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V/0275/2020

Umsetzung des Konzepts zum zukünftigen Umgang mit Kriegerdenkmälern im öffentlichen Raum der Promenade in der Stadt Münster

Vorlagen 06.04.2020

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 24.06.2020, TOP 39

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

16463 Zeichen

V/0275/2020 
V/0275/2020 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Umsetzung des Konzepts zum zukünftigen Umgang mit Kriegerdenkmalen im öffentlichen Raum 
der Promenade in der Stadt Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   26.05.2020 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
   03.06.2020 Kulturausschuss Vorberatung 
   16.06.2020 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
   18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen 
Vorberatung 
   24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 
   24.06.2020 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Rat beauftragt die Verwaltung zur Umsetzung des Konzeptes zum künftigen Umgang mit 
Kriegerdenkmalen 
 
a. kritisch-historisch einordnende Informationstafeln zunächst am Train-, Dreizehner-, Kü-
rassier-, Stalingrad- und Mauritztor-Kriegerdenkmal gestalten und aufstellen zu lassen,  
 
b. Bildungsangebote zur Information und (selbstständigen) Auseinandersetzung mit den 
unterschiedlichen Erinnerungsabsichten von Kriegerdenkmalen zu entwickeln und a n-
zubieten, 
 
c. die Hervorhebung des Traindenkmals und seiner besonderen erinnerungspolitischen 
Bedeutung durch die Verlegung der Gedenktafel des Arbeitskreises Afrika (AKAFRIK) 
von 1984 umzusetzen und einen Vorschlag zu entwickeln, das Traindenkmal zeitweise 
als Ort des Diskurses über den Umgang mit Kriegerdenkmalen zu installieren. 
 
2. Eine Versetzung oder ein Abriss von Kriegerdenkmalen finden nicht statt, damit auch zukünftig 
die kritische, aufklärerische Auseinandersetzung mit diesen Erinnerungszeichen an ihren Au f-
stellungsorten möglich bleibt. 
 
Stadtarchiv 
 
14.05.2020 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Gussek 
Telefon: 492-4702 
Gussek@stadt-muenster.de

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V/0275/2020 
3. Der SPD-Antrag [Ein Denkmal für den Frieden in der Friede nsstadt Münster] an den Rat Nr.: 
A-R/0054/2018 zur Prüfung, ob am „ historischen Standort des ersten Münsterischen Fri e-
densdenkmals auf der Aegidiischanze ein modernes Denkmal für Frieden und zur Erinnerung 
an den besonderen Charakter Münsters als Friedenss tadt errichtet werden kann“, wird mit 
Blick auf das Jubiläum des Westfälischen Friedens 2023 weiter verfolgt. 
 
4. Mit der Umsetzung des Beschlussvorschlages ist der Auftrag an die Verwaltung zur Initiierung 
eines Diskussionsprozesses zu unterschiedlichen Formen des Umgangs mit Kriegerdenkm a-
len im öffentlichen Raum (V/0147/2018) abgeschlossen. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
1. Die Umsetzung der vorgenannten Maßnahmen verursacht Aufwendungen in Höhe von ca. 
25.000 €. Erste Schritte (Didaktische Mappe, siehe Sachentscheidung Punkt 1 b) erfolgen noch im 
Jahr 2020 und werden aus dem Budget des Stadtarchivs finanziert. Die Anmeldung für etwaige 
weitere Finanzbedarfe wird in späteren Haushaltsjahren erfolgen.  
 
2. Die Maßnahme steht unter dem Vorbehalt, dass eine Finanzierung trotz Corona-bedingter Haus-
haltsbelastungen gewährleistet ist. 
 
Begründung: 
Im öffentlichen Raum Münsters befinden sich zahlreiche Kriegerdenkmale, die an kriegerische Ause i-
nandersetzungen des späten 19.  Jahrhunderts sowie den Ersten und Zweit en Weltkrieg erinnern. 
Überwiegend nur wenig beachtet, provozieren einige jedoch, da sie den Tod von Soldaten überhöhen 
oder für politische Botschaften instrumentalisiert werden. Alle sind Zeugen des sich wandelnden U m-
gangs mit dem kriegerischen Erbe in der Stadtgesellschaft. Bereits seit den 1980er Jahre lassen sich 
kritische Diskussionen vor allem zum Traindenkmal, später auch zum Dreizehner -Denkmal und z u-
letzt auch zum Stalingrad -Denkmal an der Münzstraße feststellen. Verstärkt setzten ab 2016 erneut 
öffentliche Diskussionen ein. Verschiedene Initiativen, Einzelpersonen, politische Parteien sowie eine 
künstlerische Auseinandersetzung mit dem Traindenkmal im Rahmen der Skulptur Projekte 2017 
regten einen kritischen Umgang an. Sie forderten ein Konzept für den zukünftigen Umgang mit dem 
Train- und anderen Kriegerdenkmalen.  
 
Mit dem Ratsbeschluss vom 16. Mai 2018 über die Vorlage „Zum Umgang mit Kriegerdenkmalen im 
öffentlichen Raum der Stadt Münster – Erarbeitung eines neuen Konzeptes zur Gedenk - und Erinne-
rungskultur“ erhielt das Stadtarchiv den Auftrag, eine gutachterliche Untersuchung der Krieger - und 
Ehrenmale durchzuführen und einen Diskussionsprozess zu unterschiedlichen Formen des Umgangs 
mit Erinnerungsabsichten von (Krieger -)Denkmalen zu initiieren und zu moderieren. Gemeinsam mit 
der Stadtgesellschaft sollten Vorschläge für die Umsetzung eines neuen Konzepts für den Umgang 
mit Kriegerdenkmalen im öffentlichen Raum (zunächst) der Promenade entwickelt werden. 
 
Als sachlich -informative Basis eines Disk ussionsprozesses bereitete das Stadtarchiv die Website 
„Erinnern im öffentlichen Raum. Kriegerdenkmale - Ehrenmale - Mahnmale und Kriegsgräberstätten 
in Münster“ 1 vor, deren Onlinestellung im August 2018 erfolgte. Der Kulturausschuss nahm die 
Website Kriegerdenkmale im Januar 2019 als Ergebnis der gutachterlichen Untersuchung der Den k-
male zur Kenntnis.  
 
Auf der Online -Präsentation aufbauend initiierte und moderierte das Stadtarchiv 2019 dem Ratsau f-
trag entsprechend einen Informations - und Diskussionsprozess mit verschiedenen erinnerungskult u-
rellen Akteuren und Interessierten aus der Stadtgesellschaft. Das Stadtarchiv bot unter anderem ö f-
fentliche Vorträge, Diskussions- und Informationsveranstaltungen sowie verschiedene Führungen u.a. 
für Schulklassen an.  
 
                                                
1 www.stadt-muenster.de/kriegerdenkmale - kurz: Website Kriegerdenkmale

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V/0275/2020 
Wichtige Diskursabschnitte stellten zwei Round -Table-Gespräche am 6.  Juni 2019 und 
23. Januar 2020 dar, zu denen die Ratsfraktionen und Ratsgruppen, die Bezirksvertretung Mitte s o-
wie der Bezirksbürgermeister und die Vertreterinnen und Vertreter politischer  und friedenspolitischer 
Initiativen2 sowie Vertreter von Reservisten -Kameradschaften, des Volksbunds Deutsche Kriegsgr ä-
berfürsorge, des Stadtheimatbundes und Historikerinnen und Historiker, die sich mit der Thematik 
wissenschaftlich auseinandergesetzt haben, eingeladen wurden.  
 
Die erste Gesprächsrunde am 6.  Juni 2019 thematisierte acht verschiedene Handlungsoptionen für 
den weiteren Umgang mit Kriegerdenkmalen: 
 
1. keine Veränderung des status quo 
2. Informationen an den Denkmalen (analog und/oder digital) 
3. Künstlerische Ergänzung oder Umdeutung 
4. Kritisch einordnende Kommentierung z.B. durch Tafeln am Denkmal 
5. Verwitterung  
6. Abriss 
7. „Denkmalfriedhof“ zur Musealisierung der Objekte 
8. Sonstige Vorschläge 
 
In der Diskussion erhielten alle Beteiligten Gelegenheiten, ihre Meinungen zu den unterschiedlichen 
Handlungsoptionen darzulegen, wobei ein Konsens darüber bestand, dass Informationen und krit i-
sche Kommentierungen zu den Kriegerdenkmalen erforderlich seien. Die Vorschläge Abriss oder 
Versetzung auf einen „Denkmalfriedho f“ fanden keine mehrheitliche Zustimmung. Die „Entsorgung“ 
der Kriegerdenkmale würde die didaktischen Chancen und ihre Nutzung als historische Lernorte g e-
fährden. Aufgrund seiner Bezüge auf deutsche Kolonialkriege und die daraus erwachsene jahrelange 
Diskussion über die Erinnerungsabsichten des Traindenkmals am Ludgeriplatz wurde ihm ein So n-
derstatus eingeräumt und eine gezielte Intervention an diesem Denkmal vorgeschlagen. Neben der 
Frage nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben für den Umgang mit Kriegerden kmalen zählten For-
derungen nach einem neuen Friedensdenkmal oder einem Opferdenkmal ebenfalls zu den artikulie r-
ten Diskussionspositionen. 
 
Auf der Website Kriegerdenkmale wurden die Ergebnisse der ersten Round -Table-Diskussion vom 
6. Juni 2019 veröffentlic ht und es bestand die Möglichkeit, die unterschiedlichen Positionierungen 
zum weiteren Umgang mit diesen Erinnerungszeichen in Kurzstatements sichtbar zu machen.  
 
In der Folge des ersten Round -Table-Gesprächs am 6.  Juni 2019 entwickelte das Stadtarchiv un ter 
Berücksichtigung der Diskussionsergebnisse eine Handlungsempfehlung für den weiteren Umgang 
mit Kriegerdenkmalen. In die Empfehlung flossen außerdem Meinungsäußerungen ein, die im Ra h-
men von Informations - und Bildungsveranstaltungen des Jahres 2019 ges ammelt werden konnten. 
Das Stadtarchiv stellte den Entwurf seiner Handlungsempfehlung zum weiteren Umgang mit Kriege r-
denkmalen beim zweiten Round -Table-Gespräch am 23.  Januar 2020 zur Finalisierung der Debatte 
zur Diskussion. 
 
Zu den Rahmenbedingungen der Handlungsempfehlung zählt unter anderem die Berücksichtigung 
der Vorgaben des Denkmalschutzgesetzes. Der überwiegende Teil der Kriegerdenkmale im Bereich 
der Promenade sind in die Denkmalliste der Stadt Münster eingetragen. Die untere (städtische) 
Denkmalbehörde hat im Benehmen mit der LWL -Denkmalpflege die Erlaubnis zu erteilen, wenn Bau-
denkmale beseitigt, verändert, verlagert werden oder sich ihre Nutzung ändert. Die Städtische Den k-
malbehörde sprach sich gegen Abriss oder Versetzung der Kriegerdenkmale aus und forderte auf, die 
                                                
2 Arbeitskreis Afrika (AKAFRIK), Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-
VK), AG Friedensdenkmale in der Friedensstadt, Friedensforum Münster, Gesellschaft für bedrohte Völker, 
Friedenskooperative, Förderverein Frieden, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifa-
schistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA), Pax christi Münster, Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie, 
Spuren finden e. V.

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V/0275/2020 
Kriegerdenkmale in ihrer historischen Aussage nicht zu verändern. Sie unterstützte die Forderung 
nach Bereitstellung von Informationen zu den Kriegerdenkmalen.  
 
In die Entwicklung der Handlungsempfehlung floss darüber hinaus ein vo m Stadtarchiv erhobenes, 
nicht repräsentatives Meinungsbild ein, das bei Vorträgen, Führungen und Infoaktionen anhand von 
‚Meinungskarten‘ artikuliert wurde. Das Meinungsbild ergänzte eine studentische Umfrage im Ra h-
men einer Lehrveranstaltung der Universi tät Münster. Deren Auswertungen zeigen, dass eine Meh r-
heit der Befragten für die Anbringung von Erläuterungen an Kriegerdenkmalen votierte. Auch die 
Entwicklung von Informations- und Bildungsangeboten wurde immer wieder gefordert.  
 
In ihrer Gesamtheit leg ten die Meinungsauswertung und die Rahmenbedingungen zukünftig einen 
kritisch-reflektierenden Umgang mit Kriegerdenkmalen nahe. Dafür bedarf es in erster Linie einor d-
nender Informationen am Ort, die für pädagogische und erinnerungskulturelle Angebote vertiefend auf 
einer weiteren Ebene zur Verfügung gestellt werden müssen. 
 
Das Stadtarchiv empfahl daher beim zweiten Round -Table-Gespräch am 23. Januar 2020 für den 
weiteren Umgang mit Kriegerdenkmalen 
 
 die historische Einordnung und sachliche Kommentierung der Kriegerdenkmale im Stadtgebiet 
(beginnend mit der Promenade) 
 die Entwicklung eines Bildungsangebotes  
 die symbolhafte Hervorhebung des Traindenkmals  
 die Verlegung einer Mahntafel des Arbeitskreises AKAFRIK von 1984 am Traindenkmal3 
 
Die Diskussion dieser Handlungsempfehlung am 23. Januar 2020 verlief kontrovers. Mehrfach wurde 
die Abräumung aller bzw. einzelner Denkmäler 4 gefordert. Auch die Unterschutzstellung bestimmter 
Denkmale durch die Denkmalbehörde wurde in Frage gestellt. 5 Auf der anderen Seite  ließ sich ein 
deutliches Votum für den Verbleib aller Kriegerdenkmale am Entstehungsort feststellen. Mehrheitsf ä-
hig war letztlich die Forderung nach Bereitstellung von Informationen und einordnenden Kommenti e-
rungen an den Kriegerdenkmalen. Die Notwendigke it von Angeboten für eine Bildungs - und Erinne-
rungsarbeit und letztlich auch die Verlegung der AKAFRIK-Tafel erfuhren ebenfalls eine Zustimmung. 
 
Den im gesamten Diskussionsprozess zum künftigen Umgang mit Kriegerdenkmalen geäußerten 
unterschiedlichen Positionen tragen die Beschlussvorschläge Rechnung. Die Forderungen nach A b-
riss oder Versetzung wurden aufgrund des Diskussionsverlaufs und auch des Votums der Denkma l-
behörde bewusst nicht in Betracht gezogen. Die Kriegerdenkmale sollen auch in Zukunft an ihre n 
Entstehungsorten als historische Lernorte genutzt werden. Eine Auseinandersetzung mit diesen Eri n-
nerungszeichen sollen analoge Tafeln mit Kurzinformationen und historisch -kritischen Kommenti e-
rungen ermöglichen. Für die Infotafeln an Kriegerdenkmalen ist die Erstellung eines äußeren und 
inhaltlichen Gestaltungskonzeptes erforderlich. Aufgrund der besonderen öffentlichen Wahrnehmung 
der Denkmale wird in der Promenade mit der Umsetzung begonnen. Das langfristige Ziel stellt eine 
stadtweit einheitliche Beschilderung an allen Kriegerdenkmalen dar. Vertiefende Informationen bietet 
zu allen Kriegerdenkmalen das digitale Angebot des Stadtarchivs (Website Kriegerdenkmale), das 
laufend um neue Forschungsergebnisse erweitert werden kann und das darüber hinaus didakti sche 
                                                
3 Ein in den 1980er Jahren gegründeter Arbeitskreis Afrika schenkte der Stadt Münster 1984 eine Gedenktafel 
zur Verlegung am Traindenkmal. Diese trägt die Inschrift: „Wir gedenken der Opfer des Völkermords unter 
deutscher Kolonialherrschaft in Namibia" und weist damit auf den kolonialen Erinnerungsbezug des Traindenk-
mals hin. Bei Sanierungsarbeiten im Stadthaus 1 wurde die Gedenktafel wieder entdeckt. Insbesondere der 
mittlerweile anerkannte Bezeichnung ‚Völkermord‘ stieß 1984 nicht auf Akzeptanz. Mit der Verlegung dieser 
Tafel ließe sich der wandelnde Umgang mit der Kolonialgeschichte auch symbolisch manifestieren. 
4 Insbesondere Train-, Dreizehner- und Stalingrad-Denkmal 
5 Es wurde argumentiert, dass das Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler im Lande Nordrhein -
Westfalen (Denkmalschutzgesetz) unter § 9, Abs. 2, vorsehe, dass die Erlaubnis zur Veränderung oder Beseiti-
gung von Baudenkmälern zu genehmigen ist, wenn ein „überwiegendes öffentliches Interesse die Maßnahme 
verlangt“.

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V/0275/2020 
Materialien zur kritischen, eigenständigen Auseinandersetzung bereitstellen wird. Das didaktische 
Material und Quellen aus dem Stadtarchiv lassen sich für Führungen oder den Schulunterricht ve r-
wenden. Die Auseinandersetzung mit umstrittenen Kriegerden kmalen bleibt wichtiger Teil der hist o-
risch-politischen Bildungsarbeit des Stadtarchivs. 
 
Die Hervorhebung des Traindenkmals  entspricht seiner Sonderstellung im bisherigen Diskurs über 
die Erinnerungsabsichten von Kriegerdenkmalen. Diese wird durch die Verlegung der AKAFRIK -
Gedenktafel von 1984 verdeutlicht. Die Verlegung neben dem Traindenkmal erfolgt gestalterisch im 
Benehmen mit der Denkmalbehörde und dem Amt für Grünflächenunterhaltung. Außerdem sollte sie 
durch eine mehrsprachige Erläuterung kommentiert werden. Das Stadtarchiv wird darüber hinaus für 
das Traindenkmal ein erweitertes Bildungsangebot planen. Außerdem sollen m it den unterschiedl i-
chen Akteuren Vorschläge für mögliche Aktionsformate für eine zivilgesellschaftliche Auseinanderset-
zung am Traindenkmal entwickelt werden. Den Auftakt könnte die Verlegung der AKAFRIK -Tafel dar-
stellen.  
 
Die Diskussion über die Aufstell ung eines neuen Friedensdenkmals ist noch nicht abgeschlossen. 
Eine Entscheidung bietet sich in Vorbereitung des 375. Jubiläums des Abschlusses des Westfäl i-
schen Friedens im Jahr 2023 an.  
 
Erläuterung für den Bedarf an HH-Mitteln: 
Die Beschlussvorlage V/0275/2020 erläutert das neue Konzept und seine geplante Umsetzung. Darin 
enthalten ist die Aufstellung von fünf Informationstafeln an Kriegerdenkmalen auf der Promenade. 
Dazu sollen Angebote zur Gestaltung dieser Tafeln bei Grafikdesign -Firmen eingeholt wer den. Die 
Finanzmittel werden für die Erstellung des äußeren Gestaltungskonzeptes und die Produktion sowie 
Installation der Informationstafeln benötigt. Darüber hinaus wird ein Historiker/eine Historikerin eng a-
giert, der/die im Auftrag des Stadtarchivs die inhaltliche Gestaltung der Informationstafeln konzipiert 
und der/die außerdem einen Vorschlag für Veranstaltungsformate entwickelt, wie das Traindenkmal 
zeitweise als Ort des Diskurses installiert werden kann. Für die Erstellung einer didaktischen Mappe 
entstehen Kosten für die inhaltliche Gestaltung und den Druck. 
 
i. V. 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen 
Anlage A

Anlage A

1561 Zeichen

Anlage A zur V/0275/2020 
Kurzüberblick 
Mit dem Ratsbeschluss vom 16. Mai 2018 erhielt das Stadtarchiv den Auftrag, einen Diskussi-
onsprozess zu unterschiedlichen Formen des Umgangs mit kritischen Kriegerdenkmälern zu initi-
ieren und zu moderieren. Daraus sollte ein neues Konzept für den Umgang mit Kriegerdenkmä-
lern im öffentlichen Raum (zunächst) der Promenade entwickelt werden. Die Beschlussvorlage 
erläutert das neue Konzept und seine geplante Umsetzung. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Die Beschlussvorlage trägt bei zur Erreichung des Zieles der Produktgruppe 04.06.02: Erfor-
schung, Dokumentation und Vermittlung der Stadtgeschichte. 
Ziele: 
 
1. Die Nutzung des Stadtarchivs soll gefördert und stadthistorische Bildung vermittelt wer-
den. Die Veranstaltungen sollen sich im Umfang der Zielkennzahlen entwickeln:  
Zielerreichung: Das Stadtarchiv beabsichtigt, Bildungsangebote zur Auseinandersetzung 
mit Kriegerdenkmälern zu entwickeln und umzusetzen. 
 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 04.06 Stadtarchiv 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja  Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im beschlossenen Haushaltsplan 2020 enthalten?  Ja  Nein X tlw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja  Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein   
 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
X vollständig frei-
willig 
 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)

Beratungsverlauf (6)

03.06.2020 Kulturausschuss
TOP 10 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
16.06.2020 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 6.2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
23.06.2020 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 5.10 Anhörung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 37 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
24.06.2020 Rat
TOP 39 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Münzstraße
  • Ludgeriplatz
  • Promenade
  • Mauritztor

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Details

Aktenzeichen
V/0275/2020
Typ
Vorlagen
Datum
06.04.2020
Erstellt
06.10.2020 14:37