1049/2020
Handlungskonzept Trockenheitsphasen
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/67/671 Vorlagen-Nummer 16.04.2020 1049/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 8 (Kalk) 23.04.2020 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 27.04.2020 Ausschuss für Umwelt und Grün 30.04.2020 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 04.05.2020 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 04.05.2020 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 07.05.2020 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 07.05.2020 Bezirksvertretung 7 (Porz) 07.05.2020 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 11.05.2020 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 11.05.2020 Grüne Infrastruktur Handlungskonzept Trockenheitsphasen Die Sommermonate 2018 und 2019 waren geprägt durch lang anhaltende Trockenphasen mit extrem wenigen Niederschlägen. Dies hat dazu geführt, dass die Vegetationsflächen in den Grünanlagen austrockneten und auch der Baumbestand zum Teil in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Aus- schuss Umwelt und Grün wurde über die Schäden in den Wäldern, den öffentlichen Grünanlagen und an dem Straßenbaumbestand über Mitteilungen informiert. Die Trockenphasen haben aber auch dazu geführt, dass die Verwaltung von Seiten der Stadtgesell- schaft aufgefordert wurde entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Über die lokale Presse konnte vermittelt werden, dass dies nur in einem bestimmten Umfang möglich ist. Zum einen sind die Dimensionen der Grünflächen (4.000 ha Wald, 2.800 ha öffentliche Grünflächen) und die Anzahl der Straßenbäume (ca. 80.000 Stück) so groß und umfangreich, dass eine systematische Bewässerung unmöglich ist. Zum anderen muss aber auch deutlich gemacht werden, dass eine Bewässerung von z.B. alten Straßenbäumen in einem hoch versiegelten Umfeld faktisch unmöglich ist. Aus diesem Grunde wurden von Seiten der Verwaltung Prioritäten formuliert, die auch von den Bürger*innen nachvollzogen werden können. In Trockenphasen ist eine Bewässerung gewährleistet: Schmuckanlagen im Botanischen Garten und im Rheinpark / durch Verwaltung Schmuckanlagen Deutzer Brücke, Roncalliplatz, Heinzelmännchenbrunnen, Rodenkir- chen / durch Verwaltung Ersatz- und Neupflanzungen von Bäumen bis zum 3. Standjahr durch Unternehmer 2 Eine Bewässerung ist sinnvoll: Bäumen auf Extremstandorten z.B. auf Tiefgarage, Topf-Situation etc. Ersatz- und Neupflanzungen vom 4. bis zum 7. Standjahr Ersatz- und Neupflanzungen bis zum 15. Standjahr in Abhängigkeit der örtlichen Situa- tion Baumscheiben oder Grünflächen die im Rahmen einer Patenschaft betreut werden. Aufbauend auf den Erfahrungen der letzten beiden Trockenperioden hat das Amt für Landschafts- pflege und Grünflächen die bisher umgesetzten Maßnahmen evaluiert und mit den jeweiligen Unter- stützern weiterentwickelt. Gleichzeitig wurde mit Initiativen, wie z.B. „gießt Kölle“ https://www.facebook.com/giesstkoelle/, Kontakt aufgenommen um bei einer erneut eintretenden Tro- ckenphase die Maßnahmen untereinander abzustimmen. Folgende Maßnahmen können in 2020 umgesetzt werden: Vergabe von Standrohren: Die RheinEnergie wird während einer Trockenphase insgesamt 40 Standrohre zur Bewässe- rung von Grünflächen und Bäumen im öffentlichen Raum (s.o.) kostenlos zur Verfügung stel- len. Die Verteilung erfolgt wie in den Vorjahren über das Amt für Landschaftspflege und Grün- flächen im engen Austausch mit der RheinEnergie. Die Vergabe erfolgt bevorzugt an Initiati- ven mit Grünflächen- oder Baumscheibenpatenschaften oder an Gruppen. Die Ausleihe erfolgt bei der RheinEnergie und ist befristet, so dass verschiedene Gruppen berücksichtigt werden können. Die RheinEnergie statten die Standrohre so aus, dass handelsübliche Schlauchsys- teme angeschlossen werden können. Mit der Übergabe der Standrohre durch die RheinEner- gie erfolgt eine Einweisung für die technische Handhabung. Bewässerungsfahrzeuge: Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat im letzten Jahr erstmals Erfahrungen mit Bewässerungsfahrzeugen gemacht. Für die anstehende Sommerperiode konnten mittlerweile vier dieser Bewässerungskombinationen beschafft werden. Die Freigabe der über den politi- schen VN eingestellten Haushaltsmittel erfolgte am 23.03.2020 durch den Finanzausschuss. Die Bewässerungskombinationen (Gießarm und Tank) werden an vorhandene Winterdienst- fahrzeuge angebracht. Die Bewässerungsfahrzeuge werden vornehmlich zur Bewässerung von Bäumen vom 4. bis 7. Standjahr und je nach Situation bis zum 15. Standjahr eingesetzt. Vergabe von Wassersäcken: In 2019 wurden erstmals an verschiedenen Baumstandorten Wassersäcke zur Bewässerung eingesetzt. Diese Wassersäcke werden mit 70 L Wasser aufgefüllt, das durch eine Perforie- rung tröpfchenweise in den Untergrund abgegeben wird. Über den politischen VN sind in 2020 und 2021 jeweils 100.000 € für „Stationäre Systeme zur Baumbewässerung und Hilfsmittel für Baumpaten“ eingesetzt. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen beschafft insgesamt 1.000 dieser Wassersäcke, die vornehmlich an Baumpaten abgegeben werden. Öffentlichkeitskonzept: Die Erweiterung und Anpassung der Öffentlichkeitsarbeit ist Teil des o.g. Handlungskonzep- tes. Folgende Projekte werden umgesetzt: Erstellung einer Internetseite zum Thema Trockenheit mit folgenden Inhalten: Allgemeininformationen, welche Bäume gegossen werden sollen. Veröffentlichung der Baumstandorte, die nicht älter als 15 Jahre sind. Informationen über die Nutzung Wassersäcke. Informationen zum „richtigen gießen“. Animation der Kölner*innen durch kurze Videospots, ggf. mit der Initiative „Gießt Kölle“. 3 Informationen und Aufruf zum Gießen in Form von Pressemitteilungen. Initiierung von Aktionen mit Austeilung der Wassersäcke an Paten und Initiativen (z.B. beim Patenschaftsfest und ggf. zwei Aktionen in der Magistrale des Stadthauses Einbindung des Bürgertelefons Weitergehende Maßnahmen Optimierung Pflanzweise Baum: Die Art und Weise der Baumgrubenausgestaltung bei Neu- und Ersatzpflanzungen ist von we- sentlicher Bedeutung für eine gesunde Entwicklung des Baumes in den ersten 15 Standjah- ren. Die bisherige Bauweise entspricht den technischen Vorgaben und hat sich bewährt. Die Verwaltung hat in einem ersten Fachgespräch mit Experten und einem Hersteller von Substraten über eine Optimierung diskutiert. Zwei Ansätze sollen weiter ausgearbeitet werden: Fakt ist, dass das anfallende Niederschlagswasser durch Versiegelung und Abführung in die Kanalisation nicht in das Substrat bzw. in die Baumscheibe gelangt. Das Substrat wird in der Tiefe nicht umfänglich durchfeuchtet und die Wasserspeicherfähigkeit des Substrats nicht um- fassend genutzt. Das verwendete Substrat ist jedoch grundsätzlich in der Lage das Nieder- schlagswasser im Winter aufzunehmen, zu speichern und im Sommer dem Baum zur Verfü- gung zu stellen. Aus diesen Gründen soll geprüft werden, in welcher Weise gezielt das Ober- flächenwasser von den angrenzenden befestigten Flächen dem Baum zugeführt werden kann. Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit das Wasserspeichervermögen des vorhande- nen Substrates, z.B. durch die Zugabe von Bimsstein, weiter optimiert werden kann. Geprüft werden soll auch, ob die Standardtiefenbelüftung, z.B. durch ergänzende bauliche Einrichtun- gen an der Baumgrubensohle, für die gezielte Zuführung von Wasser genutzt werden. Die Verwaltung wird den Ausschuss nach Ausarbeitung der Optimierungsmöglichkeiten infor- mieren. Baumartenwahl Die beste Möglichkeit den Straßenbaumbestand an die Folgen des Klimawandels anzupassen ist der sukzessive Umbau des Bestandes mit der Vorgabe, die Artenvielfalt zu erhöhen. Aus diesem Grunde nimmt die Stadt Köln an dem bundesweiten straßenbaumtest der Gartenamts- leiterkonferenz teil und testet die neuen Baumarten auch auf Kölner Stadtgebiet. https://www.galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenbaumtest-2 Die Auswahl der Baumarten orientiert sich an der GALK Straßenbaumliste. https://www.galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenbaumliste gez. BG Greitemann
Beratungsverlauf (10)
Beschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1049/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 16.04.2020
- Erstellt
- 06.04.2020 09:12