V/0371/2008/1
Handlungskonzept, demografischer Wandel in Münster:
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NIEDERSCHRIFT_HEARING
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Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 1 Anlage Niederschrift des Auftakt-Hearings zum Handlungskonzept „Demografischer Wandel in Münster“ am 30.10.2008 von 18:00 bis 22:00 Uhr im Rathausfestsaal Anlage: Pressespiegel Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 2 Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 3 Begrüßung und Einführung Herr Oberbürgermeister Dr. Tillmann eröffnete die Veranstaltung und gab seiner Freude Ausdruck, dass das zunächst eher abstrakt kl ingende Thema Demografie auf eine so breite Resonanz in der Öffentlichkeit gestoßen ist. „Unter den Augen der Öffentlichkeit, aber dennoch w eitgehend von ihr unbemerkt“ habe sich der demografische Wandel in der Vergangen heit entwickelt. Auch die Stadt Münster werde diese Entwicklung zunehmend zu spüren bekommen; nicht mit der Wucht wie manche ostdeutsche Kommune und au ch nicht heute oder mor- gen. Noch sei die Stadt in einer guten Ausgangslage und dies verdanke sie insbesonde- re der Attraktivität als Hochschul- und Bildungssta ndort. Hier gelte es im „Schulter- schluss“ zwischen Hochschulen und Kommune in den ko mmenden Jahren weitere Schritte zu gehen. Ziel aller Bemühungen müsse es s ein, sich den Studierenden als attraktive Hochschulstadt mit hoher Lebensqualität zu präsentieren. Wer kommen möchte, solle auch die Möglichkeiten daz u erhalten und nach dem Examen möglichst auch am örtlichen Arbeitsmarkt ein en entsprechenden Arbeits- platz finden. Münster darf kein „Durchlauferhitzer“ sein, den die gut ausgebildeten Studierenden anschließend wieder verlassen müssen. Dies gelte ebenso für Men- schen mit Migrationsvorgeschichte. Das Leitbild ‚Mi gration und Integration’ der Stadt Münster bietet hier eine gute Basis. Herr Dr. Tillmann wies darüber hinaus auf die nachh altigen demografischen Verän- derungen in der Bevölkerungsstruktur hin und fasste sie mit den Worten „weniger, älter, bunter“ zusammen. Doch was bedeute dieses konkret? Auf der sogenannten ‚Problemseite’ gäbe es Input-Ou tput-Verwerfungen bei den großen sozialen Sicherungssystemen (z. B. in der Al ters- oder Krankenversiche- rung). Auch die perspektivischen Fragen zur Arbeits kräfteentwicklung würden eine zentrale Rolle spielen oder die Aspekte der Pflege hochbetagter Personen. Und auch die Interessenslage alter versus junger Mensch en oder die Tatsache, dass immer weniger Erwachsene Eltern werden, seien nicht zu vernachlässigen. Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 4 Demgegenüber ständen auf der sogenannten ‚Reaktionsseite’ die zahlreichen Re- formanstrengungen im Bereich der großen sozialen Si cherungssysteme, die Neu- bestimmungen im Verhältnis zwischen privaten Dispos itionen und öffentlichen Un- terstützungsleistungen und auch der Fakt, dass Fami lienpolitik Hochkonjunktur ha- be. So könne im Fazit festgehalten werden, dass die Rea ktionsmuster wichtig sind, je- doch für eine Umkehrung des Mega-Trends nicht ausre ichen werden. Und der ‚physische Tummelplatz’ der demografischen Fragen seien die Kommunen. Demo- grafie sei eine kommunalpolitische Frage städtische r Außenpolitik, sie müsse mit breitem politischen Konsens getragen und als Langfristaufgabe gesehen werden. Dr. Tillmann führte weiter aus, dass die frühzeitig e generelle Einstellung auf diese Langfristaufgabe wichtig sei, und das zum Beispiel im Bereich der Migration und Integration, in stadtentwicklungspolitischen Positi onierungen, in der Profilbildung der Kommune und auch in Wettbewerbs-Positionierunge n. Jede Kommune habe dabei ihre ihr eigene ‚demografische Perspektive’. Das kommunalpolitische Reaktionsmuster der Stadt Mü nster im Bereich der De- mografie sei gut aufgebaut. Schon seit einigen Jahren würden auf der Basis des im Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprozess (ISM) formulierten Ziele und Profilierungskomponenten Problemlösungen erarbe itet, die einen klaren de- mografischen Faktor beinhalten. Und es seien insbes ondere die Demografieberich- te der letzten Jahre und damit die datengestütze Po sitionierung Münsters im Hin- blick auf die demografische Option der Stadt, die d as zentrale Fundament für die demografische Biografie und Standortbestimmung der Stadt bilden. Mit dem vorge- legten Handlungskonzept zum demografischen Wandel u nd dem Demografie- Leitbild sei nun der Schritt von der Problembeschre ibung zum Reaktionsmuster er- folgt. Weiter führte er aus, dass es äußerst wichtig sei, die Rahmenbedingungen zu be- achten. Der Wettbewerb der Städte werde in den näch sten Jahren Gewinner und Verlierer produzieren. Und es sei ganz entscheidend , sich diesem Wettbewerb zu stellen und mit den vorhandenen oder auch aktivierb aren Talenten zu werben. Hierbei gebe es endogene Kräfte, zum Beispiel in de n Bereichen Familienpolitik, Wohnungsbau, Kinderbetreuung etc. Oder exogene Kräf te, wie die Steigerung der Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 5 Attraktivität durch den Ausbau der Lebensqualität, der Optimierung der Arbeitsbe- dingungen, der Wohnqualitäten und damit die offensi ve Forcierung von Zuzügen. Denn schließlich seien es die Wanderungen, die die demografische Entwicklung einer Stadt bedingen. Zu den Poistivfaktoren und da mit auf die Habenseite der Stadt Münster gehören auch die vielen best ausgebil deten jungen Menschen, ein Potenzial, das es zu halten gilt. Im folgenden zitierte Herr Dr. Tillmann aus dem Ha ndelsblatt vom 30.10.2008, wo Münster im interregionalen Vergleich als eine gute und entwicklungsstarke Region eingestuft ist. Er beendete seine Begrüßung mit dem Hinweis darauf, dass das Handlungskonzept demografischer Wandel in Münster e ine gute Grundlage für die weitere Arbeit darstellt und dass es gilt, die Attr aktivität der Stadt Münster für die unterschiedlichen Zielgruppen im engen Schulterschl uss mit der Stadtregion und dem gesamten Münsterland zu halten und auszubauen. Er warnte ausdrücklich vor einer „gegenseitigen Kannibalisierung im Wettbewerb um Einwohner“. Herr Prof. Dr. Reuber (WWU Münster) übernahm sodann die Moderation der V er- anstaltung und wies auf seine bereits in den vergan genen Jahren mehrfach vorge- nommene fachliche Betreuung der Stadt Münster beim demografischen Wandel hin. Er übergab das Wort an Herrn Schowe , Leiter des Amtes für Stadtentwick- lung, Stadtplanung, Verkehrsplanung. Der demografische Wandel in Münster – Chance und Herausforderung! Im Mittelpunkt des Vortrags von Herrn Schowe stande n die demografische Stand- ortbestimmung der Stadt Münster sowie die Herleitun g des demografischen Leitbil- des „Münster im demografischen Gleichgewicht, attra ktiv – generationengerecht - partnerschaftlich“ aus dem Münster-Profil und den s tadtstrategischen Zielen. An- hand von tlw. animierten Charts wurden die Bevölker ungsentwicklung bis 2015 und die damit einhergehenden Veränderungen der Altersst ruktur veranschaulicht. Er betonte, dass das Handlungskonzept als Diskussionsg rundlage zu verstehen sei und zu einem gemeinsamen Handeln führen solle. Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 6 Es gehe zunehmend darum, den Blick vorrangig auf ein „qualitatives Wachstum“ zu richten. Insbesondere den Quartiers- und Stadtteilp erspektiven werde bei der Ges- taltung des demografischen Wandels besondere Aufmer ksamkeit zukommen müs- sen. Aber auch dem „Schulterschluss“ mit dem Umland komm e besondere Bedeutung zu, um einen ruinösen Wettbewerb zu vermeiden. Die bisherige stadtregionale Zu- sammenarbeit biete eine gute Grundlage für die interkommunale Abstimmung. Herr Schowe wies auf die erforderliche Mithilfe von Verbänden, Institutionen und Privaten bei der Bewältigung der Aufgabe hin. Beisp iel: Bei ca. 89 % privaten Wohneigentums in Münster sei es Aufgabe der Eigentü mer, diese Bestände vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft den sich wandelnden Bedürf- nissen dauerhaft anzupassen. Abschließend warb Herr Schowe für eine Fortsetzung des Diskussionsprozesses und erläuterte den weiteren politischen Beratungsga ng des Handlungskonzeptes sowie der damit verbundenen Aufträge an die Verwaltung. Herr Prof. Dr. Reuber bedankte sich bei Herrn Schow e und eröffnete dann die Ex- pertenrunde mit Herrn Bode (Fachkommission Stadtentwicklungsplanung des DST) und Herrn Prof. Dr. Hentze (FH Münster, Fachbereich Wirtschaft). Blick von Außen: Was sagen die Experten? Herr Bode erläuterte den bundesweiten Trend, dass d ie Städte in den kommenden Jahrzehnten von wenigen Ausnahmen abgesehen schrump fen werden. Der demo- grafische Wandel werde Auswirkungen auf alle wesent lichen Lebensbereiche ha- ben. Münster sei mit der Aufstellung eines demografische n Leitbildes auf dem richtigen Weg. Es schaffe eine Erkennbarkeit und diene der Authentizität der Stadt auf ihrem Weg in die Zukunft. Der methodische Ansatz sowie de r Steuerungszyklus des Pro- zesses seien richtig und notwendig. In diesem Zusam menhang verwies Herr Bode auf die Leipzig Charta, die die Städte u. a. auffor dert, sich verstärkt dem demogra- fischen Wandel zuzuwenden. Herr Bode plädierte für eine integrierte Stadtentwick- Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 7 lungsplanung als Schlüsselstrategie und sah als zen trale kommunale Aufgaben die Erarbeitung und Aufbereitung der wesentlichen Informationsgrundlagen, die Formu- lierung von Leitzielen mit einem klaren Stadtprofil , die Erarbeitung von Leitbildern und Leitprojekten und die Aktivierung der örtlichen Gemeinschaft und ihre Einbe- ziehung als aktiver Partner im Prozess. Eine zentra le Aufgabe komme aber auch der Evaluation der demografieaffinen Projekte zu un d der Beobachtung der weite- ren demografischen Entwicklung. Ein zentrales Planu ngsinstrument seien in die- sem Kontext die kleinräumigen Bevölkerungsprognosen in ihrer Funktion als Früh- warnsystem. Herr Prof. Dr. Hentze wählte als Ausgangspunkt die Auseinandersetzung de r Un- ternehmen mit dem demografischen Wandel. Ziel seien insbesondere demografie- stabile Unternehmen und altersgemischte Belegschaft en. Nur so könne Innovati- onsfähigkeit erhalten bleiben. Die gleichen Ziele v erfolge auch das „Handlungskon- zept demografischer Wandel in Münster“. Münster verfüge über leistungsfähige Hochschulen in Forschung und Lehre und sei zudem ein attraktiver Wirtschaftsstandort (Platz 2 unter Deutschlands Großstäd- ten). Damit sei die Stadt gut aufgestellt, doch wer sich auf seinen Lorbeeren ausru- he, werde morgen von anderen überholt! Herr Prof. D r. Hentze erläuterte anhand einzelner Beispiele weitere Gestaltungsmöglichkeite n etwa im Hochschulbereich (Duale Studiengänge, Verbundstudiengänge, Kooperative Studiengänge etc). Konzentration auf die wesentlichen Ziele und bündel n aller Kräfte sei seine Bot- schaft! Blick aus der Region: Was sagen die regionalen Partner? Herr Prof. Dr. Reuber stellte die Bezüge der region alen Partnern her und bat zu- nächst Herrn Krebs (Geschäftsführer der EUREGIO) um ein Meinungsbild. Herr Krebs wies auf die Chancen hin beim Wissensaus tausch über die Grenzen hinweg. Hier habe Münster zusammen mit den Partnern in der EUREGIO einen Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 8 vorbildhaften Weg beschritten. ‚Von einander Lernen’ laute das Motto und nannte in diesem Zusammenhang einzelne INTERREG-Projekte, so die Veranstaltungsreihe „Der demografische Wandel in der EUREGIO“ sowie den zunehmenden Erfah- rungsaustausch zwischen den Hochschulen. Herr Tilkorn (Bezirksplaner, Bezirksregierung Münster) wies auf die große Bedeu- tung des Regionalplans für die Integration aller Fa chplanungen im Regierungsbe- zirk hin. Dabei standen Struktur und Entwicklung de r Bevölkerung stets im Fokus der Planungsüberlegungen. Mit dem Regionalplan werd en unterschiedliche Nut- zungsinteressen im Raum koordiniert. Gleichwohl sah Herr Tillkorn die Notwendig- keit einer stärkeren interkommunalen Zusammenarbeit . Er plädierte in diesem Zu- sammenhang u. a. für die Erarbeitung eines regionalen Einzelhandels-Konzeptes. Beispielhaft für das Handlungsfeld „Wohnen“ regte e r im Zusammenspiel des O- berzentrums Münster mit den Umlandgemeinden den Auf bau einer regionalen Wohnungs-Tauschbörse an. Herr Meendermann (Bürgermeister Telgte) wies auf die gute Zusammenarbeit zwi- schen Telgte und der Stadt Münster hin. „Das Umland lebt nicht ohne Münster und Münster nicht ohne das Umland“. Nun gelte es, das H andlungskonzept mit Leben zu füllen! Dazu wolle Telgte seinen Beitrag leisten . Zu klären ist: was macht ihr, was machen wir?. Als gute Beispiele der Zusammenarbeit nannte Herr M eendermann die stadtregio- nale Einzelhandels-Datenbank und die stadtregionale Bürgerumfrage aus dem Jah- re 2006 als wichtige Informationsgrundlagen. Für die Zukunft sieht Herr Meendermann u. a. Handlu ngsbedarfe in den Bereichen Wohnen, Pendler, medizinische Versorgung. Blick nach Innen: Was sagen die lokalen Partner? Zu diesem Themenblock bat Herr Prof. Dr. Reuber Fra u Austermann (Vorsitzende des Jugendrates) und Herrn Diekel (Vorsitzender der Seniorenvertretung) auf das Podium. Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 9 Herr Diekel stellte das Szenario des sich entleerenden Aussens tadtteils an den Anfang seiner Überlegungen. „Erst geht die Postfili ale, dann folgen weitere Dienstleister und …“und die alten Menschen können s ich nicht mehr selbst versor- gen, auch wenn sie es gern möchten. 90 % aller Senioren leben nach Aussage von Herrn Diekel in der eigenen Wohnung, die Seniorenve rtretung helfe diesen Men- schen durch den Aufbau sozialer Netzwerke. Die Seni orenvertretung sei bereit, mit ihrem Wissen und ihren Kontakten an der großen Aufg abe des demografischen Wandels mitzuwirken. In diesem Zusammenhang verwies Herr Diekel auf die erfolgreiche Veranstaltung im Rathaus zum altengerechten Wohnen in Münster aus dem Jahre 2007 hin. Erst kürzlich habe eine weitere Veranstaltung in Koopera tion mit der Verwaltung zum attraktiven Wohnen ohne Barrieren im Gesundheitshaus stattgefunden. Die Seniorenvertretung besteht seit dem 1.1.2006 un d organisiert sich in 10 unter- schiedlichen Arbeitskreisen. Gemeinsam mit dem Jugendrat der Stadt Münster habe man in einer Zukunfts- werkstatt unter dem Motto „gemeinsam für ein faires Münster“ unterschiedlichste Ansätze entwickelt, etwa vom Erfahrungsaustausch zw ischen SeniorenInnen und SchülernInnen an den weiterführenden Schulen. Anläs slich des Aktionstages „De- mografie“ des WDR wurde der Öffentlichkeit ein Wuns chbaum präsentiert als ge- meinsame Plattform unterschiedlichster Ideen und Wünsche. Frau Austermann hob noch einmal die gute Zusammenarbeit zwischen b eiden Gremien hervor und machte deutlich, welche Potentia le im gegenseitigen Lernen voneinander liegen. Mit Hinweis auf die bestehende Schullandschaft Müns ters hob Frau Austermann die aus Sicht vieler SchülerInnen hohe Qualität der innerstädtischen Angebote her- vor. Gerade in der Vernetzung mit anderen öffentlic hen aber auch privaten Einrich- tungen läge der besondere Reiz und die besondere Attraktivität der Innenstadt. Vie- le ihrer MitschülerInnnen nähmen daher einen weiter en Schulweg auch aus den Aussenstadtteilen gern in Kauf. Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 10 Als nächsten Podiumsgast begrüßte Herr Prof. Dr. Re uber Herrn Marinos (Vorsit- zender des Ausländerbeirates) und wies auf das Leit bild „Integration“ als wichtige Grundlage des Handlungskonzeptes hin. Herr Marinos plädierte für eine rasche Umsetzung des Leitbildes ‚Migration und Integration ’. Er betonte, dass es gelte, den demografischen Wandel zu gestalten. Die Teilhab e von Menschen aus ande- ren Kulturkreisen am gesellschaftlichen Leben biete der Gesellschaft die Chance, weitgehend verloren gegangene Familienstrukturen er neut zu erleben, kulturelle Vielfalt als Reichtum zu begreifen. Die Multination alität der Stadt müsse sich stär- ker im Stadtbild widerspiegeln. Er plädierte für ei ne ganz genaue Betrachtung der demografischen Folgen und forderte eine Analyse in den einzelnen gesellschaftli- chen und fachlichen Sektoren und ein genaues Abstim men konkreter Maßnahmen auf die demografischen Folgen. Es bedürfe einer Akz eptanz gerade auch der eth- nischen Aspekte, wobei es eindeutig um die Gleichst ellung der Menschen und die Inwertsetzung der menschlichen Potenziale über alle Alters- und kulturellen Grup- pen hinweg gehe. Frau Arndts-Haupt (Leiterin des Frauenbüros) stellte die Partizipati on der Frauen, die Chancengleichheit der Frauen im Beruf und die b isherigen Aktivitäten des Frauenbüros zum demografischen Wandel in den Mittel punkt ihrer Überlegungen. Das Projekt „Ich bin so alt wie ich bin“ habe deutlich gezeigt, dass sich die Frauen- gruppen engagiert mit dem Thema des Alterns einer G esellschaft auseinandersetz- ten. Zahlenmäßig bildeten die Frauen über 60 mit 35.800 Personen den deutlich größe- ren Anteil gegenüber den Männern. Insgesamt lebten davon 13.000 Frauen in 1- Personenhaushalten, was zu dem Problem einer zunehm enden Isolation führen könnte. Frau Arndts-Haupt plädierte für die „passen de Damenbekleidung“ beim notwendigen „demografischen Maßanzug“. Herr Willamowski (Leiter des Sozialamtes) nahm Bezug auf die Pflegesituation der älteren Menschen in Münster. Er verwies auf die unt erschiedlichsten Einrichtungen in den Stadtteilen, auf das Mehrgenerationenwohnen und die verschiedenen inno- vativen Wohnprojekte in der Stadt. Nachbarschaftstr effen, Altenhilfezeiten in Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 11 Hiltrup, ein Haus der Begegnung in Gremmendorf und vieles mehr runden das Bild ab. Ziel sei es, das „Älter werden im Stadtteil“ zu erm öglichen. Vorrangig seien Hilfen zum selbständigen Verbleib in der eigenen Wohnung n otwendig. Bei einem not- wendigen Umzug müssten passende Angebote im Stadtte il bereitgestellt werden. Angesichts der unterschiedlichen Strukturen in den Stadtteilen sind passgenaue Planungen notwendig, wobei einer gemeinwesenorienti erten Seniorinnen- /Seniorenarbeit besondere Bedeutung zukommt. Insges amt leben aktuell ca. 5.500 pflegebedürftige Menschen in Münster, die die angebotenen Angebote nutzen. Die- ser Personenkreis werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Blick in die Stadtgesellschaft und Bürgerschaft In der sich anschließenden Diskussion mit dem Plenu m ergaben sich folgende Hinweise und Anregungen: o Stärkere Befähigung der Kinder und Jugendlichen fü r die Belange des Ar- beitsmarktes und der Gesellschaft werden gewünscht. o Nachhilfeunterricht von Senioren bei Jugendlichen in Gremmendorf ist vor- bildlich. o Integration von Migranten sollte als Chance gesehe n werden. o Jugend und Senioren sollen stärker voneinander ler nen; ohne eine Vorstel- lung von der Vergangenheit ist die Gegenwart nicht zu verstehen. o Die ältere Generation möchte barrierefrei wohnen; die Wohnungsbestände sollten seniorengerecht/barrierefrei saniert werden (Hinweis auf die Veran- staltung im Gesundheitshaus zum barrierefreien Wohnen). o Die Zahl der Menschen mit Behinderungen werde stei gen; größere Anstren- gungen bei der Integration seien erforderlich, die auch in einem Handlungs- konzept demografischer Wandel zu formulieren seien. o Die Voraussetzungen für ein lebenslanges und leben sbegleitendes Lernen sollten verbessert werden. o Die Internationalität der Stadt sollte verstärkt i n Wert gesetzt werden. Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 12 o Die Attraktivität der Schulen in der Innenstadt s ollte erhalten bleiben. o Für die Diskussion wäre mehr Zeit wünschenswert ge wesen. Abschließend fasste Herr Stadtdirektor Schultheiß die Kernaussagen der einzel- nen Beiträge, der Statements und der Diskussion noc h einmal zusammen und er- läuterte die wesentlichen Beschlusspunkte der Vorla ge. Er wies in diesem Zusam- menhang auf die geplante Bürgerumfrage 2009 zum The ma Demografie hin, die Prüfung der Notwendigkeit zur Aufstellung eines Mas terplans Generationengerech- te Innenstadt sowie weitere Folgeveranstaltungen zu m Thema Demografie in den folgenden Jahren. Das Auftakt-Hearing sei bewusst a ls einführende Veranstaltung in das Thema konzipiert. Weitere Veranstaltungen so llen folgen, die einerseits de- mografische Schwerpunktfragen und –themen zielgrupp enorientiert aufgreifen wer- den, die aber auch kleinräumig ausgerichtet sein kö nnen. Die Stadtteil- und Quar- tiersorientierung und damit die Betrachtung der dem ografischen Entwicklung vor Ort soll auch dazu beitragen, mit den Bürgerinnen u nd Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen und sie für die demografische Entwicklung zu sensibilisieren. Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Herr Schultheiß für das rege Inte- resse, er dankte den Referenten und insbesondere a uch Herrn Prof. Reuber für die Moderation des Abends und wünschte allen einen guten und sicheren Heim- weg. Münster, den 07.11.2008 Schulze Schwienhorst Das Auftakt-Hearing wurde visuell angereichert durch eine Ausstellung zum Thema ‚der demografische Wandel in Münster’. Diese Ausstellung wird entsprechend der Folgeveranstaltungen inhaltlich weiterentwickelt. S ie ist darüber hinaus so konzi- piert, dass sie auch als Wanderausstellung zu den F olgeveranstaltungen zum Ein- satz kommen soll. Niederschrift zum Hearing „demografischer Wandel in Münster“ vom 30.10.2008 13
Ergänzungsvorlage Beschluss
9492 Zeichen
V/0371/2008/1
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Handlungskonzept 'demografischer Wandel in Münster':
Demografiebericht, Demografieleitbild und Steuerungszyklus demografieorientierte
Stadtentwicklung
Beratungsfolge
18.11.2008 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
18.11.2008 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
Vorberatung
19.11.2008 Werksausschuss Münster Marketing Vorberatung
25.11.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
25.11.2008 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung
25.11.2008 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Vorberatung
26.11.2008 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung
26.11.2008 Kulturausschuss Vorberatung
27.11.2008 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung
02.12.2008 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung
02.12.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
02.12.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung
02.12.2008 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung
03.12.2008 Ausländerbeirat Vorberatung
03.12.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
03.12.2008 Sportausschuss Vorberatung
04.12.2008 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung
04.12.2008 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung
10.12.2008 Hauptausschuss Vorberatung
10.12.2008 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Das Handlungskonzept demografischer Wandel in Münster’ mit dem Demogra-
fiebericht, dem Demografieleitbild und dem Steuerungszyklus einer demogra-
fieorientierten Stadtentwicklung wird zur Kenntnis genommen. (Anlage 1 Kurzfassung,
Anlage 2 Langfassung, Anlage 3 Tabellenteil)
Vorlagen-Nr.:
V/0371/2008/1. Erg.
Auskunft erteilt:
Frau Dr. Kreft-Kettermann
Ruf:
492 61 70
E-Mail:
KreftH@stadt-muenster.de
Datum:
05.11.2008
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0371/2008/1
2. Der Rat stimmt zu, dass das ‚Handlungskonzept demografischer Wandel in Münster’
als ganzheitlicher Orientierungsrahmen eine zentrale Grundlage für die künftige
Stadtentwicklung darstellt und das Prinzip der Generationengerechtigkeit handlungs-
leitend für die zukünftige Arbeit von Rat und Verwaltung wird.
3. Der Rat nimmt die Niederschrift des Auftakthearings zum Handlungskonzept
demografischer Wandel in Münster zur Kenntnis (Anlage 1 der E1) und beauftragt die
Verwaltung,
3.1 nach erfolgter Beschlussfassung das Handlungskonzept und die Dokumentation
des Auftakthearings in geeigneter Form zu veröffentlichen.
3.2 zum Aufbau und zur Fundierung der Planungsgrundlagen die Bürgerumfrage 2009 zum
Thema ‚demografischer Wandel in Münster’ durchzuführen.
3.3 ein Frühwarnsystem zum demografischen Wandel in Münster aufzubauen, um eine
zukunftsfähige Entwicklung der Gesamtstadt, der Stadtteile und der Quartiere
sicherzustellen,
3.4 für die Innenstadt auf der Basis der kleinräumigen Bevölkerungsprognose und der Analyse
von Quartiersprofilen die Notwendigkeit der Erstellung eines Masterplans ‚Generationenge-
rechte Innenstadt’ mit den Schwerpunkten ‚generationengerechtes Wohnen’ und
demografie-orientierte Ausrichtung und Weiterentwicklung der öffentlichen Infrastruktur zu
prüfen,
3.5 eine Orientierungswertberechnung für die Bevölkerungsentwicklung 2025 vorzunehmen
und auf dieser Basis Möglichkeiten zum Einstieg in die Fortschreibung des
Raumfunktionalen Konzeptes unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen
zu prüfen,
3.6 den Kooperations- und Kommunikationsprozess in der Stadtverwaltung, mit der Stadtgesell-
schaft und auf interkommunaler Ebene fortzusetzen, um im kommunalen und regionalen
Miteinander zu einer stabilen und struktursichernden Positionierung zu kommen. Dabei sind
mit den Umlandgemeinden Gespräche zur Initiierung eines ‚demografischen Schulter-
schlusses aufzunehmen.
3.7 regelmäßige Berichte zur demografischen Entwicklung in Münster zu erstellen, um damit
die demografische Standortbestimmung zu aktualisieren und dabei gleichzeitig das Hand-
lungskonzept zu evaluieren und fortzuschreiben. Ein erster Bericht soll im Jahr 2010/2011
vorliegen.
Begründung:
Zu 3. 1: Einführung in das Handlungskonzept durch das Auftakthearing am 30.10.2008
Der demografische Wandel ist ein Phänomen, das langfristig angelegt ist und die Entwicklung der
Stadt Münster in den nächsten Jahren und Jahrzehnten prägen wird. Damit kommt der Behand-
lung dieses Themas und dem vorgelegten Handlungskonzept eine grundlegende und zukunftsori-
entierte Bedeutung zu, die eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten des Demografiebe-
richtes, dem Demografieleitbild, den Handlungsfeldern, den Handlungsempfehlungen und den
Handlungsaufträgen erforderlich macht. Auch gilt es, das Thema breit zu diskutieren und dabei
neben fachlichen Experten die Projektpartner, regional wie lokal, und auch die Stadtgesellschaft
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V/0371/2008/1
und Bürgerschaft auf dem Weg der münsterspez ifischen Gestaltung des demografischen Wandels
mitzunehmen.
Um den bereits in verschiedenen ‚Stadtgesprächen’ und über Bürgerumfragen eingeleiteten Infor-
mations-, Kommunikations- und Beteiligungsprozess fortzusetzen, wurde am 30.10.2008 ein Auf-
takt-Hearing im Rathausfestsaal durchgeführt. Intention der Veranstaltung war das Handlungskon-
zept in seinen zentralen Aussagen vorzustellen und aus methodisch-inhaltlicher wie auch aus der
fachlichen Perspektive zu reflektieren, um dem Publikum die Einordnung des Münsteraner Ansat-
zes vorzustellen. Darüber hinaus war im Anschluss daran auch die Bürgerschaft aufgerufen, die
Inhalte zu diskutieren. Die Veranstaltung, mit ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut be-
sucht, war bewusst als ‚Auftakt-Hearing’ tituliert und angekündigt, da weitere Veranstaltungen in
Planung sind, die einerseits demografische Schwerpunktfragen und –themen zielgruppenorientiert
aufgreifen werden, die aber auch kleinräumig ausgerichtet sein können. Das bedeutet, dass sie
stadtteil- oder auch quartiersorientiert sind und die demografische Entwicklung ganz konkret vor
Ort aufgreifen, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und sie für das de-
mografische Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus sind auch projektorientierte Veranstaltun-
gen geplant, wie zum Beispiel zum Thema ‚Alter schafft Neues’.
In diesem Kontext wird auch die Ausstellung zum demografischen Wandel, die im Foyer des
Stadtweinhauses als Kulisse das Auftakthearing begleitet hat, weiterentwickelt und soll auch paral-
lel zu den weiteren Veranstaltungen als Wanderausstellung zum Einsatz kommen.
Zentrales Anliegen ist im gesamten Verfahren auch die Initiierung von Netzwerken und Kooperati-
onen. Die Stadtverwaltung versteht sich hierbei als Moderator und Koordinator, um auch lokale
Akteure zusammenzubringen, Diskussionsprozesse zu initiieren, zu bündeln und die verschiede-
nen Interessen zusammenzuführen. Es ergeht dabei der Wunsch an alle, sich aktiv, engagiert und
konstruktiv mit der demografischen Entwicklung der Stadt Münster, im Stadtteil und im eigenen
Quartier auseinanderzusetzen und dieses in den unterschiedlichen Rollen, Funktionen und Positi-
onen zu tun, die ein jeder inne hat. Denn dann ist die Stadt Münster gut aufgestellt, sich den de-
mografischen Herausforderungen zu stellen und den demografischen Wandel als Chance für die
Entwicklung der Stadt zu nutzen. Das Hearing am 30.10.2008 bildete dabei den Auftakt.
Die Kernaussagen des Abends sind in der Niederschrift zusammengefasst (siehe Anlage 1 der
E1). Nach erfolgter Beschlussfassung zum Handlungskonzept werden dieses sowie die Dokumen-
tation des Auftakt-Hearings in geeigneter Form veröffentlicht.
Zu 3.2: Durchführung der Bürgerumfrage zum demografischen Wandel in 2009
Aufgrund der veränderten Beratungskette der Vorlage zum Handlungskonzept demografischer
Wandel in Münster wird die Bürgerumfrage zum Schwerpunktthema ‚demografischer Wandel in
Münster’ im Jahr 2009 durchgeführt.
Die Fragenkomplexe werden sich dabei u. a. auf das Älterwerden in Münster, z. B. Perspektiven
im und für das Alter, das Wohnen im Alter im Kontext von sozialen Dienstleistungs- und Pflegebe-
dürfnissen, den Bedarf an altersspezifischer Infrastruktur, auf Familie, Kinder und Beruf sowie die
Gruppe der jungen Menschen im Kontext Bildung und Ausbildung richten. Berücksichtigung finden
wird auch das Thema ‚Integration und Migration’. Ziel soll es sein, vor dem Hintergrund der erwar-
teten soziodemografischen Veränderungen Aussagen zu Lebensentwürfen, zur Familienfreund-
lichkeit, zum Zusammenleben der Generationen und Kulturen sowie zum alters- und haushalts-
spezifischen Infrastruktur- und Wohnungsbedarf zu bekommen. Die Fragen werden mit den betei-
ligten Fachämtern erarbeitet. Die Bürgerumfrage ist für die erste Jahreshälfte 2009 vorgesehen.
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V/0371/2008/1
I.V.
Gez. Gez.
Dr. Berthold Tillmann Hartwig Schultheiß
Oberbürgermeister Stadtdirektor
Anlagen:
Niederschrift des Auftakt Hearings zum Handlungskonzept Demografischer Wandel in
Münster vom 30.10.2008
Hauptvorlage V/0371/2008 mit Anlagen
401509 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Vorlagen-Nr.:
V/0371/2008
Öffentliche Beschlussvorlage Auskunft erteilt:
Frau Dr. Kreft-Kettermann
Ruf:
Betrifft
Handlungskonzept 'demografischer Wandel in Münster':
Demografiebericht, Demografieleitbild und Steuerungszyklus demografieorientierte
Stadtentwicklung
Beratungsfolge
18.06.2008 Rat Einbringung
12.08.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung
13.08.2008 Ausländerbeirat Vorberatung
13.08.2008 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
Vorberatung
14.08.2008 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung
14.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung
14.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung
19.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung
19.08.2008 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Vorberatung
19.08.2008 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung
19.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
19.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung
20.08.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
20.08.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
21.08.2008 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
26.08.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung
02.09.2008 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
03.09.2008 Werksausschuss Münster Marketing Vorberatung
11.09.2008 Sportausschuss Vorberatung
18.09.2008 Kulturausschuss Vorberatung
24.09.2008 Hauptausschuss Vorberatung
24.09.2008 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
Sachentscheidung
1. Das Handlungskonzept demografischer Wandel in Münster’ mit dem Demogra-
fiebericht, dem Demografieleitbild und dem Steuerungszyklus einer demogra-
fieorientierten Stadtentwicklung wird zur Kenntnis genommen. (Anlage 1 Kurzfassung,
492 61 70
E-Mail:
KreftH@stadt-muenster.de
Datum:
21.05.2008
V/0371/2008
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Anlage 2 Langfassung, Anlage 3 Tabellenteil)
2. Der Rat stimmt zu, dass das ‚Handlungskonzept demografischer Wandel in Münster’
als ganzheitlicher Orientierungsrahmen eine zentrale Grundlage für die künftige
Stadtentwicklung darstellt und das Prinzip der Generationengerechtigkeit handlungs-
leitend für die zukünftige Arbeit von Rat und Verwaltung wird.
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung,
3.1 zur Information und Beteiligung der Bürgerschaft im 4. Quartal 2008 eine öffentliche Ver-
anstaltung (Hearing) zum Demografieleitbild durchzuführen und das Handlungskonzept
demografischer Wandel in Münster in geeigneter Form zu veröffentlichen.
3.2 zum Ausbau und zur Fundierung der Planungsgrundlagen die Bürgerumfrage 2008 zum
Thema ‚demografischer Wandel in Münster’ durchzuführen,
3.3 ein Frühwarnsystem zum demografischen Wandel in Münster aufzubauen, um eine
zukunftsfähige Entwicklung der Gesamtstadt, der Stadtteile und der Quartiere
sicherzustellen,
3.4 für die Innenstadt auf der Basis der kleinräumigen Bevölkerungsprognose und der Analyse
von Quartiersprofilen die Notwendigkeit der Erstellung eines Masterplans ‚Generationenge-
rechte Innenstadt’ mit den Schwerpunkten ‚generationengerechtes Wohnen’ und
demografie-orientierte Ausrichtung und Weiterentwicklung der öffentlichen Infrastruktur zu
prüfen,
3.5 eine Orientierungswertberechnung für die Bevölkerungsentwicklung 2025 vorzunehmen
und auf dieser Basis Möglichkeiten zum Einstieg in die Fortschreibung des
Raumfunktionalen Konzeptes unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen
zu prüfen,
3.6 den Kooperations- und Kommunikationsprozess in der Stadtverwaltung, mit der Stadtgesell-
schaft und auf interkommunaler Ebene fortzusetzen, um im kommunalen und regionalen
Miteinander zu einer stabilen und struktursichernden Positionierung zu kommen. Dabei sind
mit den Umlandgemeinden Gespräche zur Initiierung eines ‚demografischen Schulter-
schlusses aufzunehmen.
3.7 regelmäßige Berichte zur demografischen Entwicklung in Münster zu erstellen, um damit
die demografische Standortbestimmung zu aktualisieren und dabei gleichzeitig das Hand-
lungskonzept zu evaluieren und fortzuschreiben. Ein erster Bericht soll im Jahr 2010/2011
vorliegen.
Kosten/Folgekosten
Durch die vorstehenden Beschlusspunkte entstehen unmittelbar keine Kosten und Folgekosten.
Bei Bedarf werden den Ratsgremien entsprechende Beschlussvorschläge in gesonderten Vorla-
gen vorgelegt.
Begründung:
Zu 1: Handlungskonzept ‚demografischer Wandel in Münster’
V/0371/2008
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Der demografische Wandel mit seinen Facetten ‚älter, bunter, weniger’ stellt eine aktuelle, zentrale
und zunehmend wichtiger werdende Herausforderung für die Entwicklung der Stadt Münster dar.
Das Wissen um den demografischen Wandel ist nicht neu. Eine erste Standortbestimmung wurde
mit dem Werkstattbericht 2005 (Vorlage 402/05) gegeben. Dabei hat das Thema in den vergange-
nen zwei Jahren weiter an Konkretisierung, inhaltlicher Aufbereitung und Bedeutung gewonnen, so
dass die Notwendigkeit in einen systematischen und gezielten Umgang mit der Thematik wächst.
So zeigt die aktuelle Bevölkerungsprognose für Münster zwar bis 2015 mit 0,2 % eine nahezu
konstant bleibende Bevölkerungszahl, jedoch wird es in den Altersgruppen deutliche Turbulenzen
geben. Dabei wird die Altersgruppe der unter 3-jährigen zum Beispiel bis 2015 um 10,5 % abneh-
men, wohingegen die der 70-jährigen und älteren um 17,1 % zunehmen wird. Und auch das Phä-
nomen, dass die Mehrheit der Bevölkerung mit 52,8 % weiblich ist, wird sich im Prognosezeitraum
mit einem Anstieg auf 53,2 % weiter verstärken. Unterhalb dieser zentralen gesamtstädtischen
Aussagen wird sich kleinräumig in den einzelnen Stadtteilen die Entwicklung noch deutlich diffe-
renzierter zeigen (siehe hierzu Vorlage 1043/2006, Beiträge zur Statistik 101, die Stadtteilsteck-
briefe 2007). Und auch das Thema Migration ist im Kontext der demografischen Entwicklung von
Bedeutung. In Münster leben ca. 21.000 Menschen mit Migrationsvorgeschichte, hier ist insbeson-
dere kleinräumig die Vermeidung von Segregationserscheinungen in den Stadtteilen und Quartie-
ren eine zentrale Aufgabenstellung in der Aufarbeitung der demografischen Entwicklung.
Grundsätzlich ist es von Vorteil, dass die demografischen Entwicklungen nicht plötzlich auftreten,
sondern vorhersehbar und in ihrer Ausgestaltung und damit auch in ihren Konsequenzen steuerbar
sind. Es besteht die Möglichkeit, rechtzeitig mit den Folgen des demografischen Wandels umzu-
gehen, Klarheit über Entwicklungslinien der Stadt Münster und ihrer Stadtteile zu erhalten und
Handlungsoptionen für die Zukunft zu entwickeln. Dabei kommt es vor allem darauf an, die kom-
munale Strategie auf einen integrierten und langfristigen planerischen Ansatz zu gründen.
Das Integrierte Stadtentwicklungs- und Stadtmarketing-Konzept (ISM) mit dem Münsterprofil ‚Wis-
senschaft und Lebensart’ und die Verständigung über stadtstrategische Ziele im Jahr 2006, hier
speziell das 1. Ziel ‚ Wir werden im Sinne einer generationengerechten und familienfreundlichen
Stadtentwicklung die Infrastruktur Münsters und seiner Stadtteile in besonderer Weise auf die Her-
ausforderungen der demografischen Entwicklung ausrichten und dabei die Gesamtstadt und die
Stadtteile funktionsfähig und lebenswert erhalten’ , liefern hier nicht nur den Handlungsrahmen,
sondern erfordern gleichzeitig eine aktive, präventive und verantwortungsvolle Auseinanderset-
zung mit der demografischen Entwicklung in Münster. Und dieses insbesondere kleinräumig, denn
es sind die Stadtteile und Quartiere, die sich entsprechend ihrer soziodemografischen Struktur in
den nächsten Jahren sehr unterschiedlich entwickeln werden. Neben wachsenden Stadtteilen wird
es stagnierende oder aber auch schrumpfende Bereiche geben. Neben Stadtteilen mit nahezu
ausgeglichener Altersstruktur wird es Stadtteile mit zunehmender älterer Bevölkerung geben; Ent-
wicklungen, die infrastrukturelle, dienstleistungsorientierte und damit raumstrukturelle Konsequen-
zen nach sich ziehen und Handlungsbedarf erfordern.
In dieser Situation gilt es, der Politik eine Steuerungsunterstützung, der Verwaltung eine zentrale
Planungsgrundlage und den Bürgerinnen und Bürgern wie auch der Stadtgesellschaft eine Infor-
mations- und Diskussionsplattform zum demografischen Wandel zu liefern. Insbesondere in Zeiten
enger werdender kommunaler Ressourcen ist eine demografieorientierte Infrastrukturplanung und
Stadtentwicklung zwingend erforderlich und in ihrer Notwendigkeit politisch und bürgerschaftlich zu
diskutieren. Denn letztendlich hilft eine demografiesensible Planung und Projektausrichtung auch
mittel- bis langfristig den kommunalen Haushalt zu entlasten.
Mit dieser Aufgabenstellung ist das vorliegende Handlungskonzept zum demografischen Wandel in
Münster erarbeitet worden. Neben einer demografischen Standortbestimmung auf der Grundlage
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verschiedener Bevölkerungsprognosen zeigt der Bericht erstmals in einer nach Handlungsfeldern
geordneten Zusammenschau Maßnahmen auf, die im Kontext der demografischen Entwicklung
von Bedeutung sind und bereits von den Fachämtern der Stadtverwaltung umgesetzt werden. Al-
lerdings stehen diese Projekte und Maßnahmen bislang noch nebeneinander.
Vor diesem Hintergrund wurde ein Leitbild zur Gestaltung des demografischen Wandels entwi-
ckelt, das den notwendigen strategischen Handlungs- und Entscheidungsrahmen für die Themen-
und Projektschwerpunkte der kommenden Jahre liefern soll. Das ISM-Konzept sowie die stadtstra-
tegischen Ziele setzen dabei zentrale Eckpunkte und sogenannte inhaltliche Anker, die zur Ablei-
tung und Konkretisierung des demografischen Leitbildes führen.
Zeitlich und inhaltlich verzahnt war dabei auch die Erarbeitung des ‚Leitbildes Migration und Integ-
ration Münster’, denn gerade im Kontext des demografischen Wandels gilt es, die hier lebenden
Menschen mit Migrationsvorgeschichte aktiv und produktiv in das gesellschaftliche Leben einzube-
ziehen.
Das auf dieser Basis formulierte Demografie-Leitbild für Münster lautet:
‚Münster im demografischen Gleichgewicht: attraktiv, generationengerecht, partnerschaft-
lich’ .
Eine Zielrichtung, die für eine attraktive Stadt mit hoher Lebensqualität anzustreben ist. Denn hier
wird der Anspruch der gleichgewichtigen und gleichzeitigen Beachtung der unterschiedlichen Al-
ters- und Bevölkerungsgruppen wie auch Lebensphasen formuliert, und das, um beste Vorausset-
zungen für eine ausgewogene Entwicklung der Stadtgesellschaft und Bürgerschaft zu bieten. Auf
der Basis dieses Leitbildes werden dann Handlungsfelder definiert und Handlungsempfehlungen
gegeben, die fachlich die demografische Entwicklung der Stadt Münster im Sinne des Leitbildes
lenken. Damit erfüllt Münster eindeutig den methodischen Anspruch, über ein integriertes Stadt-
entwicklungskonzept die Leitlinien für die demografische Entwicklung der Stadt abzuleiten (vgl.
Handlungsempfehlungen des Deutschen Städtetages: AG Demografischer Wandel, Köln/Berlin
2006).
Fester Bestandteil in dem Handlungskonzept demografischer Wandel und des Steuerungszyklus
einer demografieorientierten Stadtentwicklung ist auch der Aufbau eines gut funktionierenden und
langfristig angelegten Prozessmanagements mit fortlaufenden Monitoring- und Controllingaufga-
ben. Eine kontinuierliche Aktualisierung der planerischen Grundlagen und die notwendige Fort-
schreibung des Handlungskonzeptes sind damit sichergestellt.
Und schließlich fordert die Tatsache, dass der demografische Wandel allein nicht zu bewältigen ist,
die Erarbeitung von Kommunikations- und Kooperationsmodellen. So widmet sich ein weiterer
Themenschwerpunkt auch dieser Fragestellung (Kapitel 7). Dabei sind neben einer verwaltungsin-
ternen Verständigung und einem systematischen Vorgehen insbesondere der öffentlich partner-
schaftliche Dialog und die Kommunikation mit der Bürgerschaft und mit Vertretern der Stadtge-
sellschaft wichtig. Aber auch die Einbettung der lo kalen Situation in den regionalen Kontext und
damit die Prüfung interkommunaler Kooperationen werden thematisiert.
Die Stadt Münster begreift den demografischen Wandel als Chance, stellt sich frühzeitig und prä-
ventiv den erwarteten Veränderungen und wird auf der Basis des Handlungskonzeptes versuchen,
die Ausprägungen der demografischen Entwicklung aktiv zu gestalten.
Zu 2. Handlungskonzept ‚demografischer Wandel’ eine zentrale Grundlage und ganzheitli-
cher Orientierungsrahmen der Stadtentwicklung mit dem Fokus der
Generationengerechtigkeit
Der demografische Wandel hat weitgehend Auswirkungen auf alle Bereiche der kommunalen Da-
seinsvorsorge, von der Bildung und Ausbildung über die Bereiche Arbeiten und Wohnen, Jugend
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und Familie, Senioren, Zuwanderung und Integration, soziale Sicherung, Gesundheitswesen, Städ-
tebau und städtische Infrastruktur bis hin zur Personalwirtschaft. Er ist nicht nur Motor grundlegen-
der sozioökonomischer, sondern auch raumstruktureller und raumfunktionaler Veränderungspro-
zesse in unserer Stadt und bietet damit die Chance für eine gezielte und zukunftsfähige Stadtent-
wicklung. Neben stadtentwicklungsplanerischen Komponenten spielen aber auch die frühe Einstel-
lung auf neue Formen der gesellschaftlichen Integration unterschiedlicher Lebensformen und Le-
bensstile sowie die Notwendigkeit der Solidarität zwischen den Generationen eine wichtige Rolle.
So wird in Münster bis 2015 einem Rückgang in den Altersgruppen bis unter 10 Jahre von – 14 %
(-1401 Ew.) eine Zunahme bei den 70-jährigen und Älteren von 17,1 % (+ 5504 Ew.) entgegenste-
hen.
Der demografische Wandel wird zu einem zentralen Thema der gesamtstädtischen Entwicklung.
Sektorale Leitbilder und Strategien helfen nicht weiter. Mit dem Instrument einer integrierten Stadt-
entwicklungsplanung ist es jedoch möglich, die unterschiedlichen qualitativen, quantitativen und
teilräumlichen Aspekte des demografischen Wandels zusammenzuführen und zu einer kommuna-
len Strategie zu bündeln. Das Handlungskonzept ‚demografischer Wandel in Münster’ mit seinem
Leitbild und dem Steuerungszyklus demografieorientierte Stadtentwicklung, ressortübergreifender,
interdisziplinär und auf kooperativer Basis entwickelt, dient dabei als ganzheitlicher Orientierungs-
und Handlungsrahmen für die künftigen Angebote der Daseinsvorsorge, die Infrastrukturbereitstel-
lung und die Fokussierung auf demografieaffine Projekte.
Ausgangsbasis ist hier das Leitbild für die demografische Entwicklung in Münster ‚Stadt im demo-
grafischen Gleichgewicht: attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich’. Kern dieser Aussage
ist dabei eine generationengerechte Stadtentwicklung. Die Zielformulierung geht dabei über eine
gleichgewichtige Betrachtung aller Altersgruppen hinaus und zielt auf ein solidarisches Miteinander
der Generationen ab.
Die Stadt im demografischen Gleichgewicht basiert dabei
- auf der Positionierung im Wettbewerb als ‚attraktiver und starker Stadt in einer wachsenden
Region’,
- verfolgt bezüglich des ‚Zusammenlebens’ und ‚Zusammenwirkens’ der Altersgruppen,
Haushaltstypen und Lebensstile das Ziel der ‚generationengerechten Stadt’ und
- strebt eine ‚partnerschaftliche Gestaltung des demografischen Wandels’ mit den bürger-
schaftlichen bzw. zivilgesellschaftlichen Akteuren und den regionalen Partnern an.
In Zukunft könnte es durch die zu erwartende Zunahme der Einpersonen- und Paarhaushalte zu
weniger Beziehungen zwischen den Generationen kommen. In Münster ist der Anteil der Einper-
sonenhaushalte mit 51,1 % und der 2-Personenhaushalte mit 26,5 % sehr hoch. Aus dem Zu-
sammenleben und Zusammenwirken der unterschiedlichen Altersgruppen mit ihren spezifischen
Erfahrungen und Stärken ergeben sich jedoch vielfältige Synergiepotenziale, die wichtige Ansatz-
punkte zur Gestaltung des demografischen Wandels bieten. Angesichts der prognostizierten Ver-
änderungen der Alters- und Haushaltestrukturen werden bereits die Schaffung von Kontaktmög-
lichkeiten und der Austausch zwischen den Generationen eine wichtige Aufgabe darstellen.
Es gilt, Generationenbeziehungen zu fördern und bei künftigen Projekt- und Angebotsentwicklun-
gen insbesondere auf den Aspekt der Generationengerechtigkeit zu achten. Wohnformen, die ge-
nerationenübergreifendes Wohnen unterstützen, sollten gefördert werden, beispielsweise Wohnan-
lagen, die sowohl für Seniorinnen und Senioren als auch für Familien attraktiv sind. Auch bei der
Planung und Gestaltung größerer städtebaulicher Einheiten ist eine Mischung verschiedener Al-
tersgruppen anzustreben. Dieser Anspruch wurde auch im Bündnis des AK ‚Wohnen in Münster’
verankert, wo gemischte Bevölkerungsstrukturen in den Quartieren angestrebt werden und Syner-
gieeffekte über familienfreundliche Angebote und Wohnangebote für Senioren thematisiert sind.
Ein weitergehender Ansatz sind die Mehrgenerationenhäuser, die Generationenparks und schließ-
lich auch die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, das eine Schlüsselrolle bei der
Überwindung der Distanz der Generationen spielt. Letztendlich kann die Stadtverwaltung allein
diese Aufgabenstellung nicht bewältigen. Hier sind Partner, Verbündete oder auch rein externe
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Kooperationsformen in der Stadtgesellschaft gefragt. Die Verwaltung kann initiierend, informierend
und auch moderierend tätig werden.
Zu 3.1 Information und Kommunikation zum Handlungskonzept ‚demografischer Wandel
in Münster’
Das Thema des demografischen Wandels ist den Bürgerinnen und Bürgern in Münster nicht neu.
Auf dem Weg zur Erarbeitung des Handlungskonzept es sind Diskussionsinhalte und Erkenntnisse
verschiedener Veranstaltungen und Bürgerumfragen mit eingeflossen. So wurde am 25.1.2006
das 3. Stadtgespräch unter der Überschrift ‚Mit Jung und Alt in die Zukunft’ durchgeführt, zu dem
alle Münsteraner Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren, sich in Vorträgen und Themenforen
zu informieren und gemeinsam zu diskutieren. Inhaltliche Schwerpunkte waren u. a. die Zukunft
der Stadtviertel, die Arbeits- und Lebenswelt durch lebensbegleitendes Lernen zu gestalten und
Unterstützung für Familien, eine Investition in die Zukunft. Auch das 4. Stadtgespräch am
21.11.2006 mit dem Thema ‚Wohnen in Münster: heute Handeln für das Wohnen von morgen be-
schäftigte sich mit den Folgen des demografischen Wandels, hier speziell für den Wohnungsmarkt.
Im Mittelpunkt stand die Tatsache, dass der heute schon spürbare demografische Wandel mit der
Abnahme der Anzahl von Familien und Kindern, der Zunahme älterer Einwohner, dem Anwachsen
der Gruppe kleiner Haushalte und einer zunehmenden Vielfalt an Lebensstilen die Lage auf dem
Wohnungsmarkt, insbesondere in urbanen Lagen, zukünftig weiter verschärfen wird und sich auch
in Münster der Wohnungsmarkt diesen Herausforderungen stellen muss. In Workshops wurden
von den Teilnehmern ihre Vorstellungen zum Wohnen im Alter, Wohnen mit Kindern und Wohnen
als Singles thematisiert.
Darüber hinaus wurde die Bürgermeinung speziell zum Aspekt künftiges Wohnen über das Instru-
ment der Bürgerumfrage eingeholt. So wurde im Rahmen einer Zuzugsumfrage u. a. das Rück-
wanderungsverhalten in die Stadt abgefragt und im Rahmen einer stadtregionalen Bürgerumfrage
2006 das Thema ‚Wohnen in der Stadtregion’ untersucht, hier speziell auch unter dem Aspekt der
Wohnwünsche im Alter.
Auf der Basis dieser Ergebnisse, einer verwaltungsinternen Ämterbefragung zu laufenden und
geplanten Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels, einer demografischen
Standortbestimmung im Kontext der Bevölkerungsprognosen und letztendlich insbesondere auch
auf der Grundlage der zentralen Aussagen des bürgerschaftlich erarbeiteten Münsterprofils im
integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprozess wurde das vorliegende Handlungskon-
zept und Leitbild erarbeitet. Um den Informations- und Kommunikationsprozess fortzuführen und
die Bürgerschaft und Vertreter der Stadtgesellschaft für die Handlungsnotwendigkeiten und die
gemeinsame strategische Ausrichtung zu sensibilis ieren, soll das Handlungskonzept mit dem Leit-
bild in einer öffentlichen Veranstaltung im 4. Quartal 2008 vorgestellt und diskutiert werden. Mit
dieser Veranstaltung sollen auch vorhandene bürgerschaftliche Potenziale für die Gestaltung des
demografischen Wandels frühzeitig aktiviert werden, denn die künftigen Anforderungen können
von den Kommunen allein nicht bewältigt werden.
Neben dieser gezielten Ansprache und Mitnahme der interessierten Bürgerschaft und Stadtgesell-
schaft soll das Handlungskonzept ‚demografischer Wandel in Münster’ in geeigneter Form in der
Reihe ‚Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung’ veröffentlicht werden. Somit werden die
Inhalte, die methodische und systematische Aufarbeitung, die Fokussierung auf ein münsterspezi-
fisches Leitbild, die Ableitung von Handlungsempfehlungen und die Kernaufgaben im weiteren
Vorgehen nicht nur einer breiten Öffentlichkeit sondern auch der Fachwelt bekannt gemacht.
Zu 3.2 Durchführung der Bürgerumfrage 2008 zum Thema ‚demografischer Wandel’
Zur weiteren gezielten Einbindung der Bürgerschaft soll auch das bewährte und erprobte Instru-
ment der Bürgerumfragen, das regelmäßig auc h zentrale Themen der Stadtentwicklung aufgreift,
konkret zu der Thematik des demografischen Wandel s eingesetzt werden. So soll die Bürgerum-
frage 2008 zu Inhalten des demografischen Wandels, insbesondere auch im Kontext des Leitbildes
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‚Münster im demografischen Gleichgewicht’ durchgeführt werden, um weitere repräsentative Er-
gebnisse und damit wichtige Planungsinformationen zu gewinnen.
Die Fragenkomplexe werden sich dabei u. a. auf das Älterwerden in Münster, z. B. Perspektiven
im und für das Alter, das Wohnen im Alter im Kontext von sozialen Dienstleistungen und Pflege,
den Bedarf an altersspezifischer Infrastruktur; auf Familie, Kinder und Beruf sowie die Gruppe der
jungen Menschen im Kontext Bildung und Ausbildung ri chten. Berücksichtigung finden wird auch
das Thema ‚Integration und Migration’. Ziel soll es sein, vor dem Hintergrund der erwarteten sozi-
demografischen Veränderungen Aussagen zu Lebensentwürfen, zur Familienfreundlichkeit, zum
Zusammenleben der Generationen und Kulturen sowie zum alters- und haushaltsspezifischen Inf-
rastruktur- und Wohnungsbedarf zu bekommen. Die Befragung ist für das 4. Quartal 2008 vorge-
sehen.
Zu 3.3 Aufbau eines Frühwarnsystems demografischer Wandel
Von zentraler Bedeutung in einem Steuerungszyklus demografieorientierte Stadtentwicklung und
damit auch fester Bestandteil in einem Handlungskonzept demografischer Wandel ist der Aufbau
eines demografischen Beobachtungs- und Frühwarnsystems sowie einer systematischen Überprü-
fung, und dieses sowohl gesamtstädtisch wie auch auf der Quartiersebene, denn die demografi-
schen Veränderungen werden sich zu allererst kleinräumig bemerkbar machen.
Erste methodische Schritte hin zu einer quartiersbezogenen Betrachtung mit dem Ziel einer Quar-
tierssicherung wurden bereits im AK ‚Wohnen in Münster’ erarbeitet. So wurden Bevölkerungs-
struktur, Wohnungsbestand, Infrastruktur, Wohnumfeld und der Aspekt der Gebietsdynamik näher
betrachtet. Diesen Ansatz gilt es weiterzuentwickeln. Eine wichtige und zentrale Informationsquelle
liefert dabei in erster Linie die kleinräumige Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 mit den klein-
räumigen Angaben zur Entwicklung der altersgruppenspezifischen Struktur. Ergänzt um einen jähr-
lichen Abgleich der Prognose mit der tatsächlichen Entwicklung bildet die kleinräumige Bevölke-
rungsprognose auch gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die mittelfristige Investitions- und Inf-
rastrukturplanung. Dieses insbesondere für die Wohnfolgeinfrastruktur, die in ihrem Angebot auf
dieser Grundlage nachfragegerecht und ressourcenorientiert entwickelt werden kann.
Es kann zum Beispiel davon ausgegangen werden, dass in Stadtteilen mit größerem Altbestand
an Einfamilienhausgebieten und entsprechend homogener Altersstruktur ohne präventive Maß-
nahmen eine Ausdünnung der Bevölkerung stattfinden wird, die ihrerseits dann wieder zu einer
Unterausnutzung von Versorgungseinrichtungen (soziale Infrastruktur und Einzelhandel) führen
wird. Quartiersprofile liefern z. B. gerade hier wertvolle Hinweise zu Handlungsnotwendigkeiten
und möglichen Handlungsansätzen, um den Risiken alternder Quartiere frühzeitig zu begegnen
und präventiv soziale, versorgende und technische Infrastruktur zu sichern. Auch das Thema ‚neu-
es Wohnen im Bestand’ kann hier zur Problemlösung helfen, und das nicht nur mit Umbau- und
Nachrüstmaßnahmen, sondern auch mit weiteren Neubaumaßnahmen.
Mit dem Anspruch der präventiven Quartierssi cherung werden die Analyse und die Prognose der
Bevölkerungsentwicklung damit weiterhin im Fokus der Stadtentwicklung stehen und noch weiter
auszubauen sein. Es bedarf aber auch der Erarbeitung weiterer Indikatoren, um die demografi-
sche Entwicklung in ihren Folgen gesamtstädtisch, in den Stadtteilen und auf der Quartiersebene
abbilden zu können. So gehören sicherlich auch die Analyse von Familienwanderungen, Bil-
dungswanderungen, Seniorenwanderungen, die Arbeitsplatzentwicklung oder auch die Entwick-
lung der Erwerbstätigen zu den wichtigen Kenngrößen.
Zu 3.4 Prüfung von Bearbeitungsschritten für einen Masterplan
‚Generationengerechte Innenstadt’
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose zeigt deutlichen Handlungsbedarf insbesondere für die
Innenstadt. Während 1990 noch 124.000 Personen im Stadtbezirk Mitte wohnten, ging diese Zahl
bis 2005 bereits auf 113.216 Personen zurück. Und dieser Rückgang hält an. So weist die Progno-
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se für das Jahr 2015 eine weitere Schrumpfung um 6.890 Personen aus und damit um -6,1% zum
Jahr 2005. Und diese Abnahme zeigt sich in allen Teilbereichen des Stadtbezirks. Vor allem die
Altstadt hat 9,9 % der Bevölkerung und der Innenstadtring 9,1 % verloren. Ein detaillierter Blick in
die infrastrukturrelevanten Jahrgänge zeigt folgendes Bild: unter 3 Jahre -18,9 %, 3 bis unter 6
Jahre -21,3 %, 6 bis unter 10 Jahre -23,1 %, 10 bis unter 16 Jahre -16,7 %. Auch für die Einwoh-
ner ab 70 Jahren wird entgegen dem gesamtstädtischen Trend eine leichte Abnahme von -0,7 %
prognostiziert.
Festzuhalten ist jedoch an dieser Stelle, dass die reale Abnahme in den letzten Jahren nicht so
stark erfolgt ist, wie sie in der Prognose 2003 bis 2013 vorausberechnet war. Diese Tatsache
könnte eine Reaktion auf die städtebaulichen und wohnungspolitischen Bemühungen sein, die
Innenstadt auch als attraktiven Wohnort zu positionieren. So ist allein von 1990 bis 2006 der Woh-
nungsbestand im Stadtbezirk Mitte von 62.402 auf 68.492 gestiegen; eine Entwicklung, die zu for-
cieren ist.
Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die dort wohnen. Das Interesse an Wohnungen in
der Innenstadt, die Nähe von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen ist attraktiv geworden, und das
über alle Generationen und Haushaltsgrößen. Insbesondere auch ältere Menschen schätzen die
soziale, medizinische und kulturelle Infrastruk tur. Dabei lässt sich die Frage des Zuzugs gerade
älterer Menschen in die Innenstadt noch nicht als Trend belegen (Zuzugsumfrage 2006).
Generell muss es erklärtes städtisches Ziel sein, das Wohnen in der Innenstadt für Menschen in
allen Lebensphasen und sozialen Schichten zu ermöglichen. Eine Durchmischung innerstädtischer
Wohnstrukturen ist eine wichtige Voraussetzung, um ein offenes und urbanes innerstädtisches
Leben zu verwirklichen. Dem Wohnumfeld und dem Anspruch an Grundversorgung, Lebensquali-
tät wie auch an Mobilität kommt dabei zentrale Bedeutung zu.
Vor diesem Hintergrund soll die Erstellung von Quartiersprofilen in der Innenstadt beginnen, um
auf der Basis der Auswertung die Bearbeitungsschritte und inhaltlichen Schwerpunkte für einen
Masterplan generationengerechte Innenstadt formulieren zu können. Weitere Details finden sich in
Kap. 4.5 der Kurzfassung.
Zu 3.5 Orientierungswertberechnung 2025 als Einstieg in die Erarbeitung eines
‚Raumfunktionalen Konzeptes ‚demografischer Wandel’
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 gilt es in den nächsten Jahren fortzu-
schreiben. Doch wird der Prognosezeitraum das Jahr 2020 nicht überschreiten, da kleinräumig in
längeren Zeitabständen keine seriösen Vorausberechnungen möglich sind. Um jedoch einer län-
gerfristigen Planungsperspektive gerecht werden zu können, soll auf der Basis des Beschlusses
zum derzeit in der Fortschreibung befindlichen Regionalplan, der den Zeithorizont bis 2025 ab-
deckt, und auch im Kontext der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Münster
eine neue Orientierungswertberechnung 2025 erarbeitet werden.
Auf der Basis dieser Zahlen, der bis dahin vorliegenden kleinräumigen demografischen Betrach-
tung und erster Erkenntnisse aus dem demografischen Monitoring sind dann Bearbeitungsschwer-
punkte für den Einstieg in die Fortschreibung des raumfunktionalen Konzeptes zu formulieren, die
den Auswirkungen und Folgen des demografischen Wandels gerecht werden. Das gilt für die Sied-
lungsentwicklung ebenso wie für die Freiflächenversorgung. Aber auch der Aspekt der Infrastruk-
turauslastung und –bereitstellung wird in diesem Kontext zu überdenken sein. Zentrale und infra-
struktursichernde Leitlinien sind dabei sicherlich die Stärkung des städtischen Netzes an zentralen
Einrichtungen und die Bündelung öffentlicher und privater Entwicklungspotenziale.
Zur Bearbeitung dieser Aufgabe ist zunächst die Beschlussfassung zum Regionalplan abzuwarten,
die zum Ende 2008/Anfang 2009 erwartet wird (siehe auch hier Kap. 4.5 der Kurzfassung).
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Zu 3.6 Fortsetzung des kommunalen und interkommunalen Kooperations- und
Kommunikationsprozesses
Grundsätzlich sind die Anforderungen und Herausforderungen des demografischen Wandels nicht
von den Kommunen und damit von der Stadt Münster allein zu bewältigen. Hierzu bedarf es der
Ausweitung intra- und interkommunaler Kooperationsformen sowie neuer Akteurskonstellationen.
Der Wohnungsmarkt und die Sicherung sozialer, versorgender und technischer Infrastruktur sind
dabei nur zwei Beispiele, wo die sich ändernde Nachfrage planungswirksam wird und wo es gilt,
neue Kooperationsformen zu erproben. Als gute Beispiele können hier für Münster u. a. das Netz-
werk für Familie, das Bündnis für Wohnen oder auch die Beteiligung des Jugendinformations- und
-beratungszentrums (JiB) am Bundesmodellvorhaben ‚generationenübergreifende Freiwilligen-
dienste’ aufgeführt werden.
Insgesamt ist es für einen aktiven, präventiven und erfolgreichen Umgang mit dem demografi-
schen Wandel wichtig, eine breite öffentliche Aufmerksamkeit und die Unterstützung wie auch
Akzeptanz in der Diskussion und Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zu erreichen. Nur in
Kooperation mit allen relevanten Akteuren der Stadtgesellschaft – Unternehmen, Verbänden, Bür-
gerschaft, Vereinen etc. – wird es möglich sein, neue Qualitäten und Synergieeffekte zu schaffen,
um den Auswirkungen des demografischen Wandels aktiv zu begegnen. Die Stärkung und der
Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements und der Aufbau von Netzwerken, z. B. auch Nach-
barschaftsnetzwerken zur generationenübergreifenden Hilfe sind weitere notwendige Ansätze, die
es zu unterstützen gilt. Das im 4. Quartal 2008 vorgesehene Hearing zum Handlungskonzept de-
mografischer Wandel wird nach den Stadtgesprächen ein weiterer Baustein in der Kommunikation
zur Bürgerschaft und Stadtgesellschaft der Stadt Münster sein. In weiteren Schritten wird es darum
gehen, das Wissen über die Folgen des demografischen Wandels auch auf der Ebene der Stadt-
teile und damit raumspezifisch aufzubereiten und zu kommunizieren. Die 2007 wieder aufgelegten
Statteilsteckbriefe und ihre kontinuierliche Fortschreibung und Weiterentwicklung zu einem klein-
räumigen Monitoringinstrument, liefern dabei wertvolle Hinweise für die Situation vor Ort und damit
für die Entwicklung von Stabilisierungsstrategien. Aber auch hier sind neue Akteurskonstellationen
zu prüfen, die Politik, Verwaltung, institutionelles und bürgerschaftliches Engagement bündeln.
Eine besondere Bedeutung kommt auch den interkommunalen Netzwerken zu. Wesentlich ist da-
bei, nicht in einen ruinösen Wettbewerb um das ‚Gut Bevölkerung’ einzutreten, den jeder nur ver-
lieren kann. Es gilt vielmehr auf der Basis regionaler Bevölkerungsprognosen sich über Zielset-
zungen künftiger raumstruktureller und raumfunktionaler Entwicklungen auszutauschen. Dabei
spielt auch die Verständigung über Wohnsiedlungstypen und Funktionen im kommunalen Zentren-
system eine Rolle, denn künftig wird nicht mehr jede Kommune alle Angebote vorhalten können.
Und auch die Kooperation in der Stadtregion Münster, die seit 1999 zwischen der Stadt Münster
und 11 Umlandgemeinden besteht, ist als Kooperationsplattform zu nutzen. Die demografische
Entwicklung, die insbesondere über Wanderungen geprägt wird, ist gerade im unmittelbaren Ver-
flechtungsbereich zu untersuchen. So sind mit den Vertretern der Stadtregion Gespräche mit dem
Ziel eines demografischen Schulterschlusses aufzunehmen. Dabei soll zunächst der Austausch
über die demografische Entwicklung und die Fol gen im Vordergrund stehen. So ist zum Beispiel
die Workshopreihe ‚der demografische Wandel in der EUREGIO’ mit der Intention, voneinander zu
lernen, entstanden, wo aus der Praxis für die Praxis demografiespezifische Fragestellungen aufbe-
reitet und über gute Beispiele erläutert worden sind. Hier ist die Stadt Münster zentraler Netzwerk-
partner.
Zu 3.7 Regelmäßige Berichterstattung
Die demografische Standortbestimmung der Stadt Münster soll regelmäßig aktualisiert und dabei
gleichzeitig das Handlungskonzept evaluiert und fortgeschrieben werden. Nach Vorlage der Fort-
schreibung der kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2020, der Erarbeitung erster Quartiersprofile
und des Frühwarnsystems demografischer Wandel sowie erster Analysen soll ein erster Bericht
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zur demografischen Entwicklung in Münster 2010/2011 den parlamentarischen Gremien vorgelegt
werden.
I.V.
Gez. Gez.
Dr. Berthold Tillmann Hartwig Schultheiß
Oberbürgermeister Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage 1 Kurzfassung des Handlungskonzeptes Demografischer Wandel in Münster
Anlage 2 Langfassung
Anlage 3 Tabellenteil
Anlage 1 zur Vorlage 371/08
Kurzfassung
Handlungskonzept Demografischer Wandel in Münster
______________________________________
Demografiebericht, Demografie-Leitbild und Steuerungszyklus für
eine demografieorientierte Stadtentwicklung
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Mai 2008
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Inhaltsverzeichnis:
1. Warum ein ‚Handlungskonzept demografischer Wandel in Münster’ ................... 4
2. Wo steht Münster? Demografische Standortbestimmung .................................... 7
3. Was ist bisher in den Ämtern geschehen? ......................................................... 11
4 Was müssen wir tun?................................ ......................................................... 15
4.1 Methodische Antwort: Integrierte Stadtentwicklungsplanung und
strategischer Steuerungszyklus „Demografieorientierte Stadtentwicklung“ ..15
4.2 Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept (ISM) sowie
stadtstrategische Ziele als Eckpunkte für ein Demographieleitbild ...............16
4.3 Leitbild „Demographie“: „Münster im demographischen Gleichgewicht –
attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich“ .........................................17
4.4 Wichtige Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen .........21
4.5 Planerische Herausforderungen und Prüfaufträge. .......................................29
5. Wie sehen die nächsten Schritte aus? ............................................................... 33
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1. Warum ein ‚Handlungskonzept demografischer Wande l in Münster’
Der demografische Wandel mit seinen Facetten ‚älter , bunter, weniger’ stellt eine
aktuelle, zentrale und zunehmend wichtiger werdende Herausforderung für die
Entwicklung der Stadt Münster dar. Das Wissen um de n demografischen Wandel
ist nicht neu. Eine erste Standortbestimmung wurde mit dem Werkstattbericht
2005 (Vorlage 402/05) gegeben. Dabei hat das Thema in den vergangenen zwei
Jahren weiter an Konkretisierung, inhaltlicher Aufb ereitung und Bedeutung ge-
wonnen, so dass die Notwendigkeit eines systematisc hen und gezielten Umgangs
mit der Thematik wächst. Hinzu kommt, dass sich der Wettbewerb um Einwohner
in den letzten Jahren zwischen den Gemeinden und de n Regionen deutlich ver-
stärkt hat.
Für Münster zeigt die aktuelle Bevölkerungsprognose zwar bis 2015 eine nahezu
konstant bleibende Bevölkerungszahl (+ 0,2 %), jedo ch wird es in den unter-
schiedlichen Altersgruppen deutliche Turbulenzen ge ben. So wird die Altersgrup-
pe der unter 3-jährigen zum Beispiel bis 2015 um 10 ,5 % abnehmen, wohingegen
die der 70-jährigen und älteren um 17,1 % zunehmen wird. Und auch das Phäno-
men, dass die Mehrheit der Bevölkerung mit 52,8 % w eiblich ist, wird sich im
Prognosezeitraum mit einem Anstieg auf 53,2 % weite r verstärken. Unterhalb die-
ser zentralen gesamtstädtischen Aussagen wird sich kleinräumig in den einzelnen
Stadtteilen die Entwicklung noch deutlich differenzierter zeigen.
Auch das Thema Migration ist im Kontext der demogra fischen Entwicklung von
grosser Bedeutung. In Münster leben ca. 21.000 Mens chen mit Migrationsvorge-
schichte, hier ist insbesondere kleinräumig die Ver meidung von Segregationser-
scheinungen in den Stadtteilen und Quartieren eine zentrale Aufgabenstellung in
der Aufarbeitung der demografischen Entwicklung.
Das ISM-Konzept mit dem Münsterprofil ‚Wissenschaft und Lebensart’ und die
Verständigung über stadtstrategische Ziele im Jahr 2006, hier speziell das 1. Ziel
‚Wir werden im Sinne einer generationengerechten und familienfreundlichen
Stadtentwicklung die Infrastruktur Münsters und sei ner Stadtteile in besonderer
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Weise auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung ausrichten und
dabei die Gesamtstadt und die Stadtteile funktionsf ähig und lebenswert erhalten’ ,
liefern hier nicht nur den Handlungsrahmen, sondern erfordern gleichzeitig eine
aktive, präventive und verantwortungsvolle Auseinan dersetzung mit der demogra-
fischen Entwicklung in Münster. Und dieses insbeson dere kleinräumig, denn es
sind die Stadtteile und Quartiere, die sich entsprechend ihrer soziodemografischen
Struktur in den nächsten Jahren sehr unterschiedlic h entwickeln werden. Neben
wachsenden Stadtteilen wird es stagnierende oder ab er auch schrumpfende Be-
reiche geben. Neben Stadtteilen mit nahezu ausgegli chener Altersstruktur wird es
Stadtteile mit zunehmender älterer Bevölkerung gebe n; Entwicklungen, die infra-
strukturelle, dienstleistungsorientierte und damit raumstrukturelle Konsequenzen
nach sich ziehen und Handlungsbedarf erfordern.
In dieser Situation gilt es, der Politik eine Steue rungsunterstützung, der Verwal-
tung eine zentrale Planungsgrundlage und den Bürge rinnen und Bürgern wie
auch der Stadtgesellschaft eine Informations- und D iskussionsplattform zum de-
mografischen Wandel zu liefern. Insbesondere in Zei ten enger werdender kom-
munaler Ressourcen ist eine demografieorientierte I nfrastrukturplanung und
Stadtentwicklung zwingend erforderlich und in ihrer Notwendigkeit politisch und
bürgerschaftlich zu diskutieren. Denn letztendlich hilft eine demografiesensible
Planung und Projektausrichtung auch mittel- bis lan gfristig, den kommunalen
Haushalt zu entlasten.
Mit dieser Aufgabenstellung ist das vorliegende Han dlungskonzept zum demogra-
fischen Wandel in Münster erarbeitet worden.
Neben einer demografischen Standortbestimmung auf der Grundlage verschie-
dener Bevölkerungsprognosen zeigt der Bericht erstmals in einer nach Handlungs-
feldern geordneten Zusammenschau Maßnahmen auf, die im Kontext der demo-
grafischen Entwicklung von Bedeutung sind und berei ts von den Fachämtern der
Stadtverwaltung umgesetzt werden. Allerdings stehen diese Projekte und Maß-
nahmen bislang noch weitgehend nebeneinander.
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Vor diesem Hintergrund wurde ein ganzheitliches Lei tbild zur Gestaltung der de-
mografischen Entwicklung entwickelt, das den notwen digen Handlungs- und Ent-
scheidungsrahmen für die Themen- und Projektschwerp unkte der kommenden
Jahre liefern soll. Das ISM-Konzept sowie die stadt strategischen Ziele setzen da-
bei zentrale Eckpunkte und sogenannte inhaltliche A nker, die zur Ableitung und
Konkretisierung des demografischen Leitbildes führe n. Zeitlich und inhaltlich ver-
zahnt war dabei auch die Erarbeitung des ‚Leitbilde s Migration und Integration
Münster’, denn gerade im Kontext des demografischen Wandels gilt es, die hier
lebenden Menschen mit Migrationsvorgeschichte aktiv und produktiv in das ge-
sellschaftliche Leben einzubeziehen.
Das auf dieser Basis formulierte Demografie-Leitbild für Münster lautet:
‚Münster im demografischen Gleichgewicht: attraktiv , generationengerecht,
partnerschaftlich’ .
Eine Zielrichtung, die für eine attraktive Stadt mi t hoher Lebensqualität anzustre-
ben ist. Denn hier wird der Anspruch der gleichgewi chtigen und gleichzeitigen Be-
achtung der unterschiedlichen Alters- und Bevölkeru ngsgruppen wie auch Le-
bensphasen formuliert, und das, um beste Voraussetz ungen für eine ausgewoge-
ne Entwicklung der Stadtgesellschaft und Bürgerscha ft zu bieten. Auf der Basis
dieses Leitbildes werden dann Handlungsfelder defin iert und Handlungsempfeh-
lungen gegeben, die fachlich die demografische Entw icklung der Stadt Münster im
Sinne des Leitbildes lenken. Damit erfüllt Münster eindeutig den methodischen
Anspruch, über ein integriertes Stadtentwicklungsko nzept die Leitlinien für die de-
mografische Entwicklung der Stadt abzuleiten (vgl. Handlungsempfehlungen des
Deutschen Städtetages: AG Demografischer Wandel, Köln/Berlin 2006).
Fester Bestandteil in dem Handlungskonzept demograf ischer Wandel und des
Steuerungszyklus einer demografieorientierten Stadt entwicklung ist auch der Auf-
bau eines gut funktionierenden und langfristig ange legten Prozessmanagements
mit fortlaufenden Monitoring- und Controllingaufgab en. Eine kontinuierliche Aktua-
lisierung der planerischen Grundlagen und die notwe ndige Fortschreibung des
Handlungskonzeptes sind damit sichergestellt.
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Und schließlich fordert die Tatsache, dass der demo grafische Wandel allein nicht
zu bewältigen ist, die Erarbeitung von Kommunikatio ns- und Kooperationsmodel-
len. So widmet sich ein weiterer Themenschwerpunkt auch dieser Fragestellung.
Dabei sind neben einer verwaltungsinternen Verständ igung und einem systemati-
schen Vorgehen insbesondere der öffentlich partners chaftliche Dialog und die
Kommunikation mit der Bürgerschaft und mit Vertret ern der Stadtgesellschaft
wichtig. Aber auch die Einbettung der lokalen Situa tion in den regionalen Kontext
und damit die Prüfung interkommunaler Kooperationen werden thematisiert.
Die Stadt Münster begreift den demografischen Wande l als Chance, stellt sich
frühzeitig und präventiv den erwarteten Veränderungen und wird auf der Basis des
Handlungskonzeptes die entsprechenden Schritte einleiten, die Ausprägungen der
demografischen Entwicklung aktiv zu gestalten.
2. Wo steht Münster? Demografische Standortbestimmung
Im Bundes- und Landesvergleich befindet sich Münste r – vordergründig betrachtet
– in einer günstigen demographischen Ausgangssituation.
• Bis 2015 wird die Bevölkerungszahl gesamtstädtisch voraussichtlich stabil
bleiben bzw. leicht wachsen. Erst zwischen 2030 und 2040 wird ein leichter
Rückgang der Bevölkerung vorausberechnet (vgl. Anlage 3).
• Voraussetzung für das Eintreten dieser Vorausberec hungen ist die Realisie-
rung von Wanderungsgewinnen, da Münster aufgrund se iner spezifischen
Bevölkerungsstruktur als Bildungs-, Wissenschafts- und Dienstleistungszent-
rum eine unterdurchschnittliche Geburtenziffer aufw eist und der bereits seit
1999 rückläufige Geburtenüberschuss in den nächsten Jahren in einen Ster-
befallüberschuss umschlagen wird.
• Die Wanderungsgewinne gehen wesentlich auf die Zuz üge in den Altersgrup-
pen 18-25 Jahre zurück, d.h. hier wirken die Bildun gseinrichtungen und
Hochschulen als „Jungbrunnen“. Hinzu kommen arbeits marktorientierte Zu-
züge in den Altersgruppen 25-29 Jahre und 30-34 Jahre.
• Dem stehen in den Altersgruppen 25 – 29 Jahre, 30 - 34 Jahre und 35 - 39
Jahre wohnungsorientierte Fortzüge (während der Fam iliengründungsphase)
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in das Umland und arbeitsmarktbezogene Fortzüge von Absolventinnen und
Absolventen der Münsteraner Hochschulen gegenüber. Dieses grundsätzli-
che Wanderungsmuster hat im Prognos-Familienatlas 2 005 zur Typisierung
von Münster als „biographischer Durchlaufstation“ geführt.
Hieraus resultiert:
• Die Schaffung optimaler standortpolitischer Rahmen bedingungen für die
Hochschulen und die Profilierung von Münster als attraktivem und exzellentem
Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsstandort muss hohe Priorität haben.
• In engem Zusammenhang mit der Weiterentwicklung de s Wissenschafts-
standorts steht auch die Entwicklung und Positionie rung als attraktiver und
dynamischer Wirtschaftsstandort im Wettbewerb der Regionen.
• Angesichts der Bevölkerungsentwicklung und einer z unehmenden Globalisie-
rung der Wirtschaft sind Migration und Integration vielfältige Potentiale und
müssen als Chancen für die Münsteraner Stadtentwick lung verstanden und
genutzt werden.
• Ziel muss es sein, angesichts des bundesweit versc härften Wettbewerbs um
Einwohner einerseits weiterhin Zuzüge in erhebliche m Umfang zu realisieren
und andererseits die Zuzüge durch ein entsprechende s Wohnungs- und Ar-
beitsplatzangebot sowie ein familienfreundliches Klima und familienfreundliche
Infrastrukturen zu binden bzw. die Fortzüge zu verringern.
• Bezogen auf die Stadt-Umland-Wanderung muss ein ru inöser Wettbewerb um
Einwohner vermieden werden. Stattdessen gilt es, di e gemeinsamen Poten-
ziale und Qualitäten im bundesweiten Wettbewerb zu verdeutlichen, um ent-
sprechende Zuzüge in die Stadtregion Münster zu forcieren.
• Ein familienfreundliches Klima und familienfreundl iche Infrastrukturen sind
selbstverständlich nicht nur für die Gewinnung und Bindung der Einwohner
von hoher Relevanz, sondern bereits angesichts unte rdurchschnittlicher Ge-
burtenziffern in Münster Grundlage einer demografie orientierten Stadtentwick-
lung.
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Trotz der vergleichsweise günstigen Ausgangssituati on „altert“ auch die Münsteraner
Bevölkerung. Nach der Kleinräumigen Bevölkerungspro gnose 2005 – 2015 werden
folgende Verschiebungen bei den besonders infrastru kturelevanten Altersgruppen
eintreten (vgl. Anlage 3):
• Rückgang in den Altersgruppen bis unter 10 Jahre
o Unter 3 Jahre: - 10,5 % (-745 Einwohner)
o 3 bis unter 6 Jahre: - 13,3 % (-959 Einwohner)
o 6 bis unter 10 Jahre: - 14,0 % (-1 401 Einwohner)
• Nahezu Stagnation der Bevölkerungszahl in den Alte rsgruppen der 10- bis unter
18-Jährigen
o 10 bis unter 16 Jahre: - 2,0 % (-293 Einwohner)
o 16 bis unter 18 Jahre: - 0,5 % (-27 Einwohner)
• Zunahme in der Altersgruppe ab 70 Jahre um 17,1 % (+ 5 504)
Hinzukommt, dass diese altersstrukturellen Entwickl ungen auf Stadtteilebene sehr
unterschiedlich verlaufen können. Bis 2015 wird die Stadtteilebene in Münster so-
wohl durch wachsende (z.B. Sprakel + 25,5 %) und st abile Stadtteile als auch durch
schrumpfende Stadtteile gekennzeichnet (z.B. Abnahme Innenstadtring – 9,1 %) sein
(vgl. Anlage 3).
Hieraus resultiert:
• Den soziodemografischen Entwicklungen ist auf Stad tteilebene besondere
Aufmerksamkeit zu schenken. Ziel ist eine demografi esensible Infrastruktur-
und Quartiersentwicklung, die sowohl Sprunginvestit ionen im Bereich der
Kindertageseinrichtungen und Grundschulen vermeidet als auch auf Unter-
auslastungen angemessen reagiert.
• Für eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik kommt der Entwicklung der Quar-
tiere und der Stadtteilebene besondere Bedeutung zu , so dass aufgrund der
unterschiedlichen „Quartierskarrieren“ gemeinsam mit den Stadtteilakteuren
passgenaue Lösungen zu arbeiten sind.
• Stadtteil- und Quartiersebene spielen auch eine wi chtige Rolle für die Frage
der Integration, zumal die Zahl der Menschen mit Mi grationsvorgeschichte
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räumlich sehr unterschiedlich verteilt ist. Einen e rsten Hinweis hierauf liefert
der Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staats bürgerschaft, der bei den
statistischen Bezirken zwischen 3,2 % und 15,3 % variiert.
• Die Integrationsleistungen in den Quartieren müsse n besser vernetzt und un-
ter Einbeziehung der Zugewanderten weiterentwickelt werden. In den Stadt-
teilen sind Wohnumfeld und Nachbarschaften als lebe nsweltliche Einheiten
von und für Integration zu fördern. Hier bildet das Leitbild „Migration und In-
tegration“ eine wichtige Rolle.
• Insbesondere auf Stadtteil- und Quartiersebene kom men auch die unter-
schiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männe rn sowie Mädchen
und Jungen zum Tragen. Insbesondere die Entwicklung im Stadtbezirk Mitte
ist intensiver räumlich zu betrachten, da hier mit zunehmendem Alterungspro-
zess der Frauenanteil steigt.
Insgesamt hat Münster somit eine vergleichsweise gü nstige Ausgangslage zur
Gestaltung des demografischen Wandels und kann früh zeitig und aktiv handeln.
Allerdings steht auch Münster unter zweifachem Hand lungsdruck, der durch ein-
setzenden Wettbewerb um Einwohner und die knapper w erdenden finanziellen
Spielräume zunehmend verstärkt wird:
• Münster muss sich weiter verstärkt als Hochschul- und Dienstleistungszent-
rum mit hoher Ausstrahlungskraft auch auf nationale r und internationaler Ebe-
ne positionieren, um über Wanderungsgewinne den abs ehbaren Sterbefall-
überschuss zu kompensieren und über Schaffung entsp rechender Rahmen-
bedingungen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowi e ein „kinder- und
familienfreundliches Klima“ die Fortzüge zu minimieren.
• Münster muss angesichts der altersstrukturellen Ve ränderungen im Zusam-
menhang den sich unterschiedlich entwickelnden Stad tteilen einer demogra-
phiesensiblen Infrastruktur- und Quartiersentwicklu ng besondere Aufmerk-
samkeit schenken. Auch für eine zukunftsorientierte Senioren- und Integrati-
onspolitik kommt den Stadtteilen besondere Bedeutung zu.
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3. Was ist bisher in den Ämtern geschehen?
Im Rahmen der Vorarbeiten zur Erstellung des Handlu ngskonzepts Demografi-
scher Wandel war es zunächst erforderlich, sich ein en ersten Überblick über be-
reits bestehende Ansätze und Projekte im Kontext de s demografischen Wandels
in der gesamten Breite der Verwaltung zu verschaffe n. Dazu wurden die unter-
schiedlichen Fachämter gebeten, auf der Grundlage e ines einheitlichen Fragen-
rasters Stellung zu nehmen. Die Ergebnisse dieser A bfrage machen deutlich, in
welcher Breite und fachlichen Tiefe sich die Fachäm ter bereits heute mit den ab-
sehbaren Folgen des demografischen Wandels verantwortlich auseinandersetzen.
Im Folgenden sind die wesentlichen Ansätze in den e inzelnen Handlungsfeldern
im Überblick zusammengestellt (hierzu ausführlich Anlage 2, Kapitel 4, S. 34 ff):
Kinder, Jugendliche und Familie
o Netzwerk für Familien
o Kindertagesstättenausbauprogramm für unter 3-Jähri ge
o Ausbau von Kindertageseinrichtungen zu Familienzen tren
o Kinder- und Jugendförderplan
o Modelleinrichtungen „Kindertageseinrichtung und Ki nder- und Jugendeinrich-
tung unter einem Dach“
o Flexibilisierung der Kinderbetreuung durch eine Au sweitung der Nachmittags-
betreuung bei den 3-6 Jährigen
o Umwandlung weiterer Schulen in offene Ganztagsschu len zum Schuljahr
2006/07 (Ratsvorlage V/0114/2006)
o Eine verstärkte Kinderbetreuung im Rahmen des Ehre namtes
o Spiel- und Betreuungsmöglichkeiten in der Innensta dt (Maxi-Turm & Maxi-
Sand)
o Generationsübergreifendes Wohnen, etwa Wohnen für Jung und Alt in
Mecklenbeck
o Jugendrat
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Bildung und Wissenschaft
o Die Einführung des „International Baccalaureate (I B)“ am Gymnasium Paulinum
als weltweit anerkannte Hochschulzugangsberechtigung ab 2008
o Die erfolgreiche Bewerbung der Westfälischen-Wilhe lms-Universität im Exzel-
lenz Cluster „Religion and Politics“
o Berufsbegleitende Fortbildungen 50 + für Mitarbeit er und Mitarbeiterinnen der
Stadtverwaltung Münster (jährliches Fortbildungsprogramm)
o Die „Kinder-Uni“ an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster
o Das „Studium im Alter“ an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster
o Grundzertifikat „familiengerechte Hochschule“ der gemeinnützigen Hertie-
Stiftung
o Neu eingerichtetes „Servicebüro Familie“ an der We stfälischen Wilhelms-
Universität Münster
o „Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt“ (vgl. Vorlage 0113/07)
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
o Studie der Fa. Prognos aus dem Jahre 2005 „Famil ienfreundliche Unterneh-
men“ mit den Aspekten „Vereinbarkeit von Familie un d Beruf / Betriebskinder-
gärten etc.
o Prognos – Studie 2007: Entwicklung und Umsetzung e iner Kompetenzfeldstra-
tegie für den Wirtschaftsstandort Münster
o Konzertierte Aktion „Wissenschaftsstadt“ (Vorlage Nr.: 0113/07)
Haushaltestrukturen und Wohnungsmarkt
o Das Konzept der strategischen Wohnstandortentwickl ung
o Der „Arbeitskreis Wohnen in Münster“ mit seinem Bü ndnis für Wohnen. Das
Bündnis wurde unter einer Vielzahl von Akteuren mit dem Ziel geschlossen, den
Wohnstandort Münster dauerhaft zu sichern und zu stärken.
o Stadtteilrahmenpläne zur Sicherung der teilräumlic hen Gesamtentwicklung
o Das Projekt „Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschafte n zwischen älteren und
jungen Menschen“ zur Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation sowohl äl-
terer Menschen als auch der Studierenden und Auszubildenden.
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o Das Angebot „Hilfe beim Umzug“ der Wohnberatung (U mzugsmanagement),
mit dem ältere Menschen die Wohnungssuche und der U mzug in eine bedarfs-
gerechte Wohnung erleichtert wird.
o Die zentrale Anlaufstelle für private Projektiniti ativen beim Amt für Wohnungs-
wesen, die u. a. mit einem runden Tisch innovative, gemeinschaftliche Wohn-
formen unterstützt. Als Beispiele seien bereits rea lisierte Projekte des gemein-
schaftlichen Wohnens der Initiativen „Villa Vera“ sowie die „Bremer Stadtmusi-
kanten“ genannt.
o Die stadtregionale Umfrage zum Wohnen (Stadtregion ale Auswertung Vorlage
194/07 und Dokumentation Münsteraner Ergebnisse Vor lage 291/08) verdeut-
licht den großen Wunsch „älterer Menschen“ nach einem Verbleib in ihrer Woh-
nung und im „vertrauten“ Quartier.
Lebensqualität
o 1997 und 2006 Klimahauptstadt Münster
o 2004 LivCom Award
o Platz 1 auf nationaler Ebene beim Wettbewerb „Ente nte florale 2006“
o Platz 1 auf internationaler Ebene beim Wettbewerb „Entente florale 2007“
o Sportgerechte Stadt (Sport als Marketingfaktor für die Stadt Münster, Vorlage
0041/08)
o Fahrradfreundlichste Stadt / Fahrradhauptstadt
Seniorinnen und Senioren
o Angebot „Hilfen beim Umzug“ der Wohnberatung
o Projekt „Wohnen für Hilfe“
o Seniorenvertretung
o Kooperation Seniorenvertretung & Jugendrat
o Arbeitskreis „Seniorenvertretung – Sozialamt“
o Zentrale Anlaufstelle und „Runder Tisch“ zur Unter stützung innovativer, ge-
meinschaftlicher Wohnformen im Alter
o Von Mensch zu Mensch (Förderprogramm der Magdalene nstiftung und der
Stadt Münster zur Unterstützung von Nachbarschaftshilfen etc)
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o Mehrgenerationenhaus Münster – Dietrich-Bonhoeffer -Haus (an der Apostelkir-
che)
o Pflegebericht des Sozialamtes ( u. a. Schaffung st adtteilorientierter Pflegean-
gebote)
o Info-Veranstaltungen „zum Wohnen im Alter“ (u. a. 3. und 4. Stadtgespräch)
Migration und Integration
o Koordinierungsstelle für Aussiedler, Flüchtlinge u nd Asylbewerber im Dezernat
V
o Der Ausländerbeirat der Stadt Münster
o Die Kommission zur Unterbringung von Aussiedler, F lüchtlinge und Asylbewer-
bern
o Der „Nationworker“ als „Kulturdolmetscher“
o Die Erarbeitung eines Leitbildes „Integration und Migration“. Grundlage dafür
bildet das Profil „Wissenschaft und Lebensart“ mit den Leitorientierungen „Sozi-
ale Balance in der Stadtgesellschaft, Entwicklung e iner weltoffenen Stadt auf
der Basis der Geschichte und des Prinzips „Toleranz durch Dialog“
Öffentliche Finanzen (vorrangig folgende Steuern, Zuschüsse und Pauschalen)
o Gemeindeanteil an der Einkommensteuer
o Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer
o Gewerbesteuer
o Schlüsselzuweisungen des Landes NRW
o Investitionspauschale des Landes NRW
o Schul-/Bildungspauschale des Landes NRW
o Sportpauschale des Landes NRW.
Regionale Kooperation
o Stadtregionale Bürgerumfrage 2006 zum Wohnen
o Intensiver Austausch mit den Umlandgemeinden (jähr liche Bürgermeisterrunde,
Ansprechpartnerkreis, Info-Brief)
o Veranstaltungsreihe „Demografischer Wandel in der EUREGIO“
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4 Was müssen wir tun?
4.1 Methodische Antwort: Integrierte Stadtentwicklu ngsplanung und strategi-
scher Steuerungszyklus „Demografieorientierte Stadtentwicklung“
Der demographische Wandel betrifft alle Bereiche de r kommunalen Daseinsvorsorge
und alle kommunalpolitischen Handlungsfelder. Hinzu kommt, dass es sich um eine
langfristige Herausforderung mit zunehmender Dringl ichkeit handelt. Daher sind zur
Gestaltung des demographischen Wandels ressortüberg reifende und kooperative
Ansätze mit strategischer Ausrichtung gefragt, d.h. als strategische Antwort auf den
demographischen Wandel muss eine integrierte Stadte ntwicklungsplanung und ein
integriertes Stadtentwicklungsmanagement erfolgen.
Als Instrument hierzu wurde der strategische Steuer ungskreislauf „Demographieori-
entierte Stadtentwicklung“ entwickelt. Bezogen auf die Gestaltung des demographi-
schen Wandels präferieren auch der Deutsche Städtet ag und die Bertelsmann Stif-
tung dieses methodische Vorgehen.
Strategischer Steuerungszyklus „Demografieorientierte Stadtentwicklung“
Ziel ist ein systematisches, ressortübergreifendes und prozessorientiertes Vorgehen,
das auf kontinuierliche Optimierung angelegt ist, u nd die in der Abbildung dargestell-
ten Schritte umfasst.
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Diese methodische Herangehensweise findet sich in d er Erarbeitung des vorliegen-
den Handlungskonzeptes wieder und wird in folgenden Kapiteln mit Inhalten gefüllt:
• Standortbestimmung, demographische Perspektiven: K apitel 2, Kapitel 3
• „Münster-Profil“ und „Demografie-Leitbild“: Kapitel 4.2 – 4.3
• Strategien, Handlungsprogramme, Schlüsselprojekte: Kapitel 4.4
• Monitoring, Evaluation: Kapitel 5
• Kommunikation, Dialog, Kooperation: Kapitel 5
Insbesondere die Einbindung in das vorliegende Inte grierte Stadtentwicklungs- und
Stadtmarketingkonzept (ISM) und damit in eine Zielv orgabe für die gesamtstädtische
Entwicklung erleichtert die Formulierung eines Leit bildes für die demografische Ent-
wicklung und stellt die Einbindung die Münsteraner Zukunftsstrategie sicher.
4.2 Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarket ingkonzept (ISM) sowie
stadtstrategische Ziele als Eckpunkte für ein Demographieleitbild
Bereits im Integrierten Stadtentwicklungs- und Stad tmarketingprozess Münster (ISM)
sind vor dem Hintergrund des verschärften Wettbewer bsdrucks und unter Berück-
sichtigung des demographischen Wandels ein zukunfts orientiertes Münster-Profil
„Wissenschaft und Lebensart“ und entsprechende Leitorientierungen erarbeitet wor-
den (vgl. Vorl. 118/04 und E1). Zusammen mit den eb enfalls hier definierten beson-
deren Qualitäten der Stadtentwicklung Münsters lieg en damit wesentliche Eckpunkte
für die Ableitung eines integrierten Leitbilds „Dem ographie“ vor. In diesem Kontext
sind auch die stadtstrategischen Ziele des Haushalt skonsolidierungsprozesses zu
berücksichtigen, die aus den Ergebnissen des ISM-Prozesses entwickelt wurden.
Das Münster-Profil „Wissenschaft und Lebensart“ und die stadtstrategischen Ziele
machen deutlich, dass die Herausforderungen des dem ographischen Wandels be-
reits von den bisherigen strategischen Überlegungen aufgegriffen worden sind. Aus
der „Münsteraner Zukunftsstrategie“ lassen sich zus ammenfassend folgende Eck-
punkte für ein Demographie-Leitbild festhalten:
• Positionierung als Bildungs- und Wissenschaftsstan dort und als attraktiver Wirt-
schaftsstandort mit hoher Lebensqualität im Wettbewerb
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• Kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadtentw icklung
• Soziale Balance und Integration der Menschen mit M igrationsvorgeschichte
• Generationengerechte Stadtwicklung und hohe Lebens qualität für alle Generatio-
nen
• Geschlechtergerechte Stadtentwicklung
• Anpassung der Infrastruktur an die demographische Entwicklung
• Entwicklung demographiefester Quartiere und Stadtt eile
• Besondere Verantwortung von Münster für eine gemei nsame Entwicklung mit
dem Münsterland und Westfalen
4.3 Leitbild „Demographie“: „Münster im demographis chen Gleichgewicht –
attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich“
Aufgrund dieser Eckpunkte wird als Leitbild zur Ges taltung des demographischen
Wandels „Münster im demographischen Gleichgewicht – attraktiv, generationenge-
recht, partnerschaftlich“ vorgeschlagen. Dieses Lei tbild wird durch drei Leitbildanker
gestützt:
• Starke Stadt in wachsender Region“
• Generationengerechte Stadt“
• Partnerschaftliche Gestaltung des Demographischen Wandels
Das Leitbild der „Stadt im demographischen Gleichge wicht“ formuliert den Anspruch
der gleichgewichtigen und gleichzeitigen Beachtung der unterschiedlichen Alters-
gruppen und Lebensphasen, um beste Voraussetzungen für eine ausgewogene Al-
ters- und Haushaltsstruktur in Münster zu bieten. H iermit wird sowohl Münsters spe-
zifischer demografischer Struktur als „Studierendenstadt“ als auch der zunehmenden
Alterung sowie dem im Landesvergleich unterdurchsch nittlichen Anteil an Kindern,
Jugendlichen und Familien und den Migrationsprozessen Rechnung getragen.
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Münster – Stadt im demographischen Gleichgewicht: a ttraktiv, generationengerecht,
partnerschaftlich
Daher liegt es nahe, bei der Gestaltung des demogra phischen Wandels zunächst
folgenden Zielgruppen unter Beachtung der Geschlech terperspektiven im Sinne des
Gender Mainstreaming besondere Aufmerksamkeit zu schenken:
• Kinder, Jugendliche und Familien
• Auszubildende und Fachkräfte
• Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Ho chschulen
• Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
• Seniorinnen und Senioren
• Menschen mit Migrationsvorgeschichte (Migrantinnen und Migranten)
Die „Stadt im demographischen Gleichgewicht“ wird durch 3 Leitbildanker getragen:
a) Starke Stadt in wachsender Region
Die „Stadt im demographischen Gleichgewicht“ stützt sich auf die Positionierung
im Wettbewerb als „attraktive und starke Stadt in einer wachsenden Region“:
Münster hat in den letzten Jahren vermehrt die Hera usforderungen des Struktur-
wandels angenommen und positioniert sich im Wettbew erb als attraktives Bil-
dungs-, Wissenschafts- und Dienstleistungszentrum m it hoher Lebensqualität.
Damit stellt Münster sich dem „Wettbewerb“ um Einwo hner, um Studierende, um
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Familien, um qualifizierte Beschäftigte, um Steuerz ahler, um Besucher und auch
um Investoren.
Die Erfolge im Wettbewerb (z.B. „Lebenswerteste Sta dt der Welt“, herausragen-
des Wachstum der sozialversicherungspflichtig Besch äftigten) stärken einerseits
eindeutig Münster, andererseits profitiert auch die Region von Münsters Anzie-
hungskraft und Ausstrahlungseffekten auf vielfältig e Weise. In Münsters Wettbe-
werbserfolge fließen natürlich auch die Kompetenzen des Münsterlandes als
Wachstumsregion ein. Münster und Münsterland können nur gemeinsam im wirt-
schaftlichen und demographischen Wettbewerb der Stä dte und Regionen beste-
hen. Notwendig ist der „demographische Schulterschluss von Stadt und Region“.
b) Generationengerechte Stadt
Die „Stadt im demographischen Gleichgewicht“ verfol gt bezüglich des „Zusam-
menlebens“ und „Zusammenwirkens“ der Altersgruppen, Haushaltstypen und Le-
bensstile das Ziel der „generationengerechten Stadt“:
Ziel der „Stadt im demographischen Gleichgewicht“ f ür das Zusammenleben in
Münster und die anzustrebenden räumlichen Strukture n ist eine „generationenge-
rechte Stadtentwicklung“. Diese Zielformulierung ge ht über eine gleichgewichtige
Beachtung aller Altersgruppen hinaus und zielt auf ein solidarisches Zusammen-
leben der Generationen ab. Aus dem Zusammenleben un d Zusammenwirken der
unterschiedlichen Altersgruppen mit ihren spezifisc hen Erfahrungen und Stärken
ergeben sich vielfältige Synergiepotenziale, die wi chtige Ansatzpunkte zur Gestal-
tung des demographischen Wandels bieten. Angesichts der prognostizierten Ver-
änderungen der Alters- und Haushaltestrukturen in d en nächsten Jahren wird be-
reits die Schaffung von Kontaktmöglichkeiten und di e Förderung des Austauschs
zwischen den Generationen eine wichtige Aufgabe darstellen.
Da die Debatte um eine generationengerechte Stadten twicklung erst am Anfang
steht, die Thematik aber angesichts des demographis chen Wandels von großer
Bedeutung ist und in Münster hierfür gute Ansatzpun kte existieren, bietet es sich
an, auch hiermit die Profilierung von Münster im „d emographischen Wettbewerb“
voranzutreiben. Hingewiesen sei in diesem Zusammenh ang beispielsweise nicht
nur auf das zunehmende Interesse am Mehrgeneratione nwohnen und bereits rea-
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lisierte Mehrgenerationen-Projekte in Münster (z.B. Mehrgenerationenhaus Müns-
ter), sondern auch u.a. auf den fruchtbaren Austaus ch zwischen „Jung“ und „Alt“
(z.B. Jugendrat und Seniorenvertretung) und die Akt ivitäten des Vereins für Gene-
rationengerechtigkeit Münster.
c) Partnerschaftliche Gestaltung des demographischen Wandels
Die „Stadt im demographischen Gleichgewicht“ strebt eine „partnerschaftliche
Gestaltung des demographischen Wandels“ mit den bür gerschaftlichen bzw. zivil-
gesellschaftlichen Akteuren und den regionalen Partnern an:
Bereits im ISM-Prozess wurde herausgearbeitet, dass bürgerschaftliches Enga-
gement sehr prägend für Münster ist. Der Wunsch der Bürgerschaft zur aktiven
Mitgestaltung ist in vielen Bereichen stark ausgepr ägt, so dass die Förderung der
bürgerschaftlichen Eigeninitiative seit langem eine n hohen Stellenwert in Münster
einnimmt.
Die Gestaltung des demographischen Wandels ist eine Aufgabe, die die gesamte
Stadtgesellschaft betrifft. Hier gilt es, die vielf ältigen Potenziale der Bürgergesell-
schaft zu erschließen. Dies bedeutet einerseits, da ss die bürgerschaftliche Eigen-
verantwortung für eigene Belange, aber auch für das „Gemeinwohl“ gefördert wer-
den muss, anderseits müssen sich aber auch die staatlichen Einrichtungen für das
Engagement von Kräften aus der Zivilgesellschaft öf fnen. Bürgerschaftliches En-
gagement muss sowohl gefordert als auch gefördert werden.
Die partnerschaftliche Gestaltung des demographisch en Wandels wird damit zu
einer entscheidenden Zukunftsaufgabe. Aus räumliche r Sicht ist diese Frage be-
reits beim „demographischen Schulterschluss mit der Region“ thematisiert worden.
Aus gesellschaftlicher Sicht wird zivilgesellschaft liches Engagement damit zum
„sozialen Bindeglied“ der „generationengerechten St adt im demographischen
Gleichgewicht“. Aufgrund der vorhandenen Stärken bietet auch der partnerschaft-
liche Ansatz ein wichtiges Profilierungs- und Posit ionierungspotenzial im „demo-
graphischen Wettbewerb“.
21
4.4 Wichtige Handlungsfelder und strategische Handl ungsempfehlungen
Auf Basis des Leitbilds „Stadt im demografischen Gleichgewicht“, der Leitbild-Anker
„attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich“ sowie der sozioökonomischen
Stärken und Schwächen von Münster lassen sich zur Gestaltung des demografi-
schen Wandels wichtige Handlungsfelder identifizieren und strategische Handlungs-
empfehlungen formulieren.
Die im Folgenden vorgestellten, sehr grundsätzlichen strategischen Handlungsemp-
fehlungen sind im Sinne des Steuerungszyklus „demografieorientierte Stadtentwick-
lung“ in den nächsten Arbeitsschritten zu konkretisierten und zu operationalisieren.
Dies setzt voraus, dass vorab eine Verständigung über das Leitbild, grundsätzliche
Ziele und wichtige Handlungsfelder einer demographieorientierten Stadtentwicklung
erzielt wird. Dies wird mit dem vorliegenden Bericht angestrebt.
Wie die Bestandsaufnahme gezeigt hat, wird in Münster schon in vielfältiger Weise
auf den demografischen Wandel reagiert. Unter Bezugnahme auf das Leitbild und
die Handlungsfelder besteht mittels des Steuerungskreislaufs „demografieorientierte
Stadtentwicklung“ nun die Möglichkeit, die bisherigen Handlungsansätze noch stra-
tegischer auf das Leitbild hin auszurichten und damit den integrierten Ansatz zu stär-
ken. Gleichzeitig wird hiermit den begrenzten finanziellen und personellen Ressour-
cen Rechnung getragen.
Um eine Verbindung zwischen den bisherigen Ansätzen und den aus dem Leitbild
abgeleiteten strategischen Handlungsempfehlungen zu schaffen, werden im Folgen-
den den vorgeschlagenen strategischen Empfehlungen exemplarisch bereits vor-
handene Projekte und Ansätze zugeordnet. Hiermit werden gleichzeitig die strategi-
schen Handlungsempfehlungen konkretisiert und deren Richtung verdeutlicht. Eine
tragfähige Entwicklung neuer Maßnahmen kann erst nach Abschluss der Verständi-
gungsprozesse zum Leitbild und zu prioritären Handlungsfeldern für eine demogra-
fieorientierte Stadtentwicklung erfolgen.
Gemäß dem Ziel einer partnerschaftlichen Gestaltung des demografischen Wandels
richten sich die Handlungsempfehlungen zwar vorrangig an die städtischen Akteure,
grundsätzlich ist jedoch die Gestaltung des demografischen Wandels eine Aufgabe,
22
der sich die gesamte Stadtgesellschaft stellen muss. Damit sind alle gesellschaftli-
chen Gruppen sowie auch regionalen Akteure in entsprechenden Handlungsfeldern
Adressaten der Empfehlungen.
a) Übergreifende Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen
• Generationengerechte Stadt
o Münster fördert den Austausch und das Miteinander der Generationen
mit dem Ziel generationenübergreifender Solidarität (z.B. Beteiligung
des Jugendinformations- und -beratungszentrums/JiB am Bundesmo-
dellvorhaben „Generationsübergreifende Freiwilligen dienste“, Aktivitä-
ten des „Verein für Generationengerechtigkeit e.V. Münster“, Konzepti-
on und Realisierung von Mehrgenerationenhäusern)
o Münster fördert generationenübergreifende Projekte in allen Hand-
lungsfeldern (z.B. Wohnpartnerschaften zwischen Jun g und Alt im
Rahmen des Projekts „Wohnen für Hilfe“, Zukunftswer kstatt „Gemein-
sam für ein faires Münster – Jugendrat und Senioren vertretung“ im
Rahmen des Bundesprojektes „Generationen lernen gemeinsam Nach-
haltigkeit“)
• Integration
o Migration und Integration sind als Chance für die Münsteraner Stadt-
entwicklung zu verstehen („Potenzialansatz“). Das L eitbild „Migration
und Integration Münster“ bündelt die Handlungsfelde r und Handlungs-
ansätze im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe an der Münsteraner
Gesellschaft
o Nach Abschluss der Diskussionen und der parlamenta rischen Be-
schlussfassung zum Leitbild „Migration und Integration in Münster“ liegt
dann ein integrationspolitisches Gesamtkonzept als Basis für die Arbeit
von Rat, Ausländerbeirat, Verwaltung, freien Träger n und zivilgesell-
schaftlichen Akteuren vor
• Soziale Balance und Solidarität zwischen allen Tei len der Bürgerschaft
o Münster soll als lebendige, geschlechtergerechte u nd tolerante Stadt
weiterentwickelt werden, in der unterschiedliche Mi lieus und Ethnien
23
ohne soziale Konflikte zusammenleben (z.B. Leitbild „Migration und In-
tegration Münster“)
o Die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger so llen unter beson-
derer Berücksichtigung des demographischen Wandels aufgegriffen,
befriedigt und/oder transportiert und vernetzt werd en (z.B. stadtteilori-
entierte Altenhilfe- und Pflegeplanung, Durchführun g des Programms
„Soziale Stadt – Kinderhaus/Brüningheide“)
• Geschlechtergerechte Stadt
o Münster berücksichtigt bei der Stadtentwicklung di e spezifischen Le-
benssituationen von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern
und die daraus resultierenden Bedürfnisse (z.B. ges chlechterdifferen-
zierte Auswertung der Bürgerumfragen als Grundlage für zielgruppen-
orientierte Maßnahmen, Kooperationsvereinbarung zwi schen Frauen-
büro und Dezernat für Planung, Bau und Marketing)
o Verbesserung der Chancen und Lebensperspektiven vo n Frauen sowie
Abbau der strukturellen Benachteiligung im demograp hischen Wandel
(z.B. spezifische Projekte zur Verbesserung der Leb enssituation von
Mädchen und Frauen, u.a. berufliche Lebensplanung v on Frauen und
Mädchen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Perspektivent-
wicklung zur Lebensgestaltung älterer und alter Frauen)
b) Handlungsfelder nach Zielgruppen/Lebenslagen und strategische Hand-
lungsempfehlungen
• Kinder, Jugendliche und Familien
o Förderung der Kinder- und Familienfreundlichkeit i n Münster (z.B. Aus-
bau von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren , Schaffung der
Voraussetzungen für familienfreundliches Wohnen, Ju gendrat als wich-
tiges Instrument für eine kinder- und familienfreun dliche Stadtentwick-
lung und als wichtiger Partner für den generationen übergreifenden Dia-
log)
o Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Ber uf in Münster (z.B.
Tagesbetreuungsausbauprogramm für die Betreuung, Fö rderung und
Bildung von Kindern unter 3 Jahren, weiterer Ausbau von Betreuungs-
24
bzw. Ganztagsplätzen in Schulen, Förderung der Fami lienfreundlichkeit
von Unternehmen)
• Auszubildende und Fachkräfte
o Münster fördert die Ausbildung (z.B. Ausbildungspa kt der Agentur für
Arbeit, der Kammern und weiterer Akteure, Tätigkeit der Arbeitsmarkt-
initiative jugend+, Girl´s day mit dem besonderen S chwerpunkt der
Fachkräftegewinnung) und unterstützt die Betriebe b eim Werben um
Fachkräfte bzw. beim Halten von Fachkräften
o Schaffung der planerischen und liegenschaftlichen Rahmenbedingun-
gen für ein nachfragegerechtes, ausreichendes und b ezahlbares Woh-
nungsangebot
• Studentinnen/Studenten, Absolventinnen/Absolventen und Wissenschaftlerin-
nen/Wissenschaftler
o Schaffung guter Rahmenbedingungen für studentische s Wohnen und
Leben in Münster (z.B. Investorenberatung „Studenti sches Wohnen,
Runder Tisch zur studentischen Wohnraumversorgung)
o Verbesserung der Kundenorientierung gegenüber ausl ändischen Stu-
dierenden und Wissenschaftlern (z.B. mehrsprachige Informations- und
Verwaltungsangebote, Entwicklung zielgruppenorienti erte Beratungs-
angebote)
• Seniorinnen und Senioren
o Förderung der Möglichkeiten, im gewohnten Lebens- und Wohnumfeld
älter zu werden (z.B. Wohnberatung für das „Wohnen im Alter“, Hilfen
beim Umzug, Förderprogramm „Von Mensch zu Mensch“)
o Neuorientierung sozialer Dienstleistungen für älte re Menschen im
Rahmen einer ressort- und ämterübergreifenden Alten hilfe- und Pflege-
planung unter geschlechterdifferenzierte und interk ulturellen Gesichts-
punkten (Partizipative Entwicklung eines Gesamtkonz eptes mit Stadt-
teilorientierung als Umsetzung, Vorl. V/0764/2007).
25
c) Handlungsfelder, die Einwohner „festhalten“ oder „anziehen“ und strategi-
sche Handlungsempfehlungen
• Hochschulorientierte Stadtentwicklungspolitik
o Abstimmung gemeinsamer Entwicklungsstrategien von Stadt und
Hochschulen (z.B. Konzertierte Aktion Wissenschafts stadt) und Unter-
stützung von strategischen Infrastrukturprojekten f ür die Hochschulent-
wicklung (z.B. Zentrum für Nanotechnologie/CenTech, planerische Si-
cherung von Flächen)
o Profilierung und Positionierung von Münster als ex zellentem Hoch-
schulstandort mit hoher Lebensqualität (z.B. profil bildende Veranstal-
tungen, gemeinsames Standortmarketing mit den Hochschulen)
• Bildungs- und Ausbildungspolitik
o Auf der Basis der erweiterten Schulträgerschaft pr ofiliert sich Münster
weiter als attraktiver Bildungsstandort (z.B. Forts chreibung des Me-
dienentwicklungsplans, Einrichtung von Forscherwerk stätten in Grund-
schulen) und ermöglicht der Schullandschaft mit vor liegenden den Be-
schlüssen zur Schulentwicklungsplanung bis 2009/10 eine weitgehend
eigenverantwortliche Ausprägung attraktiver pädagog ischer Profile und
Angebotsstrukturen
o Münster profiliert sich als Standort mit „exzellen ten“ Ausbildungsper-
spektiven für Jugendliche (z.B. Stärkung der lokale n Netzwerke für
Ausbildung und Initiative für Beschäftigung, Verbes serung der Berufs-
wahlfähigkeit und Ausbildungsfähigkeit durch gemeinsame Projekte von
Kammern, Wirtschaft und Schulen)
• Wirtschaft und Arbeitsmarkt
o Positionierung Münsters als einer der führenden Wi rtschaftsstandorte
Nordrhein-Westfalens durch Umsetzung der Ergebnisse des Projektes
„Kompetenzfeldentwicklung Münster.Land“ und konsequ ente Kunden-
orientierung
o Verstärkung des Wissenstransfers zwischen Wissensc haft und örtli-
cher/regionaler Wirtschaft (z.B. Nutzung des Potenz ials der Universität
und der Fachhochschulen für die wirtschaftliche Ums etzung) sowie
Bindung der bleibewilligen Absolvierenden an Münste r (z.B. Förderung
26
studentischer Unternehmensgründungen und Ausgründun gen aus den
Hochschulen)
• Positionierung als Gesundheitsstadt
o Stärkung des Bereichs öffentlicher Gesundheit für alle Generationen,
Entwicklung und Umsetzung gesundheitsfördernder Han dlungskonzep-
te gemeinsam mit den Akteuren der Gesundheitskonfer enz (z.B. Ge-
sund aufwachsen in Münster, Gesundheitsförderung im Alter, Gesund-
heit von Migranten)
o Entwicklung des Themenfeldes „Gesundheit/Life Scie nce“ in den Spezi-
fizierungen „Medizintechnik und Pharma“ und „Präven tivmedizin“ ge-
meinsam den Hochschulen, der münsterschen Wirtschaf t, der Wirt-
schaftsförderung und den städtischen Fachdienststel len (v.a. Gesund-
heitsplanung) zu einem Marken- und Profilierungsthe ma für Münster
(z.B. Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt)
• Wohnungspolitik/Strategische Wohnstandortentwicklu ng
o Münster stellt die Baulandpolitik und die Wohnungs marktpolitik in den
Dienst der Einwohnerbindung und Einwohnergewinnung. Der Bauland-
und Wohnungsmarkt muss zielgruppenorientiert ein be zahlbares Ange-
bot dafür bieten, dass sich Münster im Wettbewerb d er Städte und Re-
gionen weiterhin zu einem attraktiven Bildungs-, Wi ssenschafts- und
Wirtschaftszentrum entwickeln kann.
o Die zentralen Ziele für den Umgang mit dem Herausf orderungen des
demographischen Wandel im Bereich „Wohnen“ und die strategische
Wohnstandortentwicklung formuliert das „Bündnis für Wohnen“, das im
Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ (Wohnungswirtschaft, Politik, Verwal-
tung) entwickelt wurde. Hierbei handelt es sich um die Stärkung des
Wohnstandorts Münsters und die Qualitäten der Quart iere, die Unter-
stützung der Bestandserneuerung und Infrastrukturen twicklung durch
vorsorgende Gestaltung und die Umsetzung einer nach fragegerechte-
ten, zukunftssicheren Bauland- und Neubaupolitik.
27
• Hohe Lebensqualität für alle Generationen: Umwelt und Natur, Freizeit und Sport,
Kunst und Kultur
o Münster entwickelt „weichen Standortfaktoren“ gezi elt weiter durch ho-
he Freiraum- und Naturqualitäten, durch ein attraktives und finanzierba-
res Freizeit-, Sport-, Kunst- und Kulturangebot (z. B. Entwicklung des
Aaseekonzepts, Umsetzung des „Pakt für den Sport“, Unterstützung
der Skulptur Projekte Münster 2007)
o Münster schafft eine hohe Lebensqualität für alle Generationen, die
sich an den Zielgruppen einer demografieorientierte n Stadtentwicklung,
der Funktionsfähigkeit und Lebendigkeit der Stadtte ile sowie den finan-
ziellen Ressourcen orientiert
d) Räumliche Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen
• Demografieorientierte Infrastruktur- und Quartiers entwicklung
o Ausrichtung der Infrastrukturentwicklung an den Er gebnissen der
„Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2005 – 2015“ (z.B. Entwicklung
von Kindertagesbetreuungseinrichtungen, Vermeidung von Sprungin-
vestitionen im schulischen Bereich, Entwicklung soz ialer Dienstleistun-
gen für Seniorinnen und Senioren)
o Beobachtung der „demografischen Karriere“ von Quar tieren und demo-
grafiesensible Weiterentwicklung der Quartiere durc h entsprechende
Maßnahmen (z.B. Förderung von „Neuem Wohnen“ im Bes tand, Wei-
terentwicklung der sozialen Infrastruktur, planeris che Sicherung der
Wohnungsnahen Grundversorgung)
• „Demografischer Schulterschluss“ zwischen Stadt un d Region
o Die Stadt Münster fördert die stadtregionale und i ntraregionale Zusam-
menarbeit, um einen „ruinösen Wettbewerb“ um Einwohner zu vermei-
den (z.B. Erarbeitung gemeinsamer stadtregionale Po sitionen zur Ge-
staltung des demografischen Wandels, Gründung des N etzwerks „De-
mographischer Wandel in der EUREGIO“)
o Positionierung des Münsterlands als attraktive und dynamische Region
im Wettbewerb der Regionen und Standorte, um im Wet tbewerb um
„Einwohner, Beschäftigte und Investitionen zu bestehen (z.B. Gründung
28
Münsterland Marketing, Projekt „Kompetenzfeldentwic klung Müns-
ter.Land“, Projekt „MONT-Mapping“ – durch grafische Visualisierung
der regionalen Potenziale die interregionale Zusammenarbeit im Grenz-
raum verbessern und die Region in Europa profilieren))
e) Instrumentelle Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen
• Förderung des Dialogs und des Austauschs mit der Ö ffentlichkeit und der Wirt-
schaft
o Die Gestaltung des demografischen Wandels erforder t die Schaffung
von Transparenz über die Entwicklungsoptionen und die Förderung des
offenen Dialogs mit der Bürgerschaft und allen gese llschaftlichen Grup-
pen (z.B. offene „Stadtgespräche“ von Volkshochschu le und Stadtpla-
nungsamt)
o Die Gestaltung des demografischen Wandels erforder t eine entspre-
chende Information und Bewusstseinsbildung sowie ei ne konstruktiven
Austausch mit den Akteuren aus der Wirtschaft (z.B. Austausch mit der
Wohnungswirtschaft und mit der Gesundheitswirtschaf t, Unterstützung
des lebenslangen Lernens und des Wissenstransfers z wischen den
Generationen)
• Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und Formierung strategischer Al-
lianzen mit öffentlichen und privaten Partnern
o Die Gestaltung des demografischen Wandels betrifft die gesamte Stadt-
gesellschaft. Auf der Basis eines offenen Dialogs m uss die bürger-
schaftliche Verantwortung sowohl für eigene Belange als auch für das
Gemeinwohl gefördert werden (z.B. Unterstützung von generationen-
übergreifenden Projekten)
o Münster strebt strategische Allianzen und Partners chaften zur Gestal-
tung des demographischen Wandels an (z.B. demografi scher „Schul-
terschluss“ mit der Region, Kooperationsprojekte mi t den Hochschulen
und der Wirtschaft)
29
4.5 Planerische Herausforderungen und Prüfaufträge
Aus den Ergebnissen der Kleinräumigen Bevölkerungsp rognose 2005 – 2015 und
dem Leitbild „Stadt im demografischen Gleichgewicht – attraktiv, generationenge-
recht, partnerschaftlich“ ergeben sich zwei bereits jetzt absehbare planerische Her-
ausforderungen:
• Wie kann die Innenstadt zu einem generationengerec hten Wohnstandort mit ent-
sprechender Infrastrukturausstattung und gleichzeitig zu einem attraktiven, funkti-
onsgemischten und lebendigen Mittelpunkt von Münster weiterentwickelt werden?
• Wie können die raumfunktionalen Strukturen von Mün ster angesichts der demo-
grafischen Prozesse gestaltet werden, so dass langf ristig tragfähige Siedlungs-
strukturen mit funktionsfähigen Stadtteilen, entspr echenden Infrastrukturangebo-
ten und Versorgungseinrichtungen entwickelt und sichergestellt werden?
Antworten auf diese Herausforderungen könnten zum e inen ein Masterplan „Genera-
tionengerechte Innenstadt“ und zum anderen der Einstieg in ein „demografieorientier-
tes Raumfunktionales Konzept Münster 2025“ sein. Al lerdings lassen sich zum ge-
genwärtigen Zeitpunkt noch keine konkreten Bearbeit ungsschritte benennen, viel-
mehr wäre zunächst die Aufgabenstellung dezidierter auch angesichts der bereits
laufenden Planverfahren wie z.B. die Fortschreibung des Einzelhandelskonzept und
Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans 2025 ( VEP 2025) und unter Einbe-
zug der Ergebnisse des interfraktionellen Arbeitskr eises „Wohnen“ zu formulieren,
um dann geeignete Bearbeitungsverfahren zu konzipieren und zum Beschluss vorzu-
legen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird daher mit den folg enden Begründungen vorge-
schlagen, in die Prüfung von Bearbeitungsschritten einzusteigen, um den Herausfor-
derungen gerecht zu werden, vorhandene Potenziale z ur Profilierung als attraktiver
Standort im Wettbewerb zu nutzen und langfristige D aseinsvorsorge angesichts
knapper werdender Einwohnerressourcen und Finanzmittel zu treffen.
a) Prüfung von Bearbeitungsschritten für einen „Mas terplan Generationengerechte
Innenstadt mit Schwerpunkt „generationengerechtes W ohnen“ und „demografie-
orientierte Weiterentwicklung der öffentlichen Infrastruktur“
30
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose zeigt deutlic hen Handlungsbedarf insbe-
sondere für die Innenstadt. Während 1990 noch 124.0 00 Personen im Stadtbezirk
Mitte wohnten, ging diese Zahl bis 2005 bereits auf 113.216 Personen zurück. Und
dieser Rückgang hält an. So weist die Prognose für das Jahr 2015 eine weitere
Schrumpfung um 6.890 Personen aus und damit um -6,1 % gegenüber 2005. Und
diese Abnahme wird voraussichtlich in einigen Teilb ereichen des Stadtbezirks noch
wesentlich stärker ausfallen: Altstadt - 9,9 % der Bevölkerung, Innenstadtring - 9,1 %.
Ein detaillierter Blick in die infrastrukturrelevan ten Jahrgänge zeigt anhand der Klein-
räumigen Prognose folgendes Bild: unter 3 Jahre -18 ,9 %, 3 bis unter 6 Jahre -21,3
%, 6 bis unter 10 Jahre -23,1 %, 10 bis unter 16 Ja hre -16,7 %. Auch für die Einwoh-
ner ab 70 Jahren wird eine leichte Abnahme von -0,7 % prognostiziert, während ge-
samtstädtisch diese Altersgruppe um 17,1 % zunehmen soll.
Festzuhalten ist jedoch an dieser Stelle, dass die reale Bevölkerungsabnahme in den
letzten Jahren nicht so stark erfolgt ist, wie in d er Prognose 2003 bis 2013 vorausbe-
rechnet war. Diese Tatsache könnte bereits als eine erste leichte Reaktion auf die
städtebaulichen und wohnungspolitischen Bemühungen zu interpretieren sein, die
Innenstadt auch als attraktiven Wohnort zu position ieren. So ist allein von 1990 bis
2006 der Wohnungsbestand im Stadtbezirk Mitte von 6 2.402 auf 68.492 gestiegen;
eine Entwicklung, die zu forcieren ist.
Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die dor t wohnen. Das Interesse an
Wohnungen in der Innenstadt, an der Nähe von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen hat
wieder zugenommen. Insbesondere auch ältere Menschen schätzen die soziale, me-
dizinische und kulturelle Infrastruktur. Dabei läss t sich die Frage des Zuzugs gerade
älterer Menschen in die Innenstadt noch nicht als T rend belegen (Zuzugsumfrage
2006).
Generell muss es jedoch erklärtes städtisches Ziel sein, das Wohnen in der Innen-
stadt nicht nur für eine soziale Schicht und bestim mte Lebensstilgruppen zu realisie-
ren, sondern für Menschen in allen Lebensphasen und sozialen Schichten zu ermög-
lichen. Eine Durchmischung innerstädtischer Wohnstr ukturen ist eine wichtige Vor-
aussetzung, um ein offenes und urbanes innerstädtis ches Leben zu verwirklichen.
31
Dem Wohnumfeld und dem Anspruch an Grundversorgung, Lebensqualität wie auch
an Mobilität kommt dabei zentrale Bedeutung zu.
Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, dass in der Altstadt und inner-
halb des Innenstadtrings vielfältige Nutzungen aufe inandertreffen. Die City ist mit
ihrer vielfältigen Nutzungsmischung aus Einzelhande l, Dienstleistungen, Gastrono-
mie, touristischen Anziehungspunkten, kulturellen u nd kirchlichen Einrichtungen so-
wie zahlreichen Bildungseinrichtungen bzw. Hochschu linstituten der lebendige Mit-
telpunkt von Münster und damit auch ein wichtiger P rofilierungsfaktor für ein attrakti-
ves Münster. Es gilt daher, zu einer möglichst vert räglichen Zuordnung der Funktio-
nen zu kommen und die Rahmenbedingungen für einen v erträglichen Nutzungsmix
mit einer entsprechenden Wohnfunktion zu schaffen.
Im Einzelnen bieten sich folgende Prüfschritte zur Entscheidung über die Bearbei-
tung einen Masterplans „Generationengerechte Innens tadt“ mit den Schwerpunkten
„Generationsgerechtes Wohnen“ und „demografieorientierte Weiterentwicklung der
öffentlichen Infrastruktur“ an:
• Quartiersbezogene Analyse der realen und der progn ostizierten Bevölkerungs-
entwicklung nach Altersgruppen
• Quartiersbezogene Analyse der Fort- und Zuzüge nac h Altersgruppen
• Darstellung der öffentlichen Infrastruktur und Unt ersuchung von Möglichkeiten zur
generationengerechten Weiterentwicklung
• Identifikation von Potenzialräumen zur Stärkung de r Wohnfunktion für familienori-
entiertes Wohnen, für seniorengerechtes Wohnen und für studentisches Wohnen.
Hierbei kann auf die zurzeit laufende Bearbeitung d er wohnungspolitischen An-
träge aufgesetzt werden.
• Identifikation von Aufwertungsmöglichkeiten der öf fentlichen Räume, um familien-
orientiertes und seniorengerechtes Wohnen in der Innenstadt zu unterstützen
• Abgleich der Möglichkeiten für generationengerecht es Wohnen mit weiteren
Planprozessen in der Innenstadt (z.B. Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts,
Bearbeitung der wohnungspolitischen Anträge)
32
• Dialog über die Wege zu einer generationengerechte n Innenstadt mit Bewohnern,
mit Interessenvertretern und mit Investoren sowie K ommunikations-
/Dialogprozesse in Quartieren mit Entwicklungsmöglichkeiten/-notwendigkeiten.
• Diskussion der Prüfergebnisse im Arbeitskreis „Woh nen in Münster“
Im Ergebnis werden Aussagen zu den Möglichkeiten ei nes Masterplans „Generatio-
nengerechte Innenstadt“ angestrebt. Auf dieser Basi s ist dann über den Einstieg in
ein konkretes Erarbeitungsverfahren zu entscheiden, das über einen Masterplan
„Generationengerechtes Wohnen und demografieorienti erte Infrastruktur“ zu einem
räumlichen Steuerungs- und Koordinierungsinstrument für die Innenstadt führen
könnte, was zugleich das Ziel einer lebendigen Mitte von Münster unterstützt.
b) Orientierungswertberechnung 2025 und Prüfung ein es Einstiegs in die Fortschrei-
bung des Raumfunktionalen Konzepts Münster 2025 unt er Berücksichtigung des
„demographischer Wandels“
Die Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2005 – 2015 m it ihrer Relevanz für die mit-
telfristige Infrastrukturentwicklung und Investitio nsplanung ist eine wichtige Grundla-
ge für eine demographieorientierte Stadtentwicklung , kann aber längerfristige Pla-
nungsperspektiven nicht aufgreifen. Um jedoch auch einer längerfristigen Planungs-
perspektive gerecht werden zu können, soll auf der Basis des Beschlusses zum der-
zeit in der Fortschreibung befindlichen Regionalpla n, der den Zeithorizont bis 2025
abdeckt, und auch im Kontext der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes
der Stadt Münster eine neue kleinräumige Orientieru ngswertberechnung 2025 erar-
beitet werden.
Auf dieser Basis wäre dann ein Einstieg in eine Bew ertung der Siedlungsstrukturen
vor dem Hintergrund des demographischen Wandels mög lich und notwendig. Ob-
wohl gesamtstädtisch nach Modellrechungen der Bezir ksregierung Münster erst ab
2030 mit einem Rückgang der Bevölkerungszahlen zu r echnen ist, sind auf Stadtteil-
ebene heute schon neben wachsenden und stabilen auc h rückläufige Bevölkerungs-
zahlen zu verzeichnen. Perspektivisch wird sich der Wettbewerb um Einwohner zwi-
schen den Regionen und Städten weiter verstärken un d die Entwicklung angemes-
sener öffentlicher Infrastrukturangebote aufgrund d er Alterung der Bevölkerung ein
zunehmend wichtigeres Thema werden.
33
Daher gilt es, unter Beachtung der Vorgaben des Reg ionalplans 2025 eine entspre-
chende Orientierungswertberechnung durchzuführen, d ie nicht nur in die Fortschrei-
bung des Verkehrsentwicklungsplans 2025 Eingang fin det, sondern auch zur Analy-
se der langfristigen Stadtteilentwicklung genutzt w erden kann. Nach Beschlussfas-
sung zum Regionalplan Regierungsbezirk Münster- Tei labschnitt Münster wäre zu
prüfen, welche Auswirkungen auf die langfristige Si edlungsstrukturentwicklung und
die öffentliche Infrastruktur zu erwarten sind.
Zusammen mit dem ersten Ergebnissen aus dem demogra fischen Monitoring sind
dann Bearbeitungsschwerpunkte für den Einstieg in e in demografieorientiertes raum-
funktionales Konzept zu formulieren, die den Auswir kungen und Folgen des demo-
grafischen Wandels gerecht werden. Das gilt für die Siedlungsentwicklung ebenso
wie für die Freiflächenversorgung. Aber auch der As pekt der Infrastrukturauslastung
und –bereitstellung wird in diesem Kontext neu zu ü berdenken und planen sein.
Zentrale und infrastruktursichernde Leitlinien sind dabei sicherlich die Stärkung des
städtischen Netzes an zentralen Einrichtungen und d ie Bündelung öffentlicher und
privater Entwicklungspotenziale, u. a. durch den Au sbau von Stadtteil- und Quar-
tierszentren, und das bei räumlicher Integration vo n stadtteilbezogenen kulturellen
und sozialen Einrichtungen. Und schließlich ist auc h die Konzentration der Einzel-
handels-Nahversorgung an integrierten, wohnortnahen Standorten zu forcieren.
In einem ersten Schritt wäre nach Beschlussfassung zum Regionalplan die Orientie-
rungswertberechnung 2025 zu erstellen, um dann die Bausteine für ein auch demo-
grafieorientiertes raumfunktionales Konzept zu form ulieren und diese dann zum Be-
schluss vorzulegen. In diesem Kontext wären auch di e Ergebnisse der Gespräche
mit den Umlandgemeinden zum „demographischen Schult erschluss“ zu würdigen
und einzubeziehen.
5. Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verk ehrsplanung hat mit der Erar-
beitung des nun vorgelegten Handlungskonzeptes „demografischer Wandel in Müns-
34
ter“ die bestehenden Ansätze der Verwaltung unter d em Dach des Leitbildes zu-
sammengefasst. Zur weiteren Umsetzung des Konzeptes in den „Verwaltungsalltag“
bedarf es jetzt folgender Schritte:
o Kommunikation/Kooperation mit der Stadtgesellschaf t
Die Verwaltung wird ein Kommunikations- und Koopera tionskonzept erarbeiten
ausgerichtet an den unterschiedlichen Informationsb edürfnissen von Politik,
Bürgerschaft und Verwaltung. Ziel des Konzeptes ist die hinreichende Sensibili-
sierung für die wesentlichen Merkmale der zu erwart enden Bevölkerungsent-
wicklung in Münster zum Zwecke eines gemeinsamen, l eitbildorientierten Vor-
gehens. Neben den lokalen Gestaltungskräften wird a uch die Stadtregion in
diesen Prozess eingebunden. Als Auftaktveranstaltun g wird die Verwaltung
hierzu im Herbst 2008 ein öffentliches Hearing durc hführen. Mit dieser Veran-
staltung sollen auch vorhandene bürgerschaftliche Potenziale für die Gestaltung
des demografischen Wandels frühzeitig aktiviert werden, denn die künftigen An-
forderungen können von den Kommunen allein nicht bewältigt werden.
Neben dieser gezielten Ansprache und Mitnahme der i nteressierten Bürger-
schaft und Stadtgesellschaft soll das Handlungskonz ept ‚demografischer Wan-
del in Münster’ in geeigneter Form in der Reihe ‚Stadtforschung, Stadtentwick-
lung, Stadtplanung’ veröffentlicht werden. Somit werden die Inhalte, die metho-
dische und systematische Aufarbeitung, die Fokussierung auf ein münsterspezi-
fisches Leitbild, die Ableitung von Handlungsempfeh lungen und die Kernaufga-
ben im weiteren Vorgehen nicht nur einer breiten Öf fentlichkeit sondern auch
der Fachwelt bekannt gemacht.
Zur weiteren gezielten Einbindung der Bürgerschaft soll auch das bewährte und
erprobte Instrument der Bürgerumfragen, das regelmä ßig auch zentrale The-
men der Stadtentwicklung aufgreift, konkret zu der Thematik des demografi-
schen Wandels eingesetzt werden. So soll die Bürger umfrage 2008 zu Inhalten
des demografischen Wandels, insbesondere auch im Ko ntext des Leitbildes
‚Münster im demografischen Gleichgewicht’ durchgeführt werden, um weitere
repräsentative Ergebnisse und damit wichtige Planun gsinformationen zu ge-
winnen.
35
o Aufbau eines Beobachtungs- und Frühwarnsystems
Von zentraler Bedeutung in einem Steuerungszyklus d emografieorientierte
Stadtentwicklung und damit auch fester Bestandteil in einem Handlungskonzept
demografischer Wandel ist der Aufbau eines demograf ischen Beobachtungs-
und Frühwarnsystems sowie einer systematischen Über prüfung, und dieses
sowohl gesamtstädtisch wie auch auf der Quartierseb ene, denn die demografi-
schen Veränderungen werden sich zu allererst kleinräumig bemerkbar machen.
Erste methodische Schritte hin zu einer quartiersbe zogenen Betrachtung mit
dem Ziel einer Quartierssicherung wurden bereits im AK ‚Wohnen in Münster’
erarbeitet. So wurden Bevölkerungsstruktur, Wohnung sbestand, Infrastruktur,
Wohnumfeld und der Aspekt der Gebietsdynamik näher betrachtet. Diesen An-
satz gilt es weiterzuentwickeln. Eine wichtige und zentrale Informationsquelle
liefert dabei in erster Linie die kleinräumige Bevö lkerungsprognose 2005 bis
2015 mit den kleinräumigen Angaben zur Entwicklung der altersgruppenspezifi-
schen Struktur (vgl. Anlage 3). Ergänzt um einen jä hrlichen Abgleich der Prog-
nose mit der tatsächlichen Entwicklung bildet die kleinräumige Bevölkerungs-
prognose auch gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die mittelfristige Investi-
tions- und Infrastrukturplanung. Dieses insbesonder e für die Wohnfolgeinfra-
struktur, die in ihrem Angebot auf dieser Grundlag e nachfragegerecht und res-
sourcenorientiert entwickelt werden kann.
Es kann zum Beispiel davon ausgegangen werden, das s in Stadtteilen mit grö-
ßerem Altbestand an Einfamilienhausgebieten und ent sprechend homogener
Altersstruktur ohne präventive Maßnahmen eine Ausdü nnung der Bevölkerung
stattfinden wird, die ihrerseits dann wieder zu ein er Unterausnutzung von Ver-
sorgungseinrichtungen (soziale Infrastruktur und Ei nzelhandel) führen wird.
Quartiersprofile liefern z. B. gerade hier wertvoll e Hinweise zu Handlungsnot-
wendigkeiten und möglichen Handlungsansätzen, um de n Risiken alternder
Quartiere frühzeitig zu begegnen und präventiv soz iale, versorgende und tech-
nische Infrastruktur zu sichern. Auch das Thema ‚ne ues Wohnen im Bestand’
kann hier zur Problemlösung helfen, und das nicht n ur mit Umbau- und Nach-
rüstmaßnahmen, sondern auch mit weiteren Neubaumaßnahmen.
36
Mit dem Anspruch der präventiven Quartierssicherung werden die Analyse und
die Prognose der Bevölkerungsentwicklung damit weit erhin im Fokus der Stadt-
entwicklung stehen und noch weiter auszubauen sein. Es bedarf aber auch der
Erarbeitung weiterer Indikatoren, um die demografis che Entwicklung in ihren
Folgen gesamtstädtisch, in den Stadtteilen und auf der Quartiersebene abbilden
zu können. So gehören sicherlich auch die Analyse v on Familienwanderungen,
Bildungswanderungen, Seniorenwanderungen, die Arbeitsplatzentwicklung oder
auch die Entwicklung der Erwerbstätigen zu den wich tigen Kenngrößen. In Ko-
operation mit der Stadtforschung, der Statistikdie nststelle und betroffenen
Fachämtern gilt es hier auf der Basis von kleinräum ig verfügbaren Indikatoren
ein entsprechendes Monitoring- und Frühwarnsystem aufzubauen, um die wich-
tigsten Kenngrößen des demografischen und sozialen Wandels regelmäßig zu
überprüfen und die einzelnen Fachbereiche der Verwa ltung jährlich über kom-
munalpolitisch relevante Veränderungen und neue Perspektiven zu informieren.
o Prüfung von Bearbeitungsschritten für einen Master plan ‚Generationengerechte
Innenstadt’
Im Einzelnen bieten sich folgende Prüfschritte zur Entscheidung über die Bear-
beitung einen Masterplans „Generationengerechte Innenstadt“ mit den Schwer-
punkten „Generationsgerechtes Wohnen“ und „demograf ieorientierte Weiter-
entwicklung der öffentlichen Infrastruktur“ an:
• Quartiersbezogene Analyse der realen und der progn ostizierten Bevölke-
rungsentwicklung nach Altersgruppen
• Quartiersbezogene Analyse der Fort- und Zuzüge nac h Altersgruppen
• Darstellung der öffentlichen Infrastruktur und Unt ersuchung von Möglichkei-
ten zur generationengerechten Weiterentwicklung
• Identifikation von Potenzialräumen zur Stärkung de r Wohnfunktion für fami-
lienorientiertes Wohnen, für seniorengerechtes Wohn en und für studenti-
sches Wohnen. Hierbei kann auf zurzeit laufende Bea rbeitung der woh-
nungspolitischen Anträge aufgesetzt werden.
• Identifikation von Aufwertungsmöglichkeiten der öf fentlichen Räume, um
familienorientiertes und seniorengerechtes Wohnen i n der Innenstadt zu un-
terstützen
37
• Abgleich der Möglichkeiten für generationengerecht es Wohnen mit weiteren
Planprozessen in der Innenstadt (z.B. Fortschreibun g des Einzelhandels-
konzepts, Bearbeitung der wohnungspolitischen Anträge)
• Dialog über die Wege zu einer generationengere chten Innenstadt mit Be-
wohnern, mit Interessenvertretern und mit Investore n sowie Kommunikati-
ons-/Dialogprozesse in Quartieren mit Entwicklungsm öglichkeiten/-
notwendigkeiten
• Diskussion der Prüfergebnisse im Arbeitskreis „Woh nen in Münster“
Vor diesem Hintergrund soll die Erstellung von Quar tiersprofilen in der Innen-
stadt beginnen, um auf der Basis der Auswertung di e Bearbeitungsschritte und
inhaltlichen Schwerpunkte für einen Masterplan gene rationengerechte Innen-
stadt formulieren zu können. Weitere Details finden sich in Kap. 4.5 der Kurz-
fassung.
o Orientierungswertberechnung 2025 als Einstieg in d ie Erarbeitung eines Raum-
funktionalen Konzeptes ‚demografischer Wandel’
Die Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2005 – 2015 mit ihrer Relevanz für die
mittelfristige Infrastrukturentwicklung und Investi tionsplanung ist eine wichtige
Grundlage für eine demografieorientierte Stadtentwi cklung, kann aber länger-
fristige Planungsperspektiven nicht aufgreifen. Um jedoch auch einer längerfris-
tigen Planungsperspektive gerecht werden zu können, soll auf der Basis des
Beschlusses zum derzeit in der Fortschreibung befin dlichen Regionalplan, der
den Zeithorizont bis 2025 abdeckt, und auch im Kont ext der Fortschreibung des
Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Münster eine n eue kleinräumige Orien-
tierungswertberechnung 2025 erarbeitet werden. Auf dieser Basis wäre dann
ein Einstieg in eine Bewertung der Siedlungsstruktu ren vor dem Hintergrund
des demographischen Wandels möglich und notwendig.
o Fortsetzung des interkommunalen Kooperations- und Kommunikationsprozes-
ses
Eine besondere Bedeutung kommt auch den interkommun alen Netzwerken zu.
Wesentlich ist dabei, nicht in einen ruinösen Wettb ewerb um das ‚Gut Bevölke-
38
rung’ einzutreten, den jeder nur verlieren kann. Es gilt vielmehr auf der Basis
regionaler Bevölkerungsprognosen sich über Zielsetz ungen künftiger raum-
struktureller und raumfunktionaler Entwicklungen au szutauschen. Dabei spielt
auch die Verständigung über Wohnsiedlungstypen und Funktionen im kommu-
nalen Zentrensystem eine Rolle, denn künftig wird n icht mehr jede Kommune
alle Angebote vorhalten können.
Und auch die Kooperation in der Stadtregion Münster , die seit 1999 zwischen
der Stadt Münster und 11 Umlandgemeinden besteht, i st als Kooperationsplatt-
form zu nutzen. Die demografische Entwicklung, die insbesondere über Wande-
rungen geprägt wird, ist gerade im unmittelbaren Ve rflechtungsbereich zu un-
tersuchen. So sind die laufenden Austauschprozesse mit den Vertretern der
Stadtregion fortzusetzen bzw. Gespräche mit dem Zie l eines demografischen
Schulterschlusses aufzunehmen. Dabei soll zunächst der Austausch über die
demografische Entwicklung und die Folgen im Vorderg rund stehen. So ist zum
Beispiel die Workshopreihe ‚der demografische Wande l in der EUREGIO’ mit
der Intention, voneinander zu lernen, entstanden, wo aus der Praxis für die Pra-
xis demografiespezifische Fragestellungen aufbereit et und über gute Beispiele
erläutert worden sind. Hier ist die Stadt Münster zentraler Netzwerkpartner.
o Regelmäßige Berichterstattung
Die demografische Standortbestimmung der Stadt Müns ter soll regelmäßig ak-
tualisiert und dabei gleichzeitig das Handlungskonz ept evaluiert und fortge-
schrieben werden. Nach Vorlage der Fortschreibung d er kleinräumigen Bevöl-
kerungsprognose 2005 - 2015, der Erarbeitung erster Quartiersprofile und des
Frühwarnsystems demografischer Wandel sowie erster Analysen soll ein erster
Bericht zur demografischen Entwicklung in Münster 2010/2011 den parlamenta-
rischen Gremien vorgelegt werden.
Das vorliegende Handlungskonzept Demografischer Wan del dient einer verstärk-
ten Aktivierung der gesamtgesellschaftlichen Kräfte zum Wohle der Stadt Münster
im demografischen Gleichgewicht.
Anlage 2 zur Vorlage 371/08
Handlungskonzept Demografischer Wandel in Münster
______________________________________
Demografiebericht, Demografie-Leitbild und Steuerungszyklus für eine
demografieorientierte Stadtentwicklung
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Mai 2008
- 2 -
- 3 -
1 Einleitung......................................... ................................................................................5
2 Aufgabenstellung und Herangehensweise ......................................................................7
3 Münster im Spiegel aktueller Bevölkerungsprognosen..................................................10
3.1 Entwicklungsperspektiven in Bundes-, Landes- und Regionalprognosen..............10
3.1.1 „Bevölkerung Deutschlands bis 2050 – 11. koordinierte
Bevölkerungsvorausberechnung“ .....................................................................10
3.1.2 Vorausberechnung der Bevölkerung in den kreisfreien Städten und
KreisenNordrhein-Westfalens 2005 – 2025/2050 .............................................13
3.1.3 Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregierung Münster:
Demographischer Wandel und seine Konsequenzen für den
Regierungsbezirk Münster........................... .....................................................16
3.1.4 Wegweiser „Demographischer Wandel“ der Bertelsmann Stiftung –
Aussagen für Münster.......................................................................................19
3.2 Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2005 bis 2015................21
3.2.1 Ansatz und besondere Qualitäten ....................................................................21
3.2.2 Zentrale Ergebnisse..........................................................................................23
3.3 Schlussfolgerungen aus der demographischen Standortbestimmung ...................31
4 Demographieanalyse und Handlungsfelder...................................................................34
4.1 Kinder, Jugendliche und Familie ............................................................................34
4.2 Bildung und Wissenschaft........................... ...........................................................38
4.3 Wirtschaft und Arbeitsmarkt ....................... ...........................................................40
4.4 Haushaltestrukturen und Wohnungsmarkt ............ ...............................................41
4.5 Lebensqualität........................................................................................................44
4.6 Senioreninnen und Senioren..................................................................................45
4.7 Migration und Integration .......................................................................................47
4.8 Öffentliche Finanzen ..............................................................................................48
4.9 Regionale Kooperation...........................................................................................50
5 Vom Münster-Profil „Wissenschaft und Lebensart“ zum Demographie-Leitbild
„Stadt im demographischen Gleichgewicht – attraktiv , generationengerecht,
partnerschaftlich“ ...........................................................................................................51
- 4 -
5.1 Integrierte Stadtentwicklungsplanung und Steuerungszyklus
„Demographieorientierte Stadtentwicklung“ – Strategische Antworten auf
den demographischen Wandel ..............................................................................51
5.2 Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept (ISM) und
stadtstrategische Ziele – Eckpunkte für ein Demographieleitbild ...........................53
5.3 Münster im „demografischen Gleichgewicht“: attraktiv,
generationengerecht, partnerschaftlich............. .....................................................56
5.4 Wichtige Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen ..................60
5.5 Planerische Herausforderungen und Prüfaufträge.................................................68
6 Monitoring und Controlling.............................................................................................72
6.1 Die kleinräumige Bevölkerungsprognose: Frühwarnsystem und
Orientierungsgröße für die Infrastrukturplanung ....................................................73
6.2 Die Haushaltestatistik, ein weiterer Informationsträger in der
Beobachtung des demografischen Wandels..........................................................74
6.3 Aufbau eines Monitoring- und Controllingsystems .................................................75
7 Kommunikation und Kooperation...................................................................................76
7.1 Rückblick................................................................................................................76
7.2 Anforderungen für die Zukunft ...............................................................................78
8 Ausblick .........................................................................................................................80
- 5 -
1 Einleitung
Der demografische Wandel mit seinen Facetten ‚weniger, bunter, älter’ stellt das seit eini-
ger Zeit am breitesten diskutierte Thema und die ze ntrale Herausforderung in der Stadt-
entwicklung dar. Das Wissen um den Wandel, insbeson dere die natürliche Bevölkerungs-
entwicklung ist nicht neu, aber das Thema hat in de n vergangenen zwei Jahren so viel
Aufmerksamkeit erfahren, dass die Einsicht in Handl ungsnotwendigkeiten und einen ge-
zielten Umgang mit der Thematik wächst.
Die Bevölkerungsprognosen machen sehr deutlich, das s es zu spürbaren Umschichtun-
gen in den Altersgruppen und damit auch im Aufbau d er Stadtgesellschaft kommen wird.
Der demografische Wandel gilt dabei als sicher prog nostizierbar. Zwei Trends sind dafür
vor allem verantwortlich: Zum einen steigt seit Jah rzehnten die Lebenserwartung der
Deutschen, wobei Münster mit aktuell 78 Jahren bei Männern und 83,2 Jahren bei Frauen
bundesweit einen Spitzenplatz belegt. Zum anderen s inken die Geburtenraten und auch
die Migration kann diese Entwicklung nicht stoppen.
In Münster wird die Bevölkerungszahl mit einem prog nostizierten Plus von 0,2 % bis 2015
zwar relativ konstant bleiben, doch gibt es in den Altersgruppen deutliche Turbulenzen. So
wird die Altersgruppe der unter 3-jährigen zum Beis piel bis 2015 um 10,5 % abnehmen,
wohingegen die der 70-jährigen und älteren um 17,1 % zunehmen wird. Und auch das
Phänomen, dass in Münster die Mehrheit der Bevölker ung mit 52,8 % weiblich ist, wird
sich im Prognosezeitraum bis 2015 mit einem leichte n Anstieg auf 53,2 % noch verstär-
ken.
Grundsätzlich ist es ein großer Vorteil, dass die demografischen Entwicklungen nicht
plötzlich auftreten, sondern vorhersehbar und in ih rer Ausgestaltung und damit auch in
ihren Konsequenzen steuerbar sind. Es besteht die Möglichkeit, rechtzeitig mit den Folgen
des demografischen Wandels umzugehen, Klarheit über Entwicklungslinien der Stadt
Münster zu erhalten und Handlungsoptionen für die Z ukunft zu entwickeln. Dabei kommt
es vor allem darauf an, Aktionismus zu vermeiden un d die kommunale Strategie auf einen
integrierten und langfristigen planerischen Ansatz zu gründen.
Der demografische Wandel wird somit zu einem zentra len Thema der gesamtstädtischen
Entwicklung. Die quantitativen, qualitativen und te ilräumlichen Aspekte des Wandels sind
dabei zusammenzuführen und zu einer kommunalen Stra tegie zu bündeln. Nur so kann
bei den knappen kommunalen Ressourcen eine effektiv e Prioritätensetzung auch für zu-
kunftsfähige und demografiefeste Ziele und Projekte der Stadtentwicklung gewährleistet
werden.
- 6 -
Doch wo steht die Stadt Münster in dieser Fragestel lung? Wie sieht die demografische
Problematik auf der Basis der prognostizierten Bevö lkerungsentwicklung bis 2015 aus?
Wie ist der Handlungsrahmen definiert? Wo sind stra tegische Handlungsfelder? Wie wich-
tig ist ein demografisches Frühwarnsystem und Contr olling? Wie notwendig ist Kommuni-
kation und Kooperation? Fragestellungen, die im vor liegenden Handlungskonzept ‚Demo-
grafischer Wandel in Münster 2008’ eine Antwort finden.
Ziel des vorgelegten Handlungskonzepts ist eine ver stärkte programmatische Ausrichtung
der künftigen Stadtentwicklung auf die demographisc h begründeten Veränderungsprozes-
se in unserer Stadt. Damit soll der Blick auf die s trukturellen Veränderungen und die fach-
übergreifenden Abhängigkeiten gelenkt und deren Bed eutung für die gesamte Breite der
kommunalen Aufgabenwahrnehmung in Münster aufzeigt werden. Auch zeigt der Bericht
erstmals in einer Zusammenschau einen Katalog von M aßnahmen auf, die im Kontext der
demografischen Entwicklung von Bedeutung sind. Alle rdings stehen diese Projekte und
Maßnahmen bislang noch nebeneinander. Es fehlt ein strategisch ausgerichtetes und ziel-
orientiertes Vorgehen, um die Ausprägungen des demo grafischen Wandels der Stadt
Münster mittel- bis langfristig konsequent zu steue rn. In diesem Kontext ist auch ein Leit-
bild zur Gestaltung der demografischen Entwicklung zu formulieren. Denn gerade die de-
mografische Perspektive einer Stadt wird mittelbar über die Aktivitäten zur Positionierung,
Profilierung und Attraktivitätssteigerung u. a. als Ausbildungs-, Arbeitsplatz-, Wohn- und
Lebensstandort mit gesteuert. Darüber hinaus liefer t ein „Leitbild Demografie“ den not-
wendigen Handlungs- und Entscheidungsrahmen für die Themen- und Projektschwer-
punkte der kommenden Jahre. Doch neben der Leitbilddiskussion und der Ableitung stra-
tegischer Handlungsfelder ist auch ein funktioniere ndes langfristig angelegtes Prozessma-
nagement mit funktionierenden Monitoring- und Contr ollingaufgaben notwendig. Und
schließlich ist entscheidend, dass der demografisch e Wandel individuell nicht zu bewälti-
gen ist. Er erfordert den öffentlichen partnerschaftlichen Dialog, die Kommunikation mit der
Stadtgesellschaft ebenso wie innerhalb der Stadtver waltung. Sicher ist, dass die künftigen
Anforderungen von der Stadt nicht allein bewältigt werden können. Hier ist die Einbezie-
hung verschiedener Gruppierungen und Vertreter der Stadtgesellschaft, der Bürgerinnen
und Bürger ebenso gefragt wie das Eingehen interkommunaler Kooperationen.
Die Stadt Münster hat diese inhaltliche Herausforde rung bereits im Jahr 2004 konkret an-
genommen und zwischenzeitlich mit zahlreichen Projekten, Arbeitsaufträgen und dem vor-
liegenden Handlungskonzept mit der Formulierung ein es Demografie-Leitbildes weiter
ausgearbeitet und konkretisiert.
- 7 -
2 Aufgabenstellung und Herangehensweise
Im Jahre 2004 beauftragte der Verwaltungsvorstand d as Amt für Stadtentwicklung, Stadt-
planung, Verkehrsplanung mit einer ersten, grundsät zlichen Aufbereitung des Themas der
Bevölkerungsentwicklung in Münster. Im Ergebnis wur den mit Hilfe einer interdisziplinären
verwaltungsinternen Arbeitsgruppe im Jahr 2005 ein Werkstattbereicht mit Zahlen, Daten
und Fakten, eine erste gesamtstädtische Analyse auf der Basis von drei Entwicklungssze-
narien und Konsequenzen und Optionen für die künftige Stadtentwicklung vorgestellt.
Der Rat nahm die Ergebnisse am 29.06.2005 einstimmi g zur Kenntnis (Vorlage 402/05)
und beauftragte die Verwaltung, vertiefende Analyse n in einzelnen thematischen Fachbe-
reichen durchzuführen und potenzielle Konsequenzen für die künftige Entwicklung aufzu-
zeigen; darüber hinaus strategische Handlungsempfeh lungen im Rahmen eines Hand-
lungskonzeptes ‚demografischer Wandel’ zu entwickeln und das Thema interkommunal zu
diskutieren und dabei auf bestehende Kooperationen wie die Stadtregion Münster, das
Städtedreieck MONT (Münster, Osnabrück und die Netw erkstad Twente) sowie die
EUREGIO zurückzugreifen.
Zur Umsetzung des Ratsauftrags hat das Amtes für St adtentwicklung, Stadtplanung, Ver-
kehrsplanung unter den vom Demografischen Wandel am stärksten betroffenen Fachbe-
reichen der Verwaltung im ersten Halbjahr 2006 ein e Abfrage durchgeführt mit der Inten-
tion zu ermitteln, welche konkreten aktuellen Planu ngsstrategien, Projekte und Maßnah-
men es in den Fachämtern gibt, die unter dem Aspekt demografischer Relevanz dort auf-
genommen und umgesetzt werden und welche mittel- bi s langfristigen Handlungsansätze
geplant sind. Der Rücklauf ist ausgewertet, mit den Ämtern rückgekoppelt und in das
Handlungskonzept eingearbeitet worden. Erstmals ist damit eine Zusammenstellung und
ein Gesamtüberblick demografieaffiner Handlungsbere iche auf der Projektebene erfolgt.
Inhaltlich und zeitlich verzahnt war auch die Erarb eitung des Leitbildes ‚Migration und In-
tegration’, das die Handlungsfelder und Handlungsansätze im Sinne einer gleichberechtig-
ten Teilhabe an der Münsteraner Stadtgesellschaft b ündelt. Dabei sind im Sinne eines Po-
tenzialansatzes Migration und Integration als Chanc e für die Münsteraner Stadtentwick-
lung zu verstehen.
Darüber hinaus wurden unter dem Titel ‚Mit Jung und Alt in die Zukunft’ das Thema des
demografischen Wandels in Münster in der Reihe „Sta dtgespräche“ mit der Bürgerschaft
diskutiert (Januar 2006) und eine Veranstaltungsreihe zum Demografischen Wandel in der
- 8 -
EUREGIO unter Berücksichtigung des Städtedreiecks M ONT initiiert. Hierzu haben bis-
lang unter verschiedenen Themenschwerpunkten vier V eranstaltungen stattgefunden; die
Abschlussveranstaltung ist für April 2008 geplant.
In der Stadtregion wurden Themen der Wohnsiedlungse ntwicklung und des Wohnens im
Alter erörtert, eine stadtregionale Bürgerumfrage i n zehn Umlandgemeinden im Jahre
2006 untersuchte das Thema „Wohnen“ in der Stadtregion und fragte nach den präferier-
ten Wohnwünschen im Alter.
Zusätzlich wurde im Jahre 2005 im Rahmen einer Zuzu gsumfrage u. a. das Rückwande-
rungsverhalten in die Stadt abgefragt. Im Ergebnis bleibt hier festzuhalten, dass im Un-
tersuchungszeitraum 2001 bis 2004 kein signifikante r Anstieg an Rückwanderungswilligen
in die Stadt feststellbar war, insbesondere auch ni cht der Altersgruppe der 55-Jährigen
und Älteren.
Auch wurde im Jahre 2005 aus den Einwohnermeldeda ten und über die sogenannte
Haushaltegenerierung die Haushaltestatistik der Sta dt Münster aktualisiert. Diese liefert
detaillierte, kleinräumige Einblicke in die Haushaltestrukturen und einen Überblick über die
Haushaltetypen. Informationen, die in der SMS, der Statistik für Münster Stadtteile, klein-
räumig und sehr dezidiert aufbereitet und veröffent licht sind, und die sind nicht zuletzt im
Kontext der Wohnungsmarktentwicklung, hier speziell der Wohnungsnachfrage von zent-
raler Bedeutung sind.
Auch der interdisziplinär besetzte Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ berücksichtigt bei sei-
ner Arbeit den Demografischen Wandel und seine Folg en für die strategische Entwicklung
des Wohnstandortes Münster. Dazu wurden einzelne St adtquartiere auf ihre bestehenden
Wohnsiedlungsstrukturen hin untersucht und Ansätze für die Stärkung der Funktion „Woh-
nen“ als fördernder Faktor der Einwohnerentwicklung erarbeitet. Das im Jahr 2006 von
allen Mitgliedern des Arbeitskreises unterzeichnete ‚Bündnis für Wohnen’ unterstreicht
dabei deutlich den Handlungsauftrag in der Verantwortung für den Wohnstandort Münster.
Ein zentrales Instrument zur Beobachtung des demografischen Wandels in Münster bildet
auch die zwischenzeitlich erfolgte Fortschreibung d er Kleinräumigen Bevölkerungsprogno-
se 2005 bis 2015 der Stadt Münster, die in den poli tischen Gremien im 1. Quartal 2007
vorgestellt wurde. Es sind insbesondere die kleinrä umigen Kenntnisse der künftigen Aus-
prägung und unterschiedlichen Entwicklungen in den Altersgruppenstärken, die wichtige
Grundlagen für die mittelfristige Infrastrukturplanung bilden und gleichzeitig in der Funktion
- 9 -
eines Frühwarnsystems präventiv eine zukunftsfähige gesamtstädtische und stadtteilbe-
zogene Entwicklung sicherstellen. Mit dieser Intent ion wurden die Ergebnisse der klein-
räumigen Prognose in ihrer Infrastrukturrelevanz, z um Beispiel in den Auswirkungen auf
künftige Kapazitätsauslastungen im Bereich der Wohn folgeinfrastruktur, mit den betroffe-
nen Fachämtern intensiv rückgekoppelt. Und auch der zwischenzeitlich bereits mögliche
Abgleich mit der tatsächlich eingetretenen Einwohne rentwicklung fördert die Qualität und
Aussagengenauigkeit, um frühzeitig reagieren zu kön nen und eine bedarfsgerechte und
kostensparende Infrastruktur zu realisieren.
Die in den unterschiedlichen Gremien und Gesprächsk reisen gewonnenen Erkenntnisse,
die Ergebnisse der Abfrage in der Fachverwaltung so wie die Auswertung der umfangrei-
chen Veröffentlichungen zum Thema Demographischer W andel bilden die Grundlage für
das nun vorgelegte Handlungskonzept.
Im methodischen Vorgehen und damit auch im inhaltli chen Aufbau wird unter dem Titel
‚Münster im Spiegel aktueller Bevölkerungsprognosen ’ zunächst eine demografische
Standortbestimmung für Münster vorgenommen. Im weit eren erfolgt dann eine Demogra-
fieanalyse im Kontext wichtiger Handlungsfelder. Ei n zentrales Kapitel beschäftigt sich mit
der Formulierung eines Demografie-Leitbildes für Mü nster. Der strategisch fachliche Rah-
men zur Ableitung des Leitbildes für die demografis che Entwicklung setzt dabei auf das
Integrierte Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingko nzept und das dort formulierte Müns-
ter-Profil ‚Wissenschaft und Lebensart’ auf und bildet die sogenannten Leitbild-Anker. So
wurde nach dem Werkstattbericht 2005 und den zwisch enzeitlich umgesetzten regionalen,
kommunalen und verwaltungsinternen Arbeitsschritten nun als zweiter Meilenstein ein
Demografie-Leitbild für Münster erarbeitet, das den Orientierungsrahmen für wichtige
Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlun gen liefert. Damit erfüllt Münster
eindeutig den fachlichen Anspruch (vgl. Arbeitspapi er des Deutschen Städtetages, Juli
2006), über ein integriertes Stadtentwicklungskonze pt ein Leitbild für die demografische
Entwicklung der Stadt abzuleiten, das Teil der kommunalen Entwicklungsstrategie ist.
Weitere Kapitel widmen sich den Themen ‚Monitoring und Controlling’ und ‚Kommunikati-
on und Kooperation’, zwei Handlungsfelder, die in d em Steuerungszyklus einer demogra-
fieorientierten Stadtentwicklung weitere zentrale und wichtige Aufgaben darstellen.
- 10 -
3 Münster im Spiegel aktueller Bevölkerungsprognose n
3.1 Entwicklungsperspektiven in Bundes-, Landes- un d Regionalprognosen
Die Grundlage für die Erarbeitung eines „Handlungsk onzepts Demographischer Wandel“
muss eine demographische Standortbestimmung bilden, um qualifiziert Entwicklungsper-
spektiven ableiten und Gestaltungsmöglichkeiten auf zeigen zu können. Bereits der erste
Sachstandsbericht zum „Demographischen Wandel in Mü nster- Zahlen, Daten, Fakten“
hat daher verschiedene Prognosen aufbereitet, um di e demographische Ausgangssituati-
on zu bestimmen (vgl. Vorl. V/0402/2005). Mittlerweile sind nicht nur auf Bundes-, Landes-
und Regionalebene, sondern auch für die Stadt Münst er neue Bevölkerungsvorausbe-
rechnungen erstellt worden, die eine aktualisierte Darstellung der demographischen Aus-
gangslange ermöglichen und erfordern.
Die verschiedenen Bevölkerungsvorausberechungen, Mo dellrechnungen und Prognosen
besitzen eine unterschiedliche räumliche und zeitli che Reichweite sowie häufig unter-
schiedliche methodische Ansätze. Im Folgenden werde n die jeweils für Münster relevan-
ten Aussagen im Überblick dargestellt.
3.1.1 „Bevölkerung Deutschlands bis 2050 – 11. koor dinierte Bevölkerungsvoraus-
berechnung“
Im November 2006 ist eine neue Bevölkerungsvoraussc hätzung vom Statistischen Bun-
desamt für Deutschland und für die Bundesländer vor gelegt worden, die die Bevölke-
rungsentwicklung bis 2050 aufzeigt. Die Vorausschät zung quantifiziert die künftigen Ver-
änderungen in der Bevölkerungszahl und im Altersauf bau, woraus entsprechende Auswir-
kungen abgeleitet werden können.
Diese Bevölkerungsvorausberechung besitzt Relevanz für Münster, da sie …
o grundsätzliche demographische Trends aufzeigt, die den bundesweiten Hintergrund
für die Münsteraner Entwicklung darstellen und die bezüglich möglicher Auswirkun-
gen für Münster reflektiert werden müssen,
- 11 -
o den Rahmen für die Berechnungen des Landesamtes fü r Datenverarbeitung und Sta-
tistik Nordrhein-Westfalen setzt, die der Bevölkeru ngsbericht der Bezirksregierung
Münster 2005 auf regionaler und kommunaler Ebene (u . a. auch für Münster und die
Umlandkommunen) weiter konkretisiert.
o Annahmen zur Geburtenhäufigkeit und Lebenserwartun g liefert, die wichtige Orien-
tierungsgrößen für die Kleinräumige Bevölkerungspro gnose der Stadt Münster dar-
stellen und damit in die Vorausberechnung für Münster einfließen.
Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausschätzung fü r Deutschland bestätigt die Bestän-
digkeit der bevölkerungsdynamischen Prozesse und verdeutlicht die Auswirkungen bereits
heute angelegter Strukturen. Folgende grundsätzliche Ergebnisse bleiben festzuhalten:
o Die Geburtenzahl geht künftig aufgrund schrumpfend er Mütterjahrgänge infolge der
niedrigen Geburtenhäufigkeit weiter zurück. Bundesw eit liegt die zusammengefasste
Geburtenziffer auf einem Niveau von 1,4 Kindern je Frau, in Münster liegt dieser
Wert aufgrund der spezifischen Struktur als Bildung s- und Hochschulstadt bei 1,2
Geburten je Frau.
o Trotz steigender Lebenserwartung nehmen die Sterbe fälle zu, da die stark besetzten
Jahrgänge in das hohe Alter hineinwachsen werden. A uch diese Entwicklung spie-
gelt sich in der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster wider.
o Die Zahl der Gestorbenen übersteigt die Zahl der G eborenen immer mehr. Deutsch-
land weist seit 1972 einen Sterbefallüberschuss auf . Auch für Münster nähern sich
Geburtenzahlen und Sterbefälle zunehmend an. Mit ei nem Sterbefallüberschuss ist
voraussichtlich bereits in den nächsten Jahren zu rechnen (vgl. Kap. 3.2).
o Der Sterbefallüberschuss führt in Deutschland zu e iner Abnahme der Bevölkerung,
da das zunehmende Geburtendefizit nicht weiter von der Nettozuwanderung kom-
pensiert werden kann. In Münster wird aufgrund der Funktion als Bildungs-, Hoch-
schul- und Arbeitsplatzzentrum für den Zeitraum der kleinräumigen Bevölkerungs-
prognose (2005 – 2015) noch mit einem positiven Wan derungssaldo, d.h. einem Zu-
zugsüberschuss gerechnet.
o Bei Fortsetzung der aktuellen demographischen Entw icklungen würde die Bevölke-
rung in Deutschland von 82,5 Mio. (2005) auf einen Korridor von 74 Mio. bis knapp
69 Mio. im Jahr 2050 zurückgehen (in Abhängigkeit v on den gewählten Annahmen
zur Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und zum Wan derungssaldo). Damit wird
- 12 -
die Bevölkerung insgesamt zwischen 2005 und 2050 zw ischen 10 % bzw. 17 % zu-
rückgehen, wobei die regionalen Entwicklungen sehr unterschiedlich verlaufen wer-
den.
Während in Deutschland die Bevölkerung bereits bis 2015 sinken wird, gehen alle Prog-
nosen für Münster von einer gleichbleibenden bis le icht zunehmenden Bevölkerungszahl
aus. Die prognostizierten Entwicklungen für Münster liegen trotz unterschiedlicher metho-
discher Ansätze zwischen + 0,2 % und + 1,7 % (2005 – 2015).
Im Zusammenhang mit der Abnahme der Bevölkerung in Deutschland verändert sich auch
der Altersaufbau. Von folgenden Entwicklungen ist auszugehen:
o Abnehmende Zahl an Kindern, Jugendlichen und junge n Erwachsenen
o Alterung der Bevölkerung im Erwerbsalter und langf ristige Schrumpfung der Zahl der
Erwerbspersonen (20 – 64 Jahre)
o Anstieg der 65-Jährigen und Älteren bis Ende der 2 030er Jahre
o Deutlicher Anstieg der 80-Jährigen und Älteren
o Insgesamt wird sich das Durchschnittsalter der Bev ölkerung zunehmend erhöhen.
Bei annähernd konstanter Geburtenhäufigkeit und der Basisannahme zur Lebenser-
wartung wird das durchschnittliche Alter von 42 Jah ren (2005) auf 50 Jahre (2050)
ansteigen. In Münster lag das Durchschnittsalter 20 05 unter Einbezug der Neben-
wohnsitze bei 39,8 Jahren, bis 2015 soll es auf 40,9 Jahre ansteigen.
Mit diesen Entwicklungen ändern sich auch die Bezie hungen zwischen den einzelnen Al-
tersgruppen:
o Der Jugendquotient (Anzahl der unter 20-Jährigen j e 100 Personen im Alter von 20
bis unter 65 Jahren) hat auf Bundesebene bereits se it 1970 erheblich abgenommen
und wird in den nächsten Jahren noch weiter leicht zurückgehen.
o Demgegenüber hat sich in Münster der Anteil der un ter 20-Jährigen an den 20-65-
Jährigen zwischen 1995 und 2006 noch erhöht. Erst a b 2007 macht sich der allge-
meine Bundestrend auch mit einem leichten Rückgang des Jugendquotienten in
Münster bemerkbar.
- 13 -
o Der Altenquotient (Anzahl der 65-Jährigen und Älte ren je 100 Personen von 20 bis
unter 65 Jahren) wird auf Bundesebene zunächst lang sam ansteigen und mit dem
Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in das Rente nalter dann deutlich „nach oben
schnellen“. Auch eine höhere Zuwanderung oder eine höhere Geburtenhäufigkeit
können den Anstieg des Altenquotienten nur leicht dämpfen.
o Die Erhöhung des Altenquotienten trifft grundsätzl ich auch auf Münster zu. Allerdings
wird die Schnelligkeit des Anstiegs des Altenquotie nten wesentlich von der Entwick-
lung der Studierendenzahlen beeinflusst, die in Mün ster stark die Größe der Gruppe
der 20-65-Jährigen beeinflussen.
o Auf Bundesebene hat der Altenquotient 2006 erstmal s den Jugendquotient übertrof-
fen. Für Münster ist diese Entwicklung aufgrund der besonderen demographischen
Situation erst ab 2010/11 zu erwarten.
3.1.2 Vorausberechnung der Bevölkerung in den kreis freien Städten und Kreisen-
Nordrhein-Westfalens 2005 – 2025/2050
Im Mai 2006 hat das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen
anhand des Basisjahres 1.1.2005 (18 075 352 Einwohn er) die Vorausberechnung der Be-
völkerung in den kreisfreien Städten und Kreisen No rdrhein-Westfalens bis 2025 aktuali-
siert. Für Nordrhein-Westfalen gesamt wurden darübe r hinaus Entwicklungsperspektiven
bis 2050 berechnet.
Nach der Vorausberechnung verringert sich die Bevölkerung in NRW bis 2025 um 3 % auf
17 608 000 Einwohner, bis 2050 soll sich die Schrum pfung auf 11 % beschleunigen (16
167 000 Ew.) Grund hierfür ist die Abnahme der Gebu rtenzahlen (2025: - 4 %; bis 2050: -
20 %) und eine Zunahme der Sterbefälle (bis 2025: + 11 %; bis: 2050: + 22 %). Der ange-
nommene Wanderungsgewinn kann den Sterbefallübersch uss nur zum Teil kompensie-
ren, so dass im Ergebnis ein Rückgang der Bevölkerung geschätzt wird.
Hinsichtlich der Wanderungssalden wird analog zur V orausschätzung des Bundes von
einem Rückgang der Zuzüge von Spätaussiedlern (2005 - 2007) und einer Erhöhung des
Wanderungsgewinns ab 2011 ausgegangen. Die Erhöhung des Wanderungsgewinns wird
mit einer Beendigung der Übergangsregelung zur Arbe itnehmerfreizügigkeit für die Länder
- 14 -
der EU-Osterweiterung und mit einer Integration wei terer vorgesehener EU-Beitrittsländer
begründet.
Die demographische Alterung der Bevölkerung Nordrhe in-Westfalens lässt sich ebenso
wie auf der Bundesebene anhand des Altenquotienten (Anzahl der 65-Jährigen und Älte-
ren je 100 Personen von 20 bis unter 65 Jahren) ver deutlichen. Der Altenquotient stieg in
Nordrhein-Westfalen von 26,9 (Jahr 2000) bereits bis zum Jahr 1.1.2005 auf 31,1, was die
bereits einsetzende Alterung zeigt.
Auch hier ist wieder auf die besondere demographisc he Situation Münsters zu verweisen.
In Münster stieg der Altenquotient unter Einbezug d er Nebenwohnsitze von 22,1
(31.12.1999) auf 25,1 (31.12.2004). Hieran wird deu tlich, dass auch Münster von dem
grundsätzlichen demographischen Alterungsprozess betroffen ist. Allerdings weist Münster
hier im Vergleich zum Land Nordrhein-Westfalen nied rigere Werte auf und der Prozess
vollzieht sich im Zeitraum der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose langsamer.
Wie bereits auf Bundesebene verdeutlicht, beschleun igt sich auch in Nordrhein-Westfalen
der Anstieg des Altenquotienten bis 2050 auf 54,4, da die geburtenstarken Jahrgänge zwi-
schen 2020 und 2035 das Renteneintrittsalter erreic hen und nur sehr schwach besetzte
Geburtenjahrgänge in die Gruppe der potenziell Erwerbstätigen nachrücken.
Die Ergebnisse der Vorausschätzung machen für die 2 3 kreisfreien Städte und 31 Kreise
in NRW erhebliche Unterschiede deutlich. Abweichend vom Trend verzeichnen sechs
kreisfreie Städte (z.B. Bonn + 9,5 %, Köln + 8,4 %, Düsseldorf + 2,7 %, Münster + 2,4 %)
und zwölf Kreise zwischen 2005 und 2025 ein Bevölke rungswachstum. Mit Ausnahme des
Kreises Warendorf (- 0,2 %) wird ebenso wie für Mün ster für alle Münsterlandkreise eine
positive Bevölkerungsentwicklung geschätzt: Kreis B orken + 3,5 %, Kreis Coesfeld + 2,8
%, Kreis Steinfurt + 1,8 %.
Während Münster und die Münsterlandkreise ihre Bevö lkerungszahl halten bzw. mit leich-
ten Zuwächsen rechnen können, werden insbesondere f ür die Ruhrgebietsstädte (z.B.
Gelsenkirchen – 16,3 %, Hagen – 15,2 %) und den Hoc hsauerlandkreis (- 12,8 %) Bevöl-
kerungsabnahmen errechnet.
- 15 -
Eine Betrachtung der einzelnen demographischen Komp onenten macht deutlich, dass nur
der Kreis Paderborn und die kreisfreien Städte Bonn und Köln für den Zeitraum 2005 bis
2025 einen Geburtenüberschuss aufweisen, alle übrig en kreisfreien Städte – wie auch
Münster - und Kreise müssen mit einem Sterbefallübe rschuss rechnen. Dies verweist auf
die große Bedeutung der Wanderungsgewinne, die 37 d er 54 kreisfreien Städte bzw. Krei-
se aufweisen. Sollten die Wanderungsgewinne geringer ausfallen als prognostiziert, würde
sich der Bevölkerungszuwachs verringern bzw. in ein en Bevölkerungsverlust umschlagen.
Diese Aussage charakterisiert angesichts der im Bun des- und Landesvergleich unter-
durchschnittlichen Geburtenziffer insbesondere auch die Herausforderungen für Münster.
Für Münster wird nach der Landesvorausschätzung ins gesamt ein Anstieg von 270 000
Einwohnern (2005) auf 276 600 Einwohner (2025) bere chnet. Eine differenzierte Betrach-
tung nach Altersgruppen macht auch für Münster wied erum den Alterungsprozess deut-
lich. Alle Altersgruppen unter 40 Jahren verzeichnen zwischen 2005 und 2025 Rückgänge,
am stärksten die Gruppe der 10-16-Jährigen (- 22,5 %). Die Gruppe 40 – 60 Jahre bleibt
auf dem Ausgangsniveau, während die Gruppen 60 – 80 Jahre (+22,6 %) und 80 Jahre
und mehr (+ 58,6 %) deutliche Zuwächse erfahren.
Bei der Bevölkerungsvorausschätzung des LDS ist zu berücksichtigen, dass hier nur die
Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung zugrunde gelegt wird. Dies schlägt sich sowohl
bei der Gesamtzahl der Bevölkerung nieder als auch bei den Zahlen für die hochschulaffi-
nen Altersgruppen, da hier in erster Linie die vom LDS nicht berücksichtigten Nebenwohn-
sitze vertreten sind. Diese Altersgruppen werden al lerdings in der Kleinräumigen Bevölke-
rungsprognose der Stadt Münster berücksichtigt, die auch die Nebenwohnsitze einbezieht.
- 16 -
3.1.3 Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregierung Münster: Demographischer
Wandel und seine Konsequenzen für den Regierungsbezirk Münster
Im November 2005 hat die Bezirksregierung Münster e ine erste umfassende Analyse zum
demographischen Wandel und seine Konsequenzen im Re gierungsbezirk Münster vorge-
legt. Aufbauend auf Analysen der Bevölkerungsentwic klung bis 2004 wurden Modellrech-
nungen zur künftigen Einwohnerentwicklung im Regier ungsbezirk Münster und seinen Re-
gionseinheiten bis in das Jahr 2050 erstellt. Der B ericht zeigt mögliche Konsequenzen des
demographischen Wandels auf und versucht, diese im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und
die öffentliche Infrastruktur zu quantifizieren.
- 17 -
Anhand der Entwicklungen im Basiszeitraum 2000 – 20 04 und unter Verwendung der
Eckpunkte der LDS-Landesprognose kommt der Bevölker ungsbericht 2005 (Variante
MR00-04V2L) zu folgendem Ergebnis:
Künftige Bevölkerungsentwicklung im Regierungsbezirk Münster zu ausgewählten Zeitpunkten - Variante MR 00-04V2L
31.12.2004 31.12.2020 31.12.2035 31.12.2050 2020 2035 2050
Münster, Reg.bez. 2.624.489 2.546.600 2.390.500 2.123.800 97,0 91,1 80,9
Region Emscher-Lippe 1.039.327 931.600 805.300 654.700 89,6 77,5 63,0
Region Münsterland 1.585.162 1.615.000 1.585.200 1.469.000 101,9 100,0 92,7
Bottrop, krfr. Stadt 119.910 112.700 103.400 91.000 94,0 86,2 75,9
Gelsenkirchen, krfr. St. 270.107 228.100 188.600 146.800 84,5 69,8 54,3
Münster, krfr. Stadt 270.038 273.000 269.200 257.000 101,1 99,7 95,2
Borken, Kreis 367.457 386.600 392.900 377.000 105,2 106,9 102,6
Coesfeld, Kreis 220.984 233.800 235.200 219.800 105,8 106,4 99,5
Recklinghausen, Kreis 649.310 590.800 513.400 417.000 91,0 79,1 64,2
Steinfurt, Kreis 443.055 441.400 421.900 377.400 99,6 95,2 85,2
Warendorf, Kreis 283.628 280.200 266.000 237.900 98,8 93,8 83,9
Quelle: Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregieru ng Münster, Seite 42
Einwohner am Index 2004 = 100 % Regions-/Verwaltungseinheit
o Die Einwohnerzahl im Regierungsbezirk Münster wird sich von derzeit 2,62 Mio.
Menschen auf 2,12 Mio. Menschen im Jahr 2050 deutlich reduzieren (= - 19,1 %).
o In den beiden Teilräumen des Regierungsbezirks wir d die Entwicklung sehr unter-
schiedlich verlaufen. Die Emscher-Lippe-Region, die bereits seit längerem Bevölke-
rungsrückgänge verzeichnen musste, wird weiter an B evölkerung verlieren (- 37 %
bis 2050). Hingegen wird das Münsterland zunächst n och weiterhin leicht an Bevöl-
kerung gewinnen, ehe ein allmählicher Rückgang (ver stärkt ab 2035) einsetzt (- 7,3
% bis 2050).
o Auch im Münsterland zeigen sich sehr unterschiedli che Entwicklungsverläufe. Wäh-
rend die Kreise Borken und Coesfeld noch bis 2035 w achsen sollen (+ 6,9 % bzw. +
6,4 %), werden für die Kreise Steinfurt und Warendo rf schon bis 2035 Bevölkerungs-
rückgänge prognostiziert (- 4,8 % bzw. - 6,2 %). Ab 2035 wird der Bevölkerungsrück-
gang dann alle Münsterlandkreise betreffen. Aufgrund der unterschiedlichen Verläufe
ergibt sich für den Zeitraum 2004 – 2050 folgendes Ergebnis: Kreis Borken (+ 2,6 %),
Kreis Coesfeld (- 0,5 %), Kreis Steinfurt (- 14,8 %), Kreis Warendorf (- 16, 1%).
o Für Münster wird ausgehend von 2004 bis 2020 ein s chwacher Bevölkerungsanstieg
(+1,1 %) prognostiziert, bis 2035 würde eine leicht e Abnahme auf den Ausgangsbe-
völkerungsbestand erfolgen (- 0,3 %), die dann bis 2050 - 4,8 % anwachsen könnte.
- 18 -
Im Vergleich dazu würde sich bei Eintreffen der Pro gnoseannahmen die Bevölke-
rungszahl von Gelsenkirchen bis 2050 nahezu halbieren (- 45,7 %).
Bei Eintreffen der Modellrechnungen der Bezirksregi erung Münster wären die Bevölke-
rungsrückgänge für die Emscher-Lippe-Region als „dr amatisch“ einzuschätzen, demge-
genüber nehmen sich die Rückgänge im Münsterland no ch „relativ harmlos“ aus. Dabei ist
zu berücksichtigen, dass einzelne Münsterlandkommun en durchaus auch deutlich höhere
Bevölkerungsrückgänge aufweisen können. Beispielswe ise werden für Lotte und Rosen-
dahl bis 2050 Bevölkerungsabnahmen bis 39 % berechnet.
Eine besondere Qualität des Bevölkerungsberichts 20 05 der Bezirksregierung Münster
liegt darin, dass auf Basis der Berechnungen auch Aussagen für die Entwicklung der Stadt
Münster und ihrer Umlandgemeinden, d.h. für die Sta dtregion Münster für die Zeitstände
2010, 2020, 2030, 2040 und 2050 möglich werden. Bez ogen auf das Ausgangsjahr 2004
ergibt sich für die Bevölkerungsentwicklung der Sta dtregion Münster folgendes Bild (Be-
völkerungsbericht Bezirksregierung Münster 2005, S. 44):
o Bis 2020 wachsen Stadt Münster (+ 1,1 %) und alle Umlandgemeinden. Auffallend
sind die relativ hohen Bevölkerungszunahmen in viel en Umlandkommunen (z.B. Not-
tuln + 17,4 %, Everswinkel + 14,3 %, Drensteinfurt + 13,9 %, Ostbevern + 13,7 %).
o Bis 2030 liegen Münster und die Mehrzahl der Umlan dgemeinden immer noch über
dem Bevölkerungsniveau von 2004. Ausnahmen sind Gre ven, Havixbeck und A-
scheberg, in denen bereits ein allmählicher Bevölkerungsrückgang eingesetzt hat.
o Bis 2040 hat sich für Greven, Havixbeck und Ascheb erg der Bevölkerungsrückgang
fortgesetzt. In Münster sinkt bis 2040 nun der Bevö lkerungsstand erstmals unter den
Wert von 2004. Alle anderen Umlandgemeinden liegen noch über dem Bevölke-
rungsstand von 2004.
o Bis 2050 hat sich der Bevölkerungsrückgang in der Stadtregion Münster verstärkt.
Münster liegt bei - 4,8 %. Demgegenüber wird die Be völkerung in einigen Umland-
gemeinden wesentlich stärker abnehmen (z.B. Ascheberg - 19,3 %, Havixbeck - 18,9
%, Greven - 16,6 %). Werte über dem Ausgangsbevölke rungsbestand von 2004 ver-
zeichnen immer noch Nottuln + 27,7 %, Drensteinfurt + 26,1 %, Everswinkel + 22,0
%, Ostbevern + 20,6 %, Senden + 3,4 %, Sendenhorst + 0,9 %.
- 19 -
Damit zeigt sich, dass auch weite Teile der Stadtre gion Münster bis 2050 von Bevölke-
rungsrückgängen betroffen sein werden. Während für Münster gesamt die Bevölkerungs-
rückgänge gesamtstädtisch noch als relativ moderat zu bewerten sind, verlieren einzelne
Gemeinden deutlich stärker an Einwohnern (z.B. Asch eberg, Havixbeck, Greven). Aller-
dings können auch vier Kommunen im Jahr 2050 gegenü ber 2004 noch einen Bevölke-
rungsanstieg von über 20 % aufweisen.
Im Vergleich zu den hohen Bevölkerungsverlusten in der Emscher-Lippe-Region, in weiten
Teilen des Kreises Warendorf sowie im nordöstlichen Teil des Kreises Steinfurt sind die
Stadt Münster (gesamtstädtisch) und die Mehrzahl de r Umlandkommunen somit wesent-
lich schwächer von Bevölkerungsrückgängen betroffen (vgl. Anhang 3 Tabellenteil).
3.1.4 Wegweiser „Demographischer Wandel“ der Bertel smann Stiftung – Aussagen
für Münster
Die Bertelsmann Stiftung hat im Februar 2006 den Wegweiser „Demographischer Wandel“
veröffentlicht. Die besonderen Qualitäten bestehen darin, dass einerseits für alle Kommu-
nen Deutschlands mit mehr als 5 000 Einwohnern Bevö lkerungsprognosen mit dem Ziel-
datum 2020 erstellt wurden. Andererseits wurden zur Typisierung der Gemeinden 15 ver-
schiedene Demographietypen entwickelt, aus denen gr undsätzliche Handlungsempfeh-
lungen abgeleitet werden.
Auf Basis des Stützzeitraums 2000 – 2003 und Daten verschiedener Quellen (u.a. Lan-
desamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW) wir d für Münster bis 2020 ein Bevölke-
rungsanstieg von 0,9 % vorausberechnet. Damit liegt der Wert nahe bei der Modellrech-
nung der Bezirksregierung Münster, die ausgehend vo m 31.12.2004 bis 2020 einen An-
stieg von 1,1 % vorausschätzt (vgl. Kap. 3.1.3). Di e Landesprognose kommt bis 2020 so-
gar zu einem Anstieg von 2,4 % (Stützzeitraum 2000 – 2004). Damit bleibt festzuhalten,
dass gesamtstädtisch für Münster von einer stabilen Bevölkerungszahl mit leicht positiver
Tendenz auszugehen ist.
Hinsichtlich der Demographietypen wird Münster den „Prosperierenden Wirtschaftszent-
ren“ (19 Kommunen) zugeordnet. Innerhalb dieser Gru ppe finden sich Zentren europäi-
scher Metropolregionen (z.B. Hamburg, Düsseldorf), Wirtschaftszentren mit Konzernsitzen
- 20 -
großer Unternehmen (z.B. Wolfsburg) und Wirtschafts zentren mit bedeutenden Bildungs-
und Verwaltungseinrichtungen (z.B. Münster, Aachen, Karlsruhe). Grundsätzlich sind die
19 Wirtschaftszentren mit einer hohen Dynamik durch folgende Merkmale gekennzeichnet,
die auch in hohem Maße auf Münster zu treffen:
o Hohe wirtschaftliche Dynamik und Prosperität, die sich auch positiv auf die demogra-
phische Entwicklung dieser Großstädte auswirkt
o Hoher Akademikeranteil, starkes Arbeitsplatzwachst um, hohe kommunale Steuer-
einnahmen
o Positive Bevölkerungsentwicklung bis 2020
o Hohe Wanderungsgewinne bei jungen Erwachsenen (Ber ufseinsteigern, Bildungs-
wanderern), die Abwanderungen (u.a. von Familien in das Umland) überkompensie-
ren
o Sehr niedrige Geburtenraten
o Die Bertelsmann Stiftung bescheinigt den „Prosperi erenden Wirtschaftszentren“ eine
positive Ausgangslage zur Gestaltung des demographi schen Wandels, da die Groß-
städte weder von Schrumpfung noch von Überalterung besonders stark betroffen
sind. Die Herausforderungen werden darin gesehen,
o frühzeitig und aktiv den absehbaren Entwicklungen zu begegnen,
o stadtteilbezogen die soziodemographischen Entwickl ungen zu beobachten und ent-
sprechende Entwicklungsprozesse im Rahmen der sozia len Stabilisierung und Integ-
ration zu initiieren,
o die Profilierung im Wettbewerb der Wirtschaftszent ren weiterhin zu verstärken, um
sich langfristig als bedeutsamer Wirtschafts- und I nnovationsstandorte zu positionie-
ren.
Angesichts der Ausgangslage und der damit verbunden en Herausforderungen kommt die
Bertelsmann Stiftung zu folgenden grundsätzlichen E mpfehlungen für die Städte dieses
Demographietyps:
o Integriertes Stadtentwicklungsmanagement und konti nuierlicher Strategiezyklus, um
der Komplexität der Herausforderungen gerecht zu werden
- 21 -
o Dialog und kooperative Bearbeitung der Herausforde rungen mit den Fachressorts,
der Bürgerschaft, den gesellschaftlichen Gruppen und den Entscheidern
o Besonderer Fokus auf die Themen „Bildung“, „zukunf tsorientierte Seniorenpolitik“,
„Kinder- und Familienfreundlichkeit“, „aktive Integ rationspolitik“, „sozialintegrative
Stadtteilpolitik“, „demographiesensible Infrastrukturpolitik“
o Ausbau der Position als Wirtschaftszentren im Wett bewerb der Regionen in inter-
kommunaler Kooperation
Die Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung bestätige n den bisher in Münster eingeschla-
genen Weg. Die Arbeit der verwaltungsinternen Proje ktgruppe „Demographischer Wan-
del“, der erste Werkstattbericht „Zahlen, Daten, Fa kten“ und die offenen Stadtgespräche
(z.B. „Mit Jung und Alt in die Zukunft“) entspreche n den instrumentellen Empfehlungen.
Auch die angesprochenen Fokus-Themen sind inhaltlic h bereits in Bearbeitung. Hinzuwei-
sen ist beispielsweise auf den AK „Wohnen in Münster“ („Quartierssicherung“), das „Netz-
werk für Familien“ („Kinder- und familienfreundliche Stadtentwicklung“), den „Prozess zur
Erarbeitung des Integrationsleitbilds“ und die „Kon zertierte Aktion Wissenschaftsstadt“
(„Verstärkte Positionierung Münsters als Wissenscha fts- und Wirtschaftsstandort“). Die
Relevanz der Empfehlungen für Münster wird darüber hinaus in die Ableitung des Leitbilds
„Demographischer Wandel“ einbezogen (vgl. Kap. 5).
3.2 Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Mün ster 2005 bis 2015
3.2.1 Ansatz und besondere Qualitäten
Ende 2006 hat das Amt für Stadtentwicklung, Stadtpl anung und Verkehrsplanung eine
fortgeschriebene kleinräumige Bevölkerungsprognose für die Stadt Münster vorgelegt (vgl.
Vorl. V/1043/2006). Die 13. Fortschreibung der klei nräumigen Bevölkerungsprognose um-
fasst den Zeitraum 31.12.2005 (Ausgangsbestand) bis zum 31.12.2015 (Prognosehori-
zont). Ziel ist die Vorausberechnung der kleinräumi gen Bevölkerungsentwicklung und de-
ren altersgruppenspezifischen Strukturen.
- 22 -
Gegenüber Landes- und Regionalprognosen, die auch A ussagen für Münster treffen, be-
sitzt die Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Sta dt Münster folgende besondere Qua-
litäten:
o Berechnungsgrundlage ist die Wohnberechtigte Bevöl kerung (Bevölkerung am Ort
der Haupt- und Nebenwohnung). Damit bezieht diese P rognose als Einzige alle in
Münster gemeldeten Personen ein, so dass auch die S tudierenden mit Nebenwohn-
sitz in Münster angemessen berücksichtigt werden.
Über die Bezugsgröße „Wohnberechtigte Bevölkerung“ ist auch gewährleistet, dass
Menschen mit Migrationsvorgeschichte, insofern sie in Münster gemeldet sind, in die
Kleinräumige Bevölkerungsprognose eingehen. Da das Melderecht es zurzeit nicht
ermöglicht, für Menschen mit Migrationsvorgeschicht e kleinräumige Bestands- und
Bewegungsdaten als Ausgangsgrößen für die Prognose abzuleiten, konnten diese
Größen – so wünschenswert es auch aus Sicht des Leitbildes Integration wäre - nicht
als eigenständige Merkmale in die vorliegende Prognose einbezogen werden.
Möglich wäre lediglich die Berücksichtigung von Einwohnerinnen und Einwohnern mit
ausländischer Staatsangehörigkeit gewesen. Seit der Reform des Staatsbürger-
schaftsrechts 1999 sind aktuelle Zahlen jedoch kaum noch mit älteren vergleichbar,
so dass hier in Übereinstimmung mit Bundes- und Lan desprognosen kein tragfähiger
Ansatzpunkt für eine explizite Berücksichtigung von Migrationsaspekten in der Klein-
räumigen Prognose der Stadt Münster gesehen wird.
o Auswertungseinheiten sind die Stadt Münster, die s echs Stadtbezirke und die 45 Sta-
tistischen Bezirke sowie für fachplanerische Zwecke Aggregationen von Stadtzellen.
Damit liefert die Prognose der Stadt Münster als Ei nzige kleinräumige Ergebnisse,
die Aussagen über die Quartiers- und Stadtteilentwicklungen ermöglichen.
o Da auf kleinräumiger Ebene auch die altersgruppens pezifischen Strukturen prognos-
tiziert werden, ist die Prognose der Stadt Münster gleichzeitig die Grundlage für die
Infrastruktur- und mittelfristige Finanzplanung.
o Aufgrund der kleinräumigen und der altersgruppensp ezifischen Aussagen ist diese
Prognose damit auch ein unverzichtbares Instrument zur Beobachtung des demo-
graphischen Wandels (vgl. Kap. 6.1).
Angesichts des kleinräumigen Ansatzes der Prognose sind die Ergebnisse als Orientie-
rungsgrößen einzustufen, die stadt-/fachplanerisch und politisch bewertet werden müssen.
- 23 -
Die parlamentarischen Gremien sind frühzeitig und a usführlich über eine Berichtsvorlage
informiert worden (Vorl. V/1043/2006). Im Anschluss sind gemeinsam mit den Fachämtern
vertiefende kleinräumige Analysen durchgeführt word en, die auch die Entwicklung der
Baugebiete und die Planungen zur Wohnfolgeinfrastruktur einbezogen haben.
Ein Vergleich der bisherigen Kleinräumigen Prognose n der Stadt Münster mit den einge-
tretenen Bestandszahlen zeigt die hohe Tragfähigkeit der Prognoseergebnisse:
o Die Abweichungen beim gesamtstädtischen Ergebnis l iegen zwischen der prognosti-
zierten und der realen Entwicklung seit 1995 innerh alb eines Korridors von - 0,6 %
bis 2,1 %.
o Auf Ebene der statistischen Bezirke als Grundlage für Stadtteilbetrachtungen lagen
bei der letzten Bevölkerungsprognose 2002 bis 2013 über 85 % der Werte im Ver-
gleich zu den realen Werten innerhalb eines Korridors von + 5 % bis – 5 %, kein Wert
wies eine Differenz von mehr als +/- 10 % auf.
Um die hohe Qualität der Prognose sicherzustellen, die angesichts der Infrastrukturrele-
vanz und der abgeleiteten Investitionsentscheidunge n unverzichtbar ist, wird die Klein-
räumige Prognose grundsätzlich ca. alle 3 Jahre for tgeschrieben. Jährlich erfolgt ein Ab-
gleich mit der realen Bevölkerungsentwicklung, mit der kleinräumigen Bautätigkeit, der
beabsichtigten Entwicklung von Baugebieten und der Infrastrukturauslastung (insbesonde-
re im Bereich der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen).
3.2.2 Zentrale Ergebnisse
Gesamtstadt
Erste Ergebnisse der Kleinräumigen Prognose wurden mit einer Berichtsvorlage im ersten
Quartal 2007 frühzeitig kommuniziert (Vorl. V/1043/ 2006). Ausführliche Ergebnisse für
Stadtteile nach Altersgruppen und Geschlecht enthäl t der Beitrag zur Statistik 101 der
Stadt Münster, in den bereits ein Abgleich mit der Bevölkerungsentwicklung 2006 einge-
flossen ist. Zudem sind in diesem Ergebnisbericht a lle methodischen Annahmen doku-
mentiert, so dass Annahmen und Ergebnisse für vielf ältige Planungszwecke aufbereitet
zur Verfügung stehen.
- 24 -
Vor diesem Hintergrund konzentriert sich die folgen de Darstellung auf einen Überblick ü-
ber die zentralen Ergebnisse. Auf gesamtstädtischer Ebene kommt die Kleinräumige
Prognose 2005 – 2015 zu dem Ergebnis, dass die Bevö lkerungszahl mit einer leicht posi-
tiven Tendenz weitgehend stabil bleibt (+ 0,2 %), wenn die angenommenen Entwicklungen
eintreten:
o Ausgangsbestand 278 925 Ew. (31.12.2005) – Endbest and 279 388 Ew.
(31.12.2015)
o Die Differenz zum Ausgangsbestand beträgt + 463 Ei nwohner (+ 0,2 %)
o Der Höchststand mit 280 284 Einwohnern würde zum 3 1.12.2011 (+ 0,5 %) erreicht
Andere Vorausberechnungen, die allerdings von der B evölkerung am Ort der Hauptwoh-
nung und unterschiedlichen Stützzeiträumen ausgehen , bestätigen die stabile Bevölke-
rungsentwicklung für Münster bis 2015. Zu nennen sind hier:
o Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW 2005 – 2025/2050: + 1,7 % (bis
2015)
o Bertelsmann Stiftung „Wegweiser Demographsicher Wa ndel“ 2003 bis 2020: + 1,4 %
(bis 2015)
o Bezirksregierung Münster „Bevölkerungsbericht 2005 “: ca. + 1 % (bis 2015)
Dieses Ergebnis der Kleinräumigen Bevölkerungsprogn ose lässt sich auf folgende Ent-
wicklungen bei den Geburten- und Sterbefällen sowie Zuzügen und Fortzügen zurückfüh-
ren.
Aufgrund der spezifischen Bevölkerungsstruktur als Bildungs-, Wissenschafts- und Dienst-
leistungszentrum weist Münster zunächst eine im Bun des- und Landesvergleich unter-
durchschnittliche zusammengefasste Geburtenziffer a uf (1,2 Geburten je Frau gegenüber
1,4 Kindern je Frau). Die zunehmende Internationalisierung in Münster wird daran deutlich,
dass der Anteil der ausländischen Mütter an den Geb urten von 9,9 % (1991) auf 17,0% im
Jahr 2004 gestiegen ist. Auf Bundesebene hatten 2004 18 % aller in Deutschland geboren
Kinder eine Mutter mit ausländischer Staatsangehöri gkeit, wobei der Anteil seit 1991 von
13 % um 5 Prozentpunkte gestiegen ist. Damit hatte Münster einen wesentlichen stärke-
ren Anstieg als auf Bundesebene zu verzeichnen und hat nun nahezu den Bundeswert
erreicht.
- 25 -
Insgesamt ist seit 1999 die Gesamtzahl der Geburten in Münster kontinuierlich zurückge-
gangen (1999: 2 880 Geburten, 2005: 2 380 Geburten) . Infolge schrumpfender Mütterjahr-
gänge ergibt die Prognoserechnung weiter zurückgehe nde Geburtenzahlen. Für das Jahr
2015 wird voraussichtlich ein Stand von 2 141 Geborenen erreicht.
Die Sterbefälle haben sich seit 1999 – 2005 relativ konstant in dem Bereich von 2 300 –
2 350 Sterbefällen bewegt. Infolge der rückläufigen Geburtenzahlen hat sich der Gebur-
tenüberschuss demnach von einem Höchstwert 1999 (56 3) auf den niedrigsten Werte
2005 (63) deutlich verringert. Da die Zahl der älte ren Menschen aufgrund der Besetzung
der Altersgruppen bis 2015 zunehmen wird, errechnet die Prognose bis 2015 einen An-
stieg der Sterbefälle auf 2 592 (2015). Im Zusammen hang mit den weiter rückläufigen Ge-
burtenzahlen wird Münster damit in den nächsten Jah ren einen Sterbefallüberschuss zu
verzeichnen haben, der sich bis 2015 kontinuierlich vergrößern wird.
Münster ist damit essentiell auf Wanderungsgewinne angewiesen, um die Bevölkerung
stabil zu halten. Abgesehen von politisch bedingten Sonderentwicklungen profitiert Müns-
ter vor allem von Wanderungsgewinnen bei jungen Erw achsenen (Bildungswanderern)
und arbeitsplatzorientierten Zuzügen. Diesen Zuzüge n stehen wohnungsorientierte Fort-
züge in das Umland und arbeitsplatzorientierte Fort züge von Absolventinnen und Absol-
venten der Hochschulen gegenüber.
Diskutiert wird zurzeit zudem ein verstärkter Zuzug „älterer“ Menschen in die Städte.
Münster weist bezogen auf die Altersgruppe 65+ ein leicht negatives Wanderungssaldo
auf, das sich auch zwischen 2000 und 2005 kaum verringert hat.
Seit 1997 pendelten die Fortzüge aus Münster zwisch en 18 500 und 19 500, die Zuzüge
lagen zwischen 17 700 und 18 800. In den „Spitzenzu zugswert“ von 20 835 Menschen im
Jahr 2003 sind möglicherweise auch Umstellungen aus den im Meldewesen verwendeten
Softwareprogrammen eingeflossen. Insgesamt hat Münster seit 1997 neben positiven aber
auch häufiger negative Wanderungssalden verzeichnet, die dann noch von den Geburten-
überschüssen kompensiert wurden.
- 26 -
Da in Zukunft nicht mehr mit Geburtenüberschüssen in nennenswertem Umfang gerechnet
werden kann, wird ein positives Wanderungssaldo für die Stabilisierung der Bevölkerungs-
zahl immer wichtiger. Aufgrund der positiven Arbeit smarktdaten in Münster, der Funktion
der Hochschulen als „Jungbrunnen“ und der Ausstrahl ungskraft des attraktiven Wohn-
standorts rechnet die Prognose bis 2015 mit einem leicht positiven Wanderungssaldo, was
den Sterbefallüberschuss kompensiert, so dass die B evölkerungszahl rechnerisch stabil
bleibt.
Altersstruktur
Nach Maßgabe der Prognose werden im Prognosezeitrau m deutliche Verschiebungen bei
den einzelnen Altersgruppen eintreten, d.h. auch in der Entwicklung des Altersaufbaus der
Stadt Münster spiegelt sich der Prozess der Alterun g wider (Beiträge zur Statistik 101,
Tab. 3, S. 43).
Auf folgende altersstrukturelle Entwicklungen ist a ngesichts der Infrastrukturrelevanz be-
sonders hinzuweisen:
o Rückgang in den Altersgruppen bis unter 10 Jahre
o Unter 3 Jahre: - 10,5 % (-745 Einwohner)
o bis unter 6 Jahre: - 13,3 % (-959 Einwohner)
o bis unter 10 Jahre: - 14,0 % (-1 401 Einwohner)
o Nahezu Stagnation der Bevölkerungszahl in den Alte rsgruppen der 10- bis unter 18-
Jährigen
o 10 bis unter 16 Jahre: - 2,0 % (-293 Einwohner)
o 16 bis unter 18 Jahre: - 0,5 % (-27 Einwohner)
o Zunahme in der Altersgruppe ab 70 Jahre um 17,1 % (+ 5 504)
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass dem errechneten starken Anstieg
der Altersgruppen 70+ eine gestiegene Lebenserwartu ng zugrunde liegt. In Anlehnung an
die zum Zeitpunkt der Prognoseerstellung gültigen 1 0. Koordinierte Bevölkerungsvor-
schätzung des Bundes wird davon ausgegangen, dass d ie Lebenserwartung von 2005 mit
- 27 -
78 Jahren bei Männern und 83,2 Jahren bei Frauen bis 2015 auf 78,5 Jahren bei Männern
und 83,8 Jahren bei Frauen ansteigt.
Wären die Basisannahmen der jetzt vorliegenden 11. Koordinierten Bevölkerungsvoraus-
schätzung des Bundes in die Prognose eingeflossen, die von einer weiter steigenden Le-
benserwartung ausgeht, wäre der Anstieg bei den Alt ersgruppen über 70 Jahren noch
stärker ausgefallen.
Der Rückgang der jüngeren Altersgruppen und der Zuw achs bei den Älteren bewirken
auch in Münster einen Anstieg des durchschnittliche n Alters der Bevölkerung. Zwischen
1995 und 2005 stieg das Durchschnittsalter in Münst er um 1,6 Jahre von 38,2 Jahre auf
39,8 Jahre. Bundesweit stieg demgegenüber das Durch schnittsalter zwischen 1995 und
2005 um 2,3 Jahre von 40,0 auf 42,3 Jahre. Im Progn osezeitraum wird das Durchschnitts-
alter auch in Münster auf 40,9 (2015) weiter anstei gen, aber damit immer noch deutlich
unter dem Bundes- und Landeswert liegen.
Geschlechterspezifische Entwicklungen
Die Mehrheit der Bevölkerung in Münster ist weiblic h. Der Anteil der Frauen an der wohn-
berechtigten Bevölkerung betrug Ende 2005 52,8 %. I n Deutschland und in Nordrhein-
Westfalen lag der Anteil mit 51 % etwas niedriger. In Münster ist insbesondere der Frau-
enanteil in den Altersgruppen der 16- bis unter 30- Jährigen und der 65-Jährigen und älte-
ren deutlich höher.
Der höhere Anteil an Frauen bei den 65-Jährigen und älteren stimmt mit den Geschlech-
terverhältnissen auf Bundes- und Landesebene überei n. Demgegenüber ist der höhere
Anteil an Frauen in der Altersgruppe der 16- bis un ter 30-Jährigen in Münster wahrschein-
lich auf die vorrangig auf die Schwerpunkte der Mün steraner Hochschulen (keine techni-
schen Fakultäten) sowie die ebenfalls stark vertret enen schulischen Ausbildungsmöglich-
keiten im Erziehungs- und Gesundheitswesen zurückzuführen.
Im Prognosezeitraum wird der Anteil der Frauen in M ünster von 52,8 % (2005) weiter
leicht auf 53,2 % (2015) ansteigen. Es wird zu kein er grundsätzlichen Umkehrung der Ge-
schlechterproportionen bei den einzelnen Altersgrup pen kommen. Die Differenz zwischen
- 28 -
der Zahl der Frauen und der Männer bliebt bei den ü ber 65-Jährigen am größten. Aller-
dings wird sich in diesen Altersgruppen der Frauenü berschuss von 10 497 Personen
(2005) auf 9 473 Personen (2015) verringern. Demgeg enüber werden sich die Anteile der
Geschlechter bei den 16- bis unter 30-Jährigen und bei 45- bis unter 65-Jährigen voraus-
sichtlich weiter zugunsten der Frauen verstärken.
Stadtbezirke und Statistischen Bezirke („Stadtteile“)
Während die Bevölkerungsprognose auf gesamtstädtisc her Ebene bis 2015 ein stabiles
Niveau der Bevölkerung errechnet, ergeben sich für die Stadtbezirke und die Statistischen
Bezirke unterschiedliche Entwicklungen. Auf Stadtte ilebene weist Münster damit sowohl
wachsende als auch stabile wie rückläufige Bevölkerungszahlen auf. Damit verbergen sich
hinter einer im Bundes- und Landesvergleich günstig en Bevölkerungsentwicklung durch-
aus auch in Münster Teilbereiche mit abnehmenden Be völkerungszahlen (vgl. Anhang 3,
Tabellenteil mit Detailangaben zu den Stadtteilen).
R e la tiv e E in w o h n e r v e r ä n d e r u n g v o n 2 0 0 5 a u f 2 0 1 5 b e zo g e n
a u f d e n E i n w o h n e r b e s t a n d z u m J a h r e s e n d e 2 0 0 5
E i n w o h n e r e n tw ic k lu n g 2 0 0 5 - 2 0 1 5 , P r o g n o s e
1 2 / 2 0 0 6
K l e in rä u m i g e B e v ö l k e ru n g s p ro g n o s e
2 0 0 5 - 2 0 1 5
K a r to g r a f ie
u n d E n t w u r f : A n n e m a r ie H a r ja n s
Z u n a h m e nR ü c k g ä n g e
8 b is u n t e r 1 2 %
4 b is u n t e r 8 %
1 2 % b is u n te r 1 6 %
- 4 b is u n te r 0 %
0 b is u n t e r 4 %- 1 2 b is u n t e r - 8 %
- 8 b is u n te r - 4 %
A lt s ta d t
H i l tr u p -
W e s t H i l tr u p -
M i tt e
H i l tr u p -
O s t
A m e l s b ü r e n
A n g e l m o d d e
D ü e s b e rg
B e r g F id e l
M e c k le n b e c k
A lb a c h te n
G r e m m e n d o r f -
O s t
G e is t
A a s e e
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S c h ü t z e n -
h o f G r e m m e n d o r f -
W e s t
H a f e n
W o l b e c k
J o s e fP l u g g e n -
d o r f
H a n s a -
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B a h n -
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H e r z -
J e s u
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M a u r i tz -
W e s t
S c h l a c h t-h o f
N e u -
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K re u z
S e n tr u p
R o x e l
M a u r itz -
M i t te M a u ri tz -
O s t
U p p e n b e rg R u m p h o r s t
G i e v e n b e c k
K i n d e r h a u s -
O s t
K i n d e r h a u s -
W e s t
C o e r d e
H a n d o rf
N i e n b e r g e G e lm e r -
D y c k b u r g
S p r a k e l
1 6 % u n d m e h r
- 29 -
Den absolut und relativ größten Bevölkerungsverlust zwischen 2005 und 2015 mit – 6 890
Personen bzw. - 6,1 % errechnet die Prognose für de n Stadtbezirk Mitte. Die meisten Per-
sonen gewinnt absolut der Stadtbezirk West. Hier we rden 2015 voraussichtlich über 3 128
Personen mehr wohnen als 2005 (+ 5,9 %). Der relati v größte Bevölkerungsgewinn wird
für den Stadtbezirk Südost vorausberechnet (+ 10,4 %).
Für die einzelnen Stadtbezirke ist auf folgende Ergebnisse hinzuweisen:
Stadtbezirk Mitte
o Rückgang der Bevölkerung von 113 216 Personen 2005 auf 106 326 Personen 2015
(- 6 890 Personen = -6,1 %)
o Abnahmen in allen Teilbereichen des Stadtbezirks M itte (v.a. Altstadt - 9,9 %; Innen-
stadtring – 9,1 %)
Stadtbezirk West
o Anstieg der Bevölkerung von 53 377 Personen 2005 a uf 56 505 Personen 2015
(+ 3 128 = +5,9 %)
o Außer im Statistischen Bezirk 52 Sentrup (- 4,4 %) werden für alle Statistischen Be-
zirke des Stadtbezirks West Bevölkerungszunahmen er rechnet (v.a. Albachen
+ 21,1 %, Roxel + 18,6 %)
o
Stadtbezirk Nord
o Leichter Rückgang der Bevölkerung von 28 481 Perso nen 2005 auf 28 102 Personen
2015 (- 379 = -1,3 %)
o Außer im Statistischen Bezirk 68 Sprakel (+ 25,5 % ) nimmt in allen Statistischen Be-
zirken des Stadtbezirke Nord die Bevölkerung ab
Stadtbezirk Ost
o Anstieg der Bevölkerung von 20 146 Personen 2005 a uf 20 935 Personen 2015
(+ 789 = + 3,9 %)
o Für alle Stadtteile im Stadtbezirk Ost ermittelt d ie Prognoserechnung einen Zuwachs
(u.a. Gelmer-Dyckburg + 8,4 %, Handorf + 6,5 %)
- 30 -
Stadtbezirk Südost
o Anstieg der Bevölkerung von 27 131 Personen 2005 a uf 29 943 Personen 2015
(+ 2 812 = + 10,4 %), höchster Anstieg unter den Stadtbezirken
o Für die Statistischen Bezirke im Stadtbezirk Südos t werden bis 2015 Zunahmen zwi-
schen 4,9 % (Angelmodde) und 19,3 % (Wolbeck) errec hnet (Grundlage: Annahmen
zur Bautätigkeit und freiwerdende Wohnungen durch e inen Abzug der Britischen
Streitkräfte)
Stadtbezirk Hiltrup
o Anstieg der Bevölkerung von 36 574 Personen 2005 a uf 37 577 Personen 2015
(+ 1 003 = + 2,7 %)
o Rückgang der Bevölkerung in den Statistischen Bezi rken 91 Berg Fidel (- 8,6 %) und
95 Hiltrup-Ost (- 3,4 %)
o Stagnation der Bevölkerungszahl im Statistischen B ezirk 96 Hiltrup-Mitte (+ 0,3 %)
o Bevölkerungswachstum in den Statistischen Bezirken 97 Hiltrup-West (+ 10,4 %) und
98 Amelsbüren (+ 14,2 %)
Für fachplanerische Zwecke hat die Kleinräumige Bev ölkerungsprognose 2005 – 2015
auch die Entwicklung der Wohnberechtigten Bevölkeru ng für ausgewählte Altersgruppen
für die Statistischen Bezirke, d.h. i.w.S. die Stad tteile berechnet. Diese Ergebnisse sind im
Ergebnis- und Erläuterungsbericht der Prognose als Arbeitsmaterialien ausführlich doku-
mentiert (Beiträge zur Statistik 101, S. 117-131).
Auch die Entwicklung der Geschlechter nach Stadtbezirken ist berechnet worden (Beiträge
zur Statistik 101, S. 101/102). Die Prognoserechnun gen geben einen Überblick auf die
geschlechterdifferenzierten Entwicklungen. Hinsicht lich der Verteilung der Geschlechter
zeigen sich die größten Unterschiede im Stadtbezirk Mitte: 54,4 % Frauen zu 45,6 %
Männer (2005); bis 2015 geht der Unterschied leicht zurück.
- 31 -
3.3 Schlussfolgerungen aus der demographischen Stan dortbestimmung
Die Vorausberechnungen des Landesamtes für Datenver arbeitung und Statistik, der Be-
zirksregierung Münster, der Bertelsmann Stiftung un d die Kleinräumige Bevölkerungs-
prognose der Stadt Münster vermitteln ein übereinst immendes Bild von der demographi-
schen Situation. Folgende Eckpunkte sind festzuhalten:
o Münster befindet sich im Bundes- und Landesverglei ch in einer vordergründig güns-
tigen demographischen Ausgangssituation. Bis 2015 w ird die Bevölkerungszahl ge-
samtstädtisch voraussichtlich stabil bleiben bzw. l eicht wachsen. Erst zwischen 2030
und 2040 wird ein leichter Rückgang der Bevölkerung vorausberechet.
o Voraussetzung für das Eintreten dieser Vorausberec hungen ist die Realisierung von
Wanderungsgewinnen, da der bereits seit 1999 rücklä ufige Geburtenüberschuss in
den nächsten Jahren in einen Sterbefallüberschuss umschlagen wird.
o Welche Relevanz die Wanderungsgewinne haben, wird daran deutlich, dass die „al-
te“ LDS-Prognose 2002 – 2020/2040 aufgrund des ange nommenen wachsenden
Sterbefallüberschusses und negativer Wanderungssald en im Stützzeitraum einen
Bevölkerungsrückgang in Münster von – 2,3 % bis 2020 prognostiziert hat.
o Die Wanderungsgewinne gehen wesentlich auf die Zuz üge in den Altersgruppen 18-
25 Jahre zurück, d.h. hier wirken die Bildungseinri chtungen und Hochschulen als
„Jungbrunnen“. Hinzu kommen arbeitsmarktorientierte Zuzüge in den Altersgruppen
25-29 Jahre und 30-34 Jahre.
o Dem stehen in den Altersgruppen 25 – 29 Jahre, 30 - 34 Jahre und 35 - 39 Jahre
wohnungsorientierte Fortzüge (während der Familieng ründungsphase) in das Um-
land und arbeitsmarktbezogene Fortzüge von Absolven tinnen und Absolventen der
Münsteraner Hochschulen gegenüber.
o Dieses grundsätzliche Wanderungsmuster hat im Prog nos-Familienatlas 2005 zur
Typisierung von Münster als „biographischer Durchlaufstation“ geführt.
o Die Bedeutung der Hochschulen wird daran deutlich, dass Münster nur in den Alters-
gruppen 18-20 Jahre und 21-24 Jahre positive Wander ungssalden realisiert. Mo-
natsbezogene Auswertungen der Zuzüge und Fortzüge b elegen die hohen Zuzugs-
gewinne während der Immatrikulationszeiten im April und September/Oktober.
- 32 -
Hieraus resultiert:
o Die Schaffung optimaler standortpolitischer Rahmen bedingungen für die Hochschu-
len und die Profilierung von Münster als attraktive m und exzellentem Bildungs-, Wis-
senschafts- und Forschungsstandort muss hohe Priorität haben.
o In engem Zusammenhang mit der Weiterentwicklung de s Wissenschaftsstandorts
steht auch die Entwicklung und Positionierung als a ttraktiver und dynamischer Wirt-
schaftsstandort im Wettbewerb der Regionen.
o Ziel muss es sein, angesichts des bundesweit versc härften Wettbewerbs um Ein-
wohner einerseits weiterhin Zuzüge in erheblichem U mfang zu realisieren und ande-
rerseits die Zuzüge durch ein entsprechendes Wohnun gs- und Arbeitsplatzangebot
sowie ein familienfreundliches Klima und familienfr eundliche Infrastrukturen zu bin-
den bzw. die Fortzüge zu verringern.
o Bezogen auf die Stadt-Umland-Wanderung muss ein ru inöser Wettbewerb um Ein-
wohner vermieden werden. Stattdessen gilt es, die g emeinsamen Potenziale und
Qualitäten im bundesweiten Wettbewerb zu verdeutlic hen, um entsprechende Zuzü-
ge in die Stadtregion Münster zu forcieren.
o Ein familienfreundliches Klima und familienfreundl iche Infrastrukturen sind selbstver-
ständlich nicht nur für die Gewinnung und Bindung d er Einwohner von hoher Rele-
vanz, sondern bereits angesichts unterdurchschnittl icher Geburtenziffern in Münster
Grundlage einer demographieorientierten Stadtentwicklung.
Trotz der vergleichsweise günstigen Ausgangssituati on haben die Modellrechnungen aber
verdeutlicht, dass auch Münster „altert“. Damit kommt einer zukunftsorientierten Senioren-
politik eine zunehmend wichtigere Rolle zu. Hierbei ist die differenzierte Entwicklung der
Münsteraner Stadtteile zu berücksichtigen. Die Klei nräumige Prognose der Stadt Münster
hat gezeigt, dass die Stadtteile bis 2015 durch ein Muster an wachsenden, stabilen und
rückläufigen Bevölkerungszahlen gekennzeichnet sein werden.
Hieraus resultiert:
o Den soziodemographischen Entwicklungen ist auf Sta dtteilebene besondere Auf-
merksamkeit zu schenken. Ziel ist eine demographiesensible Infrastruktur- und Quar-
tiersentwicklung, die sowohl Sprunginvestitionen im Bereich der Kindertageseinrich-
- 33 -
tungen und Grundschulen vermeidet als auch auf Unte rauslastungen angemessen
reagiert.
o Für eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik kommt der Entwicklung der Quartiere und
der Stadtteilebene besondere Bedeutung zu, so dass aufgrund der unterschiedlichen
„Quartierskarrieren“ gemeinsam mit den Stadtteilakteuren passgenaue Lösungen zu
arbeiten sind.
o Stadtteil- und Quartiersebene spielen auch eine wi chtige Rolle für die Frage der In-
tegration. Dabei müssen die Integrationsleistungen in den Quartieren besser vernetzt
und unter Einbeziehung der Zugewanderten weiterentwickelt werden. In den Stadttei-
len sind Wohnumfeld und Nachbarschaften als lebensw eltliche Einheiten von und für
Integration zu fördern.
o Insbesondere auf Stadtteil- und Quartiersebene kom men auch die unterschiedlichen
Lebenssituationen von Frauen und Männern sowie Mädc hen und Jungen zum Tra-
gen. Die spezifischen Lebenslagen und Bedürfnisse m üssen in eine demographie-
orientierte Stadtentwicklung einfließen. Insbesonde re die Entwicklung im Stadtbezirk
Mitte ist intensiver räumlich zu betrachten, da hie r mit zunehmendem Alterungspro-
zess der Frauenanteil steigt.
Die vorliegenden Prognosen lassen leider keine diff erenzierten Aussagen zum Thema
„Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ in Münster z u (vgl. Kap. 3.2). In Münster leben
über 21 000 Ausländerinnen und Ausländer sowie etwa 9 000 Zugewanderte, die zwi-
schen 1997 und 2006 eingebürgert worden sind. Bei den statistischen Bezirken variiert der
Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staatsbürg erschaft zwischen 3,2 % und 15,3 %.
Dies belegt die Wichtigkeit eines stadtteilorientie rten Ansatzes im Rahmen der Integrati-
onsarbeit.
Zu den Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaf t und den Eingebürgerten kommen
ca. 25 000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler. Damit leben ca. 55 000 Personen mit
Migrationsvorgeschichte in Münster. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung und einer
zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft sind Migr ation und Integration vielfältige Po-
tentiale und müssen als Chance für die Münsteraner Stadtentwicklung verstanden und
genutzt werden. Das zurzeit in Arbeit befindliche L eitbild „Migration und Integration“ wird
hier auch die Grundlage für eine demographieorientierte Stadtentwicklung bilden.
- 34 -
4 Demographieanalyse und Handlungsfelder
Um eine bessere Positionsbestimmung vornehmen und g leichzeitig einen Überblick über
die bereits umgesetzten bzw. in Planung befindliche n demografieaffinen Projekte inner-
halb des Prozesses „Demographischer Wandel“ geben z u können, wurden im Rahmen
einer verwaltungsinternen Ämterbefragung sowohl lau fende als auch geplante Maßnah-
men zur Bewältigung der Veränderungsprozesse des de mographischen Wandels auf der
Fachebene abgefragt (Abfrage 2006, aktualisiert 200 7/2008). Die Ergebnisse dieser Be-
fragung wurden den genannten Handlungsfeldern zugeordnet.
4.1 Kinder, Jugendliche und Familie
Als Bildungs-, Universitäts-, Wissenschafts- und Dienstleistungsstadt zählt Münster zu den
Städten mit einer strukturbedingt unterdurchschnitt lichen Geburtenrate. Die allgemeine
Fruchtbarkeitsziffer (= Geburten je 10.000 Frauen i m Alter zwischen 15 und 45 Jahren im
Jahresdurchschnitt) lag in Münster Ende 2006 bei 38 2 Geburten
1, im Landesdurchschnitt
wurden 424 Geburten je 10 000 Frauen geboren.
Diese niedrige Geburtenrate spiegelt sich auch bei der Analyse der Haushalte-Statistik
2
wieder. So betrug etwa der Anteil der Haushalte mit Kindern (Wohnberechtigte Bevölke-
rung) zum 31.12.2006 laut Haushaltestatistik ledigl ich 17,8 %. Dies entspricht einer Zahl
von insgesamt 26.127 Haushalten bei einer Gesamtzah l von 146.802 Haushalten im ge-
samten Stadtgebiet.
In 49,4 % dieser 26.126 Haushalte lebt nur 1 Kind, in 37,6 % dieser Haushalte 2 Kinder, in
10,2 % 3 Kinder und in nur 2,8 % dieser Haushalte ( 727) leben Eltern mit 4 und mehr Kin-
dern.
In der stadträumlichen Verteilung wohnen die meiste n Haushalte mit Kindern in den Aus-
senstadtteilen während die Altstadt und der Innenst adtring die niedrigsten Haushalte mit
Kindern aufweisen.
1 LDS, NRW
2 Haushalte in Münster 2006, SMS Statistik für Münsters Stadtteile,
Fundstelle: www.muenster.de/stadtplanung/zahlen.html
- 35 -
Bereits im Juni 2004 wurde das Netzwerk für Familie n in Münster gegründet und hat in-
zwischen zahlreiche Maßnahmen und Projekte in unterschiedlichen Handlungsfeldern initi-
iert bzw. umgesetzt. Seine Kernbestandteile sind:
o Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Zertifizi erung von Unternehmen und Institu-
tionen über das „auditfamilieundberuf“)
o Eine flexible Kindertagesbetreuung
o Familien stärken als Prävention
o Familienfreundliches Wohnen als Aufgabe der Stadte ntwicklung
Hohe Immobilienpreise verbunden mit einem hohen Mie tniveau führen in vielen Fällen da-
zu, dass junge Familien ihren Traum vom eigenen Zuh ause notgedrungen in den Außen-
stadtteilen oder Umlandgemeinden verwirklichen müssen. Als Bildungszuwanderer kehren
die Kinder dann später in die Stadt zurück. Dies wi rd deutlich an den jährlichen Wande-
rungsbewegungen. Laut Jahres-Statistik 2006 lag die Altersgruppe der 18 – 24 Jährigen
mit 5.571 an der Spitze der Zuzüge, bei den Fortzügen dagegen bildeten die 30 – 49 Jäh-
rigen mit 5.117 Personen die größte Gruppe. Auch di e Suburbanisierungsumfrage aus
dem Jahre 2000 belegt diesen Trend.
Um die jungen und bleibewilligen Familien zukünftig verstärkt in der Stadt zu halten, ist es
dringend geboten, das Angebot an bezahlbarem Wohnra um in der Innenstadt zu halten
und möglichst auszuweiten. Dies gilt sowohl für den Miet- als auch für den Eigentumsbe-
reich.
Der Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ hat sich zum Z iel gesetzt, hier Lösungsansätze zu
erarbeiten. Im Rahmen einer strategischen Wohnstand ortentwicklung soll versucht wer-
den, durch gezielte Projekte zu einer Angebotsauswe itung sowohl für junge Familien als
auch für Studierende auf dem Wohnungsmarkt zu komme n. In einem „Bündnis für Woh-
nen“ haben sich die Mitwirkenden des Arbeitskreises am 31.10.20 06 u. a. folgenden Zie-
len verschrieben:
o Sicherung und Stärkung des Wohnstandortes Münster und der Qualität der Quartiere
o Unterstützung der Bestandserneuerung und Infrastru kturentwicklung durch vorsor-
gende Gestaltung und Anpassungsstrategien an die Wi rkungen des Demographi-
schen Wandels
Neben den örtlichen Wohnungsbaugesellschaften bewirtschaftet allein das Studentenwerk
Münster derzeit rund 5.750 Wohnplätze in 21 Anlagen . Zukünftig geplant sind neben der
- 36 -
kontinuierlichen Sanierung und Modernisierung der A ltbestände der Bau weiterer Wohn-
plätze, um der Nachfrage der Studierenden nach ange messenem Wohnraum gerecht zu
werden.
Neben einer zielgruppengerechten Ausweitung des Woh nangebotes wird es in den kom-
menden Jahren auch verstärkt darauf ankommen, die V ereinbarkeit von Familie und Stu-
dium/Beruf für die Betroffenen zu verbessern. Dies gilt sowohl für die berufstätigen Eltern
als auch für die betreuungsbedürftigen Kinder. Auch die örtlichen Unternehmen haben die
Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf z unehmend erkannt und bieten teil-
weise betriebseigene Betreuungsangebote an bzw. sin d als familienfreundliche Betriebe
zertifiziert (z. B. Stadtwerke, IHK, Katholische Fachhochschule).
Das Studentenwerk der Westfälischen-Wilhelms-Universität errichtet aktuell 64 Kita-Plätze
am Rudolf-Habig-Weg.
Für die Stadt Münster beschloss der Rat der Stadt b ereits im Februar 2005 eine deutliche
Verbesserung des Betreuungsangebotes für unter 3-Jä hrige. Erklärtes Ziel war es, bis
zum Jahr 2010 in Münster insgesamt 800 neue Betreuu ngsplätze für diese Altersgruppen
in Kindertages- und Kindertagespflegeeinrichtungen zu schaffen und damit eine 20 % Ver-
sorgung zu erreichen.
Erste Erfolge werden sichtbar. So macht der Geschäf tsbericht 2006 des Amtes für Kinder,
Jugendliche und Familie deutlich, dass die Zahl der Hortplätze für unter 3-Jährige im Zeit-
raum 2005-2006 von 466 auf 583 Plätze gestiegen ist . Dies entspricht einem Versor-
gungsgrad von 8,2 %. Bei den 3 bis 6-Jährigen stieg die Versorgungsquote im Vergleichs-
zeitraum von 101,7 auf 105,4 %.
Auch im Bereich der Spielplätze hat sich die Situation deutlich verbessert. Inzwischen sind
im gesamten Stadtgebiet 319 Spielplätze eingerichte t und werden unterhalten. Die ge-
samtstädtische Versorgungsquote liegt damit inzwisc hen bei 93 %, im Stadtgebiet Mitte
bei 71 %.
Zur Nachmittagsbetreuung der Schülerinnen und Schül er in der Primarstufe haben inzwi-
schen 42 Grundschulen (von 46) Gruppen zur Betreuung eingerichtet
3.
3 Schulstatistik 2007/2008 des Amtes für Schule und Weiterbildung
- 37 -
Beruf und Familie stehen auch im Mittelpunkt des Forschungszentrums Familienorientierte
Personalpolitik (FFP) in Münster, das im Mai 2005 s eine Arbeit aufgenommen hat. Das
FFP ist eine fachübergreifend arbeitende Einrichtun g der Universität, die von der gemein-
nützigen Hertie-Stiftung gefördert wird und sich au f die Erforschung familienbewusster
Personalpolitik spezialisiert hat. Das FFP betreut und moderiert auch das Netzwerk für
Familien , das federführend im Amt für Kinder, Jugendliche und Familie verankert ist).
Auch die Stadtentwicklung greift die demographische n Veränderungsprozesse sowie die
sich wandelnden Familienstrukturen auf und entwicke lt verstärkt ein familien- und kinder-
freundliches Leitbild. Der Rat der Stadt Münster ha t dies eindrucksvoll durch den Be-
schluss zum integrierten Stadtentwicklungs- und Sta dtmarketingkonzept am 26.5.2004 mit
dem stadtstrategischen Leitziel einer familienfreun dlichen und generationengerechten
Stadtentwicklung beschlossen.
Eine kinder- und familienfreundliche Stadtentwicklu ng bedeutet auch, die Interessen und
Rechte von Kindern zu schützen und sie altersgerecht zu beteiligen. Daher hat der Rat der
Stadt Münster im September 2006 die Bildung eines J ugendrates beschlossen; dieser
wurde im Januar 2007 gewählt. Der Jugendrat und sei ne Foren in den Bezirken erhalten
damit die Möglichkeit, eigene Belange und Vorstellu ngen in kommunale Planungsprozes-
se einzubringen.
Bestehende Ansätze:
o Netzwerk für Familien
o Kindertagesstättenausbauprogramm f. < 3-jährige
o Kinder- und Jugendförderplan
o Flexibilisierung der Kinderbetreuung durch eine Au sweitung der Nachmittagsbetreu-
ung bei den 3-6 Jährigen
o Umwandlung weiterer Schulen in offene Ganztagsschu len zum Schuljahr 2006/07
o Eine verstärkte Kinderbetreuung im Rahmen des Ehre namtes
o Spiel- und Betreuungsmöglichkeiten in der Innensta dt (Maxi-Turm & Maxi-Sand)
o Generationsübergreifendes Wohnen, etwa Wohnen für Jung und Alt in Mecklenbeck
o Jugendrat
o Ausbau von Kindertageseinrichtungen zu Familienzen tren
o Modell ‚Kindertageseinrichtung u. Kinderjugendeinr ichtung unter einem Dach’
- 38 -
4.2 Bildung und Wissenschaft
Mit über 47 000 Studierenden nimmt Münster Rang 4 u nter den Universitätsstädten in
Deutschland ein. Größter Arbeitgeber in der Stadt m it über 15 000 Beschäftigten sind die
insgesamt 8 Hochschulen (incl. Kliniken). Nach eine r Studie des Instituts für Siedlungs-
und Wohnungswesen im Zentrum für angewandte Wirtsch aftsforschung Münster aus dem
Jahre 2006 bringen die Studenten durch ihre Lebensh altungs- und Konsumausgaben so-
wie die ihrer Besucher jährlich etwa 700 Mio. € an zusätzlicher Kaufkraft in die Stadt und
sichern damit dauerhaft rd. 3.700 Arbeitsplätze.
4
Darüber hinaus bietet die Stadt ein reiches Bildung sangebot für alle Bevölkerungsgrup-
pen. Münster ist im besten Sinne eine City of learning. Mit über 100 Schulen, mehr als 220
Weiterbildungseinrichtungen und den Hochschulen - v on der Universität bis zur Kunstaka-
demie - wird ein umfassendes Bildungsangebot vorgehalten.
5
Ebenso verhält es sich mit der Wissenschaft. Die St adt vereinigt nationale und internatio-
nale Spitzenforschung, etwa das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin MPI, das
Leibnitz-Institut für Arterioskleroseforschung, die Bioanalytik oder die Nanotechnologie.
Aus demographischer Sicht gesehen, kommt den Hochsc hulen und Bildungseinrichtungen
der Stadt eine zentrale Bedeutung für die künftige Bevölkerungsentwicklung zu. Nur durch
einen jährlichen Zuzug junger Studierender und Ausz ubildender ist die Stadt in der Lage,
ihre strukturbedingt niedrige Geburtenrate von aktu ell 1,2 Kindern je Frau weitgehend
auszugleichen (bundesweit 1,4 Kinder). Es wird daher mit Blick auf eine nachhaltige Stadt-
entwicklung von ausschlaggebender Bedeutung sein, w elche Rahmenbedingungen diese
jungen Menschen in Münster vorfinden. Angefangen vo n bezahlbarem Wohnraum über
ein gutes Nahversorgungssystem bis hin zu attraktiv en Sport- und Kulturangeboten.
6 Hier
sind die Hochschulen sowie die Stadt Münster in gle ichem Maße gefordert, denn Studie-
rende sind Bürger auf Zeit mit der Wahlmöglichkeit, ihren Studienort auch zum dauerhaf-
ten Lebensmittelpunkt zu machen.
4 Student Relations, Prof. Ulrich van Suntum
5 Multitalent Münster, Beitrag zum Wettbewerb des Stifterverbandes „Stadt der Wissenschaft 2005“
6 Studentisches Wohnen in Münster, Online-Befragung Sommersemester 2004, Amt für Wohnungswesen
- 39 -
Darüber hinaus besitzt ein differenziertes und qual ifiziertes Bildungsangebot hohe Anzie-
hungskraft für Unternehmen, deren Mitarbeiter sowie für Familien mit Kindern.
Bildung ist zu einem entscheidenden Standortfaktor im interkommunalen Wettbewerb ge-
worden.
Aufgrund der besonderen Bedeutung der Bildungszuwan derung für die Stadt Münster
sieht der im Auftrage des Bundesministeriums für Fa milie, Senioren, Frauen und Jugend
durch das Prognos-Institut erstellte Familienatlas 2005 die Stadt Münster leider nur als
„Durchlauferhitzer“ dieser Altersgruppen. Es muss d aher Ziel aller Anstrengungen sein,
neben einem attraktiven Bildungsangebot gerade für die jüngeren Altersgruppen auch auf
dem Arbeitsmarkt Angebote für junge Akademiker und Akademikerinnen zu schaffen.
Darüber hinaus wird die Nachfrage nach Bildungsange boten für ältere Menschen in den
kommenden Jahren weiter zunehmen (Stichwort: Lebens langes/lebensbegleitendes Ler-
nen).
Die Stadt Münster bietet hier allerbeste Voraussetz ungen. Ein „Netzwerk Bildung“ könnte
noch bestehende Lücken langfristig schließen (vgl.h ierzu den Ansatz „Lernende Region
Kreis Borken“) .
Bestehende Ansätze:
o Die Einführung des „International Baccalaureate (I B)“ am Gymnasium Paulinum als
weltweit anerkannte Hochschulzugangsberechtigung ab 2008
o Die erfolgreiche Bewerbung der Westfälischen-Wilhe lms-Universität im Exzellenz-
cluster „Religion and Politics“
o Berufsbegleitende Fortbildungen 50 + für Mitarbeit er und Mitarbeiterinnen der Stadt-
verwaltung Münster (jährliches Fortbildungsprogramm)
o Die „Kinder-Uni“ an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster
o Das „Studium im Alter“ an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster
o Grundzertifikat „familiengerechte Hochschule“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung f.
d. Kath. Fachhochschule …
o Neu eingerichtetes „Servicebüro Familie“ an der WWU Münster
o „Konzertierten Aktion Wissenschaftsstadt“ (vgl. Vorlage 0113/07)
- 40 -
4.3 Wirtschaft und Arbeitsmarkt 7 8
Ein starker Wirtschaftsstandort ist ebenfalls ein G arant für eine positive Bevölkerungsent-
wicklung. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 10,691 9 Milliarden € zum Stichtag
31.12.2005 belegt Münster einen Anteil von 2,2 % am Bruttoinlandsprodukt des Landes
NRW in Höhe von 487,123 Milliarden €. Münster steht damit hinter Bonn mit 11,7 Milliar-
den € mit an der Spitze vergleichbarer Kommunen (Aa chen 8,1 Milliarden €, Bielefeld 9,6
Milliarden €, Gelsenkirchen 6,7 Milliarden €). Der Gesamtanteil am landesweiten Bruttoin-
landsprodukt beträgt damit 2,2 %.
Der Dienstleistungsbereich stellt mit über 50 % den höchsten Anteil an den sozialversiche-
rungspflichtigen Arbeitsplätzen in der Stadt. Ihm f olgen der Handel, das verarbeitende
Gewerbe sowie das Kredit- und Versicherungsgewerbe mit jeweils 14%, 12% bzw. 8,4 %.
Zum 30.6.2006 wurden in Münster rund 130.000 sozial versicherungspflichtig beschäftigte
ArbeitnehmerInnen gezählt. Davon hatten zum Stichta g 50,2 % ArbeitnehmerInnen ihren
Wohnort in Münster. Die anderen knapp 50 % (64.000) pendeln täglich zu ihren Arbeits-
plätzen in die Stadt.
Die Erwerbsquote von Frauen und Männern (zwischen 1 5 und 65 Jahren) lag 2005 in
Münster bei insgesamt 90,9 %. Der Frauenanteil betrug rund 46 %.
Die Arbeitslosenquote lag zum Stichtag 31.12.2006 b ei 8,4 % (absolut 10.572 Arbeitslose)
und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 11,9 %. Die Quote fiel gegenüber
dem Vorjahr um 0,7 %-Punkte.
Auch beim verfügbaren Einkommen der privaten Hausha lte lag Münster in 2005 mit
durchschnittlich 19.226 € landesweit an der Spitze. Der Landesdurchschnitt betrug
18.724 €.
Diese Zahlen belegen, dass Münster zu den prosperie renden Wirtschaftsstandorten in
NRW zählt. Die Errichtung der Münsterarkaden haben zu einer weiteren Attraktivitätsstei-
gerung der Innenstadt beigetragen und wird zusätzli che Kaufkraft aus dem Umland bin-
den.
7 Jahresstatistik 2006, Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
8 Bundesagentur für Arbeit, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW
9 Arbeitskreis volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder
- 41 -
Innerhalb des Dienstleistungssektors gewinnt die Ge sundheitswirtschaft zunehmend an
Bedeutung. Dabei spielen eine steigende Lebenserwartung, das Hineinwachsen der Baby-
Boom Generation in das Rentenalter und ein wachsend es Gesundheitsbewusstsein der
Bevölkerung eine bedeutende Rolle.
Münster zählt zu den Städten mit einer hervorragend en medizinischen Infrastruktur. Hier
gilt es, in Kooperation mit dem Sport, der Ärztesch aft, den Krankenkassen sowie den For-
schungseinrichtungen der Universität und der Gesund heitswirtschaft weitere Entwicklun-
gen anzustoßen.
In Ergänzung dazu bietet die Stadt Münster eine Vie lzahl hervorragender Standortfakto-
ren. Dazu zählt insbesondere gute Wohnumfeld mit se inen zahlreichen öffentlichen Grün-
flächen. Die Verleihung des LivCom-Awards an die St adt Münster belegt dies auf ein-
drucksvolle Weise.
Bestehende Ansätze:
o Studie der Fa. Prognos aus dem Jahre 2005 „Famil ienfreundliche Unternehmen“
mit den Aspekten „Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Betriebskindergärten
o Prognos – Studie 2007: Entwicklung und Umsetzung e iner Kompetenzfeldstrategie
für den Wirtschaftsstandort Münster, begonnen in 2007
o Konzertierte Aktion „Wissenschaftsstadt“ (Vorlage Nr.: 0113/07)
4.4 Haushaltestrukturen und Wohnungsmarkt
10 11
Innerhalb des Stadtgebietes gab es zum 31.12.2006 i nsgesamt 146.802 Privathaushalte,
darunter allein 75.012 Ein-Personenhaushalte. Dies entspricht einem Anteil von 51,1 % an
den Gesamthaushalten in Münster.
Über 60 % dieser Haushalte befinden sich allein im Stadtbezirk Mitte (44058 Haushalte),
gefolgt vom Stadtbezirk West mit 11646 Haushalten ( 45 %). Bei der Altersstruktur der Be-
10 Haushalte in Münster 2006, Beiträge zur Statistik, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrspl a-
nung
- 42 -
wohnerschaft ist auffällig, dass entgegen der allge meinen Vermutung der größte Teil die-
ser Haushaltstypen – nämlich 26% - von der Altersgr uppe der 30 bis 44-Jährigen bewohnt
wird, gefolgt von der Gruppe der 25 bis 29-Jährigen mit insgesamt 16,5%. Weitere 16%
der Ein-Personenhaushalte werden von der Altersgrup pe der 45 bis 59-Jährigen bewohnt.
Zu den Single-Haushalten in Münster zählen also in erster Linie nicht nur junge sondern in
erheblichem Maße auch ältere, alleinstehende Mensch en. Mit 55,3 % Anteil werden die
Ein-Personenhaushalte mehrheitlich von Frauen bewohnt. Knapp 70 % der Bewohner sind
ledig.
Wie stellt sich die Wohnsituation für die Studieren den in Münster dar. Nach einer Online-
Befragung des Studentenwerks Münster aus dem Jahre 2004 leben etwa 33 % aller Stu-
dierenden in einer eigenen Wohnung. Dies entspricht etwa 23.000 Haushalten.
Weitere 18 % leben in Wohnheimen und die verbleiben den 49 % im Mehrpersonenhaus-
halten oder bei den Eltern.
Mit einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung bei Männern und Frauen, dem Hinein-
wachsen der zahlenmäßig starken Baby-Boom Generatio n in die höheren Altersgruppen
und einer zunehmenden Individualisierung der Gesell schaft wird die Gruppe der älteren
Singles in den kommenden Jahren voraussichtlich wei ter steigen. Aufgrund des bereits
heute knappen Angebots an kleineren, bezahlbaren Wo hnungen dürfte es daher für die
Gruppe der weniger zahlungskräftigen Studierenden a ber auch für manche Rentnerinnen
und Rentner in den kommenden Jahren zunehmend schwi eriger werden, sich aus eigener
Kraft mit Wohnraum zu versorgen.
Grundsätzlich spielen die Studenten für den Wohnstandort Münster eine wichtige Rolle. Im
Wohnungsmarkt für kleine, günstige Wohnungen in zen tralen Lagen stellen sie eine der
wichtigsten Nachfragegruppen dar und als zukünftige , junge Familien eine der Hauptziel-
gruppen für die Wohnstandort- und Bevölkerungsentwi cklung. Das Studentenwerk stellt
als zentraler Wohnraumanbieter in diesem Segment be reits 6000 Wohnplätze zur verfü-
gung und weitere 600 Wohnheimplätze sind geplant.
Neben den gut 50% Ein-Personenhaushalten in Münster werden weitere 38.956 Haushal-
te von 2 Personen bewohnt (26,5 %). In 15.548 Haush alten leben jeweils 3 Personen
11 Studentisches Wohnen in Münster, Online-Befragung der Studierenden im Sommersemester 2004, Stadt
Münster, Amt für Wohnungswesen
- 43 -
(10,6 %), 12.018 Haushalte sind 4-Personenhaushalte 8,6 %) und in 5.268 aller Haushal-
ten leben 5 und mehr Personen.
26.126 Haushalte sind Haushalte mit 2 Elternteilen und 1 Kind. Dies entspricht einem An-
teil von 17,8 % an den Gesamthaushalten.
Weitere 7.112 Haushalte (4,8 %) sind Haushalte mit nur einem Elternteil und einem oder
mehreren Kindern (Alleinerziehende). In 80,3 % dies er Haushalte ist der Haushaltsvor-
stand weiblich.
Detaillierte Angaben zu den Haushaltestrukturen und –typen sind insbesondere in der
kleinräumigen Auswertung auf der Ebene der Stadttei le wertvolle Informationen für die
Wohnungsmarktentwicklung und die sich bereits abzei chnenden Veränderungen in den
Haushaltestrukturen als Folge demografischer und ge sellschaftlicher Veränderungspro-
zesse. Sie verlaufen über lange Zeiträume und für d en Beobachter oder die Beobachterin
vielfach unterhalb der Wahrnehmungsschwelle (siehe Statistik für Münsters Stadtteile
SMS).
Dennoch sind die Konsequenzen für den Wohnungsmarkt bereits heute deutlich sichtbar.
Rückläufige Nachfrage nach Ein-Familienhäusern, ste igende Mieten bei zentral gelege-
nen, kleineren Wohnungen. Aufgabe aller am Wohnungs markt Beteiligten muss es daher
in erster Linie sein, der steigenden Nachfrage nach Ein- und Zwei-Personenwohnungen
verstärkt zu begegnen ohne dabei den Bestand an fam iliengerechtem Wohnraum einzu-
engen.
Um dem Bedürfnis der BewohnerInnen nach kurzen Wege n zu begegnen, bieten sich vor-
rangig innerstädtische bzw. stadtteilzentrale Lagen in den Außenstadtteilen an. Insbeson-
dere durch Verdichtung der zentrumsnahen Wohnquarti ere bleiben auf lange Sicht gese-
hen die Siedlungsschwerpunkte lebensfähig. Dies bez ieht sich sowohl auf die Sicherung
des örtlichen Einzelhandels als auch auf die Auslas tung der sozialen und auch techni-
schen Infrastruktur.
Um die Situation der Familien am Wohnungsmarkt dabe i nicht aus den Augen zu verlie-
ren, ist es wichtig, neben einem überzeugenden, öff entlichen Betreuungsangebot für Kin-
der vor allem bezahlbaren Wohnraum in angemessener Lage und Größe anzubieten.
- 44 -
Der Wohnungsmarkt setzt in entscheidendem Maße die Rahmenbedingungen für die Ein-
wohnerentwicklung in Münster. Neben einem ausreiche nden Angebot an familienorientier-
ten Wohnformen in den Außenstadtteilen wächst die N achfrage nach bezahlbarem Wohn-
raum auch für Familien in den inneren Stadtteilen. Nachfrager sind vorrangig Alleinleben-
de unterschiedlicher Altersgruppen, junge Paare und Berufseinsteiger.
Es gilt daher, die verbliebenen Nachverdichtungspot entiale konsequent für eine gezielte
Innenentwicklung zu nutzen. Zielgruppe sollten dabe i verstärkt die bleibewilligen Hoch-
schulabgänger und Berufseinsteiger sein.
Bestehende Ansätze:
o Das Konzept der strategischen Wohnstandortentwickl ung. Der „Arbeitskreis Wohnen
in Münster“ mit seinem Bündnis für Wohnen. Das Bündnis wurde unter einer Vielzahl
von Akteuren mit dem Ziel geschlossen, den Wohnstan dort Münster dauerhaft zu si-
chern und zu stärken.
o Stadtteilrahmenpläne zur Sicherung der teilräumlic hen Gesamtentwicklung
o Das Projekt „Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschafte n zwischen älteren und jungen
Menschen“ zur Verbesserung der Wohn- und Lebenssitu ation sowohl älterer Men-
schen als auch der Studierenden und Auszubildenden.
o Das Angebot „Hilfe beim Umzug“ der Wohnberatung (U mzugsmanagement), mit dem
ältere Menschen die Wohnungssuche und der Umzug in eine bedarfsgerechte Woh-
nung erleichtert wird.
o Die zentrale Anlaufstelle für private Projektiniti ativen beim Amt für Wohnungswesen,
die u. a. mit einem runden Tisch innovative, gemein schaftliche Wohnformen unter-
stützt. Als Beispiele seien bereits realisierte Pro jekte des gemeinschaftlichen Woh-
nens der Initiativen „Villa Vera“ sowie die „Bremer Stadtmusikanten“ genannt.
o Die stadtregionale Umfrage zum Wohnen mit der stad tregionalen Auswertung (Vorl.
194/07) und der Dokumentation der Münsteraner Ergeb nisse (Vorl. 291/08) verdeut-
lichen den Wunsch ‚älterer Menschen’ nach einem Verbleib in ihrer Wohnung und im
Quartier.
4.5 Lebensqualität
Lebensqualität ist ein heute ein zentraler, weicher Standortfaktor zur Bindung und Gewin-
nung von Einwohnern (und Unternehmen) an die Stadt Münster.
- 45 -
Allgemein wird unter Lebensq der Grad des Wohlbefindens der Menschen in ihrem
Lebensraum verstanden. Dabei spielen materieller
aber auch
, Be-
rufschancen, sozialer Status, Gesundheit, Mobilität , Freizeit, Kultur etc. eine wichtige Rol-
le. Im Kern geht es also um die Teilhabe des Einzel nen an den vielschichtigen Angeboten
einer Stadtgesellschaft.
Eine wesentliche Grundlage für eine hohe Lebensqual ität in Münster bildet u. a. die be-
sondere Siedlungsstruktur der Stadt (eine überschau bare Kernstadt mit einer Vielzahl un-
terschiedlicher Außenstadtteile). Das deutlich erke nnbare Zentrum liegt innerhalb des
Promenadenrings und bietet den Besuchern hohe Aufen thalts- und Dienstleistungsqualitä-
ten und ist eingebettet in ein ideales Grünsystem mit zahlreichen Parkanlagen, Kleingärten
und Spielplätzen. Der Aasee ist fußläufig vom Zentr um zu erreichen und stellt mit seiner
Vernetzung zur freien Landschaft ein ideales Naherholungsgebiet dar.
Die Außenstadtteile verfügen über gut erreichbare S tadtteilzentren, die sowohl der Grund-
versorgung dienen als auch medizinische Dienste und kulturelle Angebote vorhalten.
Hinzu kommt ein flächendeckendes Bus- und Radwegene tz, ein differenziertes Kulturan-
gebot vom Landes- bis zum Stadtmuseum, vom Stadtthe ater bis zu den freien Theatern,
ergänzt von der Nacht der Museen, der alle 10 Jahre stattfindenden Skulpturen-
Ausstellung und einer Vielzahl weiterer Veranstaltungen im öffentlichen Raum.
Würdigung einer nachhaltigen Stadtentwicklungsplanung:
o 1997 und 2006 Klimahauptstadt Münster
o 2004 LivComAward
o Platz 1 auf nationaler Ebene beim Wettbewerb „Ente nte florale 2006“
o Platz 1 auf internationaler Ebene beim Wettbewerb „Entente florale 2007“
o Fahrradfreundlichste Stadt / Fahrradhauptstadt
o Sportgerechte Stadt (Sport als Marketingfaktor für die Stadt Münster, Vorlage
0041/08)
4.6 Senioreninnen und Senioren
Der Anteil der Senioren und Seniorinnen an der Gesa mtbevölkerung ist in den vergange-
nen Jahren kontinuierlich gestiegen. Inzwischen sin d 32821 (12,1 %) aller Münsteraner
- 46 -
und Münsteranerinnen 70 Jahre und älter (Stand 31.1 2.2006). Bis zum Jahre 2015 wird
diese Altersgruppe auf 37710 Personen anwachsen, ein plus von 4889 Menschen.
Die Möglichkeiten der wohnungsnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs hat
für e Altersgruppen einen hohen Stellenwert, ebenso die räumliche Nähe von Angeboten
zu ambulanter und stationärer Pflege. Inzwischen si nd bereits über 5300 Münsteraner und
Münsteranerinnen pflegebedürftig (gem. SGB XI, siehe hierzu Pflegebericht des Sozialam-
tes).
Den besonderen Bedürfnissen einer wachsenden Zahl älterer Migranten und Migrantinnen
ist die Sozialverwaltung bereits mit der Einrichtun g einer kultursensiblen Altenpflege be-
gegnet. Im Rahmen der Pflegekonferenz Münster werde n dort aktuell entsprechende Leit-
linien erarbeitet.
Hinzu kommt eine wachsende Zahl von älteren Singles und kinderlosen Paaren, die in den
kommenden Jahren das Seniorenalter erreichen werden . Diese Menschen leben in vielen
Fällen ohne familiäre Bezüge und sind stärker als n och ihre Elterngeneration im Alter auf
externe Hilfe angewiesen.
Bei der Nachfrage nach Bildungsangeboten im Alter i st Münster - wie kaum eine andere
Stadt – gut aufgestellt. Eine Vielzahl von Akademie n und nicht zuletzt das Studium im Al-
ter sind hier zu nennen.
In der Zukunft wird es darauf ankommen, diesen Mehr wert gesellschaftlich stärker zu nut-
zen. Denkbar sind hier Angebote in der Nachmittagsb etreuung von Kindern und Schülern,
in der ehrenamtlichen Tätigkeit in Vereinen und and eren Institutionen aber auch innerbe-
trieblich (1. Mehrgenerationenhaus in Münster an der Apostelkirche).
Die Fachleute sagen bereits in wenigen Jahren einen Fachkräftemangel in vielen Bran-
chen voraus. Aufgrund der rückläufigen Geburtenrate n wird sich daher der Wettbewerb
um junge und gut ausgebildete Arbeitnehmer und Arbe itnehmerinnen verschärfen. Um so
wichtiger ist daher auch im Alter das Thema „Fortbi ldung“ und ein gezieltes und geförder-
tes Miteinander von Jung und Alt im Berufsleben.
Das Bewusstsein für Gesundheitsvorsorge durch Sport und Bewegung im Alter wächst.
Dies belegen die Zahlen der Freizeitsportler in und außerhalb von Vereinen. In Zusam-
menarbeit mit der Wissenschaft, der Ärzteschaft, de m Stadtsportbund, den örtlichen Kran-
kenversicherern und der Stadt könnten über die best ehenden Angebote hinaus künftig
- 47 -
zusätzliche Angebote geschaffen werden. Wer gesund und beweglich bleibt bis ins Alter
benötigt auch keine Pflege!
Ziel einer zukunftsorientierten Seniorenpolitik muß es sein, die Lebensbedingungen dieser
wachsenden Bevölkerungsgruppe nachhaltig zu fördern . Davon betroffen sind insbeson-
dere die Themenfelder Wohnen, Grundversorgung, sozi ale und medizinische Dienstleis-
tungen, Mobilität und Bildung.
Bestehende Ansätze:
o Angebot „Hilfen beim Umzug“ der Wohnberatung
o Projekt „Wohnen für Hilfe“
o Seniorenvertretung
o Kooperation „Seniorenvertretung & Jugendrat“
o Arbeitskreis „Seniorenvertretung – Sozialamt“
o Zentrale Anlaufstelle und „Runder Tisch“ zur Unter stützung innovativer, gemein-
schaftlicher Wohnformen im Alter
o Von Mensch zu Mensch (Förderprogramm der Magdalene nstiftung und der Stadt
Münster zur Unterstützung von Nachbarschaftshilfen etc)
o Mehrgenerationenhaus Münster, Dietrich Bonhoeffer Haus an der Apostelkirche
o Pflegebericht des Sozialamtes ( u. a. Schaffung st adtteilorientierter Pflegeangebote)
o Info-Veranstaltungen zum Wohnen im Alter (u. a. 3. Stadtgespräch zum demografi-
schen Wandel in Münster u. 4. Stadtgespräch ‚Wohnen in Münster: heute handeln für
das Wohnen von morgen) )
4.7 Migration und Integration
In der Stadt Münster ist die ausländische Bevölkeru ng am Ort der Hauptwohnung in den
vergangenen Jahren mit gut 21 000 Personen konstant geblieben. Dies entspricht einem
Anteil von ca. 8,4 % an der Gesamtbevölkerung. Jedo ch beträgt der Anteil der Menschen
mit Migrationsvorgeschichte in Münster inzwischen 20 % der Gesamtbevölkerung.
Als Bildungs- und Wissenschaftsstadt ist Münster in besonderer Weise auf den Zuzug von
Bildungs- und Ausbildungssuchenden aus dem In- und Ausland angewiesen. Als Universi-
tätsstadt steht Münster im internationalen Wettbewe rb (internationale Harmonisierung der
Studienabschlüsse, Exzellenzuniversitäten etc.). Zu wanderungen von Menschen mit
- 48 -
Migrationshintergrund gleichen in steigendem Maße r ückläufige Einwohnerentwicklungen
aus, sie eröffnen dabei auch neue wirtschaftliche P otentiale und senken das Durch-
schnittsalter der Münsteraner Bevölkerung.
Um diese Menschen nach Münster zu holen und Ihnen e ine dauerhafte Bleibe zu ermögli-
chen, bedarf es einer Vielzahl von Anstrengungen, u . a. auch diese Menschen in die
Stadtgesellschaft zu integrieren. Das Dezernat für Soziales, Integration, Gesundheit, Um-
welt- und Verbraucherschutz hat sich dieser Problem atik seit Jahren angenommen und in
enger Abstimmung mit dem Ausländerbeirat eine Koord inierungsstelle eingerichtet. Dar-
über hinaus wird aktuell ein Leitbild „Integration und Migration“ erarbeitet.
Bestehende Ansätze:
o Koordinierungsstelle für Aussiedler, Flüchtlinge u nd Asylbewerber im Dezernat V
o Der Ausländerbeirat der Stadt Münster
o Die Kommission zur Unterbringung von Aussiedler, F lüchtlinge und Asylbewerbern
o Der ‚Nationworker’ als „Kulturdolmetscher“
o Die Erarbeitung eines Leitbildes „Integration und Migration“. Grundlage dafür bildet
das Profil „Wissenschaft und Lebensart“ mit den Leitorientierungen „Soziale Balance
in der Stadtgesellschaft, Entwicklung einer weltoff enen Stadt auf der Basis der Ge-
schichte und des Prinzips „Toleranz durch Dialog“
4.8 Öffentliche Finanzen
Auch der Bereich der öffentlichen Finanzen ist von der demographischen Entwicklung tan-
giert. Wesentliche Einnahmequellen der Stadt Münste r – wie aller Städte und Gemeinden
in Nordrhein-Westfalen bzw. Deutschland – sind beis pielsweise abhängig von der Bevöl-
kerungszahl, der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der Schülerzahl oder
der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner über 65 Jahren.
Für die Berechung folgender städtischer Einnahmen s pielen solche soziodemographi-
schen Faktoren eine Rolle:
- Gemeindeanteil an der Einkommensteuer
- Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer
- Gewerbesteuer
- Schlüsselzuweisungen des Landes NRW
- Investitionspauschale des Landes NRW
- 49 -
- Schul-/Bildungspauschale des Landes NRW
- Sportpauschale des Landes NRW.
Grundsätzlich gilt: Je höher die soziodemographisch en Faktoren, also z. B. die Zahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, desto h öher fallen die städtischen Einnahmen
aus. Allerdings muss dieser Grundsatz gleich wieder relativiert werden, was sich am Bei-
spiel der Schlüsselzuweisungen des Landes NRW verde utlichen lässt. Die Schlüsselzu-
weisungen werden über einen Vergleich der städtisch en Steuerkraft mit einer sog. Aus-
gangsmesszahl ermittelt. Liegt die Ausgangsmesszahl , in die verschiedene städtische
Komponenten wie die Bevölkerungszahl, die Schülerza hl, die Zahl der Arbeitslosen und
die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäfti gten einfließen, über der Steuerkraft,
erhält eine Stadt oder Gemeinde in NRW Schlüsselzuw eisungen. Für Münster muss aber
für die zurückliegenden Jahre konstatiert werden, d ass die Steuerkraft regelmäßig über
der Ausgangsmesszahl lag und Münster folglich keine Schlüsselzuweisungen erhalten hat.
Legt man das Jahr 2007 zugrunde, hätte erst ein Ans tieg der Bevölkerungszahl um rund
20.000 (!) Einwohnerinnen und Einwohner die Ausgang smesszahl über die Steuerkraft
wachsen lassen und damit Schlüsselzuweisungen ausgelöst.
Für die Höhe der Gewerbesteuer ist die Zahl der ort sansässigen Betriebe sowie deren
Ertragslage ausschlaggebend. Die im Zeitablauf schw ankende Ertragslage der Unterneh-
men führt auf kommunaler Ebene zu Einnahmeschwankungen bei der Gewerbesteuer, die
beispielsweise über einen ausgewogenen Branchenmix oder Neuansiedlung von ertrags-
kräftigen Unternehmen geglättet werden können. Alle rdings wirkt sich die Höhe der Ge-
werbesteuer auch auf die Höhe der Steuerkraft im ko mmunalen Finanzausgleich in NRW
und damit auf die Höhe der Schlüsselzuweisungen aus . Höhere Gewerbesteuereinnah-
men bedeuten insofern in der Tendenz geringere Schl üsselzuweisungen. Solange eine
Stadt oder Gemeinde jedoch aufgrund ihrer hohen Ste uerkraft gar keine Schlüsselzuwei-
sungen erhält (wie Münster), empfiehlt sich in jede m Fall die Anwerbung neuer Unterneh-
men bzw. die Sicherung vorhandener Unternehmen am Standort.
Letztlich bietet es sich also an, den oben aufgeste llten Grundsatz „Höhere soziodemogra-
phische Faktoren führen zu höheren Einnahmen“ in st ädtische Überlegungen zur Stand-
ortentwicklung einzubeziehen. Wenn sich die Bevölke rungszahl in Münster erhöht, fällt
beispielsweise die Investitionspauschale des Landes NRW unmittelbar höher aus. Jede/r
zusätzliche Einwohner/in hätte in diesem Jahr die I nvestitionspauschale um knapp 15 Eu-
ro ansteigen lassen.
- 50 -
Auch auf die Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer wirken sich zusätzli-
che Einwohnerinnen und Einwohner aus. Sie fließen – technisch gesprochen – in die sog.
Schlüsselzahl ein, auf deren Basis das örtliche Ste ueraufkommen an diesen Gemein-
schaftssteuern ermittelt wird. Ein gegenüber den an deren Städten und Gemeinden in
NRW überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum erh öht die Schlüsselzahl und damit
die Steuereinnahmen. Allerdings werden die Schlüsse lzahlen nicht jährlich, sondern in der
Regel erst nach drei Jahren neu festgesetzt.
Der oben aufgestellte Grundsatz gilt natürlich auch umgekehrt: Eine geringere Bevölke-
rungszahl führt tendenziell zu niedrigeren öffentli chen Einnahmen. Insofern bietet es sich
nicht nur unter finanziellen Aspekten an, darauf hi nzuwirken, dass sich die Einwohnerzahl
und andere wichtige soziodemographische Faktoren in Münster erhöhen oder auf langfris-
tige Sicht zumindest konstant gehalten werden.
Letztlich wirken alle unter Punkt 4 darzustellenden Handlungsfelder und Maßnahmen in
diese Richtung und unterstützen damit die langfrist ige Sicherung der kommunalen Ein-
nahmebasis unter sich verändernden Rahmenbedingungen.
4.9 Regionale Kooperation
Im Jahre 2001 richtete die Stadt Münster erstmalig eine Geschäftsstelle zur Unterstützung
der Stadtregionalen Kooperation in der Verwaltung e in und setzte damit ein deutliches
Zeichen in Richtung Zusammenarbeit mit den an das S tadtgebiet angrenzenden Gemein-
den. Diese Entscheidung trägt der Tatsache Rechnung , dass es vielschichtige Verflech-
tungsbeziehungen zwischen der Stadt Münster und den 10 Umlandgemeinden gibt.
Mit über 450.000 Einwohnern bildet die Stadtregion Münster einen bedeutenden Wirt-
schaftsraum. Dies belegen u. a. die täglichen Pendl erzahlen von über 63.000 Personen
mit Bus und Bahn (2006 er Zahlen einfügen). Von bes onderer Bedeutung in der inter-
kommunalen Zusammenarbeit sind die Wohnsiedlungsent wicklung und das Wanderungs-
verhalten der BürgerInnen (Stadtregionale Bürgerumfrage zum Wohnen 2006).
Darüber hinaus ist die Stadt Münster ein Partner im Städtedreieck MONT gemeinsam mit
Osnabrück und der Netwerkstad Twente sowie Mitglied in der EUREGIO.
In der EUREGIO hat sich die Stadt Münster ebenfalls des Themas Demografischer Wan-
del angenommen. Gemeinsam mit der EUREGIO-Geschäftsstelle in Gronau wurde im
- 51 -
Jahre 2005 eine Veranstaltungsreihe „Demographischer Wandel in der EUREGIO“ initiiert.
Zielgruppe der Veranstaltungsreihe sind Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Ver-
waltung der Mitgliedsgemeinden. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die unterschiedli-
chen Konzepte und Handlungsansätze der einzelnen Gemeinden zur Bewältigung der
Folgen des Demographischen Wandels kennenzulernen. Die bisherige Zusammenarbeit
unter den Städten hat sich als ausgesprochen fruchtbar erwiesen und soll auch in Zukunft
über die Gründung eines Netzwerkes verstärkt werden.
5 Vom Münster-Profil „Wissenschaft und Lebensart“ z um Demographie-Leitbild
„Stadt im demographischen Gleichgewicht – attraktiv , generationengerecht,
partnerschaftlich“
5.1 Integrierte Stadtentwicklungsplanung und Steuer ungszyklus „Demographie-
orientierte Stadtentwicklung“ – Strategische Antwor ten auf den demographi-
schen Wandel
Der demographische Wandel betrifft alle Bereiche de r kommunalen Daseinsvorsorge und
alle kommunalpolitischen Handlungsfelder. Hinzu kommt, dass es sich um eine langfristige
Herausforderung mit zunehmender Dringlichkeit hande lt. Daher sind zur Gestaltung des
demographischen Wandels ressortübergreifende und ko operative Ansätze mit strategi-
scher Ausrichtung gefragt, d.h. als strategische Antwort auf den demographischen Wandel
muss eine integrierte Stadtentwicklungsplanung und ein integriertes Stadtentwicklungs-
management erfolgen.
Als Instrument hierzu wurde der strategische Steuer ungskreislauf „Demographieorientierte
Stadtentwicklung“ entwickelt. Dieser Zyklus greift auf die Grundsätze der strategischen
Steuerung und des Qualitätsmanagements zurück, die in Münster auch bereits zur Fort-
schreibung und kontinuierlichen Erfolgskontrolle de s „Integrierten Stadtentwicklungs- und
Stadtmarketingprozesses“ (ISM) genutzt wurden (vgl. Vorl. 118/2004, S. 9). Bezogen auf
die Gestaltung des demographischen Wandels präferie ren auch der Deutsche Städtetag
und die Bertelsmann Stiftung dieses methodische Vorgehen.
- 52 -
Strategischer Steuerungszyklus „Demographieorientierte Stadtentwicklung“
Ziel ist ein systematisches, ressortübergreifendes und prozessorientiertes Vorgehen, das
auf kontinuierliche Optimierung angelegt ist, und die in der Abbildung dargestellten inhaltli-
chen Schritte umfasst.
Diese methodische Herangehensweise findet sich in d er inhaltlichen Erarbeitung des vor-
liegenden Handlungskonzeptes wieder, das damit zu einem best-practice Verfahren wird:
• Standortbestimmung, demographische Perspektiven: K apitel 3, Kapitel 4
• „Münster-Profil“ und „Demografie-Leitbild“: Kapitel 5.2 – 5.3
• Strategien, Handlungsprogramme, Schlüsselprojekte: Kapitel 5.4
• Monitoring, Evaluation: Kapitel 6
• Kommunikation, Dialog, Kooperation: Kapitel 7
Insbesondere die Einbindung in das vorliegende Inte grierte Stadtentwicklungs- und
Stadtmarketingkonzept (ISM) und damit in eine Zielv orgabe für die gesamtstädtische Ent-
wicklung erleichtert die Formulierung eines Leitbil des für die demografische Entwicklung
und stellt die Einbindung die Münsteraner Zukunftsstrategie sicher.
- 53 -
5.2 Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarket ingkonzept (ISM) und stadt-
strategische Ziele – Eckpunkte für ein Demographieleitbild
Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept (ISM)
Im Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketi ngprozess (ISM) wurden angesichts
des sich verschärfenden Wettbewerbsdrucks unter der Überschrift „Zukunft macht Ge-
schichte“ die besonderen Qualitäten der Münsteraner Stadtentwicklung, ein zukunftsorien-
tiertes Münster-Profil „Wissenschaft und Lebensart“ , sieben thematische Leitorientierun-
gen und als zusammenfassendes Ziel die „Stadt im Gleichgewicht“ formuliert (Vorl. 118/04
und 118/04 E1). Profil, Ziele und Leitorientierungen sind der Entwicklung von Projekten mit
gesamtstädtischer Bedeutung, wie z.B. der Gestaltun g des demographischen Wandels,
als grundsätzlicher Orientierungsrahmen und als gan zheitliches Prüfraster zugrunde zu
legen.
Die Profilentscheidung „Wissenschaft und Lebensart“ aus dem ISM-Prozess wurde 2006
im ersten Münsteraner Zukunftsgespräch „Münster - M it Wissen erfolgreich im Standort-
wettbewerb“ von allen Seiten nachdrücklich als rich tig und zukunftsweisend unterstrichen
(Vorl. V/0113/2007). Die Orientierung an Bildung un d Wissenschaft in Kombination mit der
besonderen Münsteraner Lebensqualität und Lebensart ist eine zukunftsgerichtete Antwort
auf den Strukturwandel und bietet gute Chancen für eine dynamische Wirtschafts- und
Stadtentwicklung im Wettbewerb der Standorte.
Bereits im Rahmen des ISM-Prozesses wurde die Thema tik des demographischen Wan-
dels bei der Formulierung des Profils „Wissenschaft und Lebensart“ bewusst berücksich-
tigt. In der Begründung zum Münster-Profil und zu d en Leitorientierungen heißt es daher:
„Zudem bietet die Ausrichtung von Münster als Bildu ngs-, Wissenschafts-, Forschungs-
und Entwicklungsstandort eine große Chance angesich ts des demographischen Wandels.
Als Bildungs- und Hochschulstandort ist Münster für alle Altersgruppen attraktiv, im einset-
zenden Wettlauf um junge Menschen liegt hier allerd ings ein besonderer Erfolgsfaktor“
(Vorl. 118/04, Anl. 2, S. 4).
Ebenfalls wurde als Leitorientierung die Weiterentw icklung von Münster zu einer Stadt mit
höchster Lebens- und Erlebnisqualität formuliert. A us Sicht des demographischen Wan-
- 54 -
dels sind hier insbesondere die Ziele „hoher Wohnwe rt“, „Familienfreundlichkeit“ und „so-
ziale Balance in der Stadtgesellschaft“ hervorzuheben.
Darüber hinaus sind im ISM-Prozess die spezifischen Qualitäten der Münsteraner Stadt-
entwicklung herausgearbeitet und bestätigt worden. Für die Ableitung eines Leitbilds „De-
mographie“ sind hier besonders folgende Punkte heranzuziehen (Vorl. 118/04 E1, Anl. 2):
Münster ist eine Stadt mit hohem Verantwortungsbewusstsein
für eine familienfreundliche und generationsgerechte Stadtentwicklung
für gute Erziehungs-, Bildungs- und Lebensperspektiven der Kinder und Jugendlichen
für eine Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen der Stadtgesellschaft
für soziale Solidarität zwischen allen Teilen der Bürgerschaft
für eine gute Nachbarschaft von Menschen deutscher und ausländischer Herkunft
für die Pflege des interkulturellen Lebens
Auch aus räumlicher Sicht wurden im ISM-Prozess ber eits zwei wichtige Aspekte themati-
siert, die für die Gestaltung des demographischen W andels von hoher Relevanz sind.
Hierbei handelt es sich
um die besondere Bedeutung der Stadtteile und die S icherung deren Funktionsfähigkeit
und Lebendigkeit
um die enge Verbindung von Münster, Münsterland und Westfalen und der besonderen
Verantwortung von Münster für eine gemeinsame Entwicklung.
Stadtstrategische Ziele
Auf der Grundlage des Münster-Profils, der Leitorie ntierungen und der Münster-Qualitäten
wurden im Rahmen der Haushaltskonsolidierung stadts trategische Ziele entwickelt, die
ebenfalls bereits die Herausforderungen des demogra phischen Wandels aufgreifen (Vorl.
470/2006, Anl. 5). Folgende Ziele sind für die Able itung eines Leitbilds „Demographie“ ins-
besondere zu berücksichtigen:
Familienfreundlichkeit und Generationengerechtigkeit, Ausrichtung der Infrastruktur auf die
demographische Entwicklung und funktionsfähige Stadtteile
Erfolg im Wettbewerb der Städte und Regionen: Nutzu ng der Potenziale im Wissen-
schaftsbereich, beste Rahmenbedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze
Qualitätsvolle und ausreichende Angebote der Kinder betreuung sowie Angebote der Kin-
der- und Jugendarbeit
- 55 -
Qualifiziertes und internationales Bildungsangebot, Verbesserung der Berufsfähigkeit ins-
besondere junger Erwachsener, Anpassung der Infrast ruktur an die demographische Ent-
wicklung
Erhaltung und Weiterentwicklung der kulturellen Ang ebote, Einrichtungen und Netzwerke;
Orientierung der kulturellen Alleinstellungsmerkmal e am europäischen Standard ver-
gleichbarer Städte
Wahrung der sozialen Balance und Integration der in Münster lebenden Menschen mit
Migrationsvorgeschichte in die Stadtgesellschaft
Nachhaltige Erhaltung der Qualitäten im Umwelt-, Na tur- und Klimaschutz, Schaffung ei-
nes gesunden Lebensumfelds, Sicherung der Sportförd erung und Weiterentwicklung auf
Grundlage des Pakts für den Sport
Stärkung der Einzigartigkeit der Innenstadt, Weiter entwicklung der Aufenthaltsqualität der
öffentlichen Räume
Eckpunkte für ein „Demographie-Leitbild“
Das Münster-Profil „Wissenschaft und Lebensart“ und die stadtstrategischen Ziele machen
deutlich, dass die Herausforderungen des demographischen Wandels bereits von den bis-
herigen strategischen Überlegungen aufgegriffen wor den sind. Aus der „Münsteraner Zu-
kunftsstrategie“ lassen sich zusammenfassend folgende Eckpunkte für ein Demographie-
Leitbild festhalten:
Positionierung als Bildungs- und Wissenschaftsstand ort und als attraktiver Wirtschafts-
standort mit hoher Lebensqualität im Wettbewerb
Kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadtentwicklung
Soziale Balance und Integration der Menschen mit Migrationsvorgeschichte
Generationengerechte Stadtwicklung und hohe Lebensqualität für alle Generationen
Geschlechtergerechte Stadtentwicklung
Anpassung der Infrastruktur an die demographische Entwicklung
Entwicklung demographiefester Quartiere und Stadtteile
Besondere Verantwortung von Münster für eine gemein same Entwicklung mit dem Müns-
terland und Westfalen
- 56 -
5.3 Münster im „demografischen Gleichgewicht“: attr aktiv, generationengerecht,
partnerschaftlich
Leitbild für eine demografieorientierte Stadtentwicklung
Aufgrund der Eckpunkte durch den ISM-Prozess und di e stadtstrategischen Ziele lässt
sich folgendes Leitbild ableiten:
Münster im „demografischen Gleichgewicht“ – attrakt iv, generationengerecht, partner-
schaftlich
Die „Stadt im demografischen Gleichgewicht“
• basiert auf der Positionierung im Wettbewerb als „ attraktiver und starker Stadt in einer
wachsenden Region“,
• verfolgt bezüglich des „Zusammenlebens“ und „Zusam menwirkens“ der Altersgruppen,
Haushaltstypen und Lebensstile das Ziel der „generationengerechten Stadt“,
• und strebt eine „partnerschaftliche Gestaltung des demographischen Wandels“ mit den
bürgerschaftlichen bzw. zivilgesellschaftlichen Akt euren und den regionalen Partnern
an.
- 57 -
Was bedeutet „Münster - Stadt im demografischen Gleichgewicht“?
Alle Zukunftsdiskussionen in Münster in den letzten Jahren haben gezeigt, dass es bei der
zukünftigen Entwicklung sehr wesentlich darum gehen muss, „Münster im Gleichgewicht“
zu halten. Aus Sicht der nachhaltigen Stadtentwickl ung geht es dabei um den Anspruch
der gleichgewichtigen und gleichzeitigen Beachtung ökonomischer und ökologischer, so-
zialer und kultureller Zieldimensionen. Der Haushal tskonsolidierungsprozess verlangt,
Münster im „finanziellen Gleichgewicht“ zu halten, aus stadtstruktureller Sicht geht es um
ein „Gleichgewicht zwischen Innenstadt und (Außen)S tadtteilen“ und innerhalb der Stadt-
bezirke um eine „ausgewogene Entwicklung der einzelnen Stadtteile“.
Zur zukunftsorientierten Entwicklung von Münster al s attraktiver Stadt mit hoher Lebens-
qualität ist ein „demographisches Gleichgewicht“ anzustreben. Dieses Ziel formuliert den
Anspruch der gleichgewichtigen und gleichzeitigen B eachtung der unterschiedlichen Al-
tersgruppen und Lebensphasen, um beste Voraussetzungen für eine ausgewogene Alters-
und Haushaltsstruktur in Münster zu bieten. Angesic hts der spezifischen demographi-
schen Struktur von Münster als Bildungs-, Wissensch afts- und Dienstleistungszentrum
liegt es nahe, zunächst folgende Zielgruppen intensiver zu betrachten:
• Kinder, Jugendliche und Familien
• Auszubildende und Fachkräfte
• Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Ho chschulen
• Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
• Seniorinnen und Senioren
• Menschen mit Migrationsvorgeschichte (Migrantinnen und Migranten)
Bei einer Stadt im demografischen Gleichgewicht ver langt auch der Prozess der Alterung
ein besonderes Augenmerk. Daher ist die Verbesserung der Altersfreundlichkeit ein grund-
legendes Ziel, das für alle Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge und des kommuna-
len Handelns gilt. Wichtige Ansatzpunke sind hier a us räumlicher Sicht das Quartier und
der Stadtteil, um die Voraussetzungen für eine selb stständige Lebensführung zu schaffen
und zu verbessern. Da viele Elemente einer altersfr eundlichen Stadt gleichzeitig auch die
Kinder-, Jugend- und Familienfreundlichkeit erhöhen (z.B. wohnungsnahe Grundversor-
- 58 -
gung), unterstützt damit die Verfolgung des Ziels d er altersfreundliche Stadt auch den
Weg zu einer Stadt im demografischen Gleichgewicht.
Die Stadt im demographischen Gleichgewicht spricht auch die Menschen mit Migrations-
vorgeschichte als wichtige Zielgruppe an. Nahezu 20 % der Münsteranerinnen und Müns-
teraner gehören zu dieser Gruppe. Angesichts der Be völkerungsentwicklung und einer
zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft sind Inte gration und Migration Chancen für
die Münsteraner Stadtentwicklung und bieten vielfäl tige Potenziale. Insbesondere die
Stadtteil- und Quartiersebene spielen eine wichtige Rolle für die Frage der Integration.
Die Stadt im demographischen Gleichgewicht erforder t selbstverständlich auch eine aus-
drückliche Beachtung der Geschlechterperspektiven im Sinne des Gender Mainstreaming.
Angesichts des demografischen Wandels verstärkt sich noch die Notwendigkeit, die unter-
schiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männe rn beziehungsweise Mädchen und
Jungen zu analysieren und zielgruppenorientierte Handlungsansätze zu formulieren. Diese
müssen sich aus räumlicher Sicht auch in einer demo grafieorientierten, geschlechtersen-
siblen Infrastruktur– und Quartiersentwicklung niederschlagen.
Die „Stadt im demografischen Gleichgewicht“ konkret isiert sich nach außen, nach innen
und im Rahmen der Zusammenarbeit durch folgende strategischen Ziele als Profilanker:
a) Attraktives Münster - Starke Stadt in wachsender Region
Münster hat in den letzten Jahren vermehrt die Hera usforderungen des Strukturwandels
angenommen und positioniert sich im Wettbewerb als attraktives Bildungs-, Wissen-
schafts- und Dienstleistungszentrum mit hoher Leben squalität. Damit stellt Münster sich
dem „Wettbewerb“ um Einwohner, um Studierende, um Familien, um qualifizierte Beschäf-
tigte, um Steuerzahler, um Besucher und auch um Investoren.
Die Erfolge im Wettbewerb (z.B. „Lebenswerteste Sta dt der Welt“, herausragendes
Wachstum der sozialversicherungspflichtig Beschäfti gten) stärken einerseits eindeutig
Münster, andererseits profitiert auch die Region vo n Münsters Anziehungskraft und Aus-
strahlungseffekten auf vielfältige Weise. In Münste rs Wettbewerbserfolge fließen natürlich
auch die Kompetenzen des Münsterlandes als Wachstum sregion ein. Münster und Müns-
- 59 -
terland können nur gemeinsam im wirtschaftlichen un d demografischen Wettbewerb der
Städte und Regionen bestehen.
Die Positionierung und Profilierung Münsters als „a ttraktive Stadt in einer wachsenden
Region“ muss in Form einer strategischen Allianz ge meinsam mit den Partnern aus dem
näheren und weiteren Münsterland erfolgen. Selbstve rständlich bestehen auch zwischen
Münster und den Umlandgemeinden Wettbewerbsbeziehun gen um Einwohner. Zur Ges-
taltung des demografischen Wandels muss es aber dar um gehen, dass alle Partner ihre
Stärken zugunsten einer strategischen Regionalentwi cklung einbringen und dass sich das
Münsterland als starke und wachsende Region formier t und profiliert. Ein ruinöser Wett-
bewerb im Münsterland um Einwohner muss mit allen M itteln vermieden werden, da hier
langfristig alle Beteiligten verlieren würden. Notw endig ist ein „demografischer Schulter-
schluss von Stadt und Region“.
b) Münster - Generationenrechte Stadt
Ziel der „Stadt im demographischen Gleichgewicht“ f ür das Zusammenleben in Münster
und die anzustrebenden räumlichen Strukturen ist ei ne „generationengerechte Stadtent-
wicklung“. Diese Zielformulierung geht über eine gl eichgewichtige Beachtung aller Alters-
gruppen hinaus und zielt auf ein solidarisches Zusa mmenleben der Generationen ab. Aus
dem Zusammenleben und Zusammenwirken der unterschie dlichen Altersgruppen mit ih-
ren spezifischen Erfahrungen und Stärken ergeben si ch vielfältige Synergiepotenziale, die
wichtige Ansatzpunkte zur Gestaltung des demographi schen Wandels bieten. Angesichts
der prognostizierten Veränderungen der Alters- und Haushaltestrukturen in den nächsten
Jahren wird bereits die Schaffung von Kontaktmöglic hkeiten und die Förderung des Aus-
tauschs zwischen den Generationen eine wichtige Aufgabe darstellen.
Da die Debatte um eine generationengerechte Stadten twicklung erst am Anfang steht, die
Thematik aber angesichts des demografischen Wandels von großer Bedeutung ist und in
Münster hierfür gute Ansatzpunkte existieren, biete t es sich an, auch hiermit die Profilie-
rung von Münster im „demographischen Wettbewerb“ voranzutreiben. Hingewiesen sei in
diesem Zusammenhang beispielsweise nicht nur auf da s zunehmende Interesse am
Mehrgenerationenwohnen und bereits realisierte Proj ekte in Münster, sondern auch u.a.
auf den fruchtbaren Austausch zwischen „Jung“ und „ Alt“ (z.B. Jugendrat und Senioren-
- 60 -
vertretung), die Aktivitäten des Vereins für Genera tionengerechtigkeit Münster sowie das
seit einem Jahr bestehende Mehrgenerationenhaus an der Apostelkirche.
c) Münster - Partnerschaftliche Gestaltung des demografischen Wandels
Bereits im ISM-Prozess wurde herausgearbeitet, dass bürgerschaftliches Engagement
sehr prägend für Münster ist. Der Wunsch der Bürger schaft zur aktiven Mitgestaltung ist in
vielen Bereichen stark ausgeprägt, so dass die Förd erung der bürgerschaftlichen Eigenini-
tiative seit langem einen hohen Stellenwert in Münster einnimmt.
Die Gestaltung des demografischen Wandels ist eine Aufgabe, die die gesamte Stadtge-
sellschaft betrifft. Hier gilt es, die vielfältigen Potenziale der Bürgergesellschaft zu er-
schließen. Dies bedeutet einerseits, dass die bürge rschaftliche Eigenverantwortung für
eigene Belange, aber auch für das „Gemeinwohl“ gefö rdert werden muss, andererseits
müssen sich aber auch die staatlichen Einrichtungen für das Engagement von Kräften aus
der Zivilgesellschaft öffnen. Bürgerschaftliches En gagement muss sowohl gefordert als
auch gefördert werden.
Die partnerschaftliche Gestaltung des demografische n Wandels wird damit zu einer ent-
scheidenden Zukunftsaufgabe. Aus räumlicher Sicht i st diese Frage bereits beim „demo-
graphischen Schulterschluss mit der Region“ themati siert worden. Aus gesellschaftlicher
Sicht wird zivilgesellschaftliches Engagement damit zum „sozialen Bindeglied“ der „gene-
rationengerechten Stadt im demographischen Gleichge wicht“. Aufgrund der vorhandenen
Stärken bietet auch der partnerschaftliche Ansatz e in wichtiges Profilierungs- und Positio-
nierungspotenzial im „demografischen Wettbewerb“.
5.4 Wichtige Handlungsfelder und strategische Handl ungsempfehlungen
Auf Basis des Leitbilds „Stadt im demografischen Gl eichgewicht“, der Leitbild-Anker „att-
raktiv, generationengerecht, partnerschaftlich“ sowie der sozioökonomischen Stärken und
Schwächen von Münster lassen sich zur Gestaltung de s demografischen Wandels wichti-
ge Handlungsfelder identifizieren und strategische Handlungsempfehlungen formulieren.
- 61 -
Die im Folgenden vorgestellten, sehr grundsätzliche n strategischen Handlungsempfehlun-
gen sind im Sinne des Steuerungszyklus „demografieo rientierte Stadtentwicklung“ in den
nächsten Arbeitsschritten zu konkretisierten und zu operationalisieren. Dies setzt voraus,
dass vorab eine Verständigung über das Leitbild, gr undsätzliche Ziele und wichtige Hand-
lungsfelder einer demographieorientierten Stadtentwicklung erzielt wird. Dies wird mit dem
vorliegenden Bericht angestrebt.
Wie die Bestandsaufnahme in Kapitel 4 gezeigt hat, wird in Münster schon in vielfältiger
Weise auf den demografischen Wandel reagiert. Unter Bezugnahme auf das Leitbild und
die Handlungsfelder besteht mittels des Steuerungskreislaufs „demografieorientierte Stadt-
entwicklung“ nun die Möglichkeit, die bisherigen Handlungsansätze noch strategischer auf
das Leitbild hin auszurichten und damit den integri erten Ansatz zu stärken. Gleichzeitig
wird hiermit den begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen Rechnung getragen.
Um eine Verbindung zwischen den bisherigen, in Kapi tel 4 dargestellten Ansätzen und
den aus dem Leitbild abgeleiteten strategischen Han dlungsempfehlungen zu schaffen,
werden im Folgenden den vorgeschlagenen strategisch en Empfehlungen exemplarisch
bereits vorhandene Projekte und Ansätze zugeordnet. Hiermit werden gleichzeitig die stra-
tegischen Handlungsempfehlungen konkretisiert und d eren Richtung verdeutlicht. Eine
tragfähige Entwicklung neuer Maßnahmen kann erst na ch Abschluss der Verständigungs-
prozesse zum Leitbild und zu prioritären Handlungsf eldern für eine demografieorientierte
Stadtentwicklung erfolgen.
Gemäß dem Ziel einer partnerschaftlichen Gestaltung des demografischen Wandels rich-
ten sich die Handlungsempfehlungen zwar vorrangig a n die städtischen Akteure, grund-
sätzlich ist jedoch die Gestaltung des demografisch en Wandels eine Aufgabe, der sich die
gesamte Stadtgesellschaft stellen muss. Damit sind alle gesellschaftlichen Gruppen sowie
auch regionalen Akteure in entsprechenden Handlungs feldern Adressaten der Empfehlun-
gen.
a) Übergreifende Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen
• Generationengerechte Stadt
o Münster fördert den Austausch und das Miteinander der Generationen mit
dem Ziel generationenübergreifender Solidarität (z. B. Beteiligung des Ju-
- 62 -
gendinformations- und -beratungszentrums/JiB am Bun desmodellvorhaben
„Generationsübergreifende Freiwilligendienste“, Aktivitäten des „Verein für
Generationengerechtigkeit e.V. Münster“, Konzeption und Errichtung von
Mehrgenerationenhäusern, )
o Münster fördert generationenübergreifende Projekte in allen Handlungsfel-
dern (z.B. Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Al t im Rahmen des Pro-
jekts „Wohnen für Hilfe“, Zukunftswerkstatt „Gemeinsam für ein faires Müns-
ter – Jugendrat und Seniorenvertretung“ im Rahmen d es Bundesprojektes
„Generationen lernen gemeinsam Nachhaltigkeit“)
• Integration
o Migration und Integration sind als Chance für die Münsteraner Stadtentwick-
lung zu verstehen („Potenzialansatz“). Das zurzeit im Diskussionsprozess
befindliche Leitbild „Migration und Integration Mün ster“ bündelt die Hand-
lungsfelder und Handlungsansätze im Sinne einer gle ichberechtigten Teilha-
be an der Münsteraner Gesellschaft
o Nach Abschluss der Diskussionen und der parlamenta rischen Beschlussfas-
sung zum Leitbild „Migration und Integration in Münster“ liegt dann ein integ-
rationspolitisches Gesamtkonzept als Basis für die Arbeit von Rat, Auslän-
derbeirat, Verwaltung, freien Trägern und zivilgesellschaftlichen Akteuren vor
• Soziale Balance und Solidarität zwischen allen Tei len der Bürgerschaft
o Münster soll als lebendige, geschlechtergerechte u nd tolerante Stadt weiter-
entwickelt werden, in der unterschiedliche Milieus und Ethnien ohne soziale
Konflikte zusammenleben (z.B. Leitbild „Migration und Integration Münster“)
o Die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger so llen unter besonderer
Berücksichtigung des demographischen Wandels aufgeg riffen, befriedigt
und/oder transportiert und vernetzt werden (z.B. stadtteilorientierte Altenhilfe-
und Pflegeplanung, Durchführung des Programms „Sozi ale Stadt – Kinder-
haus/Brüningheide“)
• Geschlechtergerechte Stadt
o Münster berücksichtigt bei der Stadtentwicklung di e spezifischen Lebenssi-
tuationen von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Mä nnern und die dar-
aus resultierenden Bedürfnisse (z.B. geschlechterdi fferenzierte Auswertung
- 63 -
der Bürgerumfragen als Grundlage für zielgruppenori entierte Maßnahmen,
Kooperationsvereinbarung zwischen Frauenbüro und De zernat für Planung,
Bau und Marketing)
o Verbesserung der Chancen und Lebensperspektiven vo n Frauen sowie Ab-
bau der strukturellen Benachteiligung im demographi schen Wandel (z.B.
spezifische Projekte zur Verbesserung der Lebenssit uation von Mädchen
und Frauen, u.a. berufliche Lebensplanung von Fraue n und Mädchen, Ver-
einbarkeit von Beruf und Familie sowie Perspektiven twicklung zur Lebens-
gestaltung älterer und alter Frauen)
b) Handlungsfelder nach Zielgruppen/Lebenslagen und strategische Handlungs-
empfehlungen
• Kinder, Jugendliche und Familien
o Förderung der Kinder- und Familienfreundlichkeit i n Münster (z.B. Ausbau
von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren, Sc haffung der Vorausset-
zungen für familienfreundliches Wohnen, Jugendrat a ls wichtiges Instrument
für eine kinder- und familienfreundliche Stadtentwi cklung und als wichtiger
Partner für den generationenübergreifenden Dialog)
o Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Ber uf in Münster (z.B. Ta-
gesbetreuungsausbauprogramm für die Betreuung, Förd erung und Bildung
von Kindern unter 3 Jahren, weiterer Ausbau von Bet reuungs- bzw. Ganz-
tagsplätzen in Schulen, Förderung der Familienfreun dlichkeit von Unterneh-
men)
• Auszubildende und Fachkräfte
o Münster fördert die Ausbildung (z.B. Ausbildungspa kt der Agentur für Arbeit,
der Kammern und weiterer Akteure, Tätigkeit der Arb eitsmarktinitiative ju-
gend+, Girl´s day mit dem besonderen Schwerpunkt de r Fachkräftegewin-
nung) und unterstützt die Betriebe beim Werben um F achkräfte bzw. beim
Halten von Fachkräften
o Schaffung der planerischen und liegenschaftlichen Rahmenbedingungen für
ein nachfragegerechtes, ausreichendes und bezahlbares Wohnungsangebot
• Studentinnen/Studenten, Absolventinnen/Absolventen und Wissenschaftlerin-
nen/Wissenschaftler
- 64 -
o Schaffung guter Rahmenbedingungen für studentische s Wohnen und Leben
in Münster (z.B. Investorenberatung „Studentisches Wohnen, Runder Tisch
zur studentischen Wohnraumversorgung)
o Verbesserung der Kundenorientierung gegenüber ausl ändischen Studieren-
den und Wissenschaftlern (z.B. mehrsprachige Inform ations- und Verwal-
tungsangebote, Entwicklung zielgruppenorientierte Beratungsangebote)
• Seniorinnen und Senioren
o Förderung der Möglichkeiten, im gewohnten Lebens- und Wohnumfeld älter
zu werden (z.B. Wohnberatung für das „Wohnen im Alt er“, Hilfen beim Um-
zug, Förderprogramm „Von Mensch zu Mensch“)
o Neuorientierung sozialer Dienstleistungen für älte re Menschen im Rahmen
einer ressort- und ämterübergreifenden Altenhilfe- und Pflegeplanung unter
geschlechterdifferenzierte und interkulturellen Ges ichtspunkten (Partizipative
Entwicklung eines Gesamtkonzeptes mit Stadtteilorie ntierung als Umset-
zung, Vorl. V/0764/2007)
c) Handlungsfelder, die als Pull-Faktoren wirken (F aktoren, die Menschen festhalten
oder anziehen) und strategische Handlungsempfehlungen
• Hochschulorientierte Stadtentwicklungspolitik
o Abstimmung gemeinsamer Entwicklungsstrategien von Stadt und Hochschu-
len (z.B. Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt) u nd Unterstützung von
strategischen Infrastrukturprojekten für die Hochsc hulentwicklung (z.B. Zent-
rum für Nanotechnologie/CenTech, planerische Sicherung von Flächen)
o Profilierung und Positionierung von Münster als ex zellentem Hochschul-
standort mit hoher Lebensqualität (z.B. profilbilde nde Veranstaltungen, ge-
meinsames Standortmarketing mit den Hochschulen)
• Bildungs- und Ausbildungspolitik
o Auf der Basis der erweiterten Schulträgerschaft pr ofiliert sich Münster weiter
als attraktiver Bildungsstandort (z.B. Fortschreibu ng des Medienentwick-
lungsplans, Einrichtung von Forscherwerkstätten in Grundschulen) und er-
möglicht der Schullandschaft mit vorliegenden den B eschlüssen zur Schul-
- 65 -
entwicklungsplanung bis 2009/10 eine weitgehend eig enverantwortliche
Ausprägung attraktiver pädagogischer Profile und Angebotsstrukturen
o Münster profiliert sich als Standort mit „exzellen ten“ Ausbildungsperspektiven
für Jugendliche (z.B. Stärkung der lokalen Netzwerk e für Ausbildung und Ini-
tiative für Beschäftigung, Verbesserung der Berufsw ahlfähigkeit und Ausbil-
dungsfähigkeit durch gemeinsame Projekte von Kammer n, Wirtschaft und
Schulen)
• Wirtschaft und Arbeitsmarkt
o Positionierung Münsters als einer der führenden Wi rtschaftsstandorte Nord-
rhein-Westfalens durch Umsetzung der Ergebnisse des Projektes „Kompe-
tenzfeldentwicklung Münster.Land“ und konsequente Kundenorientierung
o Verstärkung des Wissenstransfers zwischen Wissensc haft und örtli-
cher/regionaler Wirtschaft (z.B. Nutzung des Potenz ials der Universität und
der Fachhochschulen für die wirtschaftliche Umsetzu ng) sowie Bindung der
bleibewilligen Absolvierenden an Münster (z.B. Förd erung studentischer Un-
ternehmensgründungen und Ausgründungen aus den Hochschulen)
• Positionierung als Gesundheitsstadt
o Stärkung des Bereichs öffentlicher Gesundheit für alle Generationen, Ent-
wicklung und Umsetzung gesundheitsfördernder Handlu ngskonzepte ge-
meinsam mit den Akteuren der Gesundheitskonferenz ( z.B. Gesund auf-
wachsen in Münster, Gesundheitsförderung im Alter, Gesundheit von
Migranten)
o Entwicklung des Themenfeldes „Gesundheit/Life Scie nce“ in den Spezifizie-
rungen „Medizintechnik und Pharma“ und „Präventivme dizin“ gemeinsam
den Hochschulen, der münsterschen Wirtschaft, der W irtschaftsförderung
und den städtischen Fachdienststellen (v.a. Gesundh eitsplanung) zu einem
Marken- und Profilierungsthema für Münster (z.B. Ko nzertierte Aktion Wis-
senschaftsstadt)
• Wohnungspolitik/Strategische Wohnstandortentwicklu ng
o Münster stellt die Baulandpolitik und die Wohnungs marktpolitik in den Dienst
der Einwohnerbindung und Einwohnergewinnung. Der Ba uland- und Woh-
nungsmarkt muss zielgruppenorientiert ein bezahlbar es Angebot dafür bie-
- 66 -
ten, dass sich Münster im Wettbewerb der Städte und Regionen weiterhin zu
einem attraktiven Bildungs-, Wissenschafts- und Wir tschaftszentrum entwi-
ckeln kann.
o Die zentralen Ziele für den Umgang mit dem Herausf orderungen des demo-
graphischen Wandel im Bereich „Wohnen“ und die strategische Wohnstand-
ortentwicklung formuliert das „Bündnis für Wohnen“, das im Arbeitskreis
„Wohnen in Münster“ (Wohnungswirtschaft, Politik, V erwaltung) entwickelt
wurde. Hierbei handelt es sich um die Stärkung des Wohnstandorts Müns-
ters und die Qualitäten der Quartiere, die Unterstü tzung der Bestandserneu-
erung und Infrastrukturentwicklung durch vorsorgend e Gestaltung und die
Umsetzung einer nachfragegerechteten, zukunftssiche ren Bauland- und
Neubaupolitik.
• Hohe Lebensqualität für alle Generationen: Umwelt und Natur, Freizeit und Sport,
Kunst und Kultur
o Münster entwickelt „weichen Standortfaktoren“ gezi elt weiter durch hohe
Freiraum- und Naturqualitäten, durch ein attraktive s und finanzierbares Frei-
zeit-, Sport-, Kunst- und Kulturangebot (z.B. Entwi cklung des Aaseekon-
zepts, Umsetzung des „Pakt für den Sport“, Unterstützung der Skulptur Pro-
jekte Münster 2007)
o Münster schafft eine hohe Lebensqualität für alle Generationen, die sich an
den Zielgruppen einer demographieorientierten Stadt entwicklung, der Funk-
tionsfähigkeit und Lebendigkeit der Stadtteile sowi e den finanziellen Res-
sourcen orientiert
d) Räumliche Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen
• Demographieorientierte Infrastruktur- und Quartier sentwicklung
o Ausrichtung der Infrastrukturentwicklung an den Er gebnissen der „Kleinräu-
migen Bevölkerungsprognose 2005 – 2015“ (z.B. Entwi cklung von Kinderta-
gesbetreuungseinrichtungen, Vermeidung von Sprungin vestitionen im schu-
lischen Bereich, Entwicklung sozialer Dienstleistun gen für Seniorinnen und
Senioren)
- 67 -
o Beobachtung der „demographischen Karriere“ von Qua rtieren und demogra-
phiesensible Weiterentwicklung der Quartiere durch entsprechende Maß-
nahmen (z.B. Förderung von „Neuem Wohnen“ im Bestan d, Weiterentwick-
lung der sozialen Infrastruktur, planerische Sicher ung der Wohnungsnahen
Grundversorgung)
• „Demographischer Schulterschluss“ von Stadt und Re gion
o Die Stadt Münster fördert die stadtregionale und i ntraregionale Zusammen-
arbeit, um einen „ruinösen Wettbewerb“ um Einwohner zu vermeiden (z.B.
Erarbeitung gemeinsamer stadtregionale Positionen z ur Gestaltung des de-
mographischen Wandels, Gründung des Netzwerks „Demo graphischer
Wandel in der EUREGIO“)
o Positionierung des Münsterlands als attraktive und dynamische Region im
Wettbewerb der Regionen und Standorte, um im Wettbe werb um „Einwoh-
ner, Beschäftigte und Investitionen zu bestehen (z. B. Gründung Münsterland
Marketing, Projekt „Kompetenzfeldentwicklung Münste r.Land“, Projekt
„MONT-Mapping“ – durch grafische Visualisierung der regionalen Potenziale
die interregionale Zusammenarbeit im Grenzraum verb essern und die Regi-
on in Europa profilieren))
e) Instrumentelle Handlungsfelder und strategische Handlungsempfehlungen
• Förderung des Dialogs und des Austauschs mit der Ö ffentlichkeit und der Wirtschaft
o Die Gestaltung des demographischen Wandels erforde rt die Schaffung von
Transparenz über die Entwicklungsoptionen und die F örderung des offenen
Dialogs mit der Bürgerschaft und allen gesellschaft lichen Gruppen (z.B. offe-
ne „Stadtgespräche“ von Volkshochschule und Stadtplanungsamt)
o Die Gestaltung des demographischen Wandels erforde rt eine entsprechende
Information und Bewusstseinsbildung sowie eine kons truktiven Austausch
mit den Akteuren aus der Wirtschaft (z.B. Austausch mit der Wohnungswirt-
schaft und mit der Gesundheitswirtschaft, Unterstüt zung des lebenslangen
Lernens und des Wissenstransfers zwischen den Generationen)
• Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und Formierung strategischer Allianzen
mit öffentlichen und privaten Partnern
- 68 -
o Die Gestaltung des demographischen Wandels betriff t die gesamte Stadtge-
sellschaft. Auf der Basis eines offenen Dialogs mus s die bürgerschaftliche
Verantwortung sowohl für eigene Belange als auch fü r das Gemeinwohl ge-
fördert werden (z.B. Unterstützung von generationen übergreifenden Projek-
ten)
o Münster strebt strategische Allianzen und Partners chaften zur Gestaltung
des demographischen Wandels an (z.B. demographische r „Schulterschluss“
mit der Region, Kooperationsprojekte mit den Hochsc hulen und der Wirt-
schaft)
5.5 Planerische Herausforderungen und Prüfaufträge
Aus den Ergebnissen der Kleinräumigen Bevölkerungsp rognose 2005 – 2015 und dem
Leitbild „Stadt im demografischen Gleichgewicht – attraktiv, generationengerecht, partner-
schaftlich“ ergeben sich zwei bereits jetzt absehbare planerische Herausforderungen:
• Wie kann die Innenstadt zu einem generationengerec hten Wohnstandort mit entspre-
chender Infrastrukturausstattung und gleichzeitig z u einem attraktiven, funktionsge-
mischten und lebendigen Mittelpunkt von Münster weiterentwickelt werden?
• Wie können die raumfunktionalen Strukturen von Mün ster angesichts der demografi-
schen Prozesse gestaltet werden, so dass langfristi g tragfähige Siedlungsstrukturen
mit funktionsfähigen Stadtteilen, entsprechenden In frastrukturangeboten und Versor-
gungseinrichtungen entwickelt und sichergestellt werden?
Antworten auf diese Herausforderungen könnten zum e inen ein Masterplan „Generatio-
nengerechte Innenstadt“ und zum anderen der Einstie g in ein „demographieorientiertes
Raumfunktionales Konzept Münster 2025“ sein. Allerdings lassen sich zum gegenwärtigen
Zeitpunkt noch keine konkreten Bearbeitungsschritte benennen, vielmehr wäre zunächst
die Aufgabenstellung dezidierter auch angesichts de r bereits laufenden Planverfahren wie
z.B. Einzelhandelskonzept und Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans 2025 (VEP
2025) zu formulieren, um dann geeignete Bearbeitung sverfahren zu konzipieren und zum
Beschluss vorzulegen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird daher mit den folg enden Begründungen vorgeschla-
gen, in die Prüfung von Bearbeitungsschritten einzu steigen, um den Herausforderungen
- 69 -
gerecht zu werden, vorhandene Potenziale zur Profil ierung als attraktiver Standort im
Wettbewerb zu nutzen und langfristige Daseinsvorsor ge angesichts knapper werdender
Einwohnerressourcen und Finanzmittel zu treffen.
a) Prüfung von Bearbeitungsschritten für einen „Mas terplan Generationengerechte Innen-
stadt mit Schwerpunkt „generationengerechtes Wohnen “ und „demografieorientierte Wei-
terentwicklung der öffentlichen Infrastruktur“
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose zeigt deutlic hen Handlungsbedarf insbesondere
für die Innenstadt. Während 1990 noch 124.000 Perso nen im Stadtbezirk Mitte wohnten,
ging diese Zahl bis 2005 bereits auf 113.216 Person en zurück. Und dieser Rückgang hält
an. So weist die Prognose für das Jahr 2015 eine we itere Schrumpfung um 6.890 Perso-
nen aus und damit um -6,1% gegenüber 2005. Und dies e Abnahme wird voraussichtlich in
einigen Teilbereichen des Stadtbezirks noch wesentl ich stärker ausfallen: Altstadt - 9,9 %
der Bevölkerung, Innenstadtring - 9,1 %. Ein detaillierter Blick in die infrastrukturrelevanten
Jahrgänge zeigt anhand der Kleinräumigen Prognose f olgendes Bild: unter 3 Jahre -18,9
%, 3 bis unter 6 Jahre -21,3 %, 6 bis unter 10 Jahr e -23,1 %, 10 bis unter 16 Jahre -16,7
%. Auch für die Einwohner ab 70 Jahren wird eine le ichte Abnahme von -0,7 % prognosti-
ziert, während gesamtstädtisch diese Altersgruppe um 17,1 % zunehmen soll.
Festzuhalten ist jedoch an dieser Stelle, dass die reale Bevölkerungsabnahme in den letz-
ten Jahren nicht so stark erfolgt ist, wie in der P rognose 2003 bis 2013 vorausberechnet
war. Diese Tatsache könnte bereits als eine erste l eichte Reaktion auf die städtebaulichen
und wohnungspolitischen Bemühungen zu interpretiere n sein, die Innenstadt auch als att-
raktiven Wohnort zu positionieren. So ist allein vo n 1990 bis 2006 der Wohnungsbestand
im Stadtbezirk Mitte von 62.402 auf 68.492 gestiege n; eine Entwicklung, die zu forcieren
ist.
Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die dor t wohnen. Das Interesse an Woh-
nungen in der Innenstadt, die Nähe von Wohnen, Arbe iten und Einkaufen hat wieder zu-
genommen. Insbesondere auch ältere Menschen schätze n die soziale, medizinische und
kulturelle Infrastruktur. Dabei lässt sich die Frag e des Zuzugs gerade älterer Menschen in
die Innenstadt noch nicht als Trend belegen (Zuzugsumfrage 2006).
- 70 -
Generell muss es jedoch erklärtes städtisches Ziel sein, das Wohnen in der Innenstadt
nicht nur für eine soziale Schicht und bestimmte Lebensstilgruppen zu realisieren, sondern
für Menschen in allen Lebensphasen und sozialen Sch ichten zu ermöglichen. Eine
Durchmischung innerstädtischer Wohnstrukturen ist e ine wichtige Voraussetzung, um ein
offenes und urbanes innerstädtisches Leben zu verwi rklichen. Dem Wohnumfeld und dem
Anspruch an Grundversorgung, Lebensqualität wie auc h an Mobilität kommt dabei zentra-
le Bedeutung zu.
Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, dass in der Altstadt und innerhalb des
Innenstadtrings vielfältige Nutzungen aufeinandertr effen. Die City ist mit ihrer vielfältigen
Nutzungsmischung aus Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie, touristischen Anzie-
hungspunkten, kulturellen und kirchlichen Einrichtu ngen sowie zahlreichen Bildungsein-
richtungen bzw. Hochschulinstituten der lebendige M ittelpunkt von Münster und damit
auch ein wichtiger Profilierungsfaktor für ein attr aktives Münster. Es gilt daher, zu einer
möglichst verträglichen Zuordnung der Funktionen zu kommen und die Rahmenbedingun-
gen für einen verträglichen Nutzungsmix mit einer e ntsprechenden Wohnfunktion zu
schaffen.
Im Einzelnen bieten sich folgende Prüfschritte zur Entscheidung über die Bearbeitung ei-
nen Masterplans „Generationengerechte Innenstadt“ m it den Schwerpunkten „Generati-
onsgerechtes Wohnen“ und „demografieorientierte Weiterentwicklung der öffentlichen Inf-
rastruktur“ an:
• Quartiersbezogene Analyse der realen und der progn ostizierten Bevölkerungsentwick-
lung nach Altersgruppen
• Quartiersbezogene Analyse der Fort- und Zuzüge nac h Altersgruppen
• Darstellung der öffentlichen Infrastruktur und Unt ersuchung von Möglichkeiten zur ge-
nerationengerechten Weiterentwicklung
• Identifikation von Potenzialräumen zur Stärkung de r Wohnfunktion für familienorientier-
tes Wohnen, für seniorengerechtes Wohnen und für st udentisches Wohnen. Hierbei
kann für Identifikation von Potenzialen für „bezahlbares Wohnen“ in der Innenstadt und
die zurzeit laufende Bearbeitung der wohnungspolitischen Anträge aufgesetzt werden.
• Identifikation von Aufwertungsmöglichkeiten der öf fentlichen Räume, um familienorien-
tiertes und seniorengerechtes Wohnen in der Innenstadt zu unterstützen
- 71 -
• Abgleich der Möglichkeiten für generationengerecht es Wohnen mit weiteren Planpro-
zessen in der Innenstadt (z.B. Einzelhandelskonzept)
• Dialog über die Wege zu einer generationengerechte n Innenstadt mit Bewohnern, mit
Interessenvertretern und mit Investoren sowie Kommu nikations-/Dialogprozesse in
Quartieren mit Entwicklungsmöglichkeiten/-notwendigkeiten
Im Ergebnis werden Aussagen zu den Möglichkeiten ei nes Masterplans „Generationenge-
rechte Innenstadt“ angestrebt. Auf dieser Basis ist dann über den Einstieg in ein konkretes
Erarbeitungsverfahren zu entscheiden, das über eine n Masterplan „Generationengerech-
tes Wohnen und demografieorientierte Infrastruktur“ zu einem räumlichen Steuerungs- und
Koordinierungsinstrument für die Innenstadt führen könnte.
b) Orientierungswertberechnung 2025 und Prüfung ein es Einstiegs in die Erarbeitung ei-
nes Raumfunktionalen Konzepts Münster 2025 mit Schw erpunkt „demographischer Wan-
del“
Die Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2005 – 2015 m it ihrer Relevanz für die mittelfris-
tige Infrastrukturentwicklung und Investitionsplanu ng ist eine wichtige Grundlage für eine
demographieorientierte Stadtentwicklung, kann aber längerfristige Planungsperspektiven
nicht aufgreifen. Um jedoch auch einer längerfristi gen Planungsperspektive gerecht wer-
den zu können, soll auf der Basis des Beschlusses z um derzeit in der Fortschreibung be-
findlichen Regionalplan, der den Zeithorizont bis 2 025 abdeckt, und auch im Kontext der
Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes der S tadt Münster eine neue Orientie-
rungswertberechnung 2025 erarbeitet werden.
Auf dieser Basis wäre dann ein Einstieg in eine Bew ertung der Siedlungsstrukturen vor
dem Hintergrund des demographischen Wandels möglich und notwendig. Obwohl ge-
samtstädtisch nach Modellrechungen der Bezirksregie rung Münster erst ab 2030 mit ei-
nem Rückgang der Bevölkerungszahlen zu rechnen ist (vgl. Kap. 3), sind auf Stadtteilebe-
ne heute schon neben wachsenden und stabilen auch r ückläufige Bevölkerungszahlen zu
verzeichnen. Perspektivisch wird sich der Wettbewer b um Einwohner zwischen den Regi-
onen und Städten weiter verstärken und die Entwickl ung angemessener öffentlicher Infra-
strukturangebote aufgrund der Alterung der Bevölker ung ein zunehmend wichtigeres
Thema werden.
- 72 -
Daher gilt es, unter Beachtung der Vorgaben des Reg ionalplans 2025 eine entsprechende
Orientierungswertberechnung durchzuführen, die nich t nur in die Fortschreibung des Ver-
kehrsentwicklungsplans 2025 Eingang findet, sondern auch zur Analyse der langfristigen
Stadtteilentwicklung genutzt werden kann. Nach Besc hlussfassung zum Regionalplan Re-
gierungsbezirk Münster- Teilabschnitt Münster wäre zu prüfen, welche Auswirkungen auf
die langfristige Siedlungsstrukturentwicklung und d ie öffentliche Infrastruktur zu erwarten
sind.
Zusammen mit dem ersten Ergebnissen aus dem demogra fischen Monitoring sind dann
Bearbeitungsschwerpunkte für den Einstieg in ein demografieorientiertes raumfunktionales
Konzept zu formulieren, die den Auswirkungen und Fo lgen des demografischen Wandels
gerecht werden. Das gilt für die Siedlungsentwicklu ng ebenso wie für die Freiflächenver-
sorgung. Aber auch der Aspekt der Infrastrukturausl astung und –bereitstellung wird in die-
sem Kontext neu zu überdenken und planen sein. Zentrale und infrastruktursichernde Leit-
linien sind dabei sicherlich die Stärkung des städt ischen Netzes an zentralen Einrichtun-
gen und die Bündelung öffentlicher und privater Ent wicklungspotenziale, u. a. durch den
Ausbau von Stadtteil- und Quartierszentren, und das bei räumlicher Integration von stadt-
teilbezogenen kulturellen und sozialen Einrichtunge n. Und schließlich ist auch die Kon-
zentration der Einzelhandels-Nahversorgung an integ rierten, wohnortnahen Standorten zu
forcieren.
In einem ersten Schritt wäre nach Beschlussfassung zum Regionalplan die Orientierungs-
wertberechnung 2025 zu erstellen, um dann die Baust eine für ein demografieorientiertes
raumfunktionales Konzept zu formulieren und diese d ann zum Beschluss vorzulegen. In
diesem Kontext wären auch die Ergebnisse der Gesprä che mit den Umlandgemeinden
zum „demographischen Schulterschluss“ zu würdigen und einzubeziehen.
6 Monitoring und Controlling
Von zentraler Bedeutung in einem „Steuerungszyklus demografieorientierte Stadtentwick-
lung“ und damit auch fester Bestandteil in einem Handlungskonzept demografischer Wan-
- 73 -
del ist der Aufbau eines demografischen Monitorings , eines Frühwarnsystems und einer
systematischen Evaluation. Mit diesem Dreiklang ‚beobachten’, ‚agieren’ und ‚kontrollieren’
ist das fachlich-methodische Instrumentarium beschr ieben, das nicht nur einen aktiven
und präventiven Umgang mit der demografischen Entwi cklung sicherstellt, sondern auch
gleichzeitig auf die demografischen Herausforderungen gut vorbereitet.
Hierzu ist eine soziodemografische und indikatoreng estützte Raumbeobachtung notwen-
dig, die gesamtstädtisch, insbesondere aber auch kl einräumig bis auf die Quartiersebene
über sogenannte Quartiersprofile ein Monitoring lei stet, um regelmäßig die tatsächliche
Entwicklung zu prüfen und ggf. Konzepte und Maßnahm en entwickeln, weiterentwickeln
oder auch anpassen zu können. Eine kontinuierliche Aktualisierung der planerischen
Grundlagen einer demografieorientierten Stadtentwi cklung und die notwendige Fort-
schreibung des Handlungskonzeptes demografischer Wandel sind damit sichergestellt.
Doch was sind konkret die Instrumentarien und wie kommen sie zum Einsatz?
6.1 Die kleinräumige Bevölkerungsprognose: Frühwarn system und Orientierungs-
größe für die Infrastrukturplanung
Wichtige und zentrale Informationsquelle zur Beobac htung des demografischen Wandels
in Münster liefert in erster Linie die kleinräumige Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015.
Hierbei steht nicht nur das quantitativ kleinräumig untersuchte Mengengerüst der Bevölke-
rungsentwicklung im Fokus der Betrachtung, sondern gerade auch die Entwicklung der
altersgruppenspezifischen Struktur der Bevölkerung. Insbesondere in diesem Kontext sind
kleinräumige Kenntnisse der künftigen Ausprägung und der unterschiedlichen Entwicklung
in den Altersgruppenstärken zentrale Informationen für die Stadtentwicklung und Stadtpla-
nung. Und es sind gerade diese Informationen, die a n Bedeutung zunehmen, um in der
Funktion eines Frühwarnsystems präventiv eine zukun ftsfähige gesamtstädtische und ins-
besondere stadtteilbezogene Entwicklung sicherstell en zu können. Damit bildet die Klein-
räumige Bevölkerungsprognose gleichzeitig eine wich tige Grundlage für die mittelfristige
Investitions- und Infrastrukturplanung, dieses insb esondere für die Wohnfolgeinfrastruktur.
Die kleinräumigen Ergebnisse sind dabei grundsätzli ch als Orientierungsgrößen einzustu-
fen, die in enger Kooperation mit den Fachämtern st adt- und fachplanerisch, aber auch
politisch bewertet werden müssen. Dieser Austausch wird praktiziert und ist gerade mit
Blick auf die demografische Entwicklung, die kleinr äumig immer differenzierter verläuft,
- 74 -
insbesondere zum Jugend-, Schul- und Sozialamt sowi e zum Amt für Wohnungswesen
intensiviert worden. Insbesondere die Beschäftigung der Fachämter mit den Ergebnissen
der bisherigen Prognosen zeigen, dass es oftmals un erlässlich ist, die reale und die prog-
nostizierte Entwicklung genau zu analysieren. Darüb er hinaus wird zur Zeit geprüft, ob im
Sinne einer weiteren Qualitätssicherung künftig ein jährlicher Abgleich eingeführt werden
kann, der absehbare Strukturen in der Einwohnerentw icklung mit den Prognosewerten
spiegelt.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der intensive fachliche Austausch ein notwendiger und
wichtiger Schritt zur Verzahnung von Einwohner-, Ba uland- und Infrastrukturentwicklung
darstellt und damit eine nachfragegerechte und ress ourcenorientierte Anpassung der Inf-
rastruktur an die Bevölkerungsentwicklung ermöglicht.
Und damit schließt sich auch der Kreis zum Frühwarn system Demografischer Wandel, in
dem die kleinräumige Bevölkerungsprognose eine wese ntliche Grundlage darstellt, um
frühzeitig auf Entwicklungsverläufe reagieren zu können. Mit diesem Anspruch werden das
Monitoring, die Analyse und die Prognose der Bevölk erungsentwicklung in Münster ge-
samtstädtisch wie auch kleinräumig im Sinne einer p räventiven Quartierssicherung weiter-
hin im Fokus der Stadtentwicklung stehen und noch weiter auszubauen sein.
Während mit der kleinräumigen Bevölkerungsprognose für die Stadtentwicklung ein zent-
rales Planungsinstrument genannt ist, besteht zur s ystematischen Beobachtung der de-
mografischen Entwicklung und der kleinräumlichen wi e auch soziodemografischen Aus-
prägungen des demografischen Wandels noch weiterer Handlungsbedarf.
6.2 Die Haushaltestatistik, ein weiterer Informatio nsträger in der Beobachtung des
demografischen Wandels
Der demografische und gesellschaftliche Wandel führ t auch zu einer stärkeren Ausdiffe-
renzierung der Lebensstile und damit der Nachfrages trukturen der Bevölkerung, letzteres
insbesondere auch in direkter Konsequenz für den Wo hnungsmarkt. Die Zahl der Haus-
halte wächst, die Single-Haushalte boomen, die klas sischen 4- bis 5-Personenhaushalte
einer Familie werden immer weniger und auch die Bew ohnerstruktur der Haushalte ändert
sich. Die Haushaltestatistik ist hier eine wertvoll e und unverzichtbare Informationsquelle,
um Einblick in Haushaltetypen und Haushaltestruktur en der Stadt Münster zu geben. Die
kleinräumige Statistik für Münsters Stadtteile zum Thema ‚Haushalte in Münster 2006’ bie-
tet hier sehr detaillierte Planungsinformationen.
- 75 -
Doch noch wichtiger, insbesondere für die Entwicklu ng und Beobachtung des Wohnungs-
marktes und privater wie öffentlicher Dienstleistun gsangebote sind Zahlen zur künftigen
Haushalteentwicklung, und das in der Differenzierth eit der Aussagen zu Haushaltetypen,
Haushaltegrößen- und Nachfragerstrukturen. Die Haus halteprognose gehört damit neben
oder besser in direkter Verknüpfung zur kleinräumig en Bevölkerungsprognose zu den
zentralen Planungs- wie aber auch Monitoringinstrum enten, die es konsequent aufzubau-
en und weiterzuentwickeln gilt.
Während über die Methodik der Haushaltegenerierung sehr gute Zahlen zur Haushalte-
größe, zur Haushaltestruktur und zu den Haushaltety pen in Münster vorliegen, und diese
auch kleinräumig bis zur Ebene der 45 statistischen Bezirke aufbereitet sind, ist das Ver-
fahren zur kleinräumigen Prognose von Haushalten no ch in der Entwicklungsphase. Es ist
geplant, im Kontext der nächsten Fortschreibung der kleinräumigen Bevölkerungsprogno-
se erstmals auch eine kleinräumige Haushalteprognos e durchzuführen. Damit wird ein
weiteres Modul zu einem integrierten Monitoring-System beigesteuert.
Doch ein Monitoring- und Controlling-System benötigt weitere thematische Scherpunkte.
6.3 Aufbau eines Monitoring- und Controllingsystems
Grundsätzlich gilt es Transparenz über die demograf ische Entwicklung, die Ausprägungen
des demografischen Wandels, die Zielerreichung in der Annäherung und Umsetzung des
stadtspezifisch formulierten Demografieleitbildes für Münster und schließlich zur Wirksam-
keit von Handlungskonzepten, Maßnahmenprogrammen od er auch Schlüsselprojekten zu
erzielen. Ein Anspruch, der über den Aufbau, die Pf lege und den Einsatz eines demogra-
fieorientierten Indikatorentableaus geleistet werden kann.
Für die Stadt Münster steht die Umsetzung des Leitb ildes ‚Stadt im demografischen
Gleichgewicht – attraktiv, generationengerecht, par tnerschaftlich’ und der Weg zur Zieler-
reichung über die Handlungsschwerpunkte und strateg ischen Handlungsempfehlungen im
Fokus der Evaluation.
Ziel ist es, mittels eines Indikatorenpools Kennzah len zu definieren, die es ermöglichen,
die demografische Entwicklung gesamtstädtisch, in den Stadtteilen und darüber hinaus
auch auf der Quartiersebene abzubilden. Dabei sind auch Indikatoren zu entwickeln, die in
der Beobachtung der Handlungsfelder weitere Transpa renz in der Zielerreichung wie
auch zur Ermittlung weiterer kommunalpolitischer Ha ndlungsbedarfe aufzeigen. Mittels
geeigneter Kennzahlen und Indikatoren ist ein integ riertes Monitoring-System mit Hilfe der
Bevölkerungs- und Haushaltestatistik sowie weiterer Datenquellen aufzubauen, um die
- 76 -
wichtigsten Kenngrößen des demografischen und sozia len Wandels regelmäßig zu über-
prüfen und die einzelnen Fachbereiche der Verwaltun g jährlich über kommunalpolitisch
relevante Veränderungen und neue Perspektiven zu in formieren. Damit schließt sich der
methodische Kreis im Steuerungszyklus einer demogra fieorientierten Stadtentwicklung
und eine begleitende Evaluation ist sichergestellt, die über einen regelmäßigen Demogra-
fiebericht kommuniziert werden sollte.
Die Folgen des demografischen Wandels werden die Di skussion um Planungen auf kom-
munaler Ebene während der nächsten Jahrzehnte wesen tlich bestimmen. Um auf diese
Entwicklungen adäquat und rechtzeitig reagieren bzw . auch präventiv agieren zu können,
bilden demografische Analysen, Bevölkerungsvorausbe rechnungen und ein integriertes
Monitoring-System für die eine verantwortungsvolle und belastbare demografische Stand-
ortanalyse wie auch Identifizierung weiterer Handlungsoptionen eine unverzichtbare Basis.
7 Kommunikation und Kooperation
7.1 Rückblick
Das Wissen um den demografischen Wandel und seine s ozidemografischen, gesellschaft-
lichen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Fol gen ist zentrale Voraussetzung für eine
aktive Auseinandersetzung mit den demografischen Ve ränderungen, die sich direkt oder
indirekt auf die gesamtstädtische Entwicklung auswi rken. Dabei sind die Anforderungen
und Herausforderungen des demografischen Wandels vo n den Kommunen nicht allein zu
bewältigen. Intra- und interkommunale Netzwerke unt er Beteiligung von Vereinen, Ver-
bänden und vor allem den Bürgerinnen und Bürgern si nd unerlässliche Voraussetzungen
für eine zukunftsfähige kommunale Strategie im demo grafischen Wandel. Eine intensive
und nachhaltige Kommunikation bildet dabei das notw endige Fundament für eine erfolg-
reiche Kooperation und einen offenen, konstruktiven Dialog mit den Partnern.
Wo steht die Stadt Münster in diesem Prozess? Was w urde bereits umgesetzt, was ist
geplant und welche Aufgaben stehen noch bevor?
Die Stadtverwaltung bereitet das Thema des demografischen Wandels seit 2003 systema-
tisch auf. Mit Hilfe einer verwaltungsinternen Arbe itsgruppe unter der Federführung des
Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsp lanung wurden dem Rat 2005 ein
erster Werkstattbericht mit Zahlen, Daten, Fakten z ur demografischen Situation der Stadt
Münster und möglicher Entwicklungsperspektiven in vier unterschiedlichen Zukunftsszena-
- 77 -
rien vorgestellt und dabei Konsequenzen und Option en für die Stadtentwicklung aufge-
zeigt (Vorlage 402/05).
Seitdem hat das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplan ung, Verkehrsplanung in einer Viel-
zahl öffentlicher Foren und Veranstaltungen das The ma in die öffentliche Diskussion ge-
tragen. In der Reihe Stadtgespräche fand im Januar 2006 unter dem Titel ‚Mit Jung und Alt
in die Zukunft’ eine umfassende Information und ein intensiver Austausch mit interessier-
ten Bürgerinnen und Bürgen statt. Und auch das vier te Stadtgespräch ‚Wohnen in Müns-
ter’: Heute handeln für das Wohnen von morgen, das im November 2006 stattfand, be-
fasste sich mit den Konsequenzen des demografischen Wandels für den Wohnungsmarkt.
Wohnen im Alter, Wohnen mit Kindern und Wohnen für Singles waren zentrale Themen,
zu denen in verschiedenen Workshops angeregt diskut iert wurde. Die intensive Zusam-
menarbeit mit dem Fachbereich für Geographie an der Westfälischen Wilhelms Universi-
tät, der Fachhochschule Münster, Fachbereich Wirtsc haft wie auch der Katholischen
Fachhochschule, Fachbereich Sozialwesen war gerade in der Vorbereitung und Durchfüh-
rung dieser Veranstaltungen, aber auch im weiteren fachlichen Austausch besonders hilf-
reich.
Darüber hinaus konnte das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung das
Interesse der Partnerstädte im Städtedreieck sowie der EUREGIO für das Thema Demo-
grafie gewinnen. Unter dem Schwerpunktthema ‚Der de mografischer Wandel in der
EUREGIO’ wird seit September 2006 eine Workshopreih e durchgeführt, die sich unter
dem Aspekt ‚Voneinander lernen’ unterschiedlichen Schwerpunktthemen widmet: Auftakt-
veranstaltung am 25.09.2006 in Hengelo unter dem Mo tto ‚Herausforderungen, Chancen
und Strategien für die Kommunen’; 7.02.2007 in Rheine ‚Prognose, Analyse und Standort-
bestimmung’; 13.06.2007 in Osnabrück ‚Strategieentw icklung und Handlungsfelder’;
14.11.2007 in Hengelo ‚Strategien für Lernen, Arbeiten, Unternehmen’. Die Abschlussver-
anstaltung wird am 23.04.2008 zum Thema ‚Zusammenar beit und Kommunikation’ statt-
finden. Die Stadt Münster hat sich in den Workshops mit Best Practice-Beispielen durch-
gängig positioniert und sich im direkten interregio nalen und interkommunalen Austausch
aktiv eingebracht. Der Adressatenkreis dieser Reihe ist primär konzentriert auf Politik und
Verwaltung, aber auch Vertreter von Kammern und der Wirtschaft waren und sind vertre-
ten.
Auch ist der demografische Wandel auf der Agenda des Arbeitskreises ‚Wohnen in Müns-
ter’, der sich u. a. seit 2004 mit den Anforderunge n und Veränderungen auf dem Woh-
- 78 -
nungsmarkt beschäftigt und mit der strategischen Wo hnstandortentwicklung ein zentrales
Steuerungsinstrument im Sinne einer positiven Bevöl kerungsentwicklung besetzt, zemen-
tiert im ‚Bündnis für Wohnen’.
Auch innerhalb der Verwaltung konnten die einzelnen Fachämter insbesondere im intensi-
ven Austausch über die kleinräumige Bevölkerungspro gnose 2005 bis 2015 für das The-
ma „Demographischer Wandel und seine Folgen“ erfolg reich sensibilisiert werden. Und
das Ergebnis der Projektabfrage spiegelt den aktuellen Sachstand zur verwaltungsseitigen
Auseinandersetzung mit dem Thema (vgl. Kap. 4). Es sind insbesondere die Information
und Diskussion über die kleinräumigen Ergebnisse de r Bevölkerungsprognose, die Aus-
wirkungen in den Altersgruppen und die unterschiedl ichen Entwicklungskorridore in den
Stadtteilen, die sowohl im politischen Raum mit de r Vorstellung der Vorlage (1043/2006)
wie auch verwaltungsintern mit der fachlichen Analy se und Bewertung aktuell das Thema
der künftigen Bevölkerungsentwicklung in den Fokus der Fachplanung rücken.
7.2 Anforderungen für die Zukunft
In 7.1 wurde deutlich, dass die Stadt Münster berei ts auf einem guten Weg ist. Doch die
Wahrnehmung des demografischen Wandels und seiner l okalen Auswirkungen darf nicht
auf Einzelveranstaltungen und Einzeldiskussionen re duziert werden, denn die künftigen
Anforderungen können nicht von den Kommunen allein bewältigt werden. Es ist ein steti-
ger Informations- und Kommunikationsprozess in der Öffentlichkeit zu initiieren und zu
moderieren. Nach dem ersten Werkstattbericht und de r Aufarbeitung der Konesequenzen
und Chancen für die Stadtentwicklung gilt es nun, d as auf der Basis der demografischen
Standortbestimmung und im Kontext des Münster-Profi ls ‚Wissenschaft und Lebensart’
entwickelte Demografie-Leitbild ‚ Stadt im demografischen Gleichgewicht – attraktiv, gene-
rationengerecht, partnerschaftlich’ mit der Stadtg esellschaft, den Bürgerinnen und Bür-
gern zu diskutieren und dabei auch die skizzierten Handlungsfelder und strategischen
Handlungsempfehlungen zu beleuchten. Mit dieser Intention soll im vierten Quartal 2008
ein öffentliches Hearing durchgeführt werden, zu dem interessierte Bürger u nd Bürge-
rinnen und Akteure und Vertreter der Stadtgesellsch aft (Unternehmen, Verbände, Vereine
…) gezielt eingeladen werden. Mit dieser Veranstalt ung sollen auch vorhandene bürger-
schaftliche Potenziale für die Gestaltung des demog rafischen Wandels frühzeitig aktiviert
werden, denn Kommunikation stärkt allgemein den Gestaltungswillen.
In einem zweiten Schritt ist das Wissen über die Fo lgen des demografischen Wandels
auch auf der Ebene der Stadtteile und damit raumspe zifisch aufzubereiten und zu kom-
- 79 -
munizieren, z. B. in sogenannten Stadtteilgesprächen. Die 2007 erstmals wieder aufgeleg-
ten Stadtteilsteckbriefe und ihre kontinuierliche Fortschreibung und Weiterentwicklung zu
einem kleinräumigen Monitoringinstrument, liefern d abei wertvolle Informationen für die
Situation und die Entwicklung vor Ort. Dabei spielt auch das einzelne Quartier für die Ent-
wicklung von Stabilisierungsstrategien eine große Rolle. Auch hier sind neue Akteurskons-
tellationen gefragt und zu entwickeln, die Politik, Verwaltung, institutionelles und bürger-
schaftliches Engagement bündeln.
Neben dieser gezielten Ansprache und Mitnahme der Ö ffentlichkeit bietet sich zur aktiven
Einbindung der Bürgerschaft auch das erprobte und b ewährte Instrument der Bürgerum-
fragen an, das regelmäßig auch zentrale Themen der Stadtentwicklung aufgreift. So soll
für die Bürgerumfrage 2008 das Thema ‚Demografieor ientierte Stadtentwicklung’ einen
inhaltlichen Schwerpunkt bilden.
Neben dieser gezielten Ansprache und Mitnahme der Ö ffentlichkeit müssen aber auch
verwaltungsintern noch weitere Anstrengungen untern ommen werden, um Arbeitsweisen
und Problemlösungsstrategien ganzheitlich im Kontex t des demografischen Wandels zu
positionieren. Mit diesem Anspruch muss sich eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe konti-
nuierlich mit der Demografiefestigkeit von Planunge n und Projekten auseinandersetzen
und in Kenntnis der aktuellen kleinräumigen Bevölke rungsentwicklung frühzeitig und prä-
ventiv auf die Veränderungen reagieren. Die unters chiedlichen quantitativen, qualitativen,
fachlichen und teilräumlichen Aspekte des Bevölkerungswandels sind zusammenzuführen
und zu einer stringenten, durchgängigen kommunalen Strategie zu bündeln. Nur so kann
bei den knappen Ressourcen eine effektive Prioritätensetzung auch für zukunftsfähige und
demografiefeste Ziele und Projekte der Stadtentwick lung gewährleistet sein. In diesem
Kontext ist die Aktivierung und ggf. Erweiterung de r seit 2004 bestehenden ressortüber-
greifenden verwaltungsinternen Projektgruppe ‚demografischer Wandel’ zu einer Arbeits-
gruppe ‚demografieorientierte Stadtentwicklung’ anzustreben. Zentrale Aufgabe muss es
sein, die demografische Entwicklung zu beobachten, präventiv in ihren raumstrukturellen
Auswirkungen zu begleiten und möglichst auch steuer n zu können. Die bereits etablierten
Gespräche mit den für die Wohnfolgeinfrastruktur zu ständigen Fachämtern zur frühzeiti-
gen Ausrichtung der Planung an der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung werden
hier inhaltlich mit Berücksichtigung finden. Eine effiziente Bearbeitung des verwaltungsweit
bedeutenden Demografiethemas kann so sichergestellt werden.
Neben den intrakommunalen Netzwerken unter Beteilig ung von Vereinen, Verbänden und
vor allem den Bürgern sind aber auch interkommunale Kooperationen wichtige Voraus-
- 80 -
setzungen für eine zukunftsfähige Strategie im demo grafischen Wandel. Dabei gilt es als
sicher, dass der demografische Wandel die Bedeutun g der gegenseitigen Verflechtungen
und Abhängigkeiten zwischen den Städten und Gemeind en eher verstärken als abschwä-
chen wird. Die interkommunalen Wanderungsbewegungen rücken wieder stärker in die
fachliche Beobachtung, denn der Wettbewerb um Einwo hner wird sich verstärken. Die
Stadt Münster ist hier bereits gut aufgestellt. Die Zuzugsbefragung 2005 und die stadtregi-
onale Umfrage zum Thema ‚Wohnen’ im Jahr 2006 liefe rn detaillierte Informationen zu
möglichen Entwicklungen und Trends. Dieses Planungs instrumentarium wird auch künftig
zur kommunalen und interkommunalen Marktforschung E insatz finden. Und auch der in-
terkommunale Austausch auf der Ebene der Stadtregio n, der sich seit 1999 über die jähr-
lich stattfindende Bürgermeisterrunde verfestigt ha t wie auch die Mitwirkung in der
EUREGIO und der oberzentrale Austausch und die enge Kooperation im Städtedreieck
MONT (Münster, Osnabrück, Netwerkstad Twente) sind Garanten dafür, dass die demo-
grafische Entwicklung nicht nur solitär in der Stad t Münster betrachtet wird. Denn regiona-
le Entwicklungskonzeptionen, die unter Berücksichti gung der demografischen Entwicklung
raumstrukturelle und raumfunktionale Entwicklungspe rspektiven z. B. für eine Stadtregion
aufzeigen, werden zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Mit dem Blick in die Zukunft ist festzuhalten, dass das bürgerschaftliche Engagement in
der Stadt Münster und auch die Plattformen interkom munaler Kooperation schon eine
lange Tradition haben und praxiserprobt sind, so da ss die damit verbundenen Netzwerke
eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation und Kooperation bieten werden.
8 Ausblick
Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte?
Die Stadt Münster begreift den demografischen Wande l als Chance, stellt sich frühzeitig
und präventiv den erwarteten Veränderungen und wird damit versuchen, die
Ausprägungen der demografischen Entwicklung aktiv zu gestalten.
Um frühzeitig die Weichen für die Zukunft zu stelle n, liefert das vorliegende
Handlungskonzept zum demografischen Wandel in Münst er nicht nur eine belastbare
Standortbestimmung sondern mit dem Demografie-Leitb ild, den aufgezeigten Handlungs-
feldern und strategischen Handlungsempfehlungen sow ie den Ansprüchen an Monitoring,
Controlling und Kommunikation und Kooperation auch einen zentralen Handlungskatalog
für eine demografiefeste Stadtentwicklung.
- 81 -
Nach der parlamentarischen Beratung und Beschlussfa ssung wird die Verwaltung die
verwaltungsinterne und bürgerschaftliche Kommunikat ion strukturieren und vorbereiten.
Intention ist ein breit angelegter öffentlicher Inf ormationsaustausch zu den Inhalten und
Kernaussagen mit den verschiedenen Institutionen, V ereinen, Verbänden und
Interessensvertretern der Stadtgesellschaft und all en interessierten Bürgerinnen und
Bürgern. Neben der Information und Diskussion gilt es aber auch, Interessen, Bedürfnisse
und Potenziale verschiedener Bevölkerungsgruppen zu sammenzubringen. Denn bei der
Gestaltung des demografischen Wandels handelt es si ch um einen Prozess, der alle
Bereiche der Stadt Münster betrifft, die ihre Leben squalität und Zukunftsfähigkeit
bestimmen. Insofern kann das Handlungskonzept konti nuierlich angepasst und
weiterentwickelt werden.
Während die Stadt Münster in ihrem originären Verwaltungshandeln für die Sicherstellung
einer demografieorientierten Stadt- und Stadtteilen twicklung u. a. hinsichtlich fiskalischer,
infrastruktureller, sozialer und städtebaulicher As pekte zuständig ist und die Steuerung
über die interdisziplinäre Arbeitsgruppe ‚demografi eorientierte Stadtentwicklung’
sicherstellen wird, versteht sie sich nach außen al s Moderator und Koordinator , um lokale
Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen, Diskussi onsprozesse zu initiieren, zu
bündeln und die verschiedenen Interessen und Bedürf nisse in einem Prozess des
Dialoges zusammenzuführen.
Nach Vorlage der Fortschreibung der kleinräumigen B evölkerungsprognose 2020, der
Auswertung der Bürgerumfrage 2008 mit dem Schwerpun ktthema ‚demografischer
Wandel’, der Erarbeitung erster Quartiersprofile un d des Frühwarnsystems sowie erster
Ergebnisse der Prüfaufträge soll 2010/2011 ein erst er Sachstandsbericht zur
demografischen Entwicklung in Münster den parlamen tarischen Gremien vorgelegt
werden.
Anlage 3
Tabellenanhang
Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2005 bis 2015......................4
- Gesamtstadt ..................................... ...................................................................5
- Stadtbezirke.................................... .....................................................................8
- Statistische Bezirke (Stadtteile)............... ........................................................17
Bezirksregierung Münster – Künftige Bevölkerungsentwicklung im
Regierungsbezirk Münster (Bevölkerungsbericht 2005)..............................................32
2 Handlungskonzept Demographischer Wandel
Tabellenverzeichnis:
Kleinräumige Bevölkerungsprognose .............................................................................4
Tabelle 1: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen in Münster 1990 bis 2015
(Differenzen in den Summen durch Runden) ...........................................................5
Tabelle 2: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen in Münster 1990 bis
2015, Männer (Differenzen in den Summen durch Runden) ....................................6
Tabelle 3: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen in Münster 1990 bis
2015, Frauen (Differenzen in den Summen durch Runden).....................................7
Tabelle 4: Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken 1990 bis 2015 ........................8
Tabelle 5: Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken Münsters, Männer ..................9
Tabelle 6: Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken Münsters, Frauen.................10
Tabelle 7: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Mitte 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden) .........................11
Tabelle 8: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
West 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden).........................12
Tabelle 9: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Nord 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden) .........................13
Tabelle 10: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Ost 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden) ...........................14
Tabelle 11: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Südost 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)......................15
Tabelle 12: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Hiltrup 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden) ......................16
Tabelle 13: Bevölkerung und Bevölkerungsveränderung nach Statistischen Bezirken
zum 31.12.2005 und 31.12.2015 ............................................................................17
Tabelle 14: Entwicklung der Wohnberechtigten Bevölkerung vom 31.12.1995 bis
31.12.2015 und ausgewählter Altersgruppen nach Teilbereichen und
Statistischen Bezirken.............................................................................................18
Tabelle 14.1: Teilbereich 1 Altstadt (Statistische Bezirke 11 – 15)....................................... 19
Tabelle 14.2: Teilbereich 2 Innenstadtring (Statistische Bezirke 21 – 29)............................ 19
Tabelle 14.3: Teilbereich 3 Mitte-Süd (Statistische Bezirke 31 – 34) ................................... 20
Tabelle 14.4: Teilbereich 4 Mitte-Nordost (Statistische Bezirke 43 – 47) ............................. 20
Tabelle 14.5: Statistischer Bezirk Gievenbeck (51) .............................................................. 21
Tabelle 14.6: Statistischer Bezirk Sentrup (52)..................................................................... 21
Tabelle 14.7: Statistischer Bezirk Mecklenbeck (54) ............................................................ 22
Tabelle 14.8: Statistischer Bezirk Albachten (56) ................................................................. 22
Tabelle 14.9: Statistischer Bezirk Roxel (57).................... .................................................... 23
Tabelle 14.10: Statistischer Bezirk Nienberge (58)............................................................... 23
Tabelle 14.11: Statistischer Bezirk Coerde (61) ................................................................... 24
Tabelle 14.12: Statistischer Bezirk Kinderhaus-Ost (62) ...................................................... 24
Tabelle 14.13: Statistischer Bezirk Kinderhaus-West (63).................................................... 25
Handlungskonzept Demographischer Wandel 3
Tabelle 14.14: Statistischer Bezirk Sprakel (68).................. ................................................. 25
Tabelle 14.15: Statistischer Bezirk Mauritz-Ost (71)............................................................. 26
Tabelle 14.16: Statistischer Bezirk Gelmer-Dyckburg (76) ................................................... 26
Tabelle 14.17: Statistischer Bezirk Handorf (77) .................................................................. 27
Tabelle 14.18: Statistischer Bezirk Gremmendorf-West (81)................................................ 27
Tabelle 14.19: Statistischer Bezirk Gremmendorf-Ost (82) .................................................. 28
Tabelle 14.20: Statistischer Bezirk Angelmodde (86)............... ............................................ 28
Tabelle 14.21: Statistischer Bezirk Wolbeck (87) ................................................................. 29
Tabelle 14.22: Statistischer Bezirk Berg Fidel (91)............................................................... 29
Tabelle 14.23: Statistischer Bezirk Hiltrup-Ost (95).............. ................................................ 30
Tabelle 14.24: Statistischer Bezirk Hiltrup-Mitte (96)............................................................ 30
Tabelle 14.25: Statistischer Bezirk Hiltrup-West (97) ........................................................... 31
Tabelle 14.26: Statistischer Bezirk Amelsbüren (98)............... ............................................. 31
Bezirksregierung Münster – Künftige Bevölkerungsentwicklung im
Regierungsbezirk Münster........................... ...................................................................32
Tabelle 15: Künftigte Bevölkerungsentwicklung im Regierungsbezirk Münster ........................34
4 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 201 5
Kleinräumige Bevölkerungsprognose
der Stadt Münster 2005 bis 2015
- Gesamtstadt
- Stadtbezirke
- Statistische Bezirke (Stadtteile)
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 5
Tabelle 1: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersg ruppen in Münster 1990 bis 2015
(Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g in Münster
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1990 275 150 8 385 7 382 8 981 12 304 4 294 11 051 3 0 791 37 781 58 199 45 293 13 156 11 869 25 664
1991 278 040 8 456 7 695 9 120 12 642 4 280 10 283 2 9 466 38 667 60 973 45 345 13 004 11 815 26 294
1992 279 593 8 355 7 867 9 375 12 869 4 361 9 381 28 005 38 951 63 439 45 580 12 709 11 894 26 807
1993 280 701 8 216 8 013 9 505 13 155 4 364 9 174 26 472 38 549 65 701 45 849 12 260 12 170 27 273
1994 278 154 7 916 7 926 9 616 13 479 4 214 9 459 24 316 36 756 66 683 45 636 12 411 12 244 27 498
1995 279 632 7 892 7 826 9 884 13 818 4 351 9 519 23 865 35 367 68 499 45 708 12 626 12 269 28 008
1996 281 347 7 896 7 719 10 211 13 918 4 593 9 871 2 3 708 34 101 70 047 45 537 13 200 12 036 28 510
1997 280 417 8 015 7 525 10 123 14 112 4 765 9 766 2 4 053 31 866 70 400 45 279 13 905 11 690 28 918
1998 279 215 8 035 7 452 10 050 14 307 4 754 9 874 2 4 339 29 228 70 629 44 933 14 820 11 318 29 476
1999 279 664 8 036 7 551 10 078 14 690 4 731 10 213 24 269 27 700 70 814 44 752 15 424 11 473 29 933
2000 279 461 7 933 7 683 9 783 15 021 4 805 10 443 2 4 260 26 373 70 473 44 651 15 971 11 688 30 377
2001 278 740 7 791 7 713 9 750 15 129 4 904 10 775 2 3 972 25 101 69 728 44 716 16 239 12 246 30 676
2002 279 489 7 498 7 583 9 907 15 264 5 008 10 906 2 4 057 24 964 69 019 45 696 15 741 12 966 30 880
2003 281 285 7 275 7 574 9 822 15 307 5 075 10 933 2 4 730 24 955 68 809 46 626 15 312 13 827 31 040
2004 280 201 7 253 7 471 9 921 15 020 5 216 11 104 2 4 705 24 744 66 682 47 671 14 468 14 409 31 537
2005 278 925 7 095 7 207 9 977 14 784 5 249 11 104 2 3 695 24 713 65 320 49 680 12 960 14 935 32 206
PROGNOSE
2006 279 080 6 862 7 034 9 917 14 850 5 253 11 457 2 4 188 24 622 64 008 50 688 12 111 15 187 32 902
2007 279 436 6 669 6 957 9 813 14 935 5 149 11 712 2 4 473 24 770 63 032 51 604 11 897 14 697 33 728
2008 279 777 6 582 6 822 9 669 14 978 5 059 11 805 2 4 779 25 114 61 823 52 549 11 684 14 232 34 680
2009 280 075 6 520 6 624 9 517 15 050 5 115 11 723 2 5 092 25 342 60 712 53 299 11 852 13 513 35 716
2010 280 219 6 473 6 463 9 312 15 260 5 002 11 672 2 5 436 25 381 59 770 53 947 12 622 12 169 36 711
2011 280 284 6 438 6 393 9 143 15 230 4 977 11 640 2 5 679 25 516 58 881 54 540 12 917 11 417 37 513
2012 280 242 6 411 6 342 9 000 15 003 5 228 11 570 2 5 689 25 686 58 061 55 057 13 247 11 232 37 716
2013 280 078 6 389 6 304 8 806 14 904 5 281 11 563 2 5 665 25 854 57 386 55 301 13 557 11 046 38 023
2014 279 817 6 370 6 274 8 651 14 763 5 188 11 675 2 5 646 25 999 56 774 55 405 13 710 11 194 38 168
2015 279 388 6 350 6 248 8 576 14 491 5 222 11 780 2 5 478 26 128 56 316 55 319 13 888 11 884 37 710
2005 = 100 %
2006 100 97 98 99 100 100 103 102 100 98 1 02 93 102 102
2007 100 94 97 98 101 98 105 103 100 96 10 4 92 98 105
2008 100 93 95 97 101 96 106 105 102 95 10 6 90 95 108
2009 100 92 92 95 102 97 106 106 103 93 10 7 91 90 111
2010 100 91 90 93 103 95 105 107 103 92 10 9 97 81 114
2011 100 91 89 92 103 95 105 108 103 90 11 0 100 76 116
2012 100 90 88 90 101 100 104 108 104 89 1 11 102 75 117
2013 100 90 87 88 101 101 104 108 105 88 1 11 105 74 118
2014 100 90 87 87 100 99 105 108 105 87 11 2 106 75 119
2015 100 89 87 86 98 99 106 108 106 86 111 107 80 117
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
6 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 201 5
Tabelle 2: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersg ruppen in Münster 1990 bis 2015,
Männer (Differenzen in den Summen durch Runden)
insge-
samt 0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1990 129 576 4 337 3 780 4 606 6 334 2 190 4 918 14 179 19 309 29 852 21 871 5 989 4 355 7 856
1991 131 190 4 368 3 925 4 667 6 454 2 251 4 525 13 445 19 737 31 346 21 967 5 968 4 500 8 037
1992 131 940 4 358 4 015 4 781 6 525 2 307 4 156 12 673 19 726 32 539 22 107 5 854 4 698 8 201
1993 132 298 4 236 4 115 4 810 6 731 2 229 4 018 11 952 19 425 33 474 22 281 5 637 5 047 8 343
1994 131 042 4 084 4 084 4 848 6 908 2 083 4 114 10 961 18 476 33 924 22 155 5 738 5 209 8 458
1995 131 846 3 997 4 079 5 002 7 065 2 152 4 034 10 867 17 808 34 850 22 189 5 800 5 377 8 626
1996 132 686 4 013 3 974 5 207 7 137 2 313 4 049 10 699 17 223 35 589 22 120 6 113 5 311 8 938
1997 132 133 4 075 3 858 5 188 7 229 2 417 3 940 10 710 16 075 35 717 22 030 6 480 5 162 9 252
1998 131 402 4 121 3 775 5 201 7 307 2 422 4 038 10 706 14 652 35 807 21 886 6 896 4 982 9 609
1999 131 606 4 118 3 815 5 223 7 469 2 444 4 257 10 629 13 903 35 785 21 844 7 152 5 089 9 878
2000 131 552 4 075 3 881 5 005 7 660 2 444 4 343 10 585 13 325 35 622 21 799 7 473 5 177 10 163
2001 131 081 3 996 3 939 4 951 7 752 2 428 4 498 10 461 12 593 35 109 21 922 7 541 5 483 10 408
2002 131 351 3 758 3 892 5 003 7 826 2 505 4 530 10 424 12 414 34 775 22 460 7 296 5 834 10 634
2003 132 517 3 652 3 847 4 966 7 882 2 544 4 590 10 883 12 351 34 660 22 932 7 152 6 248 10 810
2004 131 982 3 615 3 813 5 050 7 708 2 629 4 670 10 914 12 144 33 604 23 402 6 753 6 513 11 167
2005 131 700 3 592 3 656 5 151 7 549 2 664 4 765 10 551 11 996 32 945 24 414 6 095 6 793 11 529
2006 131 540 3 502 3 547 5 100 7 546 2 712 4 885 10 694 11 924 32 297 24 774 5 741 6 856 11 963
2007 131 537 3 430 3 481 5 019 7 617 2 653 4 917 10 786 12 055 31 740 25 124 5 664 6 624 12 427
2008 131 566 3 349 3 466 4 931 7 596 2 598 5 017 10 818 12 278 31 115 25 451 5 557 6 452 12 938
2009 131 594 3 317 3 388 4 800 7 654 2 635 4 959 10 944 12 403 30 512 25 739 5 660 6 116 13 466
2010 131 563 3 293 3 329 4 679 7 776 2 520 4 961 11 081 12 445 30 035 25 978 5 979 5 522 13 967
2011 131 504 3 274 3 261 4 623 7 790 2 471 4 907 11 179 12 533 29 595 26 186 6 117 5 225 14 343
2012 131 400 3 260 3 234 4 565 7 647 2 630 4 850 11 180 12 573 29 207 26 384 6 230 5 163 14 477
2013 131 245 3 249 3 214 4 487 7 551 2 710 4 791 11 182 12 630 28 878 26 476 6 310 5 074 14 694
2014 131 052 3 239 3 198 4 427 7 462 2 648 4 858 11 170 12 694 28 578 26 469 6 365 5 165 14 779
2015 130 783 3 228 3 184 4 361 7 325 2 668 4 961 11 043 12 772 28 344 26 399 6 438 5 442 14 619
2005 = 100 %
2006 100 97 97 99 100 102 103 101 99 98 101 94 101 104
2007 100 95 95 97 101 100 103 102 1 00 96 103 93 98 108
2008 100 93 95 96 101 98 105 103 10 2 94 104 91 95 112
2009 100 92 93 93 101 99 104 104 10 3 93 105 93 90 117
2010 100 92 91 91 103 95 104 105 10 4 91 106 98 81 121
2011 100 91 89 90 103 93 103 106 10 4 90 107 100 77 124
2012 100 91 88 89 101 99 102 106 10 5 89 108 102 76 126
2013 100 90 88 87 100 102 101 106 1 05 88 108 104 75 127
2014 100 90 87 86 99 99 102 106 106 87 108 104 76 128
2015 99 90 87 85 97 100 104 105 106 86 108 106 80 127
Jahre
jew.
31.12.
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g in Münster, Männer
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
PROGNOSE
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 7
Tabelle 3: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersg ruppen in Münster 1990 bis 2015,
Frauen (Differenzen in den Summen durch Runden)
insge-
samt 0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1990 145 574 4 048 3 602 4 375 5 970 2 104 6 133 16 612 18 472 28 347 23 422 7 167 7 514 17 808
1991 146 850 4 088 3 770 4 453 6 188 2 029 5 758 16 021 18 930 29 627 23 378 7 036 7 315 18 257
1992 147 653 4 005 3 855 4 596 6 344 2 054 5 225 15 332 19 225 30 900 23 473 6 855 7 196 18 593
1993 148 403 3 980 3 898 4 695 6 424 2 135 5 156 14 520 19 124 32 227 23 568 6 623 7 123 18 930
1994 147 112 3 832 3 842 4 768 6 571 2 131 5 345 13 355 18 280 32 759 23 481 6 673 7 035 19 040
1995 147 786 3 895 3 747 4 882 6 753 2 199 5 485 12 998 17 559 33 649 23 519 6 826 6 892 19 382
1996 148 661 3 883 3 745 5 004 6 781 2 280 5 822 13 009 16 878 34 458 23 417 7 087 6 725 19 572
1997 148 286 3 940 3 667 4 935 6 883 2 348 5 826 13 345 15 791 34 683 23 249 7 425 6 528 19 666
1998 147 813 3 914 3 677 4 849 7 000 2 332 5 836 13 633 14 576 34 822 23 047 7 924 6 336 19 867
1999 148 058 3 918 3 736 4 855 7 221 2 287 5 956 13 640 13 797 35 029 22 908 8 272 6 384 20 055
2000 147 909 3 858 3 802 4 778 7 361 2 361 6 100 13 675 13 048 34 851 22 852 8 498 6 511 20 214
2001 147 659 3 795 3 774 4 799 7 377 2 476 6 277 13 511 12 508 34 619 22 794 8 698 6 763 20 268
2002 148 138 3 740 3 691 4 904 7 438 2 503 6 376 13 633 12 550 34 244 23 236 8 445 7 132 20 246
2003 148 768 3 623 3 727 4 856 7 425 2 531 6 343 13 847 12 604 34 149 23 694 8 160 7 579 20 230
2004 148 219 3 638 3 658 4 871 7 312 2 587 6 434 13 791 12 600 33 078 24 269 7 715 7 896 20 370
2005 147 225 3 503 3 551 4 826 7 235 2 585 6 339 13 144 12 717 32 375 25 266 6 865 8 142 20 677
PROGNOSE
2006 147 540 3 360 3 487 4 817 7 305 2 541 6 573 13 493 12 698 31 711 25 914 6 370 8 331 20 939
2007 147 899 3 239 3 475 4 794 7 319 2 495 6 796 13 687 12 715 31 292 26 480 6 234 8 072 21 300
2008 148 211 3 233 3 356 4 739 7 382 2 460 6 788 13 961 12 836 30 708 27 099 6 128 7 780 21 741
2009 148 481 3 203 3 235 4 717 7 396 2 480 6 764 14 149 12 938 30 200 27 560 6 192 7 397 22 250
2010 148 656 3 180 3 135 4 634 7 484 2 483 6 712 14 355 12 936 29 735 27 969 6 643 6 647 22 744
2011 148 780 3 164 3 132 4 520 7 441 2 505 6 733 14 501 12 983 29 285 28 354 6 800 6 192 23 170
2012 148 842 3 151 3 108 4 435 7 356 2 597 6 721 14 509 13 114 28 854 28 672 7 017 6 069 23 239
2013 148 833 3 140 3 090 4 320 7 353 2 571 6 773 14 482 13 224 28 508 28 825 7 247 5 971 23 329
2014 148 765 3 131 3 076 4 224 7 301 2 539 6 818 14 476 13 306 28 197 28 937 7 345 6 028 23 389
2015 148 605 3 122 3 064 4 215 7 166 2 554 6 819 14 435 13 356 27 972 28 920 7 449 6 443 23 091
2005 = 100 %
2006 100 96 98 100 101 98 104 103 100 98 103 93 102 101
2007 100 92 98 99 101 97 107 104 100 97 105 91 99 103
2008 101 92 95 98 102 95 107 106 101 95 107 89 96 105
2009 101 91 91 98 102 96 107 108 102 93 109 90 91 108
2010 101 91 88 96 103 96 106 109 102 92 111 97 82 110
2011 101 90 88 94 103 97 106 110 102 90 112 99 76 112
2012 101 90 88 92 102 100 106 110 103 89 113 102 75 11 2
2013 101 90 87 90 102 99 107 110 104 88 114 106 73 113
2014 101 89 87 88 101 98 108 110 105 87 115 107 74 113
2015 101 89 86 87 99 99 108 110 105 86 114 109 79 112
Jahre
jew.
31.12.
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g in Münster, Frauen
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
8 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 201 5
Tabelle 4: Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadt bezirken 1990 bis 2015
Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup
absolut absolut absolut absolut absolut absolut absolut
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
1990 124 001 47 934 26 582 20 300 24 490 31 843 275 150
1991 124 747 49 308 26 757 20 323 24 794 32 111 278 040
1992 124 587 49 712 27 450 20 359 24 968 32 517 279 593
1993 123 927 50 546 27 654 20 368 25 227 32 979 280 701
1994 120 679 50 652 27 733 20 200 25 118 33 772 278 154
1995 119 879 51 426 27 986 20 193 25 274 34 874 279 632
1996 119 679 51 992 28 134 20 445 25 551 35 546 281 347
1997 118 721 51 038 28 270 20 385 26 200 35 805 280 419
1998 117 261 50 708 28 543 20 291 26 586 35 826 279 215
1999 116 397 51 574 28 509 20 272 26 849 36 063 279 664
2000 115 265 51 934 28 560 20 332 27 121 36 249 279 461
2001 114 488 52 112 28 365 20 200 27 239 36 336 278 740
2002 114 686 52 283 28 583 20 125 27 153 36 659 279 489
2003 114 967 52 921 28 888 20 434 27 364 36 711 281 285
2004 114 292 53 302 28 745 20 280 27 023 36 559 280 201
2005 113 216 53 377 28 481 20 146 27 131 36 574 278 925
2006 111 731 54 205 28 531 20 414 27 162 37 037 279 080
2007 110 864 54 784 28 517 20 587 27 406 37 278 279 436
2008 110 169 55 284 28 524 20 778 27 518 37 503 279 777
2009 109 592 55 664 28 450 20 874 27 802 37 692 280 075
2010 108 960 56 023 28 365 20 950 28 010 37 910 280 219
2011 108 230 56 150 28 331 21 036 28 530 38 006 280 284
2012 107 617 56 365 28 273 21 061 29 041 37 886 280 242
2013 107 032 56 556 28 241 21 051 29 443 37 755 280 078
2014 106 627 56 564 28 155 20 996 29 838 37 638 279 817
2015 106 326 56 505 28 102 20 935 29 943 37 577 279 388
2006 99 102 100 101 100 101 100
2007 98 103 100 102 101 102 100
2008 97 104 100 103 101 103 100
2009 97 104 100 104 102 103 100
2010 96 105 100 104 103 104 100
2011 96 105 99 104 105 104 100
2012 95 106 99 105 107 104 100
2013 95 106 99 104 109 103 100
2014 94 106 99 104 110 103 100
2015 94 106 99 104 110 103 100
IST
PROGNOSE
2005 = 100 %
Jahre
jew.
31.12.
Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken
Stadtbezirke
Stadt
Münster
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 9
Tabelle 5: Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadt bezirken Münsters, Männer
Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup
absolut absolut absolut absolut absolut absolut absolut
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
1990 55 338 23 970 12 940 9 903 11 953 15 4 72 129 576
1991 55 891 24 641 13 066 9 881 12 135 15 5 76 131 190
1992 55 952 24 724 13 378 9 887 12 205 15 7 94 131 940
1993 55 657 25 028 13 478 9 854 12 296 15 9 85 132 298
1994 54 054 25 063 13 533 9 737 12 256 16 3 99 131 042
1995 53 710 25 486 13 668 9 684 12 357 16 9 41 131 846
1996 53 597 25 804 13 719 9 853 12 478 17 2 35 132 686
1997 53 274 25 111 13 771 9 772 12 841 17 3 64 132 133
1998 52 570 24 891 13 904 9 719 12 998 17 3 20 131 402
1999 52 314 25 166 13 866 9 734 13 112 17 4 14 131 606
2000 51 931 25 300 13 865 9 750 13 200 17 5 06 131 552
2001 51 600 25 337 13 765 9 665 13 200 17 5 14 131 081
2002 51 789 25 276 13 880 9 629 13 152 17 6 25 131 351
2003 52 174 25 591 14 005 9 767 13 303 17 6 77 132 517
2004 51 884 25 758 13 931 9 713 13 125 17 5 71 131 982
2005 51 654 25 802 13 833 9 654 13 204 17 5 53 131 700
2006 51 049 26 106 13 774 9 749 13 139 17 7 23 131 540
2007 50 734 26 303 13 695 9 806 13 202 17 7 98 131 537
2008 50 492 26 471 13 639 9 879 13 211 17 8 73 131 566
2009 50 293 26 587 13 551 9 910 13 315 17 9 39 131 594
2010 50 056 26 702 13 465 9 932 13 385 18 0 23 131 563
2011 49 764 26 706 13 412 9 962 13 612 18 0 49 131 504
2012 49 522 26 761 13 350 9 963 13 836 17 9 68 131 400
2013 49 288 26 810 13 307 9 948 14 009 17 8 83 131 245
2014 49 140 26 774 13 242 9 911 14 180 17 8 05 131 052
2015 49 040 26 707 13 196 9 871 14 213 17 7 56 130 783
2006 99 101 100 101 100 101 100
2007 98 102 99 102 100 101 100
2008 98 103 99 102 100 102 100
2009 97 103 98 103 101 102 100
2010 97 103 97 103 101 103 100
2011 96 104 97 103 103 103 100
2012 96 104 97 103 105 102 100
2013 95 104 96 103 106 102 100
2014 95 104 96 103 107 101 100
2015 95 104 95 102 108 101 99
IST
PROGNOSE
2005 = 100 %
Jahre
jew.
31.12.
Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken, Männer
Stadtbezirke
Stadt
Münster
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
10 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 6: Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadt bezirken Münsters, Frauen
Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup
absolut absolut absolut absolut absolut absolut absolut
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
1990 68 663 23 964 13 642 10 397 12 537 16 371 145 574
1991 68 856 24 667 13 691 10 442 12 659 16 535 146 850
1992 68 635 24 988 14 072 10 472 12 763 16 723 147 653
1993 68 270 25 518 14 176 10 514 12 931 16 994 148 403
1994 66 625 25 589 14 200 10 463 12 862 17 373 147 112
1995 66 169 25 940 14 318 10 509 12 917 17 933 147 786
1996 66 082 26 188 14 415 10 592 13 073 18 311 148 661
1997 65 447 25 927 14 499 10 613 13 359 18 441 148 286
1998 64 691 25 817 14 639 10 572 13 588 18 506 147 813
1999 64 083 26 408 14 643 10 538 13 737 18 649 148 058
2000 63 334 26 634 14 695 10 582 13 921 18 743 147 909
2001 62 888 26 775 14 600 10 535 14 039 18 822 147 659
2002 62 897 27 007 14 703 10 496 14 001 19 034 148 138
2003 62 793 27 330 14 883 10 667 14 061 19 034 148 768
2004 62 408 27 544 14 814 10 567 13 898 18 988 148 219
2005 61 562 27 575 14 648 10 492 13 927 19 021 147 225
2006 60 682 28 099 14 757 10 666 14 022 19 313 147 540
2007 60 131 28 481 14 822 10 781 14 204 19 480 147 899
2008 59 677 28 813 14 885 10 898 14 307 19 630 148 211
2009 59 299 29 077 14 899 10 965 14 488 19 753 148 481
2010 58 904 29 322 14 900 11 018 14 624 19 887 148 656
2011 58 467 29 445 14 919 11 074 14 918 19 958 148 780
2012 58 095 29 603 14 922 11 098 15 205 19 918 148 842
2013 57 744 29 746 14 934 11 103 15 434 19 872 148 833
2014 57 486 29 790 14 913 11 085 15 658 19 833 148 765
2015 57 286 29 798 14 906 11 063 15 730 19 821 148 605
2006 99 102 101 102 101 102 100
2007 98 103 101 103 102 102 100
2008 97 104 102 104 103 103 101
2009 96 105 102 105 104 104 101
2010 96 106 102 105 105 105 101
2011 95 107 102 106 107 105 101
2012 94 107 102 106 109 105 101
2013 94 108 102 106 111 104 101
2014 93 108 102 106 112 104 101
2015 93 108 102 105 113 104 101
IST
PROGNOSE
2005 = 100 %
Jahre
jew.
31.12.
Wohnberechtigte Bevölkerung in den Stadtbezirken, Frauen
Stadtbezirke
Stadt
Münster
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 11
Tabelle 7: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersg ruppen im Stadtbezirk Münster-Mitte
1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g im Stadtbezirk Münster-Mitte
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1995 119 879 2 927 2 581 3 121 4 058 1 227 3 722 11 444 17 509 30 095 17 146 5 189 5 512 15 348
1996 119 679 2 894 2 470 3 143 4 087 1 291 3 820 11 686 17 085 30 499 16 845 5 366 5 200 15 293
1997 118 721 2 873 2 377 3 068 4 082 1 330 3 769 12 136 16 269 30 555 16 623 5 476 4 931 15 232
1998 117 261 2 795 2 273 2 958 4 088 1 341 3 747 12 438 15 194 30 479 16 360 5 716 4 656 15 216
1999 116 397 2 763 2 250 2 869 4 143 1 348 3 736 12 453 14 661 30 532 16 225 5 724 4 554 15 139
2000 115 265 2 693 2 236 2 714 4 201 1 382 3 825 12 433 14 221 30 092 16 141 5 713 4 578 15 036
2001 114 488 2 689 2 246 2 685 4 163 1 377 4 044 12 308 13 640 29 967 16 103 5 669 4 794 14 803
2002 114 686 2 671 2 224 2 711 4 187 1 412 4 091 12 406 13 623 29 876 16 492 5 489 4 933 14 571
2003 114 967 2 581 2 275 2 648 4 209 1 393 4 087 12 702 13 651 29 805 16 845 5 299 5 145 14 327
2004 114 292 2 574 2 228 2 706 4 043 1 396 4 161 12 881 13 657 28 904 17 268 5 017 5 216 14 241
2005 113 216 2 475 2 143 2 678 3 935 1 448 4 130 12 341 13 701 28 396 17 894 4 569 5 266 14 240
PROGNOSE
2006 111 731 2 371 2 004 2 620 3 815 1 438 4 273 12 820 13 380 27 177 18 097 4 209 5 245 14 282
2007 110 864 2 275 1 958 2 573 3 743 1 374 4 315 13 165 13 338 26 449 18 214 4 109 5 070 14 282
2008 110 169 2 208 1 907 2 476 3 684 1 325 4 370 13 357 13 570 25 675 18 309 4 057 4 847 14 385
2009 109 592 2 155 1 851 2 400 3 646 1 312 4 317 13 520 13 788 25 025 18 400 4 077 4 619 14 482
2010 108 960 2 112 1 784 2 309 3 655 1 241 4 291 13 682 13 897 24 528 18 410 4 256 4 210 14 586
2011 108 230 2 074 1 738 2 238 3 592 1 223 4 236 13 770 14 000 24 039 18 390 4 347 3 904 14 680
2012 107 617 2 051 1 709 2 185 3 495 1 268 4 200 13 778 14 076 23 640 18 395 4 429 3 821 14 570
2013 107 032 2 032 1 687 2 127 3 433 1 255 4 169 13 773 14 147 23 328 18 331 4 485 3 773 14 492
2014 106 627 2 027 1 682 2 080 3 358 1 236 4 183 13 761 14 222 23 132 18 240 4 520 3 791 14 395
2015 106 326 2 028 1 687 2 060 3 278 1 239 4 191 13 706 14 308 23 063 18 079 4 587 3 957 14 142
2005 = 100 %
2006 99 96 93 98 97 99 103 104 98 96 101 92 100 100
2007 98 92 91 96 95 95 104 107 97 93 102 90 96 100
2008 97 89 89 92 94 92 106 108 99 90 102 89 92 101
2009 97 87 86 90 93 91 105 110 101 88 103 89 88 102
2010 96 85 83 86 93 86 104 111 101 86 103 93 80 102
2011 96 84 81 84 91 84 103 112 102 85 103 95 74 103
2012 95 83 80 82 89 88 102 112 103 83 103 97 73 102
2013 95 82 79 79 87 87 101 112 103 82 102 98 72 102
2014 94 82 78 78 85 85 101 112 104 81 102 99 72 101
2015 94 82 79 77 83 86 101 111 104 81 101 100 75 99
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
12 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 8: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersg ruppen im Stadtbezirk Münster-West
1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g im Stadtbezirk Münster-West
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1995 51 426 1 484 1 550 1 931 2 775 887 2 182 6 492 7 640 12 133 7 534 1 813 1 693 3 312
1996 51 992 1 473 1 448 2 010 2 771 912 2 304 6 513 7 378 12 429 7 630 1 954 1 695 3 475
1997 51 038 1 480 1 413 1 945 2 766 864 2 337 6 434 6 719 12 122 7 644 2 046 1 710 3 558
1998 50 708 1 442 1 444 1 930 2 828 891 2 344 6 468 6 021 12 096 7 643 2 225 1 670 3 706
1999 51 574 1 489 1 531 2 004 2 939 926 2 564 6 530 5 728 12 165 7 769 2 359 1 731 3 839
2000 51 934 1 588 1 543 1 964 3 025 948 2 592 6 534 5 415 12 232 7 796 2 525 1 748 4 024
2001 52 112 1 569 1 564 2 072 3 034 1 017 2 729 6 40 7 5 086 12 098 7 849 2 674 1 864 4 149
2002 52 283 1 477 1 595 2 132 3 087 1 029 2 743 6 15 2 5 087 11 992 8 072 2 642 1 969 4 306
2003 52 921 1 433 1 656 2 111 3 122 1 011 2 747 6 26 0 4 957 12 148 8 308 2 598 2 156 4 414
2004 53 302 1 509 1 668 2 190 3 108 1 076 2 833 6 21 0 4 822 12 079 8 504 2 470 2 251 4 582
2005 53 377 1 533 1 625 2 266 3 177 1 063 2 816 5 90 6 4 744 11 888 8 991 2 209 2 405 4 754
PROGNOSE
2006 54 205 1 539 1 637 2 341 3 322 1 104 2 444 5 68 2 4 899 12 304 9 329 2 114 2 530 4 962
2007 54 784 1 496 1 678 2 362 3 437 1 104 2 437 5 23 6 4 995 12 470 9 743 2 121 2 513 5 193
2008 55 284 1 496 1 649 2 360 3 532 1 106 2 470 4 93 7 5 026 12 497 10 125 2 134 2 485 5 468
2009 55 664 1 482 1 604 2 326 3 612 1 166 2 449 4 79 2 4 982 12 437 10 472 2 206 2 407 5 731
2010 56 023 1 475 1 556 2 298 3 703 1 169 2 457 4 74 6 4 893 12 334 10 796 2 402 2 191 6 002
2011 56 150 1 454 1 526 2 253 3 694 1 180 2 465 4 76 3 4 789 12 149 11 063 2 479 2 092 6 242
2012 56 365 1 448 1 509 2 213 3 668 1 242 2 476 4 73 6 4 732 12 018 11 283 2 578 2 090 6 372
2013 56 556 1 442 1 500 2 164 3 671 1 248 2 493 4 72 0 4 709 11 880 11 462 2 644 2 092 6 532
2014 56 564 1 425 1 483 2 108 3 643 1 238 2 520 4 70 1 4 686 11 698 11 553 2 724 2 150 6 634
2015 56 505 1 408 1 462 2 077 3 562 1 264 2 539 4 66 0 4 680 11 519 11 636 2 762 2 318 6 619
2005 = 100 %
2006 102 100 101 103 105 104 87 96 103 103 104 96 105 104
2007 103 98 103 104 108 104 87 89 105 105 108 96 104 109
2008 104 98 101 104 111 104 88 84 106 105 113 97 103 115
2009 104 97 99 103 114 110 87 81 105 105 1 16 100 100 121
2010 105 96 96 101 117 110 87 80 103 104 1 20 109 91 126
2011 105 95 94 99 116 111 88 81 101 102 12 3 112 87 131
2012 106 94 93 98 115 117 88 80 100 101 12 5 117 87 134
2013 106 94 92 96 116 117 89 80 99 100 127 120 87 137
2014 106 93 91 93 115 116 89 80 99 98 128 123 89 140
2015 106 92 90 92 112 119 90 79 99 97 129 125 96 139
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 13
Tabelle 9: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersg ruppen im Stadtbezirk Münster-Nord
1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g im Stadtbezirk Münster-Nord
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1995 27 986 989 1 027 1 479 2 022 609 963 1 629 2 523 6 857 5 043 1 441 1 288 2 116
1996 28 134 956 1 060 1 544 2 056 664 1 042 1 519 2 358 6 843 5 031 1 459 1 408 2 194
1997 28 270 964 1 014 1 494 2 146 762 1 001 1 528 2 142 6 923 5 038 1 588 1 353 2 317
1998 28 543 1 039 1 034 1 457 2 237 676 1 065 1 496 2 036 6 994 5 016 1 725 1 318 2 450
1999 28 509 1 018 1 002 1 425 2 271 671 1 118 1 493 1 886 6 891 5 044 1 756 1 371 2 563
2000 28 560 995 1 007 1 363 2 286 710 1 116 1 509 1 754 6 813 5 078 1 862 1 369 2 698
2001 28 365 942 1 002 1 336 2 278 708 1 107 1 538 1 673 6 577 5 099 1 879 1 367 2 859
2002 28 583 910 964 1 335 2 278 754 1 136 1 638 1 708 6 415 5 277 1 765 1 484 2 919
2003 28 888 958 971 1 266 2 263 800 1 166 1 707 1 798 6 269 5 433 1 700 1 589 2 968
2004 28 745 936 966 1 264 2 165 804 1 192 1 688 1 830 6 029 5 544 1 614 1 633 3 080
2005 28 481 916 933 1 257 2 022 798 1 217 1 625 1 820 5 796 5 811 1 388 1 709 3 189
PROGNOSE
2006 28 531 844 956 1 253 1 976 773 1 268 1 593 1 783 5 795 5 938 1 291 1 733 3 328
2007 28 517 821 930 1 271 1 954 685 1 295 1 623 1 749 5 767 5 988 1 300 1 629 3 505
2008 28 524 814 912 1 261 1 935 661 1 254 1 655 1 742 5 715 6 060 1 289 1 574 3 652
2009 28 450 803 855 1 265 1 909 682 1 204 1 675 1 716 5 632 6 072 1 346 1 502 3 790
2010 28 365 794 829 1 234 1 934 642 1 168 1 700 1 680 5 557 6 068 1 500 1 317 3 943
2011 28 331 789 818 1 203 1 940 613 1 159 1 704 1 676 5 485 6 082 1 576 1 229 4 057
2012 28 273 782 808 1 178 1 912 646 1 135 1 677 1 691 5 395 6 108 1 620 1 234 4 086
2013 28 241 779 802 1 136 1 926 645 1 119 1 666 1 700 5 345 6 107 1 658 1 224 4 133
2014 28 155 774 796 1 113 1 908 634 1 119 1 655 1 704 5 265 6 106 1 652 1 271 4 157
2015 28 102 772 794 1 104 1 877 647 1 128 1 627 1 710 5 213 6 080 1 648 1 404 4 098
2005 = 100 %
2006 100 92 102 100 98 97 104 98 98 100 10 2 93 101 104
2007 100 90 100 101 97 86 106 100 96 100 1 03 94 95 110
2008 100 89 98 100 96 83 103 102 96 99 104 93 92 115
2009 100 88 92 101 94 86 99 103 94 97 104 97 88 119
2010 100 87 89 98 96 80 96 105 92 96 104 108 77 124
2011 99 86 88 96 96 77 95 105 92 95 105 1 14 72 127
2012 99 85 87 94 95 81 93 103 93 93 105 1 17 72 128
2013 99 85 86 90 95 81 92 103 93 92 105 1 19 72 130
2014 99 84 85 89 94 79 92 102 94 91 105 1 19 74 130
2015 99 84 85 88 93 81 93 100 94 90 105 1 19 82 129
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
14 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 10: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-Ost
1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g im Stadtbezirk Münster-Ost
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1995 20 193 556 589 807 1 205 410 680 993 1 80 3 4 690 4 003 1 188 1 081 2 188
1996 20 445 561 628 824 1 209 443 678 926 1 68 6 4 888 4 035 1 219 1 058 2 290
1997 20 385 610 613 809 1 208 449 638 948 1 54 4 4 869 4 023 1 287 1 049 2 338
1998 20 291 594 612 828 1 195 431 638 941 1 37 9 4 901 3 972 1 357 1 013 2 430
1999 20 272 573 597 849 1 250 413 667 875 1 25 8 4 926 3 877 1 472 1 044 2 471
2000 20 332 558 644 816 1 259 429 672 874 1 15 4 4 954 3 893 1 477 1 099 2 503
2001 20 200 559 641 806 1 287 458 649 815 1 07 4 4 870 3 836 1 523 1 148 2 534
2002 20 125 539 599 828 1 272 437 676 826 1 02 2 4 807 3 814 1 479 1 221 2 605
2003 20 434 517 592 847 1 291 458 711 888 1 02 6 4 856 3 847 1 447 1 310 2 644
2004 20 280 513 587 842 1 281 464 713 838 1 00 1 4 633 3 932 1 356 1 403 2 717
2005 20 146 456 590 850 1 250 447 675 810 982 4 592 4 040 1 243 1 403 2 808
PROGNOSE
2006 20 414 463 567 844 1 294 442 806 931 1 01 6 4 511 4 098 1 147 1 426 2 870
2007 20 587 460 560 811 1 323 447 861 1 047 1 0 65 4 402 4 194 1 097 1 370 2 950
2008 20 778 473 531 843 1 332 445 867 1 163 1 1 07 4 319 4 290 1 047 1 334 3 026
2009 20 874 473 525 823 1 335 456 880 1 232 1 1 46 4 217 4 371 1 024 1 245 3 147
2010 20 950 474 517 804 1 367 450 877 1 287 1 1 76 4 128 4 453 1 069 1 140 3 209
2011 21 036 480 522 793 1 376 437 892 1 314 1 2 14 4 066 4 536 1 067 1 057 3 283
2012 21 061 481 521 772 1 365 473 879 1 322 1 2 47 4 016 4 569 1 105 1 016 3 294
2013 21 051 482 519 761 1 341 498 880 1 321 1 2 73 3 959 4 607 1 120 973 3 318
2014 20 996 480 514 747 1 336 474 891 1 327 1 2 91 3 900 4 619 1 129 956 3 332
2015 20 935 479 509 742 1 308 467 917 1 314 1 3 06 3 847 4 608 1 159 998 3 280
2005 = 100 %
2006 101 102 96 99 104 99 119 115 103 98 1 01 92 102 102
2007 102 101 95 95 106 100 128 129 108 96 104 88 98 105
2008 103 104 90 99 107 100 128 144 113 94 106 84 95 108
2009 104 104 89 97 107 102 130 152 117 92 108 82 89 112
2010 104 104 88 95 109 101 130 159 120 90 110 86 81 114
2011 104 105 88 93 110 98 132 162 124 89 1 12 86 75 117
2012 105 106 88 91 109 106 130 163 127 87 113 89 72 117
2013 104 106 88 90 107 111 130 163 130 86 114 90 69 118
2014 104 105 87 88 107 106 132 164 131 85 114 91 68 119
2015 104 105 86 87 105 105 136 162 133 84 114 93 71 117
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 15
Tabelle 11: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Südost 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g im Stadtbezirk Münster-Südost
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1995 25 274 787 899 1 110 1 543 499 790 1 320 2 476 6 252 4 897 1 265 1 191 2 245
1996 25 551 817 905 1 145 1 575 518 809 1 198 2 323 6 512 4 852 1 366 1 154 2 377
1997 26 200 908 896 1 231 1 679 542 811 1 208 2 173 6 808 4 893 1 452 1 156 2 443
1998 26 586 979 920 1 267 1 697 580 853 1 228 1 952 6 953 4 939 1 554 1 146 2 518
1999 26 849 935 982 1 292 1 793 569 873 1 186 1 768 7 051 4 895 1 704 1 163 2 638
2000 27 121 875 1 047 1 303 1 878 557 908 1 187 1 572 7 186 4 901 1 793 1 209 2 705
2001 27 239 841 1 053 1 236 1 952 573 904 1 179 1 478 7 127 4 969 1 809 1 313 2 805
2002 27 153 818 964 1 296 1 946 616 897 1 178 1 434 6 892 5 073 1 775 1 411 2 853
2003 27 364 754 877 1 373 1 969 625 911 1 242 1 450 6 853 5 172 1 738 1 493 2 907
2004 27 023 671 850 1 353 1 976 635 946 1 207 1 381 6 536 5 263 1 634 1 591 2 980
2005 27 131 707 818 1 310 1 967 661 968 1 217 1 384 6 320 5 545 1 491 1 654 3 089
PROGNOSE
2006 27 162 684 759 1 220 1 985 656 1 135 1 311 1 438 6 021 5 675 1 389 1 690 3 200
2007 27 406 685 737 1 171 1 984 693 1 199 1 433 1 496 5 884 5 807 1 341 1 666 3 311
2008 27 518 661 750 1 135 1 981 680 1 222 1 549 1 512 5 720 5 974 1 285 1 627 3 423
2009 27 802 676 760 1 132 1 985 647 1 253 1 643 1 546 5 663 6 067 1 296 1 538 3 595
2010 28 010 684 764 1 117 2 004 643 1 252 1 709 1 572 5 595 6 165 1 392 1 391 3 722
2011 28 530 710 779 1 138 2 023 663 1 260 1 775 1 650 5 652 6 289 1 432 1 309 3 851
2012 29 041 732 806 1 163 2 000 720 1 256 1 832 1 730 5 698 6 419 1 487 1 276 3 923
2013 29 443 746 824 1 181 1 990 746 1 279 1 855 1 793 5 749 6 486 1 571 1 237 3 985
2014 29 838 761 840 1 200 2 003 726 1 330 1 876 1 846 5 801 6 546 1 604 1 254 4 051
2015 29 943 760 839 1 202 2 010 709 1 361 1 861 1 853 5 782 6 582 1 622 1 342 4 019
2005 = 100 %
2006 100 97 93 93 101 99 117 108 104 95 10 2 93 102 104
2007 101 97 90 89 101 105 124 118 108 93 1 05 90 101 107
2008 101 93 92 87 101 103 126 127 109 91 1 08 86 98 111
2009 102 96 93 86 101 98 129 135 112 90 10 9 87 93 116
2010 103 97 93 85 102 97 129 140 114 89 11 1 93 84 121
2011 105 100 95 87 103 100 130 146 119 89 113 96 79 125
2012 107 104 98 89 102 109 130 151 125 90 116 100 77 127
2013 109 106 101 90 101 113 132 152 130 91 117 105 75 129
2014 110 108 103 92 102 110 137 154 133 92 118 108 76 131
2015 110 107 103 92 102 107 141 153 134 91 119 109 81 130
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
16 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 12: Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersgruppen im Stadtbezirk Münster-
Hiltrup 1995 bis 2015 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
0 - 3 3 - 6 6 - 10 10 - 16 16 - 18 18 - 21 21 - 25 25 - 30 30 - 45 45 - 60 60 - 65 65 - 70 70 u.ä.
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14)
IST
1995 34 874 1 149 1 180 1 436 2 215 719 1 182 1 987 3 416 8 472 7 085 1 730 1 504 2 799
1996 35 546 1 195 1 208 1 545 2 220 765 1 218 1 866 3 271 8 876 7 144 1 836 1 521 2 881
1997 35 805 1 180 1 212 1 576 2 231 818 1 210 1 801 3 019 9 123 7 058 2 056 1 491 3 030
1998 35 826 1 186 1 169 1 610 2 262 835 1 227 1 768 2 646 9 206 7 003 2 243 1 515 3 156
1999 36 063 1 258 1 189 1 639 2 294 804 1 255 1 732 2 399 9 249 6 942 2 409 1 610 3 283
2000 36 249 1 224 1 206 1 623 2 372 779 1 330 1 723 2 257 9 196 6 842 2 601 1 685 3 411
2001 36 336 1 191 1 207 1 615 2 415 771 1 342 1 725 2 150 9 089 6 860 2 685 1 760 3 526
2002 36 659 1 083 1 237 1 605 2 494 760 1 363 1 857 2 090 9 037 6 968 2 591 1 948 3 626
2003 36 711 1 032 1 203 1 577 2 453 788 1 311 1 931 2 073 8 878 7 021 2 530 2 134 3 780
2004 36 559 1 050 1 172 1 566 2 447 841 1 259 1 881 2 053 8 501 7 160 2 377 2 315 3 937
2005 36 574 1 008 1 098 1 616 2 433 832 1 298 1 796 2 082 8 328 7 399 2 060 2 498 4 126
PROGNOSE
2006 37 037 961 1 112 1 639 2 459 840 1 531 1 851 2 107 8 200 7 552 1 961 2 564 4 260
2007 37 278 932 1 093 1 625 2 493 847 1 606 1 969 2 128 8 061 7 657 1 929 2 450 4 488
2008 37 503 931 1 074 1 594 2 516 842 1 622 2 118 2 157 7 896 7 790 1 873 2 365 4 725
2009 37 692 930 1 030 1 571 2 563 852 1 620 2 231 2 164 7 738 7 917 1 902 2 203 4 971
2010 37 910 934 1 013 1 551 2 597 858 1 628 2 312 2 163 7 627 8 055 2 004 1 920 5 249
2011 38 006 931 1 010 1 518 2 604 861 1 628 2 354 2 186 7 490 8 181 2 016 1 827 5 400
2012 37 886 916 989 1 490 2 562 879 1 626 2 343 2 210 7 294 8 283 2 029 1 796 5 469
2013 37 755 908 971 1 437 2 544 890 1 624 2 330 2 232 7 125 8 307 2 079 1 746 5 564
2014 37 638 903 959 1 402 2 515 880 1 632 2 325 2 249 6 978 8 341 2 082 1 772 5 599
2015 37 577 904 957 1 391 2 457 895 1 644 2 308 2 270 6 891 8 333 2 110 1 865 5 551
2005 = 100 %
2006 101 95 101 101 101 101 118 103 101 98 102 95 103 103
2007 102 92 100 101 102 102 124 110 102 97 103 94 98 109
2008 103 92 98 99 103 101 125 118 104 95 1 05 91 95 115
2009 103 92 94 97 105 102 125 124 104 93 1 07 92 88 120
2010 104 93 92 96 107 103 125 129 104 92 1 09 97 77 127
2011 104 92 92 94 107 103 125 131 105 90 1 11 98 73 131
2012 104 91 90 92 105 106 125 130 106 88 1 12 98 72 133
2013 103 90 88 89 105 107 125 130 107 86 1 12 101 70 135
2014 103 90 87 87 103 106 126 129 108 84 1 13 101 71 136
2015 103 90 87 86 101 108 127 129 109 83 1 13 102 75 135
Jahre
jew.
31.12.
insge-
samt
davon im Alter von ... bis unter ... Jahre
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 17
Tabelle 13: Bevölkerung und Bevölkerungsveränderung nach Statistischen Bezirken zum
31.12.2005 und 31.12.2015
(Differenzen in den Summen durch Runden)
Statistischer Bezirk Bestand Prognose
Teilbereich 31.12.2005 31.12.2015
Stadtbezirk insgesamt insgesamt abs. % Sp. 1
(1) (2) (3) (4)
11 Aegidii 1 294 1 164 - 130 - 10,0
12 Überwasser 1 308 1 167 - 141 - 10,8
13 Dom 2 084 1 865 - 219 - 10,5
14 Buddenturm 2 162 1 921 - 241 - 11,1
15 Martini 1 284 1 208 - 76 - 5,9
Altstadt 8 132 7 325 - 807 - 9,9
21 Pluggendorf 4 199 3 731 - 468 - 11,1
22 Josef 7 868 7 017 - 851 - 10,8
23 Bahnhof 993 881 - 112 - 11,3
24 Hansaplatz 6 260 5 570 - 690 - 11,0
25 Mauritz-West 5 561 4 968 - 593 - 10,7
26 Schlachthof 4 623 4 478 - 145 - 3,1
27 Kreuz 11 606 10 702 - 904 - 7,8
28 Neutor 3 714 3 277 - 437 - 11,8
29 Schloss 1 850 1 794 - 56 - 3,1
Innenstadtring 46 674 42 417 - 4 257 - 9,1
31 Aaseestadt 5 338 5 125 - 213 - 4,0
32 Geist 8 643 8 308 - 335 - 3,9
33 Schützenhof 6 873 6 249 - 624 - 9,1
34 Düesberg 6 583 6 545 - 38 - 0,6
Mitte-Süd 27 437 26 227 - 1 210 - 4,4
43 Hafen 907 809 - 98 - 10,8
44 Herz-Jesu 5 089 4 623 - 466 - 9,2
45 Mauritz-Mitte 9 702 8 947 - 755 - 7,8
46 Rumphorst 7 997 8 463 + 466 + 5,8
47 Uppenberg 7 278 7 516 + 238 + 3,3
Mitte-Nordost 30 973 30 357 - 616 - 2,0
Stadtbezirk Mitte 113 216 106 326 - 6 890 - 6,1
51 Gievenbeck 18 253 18 496 + 243 + 1,3
52 Sentrup 6 384 6 104 - 280 - 4,4
54 Mecklenbeck 9 365 9 671 + 306 + 3,3
56 Albachten 5 126 6 209 + 1 083 + 21,1
57 Roxel 7 772 9 214 + 1 442 + 18,6
58 Nienberge 6 477 6 811 + 334 + 5,2
Stadtbezirk West 53 377 56 505 + 3 128 + 5,9
61 Coerde 9 888 9 675 - 213 - 2,2
62 Kinderhaus-Ost 5 062 4 881 - 181 - 3,6
63 Kinderhaus-West 10 815 10 138 - 677 - 6,3
68 Sprakel 2 716 3 408 + 692 + 25,5
Stadtbezirk Nord 28 481 28 102 - 379 - 1, 3
71 Mauritz-Ost 9 601 9 640 + 39 + 0,4
76 Gelmer-Dyckburg 3 342 3 622 + 280 + 8, 4
77 Handorf 7 203 7 672 + 469 + 6,5
Stadtbezirk Ost 20 146 20 935 + 789 + 3,9
81 Gremmendorf-West 4 788 5 218 + 430 + 9,0
82 Gremmendorf-Ost 6 075 6 414 + 339 + 5, 6
86 Angelmodde 7 592 7 961 + 369 + 4,9
87 Wolbeck 8 676 10 350 + 1 674 + 19,3
Stadtbezirk Südost 27 131 29 943 + 2 812 + 10, 4
91 Berg Fidel 5 691 5 200 - 491 - 8,6
95 Hiltrup-Ost 6 833 6 600 - 233 - 3,4
96 Hiltrup-Mitte 9 755 9 785 + 30 + 0,3
97 Hiltrup-West 8 846 9 767 + 921 + 10,4
98 Amelsbüren 5 449 6 225 + 776 + 14,2
Stadtbezirk Hiltrup 36 574 37 577 + 1 003 + 2,7
Außenbezirke 165 709 173 062 + 7 353 + 4,4
Gesamt 278 925 279 388 + 463 + 0,2
Differenz
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom 06.09.2006
18 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14: Entwicklung der Wohnberechtigten Bevölkerung vom 31.12.1995 bis 31.12.2015
und ausgewählter Altersgruppen nach Teilbereichen und Statistischen Bezirken
Quelle: Einwohnerdatei des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Prognoselauf vom
06.09.2006
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 19
Tabelle 14.1: Teilbereich 1 Altstadt (Statistische Bezirke 11 – 15)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 9 298 171 103 130 149 365 1 433
1996 9 311 186 102 127 152 337 1 440
1997 9 189 169 107 126 148 312 1 417
1998 9 016 153 119 120 130 292 1 387
1999 8 861 151 118 117 116 293 1 362
2000 8 709 154 99 109 130 322 1 347
2001 8 416 140 86 96 130 352 1 290
2002 8 323 137 83 97 136 364 1 264
2003 8 252 123 96 91 143 376 1 230
2004 8 275 114 95 76 148 372 1 243
2005 8 132 114 90 84 138 386 1 228
2006 8 154 112 71 96 124 361 1 278
Prognose
2006 7 948 129 74 98 129 352 1 207
2007 7 859 134 81 99 125 344 1 165
2008 7 771 134 84 102 122 327 1 140
2009 7 693 130 90 95 122 311 1 121
2010 7 621 127 90 90 129 270 1 117
2011 7 539 123 88 90 127 246 1 098
2012 7 461 121 85 90 126 240 1 074
2013 7 397 119 83 91 125 232 1 054
2014 7 353 119 83 90 126 226 1 038
2015 7 325 120 84 90 123 226 1 011
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.2: Teilbereich 2 Innenstadtring (Statist ische Bezirke 21 – 29)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 50 393 1 221 1 007 1 079 1 394 1 967 5 942
1996 50 272 1 189 943 1 082 1 388 1 783 5 827
1997 49 806 1 145 853 1 052 1 377 1 651 5 681
1998 49 090 1 093 799 1 010 1 365 1 587 5 639
1999 48 722 1 053 782 945 1 387 1 531 5 608
2000 48 103 1 020 750 891 1 400 1 516 5 520
2001 47 708 1 040 756 857 1 339 1 614 5 375
2002 47 500 1 024 742 856 1 311 1 658 5 236
2003 47 537 1 011 773 826 1 280 1 718 5 112
2004 47 177 1 040 750 843 1 231 1 775 4 993
2005 46 674 1 009 717 818 1 162 1 798 4 969
2006 46 611 975 726 824 1 144 1 800 4 961
Prognose
2006 45 852 951 689 796 1 132 1 820 5 023
2007 45 271 883 685 786 1 077 1 765 5 034
2008 44 788 832 668 749 1 045 1 722 5 089
2009 44 453 804 636 734 1 034 1 671 5 152
2010 44 096 780 598 710 1 030 1 544 5 208
2011 43 635 754 564 686 999 1 437 5 278
2012 43 196 736 543 657 953 1 438 5 243
2013 42 829 724 528 626 934 1 419 5 252
2014 42 576 720 523 599 909 1 426 5 257
2015 42 417 722 526 586 887 1 492 5 192
Jahr 31.12. insgesamt
20 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14.3: Teilbereich 3 Mitte-Süd (Statistische Bezirke 31 – 34)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 28 688 723 683 948 1 261 1 509 3 578
1996 28 594 711 645 920 1 310 1 470 3 597
1997 28 360 737 623 890 1 275 1 431 3 694
1998 28 154 729 600 809 1 291 1 317 3 748
1999 27 905 690 613 783 1 293 1 310 3 774
2000 27 572 692 615 732 1 264 1 315 3 772
2001 27 413 707 619 729 1 241 1 359 3 760
2002 27 624 690 617 745 1 193 1 434 3 715
2003 27 783 648 629 748 1 203 1 510 3 687
2004 27 641 661 627 775 1 140 1 512 3 705
2005 27 437 613 600 771 1 127 1 507 3 720
2006 27 559 620 581 805 1 087 1 484 3 761
Prognose
2006 27 313 595 564 789 1 101 1 500 3 754
2007 27 317 584 568 780 1 119 1 406 3 817
2008 27 274 589 547 761 1 136 1 329 3 861
2009 27 199 578 534 744 1 141 1 236 3 901
2010 27 084 568 515 717 1 161 1 128 3 935
2011 26 891 555 506 688 1 142 1 044 3 963
2012 26 693 546 491 667 1 123 1 028 3 930
2013 26 488 538 481 644 1 099 1 024 3 894
2014 26 333 535 476 624 1 075 1 052 3 842
2015 26 227 534 477 621 1 043 1 100 3 768
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.4: Teilbereich 4 Mitte-Nordost (Statisti sche Bezirke 43 – 47)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 31 500 812 788 964 1 254 1 671 4 395
1996 31 502 808 780 1 014 1 237 1 610 4 429
1997 31 366 822 794 1 000 1 282 1 537 4 440
1998 31 001 820 755 1 019 1 302 1 460 4 442
1999 30 909 869 737 1 024 1 347 1 420 4 395
2000 30 881 827 772 982 1 407 1 425 4 397
2001 30 951 802 785 1 003 1 453 1 469 4 378
2002 31 239 820 782 1 013 1 547 1 477 4 356
2003 31 395 799 777 983 1 583 1 541 4 298
2004 31 199 759 756 1 012 1 524 1 557 4 300
2005 30 973 739 736 1 005 1 508 1 575 4 323
2006 31 101 736 710 974 1 506 1 560 4 402
Prognose
2006 30 618 696 676 938 1 454 1 573 4 298
2007 30 417 673 624 908 1 423 1 555 4 265
2008 30 337 653 607 864 1 381 1 468 4 295
2009 30 247 644 591 827 1 350 1 401 4 307
2010 30 159 637 581 791 1 335 1 268 4 326
2011 30 165 641 580 774 1 324 1 177 4 341
2012 30 267 649 590 770 1 293 1 114 4 323
2013 30 318 650 595 766 1 274 1 098 4 292
2014 30 365 653 600 766 1 248 1 086 4 258
2015 30 357 653 600 764 1 225 1 139 4 170
Jahr 31.12. insgesamt
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 21
Tabelle 14.5: Statistischer Bezirk Gievenbeck (51)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 15 082 436 476 509 663 378 792
1996 15 889 458 462 578 701 384 827
1997 15 955 476 476 584 735 390 859
1998 15 840 476 462 593 781 382 891
1999 16 871 581 552 684 890 404 913
2000 17 243 619 546 704 935 397 983
2001 17 370 589 556 734 946 406 1 019
2002 17 140 556 604 737 990 425 1 045
2003 17 320 539 619 736 1 008 463 1 079
2004 17 882 623 660 753 1 033 462 1 115
2005 18 253 647 639 871 1 069 493 1 180
2006 18 535 665 660 895 1 103 526 1 212
Prognose
2006 18 340 640 658 892 1 134 529 1 249
2007 18 495 625 679 902 1 196 532 1 326
2008 18 647 632 653 907 1 235 561 1 405
2009 18 769 614 635 879 1 291 558 1 482
2010 18 785 594 605 867 1 303 517 1 564
2011 18 691 571 585 830 1 301 525 1 632
2012 18 665 557 559 801 1 286 550 1 677
2013 18 661 547 543 767 1 276 556 1 745
2014 18 553 532 526 731 1 250 591 1 783
2015 18 496 523 516 715 1 197 664 1 792
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.6: Statistischer Bezirk Sentrup (52)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 7 722 180 183 201 311 194 637
1996 7 618 165 162 208 292 172 642
1997 6 944 165 126 163 258 170 620
1998 6 815 176 141 161 242 156 615
1999 6 696 162 144 167 212 137 608
2000 6 736 176 153 159 227 139 622
2001 6 680 183 181 193 251 147 637
2002 6 821 151 179 216 253 151 664
2003 6 844 138 183 226 267 161 653
2004 6 684 122 162 243 299 164 637
2005 6 384 127 146 221 296 182 621
2006 6 417 128 125 217 288 202 626
Prognose
2006 6 287 133 116 210 295 198 612
2007 6 229 126 111 197 300 203 606
2008 6 172 122 112 174 310 210 604
2009 6 151 125 117 163 300 213 609
2010 6 131 127 114 156 300 197 620
2011 6 143 129 115 154 295 191 632
2012 6 153 130 118 154 283 188 635
2013 6 169 131 120 159 271 188 643
2014 6 131 127 117 154 258 187 651
2015 6 104 126 115 151 252 197 649
Jahr 31.12. insgesamt
22 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14.7: Statistischer Bezirk Mecklenbeck (54)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 8 274 185 239 361 484 361 654
1996 8 224 184 207 368 489 342 696
1997 8 188 199 195 353 513 344 721
1998 8 331 187 221 354 546 342 760
1999 8 436 201 219 345 561 352 795
2000 8 670 232 267 353 620 336 839
2001 8 881 241 259 359 639 384 853
2002 9 161 241 283 386 654 415 876
2003 9 370 240 290 402 644 437 927
2004 9 524 232 307 421 617 456 966
2005 9 365 202 282 411 614 461 997
2006 9 288 173 249 407 615 479 1 040
Prognose
2006 9 334 190 246 400 612 470 1 033
2007 9 405 200 227 385 603 461 1 063
2008 9 462 207 218 374 606 431 1 101
2009 9 461 206 208 356 601 413 1 130
2010 9 500 209 212 328 620 388 1 150
2011 9 530 211 215 316 603 353 1 188
2012 9 563 214 219 313 586 343 1 201
2013 9 620 218 225 311 579 343 1 204
2014 9 656 220 229 316 570 349 1 209
2015 9 671 220 230 319 555 377 1 198
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.8: Statistischer Bezirk Albachten (56)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 5 046 187 210 270 368 188 321
1996 5 023 181 197 264 373 195 343
1997 4 912 166 182 273 373 192 339
1998 4 862 167 175 259 383 184 368
1999 4 830 144 174 253 391 189 386
2000 4 772 146 160 232 390 199 391
2001 4 693 124 170 211 373 213 405
2002 4 746 122 157 214 359 227 416
2003 4 834 121 164 210 366 256 431
2004 4 981 153 154 248 366 278 448
2005 5 126 164 165 261 379 306 481
2006 5 294 182 174 257 394 307 494
Prognose
2006 5 504 170 190 283 403 308 507
2007 5 672 153 212 277 419 310 538
2008 5 800 145 204 278 444 305 580
2009 5 931 149 194 284 454 301 616
2010 6 056 153 183 291 463 270 656
2011 6 158 155 178 298 469 269 678
2012 6 184 153 175 283 471 255 699
2013 6 208 152 172 272 470 250 725
2014 6 239 153 171 261 467 262 745
2015 6 209 149 165 249 457 281 745
Jahr 31.12. insgesamt
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 23
Tabelle 14.9: Statistischer Bezirk Roxel (57)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 8 118 272 240 311 494 311 512
1996 8 035 274 221 312 476 327 547
1997 7 995 284 231 289 465 337 579
1998 7 909 261 241 288 465 333 600
1999 7 805 236 252 290 458 347 636
2000 7 715 232 241 272 454 369 664
2001 7 743 244 232 309 440 380 682
2002 7 707 232 212 330 442 400 716
2003 7 811 242 219 303 439 442 720
2004 7 627 219 198 298 420 468 764
2005 7 772 230 223 290 450 482 801
2006 7 947 251 247 291 459 539 836
Prognose
2006 8 222 245 265 319 497 537 841
2007 8 460 239 284 354 528 522 898
2008 8 653 234 288 378 556 509 957
2009 8 754 231 275 390 577 465 1 019
2010 8 845 229 263 398 599 420 1 075
2011 8 856 223 248 394 599 384 1 137
2012 8 970 228 251 391 611 388 1 160
2013 9 048 229 254 384 634 397 1 185
2014 9 143 230 260 381 649 421 1 189
2015 9 214 230 262 379 655 447 1 187
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.10: Statistischer Bezirk Nienberge (58)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 7 184 224 202 279 455 261 396
1996 7 203 211 199 280 440 275 420
1997 7 044 190 203 283 422 277 440
1998 6 951 175 204 275 411 273 472
1999 6 936 165 190 265 427 302 501
2000 6 798 183 176 244 399 308 525
2001 6 745 188 166 266 385 334 553
2002 6 708 175 160 249 389 351 589
2003 6 742 153 181 234 398 397 604
2004 6 604 160 187 227 373 423 652
2005 6 477 163 170 212 369 481 674
2006 6 487 150 156 223 370 493 748
Prognose
2006 6 518 161 162 237 381 488 719
2007 6 525 154 165 247 391 484 762
2008 6 550 155 174 250 381 470 821
2009 6 598 158 174 254 388 457 876
2010 6 707 164 179 257 417 398 937
2011 6 773 166 184 261 426 370 975
2012 6 829 167 187 271 430 365 1 000
2013 6 850 165 186 270 441 359 1 030
2014 6 843 163 181 266 450 339 1 056
2015 6 811 159 175 262 445 353 1 048
Jahr 31.12. insgesamt
24 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14.11: Statistischer Bezirk Coerde (61)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 8 105 307 326 462 558 455 683
1996 8 439 342 343 524 616 484 712
1997 8 685 347 347 528 685 464 759
1998 9 331 412 399 546 759 459 814
1999 9 482 406 418 526 803 457 877
2000 9 794 398 426 538 851 475 934
2001 9 714 382 411 509 842 455 997
2002 9 837 367 359 509 819 482 1 020
2003 9 946 381 369 479 814 512 1 035
2004 9 902 381 369 472 782 546 1 049
2005 9 888 389 369 456 730 582 1 068
2006 9 907 381 381 456 703 593 1 092
Prognose
2006 9 770 352 369 460 695 582 1 114
2007 9 700 330 370 463 689 534 1 179
2008 9 674 329 361 467 682 509 1 232
2009 9 665 325 343 479 677 465 1 293
2010 9 596 316 325 470 684 397 1 350
2011 9 619 316 324 460 694 373 1 379
2012 9 668 316 322 454 694 386 1 385
2013 9 736 317 323 443 704 388 1 400
2014 9 688 311 316 428 701 409 1 405
2015 9 675 310 312 424 690 457 1 387
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.12: Statistischer Bezirk Kinderhaus-Ost (62)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 5 277 172 180 217 290 237 453
1996 5 248 162 176 234 296 277 462
1997 5 260 145 166 227 284 277 480
1998 5 186 156 158 216 294 256 491
1999 5 196 157 134 229 292 259 509
2000 5 175 166 133 204 314 255 536
2001 5 125 147 145 196 325 246 582
2002 5 144 137 151 192 327 266 588
2003 5 188 137 147 179 333 291 592
2004 5 133 147 135 177 313 300 603
2005 5 062 145 128 180 303 294 622
2006 5 002 125 143 167 278 301 636
Prognose
2006 5 067 131 137 184 290 307 640
2007 5 072 127 142 183 299 291 665
2008 5 066 123 141 185 300 290 681
2009 5 050 121 131 190 295 272 700
2010 5 029 119 126 188 304 250 717
2011 5 002 117 122 188 303 237 739
2012 4 968 116 120 184 300 237 740
2013 4 934 114 119 175 303 236 745
2014 4 904 113 118 171 302 248 741
2015 4 881 113 118 169 300 265 731
Jahr 31.12. insgesamt
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 25
Tabelle 14.13: Statistischer Bezirk Kinderhaus-West (63)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 11 711 421 424 657 1 005 438 727
1996 11 610 379 446 657 968 475 763
1997 11 517 399 421 622 995 453 807
1998 11 216 393 397 574 1 001 441 853
1999 11 076 385 376 555 987 461 880
2000 10 826 356 377 512 929 468 900
2001 10 790 351 371 532 908 482 935
2002 10 865 343 380 534 935 527 970
2003 10 983 366 379 516 931 567 991
2004 10 966 336 382 510 893 582 1 049
2005 10 815 314 364 519 818 611 1 103
2006 10 669 310 346 483 791 632 1 143
Prognose
2006 10 738 283 352 488 799 632 1 153
2007 10 684 288 318 482 779 608 1 222
2008 10 619 284 303 465 746 594 1 284
2009 10 546 282 283 448 725 592 1 327
2010 10 470 278 282 422 722 525 1 388
2011 10 390 275 277 404 707 487 1 440
2012 10 305 271 273 390 682 479 1 465
2013 10 229 268 270 375 674 467 1 492
2014 10 172 266 269 373 657 484 1 513
2015 10 138 266 270 372 640 540 1 494
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.14: Statistischer Bezirk Sprakel (68)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 2 893 89 97 143 169 158 253
1996 2 837 73 95 129 176 172 257
1997 2 808 73 80 117 182 159 271
1998 2 810 78 80 121 183 162 292
1999 2 755 70 74 115 189 194 297
2000 2 765 75 71 109 192 171 328
2001 2 736 62 75 99 203 184 345
2002 2 737 63 74 100 197 209 341
2003 2 771 74 76 92 185 219 350
2004 2 744 72 80 105 177 205 379
2005 2 716 68 72 102 171 222 396
2006 2 835 76 86 109 177 211 423
Prognose
2006 2 956 79 97 122 192 212 422
2007 3 061 77 101 143 187 196 438
2008 3 164 78 107 144 207 182 456
2009 3 189 76 98 147 212 174 469
2010 3 270 80 96 154 226 145 488
2011 3 320 81 95 152 237 132 500
2012 3 332 79 93 149 237 131 497
2013 3 342 79 91 143 245 133 496
2014 3 390 83 93 141 248 130 498
2015 3 408 82 93 139 247 142 486
Jahr 31.12. insgesamt
26 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14.15: Statistischer Bezirk Mauritz-Ost (71 )
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 9 795 232 256 311 492 626 1 401
1996 10 038 253 261 336 523 591 1 470
1997 9 954 263 266 338 499 561 1 497
1998 9 939 258 259 360 482 521 1 531
1999 9 909 257 252 361 509 540 1 543
2000 9 890 242 280 335 522 555 1 547
2001 9 789 240 271 351 539 566 1 533
2002 9 780 249 259 341 542 602 1 543
2003 9 837 240 239 343 546 646 1 514
2004 9 690 230 252 338 541 661 1 528
2005 9 601 210 258 337 524 646 1 550
2006 9 795 241 249 350 546 668 1 574
Prognose
2006 9 820 232 265 356 559 658 1 554
2007 9 812 226 255 349 566 620 1 576
2008 9 786 223 236 365 549 584 1 597
2009 9 745 219 230 352 549 548 1 623
2010 9 730 219 226 344 563 506 1 629
2011 9 739 220 229 339 568 473 1 644
2012 9 705 219 228 328 568 465 1 627
2013 9 704 221 231 328 564 457 1 612
2014 9 682 220 231 325 569 458 1 601
2015 9 640 219 229 324 559 468 1 567
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.16: Statistischer Bezirk Gelmer-Dyckburg (76)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 3 370 97 97 152 224 145 275
1996 3 427 99 110 160 207 149 295
1997 3 492 116 108 161 221 142 303
1998 3 487 117 116 163 226 156 313
1999 3 465 111 113 158 241 161 310
2000 3 450 112 116 153 235 173 319
2001 3 413 110 115 137 227 166 330
2002 3 359 100 98 148 230 188 339
2003 3 412 97 110 150 224 186 354
2004 3 333 100 101 143 222 204 359
2005 3 342 83 105 152 223 203 383
2006 3 403 85 93 148 236 213 396
Prognose
2006 3 379 80 98 145 226 215 390
2007 3 382 71 97 139 222 204 413
2008 3 480 79 96 151 237 209 427
2009 3 538 81 97 150 242 203 445
2010 3 558 80 93 148 247 189 462
2011 3 573 81 92 146 249 180 478
2012 3 583 82 91 140 245 173 487
2013 3 592 83 91 138 244 168 500
2014 3 605 84 92 136 245 165 508
2015 3 622 85 93 136 242 183 506
Jahr 31.12. insgesamt
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 27
Tabelle 14.17: Statistischer Bezirk Handorf (77)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 7 028 227 236 344 489 310 512
1996 6 980 209 257 328 479 318 525
1997 6 939 231 239 310 488 346 538
1998 6 865 219 237 305 487 336 586
1999 6 898 205 232 330 500 343 618
2000 6 992 204 248 328 502 371 637
2001 6 998 209 255 318 521 416 671
2002 6 986 190 242 339 500 431 723
2003 7 185 180 243 354 521 478 776
2004 7 257 183 234 361 518 538 830
2005 7 203 163 227 361 503 554 875
2006 7 222 159 212 352 520 554 947
Prognose
2006 7 216 152 203 342 509 553 926
2007 7 393 162 208 323 535 546 960
2008 7 512 171 200 327 545 541 1 002
2009 7 591 172 198 321 544 494 1 079
2010 7 663 176 198 312 557 445 1 118
2011 7 724 178 201 308 559 403 1 161
2012 7 774 181 202 304 552 378 1 180
2013 7 754 178 198 295 533 348 1 205
2014 7 708 176 192 286 522 334 1 223
2015 7 672 175 187 282 507 348 1 206
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.18: Statistischer Bezirk Gremmendorf-Wes t (81)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 4 137 132 151 157 207 204 394
1996 4 128 129 148 171 202 209 406
1997 4 370 152 160 219 241 194 429
1998 4 447 157 176 211 242 187 445
1999 4 518 163 189 221 278 209 452
2000 4 616 154 201 235 283 223 454
2001 4 595 144 195 226 317 228 469
2002 4 696 152 182 267 340 243 468
2003 4 735 145 175 275 347 236 478
2004 4 762 148 187 259 356 232 491
2005 4 788 140 178 266 349 242 508
2006 4 808 155 153 256 360 247 523
Prognose
2006 4 793 127 157 249 369 248 530
2007 4 798 117 146 237 364 237 544
2008 4 792 112 133 227 372 240 551
2009 4 777 110 125 210 371 224 576
2010 4 757 109 117 196 364 199 595
2011 4 816 112 117 188 363 200 617
2012 4 970 122 129 191 360 199 619
2013 5 105 129 139 195 360 202 629
2014 5 244 135 149 202 365 211 639
2015 5 218 130 146 202 354 230 632
Jahr 31.12. insgesamt
28 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14.19: Statistischer Bezirk Gremmendorf-Ost (82)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 5 083 144 134 218 289 271 551
1996 5 102 147 157 206 292 245 572
1997 5 314 191 163 217 314 263 581
1998 5 498 207 209 236 341 260 602
1999 5 719 209 242 274 366 253 639
2000 5 940 216 271 310 390 262 652
2001 6 084 212 285 336 417 271 657
2002 6 082 198 253 363 431 285 676
2003 6 078 155 239 377 456 279 677
2004 5 928 116 205 370 458 290 688
2005 6 075 146 193 350 474 304 699
2006 6 167 166 164 328 512 315 719
Prognose
2006 6 149 155 160 324 508 313 709
2007 6 215 150 156 299 518 300 732
2008 6 241 142 162 271 521 311 737
2009 6 295 145 168 253 510 308 768
2010 6 316 146 162 240 506 286 785
2011 6 507 158 171 248 500 277 802
2012 6 531 156 170 247 471 269 808
2013 6 484 153 166 245 444 256 818
2014 6 445 152 161 239 428 248 837
2015 6 414 152 159 234 418 269 829
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.20: Statistischer Bezirk Angelmodde (86)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 7 900 252 330 410 490 374 695
1996 7 933 274 291 419 510 355 767
1997 7 857 288 256 397 542 345 777
1998 7 885 321 237 401 542 335 787
1999 7 654 270 245 365 553 339 814
2000 7 664 231 264 351 595 337 835
2001 7 629 220 266 298 594 371 843
2002 7 590 222 254 296 568 406 846
2003 7 729 227 214 331 535 442 878
2004 7 623 208 220 309 532 463 896
2005 7 592 211 216 304 517 486 924
2006 7 534 214 224 290 488 493 954
Prognose
2006 7 536 198 224 293 485 492 949
2007 7 497 201 209 284 472 474 981
2008 7 485 200 211 289 464 451 1 019
2009 7 479 200 206 300 469 441 1 049
2010 7 459 198 208 297 471 396 1 084
2011 7 517 201 210 296 482 366 1 114
2012 7 651 207 216 302 488 361 1 130
2013 7 803 214 223 306 496 352 1 149
2014 7 955 220 231 315 509 354 1 170
2015 7 961 218 232 318 514 378 1 161
Jahr 31.12. insgesamt
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 29
Tabelle 14.21: Statistischer Bezirk Wolbeck (87)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 8 154 259 284 325 557 342 605
1996 8 388 267 309 349 571 345 632
1997 8 659 277 317 398 582 354 656
1998 8 756 294 298 419 572 364 684
1999 8 958 293 306 432 596 362 733
2000 8 901 274 311 407 610 387 764
2001 8 931 265 307 376 624 443 836
2002 8 785 246 275 370 607 477 863
2003 8 822 227 249 390 631 536 874
2004 8 710 199 238 415 630 606 905
2005 8 676 210 231 390 627 622 958
2006 8 607 220 225 343 629 641 1 024
Prognose
2006 8 684 204 219 353 623 637 1 012
2007 8 896 218 227 351 630 656 1 053
2008 9 001 206 243 348 624 625 1 117
2009 9 251 221 262 369 634 565 1 202
2010 9 477 231 277 384 663 510 1 258
2011 9 690 239 281 406 679 467 1 319
2012 9 889 246 291 423 682 446 1 365
2013 10 050 251 296 434 690 428 1 389
2014 10 194 254 299 444 702 441 1 405
2015 10 350 259 303 448 724 465 1 398
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.22: Statistischer Bezirk Berg Fidel (91)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 5 895 176 198 250 389 234 617
1996 5 903 170 189 268 390 249 621
1997 5 844 190 189 269 374 257 633
1998 5 798 209 170 264 378 277 633
1999 5 841 252 183 261 382 302 646
2000 5 802 231 199 251 402 310 667
2001 5 827 215 220 252 391 306 708
2002 5 911 202 231 257 409 319 718
2003 5 835 204 217 247 387 340 749
2004 5 796 211 198 254 390 369 757
2005 5 691 169 195 263 375 370 774
2006 5 671 178 188 268 342 371 795
Prognose
2006 5 610 162 187 271 352 374 776
2007 5 551 163 183 248 372 339 801
2008 5 494 167 166 248 368 317 822
2009 5 437 163 158 240 365 290 849
2010 5 382 159 156 229 364 264 860
2011 5 329 156 157 221 361 236 869
2012 5 279 153 153 212 363 239 862
2013 5 238 152 151 205 353 233 863
2014 5 211 151 150 202 348 241 861
2015 5 200 151 151 204 339 248 848
Jahr 31.12. insgesamt
30 Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 20 15
Tabelle 14.23: Statistischer Bezirk Hiltrup-Ost (95 )
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 7 123 193 249 333 525 312 445
1996 7 120 184 244 339 513 318 461
1997 7 263 207 232 357 510 329 509
1998 7 239 208 216 357 525 337 537
1999 7 219 206 214 354 504 355 556
2000 7 148 207 200 321 495 369 585
2001 7 098 201 195 291 511 377 620
2002 7 067 174 208 267 511 417 659
2003 7 047 160 200 248 495 461 695
2004 6 952 170 209 248 485 509 733
2005 6 833 153 175 259 461 570 765
2006 6 780 133 169 251 442 617 786
Prognose
2006 6 839 142 174 253 434 608 795
2007 6 846 135 167 259 408 588 862
2008 6 838 140 159 254 397 562 928
2009 6 818 141 151 239 401 513 997
2010 6 791 142 145 236 403 440 1 070
2011 6 756 142 147 223 404 410 1 119
2012 6 713 142 146 219 397 390 1 148
2013 6 668 143 146 212 395 370 1 171
2014 6 630 143 147 208 392 378 1 178
2015 6 600 144 149 210 377 396 1 167
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.24: Statistischer Bezirk Hiltrup-Mitte ( 96)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 9 363 338 274 279 429 437 950
1996 9 482 320 309 306 423 435 979
1997 9 555 328 302 318 442 428 1 002
1998 9 564 311 301 337 430 417 1 070
1999 9 660 331 278 364 452 451 1 120
2000 9 737 309 302 379 475 467 1 168
2001 9 735 315 288 396 483 496 1 187
2002 9 807 283 290 380 504 546 1 221
2003 9 847 280 289 358 509 590 1 247
2004 9 809 300 266 356 517 639 1 303
2005 9 755 275 260 373 516 689 1 373
2006 9 762 227 273 366 515 707 1 451
Prognose
2006 9 859 265 276 380 540 701 1 390
2007 9 908 253 284 376 570 654 1 434
2008 10 016 255 280 381 602 638 1 467
2009 10 024 248 269 383 612 600 1 515
2010 10 055 245 259 388 617 510 1 574
2011 10 027 240 255 382 625 493 1 597
2012 9 959 235 248 373 623 476 1 590
2013 9 890 230 242 360 619 466 1 595
2014 9 831 228 239 349 617 453 1 596
2015 9 785 226 238 346 607 489 1 561
Jahr 31.12. insgesamt
Stadt Münster – Bevölkerungsprognose 2005 bis 2015 31
Tabelle 14.25: Statistischer Bezirk Hiltrup-West (9 7)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 7 458 301 304 378 575 213 326
1996 8 002 346 326 432 597 208 339
1997 8 143 309 341 441 613 206 353
1998 8 176 301 327 457 633 206 378
1999 8 365 323 343 478 662 214 394
2000 8 543 317 346 480 703 243 407
2001 8 670 310 356 470 731 269 422
2002 8 821 278 352 486 768 320 440
2003 8 934 254 343 495 775 373 469
2004 8 831 221 328 477 752 421 495
2005 8 846 237 285 472 744 468 530
2006 8 860 218 257 455 754 497 562
Prognose
2006 8 935 220 265 462 743 495 583
2007 9 013 224 246 443 731 500 646
2008 9 048 217 253 411 712 488 729
2009 9 157 222 246 398 716 466 800
2010 9 336 233 261 385 733 430 879
2011 9 514 240 271 392 730 414 940
2012 9 599 239 274 401 708 426 988
2013 9 667 239 273 396 704 431 1 040
2014 9 711 238 270 399 694 449 1 071
2015 9 767 240 269 399 682 467 1 093
Jahr 31.12. insgesamt
Tabelle 14.26: Statistischer Bezirk Amelsbüren (98)
Wohnberechtigte Bevölkerung
darunter
0 - < 3 Jahre 3 - < 6 Jahre 6 - < 10 Jahre 10 - < 16 J. 65 - <70 J. 70 J. u. älter
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7)
Ist
1995 5 035 141 155 196 297 308 461
1996 5 039 175 140 200 297 311 481
1997 5 000 146 148 191 292 271 533
1998 5 049 157 155 195 296 278 538
1999 4 978 146 171 182 294 288 567
2000 5 019 160 159 192 297 296 584
2001 5 006 150 148 206 299 312 589
2002 5 053 146 156 215 302 346 588
2003 5 048 134 154 229 287 370 620
2004 5 171 148 171 231 303 377 649
2005 5 449 174 183 249 337 401 684
2006 5 608 192 217 263 362 390 707
Prognose
2006 5 794 173 210 273 389 386 716
2007 5 962 158 212 299 413 369 745
2008 6 108 153 217 299 438 360 779
2009 6 257 156 205 312 469 334 811
2010 6 346 156 192 313 479 277 865
2011 6 379 153 180 301 485 273 876
2012 6 336 147 168 285 472 267 881
2013 6 292 144 158 263 472 247 895
2014 6 255 143 153 245 465 252 893
2015 6 225 143 151 232 453 265 882
Jahr 31.12. insgesamt
32 Bezirksregierung Münster – Bevölkerungsentwicklu ng
Bezirksregierung Münster – Künftige Bevöl-
kerungsentwicklung im Regierungsbezirk
Münster (Bevölkerungsbericht 2005)
Bezirksregierung Münster - Bevölkerungsentwicklung 33
Quelle:
34 Bezirksregierung Münster – Bevölkerungsentwicklu ng
Tabelle 15: Künftigte Bevölkerungsentwicklung im Re gierungsbezirk Münster
Anhang A3-1: Künftige Bevölkerungsentwicklung im Regieru ngsbezirk Münster zu
ausgewählten Zeitpunkten - Variante 'MR00-04V2L'
Einwohner am Index 2004 = 100 %Regions-/
Verwaltungseinheit 31.12.2004 31.12.2020 31.12.2035 31.12.2050 2020 2035 2050
Münster, Reg.bez. 2.624.489 2.546.600 2.390.500 2.123.80 0 97,0 91,1 80,9
Region Emscher-Lippe 1.039.327 931.600 805.300 654.700 89 ,6 77,5 63,0
Region Münsterland 1.585.162 1.615.000 1.585.200 1.469.0 00 101,9 100,0 92,7
Bottrop, krfr. Stadt 119.910 112.700 103.400 91.000 94,0 86 ,2 75,9
Gelsenkirchen, krfr. St. 270.107 228.100 188.600 146.800 8 4,5 69,8 54,3
Münster, krfr. Stadt 270.038 273.000 269.200 257.000 101,1 99,7 95,2
Borken, Kreis 367.457 386.600 392.900 377.000 105,2 106,9 1 02,6
Ahaus, Stadt 38.262 40.000 40.600 38.200 104,6 106,0 99,8
Bocholt, Stadt 73.696 76.800 78.200 76.800 104,3 106,0 104,2
Borken, Stadt 40.999 41.400 40.200 36.400 101,1 98,1 88,9
Gescher, Stadt 17.087 17.700 17.400 15.700 103,6 101,7 92,0
Gronau (Westf.), St. 46.150 49.600 52.800 54.000 107,5 114,4 116,9
Heek 8.293 9.200 9.700 9.300 111,4 116,8 112,3
Heiden 8.107 8.800 8.800 8.100 108,0 108,3 99,5
Isselburg, Stadt 11.258 12.800 13.800 14.000 113,7 122,9 12 4,7
Legden 6.778 7.700 8.200 8.000 113,4 120,4 118,1
Raesfeld 11.166 11.700 11.300 9.700 105,1 100,8 86,7
Reken 14.333 16.100 16.700 16.100 112,2 116,8 112,3
Rhede, Stadt 19.142 21.700 23.600 24.100 113,2 123,4 126,0
Schöppingen 7.427 7.500 7.100 6.000 100,6 95,8 81,2
Stadtlohn, Stadt 20.595 20.800 20.200 18.000 101,1 98,2 87, 5
Südlohn 8.916 9.400 9.300 8.400 105,9 104,5 94,2
Velen 12.861 12.800 12.000 9.800 99,7 93,0 76,5
Vreden, Stadt 22.387 23.800 24.500 23.400 106,2 109,4 104,4
Coesfeld, Kreis 220.984 233.800 235.200 219.800 105,8 106,4 99,5
Ascheberg 15.153 15.200 14.400 12.200 100,0 94,8 80,7
Billerbeck, Stadt 11.553 12.200 12.400 11.700 105,7 107,6 1 01,1
Coesfeld, Stadt 36.729 37.700 37.400 35.100 102,6 101,9 95, 7
Dülmen, Stadt 47.479 49.400 48.500 44.200 104,0 102,1 93,0
Havixbeck 11.961 12.100 11.400 9.700 101,0 95,2 81,1
Lüdinghausen, Stadt 24.053 27.200 29.700 30.400 113,2 123, 4 126,2
Nordkirchen 10.286 10.700 10.400 9.000 104,2 100,7 87,0
Nottuln 20.358 23.900 26.000 26.000 117,4 127,9 127,7
Olfen, Stadt 12.168 14.200 15.300 15.100 116,9 125,8 124,0
Rosendahl 10.977 10.500 9.200 6.700 95,3 83,6 61,1
Senden 20.267 22.100 22.400 21.000 108,8 110,7 103,4
Recklinghausen, Kreis 649.310 590.800 513.400 417.000 91, 0 79,1 64,2
Castrop-Rauxel, St. 77.911 72.200 64.900 55.600 92,6 83,3 71 ,4
Datteln, Stadt 36.652 32.600 27.500 21.200 88,9 75,1 58,0
Dorsten, Stadt 80.116 73.800 62.500 47.900 92,1 78,0 59,7
Gladbeck, Stadt 77.086 71.200 64.000 54.900 92,4 83,1 71,3
Haltern, Stadt 37.806 38.600 38.000 35.400 102,2 100,6 93,7
Herten, Stadt 65.265 55.800 45.100 33.200 85,5 69,0 50,9
Marl, Stadt 91.297 80.000 66.200 50.100 87,6 72,6 54,9
Oer-Erkenschwick, St. 30.341 27.100 22.600 16.600 89,5 74,4 54,6
Recklinghausen, St. 122.627 112.800 100.600 85.600 92,0 82 ,0 69,8
Waltrop, Stadt 30.209 28.000 24.400 19.700 92,5 80,7 65,3
Bezirksregierung Münster - Bevölkerungsentwicklung 35
Noch Anhang A3-1:
Einwohner am Index 2004 = 100 %Regions-/
Verwaltungseinheit 31.12.2004 31.12.2020 31.12.2035 31.12.2050 2020 2035 205 0
Steinfurt, Kreis 443.055 441.400 421.900 377.400 99,6 95,2 85,2
Altenberge 9.831 10.400 10.500 9.500 106,0 106,4 97,0
Emsdetten, Stadt 35.386 34.500 32.200 27.800 97,5 91,1 78,6
Greven, Stadt 35.246 35.200 33.400 29.400 100,0 94,8 83,4
Hörstel, Stadt 19.887 20.900 21.200 19.900 105,0 106,8 100, 3
Hopsten 7.753 8.400 8.800 8.300 108,5 113,1 107,4
Horstmar, Stadt 6.782 6.900 6.600 5.700 101,5 96,6 84,5
Ibbenbüren, Stadt 50.544 52.100 52.000 49.300 103,0 102,8 9 7,6
Ladbergen 6.458 6.600 6.300 5.600 101,9 97,5 86,9
Laer 6.316 5.300 4.000 2.400 83,9 62,9 37,2
Lengerich, Stadt 22.471 22.700 22.600 21.600 101,1 100,6 96 ,2
Lienen 8.855 8.100 6.800 4.900 91,0 76,5 55,3
Lotte 13.643 12.700 11.000 8.400 93,1 80,5 61,5
Metelen 6.446 6.900 6.800 6.100 106,8 105,4 95,1
Mettingen 12.456 11.700 10.400 8.200 94,0 83,6 66,1
Neuenkirchen 13.928 15.200 15.900 15.500 109,3 114,1 111,6
Nordwalde 9.479 9.300 8.500 6.800 98,5 89,5 72,0
Ochtrup, Stadt 19.370 20.100 19.900 18.400 103,6 103,0 94,9
Recke 11.785 11.900 11.500 10.200 101,4 97,8 86,4
Rheine, Stadt 76.241 72.800 66.100 56.100 95,4 86,7 73,6
Saerbeck 6.945 9.000 10.600 11.600 129,2 152,7 167,2
Steinfurt, Stadt 34.555 35.600 35.300 33.200 103,0 102,0 95,9
Tecklenburg, Stadt 9.557 9.000 8.100 6.500 94,5 84,6 68,3
Westerkappeln 11.282 10.600 9.400 7.300 94,4 83,1 64,8
Wettringen 7.839 8.100 7.900 7.000 103,8 101,2 89,3
Warendorf, Kreis 283.628 280.200 266.000 237.900 98,8 93,8 83,9
Ahlen, Stadt 55.322 51.700 46.400 39.400 93,5 83,9 71,3
Beckum, Stadt 37.678 34.700 30.900 25.700 92,2 81,9 68,2
Beelen 6.360 6.800 6.800 6.200 106,7 106,6 96,9
Drensteinfurt, Stadt 15.129 17.200 18.800 19.100 113,9 124 ,4 126,1
Ennigerloh, Stadt 20.671 19.200 16.900 13.600 92,8 81,6 65, 6
Everswinkel 9.583 10.900 11.700 11.700 114,3 122,1 122,0
Oelde, Stadt 29.317 27.700 25.400 22.100 94,6 86,8 75,3
Ostbevern 10.527 12.000 12.900 12.700 113,7 122,3 120,6
Sassenberg, Stadt 14.321 16.700 18.100 18.000 116,3 126,1 1 26,0
Sendenhorst, Stadt 13.296 14.100 14.200 13.400 105,9 106,7 100,9
Telgte, Stadt 19.444 20.000 19.800 18.600 102,7 101,8 95,5
Wadersloh 13.199 13.400 12.600 10.800 101,4 95,2 81,8
Warendorf, Stadt 38.781 37.200 33.700 27.800 96,0 87,0 71,8
Hinweis: Aussagen zu Anhang A3-1 befinden sich in Kapitel 3. 2.1.
Quelle: Landesdatenbank NRW, Fortschreibung des Bevölker ungsstandes, Bevölkerungsbewegungen; eigene
Berechnungen.
Beratungsverlauf (21)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (7)
- Hansaplatz 6
- An der Apostelkirche
- Brüningheide
- Kinderhaus
- Pluggendorf 4
- Neutor 3
- Düesberg 6
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0371/2008/1
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 12.11.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37