V/0205/2010
Trägerausschreibung für die Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung in Wolbeck-Nord
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Anlage2_Outlaw
24683 Zeichen
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung
Wolbeck-Nord
Gesamtkonzept
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 2
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkung ..............................................................................................................................2
2 Konzeptionelle Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung....................................3
2.1 Sozialraumorientierung........................................................................................................3
2.2 Lebenswelt- und situationsorientierte Ausrichtung..........................................................4
2.3 Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Partizipation............................................................4
2.4 Bildung...................................................................................................................................4
2.5 Ziele.......................................................................................................................................5
2.6 Angebote..............................................................................................................................5
3 Öffnungszeiten..............................................................................................................................5
4 Personal..........................................................................................................................................6
5 Finanzierung...................................................................................................................................6
6 Die OUTLAW gGmbH – Erfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe seit über 20 Jahren..6
7 Zusammenfassung ........................................................................................................................8
1 Vorbemerkung
Mit der Trägerschaft verbindet die OUTLAW gGmbH das primäre Ziel, eine Einrichtung zu schaffen,
die verschiedene Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien unter einem Dach vereint und die in
Wolbeck bestehenden Angebote und Ressourcen intensiv vernetzt. Hier ist es unser Ziel, die Einrich-
tung mit einem eigenständigen Profil in das bestehende Netzwerk einzuflechten und die Bedarfslü-
cken zu schließen, die in der Beschlussvorlage vom 06.01.2009 beschrieben werden. Wir ermögli-
chen eine flexible und bedarfsorientierte Form der Kinderbetreuung und werden neue kinderpäda-
gogische Angebote entwickeln. Darüber hinaus unterstützt und begleitet die Einrichtung Familien und
führt durch ihre Angebotsbündelung zu Synergieeffekten sowohl in pädagogischer als auch in finan-
zieller Hinsicht. Die Einrichtung wird die Kinder-, Jugend und Familienarbeit in Wolbeck vernetzen und
das Bestehende ergänzen. Die Einrichtung ist Treffpunkt und Ort der Begegnung für Kinder, Jugendli-
che und deren Familien. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickeln wir – gern auch in
Kooperation mit anderen Trägern – neue bedarfsorientierte Angebote und Angebotsformen. Einen
besonderen Stellenwert haben für uns die gewachsenen Strukturen (z.B. Bahnhof Wolbeck, Schulen,
Sportvereine), die wir im Sinne des Netzwerkgedankens einbinden möchten.
OUTLAW verfügt als Kinder- und Jugendhilfeträger sowohl im Bereich der Kindertagesbetreuung als
auch in der Kinder- und Jugendarbeit über einen breiten Erfahrungshintergrund. Mit dem Kinder- und
Jugendhaus Sprakel sind wir Träger einer vergleichbaren Kombinationseinrichtung, die beide Elemente
miteinander verbindet. Die Erfahrung im Aufbau und Betrieb dieser Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung
zeigt, dass sich unsere Ziele dank guter Kooperation mit allen Beteiligten umsetzen lassen.
Vor diesem Hintergrund ist die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Familien ein ganz wesentli-
cher Faktor für die erfolgreiche Arbeit der neuen Einrichtung. Beteiligung ist kein Selbstzweck, sondern
trägt entscheidend dazu bei, dass BürgerInnen sich mit „ihrer“ Einrichtung und den Angeboten identi-
fizieren. Es stellt darüber hinaus eine wesentliche Grundlage für bürgerschaftliches Engagement dar,
von dem alle Seiten profitieren.
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 3
2 Konzeptionelle Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung
Zu unseren Grundverständnis gehört, dass wir Konzeptentwicklung vor allem als einen Kommunikati-
ons- und Reflexionsprozess verstehen, an dem alle MitarbeiterInnen der Einrichtung und möglichst
auch Elternvertreter für den Bereich der Kindertageseinrichtung sowie Kinder und Jugendliche beteiligt
sind. Dieses Ziel ist auch für das Gesamtkonzept der Kombinationseinrichtung handlungsleitend. Die in
den Anlagen beschriebenen konzeptionellen Grundlagen – sowohl für den Bereich Kindertages-
betreuung als auch für die kinderpädagogischen Angebote – berücksichtigen die jeweiligen Beson-
derheiten, betonen aber insbesondere das Gemeinsame.
2.1 Sozialraumorientierung
Unsere Arbeit orientiert sich an den konkreten sozialräumlichen Bedingungen und Möglichkeiten in
Münster-Wolbeck. Sozialraumorientierung bedeutet vor allem die Zusammenarbeit mit Kindern, Ju-
gendlichen und den Eltern, weiteren Bezugspersonen der Kinder sowie insbesondere mit Einrichtun-
gen und Diensten aus dem Stadtteil. Die Ressourcen des Stadtteils zu nutzen, ist ein wesentlicher Bau-
stein für die Arbeit beider Einrichtungsteile. Die Angebote werden sozialräumlich umgesetzt, d.h. o-
berstes Prinzip bei der Entwicklung von Angeboten ist die Einbeziehung der Möglichkeiten, die im
Stadtteil zur Verfügung stehen. Dies setzt eine angemessene Vernetzung mit den Einrichtungen vor Ort
voraus.
Wichtige Ansatzpunkte für die Einbindung in den Sozialraum sind:
• Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Trägern der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhil-
fe und in diesem Bereich ehrenamtlich tätigen Vereinen im Sinne einer Vernetzung von Angeboten
(Sportverein, Familienzentrum, Frühförderstelle, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, aktive
Mitarbeit in bestehenden Arbeitskreisen, Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und anderen Fach-
kräften im medizinischen und pädagogischen Bereich, wie z.B. Logopäden und Ergotherapeuten).
• Inhaltliche Abstimmung der Arbeit mit den Schulen im Einzugsbereich.
• Wahrnehmung der Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten für die Kinder in der unmittelbaren Nachbar-
schaft der Einrichtung.
• Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung (Hochschulen, Fachschulen, Fort-
bildungsinstitute etc.).
Im Rahmen der sozialräumlichen Angebote wird die Einrichtung Mitverantwortung für die Ausgestal-
tung des sozialen Miteinanders im Stadtteil wahr- und übernehmen. Wir werden uns an Stadtteil-
konferenzen und Arbeitskreisen beteiligen, um aktuelle Entwicklungen aufgreifen und die Inhalte unse-
rer Arbeit fortschreiben zu können. Konkrete Ansprechpartner zur Bedarfsermittlung im Sozialraum
sind für uns:
• Die Mitglieder des Jugendforum Südost
• Kinder und Jugendliche
• Vereine und Verbände
• Kirchengemeinden
• Initiativen
• Nachbarschaft
• Kirchengemeinden
• Schulen
• Eltern
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 4
2.2 Lebenswelt- und situationsorientierte Ausrichtung
Um Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen, bieten
wir entsprechende Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Diese sind an den Bedürfnissen der Kinder ori-
entiert. Kinder zeigen eine große Bereitschaft, sich mit einem Thema, einer Situation zu befassen, wenn
sie davon betroffen sind. Das ist ein zentraler Ausgangspunkt für ein situationsorientiertes Arbeiten.
Kindheit heute bedeutet oftmals eingeschränkte Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten. Daher bieten wir
den Kindern möglichst großzügige Spiel- und Erprobungsräume – sowohl innerhalb des Hauses als
auch außerhalb. Der geplante Abenteuer- und Bauspielplatz bietet hervorragende Möglichkeiten.
Wir legen großen Wert darauf, den Kindern Erlebnisse in der Natur zu verschaffen und ihnen die Gele-
genheit zu geben, diese mit allen Sinnen zu erfassen. Den Kindern wird ein Lern- und Erprobungsfeld
unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen aktuellen Lebenssituationen geboten. Wesentliche Aufgabe der
Fachkräfte ist es in diesem Zusammenhang, Lernschritte und Erfahrungen gemeinsam mit den Kindern
zu reflektieren und somit die Auseinandersetzung, das Nachdenken und die Ausdrucksfähigkeit der
Kinder nachhaltig anzuregen. Gezielte Angebote, Projekte, Freispiel und Außenaktivitäten werden da-
bei gleichermaßen berücksichtigt.
Ziel unserer Arbeit ist es, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend ihrer individuellen
Fähigkeiten und Fertigkeiten mit der Umwelt auseinanderzusetzen und den Alltag in der Einrichtung
zunehmend mitzugestalten. So sind z.B. in der Kita gruppenübergreifende und ergänzende Angebote
hierbei ein wichtiger Bestandteil. Um allen Kindern mit ihren individuellen Begabungen und Interessen
einen Raum für ihre Weiterentwicklung zu bieten, hat in der Angebotsgestaltung die Förderung der
Motorik, der Sprache, der Musik und der Kreativität einen hohen Stellenwert.
2.3 Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Partizipation
Partizipation ist im Sinne einer Selbstverwirklichung zu verstehen, in der junge Menschen ihr eigenes
Leben gestalten lernen. Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Partizipation ermöglicht die aktive Ges-
taltung der eigenen Lebenswelt über die Einrichtung hinaus. Die Kinder- und Jugendarbeit bietet des-
halb auch die Möglichkeit der Einübung von demokratischem Handeln. So verstanden bezieht sich
Selbstbestimmung immer auch auf die Mitbestimmung und Selbstorganisation des eigenen über-
schaubaren Handlungsfeldes, das sich dann als Folge von einem erweitertem Handlungsrepertoire auf
weitere gesellschaftliche Felder auswirken kann. In Angeboten und Aktivitäten sind Kinder und Jugend-
liche aktiv bei Planung und Durchführung zu beteiligen. Neben bewährten Formen der Mitbestimmung
sollen neue Formen entwickelt und etabliert werden. Gesellschaftliche Beteiligung soll auch außerhalb
der Einrichtung ermöglicht werden.
2.4 Bildung
Wir geben Bildungsanregungen. Kinder, Jugendliche und deren Eltern lernen auch jenseits von forma-
len Bildungsinstitutionen. Sie erfahren Lernen als etwas, das sie brauchen und das Spaß macht, erwei-
tern damit ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, um das eigene Leben selbstständig in die Hand zu
nehmen. Lebensweltorientierte Bildung ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. In der Arbeit
mit Kindern, Jugendlichen und Familien hat der Bildungsbegriff eine doppelte Perspektive: Es geht dar-
um, innerhalb des Systems der Kinder und Jugendhilfe vorzubereiten auf ein Leben in unsicheren ge-
sellschaftlichen Zusammenhängen. Gerade dort, wo vieles unsicher ist, gilt es, Sicherheiten herzustel-
len. Zum anderen unterstützt die Kinder- und Jugendhilfe die Jungen und Mädchen von der Kita bis
zur Berufsausbildung bei der Bewältigung institutionalisierter, also schulischer Bildungsanforderungen.
Ein nutzen- und leistungsorientiertes Bildungsverständnis ergänzen wir durch eine Bildungsorientierung,
die durch Menschenbildung, Selbstbestimmung und Selbstreflexion gekennzeichnet ist. Bildung im
ganzheitlichen Sinne zielt auf die Befähigung zu bewussten Entscheidungen, die Entwicklung von Ur-
teilsfähigkeit, die Steigerung von Reflexivität und damit auf die Befähigung zur Selbstbestimmung.
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 5
2.5 Ziele
Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung wird die Angebote in Wolbeck vernetzen und dort, wo das
Bestehende nicht ausreicht, ergänzen. Sie wird Treffpunkt und Ort der Begegnung für Kinder, Jugendli-
che, und deren Familien sein. Sie vereint die unterschiedlichsten niedrigschwelligen Angebote unter
einem Dach und kann durch die entstehenden Synergieeffekte eine optimale Nutzung von Räumen
und Personal garantieren. Im Einzelnen ergeben sich für die Einrichtung folgende Zielperspektiven:
/square4 Vernetzung mit Einrichtungen, Diensten und Angeboten in Wolbeck und damit auch die Bün-
delung bestehender und Bereitstellung neuer Ressourcen
/square4 Nutzung von Synergieeffekten und Kostenreduzierung durch das Raum- und Betreiberkonzept
/square4 Integration der unterschiedlichen Nutzergruppen
/square4 Aktivierung von Bürgerschaftlichem Engagement und Selbstorganisation
/square4 Entwicklung von Angeboten der Kindertagesbetreuung gemäß Kinderbildungsgesetz
/square4 Niedrigschwelligkeit z.B. durch Beratungs-, Bildungsangebote vor Ort und Integration in das of-
fene Angebot
/square4 Kinder und Jugendliche werden in ihrem eigenverantwortlichen Handeln, in ihrer Sozial- und
Konfliktkompetenz und hinsichtlich sinnvoller Freizeitgestaltung gefördert
/square4 Die Einrichtung wird ein Ort für Eigeninitiative, Interessenvertretung und gemeinsame Aktionen
und Projekte schaffen
/square4 Unterstützung von Jugendlichen bei der Einrichtung von offenen Treffpunkten
/square4 gegenseitige Unterstützung und Lernen der verschiedenen Altersstufen voneinander
2.6 Angebote
Die Einrichtung in Wolbeck bietet die räumlichen Voraussetzungen für ein breit gefächertes gemeinwe-
senorientiertes Angebot. Den Umfang der einzelnen Kernaufgaben werden wir nach den Erfordernis-
sen der jeweiligen Zielgruppe ausrichten. Unser Ziel ist es, unterschiedlichen Zielgruppen vielfältige
und damit unterschiedliche Schwerpunkte anzubieten (siehe Anlagen).
Beispiele für die flexible Nutzung der Räumlichkeiten insgesamt sind:
• Nutzung der Räume für Vereine und Jugendverbände
• Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren
• Themenbezogene Elternarbeit, z.B.: Starke Eltern, starke Kinder
• Tagesmüttercafé
• Familienbildung
3 Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten orientieren sich grundsätzlich am Bedarf. Die Kita soll ganzjährig geöffnet sein, so
dass auch während der Ferienzeiten keine Betreuungsschwierigkeiten für die Eltern entstehen. Die kin-
derpädagogischen Angebote sollen bedarfsorientiert und nach den gegebenen Möglichkeiten auch
an den Wochenenden und in den Ferien zur Verfügung stehen. Damit wird einerseits der Forderung
nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf Rechung getragen und andererseits dem Be-
darf von Jugendlichen entsprochen.
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 6
4 Personal
Die vielfältigen Aufgaben im Bereich der kinderpädagogischen Angebote und der Kindertageseinrich-
tung, verlangen ein hohes Maß an Professionalität und Flexibilität der MitarbeiterInnen.
Erforderlich sind:
- Profilbildung der Einrichtung und die damit einhergehende Konzeptionsarbeit
- Teamentwicklung
- Qualitätsentwicklung und Evaluation der eigenen pädagogischen Arbeit durch geeignete Do-
kumentation und externe Begleitung
Fachberatungen, Fort- und Weiterbildungen der MitarbeiterInnen gehören zum Selbstverständnis der
OUTLAW gGmbH. Die Fachberatung wird von einer MitarbeiterIn dem Leitungsteam übernommen.
Kenntnisse in der Begleitung von Kombinationseinrichtungen, in der Anleitung und Kontrolle der hier
arbeitenden Mitarbeiter/innen, aber auch Kompetenz in pädagogischen und entwicklungspsychologi-
schen Themen und in Fragen der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit sind dabei grundlegend.
Der kinderpädagogische Bereich wird paritätisch mit einer weiblichen und einer männlichen Fachkraft
besetzt. So werden geschlechtsspezifische Ansprechpartner vor Ort sichergestellt und Angebote im
Sinne des „Gender Mainstreamings“ können von den pädagogischen Fachkräften selbst angeboten
werden. Als Grundlage wird ein Studium im Bereich der Sozialen Arbeit vorausgesetzt. Darüber hinaus
sind handwerkliche Kenntnisse und Fähigkeiten wünschenswert. Neben der Förderung der ehrenamtli-
chen Arbeit in der Einrichtung wird das Team je nach Bedarf durch qualifizierte Honorarkräfte unter-
stützt. Die Fachkräfte werden aktiv in der Arbeitsgemeinschaft „Kinder- und Jugendarbeit“ nach § 78
SGB VIII mitarbeiten.
5 Finanzierung
Die OUTLAW gGmbH wird die in der Ausschreibung genannten Eigenanteile für den Betrieb der Ein-
richtung erbringen. Für die Kindertageseinrichtung beträgt damit der Trägeranteil 9% und für die Ein-
richtung der Kinder- und Jugendarbeit 10 %.
Einen wesentlichen Schwerpunkt der Finanzierung stellen Förder- und Projektmittel sowohl der öffent-
lichen Hand (z.B. Programme wie „Vielfalt tut Gut“ oder Förderprogramme des LWL) als auch Unter-
stützung durch Stiftungen und andere Dritte dar. Hier verfügen wird über qualifizierte und erfahrene
Fachkräfte, die die pädagogischen Fachkräfte in der Einrichtung vor Ort bei der Einwerbung dieser
Mittel unterstützen. Ein weiterer Beitrag zur Finanzierung wird durch das Engagement der Eltern sowie
durch Gewinnung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen erreicht. Die Synergieeffekte der Kombinati-
onseinrichtung sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung, da das Raumkonzept un-
terschiedliche Nutzungsarten und damit Finanzierungsmöglichkeiten bietet und auf der Ausgabenseite
Einsparmöglichkeiten bestehen.
6 Die OUTLAW gGmbH – Erfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe
seit über 20 Jahren
Die OUTLAW gGmbH – das sind bundesweit über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als
100 Teams und Einrichtungen, in denen rund 3000 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien Unter-
stützung und Beratung erfahren. Wir bieten flexible und innovative Hilfe an, die Kindern, Jugendlichen
und Familien gerecht wird – konfessionell und weltanschaulich unabhängig. OUTLAW ist ein bundes-
weit anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII und Mitglied im Deutschen
Paritätischen Wohlfahrtsverband. „OUTLAW“ – so hieß der Zweimastschoner, mit dem alles begann
und der als Namensgeber für unser 1987 gegründetes Unternehmen fungierte.
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 7
Gewachsen aus dem Tätigkeitsfeld der Erzieherischen Hilfen hat sich eine Firmengruppe mit einem
breiten Angebotsspektrum entwickelt, deren weitere tragende Säule die Kindertagesbetreuungsange-
bote sind. OUTLAW bietet an den einzelnen Standorten insbesondere sozialräumliche, flexibel organi-
sierte Angebote. Ob Erziehungsstellen und Standprojekte, ob klassische Kinder- und Jugendhilfe in
Wohngruppen oder ambulante Betreuung, ob Kindertagesbetreuungsangebote, Jugendzentren,
Schulverweigerungsprojekte, Horte, Mehrgenerationenprojekte oder ein Second-Hand-Laden – unser
Ziel ist es immer, den Menschen dort, wo sie leben, so viele Chancen wie möglich zu eröffnen.
Wir sind in unserer Arbeit folgenden Grundprinzipien und Werten Grundprinzipien und Werten Grundprinzipien und Werten Grundprinzipien und Werten verpflichtet, die sich in unseren
Konzepten widerspiegeln.
Solidarität Solidarität Solidarität Solidarität
Wir setzen uns auf allen Ebenen für die Schwächeren in dieser Gesellschaft ein. Die Qualität der Ge-
sellschaft bemisst sich nicht zuletzt daran, wie mit den Ressourcen der Schwächeren − dazu gehören
auch die Kinder und Jugendlichen − umgegangen wird.
Toleranz Toleranz Toleranz Toleranz
Wir haben Respekt vor unterschiedlichen Lebensentwürfen. Wir geben keine Biographien vor, sondern
unterstützen Menschen dabei, in unserer Gesellschaft ihren eigenen Weg zu finden.
Integration Integration Integration Integration
Wir wollen Ausgrenzungen aufgrund von
Anderssein verhindern. Integration soll zuallererst dort statt-
finden, wo die Menschen, die Kinder, die Jugendlichen und die jungen Familien leben.
Unsere Konzepte sind von inhaltlichen und strukturellen Leitlinien bestimmt:
Sozialräumliche Orientierung Sozialräumliche Orientierung Sozialräumliche Orientierung Sozialräumliche Orientierung
Flexible Erziehungshilfen sind nur sinnvoll zu realisieren, wenn sie sozialräumlich organisiert sind. Selbst-
verständlich gilt das Prinzip der Sozialräumlichkeit auch für andere Angebote von OUTLAW, insbeson-
dere für die Kindertageseinrichtungen. Sie sind in ihrem jeweiligen Viertel verortet. Das gleiche gilt für
Jugendzentren, Stadtteilzentren, Mehrgenerationenhäuser etc. Wir beziehen in unseren Angeboten
und Hilfen den Lebensort/ Lebensmittelpunkt von Kindern, Jugendlichen und Familien ausdrücklich ein.
Weitgehender Erhalt der sozialen Bezugssysteme Weitgehender Erhalt der sozialen Bezugssysteme Weitgehender Erhalt der sozialen Bezugssysteme Weitgehender Erhalt der sozialen Bezugssysteme
Familie, Freunde, Bildungseinrichtungen − diese Bezüge sollen erhalten bleiben oder wiederhergestellt
werden. Wir greifen so wenig wie nötig in die bestehenden Strukturen ein.
Geschlechterorientierung Geschlechterorientierung Geschlechterorientierung Geschlechterorientierung
Wir fragen nach geschlechterspezifischen Themen von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern
und denken über angemessene Antworten nach. Wir stehen ein für die Förderung der Gleichberechti-
gung.
Prävention vor Intervention Prävention vor Intervention Prävention vor Intervention Prävention vor Intervention
Für uns steht frühzeitige Förderung immer vor Intervention. Weiche Eingriffe vor harten Eingriffen, auf
diese einfache Formel lässt sich unser Verständnis von Prävention bringen. Kinder- und Jugendhilfe
insgesamt hat ihren Beitrag dazu zu leisten, dass insbesondere dauernde Fremdunterbringungen zu
vermeiden sind. Fördernde, aktivierende Leistungen sind zu erbringen in Kindertageseinrichtungen, in
Schulen, in Kinder- und Jugendhäusern, in Beratungsstellen und durch andere geeignete Angebote der
erzieherischen Hilfen. Wenn aber intensivere Interventionen in Form von Fremdunterbringungen erfor-
derlich sind, müssen diese auch durchgeführt werden.
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck-Nord – Gesamtkonzept 8
KK KKooperation ooperation ooperation ooperation
Unser Ziel, die Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen und ihrer Familien, können wir
nicht alleine erreichen − wir suchen die Kooperation mit Partnern innerhalb und außerhalb der Kinder-
und Jugendhilfe. Wir verstehen uns als Partner. Positionen werden ausgehandelt, Absprachen, Hilfen
und Veranstaltungen werden gemeinsam abgestimmt, geplant und durchgeführt.
Bildungsorientierung Bildungsorientierung Bildungsorientierung Bildungsorientierung
Wir geben Bildungsanregungen. Kinder, Jugendliche und deren Eltern lernen vor allem jenseits von
formalen Bildungsinstitutionen. Sie erfahren Lernen als etwas, das sie brauchen und das Spaß macht,
erweitern damit ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, um das eigene Leben selbstständig in die Hand zu
nehmen. Lebensweltorientierte Bildung ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe.
7 Zusammenfassung
Die OUTLAW gGmbH verfügt über einen breiten Erfahrungshintergrund im Bereich einer innovativen
Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Entwicklung neuer und flexibler Angebote. In Trägerschaft der
OUTLAW gGmbH befinden sich 19 Kindertagesstätten, davon sieben in Nordrhein-Westfalen. Wir
betreiben mehrere Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit (Münster-Sprakel, Bremen-
Huchting, Dresden, Riesa). Die dezentrale Struktur des Trägers ermöglicht es, die gewonnenen Erfah-
rungen mit den jeweils spezifischen lokalen und sozialräumlichen Strukturen und den dortigen Le-
bensbedingungen zu verbinden. In diesem Prozess hat sich besonders in den letzten Jahren der Be-
reich der Kindertageseinrichtungen bei der OUTLAW gGmbH entwickelt. Die konzeptionellen Grundla-
gen in Verbindung mit einer sozialräumlichen Orientierung tragen dazu bei, dass sich Lebensbedin-
gungen für Kinder, Jugendliche und Familien verbessern können. In diesem Prozess werden Kinder-
und Jugendhilfeeinrichtungen nicht nur als Orte für eine gute und sinnvolle pädagogische Betreuung
erlebt, sondern auch als ein Ort, an dem die Eltern Unterstützung, Beratung und Entlastung finden.
Für die BürgerInnen in Münster-Wolbeck bietet die OUTLAW gGmbH eine weltanschaulich und konfes-
sionell unabhängige Alternative, die sich an den zuvor beschriebenen Werten und konzeptionellen
Grundlagen orientiert, und ist somit eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Einrichtungen und
Trägern.
OUTLAW gGmbH
Region West
Münsterstr. 105
48268 Greven
Tel.: 0 25 71/95 39 0
Fax: 0 25 71/95 39 39
http://www.outlaw-jugendhilfe.de
E-mail: info@outlaw-jugendhilfe.de
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Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH März 2010
Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 1 von 10
Bewerbung für die Trägerschaft der neuen
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Münster-Wolbeck-Nord
Kindertagesstätte
Kinderpädagogisches Angebot
Konzeptionelle Bausteine
Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH März 2010
Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 2 von 10
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord
Gliederung
1. Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung
Einleitung
Arbeitsweise und Arbeitsformen
Sozialräumliche Integration
Personalkonzept
Musik, Bewegung, Sprache
Gemeinsame Erziehung
Zeitstruktur
Partizipation
2. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH
3. Konzeptionsbausteine Kita
Bildungsauftrag
Bildungsverständnis
Beobachtung und Dokumentation
Sprachförderung
Zusammenarbeit mit Familien
Qualitätsentwicklung
4. Konzeptionsbausteine Kinderpädagogischer Bereich
Offener Treffpunkt
Gruppenraum
Kreativraum
Abenteuerspielplatz
Zusammenfassung
Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH März 2010
Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 3 von 10
1. Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung
Einleitung
Wir verstehen eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung als Begegnungszentrum für die ganze
Familie. Das setzt voraus, dass sich Kinder dort wo hl fühlen, sie sich respektiert und
geachtet fühlen. Sie werden mit ihren Fragen und Antworten ernst genommen.
Durch die beiden Teile der Einrichtung, die Kindert agesstätte und das Angebot für Kinder
und Jugendliche von 6 -14 Jahren
, kann die Einrichtung für eine lange Lebensphase vo n
Familien ein wichtiger Bestandteil des Alltags sein.
Kinder können nach der Kitazeit wiederkommen und Fr eunde aus der Schule und
Nachbarschaft mitbringen. Gerade für viele „Ein-Kin d-Familien“ kann ein Angebot, dass die
„Geschwisterreihe“ fortsetzt, eine wichtige Erweiterung ihres Familienlebens sein. Kinder und
Jugendlichen tut es gut, wenn sie vertrauten Bezugs personen - zumindest sporadisch -
wieder begegnen können. Diese Kontinuität kann insb esondere für die Kinder wichtig sein,
die familiär wenig davon erfahren dürfen.
Eine Beteiligung von Eltern ist auch in dieser Alte rsstufe noch zentral. Daher wird
Elterberatung ein wichtiger Schwerpunkt sein. Auch die Möglichkeit der Mitwirkung und
Gestaltung durch einen Beirat für die Gesamteinrichtung wird aufrechterhalten.
Das Haus soll Treffpunkt für alle sein, eine Anlauf stelle oder „Notinsel“. Das lässt sich nicht
vom ersten Tag an herstellen. Es ist jedoch unser Z iel, diese Atmosphäre zu schaffen und
eine Kultur der Begegnung erfahrbar zu machen.
Arbeitsweise und Arbeitsformen
Für die Ev. Jugendhilfe Münsterland ist präventive Arbeit ein wichtiger Blickwinkel,
insbesondere in Erziehungs-, Bildungs- und Entwickl ungsfragen von Kindern und
Jugendlichen. Wir verfolgen daher auch in dieser E inrichtung einen präventiven
Arbeitsansatz, der sich an den Ressourcen, den indi viduellen Lebenslagen sowie der
Gender-Perspektive orientiert.
Die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlich en hängt entscheidend von der
Befriedigung ihrer grundlegenden Bedürfnisse nach V ersorgung, Schutz, Beziehung und
Entwicklung ab. Eltern sind die ersten und wichtigs ten Erzieher ihrer Kinder. Sie sind die
„Experten ihrer Kinder“. Die Fachkräfte unterstütze n die Eltern, ihren „Job“ im Sinne der
Kinder gut zu machen, eigene Ressourcen zu entdecke n und ihren Kindern eine gute
Grundlage für ihr Leben zu geben.
Wichtiges Grundprinzip der Arbeit ist die Orientier ung an den Ressourcen und Kompetenzen
des/der Einzelnen. Der ressourcenorientierte Ansatz reflektiert und berücksichtigt
konsequent geschlechtsspezifische und kulturspezifische Zugänge. Die Arbeit der Fachkräfte
ist geprägt von einer respektvollen und wertschätze nden Haltung gegenüber den Kinder und
ihren Eltern.
Ausgangspunkt der konkreten Arbeit sind die individ uell verschiedenen Lebenswelten und
Erfahrungen im Sozialraum. Die Orientierung am Sozialraum bezieht die gesamte
Lebenswelt, die sozialen Netzwerke und das soziale Umfeld der Familien bei allen
Maßnahmen und Angeboten mit ein. Der sozialraumorie ntierte Ansatz beinhaltet ebenfalls
die kontinuierliche Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen, Behörden und Institutionen.
Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH März 2010
Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 4 von 10
Die Arbeit orientiert sich weiterhin am Prinzip der Geschlechterdifferenzierung , d.h.: Bei allen
Angeboten und Maßnahmen werden bei Planung, Durchfü hrung und Auswertung
durchgängig und konsequent die unterschiedlichen Le benswelten von Mädchen und Jungen,
Frauen und Männern mitberücksichtigt, Gender-Bewuss tsein und Gender-Perspektiven sind
durchgängiges Arbeitsprinzip.
Sozialräumliche Integration
Wir verstehen die neue Einrichtung als wichtigen B estandteil der sozialen Infrastruktur in
Wolbeck. Daher werden wir uns aktiv in die vorhande ne Stadtteilkonferenz und weitere
Arbeitskreise und Gremien einbringen. Ein sehr wich tiger Ansprechpartner ist für uns die
Evang. Kirchengemeinde Wolbeck, die uns ihre Unters tützung zugesagt hat, damit wir eine
neue Einrichtung in die Gegebenheiten des Sozialraums integrieren können.
Darüber hinaus sind selbstverständlich die weiteren Kindertageseinrichtungen für die
Entwicklung eines bedarfsgerechten Angebotes der Ki ta-Betreuung wichtige Partner und wir
erhoffen uns zuversichtlich eine konstruktive Zusam menarbeit mit der Grundschule (inkl. der
OGS) und den weiterführenden Schulen.
Für unseren Schwerpunkt Musik und Bewegung haben wi r bereits eine Zusage für eine
Kooperation von der Musikschule Wolbeck.
Des Weiteren sind natürlich Vereine, Verbände, Initiativen und nicht zuletzt die Eltern und die
Nachbarschaft wichtig für eine gute Entwicklung der Gesamteinrichtung. Auch über die
kommunalpolitische und wirtschaftliche Situation wo llen wir in Wolbeck informiert sein und
uns nutzbringend beteiligen.
Personalkonzept
Da wir die neue Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck als Einheit sehen, möchten
wir auch, dass die Leitung der Gesamteinrichtung von einer Person wahrgenommen wird.
Wir stellen uns auch vor, dass ein oder zwei weiter e MitarbeiterInnen in beiden Bereichen
tätig sind und/ oder gemeinsame Angebote von Kitaki ndern und Schulkindern zusammen mit
einer jeweiligen Mitarbeiterin angeboten werden kön nen. Die Teams der Teilbereiche sollen
regelmäßig auch gemeinsam tagen.
Kollegiale fachliche Qualifikation kann darüber hin aus durch enge Zusammenarbeit mit der
Kita Lichtblick und die Zugehörigkeit zum „Regional team Münster der Ev. Jugendhilfe
Münsterland“ gewährleistet werden. Dieses tagt regelmäßig zur kollegialen Fallberatung, dort
treffen sich die Mitarbeiterinnen aller päd. Projekte des Trägers.
Die Kita wird fachlich und organisatorisch von eine r erfahrenen Päd. Leitung des Trägers
begleitet, unterstützt, weiterentwickelt und verantwortet.
Ebenso arbeiten alle Kindertageseinrichtungen des T rägers in einem Facharbeitskreis
miteinander. Fort- und Weiterbildungen werden sowoh l trägerintern angeboten als auch
selbstverständlich außerhalb des Trägers ermöglicht.
Die Leiterinnen der Einrichtungen im Kirchenkreis M ünster können auch an den
Fachkonferenzen der Tageseinrichtungen für Kinder teilnehmen.
Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH März 2010
Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 5 von 10
Musik, Bewegung, Sprache
Um eine wichtige Facette können wir unsere bisherig e inhaltliche Ausrichtung in Wolbeck-
Nord erweitern:
Durch eine Kooperation mit dem bwr, bildungswerk rhythmik e.V. , eine bundesweite
Organisation, sehen wir eine zentrale methodische u nd inhaltliche Erweiterung für den
Bildungs- und Erziehungsauftrag.
Die Verbindung von Musik, Bewegung und Sprache unt erstützt die prozessorientierte
Persönlichkeitsentwicklung. Ausdruck finden, sich s elbst als wirksam erfahren wird gelernt
und ist Ausgleich zu einem zunehmend medienorientie rten Alltag oder auch zum Schulalltag.
Rhythmik ist bewegtes Lernen und wirkt fördernd auf die Entwicklung von Sprache,
Sprechen, mathematischem und logischem Verständnis.
Sinnvolle Ausdrucksmöglichkeiten für Empfindungen, Emotionen, Erleben zu finden ist auch
eine Form der (Gewalt) Prävention und kann, wenn si e punktuell oder kontinuierlich durch
mehrere Lebensphasen führt, wesentliche, friedvolle Grunderfahrungen ermöglichen.
Das MitarbeiterInnenteam soll von Beginn an „on the Job“ geschult werden. Der Ansatz
wird Bestandteil der Teamentwicklung sein.
Gemeinsame Erziehung
Die Ermöglichung der Gemeinsamen Erziehung von Kind ern mit Behinderung ist für die Ev.
Jugendhilfe Münsterland in allen Einrichtungen selb stverständlich. Die Gemeinschaft aller
Kinder, das Bedürfnis nach Beziehung und Entwicklun g, nach Selbstbildung und
Zugehörigkeit ist für alle Kinder gleich, unabhängi g von Herkunft, Religion, Intelligenz oder
körperlicher Beeinträchtigung. Wir streben daher i m Sinne der Inklusion eine umfassende
Verwirklichung dieses Grundgedankens an.
Zeitstruktur
Die Öffnungszeiten der Gesamteinrichtung richten si ch nach den Bedarfen und der
Angebotsstruktur. Neben den Pädagogischen Bedarfen spielt das Ziel der Vereinbarkeit von
Familien- und Berufsleben eine bedeutsame Rolle.
Die Kita hat insgesamt 45 Stunden geöffnet, vorstel lbar ist auf jeden Fall eine
unterschiedliche Tagesintensität, wenn gewünscht. D urch Kooperation mit der Tagespflege
könnten auch die Betreuungszeiten erweitert werden.
Der Kinderpädagogische Bereich hat vermutlich regel haft bis 18 Uhr geöffnet,
möglicherweise im Sommer länger.
Partizipation
Die Kinder und Eltern haben regelmäßig die Möglichk eit, sich in Gesprächsform, Beiräten
und Fragebogenaktionen kritisch zu äußern. Diese we rden von den MitarbeiterInnen
kontinuierlich zusammengefasst und ausgewertet.
Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH März 2010
Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 6 von 10
2. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH
Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland sichert mi t ihren Angeboten in 25 Städten und
Gemeinden eine sozialraumnahe Unterstützung in der Kinder –und Jugendhilfe ab. Über 550
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 90 Projekten ve rmitteln jährlich über 2.000 Kindern,
Jugendlichen und deren Familien Perspektiven.
Die Angebotspalette ist breit gefächert:
• 7 Kindertagesstätten
• 12 offene Ganztagsgrundschulen
• 26 Angebote stationäre Wohnformen
• 10 Tagesgruppen
• 16 Standorte Flexible Hilfen/ 4 Standorte SPFH
• Jugendschutzstelle
• Projekte der Jugendberufspädagogik
• Jugendmigrationsdienste
• 150 Pflege- und Erziehungsstellen
Die Angebote in den jeweiligen Städten und Gemeinden sind miteinander vernetzt und bilden
interdisziplinäre Teams. In der Stadt Münster bilden folgende Projekte ein „Regionalteam“:
• Ambulante erzieherische Hilfen Münster
• Kita und Familienzentrum "Lichtblick"
• Mädchenwohngruppe Münster
• Wohngemeinschaft C’est moi
• Wohngruppe an der Werse
Wir wollen ein bedarfsgerechtes Angebot ermöglichen , uns beteiligen an der jeweiligen
sozialräumlichen Infrastruktur und diese mit entwic keln. Wir wollen, dass die passende Hilfe
oder Unterstützung bei Kindern, Jugendlichen und Familien ankommt.
Verantwortungsübernahme zu ermöglichen, ist die Grundidee unseres Handelns.
Die wesentlichen Prinzipien unserer Arbeit sind:
• Erziehungspartnerschaft
• Kooperation und Netzwerk
• Partizipation
• Transparenz und Offenheit
• Glaube an die Fähigkeit und Ressource zur Entwickl ung und Selbstverantwortung
• Kritikbereitschaft und Kritikfähigkeit
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Konzeptbausteine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Münster-Wolbeck-Nord Seite 7 von 10
3. Konzeptbausteine Kindertageseinrichtung
Die Kindertagestätten der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland verstehen sich als
Bildungseinrichtungen und als Begegnungsstätten für Familien. Daher sind 5 der 7
Einrichtungen zertifizierte Familienzentren NRW. Ei ne grundlegende Idee ist der
Präventionsgedanke: je früher wir Kindern und Fami lien ein umfassendes, tragfähiges
Konzept anbieten, desto wirkungsvoller kann dies für die Zukunft sein.
Bildungsauftrag
Die Arbeit der Kindertagesstätten orientiert sich an:
• Den gesetzlichen Vorgaben des SGB VIII und dem Lan desausführungsgesetz NRW
KiBiz
• Der Vereinbarung zu den Grundsätzen über die Bildu ngsarbeit der
Tageseinrichtungen für Kinder- Bildungsvereinbarung NRW, perspektivisch die
„Empfehlungen zur Bildungsförderung für Kinder von 0 - 10 Jahren in
Tageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich in NRW“ und
• Dem Bildungskonzept evangelischer Tageseinrichtung en für Kinder in Westfalen
Lippe
Tageseinrichtungen für Kinder sind die ersten insti tutionellen Bildungsorte von Kindern. Den
Bildungsauftrag in umfassender Weise zu verwirklichen und damit die ersten Schritte zur
Chancengleichheit zu ermöglichen, ist das Ziel. Bil dung ist die wichtigste Grundlage, mit der
Menschen die Gegenwart bewältigen können. Sie wird immer mehr zur Voraussetzung dafür,
sich in einer pluralen und medialen Welt zurechtfinden und behaupten zu können.
Unsere Arbeit in den Kitas ist geprägt von dem Kon zept der sog. „Offenen Arbeit“ und der
Reggio-Pädagogik.
Bildungsverständnis
Kinder forschen und lernen mit allen Sinnen und ben ötigen dafür ausreichende
Möglichkeiten, um sich spielerisch und schöpferisch mit ihrem Lebensumfeld auseinanderzu-
setzen. Sie brauchen (Zeit-) Räume und Situationen für ihren spezifischen Lern- und
Entwicklungsprozess. Die kindliche Eigentätigkeit, Engagiertheit und Selbstorganisation
stehen dabei im Mittelpunkt.
Wir unterstützen die Entwicklung der Kinder durch i ndividuelle Förderung, geben
Anregungen und Herausforderungen durch eine gut vor bereitete Umgebung. Wir begleiten
die Kinder in ihrem „Selbständigwerden“ und stärken ihre Persönlichkeit durch positive
Zukunftsaussicht. Kinder trainieren und erwerben im Spiel ihre Lebenskompetenz.
Beobachtung und Dokumentation
Die Bildungsvereinbarung NRW und die damit verbunde ne Dokumentation von
Beobachtungen der Bildungsprozesse eines Kindes, bi etet der Einrichtung die Gelegenheit,
in den engen Austausch mit den Eltern zu gehen. Wen n Erzieherinnen ein Kind
wahrnehmend beobachten und dies dokumentieren, schä rft sich mit der Zeit der Blick auf
das Kind und seine Lernprozesse; bei den Erwachsene n kommt ebenso ein neuer
Lernprozess in Gang. Durch die Veränderung des „Bli cks“ werden Ressourcen von Kindern
besser erkannt, daraus entstehen Ansätze zur besseren Unterstützung der Kinder.
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Sprachförderung
Kinder unserer Einrichtungen finden in den Alltag e ingebettet vielfältige Anregungen, ihre
sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Unters chiedlichste Gesprächsanlässe
erweitern das Sprachverständnis, den Wortschatz und die Ausdrucksfähigkeit der Kinder. Sie
lernen dabei zum einen in den täglichen Morgenkreis en durch Gesprächsrunden,
Geschichten, Lieder, Reime und Sprachspiele. Wichti g sind aber auch die vielfältigen
Gespräche, die das Kind im Laufe des Kindergartenta ges mit anderen Kindern oder der
Erzieherin führt. Ein anregungsreiches Umfeld und g emeinsame Aktivitäten schaffen dabei
vielfältigen Gesprächstoff. Sprachförderung soll in der Einrichtung in Wolbeck insbesondere
durch die Angebote der Rhythmischen Erziehung unter stützt werden. Wir erfüllen den
gesetzlichen Auftrag des Sprachstandserfassungstest es Delfin 4. und machen gezielte
Angebote der Sprachförderung. MitarbeiterInnen unse rer Einrichtung sind in der
Durchführung des Testverfahrens des „Bielefelder Sc reenings“ und des Förderprogramms
„Hören, Lauschen, Lernen“ geschult. Mit „SISMIK“ steht uns ein Beobachtungsverfahren zur
Verfügung, um Kinder, die zweisprachig aufwachsen, gezielt in der Entwicklung ihrer
deutschsprachigen Fähigkeiten zu beobachten.
In der Kindertageseinrichtung in Wolbeck würden wir gerne Bilingualität fördern und einen
englischsprachigen „Nativ Speaker“ einstellen.
Zusammenarbeit mit Familien
Eltern haben in unseren Kitas nicht nur die Rolle d er Erziehungsberechtigten, sondern sind
uns als Erziehungspartner in der pädagogischen Arbeit mit ihren Kindern wich tige Begleiter.
Nur durch den offenen Austausch kann im Sinne und Interesse des Kindes gehandelt
werden. Es ist ein enorm wichtiger Bestandteil in der Zusammenarbeit mit den Eltern.
Positive, aber vor allem auch negative Rückmeldunge n sind ein Garant für die Entwicklung
pädagogischer Prozesse, die insbesondere für die Ki nder von großer Bedeutung sind.
Gegenseitige Wertschätzung ist somit Ausdruck des V ertrauens sowohl in die Fähigkeiten
der pädagogischen Fachkräfte als auch in die Erzieh ung des Kindes durch die Eltern.
So liegt uns nicht nur die Einbindung des Rates der Tageseinrichtung in unsere Arbeit sehr
am Herzen, sondern auch die Zusammenarbeit mit jede m einzelnen Elternteil oder
Erziehungsberechtigten.
Qualitätsentwicklung
Die Kitas in unserer Trägerschaft sind nach dem Qua litätsmanagementsystem „IQUE-
Integrierte Qualitäts- und Personalentwicklung“ zer tifiziert. Erarbeitet und umgesetzt ist der
Kernprozess „Zusammenarbeit mit Familien“. Dies war ein wichtiger Baustein bei der
Entwicklung der Familienzentren. Eine neue Einricht ung wird auch in dieses Verfahren
eingeführt und wird von dem Prozess der anderen Kitas profitieren.
Zudem werden wir bis 2011 zu einem weiteren Kernpro zess Leitsätze und Indikatoren
erarbeitet haben: Bildungsprozesse im Kontext der Reggio-Pädagogik.
Der Evangelische Fachverband Tageseinrichtungen für Kinder evta beginnt damit das
bundesweit gültige „Evangelische Gütesiegel“ zu ermöglichen. Mit einer Cross Referenz zu
IQUE werden wir das Ev. Gütesiegel ebenfalls anstreben.
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4. Konzeptbausteine kinderpädagogischer Bereich
In Wolbeck besteht bereits heute ein Bedarf für ein kinderpädagogisches Angebot für die
Altersklasse 6 - 14 (oder12/13). Dieser Bedarf wäch st durch die städtebauliche Entwicklung
in Wolbeck-Nord.
Ein solches Angebot kann nicht losgelöst von andere n Einrichtungen vor Ort entstehen und
bestehen. Die Vernetzung mit den Kindertageseinrich tungen, den Schulen, dem offenen
Jugendtreff Bahnhof Wolbeck etc. ist obligatorisch. Einerseits um die Bedarfe der Kinder,
Jugendlichen und Familien umfassender zu erkennen, andererseits um die Situation von
Kindern und Jugendlichen im Alltag unmittelbarer und besser verstehen zu können.
Wir verstehen das Angebot ganz zentral als eine kon tinuierliche Begleitung von Kindern und
Eltern in unterschiedlichen Lebensphasen.
Der Offene Treffpunkt ist daher wichtig für vielfältige spontane Begegnun g. Er wird
sicherlich ausgestattet mit einem Kicker, einer Informationswand, einer Leseecke etc.
Eine zeitweise fachliche Begleitung stellt sicher, dass Impulse aufgegriffen werden können,
Empfehlungen gegeben werden können oder einfach zugehört wird.
In diesem Bereich sollte auch eine „Bühne“ integrie rt sein oder die Möglichkeit geschaffen
werden eine transportable Bühne aufzubauen. Zentral ist in dieser Altersgruppe, dass vieles
zur Aufführung kommt: Theater, Pantomime, Gesang, Tanz, Zirkus, Musikstücke u.v.m..
Der Gruppenraum sollte so ausgestattet werden, dass hier vielfältig e Angebote
durchgeführt werden können, z.B. von der Musikschul e, Rhythmikangebote, Schachturniere,
etc.
Es ist wichtig, dass „Kurse“ auch von den festen, pädagogisch qualifizierten MitarbeiterInnen
angeboten werden, da in dieser Altersstufe viel Int eresse über Personen, Beziehungen
geweckt und gefestigt werden kann. Jungen und Mädch en suchen nach glaubhaften
Erwachsenen, die Orientierung geben und das Miteina nder in der Gruppe von Gleichaltrigen
kommentieren und moderieren können.
Den Kreativraum stellen wir uns, auch im Sinne der Weiterentwicklun g der Grundgedanken
der Reggio-Pädagogik im Kita-Bereich, als Konstruktions- und Experimentierbereiches vor.
Die Erfahrung im Bereich der OGS zeigt uns, dass d ies ein ausgesprochen vielbesuchter
und genutzter Raum ist. Er gibt die Möglichkeit fre i, interessengeleitet ohne
Leistungsanforderung auszuprobieren, naturwissensch aftlichen Fragen nachzugehen, eben
zu experimentieren.
Der Abenteuerspielplatz bietet Möglichkeiten zur Bewegung- hier kann jedoc h auch die
Bau- und Konstruktionsthematik aus dem reggioorient ierten Kita-Konzept weitergeführt
werden.
Wichtig ist im Außengelände auch das „Fußballfeld“ eines der zentralen Themen in dieser
Altersgruppe - nicht ausschließlich für Jungen.
In einem der Räume sollte auch ein Bildschirmplatz für Kinder und Jugendliche vorhanden
sein.
Im Vormittagsbereich können die Räume von anderen A nbietern genutzt werden, z.B. der
Musikschule.
Es ist auch möglich, Elternberatungs- oder Bildungs angebote in dieser Zeitspanne dort zu
integrieren.
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Zusammenfassung:
Es gibt noch eine Vielzahl an Ideen, Ansätzen, Vors tellungen, die hier verwirklicht werden
können. Sie werden gespeist aus den Konzepten der u nterschiedlichen Angebotsformen der
Ev. Jugendhilfe Münsterland, aus den Kontakten mit Kindern und Jugendlichen, aus den
Gesprächen mit potentiellen Partnern in Wolbeck.
Beteiligung ist uns jedoch ein wichtiges Anliegen. Die Beteiligung der jeweiligen
Nutzergruppen der Einrichtungen. Wir wollen diese e inbeziehen bei der Gestaltung und
Umsetzung gemeinsamer Vorstellungen zum Leben und Lernen in der Einrichtung.
Eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Trägersc haft der Ev. Jugendhilfe Münsterland
wird unter den beschriebenen und vorgegeben Rahmenb edingungen ihr Konzept selbst
entwickeln- bedarfsgerecht und passend
.
Anlage4_VSE
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} jrtDk, j 7 « | Nerdrhein-Westfalen Gr) e] LEN 7, < VSEav. + Rudaltstraße 9 + adlas Münster DB, in, 2 Geschäftsstellen Beatungssteilen RE X Budelkitraie 8 H Rudoifstrafte 9 u 48 145 Münster 49145 Münster “ Tel 0251 91 90-0 Ta.0251 91980-50 Stadt Münster = Fax 0251 665962 Fa0251 665962 un je ER und Familien gemuensteräyse-nrw.de bunuensteribsenrw.de If nna ne ar I Alte Straße 65 I Alte Straße 65 48127 Münster 44143 Dortmund 44143 Dortmund Tel.0231 1890124 TeL02}1 424179 Fax 0231 1890510 Fa0231 1830510 gsdortmundevse-nrw.de bstormund@wsenrw.de 25.02.2010 Bewerbung um die Trägerschaft der KiTa und der kinderpädagogischen Einrichtung in Wolbeck-Nord Sehr geehrte Frau Pohl, der VSE bewirbt sich um die Trägerschaft der oben genannten Einrichtung. Dass im Rahmen der Interessenbekundung eingereichte und in einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen vorgestellte und diskutiere Konzept bleibt in dieser Form bestehen. Bezüglich der Finanzierung der Kindertagesstätte erklärt sich der VSE bereit, den Trägeranteil von 9% für zu übernehmen, Für das kinderpädagogische Angebot, also die Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit, werden 10% Trägeranteil bezüglich der Personalkosten erwartet sowie ein Eigenanteil des Trägers an den Programmkosten und den Beschäftigungsentgelten sowie den Mietkosten. , In der Ausschreibung für die Einrichtung der kinderpädagogischen Angebote sind Erstattungen für die Bereitstellung und die Kosten eines Arbeitsplatzes nicht vorgesehen. Laut KGSt sind die Kosten eines Arbeitsplatzes mit Minimum €10520.- pro Jahr anzusetzen. Dies ist eine (Eigen-)Leistung des Trägers, die auf jeden Fall erbracht wird und in diesem Zusammenhang der Erwähnung wert ist. Sieht man dies als Trägeranteil, so geht der bereits weit über die von der Stadt erwarteten 10% für das kinderpädagogische Angebot hinaus, Sitz des Vereine 0 221 Calle » Amtsgericht Lüneburg YR 100270 Vertretungsberechtigte Yorstandsumitgliecer: Ina Kaupp, Ann Gül Minch, Börbel Schweiber Uta Worahaw Geschäftskonto: Drosiiner Bank Mlinster + BLZ 400 909 40 + Konto 532016800 Spendenkonto: Sparkasse Münsters Ost + BLZ AO0 SH 50 » Konto Ho 20 SAID: 1 7 == DER PARITÄTISCHE UNSER SPITZENVERBAMD ” Die KiTa und KiPa (Einrichtung der kinderpädagogischen Angebote) passt in das Gesamtkonzept des VSE, stadtteilbezogen und sozialräumlich ausgerichtet verbunden mit einer ganzheitlichen Sicht auf Entwicklung, Förderung, Erziehung und Bildung von Kindern sowie der Unterstützung, Beratung und Begleitung der Eltern, In Wolbeck arbeitet bereits das Team VSE-Jugendhilfeeinheit Kompass, mit Büro und Anlaufstelle in der Hofstrasse 9-11. Die MitarbeiterInnen haben ihren j Arbeitsschwerpunkt im Bereich der ambulanten erzieherischen Hilfen, sind aber auch zuständig für die Aufsuchende Arbeit des VSE in Wolbeck sowie für die Sozialpädagogische Übermittagbetreuung in der Hauptschule. Wir würden uns freuen, wenn das Amt und der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien in Münster dem VSE die Trägerschaft der o.g. Einrichtung übertragen würde, im Vertrauen auf die Kompetenz des Trägers und das überzeugende Konzept. it freundlichen Grüssen Wilfried Stein Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. ee Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Kindertageseinrichtung und kinderpädagogische Angebote in Wolbeck Nord Konzeptionelle Grundlagen (Stand: Januar 2010) VSE e.V. Beratungsstelle Münster Inhaltsv ichnis 1. Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord Kindertageseinrichtung und Kinderpädagogische Angebote 2; Der Träger 3 Konzeptionelle Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord 3.1. Ziele 3.2. Angebote 4. Gemeinwesenorientierung und Integration in den Sozialraum 5 Öffnungszeiten 6. Personal T. Finanzierung 8. Qualitätssicherung 9. Fazit Anhang Kindertageseinrichtung Kinderpädagogische Angebote 1. _ Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord Kindertageseinrichtung und Kinderpädagogische Angebote Mit dem vorliegenden Konzept zur Ausgestaltung der Trägerschaft für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck verfolgt der VSE e.V. das Ziel, für Kinder und ihre Familien ein pädagogisches Angebot vorzuhalten, das die festgestellten Bedarfe für Erziehung, Betreuung und Bildung aufgreift, Inhaltlich füllt und fortschreibt. Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord wird Betreuungslösungen anbieten, die die Bedürfnisse der Kinder ebenso berücksichtigt wie den Wunsch vieler Eltern nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir werden das Bedürfnis des „für das Leben lernen wollen" von Kindern aufgreifen und die Angebote danach ausrichten. Das bedeutet auch, die Chancengerechtigkeit für Kinder durch die Förderung der kulturellen, instrumentellen, sozialen und personalen Kompetenzen zu sichern. Während der Zeit, die die Kinder in der Kindertageseinrichtung sind, durchlaufen sie unterschiedliche Entwicklungsphasen. Daneben erleben Kinder in dieser Zeit Übergänge, zunächst in die Kindertageseinrichtung hinein und später den Wechsel in die Grundschule. Beides, die Entwicklungsphasen und die Übergänge, gilt es in besonderer Weise zu fördern und zu unterstützen. Hier kann ein ganz besonderer Synergieeffekt der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung entstehen, pädagogisch initiiert in partnerschaftlicher Kooperation mit den Eltern und den Institutionen vor Ort, Aufgrund unserer langjährigen und guten Kooperation mit den Partnern im Sozialraum Wolbeck werden wir die Vernetzung der Kinder- und Jugendhilfe- einrichtung konstruktiv umsetzen. Selbstverständlich ist es für uns, die gewachsenen Vereins- und Verbandstrukturen einzubinden und zu nutzen. Es ist uns bekannt, dass bereits jetzt unterschiedliche Angebote stattfinden, die kulturellen, instrumentellen, sozialen und personalen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien in umfassender Weise sowie lebenslagen- und altersadäquat fördern. Mit der Trägerschaft für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord werden wir das Bestehende ergänzen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Kinder und ihre Familien, die von Anfang an bei der Ausgestaltung „ihrer“ neuen „Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord“ beteiligt werden. Das bedeutet, schon in der Aufbauphase den Kontakt zu Eltern und Schulen und zum Kinder- und Jugendparlament aufzunehmen. Gemeinsam sollen inhaltliche und gestalterische Themen frühzeitig miteinander diskutiert werden. Nur durch die aktive Beteiligung ist eine hohe Identifizierung und Aneignung zu erreichen. Pädagogische und wirtschaftliche Synergien sind durch die Planung des Gebäudes sehr gut möglich. 2. Der Träger Der VSE ist anerkannter Träger der Jugendhilfe, der seit den siebziger Jahren in Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen differenzierte und individuelle Hilfen für Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anbietet und weiter entwickelt. Die Region NRW gliedert sich in die Bereiche Münsterland und Dortmund. In Münster und Dortmund sind jeweils Beratungsstellen und Geschäftsstellen angesiedelt, die für die fachlichen und verwaltungsbezogenen Abläufe bereichsbezogen verantwortlich sind, Der VSE ist Mitglied im Deutschen PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband. Der Mensch steht im Mittelpunkt! Unser Leitsatz: „...sich am Menschen orientieren“ drückt sehr treffend aus, um was es uns geht. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass Menschen für sich selbst und für ihre Kinder eine positive Zukunft wünschen. Manchmal brauchen sie dafür Unterstützung. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Hilfeprozesse so zu gestalten und Maßnahmen so zu entwickeln, dass Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien unsere Arbeit als Unterstützung bei der Gestaltung ihres Lebens erfahren, Wenn es gelingt, dass die Adressatinnen uns an ihrem Leben beteiligen, kann unsere Hilfe wirksam werden. Unser Augenmerk liegt dabei stets auf den Dingen, die Menschen bereits können, unser Bemühen richtet sich auf die Entwicklung ihrer Kompetenzen. Wir gehen davon aus, dass die Adressatinnen unserer Hilfen selbst das Potential haben, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu unterstützen. Wir sind ein basisdemokratischer Betrieb! Unsere inhaltlichen Grundsätze spiegeln sich in unserer Struktur wieder! Partizipation und Mitbestimmung münden in unserem Verein in Selbstverwaltung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Mitglieder im Verein und entscheiden so über alle betrieblichen Belange. Die engagierte Mitarbeit aller Kolleginnen und Kollegen ist das Fundament des VSE. Sichtbar wird dies in unseren kleinen oder auch größeren dezentralen Einrichtungen, in denen differenzierte Angebote vorgehalten werden. Ausgestattet mit vielfältigen Kompetenzen wird hier solide und kreative Sozialarbeit gemacht. 3. _Konzeptionelle Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord Bei all unseren Hilfen ist es uns wichtig, Kinder, Jugendliche und ihre Familien in ihrer Individualität und Besonderheit wahrzunehmen. Es interessiert uns, wie die Welt aus der Perspektive der Kinder aussieht. Unser Ausgangspunkt sind somit die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder und die damit verbundenen familiären Erfordernisse. Für das Aufwachsen von Kindern, für ihre Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung, für Vertrauensbildung und Bindungsfähigkeit stehen für uns zuallererst die Eltern in der Verantwortung und sind damit unsere wichtigsten Partner im pädagogischen Alltag der gesamten Einrichtung. Unser Ziel ist es, Kindern Anreize auf allen personalen Ebenen zu bieten, die die Grundlagen für lebenslange Lern- und Bildungsprozesse fördern. Wir wollen, dass Kinder neugierig bleiben! Eltern werden aktiv beteiligt und unterstützt. Für die Kinder und ihre Familien werden wir die vorhandenen Angebote und Ressourcen im Stadtteil Wolbeck bündeln und ihnen zugänglich machen, um die Chancengleichheit zu fördern und unterschiedliche Milieus zu verbinden. Wir verfolgen das Ziel die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck zu einem Eltern-Kind-Zentrum mit allen Beteiligten zu kreieren, das Bildungs- und Beratungsangebote auch für Eltern vorhält und gleichzeitig als Treffpunkt dient. 3.1. Ziele Die Kindertagesstätte und die kinderpädagogische Einrichtung sollen belebt sein von neugierigen, lebendigen, fröhlichen Kindern, die Freude an Bewegung, Spielen, Lernen und dem Miteinander haben. Kinder, die lachen und weinen, die sich trösten und trösten lassen, die sich am Gelingen freuen und vom Misslingen nicht entmutigen lassen. Wir nehmen die uns anvertrauten Kinder als jeweils einzigartige Persönlichkeiten wahr und stellen sie in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Unser pädagogisches Handeln orientieren wir konsequent an den persönlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Ansprüchen, an den Bildungsprozessen, der Gesundheit und den Interessen eines jeden Kindes. Es ist uns dabei besonders wichtig, leichte und spielerische Zugänge für die Kinder zu gestalten. Nur wenn Kinder Spaß am Lernen haben, wird sich auch ein langfristiges Interesse entwickeln. Durch den Aufbau eines Eltern-Kind-Zentrums unter Einbeziehung der vorhandenen Angebote und Institutionen ist es möglich, den Blick auf das konkrete Lebensumfeld, in dem ein Kind aufwächst, zu erweitern und Angebote zugänglich zu machen. Wolbeck ist ein Stadtteil mit wachsender Bevölkerungsstruktur. Insbesondere neu zuziehende Familien und ihre Kinder benötigen Begegnungsräume zur Integration und Orientierung. „Für die Erziehung eines Kindes benötigt man ein ganzes Dorf“. Im Überblick bedeutet dieses konkret: e Kinder und ihre Eltern stehen im Mittelpunkt unserer partnerschaftlichen Arbeit e Sicherheit und Transparenz für alle Beteiligten schaffen e Die Einbettung in das schon bestehende Netz der pädagogischen Angebote wird mit allen Beteiligten alltagsnah gestaltet e Beteiligung aller Akteure von Beginn an, um die Aneignung der Einrichtung und Eigeninitiative aufzubauen e Chancenjgleichheit für Kinder in sozial benachteiligten Lebenslagen durch individuelle Förderung e Integration unterschiedlicher Milieus e Kontinuität in der Begleitung der Kinder zunächst in der Kindertages- einrichtung und später in die kinderpädagogischen Angebote hinein. 3.2. Trias Betreuung, Erziehung und Bildung wird in den Mittelpunkt gestellt, personale Kompetenzen von Kindern und ihren Eltern werden genutzt und gefördert Stärkung des ehrenamtlichen Engagements Einbeziehung des sozialen Umfeldes der Einrichtung und der Kinder und Familien Attraktivität für Kinder mit Behinderungen schaffen Einbeziehung der älteren Generation Aufbau von bürgerschaftlichem Engagement Kooperation mit den Einrichtungen vor Ort, insbesondere mit dem Jugendamt der Stadt Münster, Schulen, den Beratungsstellen, kulturellen Einrichtungen, Politik und anderen Institutionen, die das Familienleben der Bürger von Wolbeck prägen Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen (Gender) Vermittlung von Medienkompetenz für Kinder und Eltern Angebote Mit der Übernahme der Trägerschaft für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck Nord verfolgt der VSE e.V. die oben genannten Ziele. Deutlich wird, dass wir unterschiedliche Zielgruppen, die zum Lebensumfeld von Kindern und ihren Familien gehören, einbeziehen werden. Entsprechend der Neigungen und Fähigkeiten werden sich die Angebote ausgestalten und zu einer breiten Palette führen. Im Focus bleibt die individuelle Förderung, um die oben beschriebenen Ziele erreichen zu können. Zur Umsetzung sind folgende Angebote wichtig: Gesundheitsförderung und Bewegungserziehung im Innen- und Außenbereich der gesamten Einrichtung Förderung der Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen / Geschlechtergerechtigkeit Bilinguale Erziehung in einer Gruppe der Kindertagesstätte und im Bereich der kinderpädagogischen Angebote Kulturpädagogik, um Aneignung von Kompetenzen und Blickwinkelweiterung zu ermöglichen Einbeziehung von unterschiedlichen Medien Funktion eines Brückengliedes einnehmen, um Zugänge zu anderen Angeboten im Stadtteil für alle Besucher und Besucherinnen zu ermöglichen Aufbau eines Elterntreffs in Form eines Elternkaffees Elternberatung und -bildung mit thematischen Schwerpunkten Generationsübergreifende Angebote Tagesmüttercaf& Kommunikation, Information zu aktuellen Themen und Bedarfen Flexible Öffnungszeiten 4. _Gemeinwesenorientierung und Integration in den Sozialraum Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord wird Bestandteil des öffentlichen Lebens in Wolbeck sein und wird mit anderen Institutionen kooperieren. Zu nennen sind: « Schulen Mitglieder des Jugendforums Museen und andere kulturelle Einrichtungen Andere Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen in Wolbeck Nachbarschaft Sportvereine und andere Vereine Kirchengemeinden Handwerksbetriebe Initiativen Die Erfahrungen der Kinder durch Berührung mit den oben aufgeführten Akteuren bedeutet nicht nur Wissensanreicherung sondern auch Stärkung des Selbstwertgefühls, insbesondere durch die Aneignung von Sozial- und Alltagskompetenzen, die zum Abbau von Schwellenängsten und zu personaler Sicherheit führt. 5. Öffnungszeiten Der VSE e.V. wird auf die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen reagieren und flexible Öffnungszeiten anbieten. Richtschnur wird das im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft - Kindertagesbetreuung — nach $ 78 SGB VII entwickelte „Grundlagenpapier zur Umsetzung flexibler Betreuungsangebote für Kindertageseinrichtungen in Münster“ sein. Die Einrichtung wird ganzjährig geöffnet sein, wenn dieses den Bedarfen entspricht. Um die Freizeit von Kindern- und ihren Familien mit gestalten zu können und insbesondere berufstätige Elternteile erreichen zu können, werden auch Angebote an den Wochenenden stattfinden. Damit werden wir das Miteinander in Familien und die Gemeinschaft von Familien im Stadtteil fördern. Die Öffnungszeiten für die kinderpädagogischen Angebote richten sich nach dem Alter der Kinder und den Themen der Veranstaltung. So kann ein Abenteuer- wochenende auf dem Gelände mit Übernachtungen oder speziellen Abendangebote sicherlich sehr reizvoll sein. 6. Personal Qualifizierte Kolleginnen, viele davon mit Zusatzqualifikationen stehen für die hohe Qualität der pädagogischen Arbeit im VSE e.V. Wir entwickeln unser internes Fortbildungsangebot zu unterschiedlichen pädagogischen Neuerungen und allgemeingültigen Standards, wie z. B. zu systemischer Beratung und lösungsorientierter Pädagogik. Dieses Angebot entwickeln wir kontinuierlich weiter und unterstützen außerdem die Teilnahme an externen Fortbildungen, beruflichen Bildungsmaßnahmen und Zusatzqualifikationen. Unsere Stärke liegt in der regelmäßigen und guten Reflektion der Arbeit. Das sichern wir über kollegiale Beratung, die zur Basisqualifikation aller MitarbeiterInnen gehört und über regelmäßig stattfindende Fach- und Teamberatung durch unsere Beratungsstelle. Die Fachberatung der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord wird ebenfalls an das Team der Beratungsstelle des VSE e. V. angegliedert sein. Die Teamarbeit ist uns ein besonderes Anliegen. Damit diese gut gelingen kann, können alle Teams externe Supervision in Anspruch nehmen. Für die Kombi-Einrichtung mit den beiden Angebotsschwerpunkten Kindertageseinrichtung und kinderpädagogische Angebote werden wir entsprechende Leitungsanteile freistellen. Die Fachberatung für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord wird sowohl Kompetenzen in der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen als auch in dem Bereich der Kinderpädagogik mitbringen. Ziel der Fachberatung ist die Weiterentwicklung qualifizierter pädagogischer Arbeit. Themen der Fachberatung sind u.a.: « Institutionsberatung Organisationsberatung Konzeptionsberatung Kommunikations- und Konfliktberatung Kooperationsberatung Qualitätsentwicklung 7. Finanzierung Der VSE e.V. hat die in der Ausschreibung vom 18.12.2009 genannten Daten zur Finanzierung der gesamten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung und zur Erwartung des Trägeranteils zur Kenntnis genommen. Der VSE e.V. wird die Trägerschaft zur Schaffung betriebswirtschaftlicher und pädagogischer Synergien für die komplette Einrichtung übernehmen. 8. Qualitätssicherung Die regelmäßige Überprüfung der konzeptionellen Vorgaben (Zielerreichung, Effizienz, Zufriedenheit der Kinder und ihrer Familien) und der pädagogischen Arbeit sind Bestandteile der Qualitätssicherung. Zur Umsetzung dienen u.a.! Regelmäßige Teamberatung mit Fachberatung Evaluation von Angeboten im Sinne der Konzeption (mit Kindern und Eltern) Supervision Fort- und Weiterbildung Qualitätsmanagement 9. Fazit Mit der Trägerschaft für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck Nord verbindet der VSE e.V. die Möglichkeit ein Eltern-Kindzentrum aufzubauen, das sich der Trias Betreuung, Erziehung und Bildung für alle Beteiligten stellt, um einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit für Kinder zu leisten. Die Angebote des VSE e.V. haben sich kontinuierlich mit den Bedarfen und Veränderungen der Gesellschaft mitentwickelt und ausdifferenziert. Dieses gelang uns durch die Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensphasen sowie deren Einbeziehung und Beteiligung an der gesamten gemeinsamen Arbeit. Gemeinwesenorientierung und Integration in den Sozialraum sind für uns außerdem selbstverständliche Aufgabenstellungen. Kindertageseinrichtung 1. Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit Wir werden unsere pädagogische Arbeit nach dem Situationsansatz ausrichten. Bei diesem Ansatz handelt es sich um ein Konzept zur Begleitung von Bildungs- und Lebensbewältigungsprozessen von Kindern in Kindertageseinrichtungen im Zielhorizont von Autonomie, Solidarität und Kompetenz. Ausgangspunkt unserer pädagogischen Arbeit ist die soziale und kulturelle Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen alles, was um die Kinder herum geschieht wahr - in der Familie und in der Gesellschaft - und setzen sich damit auseinander. Hierbei handelt es sich sowohl um Situationen und Interessen, mit denen sich die Kinder aktuell beschäftigen, als auch um Themen, die für ihr Leben in der Gesellschaft wichtig sind. Dabei steht für uns das Kind mit seiner gesamten Lebenssituation und seinen Interessen immer im Mittelpunkt. Dieses beinhaltet eine genaue Kenntnis des Sozialraums und eine kontinuierliche Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten. Wir stellen den Kindern die notwendigen Räume zur Verfügung, um individuelle Erfahrungen und Erlebnisse zu verarbeiten und zu begreifen, bedeutsame Fragen beantworten zu können und Zusammenhänge verstehen zu können. Diese kindgerechte Herangehensweise ermöglicht ihnen eine positive Entwicklung in allen personalen Kompetenzbereichen - sozial, emotional, kognitiv und motorisch. Wir werden den Kindern im pädagogischen Alltag ermöglichen, die gesamte Einrichtung als Erfahrungsraum nutzen zu können. Durch gruppenübergreifende Projekte fördern wir den Prozess, dass alle pädagogischen MitarbeiterInnen die Kinder der anderen Gruppen kennen, ebenso wie alle Kinder alle MitarbeiterInnen kennen. Dieses unterstützt die emotionale und soziale Selbstsicherheit der Kinder in ihrem Umfeld. Der fachliche Austausch in Fallbesprechungen und die Qualität in der Dokumentation wird durch diese offene Pädagogik zusätzlich begünstigt, da die Beobachtungen mehrerer Fachkräfte einfließen können. 2. Förderung und Bildung Die frühen Bildungsprozesse haben für die Entwicklung von Kindern einen besonderen Stellenwert insbesondere mit dem Blick auf Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Kinder sind geborene Forscher, Entdecker und Konstrukteure. Sie sind neugierig, wissensdurstig und begeisterungsfähig. Kinder benötigen Räume, die ihren Bewegungsdrang fördern und ihre Wahrnehmung schulen. Für den pädagogischen Alltag bedeutet dieses, dass die Räumlichkeiten als „dritter Pädagoge“ den Kindern zur Verfügung stehen mit Materialien, die Interesse wecken und Impulse setzen. Hier ist ein besonderer Synergieeffekt der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung zu 10 unterstreichen, der den Kindern die Möglichkeit bietet, durch die räumliche Vielfalt in Kleingruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten zu können. Der Kreativraum und der Bewegungsraum sind besondere Möglichkeiten. Wir werden einen höhenverstellbaren Medientisch installieren, der auch den Kindern der Kindertageseinrichtung die Arbeit mit dem Computer ermöglichen wird. Die pädagogischen Fachkräfte begegnen den Kindern mit Wertschätzung und bieten tragfähige Beziehungen an, um den Kindern eine Gemeinschaftserfahrung zu ermöglichen, die ihnen die notwendige Sicherheit vermittelt, die Welt entdecken zu können. Bildungsbereiche, die wir anbieten werden, sind: Sprache Mathematik Naturwissenschaft und Technik Ästhetik und Gestalten Ethik Musik Informationstechnologie Sport und Gesundheit Umwelt 3. Sprachförderung und Bilinguale Erziehung Der VSE e.V. sieht in der Sprachförderung eine exponierte Aufgabe, da insbesondere die Frühpädagogik die Aufgabe hat, alle Kinder in ihrem Spracherwerbsprozess möglichst optimal zu unterstützen und gezielt zu fördern. Sprache ist eine Schlüsselkompetenz, mit der sich Kinder den Zugang zur Bildung und zur Welt erschließen. Gute Sprachkompetenzen sind eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Verlauf der Schullaufbahn. Ziele sind: « sprachliche Anregung vor allem auch durch das Sprach- und Kommunikationsangebot der PädagogInnen, um den Spracherwerb auf allen Ebenen zu unterstützen und für alle Kinder günstige Ausgangsbedingungen zu schaffen; beginnende Verzögerungen erkennen, aufhalten oder abschwächen; kompensatorisch wirken, Nachteile ausgleichen, drohende Behinderungen erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten; « Kindern mit nicht deutscher Muttersprache den Erwerb der deutschen Sprache spielerisch zu ermöglichen « Eltern mit Migrationshintergrund zu erreichen, um Unsicherheiten abzubauen und eine erfolgreiche Sozialisation und Entwicklung der Kinder zu begünstigen * Auf die Schule vorzubereiten Angebote werden sein: « Sprachfördermaßnahmen « BISC und HLL durch eine entsprechen ausgebildete Fachkraft « Vorschulförderung mit weiteren gezielten Sprachfördermaßnahmen « Kooperation mit Logopädiepraxen « Delfin 4 Testungen als Pflichtleistung zwei Jahre vor der Einschulung « Kooperation mit den Grundschulen Mit der Sprache erlernen Kinder nicht nur Worte. Sprache vermittelt Kultur und ist ein unentbehrliches Medium zur Identitätsentwicklung. Für die bilinguale Erziehung sprechen folgende Thesen: «+ Je früher desto besser « Im Kleinkindalter besteht ein Synapsenüberschuss, der eine besonders gute Aufnahme von Lernreizen bietet Kleine Kinder lernen wesentlich schneller als große Bis zum sechsten Lebensjahr gelingt das Erlernen weiterer Sprachen in der Regel längerfristig am erfolgreichsten « Bis zum Ende des 3. Lebensjahres können Kinder mehrere Sprachen gleichzeitig erlernen * Kinder, die von klein an eine Zweitsprache erlernt haben, können weitere Sprachen wesentlich leichter erlernen Der VSE e.V. wird in der Kindertagesstätte eine bilinguale Gruppe anbieten. Aber auch im Bereich der kinderpädagogischen Angebote werden wir Methoden und zeitliche Räume entwickeln, wenn Kinder Spaß und Interesse zeigen, um die bilinguale Erziehung fortzusetzen. Für die bilinguale Erziehung werden wir eine Fachkraft einstellen, die die englische Sprache als „Native Speaker" beherrscht. Am wichtigsten ist es, dass dies immer auf eine spielerische Art und Weise, durch Hören und Nachsprechen passiert und die Kinder freiwillig und gerne die fremde Sprache lernen. 4. _Gesundheits- und Bewegungserziehung Kinder sollen Spaß an körperlicher Bewegung und Betätigung erleben. Dieses verbessert Ihr Wohlbefinden und erleichtert ihnen, ihren Körper und dessen Signale besser zu verstehen. Über die Förderung der Motorik wird die Psyche gleichermaßen angesprochen, da sie eine Einheit bilden und durch besondere Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen zur positiven Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Zudem werden über diese Prozesse die Grundlagen der Lernfähigkeit ausgebildet und gefördert. Gezielte Bewegungen sind in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung besonders gut durch den Bewegungsraum bei jedem Wetter möglich. Der VSE e.V. wird den Bewegungsraum mit entsprechenden Geräten zur motopädagogischen Förderung von Kindern ausstatten. 5. Ernährung Der Ernährung wird der VSE e.V. eine besondere Bedeutung geben, da das Essen für viele pädagogischen Themen Multiplikator sein kann. Neben der gesunden, ausgewogenen Ernährung, geht es hier auch um die Vermittlung von Kulturtechniken, wie gemeinsam am Tisch sitzen und die Entwicklung angemessener Rituale. So kann zu Festen das Essen Ausdruck für den kulturellen Austausch von unterschiedlichen Nationen sein oder Ausdruck für eine Gemeinschaft werden. Im pädagogischen Alltag werden die gesundheitlichen, kulturellen und ethnischen Themen immer berücksichtigt werden. Für das Mittagessen wird der VSE e.V. mit einer Firma kooperieren, die die oben genannten Bedingungen erfüllt. 6. Dokumentation Eine wichtige Voraussetzung für gelungene pädagogische Prozesse ist die regelmäßige und sorgfältige Beobachtung der einzelnen Kinder und die entsprechende Dokumentation des individuellen Entwicklungsstandes. Dokumentationshilfen dazu werden folgende Verfahren sein: Portfolio Bildungsdokumentation Deifin 4 Sensomotorische Entwicklungsgitter BISC MOT 4-6 Seldak „Mann-Zeichen-Test" 7. Zusammenarbeit mit den Eltern Es ist dem VSE e.V. wichtig, zu den Eltern eine vertrauensvolle Basis aufzubauen. Nur so kann es gelingen, dass Eltern aktiv an der Gestaltung des pädagogischen Alltags im Sinne ihrer Kinder mitwirken. Für die Weiterentwicklung der Kindertagesstätte ist eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern unerlässlich. Neben den täglichen "Tür und Angel Gesprächen" in der Bring-, verstärkt jedoch in der Abholzeit, finden Elterngespräche nach Vereinbarung, vorzugsweise am Nachmittag statt. Durch diese Intensive Elternarbeit ist es möglich, die familiäre Situation der Kinder kennen zu lernen und berücksichtigen zu können. Die vertraute Zusammenarbeit ermöglicht einen entsprechenden Austausch auch in schwierigen Situationen. Wichtig ist das beständige Signal zur Partnerschaft im Erziehungsalltag. Informationsmöglichkeiten für Eltern sind: Elternabende Eltern — Kindnachmittage Infopost Flyer Konzeption Elterncafe Infotafeln Der Elternrat wird in wesentlichen Angelegenheiten der Kindertageseinrichtung mitwirken, insbesondere bei der Weiterentwicklung der pädagogischen Konzeption, 13 der regelmäßigen Öffnungszeiten und der Essenversorgung der Kinder. Diese Unterstützung ist eine wichtige Ressource für den Kindertagesstättenalltag, um neue Ideen gemeinsam zu entwickeln und konzeptionelle Belange abzustimmen. 8. Erziehungsberatung- und Partnerschaft Die beraterischen Kompetenzen der Jugendhilfeeinheit Kompass des VSE e.V. werden in diesen Bereich einfließen. Regelmäßige Elterntrainings werden aus diesem Team heraus ebenso passieren können wie eine regelmäßige Beratung, die zu Beginn ein Mal im Monat angeboten werden wird. 9. Integration Zur Lebenssituation von Kindern gehört auch, dass sie mit unterschiedlichen Wertvorstellungen und Lebensweisen konfrontiert werden. Das bedeutet, mit der multikulturellen Situation in unserer Gesellschaft umgehen zu lernen. Der Ansatz des VSE e.V. ist, Ungleichheiten nicht zu verwischen, sondern im pädagogischen Alltag der gesamten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Wolbeck Nord die Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Lebensmöglichkeiten positiv zu unterstützen. Interkulturelle Bildung beinhaltet immer den Dialog des sich gegenseitigen Verstehens und kennen lernen Wollens. Kinder bringen die natürliche Neugier mit, sich frei in diesen Prozess zu begeben. Inklusion bedeutet für uns den selbstverständlichen Umgang mit Menschen mit Behinderung. Auch dieses gehört zum Weltwissen von Kindern. 10. Geschlechterbezogener Ansatz Der VSE e. V. fördert die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen. In allen Bereichen unserer pädagogischen Arbeit reflektieren wir unsere Konzepte, Methoden und Handeln im Alltag, ob die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, von Frauen und Männern gefördert wird. So ist es dem VSE e.V. bisher gelungen, alle pädagogischen Teams ausgeglichen mit Männern und Frauen zu besetzen. Dieses Ziel streben wir auch für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck Nord an, auch wenn das für den Kitabereich eine besondere Herausforderung darstellt. 11. Vereinbarkeit Familie und Beruf Bei der Entwicklung flexibler Betreuungszeiten ist es dem VSE e.V. ein wichtiges Ziel, die Balance zwischen der von Eltern gewünschten Flexibilität und der für Kinder erforderlichen Kontinuität sowie der erwarteten Qualität der pädagogischen Arbeit zu halten, Direkt in den Anmeldegesprächen sprechen wir die Eltern auf ihre Bedarfe zu den Betreuungszeiten und auch zur Betreuung über die Öffnungszeiten hinaus an. Eine 14 gute Kooperation in diesem Bereich ist wichtige Voraussetzung für das partnerschaftliche Arbeiten zum Wohle der uns anvertrauten Kinder. Je flexibler Kinder betreut werden, umso notwendiger werden Beratungsgespräche der Fachkräfte mit den Eltern. Um in den Sommerferien einen Engpass in der Betreuung aufzufangen, werden wir eine „Feriengruppe“ eröffnen. Der VSE e., V. wird darauf achten, dass eine gute Arbeitsatmosphäre geschaffen wird, die wichtige Grundlage für den pädagogischen Alltag mit den besonderen Herausforderungen der flexiblen Öffnungszeiten ist. Nur so kann den Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung getragen werden und eine Planungssicherheit erreicht werden. 12. Öffnungszeiten Zur Ausgestaltung der Öffnungszeiten wird sich das Team der Kindertageseinrichtung des VSE e.V. an den Grundlagen zur Umsetzung flexibler Betreuungsangebote der Stadt Münster verbindlich orientieren. Entsprechend der geplanten Gruppenstruktur für die Kindertageseinrichtung, die maximal 3 Gruppen des Gruppentyps | für zwei- bis sechsjährige Kinder vorhalten wird, werden den Eltern die Buchungszeiten von 25 Stunden in einer Gruppe, 35 Stunden in der zweiten Gruppe und 45 stunden in der dritten Gruppe angeboten. Gleichzeitig findet eine Abfrage nach dem Interesse an der Organisation alternativer Betreuungsangebote (z. B. durch eine Tagespflege außerhalb der Öffnungszeiten in den Räumen des Kindergartens) statt. Davon unabhängig werden Eltern generell beraten, die einen abweichenden Betreuungsbedarf haben. Alternativ dazu werden wir beim Aufbau von Elterngemeinschaften behilflich sein, die sich gegenseitig in Einzelfällen unterstützen können. Kinderpädagogische Angebote Handlungsweisend für die spielpädagogischen Angebote der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck Nord ist für den VSE e.V. der Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Münster von 2007 bis 2009. Der VSE e. V. wird für den Bereich der kinderpädagogischen Angebote der Prämisse folgen, dass Kinder Arbeitsinhalte und Formen mitgestalten, und lernen sich selbst zu organisieren. Für den VSE e.V. bedeutet dieses, dass die Einrichtung ein Ort des emanzipatorischen Lernens ist. Partizipation ist somit mehr als Beteiligung sondern ein Prozess, während dessen Kinder zu eigenständigen Persönlichkeiten heranwachsen. Auf dieser Grundlage ist es eine Notwendigkeit, Kinder in ihren unterschiedlichen Lebens- und Entwicklungsphasen, die sie von 6 bis 13 Jahren durchlaufen, und den damit verbundenen Übergängen zu unterstützen. Da viele Kinder nach dem Besuch der Kindertageseinrichtung in der Einrichtung verbleiben werden, ist eine gute Möglichkeit gegeben, diesen Ubergang gemeinsam mit allen Beteiligten förderlich gestalten zu können. Der Entwicklungssprung in die Grundschule und auch später in die weiterführende Schule stellt für das Kind und auch für Eltern eine besondere Herausforderung dar. Durch die pädagogische Begleitung und Förderung auf allen personalen Ebenen können Entwicklungsbrüche aufgefangen werden. Kinder benötigen auch nach Schulschluss bzw. in ihrer Freizeit verlässliche Lebens- und Sozialräume, neben solider und kontinuierlicher Betreuung sowie qualitativ guten pädagogische Angeboten auch unbedingt eigene freie Zeiten und Räume. Das pädagogische Team wird zu den kinderpädagogischen Angeboten begleitend Beratungs-, Vermittiungs- und Hilfsangebote leisten. Die Handlungsmaxime werden geprägt sein durch: Niedrigschwelligkeit Freiwilligkeit der Teilnahme Mit- und Selbstbestimmung der außerschulischen Lernprozesse Alltags- und Umweltorientierung Sozialraumorientierung « Prävention Daraus ergibt sich eine Offenheit und Flexibilität der Freizeit- und Bildungsangebote. 1. Zielgruppe Die Zielgruppe der Einrichtung für Kinderpädagogische Projekte sind Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Die Eltern werden je nach Alter miteinbezogen in die pädagogische Arbeit. Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt sein können, gilt es zu integrieren, zu beteiligen und zu fördern. 2. Arbeitsprinzipien Aus dem gesetzlichen Auftrag und aus der pädagogischen Arbeit mit den spezifischen Zielgruppen ergeben sich für die Einrichtung der kinderpädagogischen Konzepte als Sozialisationsfeld folgende Arbeitsprinzipien: Gender Mainstreaming bedeutet die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Neigungen von Jungen und Mädchen von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Der VSE e.V. wird diesem Auftrag gerecht, indem wir Mädchen und Jungen in ihren jeweiligen Lebensbezügen und Lebenswirklichkeiten wahrnehmen und ihnen durch entsprechende Angebote gerecht werden. Geschlechtsspezifische Besonderheiten werden thematisch aufgegriffen und bearbeitet mit der Zielsetzung, Benachteiligungen abzubauen und Gleichberechtigung zu fördern. Die Professionalität der Arbeit ist gekennzeichnet durch die bereits beschriebene Qualitätsentwicklung, der guten Qualifikation und der Authentizität der Fachkräfte. Geprägt wird diese Professionalität von einer kontinuierlichen Beziehungsarbeit, der Kooperation nach Außen, der Motivation im pädagogischen Prozess, des demokratischen Denken und Handelns. Die Projekte innerhalb der kinderpädagogischen Angebote werden sich an der oben beschreiben Trias der Betreuung, Erziehung und Bildung orientieren. Generell ist diese Einrichtung auch ein Ort der Bildung. Kinder finden hier Raum und Zeit und damit verlässliche Bereiche, um eigene Interessen zu verfolgen, Fähigkeiten und Neigungen auszuprägen und auszuprobieren. Kompetenzen werden spielerisch entdeckt und erlernt. Kinder werden befähigt, Kenntnisse und Fähigkeiten insbesondere auch durch selbst organisiertes, lebensnahes und soziales Lernen zu sammeln. Die Kinderpädagogischen Projekte in der Trägerschaft des VSE e.V. für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wolbeck Nord werden geprägt sein durch Pluralität. Kinder aller sozialen Schichten, mit und ohne Migrationshintergrund werden einen Ort finden für Partizipation, Selbstverwirklichung, Begegnung, gemeinsame Aktionen und Integration. Der VSE e.V. wird mit Hilfe unterschiedlicher Methoden die Bedarfe von Kindern und ihren Eltern je nach Alter ermitteln. Die Einrichtung wird sich durch ihre Bedarfs- und Lebensweltorientierung erkennbar zeigen. Das bedeutet ein hohes Maß an Flexibilität in der Programmgestaltung bei gleichzeitiger Beziehungsarbeit, Durch die Freiwilligkeit und dem Aufbau von ehrenamtlichem Engagement wirkt die pädagogische Arbeit in viele Bereiche. Kinder lernen, dass es möglich ist, Interessen und Ideen gemeinsam mit anderen zu verwirklichen, wenn sie gleichzeitig bereit sind, für sich und andere durch persönliches Engagement Verantwortung zu übernehmen. 4. Ziele Gesellschaftliche Teilhabe Soziales Lernen und Chancengleichheit Prävention Identitätsbildung Hilfen zur Orientierung und Beratung Erlebnis und Freiräume Entwicklungsmöglichkeiten Lobbyarbeit Leistungen der kinderpädagogischen Angebote Innerhalb der pädagogischen Arbeit ergibt sich für den VSE e.V. folglich die Untergliederung der Aufgabenbereiche in: 4.1. » D .» ee 0 0 9 8 Sozialer Ausgleich / Soziales Lernen Partizipation Gruppenarbeit Einzelunterstützung Ausflüge Geschlechtsspezifische Angebote Interkulturelle Begegnung Gelegenheitsstrukturen Arbeit mit benachteiligten Kindern Finden von Interessen und Begabungen Integration Entwickeln und Ausbauen von Kompetenzen Sozialer Ausgleich Schulische Unterstützung Elternarbeit Überbrücken von Milieubarrieren Freundschaften schließen, Zugehörigkeiten erschließen Barrierefreiheit gewährleisten Vorurteile abbauen 4.3. 4.4. 4.5. 5. Außerschulische Bildung Spielpädagogische Angebote Aufbau eines Außengeländes, das motorische und kreative Fähigkeiten fördert Projektarbeit in den Bereichen: - Medienpädagogik - Erlebnispädagogik - Sportliche Angebote in der einrichtungseigenen Bewegungshalle und auf dem Sportplatz - Interkulturelles Lernen - gesundheitliche Bildung und Aufklärung, Ernährung durch gemeinsame Kochangebote Infrastrukturelle Aufgaben Offener Treff Feriengestaltung und -programm Soziokulturelle Veranstaltungen mit Familien, Nachbarn und Anderen Ausstellungen und andere Veranstaltungen, um die Arbeiten der Kinder vorzustellen Feste Vernetzung Kooperation mit Schulen Bereitstellung von Räumen Andere Aufgaben Öffentlichkeitsarbeit Drittmittelakquise Organisation / Management Vernetzung und Kooperation Der VSE e.V. ist seit vielen Jahren Kooperationspartner im sozialen Netz des Stadtteils Wolbeck. Diese bisher konstruktive Zusammenarbeit mit anderen freien und öffentlichen Trägern, Vereinen, Verbänden der Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit und mit den Schulen wird die Vernetzung der Einrichtung der kinderpädagogischen Angebote sehr begünstigen.
Anlage5_Kids_und_Co
8509 Zeichen
‐ 1 ‐ Schule Jugend Kids & Co e.V. Fon: 0251 7476702 Michael Fiege Fax: 0251 7476703 Am Hof Schultmann 77 Mail: info@jugend-muenster.de 48163 Münster Konzeption für den kinderpädagogischen Bereich der Kinder‐ und Jugendhilfeeinrichtung in Münster Wolbeck‐Nord ehemals Verein zur Förderung der offenen Jugendarbeit in Münster e.V. ‐ 2 ‐ Inhalt Geschichte des Trägers Konzeptionelle Grundlagen zur gesamten Einrichtung Pädagogisches Konzept des Bau- und Abenteuerspielplatzes ‐ 3 ‐ Geschichte des Trägers Der Ursprungsverein „Verein zur Förderung der offenen Jugendarbeit in Münster- Mecklenbeck e.V.“ hat sich aus einer Interessengemeinschaft 1996 gegründet. Der damalige Gründungsgrund war das mobile Bauwagenprojekt in Münster- Mecklenbeck. Kontinuierlich baute der Verein sein Tätigkeitsfeld aus. Zunächst kam das für Münster heute noch einzigartige mobile Kinderangebot „Spielmobil“ hinzu sowie verschiedene Angebote in den Sommerferien. In den letzten fünf Jahren richtete sich der Ausbau verstärkt in den Bereich der kinderpädagogischen Angebote wie die verbindliche Ferienbetreuung für Schüler des Offenen Ganztages, die mittlerweile an sieben Grundschulen in Münster durchge- führt werden. Desweiteren übernahm der Verein 2006, 2009 & 2010 die komplette Trägerschaft der außerschulischen Betreuung an drei Grundschulen in Münster. Derzeit werden täglich 120 Kinder in vier Gruppen von 15 Mitarbeitern betreut. Ab März 2010 übernimmt der Verein eine weitere Trägerschaft der neuen Jugendein- richtung in Gelmer. Konzeptionelle Grundlagen zur gesamten Einrichtung Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Die vielfach zu beobachtende Auflösung traditioneller Familienstrukturen (Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Erziehung außerhalb der Familie in Wohn- gruppen und/oder – heimen), die Berufstätigkeit oder Arbeitslosigkeit beider Elternteile, das Fehlen von Geschwistern oder der zunehmende Konsum von Computerspielen, Internet oder Fernsehprogrammen haben zur Folge, dass Kinder und Jugendliche heute oft nicht mehr genügend persönliche Orientierung in realen Sozialbezügen erfahren. Um den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen nach persönlicher Orientierung gerecht zu werden und sie in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten und zu un- terstützen ist für uns das Konzept des Abenteuerspielplatzes zeitgemäßer und erfor- derlicher denn je! ‐ 4 ‐ Unsere Konzeption sieht vor, dass Kinder so spielen, wie es ihnen meist nicht mehr möglich ist. Unfertige Spielelemente regen zum aktiven Spielen an und fördern die Freude am Experimentieren. Sie lernen durch Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen und Begreifen. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz sind sie in der Lage auch kognitiv zu lernen. Gemeinschaftsfähigkeit, Verantwortungs- und Selbstbewusstsein und soziales Ver- halten werden eingeübt und gestärkt. Streitigkeiten untereinander, die Gleichberech- tigung von Mädchen und Jungen, die Toleranz und das Verständnis für andere Kulturen sollen mithilfe der eigenen Spielvorstellungen, den gewährten Frei- heitsspielraum und nicht zuletzt durch unser pädagogisches Fachpersonal angeleitet und vermittelt werden. Gemeinsam mit den Kindern sollen Regeln für die Benutzung des Spielplatzes auf- gestellt werden. Dabei stehen Teilhabe und die Selbstorganisation der Kinder im Vordergrund. Unsere Mitarbeiter verstehen sich als Bezugs- und Identifikationspersonen. Sie bieten Schutz und Geborgenheit, geben Vertrauen und bestärken die Kinder in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie stehen als Konfliktpartner, d.h. als Persönlichkeiten, an denen man sich reiben und mit der man erleben kann, wie man allmählich erwachsen wird. Ferner achten sie darauf, dass die Regeln, die gemeinsam von allen Spielplatzbesuchern geschaffen worden sind, eingehalten werden. Ergänzt wird unser pädagogisches Kernteam durch Honorar- und Teilzeitkräfte, Zivildienstleistende, Berufs- und andere Praktikanten. Desweiteren streben wir eine Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Professionen (Künstler, Tierexperten, Personen aus Theater, Handwerk, Gartenbau, Gesund- heitswesen…) an. Dabei sollen die ökolog ischen, handwerklichen sowie die künstle- rischen Handlungskompetenzen der Kinder angeregt und vertieft werden. Dem Umgang und der Auseinandersetzung mit anderen Menschen, mit Pflanzen, Materialien und Tieren messen wir hierbei eine große Bedeutung zu. Der Spaß und die Freude, Entspannung, Muße und Besinnung sowie mannigfaltige Bewegungsmöglichkeiten sollen hierbei ebenso berücksichtigt werden wie Erfolge, Grenzen und Grenzerfahrungen. Wir garantieren eine ganzjährige Präsenz, die Gelegenheit bietet für Projekte und spezielle Aktionen, zu denen man ein festes Haus bzw. multifunktionale Räumlichkeiten (Küche, Gruppen- und Werkräume…) benötigt. Dem Prinzip der Ganzheitlichkeit steht gleichberechtigt die Offenheit. Neben der Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ soll ebenfalls generationsübergreifende Arbeit geleistet werden. ‐ 5 ‐ Dem Kommunikationsbedarf der Eltern oder auch anderer Erwachsener wird hier eine Plattform gegeben, auf der sie Rat und Hilfestellung in lebensproblematischen Situationen erfahren. Die Einbindung in den Stadtteil kann ebenso über eine Integration von Anwohnern und/oder Schulklassen einschließlich Lehrpersonal zur Durchführung von Projekten sein. Die im Lebensalltag oftmals abgetrennten Bereiche Arbeit und Freizeit, Spiel und Lernen werden so auf dem Abenteuerspielplatz integriert. In der höheren Altersklasse streben wir zur Gestaltung des Übergangs in die „Jugendphase“ eine enge Zusammenarbeit mit der vorhandenen Jugendeinrichtung „Bahnhof Wolbeck“ an. Pädagogische Konzeption des Abenteuerspielplatzes Auf Abenteuerspielplätzen dürfen die Kinder so spielen, wie es ihnen in unserer verstädterten Gesellschaft meis- tens nicht mehr möglich ist. Gerade die unfertigen Spiel- elemente regen die Kinder aller Altersstufen zum akti- ven Spielen an und fördern so die Freude am Experi- mentieren, am Tätigsein. Abenteuerspielplätze fördern die Freude am Experimentieren. Der Grundgedanke eines Abenteuerspielplatzes zielt dahin, den Kindern Glück, Vertrauen, Selbstbewusst- sein, Selbständigkeit und soziales Verhalten zu vermit- teln. Abenteuerspielplätze vermitteln Selbst- ständigkeit. Die eigenen Spielvorstellungen der Kinder dürfen in keiner Weise eingeengt werden. Die Kinder selbst sol- len entscheiden, was, wie, womit, mit wem und wie lan- ge sie spielen wollen. Bisherige Erfahrungen auf bestehenden Abenteuer- spielplätzen beweisen, dass der den Kinder gewährte Freiheitsspielraum von diesen nicht missbraucht wird, sondern für sie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstbestimmung darstellt: Abenteuerspielplätze bieten Freiraum zur Selbstbestimmung aber auch zur Zu- sammenarbeit. 1. Streitigkeiten der Kinder untereinander (wie gegenseitiges Ärgern und Schlägereien) nehmen im Laufe der Zeit ab. Überhaupt tritt aggressives Verhalten immer mehr in den Hintergrund. ‐ 6 ‐ 2. Die Zusammenarbeit der Kinder wird auf ei- nem Abenteuerspielplatz gefördert. Die Kinder erkennen sich gegenseitig stärker an und sie helfen sich gegenseitig aus. Ältere Kinder kümmern sich um die Jüngeren, das heißt kooperative Verhaltensweisen der Kin- der werden mehr und mehr entwickelt. Man kann auf Abenteuerspielplätzen beobachten, dass die Kinder mehr zu gemeinschaftlichen Spielen als zu Einzelspielen neigen. 3. Der Abenteuerspielplatz bietet die Möglichkeit zum Spielen mit wesentlich höherem Kom- plexitätsgrad z.B. bauen die Kinder mehrstö- ckige Hütten und richten sie selbst ein. 4. Die Kinder beschäftigen sich länger mit ein und der- selben Sache, die Spiele nehmen längere Zeit in Anspruch, sie werden intensiver. Oft engagieren sich die Kinder über mehrere Tage an einer Sache. Kinder spielen auf dem Spielplatz län- ger. 5. Die Kinder lernen auf dem Abenteuerspielplatz viel schneller Gefahren zu erkennen und diese auch zu bewältigen. Sie werden mit Gefahren direkt konfron- tiert, wenn sie mit Werkzeugen und Materialien um- gehen. Die Geschicklichkeit im Umgang mit Werk- zeugen und die Bewältigung der Gefahren beim Spiel sind verblüffend. Kinder lernen die Be- wältigung von Gefah- ren.
Anlage3_Regenbogenkita
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REGENBOGEN KINDERTAGESSTÄTTE WOLBECK e.V.
Pädagogisches Konzept
Wir möchten
Stärken stärken
–
Mitglied bei
Eltern helfen Eltern e.V.
2010-01-26
1
Inhalt
1 Vorwort
2 Umfeld Einrichtung
3 Kurzprofil der Einrichtung
4 Pädagogisches Rollenverständnis
4.1 Die Rolle der Erzieherin
4.2 Menschenbild, Bild vom Menschen
4.3 Pädagogischer Wertekonsens des Teams
5 Gruppenorientierte Ansätze
5.1 Die Kindertagestättengruppe
5.1.1 Unser pädagogischer Ansatz in der Kindergruppe
5.1.2 Die Bedeutung der Erziehung in der Kita/insbesondere des Spiels
5.1.3 Die Vorschulerziehung
5.1.4 Spracherziehung
5.1.5 Gesundheitserziehung
5.1.6 Musikalische Früherziehung
5.1.7 Medienerziehung
5.1.8 Umwelterziehung
5.2 Der Kinder- und Jugendhilfebereich
5.2.1 Offener Treff
5.2.2 Kinder- und Jugendberatung
5.2.3 Allgemeine Hausaufgabenbetreuung
5.2.4 Sozialerziehung
5.2.5 Bedeutung des Spiels
5.2.6 Kreativitätserziehung
5.2.7 Kinderkultur
5.2.8 Lern und Erfahrungsmöglichkeiten
5.2.8.1 Abenteuerspielplatz
5.2.9 Projektarbeit
5.2.10 Ferienprogramm
5.2.11 Sozialraumorientierte Flexible Hilfen
6 Die Rolle der Eltern
6.1 Ziele der Elternarbeit, Verpflichtungen gegenüber den Kindern
6.2 Formen der Elternarbeit
6.3 Elterngespräche
6.4 Elternabende und Mitgliederversammlungen
7 Die Rolle des Vorstands
8 Die Rolle des Trägers, Rechte und Pflichten
8.1 Ziele und Vorgaben des Trägers
8.2 Informationsaustausch
9 Öffnung nach außen
2
1 Vorwort
Mit dieser Konzeption stellen wir unsere pädagogisc he Arbeit dar. Wir machen deutlich,
dass unser Handeln nicht zufällig zustande kommt, s ondern dass wir eine klare
Zielsetzung in der Arbeit mit Kindern haben. Unsere Konzeption dient als Fundament,
um angemessen auf die ständigen Veränderungen unser er Zeit reagieren zu können.
Sie ist unsere Antwort auf die pädagogischen Fragen , Lebensentwürfe und
Zusammenhänge, die uns im Alltag mit den Kindern un d Eltern begegnen. Wir glauben,
dass dieses Konzept Antworten auf viele Fragen gibt.
2 Umfeld der Einrichtung
Wolbeck ist ein Stadtteil von Münster und hat trotz seiner Nähe und Anbindung an
Münster`s Innenstadt einen dorfähnlichen Charakter. Die neue Kindertagesstätte bietet
die Möglichkeit zu einer modernen und freundliche E inrichtung; ergänzt durch
großzügige Außenanlagen incl. Bauspielplatz, so das s viel Freiraum und eine
angenehme Atmosphäre für die Kinder geschaffen werden.
3 Kurzprofil der Einrichtung
• Historie - Die Elterninitiative Regenbogen Kita Wolbeck e. V. wurde 1988 von
Eltern aus Wolbeck gegründet. Sitz des Vereins ist die Münsterstrasse 76B - am
Rande Wolbeck mit der bereits bestehenden Kindertag esstätte „Regenbogen –
Kindertagesstätte e.V.“.
• Gruppenstruktur - Die Kindertagesstätte bietet Platz für 60 Mädchen und
Jungen im Alter von 2 bis 6 Jahren. Die Kinder werden in drei Gruppen der
Gruppentypen I-III (25h / 35h / 45h pro Woche) betreut.
Im angegliederten Jugendhilfebereich (Hort) können bis zu 15 Kindern im Alter
von 6-14 Jahren schulbegleitend betreut werden.
• Personaleinsatz
Gruppe II
Gruppenleitung
(native speaker)
Fachkräfte
77 Fachkraftstd.
Gruppe I
Gruppenleitung
Fachkräfte
55 Fachkraftstd.
Jugendbereich
Sozialarbeiter
Honorarkräfte nach
Bedarf
ca. 45-50 Std.
Leitung der
Einrichtung
(39,5h)
Gruppe III
Gruppenleitung
Fachkräfte
99 Fachkraftstd.
3
• Räumliche Situation
Die räumliche Stituation ist durch die öffentliche Beschlussvorlage V/0565/2009
vom 19.08.2009 vorgegeben.
• Trägerschaft und Organisation
Dachverband der Elterninitiative ist der Verein „ E ltern helfen Eltern“, er
übernimmt eine beratende Funktion bei pädagogischen , konzeptionellen und
verwaltungstechnischen Fragen. Die Einrichtung wird von der Stadt Münster und
dem Land NRW gefördert und finanziell unterstützt. Die Förderung beläuft sich im
auf 96% für die Kindertagesstätte, der Eigenanteil der Eltern auf 4%. Im
Jugendhilfebereich stellt der Träger einen Eigenanteil von 10%.
Die Elterninitiative setzt auf die aktive Mitarbeit der Eltern in der Einrichtung, im Jahr
werden zehn Stunden Elternarbeit pro Familie geleis tet. Es finden vier Elternabende
(gruppenintern) und vier Mitgliederversammlungen fü r die gesamte Elternschaft –
welche alle Mitglieder sind - im Jahr statt.
Der Vorstand setzt sich aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern zusammen, die von
der Mitgliederversammlung gewählt werden und für di e wirtschaftliche, personelle
und organisatorische Geschäftsführung zuständig sind.
Geplante Öffnungszeiten der Einrichtung
Montag bis Donnerstag 7:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitags 7:30 Uhr bis 17:00 Uh r
4
4 Pädagogisches Rollenverständnis
Die Elterninitiative der Regenbogen-Kita Wolbeck e. V. bewirbt sich um die Trägerschaft
der Einrichtung. Die Einrichtung wird gemäß § 45 SG B VIII (KJHG) betrieben und
gefördert. Unser gemeinsamer pädagogischer Ansatz unterteilt sich in drei Bereiche:
4.1 Die Rolle der pädagogischen Mitarbeiter
Als Erzieher/innen nehmen wir die Rolle eines verlä sslichen, vertrauensvollen und
unterstützenden Partners der Kinder ein.
Unsere Aufgabe ist es, für einen geregelten Tagesab lauf zu sorgen, der den
unterschiedlichen körperlichen und sozialen Entwick lungsbedürfnissen der Kinder –
unter Berücksichtigung der jeweiligen Altersstufe – entspricht. Dazu schaffen wir
entsprechende Bedingungen und Erfahrungsräume.
Unsere Aufmerksamkeit ist gerichtet auf Anliegen, W ünsche und Bedürfnisse der
Kinder. Als Erzieher/innen nehmen wir in der Kita e ine Vorbildfunktion ein und
entwickeln ein Miteinander, das von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt
ist.
Aufgrund eines geregelten Tagesablaufs bieten wir d en Kindern Orientierung und
Sicherheit.
Wir motivieren die Kinder, ihre Wünsche sowie ihre Einfälle und Ideen zu äußern. So
nehmen sie aktiv am Zusammenleben in der Kita teil. Wir unterstützen die Kinder in
Konfliktsituationen, hier können sie lernen, sich z u artikulieren und gemeinsam
Kompromisse zu schließen. Wir regen die Kinder zum gegenseitigen Helfen, zum
Vorzeigen, Vormachen und Nachahmen an. Sie lernen H ilfe zu suchen und
anzunehmen.
Durch gezieltes Beobachten finden wir heraus, welch e Fragen und Probleme die Kinder
beschäftigen. Auf der Suche nach Antworten ermutige n wir sie Fragen zu stellen und
sich mit ihnen auseinander zu setzen. Wir erschließ en mit den Kindern immer wieder
neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten sowohl inner halb als auch außerhalb der
Einrichtung.
Auch Spaß und Freude an körperlicher Bewegung werde n unterstützt; ebenso wie
motorische Fertigkeiten. Die Kinder haben die Mögli chkeit, Naturmaterialien und
vielfältiges Spielzeug zu nutzen.
4.2 Menschenbild, Bild vom Menschen
„Das Kind ist Akteur seiner Entwicklung“ (Jean Piaget)
In unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind im M ittelpunkt. Wir sehen es in seiner
Einzigartigkeit, mit all seinen Gefühlen wie Freude , Angst, Wut, Trauer, seinen
Bedürfnissen, seinen Träumen, seiner Lebendigkeit, seiner Neugierde und allem, was
sein Wesen ausmacht. Die Akzeptanz jedes einzelnen mit seinen Stärken und
Schwächen bestimmt das Leben und Lernen in der Kita . Für dieses gemeinsame Leben
sind Platz, Raum und Zeit wichtige Faktoren. Danebe n benötigen Kinder Raum,
Kontakte zu anderen Kindern aufzubauen, Freundschaf ten zu schließen, sich zu
streiten, Geheimnisse miteinander zu haben, sich zu bewegen, sich in Ruhe
zurückzuziehen und natürlich um zu spielen. Für die se Aktivitäten benötigen Kinder
ausreichend Zeit. Im Bezug auf die eigenen Bedürfni sse, Rechte und Pflichten des
5
Kindes gibt es besprochene Regeln und Grenzen.
Wir sehen das Kind als eigenständige Persönlichkeit . Es hat das Recht auszuprobieren,
zu experimentieren, neugierig zu sein, Fragen zu stellen, Fehler zu machen, wütend und
traurig sowie fröhlich, nachdenklich oder ängstlich zu sein. Darüber hinaus ist es wichtig,
das Lebensumfeld des Kindes mit einzubeziehen, die Familie, in der das Kind
aufwächst, aber auch das weitere Umfeld. Die Kinder sollen sich bei uns wohl und
geborgen fühlen, soziale Kontakte knüpfen und pflegen.
Abschließend lassen sich folgende Punkte für unsere pädagogische Arbeit
zusammenfassen:
• das Kind wird anerkannt als aktiver Mitgestalter von Entwicklung und Bildung
• das wesentliche Potential für die kindliche Entwi cklung steckt im Kind selbst
• es ist ein vollwertiges menschliches Wesen mit ei gener Identität
• das Kind ist ein Entdecker und Forscher - in ihm steckt viel verborgene
schöpferische Kreativität
• Bewegung und Tätigkeit sind der Motor seiner Entw icklung
4.3 Pädagogischer Wertekonsens des Teams
„Das ist uns wichtig“
Wertschätzung
• Stärken und nicht Schwächen hervorheben
• Gefühle und Gedanken anderer akzeptieren können
• andere so zu behandeln wie man selber behandelt w erden möchte
• unsoziales Verhalten sachlich beurteilen und nich t verurteilen
• Verantwortung für eigene Affekthandlungen übernehm en
• fremde Affekthandlungen nicht persönlich nehmen
• positiver sprachlicher Umgang
Soziale Wahrnehmung
• Kontakte knüpfen können
• Störungen wahrnehmen und darauf reagieren können
• eigene und fremde Gefühle wahrnehmen und akzeptier en
• die Wirkung des eigenen Verhaltens auf andere wahr nehmen
Ich-Bewusstsein & Selbstständigkeit
• Erfahrung und Einsatz des eigenen Körpers
• eigene Wünsche und Gefühle wahrnehmen und benenne n
• Grenzen erkennen
• Bewusstsein über die soziale Position in der Grup pe
• Regeln akzeptieren und ungerechtfertigte in Frage stellen
• sich angemessen gegen Unterdrückung wehren
• Misserfolge ertragen und daraus lernen können
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Konfliktbewältigung
• gewaltloser Umgang
• gegenseitiges Zuhören
• Konflikte wahrnehmen und darüber berichten
• sich in andere hineinversetzen
• Konfliktlösungen finden, vorschlagen und zwischen mehreren Lösungen
entscheiden
• sich mit Schwächeren solidarisieren
• manche Konflikte als nicht lösbar akzeptieren
Hilfsbereitschaft
• selbst Hilfe annehmen können
• sich nicht aufdrängen
• Schwächen anderer nicht ausnutzen
5 Gruppenorientierte Ansätze
5.1 Die Kindergruppen
Die frühpädagogische Betreuung in unserer Einrichtu ng soll die in der Familie
begonnene Erziehung unterstützen und ergänzen. Eine wichtige Voraussetzung ist der
regelmäßige Erfahrungsaustausch mit den Eltern. Er bietet die Chance einer
Übereinstimmung des Erziehungsstils. Darin sehen wi r eine wesentliche Grundlage für
die Entwicklung einer selbstbestimmten, schöpferisc hen und eigenverantwortlichen
Persönlichkeit des Kindes.
5.1.1 Unser pädagogischer Ansatz in der Kindergruppe
Die Grundrichtung unserer pädagogischen Planung und Zielsetzung ist die
Lebensweltorientierte Pädagogik, ein ganzheitlicher Ansatz in großer Nähe zum
Situationsorientierten Ansatz.
Dabei stellen wir die Kinder und ihre unmittelbare tägliche Erlebnis-, Lern- und
Lebenswelt in den Mittelpunkt unserer Betrachtung, so dass dem einzelnen Kind eine
allgemeine und umfassende Entwicklung ermöglicht wird. Ein wichtiger Grundsatz ist es,
ein Zusammenleben zu ermöglichen, das eine gegensei tige Akzeptanz und Achtung vor
der jeweiligen Eigenart, Stärke, Schwäche und dem Temperament zulässt.
Klare und konsequente Regeln, welche für alle Kinde r einsehbar sind, ermöglichen den
Kindern ein breites Handlungsspektrum und viele Freiräume. In diesem Zusammenhang
spielt das gegenseitige Vertrauen eine große Rolle. Den Wert und die daraus
resultierenden Möglichkeiten eines unbeschwerten un d vertrauensvollen Umgangs
miteinander im Alltag zu vermitteln ist eines der w esentlichen Ziele des methodischen
Vorgehens unserer pädagogischen Arbeit.
Die Erzieher als aktive Beobachter und positives Vo rbild der Gruppe setzen zudem Lob
und positive Verstärkung zur Förderung von Selbstsi cherheit, Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen bewusst und gezielt ein.
7
In unserer pädagogischen Arbeit sehen wir die Mögli chkeit und Notwendigkeit, flexibel
auf die Bedürfnisse und Interessen des Kindes bzw. der Gruppe einzugehen d. h.:
• aktuelle Ereignisse spontan aufzugreifen und zu ve rarbeiten
• individuell den unterschiedlichen Entwicklungsstan d des Kindes bezüglich seiner
erlebnis -, gedanken- und handlungsbezogenen Erfahrungen zu berücksichtigen
• den bereits vorhandenen Erfahrungsbereich des Kind es zu erweitern
• dem einzelnen Kind einerseits Anregungen anzubiete n, ihm andererseits den
Freiraum zu gewähren, seine Absichten im Rahmen sei ner Fähigkeiten und
Interessen zu verwirklichen
• Defizite (Verhaltens-, Entwicklungsstörungen) durc h entsprechende gezielte
Förderung zu kompensieren
• Sozialverhalten in der Gruppe zu fördern
• sowie den Kindern altersgerechte Hilfen zur Verarb eitung und Lösung von
Konflikten zu geben
5.1.2 Bedeutung der Erziehung in der Kita (insbesondere des Spiels)
Die Grundlage für unser pädagogisches Handeln ist d ie Orientierung am Erziehungs-
und Bildungsauftrag der Kindertagesstätte. Dabei so llen Erziehungs-, Bildungs-,
Betreuungs- und Versorgungsauftrag in einem ausgewo genen Verhältnis zueinander
stehen; so dass eine ganzheitliche und umfassende F örderung des einzelnen Kindes in
der Gruppe gewährleistet wird.
Die (früh-)pädagogische Betreuung in unserer Einric htung unterstützt und ergänzt die in
der Familie stattfindende Erziehung.
Als Grundform kindlichen Lernens hat dabei das Spie len eine besondere Bedeutung. Im
Spiel erwirbt und verarbeitet das Kind sein Wissen von der Welt, entwickelt Fähigkeiten,
Probleme zu lösen, gestaltet soziale Beziehungen un d erfindet eigene Phantasiewelten.
Die Kinder drücken im Spiel ihre Gedanken, Gefühle, Probleme und Ängste aus. Im
Rollenspiel werden interaktiv viele Teilbereiche de r kindlichen Persönlichkeit gefördert
und unterstützt:
• ein Verständnis sozialer Rollen wird erworben und das Selbstbild entwickelt
• der Erfahrungs- und Handlungsspielraum wird erweit ert
• Selbstwertgefühl wird gestärkt
• Ausdauer wird geübt
• Phantasie und Kreativität werden gefördert
• neue Wege für Lösungsmöglichkeiten werden erlebt
• motorische Fähigkeiten werden ausgebaut und verfei nert
8
Kinder müssen nicht zum Spielen angeregt werden, si e erkunden aus eigenem Antrieb
spielerisch ihre Umwelt. Damit sich die im Spiel li egenden Chancen für Lernen und
Entwicklung entfalten können bieten wir den Kindern die nötigen Voraussetzungen in
unserer Einrichtung:
• speziell abgetrennte Bereiche abseits der Laufwege
• eine Vielfalt an Requisiten für den Innen- und Auß enbereich
• angemessene Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Rol lenspielmaterialien
• der Tagesablauf wird so geplant, dass alle Kinder täglich ausreichend Zeit und
Gelegenheit zum Spielen haben
5.1.3 Die Vorschulerziehung
Die Vorschulgruppe hat einen besonderen Stellenwert . Die Förderung der Kinder setzt
früh ein, um beste Startchancen für den Schulanfang zu schaffen. Die Vorschulgruppe
konzentriert sich dabei verstärkt auf verschiedene Bildungsbereiche wie Motorik,
Wahrnehmung, soziale Kompetenzen und elementares Wissen.
Da heißt es zum Beispiel für den Bereich
• Motorik
Das Kind greift kleine Gegenstände sicher, schneide t einfache Formen aus. Für
den Bereich Wahrnehmung bedeutet dies, dass das Kin d Formen und Farben
unterscheiden kann, Geräusche seiner Umwelt ortet u nd erkennt, selbständig
Räume in seiner vertrauten Umgebung wieder findet.
• Kommunikation
Das Kind geht auf andere zu, hält Regeln ein, geht kleinere Probleme aktiv an,
beschäftigt sich für eine Zeit lang alleine.
• Sprache
Es erzählt eine kurze Geschichte treffend wieder, w endet grammatikalische
Grundregeln richtig an, gliedert Worte in Silben, v ersteht Symbole im Alltag, z.B.:
Verkehrszeichen. Sie werden im letzten Kindergarten -Jahr Zahlen und
Buchstaben kennen lernen. Außerdem werden spezielle Mal-, Koch- und
Backaktivitäten angeboten. Weiterhin finden speziel l für dieses Alter gezielt
Ausflüge mit den Vorschulkindern statt, beispielswe ise ein Besuch im
Landesmuseum mit Führung eines geschulten Museumspä dagogen, Besuch auf
dem Wochenmarkt in Münster usw..
5.1.4 Spracherziehung
„Guten Morgen…“so fängt ein Kindergartentag in unse rer Einrichtung an. Damit ist der
Grundstein der Kommunikation für die Spracherziehun g schon gelegt. Doch für Kinder
im Alter von zwei bis sechs Jahren bedarf es mehr F örderung als die schnelle
Kommunikation von Erwachsenen. Es ist wichtig, dass Kinder das, was sie sagen auch
verstehen; und dass sie, was sie verstehen, auch sa gen können. Eine kindgerechte Art
der Kommunikation ist das aktive Zuhören. Der Erwac hsene hört dem Kind zu, meldet
völlig wertfrei zurück was er verstanden hat und st ellt gezielte Fragen bei Unklarheiten.
Auch das Vorlesen von Büchern, dient der Spracherziehung.
Kindern Texte vorlesen und sie weiter- oder nacherz ählen lassen ist förderlich für den
Ausbau des Wortschatzes und der richtigen Aussprach e. Kinder lernen sehr gut durch
9
eigene Handlungen und dem das Singen von Liedern. H ier werden Tätigkeiten benannt
und sind gut zu merken, da Lieder oft wiederholt we rden. Es ist wichtig, dass die Kinder
auch untereinander kommunizieren. Dazu gibt es die Rollenspielphase, aber auch die
Kinderkonferenz, die einmal wöchentlich stattfindet . An dieser Konferenz sind alle
Kinder beteiligt. Dort haben sie die Möglichkeit, s ich zu einem aus ihrer Sicht wichtigen
Thema der Gruppe mitzuteilen. Für eine auch altersg erechte Förderung findet für jedes
Kind ein altershomogenes Gruppenangebot statt. In d ieser Gruppe haben die Erzieher
die Möglichkeit die altersentsprechenden Fähigkeite n zu überprüfen und sie gezielt zu
fördern.
Durch die Besetzung der Gruppenleitung in der Grupp e II (35h) durch einen englischen
native Speaker wird diese Gruppe nach einem bilingualen Konzept ausgerichtet.
5.1.5 Gesundheitserziehung
Die Gesundheitserziehung ist eingebettet in die all gemeine Erziehung des Kindes,
gesetzliche Vorgaben werden umgesetzt.
Positive Werte wie Selbstverwirklichung, Selbstwert gefühl, Lebensfreude und
Leistungsfähigkeit sind oberstes Leitziel. Dazu geh ört auch, für eine möglichst
störungsfreie Entwicklung der Persönlichkeit Sorge zu tragen.
Schwerpunkte der Gesundheitserziehung in unserer Einrichtung sind:
• Unfallverhütung
• körperliche Aktivität im Spiel
• Vermittlung eines Körper- und Organbewusstseins
• Zahngesundheitserziehung
• hygienische Fertigkeiten und Gewohnheiten
• gesunde Ernährung, Ernährungsverhalten
• Umwelterziehung
• Vermittlung positiver Werte wie Lebensfreude, Selb stverwirklichung,
Leistungsfähigkeit
• Austausch mit den Eltern
Diese Schwerpunkte werden in Spielen, Projekten und im alltäglichen Umgang
miteinander umgesetzt.
5.1.6 Musikalische Früherziehung
Es gilt als erwiesen, dass Musik den Menschen beein flusst. Für Kinder ist es ein
wichtiges Medium, sich auszudrücken und anderen mit zuteilen. Durch Lieder wird die
Umwelt kreativ und spielerisch auf der Gefühlsebene vermittelt. So bieten alle Spiele, in
denen Musik, Sprache und Bewegung vereint sind, dem Kind eine ausgezeichnete und
ganzheitliche Förderung der Sinneswahrnehmung und der Gesamtpersönlichkeit. Immer
wieder können wir bei Aktivitäten beobachten, wie u nterschiedlich Kinder auf dieselbe
Musik reagieren, z. B. wenn sie in einer Kleingrupp e bei gemütlicher Atmosphäre zu
klassischer Musik malen oder sich einfach frei dazu bewegen. Geplant sind regelmäßige
Projekte wie das Basteln von Instrumenten oder Klan ggeschichten aufnehmen. Den
Kindern stehen verschiedene Rhythmusinstrumente zur Verfügung. Darüber hinaus wird
eine Kooperation mit der Musikschule angeregt, um e ine musikalische Früherziehung in
der Einrichtung zu installieren.
10
5.1.7 Medienerziehung
Die Entwicklung der bunten Welt der Medien scheint in immer schneller werdendem
Tempo vorwärts zu gehen. Es gibt viele Medien, die wir heutzutage nutzen können oder
müssen.
Um die Kinder auf den richtigen Umgang damit vorzub ereiten, nutzen wir
altersentsprechende Medien wie z. B. Bücher, Spiele , Kassetten und Dias. Die Kinder
sollen im Umgang sicher werden, damit sie sich ansc hließend mit anderen Medien
auseinander setzen.
Es gibt eine Vielzahl an Büchern, die den Kindern d en ganzen Tag zur Verfügung
stehen. Für die Kinder ist es das meist genutzte Me dium. Als Besonderheit ist ein
Kinderkino geplant, dies ist ein mittels Dias gezei gtes Buch, dessen Geschichte beim
Anschauen erzählt wird. Für die Kinder ist es sehr schön, in gemütlicher Atmosphäre
und mit der gesamten Gruppe ein Buch zu sehen und z uhören. Doch eines der
spannendsten Medien für die Kinder ist das Foto ode r der Film. Feste, Projekte oder
Dinge des Alltags werden fotografiert oder gefilmt und im Kinderkino vorgeführt.
Anschließend werden diese Fotos mit den Kindern aufgehängt.
5.1.8 Umwelterziehung
Erhaltung und Schutz der natürlichen Umwelt sind an gesichts der zunehmenden
Umweltbelastungen der letzten Jahrzehnte ein wichti ges gesellschaftliches Anliegen. In
der heutigen Zeit gewinnt daher auch schon bei den jüngeren Kindern das Thema
Umwelterziehung zunehmend an Bedeutung. Zielrichtun g unserer diesbezüglichen
pädagogischen Arbeit ist es, den Kindern durch spie lerisches Erleben bereits in jungen
Jahren ein Bewusstsein für die Natur und damit einh ergehend einen
verantwortungsvollen Umgang mit deren Ressourcen zu vermitteln.
Da sich die neue Einrichtung in ländlicher Lage bef indet und über ein großes
Außengelände verfügt, gibt es vielfältige Möglichke iten, den Kindern die Natur nicht nur
theoretisch, sondern auch in spielerischer Form pra ktisch nahe zu bringen. Aufgrund
des großzügig gestalteten Außengeländes haben sie s tets die Möglichkeit, sich direkt
und intensiv in und mit der Natur zu beschäftigen. So besteht im Rahmen der
Freispielphase für die Kinder beispielsweise die Ge legenheit Forscher, zu spielen,
indem sie Regenwürmer oder Käfer näher untersuchen und ihnen ein eigenes Terrarium
einrichten. Durch den direkten Kontakt mit Pflanzen und Tieren lernen die Kinder die
Natur als etwas positives und lebendiges kennen und schätzen. Des Weiteren geplant
ist einmal wöchentlich ein Ausflug in den örtlichen Wald. Dort können die Kinder
unmittelbar erfahren, wie der Wald sich im Laufe de r Jahreszeiten verändert und die
einheimische Tier- und Pflanzenwelt näher kennen le rnen. Die Kinder haben
Gelegenheit den Wald näher zu erkunden (z. Bsp. Blä tter sammeln) und zu erleben,
welche Spielmöglichkeiten der Wald bietet. Daneben werden regelmäßig gezielt
umweltbezogene Einzelprojekte umgesetzt. Hierzu ste hen den Kindern neben den
praktischen Möglichkeiten entsprechende Bücher zur Verfügung, wie zum Beispiel „B.
woher das Brot kommt“ oder „Wer wohnt im Bach“.
11
5.2 Der Kinder- und Jugendhilfebereich
Leitziele für die Arbeit im Kinder- und Jugendhilfebereich
• Erlangen von Sozialkompetenz
• Emanzipierende Kinder- und Jugendarbeit
• Förderung von Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit
• Erschließung gesellschaftlicher Lebenswelten im sozialräumlichen Bezug
• Vernetzung und Erschließung von Angeboten für Kinder und Jugendliche
Die Kinder- und Jugendhilfebereich bietet Kindern z wischen dem 6. und 13. Lebensjahr
einen geistigen, materiellen und immateriellen Raum, indem sie sich entwickeln können.
Die Kinder finden in den Betreuern Partner und Begl eiter, die sie durch diese
Entwicklungsphase begleiten. Der Alltag soll sich i n einem ausgewogenen Verhältnis
zwischen Anleitung, Eigeninitiative, Freispiel und Projekten abspielen. Die
Kommunikation der Kinder untereinander, sowie die K ommunikation zwischen Kindern
und Erwachsenen ist von großer Bedeutung. Wir möcht en mit den Kindern Konflikte,
Kompromisse und auch weniger „aufreibende“ Themen, wie die Planung des Projekts,
gemeinsam entwickeln.
5.2.1
Offener Treff
Die Konzeption des Offenen Treffs orientiert sich v orrangig an den Bedürfnissen der
älteren Kinder, da sie eher ein offenes Angebot nut zen als die jüngeren, welche
verstärkt konkrete Ansprechpartner und Angebote benötigen.
Der Offene Treff zunächst eine altersgerechte bistr oähnliche Lokalität. Er bietet die
Möglichkeit, sich außerhalb von Schule und Familie mit Gleichaltrigen zu treffen und
auszutauschen. Wichtig für die Jugendlichen sind hi erbei regelmäßige und verlässliche
Öffnungszeiten.
Aufgabe der Mitarbeiter ist es, diesen Austausch in einem geschützten Rahmen zu
ermöglichen, wobei eine große Bedeutung auf der Fre iwilligkeit des Angebots beruht.
Das Aufeinandertreffen vieler unterschiedlicher Gru ppen, in ethnischer, religiöser,
sozialer und auch altersbedingter Hinsicht, erforde rt die Anwesenheit einer mit der
Situation vertrauten Person und regelmäßig auch ein regelndes Intervenieren.
Gleichzeitig entstehen in diesem Rahmen eine Vertra uensbasis und eine
niederschwellige Möglichkeit, bei Problemen Kontakt mit einem pädagogisch geschulten
Mitarbeiter aufzunehmen.
Das Funktionieren des Offenen Treffs ist die Grundv oraussetzung für weiterführende
Projekte, die auf die individuelle Förderung einzelner Gruppen abzielen.
Regeln für das soziale Zusammenleben in der Gruppe werden mit den Kindern
gemeinsam entwickelt und leiten sich aus dem Gruppe ngeschehen ab. Die Regeln der
Gruppe sollen als Hilfestellung und Orientierung ve rstanden werden. Eine regelmäßige
Überprüfung der Gruppenregeln und geeigneter Veränd erungen werden im Team und
mit den Kindern besprochen.
12
5.2.2 Kinder- und Jugendberatung
Die Kinder- und Jugendberatung der kommunalen Kinde r- und Jugendarbeit richtet sich
an Kinder und Jugendliche, die in Problemlagen jeglicher Art nicht weiter wissen.
Sie haben die Möglichkeit, sich selbstständig und z unächst ohne Wissen der Eltern an
die beratende Fachkraft zu wenden.
Ziel des Angebots ist es, Kindern und Jugendlichen frühzeitig eine niederschwellige
Anlaufstelle für akute Probleme zu bieten. Die Bera tung selbst hat zum Ziel, das
Problem zu erfassen und eine Linderung oder gar Lös ung herbeizuführen; sie grenzt
sich von therapeutischen Zielsetzungen deutlich ab. Vielmehr soll im Erstgespräch
schon geklärt werden, ob es sich um ein vor Ort lös bares Problem handelt oder ob
weitere Beratungsstellen im dezentralen Hilfesystem kontaktiert werden müssen. Je
nach dem sind dann auch die Erziehungsberechtigten zu informieren, natürlich in
Absprache mit dem Kind / Jugendlichen. Oft ist es g erade das gemeinsam
herbeigeführte Gespräch mit den Eltern, das „Erste-Hilfe“ bietet.
5.2.3 Allgemeine Hausaufgabenbetreuung
Es ist wichtig, in der Hausaufgabenbetreuung einen ständigen konstruktiven Austausch
zwischen Elternhaus, Schule und Einrichtung zu gewä hrleisten. Der Austausch findet in
gemeinsamen Gesprächen zwischen Eltern, Sozialpädagogen und Lehrern statt.
Eine grundlegende Lernhaltung der Kinder entwickelt sich innerhalb eines
wechselseitigen Prozesses:
Die Hausaufgabenhilfe findet zu festen Terminen sta tt: Sie beginnt mit einem kleinen
Gesprächskreis, anschließend folgt die kurze mündli che Bearbeitung der Inhalte, die
vormittags erlernt wurden (Verfestigung) wiederholtes Besprechen der Aufgabenstellung
(Sinnerfassung) und Begleitung bei der Bearbeitung der Hausaufgaben.
Durch Honorarkräfte kann ein zusätzliches Nachhilfe -Angebot bedarfsgerecht installiert
werden.
Kind
Soz.-Päd.
Lehrer/in Eltern
13
5.2.4. Sozialerziehung
Von gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderun gen sind die Kinder tagtäglich
betroffen. Verschiedene Familien- und Lebenskonstel lationen werfen für die Kinder
immer wieder neue Fragen auf. Wir schaffen einen Ra hmen für die Kinder, in dem
Fragen gestellt und diskutiert werden können.
Themen aus dem Bereich der Politik und der Gesellsc haft werden kindgerecht
behandelt.
Unter Einbeziehung von Medien, wie z.B. Internet, b eschäftigen sich die Pädagogen
gemeinsam mit den Kindern zu aktuellen Fragen und E reignissen. Ziel ist es, Wissen zu
vermitteln und die hohe Verantwortung jedes Einzeln en in der Gesellschaft zu
verdeutlichen.
Der vernünftige Umgang mit Medien – insbesondere de m Computer und Internet – wird
medienpädagogisch aufgegriffen und erarbeitet. Frag en und Interessen werden sinnvoll
beantwortet und es wird den Kindern die Möglichkeit zum Ausprobieren unter
pädagogischer Anleitung gegeben.
5.2.5 Bedeutung des Spiels
Spiel ist ein Medium, das den Kindern und Jugendlichen dazu dienen soll, sich selbst zu
erproben, mehr Sicherheit in ihren eigenen Verhalte nsweisen zu gewinnen und
Lösungswege kennen zu lernen.
Der Pädagoge gibt fachlich qualifiziert Impulse, di e die Kinder bei ihrem
Entfaltungsprozess unterstützen und fördern. Wie di es in der Praxis umgesetzt wird,
stellt sich in den noch folgenden gruppenspezifischen Ansätzen dar.
5.2.6 Kreativitätserziehung
Kreativität ist einer der wichtigsten Aspekte im Fr eizeitbereich der Kinder- und
Jugendarbeit. Den Kindern stehen Freiräume zur Verf ügung, in denen sie sich
ausprobieren und besser kennen und begreifen lernen . Sie sollen die Möglichkeit
haben,
• sich in realen und phantastischen Welten zu bewege n
• intensiv ins Spiel abzutauchen
• Dinge herzustellen
• in glitzernden, bunten Materialien zu schwelgen
• sich als Schöpfer fühlen können
• die eigenen Ideen als wertvoll erleben
• zur Ruhe kommen im Tun
14
5.2.7. Kinderkultur
Im Bereich der Kinderkultur können mehrmals im Jahr Theateraufführungen für Kinder
angeboten werden. Beispielhaft genannt sei „Janosch“ oder „Petterson und Findus“.
Erfahrene Theaterpädagogen setzen im Rahmen von Projektarbeit diese Vorlagen in
altersgerechte und pädagogisch wertvolle Stücke um. So erleben Kinder eine
phantasievolle Atmosphäre und lernen auf diese Weise ihre aktuellen Helden nicht nur
durch das Medium Fernsehen näher kennen.
Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern die Veranstaltung besuchen.
5.2.8 Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten
Die Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten finden in gez ielten Projekten und im freien Spiel
statt.
Die Projekte werden von den Pädagogen und Honorarkr äften in Absprache mit den
Eltern nach Interessen der Kinder angeboten. Im fre ien Spiel stehen für die Kinder
vielfältige Materialien bereit. Bestimmte Gegenstän de, wie z.B. Mikroskop, Computer,
Werkzeug oder Bastelmaterialien usw. werden in Begl eitung eines Pädagogen genutzt,
die Einrichtung eines Kreativraums ist geplant.
Ebenfalls haben die Kinder Gelegenheit, im Außengel ände die Natur zu erfahren. Ein
natürlicher Jahresrhythmus kann beobachtet und mite rlebt werden. Der Bauspielplatz
bietet Raum, eigene Fähigkeiten zu testen und Grenz en zu erfahren
. Dieser zeichnete
sich dadurch aus, dass er Holzmaterialien und Werkz euge bereit stellt, mit denen die
Kinder nach ihren Interessen umgehen können.
Neben diesen Holzmaterialien sind noch Abfallproduk te wie Kartons, Metallschrott, und
Plastikschrott zu finden. Die Aufgaben der Pädagoge n bestehen darin, Material zur
Verfügung zu stellen und die Kinder handwerklich an zuleiten, nicht aber darin regelnd in
den Spielbetrieb einzugreifen. Die Kinder sollten i hre Konflikte alleine lösen und der
Pädagoge nur im Notfall eingreifen, beim Eingriff a llerdings nicht Partei ergreifen,
sondern mit einem Lösungsansatz hilfreich sein. Der Bauspielplatz sollte von einem
Wall umgeben sein, um neben dem Lärmschutz auch für die Kinder eine Situation
herzustellen, in der sie sich unbeobachtet fühlten.
Der Bauspielplatz erhebt nicht den Anspruch einer g anzheitlichen Erziehung, sondern
sieht sich als ergänzende Maßnahme zu der schon bestehenden Einrichtung.
5.2.8.1 Abenteuerspielplatz
Kinder und Jugendliche finden heute in ihrer urbane n Umgebung kaum mehr
Möglichkeiten ihren Spiel- und Bewegungsdrang auszu leben, ohne auf
Reglementierungen von außen zu treffen. Untersuchun gen haben den Zusammenhang
von körperlicher Aktivität und schulischen Lernleis tungen herausgestellt. Aus diesen
Gründen ist es unseres Erachtens notwendig ihnen Fr ei- und Spielräume zur Verfügung
zu stellen, um sich dort auszuprobieren, Erfahrunge n zu sammeln, ihre Umwelt zu
gestalten und dabei eigene Ideen kreativ in die Tat umzusetzen.
Eine gute Möglichkeit ist der geplante Bau- und Abe nteuerspielplatz. Hier kann sich
Freizeit- und Sozialarbeit verbinden.
Ein Abenteuerspielplatz (im folgenden: ASP) bietet die Möglichkeit, Kindern und
Jugendlichen einen veränderbaren Freiraum zu schaffen. Die Vorgaben zur Gestaltung
des Platzes orientieren sich hauptsächlich an den Interessen der Kinder.
Der ASP soll ein offenes Angebot sein. Dies wird sichtbar an folgenden Aspekten:
15
1. Die Angebote sind kostenlos. (ausgenommen spezie lle Projekte, wie
z.B.erlebnispädagogische Touren)
2. Die Kinder und Jugendlichen kommen freiwillig.
3. Auf die Wünsche und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen wird flexibel
eingegangen.
Die pädagogische Betreuung umfasst folgende Bereiche:
1. Die Regeln werden mit den Kinder und Jugendliche n zusammen entwickelt und auf dem
ASP veröffentlicht. Die pädagogischen Mitarbeiter achten auf die Einhaltung der Regeln.
2. Die Verkehrssicherheit auf dem ASP wird durch di e MitarbeiterInnen gewährleistet.
Gefahrensituationen werden im üblichen Maß verhindert oder beseitigt.
3. Die BesucherInnen werden beim Bau der möglichen entstehenden Konstruktionen
angeleitet.
4. Durch einen regelmäßigen Kontakt zu den pädagogi schen Fachkräften können intensive
Beziehungen entstehen. Hieraus erschließt sich die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche
bei ihrer Entwicklung aktiv zu unterstützen.
Die pädagogischen Ziele sind:
• Kinder und Jugendliche können Erfahrungen mit der Natur und ihrer „Umwelt“ sammeln.
• Praktische handwerkliche Fähigkeiten können erworb en und entwickelt werden.
Insbesondere Kinder und Jugendliche, die eher praktisch veranlagt sind, eröffnet sich ein
neues „Lernfeld“.
• Durch das Angebot des ASP wird die Kreativität und die Experimentierfreudigkeit der
BesucherInnen gefördert. Neue Anregungen für das tä gliche Leben werden durch die
pädagogischen Fachkräfte vorgelebt.
• Durch Erfolgserlebnisse bekommen die Kinder und Ju gendlichen Selbstbewusstsein und
können diese Erfahrung in ihrem alltäglichen Umfeld anwenden.
• Der ASP kann als Treffpunkt genutzt werden und bie tet somit einen Rückzugsraum vom
„reglementierten“ Umfeld.
• Der ASP ermöglicht soziales Lernen. Folgende Aspek te sind hierbei hervorzuheben:
Die BesucherInnen lernen, wie sie sich angemessen in Gruppen verhalten.
• Sie finden ihren Platz in unterschiedlichen Inter essensgruppen.
• Konflikte werden auf dem ASP gewaltfrei gelöst.
• Ein gemeinsames Ziel fordert die Jugendlichen zu einer angemessenen Kommunikation
und Auseinandersetzung.
• Bestehenden Grenzen und Regeln einzuhalten, kann spielerisch eingeübt werden.
• Kinder und Jugendliche werden angeregt sich wahrz unehmen, aufeinander zu achten
und zu unterstützen.
Kinder und Jugendliche mit sozialen Auffälligkeiten sollen ebenfalls angesprochen
werden.
Folgende Angebote können wir den Kindern und Jugendlichen machen:
Der ASP ist ein offenes Angebot unter freiem Himmel . Den BesucherInnen wird
innerhalb der Öffnungszeiten die Möglichkeit gebote n, den ASP kreativ zu verändern.
Den Kindern wird auf dem Platz die Möglichkeit gege ben, abzutauchen, wo sie Ihre
„Fantasiewelt“ selbständig erschaffen und konstruieren können.
Dieses Angebot steht ständig zu Verfügung und wird durch die MitarbeiterInnen
pädagogisch und handwerklich unterstützt. Die benöt igten Materialien werden auf dem
Platz bereitgestellt.
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Ein weiterer Schwerpunkt ist die Projektarbeit. Themen können hierbei sein:
- Konstruktionsspiele
- Lehmbau – Fachwerkhütten
- alte Handwerkstechniken z.B. Weben, Filzen
Der ASP kann auch ein Treffpunkt für Kinder und Jug endliche aus der Umgebung sein.
Das bedeutet, dass sie hier einen Rückzugsraum habe n. Es besteht kein Zwang, den
oben genannten Angeboten nachzukommen. Hier bietet sich aber die Möglichkeit für die
BetreuerInnen, auf die Lebenssituation der BesucherInnen einzugehen.
Erlebnispädagogische Angebote (zum Beispiel Übernac htungen auf dem Gelände)
runden das offene Angebot ab.
Über den intensiven Kontakt, der durch die Betätigu ng mit den Kindern und
Jugendlichen entsteht, können Beziehungen entstehen, die es wiederum ermöglichen in
bestimmten Situationen sozialpädagogisch zu intervenieren.
5.2.9 Projektarbeit
Die Projektarbeit wird nach dem situationsorientiertem Ansatz durchgeführt, orientiert an
den aktuellen Bedürfnissen, Wünschen und Interessen der Besucher. Der Bauspielplatz
bietet zusätzlich Raum und Möglichkeiten beispielsweise zum Entdecken und Bauen mit
Naturmateralien.
Weitere Projekte, sowohl im kognitiven als auch im motorischen Bereich werden
altersgemäß dynamisch erarbeitet und ergänzt.
Die Kinder erhalten so den Zugang zu neuen Dimensio nen und werden spielerisch an
neue Aufgaben herangeführt. So können sie aus einer „Leichtigkeit“ heraus neue
Tätigkeiten, Verantwortlichkeiten und Verhaltensmuster kennen lernen.
Durch Weiterbildungen der pädagogischen Mitarbeiter sowie einer Vernetzung mit
anderen pädagogischen Institutionen und dem Einkauf en projektspezifischer
Honorarkräfte gewährleisten wir ein breites Spektrum an Anregung und Fachinformation
zur Projektarbeit.
5.2.10. Ferienprogramm
Das Ferienprogramm bietet Kindern ein umfangreiches Angebot vom Bastelspass über
Wanderungen, Filmnachmittagen u.v.m.. Es soll versu cht werden, jeden Wochentag der
Ferien mit einem Programmpunkt zu belegen.
Es kann ein Programmheft (in den Pfingstferien) era rbeitet werden, so dass die Kinder
bis zu den Sommerferien genügend Zeit haben, ihre Favoriten zu wählen.
Im Anschluss an das sechswöchige Program wird eine Fotoausstellung desselben
veranstaltet.
Bei Bedarf:
5.2.11. Sozialraumorientierte Flexible Hilfen
Die Teilnahme an der sozialen Gruppenarbeit soll den Kindern bei der Überwindung von
sozialen Entwicklungsschwierigkeiten helfen. Das El ternhaus sowie weitere
Institutionen, vorrangig die Schule, werden dabei mit einbezogen.
Wesentliches Kennzeichen dieser Hilfe ist die Kombi nation der Sozialen Gruppenarbeit
(SGA) mit der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SP FH) durch einen
Leistungserbringer. Diese Hilfsleistung ist bei ein igen Kindern und deren Familien
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sowohl aus der Sicht der Sozialen Gruppenarbeit wie auch aus der Sicht der
Sozialpädagogischen Familienhilfe bedarfsgerechter und effektiver.
6 Die Rolle der Eltern in der Kindertagesstätte
6.1 Ziele der Elternarbeit und die Verpflichtungen den Kindern
gegenüber
Die Basis unserer Arbeit ist die ständig Unterstütz ung der Eltern bei der Erziehung der
Kinder. Die Eltern werden als Partner bei der Erzie hung der Kinder angesprochen. Die
Einrichtung ist für das Elternhaus ergänzend bei de r Erziehung und in Erziehungsfragen
tätig. Wichtig ist es hierbei, die Lebenswelt der F amilie kennen zu lernen und in der
Arbeit zu berücksichtigen. Fachliches pädagogisches Wissen bringen wir in die
Elternarbeit ein. Dabei respektieren wir die Autono mie der Lebensgestaltung der Eltern.
Eine intensive, strukturierte und verpflichtende Zu sammenarbeit zwischen Elternhaus
und der Einrichtung ist Voraussetzung.
In unserer Rolle als Verantwortliche für die Kinder haben die Erzieherinnen und die
Eltern die Aufgabe, ihre Rolle verantwortungsvoll a uszuüben und den Kindern ein
Vorbild zu sein.
6.2 Formen der Elternarbeit
Die Eltern sind jederzeit eingeladen, in die Gruppe zu kommen und aktiv an der
Gruppenarbeit teilzunehmen. Ein Hospitationsbesuch der Eltern in den Gruppen macht
die pädagogische Arbeit transparent und hilft bei E ntwicklungsfragen, so dass eine
optimale Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes erreicht wird.
Das Einbringen von Ideen zur Gestaltung des Alltags in der Gruppe ist erwünscht und
stellt einen hohen Stellenwert für die Kinder dar. Je intensiver die Zusammenarbeit
zwischen Elternhaus und der Einrichtung stattfindet, je umfangreicher und tief greifender
sind die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder.
Aktive Beteiligung der Eltern bei Projekten und Vor haben der Gruppe haben für das
Kind eine besonders positive Bedeutung.
6.3 Elterngespräche
In regelmäßigen Abständen - sowie auf Wunsch - find en Elterngespräche statt. In
diesen Gesprächen besteht die Möglichkeit, den Entw icklungsstand des Kindes,
Wünsche wie auch Probleme von Kindern, Eltern und Erzieherinnen zu erörtern.
Terminabsprachen finden individuell statt.
6.4 Elternabende und Mitgliederversammlungen
In jedem Jahr ist für die Eltern die Teilnahme an z wei Elternabenden verpflichtend,
sowie die zusätzliche Teilnahme an zwei Mitgliederversammlungen.
Auf Mitgliederversammlungen und an Elternabenden we rden Protokolle geführt. Bei
Nichtanwesenheit sind die Eltern dazu verpflichtet, sich über die Inhalte der Protokolle
zu informieren.
Neben den Elternabenden, an denen organisatorische Dinge oder die Planung von
längeren und größeren Aktionen im Vordergrund stehe n, kommt den „Tür- und
Angelgesprächen“ eine besondere Bedeutung zu: Es si nd kurze, aber sehr wichtige
Gespräche, in denen ein Austausch über die Befindli chkeiten der Kinder bessere
18
Erkenntnisse für die Eltern und Erzieherinnen bringen kann.
Für das Team liegen in diesen kurzen Begegnungen gu te Ansatzmöglichkeiten für die
weitere Zusammenarbeit. Zusammenhänge können besser verstanden und Rückfragen
gestellt werden.
7 Die Rolle des Vorstands
Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte des Vere ins ehrenamtlich und vertritt ihn
nach außen.
Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitglieder n und wird aus der Elternschaft der
Kita und aus der Mitgliedschaft des Fördervereins durch die Mitglieder gewählt.
Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ der Einrichtung, der Vorstand vertritt
die Interessen der Mitglieder.
Die Hauptaufgaben des Vorstandes liegen darin, dass entsprechend der Konzeption
positiven Rahmenbedingungen für eine optimale pädag ogische Arbeit garantiert
werden.
Der Vorstand übt in personeller Hinsicht Aufgaben a us, die ein Arbeitgeber innehat.
Dazu gehören u.a. die Lohn- und Gehaltsauszahlung, Einstellung und ggf. Kündigung
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Sor ge um ein gutes Arbeitsklima wird in
Zusammenarbeit mit der Leitung umgesetzt.
Die fachliche und pädagogische Mitarbeiterführung d er einzelnen Beschäftigten
delegiert der Vorstand an die Leitung.
8 Die Rolle des Trägers, Rechte und Pflichten
Der Verein Regenbogen-Kindertagesstätte ist eine Elterninitiative. Der Dachverband des
Vereines ist die Organisation „Eltern helfen Eltern “. Der Verein arbeitet gemeinnützig.
Die Aufgabe des Trägers ist die Finanzierung mit 4 % der Gesamtkosten. 96 % der
Kosten werden durch die Förderung der Stadt Münster und des Landes NRW
übernommen.
Die Rechte und Pflichten des Vereins sind ausführli ch in der Satzung beschrieben. Sie
wurde am 15.03.1995 verabschiedet und in das Verein sregister beim Amtsgericht der
Stadt Münster eingetragen.
8.1 Ziele und Vorgaben des Trägers
In der Satzung vom 15.03.1995 der Regenbogen Kita w urden die Aufgaben und
Pflichten des Vereins definiert und schriftlich festgelegt.
Der Träger hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen f ür die pädagogische Arbeit zu
schaffen, die Eltern als Mitglieder und Arbeitgeber heranzuziehen und Aufgaben und
Ämter zu verteilen.
8.2 Informationsaustausch
Der Vorstand des Vereins tritt regelmäßig mit der p ädagogischen Leitung der
Einrichtung zusammen, um Kenntnisse über Entwicklun gen und Inhalte der
pädagogischen Arbeit in den Gruppen einzuholen sowi e die geschäftlichen Inhalte zu
besprechen. Weiterhin gibt es einen regelmäßigen Au stausch mit dem Dachverband
Eltern helfen Eltern und der Stadt Münster.
Aufgabe des Vorstands ist es, vier Mitgliederversam mlungen pro Kalenderjahr
19
einzuberufen.
Die Aufgaben der Mitgliederversammlung sind:
• Inhalte und Ziele der Vereinsarbeit zu definieren
• Wahl und Abberufung des Vorstandes
• die Geschäftsordnung
• Rechnungsprüfung
• Entlastung des Vorstandes
• Mitgliedsbeiträge
• Satzungsänderungen
• Auflösung des Vereins
Unter § 9 der Satzung sind die Mitgliederversammlung sowie die Beschlussfähigkeit
geregelt.
9 Öffnung nach außen
Dem Ziel folgend, den institutionellen Charakter so gering wie möglich zu halten, wird
entsprechend dem „familiären Lebensraum“ das Umfeld der Einrichtung mit einbezogen.
Wir setzen uns zum Ziel, an sozialen, versorgenden und gestaltenden Netzwerken des
Ortsviertel`s Wolbeck teil zu haben. Es soll eine Z usammenarbeit mit der Pfarrei in
Wolbeck aufgebaut werden. Im Hinblick auf das näher e Umfeld nutzen wir z. B. den
Tiergarten, ein großes Waldgelände, auf dem die Kin der viele Erfahrungen zum Thema
Wald sammeln können. Wir besuchen mit den Kindern d ie Eisdiele im Dorf, oder wir
nutzen die ortsansässigen Dienstleister wie z. B. S upermärkte, Schreibwarengeschäfte
usw..
Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Schulen in der nähren Umgebung ist
außerordentlich wichtig. Für die Kinder der Hortgru ppe sind diese Institutionen ein Teil
ihres Lebens, unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit , aber auch im Hinblick auf eine
vernetzte Arbeit suchen wir den Kontakt zu Lehrern.
Durch den Austausch von Informationen bezüglich der Entwicklungsprozesse der Kinder
können wir unseren Wahrnehmungshorizont erweitern. Dieses Vorgehen hat den
Vorteil, dass bei auftauchenden Schwierigkeiten unv erzüglich lösungsorientierte Wege
gesucht werden und ein fachliches Handeln möglich w ird. Ein solch professionelles
Handeln kann sich auf die Förderungsmöglichkeiten b eziehen, die uns in der
Kindertagesstätte zur Verfügung stehen z. B. in For m von gezielten
Kleingruppenarbeiten oder einer Einzelförderung.
Für einen Förderungsbedarf, der über die fachlichen Möglichkeiten der Einrichtung
hinausgeht, streben wir einen engen Kontakt zu ande ren und weiterführenden
Fachstellen an.
Dazu gehören Beratungsstellen, psychosoziale Dienst e, Frühförderstelle und
verschiedene Therapieangebote ( z. B. Spieltherapie, Ergotherapie usw. ).
REGENBOGEN KINDERTAGESSTÄTTE WOLBECK E. V.
Münsterstraße 76 b 48167 Münster-Wolbeck 02506/7833
Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. Mitglied bei Eltern helfen Eltern e.V.
Münsterstraße 76 b 48167 Münster-Wolbeck
_____________________________________________________________________________________________________
Plan zur Erwirtschaftung des Eigenanteils für die Kindertagesstätte
Gesamtkosten Kindertagesstätte 378.732,38 €
Die laufenden Kosten werden nach dem Budgetplan für die Elterninitiative aus
96% Förder- und 4% Trägeranteil gedeckt.
Trägeranteil (4%) 15.149,30 €
Der Trägeranteil finanziert sich über Beiträge der Mitglieder in Höhe von rund
€ 25,- pro Kind pro Monat. Angedacht ist, die Höhe des Trägeranteils an die
Anzahl der gebuchten Stunden zu koppeln.
Für mögliche Mehrausgaben steht ein Kalkulationspuffer von ca. 5.500 € durch
Rücklagen und Spenden bereit.
Beschlussvorlage
20608 Zeichen
V/0205/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Trägerausschreibung für die Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung - Kindertageseinrichtung und kinderpädagogische Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Wolbeck - Nord Beratungsfolge 11.05.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 18.05.2010 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 09.06.2010 Hauptausschuss Vorberatung 09.06.2010 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Stadt Münster überträgt dem Kinder- und Jugendhilfeträger OUTLAW gGmbH die Be- triebsträgerschaft für die Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung – Kindertages-einrichtung und kinderpädagogische Angebote unter einem Dach in Wolbeck - Nord (Am Borggarten / Grenkuhlenweg / Telgter Straße). 2. Die Trägerschaft beginnt mit der Betriebsaufnahme der Einrichtung – spätestens im Som- mer 2011. 3. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten zum Betrieb der Einrichtung, zur Nutzung des Gebäudes und der Außenanlagen sowie zu den finanziellen Regelungen wer- den zwischen der Stadt und dem Träger vertragliche Vereinbarungen getroffen (Betriebs- trägerschaft und Mietvertrag). II. Kosten/Folgekosten Die Kosten und Folgekosten sind in den vorangegangenen Vorlagen V/0944/2008 (Errichtungsbe- schluss) und V/0565/2009 dargelegt und beschlossen worden. Demnach belaufen sich die Kosten für den Betrieb der Einrichtung in folgender Höhe (ohne Berücksichtigung der Miete): Kindertagesbetreuung: jährlich ab 2012 = 387.000 € (Anteilig für 2011 = rd. 161.250 €) Kinder- u. Jugendarbeit: jährlich ab 2012 = 72.000 € (Anteilig für 2011 = 36.000 €) Vorlagen-Nr.: V/0205/2010 Auskunft erteilt: Herr Braun Ruf: 492 51 03 E-Mail: BraunO@stadt-muenster.de Datum: 16.03.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0205/2010 Demgegenüber stehen Trägeranteile des Trägers in folgender Höhe (ohne Berücksichtigung der Miete): Kindertagesbetreuung – geleisteter gesetzlicher Trägeranteil in Höhe von 9 % - jährlich ab 2012 = rd. 34.830 € (Anteilig für 2011 = rd. 14.513 €) Kinder- u. Jugendarbeit: - geleisteter Trägeranteil in Höhe von 10 % jährlich ab 2012 = 7.200 € (Anteilig für 2011 = 3.600 €) Daraus ergeben sich folgenden Aufwendungen (= Kosten für den Betrieb ./. Trägeranteile): Kindertagesbetreuung: jährlich ab 2012 = 352.170 € (Anteilig für 2011 = rd. 176.085 €) Kinder- u. Jugendarbeit: jährlich ab 2012 = 65.000 € (Anteilig für 2011 = 32.500 €) III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die o. g. Sachentscheidung wird wie folgt finanziert (siehe Errichtungsbeschluss V/0944/2008): Aufwendungen Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0601 Förderung von Kindern in Ta- gesbetreuung Teilergebnisplan (Zei- le) 15 Transferaufwendungen 2011 2012ff 176.085 352.170 Ansatz 2011: 54.887.270 € Ansatz 2012: 57.071.900 € Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Teilergebnisplan (Zei- le) 15 Transferaufwendungen 2011 2012ff 32.500 65.000 Ansatz 2011: 2.594.890 € Ansatz 2012: 2.613.090 € Insgesamt: 625.755 Erträge Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0601 Förderung von Kindern in Ta- gesbetreuung Teilergebnisplan (Zei- le) 02 Zuwendungen und allgemeine Umlagen 2011 2012ff 63.391 126.781 Ansatz 2011: 20.712.670 € Ansatz 2012: 21.312.670 € Insgesamt: 190.172 Begründung: 1. Ausgangslage Im Stadtteil Münster-Wolbeck wird eine Einrichtung errichtet, die dem Bedarf an Kindertages- betreuung und an kinderpädagogischen Angeboten entspricht und für Kinder, Jugendliche und Familien Angebote schafft, die dem wachsenden Stadtteil und den damit verbundenen Bedarfen - 3 - V/0205/2010 Rechnung trägt. Die Einrichtung wird als Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung gebaut, d. h. die Einrichtung umfasst „unter einem Dach“ eine Kindertageseinrichtung und kinderpädagogische Angebote der Kinder- und Jugendarbeit. Die Kindertageseinrichtung besteht aus drei Gruppen – zunächst für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren -, die entsprechend den bestehenden Bedarfen weiter entwickelt werden können; die Ein- richtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit umfasst einen ca. 88 qm großen Bereich sowie ei- nen großzügigen Außenbereich, der vielfältige Möglichkeiten für eine stadtteilbezogene und be- darfsgerechte kinderpädagogische Arbeit bietet. Grundlage für die Errichtung der Einrichtung sind die Beschlüsse zu den Vorlagen V/0944/2008 (Errichtungsbeschluss) und V/0565/2009 (Baubeschluss). Im Sinne des Subsidiaritätsprinzips gem. § 4 SG B VIII hat der Rat beschlossen, die Trägerschaft für diese neue Kindertageseinrichtung vorrangig einem geeigneten Träger der freien Jugendhilfe zu übertragen, wenn dieser dabei den erforderlichen Trägeranteil leistet. 2. Interessenbekundungen freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft Mit dem Ausschreibungsverfahren für die Betriebsträgerschaft an der neuen Einrichtung in Wol- beck ist am 18.12.2010 begonnen worden. Die im Bezirk tätigen Träger sowie die in den Arbeits- gemeinschaften gem. § 78 SGB VIII (AG 2 – Kinder- und Jugendarbeit sowie AG 5 – Kindertages- betreuung) und weitere zentrale Verwaltungseinrichtungen der in Münster tätigen Träger wurden über die Planungen der Stadt Münster zum Neubau dieser Einrichtung informiert und gebeten, bis zum 01.02.2010 ihr Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft mitzuteilen. Mit den interessierten Trägern wurden im Zeitraum vom 10. bis zum 23.02.2010 Gespräche ge- führt. Die Frist zur Abgabe einer verbindlichen Bewerbung war der 01.03.2010. Die folgenden vier Träger haben sich für die Übernahme der Gesamtträgerschaft für die Kinderta- geseinrichtung und für die offenen kinderpädagogischen Angebote verbindlich beworben (in al- phabetischer Reihenfolge): • Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH, Viefhoek 17, 48565 Steinfurt • Outlaw - Gesellschaft für Jugendhilfe gGmbH, Münsterstraße 105, 48268 Greven • Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V, Münsterstraße 76b, 48167 Münster • VSE - Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e. V., Rudolfstraße 9, 48145 Münster Für die separate Trägerschaft ausschließlich für den Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit hat sich ein Träger verbindlich beworben: • Schule, Jugend, Kids & Co (ehemals: Verein zur Förderung der offenen Jugendarbeit in Münster-Mecklenbeck) Am Hof Schultmann 77, 48163 Münster Nach Ablauf der Bewerbungsfrist haben die Träger „Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V.“ und „Schule, Jugend, Kids & Co“ mit Schreiben vom 16.03.2010 (Datum des Posteingangs) erklärt, dass sie ergänzend zu ihren bisherigen verbindlichen Bewerbungen eine Kooperation anstreben (siehe Anlage 3). Danach bewirbt sich die Regenbogen Tagesstätte Wolbeck um die Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung und der Träger „Schule, Jugend, Kids & Co“ um die Träger- schaft für die offenen kinderpädagogischen Angebote. - 4 - V/0205/2010 3. Kriterien für die Trägerschaft Trägerschaftliche Anforderungen an die Kombinationseinrichtung liegen insbesondere in folgenden Bereichen: a. Referenzen der Träger bezüglich vergleichbarer Einrichtungen a. Erfahrungen des Trägers auf dem Gebiet der Kindertagesbetreuung und der offe- nen Kinder- und Jugendarbeit b. Betrieb von Kindertageseinrichtungen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie Kombinationseinrichtungen durch den Träger b. Fachliches Konzept: a. Geeignete und fachliche Konzepte gleichermaßen für die Kindertagesbetreuung und für die offene Kinder- und Jugendarbeit und b. Aussagen zu den fachlichen und konzeptionellen Anforderungen, die sich aus der Kombination c. der Kindertageseinrichtung und der offenen Kinder- und Jugendeinrichtung in Be- zug auf die Stadtteilbedarfe ergeben c. Einbeziehung der Stadtteilakteure und ihrer Ressourcen a. Kooperationsbezüge im Stadtteil, b. Einbeziehung gewachsener Strukturen und anderer Anbieter aus dem Stadtteil, c. Bedarfsgerechte und abgestimmte Weiterentwicklung der stadtteilbezogenen Ange- bote und d. flexible bedarfsgerechte Anpassungen der Angebote d. Wirtschaftlichkeit: a. Es wurden die trägerbezogenen gesetzlichen Trägeranteile erwartet 4. Trägerauswahl - zusammenfassende Bewertung und Entscheidung Die Verwaltung hat mit allen Bewerbern umfangreiche Trägergespräche geführt und diese ausge- wertet. Alle Bewerber sind fachlich geeignet, die Trägerschaft zu übernehmen. Bezüglich des ge- setzlichen Trägeranteils und hinsichtlich der konzeptionellen Ausrichtung gibt es für die Träger- schaft entscheidungsleitende Unterschiede. Der Träger „Schule, Jugend, Kids & Co“ hat sich ausschließlich für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung beworben. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist hat der Träger zusammen mit der Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. eine gemeinsame Bewerbung nachgeschoben (siehe Ziffer 2 letzter Absatz). Da diese Bewerbung nicht fristgerecht eingegangen ist, kann sie in das Entscheidungsverfahren nicht mehr aufgenommen werden. Der Träger „Schule, Jugend, Kids & Co“ kann dadurch bei der Vergabe der Trägerschaft nicht berücksichtigt werden. 4.1 Referenzen und Betrieb vergleichbarer Einrichtungen Die Träger Ev. Jugendhilfe, OUTLAW und Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. verfügen hinsichtlich des Bereichs der Kindertageseinrichtung über Referenzeinrichtungen in Münster. Er- fahrungen im Bereich der der offenen Kinder- und Jugendhilfe können die Träger Ev. Jugendhilfe, OUTLAW und VSE nachweisen. Der Träger Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. hat bis zur Schließung der Hortgruppe Schulkinder in der aktuellen Einrichtung des Trägers in Wolbeck im Jahr 2008 betreut. Die Träger Ev. Jugendhilfe und OUTLAW können darüber hinaus auch auf umfangreiche Erfah- rungen mit entsprechenden Betreuungsangeboten an anderen Standorten zurückgreifen. 4.2 Konzeptionelle und stadtteilbezogene Aspekte - 5 - V/0205/2010 4.2.1 Kindertageseinrichtung Alle vier Träger (Ev. Jugendhilfe, OUTLAW, Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. und VSE), die sich um die Trägerschaft der Gesamteinrichtung bzw. der Kindertageseinrichtung be- werben, haben differenzierte Konzepte vorgelegt und diese entsprechend erläutert. Wesentliche konzeptionelle Grundlagen finden sich bei allen Trägern wieder. Dazu gehören die Sozialraumori- entierung der pädagogischen Arbeit, die Orientierung an der Lebenswelt der Kinder und der ge- schlechterspezifische Ansatz. Gleiches gilt für die Palette besonderer Angebote wie z. B. Sprach- förderung, Bilinguale Erziehung, Gesundheits- und Bewegungserziehung. In der Folge werden zu den einzelnen Trägern nur die Aspekte aufgeführt, durch die sie sich von den anderen Trägern unterscheiden. In diesem Zusammenhang fließen auch die Angaben der Träger im Rahmen der Trägergespräche ein. Die Träger Ev. Jugendhilfe, OUTLAW und VSE haben in ihre Konzepte die gemeinsame Erzie- hung von Kindern mit Behinderung aufgenommen. Angebote zur musikalischen Früherziehung werden von den Trägern Ev. Jugendhilfe, Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. und VSE berücksichtigt. Die Träger Ev. Jugendhilfe, OUTLAW und VSE integrieren in die konzeptionelle und pädagogische Arbeit ein offizielles Qualitätssicherungssystem. 4.2.2 Kinderpädagogische Angebote der Kinder- und Jugendarbeit Die vorgelegten Konzepte der vier Träger enthalten für die Zielgruppe der 6-12/13 jährigen Kinder im Wesentlichen bedarfsgerechte Angebote und wichtige konzeptionelle Grundlagen. Im Besonderen greifen alle vier Träger die Stadtteilorientierung, eine enge Vernetzung mit schuli- schen Angeboten im Primarbereich und die besondere Gestaltung im Übergang mit den Tagesein- richtungen in ihren pädagogischen Konzepten auf. Unter Bezugnahme der Vorlage V/0944/2008 haben die vier Träger folgende konzeptionelle Bau- steine aufgegriffen: Die Ausrichtung der offenen kinderpädagogischen Einrichtung als Abenteuer- und Bauspielplatz haben im Besonderen die Träger: „VSE und Regenbogen Kita Wolbeck e. V.“ differenziert aufge- nommen. Das pädagogische Handlungsfeld der geschlechtsspezifischen Arbeit wird im Besonderen von den Trägern: „Outlaw gGmbH, Regenbogen Kindertagestätte Wolbeck e. V. und dem VSE“ beschrie- ben. In dem Konzept der Ev. Jugendhilfe wird das Thema der geschlechtsspezifischen Angebote nicht ausdrücklich erwähnt. Das Handlungsziel „Partizipation von Kindern und Jugendlichen“ findet beim Träger „Outlaw gGmbh“ besondere Berücksichtigung. 4.2.3 Gesamteinrichtung Die Übernahme der Trägerschaft für die komplette Einrichtung ist zur Schaffung betriebswirtschaftlicher und pädagogischer Synergien vorteilhaft. Auch wenn im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens eine getrennte Bewerbung ausdrücklich nicht ausgeschlossen worden ist, ist eine einheitliche Trägerschaft im Vergleich vorzuziehen. Die Träger Ev. Jugendhilfe, OUTLAW und VSE haben in ihren verbindlichen Bewerbungen zum Ausdruck gebracht, dass sie die Gesamteinrichtung als Einheit betrachten, und haben dies auch - 6 - V/0205/2010 konzeptionell dargelegt. Der Träger Ev. Jugendhilfe unterstreicht dieses Profil auch nachdrücklich im Rahmen seines Personalkonzeptes, indem er eine Leitung für beide Bereich vorsieht. Der Träger Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. hat eine verbindliche Bewerbung für die Ge- samteinrichtung abgegeben und außerhalb der Bewerbungsfrist eine Bewerbung nur für die Kin- dertageseinrichtung (siehe Erläuterung zu Ziffer 2: Kooperation mit dem Träger „Schule, Jugend, Kids & Co“). 4.3 Wirtschaftlichkeit 4.3.1. Die Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH bietet den folgenden Trägeranteil von • 4 % an den Betriebskosten der Kindertageseinrichtung und • 10 % an den Betriebskosten der Kinder- und Jugendeinrichtung zunächst befristet für drei Jahre an. Der Kinder- und Jugendhilfeträger „Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH“ ist gemäß § 20 Absatz 1 KiBiz ein anderer freier Träger (ehemals: finanzschwacher Träger), für den ein gesetzlicher Trägeranteil von 9 % gilt. Der Träger bewirbt sich im Rahmen seiner finanziel- len Möglichkeiten mit einem davon abweichenden Trägeranteil von 4%. Den Trägeranteil von 10% für die Kinder- und Jugendeinrichtung kann der Träger zunächst befristet für 3 Jahre zusagen. Um eine dauerhafte Finanzierung sicherzustellen, ist der Träger auf die Aquise von Drittmitteln angewiesen. Der Träger „Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH“ hat die gesetzlichen finanziellen Vor- aussetzungen für die Kindertageseinrichtung nicht voll erfüllt . Der angebotene Trä- geranteil von 4% reicht zur Kostendeckung des gesetzlich geforderten Trägeranteils nicht aus. Falls die entsprechenden Drittelmittel eingeworben werden können, kann der Träger die fi- nanziellen Voraussetzungen für der Kinder- und Jugendeinrichtung erbringen . Die verbindliche Zusage zur Leistung des Trägeranteils bezieht sich allerdings mit nur 3 Jahren auf einen zu kurzen Zeitraum. Die nachfolgend avisierte Finanzierung über Drittmittel kann nicht als gesichert gelten. 4.3.2. Der Kinder- und Jugendhilfeträger OUTLAW - Gesellschaft für Jugendhilfe gGmbH leistet den vollen gesetzlichen Trägeranteil entsprechend ihres Status als finanzschwacher Träger mit • 9 % an den Betriebskosten der Kindertageseinrichtung und • 10 % an den Betriebskosten der Kinder- und Jugendeinrichtung. Der Träger „OUTLAW“ hat damit die vollen gesetzlichen finanziellen Voraussetzungen erfüllt . 4.3.3. Die Elterninitiative Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. bewirbt sich mit dem vollen gesetzlichen Trägeranteil entsprechend ihres Status • 4 % an den Betriebskosten der Kindertageseinrichtung und • 10 % an den Betriebskosten der Kinder- und Jugendeinrichtung Der Trägeranteil für die Kindertageseinrichtung wird über Vereinsbeiträge in Höhe von 25 € pro Kind pro Monat gedeckt. Mitglieder des Vereins sind die Eltern, die ihre Kinder in der Einrichtung betreuen lassen. Darüber hinaus fällt ein obligatorischer Vereinsbeitrag von 1 € an. Der Trägeranteil für die Kinder- und Jugendeinrichtung soll über einen Förderverein aufge- bracht werden. Den Förderverein kann jeder Interessierte beitreten. Von den Mitgliedern des Fördervereins wird ein Mitgliedsbeitrag erhoben. Ziel des Vereins ist die Aquise von - 7 - V/0205/2010 Drittmitteln zur Deckung des Trägeranteils. Die Mittel sollen durch Mitgliedsbeiträge, Spen- den, Sponsoring und Erlöse aus Festen und Aktionen erwirtschaftet werden. Um die Finan- zierung des Trägeranteils langfristig sicherzustellen, soll der Förderverein einen Finanzsi- cherungsfond mit einer Einlage von 10.000 € einrichten. Der Träger „Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V.“ erfüllt damit die vollen ge- setzlichen finanziellen Voraussetzungen für die Kindertageseinrichtung. Die Finanzie- rung des Trägeranteils für die Kindertageseinrichtung ist allerdings mit zusätzlichen Kosten für die Eltern verbunden. Das stellt gegebenenfalls für Eltern mit geringem Einkommen ein Zugangshemmnis dar. Falls die entsprechenden Drittelmittel eingeworben werden können, kann der Träger die fi- nanziellen Voraussetzungen für die kinderpädagogischen Angebote erbringen . Das eingereichte Finanzierungskonzept für den Trägeranteil an den Betriebskosten für die Kin- der- und Jugendhilfeeinrichtung ist trotz des vorgestellten Sicherungskonzeptes mit Risiken verbunden. Die dauerhafte Finanzierung des Trägeranteils ausschließlich über Drittmittel kann nicht als gesichert gelten. 4.3.4. Der Kinder- und Jugendhilfeträger VSE - Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e. V. bietet einen Trägeranteil von • 9 % an den Betriebskosten der Kindertageseinrichtung und • 10 % an den arbeitsplatzbezogenen Sachkosten der Kinder- und Jugendeinrichtung. Ein Trägeranteil für Personal- und Honorarkosten kann nicht geleistet werden Im Rahmen des Trägergespräches vom 17.02.2009 hat der Träger das vorgenannte Ange- bot zu den Trägeranteilen für die Gesamteinrichtung unterbreitet. Der Träger „Kinder- und Jugendhilfeträger VSE“ hat damit die vollen gesetzlichen finan- ziellen Voraussetzungen für die Kindertageseinrichtung erfüllt . Die finanziellen Voraussetzungen für die kinderpädagogischen Angebote kann der Träger nicht voll erbringen . Mit Schreiben vom 25.02.2010 (siehe Anlage 4) erläutert der VSE noch einmal schriftlich seine Auffassung zum erwarteten Trägeranteil. Die darin be- schriebene Definition des Trägeranteils stimmt nicht mit der geforderten Kostenübernahme insbesondere hinsichtlich der Übernahme von Personal- und Honorarkosten überein. Eine Veränderung des mündlich abgegebenen Angebotes ist nicht zu erkennen. 5. Zusammenfassung und Entwicklungsperspektiven Durch die gesetzlichen Vorgaben des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) müssen Träger hohe Anfor- derungen im Rahmen der Kindertagesbetreuung erfüllen. Die Kenntnis der Anforderungen an frühkindliche Pädagogik, das Vorhalten von qualifizierter Fachberatung und die Flexibilität zwi- schen mehreren Einrichtungen (z. B. Personalflexibilisierung bei Ausfallzeiten etc.) sind heute wichtige Voraussetzungen, um diese gesetzlichen Standards erfüllen zu können. Für den Betrieb einer Einrichtung ist das Vorhalten aktueller Referenzeinrichtungen deshalb ein wesentliches Krite- rium bei der Trägerauswahl. Die Kriterien für die Vergabe der Trägerschaft (siehe Ziffer 3) werden nach dem Abgleich der Refe- renzen, der Angebote und der Konzepte am umfangreichsten durch den Kinder- und Jugendhilfe- träger OUTLAW gGmbH erfüllt. Es wird deshalb vorgeschlagen, die Betriebsträgerschaft für die Gesamteinrichtung dem Träger OUTLAW gGmbH zu übertragen. Mit dem Träger wird ein entsprechender Nutzungs-/Mietvertrag für die Überlassung des Gebäudes geschlossen und eine Leistungsvereinbarung zum Betrieb der Kindertageseinrichtung und der Ein- richtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit getroffen, die die fachlichen und synergetischen Möglichkeiten der Gesamteinrichtung umfasst. - 8 - V/0205/2010 I.V. gez. Dr. Hanke Beigeordnete Anlagen: Bewerbungsschreiben und Konzeptunterlagen der Träger: 1 Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH 2. OUTLAW – Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH 3. Regenbogen Kindertagesstätte Wolbeck e. V. 4. VSE - Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e. V.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (9)
- Hofstraße 9
- Münsterstraße 105
- Telgter Straße
- Rudolfstraße 9
- Grenkuhlenweg
- Am Hof Schultmann 77
- Am Borggarten
- Tiergarten
- Werse
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0205/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.04.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37