V/0631/2022
Gestaltungskonzept Hamburger Tunnel und Zugänge
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Anlage_1_ Aktueller Stand
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Eingang Ost (Bremer Platz) Aufwertung Hamburger Tunnel Eingang West (Berliner Platz) im Tunnel Rahmenbedingungen / Ausgangslage IST-Zustand Aufwertung Hamburger Tunnel Rahmenbedingungen / Ausgangslage Thesen und Beobachtungen: - „dunkel & schmutzig“ - „bin ich hier sicher?“ - „Angstraum“ - „schnell da durch“ - „hoffentlich fährt mich keiner um“ - „hier stinkt´s“ - überall unerlaubt wild geklebte Plakate & Graffiti IST-Zustand
Anlage_6_2022-0081_Anregung_§24_GONW
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Anregung Nr. 2022-00081 An: _Ratsservice_ Betreff: Buergeranregung Datum: Freitag, 17. Juni 2022 15:40:07 Nachname: Vorname: u .Straße, Haus-Nr. : EEE PLZ: Ort: Münster E-Mail: gg Adressat: Rat der Stadt Münster Thema: Interimszeit Hamburger Tunnel Anregung / Antrag: Sehr geehrter Rat der Stadt Münster, hiermit beantrage ich, dass der Hamburger Tunnel eine positive, ggf. grüne Gestaltung bekommt bis auch er in einigen Jahren komplett neugestaltet wird. Für die Interimszeit sollte er unbedingt auch in lebenswerter Art und Weise gestaltet sein und nicht erst in ein paar Jahren. Begründung: Jeden Tag führt mein Weg, auch mit meinen Kindern, durch den Hamburger Tunnel. Unser Weg in die Stadt ist also dementsprechend hässlich. Nachdem ich mit dem Quartiersmanagement für die Neugestaltung der Bahnhofsrückseite gesprochen habe, wurde mir klar, dass die der Hamburger Tunnel zwar auch neugestaltet werden soll, dies aber erst in ein paar Jahren geschehen wird. Ich sehe die Neugestaltung des Bremer Platzes und den Tunnel unabdingbar miteinander verbunden. Solange der Tunnel so ist wie gerade (und ich weiß, dass er nun wenigstens schon nicht mehr riecht), wird die Neugestaltung des Platzes immer ein "aber" haben. Die Wege führen eben auch dort hindurch. Könnte man nicht einen urban forest hineinmalen? Oder ihn sonst einfach in künstlerischer Art und Weise besprühen lassen, die 1. für alle Generationen ansprechend ist und 2. kaum etwas kostet. Ich bin gerne Ansprechpartnerin und würde mich auch mit- kümmern, denn es ist wirklich das Aushängeschild für die Wege aus und in die Stadt ins Hansaviertel. Momemtan ist es aber absolut kein schöner Weg und das sollte definitiv nicht so bleiben. Eine Interimslösung bis zur tatsächlichen Neugestaltung wäre sehr bereichernd. Eventuelle Dateien befinden sich im Anhang dieser E-Mail.
Anlage_2_Konzept Bahnsteigzugang
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Anlage_4_Mögliche_Ideen_Gestaltung
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vorher Aufwertung Hamburger Tunnel Beispiel Maggi-Tunnel in Singen nachher Beispiele Kooperation mit Schülerinnen und Schülern Aspekte der Identifikation Quelle: Martin Duckek Fotografie für Caparol vorher Aufwertung Hamburger Tunnel Friedenstunnel Bremen nachher Beispiele Wahrzeichen für Frieden & Völkerverständigung Motiv & Symbol Quelle: Friedenstunnel – Bremen setzt ein Zeichen e.V. City-Tunnel Darmstadt Aufwertung Hamburger Tunnel City-Tunnel Darmstadt Beispiele Forschungsprojekt: Luftschadstoffreduzierende vertikale Begrünung Identifikation & Symbol Quelle: Im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Vertiko GmbH – Fotograf Bela Namyslik)
Anlage_5_ Zeitplan
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Aufwertung Hamburger Tunnel Ermittlung mögliche Projektbeteiligte Runder Tisch / Brainstorming Nachbereitung Ergebnisse Formulierung Aufgabenstellung mit Anforderungen und Restriktionen Rahmenbedingungen / Planungsvorgaben I II III IV + V Mehrfachbe- auftragung und Jurysitzung IV ab 2024bis Juni 2023 Entwurfsüber- arbeitung gemäß Lph 3 mit Kostenschätzung Zusammenstellung Unterlagen für Förderantrag bis August 2023 Einreichung Städtebauförderung September 2023 Grundlagen- ermittlung bis Ende 2022 Auftaktveranstaltung, Workshop, Kolloquium Abgabe, Präsentation, Jurysitzung, Prämierung Empfehlung zur Umsetzung Genehmigungs- & Ausführungs- planung in Abhängigkeit von Förderbescheid und politischen Beschluss Zeitplan Beantragung weiterer möglicher Fördergelder, z.B. Kulturförderung
Anlage A
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Anlage A zur V/0631/2022 Kurzüberblick Für den Hamburger Tunnel sollen über einen zweistufigen Gestaltungswettbewerb im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung Ideen und Konzepte entwickelt werden. Dabei umfasst die Bandbrei- te der Möglichkeiten die Bereiche Gestaltung, Beleuchtung, Begrünung und Kunst. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Leitorientierungen aus dem ISM-Prozess: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts -, Forschungs- und Entwicklungs- standorte in Europa Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens - und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Mit der Vorlage wird u.a. das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln“ verfolgt: Das Teilziel dabei lautet „Schaffung einer attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raumes“ Zielerreichung: Das Projekt steht am Beginn der Planung. Nach heutigem Stand ist ein Ergebnios aus der Mehrfachbeauftragung im 3.Quartal 2023 zu erwarten. Bauliche Maßnahmen könnten dann, entsprechende Beschlüsse vorausgesetzt, ab dem Jahr 2024 erfolgen. Es ist mit einem finanziellen Bedarf von 115.000 Euro zu kalkulieren. Finanzierung Produktgruppe: 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2022 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Der Rat der Stadt hat im Jahr 2015 beschlossen, dass der Hamburger Tunnel zukünftig nur noch dem Rad- und Fußverkehr gewidmet sein soll. Die heutige Gestaltung wird diesem Anspruch nicht gerecht. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Eine barrierefreie Ausführung des Entwurfes zum Gestaltungskonzept ist zwingender Bestandteil der Auslobung. Ansonsten ist und bleibt der Hamburger Tunnel für alle Menschen jederzeit nutzbar.
Anlage_3_Rahmenbedingungen
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Was wird gebraucht: - Klare Aufteilung des Verkehrsraums nach Funktionen (schneller Radverkehr / Fußverkehr) - Vandalismus hemmendes Konzept - Tristesse aufheben - Gute Lichtverhältnisse - Inszenierung, Identifikation und Atmosphäre Aufwertung Hamburger Tunnel Rahmenbedingungen / Planungsvorgaben Ziele Beurteilungskriterien Aufwertung Hamburger Tunnel Städtebauliche, architektonische und stadtgestalterische Qualität in Hinblick auf: - verkehrsfunktionaler Erfordernisse / Barrierefreiheit - Berücksichtigung Planung DB - Licht und Atmosphäre - Aspekte der Klimaneutralität - Aspekte der Identifikation / Miteinbeziehung der versch. Akteure im Umfeld - Wirtschaftlichkeit Rahmenbedingungen / Planungsvorgaben Aufwertung Hamburger Tunnel Stand: 30.06.2022 Rahmenbedingungen / Planungsvorgaben klar & sicher verkehrsfunktionale Erfordernisse / Barrierefreiheit Aspekte der Identifikation Licht & Atmosphäre Motiv & Symbolik funktional & freundlich Beurteilungskriterien
Beschlussvorlage
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V/0631/2022 V/0631/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Gestaltungskonzept Hamburger Tunnel und Zugänge Beratungsfolge 08.11.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 15.11.2022 Kulturausschuss Vorberatung 30.11.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 01.12.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 14.12.2022 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Hauptausschuss der Stadt Münster befürwortet eine grundsätzliche Aufwertung bzw. Neugestaltung des Hamburger Tunnels. Ausschlaggebend dafür ist die wichtige stadtverbin- dende Funktion des Tunnels. 2. Der Hauptausschuss begrüßt die Möglichkeit, neue Zugänge zu den Gleisen vom Hamburger Tunnel zu schaffen. 3. Der Hauptausschuss beauftragt die Verwaltung, 3.1 Vorschläge zur Neugestaltung des Hamburger Tunnels, insbesondere der Seitenwän- de und des Bodenbelags sowie der Beleuchtung zu entwickeln und für eine spätere Realisierung ein tragfähiges Gesamtkonzept vorzulegen. 3.2 gemeinsam mit der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. und der Deutschen Bahn AG ei- nen Gestaltungswettbewerb in Form einer zweistufigen Mehrfachbeauftragung durch- zuführen um für diesen sensiblen Stadtbereich das bestmöglichste Gesamtkonzept zu erhalten. 3.3 die konkret ausgearbeiteten Gestaltung svorschläge vor Realisierungsbeginn der Be- zirksvertretung Münster-Mitte, dem Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung, dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität sowie dem Kulturausschuss fachlich vorbe- wertet und mit realisierungsorientierten Beschlussvorschlägen vorzulegen. 4. Die Anregung 2022-0081 gemäß § 24 GO NRW (vgl. Anlage 6) ist damit erledigt. Stadtplanungsamt 03.11.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Thiel Telefon: 492-6180 Thiel@stadt-muenster.de - 2 - V/0631/2022 II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Mehrfachbeauftragung in Form eines Wettbewerbsver- fahrens Kosten in Höhe von rund 115.000 Euro entstehen, Die spätere bauliche Umsetzung des Ge- staltungskonzeptes soll unter Inanspruchnahme von Städtebaufördermitteln erfolgen. Nach derzeiti- gem Stand könnte die Stadt Münster, bei entsprechender Antragstellung zum Stadterneuerungspro- gramm (STEP) 2024 (Antragsstichtag 30.09.2023), eine Förderung in Höhe von maximal 60% der Baukosten erhalten. In diesem Zusammenhang wären dann auch die Kosten der Mehrfachbeauftra- gung anteilig über den Förderantrag grundsätzlich refinanzierbar. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die Durchführung des Gestaltungswettbewerbs ist wie folgt zu finanzieren: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwen- dungen 2022 115.000 Die zur Finanzierung des Gestaltungswettbewerbs erforderlichen Ermächtigungen sind im Haus- haltsplan 2022 bei der o. g. Produktgruppe veranschlagt. Begründung: Die Ausgangssituation Die Strukturverbesserung und gestalterische Aufwertung ist seit vielen Jahren vorrangiges Ziel der Stadterneuerung im Bereich des Münsteraner Hauptbahnhofes und seines Umfeldes. Hauptbahnhöfe und ihre Vorplätze sind die “Visitenkarte“ einer Stadt, die das Image mitprägen, sie sind Zentren des Verkehrs -, des Wirtschafts- und Geschäftslebens sowie der öffentlichen Kommunikation. Aufgrund seiner stadträumlichen Lage - zwischen Altstadt/Universität auf der einen Seite und dem großen innerstädtischen Wohngebiet Ost/Hansaviertel, dem Hafen und dem Veranstaltungszentrum Halle Münsterland auf der anderen Seite - stellt der Hauptbahnhof eine Verknüpfungszone dar, in der sich Ost-West- und Nord-Süd-Verkehre treffen. Durch die hohe Frequenz der Reisenden, Besucher und Passanten und durch seine zentrale Lage in Stadt und Region hat der Hauptbahnhof Münster ein hohes Potential für unterschiedliche Nutzungen. Mit dem Neubau des Empfangsgebäudes auf der Bahnhof -Westseite (Einweihung 2017) und dem neuen Funktionsgebäude auf der Bahnhof -Ostseite (Einweihung 2022) ist die hochbauliche Neuge- staltung des Hauptbahnhofes Münster abgeschlossen. Mit der Einweihung der Ostseite sind auch die beiden Personentunnel (Nord- und Südtunnel) im Bahnhof wieder für die Öffentlichkeit nutzba r. Der Um- und Neubau der Verkehrsstation (Tunnel, Aufzüge, Bahnsteige, Gleise) ist bereits seit dem Jahr 2013 fertiggestellt und hat spürbare Verbesserungen gebracht. Entsprechend des Beschlusses des Rates der Stadt Münster aus dem Jahr 2015 wird der Hamburger Tunnel nicht mehr durch motorisierten Individualverkehr befahren und ist dem Fahrrad- und Fußgän- gerverkehr vorbehalten. Damit dient der Hamburger Tunnel in erster Linie nur noch dem Radverkehr - 3 - V/0631/2022 als direkte Ost-West-Verbindung zwischen Ostviertel und Altstadt. Grundsätzlich ist er auch weiterhin für zu Fuß gehende nutzbar, doch bewegt sich die deutliche Mehrheit der zu Fuß gehenden in der Ost-West-Verbindung durch die beiden Bahnhofstunnel. Den aktuellen Zustand zeigt die Anlage 1. Die städtebaulich anspruchsvolle, umfassende Erneuerung und Aufwertung des Bereichs um den Hauptbahnhof sowie seinen beiden Vorplatzbereichen ist weitestgehend abgeschlossen. Aktuell vor- bereitet wird die Neu- und Umgestaltung der Grünfläche Bremer Platz so dass sich in Komb ination mit den Hochbauten und dem Berliner Platz städtebaulich und funktional erstmals in der Geschichte des Hauptbahnhofes eine gestalterische Einheit ergeben wird. Entsprechend der ursprünglichen Zielsetzung des Rates war immer eine gleichberechtigte En twick- lung der beiden Seiten des Hauptbahnhofes im städtebaulichen Strukturkonzept der Stadt zum Hauptbahnhof Münster vorgesehen. In diesem Strukturkonzept sowie in Kombination mit dem in Auf- stellung befindlichen Mobilitätskonzept Münster 2035 und der Planu ng der Velorouten kommt dem Hamburger Tunnel zukünftig eine wichtige innerstädtische Verbindungsfunktion zu. Die Attraktivität dieser Verbindung entspricht derzeit aber nich t der ihr zugedachten Funktion einer attraktiven Ost- West-Verbindung. Insbesondere wenn perspektivisch über den Hamburger Tunnel die Möglichkeiten geschaffen werden kann, durch einen weiteren Zugang jeden Bahnsteig des Hauptbahnhofes Müns- ter auf kurzen Wegen zu erreichen. Gestaltung des öffentlichen Raumes Im Umfeld haben sich bereits deutliche Verbesserungen der Funktionalität, der Aufenthaltsqualität und auch der Attraktivität eingestellt. Das Bahnhofsviertel Münster ist der urbanste Stadtraum im Ge- biet der Stadt Münster. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. hat sich dieses Stadtraumes angenommen und gemeinsam mit der Stadt Münster seine Revitalisie- rung und Entwicklung – incl. Imagebildung – angestoßen. Das gemeinsame Anliegen der ISG und der Stadt Münster ist aktuell die Verbesserung der Ost-West- Verbindung in funktionaler und gestalterischer Hinsicht. Die ISG setzt sich seit langem für die Aufwer- tung und Verbesserung ihres Quartieres ein und hat mit vielen Maßnahmen bereits positiv zur Gestal- tung des öffentlichen Raumes im Bahnhofsviertel beiget ragen. Maßnahmen dieser positiven Zusam- menarbeit sind mit dem Lichtboulevard Bahnhofstraße und dem Kunstprojekt Schaltschränke bereits sichtbar und haben eine Aufwertung erreicht, die von Allen außerordentlich positiv bewertet wird. Ziel dieses gemeinschaftlichen Handelns ist die Aufwertung und die Werterhaltung des Immobilienbe- standes und des Handelsstandortes Bahnhofsviertel sowie die Stärkung der Verknüpfungsfunktion rund um den Bahnhof mit einer attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raumes. Mit innovativen Pro- jektideen sowie ideellen Engagement einer Vielzahl privater Akteure stellt sich die ISG der komplexen Aufgabe, die Chancen des Bahnhofsviertels aufzugreifen und Lösungen für die anstehenden Heraus- forderungen zu realisieren. Im Vordergrund der ge meinsamen Arbeit stehen die konsequente Ver- besserung der Wettbewerbssituation des Quartiers sowie Verbesserungen in der Gestaltung des Stadtraumes. Bereits im Herbst 2021 hat die ISG grundsätzliche Ideen für die gestalterische Aufwertung des Ham- burger Tunnels vorgelegt. Für den weiteren Weg der Quartiersentwicklung und Imagebildung werden Chancen in einer begleitenden Verbesserung des öffentlichen Raumes gesehen. Der Ansatz ist, sich aus der Beschäftigung mit dem Standort zu einem Lösungsansatz zu gelangen, der aus der vorhan- denen Situation heraus und dem prägenden Umfeld, eine Lösung anbietet. Somit wird der Hamburger Tunnel noch mehr als bislang Durchgangs- und nicht Aufenthaltsort, denn die Zeit des Durchquerens sinkt im Durchschnitt durch die alleinig e Nutzung durch Radfahrende enorm. Aufgrund dieser Nutzung sollte keine klassische Aufenthaltsqualität geschaffen werden, wie dies an anderen Orten im öffentlichen Raum gewünscht wird, damit sich verweilende Passanten und Radfahrende nicht gegenseitig behindern und eine Verkehrsgefährdung entsteht. Somit eignet sich der Ort nicht für eine Gestaltung, die zur eingängigen Betrachtung und damit zum Verweilen einlädt. Auch klassische plastische Werke eignen sich nicht, da di ese schlichtweg im Weg stehen würden. Eine Gestaltung unterliegt vielmehr einer Zeitlichkeit, sollte auch in der Bewegung rezipiert werden können. Ebendies stellt bei einer künftigen Gestaltung des Hamburger Tunnels einen wichtigen, wenn - 4 - V/0631/2022 nicht gar den ents cheidenden Aspekt dar. Zudem sollte der Tunnel dabei als Ganzes gedacht wer- den, incl. seiner beiden Zugänge, da man ihn beim Durchqueren nie nur in Einzelteilen wahrnehmen wird, sondern als ein Gebilde. E in Wechsel in der Gestaltung würde für den Verkehrsf luss zudem möglicherweise ein Hindernis darstellen. Es ist gerade die Bewegung und der Verkehrsfluss, die bei einer Installation eines Kunstwerks eine große Herausforderung darstellen würden, lädt diese doch klassischerweise zum Verweilen ein, zum Befragen eines Ortes und der intensiven Auseinanderset- zung mit dem Ort – dem städtischen Raum. Deshalb wird deutlich für eine atmosphärische Gestal- tung plädiert, die das in den Blick nimmt, was rund um den Bahnhof einen Mangel darstellt. Im Rahmen der Skulptur Projekte 2017 gab es das Projekt von Emeka Ogboh im Hamburger Tunnel. Die Arbeit nahm die damalige Situation zum Ausgangspunkt und spielte mit dieser, nahm zudem Be- zug zur Historie der Straßenmusik in Münster. Installiert war sie zu einem Zeitpunkt als der Tunnel zu Fuß gehenden und Rad fahrenden gleichermaßen diente und somit wesentlich mehr Auseinanderset- zung zuließ. Dieses Werk setzt e mit Blick auf eine mögliche künstlerische Gestaltung Maßstäbe, die insbesondere mit Blick auf die Bedeutung der Skulptur Pr ojekte keinesfalls unterschritten werden dürften, wobei die Situation im Tunnel neu bewertet werden müsste. Auch das Werk Tobias Rehber- gers in der unmittelbaren Umgebung des Tunnels, das in der Auseinandersetzung mit dem Ort und seinen Qualitäten entstanden ist, setzt Maßstäbe und sollte keineswegs unterlaufen werden. Eine Bespielung mit einem Kunstwerk sollte also genauestens überdacht werden und müsste an einem so zentralen Ort in jedem Fall wohl mit der bestehenden Sammlung von Kunstwerken im öffentliche n Raum abgestimmt sein und entwickelt werden, um nicht den Ruf der Skulptur Projekte zu gefährden. Aufgrund der neuen Funktionalität des Hamburger Tunnels scheint es daher geboten zu sein, sich der Gestaltungsmöglichkeiten bewusst zu werden, die im Umfeld des Hamburger Tunnels fehlen oder stärker ausgeprägt werden sollten, z.B. dem Thema Grün im öffentlichen Raum – nicht nur als Ele- ment aufgrund des Klimawandels und der Nachhaltigkeit, sondern auch als Element der Gestaltung und damit gleichzeitig verbundener möglicher klimarelevanter Aspekte. Der Tunnel hat im S tadtbild derzeit lediglich die Funktion eines Transitraumes, der möglichst schnell durchquert werden will. Die Bedeutung des Hamburger Tunnels liegt in seiner Verbindungsfunktion, im Sinne einer Sichtbarmachung dieser umweltfreundlichen Wegebeziehung als Teil des stadt- und regionsweiten Verbundnetzes von Fahrradwegen bzw. Velorouten. Er ist somit für die Nutzerinnen und Nutzer lediglich ein verbindender Ort, der aber aufgrund fehlender Attraktivität gar nicht weiter wahrgenommen wird. Lediglich in den Randbereichen der beiden Zugän- ge findet eine Beschäftigung mit dem Tunnel statt, indem die derzeit dort angebotenen Fahrradstän- der zum Abstellen von Rädern genutzt werden. Die Frequenz der Nutzung ist dabei stark abhängig von dem Bedarf und dem Angebot an Abstellplätzen für Fahrräder im Umfeld der beiden Bahnhofge- bäude. Sofern in kürzerer Entfernung zu den beiderseitigen Zugängen zum Bahnhof und in besserer Qualität dort Angebote geschaffen oder vorgeha lten werden, wird sich die Nutzungsfrequenz des Hamburger Tunnels als Abstellraum für Fahrräder reduzieren. Im städtischen Zielkonzept zum Fahrradabstellen am Hauptbahnhof geht die Verwaltung derzeit von rund 10.000 Stellplätzen auf beiden Seiten des Bahn hofes aus. Mit der Realisierung des Mobility - Hubs Bremer Straße (ehemaliges Parkhaus) und den beiden Radstationen ist diese Zahl perspekti- visch bis 2025 zu erreichen, so dass dann kein Bedarf mehr für Fahrradstellplätze im Hamburger Tunnel gesehen wird. Eine ergänzende, funktionale und nutzerfreundliche Erweiterung könnte der Hamburger Tunnel durch die Möglichkeit erhalten, den Tunnel als zusätzlichen Zugang zu allen Bahnsteigen zu stärken. Hier- bei ist angedacht, einen weiteren barrierefreien Zugang über einen Aufzug zu jedem Bahnsteig anzu- bieten um insbesondere den Bahnbenutzern mit Fahrrad einen zusätzlichen, attraktiven und leis- tungsfähigen Zugang zu den Bahnsteigen zu bieten. Der intermodale Verkehr würde hierdurch ge- stärkt. Perspektivisch würde auch d as angedachte Verkehrsprojekt der S-Bahn Münsterland profitie- ren. Der Vorschlag besteht darin, die ehemaligen Aufzugschächte der Postaufzüge zu ertüchtigen und mit neuer Fördertechnik zu versehen. Damit verbunden wäre die Schaffung eines zusätzlichen Zugangs - 5 - V/0631/2022 zu jedem einzelnen Aufzugsschacht und Bahnsteig vom Hamburger Tunnel aus, welcher damit für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden kann. Dazu müssen die vorhandenen, südlich liegenden Auf- zugsschächte des ehemaligen Posttunnels (welcher parallel zum Hamburger Tunnel verläuft) mit kur- zen Stichwegen an den Hamburger Tunnel angeschlossen werden. Damit wären die vorhandenen, in einem guten baulichen Zustand befindlichen, Aufzugsschächte für neue Nutzungen verwendbar. Die Ideen verdeutlicht Anlage 2. Die Größe der baulichen Anlagen erlauben extragroße Aufzugsanlagen für Fahrräder, so dass pro Förderbewegung ca. 10 Räder (incl. Anhänger und Lastenrädern) bewegt werden können. Damit wä- re ein direkter Zugang für Fahrräder ohne Umweg über den südlichen Personentunnel und ohne Um- weg durch das Bahnhofsgebäude gegeben und könnte zu einer Entflechtung der Verkehrsströme im Bahnhof (vorhandene Aufzüge primär für Rollstuhlfahrende und Kinderwagen) beitragen. Eine im Auftrag der DB AG durchgeführte Machbarkeitsstudie hat die grundsätzliche Realisierbarkeit ergeben, die mit einem vertretbaren baulichen und finanziellen Aufwand grundsätzlich umsetzbar wäre. Die bauliche Entwicklung zusätzlicher Öffnungen in der südlichen Tunnelwand wäre dann im Planungs- verfahren zum Hamburger Tunnel zu berücksichtigen. Das Projekt Hamburger Tunnel Die Verwaltung beabsichtigt, gemeinsam mit der Immobilien - und Standortgemeinschaft Bahnhofs- viertel e.V. und der Deutschen Bahn AG eine Mehrfachbeauftragung zum Hamburger Tunnel durch- zuführen um stadtgestalterische Vorschläge zur Aufwertung zu erh alten, die nach entsprechender Entscheidung in einem Fachgremium die Grundlage für ein Neu- und Umgestaltungskonzept für den Tunnel einschließlich seiner beiden Zugänge bilden sollen. Darüber hinaus i st der Eigentümer des Hamburger Tunnels miteinzubeziehen, da die Funktionsfähigkeit der überdecken Bahnbrücken jeder- zeit sichergestellt sein muss. Die Stadt Münster hat ein Nutzungsrecht für den Hamburger Tunnel, Eigentümer ist die DB Netz AG, eine DB AG Tochtergesellschaft. Die Neugestaltung des Hamburger Tunnels muss zudem die Gestaltungskonzepte der beiden Bahn- hofsvorplätze (Berliner Platz und Bremer Platz) berücksichtigen und ein verbindendes Element schaf- fen. Zu Rahmenbedingungen und Zielen vgl. Anlage 3. Damit diese Zusammenarbeit gelingen kann, bedarf es zusätzlich einer entsprechenden Vorbereitung aller Interessensgruppen im Bahnhofsum- feld, die bei Bedarf auch die direkten Anlieger mit einbeziehen soll. Mit dem Projekt „Schaltschränke“ von Tobias Rehberger ist im unmittelbaren Umfeld bereits ein hochkarätiges Kunstprojekt realisiert werden, das die Tradition der Kunst im öffentlichen Raum der Stadt fortsetzt. Dieses Projekt ist entstanden aus einer Initiative zur Weiterentwicklung der besonde- ren Lebensqualität des Bahnhofsviertels und leistet für diese Zielsetzung einen entscheidenden Bei- trag. Bei diesem Projekt wurde auf die besondere Identität dieses Viertels Rücksicht genommen. Denn gerade das Bahnhofsviertel gilt ja per se als der lebendige Knotenpunkt und als das Drehkreuz vielfältiger Bewegungsströme von Menschen. Es ist der Ort, an dem verschiedenste urbane Aktivitä- ten - von Handel bis Reisen, von Hektik bis Erholung, aber auch von harter Realität und Sehnsucht - ihren Ausdruck finden. Gegenstand des Gestaltungswettbewerbs zum Hamburger Tunnel ist die Auseinandersetzung mit dem Tunnel an sich, einer rund 130 m langen, geradlinigen Röhre, die an ihren beiden Enden jeweils etwas aufgeweitet ist, insgesamt aber als umschlossener Raum wahrgenommen wird. Neben den Auflagen der DB AG sind bei der Ideenfindung die verkehrlichen bzw. straßenverkehrs- rechtlichen Belange zu beachten, dass der Tunnelbereich insgesamt verkehrssicher, gegen befahren von PKW gesichert und ausreichend beleuchtet sein muss. Etwaige Austrittsbereiche aus Auszügen bzw. Wartebereiche vor Aufzügen – nach Realisierung der zusätzlichen Zugänge zu den Bahnsteigen - dürfen nicht mit Gehwegen oder Radfahrbereichen ko llidieren. Abstellmöglichkeiten, sofern über- haupt noch erforderlich, für etwaige Fahrräder und/oder E -Mobilität müssen entsprechend für den Fahrverkehr gesichert sein. Ausreichende Sichtbeziehungen zwischen zu Fuß Gehenden und Rad fahrenden müssen ständig gewährleistet werden, auch eine klare Zuweisung der Wegeflächen für die beiden Nutzergruppen sollte mitgedacht werden. - 6 - V/0631/2022 Aus den Hinweisen des Quartiersmanagements und der „mobilen Quartiersarbeit“ sollten insbesonde- re Angsträume vermieden werden, die geradlinige Röhre stärkt insofern das Sicherheitsgefühl, wenn sie nicht dur ch Einbauten, Ecken und Winkel unüberschaubar wird. Soziale Kontrolle muss grund- sätzlich gegeben sein, dies kann durch eine helle, freundliche Ausleuchtung unterstützt werden. Der Aspekt der Sauberkeit wird viel zum „Wohlfühlen“ im Tunnel beitragen, wie au s den bisherigen Dis- kussionen zu den unterschiedlichen Provisorien zu entnehmen ist. Wenn die Frage zum urbanen Umfeld neu aufgenommen wird, wird der Blick sich schnell auch in Richtung Grün, Begrünung oder Grüngestaltung entwickeln, besonders dann, wenn dargestellt wird was im öffentlichen Raum rund um den Bahnhof fehlt. Große, angrenzend e Grünflächen sind die Promenade mit der Engelenschanze und die Grünfläche Bremer Platz, die aktuell im Rahmen einer Neugestaltung aufgewertet wird. Das Bahnhofsumfeld selbst ist derzeit meist steinern, mit den be- kannten Problemen der Hitzeentwicklung in den Sommermonaten, der fehlenden Verschattung, aber auch den fehlenden Versickerungs- und Verdunstungsmöglichkeiten und den fehlenden Einflussmög- lichkeiten auf das örtliche Mikroklima. Bei so einer Ideenentwicklung sind insbesondere in Hinblick auf eine Begrünung vielfältige Rahmen- bedingungen zu berücksichtigen. So müsste eine ausreichende Beleuchtung und Wasserversorgung der Begrünung sichergestellt werden. Dies ist aus Sicht des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit ohne zusätzliche Energie (Strom für Licht und Bewässerungssystem) nicht zu gewähr- leisten. Weitere Rahmenbedingungen wie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Vandalismus sind ebenso zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist der deutlich erhöhte Pflegauf wand einer Begrünung sowie die Wartung der Beleuchtung und der Wassertechnik mit entsprechenden zu erwartenden Fol- gekosten zu beachten. Allerdings zeigen Beispiele, wie das in Darmstadt, dass die Idee grundsätzlich denkbar ist, dann aber entsprechend fachlich begleitet werden muss. Insofern könnte dies eine der zukünftigen Gestaltungsideen werden. Wie aus den vorstehenden Ausführungen zu entnehmen ist, werden im Planungsverfahren viele An- forderungen und Hinweise zu berücksichtigen sein, die obige Aufstellung ist daher nicht abschließend zu verstehen. Für die Vorbereitung des Planungsverfahrens werden die Fachämter gemeinsam mit den Partnern ISG und DB AG die Anforderungen und Inhalte formulieren und das Verfahren gemein- sam vorbereiten. Der Projektverlauf Die Beauftragung mehrerer Planer/Landschaftsarchitekten/Künstler/innen mit der Erarbeitung von Vorschlägen zur Gestaltung des Hamburger Tunnels und anschließender Bewertung durch ein Fach- gremium soll eine möglichst breite Palette von Möglichkeiten ergeben, wie die Neugestaltung in die- sem St adtraum denkbar wäre. Dabei wird es eine besondere Anforderung sein, einen Entwurf aus- zuwählen, der möglichst viele der Anforderungen berücksichtig und eine Idee beinhaltet, der sowohl funktionalen als auch gestalterischen Aspekten Rechnung trägt, dem befü rchteten Vandalismus standhält und gleichzeitig finanzierbar erscheint. Es ist ein Gestaltungswettbewerb im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung vorgesehen. Dabei sollen in der ersten Stufe ca. 7 Teams angefragt werden, die dann nach Fachgremiumsentscheidun g auf drei Teams für die zweite Stufe reduziert werden. Nach Abschluss der zweiten Stufe wird dann ein Siegerentwurf ermittelt. Es ist beabsichtigt, a nerkannte Planer/Landschaftsarchitekten/Künstler/innen einzuladen, in einer ersten Stufe eine Idee zu entwickeln, wie der Hamburger Tunnel – unter Beachtung der o.g. Kriterien - vom Grundsatz her aufgewertet werden könnte. In einer zweiten Stufe sollen dann die am besten geeigneten Ideen zu einem schlüssigen Konzept mit konkretem Entwurf für dessen Umsetzung in dem Stadtraum weiterentwickelt werden. Aus diesen Konzepten soll dann durch das Fachgremium ein Vorschlag bestimmt werden, der für eine Realisierung, sowohl aus technischer, gestalterischer und planerischer Sicht in Frage kommt und im Rahmen der Vorgaben grundsätzlich baufähig ist. - 7 - V/0631/2022 Mit der Mehrfachbeauftragung wird der Tunnel die Chance bekommen zu zeigen wie die veränderten Möglichkeiten von Funktionalität und Gestaltung im öffentlichen Stadtraum nachhaltig und zukunfts- weisend für reale und alltägliche Nutzungen verwendet werden und zusätzlich auch noch eine positi- ve Stimmung im öffentlichen Stadtraum erzeugen können. Beispiele und Ideen aus anderen Kommunen (vgl. Anlage 4) zeigen unterschiedliche Ansätze der Inwertsetzung von Tunneln und Brückenbauwerk en. Neben rein gestalterisch-künstlerischen Ansät- zen sind auch Illumination und Nachhaltigkeit ein Thema. So werden z.B. Begrünungsmaßnahmen von Tunneln derzeit wissenschaftlich begleitet um weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und Übertragbarkeit der Konzepte zu sammeln. Erste Gespräche lassen vermuten, dass auch in Münster Interesse an einer wissenschaftlichen Begleitung besteht, so dass diese Poten- zial im weiteren Verfahren grundsätzlich mit einzubeziehen ist. Den Zeitplan und die notwendigen Schritte verdeutlicht Anlage 5. Phase 1 Stadt Münster, Deutsche Bahn AG und die Immobilien - und Standortgemeinschaft formulieren ge- meinsam bis zum Ende des Jahres 2022 die Aufgabenstellung mit den Anforderungen, Restriktionen und weitergehenden Hinweisen und bereiten die Mehrfachbeauftragung entsprechend vor. Die drei Partner legen darüber hinaus, nach entsprechender Recherche und Vorarbeit, die einzuladenden Planer/Landschaftsarchitekten/Künstler/innen fest, die bereits Erfahrungen mit der Umgestal- tung/Inwertsetzung von Tunnelbauwerken gesammelt haben. Phase 2 Die Stadt Münster fordert gemeinsam mit der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. und der Deutschen Bahn AG im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung bis zu maximal sieben Teams (Pla- ner/Landschaftsarchitekten/Künstler/innen) auf, erste Ideen für die Gestaltung des Hamburger Tun- nels zu entwickeln, z.B. in der Form von Skizzen, Abwicklungen, Konzepten oder Modellen. Ein Fachgremium wird die eingereichten Ideen und Vorschläge sichten und eine Empfehlung für die Weiterbearbeitung von drei Teams (Planer/Landschaftsarchitekten/Künstlern/innen) geben. Nach einer Überarbeitungsphase wird das Fachgremium dann einen Vorschlag auswählen, der die Grund- lage für die weitere Entwurfsbearbeitung bilden soll. Phase 3 Das Siegerteam (Planer/Landschaftsarchitekten/Künstler/innen) konkretisiert den Entwurf unter Be- rücksichtigung weiterer Vorgaben im Hinblick auf eine bauliche Realisierung (incl. Kostenschätzung). Die Ergebnisse werden der Bezirksver tretung Münster Mitte und den Fachausschüssen präsentiert, der Hauptausschuss fasst anschließend einen entsprechenden Beschluss zur Umsetzung des vorge- legten Konzeptes. Phase 4 Nach Klärung der Finanzierung (Antrag auf Städtebauförderung (Stichtag 30.09.2023) startet nach Möglichkeit im Jahr 2024 die Phase der Realisierung. Die Finanzierung Anhand vergleichbarer Projekte der letzten Jahre wurde eine erste grobe Kostenschätzung für das Verfahren der zweistufigen Mehrfachbeauftragung erstellt. Diese umfasst jeweils die Pauschalhonora- re für die Teilnahme von maximal bis zu sieben Teams in der ersten Stufe und von drei Teams in der zweiten Stufe, die Verfahrenskosten für die Mehrfac hbeauftragung, Nebenkosten für die Jurymitglie- der und ein Preisgeld für den Siegerentwurf. Die Kosten für die zweistufige Mehrfachbeauftragung werden aus dem Budget des Stadtplanungsam- tes vorfinanziert. Je nach ausgewähltem Entwurf und dessen Überarbeitun g erfolgt für die konkrete Umsetzung eine Kostenberechnung / -schätzung der gestalterischen, künstlerischen und baulichen Maßnahmen, einschließlich notwendiger Anpassungsmaßnahmen im Hamburger Tunnel (z.B. zur Wahrung der Verkehrssicherheit oder zum Schutz vor Vandalismus), die ggf. um Gutachten oder Tragfähigkeitsuntersuchungen ergänzt wird. - 8 - V/0631/2022 Auf Basis dieser Kostenermittlung wird für die Neugestaltung des Tunnels ein Antrag auf Städtebau- fördermittel für das Stadterneuerungsprogramm 2024 gestellt. Der Hamb urger Tunnel ist als Projekt im neu aufzustellenden Integrierten Stadtentwicklungskonzept Münster-Innenstadt bereits enthalten. Nach entsprechender Bewilligung und der Bereitstellung der notwendigen städtischen Eigenmittel könnte im 4.Quartal 2024 mit der Umsetzung begonnen werden. Bis dahin sind dann auch die noch anstehenden, vorlaufenden Arbeiten des Amtes für Mobilität und Tiefbau und der Stadtwerke im Hamburger Tunnel abgeschlossen. Die Finanzierung des städtischen Eigenanteils erfolgt ggf. im Rahmen der Möglichkeiten mit Unter- stützung durch privates Engagement der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. (durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoren), der Deutschen Bahn AG und weiterer privater Akteure. Die Finanzierung des Bauvorhabens der Deutschen Bahn AG soll über einen eigenen Fördertopf des Bundesministeri- ums für Verkehr und Digitalisierung erfolgen. Nach Möglichkeit sollen hier Synergien genutzt werden, sowohl zeitlich als auch finanziell, so dass der städtische Eigenanteil ggf. für beide Bauprojekte ange- rechnet werden könnte. Erste Gespräche werden aktuell geführt, auch mit potentiellen weiteren Sponsoren. Unterschrift I.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage 1 – Aktueller Zustand Anlage 2 – Konzept Bahnsteigzugang Anlage 3 – Rahmenbedingungen Anlage 4 – Mögliche Ideen / Gestaltungskonzepte Anlage 5 – Zeitplan Anlage 6 – Anregung 2022-0081 gem. § 24 GO NW
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (6)
- Berliner Platz
- Bremer Platz
- Bahnhofstraße
- Bremer Straße
- Engelenschanze
- Promenade
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Details
- Aktenzeichen
- V/0631/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.10.2022
- Erstellt
- 09.10.2022 22:52