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V/0777/2008

Bürgerschaftliches Engagement / Neuausrichtung der Freiwilligenagentur

Vorlagen 26.09.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 10.12.2008, TOP 27

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

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V/0777/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
V/Stift 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bürgerschaftliches Engagement / Neuausrichtung der Freiwilligenagentur 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
23.10.2008 Stiftungskommission Vorberatung 
29.10.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
02.12.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 
03.12.2008 Ausländerbeirat Vorberatung 
10.12.2008 Hauptausschuss Vorberatung 
10.12.2008 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
Die Freiwilligenagentur wird in Trägerschaft der Stiftung Siverdes mit der in der Begründung be-
schriebenen Neuausrichtung und dort genannten Rahmenbedingungen fortgeführt. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass der kommunal verwalteten Stiftung Siverdes jährlich Kosten 
in Höhe von 150.000,00 Euro entstehen. 
 
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
Die Mittelbereitstellung erfolgt durch die jeweilige Beschlussfassung des Rates zu den Wirt-
schaftsplänen der Stiftung Siverdes.  
 
 
Begründung: 
 
1. Ausgangslage 
 
Mit der Vorlage V/0235/2007 „Fortführung und Weiterentwicklung der Freiwilligen-
agentur Münster durch die Stiftung Siverdes“ beauftragte der Rat der Stadt Münster die 
Stiftung Siverdes, die Freiwilligenagentur Münster mit ihren Kernaufgaben bis Ende des 
Jahres 2008 fortzuführen. Darüber hinaus erhielt sie den Auftrag, ein Konzept zur Öff-
nung und Erweiterung der Kernaufgaben der Freiwilligenagentur vorzulegen. Wesentli-
ches Ziel des Ratsbeschlusses ist die Weiterentwicklung und die dauerhafte Stärkung 
des bürgerschaftlichen Engagements in Münster. 
Vorlagen-Nr.: 
V/0777/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Claahsen 
Frau Woldt 
Ruf: 
492 59 03 
492 59 07 
E-Mail: 
Claahsen@stadt-muenster.de  
Woldt@stadt-muenster.de 
Datum: 
16.09.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/0777/2008 
1.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen 
 
Die Zukunftstrends in unserer Gesellschaft sind absehbar und werden das soziale Mit-
einander verändern. Der Demografische Wandel, zu dem nicht nur das Älterwerden von 
Teilen unserer Gesellschaft und die steigende Lebenserwartung gehören, sondern auch 
die prognostizierten Geburtenziffern, die Zu- und Abwanderungen oder die Flexibilisie-
rung der Arbeitswelt, wird Auswirkungen auf das bürgerschaftliche Engagement in unse-
rer Gesellschaft haben. Bürgerschaftliches Engagement ist ein zunehmend wichtiger 
werdendes Bindeglied zum Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, das Isolation und Seg-
regation entgegenwirken kann. In vielen gesellschaftlichen Bereichen muss sich der 
Staat stärker auf den Grundsatz subsidiärer Gewährleistung beschränken. Angesichts 
dieser Herausforderungen ist bürgerschaftliches Engagement für die demokratische Ge-
sellschaft und das Funktionieren des Staates unverzichtbar. Es geht darum, das Zu-
sammenwirken von Staat und Bürger neu zu definieren. 
 
In den Kommunen können die Rahmenbedingungen für die  Übernahme von mehr Ei-
genverantwortung durch Bürgerinnen und Bürger verbessert werden. Bürgerschaftliches 
Engagement ist schon seit Langem kein Randthema mehr in Institutionen, Organisatio-
nen und Verbänden. Es hat sich ein breites Profil bürgerschaftlichen, ehrenamtlichen 
freiwilligen Engagements vor Ort entwickelt. In den Institutionen ist ein Umdenken er-
kennbar, Freiwillige stärker in die Strukturen der Einrichtungen einzubinden. Hier müs-
sen die Bürgerinnen und Bürger jeden Alters und jeder sozialen Herkunft Anknüpfungs-
punkte finden, um ihr Engagement zu entwickeln und zu gestalten. 
 
Ein Diskussionspapier zu den „Zukunftstrends der Bürgergesellschaft“ (herausgegeben 
vom „Bundesnetzwerk Bürgerschaftlichen Engagements“ / 2007), beschreibt die Heraus-
forderungen für die kommunale Ebene und Infrastruktur wie folgt: 
 
• Für die Organisationen gilt es, das Potential an Freiwilligen zu halten, bzw. weiter 
auszuschöpfen. 
• Unter den bürgerschaftlichen Einrichtungen, Verbänden und Organisationen wird 
der Wettbewerb um potentielle Freiwillige zunehmen. Deren Anforderungen an 
Beteiligung werden höher. 
• Die Spanne zwischen  bürgerschaftlichem Engagement und den begrenzten ma-
teriellen Ressourcen wird größer. 
• Das Bewusstsein und die Anstrengung für verstärkte organisationsübergreifende 
Kooperation und Vernetzung wächst. 
 
Der von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Freiwilligensurvey zeigt eine deutli-
che Steigerung des Engagementpotenzials bei den über 60-Jährigen. Dieses Potenzial 
gilt es für neue gesellschaftliche Herausforderungen zu nutzen. Zudem belegt der Frei-
willigensurvey die Mitgestaltung der Gesellschaft als zentrale intrinsische Motivation der 
Freiwilligen. Die Ermöglichung von Selbstorganisation stärker zu gewährleisten, stellt ei-
ne neue Aufgabe für die Gestaltung der Bürgergesellschaft dar.  
Dabei helfen örtliche Anlaufstellen, wie Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros und Kon-
taktstellen für Selbsthilfe. Ziel ist es, die Konzepte für die Unterstützung des Bürgeren-
gagements weiter auszubauen und die Anerkennungskultur für ehrenamtlich erbrachte 
Leistungen kreativ zu fördern. 
 
1.2 Förderung bürgerschaftlichen Engagements durch die Kommunalen Stiftungen 
 
Die Kommunalen Stiftungen in Münster arbeiten seit vielen Jahren mit unterschiedlichen 
Projekten an diesem Thema. 
Die Freiwilligenagentur in Trägerschaft der Stiftung Siverdes ist seit beinahe 10 Jahren 
Anlaufstelle und Vermittlungsagentur für an Ehrenamt interessierte Bürgerinnen und 
Bürger. Sie unterstützt Organisationen, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten

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möchten, und hilft, die dortigen Bedingungen für den ehrenamtlichen Einsatz zu verbes-
sern.  
Aber auch Projekte wie „Verantwortung Lernen“ – ein Gemeinschaftsprojekt der Stif-
tung*Bürger für Münster, der Stiftung Westfalen-Initiative und der kommunalen Stiftung 
Bürgerwaisenhaus - verbessern die Rahmenbedingungen bürgerschaftlichen Engage-
ments für Jugendliche. In der Schule wird im Unterricht ehrenamtliches Engagement „er-
lernt“, gemäß des Mottos: Wer sich als Schüler für andere engagiert, wird es mit großer 
Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener tun. 
Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ der Stiftung Magdalenenhospital bietet in 23 
Stadtteilinitiativen Einsatzfelder für ca. 400 Ehrenamtliche. Die dort geleisteten freiwilli-
gen Dienste kommen vor allem Bürgerinnen und Bürgern zu Gute, die aufgrund nach-
lassender Fähigkeiten im Alter auf die Hilfe Anderer angewiesen sind. Darüber hinaus 
sind es in zunehmendem Maße auch Menschen mit Behinderungen, aber auch Familien 
und Alleinerziehende, die diese Hilfen in Anspruch nehmen wollen. Dies sind Hilfen, die 
von professionellen Dienstleistern nicht angeboten werden oder für Viele gar nicht zu fi-
nanzieren wären. 
 
1.3 Relevante, kommunalpolitische Schwerpunktsetzungen  
 
Am 18. Juni 2008 hat der Rat der Stadt Münster das „Leitbild – Mirgration und Integrati-
on Münster“ verabschiedet. Das Leitbild geht davon aus, dass Integration nicht ohne so-
ziale Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement möglich ist. Es weist die Bereit-
schaft zum Bürgerengagement als einen Indikator für die Integration in unsere Gesell-
schaft aus. Unter Beteiligung von Migrantinnen und Migranten und ihren Organisationen, 
sind neue Engagementformen in diesem Feld zu entwickeln. 
 
Ebenfalls am 18. Juni 2008 wurde das Handlungskonzept „demografischer Wandel in 
Münster“ in den Rat der Stadt Münster eingebracht. Ein Teilaspekt des demografischen 
Wandels ist die steigende Lebenserwartung, die einhergeht mit auf verhältnismäßig 
niedrigem Niveau stagnierenden Geburtenzahlen. Der Anteil älterer und hoch betagter 
Menschen an der Gesellschaft nimmt zu. Der Anstieg der Lebenserwartung ist eine er-
freuliche und positive Entwicklung, die für den einzelnen Menschen, aber auch für die 
Gesellschaft große Chancen birgt. Wichtig ist, dass es gelingt, ein positives Bild vom Al-
ter zu erzeugen, ein Bild, das nicht auf Beschwernisse und Einschränkungen sowie auf 
Belastungen fokussiert, sondern die Potentiale in Blick rückt. Hierbei spielt die Aktivie-
rung eine wesentliche Rolle. Ehrenamtliches Engagement hat nicht nur eine fremdnützi-
ge Ausrichtung, sondern positive Auswirkungen auf den Engagierten selbst. Dies gilt für 
die geistige, seelische und körperliche Gesundheit. Das Engagement beugt Vereinsa-
mung vor und schafft Unterstützungs- und Hilfestrukturen im Alter jenseits von Familie 
und Nachbarschaft. 
 
Diese wichtigen gesamtstädtischen Handlungsfelder werden auch in der Neuausrichtung 
der Freiwilligenagentur Berücksichtigung finden. 
 
1.4 Genese der Freiwilligenagentur (FA) 
 
Ziel eines 1998 durchgeführten Hearings mit Bürgerinnen und Bürgern und Fachleuten 
aus Wissenschaft und Politik war es, das traditionell ausgeprägte bürgerschaftliche En-
gagement in Münster öffentlich noch mehr anzuerkennen und nachhaltig zu fördern und 
zu stärken. Die vorhandene örtliche Struktur sollte über die Einrichtung einer Kontakt-
stelle zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements mit niederschwelligen und 
transparenten Angeboten stärker vernetzt und weiterentwickelt werden. 
 
1999 beauftragte der Rat der Stadt Münster die kommunal verwaltete Stiftung Siverdes 
mit der Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung und Förderung des sozialen Ehren-
amtes und des bürgerschaftlichen Engagements in Münster. Wesentlicher Bestandteil

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der Maßnahmen war die Einrichtung der „Freiwilligenagentur“ (FA) in Trägerschaft der 
Stiftung. Kooperationspartner wurde die Münsteraner Informations- und Kontaktstelle für 
Selbsthilfe (miks). 
Kennzeichnend war die inhaltliche und organisatorische Ausrichtung auf soziale Enga-
gementfelder. Dabei nehmen die Beratung von Engagementinteressierten einerseits 
sowie die Beratung und Begleitung von Nonprofit-Organisationen (NPOs) andererseits 
die zentrale Rolle ein. Der Aufbau und die Konsolidierung der Agentur sind gut verlau-
fen, sodass ihr Konzept und einzelne Ideen in der Vergangenheit mit Preisen ausge-
zeichnet wurden. Darüber hinaus hat die gelungene Vernetzung die Freiwilligenagentur 
zu einem kompetenten Partner für Engagementsuchende der Nonprofit-Organisationen 
und der Hochschulen gemacht.  
 
2. Zukünftige Aufgabenfelder der Freiwilligenagentur (FA) 
 
 Die zitierten gesellschaftlichen Veränderungen erfordern eine Neuausrichtung der 
Freiwilligenagentur als Moderator und Plattform bürgerschaftlichen Engagements in 
Münster. Gerade aktive Seniorinnen und Senioren möchten sich oft in den Bereichen 
Soziales, Kultur oder Bildung engagieren. 
  
Über soziale Engagementfelder, die nach wi e vor den Schwerpunkt in der FA bilden, 
hinaus öffnet sich die Agentur beispielsweise für Engagementfelder wie Kultur, Umwelt, 
Naturschutz und Bildung. Die seit Jahren zu beobachtenden Nachfrage in der FA nach 
diesen Engagementfeldern zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auch hier stär-
ker engagieren möchten. 
 
2.1 Ziele und Zielgruppen der Freiwilligenagentur (FA) 
 
Wesentliches Ziel und bedeutsame Aufgabe der FA ist es, Transparenz zwischen den 
Wünschen der vielen Menschen, die an ehrenamtlicher Tätigkeit interessiert sind, und 
den immer zahlreicher werdenden Einsatzfeldern und den entsprechenden Bedarfen zu 
verbessern. Die FA soll eine zentrale Vermittlungsfunktion in Bezug auf die Ansprache 
neuer Zielgruppen haben.  
 
2.1.1 Ehrenamtlich Engagierte und Engagementinteressierte 
 
Die Information, die Beratung und die Vermittlung sowie die Qualifizierung von Bürgerin-
nen und Bürgern, die an der Übernahme eines Ehrenamtes interessiert sind, gehören zu 
den Aufgaben der FA. Dabei soll insbesondere die Beratung und Vermittlung in geeigne-
te Ehrenamtsfelder stärker standardisiert werden. Bewährt hat sich die Datenbank mit 
unterschiedlichsten Profilen der in Münster angebotenen Ehrenamtsfelder, die dem En-
gagementinteressierten einen ersten Überblick verschaffen soll.  Ziel der Beratung in der 
FA ist es, über eine differenzierte Adaption der Vorstellungen und Bedingungen, die der 
Ehrenamtliche für sein beabsichtigtes Engagement zugrunde legt, und den Erfordernis-
sen, die das Ehrenamtsfeld vorgibt, eine hohe „Passgenauigkeit“ zu erreichen. Die 
NPOs müssen auf ihre Aufgaben hinsichtlich der Einbindung Ehrenamtlicher gut vorbe-
reitet werden.  
 
In den Prozess der Vermittlung von Alltagshilfen im Einzelfall sollen zukünftig die Helfe-
rinnen und Helfer des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ verstärkt einbezogen werden. 
Sie kennen die Bedarfe der Menschen in den Wohnquartieren genauer und können ge-
zielter ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vermitteln. 
 
 Ehrenamtliche Leistungen sind  angemessen zu würdigen als „Lohn“ für die „Arbeit“. Eh-
renamt braucht eine eigene Anerkennungskultur. Formen der Anerkennung kreativ wei-
ter zu entwickeln, daran wird sich auch die FA gemeinsam mit anderen Akteuren in der 
Stadtgesellschaft beteiligen.

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2.1.2 Bürgerschaftliche Initiativen 
 
Die FA ist offen  für Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich zusammenschlie-
ßen, um gemeinsam etwas für Andere zu tun. Die Beratung und Unterstützung von Bür-
gergruppen und Initiativen bei der Gründung und während der ersten Etablierungsphase 
rücken stärker in das Aufgabenfeld der FA. Organisationsentwicklung, Vernetzung, Coa-
ching und die Ausbildung von Freiwilligenkoordinatoren sind hier die künftigen Leis-
tungsmerkmale der FA. Hinzu kommt die Information und Beratung über geeignete Wei-
terbildungsmaßnahmen für die dort Engagierten. 
 Beispiele für diese oder ähnliche Formen des Bürgerengagements sind die Stadtteiliniti-
ativen des Projektes „Von Mensch zu Men sch“ und das Projekt „Patengroßeltern“, bei 
denen die FA bereits begleitend tätig war oder ist. 
 
2.1.3 Organisationen und Verbände 
 
Die Vermittlung Ehrenamtlicher in Organisationen, die Tätigkeitsfelder anbieten, bleibt 
wichtiger Bestandteil der Aufgaben der FA. Die Merkmale des hierzu praktizierten Quali-
tätsmanagements liegen auch künftig dieser Aufgabe zugrunde. Darüber hinaus auch 
die Entwicklung von Fort- und Weiterbildungsangeboten für Ehrenamtliche in Organisa-
tionen und deren hauptamtliche Kräfte, die den Einsatz Ehrenamtlicher koordinieren. 
 
2.1.4 Unternehmen 
 
Mit zunehmender Häufigkeit treten Unternehmen an die FA heran und erkundigen sich 
als „gute Unternehmensbürger“ nach Feldern für ihr beabsichtigtes finanzielles oder Mit-
arbeiterengagement. Es ist erkennbar, dass auch in Münster Unternehmen deutlicher ih-
re „Sozialverträglichkeit“, ihr Engagement für die Kommune unter Beweis stellen wollen. 
Soziales und ökologisches Engagement v on Unternehmen kann sich zu einem ent-
scheidenden Wettbewerbsfaktor entwickeln. Auf die Nachfrage von Unternehmen nach 
Engagementmöglichkeiten soll die FA sow ohl mit der konkreten Beschreibung von 
Einsatzfeldern als auch mit umsetzbaren Konzepten und Dienstleistungen beispielswei-
se für sogenannte Engagementtage (social days) reagieren. 
 
3. Voraussetzungen für die Umsetzung der Aufgaben 
 
• Die FA wird als Infrastruktureinrichtung für das bürgerschaftliche Engagement in 
Münster dauerhaftes Aufgabenfeld im Stiftungshandeln der Kommunalen Stiftun-
gen durch die Stiftung Siverdes. 
 
• Die Umsetzung der neuen Ziele und Aufgaben der FA ist durch die Einbeziehung   
neuer strategischer Partner zu sichern. Ein zu konstituierender  Beirat ermöglicht 
die  Vernetzung zur Wirtschaft, den Hochschulen, den NPOs und den bisherigen 
Kooperationspartnern und Interessenvertretern. 
 
• Die FA öffnet sich für Engagementfelder wie Kultur, Umwelt, Naturschutz und 
Bildung, wobei das Engagement im sozialen Bereich der Hauptschwerpunkt bleibt.  
 
• Die FA entwickelt geeignete Veranstaltungsformen und Aktionen zur Hebung des 
vorhandenen Potentials für bürgerschaftliches Engagement. Dazu wird das Konzept 
für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit überarbeitet. Damit sollen neue Zielgrup-
pen innerhalb der Bürgerschaft erreicht werden. Dabei spielt die Entwicklung neuer 
Formate mit den Akteuren und Multiplikatoren vor Ort eine große Rolle, um dezen-
tral Bürgerinnen und Bürger in den Stadtteilen anzusprechen. 
Das Marketingkonzept beinhaltet auch die Entwicklung neuer Instrumente zur Wert-
schätzung des Ehrenamtes. Beispiele für eine ausgeprägtere Anerkennungskultur 
wären Preise, Dankeschön-Veranstaltungen oder auch die Einführung einer Ehren-

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amtskarte. Die Bereitstellung leicht abrufbarer Informationen zu geeigneten Fort- 
und Weiterbildungsangeboten in und um Münster gehört ebenfalls dazu. 
 
• Das vorhandene Qualitätsmanagement ist Grundlage für die Vermittlung in Orga-
nisationen. Über ein noch zu entwickelndes Controlling soll die Wirksamkeit der 
FA-Angebote gemessen und gesichert werden. 
 
• Die neuen Aufgaben erfordern zum Teil neue Qualifikationen in der FA. Experten-
wissen wird das vorhandene Know now ergänzen (Honorar- oder Werkverträge); 
die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der FA erweitern kontinuierlich ihre Fähigkeiten 
und ihr Wissen durch geeignete Fort- und Weiterbildungen. 
 
• Die Stiftung Siverdes stellt der FA künftig für die Realisierung der oben beschriebe-
nen Aufgaben jährlich ein Budget von 150.000 € zur Verfügung. Darin sind wie 
bisher die Finanzierung für den Einsatz von 1,6 Personalstellen sowie sämtliche 
Sach- und Nebenkosten enthalten. Die Neuausrichtung der FA und die Übernah-
me zusätzlicher Aufgaben erfordern jedoch, z. B. für den Einsatz von Honorar- oder 
Werkvertragsleistungen, eine Anhebung des Budgets von bisher ca. 120.000 € auf 
150.000 €.   
 
4. Fazit und Ausblick 
  
 „Bürgerschaftliches Engagement ist zwar eine freiwillige gemeinwohlorientierte Tätigkeit, 
aber sie ist für Kommunen keinesfalls gratis zu haben“, heißt es im Fazit des zitierten 
Diskussionspapiers zu den „Zukunftstrends der Bürgergesellschaft“. 
 Jeder in bürgerschaftliches Engagement investierte Euro erbringt einen Nutzen von sie-
ben Euro. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Gutachtens zum Wert des bürgerschaft-
lichen Engagements in Bayern. Das Gutachten wurde durch die Katholische Stiftungs-
fachhochschule München im Auftrag des Bayrischen Sozialministeriums erstellt. Unter-
sucht wurden vielfältige Bereiche des Engagements, von der Nachbarschaftshilfe und 
Beratungsdiensten über Selbsthilfegruppen bis hin zu kulturellem Engagement und frei-
williger Feuerwehr. Das Gutachten empfiehlt u. a. den weiteren Ausbau von verlässli-
chen Infrastrukturen zur Engagementförderung von Ort, wie sie beispielsweise die Frei-
willigenagenturen darstellen. 
 
 Mit der FA hat die Stadt Münster eine zentrale und verlässliche Infrastruktureinrichtung 
um das bürgerschaftliche, freiwillige, ehrenamtliche Engagement in Münster zu heben, 
zu unterstützen und zu fördern. 
 
Es ist Kernaufgabe Kommunaler Stiftungen, an der Seite der Städte und Gemeinden, 
zusätzlich zu gesetzlichen Leistungen der öffentlichen Hand, Angebote zu entwickeln 
und zu fördern, die dem Gemeinwohl und somit den Bürgerinnen und Bürgern in der 
Stadt zu Gute kommen. 
Die Stiftung Siverdes rechtfertigt vor diesem Hintergrund künftig die jährlichen Ausgaben 
für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements durch den Betrieb der Freiwilligen-
agentur. 
 
I. V. 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (6)

23.10.2008 Stiftungskommission
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
29.10.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
02.12.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 7 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
03.12.2008 Sitzung
TOP 2.2 Vorberatung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
10.12.2008 Hauptausschuss
TOP 22 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
10.12.2008 Rat
TOP 27 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0777/2008
Typ
Vorlagen
Datum
26.09.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37