V/0617/2024
Innenstadt stärken: Umgestaltung von Domplatz und -quartier - Ergebnisse des partizipativen Planungsprozesses
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Anlage 1 Endbericht Planungsprozess Domplatz
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Entwurf Dezember 2024 Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Anlage 1 zu V/0617/2024 Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 2 Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Stadtplanungsamt Albersloher Weg 33 48155 Münster Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Stadtplanungsamt Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt Ansprechpartnerin: Simone Thiesing Stabsstelle Projektsteuerung Innere Stadt/Häfen Ansprechpartner: Lukas Fiegen scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbH Friedenstraße 18 44139 Dortmund Ansprechpartnerinnen und -partner: Daniela Fink, Kira Roth, Christoph Schökel, Prof. Kunibert Wachten wbp Landschaftsarchitekten GmbH Nordring 49 44787 Bochum Ansprechpartnerinnen: Rebekka Junge, Luisa Walterbusch Gestaltung scheuvens + wachten plus, Dortmund Bildnachweis scheuvens + wachten plus, wbp und Stadt Münster, wenn nicht anders benannt Münster | Dortmund/Bochum, im Dezember 2024 Aktuelle Informationen zum Zukunftsprozess für die Innenstadt „Stadt. Raum. Leben. #münsters mitte machen“ unter: www.muensters-mitte-machen.de Herausgeberin Bearbeitung Impressum Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 3 Vorspann - Das INSEK Münster-Innenstadt und die Schlüsselräume 1. Zukunft Domplatz und -quartier: Ein partizipativer Planungsprozess 1.1 Warum und wie? - Partizipative Konzeptentwicklung 1.2 Mit wem und in welcher Schrittfolge? - Die Beteiligten und die Vielfalt der Formate 1.3 Welches Resultat? - Einige Ergebnisse der Partizipation 2. Ein fast perfekter Stadtraum, aber mit Potenzial 3. Die Zukunftsplanungen für Domplatz und -quartier: Eine schrittweise Entwicklung mit Augenmaß 3.1 Ränder des Platzes: von Fassade zu Fassade 3.2 Niveaugleiche Fahrbahn für Domplatz und Pferdegasse 3.3 Barrierefreiheit: Wege über den Platz und Leitsystem 3.4 Erreichbarkeit und ruhender Verkehr 3.5 Mehr Vielfalt auf dem Platz 3.6 Beleuchtung und Sicherheit 3.7 Marktnutzung und Großevents 3.8 Bäume und Klimagerechtigkeit 4. Resümee: Der Domplatz im Ganzen 4.1 Auf den Punkt gebracht 4.2 Wie es weitergeht: Die nächsten Schritte zur Umsetzung Zu guter Letzt: Details des Platzes Inhalt 4 6 6 6 11 12 14 15 16 17 19 20 23 24 25 28 30 31 32 Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 4 Vorspann - Das INSEK Münster-Innenstadt und die Schlüsselräume Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt Die Stadt Münster arbeitet kontinuierlich daran, die Zukunftsentwicklung der Innenstadt positiv zu gestalten. Dies geschieht in bereits bewährter Weise im Schulterschluss zwischen Stadt Münster und zahlreichen öffentlichen und privaten Akteurinnen und Akteuren, die sich hierfür engagieren und ge- meinsam einsetzen. Mit diesem Anspruch wurde unter intensiver Ein- beziehung der Stadtgesellschaft ein Zukunftskon- zept für die Innenstadt erarbeitet, das sogenannte „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt“ (INSEK Münster-Innenstadt), das vom Rat der Stadt Münster im März 2023 beschlossen wurde. Es dient als Leitorientierung für die Zukunftsentwicklung der Innenstadt und defi niert unter anderem auch einen Rahmen für zahlreiche städtebauliche Schlüsselräu- me und -maßnahmen (s. Abbildung Stadträumliches Konzept). Eine vom Rat der Stadt Münster priorisier- te Maßnahme des INSEK Münster-Innenstadt ist die Umgestaltung des Domplatzes und -quartieres mit Pferdegasse (M3.35 im INSEK Münster-Innenstadt, 2023). Der Domplatz besitzt in vielerlei Hinsicht einen herausgehobenen Stellenwert in der Stadt. Er ist das Herzstück und die Keimzelle Münsters. Von hier aus, ausgehend von der Domburg, hat sich die Stadt kontinuierlich entwickelt und der Dom, der Sitz des Bischofs, die Gebäude der Kurien, das Klarissen- kloster zeugen noch heute von dieser Historie. Die große Bedeutung des Domplatzes hat sich heute auch im städtischen Alltagsleben verfestigt. Zweimal wöchentlich fi ndet hier der große Wo- chenmarkt statt, der als einer der zehn schönsten Deutschlands gilt und eine überregionale Anzie- hungskraft hat. Überdies wird der Domplatz wegen seiner Größe und zentralen Lage regelmäßig für eine Vielzahl von Veranstaltungen wie beispielswei- se das Stadtfest genutzt. Der Dom dominiert das Bild des Platzes, der überwiegend von kirchlichen, öffentlichen, universitären und kulturellen Einrich- tungen aber auch von Gastronomie, Handel und Dienstleistungen gesäumt ist. Bis in die jüngste Vergangenheit bot der Domplatz auch Parkraum für Autos. Seitdem die zwei dortigen Parkplätze nicht mehr als solche genutzt werden und anstelle von PKWs nun Stühle und Bänke stehen, zeigt sich, wie gerne diese Orte von den Menschen auch für das Verweilen genutzt werden. Es wird deutlich, dass dieser Stadtraum noch we- sentlich mehr leisten kann als das bislang Angebotene. Überdies weisen der Domplatz und auch die sich an- schließende Pferde- gasse einige Mängel auf, die es mit Blick auf eine zukunftsge- rechte Entwicklung der Innenstadt zu be- seitigen gilt: Fehlen- de Barrierefreiheit, Hitzeinsel, gestresste Bäume, fehlende Klimaresilienz und eingeschränkte Nut- zungsvielfalt sind hier beispielhaft zu nennen. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2024 ein partizipativer Planungsprozess durchgeführt. Im Er- gebnis liegt nun eine Konzeptskizze für eine „sanfte“ Umgestaltung von Domplatz und -quartier inklusive der Pferdegasse als Grundlage für nachfolgende konkrete Entwurfsplanungen vor. Ein kooperatives Erarbeiten dieser Konzeptskizze mit der Einbindung der Anrainerinnen und Anrainern, von Fachleuten sowie von weiteren Akteurinnen und Akteuren der Innenstadtentwicklung von Anfang an und ein früh- zeitiger Dialog mit der Bürgerschaft standen hierbei im Fokus. Der partizipative Planungsprozesses wird im Rah- men des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innen- städte und Zentren“ durch Fördermittel fi nanziell unterstützt. Dieser Endbericht dokumentiert den partizipati- ven Planungsprozess und insbesondere dessen Ergebnisse zur Umgestaltung von Domplatz und Pferdegasse. Er dient damit als erster wichtiger Meilenstein der Gesamtmaßnahme „Umgestal- tung Domplatz und -quartier“ und als Leitlinie für die sich anschließenden konkretisierenden noch nötigen Planungs- und Entwurfsarbeiten bis hin zur baulichen Umsetzung. INSEK Münster-Innenstadt (2023) Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 5 Stadträumliches Konzept INSEK Münster-Innenstadt (2023) (Quelle: s+w plus und Junker Kruse Stadtforschung.Planung) Handlungsfelder des INSEK Münster-Innenstadt (2023) Beteiligung im INSEK Münster-Innenstadt-Prozess (2023) Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 6 1.2 Mit wem und in welcher Schrittfolge? Die Beteiligten und die Vielfalt der Formate Akteurinnnen und Akteure im Prozess 1. Zukunft Domplatz und -quartier: Ein partizipativer Planungsprozess Eine Vielfalt an Formaten des Gedanken- und Ideenaustauschs, der Zusammenarbeit und der Verständigung ist notwendig, um die zahlreichen Akteurinnen und Akteure und deren unterschied- liche Sichten, Anforderungen und Interessen zur Zukunftsgestaltung von Domplatz und Pferdegasse einzubeziehen. So wurde im Rahmen dieses par- tizipativen Planungsprozesses eine Bandbreite an Veranstaltungen aufgespannt, die von Einzelgesprä- chen über Gruppenarbeiten und Werkstätten bis hin zur öffentlichen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger mit Ausstellung, Dialog und Führungen reichte. Dieses breit angelegte kooperative Heran- gehen an die Aufgabe führte im Ergebnis zu einer Konzeptskizze für diesen Ort, die eine breite Zu- stimmung erfährt. Die vorliegende Konzeption ist somit das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit von Stadt, (Planungs)-Fachleuten, Anliegerinnen und Anliegern, politischen Vertreterinnen und Vertretern sowie der Stadtgesellschaft. 1.1 Warum und wie? - Partizipative Konzeptentwicklung Die Attraktivität eines Platzes ist neben den unmit- telbar dort bestehenden Nutzungsmöglichkeiten wesentlich von der Ausstrahlung seiner Ränder abhängig. Neben der fachlichen Arbeit der Stadt Münster – unterstützt durch ein externes Stadtpla- nungs- und ein Landschaftsarchitekturbüro – war es deshalb ein unverzichtbarer Baustein des Prozesses, die Nutzerinnen und Nutzer des Platzes selbst, aber vor allem auch dessen Anliegerinnen und Anlieger vom „ersten Strich“ an in die Erarbeitung der Kon- zeptskizze einzubinden. Ihre Belange an die Funk- tion dieses Ortes, Anforderungen an Erreichbarkeit und Repräsentanz und Ideen für die zukünftige Nutzung und Gestaltung waren genauso zu erfassen wie ihre möglichen Beiträge zur Belebung dieses Stadtraumes. In ähnlicher Weise galt dies auch für den Austausch von Gedanken und Ideen mit Multiplikatoren in der Innenstadt wie beispielsweise der „Initiative Starke Innenstadt Münster e.V.“ (ISI e.V.), mit einigen (Planungs-)Fachverbänden und politischen Ver- treterinnen und Vertretern. Auf dieser Grundlage wurde dann der Dialog für weitere Akteurinnen und Akteure der Stadtgesellschaft und letztendlich auch für alle Bürgerinnen und Bürger und Gäste Münsters eröffnet. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 7 Impressionen der Partizipationsveranstaltungen zum Planungsprozess 7 Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 8 Die Steuerung des gesamten Planungsprozesses obliegt bei der Stadt Münster dem Stadtplanungs- amt. Besonders hervorzuheben ist auch das bereits langjährig etablierte „Zentrenmanagement“, ein Zusammenschluss von Münster Marketing, Stadtpla- nungsamt, Wirtschaftsförderung Münster GmbH und dem ISI e.V., mit dem diese Maßnahme im engen Schulterschluss ausgeführt wird. Da ein Platz viele verschiedene Aufgaben erfüllt und auch der laufenden Pflege und Unterhaltung bedarf, sind unterschiedliche Fachgebiete wie Grünplanung, Klimagerechtigkeit, Wasserwirtschaft, Mobilität und Tiefbau, Sicherheit, Barrierefreiheit oder Stadtge- staltung bei einer Planung einzubinden. Deshalb wurden zunächst Gespräche mit verschiedenen Fachämtern und -stellen der Stadt Münster und beispielsweise auch mit Polizei und Feuerwehr geführt, um so wichtige Grundlagen für die Konzep- tionserarbeitung zusammenzutragen. Nach dieser umfänglichen Sammlung verschiedens- ter Belange und Anregungen wurde in einer Ver- waltungswerkstatt mit den thematisch betroffenen Fachämtern und städtischen Dienststellen an einer ersten Konzeptidee gearbeitet und auch die räumli- che Abgrenzung des Planungsbereiches festgelegt. Aufbauend auf diesen Vorarbeiten wurden dann, wie in einem „Speed-Dating“, zeitlich konzentrierte, intensive Gespräche in kleinen Gruppen mit Anrai- nerinnen und Anrainern und auch mit Nutzerinnen und Nutzern von Domplatz und Pferdegasse geführt. Zu nennen sind zum Beispiel das Bistum Münster und das Domkapitel, der Bau- und Liegenschafts- betrieb NRW, die Universität Münster, insbesondere auch mit den drei an der Pferdegasse gelegenen Museen der Universität (Bibelmuseum, Geomuse- um, Museum für Archäologie), dem Fürstenberghaus und dem Philosophikum, das LWL Museum für Kunst und Kultur sowie der Bau- und Liegenschafts- betrieb des LWL, die Bezirksregierung Münster und einzelne Mitglieder des ISI e.V.. Unter der Überschrift „Think Tank“ wurde das Zwi- schenergebnis auch mit Vertretenden der Fach- welt erörtert und auf den Prüfstand gestellt. Der Münsterland Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB), Münsterlän- der Architekten- und Ingenieurverein e. V. (MAIV), Westfalen bauen Kultur e. V. und Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) haben dabei ihre Expertise und ihre Wahrnehmung einfließen lassen. Aus diesen Dialogrunden sind zahlreiche Anregun- gen und Vorschläge hervorgegangen, die nach einer weiteren Konzeptausarbeitung in einer zweiten ver- tiefenden Verwaltungswerkstatt überprüft wurden. In der Mehrzahl haben sie danach Eingang in die Konzeptskizze für Domplatz und -quartier finden können. In einer sich anschließenden großen Werkstattver- anstaltung kamen die eingebundenen Verwaltungs- fachleute erstmals gemeinsam mit allen interessier- ten Anliegerinnen und Anliegern und Nutzerinnen und Nutzern von Domplatz und Pferdegasse zusam- men, um gemeinschaftlich den letzten „konzeptio- nellen Feinschliff“ der Planungsideen vorzunehmen. Das auf diese Weise partizipativ erarbeitete Pla- nungskonzept wurde dem fest etablierten „In- terfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt“, in dem Ratsvertreterinnen und -vertreter aller Fraktionen und -gruppen sowie der Bürgermeister des Stadtbe- zirks Mitte vertreten sind, vorgestellt und auch dort abgestimmt. Um im Besonderen die Berücksichtigung der Belan- ge von Menschen mit Behinderungen in die Planung zu integrieren, wurden diese auch mit einer Arbeits- gruppe der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen besprochen. Nach diesen vielfältigen Partizipationsschritten lag ein breit vorabgestimmter Entwurf einer Konzept- skizze mit Plandarstellungen soweit ausgearbeitet vor, dass er der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte. Mit dem „Domplatz-Dialog“ fand eine fünftägige, vielfältig ausgestaltete Beteiligung der Bürgerin- nen und Bürger auf dem Domplatz statt. In einem Pavillon wurden das Konzept und die Gestaltungs- ideen präsentiert. Alle Interessierten konnten mit Expertinnen und Experten der Verwaltung und der Planungsbüros täglich während des gesamten Tages ins Gespräch kommen und eigene Anregungen und Vorschläge einbringen. Außerhalb des Pavil- lons bestand die Gelegenheit, sich die Entwürfe an Bauzäunen rund um die Uhr anzusehen und sich mittels Online-Portal zu beteiligen. Der Zeitraum der Aktion war so gewählt, dass die Besucherinnen und Besucher den Domplatz an einem Markttag, einem Sonntag aber auch an gewöhnlichen Werktagen in völlig unterschiedlichen „Settings“ erleben konnten. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 9 Prozessablauf mit Arbeitsschritten und Partizipationsformaten Um einige Konzeptideen symbolisch zu veranschau- lichen und aufzuzeigen, welche neuen Qualitäten der Domplatz und die Pferdgasse zukünftig zu- sätzlich entwickeln können, wurden parallel einige „Ausprobierformate“ installiert. Auf der ehemaligen westlichen Parkplatzfläche bot ein als Getränkesta- tion gestalteter Container Getränke an, zusätzliche Domplatz-Oasen-Stühle wurden auch dort aufge- stellt. Auf einigen Stellplätzen an der Ostseite des Domplatzes schufen der ISI e.V. gemeinsam mit dem dort ansässigen Modehaus Schnitzler einen „Platz für den Moment“ mit Tischen und Bänken, einem kleinen Gastronomieangebot und Begrünung. Die Pferdegasse veränderte ihr Gesicht durch zwanzig im Straßenraum aufgestellte Pflanzkübel mit Stadt- grün. Begleitet wurde die Ausstellung von einem in Kooperation mit dem Kinderschutzbund angebote- nen Kinderprogramm, einem Konzert der „Capella Ludgeriana“, dem Knabenchor des Doms, und von kommentierten Führungen für geladene Gruppen und für alle Menschen, denen die Planungen vor Ort näher erklärt wurden. Durch das vielfältige Pro- gramm konnten verschiedene Zielgruppen erreicht und gezielt in die Beteiligungsaktion eingebunden werden. Gleichzeitig konnte so die Vielfalt an neuen potenziellen Nutzungsmöglichkeiten dieses Ortes veranschaulicht werden. Einen Abschluss findet dieser partizipative Pla- nungsprozess mit Beschlussfassung des Rates der Stadt Münster zur Planungskonzeption. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 10 Anregungen aus dem Domplatz-Dialog und der Online-Beteiligung (dunkel gefärbt = am häufi gsten genannt) Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 11 1.3 Welches Resultat? - Einige Ergebnisse der Partizipation Im Verlauf der dargestellten zahlreichen Partizipati- onsrunden unterschiedlichen Formats haben viele Grundzüge der Konzeptskizze Zustimmung gefun- den: • Das Prinzip, die Umgestaltung von Domplatz und -quartier möglichst „sanft“ mit so wenigen Ein- griffen wie möglich vorzunehmen, wurde geteilt, ebenso die Akzentsetzungen auf eine neue Viel- falt der Nutzungsmöglichkeiten und -angebote, auf Klimaresilienz und auf die Anforderungen der Barrierefreiheit. • Auch darüber, die Südseite des Doms als Raum für urbane Aktivitäten vorzusehen und auf der Nordseite im Bereich Horsteberg eine Folge kleiner Plätze und Höfe als Rückzugsorte sicher- zustellen, bestand Konsens. • Einigkeit bestand auch darin, dass der Markt und Großevents natürlich nach wie vor dort stattfin- den werden und dies in der Gestaltung Berück- sichtigung finden muss. • Die Ränder gestalterisch in den Platz einzubezie- hen und auch die heutigen Fahrbahnen umzuge- stalten, hat ebenfalls viel Anklang gefunden. • Die Pferdegasse als Hauptzugang zum Domplatz aufzuwerten und sie so umzugestalten, dass sie den Charakter als reiner Durchgangs- und Verkehrsraum verliert und zu einem Verknüp- fungsraum zwischen den beidseits gelegenen vier Museen wird, hat gleichermaßen ein äußerst positives Echo erfahren. • Das galt in ähnlicher Weise auch für die Vorschlä- ge zu versuchen, mehr Gastronomie am Süd- und Ostrand des Domplatzes anzubieten sowie die Ausstattung - vor allem auch auf den ehemaligen Parkplatzflächen - mit mehr nicht-kommerziellen Aufenthalts- und Sitzgelegenheiten, Trinkwasser- spendern, einer barrierefreien WC-Anlage und einem Wasserspiel zu verbessern. Neben der Befürwortung dieser grundsätzlichen Eckpunkte der Konzeptskizze haben die Beteili- gungsformate noch eine Reihe von weiteren Hin- weisen und Anforderungen hervorgebracht, die der nebenstehenden Grafik zu entnehmen sind (s. Abbildung links). Soweit möglich wurden diese Anregungen in die Konzeption aufgenommen oder teils einem Themenspeicher zugeführt, der bei der späteren detaillierteren Ausführungsplanung erneut hinzugezogen wird. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 12 2. Ein fast perfekter Stadtraum, aber mit Potenzial Zunächst haben fast alle Menschen, die den Dom- platz und seine engste Umgebung aufsuchen, den Eindruck, dass dies ein attraktiver und gut funk- tionierender Stadtraum ist. Der Dom bietet eine faszinierende Platzkulisse. Beeindruckend sind auch die dominante diagonale Wegeführung und zugleich Blickachse zwischen dem Bischöfl ichen Palais und dem Historischen Rathaus. Auch die Topographie des Platzes und seine Erhabenheit, die die histo- rische Bedeutung des Standortes für die Domburg begründet hat, ist spürbar. Verstärkt wird der Eindruck der Attraktivität des Domplatzes an den Markttagen und wenn dort Feste gefeiert werden, das heißt, wenn er richtig belebt ist und ein urbanes Flair zeigt. Der Domplatz kann auch beschaulich schön sein und eine fast südländische Atmosphäre vermitteln, zum Beispiel sommertags, wenn die Abendsonne unter den Bäumen sitzend genossen werden kann. Also: Ein schon nahezu per- fekter Ort! Aber durchaus mit weiterem Potenzial! Wie so oft zeigen sich die „Unebenheiten“ erst bei näherer Betrachtung. Der Platz selbst weist einige Unzulänglichkeiten auf, die eine gute Nutzbarkeit für alle einschränkt. So ist er nicht barrierefrei zugänglich und überquerbar. Und nicht immer zeigt sich dort die Lebendigkeit, die an den Markttagen herrscht. Oftmals ist der Domplatz ein wenig ge- nutzter Transitraum. Die Fußabdrücke der früheren Parkplatznutzungen beherrschen noch das Bild. Im Boden zeichnen sich die asphaltierten Stellplätze ab, die Bäume leiden unter schlechten Standort- bedingungen und sind teils nicht klimaresistent. Die Pferdegasse als wichtiger Zugang zum Domplatz und -quartier erscheint als reiner Verkehrsraum mit wenig Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger und lässt die angrenzenden Museen nicht richtig zur Geltung kommen. Dies sind einige Mängel, die ein Verbesserungspotenzial dieses Ortes begründen. Darüber hinaus ist die Vermutung naheliegend, dass der Domplatz noch deutlich mehr an urbanen Qualitäten aufweisen kann als er bislang zeigt: Neue Betrachtungs- und Handlungsraum des Projekts Betrachtungsraum Handlungsraum Erweiterter Handlungsraum Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 13 Nutzungs- und Aufenthaltsangebote, ein Ort mit mehr Lebendigkeit und Vielfalt. Ein Beleg dafür ist die zunächst temporär geplante Aktion der „Domp- latz-Oase“ mit ihren markanten gelben Stühlen, die sich mittlerweile etabliert hat. Sie war ursprünglich mit der Absicht initiiert worden, zu zeigen, dass aus einem ehemaligen Parkplatz ein „Lieblingsort“ wer- den kann. Der Erfolg der Aktion zeigt eine Facette von Möglichkeiten, den Domplatz mit „minimalin- vasiven Eingriffen“ noch attraktiver zu machen, ein Potenzial, das noch nicht überall ausgeschöpft ist. Die wesentlichen Stärken und Schwächen von Dom- platz und -quartier wurden in den zahlreichen Ar- beits- und Beteiligungsformaten herausgearbeitet. Ein wichtiger Aspekt der Konzeptskizze für Domplatz und Pferdegasse ist, dass eine behutsame, mög- lichst eingriffsarme Umgestaltung und Optimierung des Ortes angestrebt wird, die in einzelnen Schrit- ten erfolgen kann. Die wesentlichen Stärken des Stadtraums liegen zum Beispiel in: • der Kulisse des Doms, die das Bild des Platzes auf seiner Längsseite bestimmt, • die Lage des Doms, die den Domplatz in einen eher ruhigen Rückzugsort im Norden und in einen lebendigeren urbanen südlich des Doms gelegenen Bereich unterteilt, • der dichte Baumbestand, der den offenen Raum einfasst, gute Aufenthaltsqualitäten im Westen und Osten des Platzes bietet und Schatten und Kühle spendet, • das Natursteinpflaster in unterschiedlichen Verlegearten je nach Bereich, das dem Platzbo- den generell eine hohe Wertigkeit verleiht und stadtbildprägend ist, • der Wochenmarkt als besondere Stärke, da er mit seiner Eigenart eine große Ausstrahlung und Anziehungskraft besitzt und vor der Kulisse des Doms ein besonderes Flair hat, • die Gastronomie an der Südseite, die für eine gute Belebung am Platzrand sorgt und die man sich auch in den anderen Randbereichen wünscht. • das mit der „Domplatz-Oase“ und dem neuen (temporären) Mobiliar auf den ursprünglichen Parkplatzflächen entstandene nicht-kommerzielle Aufenthaltsangebot, mit dem die Verweilqualität auf dem Platz und auch seine Belebung deutlich erhöht wird. Dem sind folgende wesentliche Schwachpunkte gegenüberzustellen: • die Dominanz der randlichen Straßenflächen im gesamten Erscheinungsbild des Domplatzes, • die mit den Straßenflächen verbundene Barrie- rewirkung zwischen dem Platz und seinen Rän- dern, die zu funktionalen Einschränkungen und Belebungshindernissen führt, • die immer noch optisch präsenten früheren Park- platzflächen am Ost- wie am Westrand, die den Platzzusammenhang stören und gestalterische Mängel aufweisen, • fehlende Nutzungen in den Erdgeschossen der platzrahmenden Gebäude, die die Ränder be- leben und zugleich auf den Platz ausstrahlen könnten, • eine mangelnde Vielfalt der Nutzungsangebo- te, die dazu führt, dass der Platz außerhalb der Marktzeiten zumeist nur als Transferraum genutzt wird, • die fehlende Barrierefreiheit des Platzes vor al- lem aufgrund des Kopfsteinpflasters, der Pferde- gasse mit sehr schmalen Bordsteinbereichen und des Bereichs Horsteberg, der verschiedene Hö- henniveaustufen aufweist, und auch hinsichtlich des fehlenden Angebots an für alle Menschen zugänglichen öffentlichen Toiletten, • der teilweise schlechte Zustand der Bäume aufgrund schlechter Standortbedingungen und fehlender Klimaanpassungsfähigkeit, • der Platz als sommerliche Hitzeinsel mit Straßen- räumen, die stark versiegelt sind, • der Pflastermix, der in der jüngeren Zeit durch Reparatur- und Anpassungsmaßnahmen entstan- den ist und nun die Einheitlichkeit im Belagsbild stört, • das teils veraltete, nicht barrierefreie Mobiliar, das nicht nur das Erscheinungsbild beeinträch- tigt, sondern auch nicht von allen Menschen gut nutzbar ist. • und schließlich die linear an den Platzrändern abgestellten Fahrräder, die zusätzliche Barrieren bilden. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 14 3. Die Zukunftsplanungen für Domplatz und -quartier: E Eine schrittweise Entwicklung mit Augenmaß Das Augenmerk der Zukunftskonzeption für Domp- latz und Pferdegasse ist darauf gerichtet, diese Orte möglichst schrittweise, schonend und ressourcen- sparend, also „mit Augenmaß“ umzugestalten. Die Verbesserungsmaßnahmen resultieren zum einen aus der Beseitigung von Problemen und Män- geln. Zum anderen sind sie darauf angelegt, die ur- bane Leistungsfähigkeit von Domplatz und -quartier als zentralem Stadtraum in der Münsteraner Innen- stadt zu erhöhen und die noch offenen Potenziale, beispielsweise hinsichtlich Klimaresilienz, Inklusion, mehr Nutzungsvielfalt und veränderter Mobilität zu heben. Domplatz heute Die Maßnahmen der Umgestaltung von Domplatz und -quartier lassen sich folgenden Leitstrategien zuordnen, die im Folgenden anschaulich gemacht werden: • Ränder des Platzes: von Fassade zu Fassade • Niveaugleiche Fahrbahn für Domplatz und Pferdegasse • Barrierefreiheit: Wege über den Platz und Leitsystem • Erreichbarkeit und ruhender Verkehr • Mehr Vielfalt auf dem Platz • Beleuchtung und Sicherheit • Marktnutzung und Großevents • Bäume und Klimagerechtigkeit Domplatz aus der Vogelperspektive Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 15 Konzeptskizze „Platz von Fassade zu Fassade“ 3.1 Ränder des Platzes: von Fassade zu Fassade Der Domplatz soll sich in Zukunft gestalterisch von Fassade zu Fassade erstrecken. Dafür werden die heute trennend wirkenden asphaltierten Straßen, die den Platzraum umgeben, in die Platzfläche integriert. Das vorhandene Pflaster auf dem Platz wird erhalten, ergänzt und bis an die umliegenden Gebäudekanten geführt. Im Rahmen der weiteren Umgestaltung soll dafür im Sinne eines Recyclings vor Ort auch Material eingesetzt werden, das an anderen Stellen nicht mehr benötigt wird. Münsterplatz Freiburg (@Jürgens.mi) Ränder des Platzes: von Fassade zu Fassade Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 16 Konzeptskizze „Niveaugleiche Fahrbahn“ 3.2 Niveaugleiche Fahrbahn für Domplatz und Pferdegasse Die heutige Barrierewirkung der Straßen mit den randlichen Gehwegen wird durch eine niveau- gleiche Neugestaltung und die Verwendung eines barrierefreien Pflastermaterials reduziert. Durch die durchgehende Pflasterung von Bürgersteig, Fahrbahn und Platz „auf einer Höhe“ gehören die Randflächen zukünftig optisch zum Platz und hinderliche Bordsteinkanten fallen weg. Nur die Bushaltebereiche erhalten ein Bord, um den barri- erefreien Einstieg in die Busse zu gewährleisten. So wird ein weitestgehend barrierefreier Platz geschaf- fen. Auch die Pferdegasse erhält eine niveaugleiche neue Pflasterung und damit eine neue gestalteri- sche Aufteilung und Aufwertung des Straßen- und Gesamtraumes. Dadurch werden die Museen stärker mit dem öffentlichen Raum in Verbindung gebracht. Es entsteht mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger und die Barrierefreiheit wird verbessert. Innenstadt Billerbeck (@Lohaus-Carl-Köhmos) Niveaugleiche Fahrbahn für Domplatz und Pferdegasse Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 17 3.3 Barrierefreiheit: Wege über den Platz und Leitsystem Barrierefreie Wege über den Platz Auf der Platzfläche werden Bänder mit gesägtem Natursteinpflaster eingebracht. Diese nehmen zum Teil historische Achsen auf oder zeichnen wich- tige Wegeverbindungen nach. Das Material weist eine möglichst ebene Oberfläche auf, ist damit gut begehbar, verbessert die Querung des Platzes sowie den Zugang zum Dom für mobilitätseingeschränk- te Personen und fügt sich zugleich sehr gut in das Stadtbild ein. Die barrierefreien Achsen werden über die Straßen- und Fahrbahnflächen bis zu den Platzrändern als sichere Querungsmöglichkeiten verlängert. Die Achse in Richtung Überwasserkirche bzw. Rathaus soll auf 4,5 m verbreitert werden, um eine gefahrenlose Begegnung von Fußgängerinnen und Fußgängern und Radfahrerinnen und Radfah- Barrierefreie Pflasterbänder, Münsterplatz Basel (@Marc David Vardai) Konzeptskizze „Barrierefreiheit und Wege über den Platz“ Barrierefreiheit: Wege über den Platz und Leitsystem Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 18 rern zu gewährleisten. Die Gehwegbereiche an den Platzrändern und in der Pferdegasse werden eben- falls mit gesägtem Natursteinpflaster gestaltet. Die Fußgängerbereiche werden sich optisch und taktil von den Verkehrswegen abheben, um die Sicher- heit aller Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten. Im Rahmen der Detailplanung sind verschiedene technische Möglichkeiten zu prüfen, ob und wie die glatte Oberfläche auch durch Bearbeitung des vor- handenen Pflasters hergestellt werden kann. Mit einem geschickten Wiedereinbaukonzept wer- den die für die ebenen Wegebänder und weniger wertigen Pflasterflächen erforderlichen Pflasterstei- ne ausgebaut, ggf. bearbeitet und wieder eingebaut. So werden die wertvollen Natursteine bestmöglich wiederverwendet. Natursteine wieder verwenden Leitsystem Die barrierefreien Bänder sind auch ein wichtiges Element des Leitsystems für Blinde und Sehbe- hinderte: Der Wechsel zwischen der gesägten, sehr ebenen Oberflächer der Bänder zum historischen Pflasterbelag des Platzes wird als taktile Leitlinie für Blinde genutzt. Damit entsteht ein Leitsystem, das sich gut in die historische Pflasterflächen und das Altstadtbild integriert. Die Gehwege an den Platzrändern sollen mit einem Sicherheitsstreifen von 1 m Breite zur Fahrbahn eingefasst werden. Auch in die Gestaltung der Pferdegasse wird ein Leitsystem eingeplant. Die genaue Ausgestaltung des Leitsystems sowie die zu verwendenden Materialien sind im weiteren Pla- nungsverfahren noch zu spezifizieren. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 19 Konzeptskizze „Erreichbarkeit und ruhender Verkehr“ 3.4 Erreichbarkeit und ruhender Verkehr Die Erreichbarkeit des Domplatzes mit dem Pkw wird für Anliegerinnen und Anlieger sowie mobi- litätseingeschränkte Personen wie heute erhalten bleiben. Das Planungskonzept geht davon aus, dass auch der Linienbusverkehr sowie der Münsterbus weiterhin den Bereich Domplatz und Pferdegasse passieren werden und die bestehenden Haltestel- len erhalten bleiben. Es wird angestrebt, für Domplatz und Pferdegasse einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit einer 20 km/h-Zone einzurichten und dadurch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen. Auf dem Domplatz wird es weiterhin einige Son- derstellplätze für die Fahrzeuge geben. An den Platzrändern sind an drei Stellen insgesamt 15 Stellplätze für mobilitätseingeschränkter Personen vorgesehen, an der Ostseite weitere Stellplätze bzw. Bereiche für Liefer-, Hol- und Bringverkehr, Hand- werksfahrzeuge und für den Besuch von Arztpraxen. Außerdem werden Fahrradabstellplätze punktuell gebündelt angeordnet, sodass keine Fahrräder die Zugänglichkeit des Platzes von den Rändern her be- einträchtigen. Der Bestand von 320 Radstellplätzen wird erhalten. Die Fahrradinfrastruktur wird ergänzt durch Stellplätze für Lastenräder sowie eine Repa- ratur- und Ladestation. Radabstellplatz mit Bügel Erreichbarkeit und ruhender Verkehr Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 20 Konzeptskizze „Nicht-kommerzieller Aufenthalt und Gastronomie“ 3.5 Mehr Vielfalt auf dem Platz Nicht-kommerzieller Aufenthalt und Gastronomie Die ehemaligen Parkplatzflächen am Ost- und West- rand des Domplatzes werden zu attraktiven nicht- kommerziellen Aufenthaltsorten umgestaltet, in denen alle Menschen sitzen, verweilen, eine Pause genießen oder auch arbeiten können, ohne etwas konsumieren zu müssen. Ein Sommerausschank ist an der Südseite des Plat- zes gut vorstellbar und bietet dort ein zusätzliches gastronomisches Angebot. Vor der östlichen Gebäu- dekante des Domplatzes könnte auf den derzeitigen Pkw-Stellplätzen ebenfalls eine zusätzliche Gastro- nomie im Außenbereich entstehen. Nicht-kommerzieller Aufenthalt und Gastronomie Sommerausschank Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 21 Bildungs- und Kultur-Corner Auf der westlichen bisherigen Parkplatzfläche ent- steht mit einer runden Fläche aus wassergebunde- ner Decke (feiner Split) ein neuer Ort, ein „Bildungs- und Kultur-Corner“. Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, vor allem die anliegenden Museen und die Universität können den neuen Kulturort für Veran- staltungen, Bildungsangebote und Aktionen nutzen. Nördlich des „Bildungs- und Kultur-Corners“ ergänzt ein festinstalliertes Büchertauschregal das Angebot. Spiel Als Bewegungs- und Spielangebot für Kinder ist eine Installation von einzelnen, kleinen Spielgerä- ten, die sich in das Stadtbild einfügen, am Rande der westlichen ehemaligen Parkplatzfläche vorge- sehen. Vorstellbar sind z. B. schlanke Drehspielge- Wasser- und Nebelspiel (@Ardfern) Konzeptskizze „Bildung, Kultur, Spiel, Wasser und Möblierung“ Bildung, Kultur, Spiel, Wasser und Möblierung räte, die keinen gesonderten Fallschutz benötigen. Das dort auch vorgesehene Büchertauschregal soll mit einer festinstallierten per App zugänglichen Ausleihstation für Spielgeräte erweitert werden. Weiterhin ist auf dem Domplatz ein Wasserelement mit Nebelfeld als zusätzliche kleine Attraktion für Kinder vorgesehen. Als weiterer potenzieller Standort für eine kinder- gerechte Gestaltung mit festinstallierten dezenten Spielgeräten ist auch der Horsteberg im Rahmen der Konkretisierung der Planungen zu prüfen. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 22 Brunnen und Wasserelemente Der im südwestlichen Bereich des Domplatzes bestehende Kneipp-Brunnen wird modernisiert und zu einem Trinkwasserbrunnen aufgerüstet. Auch der Brunnen vor dem Bankhaus Lampe soll eine technisch-energetische Modernisierung erfahren. Ein weiterer Trinkwasserbrunnen im Bereich der Domplatz-Oase ergänzt das Trinkwasserangebot. Ein zusätzliches Wasserelement auf dem Platz ist das Nebelfeld, das zum einen als Spielelement genutzt werden kann, aber auch zur Reduzierung der Hitze auf dem Platz durch Verdunstungskühlung beiträgt. Vor allem an heißen Sommertagen wird sich der Kühleffekt des Wasserspiels für den gesamten Platz bemerkbar machen. Möblierung und barrierefreie Toilette Die bereits bestehenden neuen Stadtmöbel sollen vor allem im Bereich der ehemaligen Parkplatz- flächen um weitere barrierefreie Tisch- und Bank- kombinationen ergänzt werden. Weiterhin ist eine Verstetigung der „Domplatz-Oase“ und auch ihre Ausweitung mit den mobilen gelben Stühlen auf beide Räume wünschenswert. Im Bereich der vorhandenen unterirdischen, nicht barrierefreien Toilette soll eine weitere oberirdische barrierefreie Toilette vorgesehen werden. Die Möbel auf dem Platz werden überwiegend aus Holz hergestellt. So wird auch hier ein nachhaltiger Umgang mit Materialien gesichert. Wasserelement mit Nebelfeld Kühlung für Alle Holz als nach- haltiger Rohstoff Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 23 Konzeptskizze „Beleuchtung und Sicherheit“ 3.6 Beleuchtung und Sicherheit Insgesamt wird die Beleuchtung des Domplatzes an die neue gestalterische Situation angepasst. Die Bestandsleuchten entlang der barrierefreien Wegeverbindungen werden ergänzt, so dass diese auch nachts sicher begehbar sind. Die Platzränder werden dadurch heller beleuchtet. Im Bereich der baumüberstandenen Platzflächen soll eine atmo- sphärische Ausleuchtung unter Nutzung der Baum- strukturen entstehen. Ziel ist die Vereinbarkeit von Beleuchtungsintensität und Raumwirkung. Generell gilt dabei, die Beleuchtung so anzulegen, dass Angsträume vermieden und die Sicherheit sowie Barrierefreiheit gewährleistet werden. Ebenso wird die Beleuchtung energie- und ressourcenspa- rend sowie arten- und insektenfreundlich vorgese- hen. Im Rahmen der weiteren Planungsarbeiten ist ein detailliertes Beleuchtungskonzept auszuarbei- Beleuchtung Beleuchtung und Sicherheit ten, ein neues Lichtkonzept für den Dom findet in der weiteren Planung Berücksichtigung. Die Beleuchtung wird auf das Mindestmaß reduziert, mit der LED-Leuchte und der Lichtfarbe wird die Insektenfreundlichkeit gewährleistet. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 24 Konzeptskizze „Marktnutzung und Großevents“ Marktnutzung und Großevents 3.7 Marktnutzung und Großevents Die Nutzung des Domplatzes für die Märkte und für verschiedene Großevents ist nach wie vor von großer Bedeutung. Deshalb wurden die geplan- ten Umgestaltungen so justiert, dass sich für die Marktnutzung nur minimale Veränderungserforder- nisse ergeben. Die Installation von zusätzlichen (z. B. Möblierungs-)Elementen ist beispielsweise sehr gut möglich, wenn einzelne Marktstände an ihrem jetzigen Standort leicht verschoben werden. Auch Großevents wie das Stadtfest sind mit der Umge- staltungsplanung in Einklang gebracht. Eine diesbezügliche Feinabstimmung ist im weiteren Planungsverfahren vorgesehen. Dort sind beispiels- weise auch weitere technische Verbesserungen für den Wochenmarkt und für Festivalausrichtungen (feste Installation von Bodentanks zur Stromversor- gung etc.) zu prüfen. Wochenmarkt auf dem Domplatz Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 25 Konzeptskizze „Kurzfristiger Baumbestand“ Kurzfristiger Baumbestand 3.8 Bäume und Klimagerechtigkeit Bestehende Bäume Der dichte Baumbestand wird als große Qualität des Platzes erhalten und ergänzt. Um den Zustand der vorhandenen teils strapazierten Bäume besser einschätzen zu können, soll ein Baumgutachten erarbeitet werden. Die derzeit schlechten Standort- bedingungen für die Bäume werden verbessert. Gezielte Maßnahmen wie Belüftungsbohrungen, eine gute Nährstoffversorgung und eine bessere Wasserversorgung werden vorgesehen, sodass die Vitalität der Bestandsbäume verbessert wird. Die Anlage der barrierefreien Querverbindungen werden in geringem Maße die Entfernung einzelner Bäume erfordern, die aber im angelegten Baumras- ter durch neue ersetzt werden. Neue Bäume Einige neue Bäume sollen in Abstimmung mit den Erfordernissen der Markt- und Eventnutzung im südlichen Bereich des Domplatzes ergänzt und im bestehenden Raster gepflanzt werden. Bäume, die entsprechend des noch zu erstellenden Baumgut- achtens in einem schlechten bzw. nicht haltbaren Zustand sein sollten, sollen langfristig, ggf. auch durch klimaangepasstere Arten ersetzt werden. Auch in der Pferdegasse sind neue Baumstandorte vorgesehen, deren Umsetzbarkeit im Rahmen der weiteren Planungen detailliert zu prüfen ist. Standortbedingungen für Bestandsbäume verbessern Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 26 Konzeptskizze „Langfristiger Baumbestand“ Langfristiger Baumbestand Bäume, die ersetzt werden müssen, sowie einige neue Bäume werden langfristig wieder im historisch begründeten Raster gepflanzt. Um den langfristigen Erhalt des grünen, baumüber- standenen Domplatzes zu sichern, werden nicht mehr nur Linden gepflanzt. Eine Durchmischung mit „Zukunftsbäumen“, die für die Klimaanforderungen besser gewappnet sind und die zu einer größeren ökologischen Vielfalt und robusten Grünstruktur beitragen, ist angedacht. Mit ähnlich großen Bäumen wird trotzdem die Einheit- lichkeit der Baumfelder erhalten. Bäume auf dem Domplatz Neue Bäume für den grünen Domplatz Baumvieltfalt und nicht nur Linden Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 27 Wassersensibilität Fugen im Pflaster des Domplatzes werden im weite- ren Bereich der Baumscheiben verbreitert, um eine direkte Versickerung und höhere Aufnahme des Bodens von Regenwasser zu erreichen. Hitzevorsorge Die bestehenden Bäume sowie die Baumneu- pflanzungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Abkühlung und Beschattung von Domplatz und Pferdegasse. Einen weiteren Effekt zur Reduzierung der Hitzeinsel auf dem Domplatz wird durch die modernisierten Brunnen und das Wasserelement mit Nebelfläche erreicht, die für eine Kühlung durch Verdunstung sorgen. Darüber hinaus ist im Rahmen der weiteren Planung zu prüfen, inwieweit für die Umgestaltung der derzeitigen Asphaltflächen hel- lere Materialien als im Bestand verwendet werden können, um so die Aufheizung dieser Flächen zu reduzieren. So kann der Platz im Sommer kleinstkli- matisch angenehmer werden. Trotz der sehr hohen Nutzungsintensität dieses Ortes, die eine fast durchgehende Pflasterung erfor- dert, kann eine größere Fläche für den „Bildungs- und Kultur-Corner“ entsiegelt werden. Weiterhin ist im Rahmen der nachfolgenden De- tail- und Ausführungsplanung zu prüfen, inwieweit der Einsatz von unterirdischen Rigolensystemen zur Speicherung von Niederschlagswasser eingesetzt und weitere Maßnahmen einer wassersensiblen Gestaltung vorgesehen werden können. So werden nicht nur bessere Bedingungen für die Bäume geschaffen, sondern auch die Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser verbessert. Die neuen Bäume erhalten vom Anfang sehr gute Startbedingungen. Mit zeitgemäßen Baumrigolen, die auch in trockeneren Zeiten den Baum mit Was- ser versorgen, werden sie für die Zukunft klimaresi- lienter gemacht. Grüne Fugen Entsiegelte Flächen Hellere Oberflächen für den Albedoeffekt Beste Voraussetzungen für neue Bäume Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 28 4. Resümee: Der Domplatz im Ganzen Gesamtplan Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 29 Als Herzstück ist der Domplatz einer der historisch bedeutendsten und identitätsstiftendsten Stadträu- me Münsters. Das Domquartier beschreibt in etwa die Umrisslinien der ehemaligen Domburg, von der aus sich Münster entwickelt hat, ergänzt durch die Pferdegasse. Mit dem raumbeherrschenden Dom und der ihn umgebenden Kette kirchlicher, kulturel- ler und öffentlicher Einrichtungen ist der Domplatz ein äußerst repräsentativer Stadtraum. Seine Rolle und Bedeutung tragen dazu bei, dass er im Rahmen der weiteren Entwicklung der Innen- stadt zukunftsgerecht gestaltet werden soll. Dies- bezügliche Potenziale bestehen beispielsweise in der Verbesserung der Klimagerechtigkeit, Barriere- freiheit, Nutzungs- und Angebotsvielfalt und Auf- enthaltsqualität sowie hinsichtlich der Stadtgestal- tung, die die Akzentsetzung für eine Umgestaltung ausmachen. Die wesentlichen Eckpunkte der Umgestaltung: • Platzgestaltung von Fassade zu Fassade und Pflasterung auf „einem Höhenniveau“, auch in der Pferdegasse, • Verbesserung der Barrierefreiheit von Dom- platz und Pferdegasse mit gut begehbaren Wegeverbindungen, • Einrichtung von Pkw-Stellplätzen für Menschen mit Behinderungen, Bereiche für Liefer-, Hol- und Bringverkehre, für Handwerksfahrzeuge und für Fahrradparken, • weitere Nutzung des Domplatzes durch Markt und Großveranstaltungen, • Stärkung des nicht-kommerziellen Aufenthalts mit Möblierung und Spielelementen, insbeson- dere auf den ehemaligen Parkplatzflächen, • Einrichtung eines „Kultur- und Bildungs-Cor- ners“ als neuer Ort für Kultur- und Bildungsan- gebote und Aktionen, • Modernisierung und Anpassung der Beleuch- tung auch zur Gewährleistung der Sicherheit, • zusätzliche Außengastronomie, z. B. in Form eines Sommerausschanks, • Modernisierung der Brunnen, Ergänzung eines Wasserspiels und von Trinkwasserspendern, • Verbesserung bestehender und Ergänzung neuer Baumstandorte mit klimaresilienten Arten auf dem Platz und in der Pferdegasse, • mehr Klimagerechtigkeit durch breitere ver- sickerungsfähige Fugen unter den Bäumen, wassersensible Gestaltung, Entsiegelung von Flächen und hitze-sensibles Material. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 30 4.1 Auf den Punkt gebracht Mit der Umgestaltung von Domplatz und -quartier zeigt sich künftig ein Stadtraum, der seine Weite als großer, offener Platz behält und gleichzeitig eine Reihe kleinerer Räume mit jeweils eigener Atmo- sphäre aufweist. Der von der Abendsonne beschienene Raum der Domplatz-Oase unter den Bäumen auf der Ost- seite lädt zum Verweilen ein, dahinter entlang der Platzseite der Prinzipalmarkt-Bebauung ein Ort, der ideal für eine kleine Gastronomie ist, und davor das Wasserspiel, das sommertags Abkühlung bringt und Jung und Alt begeistert. Der Michaelisplatz ist mit seinem Brunnen auch künftig ein Tor zum Domplatz und das Bindeglied zum Prinzipalmarkt. Von hier aus tritt die Wege- achse zwischen dem Bischöflichen Palais und dem Historischen Rathaus prägend in Erscheinung. Das baumüberstandene Dreieck im Südwesten des Platzes beherbergt neue Angebote, die den Platz auch hier beleben, darin der kleine Sommeraus- schank, der „Bildungs- und Kultur-Corner“ als Treff- und Veranstaltungsort mit weiteren Bänken, Tischen Zukunftsperspektive Ostseite Domplatz (Quelle: WILLNER VISUALISIERUNG) und Stühlen. Und schließlich ist es auch die Folge der ruhigen kleinen Plätze und Höfe im Bereich des Horstebergs mit dem von-Galen-Denkmal, die zur unterschiedlichen Atmosphäre beitragen. Und auch die Pferdegasse zeigt ein neues Gesicht mit dem ohne Barrieren gepflasterten, neu aufge- teilten Straßenraum, der mehr gestalterische Quali- tät und Platz für den Fußverkehr bietet. So kann ein Zusammenwirken der vier Museen an diesem Ort auch stadträumlich zur Geltung kommen. All diese Bereiche haben nicht nur einen eigenen Charakter, sie werden auch von unterschiedlichen, auch neuen Nutzungsangeboten geprägt sein, die in der Summe den Domplatz und sein Quartier vielfäl- tiger und lebendiger machen. Es entsteht ein Ort für Alle, der für jeden einladend, gut und sicher nutzbar sein wird. Gleichermaßen erfahren Domplatz und Pferdgasse durch die Verbesserung der Standortbe- dingungen für den Baumbestand, durch Neupflan- zungen, eine Erhöhung der Versickerungsfähigkeit des Bodens und durch zusätzliche Wasserelemente eine höhere Klimagerechtigkeit. So bleibt der Dom- platz auch zukünftig in der zunehmend heißer und schwüler werdenden Sommerzeit ein angenehm nutzbarer und weniger überhitzter Stadtraum. Zukunftsbild Ostseite des Domplatzes Situation heute Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 31 Zukunftsperspektive Bildungs- und Kultur-Corner Domplatz (Quelle: WILLNER VISUALISIERUNG) Situation heute Zukunftsbild Bildungs- und Kultur-Corner 4.2 Wie es weitergeht: Die nächsten Schritte zur Umsetzung Mit dieser im Rahmen des partizipativen Planungs- prozesses gemeinschaftlich von vielen Akteurinnen und Akteuren entwickelten Konzeptskizze liegt nun eine erste Grundlage für die angestrebte behutsame zukunftsgerechte Umgestaltung von Domplatz und Pferdegasse vor. Als Meilenstein wird diese dem Rat der Stadt Münster zur Beschlussfassung vorgelegt. Parallel zum Planungsprozess wurden bereits Städtebaufördermittel des Bundes und des Landes NRW für die weiteren Planungsschritte sowie für die bauliche Umsetzung dieser Maßnahme beantragt. Eine Entscheidung hierüber wird im Spätsommer 2025 erwartet. Die weitere Aufgabe besteht dann darin, auf der Grundlage der vom Rat der Stadt Münster be- schlossenen Konzeptskizze, die nächsten erforder- lichen Planungsarbeiten auszuführen. Dies umfasst Arbeitsschritte wie die Erstellung einer detaillierten Entwurfs- und Ausführungsplanung, Kostenkalkula- tionen und Sicherstellung der Finanzierung sowie der späteren Unterhaltung, die Durchführung ar- chäologischer und weiterer fachlicher Untersuchun- gen und schließlich die Vorbereitung der Vergabe der Bauleistungen und deren Ausführung. Auch liegt im Sinne der angestrebten „sanften“, schrittweisen Umgestaltung in der Festlegung und Priorisierung einzelner Bauabschnitte oder -maß- nahmen eine wichtige Aufgabe. Es ist vorgesehen, diese Arbeiten wie im bisherigen Planungsprozess in bewährter Weise auch weiterhin in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Anrainerinnen und Anrainern, den Nutzerinnen und Nutzern und den weiteren eingebundenen Akteu- rinnen und Akteuren fortzuführen, um gemeinsam zu einem optimalen Ergebnis zu gelangen. Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 32 In den folgenden Detailausschnitten der Konzept- skizze für die Umgestaltung sind „lupenartige“ Einblicke in einzelne Bereiche des Platzes und der Pferdegasse gegeben, die die neuen Nutzungs- und Gestaltungsansätze aufzeigen und die Idee des Ge- samtvorhabens weitergehend vermitteln. Bildungs- und Kultur-Corner mit Sitzmöglichkeiten und Spielangebot Detail Bildungs- und Kultur-Corner Zu guter Letzt: Details des Platzes Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 33 Detail Wasserspiel und Domplatzoase Wasserspiel und Domplatz-Oase Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 34 Sommerausschank Detail Sommerausschank Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 35 Pkw-Stellplätze, Bereiche für Liefer-, Hol- und Bringverkehre Detail Stellplätze, Bereiche für Liefer-, Hol- und Bringverkehre Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) 36 Bereich Von-Galen-Denkmal mit Sitzkante Detail von-Galen-Denkmal Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024) Entwurf Dezember 2024 37 Zusätzliche Bäume und niveaugleiche Pflasterung im Bereich der Bezirksregierung Zusätzliche Bäume und niveaugleiche Pflasterung in der Pferdegasse Detail Bezirksregierung Detail Pferdegasse LWL Museum für Kunst und Kultur N
Anlage A
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Anlage A zur V/0617/2024 Kurzüberblick Im Rahmen eines partizipativen Planungsprozesses Domplatz und -quartier wurde ein Konzept zur zukunftsgerechten Weiterentwicklung von Domplatz und Pferdegasse erarbeitet. Das Konzept inkl. Entwürfen, Erläuterungen und Visualisierungen wird dem Rat zum Beschluss und zur Würdi- gung des breiten Partizipationsprozesses und hohen Engagements der Anlieger/-innen und Bür- gerschaft vorgelegt. Es wird darauf hingewiesen, dass für die weiteren Planungsschritte sowie die bauliche Umsetzung des Vorhabens Städtebaufördermittel beim Land NRW beantragt wurden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dieser Maßnahme wird die Umsetzung des vom Rat der Stadt Münster beschlossenen INSEK Münster-Innenstadt (2023) verfolgt. Die Maßnahme wurde vom Rat der Stadt Münster als prioritär beschlossen. Grundsätzlich verfolgt die Maßnahme das Ziel, zu einer zukunftsgerechten Innenstadt beizutra- gen. Folgende Teilziele sind zu nennen: Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken. Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeitangebot mit hoher Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft. Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln. Nach heutigem Stand ist eine Realisierung bis zum Jahr 2030 vorgesehen. Finanzierung Produktgruppe: 1201 1301 Bereitstellung von Verkehrsflächen und –anlagen Grün- und Freiflächen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja Nein Im Haushaltsplan 2025 enthalten? x Ja Nein Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine per Ratsbeschluss priorisierte Maßnahme aus dem INSEK Münster-Innenstadt (2023), für die mit Antrag vom 30.09.2024 Städtebaufördermittel bean- tragt wurden. Verschiedene Ratsbeschlüsse liegen hierfür vor (vgl. V/0723/2021, V/0041/2023, V/0042/2023, V/0202/2024, V/0377/2024) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Sowohl bei der Ausgestaltung des partizipativen Planungsprozesses „Domplatz und -quartier“ sowie im erarbeiteten Konzept wurden die Aspekte „Demographie“, „Gleichstellung/Geschlechter- sensibilität“, „Inklusion“, „Klimaschutz“, „Barrierefreiheit“ und „Migration“ inhaltlich und prozessual einbezogen. Auch bei den partizipativen Beteiligungsformaten fanden sie Berücksichtigung.
Beschlussvorlage
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V/0617/2024 V/0617/2024 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Innenstadt stärken: Umgestaltung von Domplatz und -quartier - Ergebnisse des partizipativen Planungsprozesses Beratungsfolge 21.01.2025 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 27.01.2025 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 28.01.2025 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderungen Vorberatung 06.02.2025 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 12.02.2025 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 18.02.2025 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 20.02.2025 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 26.02.2025 Hauptausschuss Vorberatung 26.02.2025 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster nimmt die Ergebnisse des partizipativen Planungsprozesses „Domplatz und -quartier“ (s. Anlage 1) zur Kenntnis. 2. Der Rat der Stadt Münster würdigt das breite Beteiligungsangebot und das hohe Engagement der Anliegerinnen und Anlieger und der Bürgerschaft in diesem partizipativen Planungsprozess. 3. Der Rat der Stadt Münster beschließt das Ergebnis des partizipativen Planungsprozesses (s. An- lage 1) als Leitlinie für die weitere Entwicklung von Domplatz und -quartier. 4. Der Rat der Stadt Münster nimmt zur Kenntnis, dass für die weiteren Planungsschritte sowie die bauliche Umsetzung dieser Maßnahme Städtebaufördermittel beim Land NRW beantragt wurden (s. V/0377/2024). Stadtplanungsamt 13.01.2025 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Thiesing Telefon: 492-6136 Thiesing@stadt-muenster.de - 2 - V/0617/2024 II. Finanzielle Auswirkungen: Teilfinanzplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1201 Bereitstellung von Ver- kehrsflächen und -anlagen Investitionsmaßnahme 4278 Domplatz, Pferdegasse, Königsstraße Auszahlungen für Baumaßnahmen Bereitgestellt bis inkl. 2024 2025 2026 2027 2028 2029 334.660 650.000 890.000 80.000 2.410.000 2.410.000 Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen 2025 2026 2027 2028 2029 510.000 740.000 50.000 1.450.000 1.450.000 Produktgruppe 1301 Grün- und Freiflächen Investitionsmaßnahme 5970 Sanierung Brunnen STEP 2 (hier: Michae- lisbrunnen) Auszahlungen für Baumaßnahmen 2026 2028 20.670 103.330 Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen 2026 2028 12.400 62.000 Investitionsmaßnahme 0080 Wasser ist Leben (hier: Anteil für Domplatzbrun- nen) Auszahlungen für Baumaßnahmen 2026 23.000 Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen 2026 13.800 Saldo 2.633.460 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan 2025 bei den o. g. Investi- tionsmaßnahmen veranschlagt. Begründung: Zum Hintergrund Im Frühjahr 2023 wurde mit dem partizipativen Planungsprozess zur Umgestaltung von Domplatz und Pferdegasse begonnen. Bei dem Vorhaben „Umgestaltung des Domplatzes und -quartiers mit Pfer- degasse“ handelt es sich um eine vom Rat der Stadt Münster priorisierte Maßnahme aus dem INSEK Münster-Innenstadt (M3.35) (s. V/0042/2023). Im Fokus steht die zukunftsgerechte Weiterentwicklung von Domplatz und Pferdegasse, vor allem bezüglich der Aspekte „Umgestaltung und -nutzung der bisherigen Parkplatzfläch en“, „nicht - kommerzielle Aufenthaltsangebote“, „Barrierefreiheit“, „Klimagerechtigkeit und Wassersensibilität“, „mehr Vielfalt, neue Nutzungsangebote“ sowie „Stadtgestaltung“. - 3 - V/0617/2024 Für die Durchführung des Planungsprozesses konnten aus dem Bundesprogramm „Zukun ftsfähige Innenstädte und Zentren“ im Rahmen eines Wettbewerbes Fördergelder gewonnen werden. Zu den Beschlussvorschlägen 1. und 2.: Ergebnisse des partizipativen Planungsprozesses „Domplatz und -quartier“ Der partizipative Planungsprozess für Domplatz und Pferdegasse wurde gemeinschaftlich mit zahlrei- chen verschiedenen Akteuren und unter Einbeziehung der gesamten Stadtgesellschaft durchgeführt. In verschiedenen Einzel- und Fachgesprächen, Werkstätten sowie einer mehrtägigen Bürgerinnen - und Bürgerbeteiligung inklusive Ausprobierformat und Rahmenprogramm (Domplatz -Dialog vor Ort und online) wurden die Konzeption und Planskizzen gemeinsam entwickelt, diskutiert und finalisiert. Einbezogen waren neben Fachleuten aus der Verwaltung, politischen Vertreterinn en und Vertretern und der Bürgerschaft beispielsweise auch: Universität Münster, BLB NRW, LWL, LWL BLB, LWL Mu- seum für Kunst und Kultur, Bibelmuseum, Geomuseum, Archäologisches Museum, Bistum Münster, Bezirksregierung Münster, ISI Münster e. V., weitere An liegerinnen und Anlieger sowie Nutzerinnen und Nutzer des Domplatzes (Handel, Dienstleistung, Gastronomie, Immobilienbesitzende, Münster- bus), Marktvereine, Planungs -Fachverbände und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Stadtgesellschaft. Auch mit dem Interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt wurde das Konzept disku- tiert und abgestimmt. Im beiliegenden Bericht sind das partizipative Planungsverfahren und dessen Ergebnisse inklusive Gesamtkonzept, Entwurfsskizzen, textlichen Erläuterungen, Visualisierungen und Detaildarstellungen umfassend dargestellt (s. Anlage 1). Kurz zusammengefasst sind f olgende wesentliche Maßnahmen für die zukunftsgerechte Umgestal- tung des Domplatzes und der Pferdegasse vorgesehen: Platz von Fassade zu Fassade: Der Domplatz soll sich zukünftig von Fassade zu Fassade erstre- cken. Dafür werden die heute trennend wirkenden asphaltierten Straßen, die den Platzraum umge- ben, in die Platzfläche integriert. Niveaugleiche Fahrbahn: Die heutige Barrierewirkung der Straßen (an den Platzrändern und in der Pferdegasse) mit den Bürgersteigen wird durch eine niveaugleiche Neugestaltung und die Verwen- dung barrierefreien Materials reduziert. Nur der Bushaltebereich am Domplatz behält ein barriere- freies Bord. Barrierefreiheit des Platzes : Über die Platzfläche werden Bänder m it gesägtem Natursteinpflaster verlegt. Das Material weist eine möglichst ebene Oberfläche auf, ermöglicht so die barrierefreie Querung des Platzes und den Zugang zum Dom auch für mobilitätseingeschränkte Personen und fügt sich zugleich in das Stadtbild ein . Auch die Gehwegbereiche an den Platzrändern und in der Pferdegasse werden barrierefrei gestaltet. Zusätzlich wird in der weiteren Planung ein Blindenleit- system bedacht. Erreichbarkeit und ruhender Verkehr: Die Erreichbarkeit des Domplatzes mit dem Pkw wird für An- liegerinnen und Anlieger sowie mobilitätseingeschränkte Personen wie heute erhalten bleiben. Auch die Haltestelle für den Linienbusverkehr bleibt bestehen. An den Seiten des Platzes sind an drei Stellen Stellplätze für mobilitätseinschränkte Personen vorgesehen, an der Ostseite zudem einige Stellplätze bzw. Bereiche für Liefer-, Hol- und Bringverkehre und Handwerksfahrzeuge. Außerdem werden die Fahrradabstellplätze punktuell gebündelt und durch Stellplätze für Lastenräder und eine Reparatur- und Ladestation ergänzt. Mehr Vielfalt – nicht-kommerzieller Aufenthalt und Gastronomie: Die ehemaligen Parkplatzflächen am Ost- und Westrand werden zu nicht-kommerziellen Aufenthaltsorten umgestaltet. An der Südsei- te des Platzes sowie an der östlichen Gebäudekante könnte ggf. eine zusätzliche Gastronomie, z. B. als Sommerausschank, entstehen. Mehr Vielfalt – Bildungs- und Kultur-Corner, Spiel: Auf der westlichen ehemaligen Parkplatzfläche entsteht ein „Bildungs- und Kultur-Corner“ als runde Fläche, die von Universität, Museen und Bürge- rinnen und Bürgern für Kultur- und Bildungsveranstaltungen nutzbar sein wird. Als Bewegungs- und Spielangebot für Kinder ist am Rande dieses Bereichs eine Installation von einzelnen, kleinen Spiel- - 4 - V/0617/2024 geräten vorgesehen. Ergänzt wird das Angebot durch ein Büchertauschregal, in dem auch per App ausleibare Spielgeräte angeboten werden. Mehr Vielfalt – Brunnen, Wasserelemente, Möblierung und Toilette: Die zwei vorhandenen Brunnen werden modernisiert und Trinkwasserbrunnen geschaffen. Zusätzlich soll ein Wasserelement mit Nebelfeld als Spielelement und zur Kühlung des Platzes entstehen. Barrierefreie Tische und Bänke sollen ergänzt, die Domplatz -Oase mit den gelben Stühlen verstetigt werden. Wei terhin soll eine barrierefreie Toilette vorgesehen werden. Beleuchtung und Sicherheit: Die Beleuchtung des Domplatzes wird an die neue Gestaltung ange- passt, so dass die Wegeverbindungen auch nachts sicher und angstfrei begehbar sein werden. Im Bereich der baumüberstandenen Flächen ist eine atmosphärische Ausleuchtung angedacht. Gene- rell gilt es, die Beleuchtung energie -, ressourcensparend und arten- und insektenfreundlich vorzu- sehen. Auch für den Dom selbst ist gemeinsam von Domkapitel und Stadt ein nachhaltiges Beleuch- tungskonzept in Vorbereitung, das in die Gesamtplanung integriert wird. Marktnutzung und Großevents: Die Markt- und Eventnutzung des Domplatzes ist nach wie vor von zentraler Bedeutung. Die Gestaltung wurde deshalb so entworfen, dass sie umset zbar ist, wenn einzelne Marktstände an ihrem jetzigen Standort nur leicht verschoben werden. Im weiteren Verfah- ren ist hierzu eine Feinabstimmung vorgesehen, auch um dort beispielsweise technische Verbesse- rungen (z. B. Bodentanks für Strom) für Markt und Feste zu prüfen. Bäume und Klimagerechtigkeit: Es ist angedacht, den Baumbestand zu erhalten und im südlichen Platzbereich in Abstimmung mit den Erfordernissen der Markt- und Eventnutzung zu ergänzen. Ein Baumgutachten soll erarbeitet und die Standortbedingungen für die Bäume verbessert werden. Auch in der Pferdegasse werden Standorte für neue Bäume geprüft. Eine Durchmischung mit klima- resilienten Arten ist bei Neu- und Ersatzpflanzungen angestrebt. Zur Erhöhung der Wassersensibili- tät des Domplatzes werden im Bereich der Baumscheiben die Pflasterfugen verbreitert, um eine hö- here Versicherungsfähigkeit zu erhalten. Die Fläche des Bildungs - und Kultur-Corners wird entsie- gelt. Zu prüfen ist, inwieweit unterirdische Rigolensysteme zur Speicherung von Regenwasser ein- gesetzt werden können. Eine Reduzierung der Hitzeinsel auf dem Domplatz wird durch die moder- nisierten Brunnen, weitere Bäume und das Wasserelement mit Nebelfeld erreicht. Weiter ist zu prü- fen, inwieweit für die Umgestaltung der heutigen Asphaltflächen hellere Materialien zum Einsatz kommen können, die sich nicht so stark aufheizen. Im Zuge der partizipativen Arbeit an diesem Vorhaben wurden auch Hinweise und Anregungen ein- gebracht, die aufgrund des frühen Planungsstandes und des damit verbundenen recht hohen Abs- traktionsniveaus des hier vorgelegten Konzeptes noch nicht im Detail ausgearbeitet sind. Beispielhaft seien hier die genaue Ausgestaltung der Elemente zur Verbesserung der Barrierefreiheit, der Toilet- tenanlage und des Stellplatzbereichs für Hol-/Bring-/Handwerksverkehre oder die Realisierung weite- rer gastronomischer Angebote und Baumstandorte genannt. Alle diese Hinweise sind in einem The- menspeicher gesammelt worden und fließen zu gegebenem Zeitpunkt in die weiteren Ausarbeitungs- schritte der Planung ein. Zum Beschlussvorschlag 3.: Leitlinien für die weitere Planung Mit dem vorliegenden Ergebnisbericht (s. Anlage 1) liegt ein von der Stadt Münster im breiten Kon- sens gemeinsam mit Anliegerinnen und Anliegern sowie der Stadtgesellschaft erarbeitetes, gestalte- risches und funktionales Gesamtkonzept inklusive Entwurfsskizzen, textlichen Erläuterungen, Visuali- sierungen und Detaildarstellungen für Domplatz und Pferdegasse vor. Dieses soll als Leitlinie für weitere Planungsarbeiten und -schritte bis hin zur Umsetzung dienen. Zum Abschluss d es geförderten partizipativen Planungsprozesses wird es deshalb mit dieser Vorlage in die politische Beratung eingebracht und dem Rat der Stadt Münster zur Beschlussfassung vorgelegt (s. Beschlussvorschlag 3.). Zum Beschlussvorschlag 4.: Städtebauförderung Mit Antrag vom 30.09.2024 hat die Stadt Münster einen Städtebauförderantrag für die Gesamtmaß- nahme „Zukunftsgerechte Innenstadtplätze“ beim Land NRW eingereicht (s. V/0377/2024). Zu dieser - 5 - V/0617/2024 Gesamtmaßnahme, mit der die Umsetzung einiger priorisierter Maß nahmen des INSEK Münster - Innenstadt (2023) verfolgt wird, gehört auch die Umgestaltung von Domplatz und -quartier. Eine Entscheidung über die grundsätzliche Förderung der Maßnahme inklusive einer ersten anteili- gen Bewilligung von Fördergeldern für die weiteren nötigen Planungsleistungen ist seitens des Lan- des NRW voraussichtlich im Sommer 2025 zu erwarten. i. V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A Anlage 1 Endbericht „Partizipativer Planungsprozess Domplatz und -quartier Münster (2024)“
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (7)
- Pferdegasse 3
- Königsstraße
- Albersloher Weg 33
- Prinzipalmarkt
- Michaelisplatz
- Domplatz
- Horsteberg
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Details
- Aktenzeichen
- V/0617/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 31.10.2024
- Erstellt
- 02.10.2024 13:16