V/0293/2024
5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene für Münster 2024 - 2026
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Beschlussvorlage
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V/0293/2024 V/0293/2024 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene für Münster 2024 - 2026 Beratungsfolge 06.06.2024 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 11.06.2024 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 19.06.2024 Hauptausschuss Vorberatung 19.06.2024 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der 5. Aktionsplan 2024 – 2026 zur Umsetzung der „Europäischen Charta für die Gleichstel- lung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene“ wird beschlossen (Anlage 1). 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die darin festgelegten Maßnahmen und Projekte bis 2026 zu realisieren. 3. Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) wird über die Beschlussfassung in Kenntnis gesetzt. II. Finanzielle Auswirkungen: Die Maßnahmen und Projekte des Aktionsplans sind im Rahmen der vorhandenen Personal- und Finanzressourcen umsetzbar. Sollte im Laufe des Aktionszeitraums bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen oder Projekte ein zusätzlicher Finanzbedarf entstehen, wird darüber gesondert ent- schieden. Begründung: Die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene ist ein wirksames Instrument für europäische Kommunen, um die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an den gesellschaftlichen Ressourcen zu stärken und bestehende Benachteiligungen und Diskrimi- Amt für Gleichstellung 14.05.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau von Hayn Telefon: 492-1704 vonHayn@stadt- muenster.de - 2 - V/0293/2024 nierungen abzubauen. Mit der Unterzeichnung der EU-Charta bekennen sich die europäischen Kom- munen zum Grundsatz der Gleichstellung der Geschlechter und verpflichten sich, regelmäßig Charta- Aktionspläne zu erstellen. In den Aktionsplänen werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Gleichstellungsauftrags festgelegt. Die Stadt Münster hat die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2009 unterzeichnet. Damit ist Münster eine von mittlerweile über 2.000 europäischen Kommunen in 36 Ländern, die die Charta ratifiziert haben. Bisher wurden in Münster vier Aktionspläne erarbeitet, das Amt für Gleichstellung begleitet und koordiniert diese Querschnittsaufgabe. Die bisherigen vier Aktionspläne sind weitgehend umgesetzt: 1. Aktionsplan: Laufzeit 2011 bis 2013, Abschlussbericht: V/0636/2013 2. Aktionsplan: Laufzeit 2013 bis 2015, Abschlussbericht: V/0737/2016 3. Aktionsplan: Laufzeit 2018 bis 2020, Abschlussbericht: V/0382/2022 4. Aktionsplan: Laufzeit 2021 bis 2023, Beschluss: V/0678/2021 Schwerpunkt Klima- und Geschlechtergerechtigkeit Die Klimakrise und die damit verbundenen kommunalen Handlungsoptionen haben in der städtischen Politik eine hohe Priorität. Nachdem der Rat im Jahr 2019 den Klimanotstand verabschiedet hat (V/0482/2019), wurde dieser Beschluss mit dem Handlungsprogramm zum Klimaschutz 2030 dahin- gehend konkretisiert, dass die Stadt Münster möglichst bis 2030 klimaneutral werden soll (V/0770/2019/1). Diese Priorität zeigt sich auch in der Entscheidung des Rates, dass die Klimaneutralität eines der vier Handlungsfelder der Ziele zur kommunalen Steuerung ist (V/0609/2022). Und da die Klimakrise auf Frauen und Mädchen – insbesondere aufgrund ihrer schwächeren sozio- ökonomischen Position – stärkere Auswirkungen hat, legt der 5. Aktionsplan der Europäischen Charta seinen Schwerpunkt auf Klima- und Geschlechtergerechtigkeit. Die Maßnahmen des Aktionsplans orientieren sich an den Schnittmengen der beiden Querschnitts- themen Gendergerechtigkeit und Klimaschutz. Die Entscheidung, den Schwerpunkt des 5. Charta-Aktionsplans auf das Thema Klima- und Gender- gerechtigkeit zu legen, wurde auch im Hinblick auf den Artikel 38 der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene zu Klimaschutz getroffen, der im Dezem- ber 2022 neu in die Charta aufgenommen wurde. Artikel 38 der Charta verdeutlicht, dass die Bedrohung durch die Klimakrise soziale, politische und wirtschaftliche Spannungen verschärft und dadurch Mädchen und Frauen unverhältnismäßig stark trifft. Die unterzeichnenden Kommunen sind in Art. 38 Abs. 2 dazu aufgefordert, bei Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung geschlechtergerechte Lösungen zu entwickeln und die Perspektive von Frauen in die Entwicklung von Umweltschutzplänen zu integrieren. Dies soll insbesondere durch eine ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern in allen Klimaschutzprozessen erreicht wer- den. Konzept und Verfahren für den 5. Aktionsplan Dem Gedanken der Querschnittsaufgabe folgend wurde auch dieser Aktionsplan ämterübergreifend und partizipativ erarbeitet. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe – bestehend aus den Ämtern 10, 23, 33, 36, 40, 41, 42, 50, 51, 53, 61, 66, 67, MM und III/Smart City – hat den Aktionsplan in drei Workshops im Laufe des Jahres 2023 maßgeblich erarbeitet und hat Maßnahmen entwickelt, die größtenteils sowohl der Gleichstellung als auch dem Klimaschutz dienen. - 3 - V/0293/2024 Die Stabsstelle Klima und das Amt für Gleichstellung koordinierten den Prozess gemeinsam. Am 30.11.2023 wurde der Entwurf des Charta-Aktionsplans in der Stadtbücherei vorgestellt und der Stadtgesellschaft – Vertreter*innen des bürgerschaftlichen Engagements und gesellschaftlicher und politischer Organisationen aus den Bereichen Gleichstellung und Klimaschutz, sowie den Fraktionen – wurde die Möglichkeit zur Beteiligung gegeben. Ihre Anregungen wurden, soweit möglich, berück- sichtigt und nach einer Abstimmung mit den Fachämtern in den Aktionsplan aufgenommen. Im An- hang des Aktionsplans findet sich eine Dokumentation der eingegangenen Änderungen sowie eine verwaltungsseitige Einschätzung dazu. Der Aktionsplan umfasst 15 Maßnahmen in den drei Themenfeldern Mobilität und Stadtplanung, Gesundheit und (Care-)Arbeit sowie Bildung, Kultur und politische Partizipation. Die bereits seit dem 3. Aktionsplan eingeführten Indikatoren haben sich bewährt und werden in modi- fizierter Form weitergeführt, so dass auch im 5. Aktionsplan wieder Indikatoren die Fortschritte oder auch Rückschritte bei der Erreichung der Gleichstellung der Geschlechter in Münster messbar ma- chen. Im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans sind die Dezernate und Ämter aufgefordert, bei den jeweiligen Maßnahmen die Rahmenbedingungen für die Verfahren und Ergebnisse zu schaffen und darauf hinzuwirken, dass die Maßnahmen umgesetzt werden. Ausblick Das Amt für Gleichstellung und die Stabsstelle Klima werden die Umsetzung des 5. Aktionsplans 2024 bis 2026 begleiten und zu Zwischenergebnissen dem Ausschuss für Gleichstellung und dem Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht erstatten. Nach Ablauf des Zeit- raums wird ein Abschlussbericht vorgelegt und die Fortschreibung erstellt. gez. Markus Lewe Oberbürgermeister Anlagen: Anlage 1: 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene für Münster 2024 bis 2026
5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männer
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Amt für Gleichstellung 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene für Münster 2024 bis 2026 Inhaltsverzeichnis Vorwort 4 Grußwort Oberbürgermeister Markus Lewe 6 Themenfeld Mobilität und Stadtplanung: 8 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung 1. Superblocks und die Stadt der kurzen Wege 10 2. Attraktiver Mikrokiez Martiniviertel 12 3. Empowerment für Frauen im Amt für Mobilität und Tiefbau 14 4. Geschlechterdifferenzierte Daten für eine zukunfts- orientierte Mobilitätsplanung 16 5. Gender Planning 18 6. Sichere Kindermobilität 20 Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation: 22 Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation 7. Gendersensible und inklusive Öffentlichkeitsbeteiligung 24 8. Gender- und Klimagerechtigkeit für Kinder und Jugendliche 26 9. Empowerment für die nächste politische Generation 28 10. KlimaTraining macht Schule 30 11. Kulturerlebnisse für ein junges Publikum 32 Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit: 34 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit 12. Hitzeaktionsplan für Münster 36 13. Faire Zeitverteilung 38 14. Gutes Onboarding bei der Stadt Münster 40 15. Klimagesunde Kantine 42 Anhang Verfahren zur Entwicklung des Aktionsplans 44 Beteiligung der Stadtgesellschaft am 5. Aktionsplan der Europäischen Charta 46 Impressum 59 0504 Was haben Geschlecht und Klima miteinander zu tun? Die Klimakrise betrifft uns alle gleichermaßen – diese Annahme liegt nahe, da die Auswirkungen der globalen Klimakrise alle Menschen weltweit betreffen. Tatsächlich zeigen sich aber erhebli- che Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So ist das Risiko für Frauen in Europa, an den Folgen von Hitze zu sterben, um 63 Prozent höher als für Männer. Auch Schwangerschaftskomplikationen und Frühgeburten treten während Hitzewellen häufiger auf. Obwohl Frauen und Mädchen in vielen Ländern an der Spitze der Klima- schutzbewegung stehen und tendenziell einen kleineren ökologischen Fußabdruck haben, ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Politik, Wirtschaft und Verwaltung deutlich geringer als der von Männern. Dies lässt sich auch in Münster beobachten, wo fast zwei Drittel der Mitglieder des Rates männlich sind. Auch in den entscheidenden Positionen in technischen Ämtern wie zum Beispiel im Amt für Mobilität und Tiefbau sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Beim Thema Mobilität zeigen sich ebenfalls Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen legen mehr und kürzere Wege zurück als Männer – vor allem, weil sie mehr unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und viele Besorgungen unterwegs erledigen. Sie fahren seltener mit dem Auto und sind daher stärker auf gute Fuß- und Radwege, zuverlässige öffentliche Verkehrsmittel und erreichbare Grünflächen angewiesen. Diese Beispiele zeigen, dass die Klimakrise Frauen anders und stärker trifft als Männer. Das hat vor allem drei Ursachen: q der sozioökonomischen Status von Frauen, q die oft noch bestehenden stereotypen Rollenverteilungen q und auch biologische Faktoren. Den grundlegenden Rahmen für den Aktionsplan der Stadt Münster bildet die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene. Insbesondere der neu eingefügte Artikel 38 („Klimawandel und das Recht auf eine gesunde Umwelt“) betont die Not- wendigkeit geschlechtergerechter Lösungen bei lokalen Klimaschutzmaßnahmen. Der 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung der Geschlechter legt daher einen Schwerpunkt auf Klima- und Geschlechtergerechtigkeit in unserer Stadt. Unser Ziel ist es, dass die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Münster nicht nur zu einer CO2-Re- duktion führen, sondern auch das Bewusstsein für soziale Ungleichheiten schärfen und diese abbauen. Der Aktionsplan umfasst 15 konkrete Maßnahmen, die sich in drei über- geordnete Themenfelder gliedern: q Mobilität und Stadtplanung q Bildung, Kultur und politische Partizipation q Gesundheit, Soziales und (Care-)Arbeit. Wir sind uns bewusst, dass diese Herausforderungen nicht von heute auf morgen und nicht allein von Politik und Stadtverwaltung gelöst werden können. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft können wir jedoch den Weg zu einer nachhaltigen und fairen Zukunft für alle Münsteraner*innen ebnen. Dieser innovative Aktionsplan ist ein erster Schritt und wir laden Sie herz- lich ein, sich aktiv an der Umsetzung und Weiterentwicklung zu beteiligen. Herzliche Gr ßße aus dem Amt f r Gleichstellung Sarah Braun Thomas Moller Julia von Hayn Dr. Cornelia Fraune Amt für Gleichstellung Stabsstelle Klima Vorwort Vorwort Vorwort 0706 Grußwort Oberbürgermeister Markus Lewe Grußwort Oberbürgermeister Markus Lewe Die T atsache, dass der 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung der Geschlechter erstmals Klimaschutz und Klima- anpassung in den Mittelpunkt stellt, unterstreicht die Dringlichkeit, mit der wir uns als Stadtgesellschaft, Verwaltung und Politik diesem Thema widmen müssen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Gleichstellung und der Stabsstelle Klima zeigt, dass der Umgang mit der Klimakrise eine Gemeinschaftsaufgabe ist, bei der möglichst viele Fachbereiche der Stadtverwaltung einbezogen werden müssen, um Synergieeffekte zu erzielen. Noch ist nicht allgemein bekannt, dass die Geschlechter unterschiedlich von der Klimakrise betroffen sind. Deshalb ist es wichtig, mit dem neuen Charta-Aktionsplan zu betonen, dass Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung auch die soziale Dimension aller Gruppen unserer Stadtgesellschaft berücksichtigen müssen und nicht nur technische Lösungen beinhalten. Münster setzt bereits heute Maßstäbe für Klimaschutz und Klima- anpassung. So wurde Münster als eine von 100 europäischen Städten von der EU als Vorreiterstadt für die Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ ausgewählt und hat in diesem Rahmen einen Klimastadtvertrag erarbeitet, der mittlerweile an die EU-Kommission weitergeleitet wurde. Einige Maßnahmen des Masterplans Mobilität Münster 2035+ und Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung, wie zum Beispiel „Neukonzeption des bestehenden ÖPNV-Angebots“, „Energetische und klimagerechte Quartierssanierung“ oder der „Aktionsplan nachhaltiges Ernährungssystem Münster“ lassen sich Punkten mit dem 5. Aktionsplan der Europäischen Charta verknüpfen, allerdings unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit. Der 5. Aktionsplan der Europäischen Charta umfasst Maßnahmen, die ein breites Spektrum zur Förderung von Klima- und Gender- gerechtigkeit in unserer Stadt bieten. Um die vielfältigen Perspektiven und Bedürfnisse unserer Bürger*innen angemessen zu berücksichtigen, sollen mit dem Aktionsplan zum Beispiel Maßnahmen ergriffen werden, um den Anteil von Frauen in der Politik und auch im Amt für Mobilität und Tiefbau zu erhöhen. Geplant sind auch Veranstaltungen zur gerechten Zeitverteilung, die Einrichtung von Superblocks und die Weiterentwicklung einer klimafreundlichen Kantine. Ich bedanke mich herzlich bei allen, die an der Erstellung des Aktions- plans mitgewirkt haben und möchte alle Bürger*innen ermutigen, sich aktiv an der Umsetzung zu beteiligen. Gemeinsam können wir einen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise und zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit leisten. Markus Lewe Oberbürgermeister der Stadt Münster Grußwort Oberb rger meister Markus Lewe Die Herausforderungen der Klimakrise sind untrennbar mit der Infra- struktur unserer Städte und der Verkehrsplanung verbunden. Eine gen- dersensible Herangehensweise an diese Themen ist entscheidend, da Frauen und Männer 1 unterschiedliche Anforderungen an die Stadt- und Mobilitätsplanung stellen. Frauen legen täglich mehr Wege zurück als Männer. Sie gehen öfter zu Fuß, nutzen das Fahrrad und besitzen häufiger ein ÖPNV-Ticket, während Männer tendenziell das Auto nutzen und längere Strecken zurück- legen. Dazu liegen repräsentative Zahlen sowohl für Europa 2 als auch für Münster 3 vor. UNTERSCHIEDLICHES MOBILITÄTSVERHALTEN DER GESCHLECHTER Die Wegeketten von Frauen sind komplexer, da sie oft zusätzlich zu ihrer Berufstätigkeit die Versorgung der Familie übernehmen. 4 In Deutschland liegt der Gender Care Gap aktuell bei 44,3 Prozent, das heißt, dass Frauen im Durchschnitt etwa 9 Stunden mehr unbezahlte Arbeit pro Woche leisten als Männer. 5 Im Bereich Mobilität bedeutet Care-Arbeit: Frauen bringen häufiger die Kinder zur Kita oder zur Schule, fahren zur Arbeit, begleiten ältere Angehörige, erledigen Einkäufe und bringen die Kinder zu Nachmittags- aktivitäten. Dabei verknüpfen sie diese Wegezwecke zu einem kom- plexen Wegenetz, das sie häufig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffent- lichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Im Vergleich dazu haben Männer eher lineare Wege, indem sie üblicherweise morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause fahren. 6 Eine ideale Mobilitäts- und Verkehrsplanung soll daher die Umsetzung der „Stadt der kurzen Wege“ berücksichtigen, die nicht nur dem Ziel der Klimaneutralität dient, sondern auch zu einer gendersensiblen Planung beiträgt. Kürzere Alltagswege, mehr Grünflächen und eine sichere sowie klimafreundliche Verkehrsinfrastruktur kommen allen zugute. Frauen nutzen bereits heute häufiger die Verkehrsmittel des Umweltverbunds (zu Fuß, Fahrrad, ÖPNV) und profitieren daher in besonderem Maße von ihnen. GENDERSENSIBILITÄT IN DER STADT- UND MOBILITÄTSPLANUNG Eine geschlechterdifferenzierte Datenerhebung und -auswertung sowie eine Sensibilisierung für eine inklusive Mobilitätsplanung spielen daher eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig ist es auch, Frauen in technischen Berufen in der Stadtplanung sowie im Bereich Mobilität und Tiefbau zu fördern und in Entscheidungspositionen zu bringen. Aktuell sind zum Beispiel im Amt für Mobilität und Tiefbau nur 26 Prozent der Mitarbeiter*innen und le- diglich 16 Prozent der Führungskräfte weiblich. Eine diversere Besetzung der Stellen in diesen Bereichen gewährleistet, dass die unterschiedlichen Perspektiven und Bedürfnisse aller Geschlechter in die Planungen einfließen. 1 Hinweis: § 22 des Personenstandsgesetzes (PStG) sieht vier Möglichkeiten des Geschlechtseintrags vor: „weiblich“, „männlich“, „ohne Angabe“ und „divers“ Für Personen mit dem Geschlechtseintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ liegen derzeit noch zu wenige repräsentative Daten vor, so dass wir momentan nur die binäre Nennung „weiblich“ und „männ- lich“ nutzen können. 2 Statistisches Bundesamt (Destatis 2022), https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Verkehr/Mobilitaet-Frauen-Maen- ner.html, Eurobarometer/ Europäische Kommission 2019 3 Mobilitätsbefragung Münster 2022 4 Bürgerumfrage Münster 2021: Zeitverwendung für Beruf, Familie und Freizeit 5 https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/gender-care-gap/indikator-fuer-die-gleichstellung/gender-ca- re-gap-ein-indikator-fuer-die-gleichstellung-137294 6 https://www.vcd.org/artikel/feministische-verkehrspolitik Mobilität und Stadtplanung Themenfeld 1110 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung 1. Maßnahme: Superblocks und die Stadt der kurzen Wege Amt für Mobilität und Tiefbau & Stadtplanungsamt Superblocks Gleichzeitig sollen Quartiere nach dem in Barcelona entwickelten und erprobten Prinzip der sogenannten Superblocks gestaltet werden. Dabei werden jeweils mehrere Baublöcke im Bestand zu innovativen Mikroquartieren zusammengefasst, die den Verkehr zugunsten des Fuß- und Radverkehrs umgestalten. Durch Sperrung innenliegender Straßen entstehen verkehrsberuhigte Zonen mit Sitz-und Spielelementen mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Entsiegelung und Integration von Grün- und Wasserflächen tragen zur Hitzereduzierung und sozialen Begegnungen bei. Die Lebensqualität der Anwohner*innen lässt sich durch bessere Luftqualität, weniger Lärm und mehr Sicherheit enorm steigern. Die Details Stadt der kurzen Wege: Das Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“ zielt darauf ab, Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsstätten sowie sozialen und öffentlichen Einrichtungen mög- lichst kurz zu halten. Alltägliche Wege sollen möglichst einfach und schnell mit den Ver- kehrsmitteln des Umweltverbundes (zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Roller oder dem ÖPNV) zurückgelegt werden können. Dies fördert nicht nur eine gesunde und klimaschützende Le- bensweise, sondern reduziert auch – wenn Kinder und Senior*innen ihre Wege zunehmend sicher allein bewältigen können – den Betreuungsaufwand durch Hol- und Bringdienste für Menschen, die Care-Arbeit leisten. Kriterien für die Stadt der kurzen Wege 1. Nutzungsmischung: Förderung einer vielfältigen städtebaulichen Struktur, Vermeidung von Angsträumen, belebte Erdgeschosse 2. Infrastrukturelle Vernetzung: Entwicklung eines gut ausgebauten und sicheren Fuß- und Radwegenetzes sowie eines zuverlässigen öffentlichen Nahverkehrs. 3. Nahversorgung: Bereitstellung von Einkaufsmöglichkeiten, Kitas, Schulen und Gesundheitseinrichtungen in der Nähe. 4. Barrierefreiheit: Ziel ist eine inklusive Stadt, die für alle Bürger*innen leicht zugänglich ist. 5. Nachhaltige Mobilität: Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zur Emissions- reduktion. Kriterien für Superblocks 1. Verkehrsberuhigung/ Quartiersparkhäuser: Bündelung des Kfz-Verkehrs an Quartier- seingängen zur Verkehrsreduktion, Quartiersgaragen bieten dabei Parklösungen. 2. Fuß- und Radverkehr: Förderung sicherer Fuß- und Radwege innerhalb des Superblocks. 3. Attraktive Plätze: Schaffung multifunktionaler Plätze für soziale Aktivitäten wie Nachbarschaftstreffs. 4. Grün-Blaue Infrastruktur: Integration von Grünflächen, Bepflanzungen und Wasser- flächen zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Förderung der Biodiversität. 5. Partizipation: Einbeziehung der Anwohner*innen in Planung und Umsetzung, unter be- sonderer Einbindung eher schwer erreichbarer Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche. 6. Pop-up-Superblocks könnten Quartiere durch mobile Straßensperren am Wochenende oder zu Ferienzeiten testweise und temporär in einen Superblock verwandeln. Insbesondere bei Neubauquartieren wird zukünftig von Anfang an auf die Umsetzung der Stadt der kurzen Wege und die Integration von Superblock-Prinzipien geachtet, so wer- den beispielsweise Quartiersgaragen geplant. Dazu wurden im Rahmen des Leitfadens „Klimagerechte Bauleitplanung“ Kriterien festgehalten, die in Stadtentwicklungsprozessen überprüft und zukünftig noch ausgeweitet werden. Die Umsetzung von Superblocks und einer Stadt der kurzen Wege trägt dazu bei, eine le- bendige, nachhaltige und lebenswerte Stadt zu schaffen, die die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Insbesondere Menschen, die Care-Arbeit leisten, profitieren von diesen Maßnahmen. Das Ziel Entwicklung einer lebenswerten Stadt durch verkehrsberuhigte Zonen, mehr Grünflächen und kurze Wege Die Idee Kompakte und nutzungsdurchmischte Quartiere mit kurzen Wegen im Umwelt- verbund. Gleichzeitig werden Quartiere mit einer verkehrsberuhigten Infrastruktur geschaffen. Indikatoren q Anzahl der umgesetzten oder in Planung befindlichen (Pop-up-)Superblocks (oder einzelner spezifischer Merkmale wie Verkehrsberuhigung, Entsiegelung und soziale Infrastrukturen) q Anzahl realisierter Quartiersgaragen q Entwicklung von Carsharing: – Anzahl der Carsharing-Stationen – Anzahl der Carsharing-Fahrzeuge – Anzahl der Nutzer*innen 1312 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Diese Maßnahmen sind geplant: – Umgestaltung der Hörster Straße, der Martinistraße und des Parkplatzes am Bült, Neuordnung des Verkehrs und die Schaffung eines lebendigen „Mikrokiezes“ mit hoher Nutzungsvielfalt – Anwohner*innen und Besucher*innen sollen von der gesteigerten Aufenthaltsqualität, Sicherheit und klimafreundlicher Mobilität profitieren – Der motorisierte Individualverkehr wird reduziert, um mehr Raum für Fahrrad- und Fuß- verkehr zu schaffen. Dafür wird die Hörsterstraße ohne Durchgangsverkehr aufgewertet. – An den genannten Orten sollen nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten und neue Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum für alle Menschen entstehen und so die Lebens- bedingungen für die Bewohner*innen verbessern (weniger Lärm- und Feinstaubbelas- tung). – Durch eine Begrünung der Straßen und eine effiziente Nutzung von Regenwasser, das durch offene Rinnen geleitet und zur Bewässerung genutzt werden kann, soll Wasser ge- speichert und die Verdunstung gefördert werden. Asphalt weicht hellen Materialien und Flächen werden entsiegelt, was dazu beiträgt, das Klima in der Innenstadt zu verbessern. Die Stadt Münster war im Förderwettbewerb „Zukunft StadtRaum“ erfolgreich und erhält Städtebaufördermittel für die weitere Planung und Umsetzung. Die Federführung liegt beim Amt für Mobilität und Tiefbau. Das Projekt ist als prioritäre Maßnahme im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) Münster-Innenstadt (2023) enthalten und wird mit dem 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für Gleichstellung verknüpft. Die weiteren Planungsschritte werden zurzeit vorbereitet. 2. Maßnahme: Attraktiver Mikrokiez Martiniviertel Amt für Mobilität und Tiefbau & Stadtplanungsamt Die Idee Mitten in Münster entsteht durch eine neue Straßenraum- aufteilung und mehr Grün ein lebendiger Mikrokiez mit hoher Aufenthaltsqualität Das Ziel Ein klimafreundliches Martiniviertel mit hoher Aufenthaltsqualität Indikatoren q Entwicklung des ruhenden Verkehrs: – Anzahl der Parkplätze im Viertel q Entwicklung des Durchgangsverkehrs: – Verkehrszählungen q Entsiegelte Flächen und integrierte blaugrüne Infrastruktur: Messung der Fläche, die entsiegelt und durch blaugrüne Infrastruktur ersetzt wurde Die Details Das Altstadtquartier Martiniviertel ist bekannt durch das The- ater, das Standesamt im Lotharinger Kloster und eine vielfälti- ge Gastronomie. Heute prägen aber auch motorisierter Indi- vidualverkehr und Busse das Martiniviertel. Um das Quartier nachhaltiger zu entwickeln, sollen die Hörster Straße, die Martinistraße und der Parkplatz am Bült klimagerecht aufgewertet und vielfältig nutzbar gemacht werden. 1514 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung 3. Maßnahme: Empowerment für Frauen im Amt für Mobilität und Tiefbau Amt für Mobilität und Tiefbau & Personal- und Organisationsamt Die Details In klimapolitisch relevanten Bereichen wie Mobilität, Tiefbau und Stadtplanung zeigen sich geschlechtsspezifisch unterschiedliche Verhaltensmuster und Bedürfnisse. Die Integration von Gendersensibilität in den Klimaschutz ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass klimapolitische Maßnahmen zugunsten aller Bewohner*innen der Stadt wirken. Dazu ist es notwendig, Schlüsselpositionen in der Verkehrsplanung diverser zu besetzen. q Anteil von Frauen im Amt q Anteil von Frauen in Führungspositionen im Amt q Anteil der Stellen geteilter Führung q Anzahl der Mitarbeitenden, die an Schulungen teilnehmen q Anzahl der durchgeführten Girls`-Day-T eilnahmen Das Ziel Anteil von Frauen in Schlüsselpositionen in den Bereichen Mobilität und Tiefbau erhöhen Die Idee Steigerung der Attraktivität von technischen Berufen für Frauen im Amt für Mobilität und Tiefbau Maßnahmen hierfür umfassen – Ansprechende Sprache und Bilder in Stellenausschreibungen, geschlechtsneutrale For- mulierungen und gezielte Ansprache von Frauen – Einrichtung einer Großtagespflege im Stadthaus 4 sowie Prüfung von weiteren Kinderbe- treuungsoptionen an geeigneten Standorten im Stadtgebiet. – Interner Selbstcheck: Wie familienfreundlich ist das Amt für Mobilität und Tiefbau? – Befragung zu Diskriminierungserfahrungen und Veränderungswünschen – Jährliche Workshops für weibliche Mitarbeiterinnen im Amt 66 und anderen technischen Ämtern zu Themen wie Gesprächsführung und Verhandlungstechniken – Rotationssystem für die T eilnahme am jährlichen Girls‘ Day mit mindestens drei Fachbe- reichen pro Jahr – Fortbildungsangebote für Männer zur Sensibilisierung für das Thema Gleichstellung – Teilzeitmodelle und Modell für geteilte Führung in Führungspositionen Indikatoren Auch in Münster sind Frauen in technischen Berufen an den entscheidenden Stellen stark unterrepräsentiert. Aktuell sind im Amt für Mobilität und Tiefbau nur 26 Prozent der Mitar- beiter*innen und nur 16 Prozent der Führungskräfte weiblich. Für das Amt für Mobilität und Tiefbau wird bis 2030 eine Zielquote von 40 Prozent Frau- enanteil im nicht-gewerblichen Bereich und ein Anteil von 25 Prozent weiblicher Führungs- kräfte angestrebt. 1716 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung 7 https://www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/ stadt-muenster/20_finanzen_und_beteiligungen/pdf/Haushalt/ Haushalt_2024/2024_Haushaltsplan_Band1_m_Lesez.pdf Indikatoren Die Details In regelmäßigen Abständen führt die Stadt Mobilitätsbefragungen der Bevölkerung durch. Für die letzte Befragung im Jahr 2022 wurde erstmals eine Zusatzauswertung durchgeführt, die das Mobilitätsverhalten geschlechtsspezifisch betrachtet. Im Fokus standen dabei Un- terschiede und Gemeinsamkeiten im Mobilitätsverhalten von Frauen und Männern. Die gendersensible Auswertung von Daten hilft, in der Mobilitäts- und Verkehrsplanung auf geschlechtsspezifische Bedürfnisse reagieren zu können. Denn das Wissen um die Unter- schiede im Mobilitätsverhalten von Frauen und Männern ermöglicht die Erhebung wichti- ger Aspekte sowie eine entsprechende Interpretation der Daten. Somit können Handlungs- möglichkeiten besser angepasst werden. Die Genderperspektive ist im Rahmen der Münsteraner Bevölkerungsbefragungen bereits verankert. Im Haushaltsplan 2024 heißt es in den Zielen: „Zur Abbildung der Meinung von Bürgerinnen und Bürgern zu den Lebensbedingungen wird jährlich eine repräsentative Bür- gerumfrage durchgeführt und geschlechterdifferenziert ausgewertet“. 7 4. Maßnahme Geschlechterdifferenzierte Daten für eine zukunftsorientierte Mobilitätsplanung Amt für Mobilität und Tiefbau Das Ziel Geschlechtersensible Mobilitätsplanung Die Idee Mobilitätsumfragen erheben spezifische geschlechter- differenzierte Daten q Anteil der geschlechtsspezifischen Fragestellungen in der Mobilitätsbefragung Zukünftig soll auch eine Überarbeitung der Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Münsteraner Bevölkerung erfolgen. Konkret soll geprüft werden, welche Fragestellun- gen durch die Haushaltsbefragung beantwortet werden können, um eine geschlechter- gerechte Planung zu unterstützen. So lassen sich genderspezifische Daten noch gezielter auswerten. Darüber hinaus werden einzelne Projekte der Mobilitätsplanung im Rahmen der Beteili- gung der Bürger*innen zunehmend durch offene Befragungen vorbereitet bzw. begleitet – vgl. beispielsweise die Befragung zur Fahrradstraße Schillerstraße. Auch hier ist für die Zukunft ein stärkerer Fokus auf eine geschlechterdifferenzierte Perspektive geplant. 1918 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Die Details Gerade der öffentliche Raum wurde lange Zeit vor allem mit Blick auf eine privilegierte Nutzer*innen- gruppe geplant und gestaltet. Eine geschlechterge- rechte Stadtplanung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Nutzer*innengruppen wie Frauen, Kinder und Hochbetagte ist daher auf sämtlichen Planungse- benen notwendig. In Münster ist die Genderper- spektive grundsätzlich bereits in den Zielen von Stadtplanung und Stadtentwicklung im Haus- haltsplan verankert. Um Gender Planning im Planungsprozess besser umsetzen zu können, sollen künftig personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Es reicht nicht aus, eine Person als Gender-Planning-Be- auftrage*n zu benennen. Alle Mitarbei- ter*innen müssen für das Thema sensibili- siert werden, zum Beispiel durch Schulungen. Regelmäßige Fortbildungsangebote von qualifizierten Anbieter*innen sollen über das Mit- arbeitendenportal gebucht werden können. Dabei werden sowohl ämterspezifische als auch ämterübergreifende Angebote berücksichtigt. Im Stadtplanungsamt hat bereits ein Auftakt-Workshop zu diesem Thema stattgefunden. Auch in der Öffentlichkeitsbeteiligung gilt es, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Ge- schlechter sichtbar zu machen (vgl. Maßnahme 7: Gendersensible und inklusive Öffentlich- keitsbeteiligung). Reallabore wie zum Beispiel an der Wolbecker Straße verankern den Gedanken von Gender Planning in vielen Köpfen und helfen dabei, dass die unterschiedlichen Anforderungen aller Nutzer*innen besser berücksichtigt werden. Themen wie Freiraumgestaltung, subjektives Sicherheitsempfinden, Hitzeschutz, Schul- wegplanung, Stadt der kurzen Wege, Priorisierung des Umweltverbunds, Kindermobilität und Aufenthaltsqualität spielen im Gender Planning eine wichtige Rolle. Der Austausch zwischen dem Stadtplanungsamt, dem Amt für Mobilität und Tiefbau und dem Amt für Gleichstellung wird etabliert. Regelmäßige ge- meinsame Workshops (im Zwei-Jahres-Rhythmus) zur Sensibilisierung für das Thema Gender Planning sind in Pla- nung. q Anzahl der durchgeführten Fortbildungsangebote q Anzahl der Teilnehmenden Das Ziel Etablierung einer gerechten und inklusiven Stadtgestal- tung 5. Maßnahme Gender Planning Amt für Mobilität und Tiefbau & Stadtplanungsamt Indikatoren Die Idee Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen für eine geschlechtergerechte und inklusive Stadtplanung, die vielfältige Bedürfnisse berücksichtigt 2120 Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung Maßnahmen im Themenfeld Mobilität und Stadtplanung 8 https://www.bicibus.de/ 6. Maßnahme Sichere Kindermobilität Ordnungsamt, Amt für Schule und Weiterbildung, Amt für Mobilität und Tiefbau und die Ordnungspartnerschaft Die Details Die Sicherheit von Kindern im Stadtverkehr ist ein wichtiger T eil der Stadt- und Mobilitäts- planung. Wenn Kinder sicher allein unterwegs sein können, verringert sich auch der Begleit- aufwand für die Betreuungspersonen. Dies kann durch verschiedene präventive Maßnah- men erreicht werden: Schulwegpläne: Sie benennen sichere Wege und Gefahrenstellen und wurden in Münster bereits eingesetzt, zurzeit gibt es sie allerdings nicht. Ihre Erstellung soll insbesondere bei Schulneubauten oder -erweiterungen wiederaufgenommen werden. – „Gelbe Füße“ an unübersichtlichen Übergängen: Bodenmarkierungen in Form von gelben Fü- ßen helfen Kindern, sichere Wege zu fin- den und erhöhen die Aufmerksamkeit der anderenVerkehrsteilnehmer*innen auf dem Schulweg. – „Zufuß-Haltestellen“/ Walking Bus – Sichere Querungen – BiciBus > Ein BiciBus ist eine Fahr- radkolonne von Schüler*innen, die auf einer festen Route zu einer verein- Indikatoren q Anzahl der durchgeführten Kampagnen an Schulen q Anzahl der entwickelten Schulwegpläne Das Ziel Sichere und unbeschwerte Fortbewegungsmöglichkeiten für Kinder im Straßenverkehr Die Idee Kampagnen und Schulwegpläne für sichere Kindermobilität barten Zeit gemeinsam zur Schule fahren und dabei von Erwachsenen begleitet werden. Die Route umfasst verschiedene Punkte, an denen Kinder unterwegs dazustoßen können. Der Name setzt sich aus dem spanischen Wort „Bici“ für „Fahrrad“ sowie dem Wort „Bus“ zusammen. Das Wort „Bus“ in diesem Zusammenhang meint in der StVO eine geschlossene Gruppe von mindestens 16 oder mehr Radfahrenden. 8 Kampage zur Kindermobilität und Elterntaxis: Flyer und Infoveranstaltungen informieren Eltern über die Auswirkungen von Elterntaxis und sollen für eine Verhaltensänderung sensibilisieren. Denn Elterntaxis erhöhen das Un- fallrisiko, fördern ein autoorientiertes Mobilitätsverhalten der Kinder und führen nicht zu einer nachhaltigen Mobilität. Durch die Einrichtung von Hol- und Bringzonen in fußläufiger Entfernung zur Schule (Mindestabstand: 250 m) soll das Unfallrisiko gesenkt und die Selbst- ständigkeit der Kinder gefördert werden. Diese Hol- und Bringzonen werden bei Neupla- nungen berücksichtigt. Beispiele für Ideen der Kampagne: – Schulstraßen – Best-Practice-Beispiele der Münsteraner Schulen zur Vermeidung von Elterntaxis (zum Beispiel Mottowochen etc.) – Einrichtung weiterer Hol-und Bringzonen im öffentlichen Verkehrsraum Die Maßnahmen sollen von verschiedenen städtischen Ämtern, der Polizei, Verkehrswacht und Interessenverbänden wie Fuß e.V. und ADFC begleitet werden. Themenfeld Bildung Kultur und politische Partizipation Nachhaltigkeit ist untrennbar mit dem Prinzip der Generationengerech- tigkeit verbunden, denn die Auswirkungen der Klimakrise werden vor allem die jüngeren Generationen treffen. Daher ist es wichtig, Kinder und Jugendliche frühzeitig für Themen wie Klima- und Geschlechtergerech- tigkeit zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich einzu- bringen. Denn ihnen kommt eine entscheidende Rolle zu, da sie durch ihr Bewusstsein und ihr Engagement den Weg zu einem nachhaltigen gesell- schaftlichen Wandel mitbestimmen können. GENDER ECO GAP Während sich Mädchen und Frauen häufig für Klimaschutz engagieren und oft an der Spitze der Klimabewegung stehen, sind sie in Politik und Wirtschaft deutlich unterrepräsentiert. 9 Dies lässt sich anhand von Stu- dien und Befragungen zum „Eco Gender Gap“ belegen: Mädchen und Frauen zeigen eine höhere Bereitschaft, sich umweltbewusst zu verhal- ten, ernähren sich zum Beispiel zu einem höheren Anteil vegetarisch oder vegan und nehmen die Klimakrise als bedrohlicher wahr als Männer. 10 Hinzu kommen Unterschiede bei den CO2-Emissionen: Männer haben im Durchschnitt einen um rund 20 Prozent größeren CO2-Fußabdruck als Frauen. Die Ursachen hierfür sind in einem höheren Einkommen, einem höheren Konsum treibhausgasintensiver Produkte, einem anderen Er- nährungsverhalten sowie einem anderen Mobilitätsverhalten zu finden. Männer besitzen im Durchschnitt größere Autos, haben viermal häufiger einen Dienstwagen zur Verfügung als Frauen und fliegen öfter. 11 Die Diskrepanz zwischen der ausgeprägten Bereitschaft, sich für Klima- schutz zu engagieren und der mangelnden Repräsentation in der (Kom- munal-)Politik unterstreicht die Notwendigkeit, insbesondere jungen Frauen den Zugang zu politischen Ämtern zu erleichtern und sie in die- sen Rollen zu unterstützen. PARTIZIPATION JUNGER MENSCHEN Ein konsequenteres Handeln für Klimaschutz und Klimaanpassung in naher Zukunft wird für einige den Abschied von Gewohnheiten und gewisse Zumutungen bereithalten, insbesondere im Zuge der Mobilitäts- wende. Deshalb ist es wichtig, die erforderlichen Maßnahmen und auch Konfliktlinien deutlich zu machen und dabei möglichst viele Menschen zu informieren und in geeigneten Partizipationsformen „mitzunehmen“. Auf lange Sicht wird die Erfahrung von jungen Menschen – und insbe- sondere Mädchen und jungen Frauen – von entscheidender Bedeutung sein. Denn nur, wenn sie erkennen, dass sie selbst einen wirksamen Un- terschied machen können, werden sie sich für den Klimaschutz und eine gerechte Gesellschaft einsetzen. Auch auf kultureller Ebene ist die vielfältige Einbindung der Stadtgesell- schaft in gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Klimakrise und Gendergerechtigkeit von großer Bedeutung. Öffentlich zugängliche Theateraufführungen bieten eine Plattform, um komplexe Themen zu vermitteln und verständlich zu machen. Solche kulturellen Veranstaltun- gen fördern nicht nur das Bewusstsein und Verständnis für Klima- und Geschlechtergerechtigkeit, sondern können auch unterschiedliche Per- spektiven zusammenbringen und den Dialog zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft anregen. 9 https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/IDAN/2015/536478/IPOL_IDA(2015)536478_EN.pdf 10 https://www.rnd.de/wissen/klimawandel-und-das-maennliche-geschlecht-gibt-es-den-eco-gender-gap-wirk- lich-Y7LWRBWX7BAAJF3XKFFA2FZ6GA.html und https://de.statista.com/statistik/daten/studie/745028/umfrage/ vegetarier-in-deutschland-nach-geschlecht/ und https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusst- sein-in-deutschland-2022 12 https://www.germanwatch.org/de/dienstwagenprivileg und: Schwedische Studie: https://onlinelibrary.wiley.com/ doi/10.1111/jiec.13176 2524 Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation Die Idee Formate schaffen und kombinieren, die faire Beteiligungsmöglichkeiten garantieren 7. Maßnahme Gendersensible und inklusive Öffentlichkeitsbeteiligung Stadtplanungsamt Die Details Ziel ist es, bei der Beteiligung der Öffentlichkeit die Perspektivenvielfalt zu erhöhen, indem auch „stille Gruppen“ besser eingebunden werden. Bisherige Formen der Bürger*innenbeteiligung erreichen nämlich oft nicht alle relevanten Personen. Wenn Beteiligungsverfahren jedoch nicht darauf ausgerichtet sind, geschlechts- spezifische und intersektionale Bedürfnisse angemessen zu berücksichtigen, können die Interessen bestimmter Gruppen in der Planung übersehen werden. So nehmen Frauen oft aufgrund stereotyper Rollenverteilungen seltener an Beteiligungs- prozessen teil; denn für Menschen mit Betreuungspflichten ist die T eilnahme an Abendver- anstaltungen oft schwierig. q Digitale Beteiligungsmöglichkeiten können in diesem Kontext von Nutzen sein. „Asyn- chrone“ Angebote, die über mehrere Wochen offen sind, legen die T eilnehmenden nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt fest. Dadurch ist eine selbstbestimmte T eilnahme mög- lich, was auch für Menschen mit Behinderungen von Vorteil ist. Zudem können sich de- zentrale analoge Angebote anschließen, beispielsweise Diskussionen in Kleingruppen im Stadtteil. In Beteiligungsprozessen nehmen zudem häufig bestimmte Gruppen eine dominierende Rolle ein: Männer haben oft einen höheren Redeanteil bei öffentlichen Veranstaltungen. Dies kann zu einer Verzerrung der wahrgenommenen Bedürfnisse und Interessen führen, die nicht die Vielfalt der Bevölkerung repräsentieren. q Kleinere Formate wie ein „Gallery Walk“ und eine sensibilisierte Moderation schaffen Abhilfe, um Frauen und marginalisierte Gruppen in öffentlichen Veranstaltungen zu Wort kommen zu lassen. q Mit den „Leitorientierungen für gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ wurden Qualitätsstan- dards festgelegt, und ein neuer Leitfaden für „Inklusive Beteiligung“ wurde entwickelt. q Die breite Evaluation der Münsteraner Öffentlichkeitsbeteiligung läuft gerade an, wobei die Einbeziehung der bisher „stillen Gruppen“ und die gleichberechtigte Beteiligung der Geschlechter im Vordergrund stehen werden. Das Ziel Vielfältige Perspektiven in die Öffentlichkeitsbeteiligung einbeziehen Indikatoren q Anteil Geschlechter in ausgewählten Beteiligungsformaten 2726 Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation 8. Maßnahme Gender- und Klimagerechtigkeit für Kinder und Jugendliche Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Die Details Angesichts der Klimakrise und der fortbestehenden Chancenun- gleichheiten sind gerade Kinder und Jugendliche in einer Schlüssel- position, weil ihre Stimmen und ihr Verhalten das Potenzial haben, einen entscheidenden Beitrag zur positiven Gestaltung unserer Zu- kunft zu leisten. In diesem Sinne entwickelt die Stadt mit den städti- schen Kindertageseinrichtungen, der Offenen Ganztagsschule (OGS) und der offenen Kinder- und Jugendarbeit gezielte, partizipative Programme. Diese zielen darauf ab, junge Menschen für die Zusam- menhänge zwischen Geschlechterrollen und Umweltgerechtigkeit zu sensibilisieren. In den Kindertageseinrichtungen erhalten die Jüngsten durch Pro- jekte wie die „GemüseAckerdemie/ AckerKita“ und das NABU-Projekt „Kita-Naturbotschafter*innen“ praktische Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit. Durch das Anpflanzen und Ernten des eigenen Gemü- ses wird den Kindern nicht nur landwirtschaftliches Grundwissen vermittelt, sondern auch ein Bewusstsein für gesunde Ernährung, Wertschätzung von Lebensmitteln, Abfallvermei- dung und Biodiversität. Seit dem Schuljahr 2023/ 2024 läuft ein innovatives Natur- und Klimaschutzprojekt an sieben Offenen Ganztagsschulen in Münster in Kooperation mit dem Amt für Grünflächen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Ein weiteres Beispiel für die Umsetzung dieser Ziele ist die Offene Kinder- und Jugend- arbeit des Stadtteilhauses Lorenz-Süd. Hier werden durch vielfältige Projekte die Prinzipien der Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit praktisch umgesetzt. Zu den Angeboten gehören: – Die Bepflanzung von Hochbeeten und die Züchtung eigener Kräuter – Eine Fahrradwerkstatt, in der unter Anleitung Fahrräder repariert oder aus gespendeten und ausrangierten T eilen neue Fahrräder geschaffen werden können – Programme zur Sensibilisierung für die Hinterfragung von stereoty- pischen Rollenzuschreibungen, zur Gewaltprävention und zur Stär- kung des Selbstbewusstseins – Die Bereitstellung der „Lorenz-Leezen“, eine kostenlose Aus- leihmöglichkeit von Fahrrädern, die die Mobilität fördern und zugleich ein Bewusstsein für umweltfreundliche Fortbewe- gung schaffen. Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, aktiv an der Ge- staltung einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft mitzuwirken. Indikatoren q Geschlechtsspezifische Angebote für Kinder und Jugendliche q Anzahl Teilnehmende Das Ziel Kinder und Jugendliche für Umwelt- und Geschlechtergerechtigkeit sensibilisieren Die Idee Empowerment durch Wissen: Informationen und Angebote sorgen für ein Bewusstsein für die wichtigen Themen 2928 Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation 9. Maßnahme Empowerment für die nächste politische Generation Amt für Bürger- und Ratsservice Die Details Der Anteil von Frauen im Rat der Stadt Münster liegt bei lediglich 38 Prozent. Frauen sind also im Vergleich zu Männern deutlich unterrepräsentiert. Ziel ist es, die Vertretung von Frauen in der Kommunalpolitik signifikant zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Stadtverwaltung eine zentrale Ansprechperson be- nennen. Diese wird dafür zuständig sein, mit potenziellen Kandidat*innen deren persön- liche Lebenssituationen zu besprechen und individuelle Lösungen für Herausforderungen, wie beispielsweise Abendtermine, zu finden. Darüber hinaus ist ab 2024 eine verstärkte Unterstützung der Parteien zur Förderung der Inanspruchnahme von Ersatzleistungen für Pflege, Kinderbetreuung und ähnliche Dienst- Das Ziel Mehr Frauen in der Kommunalpolitik Die Idee Gezielte Unterstützung von Frauen bei der Ausübung politischer Ämter Indikatoren q Anteil von Frauen im Rat q Anteil von weiblichen Kandidat*innen der Parteien für die Kommunalwahl (Liste und Direktkanditat*innen) leistungen möglich. Auch die Finanzierung qualifizierter Kinderbetreuungspersonen, die über das klassische Babysitten hinausgeht, ist zu einem angemessenen Stundenlohn mög- lich. Wichtig ist auch die frühzeitige Informationsvermittlung über diese Unterstützungsan- gebote an die Parteien, insbesondere vor den Kommunalwahlen 2025. Dadurch können potenzielle Kandidat*innen bereits im Vorfeld informiert werden, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, um ihren familiären Alltag mit politischem Engagement in Ein- klang zu bringen. Zusätzlich werden im Stadtwein- haus seit August 2023 gut ausge- stattete Spielkisten für Kinder bis zu einem Alter von etwa acht Jah- ren bereitgestellt. Die Spielkisten stehen den Kindern von Gremien- mitgliedern während der Sitzun- gen zur Verfügung und tragen somit zur besseren Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement bei. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Hür- den für politisches Engagement durch die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und politischer Arbeit zu senken. Dadurch soll insbesondere mehr Menschen, die Ca- re-Arbeit leisten, die aktive T eilnahme in der Kommunalpolitik ermöglicht werden. 3130 Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation 10. Maßnahme KlimaTraining macht Schule Stabsstelle Klima Das Ziel Motivierung von Schüler*innen für einen klimafreundlicheren Alltag und Ausbildung zu Multiplikator*innen Die Idee Schüler*innen der Mathilde-Anneke-Gesamtschule lassen sich zu KlimaTrainer*innen ausbilden und geben ihr Wissen an andere Schüler*innen weiter Die Details Das KlimaTraining ist ein Format, das Münsteraner*innen die Möglichkeit gibt, Schritt für Schritt ein klimafreundlicheres Leben im Alltag zu führen. Mit dem Projekt „Klimatraining macht Schule“ wird das Format nun auch für die Zielgruppe der Schüler*innen geöffnet und bietet ihnen die Möglichkeit, sich im Klimaschutz zu engagieren. In Kooperation mit der Mathilde-Anneke-Gesamtschule (MAG) entwickelt die Stabsstelle Klima das KlimaTraining für Schüler*innen weiter. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Coaching-Ansatz der ehrenamtlichen KlimaTrainer*innen. Zukünftig sind es Ober- stufenschüler*innen der MAG, die andere Schüler*innen auf ihrem Weg zu einem klimaf- reundlicheren Alltag begleiten. Zunächst nehmen die Schüler*innen selbst an einem KlimaTraining teil. Anschließend ab- solvieren sie eine Ausbildung zu KlimaTrainer*innen und entwickeln ein Konzept, das lang- fristig für die Vermittlung von Wissen an andere Schüler*innen ausgelegt ist. Im Idealfall wirken die teilnehmenden Schüler*innen als Multiplikator*innen in ihrem Um- feld und können so zu einem klimafreundlicheren Alltag in ihren Familien beitragen. Ziel ist es, das KlimaTraining als Angebot eines Projektkurses in der Einführungsphase (11. Klasse) zu etablieren, der dann hauptverantwortlich von der Schule betreut und koor- diniert wird. Ihre Erfahrungen dokumentieren die Schüler*innen in selbst erstellten Videos, die sie über die Social-Media-Kanäle der Schule teilen. So wirken sie in die Schulgemeinschaft hinein und sensibilisieren für Klimaschutzthemen. Während des KlimaTrainings verwenden die Schüler*innen weitere digitale Tools und Webanwendungen, die ihre Medienkompetenz stärken. Indikatoren q Anteil Teilnehmende am KlimaTraining nach Geschlecht 3332 Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation Maßnahmen im Themenfeld Bildung, Kultur & politische Partizipation 11. Maßnahme Kulturerlebnisse für ein junges Publikum Kulturamt Die Details Die Arbeitsweisen und damit auch die Angebote des Kinder- und Jugend- theaters haben sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Viele Ensembles arbeiten bereits im Vorfeld ihrer Produktionen eng mit jungen Menschen zusammen, um aus deren Lebenswirklich- keit heraus Produktionen zu entwickeln, die häufig an aktuelle gesellschaftliche Diskurse anknüpfen. Diese Arbeits- weise zeichnet sie auch in Theaterkursen oder Workshops aus, in denen die Stücke aus den eigenen Themen der Mitwirkenden heraus ent- wickelt werden. Die Kunst- und Kulturschaffenden nutzen für ihre Arbeit verstärkt öffentliche Räume, wie z.B. Stadtteilplätze, Parks oder Waldgebiete oder docken an Orte an, an denen sich junge Menschen aufhalten. Hier können einerseits Themen, wie zum Beispiel die Klimakrise in „authentischer“ Umgebung mit allen Sinnen zugänglich gemacht werden. Andererseits erhöht diese aufsuchende Arbeit die Aufmerksamkeit und Partizipation. Das Ziel Zugänge zu gesellschaftlichem Diskurs ermöglichen Die Idee Kulturerlebnisse interaktiv gestalten und aus der Lebens- wirklichkeit junger Menschen heraus entwickeln. Ziel ist es, vielfältige Berührungspunkte mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Diversi- tät oder Geschlechterstereotypen zu ermöglichen. Dies soll durch eine sinnvolle Vernetzung etablierter Kulturorte mit Sozial- und Bildungsinstitutionen und Special-Interest-Gruppen erreicht werden. Beispiele: Das Echtzeit-Theater wird ab 2024 innovative App-basierte künstlerische Stadtspa- ziergänge mit jungen Menschen durchführen. Die T eilnehmenden werden unter anderem für Aspekte einer kinder- und jugendgerechten Stadtplanung sensibilisiert. Das Ensemble greift dabei auf Erfahrungen mit dem Theaterstück „Wilde Wege“ zurück – einer Produktion im Wald. Dies ermöglicht die Begegnung mit den Themen Ökosystem Wald und Klima. Ein Beispiel für die frühe Begegnung mit Kunst und Kultur ist das Konzept „Partizipati- ve Bühnen – Räume im Theater für die Allerjüngsten“ des Kindertheaterlabels Grüne Neune – Theater für die Allerjüngsten. Verortung: Neben der Jungen Sparte des Theater Münsters ist vor allem das Begegnungszentrum/Theater in der Meerwiese ein zentraler Ankerpunkt in der Kulturlandschaft Münsters. Als Kompetenzzentrum für junges Theater ist es vor al- lem der Premierenort für Münsteraner Ensembles der freien Theater für junges Publikum in Münster Stärkung des Ansatzes: Das Stadtteilkulturmanage- ment entwickelt vor allem dezentrale Ansätze, die neben der Inspiration möglichst vieler Menschen auch auf deren Aktivierung setzen. Im Idealfall eröffnen The- aterinterventionen vor Ort Räume für Selbstwirksamkeit und Mitgestaltung und wecken Interesse für den Besuch etablierter Kulturorte wie der Meerwiese. Indikatoren q Besetzung von Jurys und Vergabegremien nach Geschlecht q Anzahl digitaler Werkzeuge, um Teilhabe und Sichtbarkeit zu unterstützen q Anzahl Projekte der aufsuchenden und öffentlichen Kulturarbeit Die Klimakrise verschärft die bereits bestehenden sozialen Ungleichhei- ten zwischen den Geschlechtern und ist damit eine besondere Heraus- forderung für unsere Gesellschaft. KLIMAKRISE VERSTÄRKT GENDER CARE GAP UND GENDER PAY GAP Auch der Gender Care Gap wird durch die Klimakrise erhöht, da die Pfle- ge von Kranken während Hitzeperioden und nach Naturkatastrophen sowohl beruflich im Gesundheitssektor als auch privat überproportional häufig von Frauen übernommen wird. Auch in Münster sind über 70 Pro- zent des Klinikpersonals weiblich. 12 Der Gender Pay Gap wird ebenfalls durch die Klimakrise vergrößert, da Frauen aufgrund ihrer finanziellen Situation weniger in der Lage sind, steigende Preise für Lebensmittel, Miete, Energie und Mobilität zu finanzieren. 13 Dies trifft auch auf Frauen in Münster zu, denn auch hier sind es Frauen, die zu einem überwiegen- den Anteil in Teilzeit arbeiten 14 und Elternzeit nehmen. Zudem liegt der Anteil der Frauen an den Alleinerziehenden liegt in Münster bei knapp 90 Prozent. 15 Beim Thema Gesundheit lassen sich ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen. Frauen leiden stärker an Hit- zesymptomen, dies zeigte sich auch im Sommer 2022, als es in Europa 63 Prozent mehr hitzebedingte Todesfälle bei Frauen als bei Männern gab. 16 Zudem treten während Hitzewellen vermehrt Schwangerschaftskom- plikationen und Frühgeburten auf. 17 Und auch die Feinstaubbelastung durch Dieselabgase wirkt auf Frauen stärker als auf Männer. 18 Diese Aspekte unterstreichen die Notwendigkeit, klimabedingte Gesund- heitsrisiken – insbesondere während der immer länger werdenden Hit- zeperioden – aus einer Genderperspektive zu betrachten, um sicherzu- stellen, dass Maßnahmen und Unterstützungsangebote die Bedürfnisse aller Menschen in Münster berücksichtigen. GERECHTE VERTEILUNG VON ZEIT Zeit als eine unserer wichtigsten sozialen Ressourcen ist zwischen den Geschlechtern ebenfalls ungleich verteilt: Während Frauen täglich 44 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten als Männer, äußern viele Väter in Umfragen den Wunsch, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und weniger Erwerbsarbeit leisten zu wollen. 19 Die Sensibilisierung für eine gerechte Zeitverteilung und eine gute Ver- einbarkeit von Beruf und Familie sind entscheidende Schritte auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit. Arbeitsbedingungen, die es allen Beschäftigten ermöglichen, ihre beruf- lichen und familiären Verpflichtungen und die Gestaltung eines klimaf- reundlichen Alltags miteinander in Einklang zu bringen, sind unerlässlich und gehören gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel zu den Maß- nahmen einer guten Arbeitgeberin. 12 Gendermonitoring der Stadt Münster 2022 13 https://www.frauenrat.de/klimaschutz-geht-alle-an/ 14 Jahrestatistik Münster 2022 - Erwerbstätigkeit 15 Gendermonitoring der Stadt Münster 2022 16 https://www.nature.com/articles/s41591-023-02419-z; 17 https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/hitze-erhoeht-das-risiko-fuer-spaete-fruehgeburten-deutlich/ 18 https://biermann-medizin.de/luftverschmutzung-studie-zeigt-groessere-auswirkungen-auf-frauen-als-auf-maenner/ 19 https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/gender-care-gap/indikator-fuer-die-gleichstellung/gender-ca- re-gap-ein-indikator-fuer-die-gleichstellung-137294# Themenfeld Gesundheit Soziales und Care Arbeit 3736 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit 3736 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit Die Details Um gleiche Gesundheitschancen für alle zu gewährleisten, müssen Maßnahmen zum ge- sundheitsbezogenen Hitzeschutz alle Bevölkerungsgruppen unabhängig von Sprache, Her- kunft, sozialem Status, Geschlecht, Bildungsstand und Behinderung erreichen. Mit der Erstellung des Hitzeaktionsplans für die Stadt Münster legt das Gesundheits- und Veterinäramt ein besonderes Augenmerk darauf, bestehenden Ungleichheiten entgegen- zuwirken. Ziel ist es, alle Menschen gleichermaßen vor den gesundheitlichen Auswirkungen der fortschreitenden Klimakrise zu schützen. In einem umfangreichen Beteiligungsprozess wurden im Herbst 2023 verschiedene Ziel- gruppen definiert und 12 Maßnahmen erarbeitet. Zielgruppen – Ältere Menschen – Kinder und Schwangere – Menschen in besonderen Lebenslagen (Wohnungslose, Menschen mit Behinderungen und/ oder chronischen physischen oder psychischen Erkrankungen, Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status, sozial isolierte Menschen Die Erstellung des Hitzeaktionsplans und die Umsetzung der zielgruppenspezifischen Maß- nahmen sind als fortlaufender Prozess vorgesehen. Nach Monitoring und Evaluation wird der Maßnahmenkatalog ggf. angepasst und ergänzt. Einige Maßnahmen sind bereits vorbe- reitet und sollen im Laufe des Sommers 2024 umgesetzt werden. Beispielsweise wird ein Stadtplan mit kühlen Orten („Coole Orte für heiße Tage“) in Münster zusammengestellt, der voraussichtlich im 2. Quartal 2024 digital veröffentlicht wird. Im Januar 2024 fand die Auftaktveranstaltung zum Runden Tisch „Trinkwasserbrunnen“ statt. Die beteiligten Fachämter und die Stadtwerke/ Stadtnetze Münster stimmen derzeit mögliche geeignete Standorte ab. Zusätzlich sollen zur flächendeckenden Versorgung mit Trinkwasser weitere Refill-Standorte 20 im gesamten Stadtgebiet, insbesondere in den äu- ßeren Stadtteilen, angeworben werden. Die Idee Erstellen und Umsetzen eines Hitzeaktionsplans (Risiko- kommunikation, Bewältigung von Akutereignissen, langfristige Anpassung) Das Ziel Besonders gefährdete Personengruppen und die allgemeine Bevölkerung vor Hitze schützen 12. Maßnahme Hitzeaktionsplan für Münster Gesundheits- und Veterinäramt 20 https://refill-deutschland.de/muenster/ Indikatoren q Erstellen des Hitzeaktionsplans, Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, Anpassung/ Ergänzung des Maßnahmenkataloges 3938 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit 3938 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit Die Details Zeit ist eine wichtige Ressource und ein Faktor der Gerechtigkeit, der nicht allen Menschen in gleichem Maße zur Verfügung steht. Insbesondere zwischen den Geschlechtern gibt es signifikante Unterschiede in der Verfügbarkeit und Nutzung von Freizeit. Statistiken zeigen, dass Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger Freizeit haben als Männer. Und das obwohl in Deutschland Männer deutlich seltener als Frauen in T eilzeit erwerbstätig sind. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes arbeiten 71,5 Prozent aller erwerbstätigen Mütter mit Kindern unter sechs Jahren in T eilzeit, während Väter in derselben Situation nur zu 8 Prozent teilzeiterwerbstätig sind. 21 Eine faire Verteilung von Arbeits- und Freizeit hätte für alle Geschlechter signifikante Vortei- le. Die VHS plant unter anderem in Kooperation mit dem Verein Kompanera verschiedene Veranstaltungsangebote zum Thema „Faire Verteilung von Zeit!“, darunter Lesungen und/ oder Workshops. Die Idee Veranstaltungen in der VHS zur fairen Zeitverteilung Das Ziel Die Stadtgesellschaft für das Thema faire Verteilung von Zeit sensibilisieren 13. Maßnahme Faire Zeitverteilung Amt für Schule und Weiterbildung q Geschlechteranteil Teilzeit q Anzahl und Dauer der Väter in Elternzeit in Münster q Anzahl und Dauer der Väter in Elternzeit in der Stadtverwaltung Münster 21 https://www.destatis.de/DE/Themen/ Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/ Dimension-3/eltern-teilzeitarbeit.html Indikatoren Mögliche Veranstaltungen: q Vorstellung von Pilotprojekten einer Vier-T age-Woche durch lokale Unternehmen, inklu- sive der Diskussion über die Art der Umsetzung (reine Arbeitszeitverteilung oder Redu- zierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich) q Workshop zu den finanziellen Auswirkungen einer reduzierten Arbeitszeit, z.B. auf Renten- ansprüche q Workshop zur fairen Verteilung von Care-Arbeit mit Vorstellung von guten Beispielen und Role Models, insbesondere Männern, die sich für eine gerechte Zeitverteilung einsetzen q Vorstellung von Konzepten wie anlassloser Teilzeit und Brückenteilzeit 4140 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit 4140 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit Indikatoren Die Details Neue Mitarbeitende der Stadt sollen die Stadtverwaltung als attraktive und nachhaltige Arbeitgeberin kennenlernen. Damit will die Stadt eine frühzeitige und nachhaltige Bindung ihrer Mitarbeitenden erreichen. Dazu stellt sie unter anderem Informationen über beste- hende Angebote für Mitarbeitende unkompliziert und niedrigschwellig zur Verfügung. Das Personal- und Organisationsamt hat ein ämterübergreifendes Projektteam zusammen- gestellt, das durch einen stadtweit etablierten Personalboardingprozess die Mitarbeiten- denbindung stärken und Mitarbeitendengewinnung verbessern soll. Das Projektteam setzt sich auch damit auseinander, welche Informationen den angehenden Mitarbeiter*innen – insbesondere Neu-Münsteraner*innen – zu den Aspekten Familienfreundlichkeit und Nach- haltigkeit zur Verfügung gestellt werden können. Mögliche Beispiele für Informationen beim Pre- und Onboarding: Familie Schulen und Kitas (insbesondere Informationen zu städtischen Betriebskitaplätzen), Ferienbetreuung, Infos für Alleinerziehende, Spielplätze und Jugendzentren in Münster, Maxi-Sand und Maxi-Turm, Beratungsstellen, Familienbildungsstätten, Ausflugsziele etc. Leben in Münster Tipps zur Wohnungssuche, Wochenmärkte, Ökologischer Bauernmarkt, Flohmärkte, Sport- vereine, Informationen zum Ehrenamt, KlimaTraining, Büchereien, VHS/ Bildungsstätten, Naherholungsgebiete, Broschüre „Nachhaltig durch Münster“, Stadtrundgänge/ Stadtrund- fahrten, Beratungsstellen für Frauen, Männer, LGBTIQ Klimafreundliche Mobilität ÖPNV, Infos des Fahrradbüros, Jobrad, Carsharing, Park & Ride, E-Roller (inkl. Parkregelungen), Radtouren zum Thema Nachhaltig- keit in Münster: „Mit der Leeze auf Nachhaltigkeitskurs“ 22 Weiterbildung Informationen zu Fortbildungs- angeboten zum Beispiel zu den Themen Nachhaltigkeit & Klima, geschlechtliche Vielfalt und genderneutrale Sanitäranlagen, Gesundheitsprävention Die Idee Entwicklung eines stadtweiten Personalboarding-Prozesses mit den Phasen Preboarding, Onboarding, 100-T age-Feedback-Gespräch und Offboarding Das Ziel Die Stadt Münster als attraktive Arbeitgeberin in einer lebenswerten Stadt bindet neue Mitarbeiten- de durch eine gelingende soziale Integration, Informationen zu einem nachhaltigem Leben in Münster und fachliche Einarbeitung 14. Maßnahme Gutes Onboarding bei der Stadt Münster Personal- und Organisationsamt q Anzahl der von Mitarbeitenden initiierten Kündigungen im ersten Beschäftigungsjahr – davon Frauen – davon Teilzeitbeschäftigte nach Geschlecht – davon Beschäftigte in Führungspositionen nach Geschlecht 4342 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit 4342 Maßnahmen im Themenfeld Gesundheit, Soziales & (Care-)Arbeit Die Details Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) emp- fiehlt in ihrer aktuellen Publikation für eine nach- haltige und gesunde Ernährung eine überwiegend pflanzliche Kost und rät, Wurst und Fleisch in Mengen von maximal 300 Gramm pro Woche zu verzehren. 23 Pflanzliche Lebensmittel haben eine deutlich bessere Klimabilanz als Fleisch. Deshalb hat die DGE im März 2024 ihre Empfehlung erstmals unter Be- rücksichtigung der Umweltauswirkungen und Treibhausgasemissionen geändert. Deutlich mehr Frauen und Mäd- chen ernähren sich vegan oder vegetarisch, sodass ein größeres Angebot pflanzlicher Gerichte den Ernährungsgewohnheiten von Frauen entgegenkommt. Für die Mitarbeiter*innen der Stadt- verwaltung stehen selbstbewirt- schaftete Kantinen im Stadthaus 2, im Theater und bei den awm zur Verfügung. Beim Einkauf wird bereits der Fokus auf Nach- haltigkeit gelegt: So werden, je nach Verfügbarkeit, Bio- und regionale Produkte bevorzugt und Fleisch muss mindestens den Kriterien des Tierwohllabels Stufe 3 und 4 entsprechen. Auch bei der Anschaffung neuer Küchengeräte wird auf Energieeffizienz als wesentliches Qualitätsmerkmal geachtet. Aktuell umfasst der Anteil vegetarischer Angebot etwa 50 Prozent der Speisen, zusätzlich werden Aktionswochen zur saisonalen und fleischlosen Ernährung angeboten. Um die Wünsche und Erwartungen der städtischen Mitarbeiter*innen besser nachvollzie- hen zu können, wird eine Umfrage durchgeführt, die insbesondere die Meinung zur Erwei- terung des vegetarischen Angebots und zusätzliche Anregungen der Beschäftigten zum Beispiel zu klimafreundlicherer Ernährung umfassen. Begleitet werden soll die Umfrage von einer Kampagne, die über die Vorteile einer aus- gewogenen und nachhaltigen Ernährung aufklärt, gestützt auf die Empfehlungen der DGE und der „Planetary Health Diet“ 24. Ziel ist es, das Bewusstsein der Mitarbeiter*innen für die Bedeutung einer klimafreundlichen und gesunden Ernährung zu stärken. Die Idee Umfrage unter den Mitarbeitenden zum Thema Kantinenangebot, verbunden mit einer Informations- kampagne zu nachhaltiger Ernährung Das Ziel Klimafreundliche Angebote in städtischen Kantinen 15. Maßnahme Klimagesunde Kantine Personal-und Organisationsamt, Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Abfallwirtschaftsbetriebe Münster 23 https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/#c6397 24 https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/nachhaltigkeit/planetary-health-diet/ Indikatoren q Anteil vegetarischer Gerichte an den insgesamt verkauften Essen q Anteil der angebotenen vegetarischen Gerichten an den insgesamt angebotenen Essen Anhang q Verfahren zur Entwicklung des Aktionsplans q Beteiligung der Stadtgesellschaft am 5. Aktionsplan der Europäischen Charta 4746 Anhang Anhang Das Verfahren zur Entwicklung des Aktionsplans Nach ersten Ideen aus dem Amt für Gleichstellung hat der Verwaltungsvorstand der Stadt Münster in seiner Sitzung am 29.11.2022 die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Erarbei- tung des vorliegenden Charta-Aktionsplans mit dem Themenschwerpunkt Klima- und Ge- schlechtergerechtigkeit beschlossen. Das Amt für Gleichstellung und die Stabsstelle Klima haben den Prozess gemeinsam koordiniert. An der Arbeitsgruppe waren 15 Ämter aus fast allen Dezernaten beteiligt. Im Laufe des Jah- res 2023 fanden drei verwaltungsinterne Workshops statt, in denen Maßnahmen generiert wurden, die zu mehr Klima- und Geschlechtergerechtigkeit in Münster beitragen sollen. Inhalte der Workshops waren u.a.: q Verknüpfung der Themen Klimakrise und Geschlechtergerechtigkeit q Entwicklung von Lösungsansätzen (Maßnahmen) für Münster q Maßnahmen auf Machbarkeit zu prüfen Die übergeordnete Aufgabe der Ämter in dieser Arbeitsphase war zudem, die Themen Gen- der und Klima in zusammenzudenken. Neben der Entwicklung neuer Maßnahmen wurde in den Workshops diskutiert, welche Projekte Synergieeffekte erzielen können: Laufende Projekte der Ämter, die bisher entweder nur auf das Thema Klima oder nur auf das Thema Gender fokussiert waren, wurden von der Arbeitsgruppe jeweils durch die „Genderbrille“ und durch die „Klimabrille“ betrachtet und die Projekte – soweit möglich – entsprechend um diese Aspekte erweitert. Am 30.11.2023 wurde der Entwurf des 5. Aktionsplans der Europäischen Charta der Öffent- lichkeit vorgestellt und die Stadtgesellschaft hatte die Möglichkeit, daran mitzuwirken. Ein- geladen waren Vertreter*innen von Organisationen, NGOs und Einzelpersonen, die in den Themen Gleichstellung und/ oder Klimaschutz aktiv sind sowie die Ratsfraktionen. Ihre Reaktionen und Antworten haben wir gesammelt und möchten transparent machen, welche Rückmeldungen es während der Veranstaltung gab, inwieweit wir die Hinweise in den Aktionsplan aufnehmen konnten bzw. was in einigen Fällen dagegensprach. 4948 Anhang Anhang Beteiligung der Stadtgesellschaft am 5 Aktionsplan der Europäischen Charta Die Anmerkungen der Stadtgesellschaft zu den Maßnahmen und die Antworten der zuständigen Ämter finden Sie im Folgenden: Superblocks und die Stadt der kurzen Wege Seite 10 „Erreichbarkeit aller Orte in der Stadt bei jedem Wetter und bei jeder Tages- und Nacht- zeit gewährleisten, auch ohne Fahrrad“ Antwort: Der 3. Nahverkehrsplan (NVP) beinhaltet ein T agesnetz im 20-Minuten-T akt, auf Hauptachsen auch im 10-Minuten-T akt, ein Nachtnetz im 30-Minuten-T akt und ab 0.00 Uhr im 70-Minuten-T akt. Neben der Optimierung der Erschließung und des Liniennetzes sieht der 3. NVP auch infrastrukturelle Maßnahmen vor: Hier stehen vor allem die Haltestellen und Verknüpfungspunkte mit dem Schienenpersonennahverkehr im Fokus. Der NVP wird im Jahr 2024 fortgeschrieben. Darüber hinaus formuliert der Masterplan Mobilität Müns- ter 2035+ Maßnahmen, um den ÖPNV in Zukunft schneller und besser zu gestalten. Dazu gehört die Einführung einer Netzhierarchie im ÖPNV, der Ausbau von ÖPNV-Hochleistungs- achsen sowie die Einführung von ÖPNV-Hochleistungslinien und die Bevorrechtigung und Beschleunigung des ÖPNV. Der ÖPNV wird an sogenannten Mobilstationen um weitere An- gebote der Nahmobilität ergänzt, die das Umsteigen erleichtern und die letzte Meile mit Leihfahrrädern oder Elektrorollern abdecken. Mobilstationen sollen einen flächendecken- den Zugang zu Mobilitätsangeboten gewährleisten. „Die Maßnahme ist vor allem auch für ältere Menschen wichtig, da mit dem Alter manch- mal die Mobilität eingeschränkt ist.“ Antwort: Gender definiert das soziale Geschlecht und steht im Kontext der gendergerech- ten Planung für die Vielfalt der gesellschaftlichen Gruppen, die am Stadt- und Straßenraum teilhaben. Dazu gehören auch ältere Menschen, Personen mit Betreuungsaufgaben, Fremd- sprachige, Menschen mit Behinderungen und Kinder. Die gesellschaftlichen Gruppen ha- ben zum T eil unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse und -anforderungen. Im Masterplan Mobilität Münster 2035+ wird das Ziel formuliert, dass Münster durch einen barrierefreien (Stadt-)Verkehr eine gleichberechtigte T eilhabe aller Menschen ermöglicht. Wesentliche Faktoren sind dabei der Abbau von Barrieren sowie die Steigerung der Attraktivität und Attraktiver Mikrokiez Martiniviertel Seite 12 „Mehr WCs und mehr Bänke installieren“ Antwort: Die Schaffung von zusätzlichen Sitzgelegenheiten ist T eil der Planungen, die öffentlichen Räume komfortabler und zugänglicher zu gestalten. Mehr Sitzgelegenheiten werden vorgesehen und dieser Hinweis wurde auch in den T ext der Maßnahme aufgenommen. Das Thema Öffentliche Toiletten wird für die Innenstadt zurzeit ebenfalls thematisiert, allerdings nicht speziell bezogen auf das Martiniviertel (INSEK Münster-Innenstadt 2023, Maßnahme 4.63). „Das Leben muss für alle bezahlbar bleiben“ Antwort: Ziel der Stadt Münster ist es sicherzustellen, dass das Quartier für alle Bewohner*innen bezahlbar bleibt und keine Gentrifizierung stattfindet. Dieses Anliegen wurde in den Maßnahmen- text aufgenommen und wird als Grundsatz der Stadtentwicklungspolitik verfolgt. „Möglichkeit von Baumpatenschaften, die vom Grünflächenamt unterstützt werden“ Antwort: Die Möglichkeit Baumpatenschaften zu erwerben, die vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit unterstützt werden, ist bereits heute Realität. Bürger*innen können sich aktiv am Erhalt und der Pflege unserer Grünanlagen beteiligen. Weitere Informationen zu Baumpaten- schaften: https://www.stadt-muenster.de/farbe/mitmachen/baumpatenschaften „Entsiegelung: Kooperation mit dem Verein ’Grün statt Grau‘ “ Antwort: Die Stadt Münster kooperiert bereits in mehreren Projekten mit dem Verein „Grün statt Grau“, um die Entsiegelung von Flächen voranzutreiben. Die Reduzierung von versiegelten Flächen ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität in unserer Stadt zu verbessern. Qualität des Straßenraums. Eine Umsetzungsmaßnahme adressiert die Weiterentwicklung verkehrsberuhigter und autoarmer Quartiere und greift hier auch die Prinzipien des aus Barcelona bekannten Superblock-Konzepts auf. Diese Maßnahme des 5. Charta-Aktions- plans baut darauf auf. „Die ÖPNV-Verbindung zwischen den Stadtteilen ist oft nicht vorhanden (z. B. von Kin- derhaus nach Gievenbeck)“ Antwort: Die Verbesserung der ÖPNV-Erschließung der Stadtteile untereinander ist eine Teilmaßnahme zur Einführung einer Netzhierarchie im ÖPNV (Maßnahme im Masterplan Mobilität Münster 2035+). Zum einen soll ein Ergänzungsnetz im ÖPNV die Anbindung und Erschließung in den Achsenzwischenräumen sicherstellen. Zum anderen soll ein Fei- nerschließungsnetz im ÖPNV die funktionalen und verkehrlichen Verflechtungen zwischen den Außenstadtteilen gewährleisten und eine Zubringerfunktion zu den Hochleistungsach- sen übernehmen, die schnelle Verbindungen ermöglichen. 5150 Anhang Anhang Empowerment für Frauen im Amt für Mobilität und Tiefbau Seite 14 „Fortbildungsangebote auch für Männer anbieten, um ihnen ihre privilegierte Stellung bewusst zu machen“ Antwort: Dieser Hinweis wurde in den T ext der Maßnahme aufgenommen. „Hinweise von Kompanera zur Zusammenarbeit in folgenden Bereichen: Empower- ment-Workshops: Expertise, diversitäts- und gendersensibel, Beratung zur beruflichen Entwicklung, inkl. Vereinbarkeitsthema, Website „Digitalisierung ist weiblich“ noch technischer upgraden, Schnittstelle zu Awareness-Netzwerk: grenzachtender Umgang am Arbeitsplatz“ Antwort: Die Zusammenarbeit mit Kompanera ist eine gute Möglichkeit, diese Maßnahme umzusetzen. Aus wettbewerbs- und vergaberechtlichen Gründen muss jedoch auch mit an- deren Anbietenden Kontakt aufgenommen werden. Geschlechterdifferenzierte Daten für eine zukunftsorientierte Mobilitätsplanung Seite 16 „Die Baustellenumfrage sollte das auch aufgreifen“ Antwort: Aufgrund dieses Hinweises wird die Baustellenumfrage um geschlechterdifferen- zierte Daten erweitert, entsprechende Daten liegen bereits vor. Durch die Analyse dieser Daten kann ein besseres Verständnis dafür entwickelt werden, wie Baustellen von verschie- denen Geschlechtern wahrgenommen werden und welche Auswirkungen sie auf die Mobi- lität und Lebensqualität haben. Gender Planning Seite 18 „Alte und neue Stadtteile mit einbinden“ Antwort: Für Bestandsquartiere und Neuplanungen sind natürlich unterschiedliche Ansät- ze erforderlich. Daher wird bei allen Planungs- und Entwicklungsprozessen sowohl auf die Besonderheiten bereits existierender Stadtteile als auch auf die Anforderungen neuer Ent- wicklungsgebiete geachtet. „Erstellung einer Checkliste für Planungsprozesse“ Antwort: Die Idee einer Checkliste für Planungsprozesse wurde geprüft. Aufgrund der Dyna- mik und Komplexität städtebaulicher und planerischer Vorhaben wurde jedoch entschie- den, von einer starren Checkliste abzusehen. Stattdessen setzt die Stadtplanung auf einen Gendersensible und inklusive Öffentlichkeitsbeteiligung Seite 24 „Kinderbetreuung bei Beteiligungsformaten anbieten“ Antwort: Eine Kinderbetreuung während Veranstaltungen der Öffentlichkeitsbeteiligung ist nicht vorgesehen, auch da sie in den meisten Fällen keine Entlastung für die Eltern darstellt, insbesondere da Kleinkinder oft ungern von fremden Personen betreut werden. Allerdings stehen bei Beteiligungsformaten im Stadthaus 1 Spielkisten zur Verfügung, die Kinder nut- zen können, um sich während der Veranstaltung zu beschäftigen. „Für vulnerable/ unterrepräsentierte Gruppen: zu den Menschen (Treffs) gehen statt sie ’herzuzitieren‘ “ Antwort: Die „aufsuchende Beteiligung“ wurde in die „Leitorientierung für eine gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ aufgenommen. Dies bedeutet, aktiv auf vulnerable und unterre- präsentierte Gruppen zuzugehen und sie an den Orten anzusprechen, wo sie sich aufhalten, flexiblen und adaptiven Ansatz, der es ermöglicht, auf die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen jedes einzelnen Projekts einzugehen. „Verzahnung mit GNK (Global Nachhaltige Kommune) Münster 2023“ Antwort: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist eine Verzahnung mit dem Projekt GNK (Global Nachhaltige Kommune) nicht geplant. Die Stadt Münster behält jedoch die Entwicklung und Möglichkeiten einer Verzahnung im Blick, die zur Förderung einer nachhaltigen Stad- tentwicklung beitragen können. „Bzgl. des Sicherheitsempfindens: Vernetzung mit Projekten gegen Gewalt (z. B. „Rote Bank“-Aktion)“ Antwort: Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (INSEK) Münster-Innenstadt 2023 wurde die Maßnahme „Konzept gegen Angsträume“ erarbeitet. Ziel des Projektes ist es, das Sicherheitsgefühl in der Stadt zu verbessern und insbesonde- re Angsträume zu reduzieren. Dabei sollen verschiedene betroffene Gruppen wie Kinder, Jugendliche, LSBTIQ*-Personen, Frauen und ältere Menschen einbezogen werden. Die Ein- bindung bestehender Projekte gegen Gewalt, wie z.B. der Aktion Rote Bank, ist Teil dieses umfassenden Ansatzes und wird in die Planung und Umsetzung integriert, um gemeinsam wirksame Maßnahmen zur Gewaltprävention zu entwickeln. Im Rahmen der Erstellung des „Aktionsplans zur Umsetzung der Istanbul-Konvention“ und des „Aktionsplans LSBTIQ*“ können Maßnahmen aufgenommen werden, die dazu bei- tragen, dass die in Münster bestehenden Angebote zum Schutz und zur Unterstützung von Gewalt betroffener Frauen/ FLINTA (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen) sichtbarer und langfristig auch barrierefrei zugänglich werden. 5352 Anhang Anhang Gender- und Klimagerechtigkeit für Kinder und Jugendliche Seite 26 „Angebot von „Frauen helfen Frauen“: Beratung & psychologische Unterstützung bei Belastung durch „Klimaangst“.“ Antwort: Eine Beratung wird dort nur für Mädchen ab 16 Jahren und Frauen angeboten, also eine Zielgruppe, die nur in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und auch nur in ge- ringer Zahl vorkommt. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit als niederschwelliges, offenes, freiwilliges und sozialraumnahes Angebot führt dazu, dass dort eher kurze Beratungen und Thematisierungen speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind. Bei höherem Bedarf kann jedoch von den Fachkräften an die Beratungsstelle verwie- sen werden. „Sind partizipative Beteiligungsmöglichkeiten & Selbstbestimmung der Kinder und Jugendlichen hier berücksichtigt?“ Antwort: Dieser Hinweis wird berücksichtig und wurde in den T ext der Maßnahme einge- fügt. „Infomaterial in kinder- und jugendgerechter Sprache und: Formate wie TikTok & Co. Arbeitet ihr damit bzw. lässt sich das umsetzen?“ Antwort: Die Informationsmaterialien sind immer in kind- bzw. jugendgerechter Sprache formuliert. Digitale Formate werden altersgerecht eingesetzt – die Altersspanne reicht von einem bis 18 Jahren. Dabei sind die Altersfreigaben zu beachten. TikT ok hat beispielsweise eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Informationen über Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit werden häufig über WhatsApp-Gruppen oder Instagram verbreitet. Empowerment für die nächste politische Generation Seite 28 „Kinderbetreuung vor Ort anbieten“ Antwort: Angesichts der verschiedenen Tagungsorte – al- lein drei in der Innenstadt – dazu die Tagungsorte in den Stadtteilen, erscheint es unrealistisch, an allen Orten Räume und Personal vorzuhalten bzw. kurz- fristig verfügbar zu haben. Entscheiden- der ist jedoch der emotionale Aspekt (der uns durch die Rückmeldungen aus einer Umfrage vor einigen Jah- ren bestätigt wurde): kleine Kinder bleiben nicht oder nur sehr ungern bei fremden Betreuungspersonen, das erzeugt meist mehr Stress als Nutzen für die Eltern. Stattdessen können bei Beteili- gungsformaten die Spielkisten im Stadthaus 1 zur Verfügung gestellt werden, die Kinder nutzen können, um sich während der Veran- staltung zu beschäftigen. „Frauenquote einführen“ Antwort: Für eine Quote fehlt derzeit die rechtliche Grund- lage. Dies und die rechtliche Prüfung ist Aufgabe des Gesetzgebers und kann nicht lokal gelöst werden. Auf Grundlage der Maßnahme des 3. Aktionsplans der Charta „Frauen ins Rathaus/ Paritätische Gremienbesetzung“ und des Ratsbeschlusses vom 18.10.2017 werden die Parteien regelmäßig informiert und aufgefordert, ihre Wahllisten paritätisch zu besetzen. „Sitzungszeiten und Sitzungslänge überdenken: z. B. bereits zu Kitaöffnungszeiten be- ginnen und Zeitwächter*innen einführen“ Antwort: Diese Ideen können ausprobiert werden. „Einführung hybrider Sitzungen“ Antwort: Die Umsetzung einer technisch und rechtlich sicheren Lösung wird zurzeit erar- beitet, offen ist der Zeitpunkt. In Kürze wird es dazu einen politischen Antrag geben. „Parteiübergreifende Aktionen, Initiativen für FLINTA“ Antwort: Dieses Thema muss von den Parteien ausgehen, die Stadtverwaltung kann hier allerdings unterstützen. anstatt sie passiv einzuladen. Dazu können Kulturmittler*innen und Vertrauenspersonen eingebunden werden. Dieser Ansatz ermöglicht eine authentische Einbindung dieser Grup- pen in den Beteiligungsprozess und trägt dazu bei, ihre Bedürfnisse und Perspektiven ange- messen zu berücksichtigen. „Mehrsprachige Formate/ Dolmetscher*innen, einfache Sprache“ Antwort: Die Einbindung von Gebärdensprach-Dolmetscher*innen sowie die Verwendung einfacher Sprache wurden bereits als wichtige Aspekte für eine inklusive Öffentlichkeits- beteiligung aufgenommen. Das Thema mehrsprachiger Formate und entsprechender Dol- metscher*innen spielt heute schon eine Rolle in der Erstellung Integrierter Stadtteilent- wicklungskonzepte. 5554 Anhang Anhang KlimaTraining macht Schule Seite 30 „Dieses Projekt sollte per App bzw. mit sozialen Medien verbunden werden“ Antwort: Die Idee, das Projekt mit einer App oder über soziale Medien zu verbinden, kann das Engagement der Schüler*innen weiter stärken. Aktuell befinden wir uns jedoch noch in der Phase der Konkretisierung der Angebote mit den Schüler*innen. Deshalb benennen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkrete App. „Das Projekt sollte bei der Zielgruppe auch digital unterstützt werden“ Antwort: Der Hinweis, das Projekt auch digital zu unterstützen, wurde aufgenommen. Der Maßnahmentext wurde aktualisiert und entsprechend um digitale T ools und Webanwen- dungen ergänzt. Dies ermöglicht eine flexible und zeitgemäße Umsetzung des Projekts, die den Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht wird. „Die Klimastabsstelle unterstützt bereits erwachsene KlimaTrainer*innen, eventuell mit Eltern zusammenbringen?“ Antwort: Die Möglichkeit, erwachsene KlimaTrainer*innen mit Eltern zusammenzubringen, um das Engagement für den Klimaschutz zu stärken, ist eine interessante Idee. Im Rahmen der Evaluation des Projekts wird geprüft, ob das realisiert werden kann. Hitzeaktionsplan für Münster Seite 36 „Kinderspielplätze klimaangepasst gestalten: Schatten, Grün, Wasser“ Antwort: Dieser Hinweis wurde im Maßnahmentext ergänzt. „Kinderbetreuung bei „Hitzefrei“ in Schulen berücksichtigen!“ Antwort: Die Kinderbetreuung an den Schulen ist gewährleistet, denn Schüler*innen der Grundschule und der Jahrgangsstufen 5 und 6 können nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsschluss nach Hause entlassen werden. Dabei müssen auch Besonderheiten an den jeweiligen Schulen wie zum Beispiel ein Ganztagsbetrieb oder der Fahrplan der Schulbusse berücksichtigt werden. „Bereitstellung und Verteilung von Pflanzen für Urban Gardening.“ Antwort: Das dient nicht direkt dem Ziel, vulnerable Gruppen vor Hitze zu schützen, son- dern wäre eine allgemeine Maßnahme für alle Bürger*innen. Das Thema wird auch bereits thematisiert, dazu wurde eine Broschüre veröffentlicht: www.stadt-muenster.de/fileadmin/ user_upload/stadt-muenster/67_klima/pdf/broschuere-urbane-gaerten_.pdf). Zudem gibt es das Förderprogramm für essbare urbane Gemeinschaftsgärten: www. stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-muenster/67_umwelt/pdf/richtlinien_bu- ergergaerten.pdf. Ab 2024 wird es im Haus der Nachhaltigkeit eine Saatguttauschbörse für Bürger*innen geben. Darüber hinaus wird das Amt 67 als „BNE Regionalzentrum“ unter der Federfüh- rung der NABU-Naturschutzstation das „Saatgutprojekt 2024 – T omaten, Bohnen & Erbsen“ in Kooperation mit dem Verein zum Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt und für interessierte Schulklassen(-gruppen) anbieten. Derzeit ist außerdem in Prüfung, ob Amt 67 und wie die- ses Projekt auch für die Öffentlichkeit oder Kleingärten ausgeweitet werden kann. „Sonnen- und Regen-Planen für soziale „Randgruppen“ im öffentlichen Raum“ Antwort: Dies wird nicht als konkreter Baustein in den Hitzeaktionsplan aufgenommen, da derzeit andere Möglichkeiten der Beschattung als Hitzeschutz bevorzugt werden. „Brunnen in der Stadt und den Stadtteilen“ Antwort: Die Maßnahme wurde um diesen Hinweis ergänzt. „Verknüpfung mit dem Projekt ’Gesundheit in der nachhaltigen Stadt‘ “ Antwort: Das Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ hat zum Ziel, strukturelle Ge- sundheitsförderung in der Stadtentwicklung zu verankern und gesundheitliche Chancen- gleichheit in der Stadt Münster zu fördern. Dabei wird ein breites Gesundheitsverständnis zugrunde gelegt. Die Stadt erarbeitet in Kooperation mit der Universität Münster und mit Kulturerlebnisse für ein junges Publikum Seite 32 „Nicht nur Theater, sondern auch Musikschule, freie Bands und Straßenmusik berück- sichtigen“ Antwort: Die Förderung der Kulturarbeit in unserer Stadt erstreckt sich über eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen. Neben dem (Kinder-)Theater legen wir großen Wert auf die Entwicklung der freien Musikszene, der Musikschule, freie Bands und Straßenmusik, denn sie tragen wesentlich zur kulturellen Vielfalt bei. Die Förderung und Integration dieser Akteur*innen gehören zum „Standard“ der freien Kulturarbeit. „Die Zielgruppen breit und divers einbinden z. B. durch Stadtteilbüros (AWO, Diakonie)“ Antwort: Die Dezentralisierung des Kulturangebots ist eine strategische Initiative, die zurzeit entwickelt und strukturiert wird. Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Ak- teur*innen wollen wir sicherstellen, dass die kulturellen Veranstaltungen die Bedürfnisse und Interessen verschiedener Bevölkerungsgruppen ansprechen und gleichzeitig die Viel- falt unserer Stadt widerspiegeln. 5756 Anhang Anhang Faire Zeitverteilung Seite 38 „Kontakte zu Expert*innen zum Thema Renten-Gap, Frauen & Finanzen“ Antwort: Die Integration von Expert*innen zu Themen wie Renten-Gap, Frauen und Finan- zen ist ein Bestandteil unserer Planung und werden in die Ausgestaltung unserer Work- shops einbezogen, um sicherzustellen, dass eine umfassende und fundierte Diskussion zu diesen Fragestellungen ermöglicht wird. „Ergänzende Idee: Uhren im öffentlichen Raum markieren (time-gap).“ Antwort: Die vorgeschlagene Idee, Uhren im öffentlichen Raum zur Markierung des „time- gap“ zu verwenden, ist ein kreativer Ansatz. Aufgrund fehlender Ressourcen muss diese Idee jedoch zunächst zurückgestellt werden. „Aufklärungsangebote gezielt an Männer richten über ungleiche Anteile am CO 2-Fußab- druck, Care-Arbeit, Mental Load etc.“ Antwort: Die Idee, gezielte Informationsangebote für Männer zu Themen wie ungleicher Anteil am CO 2-Fußabdruck und psychische Belastung bzw. Mental Load anzubieten, wird derzeit intern diskutiert, um ein tieferes Verständnis für diese Themen in der Gesellschaft zu fördern. „Thema bleibt wichtig auch in Zeiten des Fachkräftemangels: gute Beispiele benennen.“ Antwort: Bei der Umsetzung der Maßnahme werden wir verstärkt darauf achten, gute Beispiele hervorzuheben. Dabei sollen nicht nur weibliche Role Models vorgestellt werden, sondern auch Männer, die sich aktiv für eine faire Zeitverteilung und Gleichstel- lung einsetzen. Durch die Sichtbarkeit dieser Vorbilder wollen wir positive Veränderungen in der gesellschaftlichen Wahrneh- mung und Umsetzung dieser Themen bewirken. Klimagesunde Kantine Seite 42 „Externes Catering klimafreundlicher gestalten“ Antwort: Im März 2024 fand eine interne Fortbildung zum Thema „Nachhaltigkeitsaspekte bei der Vergabe von Cateringleistungen“ statt. Diese Schulung basiert auf dem Leitfaden zur nachhaltigen Veranstaltungsplanung. Hierdurch werden die Inhalte des Leitfadens stad- tintern weiter bekannt gemacht und die Teilnehmenden geben ihr Wissen als Multiplika- tor*innen weiter. „Foodsharing garantieren“ Antwort: Inhalt der oben genannten städtischen Fortbildung ist u. a., bereits in die Aus- schreibung von Cateringleistungen aufzunehmen, dass übrig gebliebene Speisen nach Ende der Veranstaltung an Mitarbeitende weitergegeben werden können. Um Caterer rechtlich abzusichern, kann ein Dokument ausgehändigt werden, aus dem hervorgeht, dass der Cate- rer bei Mitnahme der Speise keine Haftung für Haltbarkeit und Qualität übernimmt. Es wird geprüft, ob dies auch für die Mitarbeitenden der städtischen Kantinen gelten kann. Gutes Onboarding bei der Stadt Münster Seite 40 „Vermittlung/ Zugang zu städtischen Belegplätzen in Kitas und Großtagespflege“ Antwort: Die Information zu städtischen Betriebsplätzen in Kitas und Großtagespflege er- folgt aktuell automatisch bei Neueinstellungen von Mitarbeiter*innen mit Kindern. Das Verfahren dazu wird weiter optimiert, um sicherzustellen, dass auch potenzielle Bewer- ber*innen und langjährige Mitarbeiter*innen die Informationen zu städtischen Kinderbe- treuungsangeboten erhalten. „Sensibilisierung für die faire Verteilung von zeitaufwändigen/ wiederkehrenden Aufgaben.“ Antwort: Dieser Hinweis ist wichtig und es wird geprüft, ob die Thematik der Verteilung von Care-Aufgaben in das städtische Fortbildungsangebot aufgenommen werden kann. „Sport während der Arbeitszeit anbieten: hilfreich für Menschen mit Care-Aufgaben“ Antwort: Die Integration von Gesundheits- und Sportangeboten während der Arbeitszeit, zum Beispiel „Good Morning – Rückenfit“, „Good Morning – Life Kinetik“, „Aktive Pause“ und Angeboten zu Achtsamkeit und gesunder Ernährung sind bereits erfolgreich imple- mentiert. Weitere Programme zur physischen und mentalen Gesundheit können das Ange- bot kontinuierlich erweitern. Unterstützung der T echniker Krankenkasse bis zum Jahr 2025 ein entsprechendes Hand- lungsprogramm, das als Teil der Stadtentwicklung in allen Politikfeldern der Stadt ver- ankert werden soll. Die Inhalte des Handlungsprogramms wurden bisher exemplarisch in drei Stadtteilen partizipativ erarbeitet. Das Thema Klimagerechtigkeit wurde von den Prozessbeteiligten bisher nicht als prioritäres Handlungsfeld herausgearbeitet. Allerdings wird aufbauend auf den Ergebnissen aus den Stadtteilen ein Erarbeitungsprozess folgen, die aus Sicht der Verwaltung wichtigen Aspekte für das Handlungsprogramm zu ergänzen. Wichtige Ansprechpartner*innen sind hierbei die für den Hitzeaktionsplan verantwortli- chen Personen. 5958 Anhang Anhang Herausgeberin: Stadt Münster, Amt für Gleichstellung Redaktion/Text: Julia von Hayn, Lucy Müsch Layout: HEIDER DESIGN, Münster Illustrationen: Marie-Pascale Gafinen, RIESENSPATZ Druck: Expedition & Druck, Stadt Münster 200 Stück, Mai 2024 Änderungen bei zwei Maßnahmen Ursprünglich war die Maßnahme „Angebot von Lastenfahrrädern in städtischen Kitas“ geplant. Nach nochmaliger interner Abstimmung kann diese Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der prekären Personalsituation in den städtischen Kindertagesstätten nicht umgesetzt werden. Die Idee wird jedoch in den Themenspeicher der Ämter aufge- nommen, so dass sie zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden kann. Zusätzlich haben wir die Maßnahme „Sichere Kindermobilität“ aufgenommen, die bei der öffentlichen Veranstaltung zur Vorstellung des Aktionsplans noch nicht gezeigt wurde. Diese Maßnahme soll dazu führen, dass sich Kinder selbständig in Münster bewegen kön- nen, was auch den Elternteilen entgegenkommt, wenn Bring- und Abholstrecken durch sichere (Schul-)Wege reduziert werden. „Infos über „Klimakosten“ der verschiedenen Gerichte veröffentlichen“ Antwort: Die Idee, Informationen über die „Klimakosten“ (CO2-Emissionen und daraus re- sultierende Kosten) zu veröffentlichen, ist ein guter Weg, ein klimafreundliches Lebensmit- telangebot zu fördern. Zurzeit gibt es noch keine ausreichenden Kapazitäten für die Umset- zung, weitere Möglichkeiten zur Integration nachhaltiger Praktiken in die Speisenplanung werden überlegt. „Schulungen für Mitarbeitende bezüglich gesunder Ernährung“ Antwort: Schulungen für die Mitarbeitenden der Kantine zu gesun- der und nachhaltiger Speisezubereitung haben stattgefunden, bei Bedarf werden weitere Schulungen angeboten, um eine ganzheitliche Unterstützung zu gewährleisten. Fortbildun- gen zum Thema gesunder Ernährung für Mitarbeitende in anderen Fachämtern werden regelmäßig angeboten. „Berücksichtigung der Richtlinien der WHO und DGE“ Antwort: Die Berücksichtigung der Richtlinien der Weltge- sundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesell- schaft für Ernährung (DGE) ist ein integraler Bestandteil der Speiseplanung. Nach Rücksprache mit der Kantinenleitung werden diese Richtlinien bereits berücksichtigt, es wird also si- chergestellt, dass die angebotenen Speisen den empfohlenen ernährungswis- senschaftlichen Standards entsprechen und die Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen fördern. „Die Stadt sollte die Stadtwerke zu einer veganen / vegetarischen Kantine verpflichten“ Antwort: Das Angebot in der Kantine der Stadtwerke beinhaltet bereits heute vegane und vegetarische Speisen. Eine Umstellung auf rein vegane oder vegetarische Speisen ist derzeit nicht vorgesehen. Das Personal- und Organisationsamt wird die Entwicklung der Speisean- gebote beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um den sich ändernden Bedürfnissen und Präferenzen der Mitarbeiter*innen gerecht zu werden. Impressum
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Martinistraße
- Hörsterstraße
- Wolbecker Straße
- Schillerstraße
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Details
- Aktenzeichen
- V/0293/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 30.04.2024
- Erstellt
- 24.04.2024 16:33