V/0417/2020
Entwicklung eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen westlich der Busso-Peus-Straße (Zukunft der Wissenschaftsstadt Münster)
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Anlage1_Lageplan
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± © Stadt Münster (Stand 06/2020) Anlage 1: Lageplan des Projektgebietes westlich der Busso-Peus-Straße V/0417/2020 Legende Projektgebiet 0 100 200 Meter 1:5.000Maßstab
Beschlussvorlage
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V/0417/2020 V/0417/2020 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Entwicklung eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen westlich der Busso-Peus-Straße (Zukunft der Wissenschaftsstadt Münster) Beratungsfolge 17.06.2020 Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Fl ä- chenmanagement Vorberatung 18.06.2020 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h- nen Vorberatung 24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 24.06.2020 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Vor dem Hintergrund einer in der Stadt Münster anhaltend hohen Nachfrage nach neuen Stan d- orten für wissenschaftliche Einrichtungen im Kontext der hiesigen Hochschulen und außerunive r- sitären Forschungseinrichtungen sowie für neue Wohn ungen, beauftragt der Rat die Verwaltung, das ca. 15 ha große Areal westlich de r Busso-Peus-Straße, nördlich der Appelbreistiege (Anlage 1) gem. dem übergeordneten Leitziel der Entwic klung eines neuen urbanen Stadt quartiers für Wissenschaft und Wohnen zu entwickeln und die weiteren, notwendigen planerischen und li e- genschaftlichen Entwicklungsschritte durchzuführen. 2. Der Rat nimmt die angestrebte Prozessarchitektur (Anlage 2) für die städtebauliche Planung des neuen Stadtquartiers westlich der Busso -Peus-Straße im Zusammenhang mit der Entwicklung Stadtplanungsamt 08.06.2020 Ihr/e Ansprechpart- ner/in: Herr Franke Telefon: 492-6110 FrankeGerd@stadt- muenster.de Harr Bartmann Telefon: 492-6115 Bartmann@stadt- muenster.de Herr Prof. Dr. Hauff Telefon: 492-6135 HauffTho@stadt- muenster.de - 2 - V/0417/2020 des geplanten neuen Modellquartiers an der Steinfurter Straße (sh. Vorlage V/0180/2020), das in räumlicher und inhaltlicher Nähe zum geplanten neuen urbanen St adtquartier an der Busso - Peus-Straße entwickelt werden soll, zur Kenntnis. Daher ist für beide Quartiersentwicklungen ein gemeinsames mehrstufiges Werkstattverfahren vorgesehen, um die jeweiligen städtebaulichen und nutzungsstrukturellen Zielsetzungen zu konkretisieren, auf denen aufbauend zwei auf die j e- weiligen räumlichen und inhaltlichen Spezifika zugeschnittene, separate städtebauliche Wettb e- werbsverfahren ausgelobt werden sollen. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, als nächsten planerischen Schritt ein e europaweite Aus - schreibung für die Konzeptionierung, fachliche Begleitung und Durchführung eines gemeinsamen mehrstufigen Werkstattverfahrens und zweier separater, städtebaulicher Wettbewerbsverfahren für beide Quartiersentwicklungen (Busso-Peus-Straße und Steinfurter Straße) vorzubereiten und durchzuführen. 4. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass Voraussetzung für eine Baulandmobilisierung des Areals west- lich der Busso-Peus-Straße, nördlich der Appelbreistiege ist, dass die Umsetzung der o.a. grund- sätzlichen Zielrichtung im Rahmen einer kooperativen Baulandentwicklung mit dem betreffenden Eigentümer (Land NRW) auf Basis der Regularien der Sozialgerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü) für künftige, flächenanteilige Wohnnutzungen zu erfolgen hat. 5. Der Rat beauftragt die Verwaltung, Verhandlungen mit dem betreffenden Grundstückseigentümer der Fläche westlich der Busso -Peus-Straße, nördlich der Appelbreistiege (Land NRW) zur Ba u- landmobilisierung im Sinne der angestrebten kooperativen Baulandentwicklung aufzunehmen. 6. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass aktuell die Option der Einbindung eines externen Partners g e- prüft wird, sollte dadurch die Vorbereitung, Durchführung und qualifizierte Begleitung der Ba u- landentwicklung verbessert werden können. Über die Beauftragung wird der Rat zu gegebenem Zeitpunkt in einer gesonderten Vorlage beschließen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, dass mit der Ausschreibung und Vergabe der Konzeptionierung, fachlichen Betreuung und Umsetzung des mehrstufigen Werkst attverfahrens sowie zur fachlichen Betreuung der beiden Wettbewerbsverfahren für die geplanten Quartiersentwicklungen westlich der Busso-Peus-Straße und südwestlich der Steinfurter Straße (vgl. V/0180/2020) gem. Beschlusspunkt 3. voraussichtlich Kosten in Höhe von zusammen geschätzt ca. 250.000 € verbunden sind: - Werkstattverfahren (Steinfurter Str. + Busso-Peus-Str.) ca. 90.000 € (sh. Vorl. V/0180/2020) - Wettbewerb Busso-Peus-Str. ca. 70.000 € - Wettbewerb Steinfurter Str. ca. 90.000 € (sh. Vorl. V/0180/2020) Die Ausschreibung dieser Aufgaben soll noch in 2020 erfolgen. Die ab dem Jahr 2022 anfallenden Kosten für die Durchführung der beiden Wettbewerbsverfahren für die geplanten Quartiersentwicklungen westlich der Busso -Peus-Straße und südwestlich der Steinfurter Straße in Höhe von ca. 700.000 € sind in den o.a. Kostenaufstellungen noch nicht enthal- ten und im Haushaltsplan noch nicht veranschlagt. Etwaige spätere Kosten, die im Rahmen der Umsetzung der Quartiersentwicklungen westlich der Busso-Peus-Straße und südwestlich der Steinfurter Straße entstehen werden, sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bezifferbar. - 3 - V/0417/2020 Haushaltsmittelbereitstellung Die Finanzierung der o.a. anfallenden Kosten für das Projektgebiet Busso-Peus-Straße in Höhe von ca. 70.000 € (Wettbewerb) stehen im Budget der Produktgruppe 0901 wie folgt zur Verfügung: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwick- lung, Stadtplanung Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwen- dungen 2020 70.000 Die Kosten für das vorlaufende gemeinsame Werkstattverfahren sowie den Wettbewerb Steinfurter Straße in Höhe von zusammen ca. 180.000 € sollen über die Vorlage V/0 180/2020 bereitgestellt werden. Begründung: Entwicklung eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen westlich der Busso-Peus-Straße (Zukunft der Wissenschaftsstadt Münster) Die Wissenschaft ist einer der wesentlichen Treiber für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung von Münster. Als ein räumlicher Schwerpunkt mit herausragenden Forschungsinstituten, hochinnovativen Unternehmen sowie einem intensiven Wissens- und Technologietransfer hat sich in den letzten Jah r- zehnten der Wissenschaftspark südlich der Mendelstraße, westlich der Corrensstraße und östlich der Busso-Peus-Straße entwickelt. Hier sind u.a. der Technologiehof Münster, das Zentrum für Nan o- technologie (CeNTech), das Max -Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI), das Nano - Bioanalytik-Zentrum (NBZ) sowie das Center f or Soft Nanoscience (SoN) entstanden. Das im Bau befindliche Multiscale Imaging Centre (MIC) wird voraussichtlich noch im Jahr 2020 eröffnen. Die genannten Einrichtungen (einschließlich des MIC) bieten bereits ca. 1.200 Arbeitsplätze. Im Technologiehof, im CeNTech und auch im Nano-Bioanalytik-Zentrum sind die überwiegenden Nutzer forschungsaffine Unternehmen - im wesentlichen Technologieunternehmen mit intensiven Kooperationen mit der Wissenschaft. Damit bildet der heutige Wissenschaftspark bereits einen zent- ralen Ort der Wissenschaftsstadt Münster, wo Austauschprozesse zwischen Wissenschaft und Wir t- schaft ideale Rahmenbedingungen vorfinden und auch zukünftig weiter haben sollen. Im Sinne einer Weiterentwicklung des Wissenschaftsparks werden aktuell zudem mehrere Erweite- rungsvorhaben diskutiert, die im Rahmen der Nachverdichtung auf PKW -Stellflächen bzw. institut s- angrenzenden Erweiterungsflächen erfolgen sollen. Auch kommt dem Thema „Förderung des studen- tischen Wohnens“ im Wissenschaftspark eine wichtige R olle zu. So hat das Studierendenwerk durch Nutzung seines Parkplatzes die Wohnanlage an der Busso-Peus-Straße in diesem Jahr erweitert. Ein Projektvorschlag des ASTAs der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) zur Förderung temporä- ren studentischen Wohnens auf einer bereits gebundenen Erweiterungsfläche im Wissenschaftspark wird aktuell geprüft. - 4 - V/0417/2020 Der Wissenschaftspark erfährt seine besondere Lagegunst durch die räumliche Nähe zum Naturwi s- senschaftlichen Zentrum der WWU, zum Fachhochschulzentrum und zu Ein richtungen des Universi- tätsklinikums. Für bereits etablierte und wachsende Technologieunternehmen bot zudem bisher der nahe gelegene Technologiepark südwestlich der Steinfurter Straße, südöstlich der Austermann - Straße Ansiedlungsflächen. Auch hier ist aktuell eine Erweiterung des Technologieparks im Zuge der Entwicklung des neuen urbanen Modellquartiers für Wohnen, Arbeiten und Technologie beabsichtigt (vgl. V/0180/2020). Im Rahmen der MünsterZukünfte 20|30|50 und hier der Initiative „Gutes Morgen Münster “ fand Mitte 2018 ein Zukunftsspaziergang mit den Spitzen der Stadtverwaltung und wissenschaftsnaher Akteure im Wissenschaftspark statt, der von einem breiten Wissenschaftsbündnis ausgerichtet wurde (Gesell- schaft für Bioanalytik e.V., Technologieförderung Münster GmbH, CeNTech GmbH, Bau- und Liegen- schaftsbetrieb/BLB und Universitätsklinikum/UKM). Einhelliges Ergebnis war, dass Erweiterungsmög- lichkeiten für Wissenschaftseinrichtungen, einschließlich des Universitätsklinikums, für wissensaffine Unternehmen und für studentisches Wohnen benötigt werden. Konkret wurde aufgezeigt, dass der Wissenschaftspark dringend erweitert werden muss, um Standortvorsorge für neue Forschungsinst i- tute in Verbindung mit urbanen Wohnformen für Studierende, in der Wissenschaft und am UKM Täti- ge sowie als Brückenschlag zum Stadtteil Gievenbeck zu schaffen. Auf dem erprobten Fundament der Allianz für die Wissenschaft wird daher nun eine gemeinsame Allianz für die Wissenschaft in der Fläche entwickelt. Hierzu haben die Universität Mün ster, die Fachhochschule Münster, das Universitätsklinikum, das Studierendenwerk, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) und die Stadt Münster den Letter of I n- tent (LoI) „Wissenschaftsstadt der Zukunft“ abgeschlossen. Ziel dieses Bündnisses ist eine gemei n- same Strategieentwicklung und ein gemeinsames städtebauliches Entwicklungskonzept für die Wi s- sensquartiere. Leitorientierung des Bündnisses ist die Schaffung urbaner Wissensquartiere mit einer funktionalen Durchmischung der wissenschaftlich geprägten Stru kturen. Dies soll für noch bessere Rahmenbedingungen von Forschung und Lehre in den verschiedenen Wissensquartieren im gesa m- ten westlichen Bereich der Innenstadt sorgen. Mit der nun geplanten Erweiterung des Wissenschaftsparks in den Bereich westlich der Busso-Peus- Straße, nördlich der Appelbreistiege, für die das Areal a ufgrund seiner räumlichen Nähe zu den b e- reits östlich gelegenen wissenschaftlichen Einrichtungen geradezu prädestiniert ist, soll zugleich auch eine langfristig orientierte Flächenvorsorge zur Ansiedlung von weiteren Forschungseinrichtungen der Wissenschaft und wissenschaftsaffinen Unternehmen vorgesehen werden. Denn diese Lagequalität ist nur hier gegeben und soll daher perspektivisch sorgsam in Wert gesetzt werden. Der Bereich westlich der Busso -Peus-Straße wurde auf Basis des o.a. „LoI“-Prozesses im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK 2030) und der Münster Zukünfte 20|30|50 sowie als Teil des Leitthemas „Urbane Wissensquartiere“ - ebenso wie die Fläche an der Steinfurter Straße - als ein Schwerpunktraum in der im letzten Jahr durchgeführten Internationalen Ideenwerkstatt von einem renommierten Planungsbüro (LAND Germany - Düsseldorf, Lugano, Mailand - in Zusammen- arbeit mit ASTOC Architects and Planners - Köln) betrachtet und in den räumlichen Gesamtzusa m- menhang gesetzt. Bei der öffentlichen Abschlusspräsentation am 15.01.2020 wurde aufgezeigt, dass mit der Erweiterung des Wissenschaftsparks westlich der Busso -Peus-Straße als einem gemischten urbanen Wissensquartier auch der Brückenschlag zum benachbarten Stadtteil Gievenbeck gelingen kann. Die Ergebnisse der Internationalen Ideenwerkstatt werden in den weiteren Planungsprozess für den Bereich westlich der Busso-Peus-Straße mit einfließen. - 5 - V/0417/2020 Das nun zu aktivierende ca. 15 ha große Areal westlich der Busso -Peus-Straße ist bereits als „Allg e- meiner Siedlungsbereich“ im Regionalplan Münsterland dargestellt und seit mehreren Jahren B e- standteil des städtischen Wohnbaulandprogramms / Stufe 2 (vgl. Vorlage V/0104/2020) sowie der Wohnsiedlungskonzepte 2025 und 2030 der Stadt Münster (vgl. Vorlagen V/0230/2013 und V/0200/2018). Die gemeinsame Arbeit der Bündnispartner am Thema MünsterZukünfte 20|30|50 und hier insbesondere an der „Wissenschaftsstadt der Zukunf t“ hat allerdings verdeutlich, dass eine E r- weiterung des Wissenschaftsparks dringend erforderlich ist und daher die Zielvorstellung „Wohnen“ für die in Rede stehende Fläche in Richtung gemischter urbaner Wissensquartiere mit integrierten, ggf. spezifischen Wohnnutzungen weiterzuentwickeln ist. Die mit der Weiterentwicklung des Wissenschaftsparks verbundenen übergeordneten Ziele und die im Zuge der Gebietsentwicklung vorgesehene Umsetzung von integralen zukunftsweisenden Konzepten für Mobilität, Klimaschutz , Stadtentwässerung sowie Ökologie und Freiraumqualität erfordern eine umfassende planerische Programmierung sowie ein koordiniertes Vorgehen der beiden angestrebten räumlich und funktional in Bezug stehenden Quartiersentwicklungen westlich der Busso -Peus-Straße und südwestlich der Steinfurter Straße unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen eines mehrstufigen Werkstattverfahrens sowie eines darauf aufbauenden, separaten städtebaulichen Wet t- bewerbsverfahrens (vgl. Beschlusspunkt 2.). Zur Realisierung der geplanten Quartiersentwicklung westlich der Busso -Peus-Straße als Weiterent- wicklung des östlich bereits angrenzenden Wissenschaftsparks für neue Wissenschaftseinrichtungen wird eine kooperative Baulandentwicklung mit dem einzig betroffenen Grun dstückseigentümer (Land NRW) angestrebt, wobei in Hinblick auf eine Realisierung von neuen flächenanteiligen Wohnnutzun- gen diese unter den Regularien der „Sozialgerechten Bodennutzung Münster“ (SoBoMü) zu entw i- ckeln sind. Hierüber wird noch zu gegebenem Zeitpunkt auf der Grundlage einer gesonderten Vorlage zu entscheiden sein. Grundlegende Ziele Das aus den o.a. Hintergründen, Rahmenbedingungen und Erfordernissen übergeordnete Ziel für die angestrebte Entwicklung eines neuen urbanen Stadtquartiers im Be reich westlich der Busso -Peus- Straße, nördlich der Appelbreistiege ist die Erweiterung des Wissenschaftsparks sowie die Schaffung eines Angebotes zur Deckung des in Münster bestehenden erhöhten Bedarfs an Wohnungen. Die daraus abgeleiteten Ziele für die a ngestrebte Quartiersentwicklung können wie folgt zusamme n- gefasst werden: • Eine angemessen hohe städtebauliche Dichte bei gleichzeitiger Schonung des angrenzenden Freiraums, • eine urbane Nutzungsmischung mit gemischten städtebaulichen Strukturen für wisse nschaftliche Einrichtungen, wissenschaftsaffine Unternehmen und integriertem Wohnen, • ein breiter Wohnungsmix auf der Grundlage der Regularien der sozialgerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü) mit Vorrang für preiswerte Mietwohnungen, für hochschulaffines und studen- tisches Wohnen sowie einer Förderung von lebendigen Nachbarschaften, • Angebote für wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen, • ein quartierbezogenes Angebot an sozialer, kultureller und freizeitorientierter Infrastruktur, • ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept mit bestmöglicher Erschließung für Fußgänger (Barri e- refreiheit), für Radverkehr und öffentlichen Verkehr, • ein insgesamt CO2-armes bzw. CO2-neutrales Quartier mit einer Energieversorgung mit möglichst - 6 - V/0417/2020 hohem Anteil von erneuerbaren Energien sowie einer energiesparenden Bauweise, • eine hohe ökologische Qualität durch die Rücksichtnahme auf Belange des Landschafts -, Natur- und Artenschutzes und den vollen Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft, • eine überzeugende Qualifiz ierung von privaten und öffentlichen Freiflächen als Grundlage für Begegnungen, Spielmöglichkeiten, Freizeitgestaltung und wohnungsnaher Erholung im Quartier. Städtebauliche Kenndaten Um eine erste Orientierung zu erhalten, wie viele Wohnungen und wie viel Fläche für wissenschaftl i- che Institute und Einrichtungen entstehen könnten, wurden die nachfolgenden strukturellen Anna h- men getroffen. Eine genaue Klärung muss noch unter Einbeziehung der Belange von Natur und Landschaft erfolgen. Dabei wird davon aus gegangen, dass der Anteil der Wohnnutzung voraussich t- lich ca. 50 % betragen wird und die verbleibende Hälfte der Nettobaufläche für eine Erweiterung des Wissenschaftsparks zur Verfügung steht. Fläche des Gesamtareals: ca. 15 ha (100 %) abzgl. Park- u. Grünflächen, Platz- u. Erschließungsflächen: ca. 6 ha ( 40 %) Verbleibende Nettobaufläche: ca. 9 ha ( 60 %) Anteil Wohnungen an Bruttogeschossfläche: 50 % Anzahl Wohnungen: ca. 600 WE (50 % der Flächen) Fläche für Wissenschaftliche Institute / Dienst- leistungen / öffentliche Einrichtungen, Gastronomie etc.: ca. 60.000 m² BGF (50 % der Flächen) Konkretere Angaben zu den einzelnen Nutzungsarten und -anteilen können dann auf der Grundlage des zunächst anstehenden Werkstattverfahrens (sh. Beschlusspunkte 2. und 3.) getroffen werden. Weitere Entwicklungsschritte Eine großflächige Kombination aus Wissenschaft und Wohnen in einem urbanen Stadtquartier ist ein Novum für die Stadt Münster und entspricht der o.a. Zielrichtung der „Lo I“-Partner, die Multifunktiona- lität der Wissensquartiere durch weitere Nutzungen - insbesondere auch für Wohnen - zu stärken. Beide Flächenentwicklungen - sowohl die der Fläche westlich der Busso -Peus-Straße, als auch die der Fläche südwestlich der Stein furter Straße - sind im Rahmen der Internationalen Ideenwerkstatt „Urbane Wissensquartiere“ von den teilgenommenen Planungsbüros näher betrachtet worden und dabei auch in einen engen räumlichen und funktionalen Kontext zueinander gesetzt worden. Vor di e- sem inhaltlichen Hintergrund bietet sich ein gemeinsames mehrstufiges Werkstattverfahren für die weitere planerische Programmierung dieser Flächen an, insbesondere, weil auch dadurch Synergi e- effekte untereinander zu erwarten sind. Das geplante Werkstattverfah ren verfolgt eine innovative und zugleich belastbare Programmierung der städtebaulichen und nutzungsbezogenen Strukturen für einen anschließenden interdisziplinären Wettbewerb unter Arbeitsgemeinschaften aus namhaften Städtebau-, Architektur- und Freiraump laner-Büros sowie weiterer Fachdisziplinen (Mobilität, Stad t- entwässerung etc.). - 7 - V/0417/2020 Im Rahmen des Werkstattverfahrens sollen mit Hilfe externer Fachleute unterschiedlicher, relevanter Disziplinen sowie durch eine Rückkopplung mit der interessierten Öffentlich keit jeweils ein Eckpun k- tepapier und Leitbild erarbeitet werden. Diese bilden die Grundlage für die Auslobung von zwei (j e- weils für die Bereiche westlich der Busso -Peus-Straße und südwestlich der Steinfurter Straße) inter- disziplinär auszugestaltenden, städtebaulichen Wettbewerben. Erst nach dieser intensiven städtebau- lichen Planungsphase und einem fixierten Einvernehmen zu den Regularien der Sozialgerechten B o- dennutzung Münster (Flächenabgabe an die Stadt, Kostenbeteiligung etc.) können die Arbeiten zur Entwicklung von Bebauungsplänen für die beiden Quartiere beginnen. Die Vorbereitungen für eine EU -weite Ausschreibung für die Konzeptionierung, Durchführung und Moderation dieses mehrstufigen Werkstattverfahrens, zur Überführung dessen Ergebnisse jeweils in ein Eckpunktepapier und Leitbild für die beiden Flächen sowie anschließend zum Management der städtebaulichen Realisierungswettbewerbe erfolgen auf Basis des hier dargelegten Grundsatzb e- schlusses. Für das Werkstattverfahren ist ein Zeitraum ab 2021 vorgese hen, die Durchführung der städtebaulichen Wettbewerbe ist in 2022 geplant. Dazu bedarf es nach Abschluss des Werkstattve r- fahrens eines weiteren Ratsbeschlusses. Das Ergebnis der städtebaulichen Wettbewerbe wird dann der anschließenden Bauleitplanung als Grundlage dienen (sh. Anlage 2). Ergänzend zu den unter Finanzieller Auswirkungen benannten Kosten für das Werkstattverfahren und die Wettbewerbsbegleitung werden für die beiden anschließenden städtebaulichen Wettbewerbe Kos- ten i.H.v. zusammen 700.000 € (Wettbewerb Busso -Peus-Str. ca. 245.000 €; Wettbewerb Steinfurter Str. ca. 455.000 € - sh. Vorl. V/0180/2020) geschätzt. Die Mittel sind bisher nicht veranschlagt. Angestrebte kooperative Baulandentwicklung Das Grundstück westlich der Busso-Peus-Straße befindet sich im Eigentum nur eines Eigentümers, dem Land NRW. Da sich alle „LoI“ -Partner zur Wissenschaftsstadt der Zukunft im Konsens auf die Weiterentwicklung der Fläche an der Busso -Peus-Straße verständigt haben, ist davon aus zugehen, dass eine kooperative Baulandentwicklung zur Anwendung kommen kann. Voraussetzung dazu sind einvernehmliche Verhandlungsgespräche mit dem Land NRW nach den Regularien der Sozialgerech- ten Bodennutzung Münster. Mit dieser Vorlage sollen daher das Pr ojekt angestoßen und weitere Pla- nungsschritte sowie erforderliche liegenschaftliche Verhandlungen eingeleitet werden. Für die erforderlichen Entwicklungsschritte soll insbesondere auch vor dem Hintergrund der best e- henden Verwaltungskapazitäten bzw. -ressourcen und den übrigen in der Stadt Münster anstehenden Baugebietsentwicklungen gem. Fortschreibung des städtischen Baulandprogramms 2020 - 2030 (s. aktuelle Vorlage V/0104/2020) geprüft werden, ob die Unterstützung Dritter in Anspruch genommen wird. Die Ve rwaltung prüft aktuell diese Option. Über die Beauftragung wird der Rat zu gegebenem Zeitpunkt in einer gesonderten Vorlage beschließen. Als externer Partner für eine Baulandentwic k- lung im Plangebiet (Anlage 1) kann z.B. die NRW.URBAN Kommunale Entwicklung (KE) GmbH in Betracht kommen, die bereits allgemeine Beratungsleistungen für die Stadt Münster in diesem Z u- sammenhang erbringt. In Vertretung gez. Robin Denstorff Stadtbaurat - 8 - V/0417/2020 Anlagen: Anlage A Anlage 1: Lageplan des Projektgebiets westlich Busso-Peus-Straße, nördlich Appelbreistiege Anlage 2: Prozessarchitektur Quartiersentwicklung Steinfurter Straße und Busso-Peus-Straße
Anlage A
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Anlage A zur V/0417/2020 Kurzüberblick Mit dieser Vorlage sollen die notwendigen planerischen und liegenschaftlichen Entwicklungs- schritte für das ca. 15 ha große Areal westlich der Busso-Peus-Straße, nördlich der Appel- breistiege für ein neues urbanes Stadtquartier für Wissenschaft und Wohnen als wesentlicher Beitrag zur Zukunftssicherung der Wissenschaftsstadt Münster und zum Bau dringend benötigter neuer Wohnungen auf den Weg gebracht werden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dieser Vorlage werden die Ziele verfolgt: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstan- dorte in Europa. Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Dabei wird die Teilzielsetzung „Deckung eines erhöhten Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum so- wie an neuen Arbeitsstätten, insbesondere für wissensbasierte, technologie- und dienstleistungs- orientierte Unternehmen.“ angestrebt. Um der in der Stadt Münster anhaltend hohen Wohnraumnachfrage sowie einer darüber hinaus bestehenden ebenfalls hohen Nachfrage nach neuen Standorten zur Deckung eines erhöhten Bedarfs an Arbeitsstätten, insbesondere für wissensbasierte, technologie- und dienstleistungsori- entierte Unternehmen, nachkommen zu können, soll der Rat die Verwaltung beauftragen, das o.a. Areal im Sinne eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen zu entwi- ckeln. Für das Areal wird eine kooperative Baulandentwicklung in Form einer freiwilligen Einigung mit dem einzigen betroffenen Grundstückseigentümer, dem Land NRW, angestrebt, wobei auch hier- bei die Regularien der Sozialgerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü) für künftige, flächenan- teilige Wohnnutzungen anzuwenden sind. Finanzierung Produktgruppe: 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2020 enthalten? Ja Nein x teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Die Höhe der Aufwendungen oder Auszahlungen sind unabhängig von der vorhandenen Mittelbe- reitstellung im Beschlussvorschlag zu nennen. Eine Angabe an dieser Stelle oder bei den Zielen reicht nicht aus. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Maßnahme ist als vorbereitende Aufgabe notwendig, um auf dieser Basis dem § 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB (Die Gemeinden haben die Bauleitpläne aufzustellen, sobald und soweit es für die städ- tebauliche Entwicklung erforderlich ist.) Rechnung tragen zu können. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Vorlage berührt das Themenfeld der Demographie direkt, da Münster als wachsende Stadt für die weitere Einwohner- und Arbeitsstättenentwicklung entsprechende Entwicklungsflächen für die Realisierung neuer Forschungs- und Arbeitsstätten im Wissenschaftsbereich sowie zum Bau neuer Wohnungen zur Verfügung stellen muss, um seiner (oberzentralen) Funktion gerecht wer- den zu können. Die Vorlage hat insoweit auch klimaschutzrelevante Aspekte als in ihr Flächen für eine weitere Siedlungsflächenentwicklung für neue Wohnungen und Arbeitsstätten benannt werden. Jede Siedlungsflächenentwicklung hat neben zahlreichen anderen Belangen auch klimaschutzrelevan- te Aspekte zu berücksichtigen.
Anlage-2_Prozessarchitektur
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Urbane Stadtquartiere Steinfurter Straße Busso-Peus-Straße Prozessarchitektur Anlage 2 zu Vorlage V/0417/2020 04.06.2020 2 Auftakt Städtebauliche Entwurfsplanung 04.06.2020 2 WERKSTATT-VERFAHREN II / III - 2020 politische Gremien VORBEREITUNG WETTBEWERBE ÜBERFÜHRUNG IN WETTBEWERBS- UNTERLAGEN AUSSCHREIBUNG WERKSTATT-VERFAHREN STÄDTEBAULICHE WETTBEWERBE bis I - 2020 GRUNDSATZ- BESCHLUSS VERGABE- BESCHLUSS I - 2021 II / III - 2021 IV - 2021 III / IV - 2021 AUSLOBUNGS- BESCHLÜSSE VORBEREITUNG INTERNATIONALE IDEENWERKSTATT WISSENSQUARTIERE WERKSTÄTTEN MIT EXPERTINNEN UND EXPERTEN INFORMATION UND DISKUSSION BÜRGERSCHAFT ECKPUNKTEPAPIER LEITBILD III / IV - 2020 Verwaltung Planungsbüro Bürgerschaft 04.06.2020 3 WERKSTATT- VERFAHREN VORBEREITUNG WETTBEWERB STÄDTEBAULICHER WETTBEWERB EIGENTÜMER- VERHANDLUNGEN MIT DEM ZIEL: LETTER OF INTENT VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN N Planung Umsetzung Prozessarchitektur Gesamtprozess BAULEITPLANUNG FACHPLANUNGEN REALISIERUNG Technische Infrastruktur Soziale Infrastruktur Vergabe / Hochbau ABSCHLUSS VORBEREITENDE UNTERSUCHUNGEN 2021 2022 2020 ab 2023 BESCHLUSS LETTER OF INTENT BESCHLUSS SEM GRUNDSATZ- BESCHLUSS GRUND- ERWERB GRUND- ERWERB KONZEPT- ERSTELLUNG Grundstücks- vergaben EG-management Städtebauliche Sukzession N.N. Kooperative Baulandentwicklung (Option 1) Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (Option 2 für die Steinfurter Straße) 04.06.2020 4 Gesamtprozess mit Beteiligung Bürgerschaft 04.06.2020 4 WERKSTATT- VERFAHREN STÄDTEBAULICHER WETTBEWERB GRUNDSATZ- BESCHLUSS UMSETZUNGS- BESCHLUSS SATZUNGS- BESCHLUSS BEBAUUNGSPLAN VORBEREITUNG INTERNATIONALE IDEENWERKSTATT WISSENSQUARTIERE ERGEBNIS- PRÄSENTATION UND FORUM BAULEITPLANUNG FACHPLANUNGEN REALISIERUNG TECHNISCHE INFRASTRUKTUR SOZIALE INFRASTRUKTUR GRUNDSTÜCKSVERGABEN HOCHBAU Beteiligung Öffentlichkeit Planungs- und Entwicklungs- schritte Beschlüsse politischer Gremien ÖFFENTLICHE FOREN AUSSTELUNG AUSSTELLUNG DER ERGEBNISSE FORUM FRÜHZEITIGE BÜRGERINFORMATION ÖFFENTLICHE AUSLEGUNG BAUBEGLEITENDE INFORMATIONS-ANGEBOTE AUFSTELLUNGS- BESCHLUSS BEBAUUNGSPLAN
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Busso-Peus-Straße
- Steinfurter Straße
- Mendelstraße
- Corrensstraße
- Appelbreistiege
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Details
- Aktenzeichen
- V/0417/2020
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 27.05.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37