2032/2025
Auswertung der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022: Wohnungsleerstände und Energieträger der Heizungen in Köln
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Mitteilung Ausschuss
5404 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
IX/153/1
Vorlagen-Nummer 23.06.2025
2032/2025
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Stadtentwicklungsausschuss 26.06.2025
Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 27.11.2025
Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung 27.11.2025
Ausschuss für Bauen und Wohnen 08.12.2025
Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit 11.12.2025
Auswertung der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022:
Wohnungsleerstände und Energieträger der Heizungen in Köln
Im Jahr 2022 lag der gesamte Wohnungsleerstand in Köln bei 2,5 Prozent, während der
marktaktive Leerstand – also Wohnungen, die innerhalb von drei Monaten verfügbar wären –
bei 1,2 Prozent lag. Gleichzeitig lag der Anteil der Wohnungen, die mit fossilen Energieträgern
beheizt wurden, bei mindestens 80 Prozent. Der Anteil der Wohnungen, die mit erneuerbaren
Energieträgern beheizt wurden, lag bei mindestens 2,1 Prozent.
Diese und weitere Ergebnisse zu den Themen Wohnungsleerstände und Heizen stellt das
Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln mit den Veröffentlichungen „Kölner Sta-
tistische Nachrichten 13/2025: Wohnungsleerstände in Köln - Ergebnisse des Zensus 2022“
und „Kölner Statistische Nachrichten 14/2025: So heizt Köln - Ergebnisse des Zensus 2022“
vor. Datengrundlage ist die Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) des Zensus 2022, mit
dem Stichtag 15.05.2022.1
Laut GWZ des Zensus 2022 gab es in der Stadt Köln zum Erhebungsstichtag 139.653 Wohn-
gebäude (ohne Wohnheime) mit insgesamt 549.815 Wohnungen. Von diesen Wohnungen
standen 13.533 leer. Damit betrug der gesamte Wohnungsleerstand 2,5 Prozent. Im Vergleich
der sieben größten Städte Deutschlands lag Kölns Leerstandsquote im Mittelfeld. Die Leer-
standsquote war jedoch niedriger als die Leerstandsquote in NRW und in Deutschland insge-
samt.
Von den leerstehenden Wohnungen stand jeweils ungefähr ein Drittel weniger als drei Mo-
nate, zwischen drei und unter zwölf Monaten oder zwölf Monate und länger leer. Rund die
Hälfte (51,5 %) aller leerstehenden Wohnungen stand bereits sechs und mehr Monate leer.
Bei den Wohnungen, die bereits mindestens drei Monaten leer standen, waren in der Hälfte
der Fälle laufende beziehungsweise geplante Baumaßnahmen der Grund für den Leerstand.
Der Leerstand unterschied sich deutlich nach der Eigentumsform des Gebäudes, in dem sich
1 https://www.zensus2022.de/DE/Home/_inhalt.html
2
die Wohnungen befanden. Der Leerstand war am höchsten in Gebäuden, die im Eigentum
von privatwirtschaftlichen Unternehmen (nicht Wohnungsunternehmen, zum Beispiel Banken,
Versicherungen oder Fonds), von Organisationen ohne Erwerbszwecke (zum
Grafik 1: Leerstandsquoten (%) für die sieben einwohnerstärksten Städte in Deutschland, Nordrhein -
Westfalen und Deutschland insgesamt
Quelle: Zensusdatenbank – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024
Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen)
Beispiel Kirchen) oder einer Kommune oder eines kommunalen Wohnungsunternehmens wa-
ren. Mit Abstand am niedrigsten war der Leerstand in Gebäuden, die im Besitz von Woh-
nungsgenossenschaften waren.
Der Großteil der Gebäude mit Wohnraum (rund drei Viertel) wurde über eine Zentralheizung
beheizt. Die Wohnungen in den zentral beheizten Gebäuden machten rund zwei Drittel aller
Wohnungen im Stadtgebiet aus.
Mindestens 80 Prozent aller Wohnungen wurden mit fossilen Energieträgern beheizt, wobei
Gas der mit Abstand häufigste Energieträger war. Mindestens 2,1 Prozent der Wohnungen
wurden mit erneuerbaren Energieträgern beheizt, wobei Solar-/Geothermie und Wärmepum-
pen am meisten genutzt wurden. Stadtweit machten erneuerbare Energien somit nur einen
geringen Anteil an den genutzten Energieträgern aus, jedoch variierte dieser Anteil über die
Stadtteile. In drei Stadtteilen wurden Solar-/Geothermie und Wärmepumpen in zehn Prozent
und mehr der Wohnungen genutzt (Widdersdorf mit 12,6 %, Hahnwald mit 10,8 % und Fühlin-
gen mit 10 %).
Gas wurde vor allem in Gebäuden zum Heizen verwendet, die vor 1960 oder zwischen 1980
und 1999 gebaut wurden, sowie in Gebäuden im Besitz von Wohnungsgenossenschaften.
Fernwärme kam häufig in Gebäuden zum Einsatz, die zwischen 1970 und 1979 oder nach
1989 errichtet wurden, außerdem in Mehrfamilienhäusern und in Gebäuden, die Bund, Land
oder anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen (nicht Wohnungsunternehmen, zum Beispiel
Banken, Versicherungen oder Fonds) gehörten. Heizöl fand besonders oft Verwendung in Ge-
bäuden aus den Jahren 1960 bis 1979, in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie in Eigentum
von Privatpersonen oder Bund und Land. Erneuerbare Energien wurden überwiegend in nach
1999 errichteten Gebäuden genutzt, vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie in Ge-
bäuden, die Wohnungsgenossenschaften gehörten.
3
Grafik 2: Wohnungen nach Energieträger der Heizung in Köln (%)
Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024
Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Hinweis: Zu den fossilen Energieträgern zählen hier Gas, Heizöl, und Kohle. Zu den erneuerbaren
Energieträgern zählen hier Biomasse (ohne Holz) und Biogas, Holz und Holzpellets und Solar -/Ge-
othermie und Wärmepumpen.
Gez. Haack
Wohnungsleerstaende in Koeln - Ergebnisse des Zensus 2022
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Wohnungsleerstände in Köln Ergebnisse des Zensus 2022 Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 2 Datenquellen und Definitionen Datengrundlage für die vorliegende Veröffentlichung sind die Ergebnisse des Zensus 2022 (Stichtag 15.05.2022). Im Rahmen des Zensus 2022 wurde eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) durchgeführt. Die GWZ basiert auf einer schriftlichen Erhebung unter den Gebäude- und Wohnungs- eigentümer*innen und wurde als Vollerhebung aller Gebäude mi t Wohnraum und darin befindlicher Wohnungen sowie bewohnten Unterkünften konzipiert. Dennoch mussten die Angaben zu einigen Gebäuden und Wohnungen geschätzt (imputiert) werden, zum Beispiel, wenn Eigentümer*innen keine Angaben zu einem Gebäude oder einer Wohnung gemacht haben. Die GWZ für Köln enthält für 11,3 Prozent der Gebäude und für 16,4 Prozent der Wohnungen imputierte Angaben. Die hier präsentierten Zahlen sind somit als Schätzungen zu verstehen, die mit Ungenauigkeiten behaftet sind. Dennoch bietet die GWZ des Zensus 2022 wertvolle Informationen zum Thema Wohnen in der Stadt Köln, die nicht in anderen Datenquellen verfügbar sind. Beim Thema Wohnungsleerstand ist der marktaktive Leerstand eine zentrale Größe. Er gibt an, wie viele Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt kurzfristig verfügbar sind (im Gegensatz zu leerstehenden Wohnungen, die längerfristig nicht verfügbar sind). In der GWZ des Zensus 2022 gelten leerstehende Wohnungen, die unmittelbar oder innerhalb von drei Monaten zur Verfügung stehen, als marktaktiv. Die vorliegenden Analysen beziehen sich auf Wohnungen in Wohngebäuden. Ausgenommen sind Wohnungen in Wohnheimen, in bewohnten Unterkünften und in anderen Gebäuden mit Wohnraum sowie ausschließlich gewerblich genutzte Wohnungen und privat genutzte Ferien- und Freizeitwohnungen. Weitere Informationen zum Zensus 2022 sind hier verfügbar: https://www.zensus2022.de/DE/Home/_inhalt.html Statistische Geheimhaltung Um das Grundrecht aller Bürgerinnen und Bürger auf informationelle Selbstbestimmung zu schützen und den Vorgaben des § 16 Bundesstatistikgesetz Rechnung zu tragen, dürfen die Veröffentlichungen auf Basis Zensus 2022 keine Rückschlüsse auf Einzelfälle ermöglichen. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, wurden die Daten des Zensus 2022 mit der Cell-Key-M ethode verschlüsselt. Hierbei werden einige Fallzahlen in den veröffentlichen Tabellen gegenüber ihren Originalwerten leicht verändert ausgewiesen. Die maximale absolute Abweichung gegenüber dem Originalwert ist gering, da jedoch jede Zelle einer Tabelle separat angepasst wird, addieren sich die jeweiligen Tabellenfelder einer Tabellenzeile oder -spalte nicht notwendigerweise zur ausgewiesenen Gesamtsumme. Weitere Informationen zur Anwendung der Cell-Key-Methode im Zensus 2022 sind hier verfügbar: https://www.zensus2022.de/DE/Zensusdatenbank/Geheimhaltung.html Hinweis auf Datenanhang Alle im Bericht verwendeten Daten werden als Datenanhang (Excel-Datei) zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt. Dazu muss der Bericht aus dem Internet heruntergeladen und lokal gespeichert werden. Der Datenanhang ist unter „Lesezeichen“ (letzter Punkt) und „Anlagen“ zu finden. Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 3 Zusammenfassung Laut der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 gab es in der Stadt Köln zum Stichtag der Erhebung (15.02.2022) 139.653 Wohngebäude (ohne Wohnheime) mit insgesamt 549.815 Wohnungen. Von diesen Wohnungen standen 13.533 leer. Damit betrug der gesamte Wohnungsleerstand 2,5 Prozent. Im Vergleich der sieben größten Städte Deutschlands liegt Kölns Leerstandsquote im Mittelfeld. Die Leerstandsquote war jedoch niedriger als die Leerstandsquote in NRW und in Deutschland insgesamt. Der Wohnungsleerstand in Köln war relativ gleichmäßig über die 86 Kölner Stadtteile verteilt, ohne deutliches räumliches Muster. Die marktaktive Leerstandsquote, also leerstehende Wohnungen, die hypothetisch unmittelbar oder innerhalb von drei Monaten zur Verfügung stünden, belief sich mit 1,2 Prozent auf ungefähr die Hälfte aller leerstehenden Wohnungen. Von den leerstehenden Wohnungen stand jeweils ungefähr ein Drittel weniger als drei Monate, zwischen drei und unter zwölf Monaten oder zwölf Monate und länger leer. Rund die Hälfte (51,5 %) aller leerstehenden Wohnungen stand bereits sechs und mehr Monate leer. Bei den Wohnungen, die bereits mindestens drei Monaten leer standen, waren in der Hälfte der Fälle laufende beziehungsweise geplante Baumaßnahmen der Grund für den Leerstand. Der Leerstand unterschied sich nur geringfügig nach der Größe des Gebäudes (Anzahl der Wohnungen im Gebäude), dafür gab es deutliche Unterschiede nach der Größe der Wohnung (Quadratmeter Wohnfläche) und nach dem Baujahr des Gebäudes. So standen sehr kleine (weniger als 40 Quadratmeter Wohnfläche) und sehr große Wohnungen (200 Quadratmeter und mehr Wohnfläche) häufiger leer, als Wohnungen mittlerer Größe. Gleichzeitig standen Wohnungen umso häufiger leer, je älter das Wohngebäude war. Der Leerstand unterschied sich auch deutlich nach der Eigentumsform des Gebäudes, in dem sich die Wohnungen befanden. Der Leerstand war am höchsten in Gebäuden, die im Eigentum von anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen (nicht Wohnungsunternehmen, zum Beispiel Banken, Versicherungen oder Fonds), von Organisationen ohne Erwerbszwecke (zum Beispiel Kirchen) oder einer Kommune oder eines kommunalen Wohnungsunternehmens waren. Mit Abstand am niedrigsten war der Leerstand in Gebäuden, die im Besitz von Wohnungsgenossenschaften waren. Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 4 Der gesamte Wohnungsleerstand war 2022 gering und nur rund die Hälfte der leerstehenden Wohnungen war marktaktiv Laut Zensus 2022 gab es in der Stadt Köln zum Stichtag der Erhebung (15.02.2022) 139.653 Wohngebäude (ohne Wohnheime) mit insgesamt 549.815 Wohnungen. Von diesen Wohnungen standen 13.533, also 2,5 Prozent, leer (Grafik 1). Im Vergleich der sieben einwohnerstärksten Städte in Deutschland liegt dieser Wert im Mittelfeld. Die Leerstandsquote war höher in Stuttgart (3,5 %), Frankfurt am Main (3,1 %) und Düsseldorf (2,9 %) und niedriger in München (2,4 %), Berlin (2,0 %) und Hamburg (1,9 %). Die Leerstandsquote in Köln war niedriger als die Quote in Nordrhein-Westfalen (3,3 %) und in Deutschland insgesamt (4,3 %). Grafik 1: Leerstandsquoten (%) für die sieben einwohnerstärksten Städte in Deutschland, Nordrhein-Westfalen und Deutschland insgesamt ________________________________ _______________________________________________________________ 3,5% 3,1% 2,9% 2,5% 2,4% 2,0% 1,9% 3,3% 4,3% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% 3,5% 4,0% 4,5% 5,0% ________________________________ _______________________________________________________________ Q uelle: Zensusdatenbank – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Der Wohnungsleerstand in Köln war relativ gleichmäßig über die 86 Kölner Stadtteile verteilt, ohne deutliches räumliches Muster (Karte 1). Lediglich im Stadtbezirk Porz tendierte der Leerstand dazu in allen Stadtteilen durchweg niedriger zu sein, als im Rest der Stadt. Am niedrigsten war die Leerstandsquote in den Stadtteilen Blumberg (0,6 %), Vingst und Ossendorf (jeweils 1,2 %). Am höchsten war die Leerstandsquote in den Stadtteilen Hahnwald (4,5 %), Bocklemünd/Mengenich (4,7 %) und Chorweiler (4,9 %). Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 5 Karte 1: Leerstandsquote (%) auf Stadtteilebene in Köln _______________________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________________ Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Hinweis: Die Kategorie „Aussagewert eingeschränkt“ gibt an, dass der Zahlenwert durch das Geheimhaltungsverfahren relativ stark verändert wurde und deswegen nicht berichtet wird. Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 6 Die marktaktive Leerstandsquote, also der Anteil der Wohnungen in Wohngebäuden, die leer stehen und unmittelbar oder innerhalb von drei Monaten verfügbar sind , lag in Köln bei 1,2 Prozent (6.576 Wohnungen) (Grafik 2) . Dieser Wert ist niedriger als die zwei bis drei Prozent, die typischerweise für ein reibungsloses Funktionieren des Wohnungsmarktes als nötig erachtet werden. 1 Grafik 2: Gesamte Leerstandquote (%) und marktaktive Leerstandsquote (%) in Köln _______________________________________________________________________________________________ 1,2% 2,5% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% Marktaktive Leerstandsquote Gesamte Leerstandsquote _______________________________________________________________________________________________ Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Rund die Hälfte der Wohnungen standen 2022 seit mindestens sechs Monaten leer In der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 wurden Informationen zur Dauer des Leerstands erhoben. Insgesamt stand rund ein Drittel der zum Stichtag leerstehenden Wohnungen (31,6 %) seit weniger als drei Monaten leer, 17 Prozent seit drei bis unter sechs Monaten, 15,4 Prozent seit sechs bis unter neun Monaten und rund ein Drittel (36,1 %) standen bereits mindestens ein Jahr leer (Grafik 3). 1 Vgl. Rink, D., & Wolff, M. 2017. Wohnungsleerstand in Deutschland. Zur Qualifizierung der Leerstandsquote am Beispiel der GWZ 2011. BSR–Bundesinstitut für Bau-, Stadt-und Raumforschung (Hrsg.): Lücken in der Leerstandsforschung – Wie Leerstände besser erhoben werden können. Bonn (2017): 5-8. Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 7 Nach §17 des Wohnraumstärkungsgesetz Nordrhein-Westfalen (WohnStG NRW), das am 01.07.2021 in Kraft getreten ist, muss der Leerstand von Wohnraum, der länger als sechs Monate andauert, der Gemeinde angezeigt werden.2 Laut Zensus 2022 stand in Köln rund die Hälfte (51,5 %) aller leerstehenden Wohnungen in Wohngebäuden bereits sechs oder mehr Monate leer. Umbaumaßnahmen waren der häufigste Grund für längerfristigen Leerstand Für leerstehende Wohnungen, die nicht unmittelbar oder innerhalb der nächsten drei Monate verfügbar waren, wurde im Zensus 2022 auch der Hauptgrund dafür erhoben: 1. Laufende beziehungsweise geplante Baumaßnahmen waren mit rund 55 Prozent mit Abstand der häufigste Grund. 2. Bei jeweils rund zehn Prozent wurden der Verkauf des Gebäudes oder der Wohnung oder ein geplanter Abriss oder Rückbau als Grund angegeben. 3. Bei rund sechs Prozent der Wohnungen war eine künftige Selbstnutzung geplant. 4. Rund 19 Prozent (also rund ein Fünftel) der Wohnungen standen aus sonstigen, nicht näher spezifizierten Gründen leer (Grafik 4). Grafik 3: Dauer des Wohnungsleerstands in Köln (% aller leerstehenden Wohnungen) _______________________________________________________________________________________________ 36,1% 15,4% 17,0% 31,6% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% seit 12 Monaten oder länger seit 6 bis unter 12 Monaten seit 3 bis unter 6 Monaten seit weniger als 3 Monaten Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) 2https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=2&menu=0&bes_id=46087&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=518100 (abgerufen am 10.05.2025) Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 8 Grafik 4: Gründe für den Wohnungsleerstand in Köln (% aller leerstehender Wohnungen, die nicht unmittelbar oder innerhalb von drei Monaten verfügbar sind) 18,8% 5,5% 10,1% 10,4% 55,2% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Sonstiger Grund Künftige Selbstnutzung Geplanter Abriss oder Rückbau Verkauf des Gebäudes oder der Wohnung Laufende bzw. geplante Baumaßnahmen Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Der gesamte Leerstand unterschied sich nur geringfügig nach der Größe des Gebäudes Die Leerstandsquote unterschied sich gesamtstädtisch 2022 nur geringfügig danach, ob sich die Wohnungen in Ein-/Zweifamilienhäusern (2,6 %, 2.316 von 89.884 Wohnungen) oder in Mehrfamilienhäusern (2,4 %, 10.616 von 441.741 Wohnungen) befanden (Grafik 5). Der Unterschied in der marktaktiven Leerstandsquote stellt sich genau umgekehrt dar und ist 0,1 Prozentpunkte größer: Von den leerstehenden Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wären 1,2 Prozent unmittelbar oder innerhalb von drei Monaten verfügbar gewesen, während dies nur auf 0,9 Prozent der leerstehenden Wohnungen in Ein-/Zweifamilienhäusern zutraf. Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 9 Grafik 5: Gesamte Leerstandsquote (%) und marktaktive Leerstandsquote (%) nach Gebäudegröße in Köln 1,2% 0,9% 2,4% 2,6% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% Mehrfamilienhäuser Ein-/Zweifamilienhäuser Gesamter Leerstand Marktaktiver Leerstand Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Sehr kleine und sehr große Wohnungen standen häufiger leer als Wohnungen mittlere r Größe Im Jahr 2022 lag eine tendenziell U-förmige Beziehung zwischen der Wohnungsgröße (Quadratmeter Wohnfläche) und der Leerstandsquote vor. Bei sehr kleinen und sehr großen Wohnungen war der Leerstand größer als bei mittelgroßen Wohnungen. So lag der gesamte Leerstand bei Wohnungen mit weniger als 40 Quadratmeter Wohnraum bei vier Prozent und bei Wohnungen mit 200 Quadratmetern und mehr bei 2,8 Prozent. Bei Wohnungen mit 60 bis 79 Quadratmeter Wohnraum hingegen lag die Leerstandsquote bei 2,2 Prozent und bei Wohnungen mit 140 bis 159 Quadratmeter bei 1,9 Prozent (Grafik 6). Der Zusammenhang zwischen der Wohnungsgröße und der marktaktiven Leerstandsquote unterscheidet sich hiervon, sodass die marktaktive Leerstandsquote mit zunehmender Wohnungsgröße abnimmt. So lag zum Beispiel die marktaktive Leerstandsquote bei Wohnungen mit weniger als 40 Quadratmeter Wohnfläche bei zwei Prozent, wohingegen sie bei Wohnungen mit 200 Quadratmeter und mehr Wohnraum bei 0,9 Prozent lag . Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 10 Grafik 6: Gesamte Leerstandsquote (%) und marktaktive Leerstandsquote (%) nach Wohnfläche (qm) der Wohnung in Köln 0,9% 1,0% 0,7% 0,8% 0,9% 1,1% 1,1% 1,1% 1,2% 2,0% 2,8% 2,4% 1,9% 1,9% 2,0% 2,4% 2,2% 2,2% 2,5% 4,0% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% 3,5% 4,0% 4,5% 200 qm und mehr 180 - 199 qm 160 - 179 qm 140 - 159 qm 120 - 139 qm 100 - 119 qm 80 - 99 qm 60 - 79 qm 40 - 59 qm unter 40 qm Gesamter Leerstand Marktaktiver Leerstand Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Wohnungen in älteren Gebäuden standen häufiger leer Die Leerstandsquote für Wohnungen in älteren Wohngebäuden war höher als für Wohnungen in neueren Wohngebäuden. Unter Wohnungen in Gebäuden, die vor 1950 gebaut wurden, lag die Leerstandsquote bei 3,1 Prozent. Unter Wohnungen in Gebäuden, die 2010 oder später errichtet wurden, lag die Leerstandsquote hingegen nur bei 2,0 Prozent und unter Wohnungen in Gebäuden, die zwischen 1990 und 2009 errichtet wurden, lag der Leerstand bei lediglich 1,3 Prozent (Grafik 7). Beim marktaktiven Leerstand waren die Unterschiede zwischen den Baualtersklassen weniger deutlich. Generell lag die marktaktive Leerstandsquote bei 1,2 bis 1,4 Prozent. Lediglich bei Wohnungen in Gebäuden, die zwischen 1990 und 2009 errichtet wurden, lag der marktaktive Leerstand mit 0,7% Prozent deutlich niedriger. Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 11 Grafik 7: Gesamte Leerstandsquote (%) und marktaktive Leerstandsquote (%) nach Baujahr des Gebäudes in Köln 1,2% 0,7% 1,4% 1,3% 1,2% 2,0% 1,3% 2,7% 2,5% 3,1% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% 3,5% 2010 und später 1990 - 2009 1970 - 1989 1950 - 1969 vor 1950 Gesamter Leerstand Marktaktiver Leerstand Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Gesamter Leerstand und marktaktiver Leerstand unterschieden sich nach der Eigentumsform des Gebäudes Die Leerstandsquote unterschied sich deutlich nach der Eigentumsform des Gebäudes, in dem sich die Wohnungen befanden. Die gesamte Leerstandsquote war am höchsten in Gebäuden, die im Eigentum anderer privatwirtschaftlicher Unternehmen (nicht Wohnungsunternehmen, zum Beispiel Banken, Versicherungen oder Fonds) (4,4 %), Organisationen ohne Erwerbszwecke (zum Beispiel Kirchen) (3,6 %) oder einer Kommune oder eines kommunalen Wohnungsunternehmens waren (3,5 %). Mit Abstand am niedrigsten war die gesamte Leerstandsquote in Gebäuden, die im Besitz von Wohnungsgenossenschaften waren (1,1 %). Die marktaktive Leerstandsquote weicht etwas von diesem Muster ab. Die marktaktive Leerstandsquote war vergleichsweise niedrig in Gebäuden, die im Besitz von Organisationen ohne Erwerbszwecke (zum Beispiel Kirchen) (1,4 %) oder kommunalen Wohnungsunternehmen (0,9 %) waren. Am niedrigsten war die marktaktive Leerstandsquote in Gebäuden, die im Besitz von Wohnungsgenossenschaften waren (0,6 %) (Grafik 8). Kölner Statistische Nachrichten 13/2025 – Wohnungsleerstände in Köln 12 Grafik 8: Gesamte Leerstandsquote (%) und marktaktive Leerstandsquote (%) nach Eigentumsform des Gebäudes in Köln 0,6% 1,4% 1,4% 1,2% 1,9% 0,9% 1,4% 2,3% 1,1% 2,3% 2,3% 2,5% 2,7% 3,5% 3,6% 4,4% 0,0% 0,5% 1,0% 1,5% 2,0% 2,5% 3,0% 3,5% 4,0% 4,5% 5,0% Wohnungsgenossenschaft Gemeinschaft von Wohnungseigentümern/-innen Privatwirtschaftliches Wohnungsunternehmen Privatperson/-en Bund oder Land Kommune oder Kommunales Wohnungsunternehmen Organisation ohne Erwerbszweck (z.B. Kirche) Anderes privatwirtschaftliches Unternehmen Gesamter Leerstand Marktaktiver Leerstand Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/06.2025 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
So heizt Koeln - Ergebnisse des Zensus 2022
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1 So heizt Köln Ergebnisse des Zensus 2022 Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 2 Datenquelle Datengrundlage für die vorliegende Veröffentlichung sind die Ergebnisse des Zensus 2022 (Stichtag 15.05.2022). Im Rahmen des Zensus 2022 wurde eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) durchgeführt. Die GWZ basiert auf einer schriftlichen Erhebung unter den Gebäude- und Wohnungseigentümer*innen und wurde als Vollerhebung aller Gebäude mit Wohnraum und darin befindlicher Wohnungen sowie bewohnten Unterkünften konzipiert. Dennoch mussten die Angaben zu einigen Gebäuden und Wohnungen geschätzt (imputiert) werden, zum Beispiel, wenn Eigentümer*innen keine Angaben zu einem Gebäude oder einer Wohnung gemacht haben. Die GWZ für Köln enthält für 11,3 Prozent der Gebäude und für 16,4 Prozent der Wohnungen imputierte Angaben. Die hier präsentierten Zahlen sind somit als Schätzungen zu verstehen, die mit Ungenauigkeiten behaftet sind. Dennoch bietet die GWZ des Zensus 2022 wertvolle Informationen zum Thema Wohnen in der Stadt Köln, die nicht in anderen Datenquellen verfügbar sind. Die hier präsentierten Ergebnisse beziehen sich auf alle Wohnungen in Gebäuden mit Wohnraum. Ausgenommen sind bewohnten Unterkünfte und ausschließlich gewerblich genutzte Wohnungen. Weitere Informationen zum Zensus 2022 sind hier verfügbar: https://www.zensus2022.de/DE/Home/_inhalt.html Statistische Geheimhaltung Um das Grundrecht aller Bürgerinnen und Bürger auf informationelle Selbstbestimmung zu schützen und den Vorgaben des § 16 Bundesstatistikgesetz Rechnung zu tragen, dürfen die Veröffentlichungen auf Basis Zensus 2022 keine Rückschlüsse auf Einzelfälle ermöglichen. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, wurden die Daten des Zensus 2022 mit der Cell- Key-Methode verschlüsselt. Hierbei werden einige Fallzahlen in den veröffentlichen Tabellen gegenüber ihren Originalwerten leicht verändert ausgewiesen. Die maximale absolute Abweichung gegenüber dem Originalwert ist gering, da jedoch jede Zelle einer Tabelle separat angepasst wird, addieren sich die jeweiligen Tabellenfelder einer Tabellenzeile oder -spalte nicht notwendigerweise zur ausgewiesenen Gesamtsumme. Weitere Informationen zur Anwendung der Cell-Key-Methode im Zensus 2022 sind hier verfügbar: https://www.zensus2022.de/DE/Zensusdatenbank/Geheimhaltung.html Hinweis auf Datenanhang Alle im Bericht verwendeten Daten werden als Datenanhang (Excel-Datei) zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt. Dazu muss der Bericht aus dem Internet heruntergeladen und lokal gespeichert werden. Der Datenanhang ist unter „Lesezeichen“ (letzter Punkt) und „Anlagen“ zu finden. Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 3 Definitionen Heizungsart Bei einer Zentralheizung werden sämtliche Wohneinheiten eines Gebäudes von einer zentralen Heizstelle, die sich innerhalb des Gebäudes befindet, beheizt. Unter einer Etagenheizung versteht man eine zentrale Heizanlage für sämtliche Räume einer abgeschlossenen Wohnung, wobei sich die Heizquelle (zum Beispiel eine Gastherme) meist innerhalb dieser Wohnung befindet. Bei einer Fernheizung (Fernwärme) werden ganze Wohnbezirke von einem zentralen Fernheizwerk aus mit Wärme versorgt. Einzelöfen beheizen jeweils nur den Raum in dem sie stehen. Ein Mehrraumofen beheizt gleichzeitig mehrere Räume. Eine Blockheizung liegt vor, wenn ein Block ganzer Häuser durch ein zentrales Heizsystem beheizt wird und die Heizquelle sich in/an einem der Gebäude oder in dessen unmittelbarer Nähe befindet (sogenannte Nahwärme). Energieträger Bei Solar-/Geothermie und Wärmepumpen wird Sonnenenergie aus Wasser, Luft und Erde mit Hilfe von Kollektoren, Wärmepumpen und -tauschern gewonnen. Dazu zählt auch die Wärme, die aus der Abluft von Gebäuden gewonnen wird (sogenannte Abluftwärme). Unter Biomasse (ohne Holz) als Energieträger versteht man alle durch Pflanzen oder Tiere erzeugten organischen Substanzen, aus denen mittels Verbrennung Energie gewonnen werden kann. Dazu zählen unter anderem Stroh, Biomüll oder Gülle. Biogas entsteht bei der Vergärung von Biomasse und ist auch hier einzuordnen Weitere Informationen zu den Fragen und Definitionen im Zensus 2022 sind hier verfügbar: https://www.zensus2022.de/DE/Wer-wurde- befragt/Musterfragebogen_GWZ/Fragebogen.html Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 4 Zusammenfassung Laut der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 gab es in der Stadt Köln zum Stichtag der Erhebung (15.02.2022) 142.726 Gebäude mit Wohnraum mit insgesamt 567.401 Wohnungen. Der Großteil dieser Gebäude (rund drei Viertel) wurde über eine Zentralheizung beheizt. Die Wohnungen in den zentral beheizten Gebäuden machten rund zwei Drittel aller Wohnungen im Stadtgebiet aus. Mindestens 80 Prozent aller Wohnungen wurden mit fossilen Energieträgern beheizt, wobei Gas der mit Abstand häufigste Energieträger war. Mindestens 2,1 Prozent der Wohnungen wurden mit erneuerbaren Energieträgern beheizt, wobei Solar-/Geothermie und Wärmepumpen am meisten genutzt wurden. Stadtweit machten erneuerbare Energien somit nur einen geringen Anteil an den genutzten Energieträgern aus, jedoch variierte dieser Anteil über die Stadtteile. In drei Stadtteilen (Widdersdorf, Hahnwald und Fühlingen) wurden Solar-/Geothermie und Wärmepumpen für 10 Prozent und mehr der Wohnungen genutzt. Gas wurde vor allem in Gebäuden zum Heizen verwendet, die vor 1960 oder zwischen 1980 und 1999 gebaut wurden, sowie in Gebäuden im Besitz von Wohnungsgenossenschaften. Fernwärme kam häufig in Gebäuden zum Einsatz, die zwischen 1970 und 1979 oder nach 1989 errichtet wurden, außerdem in Mehrfamilienhäusern und in Gebäuden, die Bund, Land oder anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen (nicht Wohnungsunternehmen, zum Beispiel Banken, Versicherungen oder Fonds) gehörten. Heizöl fand besonders oft Verwendung in Gebäuden aus den Jahren 1960 bis 1979, in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie in Eigentum von Privatpersonen oder Bund und Land. Erneuerbare Energien wurden überwiegend in nach 1999 errichteten Gebäuden genutzt, vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie in Gebäuden, die Wohnungsgenossenschaften gehörten. Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 5 Der Großteil der Gebäude mit Wohnraum in Köln verfügte über eine Zentralheizung Laut Zensus 2022 gab es in der Stadt Köln zum Stichtag der Erhebung (15.02.2022) 142.726 Gebäude mit Wohnraum mit insgesamt 567.401 Wohnungen. Der Großteil der Gebäude (74 %), wurde über eine Zentralheizung beheizt. Die Wohnungen in diesen Gebäuden machten rund 64 Prozent aller Wohnungen im Stadtgebiet aus. Weitere gängige Heizungsarten waren Etagenheizungen (12,9 % der Gebäude und 16,7 % der Wohnungen) und Fernheizungen (Fernwärme) (9,1 % der Gebäude und 15,7 % der Wohnungen). Weitaus seltener wurden Einzel-/Mehrraumöfen (auch Nachtspeicherheizung) und Blockheizungen (je rund 2 % der Gebäude und Wohnungen) verwendet. Lediglich 0,5 Prozent der Gebäude und 0,3 Prozent der Wohnungen verfügten über keine Heizung (Grafik 1). Grafik 1: Gebäude und Wohnungen nach Heizungsart in Köln (%) 0,3% 2,1% 1,7% 15,7% 16,7% 63,6% 0,5% 1,5% 2,1% 9,1% 12,9% 74,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% Keine Heizung Blockheizung Einzel-/Mehrraumöfen (auch Nachtspeicherheizung) Fernheizung (Fernwärme) Etagenheizung Zentralheizung Gebäude Wohnungen Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 6 Die Wohnungen in Köln wurden vorwiegend mit fossilen Energieträgern beheizt Mit 72,7 Prozent wurde der Großteil der Kölner Wohnungen zum Stichtag des Zensus mit Gas beheizt. Mit einigem Abstand folgten Fernwärme (verschiedene Energieträger) (15,7 %) und Heizöl (7,7 %). Strom (ohne Wärmepumpen), Solar-/Geothermie und Wärmepumpen nutzten jeweils etwas weniger als 1,5 Prozent der Wohnungen (jeweils 1,4 % und 1,3 %). Holz und Holzpellets, Kohle, und Biomasse (ohne Holz) und Biogas wurden jeweils in weniger als einem Prozent der Wohnungen verwendet (jeweils 0,8 %, 0,1 % und <0,1 %) (Grafik 2). Hieraus ergibt sich, dass mindestens 80,5 Prozent der Wohnungen in Köln mit fossilen Energieträgern (Gas, Kohle, und Heizöl) beheizt wurden und mindestens 2,1 Prozent mit erneuerbaren Energieträgern (Biomasse (ohne Holz) und Biogas, Holz und Holzpellets, und Solar- /Geothermie und Wärmepumpen) beheizt wurden. Hierbei ist zu beachten, dass die Energieträger Fernwärme (verschiedene Energieträger) und Strom (ohne Wärmepumpen) nicht verlässlich den Kategorien fossile/erneuerbare Energieträger zugeordnet werden können, da nicht bekannt ist, welche Energiequellen zur Erzeugung der Fernwärme/des Stroms genutzt wurden. Unabhängig von der Zensuserhebung ist jedoch festzuhalten, dass große Teile des Kölner Fernwärmenetzes mit Erdgas betrieben werden.1 Grafik 2: Wohnungen nach Energieträger der Heizung in Köln (%) 2,1% 80,5% 0,3% < 0,1% 0,1% 0,8% 1,3% 1,4% 7,7% 15,7% 72,7% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Erneuerbare Energieträger gesamt Fossile Energieträger gesamt kein Energieträger (keine Heizung) Biomasse (ohne Holz), Biogas Kohle Holz, Holzpellets Solar-/Geothermie, Wärmepumpen Strom (ohne Wärmepumpen) Heizöl Fernwärme (verschiedene Energieträger) Gas Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Hinweis: Zu den fossilen Energieträgern zählen hier Gas, Heizöl, und Kohle. Zu den erneuerbaren Energieträgern zählen hier Biomasse (ohne Holz) und Biogas, Holz und Holzpellets und Solar-/Geothermie und Wärmepumpen. 1 https://www.stadt-koeln.de/artikel/69233/index.html (abgerufen am 28.05.2025). Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 7 Karte 1: Wohnungen mit Solar-/Geothermie oder Wärmepumpen als Energieträger der Heizung in den Kölner Stadtteilen (%) Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Hinweis: Die Kategorie „Aussagewert eingeschränkt“ gibt an, dass der Zahlenwert durch das Geheimhaltungsverfahren relativ stark verändert wurde und deswegen nicht berichtet wird. Ein Wert von null Prozent kann tatsächlich in den Daten null sein, oder im Rahmen des Geheimhaltungsverfahrens auf null geändert worden sein. Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 8 Stadtweit machten erneuerbare Energien nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den genutzten Energieträgern aus. Dieser Anteil variierte jedoch über die Stadtteile hinweg. Dies gilt insbesondere für Solar-/Geothermie und Wärmepumpen, die die meistgenutzten erneuerbaren Energieträger waren. Solar-/Geothermie und Wärmepumpen wurden 2022 insbesondere in Stadtteilen im Stadtrand genutzt und seltener in zentraler gelegenen Stadtteilen (Karte 1). Am höchsten lagen die Anteile in den Stadtteilen Widdersdorf (12,6 %), Hahnwald (10,8 %) und Fühlingen (10 %). In den Stadtteilen in der Innenstadt hingegen lagen die Anteile durchweg bei weniger als einem Prozent.2 Wohnungen in neueren Gebäuden wurden öfter mit erneuerbaren Energieträgern beheizt als Wohnungen in älteren Gebäuden In Wohnungen, die in Gebäuden lagen, die vor 1919 errichtet wurden, war Gas mit 84,7 Prozent am häufigsten vertreten. In jüngeren Baualtersklassen sank der Anteil von Gas nach und nach ab und erreichte für die Jahre 1970-1979 mit 54,5 Prozent einen Tiefpunkt. Diese Abnahme erfolgte im Wesentlichen zu Gunsten von Heizöl (von 3,7 % in den Baujahren vor 1919 auf 15,5 % in den Baujahren 1970-1979) und Fernwärme (von 7,1 % in den Baujahren vor 1919 auf 27,1 % in den Baujahren 1970-1979). Unter Wohnungen mit den Baujahren 1980 bis 1989 stieg der Anteil der mit Gas beheizten Wohnungen wieder auf 82,7 Prozent um dann wiederum bis zur jüngsten Baualtersklasse ab 2016 auf 41,2 Prozent zu sinken. Diese zweite Abnahme im Anteil der mit Gas beheizten Wohnungen erfolgte zu Gunsten von Fernwärme (von 9,8 % in den Baujahren 1980-1989 auf 39,8 % in den Baujahren ab 2016), Holz und Holzpellets (von 0,2 % in den Baujahren 1980- 1989 auf 6,1 % in den Baujahren ab 2016) und Solar-/Geothermie und Wärmepumpen (von 0,4% in den Baujahren 1980-1989 auf 11,4 % in den Baujahren ab 2016) (Grafik 3). Generell waren erneuerbare Energieträger vorwiegend in Wohnungen in Gebäuden ab dem Baujahr 2000 im Einsatz, insbesondere aber ab dem Baujahr 2010. So wurden Holz und Holzpellets, und Solar-/Geothermie und Wärmepumpen zusammen in lediglich 0,8 Prozent der Wohnungen genutzt, die sich in Gebäuden befanden, die vor 1919 errichtet wurden. Für die Baujahre 2000 bis 2009 lag dieser Wert bereits bei 4,9 Prozent, für die Baujahre ab 2016 erreichte dieser Wert 17,5 Prozent. 2 Altstadt/Nord (0,5 %), Altstadt/Süd (0,2 %), Neustadt/Nord (0,3 %) und Neustadt/Süd (0,2 %). Für den Stadtteil Deutz ist der Aussagewert eingeschränkt und wird hier daher nicht berichtet. Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 9 Grafik 3: Wohnungen nach Energieträger der Heizung und Baualter des Gebäudes in Köln (%) 41,2 53,2 70,7 79,1 82,7 54,5 69,0 82,1 83,9 84,7 0,3 0,2 1,4 2,0 4,9 15,5 14,7 5,6 5,4 3,7 39,8 28,0 22,3 18,0 9,8 27,1 14,4 9,6 7,1 7,1 6,1 5,4 1,3 <0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,3 0,5 11,4 11,0 3,6 0,3 0,4 0,2 0,4 0,3 0,5 0,3 1,4 2,2 0,6 0,6 2,1 2,5 1,1 1,9 2,8 3,7 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2016 und später 2010 - 2015 2000 - 2009 1990 - 1999 1980 - 1989 1970 - 1979 1960 - 1969 1950 - 1959 1919 - 1949 vor 1919 Gas Heizöl Fernwärme (verschiedene Energieträger) Holz, Holzpellets Solar-/Geothermie, Wärmepumpen Sonstige/kein Energieträger (keine Heizung) Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Hinweise: Abweichungen von 100 Prozent in der Gesamtsumme sind auf Grund von Rundungen möglich. Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 10 Erneuerbare Energien, aber auch Heizöl, wurden öfter in Ein-/Zweifamilienhäusern als in Mehrfamilienhäusern zum Heizen genutzt Gas als Energieträger der Heizung wurde ähnlich oft in Wohnungen in Ein-/Zweifamilienhäusern (71,5 %) und in Mehrfamilienhäusern (73,5 %) genutzt. Dahingegen unterschied sich die Nutzung von erneuerbaren Energien, Fernwärme und Heizöl recht deutlich nach der Gebäudegröße. Rund 17 Prozent (16,8 %) aller Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wurden mit Fernwärme (verschiedene Energieträger) beheizt, während dies auf lediglich 7,3 Prozent aller Wohnungen in Ein-/Zweifamilienhäusern zutraf. Im Falle von Heizöl und erneuerbaren Energien stellten sich die Unterschiede umgekehrt dar. Wohnungen in Einfamilienhäusern wurden öfter mit Heizöl (13,6 %), Holz und Holzpellets (1,2 %) und Solar/Geothermie und Wärmepumpen (3,4 %) beheizt, als Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (Heizöl 6,5 %, Holz und Holpellets 0,7 % und Solar- /Geothermie und Wärmepumpen 0,9 %) (Grafik 4). Grafik 4: Wohnungen nach Energieträger der Heizung und Gebäudegröße in Köln (%) 73,5 71,5 6,5 13,6 16,8 7,3 0,7 1,2 0,9 3,4 1,7 3,0 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Mehrfamilienhäuser Ein-/Zweifamilienhäuser Gas Heizöl Fernwärme (verschiedene Energieträger) Holz, Holzpellets Solar/Geothermie, Wärmepumpen Sonstige/kein Energieträger (keine Heizung) Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Hinweise: Abweichungen von 100 Prozent in der Gesamtsumme sind auf Grund von Rundungen möglich. Kölner Statistische Nachrichten 14/2025 – So heizt Köln 11 Gas und erneuerbare Energieträger wurden am häufigsten in Wohnungen im Besitz von Wohnungsgenossenschaften genutzt Die Art der genutzten Energieträger unterschied sich auch nach der Eigentumsform des Gebäudes, in dem sich die Wohnungen befanden. Über alle Eigentumsformen hinweg lag der Anteil der Wohnungen, in denen Gas als Energieträger genutzt wurde, bei über 50 Prozent, wobei er in Gebäuden, die im Besitz einer Wohnungsgenossenschaft waren, mit 81,8 Prozent am höchsten ausfiel. Gleichzeitig waren hier zusammengenommen auch die Anteile von Wohnungen, die mit Holz und Holpellets (2,9 %) oder Solar-/Geothermie und Wärmepumpen (2,0 %) beheizt wurden, am höchsten. Fernwärme wurde anteilig am häufigsten in Wohnungen genutzt, die sich im Besitz von Bund oder Land (33,2 %) oder anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen (nicht Wohnungsunternehmen, zum Beispiel Banken, Versicherungen oder Fonds) (32,8 %) befanden. Heizöl wiederum wurde am häufigsten in Wohnungen in Gebäuden genutzt, die sich im Besitz von Privatpersonen (11,5 %) oder von Bund oder Land (10,5 %) befanden (Grafik 5). Grafik 5: Wohnungen nach Energieträger der Heizung und Eigentumsform des Gebäudes in Köln (%) 81,8 65,9 75,3 62,1 74,4 70,6 56,1 58,4 1,7 3,6 11,5 4,9 0,2 7,5 10,5 6,5 10,8 28,4 8,1 28,3 23,2 18,7 33,2 32,8 2,9 0,4 0,6 3,7 0,8 0,6 - 0,8 2,0 0,4 1,9 0,8 0,1 1,0 (0,1) 0,7 0,8 1,3 2,6 0,3 1,3 1,6 0,1 0,8 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Wohnungsgenossenschaft Privatwirtschaftliches Wohnungsunternehmen Privatperson/-en Organisation ohne Erwerbszweck (z.B. Kirche) Kommune oder Kommunales Wohnungsunternehmen Gemeinschaft von Wohnungseigentümern/-innen Bund oder Land Anderes privatwirtschaftliches Unternehmen Gas Heizöl Fernwärme verschiedene Energieträger Holz, Holzpellets Solar-/Geothermie, Wärmepumpen Sonstige/kein Energieträger (keine Heizung) Quelle: Zensus 2022 – Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (eigene Berechnungen) Hinweis: Abweichungen von 100 Prozent in der Gesamtsumme sind auf Grund von Rundungen möglich. "-" Genau null oder auf null geändert. "( )" Aussagewert einges chränkt, da der Zahlenwert durch das Geheimhaltungsverfahren relativ stark verändert wurde. Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/06.2025 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
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- Aktenzeichen
- 2032/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.11.2025
- Erstellt
- 17.06.2025 11:57