. Dies führt mitunter zu umfangreichen Vollsanierungen mit den entsprechenden 
Belastungen für Ältere und Unterstützungsbedürftige, bis hin zu Wohnungstausch und befristeten 
Ersatzwohnungen. Hauptsächlich kommt es aber zu deutlichen Mieterhöhungen durch Umlage der 
energetischen Sanierungskosten. Der Druck auf Ältere und sozial Schwächere wird stark, Hausge-
meinschaften können auseinandergerissen werden. In einem engen Wohnungsmarkt bieten sich nur 
wenige Alternativen, und wenn, dann nicht im eigenen Viertel. Ältere können in andere Stadtteile 
oder Nachbarorte abgedrängt werden, unter Verlust der vertrauten Umgebung und stabilisierender 
sozialer Kontakte68. Die Quartiersebene böte die Möglichkeit, derartige Prozesse verstärkt zu be-
obachten, zu begleiten und abzumildern. 
Wohneigentumsmarkt  
Im selbstgenutzten Wohneigentum ist das Maß der Selbstbestimmung zunächst höher, jedoch erge-
ben sich hier, meist in großen Einfamilienhausbeständen, oft Probleme durch Siedlungsstruktur und 
Baualter, die man zuvor nicht bedacht hat. Dies betrifft zunächst die wenig flexiblen und nicht barrie-
refreien Wohnräume selbst, die zumeist auf vier Personen und mehr zugeschnitten sind; sie erstre-
cken sich über mehrere Ebenen, der Eingang liegt meist im Hochparterre. Hinzu kommen oft große 
Gartengrundstücke, die vor den 1960er Jahren noch für eine Selbstversorgung angelegt waren und 
weiter gepflegt und bewirtschaftet werden wollen. Die Einfamilienhausgebiete, die gerade in den 
1970er und 80er Jahren als ‚Autostandorte‘ angelegt wurden, sind gekennzeichnet durch lange Wege 
und wenige Gemeinschaftsflächen. Sie weisen heute aufgrund ihrer Monostruktur so gut wie keine 
dezentralen Versorgungsmöglichkeiten mehr auf. ÖPNV-Anschlüsse und die Nahversorgungszentren 
mit den wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sind oft weit entfernt, problema-
tisch insbesondere, wenn Mobilitätseinschränkungen auftreten und Auto oder Fahrrad keine Option 
mehr sind.  
Diese Gebiete sind mit ihrer Bewohnerschaft gealtert und geschrumpft – der Stadtsoziologe Hartmut 
Häußermann sagte schon 2009 plakativ: „Der Suburbanisierung geht das Personal aus“69. Das klassi-
sche Einfamilienhaus ist zwar in Münster meistens werthaltig. Als Basis für ein funktionierendes All-
tagsleben kann es aber für Ältere zur ‚Falle‘ werden. Sie sind oft mental nicht bereit, das hart erarbei-
tete Elternhaus ihrer Kinder zu veräußern, um ihre – auch ökonomisch nicht zwangsläufig gute – Si-
tuation zu verbessern. Altengerechte bezahlbare Wohnungen im Quartier und in guter Lage zu Ver-
sorgungs- und Unterstützungsmöglichkeiten sind rar, oft schon aufgrund der Siedlungsstruktur. Hier 
liegt ein Haupthandlungsfeld im Bereich Wohnen für die nahe Zukunft. 
In Teilbereichen werden durch die gegenwärtige Situation unerwünschte Nebeneffekte und weitere 
Preissteigerungen erzeugt. Während Ältere, die ihr Wohneigentum veräußern, oft selbst darauf ach-
ten, dies ‚in gute Hände‘ zu geben, also oft an junge Familien, stellt sich die Situation anders dar, 
wenn sie dies nicht mehr können: 
Falls sie stark pflegebedürftig in eine stationäre Einrichtung ziehen, kann es vereinzelt zu vorüberge-
henden Leerständen des ehemaligen Familienhauses kommen. Denn eine, wenn auch geringe, Rück-
                                                           
68 Die sozialen Folgen energetischer Sanierung sind bislang noch unzureichend erforscht, vgl. z. B. Großmann, K. et al. 
(2014): Energetische Sanierung: Sozialräumliche Strukturen von Städten berücksichtigen. Online unter: 
https://epub.wupperinst.org/files/5649/5649_Grossmann.pdf  
69 Vgl. Häußermann, H. (2009):  Der  Suburbanisierung  geht  das  Personal  aus.  Eine stadtsoziologische Zwischenbilanz. In: 
Stadtbauwelt, H. 12, S. 52-56

5 Bestandsaufnahme für Münster 
63 
kehrperspektive in die eigene Häuslichkeit ist sehr wichtig für sie und ihre Identität. Nach ihrem Tod 
wird oft erst deutlich, dass die erbenden Familienangehörigen das Haus nicht weiter selbst nutzen 
können oder wollen, weil sie entfernt leben oder selbst gebaut haben. Gerade bei Erbengemein-
schaften und aufgrund der Marktsituation in Münster gibt es eine Tendenz, dann den maximalen 
Preis erzielen zu wollen. Dieser ist regelmäßig nur für institutionelle Investoren bezahlbar. Wo keine 
oder veraltete Bebauungspläne in Kraft sind, lässt das Baurecht dann viele Spielräume, durch Abriss 
und Neubau ‚Stadtvillen‘ o.ä. mit hochpreisigen Wohnungen zu realisieren.  
Umso mehr gilt es, die besondere Situation Älterer auch in diesen Gebieten innovativ zu verbessern.  
Wohnprojekte und - Initiati ven   
In den letzten Jahren entstand in Münster eine Reihe von Gemeinschaftswohnprojekten. Eine große 
Nachfrage nach diesen Wohnformen besteht auch weiterhin. So gibt es aktuell mehrere Initiativen, 
die zukünftig ein Gemeinschaftswohnprojekt realisieren wollen. Ein gutes Beispiel für Ältere ist das 
Projekt ‚Bremer Stadtmusikanten‘ mit der Wohn- und Stadtbau GmbH in Münster-Wolbeck und in 
jüngster Zeit die Hiltruper Wohngenossenschaft eG, die aus der kommunalen Seniorenvertretung 
hervorgegangen ist. Somit liegen Erfahrungen guter Praxis, auch und gerade mit Älteren, in Woh-
nungswirtschaft und Stadtgesellschaft vor. Dies gilt es zu nutzen, um vom Modellhaften weiter zum 
Regelfall zu kommen (s. auch Karte IV Pflege und Wohnen– Neues Wohnen mit Älteren). Dabei ist 
darauf zu achten, dass auch armutsbedrohte Seniorinnen und Senioren, die noch abseits stehen, 
verstärkt einbezogen werden. Hier sind weiterhin professionelle Akteure aus Wohnungswirtschaft 
und Altenhilfe gefragt, um dies voranzutreiben und das Thema Teilhabe und Gemeinschaft im 
Wohnbereich in Zukunft konsequent frühzeitig mitzudenken. Inzwischen wurden in der Verwaltung 
im Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung die Koordinierungsstelle „Bauen und Wohnen 
in Gemeinschaft“ sowie im Sozialamt eine weitere Stelle zur Koordination altengerechter Wohnfor-
men geschaffen, um selbstorganisierte Wohnprojekte in diesem Sinne zu stärken. 
Altersarmut und mangelnde Teilhabe  
Im Jahre 2011 erstellte die Westf. Wilhelms-Universität – Institut für Soziologie – im Auftrag der 
Stadt eine Armutsstudie für Münster mit dem Schwerpunkt ‚Altersarmut vor dem Hintergrund des 
demografischen Wandels‘. Es wird u.a. die sog. Kontinuitätsthese beschrieben. Diese besagt, dass 
diejenigen, die im Laufe ihres Lebens bereits einmal in prekären Einkommenssituationen gelebt ha-
ben, ein größeres Risiko haben, später Altersarmut zu erleiden, vor allem aufgrund geringerer Einzah-
lungen in die Rentenkassen. Da bald die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 60er Jahre in den 
Ruhestand gehen werden, wird sich nicht nur die relative Zahl der Alten erhöhen, sondern auch die 
absolute Zahl der Altersarmen. Hier werden in besonderem Maße Frauen betroffen sein – aufgrund 
ihrer Erwerbsbiographien und der häufiger gewordenen Scheidungen. Auch ist bei Frauen aufgrund 
der höheren Lebenserwartung die Phase der etwaigen Altersarmut häufig länger. 
Weiterhin findet sich folgender Hinweis: „Neben dem von den Expertinnen und Experten immer wie-
der beobachteten Rückzug in Isolation und Privatheit wurden auch geographische Rückzüge älterer 
Menschen aus ihren angestammten Wohnorten bzw. -räumen in periphere Alten- und/oder Armen-
quartiere beobachtet. Offenbar war in diesen Fällen die Wohnsituation eskaliert und ein Umzug un-
vermeidlich geworden. Häufig bleibe, dies markiert ein weiteres und bereits angesprochenes Prob-
lem, die Situation älterer Menschen mit Blick auf all diese Problemlagen lange Zeit über unentdeckt,

5 Bestandsaufnahme für Münster 
64 
da sie eher selten von sich aus um Hilfe ersuchen – etwa beim Sozialamt“ (s. Vorlage V/0941/2011  
Anlage 1). 
Ehrenamt  und freiwilliges Engagement  
Die Themen Teilhabe, gelebte Nachbarschaft und Gemeinschaft mit Menschen mit Pflege- und Un-
terstützungsbedarf werden in Münster durch eine Reihe von bemerkenswerten ehrenamtlichen Initi-
ativen vorangetrieben, die sowohl stadtweit vernetzt, als auch in den Quartieren tätig sind (s. 5.2). 
Diese sind als Ingangsetzer und Grundstein für Prozesse der altengerechten, inklusiven Quartiers-
entwicklung unbedingt einzubeziehen.  
Seitens der Stadt Münster bzw. der städtischen Stiftungen erfolgt eine inzwischen bewährte Koordi-
nation und Qualifizierung durch die Freiwilligenagentur Münster und deren FreiwilligenAkademie. 
Zudem gibt es kleinteilige Ehrenamtsstrukturen in den Kirchengemeinden der Stadtteile. Aktuell gibt 
es Hinweise, dass diese aufgrund der Überalterung der aktiven Kirchenmitglieder rückläufig sind und 
durch die Fusionen zu Großgemeinden in den vergangenen Jahren deren professionelle Betreuung 
verkleinert wurde. 
Der Antrieb in der Münsteraner Stadtgesellschaft, anderen zu helfen, ist aber ungebrochen hoch, wie 
auch aktuell die umfangreiche ehrenamtliche Flüchtlingshilfe zeigt. Altengerechte und inklusive 
Quartiersentwicklung setzt ebenfalls auf freiwilliges Engagement, insbesondere erscheint es förder-
würdig, dass ‚junge Alte‘ ihre neu gewonnene Zeit im Ruhestand teilweise der Sorge um ihre hochbe-
tagten Nachbarinnen und Nachbarn widmen – ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Initiative Anti-
Rost e.V. (s. Kap. 5.2).  
Die Bürgerumfrage 2014 (s. Vorlage V/0992/2014) hat sich besonders dem Thema Ehrenamt gewid-
met und offengelegt, dass sich die Motivationsstrukturen hierfür mit dem Alter verändern. So halten 
die Altersgruppen ab 60 Jahren den Bereich ‚Anderen Menschen helfen‘ mehr als der Schnitt aller 
Befragten für ‚sehr wichtig‘. Der institutionalisierte Rahmen „Z.B. freiwillige Feuerwehr, DRK (..)“, der 
bei der Frage nach „Etwas für die Gemeinschaft tun“ angegeben wurde, scheint dieser Altersgruppe 
nicht mehr so wichtig zu sein. Eigennützige Motive wie „Spaß und Abwechslung“ sowie „Interessen 
gemeinsam durchsetzen“ sind bei den ab 60-jährigen weniger ausgeprägt, auch lässt das Bedürfnis 
zum „Anerkennung und soziales Ansehen erlangen“ mit dem Alter stark nach. Die Älteren bilden die 
Altersgruppen, die am ehesten „Gemeinde/Staat bei ihren Aufgaben entlasten“ wollen bzw. das für 
wichtig halten.  
Ab dem mittleren Alter entwickelt sich ein Bewusstsein für das Thema „Isolation/Einsamkeit gemein-
sam angehen“. Bei den 70-jährigen und Älteren halten das weit überdurchschnittliche 27 % für sehr 
wichtig, aber auch ebenso viele für gar nicht wichtig – hier gibt es eine Spreizung in die Extreme. Un-
eingeschränkt mehrheitsfähig ist dagegen das neutraler formulierte „Aktiv bleiben, ausgelastet sein“. 
Hier werden die Spitzenwerte bei den ab-70-jährigen erreicht – 83 % halten dies für sehr wichtig oder 
wichtig. 
Ein weiterer Teil der Umfrage widmete sich den Perspektiven des Ehrenamtes – also einer geplanten 
Zu- und Abnahme eigenen Engagements bzw. der Selbsteinschätzung möglichen Engagement in der 
Zukunft. Bei den bereits Engagierten ist erwartungsgemäß die Bereitschaft zu einer weiteren Aus-
dehnung des Engagements gering, gerade bei den ab-70-jährigen – hier sagt eine Mehrheit von über 
50 % ‚nein‘. Bei den 60-69-jährigen sagen noch überdurchschnittlich viele (40 %) ‚kommt darauf an‘.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
65 
Es werden auch keine externen Anreize ersichtlich, die dies ändern könnten – allenfalls eine gesund-
heitliche und rechtliche Absicherung durch Unfall- und Haftpflichtversicherung ist für diese Alters-
gruppen noch interessant. So lässt sich vermuten, dass Selbstbestimmung und erkennbarer Sinn ei-
ner freiwilligen Tätigkeit zentrale Motivationen für Ältere darstellen.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
66 
5.2 Akteure und Netzwerke  
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung setzt wesentlich auf eine Vernetzung des Vorhande-
nen und den Einbezug freiwillig engagierter Bürgerinnen und Bürger. Hier gibt es in Münster eine 
ganze Reihe von Ansätzen, die bereits quartiersnah angelegt sind: 
Gesamtstädtischer Arbe itskreis Älter werden in Münsters Quartieren  
Ende 2015 neu gegründet wurde der Arbeitskreis „Älter werden in Münsters Quartieren“, der 
von der Sozialplanung im Sozialamt mit weiteren Akteuren gezielt zur Förderung, Qualifizierung 
und Vernetzung der ganz aktuellen, konkreten Projekte in diesem Bereich gegründet wurde. Auf-
gabe des Arbeitskreises ist es, die Vorhaben zu koordinieren und die Zusammenarbeit zu sichern. 
In dem Arbeitskreis wirken bisher mit: 
• Ambulante Dienste e.V. mit den Quartiersstützpunkten ‚An der Aa‘, Gievenbeck und Platanenhof 
(Hammer Str.). Der Verein und ambulante Pflegedienst wurde vor über 30 Jahren aus der ehren-
amtlichen Behindertenhilfe heraus mit der Absicht gegründet, Menschen mit Pflege- und Unter-
stützungsbedarf ein Leben in der eigenen, selbstgewählten Wohnung zu ermöglichen. Aus die-
sem Ansatz heraus wurde – mit Unterstützung der Wohn+Stadtbau – das Konzept Quartiers-
stützpunkt entwickelt und realisiert. Diese bieten Pflegeberatung, ambulante Pflege und Haus-
notruf im Viertel mit einem kleinen, überschaubaren Team, einen offenen Mittagstisch, kulturel-
le und soziale Veranstaltungen und Treffmöglichkeiten. Sie sind verortet in Wohnbeständen der 
Wohn+Stadtbau und können nahe gelegene Service-Wohnungen im Umkreis mitversorgen; so 
wurde jüngst an der Hammer Str. der neue Quartiersstützpunkt im Zusammenhang der Hausge-
meinschaft Platanenhof geplant.  
• Caritas e.V. Stadtverband Münster mit dem Projekt Aaseestadt/Pluggendorf: Der konfessionelle 
Wohlfahrtsverband hat ein Konzept für einen Prozess der altengerechten Quartiersentwicklung 
in den genannten Stadtteilen entwickelt und hierfür zur Jahreswende den gewünschten Förder-
zuschlag der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW erhalten. Das Projekt wurde im Sommer 2016 auf-
genommen. 
• Cohaus-Vendt-Stift, Einrichtung der stationären Pflege, Altstadt-Süd mit dem Vorhaben einer 
Öffnung in das Umfeld zur altengerechten Quartiersentwicklung in der südlichen Altstadt und 
Umgebung.  
• Diakonie Münster e.V. mit dem Projektvorhaben Rumphorst: Der zweite große konfessionelle 
Träger der Wohlfahrtspflege in Münster hat anschließend an ein Projekt zur quartiersnahen Ge-
sundheitsförderung für Ältere in den nördlichen Innenstadteilen ein Konzept zur altengerechten 
Quartiersentwicklung für den Stadtteil Rumphorst entwickelt, wiederum mit dem Schwerpunkt 
gesundheitliche Prävention. Eine Landesförderung ist bereits bewilligt. 
• Stadt Münster, Sozialamt, altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost. Das Vorha-
ben wurde zum 1. Oktober 2015 aufgenommen (vgl. Vorlage V/1049/2015).  
Die Arbeitskreise „ Älter werden in  Münster“  
Die sowohl ehrenamtlichen als auch professionell in der Alten- und Behindertenhilfe in einer Reihe 
von Stadtteilen arbeitenden Akteure treffen sich regelmäßig in den Arbeitskreisen „Älter werden in 
Münster“. Bisher gibt es sie für die Stadtteile Südviertel, Mitte-Ost Mauritz, Mitte-Nord, Gievenbeck, 
Hiltrup-Amelsbüren-Berg Fidel, Coerde,  Gremmendorf-Angelmodde, Wolbeck, Kinderhaus-Sprakel,

5 Bestandsaufnahme für Münster 
67 
Nienberge, Mecklenbeck etc. Diese sind je nach Angebotsdichte stadtbezirks- oder stadtteilbezogen 
organisiert. Sie werden moderiert durch denjenigen Träger, der für die stadtteilbezogene soziale 
Arbeit im Auftrag der Stadt Münster die sozialraumbezogene Verantwortung trägt. Dies ist durch 
Absprachen der Träger untereinander in Abstimmung mit der Stadt für die einzelnen Gebietsteile 
festgelegt worden. Unterstützend ist jeweils ein Mitglied der kommunalen Seniorenvertretung ein-
gebunden. 
Die Mitglieder sind zumeist in den Teilräumen tätige professionelle Akteure, also Vertreter/innen von 
Pflegeeinrichtungen und -diensten, soziokulturellen Zentren, Beratungsstellen, des zuständigen 
Fachdienstes des Sozialamtes etc., teils sind auch Ehrenamtliche Mitglied, die sich im Thema engagie-
ren, und eigene Angebote verantworten. Entsprechend zu den ‚Dienstleisterkonferenzen‘ in Gelsen-
kirchen (s. Kap. 4) handelt es sich, nach Einordnung der Universität Bielefeld70, um ‚Produktionsnetz-
werke‘, die der professionellen Optimierung und Nachjustierung des Angebotes dienen. Die Aktivitä-
ten der einzelnen Arbeitskreise werden bei guter Öffentlichkeitsarbeit durchaus in der Stadtöffent-
lichkeit wahrgenommen. Die lokale Alten- und Behindertenhilfe wird hierdurch auch über Projekte 
und Personen sicht- und ansprechbar für die Zielgruppen. 
Aktion Anti -Rost e.V.  
Der Anti Rost e.V. ist eine rein auf freiwilligem Engagement beruhende Initiative von Älteren für Älte-
re. Menschen, die selbst schon im Ruhestand sind, leisten hier eine „ehrenamtliche Seniorenhilfe für 
Kleinstreparaturen und haushaltsnahe Dienstleistungen“71. Die ca. 80 Mitglieder des Vereins bringen 
sich tatkräftig ein, sei es in der Organisation oder als aufsuchende Heimwerker/innen. Dabei wird 
darauf geachtet, wirklich nur Kleinstarbeiten zu übernehmen, die sich für das gewerbliche Handwerk 
nicht eignen.  
Es gilt ein ‚Regionalprinzip‘, so dass in ein Stadtviertel in aller Regel dieselben Helfer/innen für den 
nächsten Auftrag wiederkommen. Hierfür wird eine Kostenpauschale von 5 EUR erhoben, die bei 
knappem Einkommen verhandelbar ist. Die Mitglieder sind gut ausgelastet. 
Der Vereinsname deutet schon darauf hin, dass es um mehr geht als kleine Dienstleistungen anzubie-
ten, die der Markt nicht bereitstellt. Denn für die Auftraggeber und auch die Anbieter bedeuten die 
Aufträge soziale Kontakte, die oft höher wiegen als das Reparaturergebnis. Der Verein selbst 
schreibt:  
„Bei uns steht der soziale Gedanke im Vordergrund weil: 
• die Anonymität im Wohngebiet zunimmt und die alte Nachbarschaftshilfe immer mehr in 
Vergessenheit gerät 
• es kaum noch Großfamilien gibt und die eigenen Kinder oft in anderen Städten oder Ländern 
wohnen 
• die Zahl der Alleinlebenden, gerade bei Älteren, immer größer wird“
72. 
Damit sind mehrere Anlässe einer altengerechten Quartiersentwicklung gut auf den Punkt gebracht. 
Das Thema haushaltsnahe Dienstleistungen zur Entlastung Älterer und Unterstützungsbedürftiger ist 
                                                           
70 Vgl. Hämel et al., 2012, S. 11 
71 Anti Rost e.V. Online unter: http://www.antirost-muenster.de   
72 S. Fußnote 55

5 Bestandsaufnahme für Münster 
68 
wichtig. Zumindest für punktuelle Bedarfe hat man hier eine kluge und gut funktionierende Lösung 
gefunden. Überschneidungen existieren mit dem aktuellen Thema ‚Repair Cafés‘ (Reparaturen pri-
mär von Kleinelektrogeräten, die gewerbliche Anbieter nicht mehr durchführen), die sich gut in Quar-
tierszusammenhänge einbetten ließen. 
Prozess Audit generationengerechtes Wohnen im Quartier, Aaseestad t 
Die Wohn+Stadtbau GmbH hat sich mit ihrem Bestand in der Aaseestadt erfolgreich für das Pilotpro-
jekt ‚Audit generationengerechtes Wohnen im Quartier‘ der Bertelsmann-Stiftung und des Landes 
NRW beworben. Durchgeführt wird dieser Zertifizierungsprozess federführend durch den Verein 
Familiengerechte Kommune e.V. (Bonn) mit beauftragten Fachleuten als lokalen Auditoren. Hierzu 
wurde mit der Wohnungsgesellschaft ein einjähriger Prozess angestoßen, in den verschiedene Stellen 
der Stadtverwaltung (bislang Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung, Amt für Stadtent-
wicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung und Sozialamt) und der Caritas Stadtverband als Träger der 
altengerechten Quartiersentwicklung Aaseestadt/Pluggendorf (s.o.) involviert sind. Weitere Akteure 
werden folgen, so auch weitere Wohnungsanbieter im Quartier. Ziel ist die Entwicklung eines ganz-
heitlichen Handlungskonzeptes:  
„Generationengerechtes Wohnen meint nachstehende Zielgruppen und ihre Bedarfe an dem Ort, in 
dem sie jetzt oder in Zukunft leben wollen, in den Blick zu nehmen und entsprechende Angebo-
te/Ausrichtungen bei der Entwicklung des Quartiers zu berücksichtigen. Zielgruppen sind zum Bei-
spiel Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Menschen mit Beeinträchtigungen, SeniorInnen, Berufstätige, 
Familien, Alleinerziehende, Alleinstehende, Hochbetagte, Auszubildende, Studierende, Eltern, Ju-
gendliche,… […] Die inhaltlichen Kriterien beziehen sich auf die deutliche qualitative Weiterentwick-
lung des Quartiers in den Bereichen Wohnen (Neubau und Bestand), des Wohnumfeldes (Spiel- und 
Freiflächen), der sozialen Infrastrukturen (Versorgung, Verkehr, Bildung), die für die verschiedenen 
Generationen von Bedeutung sind und auf das Zusammenleben und die Integration der Bewohnen-
den abzielen (soziale Durchmischung, bezahlbare Wohnungen, Förderung der Nachbarschaftshilfe, 
Angebote für Kulturen, Religionen). Es müssen konkret messbare Verbesserungen vom Ist zum Soll in 
den Ziel- und Maßnahme-Planungen über die gesamte Laufzeit der Auditierung hinweg erkennbar 
werden“
73. 
  
                                                           
73 Familiengerechte Kommune e.V.: Generationengerechtes W.i.Q. – Zertifizierungskriterien. Online u.: 
http://www.familiengerechte-kommune.de/de/home/auditierungen/generationengerechtes-wohnen-im-
quartier/zertifizierungskriterien.html

5 Bestandsaufnahme für Münster 
69 
Bewegt Älter werden / Bewegt gesund bleiben in Münster  
Der Stadtsportbund Münster hat mit den Programmen „Bewegt Älter werden…“ / „Bewegt Gesund 
bleiben…“ aus der gleichnamigen Landesförderung in Münster eine Plattform geschaffen, um mit den 
zahlreichen Sportvereinen Angebote der präventiven Gesundheitsförderung für Ältere durch Sport in 
der ganzen Stadt zu etablieren. Zahlreiche relevante Akteure des Themenfelds und die Strukturen vor 
Ort werden hier mit einbezogen.  
Dieser kleinteilige Ansatz weist eine gute Anknüpfbarkeit mit altengerechter, inklusiver Quartiers-
entwicklung auf, zumal der Stadtsportbund Münster in Kooperation mit dem Verein für Gesund-
heitssport und Sporttherapie (VGS) seit Ende 2015 auch an dem Programmbaustein „Der Sportverein 
im Quartier“ teilnimmt74. Von besonderer Bedeutung sind dabei niedrigschwellige und aufsuchende 
Angebote.  
Herauszuheben ist das Projekt ‚Latschen und Tratschen‘, das an mehreren Stellen angeboten wird, 
sog. Spaziergangsgruppen, die sich wöchentlich zu festen Zeiten an einem Treffpunkt zusammenfin-
den, ohne größere Verpflichtung. Dies kann auch gut von Ehrenamtlichen angeboten werden.  
                                                           
74 Vgl. Stadtsportbund Münster (2016): Bewegt ÄLTER werden in Münster/ Bewegt ÄLTER werden im Quartier - Bewegungs-
angebote und Aktionen. Online unter: http://www.stadtsportbund-ms.de/122.html  
Abbildung 16: Akteursstruktur Stadtsportbund Münster - Bewegt älter werden..., Bewegt gesund bleiben... 
Quelle: Stadtsportbund Münster - Bewegt ÄLTER werden - ... in Münster. Online unter: 
http://www.stadtsportbund-ms.de/122.html

5 Bestandsaufnahme für Münster 
70 
Gemeinsame Projekte mit der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung im Sozialamt sind in 
Planung. 
Bündnis für Wohnen / Arbeitskreis Wohnen  
Münster hat frühzeitig die Herausforderungen erkannt, die auch bei einer stabilen demografischen 
Entwicklung aus der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung (und Alterung) entstehen und auf die ei-
gene Dynamik von Immobilienmarktprozessen treffen. Daher wurde im Jahre 2006 das sog. Bündnis 
für Wohnen geschlossen, das dem Arbeitskreis Wohnen als breitem Forum von Fachleuten und 
Stadtgesellschaft entstammt. Dieser tagt zweimal jährlich und wird von einer ämterübergreifenden 
Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung vorbereitet und begleitet. Damit besteht eine breite und fachlich 
fundierte Plattform für dieses zentrale Thema. 
Das Bündnis Wohnen hat seine Übereinkunft aktualisiert und konkretisiert. In der Neufassung vom 
19. April 2016 werden unter anderem folgende Ziele bekräftigt: 
 
Tabelle 3: Themen und Kooperationsfelder des Bündnis Wohnen – Auszüge, eigene Hervorhebungen.  
Quelle: Bündnis für Wohnen des AK Wohnen Münster. Aktualisierung am 19. April 2016, S. 6. Online unter: http://www.stadt-
muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtplanung/pdf/wohnen/ak-wohnen-in-muenster_buendnis_2016.pdf 
Strategische Wohnstan-
dortentwicklung Fokus 
Quartier 
• Fokus: Quartiere im demografischen Wandel sowie mit be-
sonderen Potenzialen für Haushalte mit Kindern / Senioren 
• Ausdifferenzierung des Wohnungsangebotes durch Qualifizie-
rung der unterschiedlichen Entwicklungspotenziale der Quar-
tiere 
Doppelstrategie Bestands- 
und Neubaulandentwick-
lung 
 
• Offensive Bestandsentwicklung in den Quartieren: Schwer-
punkt „Neues Wohnen im Bestand“, gleichzeitig Anpassung 
Wohnungsbestand 
• Aufwertung erneuerungsbedürftiger Quartiere durch Neues 
Wohnen; Bereitstellung stadtkonzerneigener Grundstücke/ 
Immobilien für nachhaltige Bauvorhaben; Förderung gemein-
schaftsorientierter Bau- und Wohnformen 
[…] 
Sozialverantwortliche und 
marktgerechte Woh-
nungsversorgung 
 
• Handlungsstrategien zur Bedarfsdeckung im preiswerten An-
gebotssegment notwendig (neben Familien v. a. auch für älte-
re Menschen/1-Personen-Haushalte); Forcierung des geför-
derten Wohnungsbaus 
• Schaffung marktgerechter, nicht ausschließlich hochwertiger 
Wohnungsangebote v.a. in innerstädtischen Quartieren als 
Mittel der Wohnstandortentwicklung  
Zielgruppen: 
Haushalte mit Kin-
dern, Senioren, Studen-
ten, Menschen mit Behin-
derung, Flüchtlinge 
 
• Fokussierung auf Angebote für Haushalte mit Kindern in „fa-
milienfreundlichen“ Quartieren bzw. Orten mit einem hohen 
Anteil an Kindern 
• Wohnangebote für Senioren, infrastrukturell gut ausgestatte-
te, zentrale Quartiere; Qualität und Flexibilität von Wohnen, 
Pflege und Betreuung 
• Synergieeffekte Familienförderung/ Seniorenwohnen durch 
Neues Wohnen im Bestand und Umzugsmanagement 
• Forcierung gemeinschaftsorientierter Bau- und Wohnformen  
• […] 
• Leitbild: gemischte Bevölkerungsstruktur in den Quartieren 
[…]

5 Bestandsaufnahme für Münster 
71 
Schlüsselrolle 
Kommunikation und  
Kooperation 
 
• Quartiersbezogene und integrative Arbeitsweisen, Abstim-
mung Projekte auf lokal differenzierte Entwicklungschancen 
im Quartier 
• Zentrale Rolle Kommunikation/Kooperation für Entwicklungen 
im Quartier, v.a. bei „Neuem Wohnen in Bestand.“ Einbin-
dung Stadt und Investoren, Kommunikation vor Ort (Bewoh-
ner, Eigentümer, Vereine, Politik) 
• Verknüpfung städtischer Maßnahmen zum Wohnum-
feld/Versorgung mit privaten Ansätzen, Synergieeffekte; pri-
vate Vorhaben als Impulsgeber 
[…] 
Damit existiert ein starkes Netzwerk aus Expert/inn/en und Fachleuten, Immobilien- und Woh-
nungswirtschaft, Mietervertretung und städtischen Akteuren, um eine partizipative ‚Wohnbaukultur‘ 
im Münster weiter zu entwickeln, die die Interessen Älterer und Unterstützungsbedürftiger berück-
sichtigt. Auch auf den flankierenden Ansatz der Sozialgerechten Bodennutzung ist noch einmal zu 
verweisen. 
Demenz -Servicezentrum und Projekt Lichtblick  
Münster ist Sitz des Demenz-Servicezentrums für die ganze Region Münster und westliches Münster-
land im Netzwerk Landesinitiative Demenz-Service NRW75. Die Einrichtung befindet sich in Zusam-
menhang und Trägerschaft des Gerontopsychiatrischen Zentrums der Alexianer GmbH als einem 
Träger mit großen Erfahrungen in diesem Bereich. Sie bietet Beratung für Betroffene und Angehörige 
und informiert über wohnortnahe entlastende Angebote, die sie im Südviertel auch selbst anbietet 
(s. Karte II Begegnung und Beratung – ‚Demenzgruppen‘). Darüber hinaus wird im Projekt Lichtblick 
ein Netzwerk ehrenamtlicher Alltagsbegleiter und Besuchsdienste für Ältere mit psychischen Erkran-
kungen und Demenz aufgebaut. Diese Tätigkeiten sind voraussetzungsvoll und fordernd, sie werden 
durch Qualifizierungen und Supervision begleitet.  
Von Mensch zu M ensch  und Taschengeldbörse  
Ausgehend von der Freiwilligenagentur Münster und der kommunalen Stiftungsverwaltung existieren 
unter dem Dach der Stiftung Magdalenenhospital heute in 14 Stadtteilen und Quartieren ehrenamtli-
che Gruppen des Nachbarschaftshilfeprojektes „Von Mensch zu Mensch“. Hier leisten Bewoh-
ner/innen in ihrer Nachbarschaft Besuchsdienste und Alltagsbegleitung bei Älteren und Menschen 
mit Behinderung. Nach Wunsch können Qualifizierungen und Gruppenrunden im Stadtteil wahrge-
nommen werden. Die Gruppen vor Ort sind relativ autark und mal fester, mal loser organisiert. Ver-
einzelt haben sich, wie in Roxel, Stadtteilvereine aus den Gruppen gegründet. Die Freiwilligenagentur 
betreut die Entwicklung der Gruppen fachlich und organisatorisch76.  
Jüngst hinzugekommen ist die Taschengeldbörse, ein weiteres Angebot der Stiftung Magdalenenhos-
pital in Kooperation mit der Kommunalen Seniorenvertretung Münster. Angedockt an das Projekt 
                                                           
75 S. Landesinitiative Demenz-Service NRW. Online unter: www.demenz-service-nrw.de 
76 S. Geschäftsstelle kommunale Stiftungen Münster 2006-2016: Von Mensch zu Mensch. Stiftung Magdalenenhospital. 
Online unter http://www.mensch-muenster.de

5 Bestandsaufnahme für Münster 
72 
„Von Mensch zu Mensch“ können sich Jugendliche, die einen älteren Menschen bei einfachen haus-
haltsnahen Tätigkeiten unterstützen, einen Wunsch erfüllen oder ihr Taschengeld aufbessern77. 
ZWAR  
ZWAR steht für ‚Zwischen Arbeit und Ruhestand‘. Als überregionales Projektnetzwerk hat es seine 
Wurzeln in Dortmund, wo es an der Universität bereits 1979 im Rahmen des Studiums im Alter ent-
wickelt wurde. Ziel war es, bewusst dem Altern zu begegnen und in Gemeinschaft frühzeitig Ideen für 
die Zeit nach dem Eintritt in den Ruhestand zu entwickeln und sich „selbstbestimmt und solidarisch 
mit den eigenen Interessen, Wünschen und Perspektiven auseinander (zu setzen) – ein Novum zur 
damaligen Zeit“78. Der heutige Anspruch einer „Gemeinwesenarbeit durch soziale Netzwerke im 
Quartier“ ist weitreichend: 
„Zukunftsweisend ist eine am Gemeinwesen orientierte soziale Arbeit mit Menschen ab 55 Jahren, 
die das Ziel hat 
… zufriedenen Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen, Verantwortung für sich und die Nach-
barschaft übernehmen 
… Vielfalt in lebendigen Stadtteilen der Generationen und Kulturen entstehen zu lassen 
… Menschen mit Migrationshintergrund oder Ältere mit Handicaps in die Gemeinschaft zu in-
tegrieren 
… Gesundheit präventiv und kostenschonend zu fördern“79. 
Seit 1995 wird die Idee landesweit verbreitet und ist in Münster organisatorisch an der städtischen 
Volkshochschule verortet. Die so genannten Basisgruppen sind größtenteils in den Stadtteilen zu 
finden. Es existieren inzwischen sechs Gruppen in Münster (Innenstadt (2x), Coerde, Hiltrup, Kinder-
haus, Wolbeck). Der Ansatz einer Aktivierung für ein optionales freiwilliges Engagement und eines 
frühzeitigen bewussten Nachdenkens über das geplante Leben im Alter erscheint sehr fruchtbar für 
die Quartiersentwicklung. 
Weitere Akteurs -Netzwerke  und Z wischenbilanz  
Es existieren eine Reihe weiterer Akteure in der Stadt, die sich bereits für die Mitwirkung bei einer 
altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung offen gezeigt haben, so die Ärztekammer Westfa-
len-Lippe, die Apothekerkammer Westfalen-Lippe, das Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münster-
land. Weitere sollten noch angesprochen werden, so der Handelsverband NRW Westfalen-
Münsterland e.V. Über institutionelle Foren, wie die Konferenz Alter und Pflege und die Gesund-
heitskonferenz der Stadt Münster oder die regionalen Planungskonferenzen der Behindertenhilfe, 
gibt es regelmäßig Zugänge zu weiteren Akteuren. Die gut vernetzten Gremien Kommission zur För-
derung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB) und Kommunale Seniorenvertretung 
werden weiterhin verstärkt einbezogen. 
Darüber hinaus existieren weitere vielversprechende Gruppen und Projektansätze in der Stadt; ein 
Beispiel ist das Unternehmensnetzwerk ServiceWelten e.V., das privaten Kundinnen und Kunden 
                                                           
77 S. Geschäftsstelle kommunale Stiftungen Münster 2006-2016: Von Mensch zu Mensch. Stiftung Magdalenenhospital. 
Online unter http://www.taschengeldboerse-muenster.de/de/taschengeldboerse/das-projekt/  
78 ZWAR Zentralstelle NRW – Wir über uns – Geschichte. Online unter: http://www.zwar.org/de/wir-ueber-uns/geschichte  
79 ZWAR Zentralstelle NRW – Kommune mit Zukunft – Die Herausforderungen des demografischen Wandels. Online unter: 
http://www.zwar.org/de/kommune-mit-zukunft

5 Bestandsaufnahme für Münster 
73 
vereinfachten und vertrauenswürdigen Zugang zu (gewerblichen) haushaltsnahen Dienstleistungen 
und Handwerksleistungen bieten soll. 
Wie gezeigt werden konnte, bestehen zahlreiche programmatische Grundlagen und Anknüpfungs-
punkte bei und mit Akteuren für das Knüpfen eines stadtweiten Netzwerks zur Quartiersentwicklung 
für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf. Münster ist als Verwaltungsstandort und Sitz 
des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und zudem Zentrum zahlreicher regionaler Dachorganisa-
tionen und Landesverbände relevanter Akteurs-Gruppen. Somit bestehen bereits Ansätze und die 
weitere Aussicht, hier auch aus überörtlichen Organisationen Unterstützung für modellhafte Einzel-
vorhaben und eine Vernetzung zu erhalten, die über die Stadt hinaus ausstrahlen und Vorbildwirkung 
entfalten können.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
74 
5.3 Analyse der themenbezogenen Raum - und Sozialstrukturen 
Die folgende Bestandsaufnahme stützt sich im Wesentlichen auf kleinräumige Bevölkerungsdaten, -
prognosen und Leistungsstatistiken einerseits sowie auf raumbezogene Daten über Infrastruktur- 
und Versorgungseinrichtungen andererseits. Ziel ist es hauptsächlich abzuschätzen, ob aufgrund der 
Sozialstruktur datengestützt besondere Unterstützungsbedarfe begründet angenommen werden 
können und ob diesen ausreichende Angebote gegenüber stehen. Auch soll aufgezeigt werden, wo 
räumliche Schwerpunkte besonders guter und innovativer Angebote bestehen, an die eine altenge-
rechte, inklusive Quartiersentwicklung anknüpfen kann. 
Wie dargestellt, gibt es keine ablesbare oder vorab zu schaffende ‚Quartiersstruktur‘ für zukünftige 
Quartiersentwicklungen in Münster. Daher wurde eine gängige Ebene vorhandener Daten gewählt, 
die dem Umfang eines Quartiers nahekommt bzw. etwas kleiner als ein Quartier sein dürfte:  die 174 
in Münster vorhandenen Stadtzellen. Diese sind mit einprägsamen Namen versehen, so dass nach-
vollziehbar bleibt, welche Bereiche angesprochen werden. Im Vergleich zu den Stadtteilen (= statisti-
schen Bezirken) erlauben sie eine differenziertere Betrachtung. So kann einbezogen werden, dass 
Kinderhaus-West insgesamt eine ganz andere Altersstruktur besitzt als der Bereich Brüningheide. 
Nicht alle Daten liegen jedoch in dieser Ebene vor. In den allermeisten Stadtzellen nur wenige Men-
schen umfassen gerade Zahlen zum sozio-ökonomischen Status (Transferleistungsbezug) und zu 
Formen der Migrationsvorgeschichte oder bestimmten Herkunftsländern der Bevölkerung, insbeson-
dere wenn sie nur auf Ältere bezogen sind, in den allermeisten Stadtzellen nur wenige Menschen. So 
sind diese aus Datenschutzgründen, also aus gutem Grund, auch verwaltungsintern nicht verfügbar. 
Daher wurde auf eine quantitative rechnergestützte Analyse, z.B. Clusteranalyse, zur Charakterisie-
rung der Stadtbereiche vorerst verzichtet. Ergänzend wurden vielmehr die ersten Befunde mit den 
vor Ort Tätigen in Altenhilfe und Sozialberatung aus den Arbeitskreisen ‚Älter werden in…‘ der Stadt-
teile und Stadtbezirke soweit möglich rückgekoppelt. Durch die zusätzlichen Beobachtungen und 
Erfahrungen der Praktiker/innen vor Ort sind die sichtbaren Situationen in den Stadtzellen plastischer 
geworden und besser interpretierbar. 
Sozialräumliche Strukturen Älterer in den Stadtteilen und Stadtzellen  
Ältere Menschen stellen den allergrößten Teil derjenigen mit (potenziellem) Pflege- und Unterstüt-
zungsbedarf. Ihr Anteil an der Bevölkerung – und ihre Aufteilung in ‚junge Alte‘ und Hochbetagte – 
bildet daher einen wichtigen Indikator für diesen Masterplan. Er prägt auch die Quartiere, in denen 
sie leben.  
Anteil der ab-60-jährige n 
Konkret wurde der Anteil älterer Menschen an der wohnberechtigten Bevölkerung in Privathaushal-
ten für die einzelnen Stadtzellen ermittelt. Dies schließt aus, dass Ältere, die in Pflegeeinrichtungen 
versorgt werden, in die Betrachtung einfließen und große Standorte der vollstationären Pflege diese 
Analyse verzerren80. Der durchschnittliche Anteil 60-jähriger und Älterer in privaten Haushalten lag 
am 31.12.2015 für Münster bei 21,3 %.  
                                                           
80 Jedoch ist zu beachten, dass Service-Wohnungen oder Apartments in Wohnheimen per Definition Haushalte beherbergen.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
75 
Das kleinräumige Bild zeigt die Karte I Anteil Älterer (Anhang 1). Geringere Anteile als der Münster-
aner Durchschnitt sind in Grüntönen hinterlegt, höhere in Gelb bzw. bei Anteilen über 25 % in Rottö-
nen. Es ist zu betonen, dass höhere Anteile Älterer nicht als problematisch angesehen werden. Viel-
mehr soll die Bestandsaufnahme hier nur aufzeigen, wo begründeter Anlass besteht, in besonderer 
Weise auf ihre Bedarfe und Bedürfnisse einzugehen.  
Folgendes Bild ergibt sich (jeweils im Uhrzeigersinn):  
Die höchsten relativen Anteile Älterer (über 35 %) finden sich nahezu ausschließlich in den Außen-
stadtteilen, so in ganz Handorf, im Süden Wolbecks, in Teilen von Hiltrup-West und Hiltrup-Ost, in 
Kinderhaus West. Der höchste Anteil (43,0 %) liegt in Handorf-Ortsmitte vor, wo jedoch auch viele 
Service-Wohnungen existieren. Eine Ausnahme bildet die Stadtzelle 134 Servatii in der Altstadt, die 
jedoch nur von rund 160 Menschen bewohnt wird. Hier leben auch relativ viele Hochbetagte (s.u.). 
Hohe Anteile von rund einem Drittel (30-35 %) finden sich weiterhin um die Ränder des Stadtbezirks 
Mitte, so in Mauritz und in der Aaseestadt, weiterhin gehören Hiltrup-Mitte-Nord dazu und ganz 
Hiltrup-Ost – somit bildet Hiltrup-Ost den Stadtteil mit den meisten Älteren insgesamt, zudem Roxel-
Süd-West beiderseits der Pienersallee, Nienberge zwischen Hülshoffstraße und BAB 1 sowie Kinder-
haus-Nord zwischen Brüningheide und Kinderbach.  
Erhöhte Anteile zwischen 25 % und 30 % Älterer finden sich wiederum in vielen Außenstadtteilen, so 
in Coerde-Ost, Gelmer, Mariendorf, Wolbeck-Nord, Angelmodde/Gremmendorf, Hiltrup-Mitte, 
Mecklenbeck, Nienberge-Nordwest, Kinderhaus südlich Am Burloh und Sprakel. Zudem zählen Gebie-
te an den Rändern des Stadtbezirks Mitte dazu, so im Bereich Schlachthof, Rumphorst, Pötterhoek, 
südlich der Warendorfer Straße bis nach St. Mauritz, weiterhin im Bereich Kappenberger 
Damm/Düesbergweg (mit Teilen von Berg Fidel), wiederum in der Aaseestadt und auf der Sentruper 
Höhe. Die hohe Bevölkerungsdichte um den Innenstadtring könnte es lohnenswert machen, hier 
noch kleinteiliger auf die Bevölkerungsstrukturen zu schauen. 
Leicht überdurchschnittliche und nur leicht unter dem Durchschnitt liegende Werte prägen weiterhin 
große Teile Münsters, jedoch sollte nicht verkannt werden, dass die Flächen nicht der Bevölkerungs-
größe entsprechen. Im Gegenteil wurden nach außen hin die Stadtzellen größer konzipiert, um ähnli-
che Bevölkerungszahlen in den Zellen zu erreichen. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die (grau 
hinterlegten) Siedlungsbereiche.  
Bemerkenswert sind die ‚jungen‘ Stadtteile. Hier fallen vor allem der Universitätsbereich mit zahlrei-
chen Wohnheimen bis Gievenbeck und hier zudem das Auenviertel mit sehr geringen Anteilen Älte-
rer auf. Wie Abb. 19 zeigt, ist Gievenbeck dennoch ein Stadtteil mit sehr vielen Älteren, der absoluten 
Anzahl der über-60-Jährigen nach der zweitgrößte in der Stadt. Auch hier sind die Bedarfe dieser 
Gruppe im Blick zu behalten, insbesondere zielgruppengerechte Angebote für Begegnung und Bera-
tung. Es ist anzunehmen, dass zumindest im Bereich des Einzelhandels eine relativ junge Bevölkerung 
funktionierende Strukturen erhalten helfen kann. 
Insgesamt leben rd. 66.000 Personen ab 60 Jahren in Münster. Abb. 19 zeigt die absoluten Zahlen 
Älterer und Hochbetagter für alle Stadtteile.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
76  
296 
192 
389 
311 
266 
607 
1295 
116 
807 
947 
1154 
2415 
524 
445 
1539 
1831 
1098 
1725 
120 
809 
2394 
1859 
1389 
2816 
1041 
2155 
1371 
2112 
1941 
2277 
1241 
2813 
838 
2885 
983 
2159 
1011 
1507 
2053 
2560 
1265 
2163 
2751 
2175 
1361 
67 
52 
96 
56 
76 
168 
311 
32 
173 
175 
221 
458 
96 
77 
401 
385 
208 
444 
26 
171 
651 
470 
262 
509 
251 
446 
244 
391 
360 
499 
256 
508 
176 
741 
190 
439 
217 
317 
422 
468 
269 
369 
573 
280 
286 
0 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500
11 Aegidii
12 Überwasser
13 Dom
14 Buddenturm
15 Martini
21 Pluggendorf
22 Josef
23 Bahnhof
24 Hansaplatz
25 Mauritz-West
26 Schlachthof
27 Kreuz
28 Neutor
29 Schloss
31 Aaseestadt
32 Geist
33 Schützenhof
34 Düesberg
43 Hafen
44 Herz Jesu
45 Mauritz-Mitte
46 Rumphorst
47 Uppenberg
51 Gievenbeck
52 Sentrup
54 Mecklenbeck
56 Albachten
57 Roxel
58 Nienberge
61 Coerde
62 Kinderhaus-West
63 Kinderhaus-Ost
68 Sprakel
71 Mauritz-Ost
76 Gelmer
77 Dyckburg-Handorf
81 Gremmendorf-West
82 Gremmendorf-Ost
86 Angelmodde
87 Wolbeck
91 Berg Fidel
95 Hiltrup-Ost
96 Hiltrup-Mitte
97 Hiltrup-West
98 Amelsbüren
Personen 80+ Personen 60+
Abbildung 17: Münsters Stadtteile –Ältere in Privathaushalten absolut in 2 Altersklassen.  
Quelle: Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, eig. Berechnungen

5 Bestandsaufnahme für Münster 
77 
Greying -Index  
Ein Maß für den Anteil Hochbetagter innerhalb der Älteren, sozusagen die Überalterung dieser Grup-
pe, bildet der sog. Greying-Index. Er gibt das Verhältnis der Hochbetagten zu den ‚jungen Alten‘ an 
und wird wie folgt berechnet: (ab-80-Jährige / 60-unter-80-jährige Bevölkerung) * 100.  
Dieser Faktor ist interessant, weil Hochaltrigkeit mit erhöhtem Pflegebedarf dieser Gruppe einher-
geht, zudem unter dem Aspekt möglicher ehrenamtlicher Dienste Älterer für Ältere. 
In der Karte I Anteil Älterer (Anhang 1) ist er für die Stadtzellen durch eine Schraffur dargestellt. Der 
Durchschnittswert für Münster (wohnberechtigte Bevölkerung in Privathaushalten) beträgt 27,3. 
Geringere Werte sind durch horizontale Schraffuren, höhere durch diagonale bzw. (bei über 40) rau-
tenförmige Schraffuren gekennzeichnet.  
Dies betrifft in hohem Maße, also ab 40, am Rande des Bezirks Mitte wiederum die Bereiche Kärnte-
ner Straße / Pötterhoek und südlich der Warendorfer Str. bis St. Mauritz, den Bereich Düesberg und 
Aaseestadt. In den Außenstadtteilen sind bislang erst kleinere Teile betroffen: Coerde, Amelsbüren 
und Albachten. Rund um die Altstadt (Martini, Josef, Pluggendorf) zeigen sich teilweise sehr hohe 
Werte, jedoch mit niedriger Fallzahl. 
Überdurchschnittlich hoch zeigt sich der Greying-Index noch im größten Teil Coerdes, in Mariendorf 
und Handorf, St. Mauritz, dem ganzen Stadtbezirk Südost, Hiltrup-Ost-Ringstr., Hiltrup-Mitte südl. 
Marktallee. Weiterhin sind in großen Teilen Mecklenbecks, in Gievenbeck östlich Rüschhausweg, in 
Nienberge-Ost sowie in Kinderhaus-Nord (außer Brüningheide), Häger und Sprakel die Werte hoch. 
Auch die Bereiche Uppenberg/Rumphorst, Geist, Aaseestadt, Sentruper Höhe und Coesfelder Kreuz 
sowie Kreuzviertel sind betroffen. 
Vereinsamungsrisiken  
Es wird angenommen, dass das Leben in einem Einpersonenhaushalt bei Älteren eher das Risiko 
mangelnder Teilhabe und sozialer Isolation birgt als das in einer Partnerschaft oder mit anderen Be-
wohner/innen. Daher wurde die Anzahl der 1-Personen-Haushalte der ab-60-Jährigen erhoben. Es 
zeigt sich, dass im Schnitt recht genau ein Drittel (32,7 %) dieser Altersgruppe in Münster allein in 
einem eigenen Haushalt lebt. Weit unterdurchschnittliche Werte finden sich in den ländlichen Au-
ßenbereichen von Nienberge und Roxel (ca. 14 %). Hohe Werte prägen die Altstadt (46,6 %) und In-
nenstadt, schon aus siedlungsstrukturellen Gründen: einerseits, weil große Wohneinheiten hier sel-
ten sind, andererseits aufgrund der Altersstruktur, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ein Partner be-
reits vollstationär gepflegt wird oder bereits verstorben ist, bei älterer Bevölkerung mit vielen Hoch-
altrigen höher liegt. Ein Beispiel ist der Stadtteil Pluggendorf an Altstadtrand und Aasee, hier leben 
51 % der ab-60-Jährigen allein in einem Haushalt; es finden sich auch ca. 100 Einpersonenhaushalte 
von über-80-Jährigen.  
Nachvollziehbar ist, dass aufgrund der höheren Lebenserwartung das Alleinleben im eigenen Haus-
halt durch die Frauen geprägt wird: Fast 70 % der 1-Personen-Haushalte der über-60-Jährigen sind 
weiblich. 
Bringt man den Anteil der Älteren, die allein leben, mit siedlungsstrukturellen Merkmalen zusam-
men, so zeigt sich, dass Alleinlebende zumeist in Gebieten mit relativ vielen kleineren Wohnungen im 
Geschosswohnungsbau und einer höheren Bevölkerungsdichte leben. Das ist der Normalfall in den

5 Bestandsaufnahme für Münster 
78 
Städten, so ergibt sich auch die Nachfrage für entsprechende Nahversorgungsstrukturen. Allerdings 
steht hier auch oft eine erhöhte Fluktuation stabilen Nachbarschaftsbeziehungen entgegen. Geringe 
Anteile von allein lebenden über-60-Jährigen fallen häufig mit hohen Anteilen von Einfamilienhäu-
sern zusammen und umgekehrt (durchschnittlich sind in Münster 70,4 % der bewohnten Gebäude 
Einfamilienhäuser mit 1 bis max. 2 Wohnungen).  
Aussagekräftig ist so der Anteil der 1-Personen-Haushalte der ab-60-Jährigen an allen Singlehaushal-
ten: Liegt dieser hoch, so deutet dies oft darauf hin, dass die Bebauungsstruktur ursprünglich nicht 
für kleine Haushalte angelegt war. Der städtische Schnitt liegt bei 23,4 %. Ein Beispiel ist hier der 
Bereich Ringstr. in Hiltrup-Ost mit einem Anteil von 56 % älterer Single-Haushalte. Weitere Begleit-
umstände dürften eine hohe Wohndauer und eine evtl. mangelnde Lageattraktivität für Jüngere sein. 
Alle Stadtzellen, die hier hohe Werte (> 40 %) aufweisen finden sich in den Außenstadtteilen. Der 
Bereich Aaseestadt sticht ebenfalls heraus (39,9 %). 
Jedoch finden sich auch Bereiche, in denen ein erhöhter Anteil Alleinlebender unter den ab-60-
Jährigen mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil Einfamilienhäuser zusammenfällt, das sind im 
Einzelnen folgende Stadtzellen: 313 Canisiuskloster (hintere Aaseestadt), 511 Alt-Gievenbeck, 523 
Sentruper Höhe, 545 Friedensschule (Eingang Mecklenbeck), 621 Alt-Kinderhaus, 632 Idenbrockplatz 
sowie 715 Stehrweg und 719 Rosengarten (beide St. Mauritz). Hier wird ein erhöhter Handlungsbe-
darf gesehen, da die Einfamilienhausbebauuung oftmals nicht den Bedürfnissen Älterer entspricht. In 
den zentrennahen Lagen mildert sich dies etwas ab. 
Erhöhter Pflege - und Unterstützungsbedarf  
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Wohnbevölkerung, die bereits 80 Jahre und älter ist, da ab 
diesem Alter oft ein erhöhter altersbedingter Pflege und Unterstützungsbedarf eintritt81.  
Der Anteil allein lebender 80-jähriger und Älterer an allen 1-Personen-Haushalten beträgt stadtweit 
6,6 %, d.h. gar nicht wenige Menschen in Münster (ca. 6.000) leben in diesem hohen Alter allein82. Es 
gibt allerdings Stadtbereiche, in denen ein erhöhter Anteil festzustellen ist. Hier ergeben sich gute 
Gründe, besondere Aufmerksamkeit auf diese Quartiere zu richten. In den folgenden Stadtteilen liegt 
dieser Anteil bei 10 % und höher (s. auch Anh. 2): 
  
                                                           
81 Vgl. V/0205/2016 Anlage Pflegebedarfsplan 2016-2019, S. 10 
82 Die Bevölkerungs-/Haushaltsdaten geben aber keinen Aufschluss, welche familiäre oder sonstige Hilfe und Assistenz sie 
schon erhalten, z.B. im Service-Wohnen.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
79 
Tabelle 4: Hohe Anteile 1-Personen-Haushalte der 8o-Jährigen und älter an allen 1-Personen-Haushalten.  
Quelle: Stadt Münster 
Stadtteil 
Anteil 80-Jähriger 
und älter an 1-
Personen-
Haushalten 
Besonders betroffene Teilbereiche 
31 Aaseestadt 11,5 % Bereich Delpstr. (Stadtzelle 311, 19,7 %) 
34 Düesberg 9,9 % Bereich Kriegerweg (344, 21,2 %) 
46 Rumphorst 11,0 % Bereich Hacklenburg (465, 16,3 %) 
61 Coerde 11,6 % Bereich Breslauer Str. (612, 20,6%) 
63 Kinderhaus-West 10,0 % Bereich Heidegrund (633, 16,2 %) 
68 Sprakel 13,2 % Hauptsiedlungsbereich (681, 14,4 %) 
71 Mauritz-Ost 12,0 % Bereich Rosengarten (719, 16,0 %) 
77 Handorf 14,0 % Handorf-Süd (774, 19,3 %) 
82 Gremmendorf-Ost 10,6 % Bereich Erbdrostenweg (825, 15,3 %) 
86 Angelmodde 11,0 % Waldsiedlung (862, 13,5 %) 
87 Wolbeck 11,0 % Bereich Schulzentrum (871, 12,7 %) 
91 Berg Fidel 11,1 % Bereich Hogenbergstr. (911, 16,7 %) 
95 Hiltrup-Ost 11,1 % Bereich Ringstr. (957, 19,6 %) 
96 Hiltrup-Mitte 11,1 % Bereich Krankenhaus (964, 11,6 %) 
98 Amelsbüren 13,9 % Bereich Sudhoff, (983, 22,2 %) 
Ein stark erhöhter Wert findet sich weiterhin in der Sentruper Höhe (523, 16,2 %), erhöhte Werte in 
weiten Teilen von Mauritz (452 Pötterhoek, 454 Dechaneischanze) sowie Mecklenbeck (West, Mitte, 
Süd – 541, 543, 547) 
In ähnlicher Weise stellt sich das Bild für die 2-Personen-Haushalte dar, bei denen beide Bewoh-
ner/innen über 80 Jahre alt sind. Jedoch ist ihre Zahl geringer, nur auf 3,7 % der 2-Personen-
Haushalte trifft dies zu, somit ca. 3.250 Menschen. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei 
Eintritt von Pflege und Unterstützungsbedarf der einen Person die Partnerin/der Partner altersbe-
dingt das Notwendige nicht allein leisten bzw. organisieren kann.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
80 
Tabelle 5: Anteil 2-Personen-Haushalte der 8o-Jährigen und älter an allen 2-Personen-Haushalten.  
Quelle: Stadt Münster 
Stadtteil 
Anteil 2-Personen-
Haushalte, beide 80-
jährig und älter 
Besonders betroffene Teilbereiche 
31 Aaseestadt 5,6 % Bereich Delpstr. (Stadtzelle 311, 12,1 %) 
34 Düesberg 5,9 % 
Bereiche Clemenshospital und Kriegerweg 
(341 u. 344, jeweils 8,0 %) 
45 Mauritz-Mitte 5,7 % 
Bereiche Flüsseviertel/Dechaneischanze 
(453, 7,2 %; 454, 6,8 %) 
46 Rumphorst 5,3 % Bereich Rumphorstweg (463, 8,0 %) 
58 Nienberge 5,0 %  
62 Kinderhaus-Ost 6,0 % 
Bereiche Alt-Kinderhaus/Im Moorhook 
(621, 6,8 %; 622, 7,1 %) 
71 Mauritz-Ost 6,3 % Bereich Rosengarten (719, 12,7 %) 
82 Gremmendorf-Ost 5,1  % Bereich Angelmodder Weg (826, 6,2 %) 
Weitere kleinräumig auffallende Bereiche: Gievenbeck-Zentrum (Stadtzellen 511 und 515, jeweils 
5,2 %), Roxel-Süd (572, 5,4 % und 573, 5,2%), Coerde Bereiche Breslauer Str. und Kemperweg (612, 
9,3 % und 614, 6,5 %), Kinderhaus Nord-West (außer Brüningheide, 632, 7,7 %, 633, 6,3 %) sowie 
Mariendorf und Handorf (762, 7,0 %, 773, 5,5 % sowie 774, 6,0 %) 
 
 
Abbildung 18: Anteil der Haushalte der 80-Jährigen und älter an allen Haushalten.  
Quelle: Stadt Münster 
Eine andere Betrachtungsweise zeigt auf, wie hoch der Anteil der 1- und 2-Personen-Haushalte der 
über-80-Jährigen an allen Haushalten ist, d.h. in welchem Prozentanteil der Haushalte nur Menschen

5 Bestandsaufnahme für Münster 
81 
über 80 ohne Jüngere im Haushalt leben83. Dies sind im Münsteraner Durchschnitt 4,5 % der privaten 
Haushalte (s. Abb. 20).  
Von Interesse ist auch die Frage nach dem Bezug von Pflegegeld, das bei festgestellter Pflegebedürf-
tigkeit ohne Inanspruchnahme von Leistungen ambulanter Pflegedienste ausbezahlt wird. Er weist 
hin auf Angehörigenpflege, die aus prinzipiellen, aber auch aus finanziellen Gründen der ambulanten 
Pflege durch professionelle Dienste vorgezogen werden kann. Dies findet sich oft in Familien mit 
(nichtdeutscher) Migrationsvorgeschichte. Die räumliche Verteilung ist uneinheitlich (s. Anhang 2).  
Migration svorgeschichte  
18,4 % der Menschen über 60 Jahren in Münster haben eine Migrationsvorgeschichte. Dieser Wert 
wird zunächst beständig ansteigen, da auch die Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte altert (vgl. 
Abb. 22).  
Migrant/inn/en aus dem Ausland kamen verstärkt seit den 1960er Jahren als junge Menschen zum 
Arbeiten nach Deutschland. Viele kehrten wieder in die Herkunftsländer zurück. Es ist noch ein recht 
neues Phänomen, dass viele Menschen mit Migrationsvorgeschichte in das Ruhestandsalter kom-
men. Das Bild der Bevölkerung internationalen Ursprungs in Münster ist durch die spezifische Be-
schäftigungsstruktur bunter als in den klassischen Industriestädten Westdeutschlands, es gibt eine 
Vielzahl von Herkunftsländern, unter denen auch viele EU-Staaten sind.  
 
Abbildung 19: Zu- und Abwanderung national seit 1950.  
Quelle: Stiftung Jugend und Bildung - Sozialpolitik.com. Online unter: http://www.sozialpolitik.com/artikel/deutschland-ein-land-der-
zu-und-auswanderer 
So leben Ältere mit ausländischen Wurzeln (ohne Spätaussiedler), die 8,4 % der Menschen über 60 
Jahren ausmachen, relativ breit verstreut im Stadtgebiet, auch wenn gewisse Schwerpunkte noch in 
den Stadtbereichen zu erkennen sind, die als Ankunftsorte Integrationsaufgaben für die Gesamtstadt 
                                                           
83 Die (mutmaßlich sehr seltene) Konstellation, dass 3 oder mehr Menschen über 80 Lebensjahren ohne jüngere Mitbewoh-
ner/innen als ein Privathaushalt zusammen leben, konnte nicht in die Betrachtung mit einbezogen werden.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
82 
übernehmen. Diese sind entweder durch große Mietwohnungsbestände im Geschosswohnungsbau 
geprägt wie die Kinderhauser Schleife und Teile von Coerde und Berg Fidel, oder durch (wenige) in-
nenstadtnahe Lagen, wie die Bereiche zwischen Grevener und Steinfurter Str. sowie zwischen Ham-
mer Str. und Friedrich-Ebert-Str. Hier dürften allerdings inzwischen durch verschiedene Aufwer-
tungsprojekte Verdrängungseffekte eingesetzt haben. 
Aktuelle Hinweise aus der sozialen Arbeit vor Ort zeigen, dass professionelle Hilfen, insbesondere die 
Inanspruchnahme vollstationärer Einrichtungen, für ältere Migranten ausländischen Ursprungs bis-
lang nur selten eine Rolle spielen. Die Angehörigenpflege und auch die intergenerationelle Einbin-
dung sind hier offenbar besonders wichtig. 
Eine weitere große Zuwanderergruppe ist ebenfalls in Abb. 21 erkennbar: Gegen Ende der 1980er 
Jahre nahm die Zahl der Aussiedler/innen deutscher Familienherkunft aus Staaten des ehemaligen 
‚Ostblocks‘ sprunghaft zu. Seit einer gesetzlichen Neuregelung 1992 ist von Spätaussiedlern die Rede; 
in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre ebbte der Zustrom ab. Die ältere Bevölkerung, die diesem 
vergleichsweise neuen Migrationsphase entstammt, lebt räumlich konzentrierter; neben den ge-
nannten Stadtteilen auch im Gievenbecker Auenviertel, das zu dieser Zeit entstand, und in weiteren 
Teilen von Gievenbeck-West. 
Es ist anzumerken, dass in der offiziellen Statistik auch Heimatvertriebene, die in Folge der Kriegser-
eignisse ab 1945 auf der Flucht aus ehemaligen deutschen Ostgebieten schließlich nach Münster 
kamen, zu den Menschen mit Migrationsvorgeschichte zählen; dies betrifft derzeit (heute) ca. 4000 
Menschen oder ca. 6 % der Älteren. 
Abbildung 20: Altersaufbau der Bevölkerung Münsters am 
31.12.2015. 
Quelle: Stadt Münster (2016): Migration in Münster u. 
Stadtteilen, S. 2

5 Bestandsaufnahme für Münster 
83 
 
Abbildung 21: Anteil der 60-Jährigen und älter mit Migrationsvorgeschichte.  
Quelle: Stadt Münster 
 
Armut  im Alter 
Auch das Thema Armut im Alter ist in einer gesamtstädtischen Perspektive nur schwer abzubilden. 
Auf die Risiken mangelnder Teilhabe wurde bereits eingegangen – das Thema Einkommensarmut in 
seiner aktuellen Ausprägung lässt sich nur durch einzelne Hinweise eingrenzen: So häufen sich die 
absoluten Zahlen der Empfänger von Leistungen nach dem SGB II über 50 Jahren (Hartz IV-
Empfänger/innen) in den Bereichen Coerde (Breslauer Str. und Süd-Ost), Kinderhaus (Brüningheide 
und Idenbrockplatz) sowie Angelmodde-Waldsiedlung – für die meisten anderen Stadtzellen sind 
diese aus Datenschutzgründen nicht darstellbar. Damit ist zu erwarten, dass, im Sinne der o.g. ‚Kon-
tinuitätsthese‘,  die Betroffenen aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit mit dem Eintritt des Ruhe-
stands von Altersarmut bedroht bzw. weiterhin auf Transferleistungen angewiesen sein werden.  
Da bald die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 60er Jahre in den Ruhestand gehen werden, 
wird sich nicht nur die relative Zahl der Alten erhöhen, sondern auch die absolute Zahl der Armen 
unter ihnen. Ein besonderer Schwerpunkt in der Expertise lag auf der sozialräumlichen Verteilung der 
Armutsrisiken. Hier wird betont, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit zum einen in den bekannten 
problematischen Vierteln in Altersarmut ummünzen wird und diese zum anderen an unvermuteten 
Stellen konzentriert auftauchen wird:  
„auch in Kinderhaus-Ost, Angelmodde, Uppenberg, Hiltrup Mitte, Bahnhof, Schützenhof, Geist, 
Hiltrup West, Josef, Gremmendorf-West, Hafen und Hansaplatz sind Arbeitslosigkeit und Sozialleis-

5 Bestandsaufnahme für Münster 
84 
tungsbezug überdurchschnittlich ausgeprägt“ (Anlage 1 zu Vorlage V/0941/2011, S. 9)84. Es ist noch 
darauf hinzuweisen, dass die Untersuchung auf Stadtteilebene durchgeführt wurde, d.h. kleinräumi-
ge Extreme in Quartieren werden abgemildert.  
Die Verfasser weisen selbst darauf hin, „dass darüber hinaus in Vierteln, die auf den ersten Blick noch 
nicht von Altersarmut ereilt wurden, durchaus kleinräumige Konzentrationsprozesse von Altersarmut 
in Gang gekommen zu sein scheinen (etwa Martini oder Aaseestadt)“ (Anlage 1 zu Vorlage 
V/0941/2011, S. 14). 
Aktuellere Abbildung 22: Anteil der 65-Jährigen und älter im Grundsicherungsbezug (GSiG) am 31.12.2015.  
Quelle: Stadt Münster 
 
Zahlen liegen über den Empfang von Grundsicherung im Alter vor, dies wird – bezogen auf die Bevöl-
kerung von 65 Jahren und älter – außerhalb von Einrichtungen von 4,3 % in Anspruch genommen (s. 
Abb. 24). Dies entspricht 2.063 Personen in Privathaushalten in Münster. 
  
                                                           
84 Online unter https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__kvonr=2004034065&search=1

5 Bestandsaufnahme für Münster 
85 
Prognosen  
Die letzte kleinräumige Bevölkerungsprognose für Münster wurde 2014 mit dem Zeithorizont 2020 
erstellt85. Das Szenario hat sich für den abgelaufenen Betrachtungszeitraum 31.12.2013 – 2015 prin-
zipiell als zutreffend erwiesen, bereinigt man es um den außergewöhnlichen Zuzug von Geflüchteten. 
Diese sind zumeist eher junge Menschen und zunächst vorübergehend in den Stadtbereichen unter-
gebracht.  
Die Prognose besagt, dass in ganz Münster die Zahl der Älteren ab 60 Jahren um 12,6 % zunehmen 
wird. Dabei nehmen die jungen Alten moderat zu (6,6 %), die 80-Jährigen und älter aber um 32,4 %, 
also nahezu um ein Drittel. Interessant ist hierbei, dass die Übertritte in die Gruppe der jungen Alten 
bzw. das Ruhestandsalter erheblich sein werden – die Gruppe der 60 bis unter-70-Jährigen soll um 
22,3 % anwachsen. Insgesamt ergibt sich ein räumlich differenziertes Bild. So wird sich in manchen 
Stadtbereichen eine Stabilisierung der Anteile Älterer auf hohem Niveau zeigen, während andernorts 
noch eine große Zunahme bevorsteht. 
Angebotsseite  
An dieser Stelle sollen die für Ältere und ihre Lebensgestaltung relevantesten quartiersbezogenen 
Angebote einer Betrachtung unterzogen werden. Angebote mit einer stadtweiten oder regionalen 
Bedeutung, die nicht täglich benötigt werden – wie das Informationsbüro Pflege im Gesundheitshaus 
oder das Demenzservicezentrum Münster –, fließen hier nicht in die Betrachtung ein.  
Tabelle 6: Kleinräumig untersuchte Handlungsfelder (rot markiert, gestrichelt nur ansatzweise).  
Quelle: Tabelle 1, verändert 
Pflege, Assistenz,  
Notfallvorsorge 
Soziale Infrastrukturen;  
Beratung und Unterstützung Gesundheit und Sport 
Lokale Wirtschaft, 
Nahversorgung 
Gemeinschaft, Nachbarschaft 
und Identität Bildung und Kultur 
Wohnen im Bestand,  
Wohnbauentwicklung 
Wohnumfeldgestaltung,  
öffentlicher Raum, Freiraum 
Mobilität und Verkehr 
Auch ambulante Angebote, die prinzipiell stadtweit standortunabhängig verfügbar sind, werden hier 
nicht dargestellt. Für eine umfassende Betrachtung des Themas Pflege wird auf den aktuellen Pflege-
bedarfsplan verwiesen. 
Im Folgenden werden in Anlehnung an die zuvor definierten Handlungsfelder und auf Basis entspre-
chender Kartendarstellungen (s. Anhang 1) Einrichtungen unter den Oberthemen Begegnung und 
Beratung, Pflege und Wohnen, Nahversorgung sowie Verkehr betrachtet. Diese räumlichen Darstel-
lungen beruhen auf den vorgehaltenen Daten verschiedener Stellen der Stadtverwaltung mit unter-
schiedlicher Aktualität und sind als Diskussionsgrundlage, auch zur Klärung zukünftiger Informations-
bedarfe, anzusehen. 
                                                           
85 s. Vorlage V/0637/2014 und Anlagen, insbesondere auch Sonderauswertung Alterungsprozess in Münster. Online unter:  
http://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-
muenster/61_stadtentwicklung/pdf/KBP_2013_2020_Materialien_Senioren.pdf

5 Bestandsaufnahme für Münster 
86 
Begegnung und Beratung 
Vor allem aufgrund häufig bestehender Hemmschwellen, soziale Beratung aufzusuchen, sollten Bera-
tungs- und Begegnungsmöglichkeiten zusammen gedacht werden; hier werden sie gemeinsam be-
trachtet. Die Karte II Begegnung und Beratung (Anhang 1) zeigt eine kleinteilige und umfangreiche 
Angebotsstruktur in Münster86.  
Zieht man die eingeschränkte Mobilität vor allem hochaltriger Menschen in Betracht, sind Angebote 
nicht nur in den Stadtteilzentren, sondern auch in den einzelnen Siedlungsbereichen vonnöten. Auch 
wenn die oft genannte anzustrebende ‚Pantoffelnähe‘ der Angebote meistens nicht mit bestimmten 
Abständen in Metern verbunden wird, lässt sich sagen, dass eine Distanz von 500 bis maximal 1000 
m als Orientierung anzunehmen ist.  
Keine Berücksichtigung gefunden haben hier die anlassbezogenen aufsuchenden Angebote, z.B. des 
Fachdienstes Senioren und Pflege des Sozialamtes (für Leistungsempfänger/innen) und der örtlichen 
Wohlfahrtspflege. Es geht um die Präsenz niedrigschwelliger Angebote vor Ort. 
Defizite zeigen sich hier vor allem in den Außenstadtteilen, insbesondere in den kleineren bzw. in 
deren peripheren Siedlungsbereichen. Dies betrifft (im Uhrzeigersinn) zunächst Gelmer, Mariendorf 
und Dorbaum sowie weite Teile von St. Mauritz, zumal wenn man die Barrierewirkung von Kanal und 
Umgehungsstraße berücksichtigt. Auch Wolbeck östlich der Telgter Str. und südlich der Bahnlinie 
weist keine Angebote auf, ebenso Hiltrup-Ost.  
Im Norden und Südwesten Hiltrups sowie im südlichen Teil von Amelsbüren sind die Angebote rar. 
Dies betrifft auch den südlichen Teil von Albachten und Mecklenbeck. In Gievenbeck ergibt sich der-
zeit noch eine Barrierewirkung der ehem. Oxford-Kaserne, deren Überwindung neue Impulse bringen 
wird. Es wäre wichtig, auch im Auenviertel spezifische Angebote für Ältere zu entwickeln. In Nienber-
ge und Kinderhaus konzentrieren sich die Angebote stark in den Zentren, im Süden bzw. Osten wäre 
hier über Zusatzangebote bzw. Verlagerungen nachzudenken. Häger weist keinerlei Angebote auf. 
In die Betrachtung eingeflossen sind, ungewöhnlicherweise, Bäckereien mit angeschlossenen kleinen 
Cafés, die erfahrungsgemäß informelle Treffpunkte auch für die Tagesfreizeit von Älteren bilden87 
und so soziale Funktionen für das Quartier übernehmen. In den Eingangsbereichen von Lebensmit-
telmärkten scheint es aktuell einen Trend zu geben, die Sitzbereiche rückzubauen und durch Stehti-
sche bzw. Barhockertheken zu ersetzen. 
Am Rande des Stadtbezirks Mitte wird ersichtlich, dass sich auch hier vereinzelt Versorgungslücken 
auftun. Der Bereich Maikottenweg wurde schon angesprochen, auch der kleine Siedlungsbereich 
Haus Lütkenbeck am Gasometer hat keine sozialen Infrastrukturen für Ältere. Weiterhin gibt es Defi-
zite in der südlichen Aaseestadt sowie nordwestlich des Schlosses (Wilhelmstraße/Horstmarer Land-
weg). Einer sehr hohen Dichte von Angeboten im Kreuzviertel steht nördlich des Innenstadtringes im 
Bereich Uppenberg wenig gegenüber. 
Das Angebot an Gesprächskreisen für pflegende Angehörige sollte in weiteren Quartieren ausgebaut 
werden. 
                                                           
86 Der zeitliche Umfang der Angebote kann jedoch nicht abgebildet werden. Teilweise stehen sie nur zweimal im Monat für 
wenige Stunden zur Verfügung. 
87 Vgl. Diskussion in der Veranstaltung zur Neuerrichtung Lebensmittelmarkt im Zentrum Aaseemarkt zur frühzeitigen Öf-
fentlichkeitsbeteiligung am 03.11.2015, Gemeindezentrum der St.-Jakobus-Kirchengemeinde

5 Bestandsaufnahme für Münster 
87 
Mobilität und Verkehr  
Die beigefügte Kartendarstellung der betrachteten Aspekte (Karte III Verkehr, Anhang 1) zeigt Ver-
kehrsinfrastrukturen, die für Ältere und Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf von beson-
derer Relevanz sind: 
• Buslinien des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), 
• Bahnhaltepunkte, die den Anschluss an den Hauptbahnhof Münster gewährleisten, 
• Taxistände, die die kleinräumige rasche Verfügbarkeit dieses Transportmittels verbessern, 
• Tankstellen für PKW mit dem wenig bekannten Assistenzsystem DRS (Dienst-Ruf-System) für 
Autofahrer/innen (Teilbereich motorisierter Individualverkehr – MIV) mit Handicap sowie 
• Barrierefreie öffentliche Toiletten, die eine Rolle im Fußverkehr spielen (s. auch u. zum The-
ma ‚Sitzrouten‘). 
ÖPNV  
Die Maßstabsebene lässt es bei dem Busverkehr nicht zu, auf Haltestellenlage und -ausstattung so-
wie Taktzeiten einzugehen88. Dies bedürfte einer besonderen Untersuchung jeweils auf Quartiers-
ebene. Die Umsetzung des 3. Nahverkehrsplanes ab Oktober 2016 lässt weitere Verbesserungen 
erwarten.  
Das übergreifende Bild zeigt, dass in Münster eine gute Netzabdeckung besteht. Ganz überwiegend 
ergibt sich ein Abstand der Siedlungsbereiche zum nächsten Linienweg von max. 500 m. Die tatsäch-
lichen Wege von den Siedlungsrändern zu den Haltestellen sind durch das Straßenlayout und den 
Haltestellenabstand teilweise länger. Sichtbare Problematiken ergeben sich nur für vereinzelte peri-
phere Siedlungsbereiche (wie Handorf Bereich Wedemhove) oder wo Barrieren die Wege zusätzlich 
verlängern, wie in Teilen von St. Mauritz (Bereich Fliederweg).  
Die Andienungsqualität der Linien ist ein Aspekt, der in der Quartiersebene zu thematisieren wäre. Es 
kann jedoch festgehalten werden, dass die Taxibusanbindungen, die in einigen randlichen Siedlungs-
bereichen angeboten werden, sich bedingt als probates Mittel der Versorgungssicherheit im Mobili-
tätsbereich erweisen. Die Anforderungen an die Bestellung sind vergleichsweise hoch, auch wird 
bisweilen vermisst, dass die Angebote nicht immer verlässlich sind (s. Abb. 23).  
                                                           
88 Auch die Ausstattung der Bahnhaltepunkte wurde nicht geprüft.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
88 
 
Abbildung 23: Anforderungen bei einer Taxibus-Bestellung. 
Quelle: Stadtwerke Münster. Online unter: https://www.stadtwerke-muenster.de/privatkunden/busverkehr/wissenswertes/bus-
taxi/taxibus.html 
Der Taxiverkehr mit Haus-zu-Haus-Andienung spielt für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen 
ebenfalls eine wichtige Rolle, wenngleich seine Inanspruchnahme die entsprechenden finanziellen 
Mittel erfordert. Mobilitätseingeschränkte nehmen Taxis auch für kurze Strecken in Anspruch, die sie 
anderweitig nicht bewältigen könnten, und brauchen ggf. Unterstützung beim Transport von Hilfs-
mitteln. Hier gibt es Hinweise, dass dies teilweise bei den Fahrer/innen Unmut erregt, obwohl theo-
retisch keine Mindestentfernung vorgegeben werden darf. Umso wichtiger erscheint es, dass dezent-
ral in den Stadtteilen Taxis mit kurzem Anfahrtsweg zur Verfügung stehen, möglichst von lokalen 
Unternehmen. Sie können die Bedürfnisse vor Ort gut einschätzen. 
Daher wurde die Verteilung der Taxistände in Münster erhoben, obwohl diese durch die mobile Tele-
fonie weiter an Bedeutung verlieren, insbesondere die Taxirufsäulen. Es wird angenommen, dass 
lokale Taxiangebote bei weitgehender personeller Kontinuität der Fahrer/innen auf beiden Seiten die 
Akzeptanz der Taxinutzung durch mobilitätseingeschränkte Personen steigern. Die Versorgung mit 
ausgewiesenen Taxenständen ist in Münster auch in den Außenstadtteilen gut, mit Ausnahme von 
Amelsbüren und Häger. 
Es erscheint aber augenfällig, dass ein preiswertes, flexibles und unkompliziertes Tür-zu-Tür-Angebot 
als Angebot für alle zwischen dem Behindertenfahr- und dem Taxidienst gegenwärtig noch fehlt.  
Motorisierter Individualverkehr 
Der motorisierte Individualverkehr (MIV) in Form von privater Pkw-Verfügbarkeit ist für diejenigen, 
denen er zur Verfügung steht, ein Garant für Teilhabe und Mobilität. Hier bestehen aber hohe finan-
zielle Hürden, zudem haben ältere Frauen gerade in städtischen Gebieten oft keine Fahrerlaubnis 
erworben bzw. diese nicht genutzt und mangels Praxis das Fahren längst aufgegeben, wenn kein 
Partner dies mehr übernehmen kann. Oftmals bewegen gesundheitliche Einschränkungen (sei es nur 
mangelnde Beweglichkeit für Schulterblick und Rückwärtsfahren) oder leichte Unfälle Ältere dazu, 
das Autofahren aufzugeben.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
89 
Das DRS-System für Tankstellen ermöglicht Menschen mit Behinderung und Mobilitätseinschränkun-
gen, Assistenz durch Beschäftigte beim Tanken zu bekommen. Die Darstellung in der Karte III Verkehr 
zeigt Ergebnisse einer älteren Erhebung und eine gute Abdeckung in Münster. Das System scheint 
aber rückläufig zu sein.  
Fußverkehr 
Der Fußverkehr wird oftmals lediglich im Zusammenhang mit Naherschließung oder als Freizeitver-
kehr betrachtet. Die Nutzungskonkurrenzen in innerstädtischen Straßenräumen tun ihr Übriges. Die 
Stadt Münster ist hier jedoch in jüngerer Zeit aktiv geworden, so wurden mit dem Projekt Wegeket-
ten des Tiefbauamtes mit dem Institut für Geographie der Westfälischen Wilhelms-Universität89 die 
Qualitäten wichtiger Wegebeziehungen für Menschen mit Behinderung und Ältere geprüft. 
Es ist anzuraten, gerade in der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung dem Fußverkehr viel 
Aufmerksamkeit zu widmen. In gesamtstädtischer Perspektive können hier aber nur begrenzt Aussa-
gen getroffen werden. Gerade der wichtige  Aspekt der Ruhepunkte in Form öffentlicher Sitzgele-
genheiten (Bänke) entzieht sich in dieser Maßstabsebene der Darstellung. Der Stadtverwaltung liegt 
auch nur für die Innenstadt eine Vollerhebung aller Ruhebänke vor.  
Karte III zeigt auch die öffentlichen Toiletten. Diese können gerade für Ältere wichtige Trittsteine 
ihrer Routenplanung sein (s.u.). Die Ausstattung ist dünn und konzentriert sich sichtbar auf den In-
nenstadtbereich.  
Für zukünftige Erhebungen bzw. Konkretisierungen des Masterplans wird angeregt, Straßenräume 
aufzuzeigen, die durch Lärm- und Abgasbelastung für Fußverkehr ungeeignet sind bzw. als Barriere 
wirken. 
Pflege und Wohnen  
Geeignete Wohnmöglichkeiten mit optionaler Pflegeunterstützung sind ein zentraler Zugang der 
altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung. Ziel ist es, im Kontext der vertrauten Quartiere 
solche zu schaffen bzw. zu sichern. Die Stärkung des Wohnens im eigenen Wohnraum und kleinteili-
ger Angebote wie Wohnprojekte und Wohngemeinschaften soll dabei im Vordergrund stehen, je-
doch sind vorhandene Strukturen ebenfalls wichtig. 
Die beigefügte Karte IV Pflege und Wohnen (Anhang 1) basiert auf ähnlichen Darstellungen der Pfle-
gebedarfspläne der letzten Jahre. Sie zeigt die klassischen Einrichtungen der Pflege, also vollstationä-
re Einrichtungen, Kurzzeit- und Tagespflegeangebote, aber auch die neueren Angebote, deren 
Schwerpunkt auf dem Wohnen liegt. Dazu zählen hier das Service-Wohnen mit zubuchbaren, unter-
stützenden Leistungen für die Bewohner/innen, dezentrale Demenz- und Pflege-WGs sowie ausge-
sprochene Wohnprojekte für und mit Älteren, in denen neue Formen des Zusammenlebens auspro-
biert werden. Des Weiteren dargestellt sind ‚Demenzgruppen‘, d.h. spezielle verlässliche Tagesange-
bote für Menschen mit Demenz, sog. niedrigschwellige Betreuungsangebote nach § 45b SGB XI. Die-
se entlasten Angehörige deutlich und nehmen in ihrer Bedeutung zu.  
Das Bild der räumlichen Verteilung der Angebote zeigt, dass Münster bei den vollstationären Einrich-
tungen der umfassenden Pflege eine ausgewogene Struktur unter leichter Überbetonung des Stadt-
                                                           
89 Vgl. Stadt Münster – Tiefbauamt: Barrierefreies Bauen. Online unter: http://www.stadt-
muenster.de/tiefbauamt/barrierefreies-bauen.html

5 Bestandsaufnahme für Münster 
90 
bezirks Mitte hat, der aber auch den Bevölkerungsschwerpunkt bildet. Auffällig sind wenige Einrich-
tungen, die losgelöst von der Siedlungsstruktur solitär im Außenbereich liegen. Im Sinne dieses Kon-
zeptes erfüllen sie nicht die Anforderungen an einen Quartiersbezug und Potenziale gesellschaftli-
cher Teilhabe durch Einbindung in eine lokale Gemeinschaft. 
Gelmer, Rumphorst, St. Mauritz, Angelmodde-Dorf, Gremmendorf, Hiltrup-Ost, Amelsbüren, der 
Grenzbereich Aaseestadt/Mecklenbeck, Nienberge, Häger und Sprakel lassen dagegen bislang de-
zentrale Wohn- und Pflegearrangements vermissen, stellt man in Rechnung, dass die vorhandenen 
Pflege-WGs in Münster bisher fast nur Angebote für demenziell Erkrankte beinhalten. Zu betonen ist 
noch eine offensichtliche Unterdeckung der Bedarfe für ‚junge Pflege‘, die sich besonders für neue 
dezentrale Formen in lebendigen Vierteln anbietet90.  
Es zeigt sich heute ein breites Bild von Angeboten für demenziell Erkrankte, das lokal anhand der 
bestehenden Bedarfe zu überprüfen und weiter auszubauen ist. Es ist angesichts der demographi-
schen Prognosen weiter nach Wegen zu suchen, mehr Pflege-WGs quartiersnah und kostenbewusst 
zu realisieren. Den Zusammenhang zum vertrauten Wohnort und den Angehörigen zu wahren, ist für 
die Erkrankten sehr wichtig. So tun sich noch offensichtliche Lücken im südlichen Stadtbezirk Mitte, 
in Coerde, Handorf, St. Mauritz, Hiltrup, Albachten, Roxel sowie Gievenbeck-Zentrum und -
Auenviertel auf.  
Im Bereich des flexiblen Service-Wohnens stellen sich einzelne Angebotskonzentrationen dar, so in 
Handorf, Wolbeck, Hiltrup und Mecklenbeck, aber auch bislang unterversorgte Bereiche wie Gelmer, 
Dorbaum, Rumphorst, St. Mauritz, Hiltrup-Ost, die Aaseestadt, weite Teile von Kinderhaus, Häger 
und Sprakel. Bei Siedlungserweiterungen und größeren Vorhaben der Innenentwicklung sollte Ser-
vice-Wohnen integriert werden. 
Innovative Vorhaben gemeinschaftlichen Wohnens mit und für Ältere konzentrieren sich bislang pri-
mär auf die innere Stadt und deren Ränder (mit Mecklenbeck und Gremmendorf-Nord). Ausnahmen 
bilden hier das bekannte Projekt Bremer Stadtmusikanten in Wolbeck und das gerade fertig gestellte 
Vorhaben der Hiltruper Wohngenossenschaft eG. Die Bevorzugung derartiger Angebote ist sicher an 
spezifische Lebensstilvorstellungen und etwas Experimentierfreude geknüpft. Es sollte versucht wer-
den, mit den Erfahrungen der modellhaften ersten Projekte gemeinschaftliche Lebensformen mit all 
ihren Chancen weiter zu fördern und zu vermitteln, auch in den äußeren Stadtteilen, da sie sich gut in 
Einfamilienhausbebauung einfügen. 
Nahversorgungsstrukturen  
Im Lebensmitteleinzelhandel ist es in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Maßstabsvergrößerung 
mit einer Verbreiterung und Vertiefung der Sortimente und zu einer Ausrichtung auf wenige Standor-
te, die oft autoorientiert sind, gekommen. Mit Ausnahme der Bäckereien, die durch SB-Backshops 
aktuell auch unter Druck geraten, ist es fast zu einem Verschwinden der Fachlebensmittelhändler (für 
Gemüse, Fleisch und Fisch) gekommen zugunsten der Vollsortimenter. Dies spiegelt das Preisbe-
wusstsein und veränderte Einkaufsverhalten der meisten Verbraucher, aber auch eine hohe Dynamik 
und einen harten Wettbewerb in der Branche. Das Marktgeschehen, zumal die Aufgabe von Standor-
ten, ist mit Blick auf die Versorgungsfunktion des Einzelhandels nur schwer steuerbar. Die Stadtpla-
                                                           
90 Vgl. auch 2016: Frewer-Gaumann, S. et al. (2016) zu Anregungen zur Verbesserung von Wohn- und Pflegearrangements 
für Menschen mit Behinderung, Prozessoptimierung und Beispiel Münster-Hiltrup

5 Bestandsaufnahme für Münster 
91 
nung kann heute jedoch prinzipiell gut verhindern, dass sich neue abseits gelegene Standorte entwi-
ckeln, die die gewachsenen Zentren weiter schwächen. 
Die Karte V ‚Nahversorgung‘ (Anhang 1) zeigt die ausgewiesenen sog. zentralen Versorgungsberei-
che, in denen sich auch großflächiger Einzelhandel etablieren darf, hier unterschieden nach Berei-
chen mit eher gesamtstädtischer (dunkelgrün) und eher lokaler Bedeutung (hellgrün). Das Gesamt-
bild zeigt, dass auch die Grundversorgungs- und Nahbereichszentren keine ausreichende Abdeckung 
für eine Versorgung der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in den Quartieren ergeben. Umso 
wichtiger sind die zahlreichen Kleinstandorte außerhalb der Zentren für die Quartiere. 
Diese dezentralen Geschäftsstandorte verteilen sich sehr unterschiedlich: Während insbesondere in 
den urbanen Quartieren wie Kreuzviertel und Südviertel/Geist eine kleinteilige dezentrale Struktur 
existiert, überwiegt andernorts, insbesondere in den Außenstadtteilen, eine Konzentration auf die 
Zentren. Am deutlichsten wird dies in den ‚Reißbrett‘-Stadtteilen Kinderhaus, Coerde, Berg Fidel und 
Aaseestadt, deren städtebauliche Strukturen kaum anderes zulassen. Aber auch in stark durch Ein-
familienhausbebauung geprägten Bereichen wie St. Mauritz und der Sentruper Höhe ist das so.  
Augenfällig werden weite Wege zu Versorgungsmöglichkeiten in Handorf-Dorbaum, Coerde, Mauritz 
östlich des Rings bis St. Mauritz, Gremmendorf, Teilen von Hiltrup, Albachten-Süd, Teilen von Meck-
lenbeck und Aaseestadt, Roxel, Gievenbeck und Uppenberg, Teilen von Nienberge und Kinderhaus. 
Mariendorf, Angelmodde-Dorf und Häger sind unversorgt. Ergänzend gibt es verstreute Hofläden im 
Außenbereich. Insgesamt kann die Darstellung keine Aussagen treffen, ob die dargestellten Einzel-
händler den Präferenzen Älterer entsprechen. 
Zu betonen ist in dieser Betrachtung auch die soziale Funktion des Einkaufes, der Gelegenheit gibt, in 
der Nachbarschaft Bekannte zu treffen und soziale Kontakte aufzufrischen. Ein wichtige Rolle kommt 
in diesem Zusammenhang den Wochenmärkten zu, die nicht nur die wichtige Versorgung mit fri-
schen Lebensmitteln gewährleisten können, sondern aufgrund der beschränkten ‚Öffnungszeiten‘ 
auch die Wahrscheinlichkeit sozialer Kontakte erhöhen; ein lokaler Markt hat auch Eventcharakter 
und wirkt identitätsstiftend. Hier, wie im kaum vertretenen mobilen Einzelhandel (Verkaufswagen), 
wäre sicher in vielen Vierteln noch mehr möglich.  
Karte V zeigt auch die Standorte von Bankdienstleistungen, die sich z.Z. stark im Umbruch befinden. 
Manche markierte Filialen aus dieser letzten Erhebung sind bereits in SB-Standorte umgewandelt. 
Dies stellt viele Menschen mit Unterstützungsbedarf vor Probleme und ist daher negativ zu beurtei-
len, unterliegt jedoch auch marktwirtschaftlichen Prozessen. Kreative und flexible, z.B. temporäre 
neue Angebotsformen sind in Münster noch nicht bekannt.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
92 
5.4 Zwischenfazit I: Hinweise auf S chwerpunktbedarfe  
Im Folgenden sollen kurz zusammengefasst die Stadtbereiche aufgezeigt werden, für die sich in der 
geschilderten Betrachtung besondere Handlungsbedarfe im Sinne einer altengerechten, inklusiven 
Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf 
herauskristallisiert haben.  
Räumliche Schwerpunkte  
Räumlich und siedlungsstrukturell gesehen haben sich in der Gesamtbetrachtung die periphersten 
Münsteraner Stadtteile – darunter die Kleinstadtteile Häger, Sprakel, Gelmer und Mariendorf – bzw. 
Teilbereiche an den Rändern dieser Außenstadtteile, die hauptsächlich aus Einfamilienhausgebieten 
bestehen, als zukünftige Handlungsschwerpunkte gezeigt. Starke Anteile Älterer an der lokalen Be-
völkerung zeigen sich teilweise im Norden (Kinderhaus-West), verstärkt im Osten der Stadt (Handorf, 
St. Mauritz, Teile von Wolbeck, Hiltrup-Ost). 
Hinzu kommen Bereiche an den Rändern des Stadtbezirks Mitte ähnlicher Art, die oftmals durch 
stadträumliche Großstrukturen ‚vereinzelt‘, d.h. von Nachbarstadtteilen abgetrennt sind, wie Rump-
horst, St. Mauritz-Maikottenweg, Gremmendorf-Lütkenbeck, Düesberg, die südliche Aaseestadt, 
Mecklenbeck-Süd, kleinere Siedlungsbereiche zwischen Schloss und Gievenbeck sowie in Uppenberg.  
In stark verkleinertem Maßstab trifft dies auch auf die Altstadt zu, wo die Lage aufgrund kleiner Be-
völkerungszahlen in den kleinen und kleinsten Stadtzellen sehr schwierig einzuordnen ist. Eine Reihe 
von Wohnungen ist in der Vergangenheit Büros und Praxen gewichen, Nachbarschaften wurden aus-
gedünnt bzw. Aufwertungsprozessen ausgesetzt. Große Gebäudestrukturen, universitäre und Ver-
waltungseinrichtungen durchziehen die Stadtmitte. Dennoch ist sie im Vergleich zu anderen Städten 
noch sehr lebendig, sie ist jedoch wegen der starken Spezialisierung vieler Lebensmittelgeschäften (s. 
Karte V, Anhang 1) nur bedingt auf die Nahversorgung ausgelegt. 
Weiterhin stellt sich in den städtebaulichen Strukturen der ‚Reißbrett‘-Stadtteile der 1960er und 70er 
Jahre die Aufgabe, die Angebotsstrukturen nachzubessern. Dies sind Coerde, Berg Fidel, Aaseestadt 
und Kinderhaus, welche zu guten Teilen mit ihrer Bewohnerschaft gealtert sind. Hierbei geht es um 
die Versorgungsstrukturen und das Angebot an zeitgemäßem Wohnraum mit Service-Leistungen, 
aber auch das Thema Mobilität und Qualität/Sicherheit der öffentlichen Räume bei nicht barriere-
freien und undurchsichtigen, veralteten Wegeführungen. Ähnliche Teilbereiche finden sich auch in 
anderen Stadtteilen (z.B. Hiltrup-Ost-Emmerbachtal).  
Die Zeilenbaugebiete der 1950er Jahre zeigen teilweise ähnliche Mängel (z.B. Rumphorst-Flensburger 
Str.). 
Zu betonen ist, dass zwar räumlich differenziert in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel zu 
beobachten sein wird, der die demographischen Strukturen wieder in einem etwas günstigeren Licht 
erscheinen lässt. Dieser wird den zahlreichen Älteren und Unterstützungsbedürftigen in den genann-
ten Gebieten mit den benannten Problematiken das Leben aber nicht zwangsläufig erleichtern. Viel-
mehr ist dies als Chance zu begreifen, das intergenerationelle Zusammenleben und neue Nachbar-
schaften mit geeigneten Konzepten zu stärken.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
93 
Thematische Schwerpunkte  
Die Relevanz des Themenbereichs Teilhabe/Altersarmut wurde betont. Diese Frage stellt sich überall 
in der Stadt, wie Praktiker/innen vor Ort bestätigen, auch im Wohneigentum in den scheinbaren 
Wohlstandsinseln, gerade für alleinstehende Frauen. Dennoch zeigen sich räumliche Problem-
schwerpunkte, die in einer zukünftigen Quartiersentwicklung zu berücksichtigen sind, so die bekann-
ten benachteiligten Stadtteile Kinderhaus, Coerde und Berg Fidel. Es zeigen sich aber kleinräumig 
weitere Handlungsschwerpunkte, so im Bereich Dreizehner Str./Nienkamp, Gasselstiege, Alter Schüt-
zenhof, Südbad und vor allem in Gievenbeck-Nord und -West. Gievenbeck hat eine recht junge Be-
völkerungsstruktur, was nicht überdecken sollte, dass hier in absoluten Zahlen sehr viele Ältere mit 
ihren spezifischen Problemlagen leben, auch im recht jungen Auenviertel.  
Die Altersarmutsproblematiken fallen räumlich oft  zusammen mit erhöhten Anteilen Älterer mit 
Migrationsvorgeschichte, die Zusammenhänge sind bekannt. Zu beachten ist, dass die (Spät-) 
Aussiedler/innen teilweise im höheren Alter nach Deutschland kamen und keine ausreichenden Ren-
tenansprüche erwerben konnten.  
Viele ältere Menschen mit Migrationsvorgeschichte haben besondere Einschränkungen und Bedürf-
nisse; so definiert die interkulturelle Altenarbeit die Altersgrenze für ältere Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte schon bei 50 Jahren91, weil sie aufgrund eines belastenden Lebens ungünstiger 
altern. Das Themenfeld Migration und Alter wird drängender, konnte aber im Rahmen dieser Unter-
suchung noch nicht umfassend erörtert werden: Im Altenhilfesystem tauchen ältere Migranten in 
Münster derzeit noch kaum auf, abgesehen von der Beantragung von Pflegegeld und anderen finan-
ziellen Hilfen. Hier sind andere Zugänge zu suchen, primär über die ethnischen Communities, auch 
um zunächst die Datenlage zu verbessern.  
Ein geeigneter Zugang zu den beiden zuvor genannten Themen bzw. betroffenen Gruppen wäre das 
Thema Gesundheit, Ernährung und Bewegung als Handlungsschwerpunkt in den entsprechenden 
Gebieten. Prinzipiell kann festgehalten werden, dass sowohl das Thema Armut als auch Migration 
und Alter mit gesundheitlichen Risiken in Zusammenhang stehen. Gerade Ernährung und gemeinsa-
mes Essen haben das Potenzial, auch interkulturelle Brücken zu bauen. Auch niedrigschwellige Be-
wegungsangebote bieten gute Chancen. In der Konkretisierung des Masterplans sollte eine Erhebung 
von Potenzialen (stadtteilbezogene Bewegungsangebote, gemeinsam mit SSB
92) und sozialräumli-
chen Gesundheitsproblematiken (z.B. Sucht im Alter) erfolgen. 
  
                                                           
91 vgl. Diskussion Praxiswerkstatt Brückenbauen: Migrantinnen und Migranten im Quartier, Veranstaltung des Landesbüros 
Altengerechte Quartiere.NRW am 15.04.2016 in Gelsenkirchen. 
92 Die intensive Kooperation mit dem Projekt Bewegt älter werden/Bewegt gesund bleiben des Stadtsportbundes wird fort-
geführt, die Sportstätten-/Angebotserhebung lag bei Redaktionsschluss noch nicht vollständig vor.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
94 
5.5 Zwischenfazit I I: Ansätze der Quartiersentwicklung zur Versorgungssiche r-
heit bei Pflege - und Unterstützungsbedarf in Münster  
Die Untersuchung hat auch gezeigt, dass es in Münster recht viele Ansatzpunkte und gute Projekte 
mit (potenziellem) kleinräumigem Quartiersbezug gibt, die Ausgangspunkt oder wichtige Bausteine 
altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung werden können93. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit 
hier folgende Beispiele: 
Die Quartiersstützpunkte des Ambulante Dienste e.V.  
Die Quartiersstützpunkte verknüpfen in richtungsweisender Art Angebote von Begegnung und Bera-
tung im Nahraum Unterstützungsbedürftiger mit ambulanten Leistungen, die es ihnen ermöglichen, 
selbstbestimmt zu leben. Inzwischen gibt es drei Stützpunkte in Gievenbeck-West, im Bereich 
Schlachthof/Gartenstraße und neu an der Hammer Str./Alter Schützenhof. Hier wurde die Zusam-
menarbeit mit der Wohn+Stadtbau noch ausgebaut und auf Service-Wohnungen und eine Hausge-
meinschaft erweitert, die den Quartiersstützpunkt als Gemeinschaftsraum mitnutzen kann. Die Ein-
richtungen sind als Ankerpunkt für eine Quartiersentwicklung im Umfeld gut geeignet, einen „Pflege-
kern“ im Sinne der niederländischen Konzepte mit tatsächlicher Versorgungssicherheit in einem Um-
feldradius von mindestens 500 m zu gewährleisten (s. auch Kap. 4 und Karte IV, Anh. 1).  
Hausgemeinschaften Nienberge  
Die Hausgemeinschaften Nienberge der Caritas CBM im Außenstadtteil Nienberge beinhalten eben-
falls Elemente von Begegnung und Beratung sowie von Wohnen und Pflege. Auch wenn das Konzept 
etwas anders angelegt ist, übernimmt die Einrichtung Funktionen für das Umfeld und wurde daher in 
der entsprechenden Kartendarstellung als Quartiersstützpunkt ausgewiesen. Dazu gehören ein 
Nachbarschaftstreff mit offenem Mittagstisch, eine Demenzgruppe sowie Beratung und Informati-
onsangebote zu Pflege und Alter. Kern des Projektes sind zwei Demenz-Gruppenwohnungen für je 
sieben Bewohner/innen mit eigenen, großzügigen Appartments. Auch einige Service-Wohnungen für 
Ältere mit geringerem Unterstützungsbedarf gehören zu der Anlage. Das Projekt ist verknüpft mit 
ehrenamtlichen Unterstützungsstrukturen im Stadtteil und liegt im Stadtteilzentrum. 
Mehrgenerationenhaus  und Mütterzentrum MuM , Gievenbeck  
Wie aufgezeigt wurde, hat Gievenbeck eine vergleichsweise junge oder ausgewogene Altersstruktur. 
Dennoch leben hier sehr viele Ältere, zudem relativ viele Menschen mit Migrationsvorgeschichte. Das 
Angebot des MuM richtet sich vor allem an junge Eltern, prinzipiell jedoch an alle Generationen. 
Mehrere Mitarbeiterinnen haben eine Qualifikation in der intergenerativen Arbeit erworben. Wichti-
ge Elemente im Sinne einer altengerechten Quartiersentwicklung sind ein täglich geöffnetes Stadt-
teilcafé, eine wöchentliche Seniorenberatung, ein Großeltern-Kind-Angebot sowie ein Angebot für 
die Gruppe 50+. Einmal im Monat findet ein Mehrgenerationencafé statt. Es gibt eine Kooperation 
mit dem Quartiersstützpunkt Gievenbeck. Das Angebot könnte ein Anker einer stärker altersüber-
greifenden, generationengerechten Quartiersentwicklung werden. 
 
                                                           
93 Eine systematische Untersuchung aller Pflegeeinrichtungen, ob sie eine solche Rolle für ihr Umfeld übernehmen können, 
erfolgte jedoch nicht.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
95 
Cohaus -Vendt -Stift , A ltstadt  
Exemplarisch für die vollstationären Einrichtungen umfassender Pflege soll die Initiative des Cohaus-
Vendt-Stiftes in der südlichen Altstadt vorgestellt werden. Im Zuge einer baulichen Umgestaltung 
und Erweiterung wurde ein Café mit Beratungsbüro für das Quartier angegliedert, um die Angebote 
des Hauses nach außen zu öffnen. Auch ein offener Mittagstisch und Serviceleistungen für die Nach-
barschaft werden angeboten. Die beabsichtigte altengerechte Quartiersentwicklung für das Umfeld 
wird konzeptionell sorgfältig vorbereitet. Man kooperiert mit der benachbarten Altenbegegnungs-
stätte Hansahof und weiteren Akteuren im Umfeld.  
Starke Quartiersidentitäten und lebendige Nachbarschaften  
Eine wesentliche Komponente der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung stellen das frei-
willige Engagement der Bürgerinnen und Bürger und das Mitwirken der relevanten Akteure in den 
Quartieren dar. Es ist denkbar oder vielmehr erwünscht, dass eine Quartiersentwicklung zur Versor-
gungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf auch aus dem Quartier heraus, 
sozusagen ‚von unten‘ angestoßen wird. Gute Voraussetzungen gibt es, wenn eine starke Identifika-
tion mit dem Viertel besteht und in Kooperationsstrukturen gepflegt wird. In der Regel wird die Ent-
wicklung des eigenen Quartiers hier kritisch begleitet, z.B. Aufwertungsprozesse oder Veränderungen 
in der Einzelhandelslandschaft ebenso wie städtische Planungen. Besondere Angebote und Veran-
staltungen im Jahreskalender werden aus dem Quartier heraus organisiert.  
Als Beispiele hierfür können das innenstadtnahe Quartier zwischen Warendorfer Str. (bzw. Stau-
fenstr.), Wolbecker Str. und Ring mit dem jährlichen, ungewöhnlichen 4tel-Fest gelten, das aktuell im 
Treffpunkt neben*an ein neues Initiativen-Zentrum gefunden hat. Das Viertel um die Hammer Str. 
hat mit dem Südviertelbüro seit fast 20 Jahren einen sozialen und organisatorischen Mittelpunkt, an 
dem auch Träger der Wohlfahrtspflege beteiligt sind. Sozio-kulturelle Zentren und dezentrale Bil-
dungsstätten wie das Haus der Familie, die Ev. Familien-Bildungsstätte FaBi, das Anna-Krückmann-
Haus, der SKA-Treff, das Bennohaus, die Alte Apotheke und weitere mit ihrem jeweiligen Akteursum-
feld und ihren Netzwerken (wie dem Arbeitskreis Ostviertel) haben ebenfalls sehr gute Vorausset-
zungen, ihre Angebote im Kontext altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung einzubringen und 
ggf. etwas neu zu fassen.  
Auch und gerade in den Außenstadtteilen, die gewachsene Identitäten und Nachbarschaften sowie 
oft ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement aufweisen, bestehen gute Voraussetzungen. 
Ein herausragendes Beispiel ist die Stadtteiloffensive Hiltrup e.V., die den Infopunkt-Hiltrup als An-
laufstelle für die Bürgerschaft und den neu entwickelten Kulturbahnhof als sozio-kulturelles Zentrum 
mit Identifikationspotenzial betreibt.  
Die Vielzahl der kleineren Initiativen und informellen Zusammenschlüsse in den Stadtteilen, z.B. an-
gegliedert an die Kirchengemeinden oder in den Von-Mensch-zu-Mensch-Gruppen, vor allem aber 
das Maß der Identifikation mit Stadtteilen und Nachbarschaften konnte nicht systematisch erfasst 
werden. Gerade die Zuwanderung und Integration Geflüchteter in den letzten zwei Jahren hat aber 
das hohe Maß an Organisationsfähigkeit und Engagementbereitschaft sowie funktionierende lokale 
Gemeinschaften in vielen Teilen Münsters belegt. Auch hier ergeben sich Anknüpfungspunkte für 
Initiativen der Quartiersentwicklung mit Blick auf Versorgungsicherheit und mehr Lebensqualität für 
alle Bewohnerinnen und Bewohner.

5 Bestandsaufnahme für Münster 
96 
Insgesamt lässt sich festhalten, dass in Münster in den großenteils großstädtisch geprägten Struktu-
ren bzw. geeigneten Zentrenstrukturen in den Stadtbezirken keine gravierenden Versorgungslücken 
zu finden sind, wie etwa in peripher gelegenen ländlichen Regionen der Fall. Gleichwohl führen auch 
hier gesamtgesellschaftliche und demographische Veränderungen zur Erosion lokaler sozialer Netz-
werke und Tendenzen der Vereinsamung, insbesondere im Alter. Deutliche Handlungsbedarfe gerade 
auch zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in ihrem Wohnumfeld bleiben. 
Der Blick richtet sich damit auf die Möglichkeiten und Potenziale, diese Entwicklungen mit neuen, 
kleinteiligen Ansätzen einer altengerechten, inklusiven Quartiersperspektive aufzufangen, die in 
Münster besonders gut erscheinen. Impulse hierzu sollten primär aus den Quartieren kommen.

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
97 
6 Empfehlungen  zum Vorgehen in den Quartieren  
Wie zuvor dargestellt, konzentriert sich dieser Masterplan im Wesentlichen darauf, ein Prozessdesign 
für das weitere Vorgehen zu entwickeln. Das folgende Kapitel bezieht sich dabei auf die Quartiers-
ebene konkret in Münster94. 
6.1 Ein Quartier ‚aufschließ en‘ und Partner gewinnen  
Gesetzt den Fall, dass eine altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung nicht durch eine vor Ort 
ansässige Initiative selbst gestartet wird, ist die Quartiersentwicklerin/der Quartiersentwickler übli-
cherweise ein/e Neue/r im Viertel. Daher muss es zunächst darum gehen, die Gegebenheiten kennen 
zu lernen und sich behutsam vertraut und bekannt zu machen, denn es gibt keine ‚zweite Chance für 
einen ersten Eindruck‘. Es entspricht auch nicht dem Wesen der Quartiersentwicklung, etwas von 
außen in das Quartier hinein zu transportieren, vielmehr gilt es, mit den Menschen vor Ort einen 
Prozess in Gang zu bringen und zu halten. 
Bestandsaufnahme /Quartiersanalyse  
Am Anfang sollte eine fachliche Bestandsaufnahme der Situation vor Ort hinsichtlich der objektivier- 
und vergleichbaren Parameter des Quartiers stehen95, die zunächst im Hintergrund erfolgen kann. 
Erste Hinweise geben die Stadtteilsteckbriefe sowie zu spezielleren Fragen, zum Beispiel zur Wohn-
dauer der Bewohner/innen, die Veröffentlichungsreihe ‚SMS – Statistik für Münsters Stadtteile‘ des 
Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung96; weitere Daten können über die An-
sprechpartner/innen in der Verwaltung dort angefragt werden. Die Zusammenstellung von Daten ist 
jedoch kein Selbstzweck; oft reichen wenige Indikatoren, die schon die Situation eines Quartiers im 
gesamtstädtischen Kontext beschreiben können. Auch die Bestandsaufnahme in diesem Masterplan 
(vgl. Kap. 5) gibt Hinweise. Empfohlen wird, folgende Aspekte übersichtlich und in ihrer räumlichen 
Lage zusammenzustellen bzw. zu kartieren: 
• sozio-demografische Grunddaten und Prognosen möglichst kleinräumig, 
• Wohn- und Pflegeangebote (Wohnungsbaugesellschaften, private Vermieter, Pflegedienste), 
• die vorhandenen sozialen Angebote im Viertel (also wiederkehrende Veranstaltun-
gen/Beratungstermine etc. mit zeitlicher Verfügbarkeit und deren Orte) für die Zielgruppen 
der Quartiersentwicklung, 
• weitere Versorgungsangebote wie allgemeine oder zielgruppenspezifische Gewerbe- und 
Dienstleistungsangebote (wie Supermärkte, Sanitätshaus), 
• Mobilitätsangebote, 
• Freizeitangebote, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, 
• Besonderheiten (wie stadtweite/regionale Einrichtungen) und Geschichte des Gebietes (hier-
zu sollten auch Medienberichte und z.B. ‚Heimatliteratur‘ herangezogen werden) 
• sowie die wesentlichen Akteure der lokalen Gemeinschaft wie die Anbieter der Angebote, 
Vereine etc. 
                                                           
94 Die Empfehlungen stützen sich dabei vor allem auch auf die praktischen Erfahrungen der Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost 
95 In dieser Phase wird üblicherweise  auch festgelegt, für welches Quartiersgebiet die Quartiersentwicklung Verantwortung 
übernehmen soll, daher wird diese Abgrenzung hier nicht mehr thematisiert. 
96 Beides zu finden unter: http://www.stadt-muenster.de/stadtentwicklung/zahlen-daten-fakten.html

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
98 
Auch Angebote in der Umgebung des Viertels sollten bei sichtbarer Bedeutung miteinbezogen wer-
den. Es ist ferner empfehlenswert, das mittels Daten zusammengesetzte Bild des Viertels frühzeitig 
durch eigene Beobachtung vor Ort sowie durch mündliche Informationen Dritter (Bewohner/innen, 
Gewerbetreibende/Dienstleister vor Ort, Experten/innen) zu ergänzen. 
Dies kann nur ein – wenngleich wichtiger – Grundstock für die weitere Arbeit sein. Denn gerade die 
Versorgungssituation ist nur so gut, wie sie von der Bevölkerung wahrgenommen wird. Hier spielt bei 
langjährigen Bewohner/innen das Bild der Vergangenheit mit hinein. Auch, ob Angebote passgenau 
sind, gilt es zu überprüfen. Weitere Aspekte wie die Qualität und Nutzbarkeit öffentlicher Räume 
können folgen. Dies kann nur mit den Menschen geschehen, und mit den geeigneten Methoden (vgl. 
Kap. 7). Die Bestandsaufnahme oder Quartiersanalyse sollte also rasch geöffnet und beteiligungsori-
entiert mit Bewohner/innen und Akteuren gemeinsam fortgeführt werden. 
Offenheit als Haltung  – Akteure mitnehmen  
Es ist der Anspruch – und das große Potenzial einer kleinräumigen und offenen Vorgehensweise – in 
der altengerechten und inklusiven Quartiersentwicklung möglichst alle Akteure und Gruppen mitzu-
nehmen. Das sollte auch diejenigen einschließen, die nicht von anderen genannt werden, weil es 
wenig Kontaktpunkte gibt, also z.B. Migrantengruppen und kleinere Religionsgemeinschaften oder 
Wohngruppen von Menschen beispielsweise mit psychischen Erkrankungen. Hier ist es besondere 
Aufgabe der Quartiersentwicklung, den Blick zu weiten.  
Die skizzierte Frühphase dient der Informationsanreicherung, der Orientierung und auch der Ein-
schätzung der Akteursbeziehungen im Quartier – wie in Organisationen oder Räumen anderer Maß-
stabsebenen gibt es vermutlich vereinzelt Wettbewerb und Konfliktlinien, auf jeden Fall aber eine 
spezifische Kultur des Miteinanders. Es ist vermutlich für viele Beteiligte neu, die Ebene Quartier zum 
Thema zu machen. Auch die oder der Quartiersentwickler/in weiß noch nicht, wie weit der Prozess 
tragen und in welche Richtung er gehen wird. Im Deutlichmachen der Möglichkeiten liegen Chancen, 
die Akteure zusammenzubinden. 
Obwohl Quartiersentwicklung grundlegend auf die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger abzielt, 
wird in dieser Phase zunächst davon abgesehen, die breite Öffentlichkeit einzubinden bzw. über die 
Medien an sie heranzutreten. Die ersten Schritte setzen darauf, Multiplikatoren und Akteure im in-
tensiven Austausch für die Idee der Quartiersentwicklung zu gewinnen und diese Idee durch sie zu 
verbreiten. 
Quartiersarbeit ist vor allem auch Netzwerkarbeit. In der Frühphase gilt es, Bedenken auszuräumen, 
dass Quartiersentwicklung Fremdbestimmung in den Nahraum der Bewohner/innen und Akteure 
bringt. Daher wird auch nicht mehr primär von Quartiersmanagement gesprochen. Ein Quartier ‚von 
oben‘ umzugestalten, wäre schon mit den Ressourcen, die die Quartiersentwicklung normalerweise 
mitbringt, nicht zu leisten. Umfassende Intervention von außen und von oben kann den Anforderun-
gen an Beteiligung der Bevölkerung nicht entsprechen.  
Vielmehr soll es darum gehen, die Potenziale und bestehenden Ansätze in Münsters Quartieren zu 
bündeln, Verbesserungsbedarfe gemeinsam herauszuarbeiten und anzugehen. Dazu braucht es die 
Bewohner/innen und starke Partner/innen vor Ort. Es wird empfohlen, die ersten Erkenntnisse aus 
der Quartiersanalyse mit Schlüsselpersonen im Quartier zu diskutieren und auf diesem Wege sowohl 
weitere Hinweise als auch die Akteure für den Prozess zu gewinnen. Unter Schlüsselpersonen sind

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
99 
diejenigen Akteure und Multiplikatoren zusammenzufassen, die nicht nur für sich selbst sprechen, 
sondern eine Organisation oder Gruppe vertreten, als freiwillig Engagierte oder professionelle Kräfte. 
Auch exponierte Einzelpersonen wie ein/e Lokalhistoriker/in, (ehemalige) Funktionsträger/innen 
oder Prominente aus dem Quartier können dazu gehören. 
Interviews mit Schlüsselpersonen  
Dies sollte in problemzentrierten, teilstandardisierten Interviews geschehen. Dazu wird aus den ers-
ten Erkenntnissen der Bestandsaufnahme ein Leitfaden entwickelt, der Interviewer/in und Interview-
te durch das Gespräch führt97. Wichtig erscheint, das Gespräch sehr offen zu beginnen, um noch 
neue Informationen zu gewinnen, und die Interviewten langsam zu den konkreteren Fragestellungen 
zu führen. In Münster Hiltrup-Ost hat sich im Gesprächsaufbau der Dreiklang ‚Gestern-Heute-
Morgen‘ bewährt, also das Gespräch aus einem Rückblick über die Einordnung der gegenwärtigen 
Situation hin zu möglichen Entwicklungsansätzen zu führen.  
Ein großzügig angelegtes Gespräch gibt dem Formulieren und Nachdenken über oftmals langjährige 
Erfahrungen Raum und schafft so auch für die Interviewten einen teils überraschenden Mehrwert. 
Oft haben die Akteure zu den ausgemachten ‚ Problemen’ schon ein ‚Man müsste mal…‘ im Hinter-
kopf, das für die Quartiersentwicklung in einem ersten Ideenpool münden kann. Das Gespräch, und 
gerade die Urheberschaft von guten Ideen, sind in angemessener Weise zu dokumentieren.  
Gruppeninterviews mit Schlüsselpersonen  
Personen, die mit klar umrissenem professionellem Auftrag und eher seit kürzerer Zeit im Quartier 
sind, bzw. die auch eher gewohnt sind, öffentlich zu sprechen als z.B. ein Einzelhändler oder eine 
Apothekerin, können in Gruppeninterviews zusammengeführt werden. Dies bietet sich umso mehr 
an, wenn sie einen ähnlichen fachlichen Hintergrund aufweisen, öfter im beruflichen Kontakt stehen, 
z.B. in den Arbeitskreisen ‚Älter werden in…‘ und klare Positionen zueinander haben. Hierdurch ent-
steht ein Mehrwert der Interaktion, den Einzelinterviews nicht bieten und der schon bestehende 
Netzwerke vertiefen kann. Diese Dynamik kann auch Einzelne, die gegenüber dem neuen Akteur 
Quartiersentwickler/in noch zurückhaltender sind, mitnehmen.  
In beiden Formen erscheint es wichtig, den Kreis der (potenziellen) Interviewpartner/innen nach 
Beginn der ersten Gespräche eine Zeit lang offen zu halten. Es wird empfohlen, sich von den Inter-
viewten im Schneeballprinzip weitere mögliche Gesprächspartner/innen vorschlagen zu lassen. Oft-
mals geschieht das von selbst („Zu dem Punkt könnte Frau XY Ihnen mehr erzählen…“), oder weitere 
Akteure melden sich teilweise selbst. 
Stadtbezirkspolitik und Verwaltung  
Wie zuvor aufgezeigt, ist es das Wesen eines Quartiers, dass es sich üblicherweise nicht in gängigen 
Gebietsgrenzen abbilden lässt. Es ist normalerweise kleiner als ein Stadtteil. In der Stadt Münster 
werden die lokalen Angelegenheiten durch die Bezirksvertretungen entschieden – oft konsensual –, 
Bezirksbürgermeister/innen und ihre Stellvertreter/innen repräsentieren sie. Zu jedem der sechs 
                                                           
97 Diese Methode der empirischen Sozialforschung ist sehr gängig und gut dokumentiert, z.B. bei Reuber, P./Pfaffenbach, C. 
2005, S. 129ff.

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
100 
Stadtbezirke gehören mehrere Stadtteile – nicht jeder Stadtteil muss Vertreter/innen in seine Be-
zirksvertretung entsenden.  
Für den Erfolg eines Quartiersentwicklungsprozesses ist es sehr wichtig, geeignete Wege zur An- und 
Einbindung der lokalen Politik zu finden. Die politisch engagierten Menschen aus Münsters Stadttei-
len kennen diese oftmals langjährig und sehr gut, sie tragen relevante Themen und Projektideen an 
Rat und Verwaltung heran. Es ist wichtig, dass ein Quartiersprozess von dem politischen Willen im 
Stadtbezirk mitgetragen wird und bestimmte Meilensteine seine Anerkennung finden. Eine enge 
fortlaufende Kommunikation zwischen Quartiersentwicklung und Bezirksvertretung ist daher zu emp-
fehlen. 
Des Weiteren wird, schon mit Blick auf die o.g. Zielgruppen, rasch sichtbar, dass auch die altenge-
rechte, inklusive Quartiersentwicklung eine ressortübergreifende Aufgabe ist. Es ist daher unabding-
bar, innerhalb der Stadtverwaltung Kooperationsbereiche zu schaffen, die der Quartiersentwicklung 
zur Verfügung stehen (s. Kap. 8). Eine inklusive, kultursensible und generationengerechte Quartiers-
entwicklung ist notwendig. Gefordert ist damit auch ein neues Entwicklungs- und Planungsverständ-
nis. Eine gute Sozialplanung reicht für soziale Quartiersentwicklung und -management alleine nicht 
mehr aus. Vielmehr bedarf es einer gemeinsamen Sozial-, Wohnungs-, Quartiers- und Stadtplanung. 
Eine kooperative und koordinierte Sozial-, Gesundheits- und generationenübergreifende Planung ist 
mit einer Stadt- und Stadtentwicklungsplanung noch konkreter und verbindlicher abzustimmen. Die 
Einbindung der zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gruppen in die Planungsprozesse sowie die 
Zusammenarbeit mit Einzelhandel, Dienstleistungsunternehmen und Wohnungswirtschaft werden 
künftig weiter auszubauen sowie in den Quartiers- und Netzwerkprozessen vor Ort zu konkretisieren 
sein. 
 
6.2  Kooperationsstrukturen im Quartier  
Für die erste Arbeitsphase der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung ist es relevant, ar-
beitsfähige Kooperationsstrukturen aufzubauen. Nicht überraschend geht es zunächst darum, die 
relevanten Akteure und Schlüsselpersonen ‚an einen Tisch zu holen‘. Die Bereitschaft hierzu wird in 
den Interviews der Startphase abgefragt. 
Dieses Zusammentreffen kann als Konstituierung eines Lenkungskreises betrachtet werden. Die Be-
teiligten kommen hier mit ganz unterschiedlichen Perspektiven zusammen, viele kennen sich noch 
nicht. Dazu gehören professionelle Akteure und Ehrenamtliche, Menschen aus verschiedenen Bran-
chen und Berufsfeldern, solche, die Organisations- oder Gruppeninteressen vertreten, oder andere, 
die eher durch die private Brille blicken. Hieraus entsteht eine eigene Dynamik, die das Quartier ab-
bildet und mit der die Quartiersentwicklung arbeitet.

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
101 
Mit Methoden der Gruppenmoderation lassen sich die vorherrschende Problemwahrnehmung (die 
aus der Bestandsaufnahme und den Interviews bekannt ist) sowie erste Ziele und Projektideen erfas-
sen und hieraus die drängendsten Handlungsfelder und schließlich erste Arbeitspakete ableiten. 
Das weitere Vorgehen, die Etablierung regelmäßiger Zusammenkünfte und weiterer Strukturen, 
hängt entscheidend von der Engagementbereitschaft und Herangehensweise, aber auch den Vorlie-
ben der Beteiligten ab. Das noch wenig erprobte Instrumentarium der altengerechten, inklusiven 
Quartiersentwicklung ist hier offen, im Sinne eines ‚Empowerment‘ liegen seine Aufgaben im Ermög-
lichen selbstverantwortlichen Handelns. Empfohlen wird für einen solchen Lenkungskreis eine Zu-
sammenkunft im Quartalsrhythmus.  
Es ist sinnvoll, nach Interessenlage aus diesem Arbeitskreis heraus Arbeitsgruppen zu bilden, die die 
identifizierten Handlungsfelder verantworten und mit fachlicher Unterstützung durch die Quartiers-
entwicklung bearbeiten. Es kann allerdings keine dauerhafte personelle Trag- oder Funktionsfähigkeit 
dieser ‚zufälligen‘ freiwilligen Arbeitsgruppen gewährleistet werden. Daher ist zu empfehlen, den 
Kreis nicht zu schließen, sondern Vertretungen und Wechsel zuzulassen und rasch eine breitere 
Quartiersöffentlichkeit mit einzubeziehen, bestenfalls kann dies bereits mit ersten kleineren Projek-
ten geschehen. 
Mit dieser Phase der Konstituierung eines Lenkungskreises und weiterer Strukturen sollte eine inten-
sive Öffentlichkeitsarbeit einsetzen, die nicht nur die Nutzung der klassischen Medien, sondern auch 
eigene Medien wie Handzettel im Quartier oder eine Quartierszeitung umfasst, über die die Bewoh-
ner/innen auch mit den Multiplikatoren ins Gespräch kommen können. Natürlich sollte auch die 
Quartiersentwickler/in für sie ansprechbar sein, soweit möglich in einem eigenen Quartiersbüro oder 
mit verlässlichen Sprechzeiten in einer Partner-Einrichtung vor Ort. 
Der konsequente nächste Schritt ist, die Bewohnerschaft im Quartier breit zu beteiligen. Es wurde 
bereits darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, diejenigen einzubeziehen, die zu den gängigen For-
men der Beteiligung keinen Zugang haben, z.B. weil sie noch nie vor vielen Menschen gesprochen 
haben oder inzwischen immobil sind. Hier sind geeignete Formen zu entwickeln, die auch Attraktivi-
tät entfalten, wie z.B. ein Quartiersfest, das Information und öffentliches Diskussionsforum sozusa-
gen ‚huckepack‘ beinhaltet und Quartiersentwicklung und ehrenamtlichen Lenkungskreismitgliedern 
viele informelle ‚Tischgespräche‘ ermöglicht. 
Im Hinblick auf das Thema Evaluation (s. Ziffer 6.5) und auch eine spätere Verstetigung ist darauf 
hinzuarbeiten, mit dem Lenkungskreis, ggf. vertreten durch die Sprecher der Arbeitsgruppen oder 
eine eigene Arbeitsgruppe, Ziele oder programmatische Grundlinien zu entwickeln und festzuhalten. 
Abbildung 24: Konstituierende Sitzung Arbeitskreis Hiltrup-Ost im 
Februar 2016 im Vereinsheim des TUS Hiltrup als Beispiel.  
Quelle: Eigenes Bild, Stadt Münster

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
102 
Dies kann in schwierigen Prozessphasen helfen, festgefahrene Diskussionen auf das Wesentliche 
zurückzuführen. Es ist empfehlenswert, Beteiligungsstruktur und Entwicklungsziele sowie Projektvor-
haben früh in einem Quartiershandlungskonzept festzuhalten. 
Angeregt wird ferner, Einzelheiten und mögliche Varianten der Projektorganisation als Elemente 
eines künftigen Werkzeugkoffers der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung in Münster 
zusammenzustellen und zu entwickeln, z.B. im Rahmen des Arbeitskreises ‚Älter werden in Münsters 
Quartieren‘. 
Ein Beispiel für die formale Organisation altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung gibt folgen-
des Schaubild: 
 
 
 
 
6.4 Rollenverständnis  von Quartiersentwickler/innen  
Quartiersentwickler/innen haben vielfältige Aufgaben: Im Alltag sprechen sie Menschen an, beraten, 
geben Informationen, nehmen Ideen und Vorschläge auf; sie versuchen kleinere Missstände schnell 
zu beheben, sind einfach präsent und haben das Ohr an ihrem Quartier. Sie sind ‚Kümmerer‘ im bes-
ten Sinne, wie dies aus dem Quartiersmanagement bekannt ist. 
Wie angedeutet, ist ihre primäre Aufgabe aber die Prozessmoderation und das Netzwerkcoaching mit 
fachlichem Hintergrund. Des Weiteren bildet die Quartiersentwicklung eine Schnittstelle zu relevan-
ten Akteuren außerhalb des Quartiers und holt bei Bedarf externe Expertise ein, ggf. auch um Rollen-
konflikte zu vermeiden. Ihre Rolle basiert wesentlich auf dem Vertrauen der Akteure und der Be-
wohnerschaft. Sie berät auch Bürgerinnen und Bürger zu persönlichen Fragen des Lebens im Alter im 
Quartier bzw. vermittelt geeignete vertiefende Beratungsmöglichkeiten, z.B. zur Anpassung von 
Wohnraum. 
Damit wird deutlich, dass die Quartiersentwicklung in ihrer Schnittstellenfunktion Interessen von 
innen nach außen, aber ggf. auch von außen nach innen vermitteln muss. Zugleich muss sie eine Viel-
zahl von thematischen und organisatorischen Strängen bündeln und ggf. zwischen widerstreitenden 
Interessen im Quartier vermitteln. 
Abbildung 25: Organisation altengerechte Quartiersentwicklung in Münster-Rumphorst, eigene Erstellung

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
103 
Es ist empfehlenswert, die professionell in den Stadtteilen verorteten Akteure der verschiedenen 
Träger in Altenhilfe und Sozialen Diensten bestmöglich ‚mitzunehmen‘ und die Quartiersentwicklung 
für sie transparent zu machen. Ihr Aufgabenfeld wird sich etwas verändern, und es ist vorzusehen, 
dass sie in der Verstetigungsphase nach und nach auch Aufgaben eines Quartiersmanagements 
übernehmen können. 
Allrounder vs. Unterstützung durch Spezialist/inn/en  
Deshalb ist es angeraten und von Fördergebern häufig vorgesehen, bei fachlichen Herausforderun-
gen und (potenziell) konflikthaften Fragestellungen für bestimmte Teilprojekte eine personelle Un-
terstützung hinzuzuziehen, die kein Eigeninteresse im Quartier hat und ggf. mit einer etwas anderen 
fachlichen Ausrichtung aufwarten kann. Eine Unterstützung bzw. Entlastung durch andere Modera-
tor/inn/en und eine außenstehende Fachberatung kann im Einzelfall sinnvoll sein. Das kann bedeu-
ten, dass für die Planung eines Wohnbauprojektes oder eine Straßenraumumgestaltung eine externe 
Moderation hinzugezogen wird, die große Erfahrung mit dem Herausarbeiten zielgruppenspezifischer 
Bedürfnisse, Bürgerbeteiligung im Baubereich und deren Umsetzung in eine Planung hat. 
Auch ist es anzustreben, im Rahmen des Netzwerkcoachings freiwillig Engagierte weiterzubilden, um 
Workshops und Sitzungen selbst zu moderieren. Dies kann auch eine unabhängige  Willensbildung 
der Bürger/innen stärken. 
Inklusive Beteiligungsstrukturen  
Weiterhin wird es als nötig erachtet, spezifische qualifizierte Beteiligungsangebote für Gruppen an-
zubieten, die besonders einzubinden sind, also z.B. muttersprachliche Workshops mit älteren Mig-
rantinnen und Migranten oder Kleingruppenarbeit mit Menschen mit Behinderung. Hier liegen in der 
Stadt Münster, ihren Gremien und Hochschulen sehr gute Voraussetzungen vor, um mit Fachleuten 
neue Formen zu entwickeln und anzuwenden. Aufgabe der Quartiersentwicklung ist es, diese Ergeb-
nisse in den Prozess einzubringen. 
Sichergestellt sollte sein, dass größere Beteiligungsformate, die breite Bevölkerungskreise anspre-
chen sollen, niedrigschwellig und barrierefrei gestaltet sind, also u.a. räumlich gut zugänglich und in 
möglichst einfacher Sprache. Eine aufsuchende Aktivierung ist sehr sinnvoll. Beteiligung kann auch 
vorab geübt werden, z.B. im vertrauten Seniorenkreis oder in der Nachbarschaft zu einem über-
schaubaren Thema aus dem Alltag98. Hier kann auf die Erfahrungen mit dem Projekt SoPHiA99 in 
Hiltrup zurückgegriffen werden. Im Arbeitskreis „Älter werden in Hiltrup, Amelsbüren und Berg Fidel“ 
wirken nun auch Einrichtungen der Behindertenhilfe mit. 
  
                                                           
98 Vgl. z. B. Stadt Hamburg 2014: „Alles inklusive!“ Leitfaden zur Beteiligung in der integrierten Stadterneuerung. Online 
unter: http://www.hamburg.de/contentblob/4327560/data/leitfaden-rise-beteiligung-pdf-download.pdf  
99 Schäper, Sabine; Dieckmann, Friedrich; Rohleder, Christiane - Forschungsprojekt: SoPHiA, Sozialraumorientierte kommu-
nale Planung von Hilfe-und Unterstützungsarrangements für Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung im 
Alter. Online unter: http://www.katho-nrw.de/muenster/forschung-entwicklung/schaeper-sabine-dieckmann-friedrich-
rohleder-christiane-forschungsprojekt-sophia-sozialraumorientierte-kommunale-planung-von-hilfe-und-
unterstuetzungsarrangements-fuer-menschen-mit-und-ohne-lebensbegleitende-behinderung-im-alter/

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
104 
6.5 Evaluation – Ziele und Rahmenbeding ungen im Blick behalten  
Zur Sicherung und Weiterentwicklung der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung in Müns-
ter ist es von Belang, die Tragfähigkeit der Vorgehensweise und deren Effekte laufend zu reflektieren 
und zu überprüfen. Das bindet allerdings Ressourcen und die Umsetzung ist anspruchsvoll, weil es 
zumeist um Effekte geht, die sich nur bedingt bzw. aufwändig quantifizieren lassen. Im Gegensatz z.B. 
zum Bund-Länder-Programm Soziale Stadt oder energetisch-baulichen Ansätzen der Quartierserneu-
erung ist es schwer, einen ‚Output‘ wie die Zahl der in Arbeit gebrachten Jugendlichen oder der ener-
getisch optimierten Wohneinheiten nachzuweisen. Effekte werden sich zumeist auch erst mittelfris-
tig zeigen; so dient Evaluation auch der Vorbereitung rückblickender Betrachtung nach Projektab-
schluss. 
Aus Ressourcengründen wird vorgeschlagen, eine kompakte, individuelle Selbstevaluation zu konzi-
pieren, die die im Quartier vereinbarten Ziele und in einem Quartiersentwicklungskonzept identifi-
zierten schwerpunktmäßigen Handlungsfelder sowie die Prozessqualität in den Blick nimmt100. So 
kann ein kompaktes Zielsystem mit wenigen Zielindikatoren aufgestellt werden. Dazu kann gehören, 
wie viele Bewohner/innen mit Veranstaltungsangeboten erreicht wurden und ob intergenerationelle 
Vernetzungen entstehen. Zur Prozessqualität gehört allerdings auch, Offenheit für sich auftuende 
Gelegenheiten und Themenfelder zu bewahren. 
Kontextindikatoren beschreiben sozusagen den Hintergrund und die Rahmenbedingungen der Arbeit, 
wie Altersstruktur und Wohnungsbestand des Quartiers. Ihre Dokumentation bzw. regelmäßige Fort-
schreibung kann auf die Bestandsaufnahme (und die entsprechenden Ausführungen dieses Master-
plans) aufsetzen und das Projektumfeld beleuchten. Hierzu kann interne (Stadtverwaltung) oder ex-
terne (wiss. Begleitung, Studierende) Unterstützung zur Konzeption und Durchführung integriert 
werden, etwa für Akteursinterviews.  
Die Evaluation sollte somit darauf abzielen, den Engagierten im Quartier und Akteuren im Umkreis 
der Quartiersentwicklung Entwicklungen aufzuzeigen und Geleistetes zu dokumentieren. Ferner soll-
te Gelegenheit gegeben werden, mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kommunen, primär im 
Netzwerk des Landesbüros Altengerechte Quartiere.NRW, über Evaluationsmöglichkeiten zu beraten. 
Die Evaluationen und Kontextindikatorenberichterstattung der Projekte der altengerechten, inklusi-
ven Quartiersentwicklung in Münster gehören zur Konkretisierung dieses Masterplans. 
 
  
                                                           
100 Zur Entwicklung von Zielsystemen s. ILS NRW (Hg.) (2004): Handbuch  Zielentwicklung und Selbstevaluation in der Sozia-
len Stadt NRW. Reihe ILS NRW 194. Dortmund, S. 13. Online unter: http://www.bezreg-
duesseldorf.nrw.de/planen_bauen/staedtebaufoerderung/service/Soziale_Stadt-
Handbuch_Zielentwicklung_und_Selbstevaluation.pdf

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
105 
6.6 Verstetigung  
Die Laufzeit der geförderten Projekte zur altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung ist relativ 
kurz, sie beträgt in der Regel drei Jahre. Wie auch dieser Masterplan aufzeigt, ist das gesamte Vorge-
hen auf die Stärkung und Schaffung von Netzwerken gerichtet, die sich auf das fragliche Quartier 
beziehen, und auf die Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner und lokaler Akteure für ihr 
Viertel. Ein solches Vorgehen wäre nicht vollständig ohne die Klärung der Frage, wie die erreichten 
Ergebnisse zu erhalten sind, aber auch der weitere Prozess der Quartiersentwicklung dauerhaft zu 
implementieren ist. Dieser Anspruch wird unter dem Begriff ‚Verstetigung‘ geführt. 
Erfahrungen hierzu liegen aufgrund der relativ jungen Vorgeschichte der altengerechten, inklusiven 
Quartiersentwicklung noch nicht vor. Folgendes ist also vorläufig als fachlich begründete Anregung zu 
verstehen: 
Institutionalisierung – Quartiersvereine gründen  
Ein besonderes Gewicht kommt dem dauerhaften Erhalt der wesentlichen Elemente der geschaffe-
nen Beteiligungsstrukturen (s. Kap. 6.4) als tragende Säulen der Verstetigung zu. Hier wird ange-
strebt, frühzeitig im Prozess die Gründung von Quartiers- oder Nachbarschaftsvereinen anzuregen, 
wie sie vielerorts in Deutschland und Europa existieren (s. Kap. 4). Dies muss sorgsam mit den Akteu-
ren und der Bewohnerschaft auf den Weg gebracht werden, und es sollte ein zentraler Vereinszweck 
gefunden werden, wie die Trägerschaft eines Dorfgemeinschaftshauses oder die Ausrichtung wieder-
kehrender Veranstaltungen im Jahreskalender. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass eine Versteti-
gung abseits des formalen Rahmens eine substantiell-inhaltliche Dimension umfasst: Voraussetzun-
gen für eine erfolgreiche Verstetigung sind, dass die Zielrichtung, die Rahmenthemen und die Aufga-
benstellungen altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung konkret und aus der Sicht der han-
delnden Akteure relevant sind bzw. bleiben. Dies kann als essentiell für den dauerhaften Erhalt einer 
solchen bürgerschaftlichen Trägerschaft gelten. Es hilft natürlich, die bestehenden Vereine vor Ort 
und ihre Verantwortlichen mit einzubeziehen. Mitunter kann es einfacher sein, an bestehende bür-
gerschaftliche Organisationen anzudocken, z.B. als eigenständige Abteilung. Dabei muss der Zweck 
ausdrücklich und formalisiert sein. So muss für die Förderung einer Begegnungsstätte eine juristische 
Person als Förderempfänger benannt werden können. 
Bleibende Verantwortung  der Stadt Münster für die Quartiere  
Festzustellen ist, dass es auch nach dem Ende der Prozessphase für eine Verstetigung weiter gehen-
der Aktivitäten seitens der Stadt Münster bedarf. Diese Erkenntnis resultiert aus den Praxiserfahrun-
gen ähnlich gelagerter Programme. So hält eine Broschüre des Landes Nordrhein-Westfalen fest: 
„Gleichzeitig liegt es auf der Hand, Verstetigung nur im Zusammenspiel von Quartiers- und Verwal-
tungsebene realisieren zu können. Den Verwaltungen mit ihren unterschiedlichen Fachressorts kommt 
die zentrale Aufgabe zu, Möglichkeiten der Übernahme von Projekten in die kommunale Regelfinan-
zierung zu prüfen oder Konzepte für ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit zu entwickeln, lokale Ak-
teursstrukturen auch weiterhin vor allem personell zu unterstützen, die Beteiligungsbereitschaft vor 
Ort unter anderem durch die Bereitstellung von Verfügungsfonds aufrechtzuerhalten und generell 
alternative Fördermittel (aus anderen Programmen) […] für die Gebiete zu akquirieren. Ohne diese 
(kontinuierliche) Unterstützung der Verwaltungsebene sind die Akteure und Institutionen vor Ort –

6 Empfehlungen zum Vorgehen in den Quartieren 
106 
unter anderem Quartiersbewohner/innen und ihre Vereine, Mitarbeiter/innen sozialer Einrichtungen 
(Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen, Nachbarschaftszentren), lokale Gewerbetreibende und Unter-
nehmen, Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften, Akteursnetzwerke – nur selten in der Lage, Projekte 
und Strukturen eigenständig aufrechtzuerhalten“101. 
In Münster bestehen gute Erfahrungen mit der Verstetigung im Rahmen der Sozialen Stadt. Mit Ab-
schied der Quartiersentwicklung aus einem Gebiet muss entschieden sein, welche Aufgaben und 
Angebote wie fortgeführt werden. Prinzipiell muss sichergestellt werden, dass die bisherige Anbin-
dung des Quartiers an die Verwaltung und stadtweite Netzwerke durch die Quartiersentwicklung zu 
relevanten Teilen erhalten bleibt. Sie sollte an konkrete Ansprechpersonen der Verwaltung überge-
hen, die auch die stadtweite Ebene der Quartiersentwicklung (vgl. Kap. 8) koordinieren. Auch eine 
Nachevaluation bzw. ein fortlaufendes Monitoring der Kontextindikatoren im ausgelaufenen Projekt-
gebiet sollten von dieser Stelle aus geleistet werden. 
Quartiersmanagement  
Der Part, der nach Ende des Quartiersentwicklungsprozesses im Quartier bleibt, soll primär durch die 
geschaffenen ehrenamtlichen Strukturen getragen werden. Es ist aber auch zu gewährleisten, dass 
die Kümmerer-Funktion und ortsnahe Beratung, die die Quartiersentwicklung aufgebaut hat, zumin-
dest in Teilen weiterhin gegeben ist. Da die Quartiersentwicklung auch beinhaltet, die vorhandenen 
Angebotsstrukturen, z.B. der stadtteilbezogenen sozialen Arbeit, zu sichten und mit den Zielgruppen 
zu justieren und weiterzuentwickeln, bestehen hier Ansatzpunkte: Es ist möglich, geschaffene oder 
vorhandene Gemeinschaftseinrichtungen und Anlaufpunkte als Plattform für ein dauerhaftes Quar-
tiersmanagement102 zu nutzen, das mit fachlicher Expertise den Prozess weiterhin begleitet und neu 
Geschaffenes sichert. 
Konzepte hierzu sind mit den beteiligten Trägern in einer stadtweiten Perspektive zu entwickeln und 
mit den bürgerschaftlichen Organisationen vor Ort angepasst umzusetzen. Zu verweisen ist dabei 
noch einmal auf das Beispiel der Niederlande, wo die Kommune den Bürgervereinen Gemeinwesen-
arbeiter/innen stellt (s. Kap. 4) 
.
                                                           
101 MWEBV NRW (2011): Verstetigung integrierter Quartiersentwicklung in benachteiligten Stadtteilen in Nordrhein-
Westfalen, S. 16. Online unter: https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/mbwsv/verstetigung-
integrierter-quartiersentwicklung-in-benachteiligten-stadtteilen-in-nordrhein-westfalen/891  
102 Quartiersmanagement ist kein feststehender Begriff. Im Sinne dieses Masterplans soll das Quartiersmanagement als eine 
längerfristig angelegte stabilisierende Maßnahme vor Ort ohne größere Interventionen in der Nachfolge von Quartiersent-
wicklung verstanden werden, vgl. auch Kamp-Murböck 2006, S. 49 zu verschiedenen Begriffsinterpretationen.

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
107 
7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren  
Wie zuvor bereits ausgeführt, widerspricht es den Grundideen der altengerechten, inklusiven Quar-
tiersentwicklung, vorgefertigte Konzepte und Lösungen in die Viertel zu tragen. Quartiersentwicklung 
ist, wie verschiedene Quellen betonen, ‚lokale Maßarbeit‘, sie dockt an die Problemwahrnehmung 
der Bewohnerinnen und Bewohner an, um mit ihnen Wege zu finden und das Machbare auszuloten. 
Daher ist es nicht Absicht, an dieser Stelle Standardlösungen und Checklisten zu konzipieren. Gleich-
wohl sollen hier kurz Projekt- und Maßnahmenansätze zusammengestellt werden, die in der frühen 
Phase eines Quartiersprozesses hilfreich sein können, weil sie rasche Erfolge für die Beteiligten brin-
gen und in besonderer Weise helfen, breitere Teile der Bewohnerschaft einzubinden, aber auch die 
Außenwirkung des Prozesses verstärken können. Zudem können sie als Gradmesser der Akzeptanz 
für den Quartiersprozess und als Grundlage der Nachsteuerung dienen. 
Welche Handlungsfelder tatsächlich in einem Quartier aufgeschlossen werden, deutet sich zwar in 
der Vorphase des Projektes an (s. 6.1, s. auch Kap. 5.3), entscheidet sich aber erst vor Ort mit den 
Beteiligten. 
 
7.1 Grunde mpfehlungen – Schwerpunktsetzungen für Quartierstypen 
Die Agenda für eine  altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit für 
Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf wird vor Ort unter Beteiligung der lokalen Bevölke-
rung und Akteure gemacht. Jedoch gibt es jeweils spezifische Anlässe, das Vorhaben aufzunehmen 
und auch unterschiedliche Potenziale. Angelehnt an das Landesprogramm Altengerechte Quartie-
re.NRW wird nicht empfohlen, alle Handlungsfelder abzudecken, sondern mit Blick auf das als not-
wendig Erachtete und Machbare zu agieren. Unter Bezug auf Kapitel 5.4 bedürfen je nach Ausgangs-
lage aber wahrscheinlich folgende Handlungsfelder besonderer Beachtung: 
Außensta dtteile 
Die aufgezeigten Areale mit heute recht ‚alten‘ demographischen Strukturen und schmaleren Infra-
strukturen sind in der Regel durch Einfamilienhausgebiete der 1960er und 70er Jahre geprägt, also 
durch die seinerzeitige Suburbanisierungswelle, die im Zusammenhang mit der wachsenden Pkw-
Verfügbarkeit stand.  
Heute ist daher oft die Sicherstellung der Mobilität angesichts weitläufiger Siedlungsbereiche von 
besonderer Bedeutung. Die Umwelt- und Freiraumqualität ist oft gut, auch wenn Gemeinschaftsflä-
chen teilweise zugunsten privater Gärten vernachlässigt wurden. Bewegungsangebote in der nahen 
Landschaft sind gut machbar. Die Tragfähigkeit und städtebauliche Integrierbarkeit neuer sozialer 
Infrastrukturen, beispielsweise von Begegnungsstätten oder von Einrichtungen der Pflege, ist zu 
prüfen. Die wichtige Stärkung lokaler Gemeinschaften braucht jedoch Anlässe und Orte für 
Zusammenkünfte, die bestenfalls konfessionell neutral und offen gestaltbar sind. Die Nachnutzung 
von Flüchtlingsunterkünften in wenigen Jahren kann geprüft werden. Essentiell sind neue Wohnan-
gebote mit Service-Unterstützung in den Quartiersteilen nahe zu Nahversorgungszentrum und ÖPNV 
sowie flankierende ‚weiche‘ Maßnahmen im Bestand wie Hilfen zum barrierearmen Umbau und bei 
der Bewirtschaftung der Häuser (haushaltsnahe Dienstleistungen). Häufig wird es nahe liegen, die 
Nahversorgung zu stärken, z.B. durch nachbarschaftliche Einkaufsgemeinschaften, ggf. experimentell

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
108 
mit neuen Mitteln wie einem DORV-Laden103. Die lokalen Unternehmen wie Bauernhofläden sollten 
einbezogen werden.  
Stadtteile am Rande des Stadtbezirk s Mitte, ‚Insellagen‘  
Wie aufgezeigt werden konnte, finden sich auch an den dünner besiedelten Rändern des Stadtbezirks 
Mitte Problematiken und Handlungsanlässe für die Quartiersentwicklung, die denen in den Außen-
stadtteilen teilweise ähnlich sind. Unterversorgung gibt es vor allem, wo stadträumliche Großstruktu-
ren wie Verkehrswege oder Gewerbegebiete größere oder kleinere Quartiere von benachbarten 
Stadtbereichen und deren Ausstattung abtrennen. Diese klare Abgrenzung ist aber auch als Chance 
für die Stärkung der raumbezogenen Identität und lokaler Gemeinschaften anzusehen. Die sozialen 
Netzwerke und Akteursstrukturen sind hier zentrales Thema. Die verkehrliche Anbindung nach au-
ßen ist oft gut, kleinräumige Mobilität und Zugänge zum Freiraum teilweise erschwert durch städte-
bauliche Barrieren und unattraktive öffentliche Räume. Die Tragfähigkeit für soziale Infrastrukturen 
und die Nahversorgung im Quartier ist teils schwierig. Hier bedarf es sichtbarer Impulse des Auf-
bruchs, da die Gebiete sich teils als ‚abgehängt‘ betrachten, und maßgeschneiderter lokaler Lösun-
gen. 
‚Reißbrettstadtteile‘  
Dass ‚geplante‘ Stadtteile, die im Kern aus Hochhaussiedlungen der 1960er und 70er Jahre bestehen, 
teils recht junge Altersstrukturen haben, sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass viele Ältere hier 
leben und oft seit langer Zeit verwurzelt sind. Es bieten sich gute Möglichkeiten, sie – unter Beach-
tung ihrer finanziellen Möglichkeiten – im Quartier mit adäquaterem Wohnraum zu versorgen, z.B. 
durch Nachverdichtung oder Ersatzneubau. Die aktuelle Errichtung seniorengerechter Wohnungen in 
Kinderhaus-Brüningheide kann so gesehen als vorbildhaft gelten. Der Sammelbesitz durch wenige 
Wohnungsgesellschaften als zentrale Akteure kann eine Chance sein, wenn sie über das reine Woh-
nungsangebot hinaus auch an Gemeinschaftsaspekten mitwirken wollen. Die unflexiblen, fast rein 
auf das Wohnen ausgelegten, städtebaulichen Strukturen erleichtern allerdings nicht die Integration 
sozialer Infrastrukturen und die Erneuerung adäquater Nahversorgung. Sie ermöglichen teils auch 
keine barrierefreie Mobilität im Quartier. Die periphere Lage erfordert eine gute Anbindung und 
Binnenversorgung durch den ÖPNV. Die hohe Bevölkerungsdichte erleichtert die Quartiersentwick-
lung, dabei sind Aspekte von Altersarmut und Teilhabe sowie interkulturelle Ansätze zu beachten. 
‚Lebendige Innenstadtquartiere‘  
Die Quartiere um den Innenstadtring im Norden, Osten und Süden des Promenadenrings bieten in 
ihrer Ausstattung mit Nahversorgungs-, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie verkehrlichen und 
sozialen Infrastrukturen beste Voraussetzungen für ein Leben im Alter und bei Unterstützungsbedarf. 
Die Handlungsnotwendigkeiten werden dementsprechend hier weitaus geringer eingeschätzt. Jedoch 
ergibt sich hieraus eine hohe Dynamik im Wohnungsmarkt mit Ersatzneubauten und aufwändigen 
Sanierungen im Bestand. Primäres Anliegen muss es hier sein, die Älteren als berechtigte ange-
stammte Bewohnergruppe wahrzunehmen und ihnen den Verbleib in ihrem Quartier zu ermögli-
chen. Intergenerative Angebote sollten ausgebaut werden. 
                                                           
103 Vgl. DORV-Zentrum GmbH: Konzept / Idee „Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung“. Online unter: 
http://www.dorv.de/konzept---idee/index.php

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
109 
Altstadtquartiere  
Die Altstadt hat ihre Wohnfunktion in der Vergangenheit weitgehend eingebüßt; die Wohnquartiere 
sind verinselt. Sie sind heute hauptsächlich durch verbliebene Ältere geprägt sowie mutmaßlich  Stu-
dierende mit geringen Ansprüchen (bei hoher Fluktuation), die die Lage zu den Hochschuleinrichtun-
gen schätzen. Der Wohngebäudebestand ist zu Teilen veraltet und nicht altengerecht. Die Bereiche 
Kultur und Bildung sind auf sehr hohem Niveau besetzt. Es gibt zeitgemäße Einrichtungen der Pflege, 
die in ihr Umfeld ausstrahlen sowie, zum Beispiel mit dem Hansahof, Stätten für Begegnung und 
Beratung. Für den täglichen Bedarf  geeignete Einrichtungen der Nahversorgung gibt es, abgesehen 
von Bäckereien, nur vereinzelt und im höheren Preissegment; der letzte Lebensmitteldiscounter hat 
kürzlich geschlossen. Die Akteure, z.B. des Einzelhandels, nehmen zumeist eine gesamtstädtische 
Perspektive ein. Am Promenadenring zeigen sich Aufwertungsprozesse des Wohnens, die sich ange-
sichts der Bodenpreise im Geschäftszentrum fortsetzen dürften. Es kann als grundlegende Fragestel-
lung angesehen werden, ob im Nutzungsmix der Innenstadt die Wohnfunktion für breite Schichten 
erhalten werden soll.  
 
7.2 Projektempfehlungen für verschiedene Handlungsfelde r 
Der Masterplan Altengerechte Quartiere.NRW sieht vier Handlungsfelder vor, die einen Querschnitt-
scharakter aufweisen, sie tragen den zahlreichen Querbezügen in der Quartiersentwicklung Rech-
nung. Um eine größere Differenzierung für die Arbeit vor Ort zu erreichen, sollen an dieser Stelle 
zusätzlich die bereits in Tabelle 1 dargestellten, umfassenderen Handlungsfelder für Münster heran-
gezogen werden: 
 
Tabelle 7: Sachliche Handlungsfelder für Maßnahmen in der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung. Quelle: Tabelle 1 
Pflege, Assistenz,  
Notfallvorsorge 
Soziale Infrastrukturen;  
Beratung und Unterstützung Gesundheit und Sport 
Lokale Wirtschaft,  
Nahversorgung 
Gemeinschaft, 
Nachbarschaft und Identität Bildung und Kultur 
Wohnen im Bestand,  
Wohnbauentwicklung 
Wohnumfeldgestaltung,  
öffentlicher Raum, Freiraum Mobilität und Verkehr

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
110 
Das Folgende ist als Ideenkoffer zu verstehen für mögliche Maßnahmen in der konkreten Quartiers-
entwicklung. Gerade in der Startphase, wenn mit raschen, gut umsetzbaren ersten Maßnahmen Im-
pulse gesetzt werden sollen, kann dieser Pool hilfreich sein. Er basiert im Wesentlichen auf beste-
henden Projektbeispielen in Münster und Empfehlungen des Landesbüros Altengerechte Quartie-
re.NRW („Modulbaukasten“104). 
 
I. Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, Beratung, Unterstützung  
In Münsters Stadtteilen findet sich im Regelfall ein gutes dezentrales Angebot an sozialer Unterstüt-
zung, z.B. in Form von Beratungsstellen und der stadtteilbezogenen sozialen Arbeit. Die Fachkräfte 
sind zumeist gut miteinander vernetzt und können bei spezifischeren Fragestellungen an andere Ein-
richtungen weiterverweisen. Dies kann aber auch dazu führen, dass Beratungsbegehren aufgescho-
ben oder fallen gelassen werden. Zudem bestehen Hemmschwellen, Unterstützungsbedarfe sichtbar 
zu machen, indem der oder die Einzelne Beratungsstellen aufsucht. Besonders in Siedlungsbereichen 
mit ausgeprägter sozialer Nähe kann weniger Anonymität solche Hürden verstärken. Daher wird es 
als wichtig erachtet, dass eine umfassende Grundberatung zu allen Fragen von Alter und Pflege vor 
Ort als ‚One-Stop-Shop‘ verfügbar ist, in Form einer allgemeinen Quartierssprechstunde (Kap. 7.3). 
Der überschaubare Rahmen des Quartiers ermöglicht, Menschen dauerhaft in ihren Anliegen zu be-
gleiten. 
Begegnung und Beratung zusammendenken – Beispiel  neben*an, Münster  
Idee: 
Es wird als wichtig erachtet, Beratung und Begleitung zu den Bewohner/innen zu bringen. Deshalb 
sollte es, neben aufsuchenden Formen im eigenen Zuhause, Beratungsmöglichkeiten am Rande von 
Seniorentreffs und anderen Veranstaltungen im Quartier geben, wo die Möglichkeit besteht, ‚neben-
bei‘ Fragen an Fachleute zu stellen. Auch der Charakter der Räumlichkeiten spielt dabei eine Rolle: 
Anstatt beispielsweise ein Gemeindebüro aufzusuchen, ist es wichtig, mehr Angebote gerade für 
ältere und Menschen mit Behinderungen in die Mitte der Quartiere zu bringen, die auch zum spon-
tanen Hereinschauen einladen.  
Umsetzung: 
Ein positives Beispiel bildet hier seit 2015 das Angebot des Arbeitskreises ‚Älter werden in Innen-
stadt-Ost/Mauritz‘ im neben*an, Warendorfer Straße Das neben*an ist ein freundlich gestalteter 
Veranstaltungsraum für Initiativen und Gruppen, der zu einem Filmkunstkino mit Café gehört, und 
liegt an der Hauptachse des Quartiers, wo es viel Fuß- und Fahrradverkehr gibt. Die Betreiber bieten 
den Nutzer/innen den Raum auf privatwirtschaftlicher Basis zum Selbstkostenpreis an, seitdem der 
letzte Mieter das Lokal verlassen hatte. Der Arbeitskreis hat das Angebot rasch umgesetzt. Mitt-
wochnachmittags wird hier ein offener Seniorentreff angeboten, bei dem die Beratungsstellen im 
Stadtteil vertreten und ansprechbar sind. Sonntags gibt es zudem noch einen Spieletreff, der von 
einem Mitglied der Seniorenvertretung ehrenamtlich organisiert wird. 
Erfahrungen / Restriktionen: 
Münster kennt auch in den Einzelhandelslagen nur wenig Leerstand; in Neben- und Randlagen ist es 
                                                           
104 Vgl. Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW: Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten. Online unter: 
http://www.aq-nrw.de/modulbaukasten/modulbaukasten.html?&nav_mbk=module

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
111 
derzeit lukrativ, leerstehende Ladenlokale in Wohnungen umzuwidmen. Die geschilderte Situation – 
ein privater Vermieter, der sich als Zentrum für das Quartier und für lokale Initiativen versteht – ist 
ein positiver Einzelfall. Deswegen sollte dennoch die Idee weiterverfolgt werden, in gut frequentierte 
Lagen zu gehen und hierzu kreativ Wege zu suchen, z.B. in gemischten Nutzungen. Es hat sich auch 
herausgestellt, dass sich ein guter Teil der Nutzerinnen und Nutzer die recht preiswerten Selbstbe-
dienungsgetränke nicht leisten möchte. Ein, wenn auch schwacher, kommerzieller Druck darf nicht 
zum Ausschluss führen. 
 
II. Handlungsfeld Gesundheit und Sport  
Gesundheit ist gerade für viele Ältere im Alltagsverständnis die Abwesenheit von Krankheit und wird 
dann, mit dem Eintritt von Alterserkrankungen, als schicksalhaft abnehmend empfunden. Ein zeitge-
mäßes Verständnis definiert Gesundheit als ganzheitliches Wohlbefinden, das sehr wohl erhalt- und 
beeinflussbar ist. Viele heute Ältere haben auch lange Erfahrungen mit Sport, können die gewohnten 
Sportarten aber nicht mehr ausüben. Andere haben noch kaum Berührungen und vielleicht sogar 
Angst, Neues zu lernen oder vor Verletzungen aufgrund mangelnder Beweglichkeit.  
Besonders die hochbetagten Menschen und solche mit Unterstützungsbedarf sind auf eine gut zu-
gängliche und abgestimmte gesundheitliche Versorgung angewiesen. Insbesondere die medizinische 
Grundversorgung (Hausärzte/-innen etc.) muss gut abgestimmt sein mit den Akteuren aus Pflege und 
psychosozialer Unterstützung. Zugleich muss darauf hingewirkt werden, dass die Angebote barriere-
frei gestaltet und auch auf die spezifischen Belange von Menschen mit Behinderung ausgerichtet 
werden. (siehe hierzu auch Aktionsplan „Münster inklusiv“) 
Die noch oft vorhandenen Barrieren für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bei der Inanspruch-
nahme gesundheitlicher Leistungen müssen abgebaut, und die Gesundheitseinrichtungen bei ihrer 
Öffnung hin zu mehr interkultureller Kompetenz gestärkt werden. 
Bei allen diesen Aufgaben spielt eine intensive Vernetzung der Akteure im Quartier eine entschei-
dende Rolle. Neben den professionell Tätigen gehören hierzu auch die örtlichen sozialen Netzwerke, 
Vereine, Communities. Kulturmittlerinnen und -mittler spielen gerade auch bei der gesundheitlichen 
und pflegerischen Versorgung im Quartier eine wesentliche Rolle. 
Bewegt ÄLTER werden im Kreuzviertel  
Idee: 
Nachfragegerecht ausgerichtete Angebote können für Ältere Beweglichkeit und Gesundheit erhalten, 
Risiken wie Stürze mindern und in der Gemeinschaft Spaß machen. Auch der Umgang mit Hilfsmitteln 
will gelernt sein. Gesundheitsprävention kommt eine zentrale Rolle im Erhalt von  Mobilität, Selbst-
bestimmung und Lebensqualität zu. Erfahrungen zeigen, dass abgestufte, wohnungsnahe und nied-
rigschwellige Angebote hier greifen können. 
Umsetzung: 
Das Netzwerkprojekt „Bewegt Älter werden in Münster“ des Stadtsportbundes (s. Kap. 5.2) ist be-
strebt, in den Stadtteilen mit den lokalen Vereinen adäquate Angebote zu schaffen. Der Verein für 
Gesundheitssport und Sporttherapie (VGS e.V.) als Spezialist bietet gerade für Ältere und Menschen 
mit besonderem Unterstützungsbedarf dezentral in verschiedenen Einrichtungen spezielle Kurse an.

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
112 
Im Kreuzviertel wurde dies in ein größeres Projekt eingebunden („Gesünder leben im Alter – ja, ich 
will!“, Diakonie Münster e.V.) und wird heute aus dem Programmbaustein Bewegt älter werden im 
Quartier: Sportvereine im Quartier des LSB weiter geführt105.  
Ein weiterer wichtiger Baustein sind in diesem Zusammenhang die Spaziergangsgruppen unter dem 
Motto ‚Latschen und tratschen‘. Hier handelt es sich um ein besonders niedrigschwelliges Angebot, 
das wöchentlich zu festen Zeiten an einem bestimmten Startpunkt angeboten wird106. Dieses Ange-
bot eignet sich auch sehr gut zur Einbindung von Ehrenamtlichen. Es sollten verschiedene Routenlän-
gen und Geschwindigkeiten berücksichtigt werden. 
Erfahrungen / Restriktionen: 
Das Handlungsfeld Gesundheitsprävention bedarf wohl am ehesten noch eines fachlichen Anstoßes, 
weil aktiver Sport für Ältere oft nicht selbstverständlich ist. Gerade die Spaziergangsgruppen verbin-
den Gemeinschaft und Bewegung sehr gut und unaufdringlich. Wie bei anderen Gemeinschaftsaktivi-
täten ist darauf zu achten, dass Gruppen sich nicht schließen und unter sich bleiben wollen. Ggf. sind 
in regelmäßigen Abständen Neustarts der Angebote erforderlich. Der Stadtsportbund hat eine adä-
quate Unterstützung der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung zugesagt. 
Boule im Quartier 
Idee: 
Aus südlichen Ländern sind Bilder Älterer vertraut, die auf Stadt- oder Dorfplätzen im Schatten gro-
ßer Bäume Boule spielen. Die kleinen Aschenbahnen sind relativ unaufwändig herzustellen. In Müns-
ter gibt es bereits 27 Boule-Anlagen, darunter auch einige, wenige in Wohnquartieren. Hier stehen 
Lebensart und Zusammenkunft im Vordergrund, so dass Hemmschwellen der Teilnahme relativ ge-
ring sind. 
Umsetzung: 
Evtl. findet sich schon ein geeigneter Bodenbelag, ansonsten ist eine schmale Aschen- oder Sandbahn 
                                                           
105 DSS Sportmarketing – Pressemeldung vom 25.02.2016: NRW-Sportvereine machen Quartiere mobil. Online unter: 
www.dssportmarketing.de/?ngt=w7e030a091d12d894314082783046438  
106 S. z. B. VGS e.V. (2015): Bewegt ÄLTER werden in Münster. Das heißt auch: LATSCHEN und TRATSCHEN, […]. Ein neues 
Bewegungsangebot in Mauritz […]. Online unter: www.vgsmuenster.de/documents/LatschenundTratschen2015_001.pdf 
Abbildung 25: Bewegungsangebot Kreuzviertel  
Quelle: VGS Münster e.V. Online unter: 
http://www.vgsmuenster.de/images/Einladung_Offe
ner_Bewegungstreff_Kreuzviertel.jpg

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
113 
herzustellen107. Dies sollte im Herzen des Quartiers, am besten in der Nähe eines Cafés oder Kiosk 
erfolgen, wo auch Boule-Kugeln vorgehalten werden können. Sitzbänke bzw. informelle Sitzgelegen-
heiten auf Mauern, Gabionen o.ä. sollten hergerichtet werden. Die Nähe zu einem Spielplatz bietet 
sich an; das Spiel ist auch für Zuschauer/innen interessant.  
 
Erfahrungen / Restriktionen: 
Asche und Sand sind schwer zu befahren, ein geeigneter Belag und das Vermeiden von Kanten und 
Balken sollten den Zugang mit Rollator und Rollstuhl ermöglichen. Das Feld sollte beschattet sein. 
Das Interesse der Bewohner/innen ist vorab zu prüfen, es könnte in urbaneren Quartieren größer 
sein als in ländlichen.  
 
III. Bildung und Kultur   
Insbesondere das Modellprojekt Wohnquartier❹ betont die Bedeutung von Bildung und Kultur für 
die altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung. Dies hat mehrere Dimensionen: Wohnungsnahe 
Bildungsangebote können zum einen direkt mit Bezug zum reflektierten und vorausschauenden Ge-
stalten des Älterwerdens konzipiert werden, z.B. zum Thema Wohnen im Alter. Zum anderen können 
sie als Stärkung von Gedächtnis, Persönlichkeit und Gemeinschaft betrachtet werden: „Erfahrungen 
aus der Weiterbildungsarbeit der ‚Projektwerkstatt für innovative Seniorenarbeit‘ zeigen, dass neue 
Zugänge zum Lernen über das Interesse an Kunst und Kultur gefunden werden können“108. Auch die 
zielgruppengerechte Fortbildung zur Partizipation in der Quartiersentwicklung kann so eingeordnet 
werden.  
Zu betonen ist der enge Zusammenhang von Kultur und Identität – eine Auseinandersetzung mit der 
eigenen Kultur dient der Selbstvergewisserung und Gemeinschaftsbildung und macht neugierig auf 
                                                           
107 S. Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten – Modul 125 Boule im Quartier. Online unter: 
http://www.aq-nrw.de/index.php?article_id=1744 und Österreichischer Petanque-Verband – Bauanleitung für einen natur-
nahen Bouleplatz. Online unter: http://www.boule.at/upload/Boulebahnen.pdf  
108 WohnQuartier❹ = Die Zukunft altersgerechter Quartiere gestalten. Düsseldorf / Essen 2006, S. 27. Online unter: 
http://www.wohnquartier-4.de/files/wohnquartier4.pdf  
Abbildung 26: Boulespiel. Quelle: Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Münster. 
Quelle: Online unter: http://www.schlaganfall-shg-
muenster.de/content/23_bilder_ boule_turnier_10_06_2006.html

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
114 
mehr. Erfahrungen der letzten Monate und Jahre zeigen, dass Ältere gerne Geflüchteten die eigene 
Kultur und Sprache nahe bringen und auch Interesse an deren Kulturen aufbringen. 
Quartiers singen  
Idee: 
Gemeinsames Singen wird inzwischen von allen Generationen geschätzt und hat bei vielen Jüngeren 
Karaoke in der Popularität überholt. In diesem Jahr findet das „46. Münsteraner Rudelsingen“ statt, 
das auch kommerziell erfolgreich ist, also gegen Eintritt angeboten wird. Aus dem Seniorenbereich ist 
die therapeutische und gemeinschaftsbildende Wirkung des Singens schon länger bekannt.  
Umsetzung: 
Benötigt werden Instrumentalmusiker/innen und eine Sängerin oder ein Sänger, die den Ton vorge-
ben sowie Texte zum Mitsingen. Diese können (möglichst groß) an die Wand projiziert werden, so 
dass das Geschehen auf der Bühne verfolgt werden kann, oder sie werden per Handzettel verteilt. 
Vielleicht bildet sich mit der Zeit ein Repertoire der Veranstaltenden. In Hiltrup-Ost wurde dies im 
April 2016 erstmals erfolgreich durchgeführt. 
Erfahrungen / Restriktionen: 
Für eine intergenerationelle Veranstaltung sollte im Vorfeld ein ausgewogenes Programm zusam-
mengestellt, Musikwünsche von den Bewohner/innen eingeholt und die Veranstaltung breit bewor-
ben werden.  
Quartiersatelier / Quartierswerkstatt  
Idee: 
Kulturell Interessierte finden im Ruhestand die Zeit, einer künstlerischen oder handwerklichen Nei-
gung nachzugehen, müssen aber früher oder später durch Mobilitätseinschränkungen zurückstecken. 
In Mietwohnungsbeständen gerade der Nachkriegszeit ist wenig flexibel nutzbarer Raum, z.B. für 
Hobbykeller und Garagen. Deshalb ist es wichtig, wohnungsnahe Angebote zu machen. In der inklusi-
ven, gemeinschaftsbildenden Kraft von Kunst oder gemeinsamem Arbeiten wird ein großes Potenzial 
gesehen. 
Umsetzung: 
Kunst und Kultur können in einem Quartier, wenn möglich, einen festen Ort bekommen. Wichtig ist 
dabei, lokale Ressourcen mit einzubeziehen, wie eine Ortsbibliothek, historische (Kirchen-)Gebäude 
und lokale Künstler/innen bzw. Bildungseinrichtungen, und mit den Interessen der Bewohner/innen 
geeignet zusammenzubringen. „Mit einem Quartiersatelier sollen gemeinschaftliche künstlerische 
oder kreative Aktivitäten ermöglicht werden. Das Quartiersatelier kann ein Raum innerhalb eines 
Gemeindezentrums sein, in dem z.B. Malkurse und Ausstellungen stattfinden. […] Ausstellungen 
können selbst organisiert und das kulturelle Angebot im Quartier erweitert werden“109. Künstleri-
sches Arbeiten kann zum Beispiel mit demenziell Erkrankten wichtig sein. 
Münster beherbergt zahlreiche kulturelle Angebote, die auch zur Anregung mit qualifizierter Beglei-
tung aufgesucht werden könnten110. Münster ist mit der Fachhochschule auch Gründungsort des 
                                                           
109 Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten – Modul 53 Quartieratelier. Online unter: http://www.aq-
nrw.de/modulbaukasten/modul-53-quartiersatelier/modul-53-quartiersatelier.html  
110 S. z. B. LEBEN MIT BEHINDERUNG HAMBURG SOZIALEINRICHTUNGEN gGmbH – Hamburger Kulturschlüssel. Online unter: 
http://www.lmbhh.de/hks/kulturbegleiter.php

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
115 
Fachverbandes Kunst- und Kulturgeragogik. Hier werden entsprechende Aufbaustudien bzw. Fortbil-
dungen angeboten111. 
Bzgl. einer Quartierswerkstatt müssten das Vorhalten oder das Teilen von Werkzeugen organisiert 
werden. Eventuell spielen auch Sicherheitsfragen eine Rolle. Ggf. lassen sich personelle Überschnei-
dungen mit der Initiative Anti-Rost e.V. realisieren (s. Kap. 5.2). Interessant und hochaktuell sind An-
gebote, im Sinne der Nachhaltigkeit („Reparieren statt Wegwerfen“) bei der Instandsetzung von 
Haushaltskleingeräten zu helfen, sog. Repair-Cafés.  
Erfahrungen / Restriktionen: 
Das Atelier könnte mit einer Quartierswerkstatt kombiniert werden. Das Konzept ‚Keywork - Soziale 
Plastik im Quartier‘ des Modellprojektes Wohnquartier❹ wird beispielhaft in Düsseldorf umge-
setzt112. In Münster gibt es inzwischen zwei regelmäßig angebotene Repair-Cafés113. 
Geschichtswerkstatt / G eschichtspfad  
Idee:  
Münster hat in den letzten Jahrzehnten einen großen Wandel erlebt. Viele Siedlungen und Quartiere 
sind den Älteren, die die ganze Nachkriegsgeschichte und vielleicht die Jahre davor miterlebt haben, 
noch aus der Entstehungszeit bekannt. Dieses Wissen ist für die Quartiersentwicklung von hohem 
Wert und droht, verloren zu gehen. 
Umsetzung: 
Teils haben einzelne Bewohner/innen ein starkes Interesse am Thema und eine private Sammlung 
(Schriftgut, überlieferte Gegenstände) aufgebaut, ggf. kann externer Sachverstand eingebunden 
werden. Eine Arbeitsgruppe zum Thema sollte verschiedene Arbeitsschwerpunkte vergeben und 
muss einen langen Atem haben. „Mit einer kontinuierlichen Begleitung der Presse und Digitalmedien 
kann die Vermittlung von lokalem historischen Wissen zur inneren und äußeren Imagesteigerung 
eines Stadtteils beitragen und die Identifikation der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewoh-
ner mit ihrem Umfeld stärken“
114. Die Einbindung von Schülerinnen und Schülern aus dem Quartier 
im Rahmen eines Schulprojektes bietet sich an. Ein Geschichtspfad kann heute auch virtuell für 
Smartphones ‚errichtet‘ werden. Ggf. können Tafeln mit QR-Codes helfen. Auch eine ‚Schaufenster-
ausstellung‘ in den örtlichen Geschäften (Beispiel Warendorfer Str.) kann ein Ergebnis sein.  
Oder eine historische Quartiersführung kann stattdessen konzipiert werden. Die Vorab-Auswahl der 
genauen Standorte und großformatige Alt/Neu-Photographien sind dabei hilfreich. Ein Aufruf zum 
Auffinden alter Photos und Zeitungsberichte kann die ganze Quartiersbevölkerung einbeziehen. 
Erfahrungen / Restriktionen: 
Tafeln oder Wegweiser im öffentlichen Raum zu konzipieren, zu gestalten und zu errichten ist erfah-
rungsgemäß zeitaufwändig. Wichtig ist hier Teamarbeit. Auch die Verknüpfung mit neuen Medien 
(QR-Codes) ist sinnvoll. 
 
                                                           
111 Vgl. FH Münster/ibkkubia: Kulturarbeit mit Älteren. KulturGeragogik. Online unter: http://www.kulturgeragogik.de  
112 Vgl. KEYWORK e.V. Soziale Plastik im Quartier. Online unter: http://keywork.info  
113 Vgl. Stichting Repair Café: Wegwerfen? Denkste! Online unter: http://repaircafe.org sowie Repair Café Münster: Repair 
Café Wegwerfen? Denkste! Münster – Repair-Cafés. Online unter: https://repaircafe-muenster.de/repair-cafes  
114 Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten – Modul 44 Geschichtspfad. Online unter: http://www.aq-
nrw.de//modulbaukasten/modul-44-geschichtspfad/modul-44-geschichtspfad.html

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
116 
IV. Mobilität und Verkehr  
Mit dem Alter und dem Eintritt von Unterstützungsbedarf geht häufig eine Einschränkung der Mobili-
tät einher, wenn die Nutzung individueller Verkehrsmittel wie Auto und Fahrrad irgendwann nicht 
mehr möglich ist, auch wenn der Trend zum elektrisch unterstützten Fahrrad (Pedelec) dies heute 
etwas hinauszögern kann. Umso wichtiger erscheint ein unterstützendes Umfeld, das gute Möglich-
keiten im Fußverkehr und ÖPNV bietet. 
Barrierefreiheit s-Check im Straßenraum  
Idee: 
In den Stadtteilen gibt es nach wie vor noch Stellen, wo Bordsteine nicht barrierefrei abgesenkt sind 
oder andere Dinge die Mobilität Älterer und Unterstützungsbedürftiger einschränken, z.B. regelmä-
ßig abgestellte Fahrräder.  
Umsetzung: 
Die Stadtverwaltung Münster, hier Sozial- und Tiefbauamt, bietet oft mit Unterstützung aus der 
Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB) an, mit Bewohne-
rinnen und Bewohnern eine Quartiersbegehung zu machen und sich die alltäglichen Erfahrungen in 
Ruhe anzuhören. Im Rahmen der altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung können diese Ein-
schränkungen kurz- bis mittelfristig angegangen werden. 
Einschränkungen/Restriktionen: 
Größere bauliche Veränderungen haben immer einen längeren Vorlauf. Die Wirkung sollte nicht 
überschätzt werden. Mobilität ist aber ein Kernaspekt, der frühzeitig thematisiert werden muss. 
Rollatoren -Training /Verkehrssicherheitstag  
Idee: 
Viele Menschen, die inzwischen einen Rollator benutzen, sind in seiner Benutzung ungeübt, weil sie 
Angst vor eigenen Fehlern oder anderen Schwierigkeiten haben. Ihre Bewegungsfreiheit ist damit 
eingeschränkter als nötig. 
Umsetzung:  
Mit Partnern/innen wie dem Zukunftsnetz Mobilität NRW und dem Projekt „Bewegt älter werden“ 
des Stadtsportbundes kann ein Verkehrssicherheitstag mitten im Quartier organisiert werden. Die 
Einbindung von Schulen und Kindergärten und weitere, z.B. gastronomische Angebote steigern die 
Attraktivität und vermeiden eine Verengung auf Ältere als Zielgruppe. Aufmerksamkeit kann zum 
Beispiel ein bereitgestellter Linienbus zum Üben des Einsteigens mit dem Rollator schaffen. 
Die Quartiersentwicklung kann sich in die Veranstaltung einbinden und z.B. mit einer ‚Meckerecke 
Mobilität‘ über Problemstellen im Quartier (s.o.) ins Gespräch kommen. Dies kann Ausgangspunkt 
eines Mobilitätskonzeptes sein115.  
                                                           
115 S. hierzu Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten –Modul 68: Altersgerechtes Mobilitätskonzept. 
Online unter: http://www.aq-nrw.de/modulbaukasten/modul-68-altersgerechtes-mobilitaetskonzept/modul-68-
altersgerechtes-mobilitaetskonzept.html

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
117 
 
 
Einschränkungen/Restriktionen: 
Die Maßnahme ist punktuell, dient der Sensibilisierung und Aufklärung/Beratung und ist mit ange-
passten Folgemaßnahmen zu ergänzen, z.B. einem Mobilitätsbegleitdienst116. 
 
V. Handlungsfeld Wohnumfeldgestaltung, öffentlicher R aum, Freiraum  
Obwohl die bauliche Umgestaltung nicht der Schwerpunkt einer altengerechten, inklusiven Quartier-
sentwicklung sein muss, ist der öffentliche Raum doch sichtbarer Ausdruck der Lebens- und Wohn-
qualität eines Quartiers. Gerade auf ihn richten sich oft Veränderungswünsche der Bewohner/innen. 
                                                           
116 S. hierzu Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten –Modul 77: Begleitservice für Seniorinnen und 
Senioren. Online unter: http://www.aq-nrw.de/modulbaukasten/modul-77-begleitservice-fuer-seniorinnen-und-
senioren/modul-77-begleitservice-fuer-seniorinnen-und-senioren.html, ergänzend zum Beispiel. Düren: Koordinationsstelle 
Pro Seniorinnen und Senioren im Kreis Düren: seniorTrainerinnen. Online unter: http://www.efi-kreis-dueren.de/be-
dienst.php  
Abbildung 28: Aktionstag Mobilität kennt keinen Ruhestand des 
Zukunftsnetz Mobilität NRW am 29.02.16.  
Quelle: Eigenes Bild 
Abbildung 27: Mögliches Präsent für Bewohnerinnen und Bewohner: 
Warnweste zur besseren Sichtbarkeit im Straßenraum.  
Quelle: Eigener Entwurf und Bild

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
118 
Schon kleine Umgestaltungen, z.B. künstlerische Interventionen mit den Bürgerinnen und Bürgern, 
können seine Wahrnehmung verändern und etwas Aufbruchstimmung erzeugen; auch die erstmalige 
Nutzung öffentlicher Orte für Veranstaltungen. Bauliche Veränderungen benötigen (partizipative) 
Planung und damit Zeit, die es einzukalkulieren gilt. Es gibt Überschneidungen mit den Bereichen 
Gesundheit und Mobilität (s. Barrierefreiheits-Check und Boule-Bahn). 
Sitzrouten  / Die besitzbare Stadt  
Idee: 
Für Menschen mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkungen (oder Erkrankungen, die solche mit 
sich bringen, wie Schwindel) bedeuten die alltäglichen Wege allein im Quartier eine Herausforde-
rung. Projekte mit Betroffenen in diesem Bereich zeigen, dass sie diese Wege dann bewusst planen 
müssen, unter Einbezug von entlastenden ‚Trittsteinen‘ wie Ruhepunkten und geeigneten Sitzgele-
genheiten sowie auch öffentlich zugänglichen, möglichst barrierefreien Toiletten. Ein ungeeignetes 
Umfeld führt zur Meidung und leistet damit Vereinsamung, steigenden Ängsten und weiterem kör-
perlichen Abbau Vorschub. Umgekehrt kann die ‚Reichweite‘ und Lebensqualität Mobilitätseinge-
schränkter mit relativ einfachen Mitteln gesteigert werden.  
Umsetzung: 
Im Zusammenhang einer Bestandsaufnahme zur Barrierefreiheit (s.o.) können auch Quantität und 
Qualität der Sitzbänke im öffentlichen Raum sowie zugängliche Toiletten (überwiegend in Gastrono-
mie und Geschäften) erfasst werden. ‚Sitzrouten‘ bedeutet, dass entlang von Hauptwegen in geeig-
neten Abständen adäquate Sitzgelegenheiten eingerichtet werden. Dies müssen nicht die Hauptver-
kehrsstraßen sein, sondern idealerweise ruhigere Nebenstraßen oder Wege durch Grünanlagen. 
Bänke im öffentlichen Raum können möglicherweise durch Sponsoring realisiert werden. Auch Pri-
vatbesitzer, Geschäfte und Gastronomen können auf eigenem Grund zur Straße hin Ruheangebote 
machen. ‚Besitzbare Stadt‘-Konzepte beziehen flächenhaft ganze (Klein-)Städte in die Betrachtung 
ein
117. Dies erscheint daher auch für Quartiere denkbar. Nebenziel kann die Erfassung öffentlicher 
Sitzgelegenheiten für den KOMM-Stadtplan oder eine neue Datenbank sein. 
                                                           
117 Vgl. z. B. Stadt Griesheim (2006): Online unter: www.griesheim.de/Besitzbare-Stadt.1413.0.html  
Abbildung 29: Hohe Frequenz – Werbung an der öffentli-
chen Toilette der Wall AG, Berlin Alexanderplatz.  
Quelle: Berlin-Online/Patrick Diekmann

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
119 
 
Öffentliche Toiletten sind außerhalb der Innenstädte in Deutschland (im Gegensatz etwa zu Großbri-
tannien) rar. Viele würden diese aus Erfahrung und Hygienebedenken hierzulande nicht nutzen. Kos-
tenpflichtige Angebote schließen Nutzer/innen teilweise aus (auch durch die komplizierte Bedienung 
automatischer Toiletten) und rechnen sich nur bei hoher Frequenz. Daher sind Wege zu finden, vor-
handene Toiletten in Gastronomie und Geschäften auch für Nichtkunden sichtbar zu öffnen. So müs-
sen Passant/inn/en sich nicht als Bittsteller fühlen und sie wissen, dass sie verlässlich willkommen 
sind. Ein Konzept, das dies ermöglicht, ist das Siegel ‚Nette Toilette‘, das als solches allerdings Zu-
schüsse durch die Kommune für die Anbieter zwecks Wartung und Reinigung vorsieht, „über 210 
Städte und Gemeinden bundesweit“ tun dies bereits118 und sparen öffentliche Toiletten ein. 
Erfahrungen / Restriktionen: 
Bauliche Maßnahmen, zumal unter Einbezug privater Akteure, benötigen einen längeren Vorlauf, 
auch da die Ressourcen der beteiligten Verwaltungsstellen begrenzt sind. Es  müssen Sorgen vor un-
sachgemäßem Gebrauch von Bänken, z.B. nachts, ausgeräumt werden; sie sollten nicht in schwer 
einsehbaren Winkeln aufgestellt werden. Ein klares politisches Votum im Stadtbezirk ist hilfreich.  
 
VI. Wohnen im Bestand, Wohnbauentwicklung  
Geeigneter Wohnraum ist für Ältere und Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf der zent-
rale Ausgangspunkt eines selbstbestimmten Lebens. Die Ressourcen der altengerechten, inklusiven 
Quartiersentwicklung lassen es nicht zu, Wohnungsbauprojekte unmittelbar zu realisieren. Es gilt 
aber, die maßgeblichen Akteure für ihre Grundideen zu gewinnen. Dies erscheint möglich, wenn grö-
ßere Bestände in den Händen von Wohnungsbaugesellschaften sind, die sich für eine nachhaltige 
Bewirtschaftung interessieren. So kann ein modellhafter barrierearmer Umbau auch auf weitere 
Eigentümer/innen ausstrahlen. Die ohnehin geplanten Neubauvorhaben sollten möglichst in den 
Quartiersprozess eingebunden werden. Ein zentrales Ziel ist ja, den Bewohner/innen den Verbleib im 
Quartier zu ermöglichen, wenn ihr bisheriger Wohnraum nicht anpassungsfähig ist. Gerade öffentlich 
geförderter Wohnraum ermöglicht auch eine Erweiterung um Gemeinschaftseinrichtungen, die einen 
Zusatznutzen für das gesamte Viertel bringen können. Potentiale bieten Projekte im Bereich neuer 
altengerechter Wohnformen, bei deren Realisierung die Stadt Münster  beratend und unterstützend 
tätig ist. 
Wohnungstauschbörse  - Wohnungskontaktbörse  
Idee: 
Wie zuvor ausgeführt (s. 5.1), sind Ältere oft in ungeeigneten Wohnungen ‚gefangen‘, sei es im Eigen-
tum oder zur Miete. „Eine Umzugs- und Wohnungstauschbörse ermöglicht es den Bewohnerinnen 
und Bewohnern eines Quartiers, innerhalb des Wohnumfeldes umzuziehen und in ihrem vertrauten 
Quartier zu bleiben. Durch das Angebot einer Wohnungsbörse kann innerhalb des Quartiers flexibel 
auf die sich ständig verändernde Nachfrage reagiert werden und ein Ausgleich zwischen verschiede-
nen Altersgruppen ermöglicht werden. Ziel ist es, das passende Wohnungsangebot für die eigenen 
Bedürfnisse zu finden, die Nachbarschaft und auch die Eigentümerinnen und Eigentümer zu vernet-
                                                           
118 STUDIOO GmbH - Nette Toilette. Online unter: http://www.die-nette-toilette.de

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
120 
zen und die Identifikation mit dem Wohnort zu stärken“119. Gegenüber einer reinen Wohnungs-
tauschbörse besteht bei der Wohnungskontaktbörse der Vorteil, nicht eine dritte Wohnung für die 
Zeit der Umzüge benötigen zu müssen. Als Vergleich dient hier die seit 2013 eingerichtete Online-
Wohnbörse des AStA der Westfälischen Wilhelms-Universität. Angebot und Nachfrage werden in 
Form von Wohnungsanbietern und Wohnungssuchenden miteinander vernetzt. 
Umsetzung: 
„Zum Aufbau einer entsprechenden Wohnungsbörse müssen zunächst Annoncen in der Presse und 
im Internet ausgewertet und Kontakte zu Wohnungsunternehmen sowie Maklerinnen und Maklern 
aufgebaut werden. Gleichzeitig ist es wichtig, eine Datenbank mit Interessentinnen und Interessen-
ten anzulegen. […] Für die Umsetzung ist es empfehlenswert, eine Anlaufstelle […] zu schaffen. Hier 
kann eine Sprechstunde für Eigentümerinnen und Eigentümer eingerichtet werden (z.B. 2 Std. in der 
Woche), um Fragen in Bezug auf die Neuvermietung ihrer Wohnung stellen zu können oder eine freie 
Wohnung zu melden. Die Angebote können an einem “Schwarzen Brett” im Stadtteilbüro ausgehan-
gen oder auch als Online-Kontaktbörse des Stadtteils im Internet veröffentlicht werden. Das Stadt-
teilbüro hat dann die weitere Aufgabe, bei Bedarf mit den Interessentinnen und Interessenten eine 
Art Bewerbungsgespräch zu führen und zwischen Anbieter und neuem Mieter zu vermitteln. 
Eine Wohnungsbörse kann außerdem bei der Vermittlung von betreuten Wohnformen unterstützend 
wirken. Die Wohnungsbörse kann auch dazu dienen, mit Eigentümerinnen und Eigentümern von 
Problemimmobilien ins Gespräch zu kommen. Um die Wohnungsbörse publik zu machen, kann ein 
Flyer veröffentlicht und im Quartier verteilt werden.  
Erfahrungen / Restriktionen: 
Positive Erfahrungswerte zur Akquise von öffentlich geförderten und auch privaten Wohnungen gibt 
es seit 2012 im Bereich des Belegungsmanagements des Amtes für Wohnungswesen und Quartiers-
entwicklung. 
Eine Unterstützung seitens der Kommune zu folgenden Aspekten besteht bereits seit 1997 als „Hilfen 
zum Umzug“, ebenfalls beim Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung: 
• Beratung zu verschiedenen Wohnformen und -möglichkeiten im Alter 
• Unterstützung bei der Suche nach einer altengerechten Wohnung 
• Hilfen bei der Organisation und Planung des Umzugs 
• Hilfestellungen bei Behördenangelegenheiten (z.B. Telefon ummelden, Einwohnermeldeamt 
etc.) 
• Beantragung eines Zuschusses zum Umzug. 
Die fachlichen und Beratungsressourcen sind somit in der Stadtverwaltung und bei Partnern vorhan-
den und vor Ort einsetzbar. Vorhandene Möglichkeiten der Unterstützung bei der Wohnungssuche, 
den Umzugsbeihilfen und der Beantragung von Zuschüssen der Pflegekassen zu Umzügen könnten so 
durch Sprechstunden in den Quartieren noch zugänglicher angeboten werden. Es ist realistisch, dass 
Privateigentümer/innen in einem Quartiersprozess für die lokale Vermietung gewonnen werden 
können, bei institutionellen Vermietern wäre eine stadtweite Vernetzung sinnvoll. Bei selbstgenutz-
tem Eigentum sollte der Verbleib in der eigenen Immobilie vorrangig gefördert werden. Hierzu sind 
                                                           
119 Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten – Modul 27 Umzugs- und Wohnungstauschbörse. Online 
unter: http://www.aq-nrw.de//modulbaukasten/modul-27-umzugs--und-wohnungstauschboerse/modul-27-umzugs--und-
wohnungstauschboerse.html

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
121 
auch verbesserte Möglichkeiten haushaltsnaher Dienstleistungen und nachbarschaftlicher Hilfen (z.B. 
durch eine Taschengeldbörse120) in eine ‚Service-Börse Wohnen‘ mit einzubeziehen.  
Wohnen für Hilfe  
Idee: 
Viele Ältere wohnen nach dem Auszug ihrer erwachsenen Kinder und evtl. dem Verlust des Partners 
weiterhin in ihrer großen Immobilie, gerade wenn es sich um Wohneigentum handelt. Der Unterhalt 
und die Bewirtschaftung, und je nach Lage auch die Versorgung, werden mit zunehmendem Alter 
immer schwieriger. In Münster gibt es seit zehn Jahren das Projekt „Wohnen für Hilfe“, das ihnen 
primär Studierende als Untermieter/innen vermittelt. Diese sparen für kleinere Hilfsarbeiten im Haus 
Teile der Miete ein, oft fallen nur Nebenkosten an. 
Umsetzung: 
Das Projekt in Form einer Kontaktbörse und beratender Betreuung wurde seinerzeit durch das Amt 
für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung der Stadt Münster initiiert und wird weiterhin beglei-
tet. Seit Jahren ist es nun in bewährten ehrenamtlichen Händen121. In vorbereiteten Verträgen wer-
den vereinbarte Hilfen und Kosten fixiert. Das Ganze hat nichts mehr mit dem Untermietverhältnis-
sen der 1960er Jahre zu tun, das durch Kontrolle bestimmt war. Viele Jüngere schätzen heute den 
Kontakt mit der älteren Generation. Oft ist auf beiden Seiten auch etwas gegenseitige Gesellschaft 
gewünscht: „Möglich sind Haushaltshilfe, Gartenpflege, Einkaufen, gemeinsame Spaziergänge oder 
Unternehmungen“122. 
In Quartieren lassen sich mutmaßlich rasch viele potenzielle Kund/inn/en ansprechen und ggf. in 
Zusammenarbeit mit den erfahrenen Verantwortlichen, die in der Seniorenbegegnungsstätte Hansa-
hof e.V. tätig sind, überzeugen. Der oder die Quartiersentwickler/in kann das Projekt im Quartier 
begleiten.  
Restriktionen/Erfahrungen: 
Das Projekt trifft hier auf eine große Nachfrage, was mit dem angespannten studentischen Woh-
nungsmarkt zusammenhängt. Wichtig ist es, vorab Erwartungen der Anbieter/innen und Bewer-
ber/innen zu klären und vertraglich festzuhalten. Konkret nicht vorgesehen sind Pflegeleistungen. 
Auch die ‚Chemie‘ muss stimmen. In Münster halten die Verantwortlichen Kontakt und besuchen die 
Teilnehmenden regelmäßig. 
 
VII. Lokale Wirtschaft  
Die lokale Wirtschaft ist für die Bewohner/innen primär sichtbar in Form von Einzelhandel, Gastro-
nomie und Dienstleistern, aber auch weitere Anbieter finden sich in den Quartieren, die in eine al-
tengerechte, inklusive Quartiersentwicklung involviert werden können. Sie alle machen die Vielfalt 
und Nutzungsmischung eines Viertels aus. 
                                                           
120 Befindet sich in Münster im Aufbau, s. Projekt Servicebrücken Jugend und Alter, Steckbriefe, S. 12. Online unter: 
http://aq-nrw.de/files/steckbriefe_der_taschengeldboerse.pdf  
121 Vgl. Wohnen für Hilfe, Erwin Stroot - Wohnen für Hilfe. Online unter: http://www.muenster.org/wohnen-fuer-
hilfe/wordpress  
122 Vgl. Universität zu Köln. Humanwissenschaftliche Fakultät: Wohnen für Hilfe in Deutschland. Wohnpartnerschaften zwi-
schen Jung und Alt und Alt und Jung. Online unter: http://www.wohnenfuerhilfe.info

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
122 
Sensibilisierung von Akteurinnen und Akteuren  
Idee: 
Gewerbliche Anbieter und (Gesundheits-)Dienstleister beleben und prägen mit ihren Einrichtungen 
und ihrer Außendarstellung den öffentlichen Raum eines Quartieres. Teilweise sind sie lange an ihren 
Standorten gewachsen und verwurzelt, teils entstehen neue Gründungen mit innovativen Konzepten. 
Gerade wenn sie sich an private Verbraucher/innen richten, ist es für sie wichtig, die sozialen und 
demografischen Veränderungen der Nachfrageseite wahrzunehmen und mitzugehen. Eine Einbin-
dung in den Quartiersprozess ist hier hilfreich.  
Umsetzung: 
Ein relativ unaufwändig umzusetzender Zugang zum Thema ist die Qualifizierung von Beschäftigten, 
die täglich im Kundenkontakt stehen, zu den besonderen Bedürfnissen Älterer und von Menschen 
mit Unterstützungsbedarf, möglichst direkt zusammen mit den Quartiersbewohner/inne/n, um 
Hemmschwellen abzubauen und deren Wünsche einfließen zu lassen. So „ist es im Alltag für Ältere 
hilfreich, wenn verschiedenste Dienstleitungsbereiche wie beispielsweise Taxiunternehmen, Ver-
kehrsgesellschaften oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post über den Umgang mit älteren, 
behinderten und insbesondere demenziell erkrankten Personen aufgeklärt werden. […] Über die 
Information von Akteurinnen und Akteuren hinaus können altersgerechte Strukturen und Lösungen 
durch den Austausch mit Seniorinnen und Senioren entwickelt werden“123. 
Erfahrungen / Restriktionen: 
In urbaneren Quartieren mit hohem Unternehmensbesatz und Filialbetrieben mit wechselndem Per-
sonal stößt dieser Ansatz naturgemäß an seine Grenzen. Dann sind dennoch Wege zu finden, eine 
Kultur der Achtsamkeit für Unterstützungsbedürftige im öffentlichen Raum zu etablieren. Lokale 
Apotheken, Ärztinnen und Ärzte sowie Sanitätshäuser und andere Hilfsmittelanbieter können gute 
Partner für Maßnahmen sein.  
Seniorengerechter  Einzelhandel  
Idee: 
Mit dem bloßen Erreichen von Einzelhandelsgeschäften sind die Mühen für mobilitätseingeschränkte 
Menschen oft noch nicht zu Ende. Gerade ältere Ladenlokale sind oft nur über Stufen zu erreichen. In 
Supermärkten und Discountern in Zentrenlagen ist der Platz knapp – beim Nachräumen oder schon 
gewohnheitsmäßig werden Durchgänge verengt, weil ein immer größeres Sortiment präsentiert wer-
den muss. Das Personal wurde aufgrund von Kostendruck auf das Nötigste reduziert, so dass nie-
mand Dinge suchen oder herunterheben helfen kann. Auch für Ruhebänke oder Kundentoiletten im 
Ladenlokal ist meist kein Raum. 
Umsetzung: 
Die Seniorenvertretung Münster hat vor wenigen Jahren Mitglieder durch den Einzelhandelsverband 
Westfalen-Münsterland schulen lassen, um Geschäfte auf ihre Eignung besonders für Ältere zu prü-
fen. Dazu wurden exemplarisch mehrere Geschäfte in Münster in einer kleinen Untersuchung begut-
achtet. Unabhängig davon haben vier Geschäfte in Münster für ihre Bemühungen das bundesweite 
                                                           
123 Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW – Modulbaukasten – Modul 69: Sensibilisierung von Akteurinnen und Akteu-
ren. Online unter: http://www.aq-nrw.de/modulbaukasten/modul-69-sensibilisierung-von-akteurinnen-und-
akteuren/modul-69-sensibilisierung-von-akteurinnen-und-akteuren.html

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
123 
Siegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ der Handelsverbände erhalten124, darunter leider nur 
zwei Lebensmitteleinzelhändler. Es wäre denkbar, in Zusammenarbeit mit der Seniorenvertretung 
Quartiersbewohner/innen mit Interesse am Thema zu schulen und mit ihnen die Geschäfte vor Ort zu 
begehen, um ohne Druck mit dem Einzelhandel ins Gespräch über Verbesserungsmöglichkeiten zu 
kommen und den Inhaber/inne/n neue Perspektiven zu eröffnen. Auch das Thema Bringdienste, das 
mit ehrenamtlichen Strukturen im Quartier kombiniert werden kann, sollte verfolgt werden. 
Erfahrungen / Restriktionen:  
Teilweise ist die dezentrale Einzelhandelsstruktur bereits sehr ausgedünnt. Es ist wichtig, auch die 
mobile Bewohnerschaft des Quartiers zur Nutzung des nahen Angebotes zu motivieren und dies in 
Strategien mit einfließen zu lassen. Mit den Filialisten sind grundsätzliche Überlegungen auf gesamt-
städtischer Ebene zu führen. 
 
VIII . HANDLUNGSFELD PFLEGE, ASSISTENZ, N OTFALLVORSORGE  
Die Ausgestaltung dieses Bereiches ist ganz zentral für den Erhalt der Selbstbestimmung von Men-
schen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf in ihrem Quartier. Die Ausgangsvoraussetzungen sind 
sehr unterschiedlich: Manche Quartiere beherbergen lange gewachsene Einrichtungen der stationä-
ren Pflege und weitere Angebote, andere weisen hier Lücken auf. Leistungen der ambulanten Pflege 
und des Hausnotrufes sind prinzipiell ortsunabhängig überall in Münster verfügbar. Jedoch soll im 
Folgenden das Konzept des Quartiersstützpunktes als räumliches Zentrum einer verlässlichen Versor-
gungssicherheit vorgestellt werden. 
Ein Quartiersstützpunkt als Kern der Versorgungssicherheit im Quartier  
Idee: 
Ambulante Pflege und Assistenz hat oft für die Nutzer/innen und ihre Angehörigen keinen sichtbaren 
Ort. Dieser schafft aber Vertrauen und gibt dieser Leistung ein Gesicht, gerade wenn weitgehende 
personelle Kontinuität gewährleistet werden kann. Ein Stützpunkt in der Nachbarschaft verringert die 
Hemmschwellen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn z.B. nur eine kleine Hilfe vonnöten ist. 
Als Zentrum kann er der niedrigschwelligen Begegnung und Beratung dienen, z.B. durch Mittagstisch- 
oder Café-Angebote, und dient so der sozialen Teilhabe. 
Umsetzung: 
Das Konzept wurde in Münster durch den Ambulante Dienste e.V. eingeführt und umgesetzt (s.o.), 
der aus der ehrenamtlichen Behindertenhilfe kommt. Die Wohn+Stadtbau GmbH ist Kooperations-
partnerin und stellt geeignete barrierefreie Räumlichkeiten zur Verfügung. Der neueste Quartiers-
stützpunkt an der Hammer Str. (Platanenhof) wurde mit einem Wohnkomplex in einem lebendigen 
Innenstadtquartier neu errichtet. Zu diesem gehören Service-Wohnungen und eine Mehrgeneratio-
nen-Hausgemeinschaft; Mieter/innen beider Angebote können Pflege- und Assistenzleistungen oder 
den Hausnotruf des Vereins zubuchen. Der Quartiersstützpunkt wird auch durch die Projektbewoh-
ner/innen für gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt. Im Komplex liegt auch eine Kindertagesstätte. 
Eine Grünfläche und Einkaufsmöglichkeiten sind unmittelbar benachbart. 
                                                           
124 Handelsverband Deutschland – HDE e.V. – Qualitätszeichen "Generationenfreundliches Einkaufen". Online unter: 
http://www.generationenfreundliches-einkaufen.de

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
124 
Erfahrungen / Restriktionen:  
Das Konzept erlaubt, einen echten ‚Quartierskern‘ mit einer vertrauenswürdigen Versorgungssicher-
heit im Sinne der niederländischen Konzepte zu erhalten. Er soll einen Einzugsbereich mit dem Radi-
us von 500-1000 m haben. Die Quartierstützpunkte sind rund um die Uhr besetzt. Die ambulanten 
Pfleger/innen und Helfer/innen sind zumeist zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. Dies sorgt auch 
für Sichtbarkeit. Es wäre wünschenswert, Erfahrungen mit den Quartiersstützpunkten im Kontext 
einer umfassenden altengerechten, inklusiven Quartiersentwicklung mit weiteren Maßnahmenansät-
zen und vernetzten Akteuren für ein ganzes Quartier zu sammeln. 
Ehrenamtliche Besuchsdienste  und Begleitung  
Idee: 
Professionellen Kräften in den Hilfesystemen fehlen, auch wenn sie dezentral angebunden sind, oft 
die Ressourcen, um aufsuchend tätig zu werden. Sie sind darauf angewiesen, dass Hilfesuchende zu 
ihnen kommen oder Dritte sie auf diese aufmerksam machen. Die Hemmschwellen sind aber hoch, es 
ist Mobilität vonnöten, und das Abwarten verschlimmert namentlich bei medizinischen Ursachen oft 
die Problematiken. Es wird davon ausgegangen, dass die Hemmschwellen gegenüber Ehrenamtli-
chen, die in die Nachbarschaften gehen, geringer sind.  
Umsetzung: 
Die Von-Mensch-zu-Mensch-Gruppen in Münster leisten genau das. Es ist nicht ihre Aufgabe, profes-
sionelle Beratung und Unterstützung zu ersetzen. Sie können aber in gewisser Weise Lotsenfunktio-
nen übernehmen und sozialen Halt vermitteln. Aufgabe wird sein, sie mit den Projekten der altenge-
rechten, inklusiven Quartiersentwicklung zu vernetzen bzw. neue Gruppen in diesen Quartieren zu 
etablieren. So können sie ihr Wissen über die Lebenssituation Unterstützungsbedürftiger in die Quar-
tiersentwicklung frühzeitig einbringen.  
Erfahrungen / Restriktionen:  
Die bekannten Erfahrungen in Münster und mit ähnlichen Projekten wie in Gelsenkirchen und Mül-
heim/Ruhr sind gut. Es ist von Bedeutung, die freiwillig Engagierten nicht zu überfordern oder allein 
zu lassen, und sie durch Fortbildungen und ggf. Supervision für ihre Aufgaben zu stärken. In Münster 
bietet die Freiwilligenagentur solche flankierenden Unterstützungen an. Ggf. sollte das Konzept bei 
besonderen Herausforderungen im Quartier wie Armutsrisiken oder Sprachbarrieren in Richtung 
präventiver Hausbesuche durch professionelle Kräfte weiterentwickelt werden. 
 
IX. Handlungsfeld Gemeinschaft, Nachbarschaft und Identität  
Dieses Feld scheint zunächst einen eher ‚weichen‘ und abstrakten Faktor darzustellen. Es wird daher  
empfohlen, das Thema durch konkrete Anlässe – wie Quartiers- und Nachbarschaftsfeste – und feste 
Orte für Gemeinschaft manifest werden zu lassen. Die Förderung von lokalen Gemeinschaften, ge-
genseitiger Hilfe, sozialer Achtsamkeit und Inklusion ist ein zentraler Aspekt der altengerechten, in-
klusiven Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstüt-
zungsbedarf.

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
125 
Quartiersze ntrum  / Dorfgemeinschaftshaus  
Idee: 
Gemeinschaft braucht Gemeinschaftsräume, sei es, um Dinge gemeinsam zu planen und zu entwi-
ckeln oder einfach Zeit miteinander zu verbringen und zu feiern. Angesichts einer heterogener wer-
denden Gesellschaft ist beispielsweise die Bedeutung der Kirchengemeinden in diesem Sinne rück-
läufig. Höherschwellige Angebote mit professionellem Anspruch schrecken vielleicht manche ab. Die 
klassische Eckkneipe ist weitgehend verschwunden. Teilweise fangen Sportvereine mit ihren Ver-
einsheimen dies auf. Es sind aber weitere niedrigschwellige Angebote nötig. Selbstgetragene Quar-
tierszentren bzw. Dorfgemeinschaftshäuser können Aktivitäten Raum geben. 
Umsetzung: 
Bei einem Mangel an Begegnungsstätten und Beratungsangeboten sowie dem Bedarf für weitere 
soziale Infrastruktureinrichtungen im Quartier wie einem Quartiersstützpunkt sollten rasch Möglich-
keiten einer Realisierung gesucht werden. Baulich-investive Maßnahmen benötigen oft einen langen 
Vorlauf. Besonders geeignet erscheint die Umnutzung ortsbildprägender Bestandsgebäude, die zu-
sätzlich identitätsstiftend wirken. Im Neubaubereich, z.B. bei geförderten altengerechten Wohnun-
gen, bestehen gute Möglichkeiten der Förderung von Gemeinschaftseinrichtungen, die die Quartier-
söffentlichkeit mitnutzen kann. Evtl. können Raumreserven öffentlicher Gebäude mobilisiert werden. 
Das Konzept kann an das der Community Centres in Großbritannien angelehnt werden. Es empfiehlt 
sich eine Bündelung mit sinnvollen weiteren Einrichtungen, die als optionale Ideenbausteine zu ver-
stehen sind: 
Im Kern kann ein Quartiersstützpunkt (s.o.) wichtige Funktionen für Menschen mit Pflege- und Un-
terstützungsbedarf bündeln. Neben dem Dauerangebot von Mittagstisch und wohnungsnaher ambu-
lanter Versorgung können hier organisierte Aktivitäten wie Lesungen, Spielenachmittage oder Er-
zählcafés am großen Tisch stattfinden. Es bietet sich an, dies mit offenen Beratungsangeboten zu 
kombinieren (s.o.). 
Zu einem Quartiersstützpunkt sollte auch ein lokaler Hausnotruf mit kurzen Wegen im Quartier ge-
hören. Das Vorhandensein dieser Einrichtung kann den Bewohnerinnen und Bewohnern zusätzliche 
Sicherheit geben. 
Die Rund-um-die-Uhr-Besetzung verbessert die Möglichkeit der Ankoppelung weiterer Raumangebo-
te für Gemeinschaftsnutzungen wie ein „Quartierswohnzimmer“ zum freien Aufenthalt oder bei-
spielsweise für das gemeinsame Schauen von Sportereignissen. Auch ein Party-/Feierraum für Quar-
tiersbewohner/innen mit Terrasse und Außenbereich ist möglich, z.B. für Familiengeburtstage und 
Vereinsfestivitäten.

7 Maßnahmenspektrum in den Quartieren 
126 
Der Freiraumbezug, den gerade Menschen, die in Mietwohnungen leben, nur in geringem Maße ha-
ben, lässt sich durch einen Quartiersgarten herstellen, der die Gartenarbeit auf die Schultern vieler 
Freiwilliger verteilt. Hier ist – wie bei einem Quartierszentrum insgesamt – auf einen barrierefreien 
Ausbau zu achten (s. Abb. 35). 
 
Die gemeinschaftliche bzw. arbeitsteilige Verantwortung für ein Haustier lässt sich im Zusammen-
hang mit solchen Räumlichkeiten mit Außenbereich und einer dauerhaften personellen Besetzung 
ebenfalls herstellen. Damit entsteht ein weiterer Anziehungspunkt. Der therapeutische Effekt von 
Tieren, gerade auf Menschen, die an Vereinsamung oder sogar einer beginnenden demenziellen Er-
krankung leiden, ist nachgewiesen125. 
Das Konzept von Quartiersatelier und Quartierswerkstatt wurde weiter oben beschrieben. Ein Quar-
tiersatelier lässt sich mit einem Arbeitsraum für ehrenamtliche Gruppenaktivitäten für das Quartier, 
wie z.B. Hausaufgabenbetreuung, kombinieren.  
Zudem empfiehlt es sich, auch für die Quartiersentwicklerin/den Quartiersentwickler ein kleines Büro 
als Anlaufstelle vorzuhalten. Dies verbessert die Verankerung im Quartier wesentlich. 
Im Sinne intergenerationeller Begegnungen kann über die Integration einer Kindertagesstätte nach-
gedacht werden, bzw. Gelände und Gebäude einer KiTa können bei einem notwendig gewordenen 
Neubau Keimzelle eines Quartierszentrums werden. So können möglicherweise Quartiersatelier und 
Küche verschiedenen Nutzungen dienen. 
Eine Demenz-Wohngemeinschaft bietet sich ebenfalls als komplementäre Nutzung in einem Quar-
tierszentrum an, vor allem weil sie den Menschen, die aufgrund einer demenziellen Erkrankung nicht 
mehr allein in ihren Wohnungen leben können, die Möglichkeit gibt, in ihrer Nachbarschaft zu blei-
ben. Diese bekannte Umgebung ist zumal zur Stützung des Erinnerungsvermögens sehr hilfreich. In 
                                                           
125 Eine Übersicht findet sich bei tiergestützte-therapie.de – tt-Literatur. Tiergestützte Therapie / Pädagogik. Online unter: 
http://www.tiergestuetzte-therapie.de/pages/literatur/einsatz/ther_paed.htm  
Abbildung 30: Mögliche Bausteine eines Quartierszentrums.  
Quelle: Eigener Entwurf

7 Maßnahmenspektrum  in den Quartieren 
127 
einem Quartierszentrum werden diese unterstützungsbedürftigen Menschen tatsächlich ins Zentrum 
der Nachbarschaft gerückt. 
Ähnliches gilt für eine Tagespflege, die sich an die ambulante Pflege eines Quartiersstützpunktes gut 
angliedern lässt, und die wahrscheinlich als Angebot in ihrer Bedeutung weiter zunehmen wird. Hier 
wird zudem das neue Konzept einer Quartierskrankenstation vorgeschlagen, die Quartiersbewoh-
ner/innen niedrigschwellig ermöglichen würde, nur kurzzeitig erkrankte Personen wie Kinder oder 
Ältere ohne bisherigen Pflegebedarf tagsüber in Obhut zu lassen, z.B. mitgetragen durch ehrenamtli-
che Unterstützung.  
 
Vermietbare Gästezimmer bieten sich dort an, wo damit zu rechnen ist, dass ältere Quartiersbewoh-
ner/innen, die jetzt in kleineren Wohneinheiten leben, regelmäßig Besuch von weiter entfernt le-
benden Freunden und Verwandten bekommen. Dies entlastet sie, selbst Übernachtungsmöglichkei-
ten zuhause anbieten zu müssen. 
Erfahrungen / Restriktionen:  
Die zentralen Herausforderungen sind die Dauerfinanzierung der Nutzung und die Klärung der recht-
lichen Trägerschaft. In begrenztem Umfang können Nutzungsentgelte, z.B. für private Feiern, erho-
ben werden. Es empfiehlt sich, die Unterstützung eines Trägers zu suchen, der ein Beratungsangebot 
im Quartier machen oder eine andere Leistung anbieten möchte. Die Integration eines ambulanten 
Pflegedienstes oder einer Tagespflege als Dauermieter kann das Projekt auch finanziell stabilisieren. 
Die sinnvolle Verankerung einer Demenz-WG im Quartier kann Teil des Projektes werden.
Abbildung 31: Garten mit barrierefreiem Hochbeet.  
Quelle: Mein schönes Zuhause. Online unter: 
http://www.zuhause3.de/garten-und-gruen/so-wird-der-garten-
barrierefrei

8 Gesamtstädtische Vernetzung und ressortübergreifendes Handeln 
128 
8 Gesamtstädtische Vernetzung und ressortübergreifendes H andeln  
Die Stadt Münster hat sich entschieden, ein gesamtstädtisches Konzept für die altengerechte, inklu-
sive Quartiersentwicklung zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungs-
bedarf zu erarbeiten. Es wird aufgrund der Komplexität des Themas und der zahlreichen berührten 
fachlichen Felder als sinnvoll erachtet, dieses Konzept nun als Auftakt und Diskussionsgrundlage für 
einen gesamtstädtischen Prozess zu sehen. 
Es geht darum, verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau von neuen ambulanten Wohn- und 
Pflegeformen herzustellen, den Blick zu schärfen für das Leben in einer alternden Gesellschaft und 
die relevanten Akteure zu sensibilisieren und zu motivieren. Auch innerhalb der Systeme der Alten- 
und Behindertenhilfe sowie der Pflege bedarf dieser Paradigmenwechsel neuer Formen von Koope-
ration und Transparenz.  
 
8.1 Netzwerk -Prozess   
Im Kontext der Erstellung dieses Konzeptes und der anlaufenden ersten Projekte einer altengerech-
ten, inklusiven Quartiersentwicklung wurde der Arbeitskreis ‚Älter werden in Münsters Quartieren’ 
mit verschiedenen Trägern gegründet (s. Kap. 5.2). Er dient der Abstimmung, gemeinsamen konzep-
tionellen Überlegungen und dem fachlichen Austausch. Um die Idee einer altengerechten, inklusiven 
Quartiersentwicklung zu verbreiten und weiter gehende Unterstützung sowie Anregungen aus der 
Praxis zu gewinnen, etwa in den Themenfeldern Nahversorgung und Wohnen, plant der Arbeitskreis 
für 2017 einen Fachtag ‚Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Münster’. Die Basis sollen 
Fachvorträge und Workshop-Impulse aus Wissenschaft und Praxis bilden, um auf dieser Grundlage 
einen fachlichen Austausch zu eröffnen. Es wird eine Förderung aus dem Landesförderplan Alter und 
Pflege angestrebt. 
Hauptanliegen ist es, die Grundideen und Möglichkeiten einer altengerechten, inklusiven Quartiers-
entwicklung zur Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf weiter 
fachlich zu erkunden und in Münster bekannter zu machen. Dies gilt gerade für gesamtstädtische 
Akteure, deren Unterstützung in den Quartieren benötigt wird, wie die Wohnungswirtschaft und den 
Einzelhandel, aber auch die etablierten Akteure in diesem Bereich, die in der Konferenz Alter und 
Pflege zusammengeschlossen sind. 
Es ist zu überlegen, aus dem oben genannten Arbeitskreis sukzessive ein programmatisches Netz-
werk ‚Älter werden in Münsters Quartieren‘ zu entwickeln. Die Fachtage sollten als Forum fortge-
führt werden und können als Netzwerktreffen dienen. Flankierend sollte eine ämterübergreifende 
Arbeitsgruppe gegründet werden. Hier sollte auch die Behindertenhilfe des Landschaftsverbands 
Westfalen-Lippe einbezogen werden. Es gilt, die Reibungsverluste, die aus der fachlichen ‚Versäu-
lung‘ resultieren, zu mindern. 
Insbesondere wird auch eine verstärkte Vernetzung mit dem Amt für Wohnungswesen und Quartier-
sentwicklung angestrebt, um eine Einbindung in zukünftige Gesamtstrategien von Quartiersentwick-
lung zu erreichen.

8 Gesamtstädtische Vernetzung und ressortübergreifendes Handeln 
129 
8.2 Neue Initiativen motivieren  
Ziel soll es sein, aus einem gesamtstädtischen Netzwerk heraus weitere Träger für Projekte der alten-
gerechten, inklusiven Quartiersentwicklung in den aufgezeigten Stadtbereichen mit Handlungsbedar-
fen und Potenzialen zu gewinnen. Auch bürgerschaftliche Initiativen aus den Quartieren sollen moti-
viert und gestärkt werden, derartige Projekte zu starten bzw. Maßnahmen umzusetzen, die Anker-
punkte einer Quartiersentwicklung werden können, wie Mehrgenerationenwohnprojekte. Die Stadt 
Münster wird ihnen, soweit möglich, in Form von Förder- und Organisationsberatung und als ‚Türöff-
ner‘ zur Seite stehen.

9 Ausblick 
130 
9 Ausblick  
Es ist vorgesehen, die Befunde und Empfehlungen dieses Masterplans für Münster zukünftig weiter 
zu konkretisieren. Auf diesem Wege sollen neue Entwicklungen und Erkenntnisse im Themenfeld 
wiedergegeben und für die Stadtöffentlichkeit dokumentiert werden. Dies betrifft die Fortschritte in 
den konkreten Quartiersentwicklungsprojekten und im gesamtstädtischen Netzwerkprozess, aber 
auch die Verbesserung der Datenlage. 
 
9.1 Informationssystem  und Datenlage  
Hierzu ist mittelfristig der Aufbau eines Informationssystems für die altengerechte, inklusive Quar-
tiersentwicklung vorgesehen, das die Infrastrukturinformationen, die für die Bestandsanalyse zu-
sammengetragen wurden in einer interaktiven Anwendung bündelt und aktuell hält. Basis soll der 
Kartenserver der Stadt Münster sein, in dem entsprechende Übersichten unter dem Stichwort Sozial-
amt / Soziales und Gesundheit bereits verfügbar sind
126. Dies ist in kooperativer Zusammenarbeit mit 
anderen Stellen um weitere Aspekte wie die Nahversorgungssituation, Ärzte- und Apothekenversor-
gung etc. zu ergänzen. Ziel ist, verschiedene Aspekte der Situation in den Quartieren besser einander 
gegenüber stellen zu können. Ergänzende bzw. aktualisierte Datenerhebungen sind für weitere Be-
reiche anzustreben, so den barrierefreien Ausbau der öffentlichen Räume, Bildungsangebote, Frei-
räume etc. 
Bzgl. der für die Begründung weiterer Vorhaben relevanten Bevölkerungs- und Sozialdaten wird mit-
telfristig ebenfalls eine weitere Verbesserung der Datenlage angestrebt. Fragen zur Situation Älterer 
und von Menschen mit Behinderung, die eine Migrationsvorgeschichte haben, sind vertieft zu klären. 
Dies soll in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Communitys in qualitativer Weise erfolgen.  
Die herangezogenen Indikatoren wie die Bevölkerungsanteile Älterer und Hochbetagter, die Anteile 
allein lebender Älterer etc. sollen Gegenstand der fachlichen Diskussion sein, sie sollen weiterentwi-
ckelt und fortgeschrieben werden. Sie sind als Kontextindikatoren altengerechter, inklusiver Quar-
tiersentwicklung zu verstehen. 
 
9.2 Beratung und Fortbildung a ltengerechte , inklusive  Quartiersentwicklung  
Die Stadt Münster wird eine Beratungsmöglichkeit für Bürger/innen zu Quartiersangeboten zur Ver-
sorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf einrichten. Hierzu wird ein 
Informationspool zu neuen Wohn- und Pflegearrangements und ergänzenden quartiersbezogenen 
Angeboten in Münster aufgebaut. In diesem Kontext ist es sinnvoll, auch verwaltungsintern Fortbil-
dungen zum Quartiersansatz anzubieten. 
  
                                                           
126 S. Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt / Sozialamt – Informationsbüro Pflege: Geobasisdaten / Pflegeeinrich-
tungen. Online unter: http://geo.stadt-
muenster.de/webgis2/frames/index.php?PHPSESSID=2cbf1c5bf016171008cbed393ec75ae0&gui_id=SozialesGesundheit

9 Ausblick 
131 
9.3 Perspektiven  
Für das Jahr 2017 zeichnen sich folgende Aufgaben ab: 
a) Umsetzungsstand der laufenden Projekte altengerechter, inklusiver Quartiersentwicklung, 
b) Fachtag ‚Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung‘, 
c) Konkretisierung, Wechselwirkungen und Synergieeffekte mit dem Kommunalen Pflegebe-
darfsplan.

Literatur 
132 
Verwendete und empfohlene  Literatur  
Aktion Mensch e.V. (2014): INKLUSION2025. Der Zukunftskongress der Aktion Mensch. Sessions im 
Panel Selbstbestimmtes Leben in sozialen Räumen und Beziehungen. Online 
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mensch.de/zukunftskongress/dokumentation/panels/selbstbestimmtes-leben/sessions.php  
Alisch, M. (Hrsg.) (2014): Älter werden im Quartier. Soziale Nachhaltigkeit durch Selbstorganisation 
und Teilhabe, Kassel 
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unter: http://www.familienhandbuch.de/familie-
leben/familienformen/grosseltern/dierolledergrosselternimfamilienverband.php 
Baas, S./Schmitt, M./Wahl, H.-W. (2008): Singles im mittleren und höheren Erwachsenenalter. Sozi-
alwissenschaftliche und psychologische Befunde, Stuttgart 
Backes, G. M./Clemens, W./Künemund, H. (2004): Lebensformen und Lebensführung im Alter, Wies-
baden 
Bereswill, M./Braukmann, S. (2014): Fürsorge und Geschlecht. Neue und alte Geschlechterkonstella-
tionen im freiwilligen Engagement Älterer, Weinheim 
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (DASA) (2014): Arbeit in der Pflege - Arbeit am 
Limit? Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche. BIBB/BAuA-Faktenblatt 10. Dortmund. Online 
unter: http://www.baua.de/de/Publikationen/Faktenblaetter/BIBB-BAuA-
10.pdf;jsessionid=C5B342EFB2D3A529633A33E24471C26F.1_cid333?__blob=publicationFile&v=
5 
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unter: www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/weiterentwicklung-
der-demografiestrategie.pdf  
Dieckmann, F. et al. (o.J.): Lebensqualität inklusiv(e) – (LEQUI). Älter werden von Menschen mit geis-
tiger Behinderung. Vortragsfolien. Online 
ter: www.lvr.de/media/wwwlvrde/soziales/berdasdezernat_2/dokumente_228/weitereveransta
ltungen/teilhabeundpflege_mrz2012/Vortrag_Prof-Dieckmann.pdf 
Dieckmann, F. et al. (o.J.): Lebensqualität inklusiv(e) – (LEQUI). Innovative Konzepte unterstützten 
Wohnens älter werdender Menschen mit Behinderung. Vortragsfolien. Online 
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Dieckmann, F./Giovis, C./Schäper, S./Schüller, S./Greving, H. (2010): Vorausschätzung der Altersent-
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richt zum Forschungsprojekt „Lebensqualität inklusiv(e): Innovative Konzepte unterstützten 
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Literatur 
133 
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Dörner, K. (72012): Leben und Sterben, wo ich hingehöre. Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem, 
Neumünster 
Dörner, K. (22012): Helfensbedürftig. Heimfrei ins Dienstleistungsjahrhundert, Neumünster 
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Forschungsprojekt SoPHiA. Münster 
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Abschlusstagung des Forschungsprojektes „Lebensqualität Inklusiv(e)“ 20. und 21.06.2012, LWL-
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für benachteiligte Wohngebiete, Berlin 
Groenemeyer, A./Wieseler, S. (2008): Soziologie sozialer Probleme und sozialer Kontrolle: Realitäten, 
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Haars, A. (2001): Kommunale Quartiersentwicklung in den Niederlanden. Konzept und Umsetzung 
des Stedelijk Beheer, Dortmund 
Hämel, K. (2012): „Quartiersnahe Versorgung. Stand und Perspektiven aus Sicht der Wissenschaft“, 
Fachtag der Landesgruppe NRW des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Literatur 
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lien. Online unter: www.bpa.de/fileadmin/user_upload/MAIN-
dateien/NW/Vortrag_Dr._Kerstin-
Haemel__Institut_fuer_Pflegewissenschaft_an_der_Universitaet_Bielefeld_-
_Quartiersnahe_Versorgung_-_Stand_und_Perspektiven_aus_Sicht_der_Wissenschaft.pdf  
Hämel, K./Olbermann, E./Barth, C./Düllmann, D./Vogt, D. (2012): Altersgerechte Quartiersentwick-
lung und quartiersnahe Versorgung Hilfe- und Pflegebedürftiger: Eine Bestandsaufnahme von 
Quartiersprojekten und Unterstützungsangeboten zur Quartiersentwicklung in NRW. Bielefeld 
und Dortmund. Online unter: https://www.uni-
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Häußermann, H./Siebel, W. (2004): Stadtsoziologie. Eine Einführung, Frankfurt 
Häußermann, H. (2009):  Der  Suburbanisierung  geht  das  Personal  aus.  Eine stadtsoziologische 
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Keller, S. (2011): Leben und Wohnen im Alter, Berlin 
Kessl, F. (Hrsg.) (2005): Handbuch Sozialraum, Wiesbaden 
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Kusch, R. (2012): Ideenbörse für die Seniorenarbeit. Impulse, Materialien und Gesprächsanstöße ; 
[inklusive CD-ROM], Gütersloh 
Lynch, K. (1998): Das Bild der Stadt, Braunschweig 
May, M./Alisch, M. (2013): AMIQUS - unter Freunden. Ältere Migrantinnen und Migranten in der 
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Mayer, A.-T./Schwehr, P./Bürgin, M. (2011): Nachhaltige Quartiersentwicklung im Fokus flexibler 
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mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/massnahmenkatalog_senioren_gesamt.pdf

Literatur 
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gaeu.de/fileadmin/eigene_dateien/landratsamt/buergerservice/senioren/seniorenkonzept/dok
umente/artikel_proalter.pdf  
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Schnur, O. (2014): Quartiersforschung: Zwischen Theorie und Praxis, Wiesbaden 
Schnur, O./Drilling, M. (2011): Quartiere im demografischen Umbruch. Beiträge aus der Forschungs-
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Schroeter, K. R./Zängl, P. (Hrsg.) (2006): Altern und bürgerschaftliches Engagement. Aspekte der Ver-
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Szypulski, A. (2009): Gemeinsam bauen - gemeinsam wohnen: Wohneigentumsbildung durch Selbst-
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van Dyk, S. (2015): Soziologie des Alters, Bielefeld 
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Literatur 
136 
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Weischer, C. (2011): Sozialstrukturanalyse. Grundlagen und Modelle, Wiesbaden 
Werlen, B. (2008): Sozialgeographie. Eine Einführung, Bern 
Wölter, H. /Zimmer-Hegmann, R. (2009): Integrierte und Quartiersbezogenen Ansätze für das Woh-
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Leben bis ins hohe Alter, Frankfurt, New York 
 
 
Alle Internetquellen (auch zu Abbildungen und Fußnoten) wurden zuletzt abgerufen am 08.08.2016.

Anhang 
137 
Anhang  
 
Anhang 1 
Karte I – Anteil Älterer an der Bevölkerung 
Karte II – Begegnung und Beratung 
Karte III - Verkehr 
Karte IV – Pflege und Wohnen 
Karte V - Nahversorgung 
 
Anhang 2 
 Pflegegeldempfang 65plus 
 Personen Migrationsvorgeschichte  
 Alleinlebende 80plus  
 2-Personenhaushalte  80plus  
 
Anhang 3 
 Prognostizierter Altersaufbau bei Eintritt der Baby-Boomer-Generationen in 
Ruhestandsalter und Hochaltrigkeit (60 – 80 Lebensjahre) für NRW und 
Deutschland

Anhang 
138

Münstersche Aa
Münstersc
he
Aa
Werse
Angel
Ems
Dortmund - Ems - Kanal
Aa
See
-
Dortmund - Ems - Kanal
Dortmund-Ems-Kanal
Altenberge
Gronau
Lüdinghausen
Rheine
Warendorf
Hamm
Gimbte
Osnabrück
Recklinghausen
T elgte
Westbevern
Albersloh
GremmendorfMecklenbeck
Roxel
Nienberge
Kinderhaus
Häger
Coerde
Gievenbeck
Sprakel
RinkerodeDortmund
Senden
Bösensell
Albachten
Amelsbüren
Hiltrup
Angel-
Wolbeck
modde
St. Mauritz
Handorf
Gelmer
Waldfriedhof
Lauheide
Coesfeld
Recklinghausen
Dortmund
Hamm
Beckum
Warendorf
Osnabrück
RheineGronau
Anteil Personen 60+ Greying Index
< 10 % < 20 
20 - 27,3 
27,3 - 40 
> 40 
k. A.
10 - 15 %
15 - 21,3 %
21,3 - 25 %
25 - 30 %
30 - 35 %
> 35 %
Die Anteile beziehen sich auf die wohnberechtigte
Bevölkerung in Privathaushalten am 31.12.2015
in den Stadtzellen
Anteil Älterer an der Bevölkerung
MASTERPLAN ALTENGERECHTE QUARTIERE
0 0,5 1 2 3 km
Stand: April 2016
Erläuterungen
Grau hinterlegt sind die Wohnsiedlungsbereiche.
Die dargestellte Altersstruktur bezieht sich auf die Personen in Privathaushalten. Menschen ohne eigene Haushaltsführung in Gemeinschaftsunterkünften (wie reinen Pflegeheimen) sind nicht in die Betrachtung eingeflossen, Service-Wohnungen und Heime mit abgeschlossenen Apartments bspw. jedoch schon. Die Daten wurden auf Ebene der 174 
Stadtzellen ausgewertet.
Der durchschnittliche Anteil von Bewohnerinnen und Bewohnern im Alter von 60 Lebensjahren oder älter beträgt für Münster 21,3 %. Geringere Anteile sind in Grüntönen hinterlegt, höhere in gelb bzw. bei Anteilen > ¼ oder 25 % in Rottönen. 
Der sog. Greying Index beschreibt hier den Anteil der Hochbetagten an der Bevölkerung über 60 Jahren in Privathaushalten, d.h. den Anteil derjenigen, die bereits 80 Jahre alt oder älter sind (80-jährige und ältere Einwohner/innen / 60- bis unter 80-jährige Einwohner/innen) * 100 in %. Der Durchschnittswert für Münster beträgt hier 27,3 %. Geringere Werte 
sind waagerecht, höhere Werte diagonal schraffiert.
Gebiete mit 30 oder weniger über-60-jährigen Bewohner/innen wurden ganz aus der Betrachtung ausgenommen (farblos).
KARTE I

Anhang 1 
140

Münstersche Aa
Münstersc
he
Aa
Werse
Angel
Ems
Dortmund - Ems - Kanal
Aa
See
-
Dortmund - Ems - Kanal
Dortmund-Ems-Kanal
Altenberge
Gronau
Lüdinghausen
Rheine
Warendorf
Hamm
Gimbte
Osnabrück
Recklinghausen
Telgte
Westbevern
Albersloh
Gremmendorf
Mecklenbeck
Roxel
Nienberge
Kinderhaus
Häger
Coerde
Gievenbeck
Sprakel
RinkerodeDortmund
Senden
Bösensell
Albachten
Amelsbüren
Hiltrup
Angel-
Wolbeck
modde
St. Mauritz
Handorf
Gelmer
Waldfriedhof
Lauheide
Coesfeld
Recklinghausen
Dortmund
Hamm
Beckum
Warendorf
Osnabrück
RheineGronau
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
235
1
73E
43
1
73E
1
73E
54
Münster - Nord
Anschluss
Münster - Süd
Autobahnkreuz
DB
Münster-Hiltrup
Anschluss
i
i
i
i
i
i
i
i i
i
i
i
i
i
i
i
i
i
i
i
i
i
i
i i
i
ii
i
i i i
i
i
i
i
i
i
i
Beratung und Austausch
Integrierte Angebote / soziale T
reffpunkte
Qualifizierter
Quartiersstützpunkt
Beratungsstelle,
Sozialbüro, Seniorenbüro
Begegnungsstätte
Gesprächskreis
Offener Mittagstisch
Bäckereicafé
i
Begegnung und Beratung
MASTERPLAN AL
TENGERECHTE QUARTIERE
0 0,5 1 2 3 km
Stand: April 2016
Erläuterungen: 
Grau hinterlegt sind Wohnsiedlungsbereiche und gemischt genutzte Bereiche mit Wohnanteilen.
Begegnungsstätte bezeichnet hier die durch die Stadt Münster geförderten Begegnungsangebote für Seniorinnen und Senioren, die mind. zwei Stunden in der Woche zur Verfügung stehen.
Gesprächskreise sind Angebote zum Austausch für pflegende Angehörige, u.U. mit inhaltlichen Schwerpunkten wie demenziell erkrankten Pflegebedürftigen.
Als Qualifizierter Quartiersstützpunkt im Sinne des Masterplans wird ein quartiersnahes Angebot aus offenem Mittagstisch, lokaler ambulanter Pflege im Umfeld und Pflegeberatung und ggf. weiteren Elementen wie einer Pflege-WG bezeichnet.
Es wurde teilweise auf Standorterhebungen älteren Datums aus den Beständen der Stadt Münster zurückgegriffen.
KARTE II

Anhang 1 
142

Münstersche Aa
Münstersc
he
Aa
Werse
Angel
Ems
Dortmund - Ems - Kanal
Aa
See
-
Dortmund - Ems - Kanal
Dortmund-Ems-Kanal
Altenberge
Gronau
Lüdinghausen
Rheine
Warendorf
Hamm
Gimbte
Osnabrück
Recklinghausen
Telgte
Westbevern
Albersloh
GremmendorfMecklenbeck
Roxel
Nienberge
Kinderhaus
Häger
Coerde
Gievenbeck
Sprakel
RinkerodeDortmund
Senden
Bösensell
Albachten
Amelsbüren
Hiltrup
Angel-
Wolbeck
modde
St. Mauritz
Handorf
Gelmer
Waldfriedhof
Lauheide
Coesfeld
Recklinghausen
Dortmund
Hamm
Beckum
Warendorf
Osnabrück
RheineGronau
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
235
1
73E
43
1
73E
1
73E
54
Münster - Nord
Anschluss
Münster - Süd
Autobahnkreuz
DB
Münster-Hiltrup
Anschluss
Bf
Bf
Bf
Bf
Bf
Bf
Bf
Bf
Verkehr
MASTERPLAN AL
TENGERECHTE QUARTIERE
0 0,5 1 2 3 km
ÖPNV
MIV
Fußverkehr
Tankstelle mit DRS
Bahnhof / Haltepunkt Regionalverkehr
T
axibus-Tagesnetz
Bus-Tagesnetz
Taxistand
Öffentliche Toilette
Stand: April 2016
Bf
Erläuterungen:
Grau hinterlegt sind Wohnsiedlungsbereiche und gemischt genutzte Bereiche mit Wohnanteilen.
Taxibus bezeichnet eine Form der bedarfsorientierten Bedienung im ÖPNV, i.d.R. mit kleineren Fahrzeugen und nach Anforderung, aber zu festen Abfahrtszeiten und im Preissystem des ÖPV-Anbieters.
DRS bedeutet Dienst-Ruf-System, Autofahrer/innen mit Unterstützungsbedarf können mittels eines Funksenders Tankstellenpersonal an ihr Fahrzeug rufen.
Es wurde teilweise auf Standorterhebungen älteren Datums aus den Beständen der Stadt Münster zurückgegriffen.
KARTE III

Anhang 1 
144

Münstersche Aa
Münstersc
he
Aa
Werse
Angel
Ems
Dortmund - Ems - Kanal
Aa
See
-
Dortmund - Ems - Kanal
Dortmund-Ems-Kanal
Altenberge
Gronau
Lüdinghausen
Rheine
Warendorf
Hamm
Gimbte
Osnabrück
Recklinghausen
Telgte
Westbevern
Albersloh
Gremmendorf
Mecklenbeck
Roxel
Nienberge
Kinderhaus
Häger
Coerde
Gievenbeck
Sprakel
RinkerodeDortmund
Senden
Bösensell
Albachten
Amelsbüren
Hiltrup
Angel-
Wolbeck
modde
St. Mauritz
Handorf
Gelmer
Waldfriedhof
Lauheide
Coesfeld
Recklinghausen
Dortmund
Hamm
Beckum
Warendorf
Osnabrück
RheineGronau
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
235
1
73E
43
1
73E
1
73E
54
Münster - Nord
Anschluss
Münster - Süd
Autobahnkreuz
DB
Münster-Hiltrup
Anschluss
Pflege
Wohnen
Altenpflegeheim
Service Wohnen
Demenz- und Pflege-
WG für Ältere
Neues W
ohnen mit
Älteren
Kurzzeitpflege
Tagespflege
Demenzgruppe
2 Einrichtungen an
einer Adresse
2 Einrichtungen an
einer Adresse
3 Einrichtungen an
einer Adresse
Pflege und Wohnen
MASTERPLAN ALTENGERECHTE QUARTIERE
0 0,5 1 2 3 km
Stand: April 2016
Erläuterungen:
Grau hinterlegt sind Wohnsiedlungsbereiche und gemischt genutzte Bereiche mit Wohnanteilen.
Altenpflegeheim bezeichnet hier kurz vollstationäre Einrichtungen umfassender (Dauer-)Pflege.
Demenzgruppe bezeichnet hier kurz niedrigschwellige Betreuungsangebote gemäß §45b SGB XI, die für demenziell erkrankte Personen angeboten werden.
Es wurde teilweise auf Standorterhebungen älteren Datums aus den Beständen der Stadt Münster zurückgegriffen.
KARTE IV

Anhang 1 
146

Münstersche Aa
Münstersc
he
Aa
Werse
Angel
Ems
Dortmund - Ems - Kanal
Aa
See
-
Dortmund - Ems - Kanal
Dortmund-Ems-Kanal
Altenberge
Gronau
Lüdinghausen
Rheine
Warendorf
Hamm
Gimbte
Osnabrück
Recklinghausen
Telgte
Westbevern
Albersloh
Gremmendorf
Mecklenbeck
Roxel
Nienberge
Kinderhaus
Häger
Coerde
Gievenbeck
Sprakel
RinkerodeDortmund
Senden
Bösensell
Albachten
Amelsbüren
Hiltrup
Angel-
Wolbeck
modde
St. Mauritz
Handorf
Gelmer
Waldfriedhof
Lauheide
Coesfeld
Recklinghausen
Dortmund
Hamm
Beckum
Warendorf
Osnabrück
RheineGronau
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
235
1
73E
43
1
73E
1
73E
54
Münster - Nord
Anschluss
Münster - Süd
Autobahnkreuz
DB
Münster-Hiltrup
Anschluss
0 0,5
1 2 3 km
M M
M
M
M
M
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Wochenmärkte
Banken / Sparkassen
Lebensmittel
Zentrale Versorgungsbereiche
einmal wöchentlich
zweimal wöchentlich
1 Einrichtung
1 Geschäft
Stadtzentrum, Stadtbereichszentrum
10 Einrichtungen
10 Geschäfte
Grundversorgungszentrum, Nahbereichszentrum
MM
Nahversorgung
MASTERPLAN AL
TENGERECHTE QUARTIERE
0 0,5 1 2 3 km
Stand: April 2016
Erläuterungen:
Grau hinterlegt sind Wohnsiedlungsbereiche und gemischt genutzte Bereiche mit Wohnanteilen.
Es wurde teilweise auf Standorterhebungen älteren Datums aus den Beständen der Stadt Münster zurückgegriffen.
KARTE V

Anhang 1 
148

Anhang 2 
149

Anhang 2 
150

Anhang 2 
151

Anhang 2 
152

Anhang 3 
Quelle: Destatis –  Statistisches Bundesamt (2016): Interaktive Länderpyramiden 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung nach Bundesländern,  Wiesbaden. Online unter: 
https://www.destatis.de/laenderpyramiden. Eigene Ermittlungen mit Variante 2 Kontinuierliche Entwicklung bei stärkerer Zuwanderung (G1-L1-W2). 
Prognostizierter Altersaufbau bei Eintritt der Baby-Boomer-Generationen in Ruhestandsalter und Hochaltrigkeit (60 und 80 Lebensjahre) für NRW und 
Deutschland

154

Beratungsverlauf (8)

18.01.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 7 Einbringung Entscheidung

Beschluss: Vorlage eingebracht

Zur Sitzung
19.01.2017 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 8 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.02.2017 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 5.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.02.2017 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.02.2017 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
08.03.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
22.03.2017 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 25.1 Bericht
Zur Sitzung
22.03.2017 Rat
TOP 29.1 Bericht
Zur Sitzung

Orte (47)

  • Gartenstraße
  • Hammer Straße
  • Pienersallee
  • Hülshoffstraße
  • Warendorfer Straße
  • Marktallee
  • Friedrich-Ebert-Straße
  • Breslauer Straße
  • Telgter Straße
  • Wilhelmstraße
  • Wolbecker Straße
  • Rüschhausweg
  • Idenbrockplatz
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  • Kemperweg
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  • Kappenberger Damm
  • Steinfurter Straße
  • Umgehungsstraße
  • Sentruper Höhe
  • Erbdrostenweg
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  • Asche
  • Werse

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0908/2016
Typ
Vorlagen
Datum
09.11.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37