V/0810/2021
9. Verleihung des Historikerpreises der Stadt Münster und 2. Verleihung des Förderpreises für junge Historikerinnen und Historiker
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Beschlussvorlage
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V/0810/2021 V/0810/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft 9. Verleihung des Historikerpreises der Stadt Münster und 2. Verleihung des Förderpreises für junge Historikerinnen und Historiker Beratungsfolge 16.11.2021 Kulturausschuss Vorberatung 15.12.2021 Hauptausschuss Vorberatung 15.12.2021 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, die 9. Verleihung des Historikerpreises der Stadt Münster für das Jahr 2023 vorzusehen. Es wird gewünscht und angeregt, die Verleihung in den Rahmen der Feierlichkeiten zum 375. Jubiläum des Westfälischen Friedens zu stellen. Das Preisgeld beträgt 15.000 €. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, entsprechend der Grundsatzentscheidung des Rates vom 18.09.1997 über die Zusammensetzung der Jury, das Historische Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität, den Vorstand des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands und den Vorstand des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. um die Benennung je eines Jury-Mitglieds zu bitten sowie eine konstituierende Sitzung vorzubereiten. Als Vertreter der Ratsfraktionen werden in die Jury entsandt: für die CDU-Fraktion: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL: für die SPD-Fraktion: für die FDP-Fraktion: für die Fraktion DIE LINKE: für die Internationale Fraktion Die PARTEI/ÖDP: Diese „Kernjury“ wird gebeten, auf ihrer konstituierenden Sitzung eine Journalistin/einen Journalisten eine Professorin/einen Professor der Geschichtswissenschaften einer anderen Universität eine Professorin/einen Professor einer anderen Fachdisziplin als weitere Jurymitglieder zu kooptieren. Stadtarchiv 09.11.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Dr. Worm T elefon:492-4700 Worm@stadt-muenster.de - 3 - V/0810/2021 Die Jury hat die Aufgabe, zum einen eine geeignete Kandidatin/einen geeigneten Kandidaten für die Verleihung des Historikerpreises der Stadt Münster zu ermitteln. Des Weiteren soll sie einen geschlechtergerechten neuen Namen für den Preis vorschlagen. Für beide Aufgaben legt sie selbst die dafür geeigneten Verfahrensregeln fest. Die Entscheidungen der Jury bedürfen einer qualifizierten Mehrheit von 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder. Der Rat der Stadt prüft den diesen Grundsätzen entsprechenden Ablauf der Entscheidungsfindung und bestätigt den Vorschlag der Jury durch Ratsbeschluss. Die organisatorische Federführung für die Verleihung des Historikerpreises einschließlich der Betreuung der Jury wird dem Stadtarchiv übertragen. 3. Der Historikerpreis soll wie im Jahr 2017 mit einem Förderpreis für junge Historiker/-innen verbunden werden. Das Preisgeld beträgt 3.000 €. Dem Preisgericht sollen dazu unter Vorsitz der/des Vorsitzenden des Kulturausschusses angehören: Zwei Professoren/-innen, ein Mitglied des Vorstandes oder Beirates des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, ein Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen, die/der Kulturdezernent/-in, der/die Leiter/-in des Stadtarchivs der Stadt Münster und der/die Leiter/-in des Geschichtsortes Villa ten Hompel. Die organisatorische Federführung für die Verleihung des Förderpreises wird dem Stadtarchiv übertragen. Hierzu zählen unter anderem die Erstellung der Preisausschreibung (mindestens ein halbes Jahr vor Verleihung), die gezielte Bewerbung des Preises, die Sammlung und Dokumentation der eingereichten Vorschläge, die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen des Preisgerichtes. II. Finanzielle Auswirkungen: Die Verleihung des Historikerpreises und des Nachwuchspreises anlässlich des Kernprogramms zum Jubiläumsjahr 2023 (vgl. V/0821/2021) verursacht im Jahr der Vorbereitung (2022) Aufwendungen in Höhe von ca. 7.000 € und im Jahr der Verleihung (2023) von 22.000 €. Soll, wie im erweiterten Programm des Jubiläumsjahrs vorgeschlagen, eine wissenschaftliche Begleittagung (ggf. zusammen mit dem Historischen Seminar der WWU) organisiert werden, erhöht sich der Finanzbedarf um ca. 7.000 € auf dann 36.000 €. Die Aufwendungen für die Vorbereitung und der zur Deckung herangezogene Jahresüberschuss des Theaters Münsters in der Spielzeit 2019 / 2020 werden wie folgt in den Haushaltsplanentwurf 2022 aufgenommen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0406 Stadtarchiv Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwendungen 2022 7.000 Produktgruppe 0407 Theater Münster Zeile 19 Finanzerträge 2022 7.000 Deckung Die Verwaltung fertigt hierzu ein Veränderungsblatt. - 3 - V/0810/2021 Für die weiteren Aufwendungen, die ab 2023 anfallen, wird die Verwaltung gebeten, möglichst eine haushaltsneutrale Finanzierung mit der Aufstellung des Haushaltsplanentwurfs 2023 vorzusehen. Begründung Historikerpreis: Der Ältestenrat hat in seiner Sitzung vom 10.11.2021 befürwortet, dass die 9. Verleihung des Historikerpreises der Stadt Münster entsprechend den vom Rat am 10.09.1997 (Vorlage 857/97 – Kult.) verabschiedeten Grundsätzen im Jahr 2023 erfolgen soll. Die Preisverleihung ist T eil der Feierlichkeiten zum 375-jährigen Jubiläum des Friedensschlusses von 1648. Zum Hintergrund: Der Historikerpreis der Stadt Münster ist ein Wissenschaftspreis, der 1978 vom Rat der Stadt aus Anlass der 330-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens gestiftet wurde. Mit ihm werden seit 1981 und seither achtmal Lebenswerke oder „herausragende Werke der Geschichtswissenschaft“ ausgezeichnet. Zum hohen Renomme des Preises trägt bei, dass viele Preisträger internationaler Herkunft und/oder über nationale Grenzen hinaus bekannt sind. Dagegen haben in Münster lehrende Historikerinnen und Historiker den Preis bisher nicht verliehen bekommen. Die bisherigen Preisträger sind: 1981 Gordon A. Craig, Doyen der US-amerikanischen Geschichtswissenschaft und Deutschlandkenner 1984 Thomas Nipperdey, für seine dreibändige Deutsche Geschichte und seine Studien zur Religionsgeschichte 1988 Hans-Peter Schwarz, für seine Forschungen zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in der Ära Konrad Adenauers 1993 Jacques Le Goff, für seine Studien über die Geburt Europas im Mittelalter 1998 Konrad Repgen, für die Erforschung der Geschichte Deutschlands und Europas vom Zeitalter der Reformation bis zur Gegenwart 2003 Reinhart Koselleck, für seine grundlegenden Studien zur Begriffsgeschichte und Sensibilisierung für die Instrumentalisierbarkeit von politischer Sprache 2009 Henryk Samsonowicz, für einen „europäischen Intellektuellen und herausragenden Vertreter der zeitgenössischen polnischen Geschichtswissenschaft,“ der „in den 80er Jahren maßgeblichen Anteil am Erfolg der Solidarność-Bewegung“ gehabt habe. 2017 David Nirenberg, für die Forschungen zu seinem Werk „Anti-Judaismus. Eine Geschichte des westlichen Denkens“. Bisher ist es leider nicht gelungen, eine Frau als Preisträgerin zu benennen. In den vergangenen Jahren konnte die Jury immer hochkarätig besetzt werden, weil die angefragten Personen die Berufung in die Jury als ehrenvolle Aufgabe wahrnehmen, aber auch hier überwog bisher der Männeranteil. Die Verwaltung wird die entsendenden Institutionen auf diesen Umstand hinweisen und die Berücksichtigung weiblicher Jury-Mitglieder befürworten. Die ersten Preise waren mit 20.000 DM dotiert, mit der 5. Verleihung im Jahre 1998 wurde die Dotation auf 25.000 DM erhöht. 2003, 2009 und 2017 wurden 12.500 € als Preisgeld bezahlt. Längst ist ein Inflationsausgleich überfällig, der mit der hier vorgenommenen Aufrundung ansatzweise erreicht wird. Begründung Förderpreis: Seit dem Jahr 2017 wird außerdem ein mit 3000 Euro dotierter Förderpreis für junge Historikerinnen und Historiker vergeben. Er hat im Vergleich zum Historikerpreis eine andere Zielsetzung. Es geht nicht darum, mit seiner Verleihung überregionale Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern die (stadt-) historische Forschung junger Historikerinnen und Historiker zu honorieren und ihre wissenschaftliche Karriere zu unterstützen. Neben dem Geldpreis prüft das Stadtarchiv darüber hinaus, ob die eingereichte Arbeit sich für eine Drucklegung in einer der vom Stadtarchiv herausgegebenen Publikationsreihen eignet. Auch solch ein guter und etablierter Druckort kann sich positiv auf die akademische Vita der Preisträger auswirken und die Verbindung zum Studienort festigen. - 3 - V/0810/2021 - 3 - V/0810/2021 Erster Preisträger: 2017 Philipp Erdmann, für seine Arbeit zur Entnazifizierung in Münster Die Jury setzt sich aus Vertretern/-innen von Politik und Verwaltung und aus nichtstädtischen Institutionen und Einrichtungen der Geschichtsforschung zusammen. Die Jury wird dem Rat eine/-n geeignete/-n Kandidatin/-en für den Förderpreis vorschlagen. Die Ergänzung des Historikerpreises um einen Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler/-innen schärft überdies Münsters Profil als Wissenschaftsstadt. i. V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlage Anlage A
Anlage A
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Anlage A zur V/0810/2021 Kurzüberblick Mit dem Ratsbeschluss wird das Stadtarchiv beauftragt die Verleihung des 9. Historikerpreises der Stadt Münster und des 2. Förderpreises für junge Historiker und Historikerinnen anlässlich des 375. Jubiläums des Westfälischen Friedens vorzubereiten. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verleihung des Historikerpreises und des Nachwuchspreises tragen zur Außenwirkung der Stadt als Friedensstadt bei und stärkt ihr Renommee als Wissenschaftsstadt. Finanzierung Produktgruppe: 0406 Stadtarchiv Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Entwurf des Haushaltsplan 2022 enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig . Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahrs 2023 trüge eine Verleihung des Historikerpreises und des Nachwuchspreises zum Image der Stadt als „Friedensstadt“ und Wissenschaftsstadt bei.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0810/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.11.2021
- Erstellt
- 25.10.2021 14:30