2281/2024
Status quo- und Chancen- & Mängel-Analyse "Besser durch Köln. Der nachhaltige Mobilitätsplan"
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Mitteilung BV
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Dezernat, Dienststelle III/68/681/1 Vorlagen-Nummer 2281/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 29.08.2024 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 02.09.2024 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 05.09.2024 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 05.09.2024 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 09.09.2024 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 16.09.2024 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 19.09.2024 Bezirksvertretung 7 (Porz) 19.09.2024 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 23.09.2024 Status quo- und Chancen- & Mängel-Analyse "Besser durch Köln. Der nachhaltige Mobilitätsplan" Der Verkehrsausschuss hat den Bericht zur Status quo- und Chancen- & Mängel-Analyse in der Sitzung vom 11. Juni 2024 zur Kenntnis genommen. (Vorlage 1682/2024) Ausgangslage Der Rat der Stadt Köln hat am 07.09.2023 einstimmig das Leitbild für die Mobilität im Jahr 2035 im Rahmen des nachhaltigen Mobilitätsplans „Besser durch Köln“ beschlossen (Vorlage 2060/2023). Im Leitbild wird beschrieben, wie die Mobilität in Köln im Jahr 2035 aussehen soll. Es stellen sich nun folgende Fragen: Wie weit ist die Stadt Köln von der Verwirklichung des Leitbilds entfernt? Und welche Chancen und Mängel bestehen im Status quo? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Zwischenbericht im Prozess der Erstellung des nachhaltigen Mo- bilitätsplans. Er ist dieser Mitteilung als Anlage beigefügt und wird der interessierten Öffent- lichkeit außerdem dauerhaft auf den städtischen Internetseiten zur Einsicht und zum Down- load zur Verfügung. Der nachhaltige Mobilitätsplan „Besser durch Köln“ wird in einem zweistufigen Verfahren ent- wickelt. Zum Beginn der ersten Stufe (ab Herbst 2022) wurden die Grundlagen zur Mobilität in Köln untersucht. Anschließend wurde das Leitbild bestehend aus den fünf Zielbildern und den dazugehörigen Zielindikatoren entwickelt. Die Status quo-Analyse erfolgte anhand dieser Struktur. Im Bericht wird dargestellt, wo Köln im Vergleich zum Leitbild heute steht und welche Chancen und Mängel sich daraus ableiten. Die Ergebnisse der Analyse bilden die Grundlage 2 für die darauffolgende Strategieentwicklung. Daran wird sich die zweite Stufe des Prozesses anschließen, in der unter anderem konkrete Maßnahmen definiert werden, die für eine nachhaltige Mobilität bis zum Jahr 2035 notwendig sind. Diese – noch auszuschreibende – Stufe 2 gliedert sich in folgende Arbeitspakete: „Hand- lungskonzept“, „Umsetzungsstrategie“ und „Erstellung eines Evaluationskonzepts“. Die Erar- beitung von Stufe 2 ist mit einer Dauer von ca. anderthalb Jahren angesetzt. Die Erstellung des Mobilitätsplans wird in beiden Stufen durch breit angelegte Beteiligungsformate und Öf- fentlichkeitsarbeit begleitet. Beteiligung von Fachakteur*innen und Bürger*innen Die Zielindikatoren sowie die Chancen und Mängel sind unter Beteiligung relevanter Fachak- teur*innen und der breiten Öffentlichkeit entstanden. Die Einbeziehung der Fachakteur*innen und Bürger*innen erfolgte in verschiedenen Formaten: Mobilitätsbeirat, Runder Tisch Mobilität und Gesellschaft, Forum MIV- Grundnetz und Kfz-Mobilität, Regionalforum, eine aufsuchende Beteiligung und das Mobilitätsforum. Weitere Informationen zur Beteiligung und den Ergebnis- sen einzelner Formate finden sich unter https://meinungfuer.koeln/mobilitaetsplan. Übersicht der wichtigsten Erkenntnisse Es zeigt sich ein differenziertes Bild: Kölns konzentrische Stadtstruktur ermöglicht ein gutes Angebot an nachhaltigen Mobilitätsangeboten in der Innenstadt und entlang der wichtigen Ra- dialen. In den Randgebieten und den Räumen zwischen den Radialen wird das Angebot dün- ner. Viele bundesweite Trends zeigen sich auch in Köln, beispielsweise der steigende Anteil an Radfahrer*innen, die Abnahme der Pünktlichkeit im ÖV oder die weiterhin hohen Emissio- nen im Verkehrssektor insgesamt. Der Anteil der Wege, die mit dem ÖV zurückgelegt werden, ist in Köln zwischen 2017 und 2022 von 19% auf 17% zurückgegangen. Entsprechend dieser Aspekte sind einerseits umfassende Handlungserfordernisse nötig, aber auch viele Potenziale vorhanden, um das Leitbild für 2035 zu erreichen. Im Folgenden werden die wichtigsten Schlussfolgerungen für jedes der fünf Zielbilder zusam- mengefasst. „Ich komme gut durch Stadt und Umland“: Um eine flächendeckend attraktive und nachhaltige Mobilität zu gewährleisten, bedarf es ei- nes weiteren konsequenten Ausbaus des Angebots und der Infrastrukturen über die Innen- stadt hinaus. Im öffentlichen Verkehr erfordert dies einerseits eine engere Taktung und neue Angebote in den Randgebieten sowie eine Verbesserung der Zuverlässigkeit durch erhöhte Pünktlichkeit und weniger Ausfälle. Im Bereich des Radverkehrs sind Lücken im Radnetz zu schließen und die Qualität der Radinfrastruktur zu erhöhen. Der Ausbau von Sharing-Angebo- ten ist entscheidend. Insbesondere eine deutliche Verdichtung von Car-Sharing in der Innen- stadt sowie ein flächendeckendes Angebot in der Außenstadt sind erforderlich, um die Anzahl der Privatfahrzeuge zu reduzieren. „Ich erledige vieles direkt im Veedel“: Der verhältnismäßig hohe Anteil der Wege unter 2 km an allen Wegen (44 %) zeigt einen um- fangreichen Anteil an aktiver Mobilität auf. Vor allem in der Innenstadt ist dieser Anteil über- durchschnittlich hoch, in Chorweiler dagegen am geringsten. Ansonsten ähneln sich die Ver- hältnisse im gesamten Stadtgebiet. Im Rahmen der Beteiligung wurde der Wunsch nach einer verbesserten Qualität der Gehwege, zusätzlichen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und ei- ner gesteigerten Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum geäußert. „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“: In Bezug auf dieses Zielbild wurden unter anderem die 15 Sozialraumgebiete in Köln betrach- tet. Sie weisen keine systematischen Nachteile in Bezug auf die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf. Die Barrierefreiheit im ÖV ist noch nicht vollständig gewährleistet. Selbst in der Innenstadt erschweren laut den Beteiligten immer wieder Hindernisse auf den Gehwe- gen die Mobilität von Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Der Ticketpreis des ÖV ist für Menschen mit niedrigem Einkommen und Köln-Pass im Vergleich zu anderen Großstädten nur bedingt erschwinglich. 3 „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“: Besonders deutlich sind die Defizite im Bereich der Verkehrssicherheit. Viele Städte und Regi- onen haben bereits Konzepte für eine „Vision Zero“ entwickelt, die das Ziel verfolgen, null Ver- kehrstote und Schwerverletzte in den Unfallstatistiken zu erreichen. Im Jahr 2022 verunglück- ten in Köln noch 13 Menschen tödlich, zudem wurden 668 Personen schwer verletzt. Diese Zahlen bewegen sich seit 2018 auf einem ähnlich hohen Niveau. Unfallhäufungsstellen treten besonders dort auf, wo verschiedene Nutzungsansprüche auf begrenztem Raum aufeinander- treffen. Um das persönliche Sicherheitsempfinden im Straßenverkehr zu stärken, ist es daher vorrangig notwendig, die Sicherheit zu verbessern und noch konkreter auf die Vision Zero hin- zuarbeiten. „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“: Dass die Emissionen im Verkehrssektor seit zehn Jahren nicht nennenswert gesenkt werden konnten, unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich. Die Zielindikato- ren zeigen einige Gründe dafür auf: Die Pkw-Dichte hat in den letzten zehn Jahren stark zuge- nommen und ist seit 2010 um 13,6 % gestiegen. Der Anteil an Pkw mit alternativen Antrieben ist mit 10,6 % weiterhin gering. Eine positive Entwicklung zeigt sich bei der Stickstoffdioxidbe- lastung, die im Jahr 2022 ihren bisherigen Tiefpunkt erreichte. Obwohl der Anteil des Umwelt- verbunds seit 2017 gestiegen ist (von 65 % auf 75 %), geht dieser Anstieg hauptsächlich auf die Zunahme des Fahrrad- und Fußverkehr zurück, während der Anteil des öffentlichen Nah- verkehrs von 19 % auf 17 % gesunken ist. Diese Entwicklungen müssen jedoch auch im Zu- sammenhang mit der COVID-19-Pandemie interpretiert werden. Da der öffentliche Nahver- kehr insbesondere auf längeren Strecken den MIV ersetzen sollte, spielt er eine besondere Rolle bei der Emissionsreduzierung. Anlagen Anlage 1: Besser durch Köln - der nachhaltige Mobilitätsplan: Status quo- und Chan- cen- & Mängel-Analyse
Anlage 1_Besser durch Köln_Zwischenbericht_StatusQuo_Chancen_Maengel
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Der nachhaltige Mobilitätsplan Status quo- & Chancen- und Mängel-Analyse Besser durch Köln Inhaltsverzeichnis Abkürzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Methodik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Erstellung von Zielindikatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Beteiligung von Fachakteur*innen und Bürger*innen . . . . . 12 Status-quo- und Chancen-Mängel-Analyse entlang der Zielindikatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Reisezeitvergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Erschließungsqualität ÖPNV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Pünktlichkeit und Ausfälle ÖPNV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Stau MIV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Anzahl Mobilstationen pro 100 .000 Einwohner*innen . . . . . 32 Sharing-Mitgliedschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Ausbau Radwege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Anteil kurzer Wege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 Wahrgenommene Aufenthaltsqualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Veränderung in der Anzahl der Parkplätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ . . . . . . . . . . . . . 55 Barrierefreiheit ÖPNV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Kostenbelastung ÖPNV-Ticket . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen . . . . . . . . . . . . . . 61 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 3 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Verkehrstote und Schwerverletzte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 Anzahl der Unfallhäufungsstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Wahrgenommene Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 Anteil der Kinder, die zu Fuß / mit dem Fahrrad zur Schule kommen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 Wahrgenommene Sauberkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Wahrgenommene Rücksichtnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ . . . . . . . . 84 Schadstoffbelastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 Lärmbelastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 Treibhausgasemissionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 Modal Split . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94 Anzahl zugelassener Pkw . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 Nachhaltigkeit der Pkw . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 4 Abkürzungen ADAC Allgemeiner Deutscher Automobilclub AP Arbeitspaket BISKO Bilanzierungs-Systematik Kommunal CO₂ Kohlenstoffdioxid CO₂e Kohlenstoffdioxid-Äquivalente dB(a) A-bewerteter Schalldruckpegel EG Europäische Gemeinschaft EU Europäische Union GHD Gewerbe, Handel, Dienstleistung HVZ Hauptverkehrszeit Kfz Kraftfahrzeug Km Kilometer KVB Kölner Verkehrsbetriebe LOS Level of Service MiD Mobilität in Deutschland (Studie) MIV Motorisierter Individualverkehr MoCKiii Mobilitäts Cockpit Köln MRV Mobilitätsrelevantes Netz NOx Stickstoffoxide NRW Nordrhein-Westfalen ÖSPV Öffentlicher Straßenpersonenverkehr ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr PBefG Personenbeförderungsgesetz Pkw Personenkraftwagen PM10 Feinstaub PTV VISUM Planungssoftware des Verkehrsmodells RIN Richtlinie für integrierte Netzgestaltung SAQ Stufe der Angebotsqualität SPNV Schienenpersonennahverkehr SUMI Sustainable Urban Mobility Indicators SUMP Sustainable Urban Mobility Plan SVZ Schwachverkehrszeit THG Treibhausgasemissionen VHH Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein Einleitung 6 Einleitung 6 Eine wachsende und dynamische Stadt wie Köln braucht eine nach- haltige Mobilität . Deshalb wird gemeinsam mit den Kölner*innen der nachhaltige Mobilitätsplan erarbeitet – für eine klimaschonende, sozial gerechte und zukunftsfähige Mobilität in unserer Stadt . Am 7 . September 2023 beschloss der Rat der Stadt Köln das Leitbild des nachhaltigen Mobilitätsplans „Besser durch Köln“ . Kern des Leit- bildes sind die folgenden fünf Zielbilder: › „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ › „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ › „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ › „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ › „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für Umwelt und Klima“ Der Bericht „Besser durch Köln – ein Leitbild für den nachhaltigen Mobilitätsplan“1 erläutert das Leitbild und seine Entstehung, und er- klärt seine Bedeutung für die Menschen in Köln . Im Leitbild wird beschrieben, wie die Mobilität in Köln im Jahr 2035 aussehen soll . Es stellen sich nun folgende Fragen: Wie weit ist die Stadt Köln von der Verwirklichung des Leitbilds entfernt? Und wel- che Chancen und Mängel bestehen im Status quo? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Zwischenbericht des Arbeitspakets 3 „Analyse“ im Prozess der Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans . Der Erstellungsprozess des nachhaltigen Mobilitätsplans besteht aus zwei Stufen . Abbildung 1 zeigt die Arbeitspakete (AP) der ersten Stufe: In AP1 wurden die Grundlagen zur Mobilität in Köln untersucht, in AP2 wurde das Leitbild „Besser durch Köln“ mit seinen dazugehö- rigen Zielen und Zielindikatoren entwickelt . In AP 3 wurde der Status quo analysiert, um zu verstehen, wo Köln im Vergleich zum Leitbild heute steht und welche Chancen und Mängel sich daraus ableiten . Die Ergebnisse der Analyse sind in diesem Bericht zusammenge- fasst . 1 https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=945390&type=do 7 Abbildung 1: Arbeitspakete der 1. Stufe zur Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans AP 1 Grundlagen AP 2 Leitbild und Ziele AP 3 Analyse AP 4 Strategie 1.1 Auswertung Konzepte 1.2 Auswertung politischer Beschlüsse 1.3 Bewertung der Datenlage 1.4 Bewertung MIV- Grundnetz 2.1 Leitbild und Ziele 2.2 Zielindikatoren 3.1 Status quo-Analyse 3.2 Chancen- und Mängelanalyse 4.1 Darstellung Verkehrsentwicklung 4.2 Szenarienentwicklung 4.3 Szenarienbewertung 4.4 Zielszenarien und Zielwerte Zielindikatoren wurden entwickelt, um das Leitbild messbar zu ma- chen . Sie zeigen den Umsetzungsgrad des Leitbildes und machen so die Wirkung der abgeleiteten Maßnahmen nachvollziehbar . Die Datenanalysen in diesem Bericht wurden entsprechend der Zielindi- katoren gewählt . Für jeden Zielindikator werden Zielwerte definiert . So wird beispiels- weise der Zielindikator „Ausstoß an Treibhausgasen (gemessen in CO₂-Äquivalenten (CO₂e))“ im Laufe des weiteren Prozesses mit einem konkreten Zielwert der Reduktion hinterlegt . Die konkreten Zielwerte stehen zum Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht fest . In AP 4, Strategieentwicklung, werden aufbauend auf die Ergebnisse der Status quo- und Chancen- und Mängel-Analyse Kölns spezifi- sche Stellschrauben herausgearbeitet . Mithilfe der Stellschrauben kann der Status quo zu Gunsten der Zielbilder verändert werden . Eine Stellschraube könnte beispielsweise „Radinfrastruktur“ sein . Um an der Stellschraube zu drehen, werden mehrere kleinteiligere Maßnahmen notwendig sein . Die Maßnahmen werden später in der zweiten Stufe des nachhaltigen Mobilitätsplans entwickelt . 8 Einleitung Die Stellschrauben werden mit unterschiedlichen Ausprägungen in Strategieszenarien gegenübergestellt . Die Strategieszenarien werden miteinander verglichen und bewertet und abschließend ein Zielszenario der Mobilitätsentwicklung für den Zeithorizont bis 2035 festgelegt . Damit endet die erste Stufe der Entwicklung des nachhal- tigen Mobilitätsplans . In der darauffolgenden zweiten Stufe wird es darum gehen, das Zielszenario und dessen Stellschrauben mit Maß- nahmen zu hinterlegen, Budgetierung, Priorisierung, Zeitplanung, Ressourcenbedarf und Zuständigkeiten festzulegen und ein Evalua- tionskonzept aufzustellen . 9 Methodik 10 Methodik Erstellung von Zielindikatoren Grundlage der Analyse sind 24 Zielindikatoren, die im Folgenden vorgestellt werden . Sie sind in Abbildung 2 zusammengestellt und den fünf Zielbildern des Leitbildes zugeordnet . Abbildung 2: Übersicht der Zielindikatoren Leitbild: „Besser durch Köln“ Ich komme gut durch Stadt und Umland Wahrgenommene Aufenthaltsqualität Ich erledige vieles direkt im Veedel Barrierefreiheit Haltestellen Kostenbelastung ÖPNV-Ticket Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben Verkehrstote und Schwerverletzte Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin Luftschadstoffe (NO x, PM10) Treibhausgase (CO₂e) Lärmbelastung Ich bewege mich aktiv und tue etwas für Umwelt und Klima Modal Split Wahrgenommene Sicherheit Wahrgenommene Sauberkeit Wahrgenommene Rücksichtnahme Anteil Kinder, die zu Fuß/mit Fahrrad zur Schule kommen Anteil kurze Wege Reisezeitvergleich Erschließungsqualität ÖPNV Verspätungen & Ausfälle ÖPNV Stau MIV Anzahl Mobilstationen pro 100.000 Einwohner*innen Anzahl Sharing- Mitgliedschaften Veränderung in Anzahl der Parkplätze Ausbau Radwege Anzahl und Nachhaltigkeit von Pkw Anzahl der Unfall- häufungsstellen Die Zielindikatoren wurden durch das Projektteam konzipiert, mit Fachakteur*innen diskutiert und anschließend weiterentwickelt und verbessert (siehe auch folgender Abschnitt zur Beteiligung) . In den Kapiteln 1 bis 5 wird die Auswahl der Zielindikatoren begründet und ihr Zusammenhang zu den jeweils wichtigsten Attributen je Zielbild2 erklärt . 2 Beispielsweise sind für das Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ die Attribute „schnell“ , „zuverlässig“ und „gut vernetzt“ gewählt worden . 11 Grundsätzlich waren bei der Auswahl der Zielindikatoren die folgen- den drei Kriterien wichtig: › Relevanz für die Messung der Zielbilder: Grundvoraussetzung der Zielindikatoren ist, dass sie das jeweilige Zielbild messbar machen . Beispielsweise misst der Zielindikator „Reisezeitver- gleich“ die Schnelligkeit des ÖPNV im Verhältnis zum MIV und damit einen spezifischen Aspekt des Zielbildes „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ . › Bereits bestehende Festlegungen: Zu Beginn des Indikatoren- Auswahlprozesses wurde herausgearbeitet, welche Zielindikato- ren durch bestehende Beschlüsse und Konzepte der Stadt Köln bereits festgelegt oder etabliert sind (z . B . CO₂e) . Darüber hinaus wurden gesetzliche Vorgaben (z . B . zu Luftschadstoffen) und die Sustainable Urban Mobility Indicators (SUMI) der EU3 sowie deren laufende Überarbeitung berücksichtigt . › Datenverfügbarkeit: Es wurden Zielindikatoren ausgewählt, zu denen Daten vorliegen und eine regelmäßige Erhebung durch- geführt wird . Darüber hinaus wurden sinnvolle Zielindikatoren aufgenommen, bei denen eine Erhebung geplant oder mit ver- tretbarem Aufwand umsetzbar ist . So wurde sichergestellt, dass sich die Zielindikatoren zur längerfristigen Beobachtung und zur darauf aufbauenden strategischen Steuerung eignen . Es gibt weitere denkbare Zielindikatoren, deren Verwendung im Rahmen des Prozesses geprüft und deren Auswahl abgewogen wurde . Im Sinne einer besseren Übersicht und Handhabung wurde die Auswahl auf die 24 am wichtigsten erachteten Zielindikatoren beschränkt . Die Zielindikatoren dienen einem regelmäßigen Monitoring, bei dem die Daten erhoben und zusammengestellt werden, um die Umset- zung des nachhaltigen Mobilitätsplans zu begleiten und bei Bedarf Anpassungen vornehmen zu können . Bis zum Jahr 2035 sollen die (noch zu spezifizierenden) Zielwerte der Zielindikatoren erreicht wer- den . Macht das Monitoring Defizite sichtbar, wird beispielsweise der Zielwert für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen mit den vorgesehenen Stellschraubeneinstellungen und Maßnahmen abseh- bar nicht erreicht, sollten die Ursachen dafür rechtzeitig erörtert und entsprechend nachgesteuert werden . 3 https:/ /transport.ec.europa.eu/transport-themes/urban-transport/sustaina- ble-urban-mobility-planning-and-monitoring_en 12 Methodik Beteiligung von Fachakteur*innen und Bürger*innen Die Zielindikatoren sowie die Chancen und Mängel sind unter Ein- bezug relevanter Fachakteur*innen und der breiten Öffentlichkeit entstanden . Abbildung 3 zeigt das Zusammenspiel zwischen Mobili- tätsplanung und Beteiligung im bisherigen Prozess . Dadurch ist die Berücksichtigung unterschiedlicher Belange der Stadtgesellschaft bei der Erarbeitung des nachhaltigen Mobilitätsplans gewährleistet . Im Folgenden wird ein Überblick über die Formate und ihre jeweili- gen Funktionen gegeben . Abbildung 3: Beteiligungsformate zum nachhaltigen Mobilitätsplan J a nuar F e bruar M ärz A p ril M a i Juni Juli A u gust S e ptember O k tober N o vember De zember R u n d er T is c h M o b ilitä t & G e s e lls c h a f t I 13 .0 3 .2 0 2 3 Beteiligungsformate in den Arbeitspaketen 1 bis 3Mobilitä ts- P l anun gB e te iligun g O n lin e-Be te ilig u n g M o b ilitä tsfo r u m I 2 3 .0 9 .2 0 2 3 O k t.–De z. [ A P 2 ] L e itb ild [ A P 3 ] Ch a n c e n- u n d M ä n g e l-A n a l y s e 20 22 20 23 [ A P 1] G r u n d- la g e n M o b ilitä ts b e irat 1 I 06.12.20 22 M o b ilitä ts b e irat 2 I 2 8 .0 3 .2 0 2 3 M o b ilitä ts b e irat 3 I 13 .0 6 .2 0 2 3 M o b ilitä ts b e irat 4 I 2 6 .0 9 .2 0 2 3 F o rum M I VG r u n d n e tz & K f z-M o b ilitä t I 09.0 3 .20 23 F o rum M I V-G r u n d n e tz & K f z-M o b ilitä t I 05.06. 20 23 A u fsu c h e n d e Be te ilig u n g R e g io n a lf o rum I 12 .0 6 .2 0 2 3 K in d e r- & Jug e n dbe te ilig u n g E in z e lg e s p räc h e m it Fa c h a k teur e n 15 . – 22.0 9 .2 0 2 3 A u fsu c h e n d e Be te ilig u n g 26. – 28 .0 5 .2 0 2 3 01. – 14.0 2 .2 0 2 3 2 7.0 2 . – 17.0 3 .2 0 2 3 Jun i/Juli 2 0 2 3 Die Einbeziehung der Fachakteur*innen erfolgte in fünf verschiede- nen Formaten: › Der Mobilitätsbeirat ist das zentrale Beratungsgremium zum nachhaltigen Mobilitätsplan . Er wurde mit Beschluss des Ver- kehrsausschusses der Stadt Köln vom 23 . August 2022 ins Le- ben gerufen .4 Er besteht aus 26 Fachakteur*innen aus Wissen- schaft, Wirtschaft, Gesellschaft und lokaler Politik . › Der Runde Tisch Mobilität und Gesellschaft hat die Aufgabe, die soziale Perspektive des Mobilitätswandels in Köln zu beleuchten . 4 https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=109473 13 In diesem Format kommen etwa 20 zufällig ausgewählte Bür- ger*innen sowie 20 Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Grup- pen (z . B . Sozialverbände, Gewerkschaften, Arbeitgeber*innen, Vertretungen von gesellschaftlichen Gruppen) zusammen . › Das Forum MIV-Grundnetz und Kfz-Mobilität hat einen beson- deren inhaltlichen Fokus auf die Kfz-Mobilität in Köln . Einberufen wurde es auf Grundlage eines Ratsbeschlusses als Begleitgre- mium für die Erarbeitung des sogenannten MIV-Grundnetzes für Köln5 . › Das Regionalforum dient dem Austausch mit den Nachbarkom- munen von Köln . Hier wird besprochen, wie die Mobilität zwi- schen Köln und der Region optimal verzahnt werden kann . › Ergänzend zu den o . g . Formaten wurden etwa zur Halbzeit der Erarbeitung der ersten Stufe des nachhaltigen Mobilitätsplans Einzelgespräche mit 16 Fachakteur*innen geführt . Diese Ge- spräche dienten dem Feedback zur bisherigen fachlichen Aus- gestaltung, zum Erarbeitungs- und Beteiligungsprozess und zur Kommunikation . Auch zur Einbeziehung der Kölner*innen wurden fünf verschiedene Formate durchgeführt . Neben dem o . g . Runden Tisch Mobilität und Gesellschaft, in dem auch zufällig ausgewählte Bürger*innen saßen, fand die Beteiligung der Öffentlichkeit in Form der folgenden Forma- te statt: › Eine erste Online-Beteiligung wurde früh im Prozess über das Beteiligungsportal der Stadt Köln unter durchgeführt . Sie be- stand aus zwei Modulen: aus einer Einschätzung zur Mobilität im Jahr 2035 als Grundlage für die Erarbeitung des Leitbildes sowie aus einer Befragung zu den bereits sehr konkreten Plänen in Bezug auf die Erstellung eines Grundnetzes für den Kfz-Ver- kehr (MIV-Grundnetz, s . o .) .6 › Die breite Öffentlichkeit wurden im Rahmen der aufsuchenden Beteiligung an acht Tagen im September 2023 an 12 verschie- denen Standorten in ihrem direkten Lebensumfeld bezüglich der Stärken und Schwächen der aktuellen Mobilitätssituation ange- sprochen und einbezogen . Zuvor wurde bereits im Rahmen des dreitägigen polisMOBILITY Camp im Mai 2023 umfassend über den nachhaltigen Mobilitätsplan informiert und die Stärken und Schwächen der Kölner Mobilität diskutiert . 5 https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=100183 6 https:/ /meinungfuer.koeln/mobilitaetsplan 14 Methodik › Auf Einladung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker fand im September 2023 das Mobilitätsforum zum nachhaltigen Mobili- tätsplan im Historischen Rathaus statt . In Kleingruppen wurde an fünf Themenbereichen des nachhaltigen Mobilitätsplans gearbeitet . Im Rahmen einer begleitenden Ausstellung wurden zudem das Leitbild und die fünf Zielbilder gemeinsam mit den zusammengeführten Ergebnissen aus der aufsuchenden Be- teiligung präsentiert . Die Teilnehmenden konnten die Zwischen- ergebnisse durch weitere Einschätzungen zu den Chancen und Mängeln der Kölner Mobilität sowie durch ortsspezifische Bei- spiele ergänzen . › Im Rahmen der Kinder- und Jugendbeteiligung wurden die Teil- nehmenden in ihrem räumlichen und sozialen Umfeld befragt . An dem Format haben 25 Schulen sowie Kinder- und Jugendein- richtungen aus allen neun Kölner Stadtbezirken mitgemacht . So konnten 282 Kinder und 337 Jugendliche eingebunden werden, für die zwei verschiedene Bearbeitungspakete erstellt wurden . Alle teilnehmenden Klassen/Gruppen erhielten ein Beteiligungs- paket, das aus je drei Modulen bestand . Die Bearbeitung er- folgte gleichermaßen in Eigenarbeit wie in Gruppenarbeit . Die Ergebnisse flossen in die Erarbeitung des Leitbildes ein . Weitere Informationen zur Beteiligung und den Ergebnissen ein- zelner Formate finden sich unter https:/ /meinungfuer.koeln/ mobilitaets plan. Die Kapitel 1–5 beinhalten eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Beteiligung je Zielbild . Die Erkenntnisse aus der Beteiligung sind in die Analysen eingeflossen und vervollständigen die Fachanalyse um die Wahrnehmung der Öffentlichkeit . Status-quo- und Chancen-Mängel-Analyse entlang der Zielindikatoren Dieser Zwischenbericht ist entsprechend der eingangs genannten Zielbilder in fünf Kapitel strukturiert . Für jedes Zielbild werden die Zielindikatoren vorgestellt . Darauf folgt eine Darstellung der Analyse- ergebnisse für jeden Zielindikator . Sofern möglich, wurde im Sinne einer differenzierteren räumlichen Betrachtung nach den folgenden 15 Raumtypen (angelehnt an den Köln-Katalog7) unterschieden: Innen- stadt, Innere Stadt und Äußere Stadt . Abbildung 4: Drei Raumtypen aus dem Köln-Katalog Raumkategorie Innenstadt Innere Stadt Äußere Stadt Stadtbezirksgrenze In einer kurzen Zusammenfassung je Zielbild werden die Status quo-Werte der Zielindikatoren sowie die Beteiligungs- und Analyse- ergebnisse der Chancen und Mängel zusammenfassend dargestellt . Im sechsten und letzten Kapitel wird schließlich ein zielbildübergrei- fendes Fazit gezogen . 7 https:/ /www.stadt-koeln.de/artikel/72513/index.html . Die Darstellung des Köln-Kataloges wurde geglättet, also einzelne Stadtteile für eine gleichförmigere Darstellung in einen anderen Raumtyp überführt . Die Raumtypen orientieren sich an der zukünftigen Zieldichte der jeweiligen Räume . 16 17 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ 18 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ Das Zielbild beschreibt eine Mobilität, die Kölns Attraktivität als Wohnort, Arbeitsort und Wirtschaftsstandort stärkt . Dies wird er- reicht durch schnelle, zuverlässige und vernetzte Mobilität . Um diesen Fortschritt zu messen, wurden die folgenden sieben Zielindi- katoren ausgewählt: 1. Reisezeitvergleich: Der Reisezeitvergleich zwischen den Ver - kehrsmitteln des ÖPNV und dem MIV zeigt sehr konkret, wie schnell man mit dem jeweiligen Verkehrsmittel durch Stadt und Umland kommt . Mit diesem Zielindikator wird die Reisezeit zwischen ÖPNV und MIV für dieselbe Strecke verglichen . Es ist davon auszugehen, dass insbesondere lange Strecken in Zu- kunft durch den ÖPNV ersetzt werden können . Das Fahrrad als Verkehrsmittel wurde hier nicht berücksichtigt, da eine Verände- rung der Reisezeit im Verkehrsmodell anhand der Radinfrastruk- tur nicht ableitbar ist . 2. Erschließungsqualität ÖPNV: Wie gut der ÖPNV ist, hängt unter anderem von dessen Zugänglichkeit ab . Mit schnell erreich- baren Haltestellen und einem abgestimmten und attraktiven Takt – auch zu Tagesrandzeiten – ist der ÖPNV für die Fahrgäste zuverlässig. Daher wird der Zielindikator sowohl für die Haupt- verkehrszeit (HVZ) als auch die Schwachverkehrszeit (SVZ) ge- messen . 3. Pünktlichkeit und Ausfälle ÖPNV: Dass Busse und Bahnen pünktlich und nach Fahrplan fahren, macht den ÖPNV ebenfalls zuverlässig . Daher wird mit dem Zielindikator die Pünktlichkeit und die Ausfallquote des ÖPNV dargestellt . 4. Stau MIV: Wie schnell Kölner*innen durch Stadt und Umland kommen, wird mit der durchschnittlichen zurückgelegten Anzahl an gestauten Fahrzeugkilometern im Jahresverlauf gemessen . Intelligente Verkehrsführung und -steuerung tragen zu einem optimierten Verkehrsfluss bei, der sich auf die gestauten Kilome- ter auswirkt . 5. Anzahl der Mobilstationen pro 100.000 Einwohner*innen: Mobilstationen dienen der Vernetzung unterschiedlicher Ver- kehrsmittel an einem Standort und erleichtern insbesondere die Verknüpfung von Sharing-Angeboten zum ÖPNV . Mit dem Ziel- indikator wird die Dichte der Mobilstationen ermittelt . 19 6. Anzahl an Sharing-Mitgliedschaften: Ob die Sharing-Angebote auch bekannt sind und damit eine Bereitschaft zur Nutzung vor- handen ist und die Vernetzung funktioniert, wird mit der Anzahl an Sharing-Mitgliedschaften festgestellt . 7. Ausbau der Radwege: Schnell durch Stadt und Umland kommt man mit dem Rad vor allem durch gut ausgebaute, schnelle Rad- wegeverbindungen . Der entsprechende Zielindikator misst den Ausbau dieser Infrastruktur . Mit den sieben Zielindikatoren wurde eine aussagekräftige Auswahl getroffen, die es erlaubt, schnelle, zuverlässige und vernetzte Mo- bilität in Köln zu messen . Hilfreich im Hinblick auf das Zielbild wären zukünftig weitere Zielindikatoren, die explizit Bezug auf das Umland nehmen . Naheliegend sind hier Daten von Pendler*innen, die auf- grund der bisher fehlenden Differenzierung nach Verkehrsmitteln nicht mit aufgenommen wurden . Reisezeitvergleich Die Reisezeit spielt eine wichtige Rolle bei der individuellen Ver- kehrsmittelwahl .8 Für die Nutzung des Pkw ist die Schnelligkeit – nach Unabhängigkeit und Komfort – laut einer Umfrage des ADAC der wichtigste Nutzungsgrund .9 Allerdings führt der Aspekt der Rei- sezeit allein nicht zwangsläufig zu einer Veränderung der Verkehrs- mittelwahl . Sie erfolgt sowohl aus einer komplexen Abwägung von Kosten und Nutzen in Abhängigkeit von verfügbaren und genutzten Informationen als auch auf Basis von individuellen und gesellschaft- lichen Werten, Normen und Gewohnheiten .10 Dennoch: Je schneller öffentliche Verkehrsmittel auf einer zurückzulegenden Strecke sind, desto konkurrenzfähiger werden sie im Vergleich zum privaten Pkw . Die Verbesserung der Reisezeit des ÖPNV im Verhältnis zur Reisezeit des MIV ist daher ein wichtiger Hebel für eine nachhaltige Mobilitäts- planung . Der ÖPNV umfasst dabei den schienengebundenen Perso- 8 Ganji et al . (2013): The Comparison of Mode Choice Sensitivity to the Re- duction of Travel Time and Cost in Multimodal Trip, Research Journal of Applied Sciences, Engineering and Technology 6(9): 1680-1684 . 9 ADAC (2023): Klimaschutz und Mobilität . Was die Menschen 2023 bewegt, https:/ /www.adac.de/verkehr/standpunkte-studien/mobilitaets-trends/umfrage- klimaschutz-mobilitaet/ 10 Witzke, S . (2016): Theoretische Erklärungsmodelle zur Verkehrsmittelwahl . In: Carsharing und die Gesellschaft von Morgen . Springer Gabler, Wiesbaden . https:/ / doi.org/10.1007/978-3-658-11841-9 20 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ nennahverkehr (SPNV, z . B . Regional- oder S-Bahnen) und Stadtbah- nen und Busse des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs (ÖSPV) . Für den Reisezeitvergleich wurden die Reisezeiten mithilfe des Ver- kehrsmodells11 der Stadt Köln berechnet . Dabei wurden die entspre- chenden Werte im Rahmen des Modellierungsverfahrens für jede Verbindung zwischen zwei beliebigen Verkehrszellen12 fein abgestuft erzeugt, was zu etwa 2,1 Millionen Reisezeitdaten führte . Anschlie- ßend wurde, gewichtet nach der gemeinsamen Verkehrsnachfrage für den MIV und den ÖPNV, ein aggregierter Wert je Stadtbezirksre- lation gebildet . Die Reisezeit für den MIV berücksichtigt Stau-Effekte bei hoher Auslastung des Straßennetzes . Zusätzlich wurde gemäß den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN13) eine Zusatzzeit von 4 bzw . 6,5 Minuten für die Parksuchzeit und den Weg von und zum Fahrzeug addiert, je nach dem im Verkehrsmodell hinterlegten Parkdruck im Zielgebiet . Die Reisezeit für den ÖPNV setzt sich aus einer Wartezeit an der Starthaltestelle (taktabhängig angelehnt an RIN ermittelt), den Zu- und Abgangszeiten zur Starthaltestelle aus dem Verkehrsmodell sowie aus den Fahrt- und Umsteigezeiten zusammen, die auf dem im Verkehrsmodell hinterlegten Fahrplan basieren . 11 Das Analysemodell basiert auf der Verkehrsnachfrage und dem Verkehrsan- gebot aus dem Jahr 2018 . 12 Eine Verkehrszelle bezeichnet einen bestimmten Teil im Untersuchungsge- biet . In dem genutzten PTV VISUM-Modell gibt es 1454 Verkehrszellen im Stadtge- biet Köln . Die Verkehrszellen sind Aggregationsebenen für die Quelle oder das Ziel von Ortsveränderungen . 13 FGSV (Hrsg .) (2008): Richtlinien für integrierte Netzgestaltung . ISBN 978- 939715-79-5, Tabelle 21 21 Abbildung 5 zeigt, wie sich das Reisezeitverhältnis zwischen ÖPNV und MIV für die jeweiligen Verbindungen zwischen den Kölner Stadt- bezirken verhält . Es wird deutlich, dass der ÖPNV bei allen Relatio- nen länger benötigt als der MIV . Bei Wegen von und in die Innenstadt schneidet der ÖPNV am besten ab . Dort werden für die Wege nur minimal mehr Zeit benötigt als mit dem MIV . Ebenso ist erkennbar, dass die Verbindungen zwischen Kalk, Mühlheim, Lindenthal und Eh- renfeld im Vergleich zum MIV zeitlich nicht wesentlich länger dauern . Abbildung 5: Reisezeitvergleich ÖPNV / MIV zwischen den Kölner Stadtbezirken von/ nach nach/von Mülheim Kalk Porz Chorweiler Nippes Ehrenfeld Lindenthal Rodenkirchen Innenstadt von/ nach nach/von Innenstadt 1.31 1.31 1.46 1.69 1.48 1.48 1.52 1.66 1.35 Innenstadt Rodenkirchen 1.92 2.19 2.63 2.19 1.86 2.03 2.45 2.00 Rodenkirchen Lindenthal 1.46 1.42 1.69 2.68 1.90 2.09 1.82 Lindenthal Ehrenfeld 1.35 1.47 1.47 2.54 1.98 1.77 Ehrenfeld Nippes 1.37 1.77 1.68 1.98 1.72 Nippes Chorweiler 1.94 1.73 1.74 2.07 Chorweiler Porz 2.22 2.13 1.93 Porz Kalk 1.92 1.59 Kalk Mülheim 1.78 Mülheim Beispiel: Der durchschnittliche Weg zwischen Lindenthal und Chorweiler beträgt mit dem ÖPNV 2,68-mal so lange wie mit dem MIV Quelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Ver- kehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018 22 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ In Abbildung 6 ist das durchschnittliche Reisezeitverhältnis für alle Wege, die in einem Stadtbezirk beginnen oder enden, dargestellt . Er- kennbar sind die drei besten und schlechtesten Reisezeitverhältnis- se auf Relationsebene aufgeführt . Grundsätzlich ist die Innenstadt am besten zu erreichen . Wege, die dort beginnen oder enden, sind im Verhältnis zum MIV nicht deutlich länger . In Bezug auf tangentiale Verbindungen ist der Weg zwischen Mülheim und Ehrenfeld konkur- renzfähig zum MIV . Am schlechtesten sind die Reisebeziehungen zwischen Chorweiler und Ehrenfeld, Chorweiler und Lindenthal und zwischen Porz und Rodenkirchen . Dort dauert die Reisezeit mit dem öffentlichen Verkehr mindestens doppelt so lange wie mit dem MIV . Abbildung 6: Bezirksrelationen mit den drei besten und drei schlechtesten Reisezeitverhältnissen 1.31 1.31 1.35 2.68 2.63 2.54 1.46 Innenstadt 2.03 Rodenkirchen 1.85 Lindenthal 1.82 Ehrenfeld 1.74 Nippes 2.09 Chorweiler 1.86 Porz 1.69 Kalk 1.67 Mülheim Beispiel: Der durchschnittliche Weg, der in der Innenstadt beginnt oder endet, benötigt mit dem ÖPNV 1,46-mal so lange wie mit dem MIVQuelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018 Mit dem ÖPNV benötigt man also in der Regel mehr Zeit als mit dem MIV, um an ein Ziel zu gelangen . Dies entspricht den Erwartungen der Richtlinien für Integrierte Netzgestaltung RIN, die beispielsweise für urbanen Verkehr ein Reisezeitverhältnis von 2,5 als noch akzep- tabel (SAQ D) beschreibt und bei einer ausgeglichenen Reisezeit bereits die beste SAQ A vergibt (SAQ = Stufe der Angebotsqualität) 23 (siehe Abbildung 7) . Der Mittelwert für Köln liegt bei 1,73 und damit in der SAQ C . Abbildung 7 zeigt das durchschnittliche Reisezeitverhältnis auf Ebene der drei Raumtypen in Köln sowie den Wert für das gesamte Stadtgebiet Kölns . Durchschnittlich wird in der Stadt Köln für densel- ben Weg mit dem ÖPNV 1,73-mal so viel Zeit benötigt wie mit dem MIV . Es zeigt sich außerdem, dass der Reisezeitnachteil des ÖPNV gegenüber dem MIV auf Wegen von und in die Innenstadt deutlich geringer ist als auf Wegen von und zu den Außenbezirken . So ist man z . B . bei der Fahrt von der Äußeren Stadt in die Innenstadt mit dem ÖPNV im Durchschnitt nur 1,38-mal langsamer als mit dem MIV . Dieses als gut einzustufende Verhältnis wird vor allem durch den in Richtung Innenstadt höheren Stauanteil im MIV-Verkehr sowie das im Innenstadtbereich gut ausgebaute ÖPNV-Netz erreicht . Auf Relationen zwischen den Raumtypen außerhalb der Innenstadt wird hingegen mit dem ÖPNV im Vergleich zum MIV ungefähr die doppel- te Zeit benötigt . Grund hierfür ist das in der Äußeren Stadt weniger dichte und auf radiale Verbindungen ausgerichtete ÖPNV-Netz . Bei einer nach den Stadtbezirksrelationen differenzierten Bewertung des Reisezeitverhältnisses nach RIN werden Stufen der Angebots- qualität von B bis D ermittelt und liegen damit in einem guten bis ausreichenden Bereich . Besonders gute Werte werden im Innen- stadtbereich erzielt, während Stufe D von Relationen in den Außen- bezirken erreicht wird . Abbildung 7: Reisezeitvergleich ÖPNV / MIV zwischen den ver schiedenen Raumtypen aus dem Köln-Katalog (links) SAQ-Grenzen Reisezeitverhältnis (rechts) Reisezeitverhältnis ÖPNV / MIV SAQ-Grenzen Reisezeitverhältnis ÖPNV / MIV Äußere Stadt Innere Stadt Innen- stadt nach von 1,48 1,52 1,35 Innenstadt 1,91 1,76 1,45 Innere Stadt 2,11 1,82 1,38 Äußere Stadt 1,73 Mittelwert für Gesamt-Köln: Reisezeitverhältnis bis 1,00 A bis 1,60 B bis 2,20 C bis 2,80 D bis 3,40 E Quelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Ver- kehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018; FGSV (2008): Richtlinien für integrierte Netzge- staltung 24 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ Erschließungsqualität ÖPNV Die Erschließungsqualität ist ein sehr wichtiger Aspekt bei der Be- urteilung der Qualität des ÖPNV-Angebots . Als Teil des Regionali- sierungsgesetzes ist “die Sicherstellung einer ausreichenden Be- dienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr ( . . .) eine Aufgabe der Daseinsvorsorge .”14 Es ist zwischen der räumlichen Erschließung (Entfernung zur Haltestelle) und der zeitlichen Erschließung (Taktdichte an der Haltestelle, ggf . überlagert von mehreren Bus- oder Bahnlinien) zu differenzieren . Je näher eine Haltestelle zum Wohnort liegt, desto kürzer werden die Zu- und Abgangszeiten und somit die gesamte Reisezeit . Ein nicht ausreichendes Angebot ist einer der wichtigsten Gründe für die Nichtnutzung des ÖPNV .15 Im 3 . Nahverkehrsplans der Stadt Köln wurden Einzugsradien von Haltestellen als Standard definiert, die dieser Analyse zugrunde liegen und im Folgenden detaillierter be- schrieben werden .16 Es spielt jedoch nicht nur eine Rolle, ob sich ein ÖPNV-Halt in un- mittelbarer Nähe befindet, sondern auch, mit welchem Takt dieser bedient wird . Je dichter der Takt, desto flexibler und attraktiver ist das öffentliche Verkehrsmittelangebot . Städte mit einem besonders hohen und dichten Angebot im ÖPNV weisen in der Regel auch eine niedrigere Pkw-Dichte auf .17 Beide Erschließungsqualitäten sind von Bedeutung, daher wurden bei der Analyse auch beide Aspekte kombiniert betrachtet . 14 Regionalisierungsgesetz §1 15 ADAC (2023): Klimaschutz und Mobilität . Was die Menschen 2023 bewegt, https:/ /www.adac.de/verkehr/standpunkte-studien/mobilitaets-trends/umfrage- klimaschutz-mobilitaet/ 16 Stadt Köln (2017): 3 . Nahverkehrsplan, https:/ /www.stadt-koeln.de/mediaas- set/content/pdf66/dritter-nahverkehrsplan-12-2017.pdf 17 Agora Verkehrswende (2023): Mobilitätswende nur mit starkem ÖPNV-Ange- bot, https:/ /www.agora-verkehrswende.de/mobilitaetswende-nur-mit-starkem- oev-angebot/ 25 Zunächst wurde untersucht, wie hoch der Anteil der Einwohner*in- nen Kölns ist, die im Einzugsradius einer ÖPNV-Haltestelle wohnen . Der Nahverkehrsplan der Stadt Köln sieht hierfür eine Methode auf Basis von Luftlinien-Erschließungsradien um die Haltestellen vor, die auch für die Auswertung der Erschließungsqualität verwendet wur- den . Hierbei werden den Verkehrsmitteln SPNV, Stadtbahn und Bus unterschiedliche Haltestellen-Erschließungsradien (zwischen 300 und 800 Metern) zugrunde gelegt . Außerdem wird unterschieden, ob sich die Haltestellen in der Kernstadt oder dem Außenbereich (ge- mäß Definition im Nahverkehrsplan) befinden . Zur Bewertung der Erschließungsqualität wurden folgende Zeiten analysiert: Es wurde die Früh-Hauptverkehrszeit (HVZ; zwischen 6:30 Uhr und 9:00 Uhr) betrachtet, in der sich Pendel- und Schul- verkehre überlagern und zum höchsten Verkehrsaufkommen führen . In dieser Zeit ist das ÖPNV-Angebot im Allgemeinen am dichtesten . Außerdem wurde die abendliche Schwachverkehrszeit (SVZ; 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr) ausgewertet, ein Zeitfenster, in dem die ÖPNV- Takte weniger dicht sind . Für beide Verkehrszeiten wurde untersucht, welche Haltestellen im 5-, 7,5-, 15- und 30-Minuten-Takt bedient werden und wie viele Einwohner*innen im jeweiligen Umkreis der Haltestellen wohnen . Es wurde der überlagerte Takt betrachtet, das heißt, zwei Linien im 20-Minuten-Takt beispielsweise werden als ein 10-Minuten-Takt angesehen . Im Nahverkehrsplan ist derzeit ein Mindesttaktangebot für die Stadtbahn in der HVZ für die gesamte Stadt von 10 Minuten und in der SVZ von 15 Minuten (Kernstadt) bzw . 30 Minuten (Außenbereich) vorgesehen . Für den Bus ist ein Mindest- taktangebot von 20 Minuten in der Kernstadt und 30 Minuten im Außenbereich vorgeschrieben . In der Analyse wurden alle Taktfre- quenzen betrachtet, damit man Verbesserungspotentiale identifizie- ren kann .18 Die Analyse zeigt, dass in der Hauptverkehrszeit (HVZ) ca . 75 % aller Einwohner*innen Zugang zum ÖPNV mit mindestens einem 10-Mi- nuten-Takt (Grundtakt in der HVZ) haben, in der Innenstadt sogar über 97 % (siehe Abbildung 8 links) . 18 3 . Nahverkehrsplan Köln (2017): https:/ /www.stadt-koeln.de/mediaasset/ content/pdf66/dritter-nahverkehrsplan-12-2017.pdf 26 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ In der Schwachverkehrszeit wurde ein Takt von 15 Minuten betrach- tet, da dieser insbesondere im Stadtbahn-Angebot laut Fahrplan als Grundtakt gilt . Hier nimmt die Erschließungsqualität im gesamten Kölner Stadtgebiet ab . Während in der Inneren Stadt noch 72 % der Einwohner*innen Zugang zu einem Angebot im 15-Minuten-Takt haben und die Innenstadt weiterhin gut erschlossen bleibt (siehe Ab- bildung 8 rechts), ist dies in der Äußeren Stadt nur noch für 46 % der Einwohner*innen der Fall . Außerdem existieren in der Äußeren Stadt kleinere Erschließungs- lücken, in denen die Menschen in der HVZ selbst im 30-Minuten-Takt über keinerlei ÖPNV-Angebot im Erschließungsradius gemäß Nah- verkehrsplan verfügen (5,6 %) . Abbildung 9 zeigt beispielhaft die Er- schließungsqualität in der Fläche am Beispiel des 15-Minuten-Takts in der SVZ . Abbildung 8: Darstellung des Anteils erschlossener Einwohnenden in Köln je Dichtekategorie, HVZ und SVZ 97,3% 79,0% 64,8% 75,3% 2,7% 21,0% 35,2% 24,7% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Innenstadt Innere Stadt Äußere Stadt Köln gesamt Anteil erschlossener Einwohnenden im 10-Minuten-T akt, HVZ (6:30 – 9:00 Uhr) 97,3% 72,0% 46,4% 64,4% 2,7% 28,0% 53,6% 35,6% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Innenstadt Innere Stadt Äußere Stadt Köln gesamt Anteil erschlossener Einwohnenden im 15-Minuten-T akt, SVZ (20:00 – 23:00 Uhr) Quelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018 27 Abbildung 9: Karten-Darstellung des Anteils an der Kölner Bevölkerung, die Zugang zu einem 15-Minuten-T akt in der SVZ hat 15-Minuten-T akt, SVZ (20:00 – 23:00 Uhr) Vom ÖV erschlossene Gebiete Nicht vom ÖV erschlossene Gebiete Erschließungsradien Innenstadt Innere Stadt Äußere Stadt Innenstadt Innere Stadt Äußere Stadt Quelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018 28 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ Pünktlichkeit und Ausfälle ÖPNV Pünktlichkeit und Ausfälle im ÖPNV sind nicht nur als betriebliche Kennzahlen zu betrachten . Sie sind entscheidende Faktoren, die das Vertrauen der Bevölkerung in den ÖPNV prägen . Eine zuverlässige Verbindung beeinflusst nicht nur die individuelle Planbarkeit für die Fahrgäste, sondern auch die Gesamtwahrnehmung des ÖPNV-Sys- tems als integralen Bestandteil eines attraktiven öffentlichen Mobili- tätsangebotes . In einer Umfrage des ADAC geben die Mehrzahl der Befragten an, dass sie den ÖPNV bei pünktlicheren Abfahrten (60 % der Befragten) und weniger Ausfällen (61 % der Befragten) etwas mehr oder deutlich mehr nutzen würden .19 Abbildung 10 zeigt, dass im Jahr 2022 rund 79 % der Stadtbahnfahr- ten und rund 75 % der Busfahrten pünktlich waren . Als pünktlich gel- ten alle Abfahrten bis zu einer Verspätung von maximal drei Minuten . Beide Werte haben sich im Vergleich zu den Vorjahren verschlech- tert . Dies ist hauptsächlich auf das reduzierte Angebot aufgrund des 19 ADAC (2023): Klimaschutz und Mobilität . Was die Menschen 2023 bewegt, https:/ /www.adac.de/verkehr/standpunkte-studien/mobilitaets-trends/umfrage- klimaschutz-mobilitaet/, repräsentative Online-Befragung mit 2 .000 Teilnehmen- den Abbildung 10: Pünktlichkeit von 2020 bis 2022 mit Stadtbahn, Bus und SPNV 2020 2021 2022 0 75 80 85 90 95 100 Stadtbahn Bus Pünktlichkeit in % Stadtbahn: 79,2 % SPNV: 76,0 % Bus: 75,3 % 0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 2020 2021 2022 Stadtbahn Bus Stadtbahn: 6,4 % SPNV: 5,1% Bus: 3,7 % Ausfallquote in % SPNV SPNV Quellen: KVB-Qualitätsbericht 2021 & 2022, SPNV Qualitätsmonitor Go .Rheinland; Eigene Darstellung 29 Fahrpersonalmangels zurückzuführen, weshalb weniger Fahrzeuge eingesetzt werden konnten . Diese waren daher voller, wodurch es zu Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen kommen konnte, was wiederum Verspätungen bedingt .20 Im Jahr 2022 waren außerdem 76 % aller Fahrten des Schienen- personennahverkehrs (SPNV) im gesamten Verbandsgebiet von go .Rheinland pünktlich, wobei ein Zug hier als unpünktlich gilt, so- bald eine Verspätung von vier Minuten oder mehr vorliegt .21 Die Pünktlichkeit hat nicht nur in Köln, sondern im gesamten Verbands- gebiet von go .Rheinland über alle SPNV-Angebote hinweg zwischen 2021 und 2022 abgenommen .22 Diese Entwicklung ist u . a . auf eine hohe Netzauslastung oder Bauarbeiten zurückzuführen . Im Jahr 2022 betrug die Ausfallquote bei der Stadtbahn 6,4 %, beim Busverkehr 3,7 % und beim SPNV 5,1 % . Eine gegenüber dem Vor- jahr signifikante Verschlechterung der Situation im Stadtbahnverkehr (1,9 % mehr Ausfälle) ist vor allem auf einen Fahrpersonalmangel im zweiten Halbjahr 2022 zurückzuführen, aber auch auf eine hohe Zahl von Unfällen und Pkw, die sich ins Gleis „verirren” .23 Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ist die Pünktlich- keit des Kölner ÖPNV-Angebotes nicht zufriedenstellend . Tabelle 1 zeigt, dass der ÖPNV in allen anderen betrachteten Städten deutlich pünktlicher ist als in Köln, selbst unter Berücksichtigung der teilwei- se unterschiedlichen Definitionen von Pünktlichkeit . Aufgrund der unterschiedlichen Infrastrukturen der Stadt- und Straßenbahnen in den Städten werden die Pünktlichkeitsquoten von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst . Da sich der teils oberirdische Stadtbahnver- kehr in Köln – anders als bspw . die in Form einer Hochbahn geführ- ten oberirdischen Streckenabschnitte der U-Bahn in Hamburg oder Berlin – die Straßeninfrastruktur mit dem motorisierten Verkehr teilt, ist der Betrieb per se störungsanfälliger . Eine bessere Vergleich- barkeit ist im Busverkehr gegeben . In Berlin beispielsweise lag die Pünktlichkeit im Busverkehr 16 Prozentpunkte höher als in Köln . Die 20 KVB (2022): Qualitätsbericht 2022, https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/ getfile.asp?id=942372&type=do 21 Go .Rheinland (2022): SPNV Qualitätsmonitor NRW, https:/ /wir.gorheinland. com/angebot/verkehrsqualitaet/spnv-qualitaetsmonitor-nrw/ 22 Go .Rheinland (2022): Pünktlichkeit 2022, https:/ /wir.gorheinland.com/ange- bot/verkehrsqualitaet/puenktlichkeit-2022/ 23 KVB (2022): Qualitätsbericht 2022, https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/ getfile.asp?id=942372&type=do 30 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ KVB erklärt die geringe Pünktlichkeitsquote u . a . mit der Zunahme des Individualverkehrs und durch den Ausfall von Fahrpersonal .24 T abelle 1: Pünktlichkeitsquoten der ÖPNV-Angebote der größten deutschen Städte Stadt Zeitraum Pünktlichkeit Bus Pünktlichkeit Stadt-/Straßenbahn Definition Verspätung Berlin25 2022 91,3 % 90,8 % Ab 3,5 Minuten Hamburg26 Jan–Aug 2023 94 % (HOCHBAHN), 88 % (VHH) x Ab 3 Minuten München27 2022 78 % 78 % Ab 2 Minuten Köln 2022 75 % 79 % Ab 3 Minuten Frankfurt28 2022 85 % 87 % Ab 3 Minuten Düsseldorf29 2022 80 % 84 % (Straßenbahn), 77 % (Stadtbahn) Ab 3 Minuten 24 KVB (2022): Qualitätsbericht 2022, https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/ getfile.asp?id=942372&type=do 25 VBB (2022): Verbundbericht 2022, https:/ /www.vbb.de/fileadmin/user_up- load/VBB/Dokumente/Verkehrsverbund/verbundberichte/vbb-verbundbe- richt-2022.pdf 26 Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (2023): Drucksache 22/13178, https:/ /www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/85167/kommt_ er_oder_kommt_er_nicht_puenktlichkeit_und_zuverlaessigkeit_der_hamburger_ busse.pdf 27 MVG (2022): MVG Pünktlichkeitswerte, https:/ /www.mvg.de/services/fahr- gastservice/mvg-puenktlichkeitswerte.html 28 traffiQ (2022): Geschäftsbericht 2022, https:/ /www.traffiq.de/fileadmin/ user_upload/pdfs/Geschaeftsbericht/traffiQ_Geschaeftsbericht_2022.pdf 29 Rheinbahn (2022): Qualitätsbericht 2022, https:/ /ris-duesseldorf.itk-rhein- land.de/sessionnetduebi/getfile.asp?id=492222&type=do 31 Stau MIV Die folgende Analyse konzentriert sich auf den Stau im Kölner Stadt- gebiet . Staus wirken sich unmittelbar auf den täglichen Verkehrsfluss aus und haben durch erhöhte Emissionen negative Auswirkungen auf die Umwelt . Die Vermeidung von Staus sollte vor dem Hinter- grund der notwendigen Reduzierung des MIV-Aufkommens jedoch nicht durch einen Ausbau der Straßenkapazitäten geschehen, da dies neuen Verkehr hervorruft . Vielmehr sollte den Staus durch einen ganzheitlichen Ansatz aus Alternativangeboten zum MIV, in- telligenter Verkehrssteuerung und raumplanerischen Maßnahmen entgegengewirkt werden .30, 31 Für die Analyse wurde auf Daten des stadteigenen Projektes „Mobilitäts Cockpit Köln“ (MoCKiii) zurück- gegriffen .32 Darüber hinaus wurden zur Einordnung der Ergebnisse weitere Datenquellen herangezogen . Abbildung 11: MIV-Fahrleistung nach LOS1 (frei) / LOS2 (stockend) / LOS3 (gestaut)-Anteil [%] im Kölner MRV 50% 60% 70% 80% 90% 100% Mo. 00:00 Di. 00:00 Mi. 00:00 Do. 00:00 Fr. 00:00 Sa. 00:00 So. 00:00 Durchschnittliche LOS-Verteilung der MIV-Fahrleistung (%) im MRV der letzten 180 Tage frei (LOS1) stockend (LOS2) gestaut (LOS3) Quelle: Stadt Köln; Amt für Verkehrsmanagement – MoCKiii-Projekt 30 OECD (2021): Transport Strategies for Net-Zero Systems by Design, https:/ / www.oecd-ilibrary.org/sites/9b7fd459-en/index.html?itemId=/content/compo- nent/9b7fd459-en 31 Deutscher Bundestag (2021): Straßenzubau und klimaschädlicher Stop-and- go-Verkehr Effekte des Verkehrsflusses auf Umwelt und Klimaschutz, Sachstand WD 8 – 3000 – 052/21 32 Stadt Köln (2023): Mobilitäts Cockpit Köln – MoCKiii, https:/ /www.stadt-ko- eln.de/artikel/72396/index.html 32 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ Die Daten aus dem MoCKiii-Projekt zeigen, dass von Juni bis Dezember 2023 etwa 2 % der im mobilitätsrelevanten Verkehrs- netz (MRV) zurückgelegten Fahrzeugkilometer gestaut waren .33 Betrachtet werden mit dem MRV die maßgeblichen Hauptstraßen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Köln mit rund 935 Streckenkilo- metern . Ausgenommen hiervon sind die örtlichen Autobahnstrecken sowie das nachgelagerte Verkehrsnetz, wie beispielsweise Tempo- 30-Zonen . Abbildung 11 zeigt, dass Staus in Köln vor allem montags bis donnerstags auftreten . Verkehrsspitzen sind am Morgen und Nachmittag erkennbar . Stockender Verkehr tritt vor allem während der Hauptverkehrszeiten auf . Anhand der Verkehrsdaten von Google Maps34 lassen sich die längs- ten Stauabschnitte vor allem in der Hauptverkehrszeit zwischen 06:30 und 09:00 Uhr identifizieren . Zu den staubelasteten Strecken- abschnitten in dieser Zeit zählen beispielsweise die Zoobrücke in der Nähe der Koelnmesse, die Innere Kanalstraße (besonders zwischen dem Kölner Zoo und der Neusser Straße) sowie der Abschnitt des Deutzer Rings, der auf den Gotenring stößt . In den Schwachver- kehrszeiten ist der Verkehr fließend, abgesehen von einigen Ausnah- men wie dem Hohenzollernring, auf dem die Verkehrslage auch dann stockend ist . Zusätzlich zu diesen Daten gibt es weitere Indizes, die zeigen, wie sich die Stau-Situation in Köln im Vergleich zu anderen Städten darstellt . Laut dem Inrix-Index haben Fahrer*innen in Köln im Jahr 2022 38 Stunden durch Staus verloren . Köln liegt damit auf Platz acht der stauanfälligsten Städte in Deutschland und hinter München (79 Stunden), Berlin (65), Hamburg (47), Potsdam (46) und Düssel- dorf (43) .35 Anzahl Mobilstationen pro 100 .000 Einwohner*innen Die Stadtverwaltung hat den politischen Auftrag, ein flächendecken- des Netz an Mobilstationen aufzubauen . Hierzu wurde ein „Raum- buch Mobilstationen“ erarbeitet, das konzeptionelle Grundlagen für 33 Stadt Köln – Amt für Verkehrsmanagement (2023): Mobilitäts Cockpit Köln (MoCKiii) 34 Google (2023): Google Maps TrafficLayer 35 Inrix (2022): Global Traffic Scorecard, https:/ /inrix.com/scorecard/ 33 ein solches Netz liefert .36 Mit den Mobilstationen sollen den Men- schen in den Quartieren und in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld vielfältige Mobilitätsalternativen bereitgestellt werden . Aktuell gibt es in Köln 18 Mobilstationen . Statistisch kommt somit eine Mobilstation auf rund 61 .000 Einwohner*innen . Dies entspricht rund 1,6 Mobilstationen pro 100.000 Einwohner*innen. Grundsätzlich soll mit den Mobilstationen der private Pkw-Besitz durch eine deutliche Ausweitung insbesondere des stationsba- sierten Car-Sharing-Angebots spürbar reduziert werden . Ziel ist es, durch eine Förderung von Mobilitätsalternativen mittelfristig Flä- chen, die heute von parkenden Pkw in Anspruch genommen werden, für andere verkehrliche und stadtgestalterische Funktionen nutzen zu können, etwa zur Entsiegelung und Begrünung oder zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität . Die Handlungsschwerpunkte unterscheiden sich nach Raumtyp . In Bereichen der äußeren Stadt geht es vor allem darum, Sharing- Angebote überhaupt in größerem Maßstab zu etablieren und damit die Teilhabemöglichkeiten der Menschen ohne eigenes Auto sowie die Anbindung vergleichsweise schlecht durch den ÖPNV erschlos- sener Gebiete zu verbessern . In der Inneren Stadt hingegen geht es vor allem darum, den Straßenraum durch flächendeckende und ge- ordnete Abstellmöglichkeiten für bereits vorhandene und ergänzen- de Sharing-Angebote zu ordnen . Das „Raumbuch Mobilstationen“ definiert den Zielwert von 1 .220 Sta- tionen im gesamten Stadtgebiet und einen Minimalwert einer Station pro Stadtteil . Der hohe Zielwert zeigt, welche Bedeutung den Sha- ring-Angeboten im Rahmen einer multimodalen Mobilität zukommt . Nach Angaben des Bundesverbands CarSharing ersetzt in Innenstäd- ten ein stationsbasiertes Sharing-Fahrzeug bis zu 20 private Pkw .37 Der Zielindikator „Anzahl an Mobilstationen pro 100 .000 Einwohner* innen“ ermöglicht es einzuschätzen, inwieweit die flächendeckende und geordnete Bereitstellung von Mobilitätsalternativen für inter- und multimodale Wegeketten als Ergänzung zum Fuß- und Radver- kehr sowie dem ÖPNV fortgeschritten ist . 36 https:/ /www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilun- gen/26663/index.html 37 Bundesverband CarSharing (o . J .): https:/ /carsharing.de/carsharing-fahr- zeug-ersetzt-zu-20-private-pkw 34 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ Sharing-Mitgliedschaften Die Mitgliedschaftsquote bei Anbietern für Car-Sharing, Bike-Sha- ring oder auch E-Scooter-Sharing liefert einen Anhaltspunkt, inwie- fern das Wissen über und die Bereitschaft für die Nutzung von multi- modalen Mobilitätsangeboten besteht . Abbildung 12: Sharing-Mitgliedschaften je Haushalt differenziert nach Stadtbezirken, 2022 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Innenstadt Ehrenfeld Lindenthal Nippes Rodenkirchen Kalk Mülheim Porz Chorweiler Köln Anteil der Haushalte mit Sharing-Mitgliedschaften (Car-, Bike,- E-Scooter-Sharing) Keine Sharing-Mitgliedschaft Eine Sharing-Mitgliedschaft Zwei verschiedene Sharing-Mitgliedschaften Drei verschiedene Sharing-Mitgliedschaften Quelle: Stadt Köln (2022): Mobilitätserhebung Rund 20 % der Kölner Haushalte verfügt über eine Car-Sharing-Mit- gliedschaft . Damit ist die Stadt in diesem Bereich nach München mit 22 % zusammen mit Hamburg und Stuttgart Spitzenreiterin . Durchschnittlich verfügen in deutschen Metropolen rund 14 % aller Haushalte über eine Car-Sharing-Mitgliedschaft . Die Anzahl der Mit- gliedschaften nimmt an den Rändern der Metropolen und an den Rändern der Geschäftsbereiche der Free-Floating-Anbieter deutlich ab und liegt deutschlandweit bei durchschnittlich 5 % .38 38 Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (2017): Mobilität in Deutschland 35 Die Anzahl der Sharing-Mitgliedschaften pro Haushalt nimmt zum Stadtrand, zusammen mit einem verringerten Sharing-Angebot, ab . In Abbildung 12 ist zu erkennen, dass in den zentralen Stadtteilen Innenstadt, Ehrenfeld, Lindenthal und Nippes die Zahl der Sharing- Mitgliedschaften hoch ist . In der Innenstadt verfügen gut 60 % der Haushalte über mindestens eine Sharing-Mitgliedschaft, knapp 15 % der Haushalte sogar über drei Mitgliedschaften . In Rodenkirchen, Kalk und Mülheim verfügen nur gut 35 % der Haushalte über mindes- tens eine Mitgliedschaft, gut 5 % der Haushalte über drei verschiede- ne Mitgliedschaften . In Porz und Chorweiler verfügen dagegen nur gut 20 % der Haushalte über mindestens eine Sharing Mitgliedschaft und nur gut 2 % über drei verschiedene Mitgliedschaften . Insgesamt verfügen in Köln 53 % der Haushalte über mindestens eine und 25 % über zwei verschiedene Sharing Mitgliedschaften .39 Zudem haben derzeit 13 % der Einwohner*innen von Köln die App für das Bike-Sharing-Angebot „KVB Rad“ installiert . Weitere Bike- und E-Scooter-Sharing-Angebote gibt es zudem von privaten Anbietern, von diesen stehen aber keine Daten zu den Mitgliedschaften zur Ver- fügung . Der Zielindikator Sharing-Mitgliedschaften ist eng verknüpft mit dem Zielindikator Mobilstationen . Mit der Ausweitung der Anzahl an Mobilstationen wird auch das Sharing-Angebot am Stadtrand ver- bessert . Wenn damit die Anzahl der Sharing-Mitgliedschaften und vor allem die Anzahl der mehrfachen Sharing-Mitgliedschaften steigt, ist dies ein deutlicher Indikator für die Akzeptanz der neuen Mobili- tätsangebote . Der Zielindikator stellt aktuell noch nicht dar, wie häufig in den Haus- halten mit Sharing-Mitgliedschaft tatsächlich Sharing-Fahrzeuge genutzt werden . Er sollte perspektivisch weiterentwickelt werden und idealerweise auch die Nutzungsintensität berücksichtigen, um raumdifferenzierte Analysen durchführen zu können . So kann her- ausgefunden werden, wo das Sharing-Angebot verbessert oder die Nutzungsintensität mit Maßnahmen des Mobilitätsmanagements erhöht werden sollte . In der Forschung wird oft darauf verwiesen, dass nicht jedes Sha- ring-Angebot eine vergleichbare Wirkung insbesondere auf die Reduzierung der privaten Pkw-Fahrten hat . In der Regel wird davon ausgegangen, dass stationsbasiertes Car-Sharing eine höhere Be- 39 Stadt Köln (2022): Mobilitätserhebung 36 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ deutung für den Modal Shift hat, als Freefloating-Angebote (d . h . nicht stationsgebunden), die oftmals sogar als Alternative zum ÖPNV beschrieben werden .40 Diese Wirkungsmechanismen sollten mit der nächsten Mobilitätserhebung abgefragt werden, um möglichst ziel- genaue Maßnahmenpakete erarbeiten zu können . Sharing-Angebote sind auch für die rund 3,8 Millionen Besucher*in- nen bzw . Tourist*innen im Jahr ein wichtiges Element multimodaler Mobilität und ermöglichen es, bei der Anreise in die Stadt auf den Pkw zu verzichten . Zahlen zur touristischen Sharing-Nutzung liegen noch nicht vor und sollten perspektivisch erhoben werden, um auch touristische Verkehre sowohl bei der Anreise als auch bei Fahrten in- nerhalb der Stadt und der Region möglichst autoarm zu organisieren . Ausbau Radwege Durch eine gute Radwegeinfrastruktur wird die Attraktivität des Fahrradfahrens als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel für das schnelle Vorankommen in der Stadt und in das Umland gefördert . Der Fortschritt des Ausbaus von Radwegen wurde daher als adäqua- ter Zielindikator innerhalb des Zielbildes „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ bewertet . Die Messung des Zielindikators wird anhand des Ausbaus des Radnetzes in Kilometern vorgenommen . Im Jahr 2022 wurde ein stadtweites Radnetz beschlossen . Es be- steht aus „grünen Verbindungen“ (Führung des Radverkehrs im Mischverkehr) und „gelben Verbindungen“ (getrennte Führung des Radverkehrs; Abbildung 13) . Das gelbe Netz umfasst derzeit 482 km (in weiterer Planung: 2,5 km) und das grüne Netz 883 km (in weiterer Planung: 110,5 km) .41 Aus dem grünen Netz wurde ein stadtweites Fahrradstraßennetz abgeleitet und in diesem Jahr in die politische Abstimmung gegeben . 40 WiMobil (2016): Wirkung von E-Car Sharing Systemen auf Mobilität und Um- welt in urbanen Räumen 41 Stadt Köln (2023): Radverkehrshauptnetz für alle Bezirke . https:/ /www.stadt- koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/radfahren/radverkehrshauptnetz-fuer-alle-stadt- bezirke 37 Abbildung 13: Gelbes und grünes Radverkehrsnetz Quelle: Stadt Köln: Eigene Darstellung Nicht nur der Ausbau, sondern auch die Verbesserung der Qualität der Fahrradinfrastruktur wurde in Gang gesetzt . Im Jahr 2022 sind die planerischen Grundlagen für das Radwegsanierungsprogramm festgelegt worden . Außerdem wurde mit ersten Sanierungsarbeiten am Mauenheimer Gürtel, der Merianstraße, dem Clevischer Ring und des Radwegs an der Militärringstraße begonnen .42 Teilräumliche Radverkehrskonzepte bilden die Grundlage für den konkreten Aus- bau der Radverkehrsinfrastruktur . Das erste Radverkehrskonzept wurde 2014 für Lindenthal, Sülz und Klettenberg entwickelt und be- 42 Stadt Köln (2023): Ergebnisse des Arbeitsprogramms des Verwaltungsvor- stands der Stadt Köln im Jahr 2022 . 38 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ stand aus zahlreichen kleineren Maßnahmen .43 Im Jahr 2016 wurde das Radverkehrskonzept Innenstadt beschlossen .44 Die Verwaltung wurde zunächst für die schleppende Umsetzung der Maßnahmen kritisiert, die verschiedene Ursachen (u . a . Personal, Prozesse, Finan- zierung) hatte .45 Seit 2021 ist jedoch eine spürbare Beschleunigung der Umsetzung von Projekten zu verzeichnen . Bis November 2023 waren 43 Maßnahmen umgesetzt und für 2024 sind weitere 27 Maß- nahmen in Planung .46 Der Fokus lag in den letzten Jahren sehr stark auf der Innenstadt . Nun soll er auch auf die anderen Bezirke und somit auf die Ge- samtstadt gelegt werden, damit die Maßnahmenverteilung ausge- glichener wird . 2020 wurde das Radverkehrskonzept Ehrenfeld47 beschlossen, das verschiedene Schwerpunktprojekte beinhaltet, bei- spielsweise den Verkehrsversuch auf der Venloer Straße (Tempo 30, Einbahnstraße) . Viele weitere Projekte befinden sich derzeit in der Planungsphase . Für das zukünftige RadPendlerRouten-Netz wurden bereits mehrere Verbindungen beschlossen, z . B . nach Niederkassel und Leverkusen, während andere in der Planung sind .48 Zusammenfassung Das Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ soll mit den sieben oben vorgestellten Zielindikatoren gemessen werden . Wie sich der Status quo darstellt, zeigt die folgende Tabelle zusammen- fassend . In Köln ergeben sich vielversprechende Chancen im ÖPNV-Angebot in der Innenstadt, wo ein attraktives Netz mit schnellen Verbindun- gen und einem dichten Fahrplanangebot besteht . Multimodale Kno- 43 Stadt Köln (2014): Radverkehrskonzept Lindenthal, Sülz und Klettenberg https:/ /www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/radfahren/radverkehrskon- zept-lindenthal-suelz-und-klettenberg 44 https:/ /www.stadt-koeln.de/artikel/60927/index.html 45 ADFC (2023): fahrRAD: Quo Vadis Colonia 46 Stadt Köln (2023): Radverkehrskonzept Innenstadt . https:/ /www.stadt-koeln. de/artikel/60927/index.html 47 Stadt Köln (2020): Radverkehrskonzept Ehrenfeld https:/ /www.stadt-koeln. de/artikel/67301/index.html 48 Stadt Köln (2023): RadPendlerRouten-Netz Köln https:/ /www.stadt-koeln.de/ politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/26135/index.html 39 tenpunkte, wie Park + Ride-Plätze und Sharing-Dienste, erweitern die Mobilitätsoptionen in der Innenstadt, aber auch in den äußeren Bezirken . Dieses gute Angebot spiegelt sich auch in der Anzahl der Sharing-Mitgliedschaften wider . Zudem sind positive Entwicklungen in der Verbesserung der Fahrradinfrastruktur wahrzunehmen . In den letzten Jahren wurden vermehrt Maßnahmen im Bereich Radverkehr umgesetzt . Mängel gibt es insbesondere bei der ÖPNV-Qualität und der Er- reichbarkeit in den äußeren Bezirken . Ausfälle und Verspätungen im ÖPNV führen zudem zu Unmut bei der Bevölkerung . Durch fehlende Tangentialverbindungen können Ziele in den äußeren Bezirken nur deutlich langsamer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden . Zudem bestehen dort ebenfalls nur vereinzelt Sharing-Angebote . Diese Umstände führen dazu, dass die Bewohner*innen dort mehr den eigenen Pkw nutzen . Zudem bestehen Verbesserungsbedarfe, wenn es um die Qualität der Fahrradinfrastruktur und der Fahrra- dabstellanlagen geht . Zielindikator Status quo-Wert Jahr Reisezeitvergleich (Verhältnis ÖPNV/MIV) 1,73 201849 Erschließungsqualität (Anteil erschlossene Einwohner*innen im 10-Min-Takt zur HVZ, 15-Min-Takt zur SVZ) HVZ: 75 % SVZ: 41 % 201850/202351 Pünktlichkeit und Ausfälle ÖPNV (Pünktlichkeit / Ausfälle) Stadtbahn: 79 % / 6,4 % Bus: 75 % / 3,7 % SPNV: 76 % / 5,1 % 2022 Stau MIV (gestaute Fahrzeugkilometer) 2,1 % 2023 Anzahl Mobilstationen pro 100 .000 Einwohner*innen 1,6 2023 Anzahl Sharing-Mitgliedschaften Mindestens eine Mitgliedschaft: 47 % Mindestens zwei Mitgliedschaften: 23 % 2022 Ausbau der Radwege Gelbes Netz: 482 km Grünes Netz: 883 km 2023 49 Hinterlegter Fahrplan im PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln 50 Ibid . 51 Einwohnerzahlen stammen aus dem Jahr 2023 40 Zielbild „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Reisezeitvergleich › Gute ÖPNV-Anbindung von der Äußeren Stadt in Innenstadt und in der Innenstadt selbst › Gute Netzqualität › Gute Orientierung durch digitale Angebote › Dominierende radiale Verbindungen und fehlende tangentiale Verbindungen und Rheinüberquerungen › Mangelnde Abstimmung zwischen Bus- und Bahnverbindungen › Fehlerhafte und unzuverlässige digitale Anzeigen und mangelnder Service Erschließungsqualität › Sehr gute Erschließung (auch in SVZ) in der Kölner Innenstadt › Abnehmende Erschließungsqualität in den äußeren Bezirken Pünktlichkeit und Ausfälle › Zunehmende Ausfälle und abnehmende Pünktlichkeit im ÖPNV › Unzuverlässiger ÖPNV durch Ausfälle und Verspätung Stau MIV › Gestaute Kilometer liegen im gesamtdeutschen Vergleich im Durchschnitt › Laufende Sanierungs- maßnahmen & lang- fristig wirksame Instand- setzungskonzepte verbessern Straßenqualität › Sanierungsbedürftige Infrastruktur Anzahl Mobilstationen › Unkomplizierte Realisierung von Mobilstationen durch Baukasten-System von Go .Rheinland › Gutes multimodales Angebot › Unterentwickeltes Angebot von Car- Sharing in den äußeren Stadtbezirken › Sharing-Angebote in den äußeren Stadtbezirken und am Hauptbahnhof kaum verfügbar › Geringe tarifliche Integration Anzahl Sharing- Mitgliedschaften › Hohe Anzahl an Sharing- Mitgliedschaften in innenstadtnahen Bezirken › Geringere Anzahl Sharing- Mitgliedschaften im äußeren Stadtgebiet Ausbau der Radwege › Vermehrte Umsetzung von Maßnahmen zu Gunsten des Radverkehrs › Entwicklung der Radverkehrsinfrastruktur und Ausbau des Radwegenetzes › Weiterhin Neu- und Ausbaupotenzial für ein durchgängiges Netz › Qualität bestehender Radwege nicht ausreichend › Fehlende qualitativ hochwertige Abstellmöglichkeiten › Fehlende Radschnellwege 41 Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Reisezeitvergleich › Gute ÖPNV-Anbindung von der Äußeren Stadt in Innenstadt und in der Innenstadt selbst › Gute Netzqualität › Gute Orientierung durch digitale Angebote › Dominierende radiale Verbindungen und fehlende tangentiale Verbindungen und Rheinüberquerungen › Mangelnde Abstimmung zwischen Bus- und Bahnverbindungen › Fehlerhafte und unzuverlässige digitale Anzeigen und mangelnder Service Erschließungsqualität › Sehr gute Erschließung (auch in SVZ) in der Kölner Innenstadt › Abnehmende Erschließungsqualität in den äußeren Bezirken Pünktlichkeit und Ausfälle › Zunehmende Ausfälle und abnehmende Pünktlichkeit im ÖPNV › Unzuverlässiger ÖPNV durch Ausfälle und Verspätung Stau MIV › Gestaute Kilometer liegen im gesamtdeutschen Vergleich im Durchschnitt › Laufende Sanierungs- maßnahmen & lang- fristig wirksame Instand- setzungskonzepte verbessern Straßenqualität › Sanierungsbedürftige Infrastruktur Anzahl Mobilstationen › Unkomplizierte Realisierung von Mobilstationen durch Baukasten-System von Go .Rheinland › Gutes multimodales Angebot › Unterentwickeltes Angebot von Car- Sharing in den äußeren Stadtbezirken › Sharing-Angebote in den äußeren Stadtbezirken und am Hauptbahnhof kaum verfügbar › Geringe tarifliche Integration Anzahl Sharing- Mitgliedschaften › Hohe Anzahl an Sharing- Mitgliedschaften in innenstadtnahen Bezirken › Geringere Anzahl Sharing- Mitgliedschaften im äußeren Stadtgebiet Ausbau der Radwege › Vermehrte Umsetzung von Maßnahmen zu Gunsten des Radverkehrs › Entwicklung der Radverkehrsinfrastruktur und Ausbau des Radwegenetzes › Weiterhin Neu- und Ausbaupotenzial für ein durchgängiges Netz › Qualität bestehender Radwege nicht ausreichend › Fehlende qualitativ hochwertige Abstellmöglichkeiten › Fehlende Radschnellwege 42 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ 43 44 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ Das Zielbild beschreibt eine Mobilität, die ihren Mittelpunkt maßgeb- lich im Veedel hat . Damit dies möglich ist, müssen wirtschaftliche und soziale Dienstleistungen im Veedel mit kurzen Wegen erreich- bar sein . Gleichzeitig lädt das Veedel dabei zum Verweilen ein und gewährleistet die Erreichbarkeit für alle . Um diese angestrebte Entwicklung nachvollziehen zu können, wurden die folgenden drei Zielindikatoren ausgewählt: 1. Anteil kurzer Wege: Dieser Zielindikator gibt den Anteil der kur - zen Wege, (unter 2 Kilometern) an der Gesamtzahl der Wege an, die von den Einwohner*innen zurückgelegt werden . Arbeitswe- ge wurden dabei herausgerechnet, da diese oft über das Veedel hinausgehen . 2. Wahrgenommene Aufenthaltsqualität: Hiermit soll ermittelt werden, wie der öffentliche Raum wahrgenommen wird und ob dieser als Raum für Begegnung, zum Verweilen, für Sport und Erholung oder für weitere Nutzungen, die einer hohen Aufent- haltsqualität entsprechen, einlädt . 3. Veränderung in der Anzahl der Parkplätze: Dieser Zielindikator bezeichnet die Anzahl der Parkplätze im öffentlichen Straßen- raum in Köln, die zu Gunsten anderer Nutzungszwecke umge- wandelt werden können . Damit ergeben sich Einblicke in Aspek- te wie die Qualität des öffentlichen Raums, MIV-Nutzung und -Besitz . Hilfreich im Hinblick auf das Zielbild wären zukünftig weitere Ziel- indikatoren, die explizit Bezug auf die Veedelsstruktur nehmen . Naheliegend sind hier u . a . ein Indikator für die Nutzungsmischung, die Anzahl an vorhandenen Läden und anderen Versorgungseinrich- tungen sowie deren Erreichbarkeit . Diese Daten sind aber aufgrund der bisher noch fehlenden Grundlagen noch nicht differenziert nach Veedeln aufgenommen worden . 45 Anteil kurzer Wege Abbildung 14: Anteil der kurzen Wege (unter 2 km) an allen Wegen außer denjenigen mit Wegezweck Arbeit (in %) in den Kölner Bezirken Innenstadt Rodenkirchen Lindenthal Ehrenfeld Nippes Chorweiler Porz Kalk Mülheim 34% 51% Anteil der kurzen Wege (unter 2 km) an allen Wegen (in %) Quelle: Stadt Köln, Mobilitätserhebung 2022; Eigene Darstellung Ein großer Anteil kurzer Wege, die von den Kölner*innen zurückge- legt werden, deutet darauf hin, dass vieles im Veedel erledigt werden kann . Ein kurzer Weg wird hier als eine Strecke definiert, die weniger als 2 Kilometer beträgt . Die Arbeitswege werden bei diesem Zielin- dikator nicht berücksichtigt, da die Wahl des Arbeitsorts in der Regel weniger flexibel ist und für den Arbeitsplatz oft längere Distanzen in Kauf genommen werden . 46 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ Insgesamt sind 44 % aller zurückgelegten Wege (ausgenommen Arbeitswege) in Köln kürzer als 2 km.52 Dieser Anteil variiert stark zwischen den einzelnen Bezirken (siehe Abbildung 14) . Die Bewoh- ner*innen der Innenstadt haben mit 51 % den höchsten Anteil kurzer Wege . Auch in Ehrenfeld und Lindenthal sind höhere Anteile an kur- zen Wegen zu verzeichnen . In Chorweiler ist der Anteil am geringsten und liegt bei nur 34 % . Erklärungen für die Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken liegen insbesondere in der Siedlungsstruktur und der Frage, inwie- fern Einrichtungen des täglichen Bedarfs in unmittelbarer Nähe zum Wohnort aufzufinden sind . Vor allem in den zentralen Bereichen der Stadt können die Bewohner*innen von einem großen Angebot an Freizeitaktivitäten und Versorgungsmöglichkeiten profitieren . Im Gegensatz dazu zeigt ein Blick in den Kölner Norden, dass dort eine eher kleinteilige Siedlungsstruktur vorzufinden ist, die neben Wohn- gebieten und Grünflächen auch durch Landwirtschaft und Industrie geprägt ist . Bewohner*innen dieser Stadtteile müssen häufiger ihr Veedel verlassen und damit auch längere Wege zurücklegen, um Freizeitaktivitäten nachzugehen und Einkäufe erledigen zu können . In anderen Metropolen liegt der durchschnittliche Anteil der kurzen Wege (ausgenommen Arbeitswege) auf ähnlichem Niveau wie in Köln .53 Wahrgenommene Aufenthaltsqualität Der Zielindikator „wahrgenommene Aufenthaltsqualität“ spiegelt wi- der, wie Menschen ihre Umgebung erleben . Die Aufenthaltsqualität wird durch eine ansprechende Gestaltung des öffentlichen Raums erhöht . Der öffentliche Raum lädt zum Verweilen ein, wenn vielfältige Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden, beispielsweise durch Sitzgelegenheiten und Spielgeräte . Die Erhöhung der Aufenthalts- qualität kann sich positiv auf die aktive Mobilität auswirken . Der Ziel- indikator soll im Rahmen einer repräsentativen Umfrage der Stadt Köln regelmäßig erhoben werden . Da hierzu derzeit keine aktuellen 52 Stadt Köln – Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung (2022): Mobilitätsbe- richt Köln 53 BMDV (2017): Mobilität in Deutschland; https:/ /mobilitaet-in-tabellen.dlr.de/ login.html?brd 47 Daten vorliegen, wird der Zielindikator vorerst anhand von älteren Daten, aus dem Jahr 2016, umrissen . Vor allem durch die zunehmend konkurrierende Nachfrage nach Raum für unterschiedliche städtische Funktionen (z . B . Verkehr, Wohnen, Erholung, Grün) werden in den letzten Jahrzehnten auch höhere Erwartungen an die Qualität des öffentlichen Raums gestellt . Die Daten aus dem Jahr 2016 zeigen, dass die Kölner*innen damals die Stadtplanung/Stadtentwicklung (13 %) und das Stadtbild (6 %) kritisch bewerteten, ebenso die Sauberkeit des öffentlichen Raums (25 %) . Der öffentliche Raum und die Architektur brauchen daher eine qualitative Aufwertung, damit sie sauberer, attraktiver und inter- essanter werden .54 Abbildung 15: Großstadtvergleich der Zufriedenheit mit öffentlichen Flächen und mit dem Zustand von Straßen und Gebäuden Zufriedenheit mit öffentlichen Flächen wie Märkte, Plätze, Fußgängerzonen Zufriedenheit mit Zustand von Straßen und Gebäuden in Ihrer Umgebung überhaupt nicht zufrieden eher unzufrieden eher zufrieden sehr zufrieden Stuttgart (n=801) Nürnberg (n=800) Frankfurt (n=500) Düsseldorf (n=802) Dresden (n=500) Köln (n = 1.000) 529 6923 52 17 114 8513 62 23 115 8414 57 28 221 7819 58 20 218 8116 55 26 219 8016 56 23 Stuttgart (n=801) Nürnberg (n=800) Frankfurt (n=500) Düsseldorf (n=802) Dresden (n=500) Köln (n = 1.000) 1244 5532 41 14 326 7422 55 19 524 7619 50 25 536 6431 45 19 729 7023 47 24 735 6528 47 18 Quelle: Ifak, Urban Audit Deutschland (2019) 54 Stadt Köln (2018) . Kölner Statistische Nachrichten 2/2018 . Zufriedenheit mit Köln und dem Wohnumfeld . Ergebnisse der „Leben in Köln“ – Umfrage 2016 . https:/ /www.stadt-koeln.de/me- diaasset/content/pdf15/statistik-umfragen/zufriedenheite_mit_k%C3%B6ln_und_dem_wohn- umfeld.pdf 48 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ Die Aufenthaltsqualität wird in Köln im Vergleich zu anderen deut- schen Großstädten negativer bewertet . Beim Thema öffentlicher Raum (Märkte, Plätze, Fußgängerzonen) und Zustand von Straßen und Gebäuden schnitt Köln im Vergleich der deutschen Städte mit über 450 .000 Einwohner*innen am schlechtesten ab und lag deut- lich unter dem Durchschnitt der deutschen Vergleichsstädte . Auch die Qualität der Grünflächen wird durch die Kölner*innen (sehr) ne- gativ bewertet (nicht in der Grafik dargestellt) .55 Da die Daten veraltet sind, spiegeln diese nicht unbedingt die aktu- elle Meinung der Bewohner*innen wider, fungieren jedoch trotzdem als brauchbarere Orientierungswerte für zukünftige Umfragen . Veränderung in der Anzahl der Parkplätze Öffentliche Parkmöglichkeiten gelten als Stellschraube für die Ver- änderung zu einer nachhaltigen Mobilität, da durch die Reduzierung Möglichkeiten geschaffen werden, die freiwerdenden Flächen zu Gunsten der aktiven Mobilität und der Aufenthaltsqualität neu zu verteilen .56 Ebenso wird die Lebensqualität im Veedel erhöht, indem z . B . Grünflächen zum Verweilen entstehen können . Die Veränderung der Anzahl an Parkplätzen geht Hand in Hand mit einem kommuna- len Parkraummanagement, das u . a . die Ausweisung von Bewohner- parkgebieten und die Festlegung einer Parkraumbewirtschaftung steuert . Für das Stadtgebiet Köln gibt es keine aussagekräftige Parkraumerhebung, weshalb diesbezüglich keine ganzheitlichen An- gaben gemacht werden können . Die Stadt Köln hat im gesamtem Stadtgebiet 47 Bewohnerpark- gebiete ausgewiesen . Die meisten finden sich in der Innenstadt . Aber auch in Kalk, Lindenthal, Mülheim, Nippes, Porz und Ehrenfeld sind Bewohnerparkgebiete ausgewiesen . Insgesamt gibt es 2 .000 Parkplätze (Stand 2023), die ausschließlich von Besitzer*innen von Bewohnerparkausweisen genutzt werden dürfen . Weiterhin gibt es Bewohnerparkgebiete, die auch durch andere Verkehrsteilneh- 55 Ifak (2019) . Urban Audit Deutschland . Ergebnisse Standardmodul . 5 . Koordi- nierte Bürgerbefragung 2018/2019: Lebensqualität in deutschen Städten . https:/ / www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-umfragen/charts_stan- dardmodul_2018_2019_20190625.pdf 56 Umweltbundesamt (2021): Parkraummanagement für eine nachhaltige urba- ne Mobilität in der Stadt für Morgen 49 mer*innen genutzt werden können . Für diese ist das Parken kosten- pflichtig und durch eine Mindesthaltedauer beschränkt . Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl an Stellplätzen in Bewohnerparkgebieten und in Parkraumbewirtschaftungszonen im Jahr 2023 für das Stadt- gebiet Köln:57 Art der Bewirtschaftung Anzahl an Stellplätzen Parken an Parkscheinautomaten mit „Rotem Punkt“ 40 .000 Parken an Parkscheinautomaten ohne „Roten Punkt“ 7 .000 Reserviertes Bewohnerparken 2 .000 Ladezone 2 .400 Gesamt 51 .400 Eine beispielhafte Berechnung des Flächenbedarfs der 51 .400 be- wirtschafteten Stellplätze basierend auf der angepassten EAR von 2023 zeigt58: Im Stadtgebiet wurden 2023 ca . 0,7 km2 Fläche durch einen Teil des ruhenden Verkehrs in Anspruch genommen . Dies entspricht einem ungefähren Anteil von 0,2 % des gesamten Kölner Stadtgebiets . In dieser Berechnung fehlen allerdings private und privat bewirtschaftete Parkplätze, wie z . B . Parkhäuser, sowie Be- reiche in denen Parken nicht erlaubt ist, aber geduldet wird . Deshalb ist anzunehmen, dass die reale Anzahl an parkenden Autos und die Flächeninanspruchnahme des ruhenden Verkehrs höher liegt . Diese hypothetische Berechnung zeigt die Problematik der Flächenver- teilung und das Potenzial, die Flächen des ruhenden Verkehrs umzu- nutzen . Deutlicher wird dies vor dem Hintergrund, dass der private Pkw 23 Stunden am Tag herumsteht und nicht bewegt wird .59 57 Stadt Köln (2023): Beschlussvorlage „Gebührenordnung für das Ausstellen von Bewohnerparkausweisen der Stadt Köln“ , https:/ /ratsinformation.stadt-koeln. de/getfile.asp?id=962384&type=do 58 Die Empfehlung für die Anlagen des ruhenden Verkehrs der FGSV (2023) nimmt die Maße von 2,65 m × 5,20 m pro Stellplatz an . Es wurde beispielhaft das Parken in der Senkrechtaufstellung betrachtet . 59 Umweltbundesamt (2022): Carsharing, https:/ /www.umweltbundesamt.de/ themen/verkehr/nachhaltige-mobilitaet/car-sharing#umweltvorteile-von-car- sharing 50 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ Zusätzlich zu öffentlichen Parkplätzen gibt es in Köln auch privat bewirtschaftete, die durch die Stellplatzsatzung geregelt werden können . Diese wurde 2022 neu beschlossen .60 Bereits im ersten Paragrafen der Satzung wird deutlich, dass die Herstellung von Stell- plätzen auf ein Minimum reduziert werden soll . Dies trifft nicht nur auf Neubauvorhaben zu, sondern auch für den Fall, dass Nutzungs- änderungen durchgeführt werden . Ebenso enthält die neue Stell- platzsatzung Möglichkeiten, ab einer Anzahl von 81 notwendigen Parkplätzen pro Bauvorhaben, Stellplätze zu reduzieren . Die Redu- zierung kann durch die Schaffung von Fahrradstellplätzen, Mobili- tätskonzepte und das Angebot von vergünstigten ÖPNV-Tickets erfolgen . Weiterhin ist das Stadtgebiet hinsichtlich der ÖPNV-Quali- tät in Zonen eingeteilt . Je nach Lage kann die vorgeschrieben Anzahl an Stellplätzen um einen bestimmten Prozentsatz verringert werden . Die Stadt Köln hat zusätzlich die Erstellung eines Masterplans „Par- ken“ beschlossen . Dieser vertritt das oberste Ziel, den öffentlichen Raum gerecht und nachhaltig zu verteilen . Es ist vorgesehen, Park- plätze zu reduzieren, die den Fußverkehr negativ beeinflussen und Gehwege einengen . Aktuell werden die Ziele „Neuaufteilung des öffentlichen Raums“61 und „Faires Parken“62 in den ersten Bewoh- nerparkzonen umgesetzt .63 Daran lässt sich erkennen, dass die Stadt Köln eine Umgestaltung des öffentlichen Raums anstrebt . 60 Stadt Köln (2022): Satzung über die Herstellung von Stellplätzen für Kraft- fahrzeuge und Fahrradabstellplätzen sowie die Erhebung von Ablösebeträgen der Stadt Köln („Stellplatzsatzung“) 61 Es wird die Umnutzung von vorhandenen Parkplätzen angestrebt . Dabei liegt der Fokus auf Schaffung von Flächen mit hohem Aufenthaltspotenzial sowie För- derung von aktiven Mobilitätsformen . 62 Faires Parken soll das illegale Parken auf dem Gehweg regeln . Die Einhaltung der Mindestbreiten für den Gehweg soll gesichert werden und Parken nur in Be- reichen erlauben, in denen der Fußverkehr nicht eingeschränkt wird . 63 Stadt Köln (2023): Masterplan Parken, https:/ /meinungfuer.koeln/veranstal- tungen/masterplan-parken 51 Zusammenfassung Die Realisierung des Zielbilds „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ wird mittels der drei vorgestellten Zielindikatoren nachvollziehbar . Wie sich der Status quo darstellt, zeigt die folgende Tabelle zusam- menfassend: Zielindikator Status quo-Wert Jahr Anteil kurzer Wege (Anteil an allen Wegen außer Arbeitswege) 44 % 2022 Wahrgenommene Aufenthalts qualität Wird zukünftig erhoben – Veränderung der Anzahl an Parkplätzen Wird zukünftig erhoben – Grundsätzlich verfügt Köln heute schon über zahlreiche „Veedel der kurzen Wege“ . Vor allem in der Innenstadt und Ehrenfeld gibt es ei- nen hohen Anteil kurzer Wege, der auf eine hohe Nutzungsmischung hinweist . Hinsichtlich der Veränderung der Anzahl an Parkplätzen lässt sich durch die neue Stellplatzsatzung erkennen, dass zukünftig bei Neubauvorhaben und Nutzungsänderungen bei bestehenden Gebäuden Parkplätze eingespart werden können . Ebenso kann der Masterplan „Parken“ zu einer Aufwertung des öffentlichen Raumes und Veränderung in der Anzahl an Parkplätzen positiv beitragen . Die Qualität des öffentlichen Raums in der Stadt Köln wurde in den letzten Jahren als verbesserungswürdig wahrgenommen und lud nicht zum Verweilen ein . Zudem nimmt bis dato der ruhende Ver- kehr eine beachtliche Fläche der Stadt ein, was ebenso dazu beiträgt, dass der öffentliche Raum weniger attraktiv wahrgenommen wird . Es fehlen verlässliche und aktuelle Daten, um hinsichtlich der wahr- genommenen Aufenthaltsqualität Aussagen für die Stadt Köln tref- fen zu können . Ebenso trifft dies auf die Veränderung der Anzahl an Parkplätzen im Stadtgebiet zu . Die angestrebten Erhebungen wer- den dazu beitragen, einen datenbasierten Status-quo ermitteln zu können und konkretere Aussagen treffen zu können . 52 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Anteil kurzer Wege (Anteil an allen Wegen außer Arbeitswege) › Anteil vergleichbar mit anderen deutschen Großstädten › Möglichkeit in vielen Stadtteilen, gut zu Fuß unterwegs zu sein › Gute fußläufige Erreichbarkeit › Erreichbarkeit der Veedel mit dem Fahrrad › In vereinzelten Stadtbezirken (besonders im Kölner Norden) ist die Anzahl der kurzen Wege verhältnismäßig gering Wahrgenommene Aufenthaltsqualität › Hohe Aufenthaltsqualität in Grünanlagen › Fahrradfahren in den Grünanlagen ist gut › Negativ Wahrgenommene Stadtplanung und Aufenthaltsqualität › Zu wenig Autofreie Zonen/Innenstadt sollte autofrei sein › Unattraktiver öffentlicher Raum › Unzureichende Qualität der Fußwege › Fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder Veränderung der Anzahl an Parkplätze › Bereits bestehendes Parkraummanagement (Bewohnerparkzonen) › Neue Stellplatzsatzung zur Reduzierung › Masterplan „Parken“ › Großer Anteil der Stadtfläche für ruhenden Verkehr reserviert › Nicht genügend Parkzonen für den Liefer- und Wirtschaftsverkehr › Zu viel Platzverbrauch durch Parkraum 53 Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Anteil kurzer Wege (Anteil an allen Wegen außer Arbeitswege) › Anteil vergleichbar mit anderen deutschen Großstädten › Möglichkeit in vielen Stadtteilen, gut zu Fuß unterwegs zu sein › Gute fußläufige Erreichbarkeit › Erreichbarkeit der Veedel mit dem Fahrrad › In vereinzelten Stadtbezirken (besonders im Kölner Norden) ist die Anzahl der kurzen Wege verhältnismäßig gering Wahrgenommene Aufenthaltsqualität › Hohe Aufenthaltsqualität in Grünanlagen › Fahrradfahren in den Grünanlagen ist gut › Negativ Wahrgenommene Stadtplanung und Aufenthaltsqualität › Zu wenig Autofreie Zonen/Innenstadt sollte autofrei sein › Unattraktiver öffentlicher Raum › Unzureichende Qualität der Fußwege › Fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder Veränderung der Anzahl an Parkplätze › Bereits bestehendes Parkraummanagement (Bewohnerparkzonen) › Neue Stellplatzsatzung zur Reduzierung › Masterplan „Parken“ › Großer Anteil der Stadtfläche für ruhenden Verkehr reserviert › Nicht genügend Parkzonen für den Liefer- und Wirtschaftsverkehr › Zu viel Platzverbrauch durch Parkraum 54 Zielbild „Ich erledige vieles direkt im Veedel“ 55 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ 56 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ Selbstbestimmt und unabhängig von Alter, Geschlecht, Gesundheit, familiärer Situation, Vermögen oder Herkunft am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, ist Kern dieses Zielbildes . Eine Mobili- tät, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, ist bar- rierefrei, bezahlbar und eröffnet Chancen . Damit der Fortschritt in diesem Zielbild messbar gemacht werden kann, wurden die folgen- den drei Zielindikatoren ausgewählt: 1. Barrierefreiheit ÖPNV: Im Hinblick auf den barrierefreien ÖPNV wird untersucht, inwiefern sowohl die Fahrzeuge wie Busse und Bahnen als auch die Infrastruktur wie Haltestellen und Bahnhöfe für alle Menschen ohne fremde Hilfe zugänglich sind . 2. Bezahlbarkeit ÖPNV-Ticket: Wie bezahlbar der ÖPNV ist, macht sich an den Ticket- bzw . Abopreisen in Verbindung mit dem zur Verfügung stehenden Einkommen fest . Um eine konkrete Zahl erheben zu können, wurde der KölnPass als ermäßigtes Ticket im Verhältnis zur Armutsgefährdungsschwelle (60 % des Ein- kommensmedians) der Kölner Bevölkerung gesetzt . 3. Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen: Chancen zu eröffnen bedeutet unter anderem die Möglichkeit, an jedem Standort mobil und nicht durch den eigenen Wohnort benach- teiligt zu sein . In den Sozialräumen sollen die Lebensbedin- gungen der Bewohner*innen verbessert werden, daher wird in diesen Gebieten der Anschluss an ein attraktives ÖPNV-Ange- bot gemessen . Die Zielindikatoren fokussieren sich vor allem auf den ÖPNV . Dies liegt daran, dass der ÖPNV als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge eine zentrale Rolle zur Grundversorgung und damit zur Ermögli- chung von Teilhabe wahrnimmt . Für eine weitergehende Betrach- tung ist eine Differenzierung nach Verkehrsmitteln, insbesondere barrierefreier Gehwege, empfehlenswert . Ebenso helfen Erhebungen bezüglich wahrgenommener Zugangsbarrieren, um Aussagen über die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben treffen zu können . Aller- dings ist die flächendeckende und regelmäßige Erhebung von aus- sagekräftigen Daten sehr aufwendig und noch nicht existent . Barrierefreiheit ÖPNV Eine barrierefreie Gestaltung des ÖPNV fördert die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für Personen, die in ihrer Mobilität einge- 57 schränkt sind, z . B . Personen mit Rollatoren, Personen mit Kinder- wägen oder Personen im Rollstuhl . Sie trägt zu einer inklusiven und gerechten Mobilität für alle bei . Im Rahmen des Zielindikators wird barrierefrei als stufenfrei64 verstanden . Barrierefreiheit umfasst aber auch viele andere Aspekte wie taktile Wege, kontrastreiche Wege- leitung und Informationsanlagen im Zwei-Sinne Prinzip . Hierzu liegen allerdings keine Daten vor, so dass sich die Analyse auf die Stufen- freiheit im ÖPNV beschränkt . Abbildung 16: Anteil der barrierefreien Stadtbahn-Haltestellen in Köln (mit Einschränkungen: enthält auch Haltestellen mit nur einer barrierefreien Line) barrierefrei mit Einschränkungen nicht-barrierefrei Quellen: KVB & go .Rheinland; Eigene Darstellung 64 d . h . zur Haltestelle bzw . in das Fahrzeug, die Navigation innerhalb des Fahr- zeugs wurde nicht betrachtet . 58 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ Abbildung 17: Barrierefreie SPNV-Haltestellen in Köln 87% 4% 9% barrierefrei mit Einschränkungen nicht- barrierefrei Quellen: KVB & go .Rheinland; Eigene Darstellung Im Stadtbahnnetz der Stadt Köln sind nach heutigem Stand 87 % aller Stadtbahn-Haltestellen barrierefrei und 13 % nicht oder nur mit Einschränkungen barrierefrei .65 Zu Einschränkungen gehören z . B . eine lange Rampe oder zu große Spaltmaße zwischen Bahnsteigkan- te und dem Fahrzeugboden . Noch nicht barrierefrei sind beispiels- weise die Haltestellen der Linie 13, die einen Umbau benötigen, um einen höhengleichen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen .66 Es liegen aktuell keine Daten zur Barrierefreiheit der Bushaltestellen vor, daher kann diese nicht bewertet werden . Im SPNV in Köln sind sowohl der Zugang zu den Bahnsteigen als auch zu den Fahrzeugen an 53 % der SPNV-Haltestellen vollständig barrierefrei. Zu den SPNV-Haltestellen, die nicht barrierefrei erreich- bar sind, gehören Longerich, Köln-Süd und Köln-Chorweiler Nord . SPNV-Haltestellen, die keinen stufenfreien Zugang zu den Fahrzeu- gen bieten, sind beispielsweise die Haltestellen Köln-Holweide oder Köln-Dellbrück der S-Bahn-Linie 11 . 65 KVB (2023): Touren ohne Treppen, https:/ /www.kvb.koeln/service/bar- rierefreiheit.html?INCLUDEMODUL=dokumente_einzeln2.mod/inc.download. php&downDokument=4334; Barrierefrei-Definition der KVB: Der Bahnsteig ist durch einen Aufzug oder eine Rampe barrierefrei erreichbar . Zwischen Bahnsteig- kante und Fahrzeugboden ist lediglich eine relativ kleine Stufe oder Lücke zu über- winden . 66 KVB (2022): Mitteilung, Barrierefreie Linie 13, https:/ /www.stadt-koeln.de/ politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/25260/index.html 59 Ein wichtiger Faktor der Barrierefreiheit der Haltestellen ist die Ver- fügbarkeit von Aufzügen und Rolltreppen . Im Jahr 2022 waren ca . 7 % der Rolltreppen und 5 % der Aufzüge an ÖPNV-Haltestellen nicht verfügbar .67 Wenn Störungen auftraten, wurden diese bei Rolltrep- pen in 81 % der Fälle und bei Aufzügen in 74,6 % der Fälle innerhalb von vier Stunden behoben . Das derzeit geltende Personenbeförderungsgesetz (PbefG) legt in § 8 Absatz 3 fest, dass die Städte in ihren Nahverkehrsplänen die Belange von in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen berücksichtigen müssen . Zum 1 . Januar 2022 sollte eine vollständige Barrierefreiheit gewährleistet sein, es sei denn, Abwei- chungen werden in städtischen Nahverkehrsplänen konkret benannt und begründet . Dieses Ziel hat die Stadt Köln bisher nicht vollstän- dig erreicht . Die Stadt ist aber dabei, die Barrierefreiheit sukzessiv auszubauen . Der 3 . Nahverkehrsplan der Stadt Köln legt einheitliche Standards für den barrierefreien Umbau der Stadtbahn- und Bushal- testellen fest und stellt eine Prioritätenliste für die sukzessiv umzu- setzenden Maßnahmen dar .68 Kostenbelastung ÖPNV-Ticket Ein wichtiger Aspekt der Teilhabe ist die Sicherstellung der Bezahl- barkeit von Mobilitätsangeboten insbesondere für einkommens- schwache Bürger*innen, die aus finanziellen Gründen nicht auf ein Auto zurückgreifen können . Rund 29 % der Deutschen besitzen aus Kostengründen keinen eigenen Pkw .69 Weil der ÖPNV– wie in der Einleitung dieses Kapitels beschrieben – eine Grundversorgung im Sinne der Daseinsvorsorge darstellt, wurde der Zielindikator für dieses Verkehrsmittel gewählt . Um die Bezahlbarkeit des ÖPNV einschätzen zu können, wird der Preis eines ÖPNV-Tickets in das Verhältnis zur relativen Armutsgrenze gesetzt . Da der Fokus auf der Teilhabe liegt, wird die in der EU festgelegte Armutsgefährdungs- schwelle (60 % des Einkommensmedians) als Eingangsgröße ge- nutzt .70 67 KVB (2022): Qualitätsbericht 2022, https:/ /ratsinformation.stadt-koeln.de/ getfile.asp?id=942372&type=do 68 Stadt Köln (2017): 3 . Nahverkehrsplan, https:/ /www.stadt-koeln.de/mediaas- set/content/pdf66/dritter-nahverkehrsplan-12-2017.pdf 69 Agora Verkehrswende (2023): Mobilitätsarmut in Deutschland . Auf Basis von MiD-Daten 2017 . 70 Europäische Kommission (2020): Europe 2020 60 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ In Köln beträgt der Einkommensmedian für das Jahr 2023 2 .193 € Monatseinkommen je Haushalt . Demnach liegt die Armutsgefähr- dungsschwelle bei 1 .271 € Monatseinkommen und somit sind 24 % aller Kölner Haushalte armutsgefährdet .71 Ein Teil davon hat Anrecht auf einen Köln-Pass, welcher sich an finanziell weniger gut gestell- te Menschen richtet . Dieser umfasst beispielsweise Menschen, die laufende Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende er- halten, Wohngeld beziehen oder andere Arten von staatlicher För- derung erhalten . Das Monatsticket kostet im Abo für Personen mit einem Köln-Pass derzeit 44 € . (Stand Januar 2024) . In einem Haus- halt leben durchschnittlich 1,87 Personen .72 Daraus ergibt sich, dass Haushalte, die armutsgefährdet sind, durchschnittlich 6,5 % ihres monatlichen Gehalts für ein ÖPNV-Monatsticket im Stadtbereich Köln aufwenden müssen .73 Ein Monatsticket, das auch außerhalb der Stadtgrenzen gültig ist, ist entsprechend teurer . In anderen deutschen Großstädten sind die ermäßigten ÖPNV-Mo- natskarten ein wenig günstiger bepreist . In Düsseldorf beträgt der Preis für eine Monatskarte 39 € . Der Einkommensmedian liegt bei 2 .054 € (Stand 2021) .74 Demnach liegt die Armutsgrenze bei 1 .232 € . Daraus ergibt sich, dass armutsgefährdete Haushalte durchschnitt- lich 5,6 % ihres monatlichen Gehalts für ein ÖPNV-Monatsticket aufbringen müssen . In Hamburg liegt der Preis ebenfalls bei 39 € . Der Einkommensmedian liegt hier aber bei 2 .019 € (Stand 2021)75 die Armutsgrenze dementsprechend bei 1 .211 € . Daraus ergibt sich, dass armutsgefährdete Personen durchschnittlich 6,0 % ihres mo- natlichen Gehalts für ein ÖPNV-Monatsticket ausgeben . Seit der Einführung des Deutschlandtickets verliert jedoch das Monatsticket der KVB deutlich an Bedeutung . Seit Januar 2024 können Besitzer*innen eines Köln-Passes ein „Deutschlandticket sozial“ beantragen, das statt 49 Euro nur 39 Euro kostet .76 In den Be- teiligungsformaten wurde aber auch klar, dass das Monatsticket der 71 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (2023): Strukturdaten- erhebung 2023 72 Stadt Köln (2022): Statistisches Jahrbuch 2022 73 Berechnung: (Preis Monatsticket) × (Durchschnittliche Personen je Haus- halt) / (Einkommen armutsgefährdete Haushalte) 74 Statistisches Bundesamt (o . J .): Median der Äquivalenzeinkommen 75 Ibid . 76 KVB (2024): Das Deutschlandticket sozial im Abo, https:/ /www.kvb.koeln/ tickets/deutschlandticket/sozial.html 61 KVB einige wichtige Vorteile bietet, die das Deutschlandticket nicht hat, z . B . ist die Fahrradmitnahme oder auch die Mitnahme von drei Kindern (zwischen 6 und 14 Jahren) täglich ab 15 Uhr möglich . Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen Teilhabe ist auch eine Frage des räumlichen Zugangs zu Mobili- tätsangeboten . Sie ist nur dann gewährleistet, wenn der Zugang zu Mobilitätsangeboten in jedem Teil der Stadt gleich gut ermöglicht wird . Oft ist es derzeit noch der Fall, dass die Angebotsqualität des ÖPNV in denjenigen Gebieten besser ist, wo deutlich höhere Mieten bestehen . Dies führt zu einem Ausschluss von Menschen mit gerin- gerem Einkommen . 77 Um genau bei dieser Bevölkerungsgruppe die Teilhabe zu stärken, wirft der Indikator einen Blick auf die Erschlie- ßungsqualität in den Sozialräumen und deckt mögliche Erschlie- ßungslücken auf . Abbildung 18: Anteil der erschlossenen Einwohner*innen nach Mindesttaktdichten in Sozialräumen und Vergleich mit dem Wert für Gesamt-Köln je T akt, HVZ und SVZ 34,7% 81,3% 94,9% 95,1% 65,3% 18,7% 5,1% 4,9% 37,6% 75,3% 92,6% 94,8% 62,4% 24,7% 7,4% 5,2% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Sozialräume 5 Min Köln gesamt 5 Min Sozialräume 10 Min Köln gesamt 10 Min Sozialräume 20 Min Köln gesamt 20 Min Sozialräume 30 Min Köln gesamt 30 Min Anteil erschlossener Einwohnenden in HVZ (6:30 – 9:00 Uhr) 25,3% 67,8% 91,8% 94,3% 74,7% 32,2% 8,2% 5,7% 28,9% 64,4% 88,6% 92,2% 71,1% 35,6% 11,4% 7,8% Sozialräume 7,5 Min Köln gesamt 7,5 Min Sozialräume 15 Min Köln gesamt 15 Min Sozialräume 30 Min Köln gesamt 30 Min Sozialräume 60 Min Köln gesamt 60 Min Anteil erschlossener Einwohnenden in SVZ (20:00 – 23:00 Uhr) Quelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018 77 BBSR (2015): Ökonomischer Mehrwert durch Immobilien durch ÖPNV- Erschließung, BBSR-Online-Publikation Nr . 11/2015, https:/ /www.bbsr.bund. de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/bbsr-online/2015/DL_ON112015.pdf?__ blob=publicationFile&v=2 62 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ Die Erschließungsqualität in Sozialräumen wird nach der gleichen Methodik wie die Erschließungsqualität im gesamtem Stadtgebiet (siehe Zielbild 1) untersucht, d . h . auf Basis von Haltestellen-Erschlie- ßungsradien und Taktungen in der morgendlichen Hauptverkehrszeit sowie abendlichen Schwachverkehrszeit . Dabei werden die 15 Sozi- alräume des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozial- raumorientierung in Köln“78 explizit betrachtet und sowohl in Summe analysiert als auch einzeln untersucht und miteinander verglichen . Es zeigt sich, dass die Sozialräume bei einer stadtweiten Betrach- tung nicht systematisch schlechter abschneiden als der Rest der Stadt . Die Anzahl der erschlossenen Einwohnenden79 unterschei- det sich nur geringfügig (siehe Abbildung 18) . Während im 20- und 30- Minuten-Takt – sowohl in der HVZ als in der SVZ – der Anteil der erschlossenen Einwohner*innen in den Sozialräumen nahezu gleich ist wie in der gesamten Stadt (94,4 % und 92,6 % bzw . 91,8 % und 88,6 %), sind die Bewohner*innen der Sozialräume im 15-Minuten- Takt in der SVZ bzw . im 10-Minuten-Takt in der HVZ sogar besser an- geschlossen . Lediglich von einem 5-Minuten-Takt-Angebot können Menschen in Sozialräumen weniger profitieren . 78 Stadt Köln Dezernat Soziales, Integration und Umwelt (2023): Sozialraumko- ordination Köln, https:/ /sozialraumkoordination.koeln/konzept.html 79 Bei der Analyse geht es um die Erschließung der Bewohnenden nach ideellen Mindesttaktdichten 63 Abbildung 19: Karten-Darstellung der Sozialräume und des Anteils ihrer Einwohnenden, die Zugang zu einem 15-Minuten-T akt in der SVZ haben 15-Minuten-T akt, SVZ (20:00 – 23:00 Uhr) Sozialräume (insg. 37,3% erschlossen) Stadtgebiet Köln 80–100 % erschlossen 60–80 % erschlossen 40–60 % erschlossen 20–40 % erschlossen 0–2 0 % erschlossen Porz-Mitte/Urbach Meschenich/Rondorf Bocklemünd/ Mengenich Blumenberg/ Chorweiler Seeberg-Nord Höhenhaus/ Dünnwald Mülheim-Nord/ Keupstr. Bilderstöckchen Buchforst/ Mülheim Humboldt/ Gremberg Bickendorf/ Ossendorf Kalk Buchheim/Holweide 82,1% 67,0% 95,1% 95,1% 57,4% 75,0% 80,3% 59,1% 81,1% 49,4% Höhenberg/Vingst Ostheim/Neubrück Porz-Ost/Finkenberg/ Gremberghoven/Eil 27,7% 63,9% 66,1% 48,2% 56,3% Quelle: Mobility Institute Berlin (2024): Eigene Darstellung basierend auf PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln, Stand 2018 Doch bei der Analyse zeigen sich räumliche Unterschiede in der Er- schließungsqualität – besonders in den SVZ (siehe Abbildung 19) . Gerade die Sozialräume in den Bezirken Kalk und Mülheim, welche relativ zentral in Köln liegen, sind überdurchschnittlich (im Vergleich zu allen Sozialräumen und der gesamten Stadt) erschlossen, da hier der Großteil der Einwohner*innen im Einzugsbereich von stark frequentierten S-Bahn- und Stadtbahnlinien wohnt . Es fällt jedoch auf, dass andere Sozialräume ein deutlich schlechteres ÖPNV-An- gebot aufweisen . So ist beispielsweise der Sozialraum Bocklemünd/ 64 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ Mengenich im Bezirk Ehrenfeld deutlich schlechter erschlossen als die anderen Sozialräume von Köln, da er nur in Randlagen von der Stadtbahnlinie 3 erschlossen wird und es im restlichen Gebiet keine Direktverbindung Richtung Innenstadt gibt . Dies gilt unabhängig vom Takt und davon, ob die HVZ oder die SVZ betrachtet wird . Die drei Sozialräume mit dem geringsten Anteil an erschlossenen Einwohner*innen (Bocklemünd/Mengenich, Blumenberg/Chorwei- ler/Seeberg-Nord und Meschenich/Rondorf) liegen alle in der Äuße- ren Stadt . Weniger als die Hälfte der hier wohnenden Kölner*innen haben z . B . in der SVZ zwischen 20:00 und 23:00 Uhr gemäß den Erschließungskriterien Zugang zu einer Haltestelle mit einem 15-Mi- nuten-Takt . Die drei am besten erschlossenen Sozialräume (Buchheim/Holweide, Buchforst/Mülheim sowie Kalk) liegen dagegen alle in der Inneren Stadt an der Grenze zur Innenstadt und werden von mehreren S-Bahn- bzw . Stadtbahnlinien durchfahren . 80 % ihrer Bewohner* innen werden in der SVZ in einem 15-Minuten-Takt bedient . 65 Zusammenfassung Das Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ wurde durch drei Zielindikatoren quantifiziert . Wie sich der Status quo dar- stellt, zeigt die folgende Tabelle zusammenfassend: Zielindikator Status-quo-Wert (2022) Jahr Barrierefreiheit ÖPNV Stadtbahn: 87 %, SPNV: 53 % 2022 Bezahlbarkeit ÖPNV-Ticket 6,5 % des monatlichen Einkommens 2022 Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen (Anteil mehr oder weniger erschlossen zur HVZ und SVZ80) HVZ: +6 % SVZ: +3 % 201881 /202382 In Bezug auf die Chancen zeigt die Analyse zur Erschließungsquali- tät, dass Sozialräume in Köln bezüglich der ÖPNV-Anbindung nicht schlechter gestellt sind als andere Räume in Köln – stellenweise sind sie sogar sehr gut angebunden . Zudem bemerken Kölner*innen in Bezug auf die Barrierefreiheit auf den Gehwegen eine Verbesserung . Durch die schrittweise Verlagerung des Radverkehrs auf die Straße steht dem Fußverkehr mehr und mehr Platz zur Verfügung . Trotzdem gibt es gerade bei dem Thema Barrierefreiheit noch viel Verbesserungsbedarf . So wird die Barrierefreiheit im Stadtzentrum als unzureichend bewertet und erschwert den Alltag mobilitätsein- geschränkter Personen . Die Situation an Stadtbahn- und SPNV-Hal- testellen ist ebenfalls ausbaufähig, ebenso wie die Orientierungs- möglichkeiten für Gehörlose im ÖPNV . Weitere Mängel zeigen sich bei der Erschließungsqualität bestimmter Sozialräume wie beispiels- weise in Bocklemünd/Mengenich . 80 In der HVZ im 10-Min-Takt und in der SVZ im 15-Min-Takt 81 Hinterlegter Fahrplan im PTV VISUM Verkehrsmodell der Stadt Köln stammt aus 2018 . 82 Einwohnerdaten stammen aus dem Jahr 2023 66 Zielbild „Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Barrierefreiheit ÖPNV › Wahrgenommene verbesserte Barrierefreiheit auf Gehwegen › ÖPNV bis heute nicht für alle Kölner*innen zugänglich › Innenstadt für mobilitäts einge- schränkte Personen schwierig zu erreichen › Fehlende Leitsysteme für Seh- behinderte, Sitzmöglichkeiten und öffentliche Toiletten fehlen › Fehlendes Mikromobilitätsangebot für mobilitätseingeschränkte Personen Bezahlbarkeit ÖPNV-Ticket › Anteil des ÖPNV-Tickets von mehr als 6 % des monatlichen Gesamteinkommens ist im Vergleich zu anderen Städten hoch › Fehlende kostenfreie Nutzungen für Kinder und attraktive Angebote für Gelegenheitsnutzer*innen › Hohe Kosten für Sharing-Angebote Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen › Erschließung ver- gleichbar mit dem gesamten Stadtgebiet, einige Sozialräume sind sehr gut mit dem ÖPNV erschlossen › Nachholbedarf in Sozialräumen im äußeren Stadtgebiet 67 Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Barrierefreiheit ÖPNV › Wahrgenommene verbesserte Barrierefreiheit auf Gehwegen › ÖPNV bis heute nicht für alle Kölner*innen zugänglich › Innenstadt für mobilitäts einge- schränkte Personen schwierig zu erreichen › Fehlende Leitsysteme für Seh- behinderte, Sitzmöglichkeiten und öffentliche Toiletten fehlen › Fehlendes Mikromobilitätsangebot für mobilitätseingeschränkte Personen Bezahlbarkeit ÖPNV-Ticket › Anteil des ÖPNV-Tickets von mehr als 6 % des monatlichen Gesamteinkommens ist im Vergleich zu anderen Städten hoch › Fehlende kostenfreie Nutzungen für Kinder und attraktive Angebote für Gelegenheitsnutzer*innen › Hohe Kosten für Sharing-Angebote Erschließungsqualität ÖPNV in Sozialräumen › Erschließung ver- gleichbar mit dem gesamten Stadtgebiet, einige Sozialräume sind sehr gut mit dem ÖPNV erschlossen › Nachholbedarf in Sozialräumen im äußeren Stadtgebiet 68 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ 69 70 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Sicher, ohne Angst und entspannt in der Stadt unterwegs sein zu können, egal mit welchem Verkehrsmittel und in welchen gesund- heitlichen Zustand, steht im Mittelpunkt dieses Zielbildes . Sichere und saubere öffentliche Räume ebenso wie die gegenseitige Rück- sichtnahme tragen dazu bei, dass sich die Verkehrsteilnehmer*innen in der Stadt wohlfühlen . Um dies quantifizieren zu können, wurden die folgenden sechs Zielindikatoren ausgewählt: 1. Verkehrstote und Schwerverletzte: Anhand dieser Werte wird die objektive Verkehrssicherheit für Köln aufgezeigt . Insbeson- dere wird der Fuß- und Radverkehr analysiert . 2. Anzahl der Unfallhäufungsstellen: Die Auswertung von Unfall- häufungsstellen gibt Einblicke darüber, ob es wiederkehrend auftretende Unfallhäufungsstellen gibt . Dadurch kann die objek- tive Verkehrssicherheit standortgenau untersucht werden . 3. Wahrgenommene Sicherheit: Mit diesem Indikator soll der Fokus auf die subjektive Sicherheit gelegt werden . Hier werden Themen betrachtet, die schwer objektiv messbar sind, da sie von jedem Menschen anders empfunden werden . 4. Anteil der Kinder, die zu Fuß / mit dem Fahrrad zur Schule kom- men: Hier wird indirekt das Sicherheitsempfinden von Eltern und Kindern gemessen . Es wird davon ausgegangen, dass mehr Kinder zu Fuß oder mit Fahrrad zur Schule kommen, je sicherer der Schulweg empfunden wird . 5. Wahrgenommene Sauberkeit: Eine als sauber empfundene Um- gebung steigert die Attraktivität des öffentlichen Raums für Fuß- gänger*innen, Radfahrer*innen und Erholungssuchende . Auch saubere ÖPNV-Haltestellen, Busse und Straßenbahnen können die Nutzung dieses Verkehrsmittels erhöhen und zum Wohlbe- finden der Nutzer*innen beitragen . 6. Wahrgenommene Rücksichtnahme: Zeigt das soziale Klima an, d . h . das Gefühl der Menschen, ob bzw . wie die Verkehrsteil- nehmer*innen sich gegenseitig respektieren . Der Indikator gibt Einblicke über das wahrgenommene Verhalten der Verkehrsteil- nehmer*innen . 71 Hilfreich im Hinblick auf das Zielbild wären zukünftig weitere Ziel- indikatoren, die explizit Bezug auf die subjektiven Erfahrungen und Wahrnehmungen der Einwohner*innen nehmen . Naheliegend sind hier differenzierte Daten nach z . B . Geschlecht, Altersgruppe und Lebenssituation, die aber aufgrund der bisher noch fehlenden Erhe- bungen nicht mit aufgenommen wurden . Verkehrstote und Schwerverletzte Ein sicher gestalteter Straßenraum ist essenziell für das Wohlbefin- den aller Verkehrsteilnehmenden . Mehrere Faktoren, wie z . B . die Wahl der Radverkehrsführung, zulässige Geschwindigkeiten, das Verhalten und die tagesaktuelle Witterung, beeinflussen die Sicher- heit im Straßenverkehr . Objektiv messbar ist die Verkehrssicherheit u . a . durch die Anzahl an Verkehrstoten und Schwerverletzten . Der „Vision Zero“ folgend haben sich viele Städte weltweit das Ziel ge- setzt, die Anzahl an Verkehrstoten und Schwerverletzten auf null zu reduzieren . Mit 25 Verkehrstoten pro eine Mio . Einwohner*innen liegt NRW unter dem deutschen Durchschnitt von 33 .83 Im Vergleich zu anderen Gemeinden in NRW hat Köln die höchste absolute Anzahl an Ver- kehrstoten im Jahr 2022 zu verzeichnen . Gemessen an der relativen Anzahl wurden im Jahr 2022 in Köln rund 1,3 Personen je 100 .000 Einwohner*innen getötet . Im Vergleich waren es z . B . in Düsseldorf ca . 1,7 Personen pro 100 .000 Einwohner*innen, in Dortmund 1 Per- son pro 100 .000 Einwohner*innen und in Essen 1,2 Personen .84 Im Jahr 2022 gab es unabhängig von der Art des genutzten Ver- kehrsmittels im Kölner Straßenverkehr insgesamt 668 Schwerver- letzte und 13 tödlich Verunglückte .85 Dies ist ein Anstieg im Ver- gleich zu den Jahren 2020 und 2021 . Dieser Anstieg könnte eine Folge der Corona-Krise und des damit zusammenhängenden gerin- geren Verkehrsaufkommens sein . Wenn die Corona-Jahre ausge- nommen werden, lässt sich ein langsamer Abwärtstrend feststellen . Dennoch ist Köln weit entfernt von der Erreichung der „Vision Zero“ . 83 Statistisches Bundesamt (2024): Bei Straßenverkehr Geto nach Ländern 2022 . Je 1 Million Einwohner*innen . https:/ /www.destatis.de/DE/Themen/Gesell- schaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/_inhalt.html#sprg229230 84 Berechnung basierend auf: Landesdatenbank NRW (o . J .) 85 Polizei NRW Köln (2023): Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2022 . Stadtge- biet Köln 72 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Als Unfallursachen wurden durch die Polizei Köln im Jahr 2022 die Nichteinhaltung des Abstandes (32 %), Unfälle beim Abbiegen (25 %), Missachtung der Vorfahrt (16 %), Missachtung des Rotlichts (10 %), die Geschwindigkeit des Kfz-Verkehrs (10 %) sowie Alkohol (6 %) und andere berauschende Mittel (1 %) festgestellt .86 Abbildung 20: Schwerverletzte im Kölner Straßenverkehr, 2018–2022 715 719 640 636 668 282 300 288 246 259 134 125 101 93 102 0 100 200 300 400 500 600 700 800 2018 2019 2020 2021 2022 insgesamt Radfahrende zu Fußgehende Quelle: Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik NRW Laut der polizeilichen Verkehrsunfallstatistik gab es 2022 insgesamt 2081 Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung . Dabei wurden 5 Personen getötet und 259 schwerverletzt . Im Vergleich der deutschen Groß- städte steht Köln auf dem vorletzten Platz bei der Verkehrssicherheit für Radfahrer*innen . In den Jahren 2019 bis 2021 wurden in Köln zusammengerechnet 72 Radunfällle (Schwerverletzte und Tote) pro 100 .000 Einwohnende verzeichnet . Nur Dresden weist mit insgesamt 97 Radunfällen pro 100 .000 Einwohnenden eine höhere Anzahl auf87 . 86 Ibid . 87 ADFC (2023): Factsheet des ADFC Dresden zur Radunfall-Statistik 2019- 2021 . https:/ /adfc-dresden.de/files/2023/2023-04-27_Radunfaelle_in_Dres- den_web.pdf 73 Insgesamt betrachtet macht die Gruppe der Fuß- und Radfahrer*in- nen im Jahr 2022 ungefähr die Hälfte der Schwerverletzten aus (s . Abbildung 20) . Die Zahl der verunglückten Fußgänger*innen in Köln ist nach 2019 stark zurückgegangen und auch 2021 verunglückten weniger Fußgänger*innen als 2020 . Im Jahr 2022 ist die Zahl der schwerverletzen Fußgänger*innen jedoch wieder angestiegen . Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Zuwachs um 9,7 % zu verzeichnen . Auch die Zahl der schwerverletzten Radfahrer*innen ist im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um ca . 5 % gestiegen . Dies kann auch eine Fol- ge der Zunahme des Radverkehrsanteils am Modal Split sein (2017: 18 %, 2022: 25 %) .88 Anzahl der Unfallhäufungsstellen Neben der Anzahl von Verkehrstoten und Schwerverletzten ist auch der Unfallort relevant . Zuständig für die Auswertung von Verkehrs- unfällen in Köln ist das Polizeipräsidium Köln . Dort werden alle Un- fälle nach den Kriterien Unfallkategorie (Schwere des Unfalles) und Unfalltyp (Konfliktsituation, aus welcher der Unfall entstanden ist) festgehalten . Laut Erlass des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr vom 10 .06 .2021 liegt eine Unfallhäufungsstelle inner- halb der Einjahresbetrachtung grundsätzlich dann vor, wenn sich auf einem Knotenpunkt oder einer Strecke drei Unfälle der Kategorie 1–489 des gleichen Typs ereignen . Sofern dieses Kriterium erreicht ist, wird der Knotenpunkt bzw . die Strecke durch die Polizei als Un- fallhäufungsstelle gemeldet . Aufgrund der Verkehrsbelastung eines Knotens kann sich die Anzahl der Unfälle, die zu einer Identifikation als Unfallhäufungsstelle führt, erhöhen . Die Unfallhäufungsstellen 88 Polizei NRW Köln (2023): Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2022 . Stadtge- biet Köln 89 Kategorie 1 Verkehrsunfall mit Getöteten (Unfallbeteiligte/r verstirbt innerhalb von dreißig Tagen nach dem Unfall) Kategorie 2 Verkehrsunfall mit Schwerverletzten (Unfallbeteiligte/r wird stationär in ein Krankenhaus aufgenommen) Kategorie 3 Verkehrsunfall mit Leichtverletzten Kategorie 4 Schwerwiegender Verkehrsunfall mit Sachschaden (Ein beteiligtes Fahrzeug ist nicht mehr fahrbereit) Kategorie 5–7 Sonstige Sachschadenunfälle 74 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ werden in der Unfallkommission90 besprochen . Basierend auf dem Unfallgeschehen werden Vorschläge zur Erhöhung der Verkehrs- sicherheit an den betroffenen Stellen entwickelt . Wenn die Gründe für den Unfall nicht an den Gegebenheiten vor Ort liegen (z . B . Miss- achtung der geltenden Verkehrsregeln), können keine geeigneten verkehrstechnischen Maßnahmen vorgeschlagen werden . Verkehrli- che Gegebenheiten, die zu einer Unfallhäufungsstelle führen können, sind z . B . Versperrung der Sichtachsen, unpassende Schaltungen der Lichtsignalanlagen etc . . Bei diesem Indikator werden daher nur die Unfallhäufungsstellen näher betrachtet, die in den letzten fünf Jahren mehr als einmal gemeldet worden sind . Hier ist davon auszu- gehen, dass weitere Unfälle durch Handeln der Stadtverwaltung ver- mieden werden können, da die Wahrscheinlichkeit näherliegt, dass es sich nicht allein um Fehlverhalten handelt . T abelle 2: Anzahl Unfallhäufungsstellen, die mehr als einmal zwischen 2019–2023 gemeldet wurden Bezirk Anzahl Unfallhäufungsstellen 1 – Innenstadt 10 2 – Rodenkirchen 2 3 – Lindenthal 3 4 – Ehrenfeld 3 5 – Nippes 2 6 – Chorweiler 1 7 – Porz 5 8 – Kalk 2 9 – Mülheim 1 Gesamt 29 90 Mitglieder der Unfallkommission: Polizei Köln, Stadtverwaltung Köln, Kölner Verkehrs-Betriebe, Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen und Bezirks- regierung Köln . Bei Bedarf werden auch andere Gruppierungen eingeladen . 75 Insgesamt gibt es 29 Unfallhäufungsstellen (siehe Tabelle 2), die in den letzten 5 Jahren mehr als einmal gemeldet wurden . In der Innen- stadt befinden sich mit Abstand die meisten Unfallhäufungsstellen . Dies lässt sich mit dem hohen Verkehrsaufkommen und der Vielfalt der Nutzungsansprüche bei gleichzeitig geringem Platz erklären . In Porz ist die Anzahl schon deutlich geringer, aber im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken am zweithöchsten . In allen anderen Stadtbe- zirken gibt es ein bis drei Unfallhäufungsstellen, die mehr als einmal im Zeitraum aufgeführt sind . Wahrgenommene Sicherheit Die subjektive Sicherheit spielt für das Wohlbefinden im Straßenver- kehr zum einen hinsichtlich der Verkehrssicherheit und zum anderen bezogen auf die Wahrnehmung des öffentlichen Raums eine ent- scheidende Rolle . Aufgrund der Subjektivität des Sicherheitsemp- findens ist dieser Zielindikator nicht immer eindeutig messbar und kann vor allem im Vergleich mit der objektiven Verkehrssicherheit gewisse Unterschiede aufweisen, z . B . die Angst vor Unfallursachen, die statistisch gesehen nicht häufig auftreten . Die wahrgenommene subjektive Sicherheit im öffentlichen Raum wird nicht nur durch die Gestaltung beeinflusst, sondern ebenfalls durch soziale Faktoren, wie z . B . die Anwesenheit oder Übergriffigkeit von anderen Personen . Eine unübersichtliche Gestaltung und unzureichende Beleuchtung können dazu führen, dass sich Personen unwohl fühlen . Aktuell liegen keine aussagekräftigen Daten zur wahrgenommenen sub- jektiven Sicherheit des öffentlichen Raums vor . Dementsprechend sollten Daten über eine repräsentative Erhebung zukünftig ermittelt werden . Zusätzlich kann subjektive Sicherheit bei der Wahl des Verkehrsmit- tels von Bedeutung sein . Hinsichtlich des ÖPNV wurde das Sicher- heitsempfinden abends in Fahrzeugen und an Haltestellen durch eine Befragung der KVB erhoben . 76 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Abbildung 21: Bewertung der Sicherheit im ÖPNV abends 3,07 3,11 3,26 3,09 3,12 3,33 3,39 3,37 3,41 3,31 1 2 3 4 5 2018 2019 2020 2021 2022 Bewertung (1 = volkommen zufrieden, 5 = unzufrieden) Sicherheit abends im Fahrzeug Sicherheit abends an den Haltestellen Quelle: KVB-Qualitätsbericht 2022; Eigene Darstellung Im Jahr 2022 äußerten sich die Kund*innen der KVB als eher un- zufrieden mit der Sicherheit im ÖPNV . Das Sicherheitsempfinden in den Abendstunden im Fahrzeug wurde mit der Note 3,12 bewertet, die Sicherheit an den Haltestellen mit 3,31 .91 Das Sicherheitsempfin- den an den Haltestellen ist geringer als in den Fahrzeugen, was z . B . durch nicht ausreichende Beleuchtung verursacht werden könnte . Insgesamt hat sich die Bewertung beider Kriterien, und damit das gemessene Sicherheitsempfinden, seit 2018 nicht verbessert . Anteil der Kinder, die zu Fuß / mit dem Fahrrad zur Schule kommen Dieser Zielindikator wurde unter der Annahme gewählt, dass Kinder dann mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen, wenn der Schulweg als sicher empfunden wird . Daraus lässt sich ableiten: Je höher der Anteil der Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unter- wegs sind, desto höher ist das Sicherheitsgefühl aller Verkehrsteil- nehmer*innen . Eltern lassen ihre Kinder in der Regel nur dann am Straßenverkehr teilnehmen, wenn sie selbst von der Sicherheit über- zeugt sind . 91 KVB (2023): Qualitätsbericht 2022 77 Abbildung 22: Modal Split von 7 bis 10-jährigen Kindern auf dem Schulweg 40 % 29 % 21 % 10 % MIV-Mitfahrer*innen ÖPNV Fahrrad zu Fuß Quelle: Stadt Köln, Mobilitätserhebung 2022; Eigene Darstellung Abbildung 22 zeigt, dass in Köln ca . 69 % der Kinder in der Alters- gruppe von 7 bis 10 Jahren zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen . Davon gehen 40 % zu Fuß und 29 % nutzen das Fahrrad . Etwa 10 % der Schüler*innen werden dagegen mit dem Auto zur Schule gebracht (sogenannte Elterntaxis) .92 Das dadurch erzeugte zusätzliche Verkehrsaufkommen in den Stoßzeiten im unmittelba- ren Schulumfeld sorgt für ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für alle Schüler*innen . Vergleichbare Werte aus anderen deutschen Städten liegen nur bedingt vor . Bundesweite Daten deuten aber darauf hin, dass das Problem der Elterntaxis in Köln eine vergleichsweise gerin- ge Rolle spielt . In Deutschland werden im Vergleich durchschnittlich etwa 43 % der Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren .93 Da die Daten nicht auf Stadtteilebene vorliegen, können die prozentualen Anteile für einzelne Schulen unterschiedlich sein . Um individuelle Aussagen hinsichtlich der Elterntaxi-Problematik treffen zu können, wären Daten zu einzelnen Schulen sinnvoll . Bei der Wahl des Verkehrsmittels bestehen laut einer ADAC-Umfra- ge jahreszeitliche Unterschiede .94 So fahren im Frühjahr und Som- mer etwa 20 % mit dem Fahrrad zur Schule, im Herbst und Winter sind es hingegen nur 14 % . 92 Stadt Köln (2023): Mobilitätserhebung 2022 93 Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (2019): Mobilität in Deutschland . Analysen zum Rad und Fußverkehr . https:/ /www.mobilitaet-in- deutschland.de/archive/pdf/MiD2017_Analyse_zum_Rad_und_Fussverkehr.pdf 94 ADAC (2023): Umfrage „Sicherer Schulweg“ 78 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Wahrgenommene Sauberkeit Ein weiterer Faktor für das Wohlbefinden ist die wahrgenommene Sauberkeit . Hier ist auch die Sauberkeit im öffentlichen Raum (bspw . durch Vermüllung oder Vandalismus) zu betrachten, die insbeson- dere durch Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen deutlicher wahrgenommen wird . Ein als verwahrlost wahrgenommener öffentli- cher Raum mindert die Aufenthaltsqualität . Des Weiteren spielt auch im ÖPNV die Sauberkeit in den Fahrzeugen und an den Haltestellen eine wichtige Rolle . Die Wahrnehmung der Sauberkeit im Fahr- zeug wurde durch eine Kund*innenbefragung der KVB erhoben und quantifiziert . Für die Bewertung des öffentlichen Raums liegen keine aussagekräftigen Daten vor . Dementsprechend soll der Zielindikator „wahrgenommene Sauber- keit” in Zukunft durch die Integration in eine repräsentative Erhe- bung besser messbar gemacht werden . Abbildung 23: Bewertung der Sauberkeit in den Fahrzeugen 3,07 3,34 3,13 3,16 3,23 1 2 3 4 5 2018 2019 2020 2021 2022 Bewertung (1 = volkommen zufrieden, 5 = unzufrieden) Zufriedenheit mit der Sauberkeit Quelle: KVB-Qualitätsbericht 2022; Eigene Darstellung Kund*innen bewerten die Sauberkeit in den KVB-Fahrzeugen seit 2018 als fast unverändert (Abbildung 23) . Im Jahr 2022 wurde die Sauberkeit als eher unzureichend mit der Note 3,23 bewertet . 79 Zusätzlich zu der zuvor dargestellten Auswertung (Abbildung 23) gibt es eine Gruppe von Testkund*innen, die der KVB über die Sauber- keit berichten können . Diese Gruppe beurteilte die Sauberkeit in den Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt als leicht verbessert . 2022 hat die KVB die Reinigungsleistungen intensiviert, der Reini- gungsaufwand stieg um rund 5 % gegenüber dem Vorjahr .95 Wahrgenommene Rücksichtnahme Ein respektvoller Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen trägt zu einem angenehmeren Verkehrsklima für alle bei . Gegen- seitige Rücksichtnahme kann die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und somit Hindernisse abbauen, sodass sich Personen für eine aktive Mobilität entscheiden . Aktuell lassen sich aufgrund von fehlenden Daten keine ortsspezifischen Aussagen treffen . Um zu erfahren, inwiefern ein rücksichtsvoller Umgang im Kölner Straßen- verkehr gelebt wird, plant die Stadt, regelmäßig eine repräsentative Umfrage durchzuführen . Für ganz Deutschland gibt es verschiedene Erhebungen, die die Wahrnehmung des Verkehrsklimas untersuchen . Im Folgenden werden zwei davon vorgestellt . Eine regelmäßige Umfrage der Agentur infas (im Auftrag der Bundes- anstalt für Straßenwesen) spiegelt das Verkehrsklima in Deutschland wider . Im Jahr 2020 wurden 2 .744 Menschen in Deutschland befragt . Die Ergebnisse zeigen, dass das Verkehrsklima weder als besonders positiv noch als besonders negativ eingestuft wurde . Allerdings gaben rund 51,7 % der Befragten an, dass sich das Verkehrsklima in den letzten drei Jahren verschlechtert habe . Die Ergebnisse zeigen regionale Unterschiede . Insgesamt wird das Verkehrsklima in städti- schen Gebieten negativer wahrgenommen als in ländlichen Gegen- den . Auch das Verhalten von Autofahrenden und Radfahrer*innen wird in städtischen Gebieten negativer bewertet . Für Köln allein lassen sich aufgrund fehlender Daten keine Schlussfolgerungen ziehen .96 95 KVB (2023) . Qualitätsbericht 2022 96 BAST (2021): Verkehrsklima 2020 https:/ /bast.opus.hbz-nrw.de/opus45- bast/frontdoor/deliver/index/docId/2557/file/M316+BF+Gesamtversion.pdf 80 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Eine aktuelle Studie zur Verkehrssicherheit in Deutschland aus dem Jahr 2023, durchgeführt von der Unfallforschung der Versicherer, liefert weitere Einblicke in die Frage der Rücksichtnahme im Ver- kehr . Es wurden 2 .002 Personen ab 18 Jahren befragt . Die Ergeb- nisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der Selbst- und der Fremdwahrnehmung, unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel . Es zeigt sich, dass viele Befragte davon ausgehen, dass andere Ver- kehrsteilnehmer*innen z . B . die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einhalten oder sich nicht an die Verkehrsregeln halten, wohingegen sie sich selbst nicht so einschätzen . Über 90 % der befragten Auto- fahrer*innen gaben an, beim Überholen von Radfahrer*innen beson- ders viel Rücksicht zu nehmen . Gleichzeitig stimmten ebenfalls über 90 % der Aussage zu, dass bei anderen Autofahrer*innen beobachtet wird, dass Radfahrer*innen zu dicht überholt werden . Zusätzlich stimmt ein Großteil der Befragten weiteren Maßnahmen zur Verbes- serung der Verkehrssicherheit zu, wie z . B . die Einführung von Tempo 30 in Städten und die Einführung einer Null-Promille Grenze für alle Autofahrer*innen . Grundsätzlich wird deutlich, dass aggressives und fremdgefährdendes Verhalten seit 2016 erkennbar zugenommen hat . Dementsprechend fordert der Verband, dass es einerseits mehr poli- zeiliche Kontrollen und andererseits Kampagnen für ein rücksichts- volles Miteinander im Straßenverkehr geben soll .97 Zusammenfassung Das Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ wurde mit sechs Zielindikatoren unterlegt . Wie sich der Status quo darstellt, zeigt die folgende Tabelle zusammenfassend: 97 UDV (2023): Verkehrssicherheit in Deutschland 2023 https:/ /www.udv.de/ resource/blob/155372/7d52f20ecf2600d0520d979764aac515/ppt-vk23-data. pdf 81 Zielindikator Status quo-Wert Jahr Verkehrstote und Schwerverletzte 668 Schwerverletzte, 13 Verkehrstote 2022 Anzahl der Unfallhäufungsstellen, die mehr als einmal in den letzten 5 Jahren gemeldet wurden 29 2019–2023 Wahrgenommene Sicherheit (Skala von 1–5) 3,31 im Fahrzeug 3,12 an den Haltestellen Sicherheit im öffentlichen Raum wird zukünftig erhoben 2022 Anteil der Kinder, die zu Fuß / mit dem Fahrrad zur Schule kommen 69 % 2022 Wahrgenommene Sauberkeit (Skala von 1–5) 3,23 im Fahrzeug 2022 Wahrgenommene Rücksichtnahme Wird zukünftig erhoben – Anhand des leichten Rückgangs des Anteils der Schwerverletzten lässt sich erkennen, dass sich die Verkehrssicherheit in den letzten Jahren verbessert hat . Es ist positiv hervorzuheben, dass in Köln be- reits der Großteil der Kinder mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommt . Diese Grundlage kann genutzt werden, um den Anteil weiter zu erhöhen . Die Sauberkeit im ÖPNV ist als unzureichend zu bewerten und hat sich seit 2018 verschlechtert . Ebenso fühlen sich viele Personen an Haltestellen des ÖPNVs und im Fahrzeug nicht sicher . Die Unfallsta- tistik zeigt, dass die Stadt Köln hinsichtlich der Erhöhung der Sicher- heit für den Rad- und Fußverkehr Maßnahmen ergreifen muss, da vor allem der Modal Split-Anteil im Radverkehr seit den letzten Jahren gestiegen ist . Die Innenstadt stellt den Unfallort mit den meisten Un- fällen dar . Dies liegt an dem erhöhten Verkehrsaufkommen aller Ver- kehrsmittel und den damit einhergehenden vielfältigen Nutzungs- ansprüchen . Auch im Gesamtbild zeigt sich, dass die Stadt noch weit entfernt von einer „Vision Zero“ ist . Grundsätzlich lässt sich bezüglich der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr für Köln keine verlässliche Aussage treffen . Durch die durchgeführten Studien lassen sich aber Hinweise darauf finden, dass das Verkehrs- klima in Städten als negativ wahrgenommen wird . 82 Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Verkehrstote und Schwerverletzte › Rückgang der Verkehrstoten und Schwerverletzen › Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzen sind noch von der Vision Zero entfernt Anzahl der Unfall- häufungsstellen › Hohe Anzahl von Unfallhäufungsstellen › Unfallhäufungsstellen besonders an Orten mit vielen Nutzungsansprüchen und wenig Platz Wahrgenommene Sicherheit › Neue Radverkehrsanlagen sorgen für mehr Sicherheit bei Radfahrenden › Wohlfühlen durch Verfüg- barkeit von W-Lan in SPNV- Zügen sowie das sehr freundliche KVB-Personal › Parks und Grünflächen steigern Wohlbefinden › Kund*innen sind mit der Sicherheit abends an Haltestellen und in KVB- Fahrzeugen eher unzufrieden › Geringes Sicherheitsempfinden durch Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen auf Geh- und Radwegen › Mangel an freigehaltenen Parkmöglichkeiten für Handwerker*innen und Lieferant*innen führt zu Versperrung der Sichtachsen an Fuß- und Radwege Anteil Kinder, die mit dem Fahrrad/zu Fuß zur Schule kommen › Über zwei Drittel der Kinder kommen regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule Wahrgenommene Sauberkeit › Keine Verbesserung im ÖPNV erkennbar › Mangelnde Sauberkeit an Bahnhöfen und Haltestellen Wahrgenommene Rücksichtnahme › Zunahme von aggressivem und fremdgefährdendem Verhalten › Geringes Sicherheitsempfinden bei Radfahrer*innen durch rücksichtlose Kfz-Fahrer*innen, „Dooring“ , kreuzende Straßenbahnschienen, schlechte Beleuchtung (Straßen- und Fahrradbeleuchtung) 83 Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Verkehrstote und Schwerverletzte › Rückgang der Verkehrstoten und Schwerverletzen › Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzen sind noch von der Vision Zero entfernt Anzahl der Unfall- häufungsstellen › Hohe Anzahl von Unfallhäufungsstellen › Unfallhäufungsstellen besonders an Orten mit vielen Nutzungsansprüchen und wenig Platz Wahrgenommene Sicherheit › Neue Radverkehrsanlagen sorgen für mehr Sicherheit bei Radfahrenden › Wohlfühlen durch Verfüg- barkeit von W-Lan in SPNV- Zügen sowie das sehr freundliche KVB-Personal › Parks und Grünflächen steigern Wohlbefinden › Kund*innen sind mit der Sicherheit abends an Haltestellen und in KVB- Fahrzeugen eher unzufrieden › Geringes Sicherheitsempfinden durch Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen auf Geh- und Radwegen › Mangel an freigehaltenen Parkmöglichkeiten für Handwerker*innen und Lieferant*innen führt zu Versperrung der Sichtachsen an Fuß- und Radwege Anteil Kinder, die mit dem Fahrrad/zu Fuß zur Schule kommen › Über zwei Drittel der Kinder kommen regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule Wahrgenommene Sauberkeit › Keine Verbesserung im ÖPNV erkennbar › Mangelnde Sauberkeit an Bahnhöfen und Haltestellen Wahrgenommene Rücksichtnahme › Zunahme von aggressivem und fremdgefährdendem Verhalten › Geringes Sicherheitsempfinden bei Radfahrer*innen durch rücksichtlose Kfz-Fahrer*innen, „Dooring“ , kreuzende Straßenbahnschienen, schlechte Beleuchtung (Straßen- und Fahrradbeleuchtung) 84 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ 85 86 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Die zukünftige Mobilität in Köln soll zu einem gesünderen Stadtle- ben beitragen und Klimaneutralität sowie die Anpassung an Klima- folgen fördern . Eine solche Mobilität setzt auf nachhaltige Verkehrs- mittel und aktive Mobilität (Rad- und Fußverkehr) . Das Zielbild wird durch die folgenden sechs Zielindikatoren gemessen: 1. Schadstoffbelastung: Wenn Menschen eine schadstoffbelas- tete Luft einatmen, hat dies auf Dauer negative gesundheitliche Auswirkungen . Um für ein gesünderes Stadtleben zu sorgen, ist daher die Schadstoffbelastung möglichst geringzuhalten . Die Schadstoffbelastung wird regelmäßig an Messpunkten erhoben und ist auch aufgrund der Vorgaben der EU als Zielindikator ge- setzt . 2. Lärmbelastung: Ebenso wie eine niedrige Schadstoffbelastung wirkt sich auch eine möglichst geringe Lärmbelastung positiv auf die Gesundheit aus, daher sind Lärmberechnungen und die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte wichtig für die Er- füllung des Zielbildes . 3. Treibhausgasemissionen: Das zentrale Ziel der Klimaneutralität wird an den Treibhausgasemissionen gemessen, daher ist dieser Zielindikator ein unerlässlicher Bestandteil eines nachhaltigen Mobilitätsplans . 4. Modal Split: Der Modal Split zeigt auf, welche Verkehrsmittel wie häufig genutzt werden . Daher wird mit dessen Messung sichtbar, inwiefern eine Verlagerung vom MIV auf umweltfreundlichere Verkehrsträger vorangeht und damit ein wichtiger Schritt zur Klimaneutralität getan wird . 5. Anzahl der Pkw pro 1.000 Einwohner*innen: Mit der Reduzie- rung der Pkw-Dichte wird zu einer Neuverteilung der Flächen im öffentlichen Raum beigetragen . Es werden weniger Parkplätze benötigt, die zu Gunsten der Aufenthaltsqualität oder für um- weltfreundliche Verkehrsmittel umgestaltet werden können . 6. Anteil Pkw mit alternativen Antriebsformen: Nicht nur die Redu- zierung der Pkw allein zahlt auf die Klimaneutralität ein, sondern auch der Umstieg auf alternative Antriebsformen . Der vermehrte Umstieg der letzten Jahre auf Elektromobilität wird mit diesem Zielindikator sichtbar gemacht . 87 Die Zielindikatoren zu diesem Zielbild stellen zentrale und gängi- ge Zielindikatoren für nachhaltige Mobilitätspläne dar . Sie werden schon lange und regelmäßig erhoben . Sie werden auch in anderen Richtlinien, Strategien und Plänen verwendet, beispielsweise in der Luftreinhalteplanung, der Lärmaktionsplanung und im Strategiepa- pier „Köln Klimaneutral 2035“ . Die drei Zielindikatoren Luftschadstof- fe, Lärmbelastung und Treibhausgase sind auch laut der aktuellen Fassung der TEN-T Verordnung zur Erstellung von Sustainable Urban Mobility Plans (SUMP) obligatorisch .98 Hilfreich im Hinblick auf das Zielbild wären zukünftig weitere Ziel- indikatoren, die explizit Bezug auf die Anpassung an Klimafolgen nehmen . Naheliegend sind hier z . B . Daten zur Entsiegelung von Straßenraum, standortspezifische Temperaturmessungen und die Ermittlung von Orten, die von Starkwetterereignissen betroffen sein könnten . Schadstoffbelastung Der Zielindikator „Schadstoffbelastung“ weist auf die Qualität der Luft hin, die im Verkehr durch den Ausstoß von gesundheitsschäd- lichem Stickstoffdioxid (NO₂) und Feinstaub (PM₁₀) beeinflusst wird . Die Reduktion der Schadstoffemissionen im Verkehr wird durch eine Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) ge- genüber dem MIV erreicht . Aber auch alternative Antriebe wie Elek- tromobilität können die Schadstoffbelastung teilweise reduzieren . Eine Schadstoffbelastung, die unter den von der EU vorgegebenen Grenzwerten liegt, ist sowohl für die Gesundheit der Kölner*innen als auch für die Umwelt von Bedeutung .99 98 EU Mobility Observatory (2019): Guidelines for developing and implementing a Sustainable Urban Mobility Plan (2nd Edition) 99 Umweltbundesamt (2023): Luftschadstoff-Emissionen in Deutschland 88 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Abbildung 24: Stickstoffdioxid-Messstationen, 2022 (oben), Mittelwerte der verkehrlichen Stickstoffdioxid-Messstationen zwischen 2015 und 2022 (unten) 0 10 20 30 40 50 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Mittelwert der Messstationen Grenzwert Stickstoffdioxid g/m/three.numerator 31 g/m/three.numerator Quelle: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (2022); Eigene Darstellung 89 Für die Untersuchung der Schadstoffbelastung wurden Stickstoff- dioxid (NO₂) und Feinstaub (PM₁₀) als relevante Schadstoffe heran- gezogen, da europaweit Grenzwerte für diese Luftschadstoffe ein- gehalten werden müssen . Die Grenzwerte für Luftschadstoffe sind in der Luftqualitätsrichtlinie (2008/50/EG) verankert und wurden mit der 39 . Bundesimmissionsschutzverordnung in deutsches Recht überführt . Die Anpassung der Grenzwerte wurde durch die EU 2023 neu festgelegt . Die Umsetzung ins europäische Recht ist aber noch nicht erfolgt . Ab 2030 könnten dann folgende Grenzwerte maß- gebend werden: Jahresmittelwert NO₂ 20 μg/m³, Jahresmittelwert PM₁₀ 20 μg/m³ .100 In Köln wird die Stickstoffdioxid-Belastung an 18 verschiedenen Messstationen und die PM₁₀-Belastung an vier Sta- tionen überwacht . Im Jahr 2022 lag der Mittelwert der Stickstoffdioxid (NO₂)-Belas- tung, gebildet aus Daten aller verkehrsnahen Messstationen, bei 31 μg/m³, während der Mittelwert der PM₁₀-Belastung bei 16 μg/m³ lag .101 Bei der Berechnung des Mittelwertes der Stickstoffdioxid-Be- lastung wurden die Hintergrundmessstellen Chorweiler und Roden- kirchen – auf Grund der zu weiten Entfernung zum Straßennetz – exkludiert . Beide Schadstoffe überschreiten in Köln keinen der in der EU-Richtlinie 2008/50/EG aktuell vorgegebenen Grenzwerte von 40 μg/m3 Stickstoffdioxid bzw . 40 μg/m3 PM₁₀ . Unterschiede in der Stickstoffdioxid-Belastung innerhalb der Stadt sind jedoch vorhanden . Während an zwei Stationen im Jahr 2022 Werte von 35 μg/m3 NO₂ gemessen wurden – an der Justinianstraße und am Clevischen Ring – liegt bei sechs verkehrsnahen Messstatio- nen die Stickstoffdioxid-Belastung unter 30 μg/m3 .102 Im Jahr 2015 wurden an den verkehrsnahen Messstationen im Durchschnitt noch 48 μg/m3 Stickstoffdioxid gemessen, das sind 50 % mehr als im Jahr 2022 . Laut der dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans der Stadt Köln sind seit 2015 kontinuierlich Rückgänge in den Jah- resmittelwerten zu verzeichnen . Aufgrund der Überschreitung der Grenzwerte an zwei Messtellen 2019 wurde der Luftreinhalteplan fortgeschrieben . Es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich bei 100 European Commission (2022): DIRECTIVE OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL on ambient air quality and cleaner air for Europe, https:/ / eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=COM%3A2022%3A542%3AFIN 101 Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (2022): Jahres- kenngrößen und Jahresberichte, https:/ /www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissio- nen/berichte-und-trends/jahreskenngroessen-und-jahresberichte 102 Ibid . 90 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ den deutlichen Rückgängen zwischen 2020 und 2022 unter ande- rem um Sondereffekte aufgrund der COVID-19-Pandemie handelt .103 Auch bei der PM₁₀-Belastung konnten Rückgänge festgestellt werden . Diese sind jedoch deutlich geringer als bei den Stickstoff- dioxiden . Anzumerken sind hierbei aber auch die schon deutlich geringeren Ausgangswerte im Jahr 2015 . Diese lagen an den Mess- stationen bei 23 bzw . 20 μg/m3 PM₁₀, weit unter dem EU-Grenzwert von 40 μg/m3 PM₁₀ . 2022 lag der Durchschnittswert der PM₁₀-Werte bereits bei 16 μg/m3 PM₁₀, dieser überschreitet damit nicht das Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, welche flächendeckend den Grenzwert von 20 μg/m3 PM₁₀ bis 2030 festgelegt hat .104 Lärmbelastung Der Zielindikator Lärmbelastung reflektiert die unmittelbaren Aus- wirkungen des Verkehrs auf die Lebensqualität der Bevölkerung . Ein geringer Lärmpegel trägt zur individuellen Gesundheit und zum psy- chischen Wohlbefinden bei . Bei der Analyse der Lärmbelastung wer- den modellierte Werte betrachtet, die mittels eines Schallausbrei- tungsmodells berechnet werden . Im Jahr 2022 hat die EU erstmals ein einheitliches Berechnungsverfahren festgelegt, um sicherzustel- len, dass die Ergebnisse zwischen den Städten der Mitgliedsstaaten vergleichbar sind . 103 Stadt Köln (2021): Luftreinhalteplan für das Stadtgebiet Köln – Dritte Fort- schreibung 2021 104 Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (2021), https:/ /www.destatis.de/DE/ Themen/Gesellschaft-Umwelt/Nachhaltigkeitsindikatoren/Deutsche-Nachhaltig- keit/_inhalt.html 91 Abbildung 25: Lärmbelastung ab 55 dB(A) im Straßenverkehr in Köln, 2022 Quelle: Stadt Köln; Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz Lärmbelastung 55–65 dB(A) > 65 dB(A) 92 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Die in Abbildung 25 dargestellten Flächen mit einer Straßenver- kehrslärmbelastung von über 55 dB(A) umfassen 62,0 % des Stadt- gebiets . Laut der Lärmkartierung aus dem Jahr 2019 sind im Kölner Stadtgebiet ungefähr 544 .200 Kölner*innen dauerhaft einer zu hohen Lärmbelastung durch den Straßenverkehr ausgesetzt, was 49,7 % der Gesamtbevölkerung entspricht .105 Weiterhin zeigt das Ergebnis der dritten Fortschreibung des Lärmaktionsplans, dass der Straßenverkehr im Vergleich zum Schienen- und Flugverkehr den Hauptverursacher der Lärmimmissionen darstellt .106 Da sich das Berechnungsverfahren der Lärmkartierung zwischen 2017 und 2022 verändert hat,107 sind die Ergebnisse der vergan- genen Lärmkartierung nicht mit den aktuellen Werten vergleichbar . Daher können keine Schlussfolgerungen zur Entwicklung der Lärm- belastung in Köln seit 2017 gezogen werden . Aktuell wird der Lärm- aktionsplan in der vierten Fassung fortgeschrieben . Im Jahr 2023 wurde dazu eine Beteiligung der breiten Öffentlichkeit durchgeführt . Das Ziel bestand darin, lärmbelastete sowie ruhige Orte in Köln iden- tifizieren zu können . Bis Juli 2024 soll das Verfahren abgeschlossen sein . 105 Stadt Köln (2024): Bericht über die Lärmkartierung für die Stadt https:/ / www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf57/L%C3%A4rm/bericht_ zur_l%C3%A4rmkartierungsrunde_4.pdf 106 LK Argus GmbH (2019): Fortschreibung des Lärmaktionsplanes für die Stadt Köln 107 U . a . werden die Emissionen im Straßenverkehr detaillierter modelliert, die Schallausbreitung komplexer modelliert und die Belastetenzahlen anders ermittelt 93 Treibhausgasemissionen Der Zielindikator für Treibhausgasemissionen bezieht sich auf die Menge an CO₂-Äquivalenten, die im Verkehrssektor in einem Jahr in Köln ausgestoßen werden . Die THG-Bilanz wurde gemäß dem BISKO-Standard (Bilanzierungs-Systematik Kommunal) berechnet . Dabei wurden ausschließlich die tatsächlich im Stadtgebiet Köln anfallenden Emissionen bilanziert . Eine konsequente Reduktion von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor ist für die Eindämmung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung . Abbildung 26: THG-Emissionen pro Einwohner*in in Köln nach Sektor, 2008–2019 2,4 2,4 2,3 2,3 2,3 3,4 3,3 3,6 4,0 3,6 3,9 4,1 3,8 3,3 2,8 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 T onnen CO₂-Äquivalente pro Einwohner*in 0,1 2008 0,1 2010 0,1 2013 0,1 2015 0,1 2019 9,8 9,9 9,8 9,7 8,7 Private Haushalte / GHD Industrie Städtische Gebäude Verkehr Quelle: Strategie Klimaneutrales Köln; Eigene Darstellung Rund 25 % der Treibhausgasemissionen (THG) sind 2019 in der Stadt durch den Verkehr verursacht worden . Dies entspricht 2,3 Ton- nen CO₂-Äquivalente pro Einwohner*in im Sektor Verkehr . Abbildung 26 zeigt, dass sich die Emissionen des Verkehrssektors seit 2008 nur minimal verändert haben (-0,1 Tonne CO₂ pro Einwohner*in) . Laut der THG-Bilanz von 2019 war der MIV mit etwa 58 % der Hauptemit- tent, gefolgt vom Straßengüterverkehr mit etwa 26 % .108 Rund 94 % der THG-Emissionen des Verkehrs wurden durch den Verbrauch von 108 Ifeu (2021): Fortschreibung der Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2019 94 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Kraftstoffen verursacht, der Anteil des elektrischen Stroms lag bei rund 6 % .109 Abbildung 27: Aufteilung der THG-Emissionen im Verkehrssektor in Köln, 2019 58 % 6 % 26 % 6 % 4 % 2,53 Mio t CO₂-Äquivalente gesamt MIV ÖPNV Straßen- güterverkehr Übriger Güterverkehr Flugverkehr Quelle: Strategie Köln Klimaneutral 2023; Eigene Darstellung Im Juni 2021 wurde im Stadtrat beschlossen, dass die Stadt Köln bis 2035 klimaneutral werden soll .110 Gemessen an diesem Ziel sind die aktuellen Emissionen im Verkehrssektor, wie auch in anderen Sekto- ren, deutlich zu hoch . Vor allem in den Bereichen des MIV und Güter- verkehrs müssen die Emissionen drastisch reduziert werden, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen . Modal Split Der Modal Split gibt Aufschluss über die Verkehrsmittelwahl der Kölner*innen und bietet damit eine Orientierung für eine nachhaltige Verkehrsplanung . Mit diesem Zielindikator können die Anteile der verschiedenen Fortbewegungsmittel wie MIV, Fahrrad, ÖPNV und das Zufußgehen an allen Wegen der Kölner Bevölkerung quantifiziert werden . Im Jahr 2022 hat die Stadt Köln eine repräsentative Mobili- tätserhebung in der Kölner Bevölkerung durchgeführt, in der Mobili- tätsdaten von mehr als 11 .000 Personen aus über 6 .000 Haushalten 109 Ibid . 110 Stadt Köln (2021): AN/1377/2021 95 eingeflossen sind .111 Diese Ergebnisse lassen sich mit vergangenen Ergebnissen der Mobilität in Deutschland“ (MiD 2017) vergleichen . Abbildung 28: Modal Split nach Anteil der Wege an Normalwerktagen (Di–Do), 2017 und 2022 33 % 21 % 17 % 21 % 4 % zu Fuß Fahrrad 4 % E - Bike ÖPNV 2022 28 % 18 % 19 % 28 % 7 % zu Fuß Fahrrad ÖPNV MIV- Fahrer*in MIV- Fahrer*in MIV- Mitfahrer*in MIV- Mitfahrer*in 2017 Quellen: MiD 2017, Mobilitätsbericht Köln 2022; Eigene Darstellung Aus Abbildung 28 lässt sich die Entwicklung des Modal Split in Köln zwischen 2017 und 2022 ablesen . Deutlich wird vor allem, dass sich der Trend Richtung Umweltverbund bei der Verkehrsmittelwahl nicht nur verstetigt hat . Die Entwicklung hat sich gegenüber dem Zeit- raum 2006-2017 sogar noch einmal beschleunigt . Während im Jahr 2017 noch etwas mehr als ein Drittel aller Wege der Kölner*innen mit dem MIV zurückgelegt wurden, waren es im Jahr 2022 nur noch ein Viertel . Der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege ist dagegen erneut deutlich angestiegen: Er liegt nun ebenfalls bei 25 % und damit genauso hoch wie der MIV-Anteil . 4 % aller Wege werden dabei inzwischen mit E-Bikes und Pedelecs zurückgelegt . Obwohl der Gesamtanteil des Umweltverbunds von 65 % auf 75 % gestiegen ist, ist der Anteil des ÖPNV von 19 % auf 17 % gesunken . Der Rück- gang im ÖPNV lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass zum 111 Die Ergebnisse der Mobilitätserhebung beruhen auf Angaben der wohnbe- rechtigten Bevölkerung (ab 6 Jahren) im Stadtgebiet Köln, wurden soziodemo- graphisch gewichtet und beschränken sich auf die Mobilität der Kölner*innen an mittleren Normalwerktagen . Das Mobilitätsverhalten von Einpendler*innen wird nicht berücksichtigt . 96 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Zeitpunkt der Erhebung noch Einschränkungen durch die COVID- 19-Pandemie (inklusive einer Maskenpflicht) herrschten und somit mutmaßlich Teile der Bevölkerung Fahrten im ÖPNV gemieden haben . Abbildung 29: Modal Split nach Anteil der Wege je Stadtbezirk, 2022 7 % 13 % 26 % 20 % 15 % 19 % 32 % 31 % 21 % 21 % 19 % 13 % 13 % 14 % 17 % 16 % 13 % 24 % 21 % 28 % 24 % 30 % 37 % 28 % 16 % 17 % 17 % 22 % 38 % 32 % 33 % 32 % 31 % 29 % 34 % 34 % 32 % 2 % Innen- stadt 5 % Roden- kirchen 4 % Linden- thal 2 % Ehrenfeld 5 % Nippes Chorweiler 5 % Porz 4 % Kalk 4 % Mülheim zu Fuß Fahrrad ÖPNV MIV-Fahrer*in MIV-Mitfahrer*in Quelle: Stadt Köln; Mobilitätserhebung 2022; Eigene Darstellung Auf Stadtbezirksebene lassen sich Unterschiede beim Modal Split feststellen . Die Innenstadt und Ehrenfeld haben mit 15 % und 17 % die niedrigsten Anteile an Wegen mit dem MIV, während Chorwei- ler und Porz mit 39 % und 36 % den höchsten Anteil an MIV-Wegen aufweisen .112 In diesen Bezirken ist auch die Pkw-Dichte höher als in anderen Stadtteilen (vgl . Zielindikator „Anzahl der Pkw pro 1 .000 Einwohner*innen“) . Ehrenfeld ist der Stadtbezirk mit dem höchsten Anteil an Wegen, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (37 %) . Die Stadtbezirke Kalk (24 %) und Mülheim (21 %) stechen wiederum mit einer überdurchschnittlichen ÖPNV-Nutzung ihrer Bewohnen- den heraus . Im Vergleich zu anderen deutschen Metropolen ist der Anteil des Umweltverbunds am Modal Split in Köln ausgesprochen hoch . Dies war schon 2017 der Fall: In anderen Metropolen lag der durch- schnittliche Anteil des MIV zu diesem Zeitpunkt bei 38 % und der 112 Stadt Köln – Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung (2022): Mobilitätser- hebung 97 Anteil des Fahrrads bei 15 % .113 In Köln lagen die Werte zu dieser Zeit bei einen Anteil von 35 % im MIV und bereits bei einem Anteil von 18 % mit dem Fahrrad .114 Nur der Anteil des ÖPNV lag in Köln im deutschlandweiten Vergleich unter dem Durchschnitt von 20 % .115 Diese Entwicklung setzte sich auch 2022 in Köln fort . Während der MIV-Anteil um 10 Prozentpunkte gesunken ist, ist der Anteil der Fahrradfahrten um 7 Prozentpunkte gestiegen . Der Anteil der ÖPNV- Fahrten ist um 2 Prozentpunkte gesunken . Ähnliche Trends – mit Ausnahme des ÖPNV – lassen sich auch in Hamburg feststellen . Dort konnte der Fahrradverkehr von 2017 zu 2022 7 Prozentpunkte gewinnen, während der MIV-Anteil von 36 % auf 32 % zurückging . Der ÖPNV konnte von 22 % auf 25 % wachsen .116 Vergleiche mit wei- teren deutschen Metropolen sind aufgrund fehlender aktueller Daten derzeit nicht möglich . Im Strategiepapier „Köln Mobil 2025“ wurde 2017 das Ziel formuliert, den Anteil des Umweltverbunds auf mindestens zwei Drittel des Modal Split zu erhöhen .117 Die Ergebnisse der aktuellen Mobilitätser- hebung zeigen, dass dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen werden konnte . Anzahl zugelassener Pkw Der Zielindikator stellt die Anzahl der zugelassenen Pkw pro 1 .000 Einwohner*innen (EW) dar . Im Durchschnitt wird ein Pkw mehr als 23 h pro Tag nicht bewegt .118 Wenn Fahrzeuge dementsprechend überwiegend im öffentlichen Raum stehen, nehmen sie wertvollen Platz weg und verhindern eine effiziente Flächennutzung . Im Ver- gleich dazu sind geteilte Pkws deutlich effizienter in ihrer Nutzung . Darüber hinaus führt eine hohe Pkw-Dichte zur Verkehrsüberlastung und Umweltbelastungen . 113 BMDV (2017): Mobilität in Deutschland, https:/ /bmdv.bund.de/SharedDocs/ DE/Anlage/G/mid-ergebnisbericht.pdf?__blob=publicationFile 114 lbid . 115 lbid . 116 Stadt Hamburg – Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (2022): Mo- bilität in Hamburg 2022, https:/ /www.hamburg.de/contentblob/17104910/ b5850309daa6ef650c3fd509d46d6ccf/data/mobilitaetszahlen-hamburg-2022. pdf 117 Stadt Köln – Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung (2014): Köln Mobil 2025 118 Messner, D .; Schubert, T . (2021): Mobilität der Zukunft 98 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Abbildung 30: Pkw-Dichte je Stadtteil und Raumtyp, 2022 Durchschnittliche Anzahl an PKW pro 1.000 Einwohner*innen 230–320 320–380 380–450 450–500 500–770 Abbildung 30 zeigt die Anzahl der Pkw pro 1 .000 EW in Köln nach Stadtteilen (links) und Raumtypen (rechts) . Im Jahr 2022 gab es in Köln 371 Pkw pro 1.000 EW .119 Die Pkw-Dichte variiert je nach Stadtteil sehr deutlich . Die Spanne reicht von 236 bis 768 Pkw pro 1 .000 EW . Die niedrigsten Werte finden sich in zentralen Stadtteilen 119 Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (2022): Statistisches Jahrbuch 2022 Verkehr 99 Durchschnittliche Anzahl an PKW pro 1.000 Einwohner*innen 276 330 444 Quelle: Stadt Köln – Bürgerdienste; Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informations- system); Eigene Darstellung wie Deutz, Kalk, Buchforst, Mülheim, Altstadt/Nord und Altstadt/Süd sowie Ehrenfeld . Mit zunehmender Entfernung zur Innenstadt nimmt die Pkw-Dichte in der inneren Stadt zu und erreicht die höchsten Werte in den äußeren Stadtteilen wie in Lövenich, Rondorf, Libur und Rath/Heumar . Dieser Trend korreliert mit der Angebotsdichte des ÖPNV . Je geringer die Angebotsdichte im ÖPNV ist, desto höher die Pkw-Dichte (vgl . Zielindikator „Erschließungsqualität ÖPNV“) . 100 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Obwohl die Pkw-Dichte 2022 im Vergleich zum Vorjahr erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen ist, hat sie in den letzten 12 Jahren insgesamt zugenommen . Von 2010 bis 2022 ist die Pkw-Dichte pro 1 .000 EW um 4,4 % gestiegen . Das heißt, es sind heute insgesamt 19 Pkw/1 .000 EW mehr in Köln gemeldet als noch vor 12 Jahren .120 Lediglich in fünf Stadtteilen (Altstadt/Süd, Sülz, Klettenberg, West- hoven und Gremberghoven) ist die Pkw-Dichte in diesem Zeitraum zurückgegangen . Da der Lebenszyklus eines Pkw vergleichswei- se lang ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Pkw-Dichte ein „nachlaufender“ Indikator ist, d . h . dass sich die Mobilitätswende erst mit einer deutlichen zeitlichen Verzögerung in einer sinkenden Pkw- Dichte niederschlägt . Hier wird die Entwicklung der nächsten Jahre Aufschluss geben . Im Vergleich zu anderen Großstädten liegt Köln mit 371 Pkw pro 1 .000 EW im Mittelfeld: Die geringsten Pkw-Dichte pro 1 .000 EW verzeichnen Berlin (319) und Heidelberg (319), während Dort- mund (458), Hannover (456) und Essen (439) am oberen Ende der Skala liegen . Im Bundesdurchschnitt beträgt die Pkw-Dichte 583 Pkw/1 .000 EW .121 120 Ibid . 121 Statistisches Bundesamt (2023): Pkw-Dichte im Jahr 2022 erneut auf Re- kordhoch, https:/ /www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/09/ PD23_N048_46.html 101 Nachhaltigkeit der Pkw Dieser Zielindikator misst den Anteil der in Köln zugelassenen Pkw, die entweder Elektroautos oder Hybridautos (mit und ohne Plug-In) sind . Die sogenannte Antriebswende bildet – neben der Verkehrs- vermeidung und der Verkehrsverlagerung auf den Umweltverbund – die dritte wichtige Säule für eine klimafreundlichere Mobilität . Von entscheidender Bedeutung ist hierbei die Elektromobilität, die nicht nur zur Klimaneutralität beiträgt, sondern auch zur Verbesserung der Luftqualität und der Lärmreduktion führt .122 Im Jahr 2022 verfügten insgesamt 10,5 % der zugelassenen Pkw über alternative Antriebe . 2 % entfallen auf den reinen Elektroan- trieb, 3 % auf Plug-in-Hybride und 5,5 % auf Hybride ohne Plug-in . Abbildung 31 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen . In Godorf ist der Anteil der Pkw mit alternativen Antriebsformen mit 20 % am höchsten, in Buchforst und Vingst mit 3 % am geringsten . Dabei ist zu beachten, dass die Unterschiede stark von der Anschaf- fung von Firmenwagen mit alternativen Antrieben beeinflusst sind . In Godorf zum Beispiel haben lediglich 6 % der Privat-Pkw alternative Antriebe, was vergleichbar mit anderen innerstädtischen Stadtteilen wie der Altstadt-Nord (7,2 %) und Neustadt-Nord (6,6 %) ist . Insgesamt ist zwischen den Raumtypen ein Unterschied erkennbar, insbesondere zwischen der Innenstadt und dem übrigen Stadtge- biet . Abbildung 31 zeigt, dass in der Innenstadt 12 % der Pkw Elektro- oder Hybridfahrzeuge sind, während es in den Inneren und Äußeren Teilen der Stadt durchschnittlich nur 7 % sind . Im Landes- und Bundesvergleich liegt der Anteil der Elektroautos in Köln knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,1 %) . In NRW sind insgesamt 1,3 % des Pkw-Bestands rein batterieelektrisch an- getrieben . Andere Städte in NRW haben einen ähnlichen Anteil an Elektroautos wie Köln, zum Beispiel Münster, Bielefeld und Pader- born . 122 BMUV (2021): Luftschadstoffe und Lärm: Mehr Elektroautos – mehr Lebens- qualität?, https:/ /www.bmuv.de/themen/verkehr/elektromobilitaet/luft-und-la- erm 102 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Abbildung 31: Anteil Pkw mit alternativen Antriebsformen je Stadtteil und Raumtyp Anteil PKW mit alternativen Antriebsformen (in %) 3–6 6–10 10–13 13–16 16–20 103 Anteil PKW mit alternativen Antriebsformen (in %) 7 12 Quelle: Stadt Köln – Bürgerdienste; Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informations- system); Eigene Darstellung 104 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Trotz des relativ niedrigen Anteils am Pkw-Bestand nimmt dieser Anteil in den letzten Jahren kontinuierlich und stark zu . Im Jahr 2022 besaßen 54 % der neu zugelassenen privaten Pkw alternative An- triebsformen, wobei 16 % auf reine Elektroautos entfallen . Dieser Wert liegt leicht über dem bundesweiten Durchschnitt von 13 % . Dass sich immer mehr Menschen einen Pkw mit alternativen An- triebsformen anschaffen, liegt auch an der sukzessiven Erweiterung der Ladesäuleninfrastruktur . Seit 2018 sind die Stadtwerke Köln damit beauftragt, flächendeckend E-Ladesäulen zu installieren . Von den geplanten 700 E-Ladesäulen mit 1 .400 Ladepunkten ist der Bau von 400 Ladepunkten abgeschlossen . Die zweite Ausbaupha- se mit weiteren 1 .000 Ladepunkten ist gestartet . Insgesamt gibt es in Köln aktuell 577 E-Ladesäulen mit insgesamt 1 .112 Ladepunkten im öffentlichen Raum und auf privaten (z . B . Supermarktparkplätze) Grundstücken . 123 Seit dem 01 .02 .2024 ist zudem der Markt für La- desäulen im öffentlichen Raum der Stadt Köln für alle interessierten Anbieter geöffnet, so dass in den kommenden Jahren noch einmal mit einem deutlich beschleunigten Ausbau verfügbarer Ladekapazi- täten zu rechnen ist . 123 Stadt Köln (2023): Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, https:/ /www.stadt- koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/26348/index.html 105 Zusammenfassung Das Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für Umwelt und Klima“ wurde mit fünf Zielindikatoren quantifiziert . Wie sich der Sta- tus quo darstellt, zeigt die folgende Tabelle zusammenfassend: Zielindikator Status quo-Wert Jahr Luftschadstoffe (NO₂, PM₁₀) 31 μg/m3 NO₂ 16 μg/m3 PM₁₀ 2022 Lärmbelastung (Anteil der Einwohner*innen betroffen von Lärmbelastung >65 db(A)) 20,7 % 2022 Treibhausgase (CO₂e) 2,5 Mio . T CO₂-Äquivalente 2019 Modal Split Umweltverbund: 75 % MIV: 25 % 2022 Anzahl und Nachhaltigkeit von Pkws Anzahl Pkw: 371 Pkw / 1 .000 Einwohner*innen Anteil Pkw mit alternativen Antriebsformen: 10,5 % 2022 Es zeigen sich eine Verbesserung der Luftqualität, ein Rückgang des individuellen Pkw-Verkehrs der Kölner*innen und eine Zunahme von aktiver Mobilität . Diese Entwicklungen sind jedoch – wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß – auch im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zu sehen, können aber dennoch als positive Entwicklung gewertet werden . Die Pkw-Besitzquote ist zwar im Jahr 2022 leicht zurückgegangen, jedoch war ein kontinuierlicher Anstieg in den Jahren zuvor festzu- stellen . Gleichzeitig gibt es weiterhin Herausforderungen im Bereich der Lärmbelastung und einen Rückgang in der Nutzung des öffentli- chen Nahverkehrs . Letzterer sowie der weiterhin geringe Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben kann ein Grund dafür sein, dass die Emissionen im Verkehrssektor in den letzten zehn Jahren nicht nachhaltig gesenkt werden konnten . Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Klimaneutralität als zentralem Ziel der Stadt Köln besteht hier großer Handlungsbedarf . 106 Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Luftschadstoffe (NO₂, PM₁₀) › Einhaltung der EU- Grenzwerte › Konstante Verringerung der Werte seit den letzten Jahren Lärmbelastung › 1/5 der Kölner*innen sind gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt Treibhausgase (CO₂e) › Konstanter Wert im Verkehr von 2,3 Tonnen CO₂ Modal Split › Anteil der zurückgelegten Wege mit dem Pkw um 10 % gesunken › Zunahme des Rad- verkehrsanteils um 7 % › Umbaumaßnahmen haben dazu geführt, dass das Radfahren in Köln als attraktiver wahrgenommen wird › Wege am Rhein und in Parkanlagen fördern den Fußverkehr › Nutzung ÖPNV um 2 % zurückgegangen › Hindernisse, Treppen, Brücken erschweren das zu Fuß gehen Anzahl und Nachhaltig- keit von Pkws › In der Innenstadt unter- durchschnittliche Anzahl von privaten Pkw › Pkw-Besitz ist in den letzten Jahren gestiegen › Anteil an Pkw mit alternativen Antriebsformen ist gering › Ladestationen sind in den Außen- bezirken kaum vorhanden 107 Chancen Mängel Analyse Beteiligung Analyse Beteiligung Luftschadstoffe (NO₂, PM₁₀) › Einhaltung der EU- Grenzwerte › Konstante Verringerung der Werte seit den letzten Jahren Lärmbelastung › 1/5 der Kölner*innen sind gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt Treibhausgase (CO₂e) › Konstanter Wert im Verkehr von 2,3 Tonnen CO₂ Modal Split › Anteil der zurückgelegten Wege mit dem Pkw um 10 % gesunken › Zunahme des Rad- verkehrsanteils um 7 % › Umbaumaßnahmen haben dazu geführt, dass das Radfahren in Köln als attraktiver wahrgenommen wird › Wege am Rhein und in Parkanlagen fördern den Fußverkehr › Nutzung ÖPNV um 2 % zurückgegangen › Hindernisse, Treppen, Brücken erschweren das zu Fuß gehen Anzahl und Nachhaltig- keit von Pkws › In der Innenstadt unter- durchschnittliche Anzahl von privaten Pkw › Pkw-Besitz ist in den letzten Jahren gestiegen › Anteil an Pkw mit alternativen Antriebsformen ist gering › Ladestationen sind in den Außen- bezirken kaum vorhanden 108 Fazit 109 Mit der vorliegenden Analyse wurden die 24 Zielindikatoren entlang der fünf Zielbilder des Leitbildes vorgestellt und Kölns Status quo, Chancen und Mängel erarbeitet . Es zeigt sich ein differenziertes Bild: Kölns konzentrische Stadtstruktur ermöglicht ein gutes Angebot an nachhaltigen Mobilitätsangeboten in der Innenstadt und entlang der wichtigen Radialen . In den Randgebieten und den Räumen zwischen den Radialen wird das Angebot dünner . Viele bundesweite Trends zeigen sich auch in Köln, beispielsweise der steigende Anteil an Radfahrer*innen, die Abnahme der Pünktlichkeit im ÖPNV oder die weiterhin hohen Emissionen im Verkehrssektor insgesamt . Im Folgenden werden die wichtigsten Schlussfolgerungen für jedes der fünf Zielbilder zusammengefasst . Die Analyse des ersten Zielbildes „Ich komme gut durch Stadt und Umland“ hat gezeigt, dass besonders im Innenstadtbereich bereits ein gut ausgebautes System nachhaltiger Mobilität besteht . Auch in der Schwachverkehrszeit erschließt der öffentliche Verkehr die In- nenstadt im 10-Minuten-Takt . Die Reisezeiten von der Äußeren Stadt in die Innenstadt mit dem ÖPNV sind im Verhältnis zum MIV relativ schnell und konkurrenzfähig . Auch die Fortschritte beim Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur sind erkennbar und werden positiv wahr- genommen . Um eine flächendeckend attraktive und nachhaltige Mobilität zu gewährleisten, bedarf es eines weiteren konsequenten Ausbaus des Angebots und der Infrastrukturen über die Innenstadt hinaus . Im öffentlichen Verkehrsbereich erfordert dies einerseits eine engere Taktung und neue Angebote in den Randgebieten sowie eine Verbesserung der Zuverlässigkeit durch erhöhte Pünktlichkeit und weniger Ausfälle . Im Bereich des Radverkehrs sind Lücken im Radnetzwerk zu schließen und die Qualität der Radinfrastruktur zu erhöhen . Für den MIV ist Köln gut erschlossen und der Ausbau von Sharing-Angeboten entscheidend . Insbesondere eine deutliche Verdichtung von Car-Sharing in der Innenstadt sowie ein flächende- ckendes Angebot in der Außenstadt sind erforderlich, um die Anzahl der Privatfahrzeuge zu reduzieren . Die Mobilitätsverflechtungen mit dem Umland konnten in der Analyse nicht umfassend betrachtet werden, da differenzierte und regelmäßig erhobene Datenquellen noch nicht verfügbar sind . Es wird daher empfohlen, das Monitoring der Zielindikatoren um einen Indikator für regionale Mobilitätsströme zu erweitern, sobald neue Daten verfügbar sind . 110 Fazit Dass vieles direkt im Veedel erledigt wird, konnte vor allem für die Innenstadt beobachtet werden; hier liegt die knappe Mehrheit der Wege unter 2 km . Dies deutet auf Stadtviertel mit einem hohen An- teil an aktiver Mobilität (zu Fuß gehen und Radfahren) hin . Der Anteil kurzer Wege ist im Stadtbezirk Chorweiler am geringsten . Ansonsten ähneln sich die Verhältnisse im gesamten Stadtgebiet . Im Rahmen der Beteiligung wurde die generelle Zugänglichkeit von Zielen in Köln zu Fuß und mit dem Fahrrad positiv hervorgehoben . Es besteht der Wunsch nach einer verbesserten Qualität der Gehwege, zusätz- lichen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und einer gesteigerten Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum . Die Bewertung letzterer konnte bisher nicht durchgeführt werden, jedoch ist eine Erhebung für die Zukunft geplant . In Bezug auf die gesellschaftliche T eilhabe zeigen sich sowohl Chancen als auch Defizite . Die 15 Sozialraumgebiete in Köln weisen keine systematischen Nachteile in Bezug auf die Anbindung mit öf- fentlichen Verkehrsmitteln auf, wobei einige Gebiete im Rechtsrhei- nischen sogar überdurchschnittlich gut versorgt sind . Ausnahmen gibt es in einigen Sozialräumen in der Äußeren Stadt, wo die ÖPNV- Infrastruktur insgesamt weniger entwickelt ist . Die Barrierefreiheit im ÖPNV ist noch nicht vollständig gewährleistet; ca . drei Viertel der Stadtbahn- und etwa die Hälfte der SPNV-Haltestellen sind barrie- refrei zugänglich . Selbst in der Innenstadt erschweren Hindernisse auf den Gehwegen laut den Beteiligten die Mobilität von Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit . Der Ticketpreis des ÖPNV ist für Menschen mit niedrigem Einkommen und Köln-Pass nur bedingt er- schwinglich . Wie wohl sich die Menschen bei ihren Wegen durch die Stadt füh- len, wurde indirekt über die zentralen Zielindikatoren zu den The- men Sicherheit, Sauberkeit und Rücksichtnahme sowie dem Anteil an Schulkindern, die zu Fuß / mit dem Fahrrad zur Schule kommen, untersucht . Besonders deutlich sind die Defizite im Bereich der Ver- kehrssicherheit . Viele Städte und Regionen haben bereits Konzepte für eine Vision Zero entwickelt, die das Ziel verfolgen, null Verkehrs- tote und Schwerverletzte in den Unfallstatistiken zu erreichen . Im Jahr 2022 verunglückten in Köln noch 13 Menschen tödlich, davon waren sechs zu Fuß unterwegs und fünf mit dem Rad . Zudem wur- den 668 Personen schwer verletzt . Diese Zahlen bewegen sich seit 2018 auf einem ähnlich hohen Niveau . Unfallhäufungsstellen treten besonders dort auf, wo verschiedene Nutzungsansprüche auf be- 111 grenztem Raum aufeinandertreffen . Um das persönliche Sicher- heitsempfinden im Straßenverkehr zu stärken, ist es daher vorrangig notwendig, die Sicherheit zu verbessern und auf eine Vision Zero hinzuarbeiten . Dass die Emissionen im Verkehrssektor seit zehn Jahren nicht nen- nenswert gesenkt werden konnten, ist eine der wichtigsten Fest- stellungen zum Zielbild „Ich bewege mich aktiv und tue etwas für die Umwelt“ . Dies unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich . Die Zielindikatoren zeigen einige Gründe dafür auf: Die Pkw-Dichte hat in den letzten zehn Jahren stark zugenom- men und ist seit 2010 um 13,6 % gestiegen . Der Anteil an Pkw mit alternativen Antrieben ist mit 10,6 % weiterhin gering . Eine positive Entwicklung zeigt sich bei der Stickstoffdioxidbelastung, die im Jahr 2022 ihren bisherigen Tiefpunkt erreichte . Obwohl der Anteil des Umweltverbunds seit 2017 gestiegen ist (von 65 % auf 75 %), geht dieser Anstieg hauptsächlich auf die Zunahme des Fahrrad- und Fußverkehrs zurück, während der Anteil des öffentlichen Nahver- kehrs von 19 % auf 17 % gesunken ist . Diese Entwicklungen müssen jedoch auch im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie inter- pretiert werden . Da der öffentliche Nahverkehr insbesondere auf längeren Strecken den MIV ersetzen sollte, spielt er eine besondere Rolle bei der Emissionsreduzierung . Die Ergebnisse der Chancen- und Mängelanalyse verdeutlichen die zentralen Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht . Im Rahmen des fortlaufenden Prozesses zur Entwicklung des nachhaltigen Mo- bilitätsplans werden die Stellschrauben identifiziert und abgestimmt, die dazu beitragen sollen, die Werte der Zielindikatoren positiv zu beeinflussen . Es ist außerdem erforderlich, konkrete Zielwerte für jeden Zielindikator festzulegen, um gezielt auf die Zielerreichung hinzuarbeiten . Besondere Bedeutung kommt aufgrund des Ratsbe- schlusses zur Klimaneutralität bis 2035 Maßnahmen zu, die darauf abzielen, die Emissionen im Verkehrssektor zu reduzieren . Die Ana- lysen der Handlungsfelder Fußverkehr, Radverkehr, MIV, ÖPNV sowie inter- und multimodale Mobilität identifizieren wesentliche Defizite und Möglichkeiten . Im weiteren Verlauf des Projekts werden auch die Handlungsfelder Wirtschafts- und Lieferverkehr sowie Raumpla- nung genauer untersucht . 112 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Arbeitspakete der 1 . Stufe zur Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Abbildung 2: Übersicht der Zielindikatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Abbildung 3: Beteiligungsformate zum nachhaltigen Mobilitätsplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Abbildung 4: Drei Raumtypen aus dem Köln-Katalog . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Abbildung 5: Reisezeitvergleich ÖPNV / MIV zwischen den Kölner Stadtbezirken . . . . . . . . 21 Abbildung 6: Bezirksrelationen mit den drei besten und drei schlechtesten Reisezeitverhältnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Abbildung 7: Reisezeitvergleich ÖPNV / MIV zwischen den ver schiedenen Raumtypen aus dem Köln-Katalog (links) SAQ-Grenzen Reisezeitverhältnis (rechts) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Abbildung 8: Darstellung des Anteils erschlossener Einwohnenden in Köln je Dichtekategorie, HVZ und SVZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Abbildung 9: Karten-Darstellung des Anteils an der Kölner Bevölkerung, die Zugang zu einem 15-Minuten-Takt in der SVZ hat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Abbildung 10: Pünktlichkeit von 2020 bis 2022 mit Stadtbahn, Bus und SPNV . . . . . . . . . . . . . . 28 Abbildung 11: MIV-Fahrleistung nach LOS1 (frei) / LOS2 (stockend) / LOS3 (gestaut)-Anteil [%] im Kölner MRV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Abbildung 12: Sharing-Mitgliedschaften je Haushalt differenziert nach Stadtbezirken, 2022 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Abbildung 13: Gelbes und grünes Radverkehrsnetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 Abbildung 14: Anteil der kurzen Wege (unter 2 km) an allen Wegen außer denjenigen mit Wegezweck Arbeit (in %) in den Kölner Bezirken . . . . . . . . . . . . . . 45 Abbildung 15: Großstadtvergleich der Zufriedenheit mit öffentlichen Flächen und mit dem Zustand von Straßen und Gebäuden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Abbildung 16: Anteil der barrierefreien Stadtbahn-Haltestellen in Köln (mit Einschränkungen: enthält auch Haltestellen mit nur einer barrierefreien Line) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Abbildung 17: Barrierefreie SPNV-Haltestellen in Köln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 Abbildung 18: Anteil der erschlossenen Einwohner*innen nach Mindesttaktdichten in Sozialräumen und Vergleich mit dem Wert für Gesamt-Köln je Takt, HVZ und SVZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Abbildung 19: Karten-Darstellung der Sozialräume und des Anteils ihrer Einwohnenden, die Zugang zu einem 15-Minuten-Takt in der SVZ haben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 Abbildung 20: Schwerverletzte im Kölner Straßenverkehr, 2018–2022 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 Abbildung 21: Bewertung der Sicherheit im ÖPNV abends . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 Abbildung 22: Modal Split von 7 bis 10-jährigen Kindern auf dem Schulweg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Abbildung 23: Bewertung der Sauberkeit in den Fahrzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Abbildung 24: Stickstoffdioxid-Messstationen, 2022 (oben), Mittelwerte der verkehrlichen Stickstoffdioxid-Messstationen zwischen 2015 und 2022 (unten) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 Abbildung 25: Lärmbelastung ab 55 dB(A) im Straßenverkehr in Köln, 2022 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 113 Abbildung 26: THG-Emissionen pro Einwohner*in in Köln nach Sektor, 2008–2019 . . . . . 93 Abbildung 27: Aufteilung der THG-Emissionen im Verkehrssektor in Köln, 2019 . . . . . . . . . . . . 94 Abbildung 28: Modal Split nach Anteil der Wege an Normalwerktagen (Di–Do), 2017 und 2022 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Abbildung 29: Modal Split nach Anteil der Wege je Stadtbezirk, 2022 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 Abbildung 30: Pkw-Dichte je Stadtteil und Raumtyp, 2022 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 Abbildung 31: Anteil Pkw mit alternativen Antriebsformen je Stadtteil und Raumtyp . . . . 102 T abellenverzeichnis Tabelle 1: Pünktlichkeitsquoten der ÖPNV-Angebote der größten deutschen Städte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Tabelle 2: Anzahl Unfallhäufungsstellen, die mehr als einmal zwischen 2019–2023 gemeldet wurden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Die Oberbürgermeisterin Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Visualisierungen Jan Buckard/tippingpoints GmbH, Bonn Satz rheinsatz, Köln Druck Xxx 13/68/Xxx/05 .2024
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2281/2024
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 24.07.2024
- Erstellt
- 23.07.2024 09:12