V/0181/2015
Digitale Stadt Münster: Breitbandausbau
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Beschlussvorlage
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V/0181/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER citeq Betrifft Digitale Stadt Münster: Breitbandausbau Beratungsfolge 21.05.2015 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E -Government Vorberatung 11.06.2015 Betriebsausschuss der citeq Vorberatung 11.06.2015 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Vorberatung 17.06.2015 Rat Entscheidung 17.06.2015 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Stadt Münster sieht sich als Teil des laufenden globalen Digitalisierungsprozesses und fö rdert diesen aktiv auf verschiedenen Handlungsfeldern. In diesem Sinne werden zum Breitbandausbau folgende B e- schlüsse empfohlen: 1. Der Rat nimmt die beschriebene, aktuell und mittelfristig gute Versorgungslage des Stadtgebietes mit breitbandigen Angeboten zur Kenntnis. 2. Mit der Perspektive eines auch langfristig guten Angebotes wird die Stelle einer Breitbandkoordinat i- on eingerichtet. Diese wird bei der münsterNETZ GmbH, Tochtergesellschaft der Stadtwerke Mün s- ter GmbH, angesiedelt. Die Breitbandkoordination fungiert als Informations - und Koordinierungsstelle insbesonderefür Unternehmen, Infrastrukturinhaber, Telekommunikationsdienstleister, Investoren und bspw. auch Hochschulen sowie andere öffentliche Träger. Die Stelle soll insbesondere alle Informationen zu Breitband zusammentragen, mit Raumbezug da r- stellen und kooperative Ausbauprojekte vorantreiben. 3. Für den Bereich der Geschäftskunden bzw. der Wirtschaft wird die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) beauftragt, in Abstimmung mit der Breitbandkoordination a. die systematische Erfassung des Breitbandbedarfes in den Gewerbegebieten und die Darstellung von Lösungsmöglichkeiten für bestehende Anbindungsmängel vorzunehmen, b. die Organisation eines Prozesses gemeinsam mit den interessierten Unternehmen, den Infr a- strukturanbietern und den Telekommunikationsdienstleistern zu initiieren, der den Angebotsman- gel unter Berücksichtigung ordnungspolitischer Rahmenbedingungen aufhebt Vorlagen-Nr.: V/0181/2015 Auskunft erteilt: Herr Schoenfelder Ruf: 492-1800 E-Mail: Schoenfelder@citeq.de Datum: 05.05.2015 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0181/2015 c. und die Verlegung von Leerrohren bei der Erschließung neuer Gewerbegebiete sicher zu stellen. 4. Mit der Beschlussfassung zu dieser Vorlage sind die Anträge der CDU -Fraktion A-R/0019/2014 vom 24.03.2014 und A-R/0009/2015 vom 03.02.2015 an den Rat und der Antrag der CDU -Fraktion vom 07.10.2014 an den APOSOE erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Personalkosten für 0,5 S telle Breitbandkoordination bei der münsterNETZ GmbH. Der Au fwand wird im ersten Jahr von der Stadtwerke Münster GmbH getragen mit anschließender Überprüfung von Aufgabe n- stellung, Umfang und Finanzierung. Begründung: Digitale Stadt Münster Die globale Digitalisierung findet statt. Als weit reichender Wandel bietet sie große Chancen, den Wohlstand zu sichern und die Lebensqualität zu steigern - in Deutschlands Wirtschaft als Industrie 4.0, in der Gesel l- schaft z.B. unter den Schlagworten SocialMedia, Web 2.0 sowie Online -Beteiligung und in den föderalen Verwaltungsebenen unter Stichwo rten wie OpenGovernment, serviceorientierte IT -Dienstleistungen und leistungsfähige IT -Infrastrukturen. Auch die Ko mmunen stehen in der Verantwortung, diese Entwicklung aktiv zu begleiten und zu fördern: Durch die Unterstützung der verschiedenen Digitalisierungsinitiativen prof i- lieren sich die Städte hinsichtlich eines Standortvorteils für Wirtschaftsu nternehmen, eines Mehrwertes für NGOs oder auch zukunftsorientierter Kommunikations- und Beteiligungschancen der Stadtgesellschaft. Wie auch in vielen anderen Bereichen entwickelt sich Münster in den Feldern der Digitalisierung dynamisch und zukunftsgerichtet. Gesellschaft und Wirtschaft bilden hierfür eine fruchtbare Plattform u nd bieten Raum für zahlreiche Initi ativen und Unternehmen zur Entwicklung unterschiedlichster IT -basierter Ansätze und Lösungen. Die Digitalisierung der Stadtverwaltung ist ein unabdingbares Element dieser dynamischen En t- wicklung. Aufbauend auf bereits e rfolgten Schritten stehen für die Stadt Münster weitere wichtige Entwicklungen an, die für den Standort, die hier lebenden Menschen und ansässige Unternehmen von besonderer Bedeutung sind. Dazu zählen z.B. frei zugängliche WLAN -Angebote ebenso wie die digi tale Ratsarbeit, der Ausbau eines leistungsfähigen Datennetzes und von Onlinediensten im Bürgerservice der Verwaltung sowie die Weiterentwicklung des Einsatzes von IT an den Schulen. Und auch die Vernetzung mit Angeboten Dritter (LWL, WWU u.a.) wird Bestandteil der weiteren Entwicklung sein. Zu diesen Einzelperspektiven wird die Verwaltung in der zweiten Jahreshälfte einen umfassenderen strat e- gischen Ansatz vorlegen, zu dessen Bestandteilen dann auch die Aussagen dieser Vorlage zählen werden. Die Ratsanträge der CDU, A -R/0019/2014 „ Anschluss an die Zukunft: Breitbandausbau s icherstellen“ vom 24.03.2014 und A-R/0009/2015 „Ein neuer Anlauf für Glasfaser“ vom 03.02.2015 fordern sowohl für Bü rger/- innen als auch für Unternehmen eine bessere Versorgung mit In ternet-Breitbandanschlüssen. Im CDU - Antrag an den Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E -Government vom 07.10.2014 wird die Verwaltung zudem aufgefordert, die Funktion einer Breitbandkoordination einzurichten. Hauptadern oder das so genannte Backbone des elektronischen Datenverkehrs verlaufen im Stadtgebiet - zumeist verrohrt - unter den Straßen und Gehwegen. Die in vielen Staaten mittlerweile übliche Praxis, die Gebäude direkt mit den sehr leistung sstarken LWL-Kabeln (symmetrische Bandbreiten im mehrfachen GBit - Bereich sind hierüber möglich) zu vernetzen, wird in Deutschland bisher zumeist nur für Gebäude mit höh e- rem Bandbreitenbedarf angewandt (Unternehmens - und Verwaltungsgebäude). In Münster z.B. hat die citeq die großen Stadth äuser, einige Verwaltungsnebe nstellen, wie die KFZ -Zulassungsstelle, und bisher 22 der 80 städtischen Schulen direkt am stadteigenen LWL -Netz angeschlossen. Dieser Ausbau der LWL -Netze bis zum Gebäude wird auch als FTTB / FTTH (Fibre tot he Building / Fibr e tot he Home) bezeichnet. Glasfaser- kabel bieten die Möglichkeit , symmetrische Bandbreiten (Down - und Uploadgeschwindigkeit sind identisch) bis hin zu mehrfach GBit/s anzubieten. Insofern stellen Glasfaserkabel eine sichere Investition in zukünftige Bandbreitenbedarfe dar. - 3 - V/0181/2015 In Münster werden – wie in ganz Deutschland – zumeist nur die so genannten Verteilerknoten im öffentl i- chen Straßenraum von den Providern mittels LWL -Kabel vernetzt. Von diesen erfolgt dann die Anbindung der Gebäude (die letzte Meile) mit tels Telefonkabel (Kupferkabel) der Telekom oder mit Antennenkabel (C o- axialkabel) der Fa. Unitymedia. Je nach Anbindungsart und Entfernung vom letzten Verteiler können mit diesen Anbindungsarten unterschiedliche Bandbreiten realisiert werden. Telekom klassisch ADSL / VDSL Derzeit ist das Telekom -Angebot für den größten Teil der Stadt Münster auf eine DSL Bandbreite von bis zu 16 Mbit/s im Download beschränkt. Die Ablösetechnik lautet ADSL / VDSL. Diese liefern asymmetr ische Bandbreiten: die Uploadbandbrei te ist deutlich geringer im Vergleich zur Downloadbandbreite. Bei einer Länge bis zu 3,5 k m vom letzten Verteilerknoten sind im ADSL Bandbre iten bis max. 16Mbit/s und im VDSL bis max. 100 Mbit/s möglich. Unitymedia Coaxialkabel Diese Produkte liefern asym metrische Bandbreiten, die Uploadbandbreite ist deutlich geringer im Vergleich zur Downloadbandbrei te. Bei einer Länge bis zu 6,5 k m vom letzten Verteilerknoten sind hier Bandbreiten bis max. 400 Mbit/s möglich. Privatkundenbedarf: In Gesprächen der Verwaltung mit den Providern Telekom, Unitymedia und Versatel wurden deren aktuelle Kabel-Ausbaustände und Planungen mit folgendem Ergebnis erfragt : Telekom und Unitymedia sehen derzeit keine Glasfaseranbindungen von Gebäuden vor, sondern setzen auf Weiteren twicklungen ihrer Kabeltec h- nik. Die Telekom versorgt die Bürger /-innen in der Stadt Münster heute – mit Ausnahme einiger Ausbaubere i- che, in denen bis zu 100 MBit/s über VDSL -Technik bereits zur Verfügung stehen (z. B. Amelsbüren und Hiltrup ab Ende Februar 2015) - mit einer Bandbreite von bis zu 16Mbit/s ADSL. Bei größeren Entfernungen vom nächsten Verteilerknoten (HVT) nimmt die Bandbreite der ADSL -Verbindungen (16 MBit/s) aber stark in Stufen auf bis etwa 2 MBit/s ab. Die im Folgenden links abge bildete Karte zeigt den aktuellen Ausbaustand der DSL -Technik. Die rechte Karte zeigt das VDSL-50-Angebot als ersten Erfolg der zukünftigen VDSL-Technik. Die Telekom sieht in Münster bis zum Jahr 2018 eine Ertüchtigung ihrer DSL Infrastrukturen auf VDSL - Technik (bis zu 100 MBit/s) vor. Mindestens die in der Karte links oben in lila eingefär bte DSL-Fläche wird dann also nicht mehr nur mit bis zu 16 MBit/s sondern mit bis zu 100 MBit/s VDSL versorgt we rden. DSL bis zu 16 MBit/s VDSL bis zu 50 MBit/s - 4 - V/0181/2015 Größeren Bandbreitenbedarf in Problemgebieten deck t die Telekom bereits heute mit einem aus Festnetz und LTE -Funktechnik bestehenden Hybridprodukt ab. Über die LTE -Technik erreicht die Telekom nahezu das gesamte Stadtgebiet von Münster und ermöglicht ihren Kunden Ban dbreiten von bis zu 150 MBit/s. Unitymedia kann einen Großteil der Haushalte in Münster bereits heute mit einem Breitbanda ngebot mit bis zu 200 MBit/s versorgen. So kann Unitymedia nach eigener Aussage 147.845 der 157.265 Münsteraner Haushalte mit 200 MBit/s versorgen: - 5 - V/0181/2015 132.659 der Haushalte sind bereits am Netz. 15.186 Haushalte können durch kurze Tiefbaumaßnahmen angeschlossen werden. Die Versatel verfügt zwar nach eigenen Angaben über ein umfangreiches Glasfasernetz, richtet sich mit ihren Produkten aber ausschließlich an Ges chäftskunden. Daher wird Versatel bei der Betrachtung des Pr i- vatkundenbedarfs nicht berücksichtigt. Einschätzung der Verwaltung: Durch den heute vorhandenen und für die nächste Zeit angekündigten Ausbaustand der Infrastrukturen bi e- ten Unitymedia und Tele kom den Münsteraner /-innen Internetzugangsmöglichkeiten, die im bundes - und landesweiten Vergleich als deutlich überdurchschnittlich zu bewerten sind. Die Zahl der Münsteraner /-innen, die sich nicht entgeltlich über ein Standardangebot der Provider mit ei ner für sie befriedigenden Bandbreite versorgen können, wird als gering eingeschätzt. Entsprechend gering sind die Möglichkeiten einer Förderung. Die Verwaltung hat im Kontakt mit der Bezirk s- regierung Münster die Fördermöglichkeiten im Rahmen der Richtli nie über die Gewährung von Zuwendu n- gen zur Förderung der Breitbandversorgung ländlicher Räume untersucht. Auf Basis der aktuellen Rich tlinie ist die gesamte Stadt Münster zwar nicht förderfähig, dafür aber , nach dem aktuellen und noch von der EU zu beschli eßenden Entwurf , einige städtische Außenbezirke. Auf Grund anderer Ausschlusskriterien e r- scheint eine Förderung aber als nahezu ausgeschlossen. Die Fördermöglichkeiten beschränken sich auf die Gewährung von Krediten (z. B. NRW Bank, KfW-Bankengruppe). Vor dem Hintergrund der aktuell guten Breitbandversorgung und der geringen Fördermöglichkeiten stellt sich die Frage, inwieweit die Stadt Münster einen Ausbau von Lichtwellenkabel forcieren oder fördern sollte. Die Firma MICUS Management Consulting GmbH aus Düsseldorf hat bereits für mehrere Gebietskörpe rschaften Breitbandgutachten und Masterpläne erstellt. In Ihrem Abschlussbericht für den Kreis Gütersloh vom 27.10.2014 äußert sie sich zu den kommunalen Förderungsnotwendigke iten wie folgt: „Der wachsende Be darf nach immer schnelleren Datenverbindungen kann nur durch einen kontin u- ierlichen Ausbau von Breitbandnetzen gedeckt werden. In städtischen Räumen erfolgt dieser Au s- bau marktgetrieben durch private Netzbetreiber. In ländlichen Räumen fü hrt die geringere Bevölke- rungsdichte zu höheren Ausbaukosten. Der Ausbau von Breitbandnetzen ist allein nach wirtschaftl i- chen Maßstäben oft nicht möglich. Auf dem Weg in die Zukunft breitbandiger Internetversorgung drohen ländliche Räume sowie die Randbereiche von Städten u nd Gemeinden daher zunehmend abgehängt zu werden. Breitbandversorgung Städte Breitbandversorgung Land Versorgungslage derzeit: 16 bis 50 MBit/s Versorgungslage derzeit: 0 bis 16 MBit/s Ausbauhorizont 5 Jahre: 50 bis 100 MBit/s Ausbauhorizont 5 Jahre: Kein Ausbau Eigenwirtschaftliche Investitionen der TK-Anbieter Marktversagen, kein Ausbau ohne Förderung Breitbandausbau in Wettbewerb Breitbandausbau in kommunaler Verantwortung Wo ein Ausbau von Breitbandnetzen nicht allein auf Initiative der Netzbetre iber und Internetprovider geschieht, sind daher Städte und Gemeinden gefordert, den Netzausbau selbst voranzutreiben.“ Die Verwaltung schätzt die durch die Provider Telekom und Unitymedia bereitgestellte aktuelle Versorgungs- lage in der Stadt Münster als derzeit insgesamt gut ein. Vor dem Hintergrund eines jährlich um ein mehrf a- ches steigenden Bandbreitenbedarfs und der im Vergleich zur Glasf asertechnik geringen Ausbaufähigkeit der Telekom- und Unitymedia-Technologien, empfiehlt die Verwaltung, für Bedarfe jenseits des Ausbauhori- zonts von 5 Jahren eine aktive konzeptionelle Begleitung des Breitbandausbaus. Geschäftskundenbedarf: Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH hat mit Hilfe des Infrastrukturatlas ses der Bundesnetzagentur die 44 Gewerbegebiete der Stadt Münster im Hinblick auf ihre Breitbandanbindung analysiert. Der Infrastrukturatlas enthält Geodaten über in Deutschland vorhandene Infrastrukturen, die beim Aufbau von Breitbandnetzen und zur Erhöhung von Übertragungskapazitäten bestehender Netze grun dsätzlich mit- - 6 - V/0181/2015 genutzt werden können. Dazu zählen beispielsweise vorhandene Glasfaserleitungen, Leerrohre, Funkma s- ten und Richtfunkstrecken. Die Daten stammen von Infrastrukturinhabern unterschiedlicher Branchen. Eine grundstücks- und straßenscharfe Auswertu ng des Infrastrukturatlas ist dabei nur stark eingeschränkt mö g- lich, da die Geodaten lediglich im Maßstab 1:30.000 zur Verfügung gestellt werden. Eine Ableitung von g e- nerellen Aussagen zur Anbindungsqualität der Gewerbegebiete ist allerdings möglich. Ergebnisse der quantitativen Analyse Bei 41 Gewerbegebieten (ca. 93 %) befindet sich ein Hauptverteiler (HVt) oder einen Kabe lverzweiger (KVz) am oder im Gebiet. Eine DSL- oder VDSL-Anbindung ist damit grundsätzlich möglich. In 29 Gewerbegebieten (ca. 66 %) konnten Glasfaserleitungen von mindestens einem Infrastrukturin- haber (Vodafone, Telekom, münsterNetz etc.) identifiziert werden. In 18 Gewerbegebieten sind mehr als ein Anbieter vertreten. Bei 9 Gewerbegebieten (ca. 18 %) verläuft eine Glasfaserleitung unmittelbar an der Gebietsgrenze. Diese Gebiete sind mindestens über einen HVt oder KVz erschlossen. Bei 5 Gewerbegebieten ist nur ein KVz abgebildet. Lediglich ein Gewerbegebiet verfügt nicht über eine kabelgebundene Infrastruktur. Dieses liegt alle r- dings innerhalb einer Richtfunkstrecke. Die Versorgung der Gewerbegebiete mit Breitbandinfrastruktur in Münster kann als gut beu rteilt werden. Eine Grundversorgung der Unternehmen ist bei 93 % der Gewerbegebiete über das Hauptverteiler - und Kabelverzweigernetz der deutschen Telekom gewährleistet. In ca. 66 % der Gewerbegebiete besteht zusätz- lich die Möglichkeit der Anbindung an ein bestehendes Glasfasernetz. Die Glasfasertechnologie ist aus heutiger Sicht die einzige Technologie, die langfristig den steigenden Bandbreitenbedarf der Unternehmen decken kann. Bei 29 Gewerbegebieten führt schon jetzt mindestens eine Glasfaserleitung ins Gebiet, diese sind ausreichend angebunden. Bei den 9 Gewerbegebieten, die unmittelbar an einer Glasfaserleitung liegen, ist zu e rwarten, dass ein Anschluss mit überschaubarem Aufwand realisierbar ist. In 6 Gebieten, die keine Glasfaserleitung in unmittelbarer Nähe aufweisen, ist eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Unternehmen ansässig (4 Gebiete mit weniger als 5 Unte rnehmen, 2 Gebiete mit 10 bis 15 Unternehmen). Bei diesen Gewerbegebieten ist aufgrund des geringen Potentials für Tei l- nehmeranschlüsse zu erwarten, dass ein wirtschaftlicher Ausbau des Glasfasernetzes nicht möglich sein wird oder nur durch erhebliche Kostenbeteiligung der Unternehmen zu realisieren ist. Mehrere Bedarfsanalysen der WFM haben gezeigt, dass ein Großteil der Unternehmen nicht bereit ist, die höheren Kosten für einen Glasfaseranschluss zu tragen. Dies betrifft sowohl Ko sten für infrastrukturellen Aufwand (Tiefbau und Hausanschluss) als auch die Kosten für die gewerblichen Tarifsysteme der Teleko m- munikationsdienstleister mit entsprechenden Serviceversprechen (Business-Tarife). Als strategischer Partner innerhalb des Stadtkonzerns steht der WFM die Stadtwer ke Münster GmbH zur Seite, die ihre Erfahrung und Kompetenz in Sachen Breitband zur Verfügung stellen. Breitbandkoordination: Um die Kompetenz zur Steuerung der zukünftigen Entwicklung des Breitbandangebotes in Münster zu erh ö- hen, ist die Einrichtung ei ner Koordinationsstelle sinnvoll. So können vorhandenes Wi ssen gebündelt, neue Entwicklungen rasch analysiert, berücksichtigt und vorhandene Synergieeffekte genutzt werden. Als Infr a- strukturdienstleister für Münster sind die Stadtwerke und ihre Tochtergesellschaft münsterNETZ in besonde- rer Weise geeignet, die Koordination der weiteren Prozesse zu steuern. Die Stelle soll u. a. Tiefbaumaßnahmen im öffentlichen Raum, die möglicherweise für die Verl egung von Leerrohren für Lichtwellenkabel zur Abdeckung aktu eller und perspektivischer Bedarfe geei gnet wären, den Telekommunikationsdienstleistern aktiv kommunizieren und für eine proaktive Verlegung von Lichtwellenk a- beln oder Leerrohren werben. - 7 - V/0181/2015 Insbesondere mit Blick auf den Ausbau der zukunftsträchtigen Glasfa serinfrastruktur sind komplexe Frag e- stellungen zu berücksichtigen bzw. zu klären: Gibt es Möglichkeiten der Integration unterschiedlicher Netzstrukturen und Wettbewerbssit u- ationen der verschiedenen Marktteilnehmer in einem gemeinsamen LWL -Masterplan? Wie kann sichergestellt werden, dass ein Leerrohrsystem noch zur Ausbautechnologie FttB/FttH in einigen Jahren passt, um einen Verlust des Investments zu vermeiden? Wie wird die Entstehung eines Flickenteppichs mit unterschiedlichsten Eigentümern von Rohrabschnitten verhindert? Wie wird die spätere Nutzung der Kapazitäten durch verschiedene Marktteilnehmer geregelt – auch bei Interessenkonflikten? Angesichts aktueller citeq -Planungen zur Breitbandanbindung einer größeren Anzahl von Stad thäusern, Verwaltungsnebenstellen, Schulen und ÖrV -Partnern sollte die Breitbandkoordination eng mit der citeq z u- sammenarbeiten. Fazit: Münster verfügt derzeit über ein überdurchschnittliches, breitbandiges Angebot, das vor allem von de n Marktteilnehmern Deutsche Telekom und Unitymedia in den letzten Jahren stark weiterentwickelt wurde. Diese Entwicklung wurde durch die Vernetzung der Knotenpunkte mit Glasfaser, aber auch durch Weite r- entwicklung der Übertragungstechnologien auf den bestehenden Kupfer - und Koaxial-Netzen möglich. Es ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb der großen Anbieter diese Entwicklung auch zukünftig vorantreibt. Auch die Versorgung der Gewerbegebiete in Münster mit breitbandiger Infrastruktur kann als gut bezeichnet werden. Zur Behebung punktueller Versorgungslücken sowie zur Sicherung der besonders zukunftsträcht i- gen Glasfasertechnologie wird federführend von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH ein Abstimmung s- prozess der einschlägigen Akteure organisiert. Zur stärkeren strategischen Steuerung de s zukünftigen Breitbandangebotes wird bei der münsterNETZ GmbH, Tochtergesellschaft der Stadtwerke Münster GmbH, eine Koordinationsstelle eingerichtet. In Vertretung gez. Wolfgang Heuer Stadtrat
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0181/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.04.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37