Dokumentation zur Konferenz Interkulturelles Köln 2025
Mitteilung Ausschuss 0338/2026 vom 23.03.2026
Stand: Am 27.04.2026 im Ausschuss Schule und Weiterbildung beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/16/162/3 Vorlagen-Nummer 23.03.2026 0338/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 21.04.2026 Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 23.04.2026 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 24.04.2026 Ausschuss Schule und Weiterbildung 27.04.2026 Dokumentation zur Konferenz Interkulturelles Köln 2025 Mitteilung In Köln findet jedes Jahr die Konferenz Interkulturelles Köln (KIK) statt. Eine Steue- rungsgruppe, deren Vertreter*innen in 2016 per Ratsbeschluss (Session-Nr.: 2504/2016) festgelegt wurden, übernimmt zusammen mit dem Kommunalen Integrati- onszentrum (KI) im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln die inhaltlichen Vor- bereitungen, wie z.B. Festlegung Titel und Workshops der Konferenz, Auswahl exter- ner Expert*innen für die fachliche Begleitung etc. Die KIK 2025 fand am 12.11.2025 im Kulturbunker in Köln-Mülheim mit ca. 150 Teil- nehmenden statt. Auf Wunsch der Verwaltung im Einvernehmen mit der Steuerungs- gruppe wurde die Konferenz wie in 2024 mit der Weiterentwicklung des städtischen Konzeptes zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft beziehungsweise unter dem neuen Titel Partizipation in der postmigrantischen Stadtgesellschaft verknüpft. Das Konferenzthema lautete entsprechend „Von der integrativen zur postmigranti- schen Gesellschaft – Gemeinsam Wege gestalten!“. Bürgermeisterin Derya Karadag eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, Tuğba Tekkal (Ex-Fußballspielerin des 1. FC Köln) gab einen fachlichen Input, der mit ihrer eigenen Geschichte eng verknüpft war. Eine umfangreiche Dokumentation mit den Ergebnissen aus den Workshops ist der Mitteilung als Anlage beigefügt. Mit diesem Link kann die Konferenz direkt auf YouTube angeschaut werden. Anlage: Dokumentation KIK 2025 Gez. Burmester -
Anlage 1 - Dokumentation KIK 2025
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Amt für Integration und Vielfalt Kommunales Integrationszentrum Frau Delonge Telefon: (0221) 221 31116 E-Mail: anne.dolonge@stadt-koeln.de Dokumentation Konferenz Interkulturelles Köln 2025 „Von der integrativen zur postmigrantischen Gesellschaft – Gemeinsam Wege gestalten!“ Mittwoch, 12.11.2025 im Kulturbunker Köln-Mülheim Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 2 Inhalt Seite: Vorwort 3 Grußwort der Bürgermeisterin Derya Karadag 5 Aktueller Stand der Weiterentwicklung „Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft“, Vorstellung durch Sevinç Topal, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums 5 Input Tu ğba Tekkal 6 Workshops zu den Handlungsfeldern: Bildung 8 Gesundheit 10 Arbeit 12 Wohnen 13 Podiumsgespräch zu den Ergebnissen der Workshops 1 5 Ausblick von Bettina Baum, Leitung des Amtes für Integration und Vielfalt 16 Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 3 Vorwort Das Kommunale Integrationszentrum im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln richtet jedes Jahr die Konferenz Interkulturelles Köln (KIK) aus . Die Konferenz trägt seit Jahren dazu bei, Akteur*innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft zu vernetzen und Impulse für eine nachhaltige Zusammenarbeit in den Bereichen Migration und Integration zu setzen. Am 12.11.2025 fand sie unter dem Titel „Von der integrativen zur postmigrantischen Gesellschaft – Gemeinsam Wege gestalten!“ im Kulturbunker Köln-Mülheim statt. Über 40% der Kölner*innen haben eine internationale Familiengeschichte. Die Repräsentation dieser Kölner*innen in der Politik, in Leitungspositionen der Verwaltung oder in den Bereichen Kultur, Sport oder der Wohlfahrtspflege ist deutlich geringer. Auf dem Weg von einer integrativen zu einer postmigrantischen Gesellschaft müssen Ein- und Auswanderung als wichtige gesamtgesellschaftliche Elemente gesehen werden, die es anzuerkennen und zu besprechen gilt. In einer postmigrantischen Gesellschaft wird die Notwendigkeit erkannt, dass Regeln und Strukturen neu gestaltet und Ressourcen nachholend (also postmigrantisch) gerecht verteilt werden müssen (Quelle: Naika Foroutan „Die postmigrantische Gesellschaft“). 2011 wurde das Kölner „ Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft “ veröffentlicht. Im Fokus der Fachveranstaltung steht die Frage: Wie sollte eine Stadtgesellschaft, in der alle Kölner*innen gut leben können, aussehen? Die Ergebnisse der Konferenz 2024 konnten bereits in die Weiterentwicklung des bestehenden Konzeptes einfließen. Auch in diesem Jahr sollen Erkenntnisse aus den Workshops für das Konzept genutzt werden. Ein herzlicher Dank geht an die durch Beschluss des Rates der Stadt Köln implementierte Steuerungsgruppe . Dieses Gremium setzt sich zusammen aus Vertreter*innen des Integrationsrates, des Runden Tischs für Integration, verschiedener Institutionen wie BAMF und Ausländerbehörde sowie Vertreter*innen Interkultureller Zentren der Stadt und Kölner Integrationsagenturen. Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 4 Dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) ist es als Veranstalterin der Konferenz wichtig, dass die KIK ein sicherer und diskriminierungssensibler Ort für alle Teilnehmenden ist. Um dies zu ermöglichen, wurde die Konferenz auch in diesem Jahr von einem Support-Team begleitet. Zum Support-Konzept gehörten ein „Safer Space“ als Rückzugs- und Schutzraum für Konferenzteilnehmer*innen of Color und ein „Irritationsraum“ als Möglichkeit zur Reflektion für Konferenzteilnehmer*innen ohne eigene Rassismuserfahrungen. Die Veranstaltung wurde durch Gebärdensprachdolmetscher*innen der Firma „Manos“ unterstützt. Durch die Veranstaltung führte Moderatorin Prasanna Oommen. Gebärdendolmetscherinnen; C. Ehrchen©Stadt Köln Prasanna Oommen; C. Ehrchen©Stadt Köln Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 5 Grußwort der Bürgermeisterin Derya Karadag Die Bürgermeisterin stellt fest, dass wir in einer vielfältigen Gesellschaft leben und dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, Erfahrungen und Hintergründen unser Zusammenleben gestalten. Sie betont, dass diese Vielfalt eine Stärke ist – sie uns aber auch vor neue Fragen stellt. Man müsse gemeinsam darüber sprechen, wie wir Zusammenhalt in dieser Vielfalt gestalten können und die Frage stellen, was es bedeutet, Integration neu und darüber hinaus zu denken? Bürgermeisterin Derya Karadag; C. Ehrchen©Stadt Köln Link zum vollständigen Grußwort der Bürgermeisterin: https://youtu.be/Owi4ZwQFLLA Aktueller Stand der Weiterentwicklung „Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft“, Vorstellung durch Sevinç Topal, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums Sevinç Topal fasst für die Teilnehmenden die Ergebnisse der Vorstudie zur Weiterentwicklung des o.g. Konzeptes zusammen. Im Wesentlichen sind das die folgenden Punkte: - In den Leitlinien zur Entwicklung des neuen Konze ptes sollen zwei Querschnittsthemen als zentral angesehen werden: Gesellschaftliche Teilhabe und Abbau von Diskriminierungen. - Acht bis zehn Handlungsfelder werden für das Konz ept als angemessen angesehen. Ein besonders wichtiges Handlungsfeld könnte „ Bildung “ sein. Mit Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 6 diesem Handlungsfeld sollte bei der Entwicklung von Handlungsschritten begonnen werden. - Stakeholder, also am Prozess Beteiligte oder Betr offene, sollten in verschiedenen Gremien, die sich mit der Weiterentwicklung des Konzeptes befassen, einbezogen werden. Dies sind Vertretende aus der Verwaltung, der Politik, der Sozialen Arbeit, von zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Betroffenengruppen. - Zu den Gremien gehören beispielsweise eine Aufbau gruppe, eine Handlungs- feldgruppe und eine zentrale Koordinierung. - Das entstehende neue Konzept sollte einen anderen Titel erhalten: „Partizipation in der postmigrantischen Stadtgesellschaft “. Leiterin Kommunales Integrationszentrum, Sevinç Topal; C. Ehrchen©Stadt Köln Input von Tu ğba Tekkal Tu ğba Tekkal ist Menschenrechtsaktivistin und ehemalige Profifußballerin (u.a. 1.FC Köln). Gemeinsam mit ihren Schwestern gründete sie die Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help und die Bildungsinitiative German Dream. 2016 gründete Tu ğba Tekkal das Empowerment- und Sportprojekt SCORING GIRLS*, das die Teilhabe junger Frauen und Mädchen durch den Fußball stärken soll, unabhängig von Herkunft, Religion oder sozioökonomischem Status. Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 7 Tu ğba Tekkal berichtet in ihrem Vortrag über hindernde und fördernde Faktoren für ihren Lebensweg: Hindernd seien in jedem Fall Menschen wie z.B. eine Lehrerin gewesen, die bei mehreren Gelegenheiten betonte, dass sie – Tu ğba Tekkal – nie dazu gehören werde, egal, wie sie sich anstrenge. Fördernd hingegen waren andere Erwachsene, die sie gestärkt hätten und eher ihre Persönlichkeit als ihre Herkunft gesehen hätten. Der Fußball sei in ihrem Fall auf jeden Fall ein sehr wichtiges förderndes Element gewesen, weil hier nur die sportliche Performance zähle und nicht wo jemand herkomme. Menschen mit internationaler Geschichte seien ein Mehrwert für die Gesellschaft. Die Repräsentanz dieser Gruppe müsse gestärkt werden . Sie forderte die Zuhörenden auf, den Boden dafür zu bereiten und immer wieder in einen Wertedialog zu gehen und die Gleichzeitigkeit von verschiedenen Meinungen auszuhalten. Integration dürfe nicht das Ende, das Ziel sein, sie sei lediglich der Anfang für gesellschaftsverändernde Prozesse. Sie wünsche allen ein gutes Maß an Zivilcourage und dass wir uns immer fragen: „In welcher Welt wollen wir leben?“ Tu ğba Tekkal; C. Ehrchen©Stadt Köln Link zum vollständigen Input von Tu ğba Tekkal: https://youtu.be/aTaMzE_Q0ho Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 8 Workshops zu den Handlungsfeldern: 1. Bildung, 2. Gesundheit, 3. Arbeit, 4. Wohnen Das Kernelement einer jeden KIK ist der themenbezogene Diskurs und die Arbeit in den Workshops. Die Größe der vier Workshops umfasst ein Teilnehmendenfeld von ca. 20-25 Personen je Workshop. Für die Arbeit in den Workshops standen den Teilnehmenden 2 Stunden Zeit zur Verfügung. In diesem Jahr erfolgte die Arbeit in den Workshops erneut im Kontext der Weiterentwicklung des städtischen Integrationskonzeptes. Zu den vorgegebenen Handlungsfeldern „Bildung“, „Gesundheit“, „Arbeit“ und „Wohnen“ wurden die gleichen Fragestellungen behandelt: a) Welche Fokusbereiche gehören zum jeweiligen Handlungsfeld? b) Warum sind diese Fokusbereiche wichtig für das j eweilige Handlungsfeld? c) Welche kommunalen Einflussmöglichkeiten gibt es, um das Handlungsfeld in Richtung Chancengerechtigkeit/ postmigrantische Gesellschaft weiterzuentwickeln? (bzw. welche Grenzen sind/wären hinderlich?). Zusatzfrage: Was muss im Hinblick auf eine postmigrantische Gesellschaft in den Fokusbereichen entwickelt werden, um - Zugänge und Partizipation allen Kölner*innen zu ermöglichen - die Potenziale aller Kölner*innen bestmöglich zu nutzen? Die Ergebnisse der Workshops sollen in die Weiterentwicklung des Konzeptes „Partizipation in der postmigrantischen Stadtgesellschaft“ (alter Titel des Konzeptes: „Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft“) einfließen. Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 9 1. Handlungsfeld Bildung (Moderation: Hanim Ezder u nd Amena Afzali, BfmF e.V.) Welche Fokusbereiche gehören zum Handlungsfeld Bildung ? Die Teilnehmenden fokussieren sich nach einer umfangreichen Untergliederung von Bildungsbereichen (allgemein, formell, non-formell, politisch, demokratisch, sprachlich, kommunikativ, digital, medienbezogen, kulturell, religiös, gesundheits- und körperbezogen) auf die nachfolgenden Bereiche: - Formelle Bildung - Politische Bildung - Kulturelle Bildung - Außerschulische- und Jugendbildung - Erwachsenenbildung Warum sind diese Fokusbereiche wichtig für das Handlungsfeld Bildung? Formelle Bildungswege (z.B. frühkindliche Bildung, Schulpflicht) gelten als entscheidende Grundlage für Teilhabe in einer postmigrantischen Gesellschaft. Der Aspekt der Chancengleichheit ist den Teilnehmenden dabei besonders wichtig . Die Gruppe identifizierte politische Bildung als essenziell für Demokratie, Teilhabe und gesellschaftliche Stabilität. Politische Bildung leistet einen Beitrag zur Radikalisierungsprävention, was besonders relevant für Jugendliche und vulnerable Gruppen ist. Kultur wird als Schlüssel der Verständigung (Empathie, Reflexion) gesehen sowie als Bereich, in dem Spaß, Motivation und Kreativität zentrale Zugänge darstellen. Kunst und Musik bieten niedrigschwellige Ausdrucksformen, die „jeder Mensch erreichen kann“. Dabei ist Sprache Teil von Identität und kulturellem Ausdruck. Außerschulische und Jugendbildung ist wichtig, weil sie Räume schafft und jungen Menschen ermöglicht, ihre Persönlichkeit zu entfalten. Dabei werden ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen gestärkt. Es werden Themen aufgegriffen, die im formellen Bildungssystem kaum stattfinden. Die Teilnehmenden befinden, dass auch Erwachsenenbildung von Bedeutung ist. Sie sichert Chancen in der Berufswelt durch Qualifikationen, sie stärkt das Selbstbewusstsein und trägt zur gesellschaftlichen, sozialen und politischen Teilhabe bei. Dabei ist für sich wandelnde Arbeits- und Lebensanforderungen ein lebenslanges Lernen notwendig Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 10 Welche kommunalen Einflussmöglichkeiten gibt es, um das Handlungsfeld Bildung in Richtung Chancengerechtigkeit/ postmigrantische Gesellschaft weiterzuentwickeln? Für alle Fokusbereiche gilt, dass die Kommune sichere und diskriminierungsfreie Räume schaffen und die Zusammenarbeit sowie Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteur*innen der Bildungslandschaft stärken kann. Die Kommune kann im Rahmen politischer Beschlüsse und gesicherter Finanzierung Strukturen und Projekte von Kooperationspartner*innen finanziell fördern. Dies trägt zur Verlässlichkeit der Bereitstellung von Angeboten der Träger bei. Die Kommune kann zudem Wissen vermitteln und die Bedeutung von Sprache als Ressource nutzen. Was muss im Hinblick auf eine postmigrantische Gesellschaft in den Fokusbereichen entwickelt werden, um Zugänge und Partizipation allen Kölner*innen zu ermöglichen und um die Potenziale aller Kölner*innen bestmöglich zu nutzen? Über die zuvor genannten Einflussmöglichkeiten der Kommune hinaus gehören auch die Entwicklung von Standards und Formaten für junge Menschen sowie niedrigschwellige und sprachsensible Bildungsarbeit in den Stadtteilen, Empowermentangebote und (politische) Dialogräume, in denen Menschen voneinander lernen und die für Selbstorganisationen geöffnet werden können. Kooperationen zwischen Schulen, Kulturstätten und migrantischen Organisationen sollten gegründet/ausgebaut werden. Mehrsprachigkeit muss systematisch gefördert, alle Ansätze sollten ganzheitlich und lebensweltorientiert weiterentwickelt werden. 2. Handlungsfeld Gesundheit (Moderation: Kira Lenze n und Marcus Böhmer, Caritas Therapiezentrum für Menschen nach Flucht und Folter Köln) Welche Fokusbereiche gehören zum Handlungsfeld Gesundheit ? Zum Handlungsfeld Gesundheit gehören nach Auffassung der Teilnehmenden die Fokusbereiche: - Prävention - Information zur Gesundheitsversorgung multilingua l - Kommunikation und Begleitung - Ausbildung/Weiterbildung Gesundheitsberufe - Empowerment Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 11 Warum sind diese Fokusbereiche wichtig für das Handlungsfeld Gesundheit? Die Teilnehmenden sprechen hier insbesondere über Haupteinflussfaktoren , die die Teilhabe am Handlungsfeld „Gesundheit“ beeinflussen und welche Bedingungen erfüllt sein müssten, um Teilhabe zu ermöglichen. Der Risikofaktor Armut beeinflusst dabei in entscheidender Weise die Themen Ernährung, die psychische Gesundheit und den Faktor Wohnen. Um Teilhabe zu ermöglichen, müsste nach Auffassung der Gruppe die 3-Klassen-Medizin abgeschafft werden. Angebote müssten erhalten und erweitert, Präventionsmaßnahmen, z.B. Vernetzung, zur Vermeidung von Einsamkeit ergriffen werden. Bezahlbarer Wohnraum könnte dazu beitragen, den Risikofaktor Armut zu vermindern. Welche kommunalen Einflussmöglichkeiten gibt es, um das Handlungsfeld Gesundheit in Richtung Chancengerechtigkeit/ postmigrantische Gesellschaft weiterzuentwickeln? Hier werden z.B. die folgenden Punkte genannt: - Bürokratieabbau - Fortlaufende Bedarfsanalyse durch Bürgerbefragung - Vernetzung fördern - Einfache Sprache nutzen - Fortlaufende Sensibilisierung aller Beteiligten z .B. der Mitarbeitenden zum Thema postmigrantische Gesellschaft - Kundenorientierung - Finanzierungssicherheit/Planbarkeit erreichen - Digitalisierung im Gesundheitswesen Was muss im Hinblick auf eine postmigrantische Gesellschaft in den Fokusbereichen entwickelt werden, um Zugänge und Partizipation allen Kölner*innen zu ermöglichen und um die Potenziale aller Kölner*innen bestmöglich zu nutzen? Um Zugänge/Partizipation zu ermöglichen, wäre von Bedeutung: - Sprach -und Kulturmittlung - Digitale Hilfsmittel (DocLip mehrsprachig mit Hil fe künstlicher Intelligenz) - Berufliche Anerkennung ausländischer Abschlüsse - Ausbau der Versorgungslandschaft Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 12 - Transkulturelle kultursensible Weiterbildung In Bezug auf die Nutzung von Potenzialen wurde u.a. genannt: - Sprachbarrieren und institutionelle Diskriminieru ng abbauen - Bildungsabschlüsse anerkennen - Ehrenamtliche Unterstützer*innen fördern - Politische Partizipation fördern 3. Handlungsfeld Arbeit (Moderation: Markus Geis, J ama Nyeta gGmbH., Katharina Schück, Migrafrica gGmbH) Welche Fokusbereiche gehören zum Handlungsfeld Arbeit ? Die nachfolgenden Fokusbereiche werden den Bereichen a) „Verwaltung/Politik“ und b) „Operative Soziale Arbeit“ zugeordnet: - Politische und rechtliche Rahmenbedingungen (a) - Zugänge und Arbeitsbedingungen (a) - Anerkennung Bildungsabschlüsse/Berufserfahrung (a ) - Verwaltung & Bürokratie, Bewerbungsprozesse (a) - Bildung, Sprache und Gesundheit (b) - Soziale Netzwerk (b) - Rassismuskritik & Diversity (b) - Vereinbarkeit von Familie & Beruf (b) Warum sind diese Fokusbereiche wichtig für das Handlungsfeld Arbeit? Eine gut funktionierende und kompetente Verwaltung wird hier als „Ermöglicher“ genannt, z.B. bei der Anerkennung von Abschlüssen. Diversität wird dabei als Ressource eingeordnet. Die Fokusbereiche haben Einfluss auf Chancengleichheit bei Zugängen zu unterstützenden Strukturen. Menschenwürde und Antidiskriminierung sind dabei Grundvoraussetzungen. Welche kommunalen Einflussmöglichkeiten gibt es, um das Handlungsfeld Arbeit in Richtung Chancengerechtigkeit/ postmigrantische Gesellschaft weiterzuentwickeln? Die Kommune kann dafür Sorge tragen, dass: - die Quote für Menschen mit internationaler Famili engeschichte in Führungspositionen/ in Ausbildung erhöht wird und diese Menschen gezielt gefördert werden Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 13 - politische Partizipation gefördert wird - Träger, Interkulturelle Zentren auskömmlich finan ziell unterstützt werden - Verwaltungsprozesse vereinfacht/erleichtert werde n (Entbürokratisierung) - Entscheider*innen (verpflichtend) diversitätssens ibel und antirassistisch geschult werden - Verwaltung nach außen als Vorbild wahrgenommen wi rd - Mehrsprachigkeit und leichte Sprache ermöglicht w erden Was muss im Hinblick auf eine postmigrantische Gesellschaft in den Fokusbereichen entwickelt werden, um Zugänge und Partizipation allen Kölner*innen zu ermöglichen und um die Potenziale aller Kölner*innen bestmöglich zu nutzen? Die Gruppe ist sich über die Bedeutung folgender Aspekte einig: - Anerkennung einer postmigrantischen Realität - Rassismuskritik und Diversity als Querschnittsthe men in der Regelstruktur - Sichtbarkeit von Angeboten/Netzwerken/Strukturen - Gleichberechtigter Zugang zum Arbeitsmarkt, unabh ängig vom Aufenthaltstitel - Kommunales Wahlrecht für alle, die hier in Köln w ohnen - Repräsentation und Mitentscheidung von/ Perspekti venvielfalt durch Menschen mit internationaler Familiengeschichte - Abschaffung von Sprachhierarchien - Mehrsprachigkeit und Transkulturalität als Kompet enz 4. Handlungsfeld Wohnen (Moderation: Hans Oster, R under Tisch für Integration) Welche Fokusbereiche gehören zum Handlungsfeld Wohnen ? - Zugänge - ÖPNV / Mobilität - Bezahlbarer Wohnraum - Wohnumfeld / Nachbarschaft - Arbeit der Behörden - Wohnraumbedarfsdeckung - Rechtlicher Schutz von Mietenden - Infrastruktur Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 14 Die Teilnehmenden sind sich einig, die Fokusbereiche: „Zugänge“, „Bezahlbarer Wohnraum“, „Arbeit der Behörden“ und „Infrastruktur“ näher zu betrachten. Nur diese Fokusbereiche waren Gegenstand der nachfolgenden Fragen. Warum sind diese Fokusbereiche wichtig für das Handlungsfeld Wohnen? Auch wenn „ Zugänge “ in allen Workshops und Handlungsfeldern als Querschnittsthema mit betrachtet werden sollten, war es den Teilnehmenden wichtig, das Thema als eigenen Fokusbereich zu definieren. Im Resümee ging es dabei hauptsächlich um den Aspekt der Chancengleichheit für alle Kölner*innen. In der Praxis haben insbesondere Menschen mit geringem Einkommen oder mit nicht- deutschem Namen erheblich schlechtere Chancen, den Zuschlag für eine Mietwohnung zu erhalten als Menschen mit nachweisbar besserem Einkommen und/oder anzunehmender deutscher Herkunft. Nicht genügend vorhandener bezahlbarer Miet-Wohnraum birgt großen sozialen Sprengstoff. Im Umkehrschluss trügen ausreichend vorhandene und bezahlbare Mietwohnungen dazu bei, soziale Spaltungen zu verhindern und die Demokratie zu stützen. Die service- und bedarfsorientierte Arbeit der Behörden wird als Grundvoraussetzung für alle Fokusbereiche im Handlungsfeld „Wohnen“ betrachtet. Die Aspekte „Vermeidung von Leerständen“ und „Erhalt von Wohnraum“ sind für die Teilnehmenden insbesondere von Bedeutung. In Fokusbereich Infrastruktur werden insbesondere ÖPNV-Anbindung, Schulen, Kitas und ein gutes Wohnumfeld als Punkte genannt. Wohnen sei mehr als „ein Dach über den Kopf“. Wohnen und Leben sind Teilhabevoraussetzungen. Welche kommunalen Einflussmöglichkeiten gibt es, um das Handlungsfeld Wohnen in Richtung Chancengerechtigkeit/ postmigrantische Gesellschaft weiterzuentwickeln? Bei dem Thema Zugang zu Behörden gibt es Möglichkeiten der Kommune, z.B. die Sicherstellung analoger Zugangsmöglichkeiten für ältere Menschen. Ebenso wären unterstützende digitale Assistent*innen hilfreich für die Online-Kommunikation mit der Verwaltung. Ein anderer Aspekt wäre eine (verbesserte) Zusammenarbeit der Stadt Köln mit Akteur*innen der Wohnungswirtschaft. Für mehr bezahlbaren Wohnraum müssten mehr Flächen für die Bebauung von Mietwohnraum von der Kommune ausgewiesen werden. Insbesondere der öffentlich Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 15 geförderte Wohnungsbau sollte gesteigert werden. Die Mietpreisbremse kann ein wirksames Instrument darstellen, damit Mieten nicht oder nur angemessen weiter ansteigen. Zu prüfen wäre, ob die Stadt Köln eine eigene Wohnungsbaugesellschaft mit neuen innovativen Ansätzen gründen könnte. Für eine verbesserte Arbeit der Behörden befanden die Teilnehmenden, dass eine neue (Fehler-)Kultur des Arbeitens aufgebaut und etabliert werden müsste, bei der es um kreative, innovative Lösungen (z.B. Wohnungstauschkonzepte) geht. Konkret müssten aufenthaltsrechtliche Vorgänge und Verfahren schneller bearbeitet und durchgeführt werden. In Infrastruktur -Planungsprozessen müsste eine ÖPNV-Anbindung frühzeitig und umfassend mitgedacht werden, das betrifft insbesondere Busanbindungen in weiter außerhalb gelegener Wohngebiete. Was muss im Hinblick auf eine postmigrantische Gesellschaft in den Fokusbereichen entwickelt werden, um Zugänge und Partizipation allen Kölner*innen zu ermöglichen und um die Potenziale aller Kölner*innen bestmöglich zu nutzen? Für alle Fokusbereiche gilt, dass Menschen mit internationaler Familiengeschichte motiviert werden sollten, sich in Gremien einzubringen und mitzuwirken und es ein Ziel sein muss entsprechende Zugangshürden abzubauen. Die Schaffung von neuen Dialogformaten und -räumen, um Ungerechtigkeiten gemeinsam zu begegnen, ist ein einvernehmlicher Wunsch der Teilnehmenden. Es müsse ein neues WIR-Gefühl in der Gesellschaft entstehen, z.B. in Bürgerkonferenzen. Podiumsgespräch zu den Ergebnissen der Workshops Die Moderationen der Workshops berichteten von der Arbeit und den Ergebnissen in den jeweiligen Workshops. Link zum Podiumsgespräch : https://youtu.be/fk4_mSzJEg0 Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 16 Ausblick von Bettina Baum, Leitung des Amtes für Integration und Vielfalt Leitung Amt für Integration und Vielfalt, Bettina Baum; C. Ehrchen©Stadt Köln Bettina Baum bedankt sich bei allen Teilnehmenden und Mitgestaltenden der Konferenz. Sie informiert abschließend über die nächsten Schritte bei der Weiterentwicklung des Integrationskonzeptes mit dem neuen Titel: „ Partizipation in der postmigrantischen Stadtgesellschaft “. Sie betont, wie wichtig die Ergebnisse der KIK-Workshops im letzten und in diesem Jahr für die Weiterentwicklung des Konzeptes seien. In die Vorstudie konnten bereits die Ergebnisse aus 2024 einfließen; die Ergebnisse der diesjährigen Workshops werden insbesondere bei der Entwicklung der Handlungsfelder des Konzeptes mitberücksichtigt. Mit dem Handlungsfeld Bildung wird bei der Entwicklung von ersten Handlungsschritten begonnen. Acht bis zehn Handlungsfelder werden für das Konzept insgesamt als angemessen angesehen. Derzeit läuft ein Ausschreibungsverfahren . Gesucht wird ein erfahrenes Institut, welches den weiteren Prozess der Konzeptentwicklung mit begleitet. Danach kann mit der Arbeit in den neu zu gründenden Gremien begonnen werden. Beispielsweise soll es eine zentrale Koordinierungseinheit geben, sowie eine Aufbaugruppe und eine Handlungsfeldgruppe. Das Amt für Integration und Vielfalt wird regelmäßig über den aktuellen Sachstand der Weiterentwicklung des Integrationskonzeptes informieren. Dokumentation der Konferenz Interkulturelles Köln am 12.11.2025 17 Die Konferenz wurde musikalisch begleitet von Sidiki Coulibaly. Sidiki Coulibaly; C. Ehrchen©Stadt Köln
Beratungsverlauf
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21.04.2026
Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
TOP 5.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
23.04.2026
Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren
TOP 5.3.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
27.04.2026 zuletzt
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 8.6, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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