V/0253/2020
Trägervergabe für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf, Bezirk Südost
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Anlage_10.1_Villa_Luna_Bewerbung_York_Kaserne
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& N, , VILLA (Luna Su zu Bilinguale Kinderlagesstätten Villa Luna Kindertagesstätten gemeinnützige GmbH Am Flachsbach 19 - 52223 Stolberg Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Frau Elisa Tigger / Frau Stefanie Sroka 48127 Münster Stolberg, 17.03.2020 Bewerbung um die Trägerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf — Ausschreibungsnummer 04/19 Konzeptionelle Unterlagen Villa Luna Kindertagesstätten GmbH Sehr geehrte Frau Tigger, sehr geehrte Frau Sroka, in der Anlage übersenden wir Ihnen folgende Unterlagen zur Konzeption zur Bewerbung um den Betrieb einer Kindertagesstätte auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf mit der Ausschreibungsnummer 04/19: - Pädagogische Rahmenkonzeption zum Betrieb von Kindertagesstätten - Ernährungskonzept - Kinderschutzkonzept - eine Kopie des Bewerbungsanschreiben und - eine Kopie der verbindlichen Zusage des Trägeranteils Diese Unterlagen hat Ihnen unsere Frau Vieira-Mykoniatis bereits am 29.01.2020 per E-Mail zukommen lassen. Das Original des Bewerbungsschreibens wurde Ihnen zudem per Post zugestellt. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vielen Dank. Herzliche Grü Anlagen Villa Luna gemeinnützige GmbH Am Flachsbach 19 : 52223 Stolberg - T +49 24 02 124460 - F +49 24 02 1244610 » info@villaluna.de - www.villaluna.de Geschäftsführung: Dr. Jürgen Reul - Sitz der Gesellschaft Aachen - Amtsgericht Aachen : HRB 15405 Sparkasse Aachen - IBAN DE55 3905 0000 1070 3845 06 - BIC AACSDE33XXX
Anlage_5.2_Fröbel_Konzept_York_Kaserne
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Bewerbung zur Überlassung der Betriebsträgerschaft
für eine viergruppige Kindertagesstätte auf dem
Gelände der ehemaligen York-Kaserne in Münster
Zeichen: 51.10.0113 / 51.10.0114
Ausschreibungsnummer 04/19
27.01.2020
FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH
Geschäftsstelle Nordrhein-Westfalen
Komödienstraße 18-24
50667 Köln
Internet: www.froebel-gruppe.de
Ihre Ansprechpartner bei FRÖBEL sind:
Oliver Just, Leiter Projektentwicklung und Vertrieb Region West
Komödienstraße 18-24
50667 Köln
Telefon 0221 29 99 42 71
just@froebel-gruppe.de
Normann Stricker, Geschäftsleiter Region Westfalen-Lippe-Ruhr
Lippstädter Straße 46
48155 Münster
Telefon 0251 71 84 960
normann.stricker@froebel-gruppe.de
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Der FRÖBEL e.V. betreibt über die Tochtergesellschaft FRÖBEL Bildung und Erziehung ge-
meinnützige GmbH mittlerweile rund 185 Einrichtungen in zehn Bundesländern. In einem
stetigen Prozess entwickelt FRÖBEL innovative Wege, um Kindern und ihren Familien das
beste Angebot für Bildung, Erziehung und Betreuung zu bieten. Im Mittelpunkt all unseres
Handelns stehen dabei das Wohl des Kindes und die optimale Förderung seiner Entwick-
lung. Zugleich sind die Unterstützung von Familien und die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf wesentliche Ziele. Unseren Ansatz, qualitat iv hochwertige Bildungseinrichtungen
für Kinder anzubieten, setzen wir bisher in 68 Kindergärten in NRW um. Von diesen 68
Einrichtungen sind neunzehn als Familienzentren zertifiziert.
Gern möchten wir unser Angebot durch die Übernahme der Trägerschafft der neuen
Kindertagesstätte auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne in Münster erweitern.
Von besonderer Attraktivität für die Stadt Münster dürfte dabei unsere langjährige Erfah-
rung in der Betreuung von Kindern, unsere an die Bedürfnisse der Familien flexibel anzu-
passende Öffnungszeiten sowie unsere durchgängige Betreuung auch in der Ferienzeit
sein.
Für den Start einer neuen Einrichtung in Münster steht ein Expertenteam aus unserem
pädagogischen, planerischen und kaufmännischen Bereich zur Verfügung. Sie über-
nehmen vor Ort die Aufgaben, die im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur In-
betriebnahme anfallen. Unterstützt von den Bereichen Komm unikation und Marketing
sowie der Rechtsabteilung in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin werden die Personalak-
quise und der Abschluss von Arbeitsverträgen vorbereitet. Für die Aufnahme der Kinder
stehen rechtzeitig Betreuungsverträge und sämtliche Mittel für die Elternkommunikation
zur Verfügung. Um die besonders herausfordernde Anfangszeit beim Aufbau einer Kin-
dertageseinrichtung reibungslos zu gestalten, setzt FRÖBEL ferner auf die professionelle
Begleitung durch die interne Fachberatung. Die Teams erhalten außerdem die Möglich-
keit und Unterstützung, eine gemeinsame inhaltliche Orientierung auf Grundlage der
FRÖBEL-Rahmenkonzeption (siehe Beilage FRÖBEL -Rahmenkonzeption), des FRÖBEL -
Leitbilds (siehe Beilage FRÖBEL-Leitbild) und der FRÖBEL-Standards zu erarbeiten. Zur Un-
terstützung in fachlichen Fragen und Verwaltungsabläufen steht der Leitung und dem
Team ein inhaltlich vielfältig aufgestelltes Beraterteam zur Verfügung. Dabei kann so-
wohl auf regionale Unterstützung aus dem Büro in Münster als auch auf Unter stützung
aus der Hauptgeschäftsstelle in Berlin zurückgegriffen werden.
In der folgenden Bewerbung finden Sie eine Vorstellung von FRÖBEL als Träger und In-
formationen zu unserem pädagogischen Konzept, im Anhang eine Angabe zum Finan-
zierungsrahmen, einen Ausschnitt aus dem FRÖBEL-Haustarifvertrag und eine Referenz-
liste sowie als Beilage unsere FRÖBEL-Rahmenkonzeption (Anlage 1), das FRÖBEL-Leitbild
(Anlage 2) und unser Leporello „FRÖBEL als Arbeitgeber“ mit einem Überblick der be-
sonderen Leistungen für Mitarbeiter*innen (Anlage 3). Für Rückfragen stehen wir jeder-
zeit zur Verfügung und freuen uns auf Ihre Rückmeldung.
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Inhalt
1 Trägerhintergrund .............................................................................................................. 4
1.1 Organisation und Struktur .......................................................................................... 4
1.2 FRÖBEL als Träger ........................................................................................................ 4
1.3 Trägerkonzeption ........................................................................................................ 4
2 Fachlichkeit ........................................................................................................................ 6
2.1 Rahmenkonzept, Zielgruppen, Ziele der Entwicklung ........................................... 6
2.1.1 Bezug zu Friedrich Fröbel ......................................................................... 6
2.1.2 Was Bildung für uns ist .............................................................................. 6
2.1.3 Umsetzung des nordrhein-westfälischen Bildungsprogramms .......... 7
2.1.4 Partizipation .............................................................................................. 8
2.1.5 Beobachtung und Dokumentation ....................................................... 8
2.1.6 Alltagsintegrierte Sprachförderung und bilinguale Erziehung ........... 9
2.2 Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Gender ............................ 9
2.3 Gesundheitsförderung ............................................................................................. 11
2.4 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ............................................... 12
2.5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft .................................................................. 13
2.5.1 Gestaltung von Übergängen ............................................................... 14
2.6 Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen ............................... 15
2.6.1 Interne Selbstevaluation ....................................................................... 16
2.6.2 Externe Evaluation ................................................................................. 17
2.6.3 Fachberatung ........................................................................................ 17
2.6.4 Mitarbeiter*innenbefragung ................................................................ 17
2.6.5 Elternbefragung ..................................................................................... 17
2.6.6 Personalmanagement .......................................................................... 18
2.6.7 Kinderschutz ............................................................................................ 19
3 Finanzmanagement ........................................................................................................ 21
4 Finanzierung ..................................................................................................................... 21
4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag .......................................................................................... 23
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1 Trägerhintergrund
1.1 Organisation und Struktur
Der FRÖBEL e.V., anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im PARITÄTI-
SCHEN Wohlfahrtsverband, betreibt über seine FRÖBEL Bild ung und Erziehung gemei n-
nützige GmbH bundesweit rund 185 Krippen, Kindergärten und Horte sowie Einrichtun-
gen im Bereich Hilfen zur Erziehung. Bei uns betreuen 3.700 Mitarbeiter*innen rund 16.500
Kinder in Kindertageseinrichtungen in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg,
Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig -Holstein sowie in
Australien und Polen. Durch die Unterschiede im Hinblick auf Bildungspläne, Sozial-
räume, unterschiedliche Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund und verschie-
dene kulturelle Bezüge haben wir vielfältige Erfahrungen in der Umsetzung und Gewähr-
leistung pädagogischer Qualität im Rahmen institutioneller Betreuung von Kindern.
1.2 FRÖBEL als Träger
Als erfahrenes gemeinnütziges Unternehmen wissen wir um die Herausforderungen, die
sich im Aufbau neuer Kindertages einrichtungen und in der Übernahme einer Träger-
schaft – konzeptionell und organisatorisch – ergeben. Auf der Grundlage unseres päda-
gogischen Profils und unseres Unternehmensleitbilds ist es für uns selbstverständlich, dass
wir alle beteiligten Akteure in diesen Aufbauprozess einbinden.
Die Verwaltung von FRÖBEL ist in vielerlei Hinsicht erfahren. Allen Einrichtungen steht ein
professionell aufgestelltes, internes und interdisziplinäres Beraterteam aus dem pädago-
gischen, kaufmännischen und juristischen Bereich zur Verfügung.
Bei der Übernahme einer Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte auf dem Gelände
der ehemaligen York-Kaserne in Münster wird diese in die Region Westfalen-Lippe-Ruhr
eingegliedert. Alle buchhalterisch notwendigen Abrechnungen sowie die Umsetzung
der landesspezifischen Bildungsschwerpunkte w erden durch die Geschäftsleitung und
Fachberatung vor Ort sowie Mitarbeiter*innen der Hauptgeschäftsstelle in Berlin sicher-
gestellt und koordiniert. Neben Verwaltungsaufgaben wie der Elternbeitragsverwaltung,
Lohnabrechnung, Mittelverwaltung und dem Controlling gibt es in der Hauptgeschäfts-
stelle auch eine zentrale fachliche Beratung, Qualitätssicherung und Fortbildungsorga-
nisation. Ebenso stellt FRÖBEL als Träger die Fach- und Dienstaufsicht über das Personal
sicher.
Mit dieser Einbindung des Kindergartens in unsere Trägerstruktur sowie unserer langjähri-
gen Erfahrung als Träger von Kindertageseinrichtungen können wir verbindlich zusichern,
die landesspezifische Gesetzgebung sowie sämtliche Vorgaben hinsichtlich der Abrech-
nungssysteme zu erfüllen.
1.3 Trägerkonzeption
Ein ausgeprägtes fachliches Profil ist für FRÖBEL als Träger und für jed e FRÖBEL-Einrich-
tung ausschlaggebend, um eine verlässliche und qualitativ hohe Bildung, Erziehung und
Betreuung für alle Kinder anzubieten und sicherzustellen. Das Profil einer Kindertagesein-
richtung bei FRÖBEL bewegt sich dabei im Spannungsfeld von Gemein samkeit auf der
einen und Individualität auf der anderen Seite.
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Die Gemeinsamkeit aller FRÖBEL -Einrichtungen ist gekennzeichnet durch einen fachli-
chen Orientierungsrahmen, der verschiedene verbindende Elemente beinhaltet. Ne-
ben der Umsetzung der durch die Länder vorgegebenen Bildungsprogramme, für Ein-
richtungen in Münster, die „Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kinder-
tagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen“, geben die FRÖ-
BEL-Rahmenkonzeption (siehe Beilage FRÖBEL-Rahmenkonzeption) und das Leitbild von
FRÖBEL (siehe Beilage FRÖBEL-Leitbild) eine inhaltliche Orientierung für die pädagogi-
sche Arbeit. Das Leitbild setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Unternehmens-
leitbild, dem Führungsleitbild und dem pädagogischen Leitbild. Das pädagogische Leit-
bild stellt dabei das Herzstück unserer Pädagogik dar. Es betont die Rechte von Kindern
im pädagogischen Alltag in allen FRÖBEL-Einrichtungen. So ist es unser oberstes Ziel, Kin-
der bei ihren Bildungs- und Entwicklungsprozessen zu begleiten, sie im Wahrnehmen ihrer
Rechte zu unterstützen und sie in den Einrichtungen durch gemeinsame Aushandlungs-
prozesse ihren Alltag mitgestalten zu lassen.
Einen weiteren Orientierungsrahmen gibt der Nationale Kriterienkatalog „Pädagogische
Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze/Viernickel, 2016). Zudem werden
in neun FRÖBEL-Standards praxisnahe Qualitätskriterien formuliert, die den pädagogi-
schen Fachkräften in allen FRÖBEL -Einrichtungen nicht nur eine fachliche Orientierung
in der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder geben, sondern gleichzeitig ein Leis-
tungsversprechen gegenüber den betreuten Kindern und ihren Familien darstellen. Der-
zeit werden mit den FRÖBEL -Standards folgende Themen abgedeckt: Übergänge, Be-
obachtung und Dokumentation, Qualitätsentwicklung , Zusammenarbeit mit Familien,
gesunde Ernährung, Beziehung, Individualisierung, Partizipation sowie Ausstattung.
Die Individualität einer FRÖBEL-Einrichtung ist einerseits durch die unterschiedlichen So-
zialräume und die verschiedenen Menschen, die in der Einrichtung aufeinandertreffen,
und andererseits durch ihre eigenen konzeptionellen Ausrichtungen geprägt . So kann
eine FRÖBEL-Einrichtung ihr Profil mit dem Fokus auf bilingualer Erziehung oder Musik, Be-
wegung, Medien oder ande re Bildungsthemen ausbilden. Das individuelle Profil orien-
tiert sich dabei an den Interessen der Kinder und ihrer Familien, dem standortspezifischen
Bedarf und den Schwerpunktthemen der pädagogischen Fachkräfte und wird in der
Einrichtungskonzeption festgeschrieben.
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2 Fachlichkeit
2.1 Rahmenkonzept, Zielgruppen, Ziele der Entwicklung
2.1.1 Bezug zu Friedrich Fröbel
Der FRÖBEL e.V. und seine Tochtergesellschaft, die FRÖBEL Bildung und Erziehung ge-
meinnützige GmbH, tragen den Namen jenes Pädagogen, der Begründer des Kinder-
gartens und einer anthropologischen Pädagogik der frühen Kindheit war – Friedrich Frö-
bel. Seine Pädagogik der frühen Kindheit, eine kindzentrierte und auf das Spiel begrün-
dete Pädagogik mit dem Blick auf die Ganzheitlichkeit des Kindes, ist neben den Auf-
fassungen anderer Reformpädagogen Ausgangspunkt aktueller wissenschaftlicher For-
schung.
In der Tradition Friedrich Fröbels stehend, betrachten wir Bildung als eine aktive Tätigkeit,
bei der sich das Kind die Welt selbstständig aneignet. Bildung ist ein lebenslanger Prozess,
der von der Initiative und Eigenaktivität des Menschen angetrieben wird. Bildungs pro-
zesse sind somit Selbstbildungsprozesse, in denen Ich-, Sozial- und Sachkompetenzen er-
worben werden. Die Ganzheitlichkeit in der Bildung, also die Bildung der Sinne sowie die
Bildung des Körpers, des Geistes und der Gefühle, verhilft den Kindern zu eine r ästheti-
schen und kognitiven Grundbildung, die für ein sensibles Empfinden der Umwelt und für
das Zusammenleben in der Gesellschaft notwendig ist.
2.1.2 Was Bildung für uns ist
Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bildung und Entwicklung und ein Recht da-
rauf, dass sie auf diesem Weg begleitet und unterstützt werden. Sie gestalten ihre Bil-
dungsprozesse aktiv, indem sie mit ihrer Umgebung und den Menschen um sich herum
in Kontakt treten und die Welt mit allen Sinnen entdecken und erforschen. Auf diesem
Weg eignen sie sich die Welt selbstständig an und entwickeln so ihre eigene Persönlich-
keit.
Wir verstehen kindliche Bildung als einen Prozess, der sowohl die Entwicklung sozialer und
emotionaler Kompetenzen als auch das Ausbilden motorischer, sprachlicher und kogni-
tiver Fähigkeiten umfasst. Bildungsprozesse von Kindern sind komplexe und ganzheitliche
Prozesse, an denen Sinnesorgane, Körper, Sprache, Gefühle, Denken und Erinnerung
beteiligt sind.
Von übergeordneter Bedeutung ist dabei das Spiel der Kinder. In diesem eignen sie sich
die Welt an, setzen sich in sozialen Prozessen mit anderen Kindern auseinander und ent-
decken oder erproben ihre eigenen Fähigkeiten. Die pädagogischen Fachkräfte sorgen
dafür, dass die Kinder ihre Spielumgebung, ihre Spielpartner*innen und auch die unter-
schiedlichsten Spielmaterialien frei wählen können. Sie setzen sich mit den Spielideen
der Kinder auseinander und nutzen diese für ihre pädagogischen Planungen.
Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen vertraut und ihnen etwas zugetrau t wird,
dann gewinnen sie Sicherheit, sich Unbekanntem zuzuwenden und sich in neuen Situa-
tionen und immer wieder anderen Konstellationen zurechtzufinden. Sie erleben so ihre
Stärken und Möglichkeiten und gestalten mithilfe anderer Kinder und erwachsener Be-
zugspersonen ihre eigenen Bildungsprozesse. Aus diesem Grund sehen unsere pädago-
gischen Fachkräfte ihre Aufgabe darin, auf die Kinder abgestimmte Bildungsanlässe und
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Lernsituationen zu schaffen und so jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung zu un-
terstützen.
In unseren Kindertageseinrichtungen schaffen wir auf der Basis von drei Prinzipien die
notwendigen Voraussetzungen, damit Bi ldungs- und Entwicklungs prozesse angeregt
und begleitet sowie die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen und aufgegriffen wer-
den. Diese sind: Beziehung als Prinzip, Individualisierung als Prinzip sowie Partizipation als
Prinzip. Die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie entsprechend ihrer
Persönlichkeit ihre Erfahrungen mitgestalten können, wie er nst sie ge nommen werden
und mitbestimmen können, das alles sind für uns bedeutsame Faktoren in der Bildung,
Erziehung und Betreuung von Kindern (für eine ausführliche Erklärung siehe Beilage FRÖ-
BEL-Rahmenkonzeption S. 12 ff.).
2.1.3 Umsetzung des nordrhein-westfälischen Bildungsprogramms
Die Bildungsgrundsätze von Nordrhein-Westfalen geben der Bildungsarbeit in unseren
Kindertageseinrichtungen in Nordrhein -Westfalen einen verbindlichen Orientierungs -
und Bezugsrahmen und definieren ein gemeinsames Bildungsverständnis.
Die zehn Lernbereiche und Erfahrungsfelder,
▲ Bewegung,
▲ Körper, Gesundheit und Ernährung,
▲ Sprache und Kommunikation,
▲ Soziale und (inter-)kulturelle Bildung,
▲ Musisch-ästhetische Bildung,
▲ Religion und Ethik,
▲ Mathematische Bildung,
▲ Naturwissenschaftlich-technische Bildung,
▲ Ökologische Bildung,
▲ Medien,
werden nicht losgelöst voneinander betrachtet, sondern finden sich verzahnt miteinan-
der im pädagogischen Alltag wieder. Gemeinsam mit den Kindern planen die pädago-
gischen Fachkräfte Aktivitäten und Projekte und setzen diese – immer basierend auf den
Themen und Interessen der Kinder – um.
Durch eine anregend gestaltete Umgebung haben Kinder die Möglichkeit, sich vielfälti-
gen Themen und Materialien zu widmen. Liebevoll gestaltete Räumlichkeiten sprechen
die Sinne an, regen Aktivitäten an und fördern damit kindliche Bildungs - und Entwick-
lungsprozesse. Bei der Gestaltung der Räume wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwi-
schen Bewegungs-, Ruhe-, Begegnungs- und Rückzugsorten geachtet. Sie sind immer
wieder durch Kinder und Fachkräfte veränderbar, sodass eine flexible Nutzung möglich
ist.
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2.1.4 Partizipation
Kinder werden von Anfang an als eigenständige und kompetente Persönlichkeiten
wahrgenommen und respektiert. Das bedeutet, dass ihnen zugetraut wird, eigene Ent-
scheidungen zu treffen, sich offen und neugierig zu bewegen, damit sie die Welt aktiv
kennenlernen. Weiterhin werden sie ermutigt, sich aktiv in die Gemeinschaft der Kinder-
tageseinrichtung einzubringen. Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, Kinder in
ihrer Entwicklung zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen herauszufinden, welche Ent-
scheidungsprozesse auch für die jüngsten Kinder entwicklungsangemessen sind.
Kinder sollen die Erfahrung machen, dass ihre Rechte, wie sie in der UN-Kinderrechtskon-
vention beschrieben sind, anerkannt und gelebt werden, denn nur so entwickeln sie
Vertrauen in ihre eigenen Kräfte, lernen sich selbst, aber auch die Bedürfnisse und Wün-
sche anderer zu achten und wachsen auf diesem Weg ganz selbstverständlich in de-
mokratische Strukturen hinein.
In der Gemeinschaft einer Kindertageseinrichtung ist es alltäglich, dass viele verschie-
dene Kinder viele unterschiedliche Sachen wollen oder auch nicht wollen. Es gilt immer,
situationsabhängig abzuwägen, was geht oder nicht geht, auszuhandeln, ggf. Alterna-
tiven anzubieten, gemeinsame Regeln zu formulieren, zu erklären und zu begründen.
Damit Kinder mitbestimmen können, bieten sich vielfältige Möglichkeiten an. Grundsätz-
lich lässt die Gestaltung des pädagogischen Alltags überall die Mitbestimmung der Kin-
der zu – z. B. bei der Wahl der Aktivitäten, der Gestaltung der Mahlzeiten, der Vorberei-
tung und Durchführung besonderer Aktivitäten (Projekte, Ausflüge, Feiern u.v.m.). Dar-
über hinaus haben alle Kinder die Möglichkeit, sich z. B. in Erzähl - und Morgenkreisen
oder in so genannten Kinderkonferenzen bzw. Kinderparlamenten einzubringen.
2.1.5 Beobachtung und Dokumentation
Verschiedene Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren sind das Handwerks zeug
pädagogischer Fachkräfte, um Entwicklungsverläufe und Bildungsprozesse der Kinder
zu erfassen und auf dieser Grundlage die pädagogische Arbeit (Raum- und Materialge-
staltung, Tagesablauf, Angebote, Projekte etc.) gemeinsam mit den Kindern zu planen
und ggf. zu verändern.
Jedes Kind erhält außerdem seine eigene Bildungsdokumentation, di e es aktiv mit ge-
stalten kann. Sie besteht aus Beobachtungen, Fotos, Zeichnungen und vielem mehr. Ein
solches Portfolio macht im Sinne eines „Buch des Kindes“ individuelle Bildungs- und Lern-
prozesse für Kinder und Erwachsene sichtbar und unterstützt die Entwicklung lernmetho-
discher Kompetenzen, da die K inder so ihren eigenen Lernfort schritt selbst beurteilen
können. Die Bildungsdokumentation kann außerdem für Gespräche mit Familien genutzt
werden und dient zur Veranschaulichung der Entwicklung des Kindes.
Um die pädagogische Arbeit transparent zu gestalten, werden verschiedene Doku -
mentationsformen zur Visualisierung des pädagogischen Alltags, wie z. B. Dokumentati-
onswände und Schaukästen, genutzt, in denen aktuelle und vergangene Aktivitäten
der Kinder anhand von Fotos und Beschriftungen dargestellt werden.
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2.1.6 Alltagsintegrierte Sprachförderung und bilinguale Erziehung
Sprachliche Kompetenzen sind eine Schlüsselqualifikation in der Bildung von Kindern. Sie
sind entscheidend, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen und um andere
zu verstehen. Sprachbildung und -förderung ist somit eine grundlegende Aufgabe von
Tageseinrichtungen – sowohl für Kinder mit deutscher als auch für Kinder mit nicht-deut-
scher Familiensprache. Im Sinne einer alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung
wird das gesamte Geschehen in der Einrichtung als sprachanregendes Setting genutzt.
Dies trägt zu einer erfolgreichen Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompe-
tenzen von Kindern bei. Pädagogische Fachkräfte begleiten Alltagssituationen als
sprachliche Vorbilder, initiieren Gespräche, stellen weiterführende Fragen, hören Kin-
dern zu und greifen ihre Themen und Interessen sprachlich auf. Auch die Gestaltung von
Räumen durch Schriftzüge, Bezeichnungen von Gegenständen und die Darbietung von
Büchern sind wichtige Elemente der alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung.
Um die sprachlichen Kompetenzen von Kindern zu erweitern, unterstützt FRÖBEL weiter-
hin den frühzeitigen Kontakt zu einer Fremdsprache. Diese ist dabei in das ganzheitliche
Konzept von alltagsintegrierter Sprachbildung und -förderung eingebettet. Neben der
bewussten sprachförderlichen Ausgestaltung des Alltags in deutscher Sprache wird eine
weitere Fremdsprache in das pädagogische Geschehen eingebunden. Voraussetzung
dafür ist, dass unter den pädagogischen Fachkräften Muttersprachler*innen der jeweili-
gen Fremdsprache der Einrichtung sind. So findet der Kontakt mit ein er Fremdsprache
nicht durch isolierte Programme statt, sondern ist in den Alltag der Kinder integriert.
Durch die sie umgebende Fremdsprache kommen die Kinder ganz selbstverständlich in
Kontakt mit dieser. Entscheidend dafür ist, dass Kinder durch die Gestaltung des Alltags
selbst beeinflussen können, wie intensiv sie mit der Fremdsprache in Berührung kommen.
Damit stärken wir die Selbstwirksamkeit und Freude der Kinder beim Sprachenlernen.
Denn nur wenn Kindern die Möglichkeit gegeben wird, selbstständig zu entscheiden und
ihren Interessen nachzugehen, werden Bedingungen für Selbstbildungsprozesse von Kin-
dern geschaffen.
2.2 Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Gender
FRÖBEL nimmt die Verantwortung wahr, allen Kindern die bestmögliche Bildung, Er zie-
hung und Betreuung zukommen zu lassen. Kindertageseinrichtungen bieten als erste Bil-
dungsinstitutionen die Möglichkeiten des gemeinsamen Aufwachsens und Lernens von
Kindern. Uns als Träger sowie unseren pädagogischen Fachkräften kommt damit bei der
Überwindung von Benachteiligungen, Ungleichheit und Ausgrenzung und der Erhöhung
von Chancengleichheit in der Teilhabe von Kindern an Bildung und Gesellschaft eine
große Bedeutung zu.
Inklusive Pädagogik ist die konzeptionelle Grundlage unserer Arbeit. Damit schließen wir
uns den im Index für Inklusion formulierten Kernaussagen und den international aner-
kannten Prinzipien der UN -Kinderrechtskonvention an. Heterogenität als Lebensrealität
in all ihren Erscheinungsformen bedeutet für den Alltag in unseren Kindert ageseinrich-
tungen Individualität in Bezug auf soziale und ökonomische Lebenslagen, das Ge-
schlecht, die ethnisch-kulturelle Herkunft und Sprachen, auf körperliche, emotionale und
kognitive Fähigkeiten und Voraussetzungen von Kindern. In allen FRÖBEL -Einrichtungen
ist deshalb das pädagogische Handeln orientiert an den unterschiedlichen Bedürfnissen
und Ressourcen von Kindern und damit sehr individuell abgestimmt. Handlungsleitend
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sind dabei Erkenntnisse aus strukturierten Bildungs - und Entwicklungsbeobachtungen,
die bei uns alle pädagogischen Fachkräfte durchführen und in entsprechenden Doku-
mentationen nachhalten. Über eine enge Bildungs - und Erziehungspartnerschaft mit
den Familien erfahren wir Besonderheiten über das Kind und seine Lebensumwelt, die
dann in den Prozessen innerhalb der Einrichtung berücksichtigt werden. Im Beratungsfall
steht Familien und Kindern sowie Mitarbeiter*innen ein FRÖBEL-internes Beratungssystem
zur Verfügung. Zudem ist der Kontakt zu örtlichen Stellen der Kinder- und Jugendhilfe ein
fester Bestandteil bei FRÖBEL, um im Bedarfsfall gemeinsam passgenaue Hilfe - und
Handlungspläne zu erstellen.
Als weltoffener und international aktiver Träger von Kindertageseinrichtungen kommen
bei FRÖBEL Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Nationali täten, Kulturen, Ethnien
und Religionen zusammen. Kinder mit Migrationshintergrund sind selbstverständlicher Teil
der Kindergruppe. Das Verständnis, dass alle Kinder und ihre Familien gleichwertig und
gleichberechtigt in ihren Bedürfnissen betrachtet werde n, bedeutet für die Einrichtung
und die Fachkräfte, nicht aus Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung Unterschiede
zu leugnen, sondern fordert dazu auf, sich Unterschiede bewusst zu machen und auch
als relevant für Bildungs - und Lernprozesse einzelne r Kinder anzuerkennen. Wir achten
sensibel darauf, ob die Tatsache der Migrationsgeschichte (des Kindes bzw. der Familie)
den Zugang des Kindes zu Bildung und Erziehung erschwert. Sollte Kindern z. B. aufgrund
ihrer nicht-deutschen Familiensprache die Teilhabe an Bildungsinhalten erschwert sein,
findet eine gezielte alltagsintegrierte Sprachförderung statt, um Faktoren von Benach-
teiligung (präventiv) entgegenzuwirken. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit den
Kindern über verschiedene Kulturen und Religionen sprechen, sodass sie diese kennen-
lernen. Darüber hinaus erleben die Mädchen und Jungen bei uns unterschiedliche Tra-
ditionen, beispielsweise durch das Feiern von Festen wie Ostern, Weihnachten oder dem
Zuckerfest. Die in der Einrichtung vertretenen Familiensprachen bzw. Sprachen im Allge-
meinen werden an Wänden, als Beschriftungen von Gegenständen oder in mehrspra-
chigen Büchern aufgegriffen. Durch diese Elemente werden Kinder und Erwachsene für
verschiedene Weltanschauungen sensibilisiert und glei chzeitig in ihren interkulturellen
Kompetenzen gefördert.
Es geht uns darum, Mädchen und Jungen alle Aktivitäten zu ermöglichen, sie dabei zu
unterstützen, sich in ihrer Geschlechtsentwicklung zurechtzufinden und eine positive Ge-
schlechtsidentität herauszubilden. Dabei werden ganz bewusst weder Mädchen noch
Jungen von Aktivitäten ausgeschlossen, sondern explizit aufgefordert, sich zu beteiligen,
sich auszuprobieren und Dinge zu wagen. Unsere pädagogischen Fachkräfte sind an-
gehalten, sich mit ihrer eigenen Haltung und möglicherweise vorhandenen Vorurteilen
auseinanderzusetzen und diese ggf. zu überwinden. Mädchen und Jungen haben nicht
nur die gleichen Rechte, sondern dürfen sich auch spielerisch mit der Rolle des jeweils
anderen Geschlechts auseinandersetzen. Selbstverständlich ist bei uns „erlaubt“, dass z.
B. Jungen Mädchenkleider oder Mädchen Anzüge und Krawatten anziehen, das Spiel
mit Puppen ablehnen und es vorziehen, Fußball zu spielen etc. Weiterhin unterstützen
unsere Fachkräfte sensibel und aufmerks am Mädchen und Jungen darin, handlungs-
kompetent, konflikt- und entscheidungsfähig zu sein bzw. zu werden. Sie werden darin
begleitet und unterstützt, eine eigenständige, selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln
und sich Freiräume zu schaffen, in denen sie Eigenständigkeit entwickeln und neue Er-
fahrungen erleben können. Im Bereich „Soziale und emotionale Entwicklung“ werden
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im Nationalen Kriterienkatalog zudem Kriterien zur Entwicklung einer resilienten Persön-
lichkeit beschrieben, die die geschlechtssensible Bildung, Erziehung und Betreuung von
Kindern untermauern.
2.3 Gesundheitsförderung
Eine lebensweltbezogene und ganzheitliche Gesundheitsförderung ist eine zentrale Auf-
gabe in unseren Kindertageseinrichtungen und hat zum Ziel, die individuellen Ressour-
cen eines Kindes, einer Familie und des pädagogischen Personals zu stärken. Ein ganz-
heitlicher Ansatz von Gesundheitsförderung beinhaltet u. a. Bewegungs - und Ernäh-
rungserziehung sowie die Förderung von Resilienz und Unfall-, Gewalt- und Suchtpräven-
tion.
Bewegung hat in dieser Hinsicht in der Entwicklung der Kinder einen besonderen Stellen-
wert, denn es besteht ein enger Zusammenhang zwischen psychischem und physi-
schem Wohlbefinden, der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und dem Beherrschen mo-
torischer Abläufe. Eine zentrale Aufgabe ist es daher, Kindern sowohl in den Innenräu-
men als auch auf dem Außengelände großzügige und anregende Bewegungsräume
für Spiele und motorische Aktivitäten zur Verfügung zu stellen.
Für Kinder sind Entspannung und Erholung wichtige V oraussetzungen für ihr Wohlbefin-
den und ihre Gesundheit. Kinder brauchen hier zum einen Unterstützung bei der Stress-
regulation in der Interaktion mit der Bezugsperson und zum anderen Ruheräume und
verschiedenste Schlafmöglichkeiten entsprechend ihren individuellen Schlaf- und Rück-
zugsbedürfnissen. Im pädagogisch geführten Angebot bieten Sinnesübungen, Ge-
schichten etc. den Kindern einen Raum, ihre eigene Körperwahrnehmung zu entwickeln
und Selbstregulation der eigenen Gefühle zu erlernen.
Unsere Ernährungsk onzeption sieht für die Kinder eine ausgewogene, altersentspre-
chende hochwertige Ernährung vor, die sich an den Empfehlungen der Deutschen Ge-
sellschaft für Ernährung orientiert. Dabei werden die unterschiedlichen ethnischen und
religiösen Hintergründe der Kinder und ihrer Familien berücksichtigt sowie den Ki ndern
im Bedarfsfall Allergiker gerechte Mahlzeiten angeboten. Als Getränke stehen Tafelwas-
ser und ungesüßte Früchtetees zur Verfügung. Um direkten Einfluss auf die Zubereitung
der Speisen zu haben, gehen wir davon aus, dass eine Frischküche vorgesehen ist. Essen
und Trinken ist aber viel mehr als bloße Nahrungsaufnahme, denn die Atmosphäre, die
die Kinder während der Mahlzeiten erleben, beeinflusst ihre Ernährungsgewohnheiten
und ihre Fähigkeit, etwas zu genießen. Der Einbezug der Eltern durch Informationsveran-
staltungen, Aushänge und Mitmachaktionen unterstützt die Zusammenarbeit und er-
höht die Chancen, dass im familiären Alltag Aspekte der Gesundheitsförderung inte-
griert werden. Erklärtes Ziel im Rahmen des Kinderschutzes ist es, Kinder zu schützen, Miss-
handlungen und Vernachlässigung vorzubeugen und proaktiv zu handeln. FRÖBEL hat
dazu ein eigenes Kinderschutzkonzept (siehe auch Abschnitt Kinderschutz) entwickelt
und geht damit weit über die üblichen St andards hinaus (§ 8a SGB VIII). Wichtiger Be-
standteil des FRÖBEL-Kinderschutzkonzepts ist die fortlaufende Qualifizierung und Sensi-
bilisierung der pädagogischen Fachkräfte und die Bildung regionaler Kinderschutz-
teams. Außerdem gibt es eine klare Positionierung zur Prävention als eine Notwendigkeit,
Kinder wirksam vor Gefahren zu schützen.
Um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Personals in FRÖBEL-Einrichtungen zu stär-
ken, wurde ein eigenes Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement entwi-
ckelt. Dieses beinhaltet u. a. eine Arbeitszeitentlastung ab dem 56. bzw. 61. Lebensjahr
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der Mitarbeiter*innen. Weiterhin gehören dazu diagnostische Methoden wie Mitarbei-
ter*innenbefragungen und Gefährdungsbeurteilungen, eine ergonomische Ausstattung
des Arbeitsplatzes, betriebsärztliche Untersuchungen zur Impfprophylaxe sowie Arbeits-
schutzberatungen, Betriebsvereinbarungen zum Wiedereingliederungsmanagement
sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, tariflich vereinbarte Zeiten für die mittel-
bare pädagogische Arbeit sowie trägerinterne Fortbildungsangebote.
2.4 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner
FRÖBEL ist bundesweit Mitglied im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband, nutzt das Netz-
werk und profitiert durch die Trägervielfalt des Dachverbandes. Die Vernetzung im und
die Einbindung in den Sozialraum sowie die direkte Zusammenarbeit mit der Stadt Müns-
ter sind uns äußerst wichtig. FRÖBEL betreibt bereits erfolgreich eine Einrichtung in Müns-
ter, den FRÖBEL Kindergarten Am Emmy-Herzog-Platz. Weitere Einrichtungen sind derzeit
im Bau (Kindergarten Landsberger Straße-geplante Eröffnung Q1 2020) oder in Planung
(Sonnenstraße und Zentrum-Nord). Vor diesem Hintergrund kann eine enge Vernetzung
mit den bereits bestehenden und künftigen FRÖBEL-Einrichtungen etabliert werden.
Unter Berücksichtigung der FRÖBEL -Standards bieten sich im Sozialraum viele Möglich-
keiten, Kindern verschiedenste Lern- und Entwicklungsangebote zu offerieren.
Kooperationen mit Kindergärten und Schulen im York-Quartier
Die künftige Einrichtung wird auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadt-
teil Gremmendorf von der Wohn- und Stadtbau GmbH errichtet. Die Kita ist Bestandteil
der Quartiersentwicklung. Im künftigen York-Quartier wird Wohnraum für rund 6.000 Men-
schen entstehen, damit einhergehend werden weitere Kindergärten und Schulen errich-
tet, mit denen FRÖBEL Kooperationen anstrebt.
Pädagogischer Schwerpunkt
Neben den zehn verankerten Bildungsbereichen der „Grundsätze zur Bildungsförderung
für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in
Nordrhein-Westfalen“ wird ein Themenschwerpunkt in den Mittelpunkt der pädagogi-
schen Arbeit rücken, dass sich wie ein roter Faden im täglichen Geschehen in der Kin-
dertageseinrichtung zeigt. Aufgrund der Lage der Einrichtung plant FRÖBEL an dieser
Stelle den Schwerpunkt „(Gemeinschaft) bauen und (Lebenswelten) konstruieren“. Die
Entstehung eines ganz neuen Quartierts für rund 6.000 Menschen ist eine besondere Her-
ausforderung. Es ist eine riesige Baustelle in verschiedenen Dimensionen, sowohl Häuser
als auch Infrastruktur müssen neu (auf) gebaut werden . Für die hinzuziehenden Men-
schen bedeutet es aber auch sich einen neuen sozialen und kulturellen Lebensmittel-
punkt aufzubauen. Daran ist der Kindergarten, als Ort der Begegnung von Familien, als
kommunikativer Schnittpunkt von Lebens- und Alltagsthemen der Eltern und Kinder und
als verlässlicher Fixpunkt in einer sich wandelnden und entwickelnden Umgebung einen
entscheidenden Anteil haben. Die unterschiedlichen Dimensionen, die das Thema
„Bauen und Konstruieren“ im Kontext der Quartiersentwicklung haben kann, werden
auch in der Ausstattung der Einrichtung sowie im p ädagogischen Alltag beispielsweise
bei der Projektarbeit im Fokus stehen. Hierzu gehört ein gut ausgestatteter Bau - und
Werkraum mit vielfältigen Werkzeugen und Materialien von Holz bis Tonfeld. Aber auch
Gestaltungsmöglichkeiten und Anregungen z.B. durch Baupläne, Grundrisse, Bildbände
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über Architektur, sowie die entsprechende Ausstellungsfläche, um die Bauwerke prä-
sentieren zu können. Ein Architekturmodell des neuen Quartiers könnte gute Gesprächs-
anlässe mit den Kindern und ihren Eltern bieten. Hierbei steht die Frage im Vordergrund:
„Was entsteht wo?“ In verschiedenen Projekten dokumentieren die Kinder die Entwick-
lung des Quartiers. Zusätzlich wird den Kindern ein Raum zur eigenen Gestaltung und
Ausstattung überlassen und temporär von diesen in ihren jeweiligen Wunschraum umge-
baut.
Ausbau eines Netzwerks
Die neue Einrichtung plant ein starkes Netzwerk aufzubauen, um die soziale Dimension
der Quartiersentwicklung aufzugreifen und zu unterstützen. Die gewünschte Projektar-
beit mit den Eltern und in Kooperation mit den anderen, ebenfalls teils neuen Kinderta-
gesstätten trägt zu einem Zusammenwachsen der vielen neuen Mitbürger im Quartier
bei. Wie stellen sich die Kinder ihr Quartier eigentlich vor? Was fehlt ihnen? Wo halten sie
sich gerne auf? Wo tref fen sie sich zum Spielen außerhalb der Kindergartenzeit? Ge-
meinsam mit den Kindern der anderen Einrichtungen entdecken die Kinder ihre neue
Umgebung und haben vielleicht sogar die Möglichkeit, diese mitzugestalten. Ganz
nach dem Prinzip der Partizipation i st ein Aufbau eines Kinderparlaments und der Kon-
takt zur lokalen Politik denkbar, um auch langfristig Einfluss und Mitspracherecht bei der
Quartiersentwicklung zu haben. Über das Jahr ergeben sich immer wieder Gelegenhei-
ten, gemeinsam Feste zu feiern: ein gemeinsamer Martinsumzug aller Kindergartenkin-
der im neuen Quartier, ein gemeinsames Sommerfest an einem zentralen Ort und natür-
lich ein gemeinsamer Karnevalsumzug mit der Karnevalsgesellschaft Pängelanton e.V.,
einer Gremmendorfer Institution in Sachen fünfte Jahreszeit. Neben dem Karneval wid-
met sich der Verein auch dem historischen Pängelanton, einer Dampflok aus dem Jahre
1902, die auf die Kinder bei einem Besuch gewiss einen imposanten Eindruck macht.
Das Bestehende mit dem Neuen verbinden - so kann es gelingen, die Institution Kinder-
garten fest und für alle erlebbar im neuen Quartier zu verankern.
2.5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft
Die Einbindung von sowie der Austausch mit den Familien sind für die Bildung und Erzie-
hung der Kinder von wesentlicher Bedeutung. Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit
steht das gemeinsame Bemühen um die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes.
Ziel ist es, diese Zusammenarbeit in eine Erziehungspartnerschaft münden zu lassen, in
der
sich alle Beteiligten über die Belange der Kinder, der Familien und der Tagesein-
richtung austauschen und kooperieren,
die Bedeutsamkeit der beiden Lebenswelten (Familie und Kindertageseinrich-
tung) anerkannt wird,
die Verantwortung für die Förderung des Kindes von Familien und Kindertages-
einrichtung wahrgenommen wird,
die Beteiligten partnerschaftlich handeln, um eine individuelle Lernumgebung
zu schaffen und eine individuelle Förderung zu ermöglichen.
Im Sinne einer auf diese Art gestalteten Partnerschaft übernehmen Kindertageseinrich-
tung und Familie gleichermaßen Verantwortung für die Bildung und Erziehung des Kin-
des. Zu berücksichtigen ist hierbei selbstverständlich die Akzeptanz unterschiedlicher
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Wertvorstellungen, kultureller bzw. religiöser Vorstellungen und Lebensentwürfe. Neben
den rechtlichen Vorgaben zur Beteiligung von Familien und Kindern an Entscheidungen
der Einrichtung verstehen wir unter einer qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit
auch die entsprechende Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse von Familien
und Kindern.
In der konkreten Zusammenarbeit mit Familien sind daher neben Elternabenden, Tür -
und Angelgesprächen, gemeinsamen Ausflügen und Festen insbesondere folgende Ko-
operationsangebote vorgesehen:
Intensive Gespräche in der Eingewöhnungszeit, um das Kind und deren Familie
und damit deren gelebte Familienkultur (Familienform, Sprache/n, Religion, Ge-
wohnheiten etc.) und Lebenslage besser einschätzen und entsprechend darauf
eingehen zu können.
Regelmäßige Entwicklungsgespräche, die den Austausch und die fachliche Ein-
schätzung des Entwicklungsstandes, der Interessen und Neigungen des Kindes
sowie geplante Maßnahmen zu seiner Förderung zum Inhalt haben. Dies ge-
schieht auf der Grundlage der Entwicklungs- und Bildungsdokumentationen und
der Beobachtungen und Deutungen der Eltern.
Die Einrichtung einer Lounge, welche die Familien zum Verweilen in der Kinder-
tageseinrichtung und zum Austausch mit anderen Eltern einlädt.
Die Einbindung und Beteiligung der Eltern an pädagogischen Aktivitäten wie
Vorlesepatenschaften oder die Durchführung naturwissenschaftlicher Projekte.
Transparenz der pädagogischen Arbeit durch Einladung zu Hospitationen und
Besuchstagen sowie regelmäßige Information und Dokumentation pädagogi-
scher Aktivitäten und Projekte.
Die Beratung in erzieherischen Fragen rund um Themen wie Ernährung, Schla-
fen, Interessen und Neigungen des Kindes.
Themenbezogene Elternabende zur Elternbildung und zum Erfahrungsaustausch
der Eltern untereinander.
Die Beteiligung erfolgt darüber hinaus in Mitwirkungsgremien, die durc h die jährliche
Wahl der Elternvertretungen und Gesamtelternvertretungen (Elternbeirat) besetzt wer-
den. Elternbeschwerden werden im Rahmen des FRÖBEL -Beschwerdemanagements
auf allen Ebenen zeitnah, verantwortungsbewusst und aufklärend bearbeitet und als
Impuls zur Weiterentwicklung unserer Arbeit gewertet.
2.5.1 Gestaltung von Übergängen
Eingewöhnung
Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit der
neuen Umgebung, den dazugehörigen Personen in der Kindertageseinrichtung und ih-
ren Abläufen vertraut zu machen. Auch die Familien bekommen während dieser Zeit
die Möglichkeit, die Kindertageseinrichtung, die Strukturen und ihre Ansprechpersonen
kennenzulernen.
Eine Eingewöhnung ist dann gelungen, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen in seine
neue Umgebung und zu seinen neuen Bezugspersonen entwickeln konnte. Auch für die
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Familien ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie ihr Kind in verlässlichen Händen wissen
und die pädagogischen Fachkräfte als kompetente und aussagefähige Ansprechpart-
ner*innen für ihr Kind wahrnehmen.
Ein konzeptionell begründetes Eingewöhnungskonzept, das sich entweder am Berliner
oder Münchener Eingewöhnungsmodell orientiert, erleichtert bei uns diesen Übergang
für alle Beteiligten.
Alltägliche Übergänge
Neben zeitlich begrenzten Übergängen gibt es zudem solche, die ein Kind jeden Tag
durchlebt. Die morgendliche Trennung beim Bringen des Kindes muss genauso wie das
Abholen professionell begleitet werden. Eine angenehme Atmosphäre, individuelle Ri-
tuale und die Gelegenheit zum Austausch erleichtern diese Übergangssituation für Kin-
der und Familien gleichermaßen.
Übergänge im Haus
Um Kindern auch bei Übergängen innerhalb eines Hauses Orientierung und Sicherheit
zu geben, erhalten sie die Möglichkeit, sich allmählich an die bevorstehende Verände-
rung zu gewöhnen. Gemeinsam mit der aktuellen Bezugsperson können sie die neue
Umgebung erschließen, Beziehungen zu den neuen pädagogischen Fachkräften auf-
bauen und erste Kontakte zu neuen Spielpartner*innen knüpfen.
Übergang in die Grundschule
Auch der Übergang in die Grundschule wird von unseren Fachkräften kompetent vor-
bereitet. Wenngleich die gesamte Zeit in der Kindertageseinrichtung als Schulvorberei-
tung gilt, gewinnen Themen, die mit der Schule verbunden sind, im letzten Kindergarten-
jahr an Bedeutung.
Eine erfolgreiche Gestaltung des Übergangs zeichnet sich dadurch aus, dass es sowohl
Angebote für die Kinder als auch für ihre Familien gibt. Die Kindertageseinrichtung ar-
beitet eng mit der ortsansässigen Grundschule zusammen. Sie planen z. B. gemeinsame
Elternabende, die Kinder haben die Gelegenheit, die Grundschule kennenzulernen und
die zukünftigen Lehrer*innen besuchen die Kinder im Kindergarten.
Obgleich die Neugier auf die Schule bei den meisten Kindern überwiegt, stellt der Austritt
aus der Kindertageseinrichtung auch eine Trennung von Gewohntem und Liebgewon-
nenem dar. Kindern diesen Abschied von Freundinnen und Freunden und von vertrau-
ten erwachsenen Bezugspersonen zu erleichtern, ist ebenso Aufgabe im letzten Jahr.
2.6 Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen
Durch den Einsatz verschiedener Verfahren wird die pädagogische Qualität von FRÖ-
BEL-Einrichtungen stetig weiterentwickelt und gesichert. Das Team „Pädagogik und
Qualitätsentwicklung“ in der FRÖBEL -Hauptgeschäftsstelle ist zentral verantwortlich für
das Qualitätsmanagement bei FRÖBEL.
Das Qualitätsmanagement umfasst folgende wesentliche Elemente bzw. Instrumente:
Jährliche interne Evaluation der pädagogischen Arbeit in unseren Einrichtungen
durch die Teams mit Hilfe der Arbeitsmaterialien zum Nationalen Kriterienkatalog
(NKK) in Kindertageseinrichtungen.
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Systematische und regelmäßige Qualifizierung aller Fachberater*innen und aller
Leitungskräfte in sogenannten FRÖBEL-Kursen zur Qualitätsentwicklung zu päda-
gogischen Inhalten und systematischem Vorgehen in Qualitätsentwicklungspro-
zessen mit dem Ziel nachhaltig beste Fachpraxis in unseren Einrichtungen sicher-
zustellen.
Durchführung externer Evaluationen durch unabhängige Evaluator*innen unter
Anwendung der anerkannten Evaluationsinstrumente KRIPS-R, KES-R und HUGS.
Jährliche Bearbeitung der Checklisten Hygiene und Sicherheit zur Wahrung der
Vorgaben der Rahmenhygienepläne sowie regelmäßige Sicherheitsbegehun-
gen.
Durchführung regelmäßiger Qualitätszirkel zu zentralen pädagogischen The-
men, aber insbesondere auch zu den Themenbereichen Kinderschutz, Sicher-
heit, Hygiene und Datenschutz.
Begleitung und Beratung der FRÖBEL-Einrichtungen durch qualifizierte Fachbe-
rater*innen zur Unterstützung der Qualitätsentwicklungsprozesse, aber auch, um
aktuelle Entwicklungen (z. B. neues Kinderschutzgesetz) zügig umzusetzen und
wesentliche Entwicklungen in einzelnen Bundesländern zu etablieren (z. B. ver-
pflichtende externe Evaluation in Berlin).
Systematische Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte vor dem Hintergrund
der gesetzten Qualitätsziele im Rahmen einer zentralen Qualitätsentwicklungs-
strategie.
Zentrales Beschwerdemanagement für Eltern sowie Mitarbeiter*innen, das ge-
meinsam mit den Betriebsräten umgesetzt wird, um Verbesserungspotentiale zu
erschließen.
Befragung der Mitarbeiter*innen in einem zweijährigen Turnus und anschlie-
ßende intensive Auswertung der Ergebnisse mit Leitung, Team und Eltern in allen
Einrichtungen.
Jährliche Elternbefragung mit anschließender Auswertung der Ergebnisse mit
Leitung, Team und Eltern in allen Einrichtungen.
2.6.1 Interne Selbstevaluation
Einen fachlichen Rahmen für die Qualitätsentwicklung und -sicherung bildet der Natio-
nale Kriterienkatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK;
Tietze/Viernickel, 2016). In seinen Qualitätsbereichen wird beste Fachpraxis durch kon-
krete Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte bes chrieben. Mittels der
Checklisten des dazugehörigen Handbuchs „Pädagogische Qualität entwickeln“
(Tietze/Viernickel, 2016) schätzen die Teams ihre pädagogische Arbeit selbst ein. Durch
diese regelmäßig durchgeführten internen Evaluationen wird verstärkt di e Verantwor-
tung und die fachliche Kompetenz des pädagogischen Personals unserer Kindertages-
einrichtungen für die Sicherung der Qualität ihrer Arbeit betont. Mithilfe verschiedener
Methodenbausteine des Handbuchs werden auf Basis der Ergebnisse Qualitätsentwick-
lungsprozesse angestoßen, die in Zielvereinbarungen festgelegt und durch geplante
Umsetzungsschritte ausgeführt werden.
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2.6.2 Externe Evaluation
FRÖBEL lässt als erster Träger deutschlandweit seine Kindertageseinrichtungen durch ei-
nen kompetenten Partner extern evaluieren. In einem ersten Projektzeitraum von Okto-
ber 2016 bis April 2021 werden die Einrichtungen von erfahrenen und geschulten Evalu-
ator*innen der Institute EduCert GmbH und PädQUIS gGmbH anhand der Krippen-, Kin-
dergarten- bzw. Hort- und Ganztagsangebote-Skala (KRIPS-R, KES-R und HUGS) in ihrer
pädagogischen Arbeit eingeschätzt. Ziel ist es, das seit 2010 in Berlin bestehende System
einer verpflichtenden externen Evaluation im Fünf-Jahres-Zyklus auf alle FRÖBEL-Einrich-
tungen auszuweiten. Damit stel lt FRÖBEL sicher, dass der interne Blick auf die Qualität
durch einen externen und objektivierten Blick ergänzt wird. Die ressourcenorientierten
Rückmeldungen werden in den bestehenden Qualitätsentwicklungsprozess der Einrich-
tungen integriert und durch die Fachberatung inhaltlich unterstützt. So wird sicherge-
stellt, dass vorhandene Qualität gesichert und Potenziale weiterentwickelt werden.
Neue FRÖBEL-Einrichtungen werden systematisch in die bestehenden Strukturen inte-
griert.
2.6.3 Fachberatung
Fachberater*innen sind eine wichtige fest installierte Instanz innerhalb von FRÖBEL. Sie
sind an Entwicklungen des Trägers im Bereich des pädagogischen Profils und des Quali-
tätsmanagements eng beteiligt und fungieren als Multiplikatoren dieser Maßnahmen.
So stützen unsere Fachberatungen die Qualitätsentwicklung und -sicherung und die pä-
dagogische Arbeit direkt vor Ort. Die Fachberatung bei FRÖBEL ist gekennzeichnet von
einer hohen frühpädagogischen Fachkompetenz. Mit Zusatzqualifikationen aus den Be-
reichen Beratung und Coaching bringen sie in verschiedenen Settings ihre Expertise ein.
Vornehmliche Aufgabe der Fachberaterinnen und Fachberater ist es, die Fachkräfte in
den Einrichtungen im Sinne eines kollegialen Beratungssystems zu stärken. Dieses syste-
mische Beratungsangebot in engem Kontakt zu den Teams ermöglicht es, konkrete und
auf die Bedürfnisse der Kindertageseinrichtung abgestimmte Unterstützungsleistungen
zu erbringen. Durch die Arbeit mit den Teams an inhaltlichen Themen stellen die Fach-
beratungen sicher, dass der pä dagogische Orientierungsrahmen in den Einrichtungen
von allen Beteiligten umgesetzt wird. Dienstrechtliche Eingriffe übernimmt die Fachbe-
ratung bei FRÖBEL nicht.
2.6.4 Mitarbeiter*innenbefragung
Die alle zwei Jahre stattfindende Mitarbeiter*innenbefragung ist als partizipatives Ele-
ment fester Bestandteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie stellt
sicher, dass alle zu Wort kommen und an Entwicklungen beteiligt werden. Die Ergebnisse
der Befragung geben wertvolle Rückmeldungen, aus denen sich durch kritische Ausei-
nandersetzungen Veränderungen entwickeln lassen, die wiederum als verbesserte Be-
dingungen Mitarbeiter*innen zugutekommen.
2.6.5 Elternbefragung
Eine regelmäßig stattfindende Elternbefragung ist als partizipatives Element fester Be-
standteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie ergänzt damit als
Strukturmoment den täglichen persönlichen Austausch zwischen Eltern und pädagogi-
schen Fachkräften.
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Die Ergebnisse der Befragungen geben wertvolle Rückmeldungen, aus denen sich
durch kritische Auseinandersetzungen Veränderungen entwickeln lassen, die allen Ak-
teur*innen des Systems zugutekommen. Am Standort der neuen Kindertagesstätte auf
dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne in Münster wird einmal jährlich eine Eltern-
befragung mittels Fragebogen stattfinden. Eltern haben durch die Befragung die Mög-
lichkeit, Feedback zu geben, ihre Bedarfe und Bedürfnisse fokussiert zu formulieren und
so dem Grad ihrer Zufriedenheit und der Zufriedenheit ihres Kindes/ihrer Kinder Ausdruck
zu verleihen. Selbstverständlich erfolgt die Auswertung in anonymisierter Form und Rück-
schlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich.
2.6.6 Personalmanagement
Die personelle Ausstattung unserer Kindertageseinrichtungen bezüglich Anzahl sowie
Qualifikation der Fachkräfte und Leitungen richtet sich nach den jeweiligen landesge-
setzlichen Vorgaben. Die Personalauswahl erfolgt dezentral für die jeweilige Kinderta-
geseinrichtung. Den Bewerbungsgesprächen liegt ein einheitlicher Gesprächsleitfaden
zu Grunde, der die Zuverlässigkeit der Auswahlentscheidung unterstützt. Sowohl für pä-
dagogische Fachkräfte als auch für Leitungskräfte gibt es Stellenbeschreibungen, die
sie vor Beginn ihrer Tätigkeit in einer FRÖBEL-Einrichtung erhalten.
Eine gute pädagogische Fachpraxis erfordert reflektiertes pädagogisches Handeln, die
Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Vertiefung der
eigenen berufsbezogenen Kompetenzen sowie die Weiterentwicklung professioneller
Haltungen. Um unsere Fachkräfte darin zu unterstützen, bietet FRÖBEL über das FRÖBEL-
Bildungswerk ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm an.
Individuelle berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungen, Teamfortbildungen, kontinu-
ierlicher kollegialer Fachaustausch sowie die Möglichkeit von Zusatzausbildungen und
akademischen Berufsabschlüssen sind weitere wesentliche Elemente unseres Personal-
entwicklungskonzepts. Ebenfalls können Fachkräfte in anderen FRÖBEL -Einrichtungen
hospitieren und sich in regionalen Arbeitskreisen zu pädagogischen Fragestellungen
austauschen. Eine besondere Möglichkeit zur Fachkräftequalifizierung wurde mithilfe ei-
nes Konzepts von Fach- und Führungskarrieren realisiert, das eine Karrieremöglichkeit bei
FRÖBEL darstellt.
Für sämtliche Fort- und Weiterbildungsaktivitäten unserer Mitarbeiter*innen besteht ein
tariflich verankertes Recht auf Freistellung von der Arbeit für den Besuch dieser Veran-
staltungen mit einem Umfang von mindestens drei Arbeitstagen pro Jahr. Schließtage
im Zuge der Fortbildungsinitiative des FRÖBEL -Curriculums ermöglichen den Teams ge-
meinsames Diskutieren, Reflektieren und Verständigen. FRÖBEL -interne Fortbildungen
sind für unsere Mitarbeiter*innen kostenlos.
Neben Fortbildungen gehören zu den systematisch genutzten Instrumenten der Perso-
nalführung und -entwicklung:
Strukturierte Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Regelmäßig stattfindende Teamberatungen
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Jährliches Personalentwicklungsgespräch
Fachtage
Einrichtungsleitungen sind bei FRÖBEL Führungskräfte und werden auf die Tätigkeit vor-
bereitet und unterstützt. Sie arbeiten effizient und auf den Standort abgestimmt mit ei-
nem eigenen Jahresbudget. Die Leitung arbeitet nach einem transparenten Leitungs-
konzept, für das unser Führungsleitbild (siehe Beilage FRÖBEL -Leitbild) Rahmen und Ori-
entierung bietet. Die Leitungen werden zudem durch regelmäßigen Austausch unter-
stützt:
Monatliche Besprechungen aller Leitungskräfte mit der Geschäftsleitung und
Fachberatung
Individuelle Besprechungen der Leitung mit der Geschäftsleitung
Regelmäßige Beratung, Begleitung und Unterstützung durch Fachberatung
Spezielle Fortbildungsangebote und Trainingsmaßnahmen
Darüber hinaus steht jeder Leitung im Rahmen der Wirtschaftsplanung ein Jahresbudget
für Supervision zur Verfügung. FRÖBEL bietet pädagogischen Fachkräften die M öglich-
keit, bei Fachfragen direkt, vertraulich und unbürokratisch ein Coaching wahrzuneh-
men. Dazu wurde bei der vom FRÖBEL e.V. getragenen Erziehungs - und Familienbera-
tungsstelle CONRAT das „FRÖBEL-Fon“ eingerichtet.
2.6.7 Kinderschutz
Das Wohl und der Schutz der Kinder ist in unseren Einrichtungen oberstes Gebot und ist
im FRÖBEL -Kinderschutzkonzept „Kinder schützen – Eltern unterstützen – Erzieherinnen
und Erzieher stärken“ festgeschrieben. Das FRÖBEL-Kinderschutzkonzept wurde erstma-
lig 2008/2009 entwickelt und ist mit dem Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes
2012 erweitert worden. Grundsätzlich werden drei Bereiche erfasst:
▲ Das gesetzlich vorgeschriebene Kinderschutzverfahren bei Kinderschutzfällen
nach § 8a – Reaktion auf Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung außerhalb der
Einrichtung: Hierzu arbeitet ein internes Kinderschutznetzwerk mit verantwortli-
chen Kinderschutzbeauftragten und intern ausgebildeten Fachkräften vor Ort in
den Regionen. Der Ablauf und die Dokumentation sind verbindlich geregelt.
▲ Der institutionelle Kinderschutz – das Vorgehen, wenn die Kindeswohlgefährdung
vermutlich von Mitarbeiter*innen an den zu betreuenden Kindern ausgeht.
Grundlegend sind dabei die gesetzlich vor geschriebenen Voraussetzungen (er-
weitertes Führungszeugnis) sowie die bei FRÖBEL zusätzlich gültigen Maßnahmen
wie der Handlungsrahmen bzw. die „Persönliche Erklärung zum Kinderschutz“.
Darüber hinaus sind vorrangig die präventiven Maßnahmen, auch in Verbindung
mit dem FRÖBEL-Curriculum und der Umsetzung des Leitbildes und der Rahmen-
konzeption, umzusetzen. Das Ablaufverfahren im Falle einer vermutlichen Kinder-
schutzproblematik, ausgehend von Mitarbeiter*innen, steht in Verbindung mit
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dem professionellen Umgang mit dies bezüglichen Elternbeschwerden und akti-
viert in der Regel das Krisenmanagement von FRÖBEL.
▲ Das Sexualpädagogische Konzept in Kindertagesstätten (sowie in anderen Berei-
chen der „Hilfen zur Erziehung“, insbesondere für die Tagesgruppe und die Wohn-
gruppe) und der Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern.
Ein FRÖBEL-Kinderschutzordner dient als Nachschlagewerk und Orientierungshilfe. Dort
sind die Verantwortlichkeiten, die Verfahrensabläufe und die Dokumentation sowie ggf.
die Meldung an das zuständige Ju gendamt verbindlich geregelt. Bei Anzeichen einer
möglichen Kindeswohlgefährdung bei von FRÖBEL betreuten Kindern und Familien er-
folgt eine Risikoabschätzung unter Hinzuziehung der internen regionalen FRÖBEL-Kinder-
schutzfachkräfte und ggf. der zentralen Kinderschutzkoordinatorin sowie externer Fach-
stellen vor Ort.
Kinderschutz heißt auch, dass selbstverständlich gewaltfrei mit den uns anvertrauten Kin-
dern umgegangen wird. In einem gemeinsamen Fachaustausch und dem kontinuierlich
geführten Reflexionsprozess im Team werden Haltung sowie die Wirkung von Worten und
Handlungen geprüft. Dieser fest installierte Teamprozess stellt sicher, dass sich alle Mitar-
beiter*innen der Thematik sowie ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht nur aus
akutem Anlass damit auseinandersetzen.
Beschwerden im Rahmen des Kinderschutzes werden vertrauensvoll, verantwortlich und
immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Ziel ist es, jederzeit den Schutz der Kin-
der zu gewährleisten, Missstände schnellstmöglich abzubauen und in der Konsequenz
präventiv zu wirken. Vor diesem Hintergrund wurde in Nordrhein -Westfalen der Bereich
Kinderschutz mit einer eigenen Stelle ausgeprägt. Als Kinderschutzbeauftragte ist Frau
Carmen Breitsch zentrale Ansprechpartnerin für alle FRÖBEL-Kindergärten.
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3 Finanzmanagement
Das Finanzmanagement für die geplante Einrichtung wird in enger Absprache zwischen
der regionalen Geschäftsleitung und der Controlling-Abteilung sowie der Buchhaltung
von FRÖBEL in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin durchgeführt. Über ein monatliches
Budgetcontrolling, Berichtswesen und eine Liquiditätsplanung ist eine solide kaufmänni-
sche Führung gewährleistet.
Der FRÖBEL-Haustarifvertrag
FRÖBEL bietet als Arbeitgeber attraktive Leistungen, die eine Tätigkeit bei FRÖBEL für
viele Bewerber*innen interessant gestalten. Hierzu gehört der im November 2009 mit der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) abgeschlossene Haustarifvertrag, der
die arbeitsvertraglichen Bedingungen für alle Beschäftigten bei FRÖBEL regelt. Betriebli-
che Altersversorgung, Jahresarbeitszeitkonten, Regelungen zur Höhergruppierung auf
der Grundlage einer fachlichen Qualifikation (Fort - und Weiterbildung) sowie die Zah-
lung eines Mindestlohns auch für Hilfs - und Wirtschaftskräfte sind nur einige Eckpunkte
dieses Tarifvertrags. Die Eingruppierung des Personals erfolgt gemäß der Position und der
Qualifikation. Um eine Kontinuität in der Betreuung zu gewährleisten und dem P ersonal
eine langfristige Perspektive zu bieten, schließt FRÖBEL vor allem unbefristete Arbeitsver-
träge ab. Ein Stufenaufstieg ist über den Besuch von Fort- und Weiterbildungen möglich,
für die entsprechend Fortbildungspunkte (FP) zuerkannt werden.
Einen Einblick in die aktuelle Entgelttabelle für pädagogisches und technisches Personal
des Haustarifvertrages von FRÖBEL mit Gültigkeit seit dem 01. Januar 2020 befindet sich
im Anhang (siehe 4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag). Weitere Leistungsmerkmale des Hausta-
rifvertrages haben wir in einem Leporello zusammengefasst, welches Sie als Anlage zu
dieser Interessenbekundung erhalten.
4 Finanzierung
Als frei gemeinnütziger Träger bestätigt FRÖBEL im Falle einer positiven Trägerschaftsent-
scheidung den im Kinderbildungsges etz verankerten Trägeranteil in Höhe von 7,8 Pro-
zent an den entstehenden Betriebskosten.
FRÖBEL erklärt, dass die Einrichtung betriebsbereit und genehmigungsfähig, einschließ-
lich der erforderlichen Außenanlagen durch den Vermieter übergeben wird. Die Stad t
Münster unterstützt den Träger der Einrichtung mit einem Investitionskostenzuschuss in
Höhe von maximal 60.000 € zur Anschaffung der Erstausstattung pro neu geschaffener
Gruppe, somit beläuft sich der gesamte, maximale Investitionskostenzuschuss auf
240.000 €.
Sollten darüber hinaus Mittel für die Ausstattung des Kindergartens erforderlich sein, wird
FRÖBEL diese aus Eigenmitteln einbringen. Sofern zum Zeitpunkt der angestrebten Eröff-
nung weitere Fördermittel erreichbar sind, so wird FRÖBEL einen entsprechenden Antrag
stellen, um den Anteil der Eigenfinanzierung zu reduzieren.
Die Refinanzierung des Trägeranteils erfolgt durch die anrechenbaren Eigenleistungen
als auch durch Spenden. Die Kostenanteile für Verwaltung und Overhead entsprechen
den im Kinderbildungsgesetz festgeschriebenen Maximalwerten. Die Einnahmen aus Es-
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sensgeldern betragen pro Kind rund 60 Euro im Monat, zzgl. Einnahmen für die Verpfle-
gung von eigenen Beschäftigten. Für die Berechnung des Essensgeldes wurde eine
Frischkochküche zugrunde gelegt.
FRÖBEL steht zur gemeinsamen Feinabstimmung der Baupläne zur Verfügung. FRÖBEL
hat allein in den letzten zwei Jahren bundesweit 30 neue Kindergärten eröffnet und ver-
fügt über ein hohes Maß an Erfahrung. Unsere hauseigenen Architekten unterstützen die
Planungsprozesse daher fundiert und praxisnah. Diese Erfahrung bringen wir gerne auch
in die durch die Stadt Münster eingebrachten Einbauten ein. FRÖBEL steht für diese Trä-
gerschaft als Mieter und für eine zielgerichtete Abstimmung und Projektentwicklung zur
Verfügung. Ferner ist die Annahme, dass die geplanten Raumgrößen und Quadratme-
terpreise den durch das Kinderbildun gsgesetz refinanzierten Werten entsprechen und
als Planungsgrundlage dienen. Sofern eine Überschreitung der refinanzierten Mietflä-
chen bz w. Quadratmeter vorliegt, geht FRÖBEL davon aus, dass die möglicherweise
entstehenden Mehrkosten durch eine kommunale Sonderförderung ausgeglichen wer-
den.
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4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag
*) Bezogen auf das jeweilige Landesmodell - Tätigkeitsvergütung einschließlich Freistellung für die Ausbildung
Gruppe Stellenbezeichnung Stufe A Stufe B Stufe C Stufe D Stufe E Stufe F
Beschäftigungszeit 1 Jahr 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 3 Jahre
Pädagogischer Bereich Einstieg 3 FP 9 FP 15 FP 15 FP 9 FP
P10 Kindergartenleitung mehr als 17 Mitarbeiterinnen /VbE)3.827,94 € 3.957,67 € 4.107,74 € 4.237,47 € 4.367,22 € 4.515,51 €
P9 Kindergartenleitung bis 17 Mitarbeiterinnen (VbE) 3.438,72 € 3.568,45 € 3.718,53 € 3.848,26 € 3.977,99 € 4.126,30 €
P8 Kindergartenleitung bis 8 Mitarbeiterinnen (VbE) 3.304,78 € 3.434,50 € 3.584,58 € 3.714,32 € 3.844,04 € 3.992,34 €
P7 Koordinatorin 3.049,50 € 3.179,23 € 3.329,30 € 3.459,04 € 3.588,77 € 3.737,07 €
P6C
Erzieherin mit besonderen
Aufgaben/Multiplikatoren mit abgeschlossendem - 3.075,29 € 3.225,36 € 3.355,10 € 3.484,82 € 3.633,12 €
P6 Erzieherin mit besonderen Aufgaben/Multiplikatoren 2.915,55 € 3.045,29 € 3.195,36 € 3.325,10 € 3.454,82 € 3.603,12 €
P5C
Erzieherin im Regeldienst mit Zusatzqualifikation
und abgeschlossenem FRÖBEL-Curriculum - 2.990,21 € 3.160,57 € 3.290,33 € 3.399,75 € 3.548,04 €
P5 Erzieherin im Regeldienst 2.830,46 € 2.960,21 € 3.130,57 € 3.260,33 € 3.369,75 € 3.518,04 €
P4C
Erzieherin im Regeldienst mit abgeschlossenem
FRÖBEL-Curriculum - 2.927,82 € 3.118,85 € 3.248,58 € 3.337,36 € 3.485,67 €
P4 Erzieherin im Regeldienst 2.768,07 € 2.897,82 € 3.088,85 € 3.218,58 € 3.307,36 € 3.455,67 €
P3C
Erziehungshelferin/Kinderpflegerin mit
abgeschlossenenem FRÖBEL-Curriculum - 2.625,41 € 2.775,48 € 2.905,21 € 3.034,95 € 3.183,23 €
P3 Erziehungshelferin/Kinderpflegerin 2.465,67 € 2.595,41 € entfällt entfällt entfällt entfällt
P2 Berufsbegleitende Ausbildung ("PiA-Modell*) 1.128,28 € 1.239,74 € entfällt entfällt entfällt entfällt
Beschäftigungszeit 1 Jahr 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 3 Jahre
Technischer Bereich Einstieg 1 FP 4 FP 4 FP 4 FP 3 FP
T4 Küchenleitung ab 5 Regel-Beschäftigten 2.298,00 € 2.427,74 € 2.567,46 € 2.697,20 € 2.826,96 € 2.975,26 €
T3 Köchin/technische Koordinatorin 2.236,20 € 2.365,96 € 2.505,70 € 2.635,42 € 2.765,17 € 2.913,47 €
T2 Wirtschaftsdienst/Hauhandwerkerin/Reinigerin 1.730,23 € 1.795,11 € 1.869,96 € 1.934,83 € 2.064,58 € 2.212,89 €
Anlage_3.2_ASB_Konzept_York_Kaserne
57226 Zeichen
für die Kindertageseinrichtung auf dem
Gelände der ehemaligen York-Kaserne
im Stadtteil Gremmendorf
Ausschreibungsnummer 04/19
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Inhalt
1. Vorwort ........................................................................................................................................... 3
2. Organisatorisches / Rahmenbedingungen..................................................................................... 3
2.1. Gesetzliche Grundlagen und Grundsätze ....................................................................................... 3
2.2. Lage ................................................................................................................................................. 3
2.3. Geplante Gruppenstruktur ............................................................................................................. 3
2.4. Aufnahmekriterien ......................................................................................................................... 3
3. Trägervorstellung ............................................................................................................................ 4
3.1. Fachleitbild der pädagogischen Arbeit des ASB ............................................................................ 4
3.2. Einrichtungsbezogene Motivation ................................................................................................. 5
3.2.1. Vorerfahrungen im Betrieb von Kindertageseinrichtungen .................................................. 5
3.2.2. Bestehender Sozialraumbezug ............................................................................................... 6
4. Wirtschaftlichkeit ........................................................................................................................... 7
4.1. Trägeranteil ..................................................................................................................................... 7
4.2. Finanzielle Beiträge der Eltern ....................................................................................................... 7
5. Konzeption ...................................................................................................................................... 7
5.1. Grundsätze ...................................................................................................................................... 7
5.2. Fachlichkeit ..................................................................................................................................... 7
5.3. Team und Personalstruktur ............................................................................................................ 8
5.4. Betreuungsangebote, Öffnungs- und Schließzeiten ...................................................................... 8
5.5. Inhaltliche Schwerpunkte ............................................................................................................... 9
5.5.1. Partizipation (siehe Punkt 6.1) ............................................................................................... 9
5.5.2. Gesunde Ernährung (siehe Punkt 7.2).................................................................................... 9
5.5.3. Therapeutisches Musizieren ................................................................................................... 9
5.6. Pädagogik ........................................................................................................................................ 9
5.6.1. Eingewöhnung und Aufnahme ............................................................................................. 10
5.6.2. Regeln .................................................................................................................................... 10
5.6.3. Freispiel ................................................................................................................................. 11
5.6.4. Projekte und AGs .................................................................................................................. 12
5.6.5. Bildungspädagogische Arbeit ............................................................................................... 12
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5.6.6. Kommunikation und Sprache ............................................................................................... 13
5.6.7. Maxi-Gruppe ......................................................................................................................... 13
5.6.8. Gestaltung der Räume .......................................................................................................... 14
6. Querschnittsaufgaben .................................................................................................................. 15
6.1. Partizipation .................................................................................................................................. 15
6.1.1. Beschwerdemanagement für Kinder ................................................................................... 15
6.2. Inklusion ........................................................................................................................................ 16
6.3. Interkulturelle Orientierung ......................................................................................................... 16
7. Gesundheitsförderung .................................................................................................................. 17
7.1. Bewegung ...................................................................................................................................... 17
7.2. Ernährung ...................................................................................................................................... 17
7.3. Hygiene ......................................................................................................................................... 18
7.4. Prävention und Sicherheit ............................................................................................................ 19
8. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ..................................................................... 20
8.1. Sozialraum ..................................................................................................................................... 20
8.2. Interdisziplinäre und institutionelle Kooperation ....................................................................... 20
9. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften ................................................................................... 21
10. Organisationsstruktur und QM .................................................................................................... 21
10.1. Organisationsstruktur ........................................................................................................... 21
10.2. Evaluation / Qualitätssichernde Maßnahmen .................................................................... 22
10.3. Öffentlichkeitsarbeit ............................................................................................................. 22
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1. Vorwort
Der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V. ist anerkannter Träger in der Kinder-
und Jugendhilfe und betreibt ab August 2020 fünf weitere Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet
Münster, sowie vier Großtagespflegestellen im Rahmen der Kindertagespflege.
2. Organisatorisches / Rahmenbedingungen
Träger der Kindertageseinrichtung ist der
Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V.
Gustav-Stresemann-weg 62
48155 Münster
Tel.: 0251-2897-0
Fax: 0251-297-118
Homepage: www.asb-muenster.de
2.1. Gesetzliche Grundlagen und Grundsätze
Für die Kindertagesbetreuung relevanten Paragrafen:
o Sozialgesetzbuch, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII)
o § 22a - 25 SGB VIII Angebote zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen
o Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) – Viertes
Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes SGB VIII
o Personalvereinbarung der Trägerzusammenschlüsse der freien und öffentlichen Jugendhilfe
2.2. Lage
Die Kindertagesstätte wird als Vier-Gruppen-Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-
Kaserne im Stadtteil Gremmendorf errichtet.
2.3. Geplante Gruppenstruktur
In der Kindertagesstätte werden 50 Kinder
o in 2 Gruppen mit je 20 Kindern im Alter von 2-6 Jahren betreut (G 1)
o in 1 Gruppen mit 10 Kindern im Alter von 0-3 Jahren betreut (G 2)
o in 1 Gruppen mit 20-25 Kindern im Alter von 3-6 Jahren betreut (G 3)
2.4. Aufnahmekriterien
Wir entscheiden bei der Aufnahme nicht nach Nationalität, Konfession, politischer Einstellung oder
ethnischer Zugehörigkeit. Sondern wir entscheiden bei der Aufnahme nach sozialen Kriterien.
Aufnahmekriterien sind z.B.:
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o Kinder aus dem Einzugsgebiet Münster
o Kinder berufstätiger Eltern
o Geschwisterkinder
3. Trägervorstellung
Der Arbeiter-Samariter-Bund ist eine freiwillige Hilfsorganisation und als Wohlfahrtsverband
unabhängig, parteipolitisch neutral und konfessionell ungebunden. Sein Ursprung und seine
Geschichte sind mit der deutschen Arbeiterbewegung eng verbunden. Er bekennt sich zum
freiheitlichen demokratischen und sozialen Rechtsstaat.
Der ASB ist ein gemeinnütziger Verein mit Vorsitz des Bundesvorstandes, dessen Mitglieder die
Entwicklung mitbestimmen und kontrollieren. Im Zusammenschluss wollen Bürgerinnen und Bürgern
anderen Menschen helfen. A uf diesen Grundlagen beruht ein vielfältiges Angebot, das sich am
Hilfebedarf und an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Er bietet seine Hilfe ohne Ansehen der
politischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit an.
Der Arbeiter-Samariter-Bund steht für ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern,
von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, von Hetero -, Homo - und Transsexuellen ,
Diversen, von Menschen mit und ohne Behinderung, jungen und alten Menschen. Vielfalt ist ge lebte
Realität im ASB. Der ASB gehört zu den Mitgliedern der „Charta der Vielfalt“ und begreift Vielfalt
sowohl in arbeitsweltlichen als auch in allgemein -gesellschaftlichen Kontexten als Bereicherung und
Chance. Selbstverständlich sind für die Samariterinnen und Samariter ein kultursensibler Umgang und
der Respekt vor dem Anderssein.
„Jedes Kind ist einmalig.“ An diesem Leitbild orientieren sich die Angebote der pädagogischen Kinder-
und Jugendarbeit des ASB. Wir setzen uns für bessere Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und
Familien ein. Insbesondere möchte der ASB Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen mit gleichen
Chancen ermöglichen. Pädagogische Kinder - und Jugendarbeit nimmt in unserem Verband einen
hohen Stellenwert ein, dem in überörtlichen Arbeitskreisen auf Landes- und Bundesebene Rechnung
getragen wird. Daraus resultiert ein breites Netzwerk mit regelmäßigem fachlichen Input und
Austausch, so dass unsere Arbeit stets den aktuellen Bedürfnissen unserer Zielgruppen angepasst ist.
3.1. Fachleitbild der pädagogischen Arbeit des ASB
Entlang unseres Leitbilds hat der ASB einen sozialen und wertschätzenden Auftrag, der unser
Handeln prägt und beeinflusst. Wir befähigen und motivieren Menschen durch Zugang zu Bildung,
ihre Gestaltungsräume, Chancen und Ressourcen zu nutzen und unterstützen sie bei der Erlangung
von lebenspraktischen Kompetenzen.
Unsere Kindertagesstätten sind ein Platz an dem sich Kinder mit Hilfe der Erzieher/innen individuell
entfalten und entwickeln können. Hier können die Kinder Freundschaften schließen, sich
gegenseitig motivieren, Neues zu lernen.
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Die pädagogische Konzeption der Kindertagesstätte basiert auf dem Grundverständnis, dass die
Kindertagesstätte Lebens- und Erfahrungsraum für alle Kinder und Familien mit ihren individuellen
Bedürfnissen ist. Dies umschließt sämtliche Bildungsbereiche:
o Bewegung
o Köper, Gesundheit und Ernährung
o Sprache und Kommunikation
o Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
o Musisch – ästhetische Bildung
o Religion und Ethik
o Mathematische Bildung
o Naturwissenschaftliche – technische Bildung
o Ökologische Bildung
o Medien
Mit dem Ziel für alle Kinder ein partnerschaftliches, demokratisches, tolerantes und
gleichberechtigtes Miteinander zu erlernen.
Durch die gemeinsame Erziehung bekommen alle Kinder vi elfältige Entwicklungsanreize und
können im Zusammenleben Unterschiede und Ähnlichkeiten erleben, wodurch sich eine
Atmosphäre sozialer Toleranz entwickelt, die jedem Kind ungeachtet seiner Fähigkeiten ein
positives Selbstwertgefühl vermittelt.
3.2. Einrichtungsbezogene Motivation
Unsere Motivation, die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen
York-Kaserne zu übernehmen, ergibt sich aus unseren vielfältigen Erfahrungen im Bereich der
Kindertageseinrichtungen, sowie der be stehenden Vernetzung u.a. im Sozialraum
Gremmendorf/Angelmodde.
3.2.1. Vorerfahrungen im Betrieb von Kindertageseinrichtungen
In unseren drei bestehenden und zwei kommenden Kindertagesstätten bieten wir Kindern
einen Platz, an dem sie sich individuell entfalten und entwickeln können. Ziel ist es, allen
Kindern ein partnerschaftliches, demokratisches, tolerantes, inklusives und gleichberechtigtes
Miteinander zu vermitteln.
Neben den Aufgaben einer Kindertagesstätte, von Erziehung, Bildung und Betreuung, bietet
unser Familienzentrum Grünschleife in Kinderhaus zusätzliche Angebote für Kinder, Eltern und
Familien. Die Familie rückt in den Mittelpunkt und wird als Ganzes durch die vielfältigen
Beratungs-, Begegnungs- und Vermittlungsangebote angesprochen.
Im Rahmen der Kindertagespflege bieten wir in vier Großpflegestellen eine familiennahe und
besonders bindungsorientierte Betreuung durch qualifizierte Tagesmütter und pädagogische
Fachkräfte. Durch den Einsatz einer erfahrenen Erzieherin als Verbundleitung stellen wir eine
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qualitative pädagogische Weiterentwicklung sicher. Unser Angebot richtet sich an Kinder im
Alter von 1-3 Jahren.
3.2.2. Bestehender Sozialraumbezug
Für eine optimale Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern ist eine enge
Zusammenarbeit mit unterschiedl ichen Fachkräften und Institutionen nötig. Unseren
Angeboten in unseren Kindertageseinrichtungen in verschiedenen Stadtteilen liegen daher
vielfältige Kooperationen zugrunde. Der Kontakt und Austausch mit anderen Kitas,
Frühförderstellen und Behörden, Schulen, Sozialarbeitern, Ärzten, sowie familienentlastenden
sozialen Diensten gehören zu unseren täglichen Aufgaben. Darüber hinaus sind wir durch
unsere jahrelange Tätigkeit vor Ort mit den sozialen Strukturen und den sich daraus ergebenen
Bedürfnissen der Familien bestens vertraut.
Seit Mai 2017 betreiben wir unser Familienzentrum Grünschleife am Carlo -Schmid-Weg 2 in
Münster-Kinderhaus. Durch ganzheitliche, niedrigschwellige Angebote für die ganze Familie
ist es uns gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, da ss die unterschiedlichen Anliegen der
heterogenen Klientel berücksichtigt. Durch Kontinuität, Verlässlichkeit und Vertrauen wurde
unser Familienzentrum schon bald zu einem festen Bestandteil in Münster Nord. Durch den
Betrieb unserer Großtagespflegen in de r ASB „Zwergenburg“ am Clemens -August-Platz in
Angelmodde ist es uns gelungen, mit verschiedenen Kooperationspartnern ( u.a. Kita,
Seniorenstift) die Entwicklung des Standortes voranzutreiben und ein nachbarschaftliches
Miteinander zu verbessern.
Im Oktober 2019 nahm unsere Kindertagesstätte am Dahlweg 118 im Stadtteil Schützenhof
den Betrieb auf. Seitdem vernetzen wir uns kontinuierlich durch aktive Teilnahme an
stadtteilbezogenen Aktionen.
Seit November 2011 ergänzen wir unsere Angebote der Kindertagesbet reuung in Münster-
Kinderhaus durch unsere Mathilde -von-Hofstetten-Kita in den Regina -Protmann-Straße 24.
Durch die Eröffnung einer zweiten Einrichtung in Münster Nord eröffnen sich uns neue Wege
der Kooperation mit anderen Institutionen. Zudem profitieren wir organisatorisch von den sich
daraus ergebenden Synergieeffekten.
Nicht nur durch unsere Kindertageseinrichtungen, auch durch unser e Pflegebüros (z.B.
Kinderhaus, Schützenhof und Gremmendorf) sind wir seit Jahren in den Stadtteilen verankert.
Durch unsere Mobilen Dienste nehmen wir Menschen innerhalb ihres sozialen Umfelds wahr
und beziehen die häusliche Umgebung mit ein. Auf diese Weise bieten wir eine Hilfeleistung,
mit der Personen unter Berücksichtigung ihrer physischen, geistigen, sozialen und kulturellen
Bedürfnisse ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen können.
Auch für die Trägerschaft der Zentralen Unterbringungseinrichtung auf dem Gelände der
ehemaligen York -Kaserne in Gremmendorf die intensive Einbeziehung der relevanten
sozialräumlichen Akteure und Institutionen unverzichtbar: auch hier wird die gesamte
Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien in den Fokus genommen und damit
eine Einbeziehung vorhandener Infrastrukturangebote geleistet.
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4. Wirtschaftlichkeit
4.1. Trägeranteil
Der ASB RV Münsterland e.V. bietet die Übernahme eines Trägeranteils in Höhe von 5%. Die
Finanzierung dessen ist über die Einnahme von Mitgliedsbeiträgen abgesichert.
4.2. Finanzielle Beiträge der Eltern
Die Erziehungsberechtigten haben laut § 90 SGB VIII, ents prechend ihrer wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit, monatlich öffentlich-rechtliche Beiträge an die Stadt Münster zu entrichten.
Für die Mahlzeiten ist ein zusätzlicher Beitrag an den Träger der Einrichtung zu entrichten. Bei
regelmäßiger Teilnahme wird ein fester Beitrag monatlich erhoben (unabhängig von den
Schließzeiten):
o Tägliches Mittagessen + Nachtisch 74,- €
o Frühstück, Snacks und Getränke 10,- €
5. Konzeption
5.1. Grundsätze
Grundlage der pädagogischen Arbeit ist die Überzeugung, dass jedes Kind die Potentiale zu einer
konstruktiven Entwicklung in sich trägt. Daher orientieren wir uns an folgenden Grundsätzen:
Ganzheitliches Lernen, ausgerichtet auf das Erleben der Kinder, d.h . Vorbereitung auf
gegenwärtige und zukünftige Lebenssituationen und Befähigung, diese zu bewältigen
Ressourcenorientiertes Arbeiten anhand der Stärken und Fähigkeiten
Entlastung und Unterstützung der Familien durch Schaffung eines sozialen Netzwerkes
Toleranz, Vielfalt und Offenheit im Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen als
Grundlage für ein Miteinander
Basierend auf diesen Grundsätzen richten wir unsere Angebote nicht alleine auf die von uns
betreuten Kinder. Stattdessen rücken wir die Familie n mit ihren jeweiligen Anliegen und
Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Daher unterstützt der ASB RV Münsterland e.V. als Träger eine
Weiterentwicklung zum Familienzentrum, um durch vielfältige Beratungs -, Begegnungs - und
Vermittlungsangebote schon frühzeitig ganzheitliche Unterstützungsangebote zu machen und
somit die Chancengleichheit aller Kinder zu erhöhen.
5.2. Fachlichkeit
Um die Arbeit mit einer bunt gemischten Klientel in der Einrichtung qualitativ gut zu gestalten,
bedarf es einer hohen Fachlichkeit der Mitarbeiter, die regelmäßige Fort - und Weiterbildungen,
Fachtagungen und Supervision voraussetzt.
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Grundlage geeigneter fachspezifischer Maßnahmen und Zielsetzung ist die ganzheitliche
Sichtweise. Eines unserer Ziele ist es, dass die Kinder gegenwärtige und zukünftige Situationen mit
größtmöglicher Selbständigkeit bewältigen können
5.3. Team und Personalstruktur
Die personelle Besetzung richtet sich nach der Vereinbarung zu den Grundsätzen über die
Qualifikation und den Personalschlüssel nach § 26 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur frühen Bildung und
Förderung von Kindern (KiBiz). Zu unserem Selbstverständnis gehört es, innerhalb unserer
Einrichtung Praktikanten während ihrer Ausbildung praxisnah zu begleiten und anzuleiten.
Ein partnerschaftliches Miteinander, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung sind Grundlagen
einer guten Zusammenarbeit in unserem Team. Ein kollegialer Austausch, gruppenübergreifendes
Arbeiten und der Einsatz der eigenen Persönlichkeit sind ebenso gefordert, wie das Engagement
und die Offenhei t gegenüber der gesamten Arbeit. Gemeinsame Zielabsprachen und ein
aufgabenorientiertes Aufeinander -Zuarbeiten und Transparenz sind für eine erfolgreiche
Teamarbeit unabdingbar.
Die Aufgabe als Leitung wahren wir durch einen partnerschaftlichen Leitungsst il: dazu zählen
Teamgespräche, Einzelgespräche, fachliche Anleitung und Beratung, Delegation von Aufgaben und
Übertragen von Verantwortung.
Wertschätzung, Offenheit und Kritikfähigkeit sind Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit
mit Kindern, Eltern, dem Träger und anderen Partnern.
5.4. Betreuungsangebote, Öffnungs- und Schließzeiten
Um den unterschiedlichen Bedarfen der Familien gerecht zu werden, bieten wir entsprechend
unserer Rahmenstruktur Betreuungsplätze mit einem Umfang von 25, 35, oder 45 Wochenstunden
an.
Die Öffnungszeiten werden unter Berücksichtigung des Wohles der Kinder, der berechtigten
Belange der Erziehungsberechtigten sowie der personellen und örtlichen Gegebenheiten und nach
Anhörung des Elternrates festgesetzt (§ 9 Abs. 4 KiBiz).
Zur Inbetriebnahme sind folgende Öffnungszeiten geplant:
Montag bis Donnerstag 7:00 Uhr – 16:15 Uhr
Freitag 7:00 Uhr – 15:00 Uhr
Darüber hinaus ermitteln wir nach Absprache mit dem Jugendamt und nach Anhörung des
Elternrats, ob ein Betreuungsbedarf in den Randzeiten besteht. In diesem Fall prüfen wir,
erweiterte Öffnungszeiten von
Montag bis Freitag 6:30 Uhr – 20:00 Uhr anzubieten
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Im Rat der Kindertageseinrichtung werden 20 Schließtage pro Kita-Jahr festgelegt.
5.5. Inhaltliche Schwerpunkte
5.5.1. Partizipation (siehe Punkt 6.1)
5.5.2. Gesunde Ernährung (siehe Punkt 7.2)
5.5.3. Therapeutisches Musizieren
Der ASB RV Münsterland e.V. beschäftigt einen eigenen Musiktherapeuten, der zu festen,
wöchentlich wiederkehrenden Terminen Kindern in unseren Kindertageseinrichtungen
Möglichkeiten des gemeinsamen Singens und Musizierens offeriert. Die Angebote richten sich
dabei an Kinder allen Alters und finden in Gesamt- und Kleingruppen statt.
Bei der Teilnahme steht ein gemeinsames, spielerisches Erproben im Vordergrund, um neue
Handlungs- und Erlebnismuster kennenzulernen. Neben der Förderung der Kreativität durch
das Entdecken und Erfinden von Musik, fördert die Teilnahme die Stärkung der Persönlichkeit,
die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und des
Gemeinschaftssinns. Durch den Bau eigener Instrumente wird zudem die Entwicklung
motorischer Fertigkeiten unterstützt.
5.6. Pädagogik
Wir beobachten kontinuierlich die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Entwicklung der Kinder angelehnt
an den Situationsorientierter Ansatz . Wir erken nen im ständigen Diskurs mit Kindern,
Erziehungsberechtigten und anderen Erwachsenen lebensgeschichtlich bedeutsame Situationen,
analysieren und gestalten auf dieser Grundlage ganzheitliche Lernprozesse.
Kinder lernen mit- und voneinander. Deshalb ermöglichen wir den Kindern, im gemeinsamen Tun
ihre vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen aufeinander zu beziehen. Entsprechend ihrer
Entwicklung werden die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungsaufgaben erkannt und der
Bildungsauftrag gezielt und altersentsprechend berücksichtigt und umgesetzt.
In erster Linie werden die Kinder, entsprechend ihrer Möglichkeiten, aktiv an der pädagogischen
Planung beteiligt „Was sie selbst tun können, wird ihnen zugetraut und zugemutet.“
Um den Kindern die Gelegenheit zu geben, sich im Spiel mit ihrer Lebenswelt auseinander setzen
zu können, schaffen wir ein anregendes, vielfältiges pädagogisches Umfeld. Wir eröffnen den
Kindern Lern- und Erfahrungsräume, die über ihre bis dahin gemachten Erfahrungen hinausgehen
und biete n ihnen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Neugier, Interesse, Entdeckerlust und
Experimentierfreude der Kinder werden unterstützt, so dass vielseitige Wahrnehmungs - und
Ausdrucksmöglichkeiten -Selbstbildungspotentiale- gefördert werden.
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Das Zusammenleben vo n Kindern mit verschiedenen Herkunfts -, Entwicklungs - und
Leistungsvoraussetzungen bietet uns die Möglichkeit, anhand von vielfältigen Lernsituationen das
Selbstvertrauen aller Kinder zu stärken, sowie ihre besondere Begabung und das Verständnis
untereinander zu fördern.
Kontinuierlich reflektieren wir sowohl die gesellschaftliche als auch die kindliche Entwicklung.
Die Einrichtungskonzeption wird fortlaufend im Team überdacht und die pädagogische Arbeit
evaluiert.
5.6.1. Eingewöhnung und Aufnahme
Um einen für Kinder und Erziehungsberechtigten gleichermaßen erfolgreichen und positiv
erlebten Start in die neue Lebensphase zu ermöglichen, sind die Eingewöhnung und das
Aufnahmeverfahren von besonderer Bedeutung. Jedes Kind wird individuell eingewöhnt.
In unserer Einrichtung ist das Kind der Akteur seiner Eingewöhnung. Sollte ein Kind mehr Zeit
brauchen um sich von den Erziehungsberechtigte zu lösen erhält es diese. Kinder, die sich
leichter von ihren Erziehungsberechtigten trennen können, haben somit eine kurze
Eingewöhnungsphase. Hierin liegt die Basis sowohl für das dauerhafte Wohlbefinden der
Kinder, als auch für den Erfolg unserer pädagogischen Arbeit.
In der Eingewöhnungsphase sammeln die Kinder neue soziale, emotionale und kognitive
Erfahrungen. Diese beinh alten einen neuen Tagesablauf, viele neue Menschen und Räume,
neue Spielmöglichkeiten und Materialien sowie Regeln. Auf Grund der Individualität eines
jeden Kindes wird von uns in dieser Phase viel Zeit, Geduld, Verständnis und eine besondere
Aufmerksamkeit erbracht.
In der Eingewöhnungsphase stellen wir folgende Punkte in den Vordergrund unserer Arbeit:
Beachtung der aktuellen Familiensituation und Lebensumstände
Berücksichtigung des Alters und Entwicklungsstandes der Kinder
Schnuppertage zum Kennenlernen
Wir achten darauf - wenn möglich - dass die Gruppen ausgewogen zusammengesetzt werden,
damit die Kinder weder unterfordert noch überfordert werden.
5.6.2. Regeln
Um den Interessen und Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und ein partnerschaftliches
Miteinander zu s chaffen, gehören Regeln zur pädagogischen Arbeit. Die Regeln gibt es aus
unterschiedlichen Gründen, z.B. Schutz der körperlichen und seelischen Unversehrtheit,
Partizipation, Lernen, Wertvorstellung und um den Tagesablauf zu strukturieren. Regeln und
Rituale geben sowohl sichere Orientierung, als auch Halt.
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Einige Richtlinien sind verbindlich, z. B. „Der Gruppenraum darf nicht ohne das Wissen und die
Erlaubnis der Erzieherin verlassen werden“.
Zudem gibt es Regeln, die situationsabhängig und altersentsprechend von den Kindern
selbständig aufgestellt werden, z. B. einigen sich die Kinder auf eine bestimmte Zahl von
Mitspielern innerhalb eines Spielbereiches.
Darüber hinaus können im Rahmen der Selbständigkeitserziehung Regeln individuell in
Abhängigkeit von Alter, Tagesform und Verhalten der Kinder abgewandelt werden.
5.6.3. Freispiel
Die Freispielzeit ist ein wichtiges Element im Kindertagesstättenalltag. Das Kind entscheidet in
den Freispielphasen - selbstinitiierte Lernprozesse -, je nach seinen Interessen und
Bedürfnissen
o was
o wann und wie lange
o wo
o wie
o und mit wem es spielt.
Die Zeit für das Freispiel wird im Alltag durch die pädagogischen Fachkräfte ermöglicht. Im
freien Spiel werden Normen und Strategien des Zusammenlebens ausprobiert, Kon kurrenz
und Streit, Solidarität und Kooperation sowie Integration und Ausgrenzung können erfahren
werden.
Durch Eigeninitiative und auch durch Beobachtung von anderen findet ein kindlicher
Lernprozess statt. Im gemeinsamen Spiel lernt das Kind, Konflikte zu lösen, eigene Interessen
zu verfolgen aber auch konkurrierende Interessen zu respektieren, Kompromisse zu schließen,
zu teilen, zu kooperieren, selbstbewusst zu werden.
Diese Entscheidungsmöglichkeiten bieten dem Kind Freiräume, die in so starkem Ausmaß im
späteren Leben (z.B. während der Schulzeit) nicht immer gegeben werden.
Durch die verschiedenen zur Verfügung stehenden Spiel - Bastelmaterialien und gesetzten
Spielimpulse kann das Kind konstruktiv, kreativ und schöpferisch tätig sein.
Bereits erfahre ne Eindrücke/Erlebnisse werden verarbeitet, z. B. beim Nachspielen von
Alltagssituationen im Rollenspiel.
Kinder lernen bei jedem Spiel. „Alle Momente, die effizientes Lernen ausmachen, sind im Spiel
vorhanden. Das Spiel ist die ideale Form des Lernens, weil die Kinder dabei in höchstem Maße
aktiv sind, mit Intensität und Eifer aus eigenem Antrieb sich spontan damit beschäftigen, was
sie gerne können möchten. Ihr Lernen ist im Spiel individuell und freiwillig.
Es dauert so lange, bis ein Lernprozess abge schlossen oder die Lust an etwas verloren
gegangen ist.
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Solches Lernen ist nicht planbar. Es ist im Kind selbst angelegt. Das Kind weiß sich die Situation
im Spiel so ein zu richten, dass es Schwierigkeiten, die eintreten können, selbst meistern kann.
Es v erfügt über Muster der Wirklichkeitsbewältigung, mit denen es sich in seiner
Fortentwicklung selbst hervorbringen kann.“
(Zitat: G. Schäfer, 1989)
5.6.4. Projekte und AGs
Im Laufe eines Kindergartenjahres werden unterschiedliche Themen in Form von
gruppeninternen und/oder gruppenübergreifenden Projekten bearbeitet. Durch die
Erweiterung des Umfeldes bedeutet die Projektarbeit eine ganzheitliche Wissensvermittlung
und entspricht dem Anliegen des Bildungsauftrages. Teil des Projektes ist neben dem Prozess
selbst, die abschließende Präsentation der Ergebnisse.
AGs sind Arbeitsgemeinschaften, an denen die Kinder, je nach ihren persönlichen Interessen,
teilnehmen und in denen sie an die unterschiedlichsten Lebensbereiche herangeführt werden.
In den AGs werden Schwächen abgebaut und die Stärken einzelner Kinder, ebenso wie die
Gemeinschaft untereinander, gefördert. Abhängig vom Angebot und dessen Ergebnis, gibt es
offene und geschlossene AGs, die zu festen Zeitpunkten und Wochentagen stattfinden.
Durch das gruppenübergreifende Angebot ist die Begegnung vielschichtiger Kul turen und
Altersstufen möglich. In den AG-Stunden lernen die Kinder, kurzfristige Ziele zu verfolgen. AGs
können nach Bedarf auch an ein Projekt angegliedert werden.
5.6.5. Bildungspädagogische Arbeit
Lernen ist der dauerhafte Erwerb einer neuen oder Veränderung einer schon vorhandenen
Fähigkeit, Fertigkeit oder Einstellung. Lernen kann jeder Mensch nur selbst.
Bildung ist mehr als Lernen. Bildung beschreibt eine gewisse Qualität von Lernprozessen - nicht
nur die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten - ein Lernen mit allen Sinnen, bei dem die ganze
Breite der Selbstbildungspotentiale der Kinder zum Tragen kommt.
Unsere Aufgabe besteht daher in der Begleitung, Förderung und Herausforderung der Kinder
insbesondere in den sensorischen, motorischen, emotionalen ästhetischen, kognitiven,
sprachlichen und mathematischen Entwicklungsbereichen.
Auf diese Weise ermöglichen wir den Kindern eine Vielzahl an gemeinsamen Lernprozessen :
Unsicherheiten abbauen, Akzeptanz, Kompromissbereitschaft, Rücksichtnahme, Entwicklung
von Selbständigkeit, Kennenlernen der eigenen Grenzen, Selbstbehauptung und Disziplin,
Einordnung- und Durchsetzungsfähigkeit, Übernahme von Verantwortung für sich, das
Spielmaterial und schließlich auch für andere Kinder.
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5.6.6. Kommunikation und Sprache
Der Einsatz verbaler und nonverbaler Ausdrucksmöglichkeiten ist ein grundlegendes Bedürfnis
jedes Menschen. Sprache entwickelt sich auf der Grundlage wechselseitiger Beeinflussung von
Bewegungserfahrungen, Sinneserfahrungen, kognitiven und sozial-emotionalen Prozessen.
Die körperliche und geistige Entwicklung und die Bildung eines Kindes lassen sich nicht von
Sprache trennen, da diese ein wichtiges Werkzeug ist, um Entwicklungsprozesse in Gang zu
setzen.
Sprache wird nicht nur benutzt, um eigene Emotionen, Gedanken, Pläne und Wünsche
auszudrücken, sondern auch, um andere Menschen verstehen zu können und damit
Beziehungsstrukturen zu bilden. Daher wird Sprache in jeglichen Alltagssituationen erprobt,
erforscht und gefördert.
Einige wichtige Ziele im Sprachbereich sind: Dinge und Sachverhalte benennen zu können,
Gefühle auszudrücken, Freude am Sprechen und Erzählen zu entdecken, verbale
Aufgabenstellungen zu verstehen und umzusetzen und zuhören zu können.
Bei Kindern mit besonderem Förderbedarf werden in Kooperation mit einer Frühförderstelle
spezielle Förderangebote eingeleitet.
5.6.7. Maxi-Gruppe
Die Förderung von Schulfähigkeit beginnt - ebenso wie die Bildung - nicht erst im letzten
Kindergartenjahr. „Bildung beginnt mit der Geburt .“ (Zitat Schäfer, 2003 Bildung beginnt mit
der Geburt, Gerd Schäfer, Beltz Verlag) Wir unterstützen die Erziehungsberechtigten ab
Kindergarteneintritt in der Förderung und Entwicklung ihrer Kinder.
Die Kinder werden sprachlich , emotional, geistig und körperlich auf den Übergang von der
Kindertageseinrichtung zur Schule vorbereitet.
Wichtig ist uns, dass ein Kind nach Möglichkeit vor Schuleintritt über folgende Kompetenzen
verfügt:
Vermitteln von Lernkompetenz (das Lernen lernen , Selbständigkeit, Orientierungs - und
Lernfähigkeit)
Förderung von Sozialkompetenz (Selbstvertrauen und Selbstsicherheit)
Sprachförderung (Sich über Erlebtes und Erfahrenes in vielfältiger Form ausdrücken)
Logisches, mathematisches sowie räumliches Denken (Zahlenverständnis im Zahlenraum bis
10 sowie geometrische Formen)
Stärkung der Konzentration und Ausdauer (mehrfach Aufträge erledigen)
Intensivierung des selbständigen Handelns und der Eigenverantwortlichkeit (zuhören, sich
mitteilen, die eigene Meinung vertreten, sich mit anderen Auffassungen auseinandersetzen)
Abbau von Ängsten/Hemmungen vor dem Schuleintritt (Enttäuschung und Misserfolge
verkraften)
Spezielle Schulung der Fein- und Grobmotorik (Stifthaltung, Kraftdosierung, etc.)
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Verkehrserziehung (geltende Regeln verstehen und situationsangemessen anwenden und ggf.
verändern)
In der Maxi -Gruppe werden die Kinder, zusätzlich zu ihrer individuellen Förderung in der
Gruppe, zielbewusst in Hinblick auf die Schulreife gefördert. Alle Kinder, die im
darauffolgenden Jahr eingeschult werden, dürfen teilnehme n. Die Maxi-Gruppe befasst sich
mit Kindern der Altersstufe von 5 – 6 Jahren.
In der Regel findet die Maxi -Gruppe einmal wöchentlich (je nach Inhalt vorm ittags oder
nachmittags) statt. Anhand von Aktionen und Exkursionen lernen die Kinder bei
altersgerechtem Tempo, miteinander Aufgaben zu lösen, die speziell auf sie, ihren
momentanen Entwicklungsstand und ihre speziellen Wünsche zugeschnitten sind.
5.6.8. Gestaltung der Räume
Kinder wollen sich und anderen begeg nen, sich selbst und den Raum entdecken und
verändern, etwas nach außen sichtbar machen, malen, gestalten, sich bewegen und zur Ruhe
kommen. Uns ist es wichtig, innerhalb der Einrichtung eine angenehme, anregungsreiche und
gemütliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich Kinder altersentsprechend entfalten können,
in der ihre Selbständigkeit und Eigenaktivität gefördert werden, sie sich in einer Gemeinschaft
erleben und ihr Sozialverhalten entsprechende Unterstützung erfährt.
Die übersichtlichen Gruppenräume sind in Funktionsbereiche unterteilt, lassen jedoch bewusst
Freiräume zur flexiblen Umgestaltung offen. Rücksichtnahme, Selbstachtung und das
Selbstbewusstsein der Kinder werden gestärkt. Die Gestaltung der Räume wird an den
Bedürfnissen und Interessen der Kinder angepasst.
Die Erfahrung unterschiedlicher Raumaufteilungen, Ebenen und Bodenbeschaffenheiten
ermöglicht vielfältiges Lernen, z.B. mal das Gruppengeschehen aus einer anderen Perspektive
zu verfolgen. Durch gesonderte Nebenräume und Teilbereiche, wie Kuschelecke, Schlafraum,
Lese- und Sitzecke, können sich die Kinder jederzeit zurückziehen.
Die Gruppenräume sind altersentsprechend und anregend möbliert. Tische, Schränke und
Regale, Stühle, Podeste, Teppiche, Freiflächen und Kuschelnester laden zum Verweilen ein und
fordern die Kinder auf, die unterschiedlichsten Materialien im Kreativ -, Bewegungs -,
Konstruktions-, Rollenspiel - und Entspannungsbereich zu nutzten. Sowohl diese
differenzierten Materialien als auch die Gegenstände des täglichen Lebens werden immer
wieder kindgemäß präsentiert und entsprechend den Bedürfnissen, Erfordernissen und
Wünschen der Kinder ausgewechselt und gepflegt. Thematische Raumdekorationen spiegeln
wieder, womit die Kinder sich gerade beschäftigen.
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6. Querschnittsaufgaben
6.1. Partizipation
Partizipation ist ein grundlegendes Recht der Menschen (Artikel 1 und 2 Grundgesetz) und als
Auftrag der Tageseinrichtung gesetzlich festgelegt im Sozialgesetzbuch (SGB).
Im Wesentlichen geht es darum, Kindern und Eltern die Mitsprache bei Planungs-, Gestaltungs-
und Entscheidungsprozessen zu verschaffen, die direkten oder auch indirekten Einfluss auf ihre
Lebenswelten haben.
Durch frühes Einbeziehen in Entscheidungen entwickeln Kinder Problemlösungsstrategien und
üben sich in deren Umgang umso das Gefühl zu entwickeln selbstwirksam zu sein. Durch die
Übernahme von kleinen Verantwortlichkeiten und Aufgaben und deren erfolgreiche Bewältigung
entwickeln sie Vertrauen in eigene Fähigkeiten, lernen eigenverantwortliches Handeln und
erhalten Respekt vor anderen Personen.
Partizipation ermöglicht:
Kindern Mitbestimmung und Mitverantwortung zu erlernen und zu tragen
Kindern die Auswirkungen ihres Engagements zu sehen, nachzuvollziehen und sich damit
identifizieren zu können.
Kindern und Erzieherinnen gemeinsam Entscheidungen und Lösungen für Probleme zu finden
Wir legen besonderes Augenmerk auf die Motivation der Kinder und auf die Auswahl der
Methoden der Beteiligung. Partizipation soll Spaß machen, da sie sonst schnell ihre
Anziehungskraft verliert. In unserer Einrichtung sind unterschiedliche Formen der Partizipation
vorhanden, z.B.: Teilhabe an einfachen dialogischen Gesprächssituationen (Spiel -und
Gesprächskreisen), spontane Gesprächsrunden, Bewältigung von Konfliktsituationen, Wahl des
Elternrates, Freispiel, Elternversammlungen, Frühstücksbuffet.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Partizipation ist, dass die Erwachsenen die Äußerungen aller
Kinder wertschätzend beachten, sie ernst nehmen und sie auf der Suche nach eigenen Lösungen
unterstützen. Kinder erhalten so die Chance, sich zu starken individuellen Persönlichkeiten,
engagierten und kritischen Bürgern/innen in einer demokratischen Gesellschaft zu entwickeln.
6.1.1. Beschwerdemanagement für Kinder
Die Kinder haben die Möglichkeit zu jeder Zeit ihre Bedürfnisse, Wünsche sowie Beschwerden
zu äußern. Sie nutzen je nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen unterschiedliche Formen der
Beschwerde z.B.: Nonverbale -, Ermöglichungs-, Verhinderungs-, Spontan -, Indirekte- sowie
Einzelbeschwerde.
Kinder können und dürfen sich an einen ihnen vertrauten Mitarbeiter wenden. Im
morgendlichen Sing- und Gesprächskreis haben die Kinder z.B. die Möglichkeit sich und ihre
Beschwerde vorzubringen. Ebenso können sie im persönlichen Gespräch ihre Anliegen
formulieren. Hier werden alle Kinder ernst genommen und unterstützt, das Vorgebrachte
umzusetzen.
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Die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein werden damit gestärkt.
Kommunikationsfähigkeit und Vertrauen wird gefördert, Achtung vor dem Anderen und
Wertschätzung erlernt.
6.2. Inklusion
Die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf ist in den
Kindertageseinrichtungen des ASB RV Münsterlands e.V. gelebter Alltag . Die verschiedenen
Interessen und Bedürfnisse der Kinder sind eine Bereicherung für das Gruppenleben und bieten
allen Beteiligten ein breites Lernspektrum. Durch das Zusammenleben der Kinder werden soziale
Verhaltensweisen, wie Rücksichtnahme, Toleranz und Verantwortung besonders unterstützt.
Kinder machen früh die Erfahrung, dass ein Anderssein nicht ein besser oder schlechter bedeutet,
sondern mit Individualität und Persönlichkeit einhergeht. Unsere Arbeit wird unterstützt von einer
kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Frühförderstellen und Behörden.
Die inklusiven Gruppen bieten eine anregungsreiche Atmosphäre: Die Kinder lernen voneinander
wodurch Eigenaktivität, Selbstständigkeit und Sprache angeregt werden. Im gemeinsamen Spiel
können Fertigkeiten und Fähigkeiten durch gegenseitige Unterstützung erprobt und vertieft
werden.
Alle Kinder können leichter ihren Platz in der Kindergemeinschaft finden und ihr Selbstwertgefühl
stärken. Die Kinder lernen Kompromisse einzugehen und kommunikative Mittel einzusetzen,
damit ein gemeinsames Spiel möglich ist.
Ziel der inklusiven Arbeit ist es daher, ein Förderangebot zu gestalten, dass Potentiale weckt und
Entwicklungsprozesse anbahnt und zulässt. Unsere Gruppen sind umfassende Lernsituation für
Kinder, ein Lebens - und Erfahrungsraum, der kein Kind ausschließt. Jedes Kind wird in seiner
Individualität und Einzigartigkeit wahrgenommen und respektiert.
Das Zusammenleben im Alltag, sprich das Miteinander, ist von großem Wert und bietet allen
Beteiligten ein breites Lernspektrum. Kinder machen früh die Erfahrung, dass ein Anderssein nicht
ein besser oder schlechter bedeutet, sondern mit Individualität und Persönlichkeit einhergeht.
6.3. Interkulturelle Orientierung
Die Kindertagesstätte versteht sich als Begegnungsstätte zur Auseinandersetzung und Integration
unterschiedlicher Kulturen und sozialer Gefüge.
Da immer mehr Nationalitäten in den Stadtteilen zusammenleben, ist im Kontext der
Chancenangleichung der betreuten Kinder die Sensibilisierung für eigene und fremdlän dische
Kulturen unausweichlich. Wir legen den Grundstein für ein demokr atisches Zusammenleben und
wecken die Neugier Einblick in v erschiedene Kulturen zu nehmen. Verständnisvolles und
friedliches Miteinander begünstigt die Entwicklung zum weltoffenen toleranten Menschen.
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Ausgehend von unserer Leitorientierung versteht sich d ie Umsetzung der genannten Ziele
zunächst als Haltung aller am Erziehung-Bildung-und Betreuungsprozess Beteiligten.
Daraus leitet sich die Kontinuität in der Auseinandersetzung ab, lässt aber auch genügend Raum
aktuelle Anlässe, Feste und Feiern im Jahresk reis zum interkulturellen pädagogischen Programm
zu erklären. Beteiligung an dem gesamten Prozess erwarten wir von allen sozialpädagogischen
Fachkräften wünschen uns diese aber auch von den Erziehungsberechtigten und anderen
Interessierten aus den Gemeinden.
7. Gesundheitsförderung
7.1. Bewegung
Es liegt in der Natur eines jeden Kindes sich zu bewegen. Wir bieten den Kinder Raum und Zeit sich
selbst darin zu fördern was ihnen zurzeit Spaß bereitet. Spezielle Möbel unterstützen die
Lernprozesse der Kinder und steigern ihre Bewegungsfreude.
Durch altersentsprechendes Spielmaterial, angeleitete Bewegungseinheiten, Sing - und
Bewegungsspiele fordern wir die Kinder spielerisch dazu auf ihre bereits erlernten Fähigkeiten zu
vertiefen und zu erweitern.
7.2. Ernährung
Die meisten Kinder unserer Einrichtung verbringen einen Großteil des Tages in der
Kindertagesstätte. Montag bis Freitag werden mit Frühstück, Mittagessen und dem Nachmittag -
Snack drei Mahlzeiten gereicht. Die Einnahme der Mahlzeiten erfolgt in der Gemeinschaft mit den
Kindern und uns.
Daraus leitet sich eine besondere Verantwortung ab. Bei allen Mahlzeiten wird darauf geachtet,
dass die Kinder Achtung vor Lebensmitteln bekommen. Wir bieten eine gesunde, au sgewogene
und kindgerechte Ernährung, welche die Entwicklung, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden
der Kinder unterstützt. Unter Berücksichtigung der Vorlieben und Abneigungen der Kinder und den
Ansprüchen der Erziehungsberechtigten, sorgen wir im ständ igen Team -Dialog für eine
abwechslungsreiche Ernährung angelehnt an die Anforderungen der DGE (Deutsche Gesellschaft
für Ernährung e.V.).
Vielfalt und Selbstbestimmung zeichnen das Konzept (Partizipation) des Frühstücksbüfetts aus. Die
Kinder können selbst entscheiden, was und wann (8:00 h – 9:00 h) sie essen möchten. Die Kinder
erlernen hier sich bei der Zubereitung ihres Frühstücks frei zu entfalten und üben ihre
Selbstständigkeit. Ebenso lernen sie welche Lebensmittel zu einer vielseitigen Ernährung gehören.
Das Mittagessen wird in der Regel so gereicht, dass alle Kinder einer Gruppe als Gemeinschaft
essen.
Von allen Gruppen werden Projekte zum Thema „Ernährung“ (z.B. Kochen, Lebens mittelkunde,
nachhaltige Entwicklung, Ressourcenschonung, Vermeidung von Plastikmüll, saisonale Themen zu
Gemüsesorten….) durchgeführt. Bei der Gestaltung der Mahlzeiten ergibt es sich gelegentlich, dass
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die Kinder einbezogen werden. So wird elementares Erleben ermöglicht um die Nahrungsmittel in
unverarbeiteter Form kennen zu l ernen. Es ist uns wichtig, dass man nicht nur zu Tisch geht, um
etwas zu essen, sondern auch, um sich anderen mitzuteile n und Gemeinschaft zu erleben.
Gemeinsame Mahlzeiten erfordern zudem Rücksichtnahme auf andere und die Einhaltung von
Regeln.
Alle un sere Kitas werden mit Essen aus unserer eigenen Zentralküche versorgt. Um eine
sensorische und ernährungsphysiologische Qualität des Essens sicherzustellen, achten wir ganz
besonders auf die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter. So ist der Küchenleiter ein erfahrener
Küchenmeister und Ausbilder. Zudem wird die neue Zentralküche ergänzend hierzu von einer
Ökotrophologin hinsichtlich innovativer, gesunder und zeitgemäßer Ernährung für Kinder
begleitet.
Im Bereich der Ernährung erarbeiten wir innovative Wege der Mitbestimmung von Kindern und
Eltern. So wird z.B. ein gewählter „Kinderküchenrat“ aus den verschiedenen Einrichtungen
gebildet, der maßgeblich an der Gestaltung des Essensangebots und darüber hinausgehenden und
ergänzenden Inhalten (z.B. „Von der Saat bis zur Ernte“, „Was wächst denn da...“) beteiligt sein
wird.
Für Kinder, Eltern, pädagogische und hauswirtschaftliche Kräfte bauen wir mittelfristig eine
„Akademie für gesunde Kinderernährung“ auf. Hier sollen in Zukunft Kurse und Seminare zum
großen Themenfeld Ernährung angeboten werden.
7.3. Hygiene
Alle Maßnahmen, die der Gesundheit von Kindern, Erziehungsberechtigten, Besuchern und
Mitarbeitern sowie der Prävention von Erkrankungen dienen, werden unter dem Begriff „Hygiene“
verstanden. Grundlegende Ziele der Einrichtung sind:
o Technische und bauliche Anforderungen bezüglich der allgemeinen Hygienevorschriften
öffentlicher Einrichtungen werden erfüllt
o Allgemeine Hygienevorschriften sind den Mitarbeiter/innen bekannt und werden zur
bestmöglichen Vorsorge beachtet
o Mögliche Gefahrenquellen und deren gesundheitlichen Auswirkungen werden den Kindern
vermittelt.
Bei der Aufnahme in unsere Einrichtung ist eine Eingangsuntersuchung und eine Beratung in Bezug
auf einen vollständigen, altersgemäßen, nach den Em pfehlungen der ständigen Impfkommission
ausreichenden Impfschutz für alle Kinder durch einen Arzt erforderlich. Bei ansteckenden
Krankheiten wie z. B. Röteln wird das Gesundheitsamt sofort von uns informiert. Erkrankte Kinder
können unsere Einrichtung erst wieder besuchen, wenn durch eine ärztliche Bescheinigung eine
Ansteckung anderer ausgeschlossen wird.
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Mit den Kindern werden allgemeine Maßnahmen hygienischer Vorsorge erarbeitet, wie z. B.
Händewaschen nach dem Aufsuchen der Toilette.
Die Mitarbeiter/i nnen werden regelmäßig über Hygienevorschriften und Hygienemaßnahmen
belehrt. Regelmäßige Begehungen stellen sicher, dass technische und bauliche Einrichtungen den
hygienischen Anforderungen entsprechen. Alle Mitarbeiter/innen wissen um die Bedeutung von
möglichen und sinnvollen Vorsorgemaßnahmen, um gesundheitliche Schäden bzw. eine mögliche
Ausbreitung zu verhindern.
7.4. Prävention und Sicherheit
Sicherheit umfasst alle Vorsorgemaßnahmen, die dem Schutz der Kinder und Mitarbeiter/innen in
unserer Einrichtung dienen. Wir lassen uns von den grundlegenden Zielen leiten:
o Kinder, Mitarbeiterinnen, Erziehungsberechtigte und Besucher vor Verletzungen zu bewahren
o Potentielle Gefahrenquellen vorausschauend zu erkennen und rechtzeitig zu beheben
o Bestmögliche Hilfestellung bei Unfällen zu bieten und durch gezielte Maßnahmen zur Abhilfe
eine Wiederholungsgefahr zu vermeiden
Bei der Aufnahme der Kinder wird zwischen der Einrichtung und den Erziehungsberechtigten
vereinbart, wer befugt ist das Kind abzuholen.
In der Br ing- und Abholsituation wird durch verlässliche Regelungen eine sichere Übergabe des
Kindes gewährleistet.
Die Erzieher/innen stellen im gesamten Tagesablauf die notwendige Aufsichtspflicht sicher. Eine
regelmäßige Gebäude - und Außengeländebegehung finde t mit und ohne die
Sicherheitsbeauftragte der Einrichtung statt. Die dabei festgestellten Sicherheitsmängel werden
umgehend behoben. Die Sicherheitsbeauftragte besucht entsprechende Seminare und leitet
Vorgaben an das Team weiter.
Die Kinder werden regelmä ßig wiederkehrend über mögliche Gefahrenquellen im Haus und im
Garten informiert. Gemeinsam mit den Kindern werden Verhaltensregeln für potentiell gefährliche
Bereiche erarbeitet.
Für die Kinder frei verfügbare Materialien werden so untergebracht, dass für die Kinder kein
Sicherheitsrisiko entsteht.
Im Bereich der Ersten Hilfe nimmt das Personal regelmäßig an entsprechenden Schulungen teil.
Neue Mitarbeiter/innen werden im Hinblick auf Sicherheits -, Gesundheits - und
Notfallmaßnahmen eingearbeitet.
Gemeinsam achten alle Mitarbeiter/innen darauf, dass sich sämtliche Personen, die unsere
Einrichtung betreten, auch gefahrlos in ihr bewegen können.
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8. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner
8.1. Sozialraum
Im Hinblick auf die Umsetzung unserer konzeptionellen Ziele ist die intensive Einbeziehung der
relevanten sozialräumlichen Akteure u nd Institutionen unverzichtbar. Bei der Umsetzung dieser
Aufgabe hilft uns die im kommunalen Umfeld bereits vorhandene Vernetzung (siehe Punkt 3.2.2).
Dieses Kontaktnetzwerk wird von uns systematisch ausgeweitet; von herausragender Relevanz
sind hierbei natürlich der Aufbau und die Vertiefung von Kooperationen mit lokal ansässigen Kitas
und Schulen.
Zu diesen Netzwerken gehören in Münster beispielsweise die folgenden Institutionen:
o Begegnungszentrum Sprikmannstraße
o Beratungsstelle für Entwicklungsfragen "Frühe Hilfen"
o Erziehungsberatungsstelle Kinderhaus EB/ Caritas vor Ort
o fabi münster ev. Familienbildungsstätte
o Familienhebamme Hebamme Masume Parwaie
o Grundschule Kinderhaus West
o Jobcenter Münster
o Jugendamt Münster - Kindertagespflege
o Kinderschutzbund
o IHK Nord-Westfalen
o Klein- und Mittelständische Betriebe und Unternehmen in Münster und im Münsterland
o Praxis für Ergotherapie Ursula Spenthof
o weiterführende Schulen, Fachhochschule Münster
o u.a.
8.2. Interdisziplinäre und institutionelle Kooperation
Für eine optimale Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern sowie der Unterstützung und
Förderung von Familien ist eine enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachkräften und
Institutionen nötig. Kontakt und Austausch mit Pädagogen, Therapeuten, Ärzten, Psychologen
sowie einer institutionellen Kooperation von Frühförderstellen und Behörden, Kliniken sowie
familienentlastenden sozialen Diensten gehören zu unseren täglichen Aufgaben.
Mit den Lehrern der Grund -, Sonderschulen stehen wir, soweit die Erziehungsberechtigten uns
dieses genehmigt haben, im Rahmen der Einschulung in Kontakt.
Besuche in den Schulen und umgekehrt gehören zum Angebot unserer Arbeit. In dem Arbeitskreis
(AK) Grundschule und Kita werden Konzeptionen erörtert sowie Übergänge von Kita zur
Grundschule und gemeinsame Veranstaltungen geplant.
Zu den Fachschulen für Sozialpädagogik und den Regel- und Weiterführenden Schulen pflegen wir
im Rahmen der regelmäßigen Praktikantenbetr euung und Praktikantenanleitung einen regen
Austausch in Form von Besuchen der Praxisleitertreffen, Praxisbesuchen der Lehrkräfte,
Hospitationen der Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen usw..
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9. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften
Die Familien und wir gehen eine vertrauensvolle, partnerschaftliche Beziehung zugunsten der
Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder ein. Sie umfasst die Ergänzung und Unterstützung des
Kindes und dessen sozialen Netzwerkes durch Information und Beratung der Erziehungsberechtigten.
Die Erziehungsberechtigten sind hauptverantwortlich für die Erziehung des Kindes. Die Begegnung und
Zusammenarbeit ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Die Einrichtungen sind Orte für das
Entstehen sozialer Kontakte und bieten de n Erziehungsberechtigten pädagogische Unterstützung
durch Elternabende, Gesprächskreise, Vorträge und Beratung an.
Dabei begreifen die Kindertagesstätte als familienergänzende und –unterstützende Einrichtung, die
die individuellen Bedürfnisse der einzelnen wahrnimmt. Grundlagen der
erziehungspartnerschaftlichen Zusammenarbeit sind dabei gegenseitige Wertschätzung sowie die
Transparenz der pädagogischen Arbeit.
Elternarbeit umfasst verschiedene Aspekte:
o Wochenrückblicke, Fotoaushänge
o Entwicklungsgespräche, Bildungsdokumentation, auch Tür- und Angelgespräche
o Elternabende/Elternnachmittage mit pädagogischen Angeboten
o Hospitationen
o Fragebogen einmal jährlich – Betreuungszeiten, Betreuungsangebot, Wünsche, Anregungen
o Elternbeirat
o Vermittlung zu Beratungsstellen
10. Organisationsstruktur und QM
10.1. Organisationsstruktur
Das zum Einsatz gelangende hauptamtliche Kernpersonal verfügt grundsätzlich über die in der
Personalvereinbarung des KiBiz beschriebenen fachlichen Qualifikationen. Wir achten bei der
Personalakquise dar auf, ein heterogenes Team zusammenzustellen, dass sich in den eigenen
Stärken und Interessen ergänzt.
Unsere Mitarbeiter/innen nehmen regelmäßig an hausinternen sowie externen Fortbildungen und
Schulungen teil . Unser Verband verfügt hier über ein hauseigen es Bildungswerk, das ein
Gesamtspektrum von über 250 Aus - und Fortbildungsmöglichkeiten anbietet – zahlreiche dieser
Fortbildungen sind in den Bereichen der Kinder - und Jugendhilfe sowie der Integrationsarbeit
verortet. In Absprache mit dem Bildungswerk können zudem individuell auf die örtlichen Bedarfe
zugeschnittene Fortbildungen entwickelt werden. Außerdem partizipiert das Personal an
relevanten Fachtagungen. Der persönliche Fortbildungsbedarf wird in den jährlich stattfindenden
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Mitarbeiter/innengesprächen erörtert, hier werden auch geeignete Fort - und
Weiterbildungsmaßnahmen vereinbart.
Die verbindliche und regelmäßige Teilnahme an Fachgremien, fachspezifischen und
stadtteilorientierten Arbeitskreisen wird von unserer Seite sichergestellt.
10.2. Evaluation / Qualitätssichernde Maßnahmen
Im Rahmen regelmäßigen Teamsitzungen werden pädagogische Arbeit und die Umsetzung der
Angebote evaluiert und ggf. Verbesserungsvorschläge erarbeitet.
Die Teamsitzungen dienen ebenfalls der Besprechung von inhaltlichen Ange boten und
Arbeitsschwerpunkten. Der Entwicklung von neuen Angebots - und Projektideen wird hier
ebenfalls Raum gegeben.
Neben den bereits angeführten regelmäßigen Mitarbeiter*innengesprächen
Arbeitskreisteilnahmen und Weiterbildungen stellen eine standardisier te Dokumentation der
pädagogischen Arbeit (Portfolio. Entwicklungsberichte, BaSik Beobachtungsbögen) sowie die
Prozessvorgaben unseres verbandseigenen QM einen zentralen Aspekt der Qualitätssicherung dar.
10.3. Öffentlichkeitsarbeit
Unter Öffentlichkeitsarbeit verstehen wir alle Formen der Präsentation der Einrichtung in Bild und
Schrift sowie im Rahmen von öffentlichen Auftritten.
Außenstehende können so die Kindertagesstätte kennen lernen und erhalten ein Bild der Arbeit
und des Einrichtungsprofils.
Im Rahmen dessen werden
o Materialien zur Präsentation der Einrichtung wie Flyer, Projektmappen, Info -Stände,
Qualitätshandbuch erstellt und nach Absprache mit dem Träger veröffentlicht
o Artikel in der Mitarbeiterzeitschrift des Arbeiter-Samariter-Bund veröffentlicht
o Plakate und Aushänge zu besonderen Veranstaltungen, z. B. dem
Sommerfest verteilt, sowie die Presse informiert und eingeladen
o Exkursionen und Ausflüge veranstaltet
o Beteiligungen an Planungen von gemeinsamen Aktionen mit anderen Tagesstätten,
Einrichtungen und Verbänden vorgenommen (vgl. Interdisziplinäre Zusammenarbeit)
o Einladungen an andere soziale Einrichtungen ausgesprochen
Beschlussvorlage
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V/0253/2020 V/0253/2020 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Trägervergabe für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf, Bezirk Südost Beratungsfolge 09.06.2020 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 17.06.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 24.06.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 24.06.2020 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die viergruppige Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf dem Kinder- und Jugend- hilfeträger Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus (siehe Begründung zu Ziffer 3). Der voraussichtliche Betriebsbeginn der Kindertageseinrichtung ist zum Ende 2022 geplant. 2. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten werden folgende vertragliche Vereinbarun- gen entsprechend getroffen: 2.1 Für die Kindertageseinrichtung werden vertragliche Regelungen zur Trägerschaft (Leistungsver- einbarung) zwischen dem Träger Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus und der Stadt Münster getroffen. Es wird ein Trägeranteil von 10,3% vereinbart. 2.2 Mietvertragliche Regelungen werden zwischen der Wohn- und Stadtbau GmbH (Vermieter) und dem Träger Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus getroffen. Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 05.05.2020 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Tigger, Frau Kratz- Trutti, Frau Trockel Telefon: 492-5768 Tigger@stadt-muenster.de - 2 - V/0253/2020 II. Finanzielle Auswirkungen: Auswirkungen auf Transferaufwendungen im Teilergebnisplan (hier: städtischer Anteil an den B e- triebskostenzuschüssen) für Oktober bis Dezember 2022 = 244.900 € für 2023 ff. = 985.800 € Die Kosten teilen sich wie folgt auf Land, Stadt und Träger auf: Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. An- teil BKZ gesamt Gesamt Land Stadt Gesamt, ge- setzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (Erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Kath. KG St. Nikolaus 89,7% 40,3% 49,4% 10,3% 10,3% 0,0% 49,4% Okt. - Dez. 2022 2023ff. Träger Trägeranteil Städtischer Trägeranteil Städtischer Anteil Anteil BKZ Angebot Stadt. (erfor- derlicher Zu- schuss) gesamt Angebot Stadt. erfor- derlicher Zu- schuss gesamt 5 6 7 5 6 7 Kath. KG St. Nikolaus 25.224,70 € 0,00 € 120.980,60 € 101.537,40 € 0,00 € 486.985,20 € III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die Betriebskostenzuschüsse (Transferaufwendungen) wurden bereits mit dem Errichtungsbeschluss V/0831/2019 dargestellt und sind im Haushaltsplan 2020 ff. veranschlagt. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung dieser Kindertageseinrichtung mit der Vorlage V/0831/2019 beschlossen: Die Kindertageseinrichtung in Gremmendorf ist zunächst mit folgenden Gruppen geplant: 2 Gruppen für je 20 Kinder im Alter von 2 – 6 Jahren (G1) 1 Gruppe für 10 Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren (G2) 1 Gruppe für 20 – 25 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren (G3) und umfasst insgesamt 70 – 75 Plätze, davon 22 u3-Plätze und 48 – 53 ü3-Plätze. Die jeweilige Gruppenstruktur wird auf der Grundlage der jährlich zu vereinbarenden Rahmenstru k- turen bedarfsgerecht weiterentwickelt. - 3 - V/0253/2020 Neben dem Angebot einer wöchentlichen Betreuung von 45 Stunden werden ebenfalls elterliche Bedarfe nach einer wöchentlichen Betreuung von 25 Stunden und 35 Stunden mit Übermittagsbe- treuung (Blocköffnungszeit) flexibel angeboten. Im Rahmen des oben genannten Errichtungsbeschlusses hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, die Trägerschaft für diese Einrichtung an einen geeigneten freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe zu vergeben. Mit der Trägerausschreibung wurden die Bewerber darauf hingewiesen, dass abhängig von den B e- darfen der Eltern und in Absprache mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Angebote der flexiblen Öffnungszeiten gem. § 48 KiBiz NW entwickelt werden sollen. 2. Verbindliche Bewerbung freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft Die Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster sowie die in der Arbeitsgemeinschaft gem. § 78 SGB VIII (AG 5 – Kindertagesbetreuung) tätigen Träger wurden am 16.12.2019 über die Pla- nungen der Stadt Münster zum Neubau dieser Einrichtung und über das Ausschreibungsverfahren für die Betriebsträgerschaft informiert und gebeten, bis zum 30.01.2020 ihr Interesse an einer Übernah- me der Trägerschaft mitzuteilen. Gleichzeitig erfolgten diesbezüglich eine Pressemitteilung am 16.12.2019 und eine Veröffentlichung der Ausschreibung auf der Internetseite des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Träger, die ihr Interesse bekundet haben, legten zwischen dem 12.02. und 13.03.2020 ihre Konzepte und trägerschaftlichen Vorstellungen entsprechend der in Kapitel 3 genannten Kriterien dar. Die Frist zur Abgabe einer daran anschließenden, verbindlichen Bewerbung war der 20.03.2020. Folgende Träger haben anschließend eine verbindliche Bewerbung abgegeben (in alphabetischer Reihenfolge): Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V. (ASB), Gustav-Stresemann-Weg 62, 48155 Münster educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH (educcare), Alter Markt 36-42, 50667 Köln FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH (Fröbel), Komödienstraße 18-24, 50667 Köln Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus (KG St. Nikolaus), Herrenstraße 15, 48167 Münster Kinderzentren Kunterbunt gGmbH (Kinderzentren Kunterbunt), Carl-Schwemmer-Straße 9, 90427 Nürnberg Kleine Riesen Nord gGmbH (Kleine Riesen Nord), Esslinger Straße 69, 73732 Esslingen Pi Casa Kindertagesstätten gGmbH (Pi Casa), Lenaustraße 1, 40470 Düsseldorf Villa Luna gGmbH (Villa Luna), Am Flachsbach 19, 52223 Stolberg 3. Trägerauswahl 3.1. Kriterien für den Entscheidungsvorschlag Mit der Bewerbung haben die Träger Konzeptionen übersandt, die den Anlagen zu entnehmen sind. Die Verwaltung hat mit allen Bewerbern umfangreiche Trägergespräche anhand des in der Vorlage V/0089/2018 beschriebenen Gesprächsleitfadens geführt und die folgenden, in der Vorlage darge- stellten Auswahlkriterien zur Bewertung der Gespräche/Konzepte herangezogen: - 4 - V/0253/2020 - Wirtschaftlichkeit - Fachlichkeit/Pädagogik o Rahmenkonzept o Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik o Gesundheitsförderung o Sozialraumorientierung und Kooperationspartner o Erziehungs- und Bildungspartnerschaften o Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen - Besondere Merkmale des Trägers Die Zusammenfassung der Gesprächsdokumentation sowie die Informationen aus den ausführlichen Gesamtkonzeptionen der Träger sind dem im Anhang beigefügten Auswertungsformular zu entneh- men. 3.2. Analyse der Wirtschaftlichkeit Im Rahmen dieser Analyse werden jeweils die jährlichen Kosten für den durchgängigen Betrieb einer Kindertageseinrichtung dargestellt. Die anteiligen Betriebskosten ab Inbetriebnahme der Einrichtun- gen werden unter „II. Finanzielle Auswirkungen“ aufgeführt. Trägeranteile Bezüglich des gesetzlichen Trägeranteils gibt es für die Trägerschaft folgende Angebote: Die Angebote der Träger zum Eigenanteil des Trägers an den Betriebskosten sind der folgenden Ta- belle zu entnehmen. Zur Bewertung der Angebote ist dort zusätzlich der prozentuale Anteil für den gesamten städtischen Zuschuss dargestellt (= Gesetzlicher Förderanteil am Betriebskostenzuschuss + freiwilliger städtischer Zuschussanteil am Eigenanteil des Trägers). a) Vergleichstabelle: Prozentuale Aufteilung der Betriebskosten Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. An- teil BKZ gesamt Gesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 ASB 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 5,0% 2,8% 55,0% educcare 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 1,8% 6,0% 58,2% Fröbel 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 7,8% 0,0% 52,2% Kath. KG St. Nikolaus 89,7% 40,3% 49,4% 10,3% 10,3% 0,0% 49,4% Kinderzentren Kunterbunt 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 4,0% 3,8% 56,0% Kleine Riesen Nord 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 7,8% 0,0% 52,2% Pi Casa 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 7,8% 0,0% 52,2% Villa Luna 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 7,8% 0,0% 52,2% Die jährlichen Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne betragen ab 2023ff. 838.100 € und teilen sich dementsprechend wie folgt auf: - 5 - V/0253/2020 b) Vergleichstabelle: Beträge Trägeranteil/Freiwilliger städt. Zuschuss/Städtischer Gesamtanteil BKZ Jährliche Kosten ab 2023 ff. Träger Trägeranteil Städtischer Anteil BKZ Angebot Stadt. (FWZ) gesamt % € % € % € 5 6 7 ASB 5,0% 49.290,00 € 2,8% 27.602,40 € 55,0% 542.190,00 € educcare 1,8% 17.744,40 € 6,0% 59.148,00 € 58,2% 573.735,60 € Fröbel 7,8% 76.892,40 € 0,0% 0,00 € 52,2% 514.587,60 € Kath. KG St. Nikolaus 10,3% 101.537,40 € 0,0% 0,00 € 49,4% 486.985,20 € Kinderzentren Kunterbunt 4,0% 39.432,00 € 3,8% 37.460,40 € 56,0% 552.048,00 € Kleine Riesen Nord 7,8% 76.892,40 € 0,0% 0,00 € 52,2% 514.587,60 € Pi Casa 7,8% 76.892,40 € 0,0% 0,00 € 52,2% 514.587,60 € Villa Luna 7,8% 76.892,40 € 0,0% 0,00 € 52,2% 514.587,60 € Die Träger Fröbel, KG St. Nikolaus, Kleine Riesen Nord, Pi Casa und Villa Luna bieten den vollen Trägeranteil von 7,8% (freier Träger) bzw. 10,3% (kirchlicher Träger) für den Betrieb der Kindertages- einrichtung an. Die Träger ASB, educcare und Kinderzentren Kunterbunt bieten einen geringeren Trägeranteil an, sodass ein freiwilliger städtischer Zuschuss notwendig wird. 3.3. Analyse der Fachlichkeit/Pädagogik Anhand der in der Vorlage V/0089/2018 beschriebenen Auswahlkriterien zum Thema der Fachlich- keit/Pädagogik wurden die Konzepte und Bewerbungsgespräche der interessierten Träger ausgewer- tet (siehe hierzu auch die ausführlichen Auswertungsformulare im Anhang dieser Vorlage). Alle Bewerber bestätigten, dass eine Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) getätigt wird. Der Träger: ASB Regionalverband Münsterland e.V. Der Träger betreibt seit 2017 das Familienzentrum Grünschleife in Kinderhaus und seit 2019 die De- pendance Mathilde-von-Hofstetten-Kita in Kinderhaus sowie die Julius-Moses-Kita am Dahlweg. Wei- terhin nimmt der Träger in 2020 zwei neue Einrichtungen in Betrieb (Gustav-Dietrich-Kita in Angel- modde Dorf und Alfred-Bernstein-Kita in Wolbeck). Zudem ist der ASB Träger von drei Großtages- pflegestellen in Angelmodde mit angestellten Tagespflegepersonen. Der Träger betreibt zusätzlich in anderen Städten Kindertageseinrichtungen und ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe aner- kannt. Der Träger hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Aus- richtung darlegen. Die konzeptionellen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bewegung. Der Träger benannte im Bewerbungsverfahren zudem das Thema Migration als ei- nen grundsätzlichen Bestandteil der pädagogischen Aufgabenstellung in der Kindertageseinrichtung. Es ist eine enge Kooperation mit den bereits im Bezirk Südost befindlichen ASB-Kitas und Großta- gespflegestellen geplant. Der ASB ist Betreiber der Zentralen Unterbringungseinheit für geflüchtete Menschen (ZUE) auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne. Es bestehen daher an diesem Standort viele Kooperationen und Vernetzungen zu Akteuren im Stadtteil. Zudem ist er vor Ort bereits Mitglied in verschiedenen Arbeitskreisen. - 6 - V/0253/2020 Der Träger: educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH Die educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH ist ein in Münster ansässiger Träger. Zurzeit be- treibt educcare zwei Kindertageseinrichtungen: die Betriebskita Lacki Kids in Hiltrup seit 2013 und seit 2019 die Kita Waldbach in Wolbeck. Ab Herbst 2020 wird die Hedwig-Feibes-Weg Kita in Mecklen- beck von educcare in Betrieb gehen. Bundesweit ist educcare Betreiber von aktuell 38 Kindertages- einrichtungen und ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Der Träger hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Der Träger benannte im Bewerbungsverfahren das Angebot einer bilingualen Spracherzie- hung. Weitere konzeptionelle Schwerpunkte stellen die Bewegungsförderung und Naturwissenschaf- ten dar. Zudem bietet educcare flexible Öffnungszeiten nach den Bedarfen der Eltern an. Der Träger benannte darüber hinaus seine Offenheit für eine Vernetzung im Stadtteil sowie der Kooperation mit der Kindertagespflege. Darüber hinaus ergeben sich durch den Ausbau weiterer Standorte in Münster Synergien zu den Einrichtungen in Hiltrup, Wolbeck und Mecklenbeck. Der Träger: FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH Der Träger Fröbel betreibt in Münster zwei Einrichtungen: seit 2019 am Emmy-Herzog-Platz in Rumphorst und seit 2020 die Kita Landsberger Straße in Amelsbüren. In 2021 werden die Kita Zent- rum Nord und in 2022 die Kita Sonnenstraße in Betrieb gehen. Der Träger betreibt aktuell bundesweit 190 Kindertageseinrichtungen und ist als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt. Der Träger hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Der Träger benannte im Bewerbungsverfahren für diesen Standort zudem einen Schwerpunkt im Bereich der Sozialraumentwicklung für die York Kaserne. In Gremmendorf sollen mit vorhandenen und neuen Akteuren auf dem Gelände Kooperationen entwickelt werden. Durch die Übernahme weiterer Einrichtungen in Münster sollen stadtweit Synergieeffekte erzielt wer- den. Der Träger: Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus ist bereits Träger von drei Kindertageseinrichtungen im Bezirk Südost. (Kita St. Bernhard Angelmodde, Kita St. Ida Gremmendorf und Kita und Familienzent- rum St. Nikolaus Wolbeck) und ist als Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Der Träger hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Die aktive Teilhabe aller Kinder und die Arbeit in einer Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit und der Sicherheit werden als besondere Schwerpunktthemen hervorgehoben. Die vorhandenen, umfassenden Vernetzungen im Stadtteil sollen zugunsten einer gemeinsamen Entwicklung des neuen York Quartiers genutzt werden. Insbesondere mit der Grundschule und dem Arbeitskreis Gremmendorf erfolgt ein intensiver Austausch. Mit einer Anbindung an die Kirchenge- meinde können weitere Kooperationen hinsichtlich verschiedener Familienangebote entstehen. Durch eine zusätzliche Kindertageseinrichtung innerhalb der Kirchengemeinde entstehen Synergieeffekte für alle vier Standorte im Gemeindegebiet. Der Träger Kinderzentren Kunterbunt gGmbH Der Träger mit Sitz in Nürnberg ist bislang nicht als Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster tätig. Er ist ein bundesweit tätiger Träger mit insgesamt 80 Einrichtungen, davon 30 in Nordrhein- Westfalen und ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Der Träger hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Konzeptionelle Schwerpunkte stellen die Bereiche Partizipation und Gesundheitsförderung dar. Zusätzlich hat der Träger Erfahrung im Bereich der flexiblen Betreuung und bietet verlängerte Öffnungszeiten, analog zum Angebot ExtraZeit/FlexiZeit, an. Die Vernetzung und Kooperation im Stadtteil ist geplant. Darüber hinaus sollen zwei Einrichtungen in Telgte als Partnereinrichtungen zur Verfügung stehen. - 7 - V/0253/2020 Der Träger: Kleine Riesen Nord gGmbH Der Träger betreibt bereits sechs Kitas in Münster (Willingrott, Hermannschule, Pavillon Albachten- Ost, Meyerbeerstraße, an der Eichendorffstraße und der Pavillon Beckstraße sowie die jeweiligen Folgeeinrichtungen in Albachten und in der Aaseestadt). Der Träger betreibt aktuell bundesweit 31 Kindertageseinrichtungen und ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Der Träger hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Der Träger benannte im Bewerbungsverfahren das Thema Migration als einen grundsätzlichen Be- standteil der pädagogischen Aufgabenstellung in der Kindertageseinrichtung. Der Träger plant dar- über hinaus eine konkrete Zusammenarbeit mit den im Sozialraum ansässigen Kitas, Schulen und Sportvereinen und stellte seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kindertagespflegestellen vor. Für diesen Standort ergeben sich Synergien insbesondere zur Kita Kleine Riesen Nord gGmbH An- gelmodde an der Eichendorffstraße. Der Träger: Pi Casa Kindertagesstätten gGmbH Der Träger ist in Düsseldorf ansässig und bislang nicht als Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster tätig. Pi Casa betreibt aktuell drei Kindertageseinrichtungen und vier Großtagespflegestellen in Düsseldorf und Essen. Der Träger ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Er hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Der Träger benannte im Bewerbungsverfahren zudem die Schwerpunkte Partizipation und die Arbeit im gestalterisch, musischen Bereich. Der Träger arbeitet in Form eines Familienunternehmens und stellte seine Erfahrungen im Bereich betrieblicher Kindertagesbetreuung sowie der Betreuung in Randzeiten dar. Der Träger Villa Luna gGmbH Villa Luna ist bislang nicht als Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster tätig. Der Träger ist in Düsseldorf ansässig und betreibt aktuell acht Kindertageseinrichtungen in vier Bundesländern, davon fünf in NRW. Der Träger ist als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt. Er hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Der Träger be- nannte im Bewerbungsverfahren zudem Schwerpunkte in den Bereichen Bilingualität und Interkultur- alität, Bewegung sowie Naturwissenschaften. Zudem bietet der Träger flexible und bedarfsgerechte Öffnungszeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. 4. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung schlägt abschließend vor, dem Träger Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf zu übertragen, da der Träger den vollen Trägeranteil von 10,3% für den Betrieb der Kindertageseinrichtung anbietet, ein umfassendes pädagogisches Konzept vorgelegt hat und über langjährige Erfahrungen im Bereich der Kindertagesbetreuung im Bezirk Südost verfügt. Durch die Übertragung der Trägerschaft kann die Kirchengemeinde zukünftig in Münster an vier Standorten im Bezirk Südost in den Stadtteilen Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck aktiv in der Kindertagesbetreuung arbeiten. Die Trägerübernahme durch die Kirchengemeinde St. Nikolaus eröffnet weitere Synergieeffekte (z. B. Personaleinsatz, Verbundleitung) für diesen Standort durch Kooperationen mit den nahegelegenen Kitas St. Ida und St. Bernhard und dem Familienzentrum St. Nikolaus. Der Träger plant einen Ausbau der engen Vernetzung im Sozialraum und hat ein großes Interesse das neue Quartier auf dem Ge- lände der ehemaligen York Kaserne mitzugestalten. Im Verfahren wurde beachtet, dass sowohl die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus, als auch die Träger FRÖBEL Bildung und Erziehung GmbH, Kleine Riesen Nord gGmbH, Pi Casa und Villa Luna ebenfalls den vollen Trägeranteil bieten. - 8 - V/0253/2020 Aufgrund der oben beschriebenen Gründe wird die Übernahme der Trägerschaft an den Träger Ka- tholische Kirchengemeinde St. Nikolaus von der Verwaltung vorgeschlagen. Mit einer weiteren Ein- richtung innerhalb der Kirchengemeinde im Stadtbezirk Südost wird der Träger in die Lage versetzt, weitere Synergien (u. a. Vertretungsregelungen) zu schaffen. Mit diesem Beschluss wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger gefunden, so dass weitere Detailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Das Verfahren zeigt weiterhin das Interesse freier Träger an einer Trägerschaft von Kitas in dieser Stadt. Gleichzeitig zeigt das Verfahren auch, dass erneut neue Träger mit einem hohen Trägeranteil bereit sind, sich zu engagieren. Das gesamte Auswahlverfahren belegt zudem eine hohe Fachlichkeit der Träger, die sich abschlie- ßend für eine Trägerschaft verbindlich beworben haben. Der Verwaltungsvorschlag hatte die Aufgabe, aus acht Bewerbern unter der gleichgewichteten Wür- digung der Fachlichkeit / Pädagogik und der Wirtschaftlichkeit einen Vorschlag darzustellen. Das in der Vorlage V/0089/2018 beschriebene Verfahren zur Trägerauswahl liegt der Bewertung der Bewer- ber zu Grunde. I.V. Gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: 1. Anlage A 2. Auswertungsformulare aller Träger 3. Bewerbungsunterlagen: Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V., Gustav- Stresemann-Weg 62, 48155 Münster 4. Bewerbungsunterlagen: educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH, Alter Markt 36-42, 50667 Köln 5. Bewerbungsunterlagen: FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH, Komödienstraße 18-24, 50667 Köln 6. Bewerbungsunterlagen: Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus, Herrenstraße 15, 48167 Münster 7. Bewerbungsunterlagen: Kinderzentren Kunterbunt gGmbH, Carl-Schwemmer-Straße 9, 90427 Nürnberg 8. Bewerbungsunterlagen: Kleine Riesen Nord gGmbH, Esslinger Straße 69, 73732 Esslingen 9. Bewerbungsunterlagen: Pi Casa Kindertagesstätten gGmbH, Lenaustraße 1, 40470 Düssel- dorf 10. Bewerbungsunterlagen: Villa Luna gGmbH, Am Flachsbach 19, 52223 Stolberg Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der einzelnen Träger (Anlagen 3 bis 10: Anschreiben und Konzepte) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0253/2020 zur Verfügung. Link: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/infobi.php
Anlage_6.1_Kath_KG_St._Nikolaus_Bewerbung_York_Kaserne
1938 Zeichen
“2 St.Nikolaus ” MUNSTER Katholische Kirchengemeinde Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster * Herrenstraße 15 * 48167 Münster Jörg Hagemann Leitender Pfarrer Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Büroanschrift: z. Hd. Frau Tigger Herrenstr. 15 Hafenstr. 30 48167 Münster 48127 Münster Tel. 02506 8101111 Fax 02506 8101112 hagemann-j@bistum-muenster.de 20. Februar 2020 Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster Bewerbung - Kita York-Kaserne (Stadtteil Gremmendorf) Ausschreibungsnummer 04/2019 Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für das freundliche Gespräch am 19.02.2020 in Ihrem Hause, in dem wir Ihnen unsere kon- zeptionellen und wirtschaftlichen Vorstellungen für den Betrieb der neuen Kita auf dem Gelände der York-Kaserne erläutern durften. Die Kirchengemeinde St. Nikolaus erklärt mit diesem Schreiben, ergänzend zum Interessenbekundungs- schreiben vom 28.01.2020, dass die Kath. Kirchengemeinde sich mit diesem Schreiben verbindlich auf die Trägerschaft der neu zu errichtenden Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der York-Kaserne (Ausschreibungs-Nr. 04/2019) bewirbt. Im Falle einer positiven Trägerschaftsentscheidung bestätigt die Kirchengemeinde, als freier Träger, den im Kinderbildungsgesetz verankerten Trägeranteil an den entstehenden Betriebskosten in Höhe von 10,3 Prozent im Rahmen des kirchlichen Grundbestandes zu übernehmen. Für weitere Fragen stehen wir natürlich jederzeit gerne zur Verfügung und würden uns sehr über eine positive Rückmeldung zu unserer Trägerschaftsbewerbung freuen. Mit freundlichen Grüßen Jörg Hagemann), Pfarrer Katholische Kirchengemeinde Tel. 02506 8101110 stnikolaus-ms@bistum-muenster.de Bankverbindung St. Nikolaus Münster Fax. 02506 8101112 www.st-nikolaus-muenster.de Konto-Nr. 3969300 Herrenstraße 15 Seelsorgliches Notfall- facebook.com/sanktnikolausmuenster BLZ 400 602 65 48167 Münster handy: 0151 42648920 Darlehnskasse Münster e. G.
Anlage_4.1_Educcare_Bewerbung_York_Kaserne
2230 Zeichen
educcare • Alter Markt 36-42 • 50667 Köln educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH • Alter Markt 36-42 • 50667 Köln • Telefon 0 221 466 194 00 • Fax 0 221 466 194 99 • Email info@educcare.de Bankverbindung: Sparkasse KölnBonn • BLZ 370 501 98 • Konto 144 862 950 Geschäftsführer: Marcus Bracht, Axel Thelen • AG Köln HRB 48030 • USt-Idnr DE226823572 • Beirat: Prof. Gisela Lück, Fiona Stollmann, Dr. Patrick Adenauer, Dr. Günter Bulk, Dr. Ronald Bernecker, Prof. Dr. Henning Wode Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Frau Elisa Tigger 48127 Münster Köln, 20. März 2020 Interessenbekundung für Kindertageseinrichtungen in Münster Sehr geehrte Frau Tigger, hiermit bekunden wir unser Interesse an der Übernahme folgender Trägerschaft in Münster: - Kindertageseinrichtung York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf (04/19) Um unsere Qualität umsetzen zu können, ist eine freiwillige kommunale Förderung notwendig, da wir über keine weiteren Einnahmen oder Querfinanzierungen verfügen. Zudem ist es nicht in unserem Sinne, höhere Trägereigenanteile auf Kosten unseres Personals (z.B. durch Zahlung unterhalb des TVÖD) oder der Eltern (z.B. durch Erheben von direkten oder indirekten Elternbeiträgen) anzubieten (siehe §51 Abs.1 KiBiz ab 01.08.2020). Entsprechend bieten wir Ihnen folgenden Trägereigenanteil an: - (04/19) Kindertageseinrichtung York-Kaserne: 1,8% Dieses Angebot entspricht den ursprünglich bereits versendeten Unterlagen (Konzeption + Angebot). Mit den Kitas „Lacki Kids“ und „Waldbach“ betreiben wir bereits zwei Einrichtungen in Münster. Zudem ist in Mecklenbeck eine weitere Einrichtung im Aufbau. Gern würden wir unsere sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Münster fortsetzen und erweitern. Wir würden uns freuen die Verantwortung für weitere Kitas zu Rahmenbedingungen zu übernehmen, die uns nachhaltig frühkindliche Bildung auf höchstem Niveau ermöglichen. Wir stehen mit Engagement und Leidenschaft bereit hervorragende Kindertagesstätten für Kinder, Eltern und die Stadt Münster aufzubauen und zu betreiben. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Daniel Pullem Projektentwicklung
Anlage_5.1_Fröbel_Bewerbung_York_Kaserne
1616 Zeichen
A FRÖBEL Bildung und Erziehung - Komödienstr. 18-24 - 50667 Köln Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Frau Sabine Trockel Hafenstraße 30 48127 Münster Ausschreibung der Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf (Ausschreibungsnummer: 04/2019), Zeichen: 51 10 0113 Angebot zur Übernahme der Trägerschaft Sehr geehrte Frau Trockel, hiermit geben wir form- und fristgerecht unser verbindliches schriftliches Ange- bot zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Münster-Gremmen- dorf ab. Wie in unseren ausführlichen Bewerbungsunterlagen aufgeführt, ist es uns möglich, einen Trägeranteil in Höhe von 7,8% zu leisten. Für weiterführende Gespräche stehen wir sehr gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH 9 /& Vertrieb Nordrhein-Westfalen FRÖBEL Kompetenz für Kinder Köln, 27. Februar 2020 Von Oliver Just Tel 02212999 42-71 Just@froebel-gruppe.de FRÖBEL Bildung und Erziehung ge- meinnützige GmbH Komödienstr. 18-24 50667 Köln Tel 0221|29 99 42 60 Fax 0221|29 99 42 80 www.froebel-gruppe.de Geschäftsführung: Dr. Gudrun Rannacher Stefan Spieker (Sprecher) Aufsichtsratsvorsitzender Rainer Borgmann-Quade Bank für Sozialwirtschaft IBAN DE72 1002 0500 0003 3635 00 BIC BFSWDE33BER Amtsgericht Charlottenburg HRB 102668 B Sitz der Gesellschaft: Berlin Steuermummer 27/603/52722 Steuernummer des Organlrägers 27/635/52999 Gläubiger-Identifikationsnummer DE1172200000342860
Anlage_10.3_Villa_Luna_Kinderschutzkonzept_York_Kaserne
57010 Zeichen
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20,
Abt: Pädagogik und Qualität
KINDERSCHUTZKONZEPT
Inhalt
1. Einleitung .................................................................................................................. - 1 -
2. Präventiver Kinderschutz ........................................................................................ - 2 -
2.1. Strukturelle Rahmenbedingungen ....................................................................... - 2 -
2.2. Kinderrechte ........................................................................................................ - 2 -
2.3. Partizipation führt zum Kinderschutz ................................................................... - 4 -
2.4. Körperliche/sexuelle Bildung von Kindern ........................................................... - 6 -
2.5. Risikoanalyse ...................................................................................................... - 7 -
3. Umsetzung von Präventionsarbeit im Kita-Alltag .................................................. - 8 -
3.1. Nähe und Distanz ................................................................................................ - 8 -
3.2. Sprache und Wortwahl ........................................................................................ - 9 -
3.3. Umgang mit und Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken ........................ - 9 -
3.4. Ausflüge .............................................................................................................. - 9 -
3.5. Pädagogisches Handeln…………………………………………………………………10
4. Maßnahmen in Krisensituationen ......................................................................... - 10 -
4.1. Basis-Informationen .......................................................................................... - 11 -
4.1.1. Formen der Kindeswohlgefährdung ............................................................ - 11 -
4.1.2. Grenzverletzungen durch Erwachsene ....................................................... - 12 -
4.1.3. Übergriffe durch Erwachsene ..................................................................... - 13 -
4.1.4. Übergriffe von Kindern untereinander ......................................................... - 14 -
4.1.5. Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung durch Personensorgeberechtigte - 14 -
4.1.6. Täterstrategien ........................................................................................... - 16 -
4.2. Umgang mit interner Grenzüberschreitung ........................................................ - 17 -
4.2.1. Interventionsschritte ................................................................................... - 17 -
4.2.2. Prävention interner Grenzüberschreitungen ............................................... - 18 -
4.3. Verfahrensablauf ............................................................................................... - 19 -
4.3.1. Handlungsplan bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gem. §8a SGB VIII- 19
-
4.3.2. Verfahrensablauf bei Verdacht auf grenzverletzendes Verhalten von
Beschäftigten in der Einrichtung ......................................................................... - 20 -
Literaturverzeichnis ...................................................................................................... - 21 -
Anlage ............................................................................................................................ - 22 -
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Sprachform bei personenbezogenen Sub-
stantiven und Pronomen. Dies soll keinesfalls eine Benachteiligung anderer Geschlechter implizieren, sondern ist
im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutrale Formulierung zu verstehen.
- 1 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Kinderschutzkonzept der Villa Luna Kindertagesstätten
1. Einleitung
Der Schutz von Kindern (und Jugendlichen) hat sowohl für die Bundesregierung als auch für
uns bei Villa Luna oberste Priorität. Der Schutz psychischer und physischer Unversehrtheit
beginnt schon im Säuglingsalter und soll für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche in allen Le-
bensphasen und Lebenssituationen gewährleistet werden. Aus diesem Grund ist es für uns
eine Selbstverständlichkeit, die Grundpfeiler unserer pädagogischen Arbeit zum Wohl und
Schutz der uns anvertrauten Kinder zu akzentuieren.
Wir legen großen Wert darauf, dass für alle Akteure unserer pädagogischen Arbeit das kör-
perliche und seelische Wohl der Kinder an erster Stelle steht. Sie sollen sich frei, individuell
und in einer geschützten Atmosphäre entwickeln dürfen. Diesen sicheren Raum zu geben, ist
nicht nur Aufgabe der Familie, sondern auch die von sozialen Institutionen wie Villa Luna.
Das diesem Thema zugrundeliegende SGB VIII wurde 2015 durch das Kinder- und Jugend-
hilfeweiterentwicklungsgesetz erweitert. Dieses hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, den
Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Bedrohungen ihres Wohls zu verbessern.
§8a SGB VIII regelt das Verfahren zur Erfüllung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefähr-
dung. Das vorliegende Schutzkonzept soll einen Überblick darüber verschaffen, wie wir bei
Villa Luna unseren Auftrag umsetzen, das Wohl aller Kinder, die unsere Kindertagesstätten
besuchen, zu schützen und ihnen eine gewaltfreie Umgebung zu bieten.
§45 Abs. 2 SGB VIII: Erlaubnis für den Betrieb einer Einrichtung
(2) „Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn das Wohl der Kinder und Jugendlichen in der Einrich-
tung gewährleistet ist“.
In unseren Kindertagesstätten beginnt Kinderschutz bei den Inhalten unserer pädagogischen
Konzeption und der Qualifizierung unserer pädagogischen Fachkräfte, welche die Kinder stär-
ken, um sie bestmöglich vor Übergriffen zu schützen.
Um Kindern Schutz zu geben, ist Folgendes für uns von großer Wichtigkeit:
Eine gute Kommunikationskultur auf allen Ebenen (Träger/Leitung/Mitarbeiter/El-
tern/Kinder).
Ein enger Austausch mit den Eltern.
Eine Erziehungspartnerschaft eingehen.
Eine stetige Sensibilisierung für potentielle Gefährdungsrisiken.
Abgestimmte Verfahrensweisen, die ein verlässliches Vorgehen im Zusammenwirken
von Fachkräften, Leitung, Träger und weiteren Institutionen wie Jugendämtern garantie-
ren.
Festgelegte, einheitliche Handlungsschritte im pädagogischen Team, um ein einheitli-
ches pädagogisches Handeln zu gewährleisten.
Mitarbeiter die ihre persönliche Haltung und die eigenen Handlungsweisen reflektieren.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
2. Präventiver Kinderschutz
Strukturelle Rahmenbedingungen
Unser oberstes Ziel ist es, jede Villa Luna Kindertagesstätte zu einem sicheren Ort für die uns
anvertrauten Kinder zu machen. Aus diesem Grund hat das vorliegende Schutzkonzept eine
sehr große Bedeutung für unsere tägliche Arbeit. Präventionsmaßnahmen und Interventionen
im Falle von Fehlverhalten und Gewalt an Kindern durch Mitarbeiter der Villa Luna sind darin
festgelegt und beschrieben.
Auf allen Ebenen (Träger/Einrichtungsleitung/Mitarbeiter) legen wir Wert auf eine Kultur der
Achtsamkeit. Uns ist wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter nicht nur als wesentlicher Teil des
Systems sehen, sondern wissen, dass sie ernstgenommen und unterstützt werden. Auch in
den Einrichtungen ist ein wertschätzendes Miteinander essentiell. Unsere Mitarbeiter haben
regelmäßig Zeit, sich gemeinsam in Teamsitzungen mit der Thematik der Vorbeugung von
Übergriffen in der Einrichtung auseinanderzusetzen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und
eine präventive Haltung sowie Strukturen zu entwickeln.
2.2. Kinderrechte
Kinder besitzen eigene Rechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention Artikel 12 Absatz 1 vom
20.11.1989 verschriftlicht sind. In dieser heißt es:
„Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, seine eigene Meinung zu bilden, das
Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern und
berücksichtigen die Meinung des Kindes, angemessen und entsprechend seinem Alter und
seiner Reife.“. Auch auf Bundes- und Landesebenen ist dieses Recht verankert (siehe §8 SGB
VIII und §13 KiBiz).
Hieran angelehnt, betrachten wir in unserem Schutzkonzept den Schutz des Kindes als sein
Grundrecht, welches es ernst zu nehmen, zu schützen und umzusetzen gilt. Da wir das Kind
als Subjekt mit seinen vielfältigen Eigenschaften in seinem eigenen Lebenskontext wahrneh-
men, basiert der Kinderschutz bei uns vor allem auf Kompetenzerweiterung, Förderung der
Stärken und Partizipation.
Das Kind wird nicht
erst ein Mensch,
es ist schon einer.
(Januz Korczak)
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Beispiele für Kinderrechte in unseren Einrichtungen können u.a. sein:
Ich habe das Recht, mich wohlzufühlen und sicher zu sein!
Mein Körper gehört mir!
Ich habe das Recht, NEIN zu sagen!
Ich habe das Recht, fair und gerecht behandelt zu werden!
Ich habe das Recht, allein zu bestimmen, wer mich umzieht!
Das Gebäude der Kinderrechte (Anlage 6.)
(Originalzeichnung auf https://www.kinderrechte.de/kinderrechte/aufbau-der-konvention/)
In der Praxis heißt das, Kinder haben das Recht, in einer sicheren Umgebung ohne Diskrimi-
nierung zu leben. Sie haben das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung, medizini-
sche Versorgung, Ausbildung und auf Mitsprache bei Entscheidungen, die ihr Wohlergehen
betreffen (vgl. Wikipedia: Kinderrechtskonventionen 17.10.2019).
Schutzrechte
Art.:
2,8,9,16,17,22,30,
32,33,34,35,36,
37,38
Förderungs-
rechte
Art.:
6,10,15,17,18,23,
24,27,28,39,31,39
Beteiligungs-
rechte
Art.:
12,13,17
Art.1: Art.4: Art. 42: Art. 44:
Geltung für Kinder, Verwirklichung Verpflichtung zur Berichtpflicht
Begriffsbestimmung der Kinderrechte Bekanntmachung
Art. 3:
Vorrang des Kindeswohls
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
2.3. Partizipation führt zum Kinderschutz
„Für die meisten Kinder beginnt hierzulande das Leben außerhalb der Familie mit dem Ein-
tritt in eine Kindertageseinrichtung. Einen Teil ihres Alltags verbringen sie von diesem Mo-
ment an regelmäßig in einer öffentlichen Institution. Hier erleben sie das erste Mal, wie eine
Gemeinschaft von Menschen, die nicht miteinander verwandt sind, organisiert ist und welche
Rechte die einzelnen Mitglieder in dieser Gemeinschaft haben.“
(Hansen/Knauer/Sturzenhecker 2011, S.11).
Kinder können nur lernen, sich zu beteiligen und Teilhabe zu erfahren, wenn die Erwachsenen
dies zulassen und sie dabei unterstützen. Dazu, sich Beteiligungsrechte selbst zu erkämpfen,
sind Kinder in der Regel aufgrund ihrer Erziehungsbedürftigkeit nicht alleine in der Lage. Für
unsere tägliche Arbeit bedeutet dies zum einen, dass die Möglichkeiten zur Partizipation im
Team diskutiert und festgehalten werden, um einen gemeinsamen Konsens zu finden. Zum
anderen lassen wir die Kinder an der Tagesplanung teilhaben, damit Partizipationsprojekte
gelingen.
Einen besonders wichtigen Aspekt der Partizipation stellt für uns das Beschwerdemanagement
dar, das rechtlich bindend festgelegt ist. Damit dies gelingt, pflegen wir eine fehlerfreundliche
Kultur und haben eine respektvolle Haltung den Empfindungen der Kinder gegenüber. Die
Fehleroffenheit gilt dabei für alle Beteiligten in unseren Kindertageseinrichtungen (Kinder/El-
tern/Mitarbeiter/Leitungskräfte/Träger). Besonders Kinder sollen bei uns erfahren, dass
sie sich ohne Angst beschweren können und sie individuelle Hilfe erhalten, wenn sie auf diese
angewiesen sind bzw. diese wünschen. Hierzu sind im ersten Schritt Selbstreflexion und eine
persönliche sowie gemeinsame Haltung der pädagogischen Fachkräfte notwendig. Die ge-
meinsame Haltung wird in Teamsitzungen erarbeitet und fortlaufend neu reflektiert.
Unser Ziel ist es, die Rechte und die Möglichkeiten der Partizipation sowie Details zu unserem
Umgang mit Beschwerden in einer Kita-Verfassung niederzuschreiben, welche in den einzel-
nen Kita-Teams erarbeitet und im Kita-Jahr 2020/2021 implementiert werden soll.
Jede Beschwerde – egal ob von Kindern, Eltern oder Mitarbeiter – wird in unseren Einrichtun-
gen ernst genommen!
An erster Stelle steht für uns dabei immer das persönliche Gespräch. Daher bieten wir Kindern,
Eltern und Mitarbeitern eine Vielzahl von Gelegenheiten, um ihre Beschwerde zu äußern:
Für Kinder:
Einzelgespräche mit den Erziehern
Gesprächskreise in den Gruppen
Morgenkreise
Gruppensprecher/Kinderrat
Kinderversammlung
Kindersprechstunde bei der Einrichtungsleitung
Kinderbriefkasten für Wünsche und Beschwerden
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Für Eltern:
Elternsprechstunde bei der Einrichtungsleitung
Möglichkeit einer anonymen Beschwerde via Beschwerdebriefkasten
Elternbeirat
Elternabende
Entwicklungsgespräche
Elterngespräche
Elternbefragungen
Elternberatung
Elterncafé
Für Mitarbeiter:
Dienstbesprechungen
Kleinteamsitzungen
Gruppengespräche mit der Einrichtungsleitung
Fallbesprechungen/kollegiale Beratung
Supervisionen
Personalentwicklungsgespräche
Echte Partizipation fördert die Selbständigkeit der Kinder, führt somit zu mehr Selbstbewusst-
sein und unterstützt die Selbstwirksamkeit. Bei Villa Luna gibt es vielfältige Möglichkeiten für
unsere Kinder, um diese wichtige Teilhabe zu erfahren, z.B.:
Beteiligung bei Abstimmungen und der gemeinsamen Festlegung von Regeln
Eigenständige Durchführung von Morgenkreisen
Selbstständiges Auswählen ihrer Spielpartner während der meisten Zeit des Tages
Selbstständiges Auswählen ihrer Aktivitäten während der meisten Zeit des Tages
„Glückskind des Tages“ – dieses darf den Morgenkreis leiten
Beteiligung an der Wahl des Mittagessens
Auswahl der eigenen Kleidung
Liederauswahl mit bebilderter Liedermappe
Freiwillige Übernahme von Moderationen
Einbindung bei der Planung von Festen mit großen Entscheidungsfreiräumen
Sprachliche und nicht-sprachliche Interessensbekundungen von Kleinstkindern (U3)
werden beachtet, ernstgenommen und fließen in die Tagesplanung ein
Auswahl des Tischspruchs
Selbstständige Nutzung des Außengeländes in Kleingruppen unter Einhaltung zuvor
festgelegter Regeln
Unsere Kinder wissen, dass sie das Recht haben, „Nein“ zu sagen
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
2.4. Körperliche/sexuelle Bildung von Kindern
Zusätzlich zur Partizipation ist auch die körperliche/sexuelle Bildung von Kindern von großer
Bedeutung, damit präventiver Kinderschutz gelingt. Diese besondere Form der Bildung sollte
nicht nur Thema im Elternhaus sein, sondern auch in der Kindertagesstätte, die für die Kinder
einen wichtigen Lebensmittelpunkt darstellt. Bei Villa Luna stärken wir die Kinder deshalb bei
der Entwicklung eines positiven Körperbildes. Hierzu sind handlungsfähige und kompetente
Mitarbeiter unerlässlich, die eine tragfähige Bindung zu den Kindern aufbauen und leben. Auf
folgende Aspekte legen wir daher besonderen Wert:
Unsere Mitarbeiter
nehmen im Umgang mit den Kindern eine selbstreflexive Haltung ein.
besitzen Fachkenntnisse zur sexuellen Entwicklung im Kindesalter.
nehmen mit Empathie und Sensibilität die Kinder so an, wie sie sind.
können durch Beobachtung das kindliche Verhalten einschätzen und ihr pädagogisches
Handeln darauf abstimmen.
Durch regelmäßige Fortbildungen, Vorträge, pädagogischen Austausch und kollegiale Bera-
tung stellen wir die Weiterbildung unserer Mitarbeiter sicher. Der Bildungsbereich ‚körperli-
che/sexuelle Bildung‘ ist zudem in unserer pädagogischen Rahmenkonzeption verankert. Im
Teamprozess entwickelt jede unserer Einrichtungen einen Leitfaden zur kindlichen Sexualität.
Auf diese Weise wird Transparenz nach innen und außen für Mitarbeiter, Eltern und Träger
geschaffen, und alle Akteure sind darüber informiert, wie die jeweilige Einrichtung sexualpä-
dagogisch arbeitet. Darüber hinaus schafft dieser Leitfaden Handlungssicherheit für Mitarbei-
ter und Schutz für die Kinder.
Innerhalb dieses sehr sensiblen Bildungsbereichs ist eine enge Zusammenarbeit mit den El-
tern notwendig, die einen ständigen und informativen Dialog zwischen unseren Fachkräften
und den Eltern zum Thema ‚körperliche und sexuelle Bildung‘ voraussetzt. Für uns ist daher
eine hinreichende Beteiligung der Eltern sehr wichtig, damit unsere Präventionsarbeit gelingen
kann. Uns ist bewusst, dass Eltern oft Unsicherheiten und Ängste bezüglich dieser Thematik
zeigen, die einer feinfühligen Herangehensweise bedürfen. Durch einen offenen und konstruk-
tiven Umgang möchten wir ihnen verdeutlichen, dass ihre Gedanken wahrgenommen werden
und unsere Fachkräfte als Ansprechpartner für Fragen diesbezüglich zur Verfügung stehen.
Formen der Informationsvermittlung in unseren Einrichtungen sind z.B.:
Themen-Elternabende mit externen Fachkräften zur fachlichen Unterstützung
Elternbriefe zu geplanten Projekten
Projektdokumentationen von Kindern
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
2.5. Risikoanalyse
Es folgt die Risikoanalyse aller Villa Luna Kindertagesstätten. Es handelt sich um acht
Standorte mit insgesamt ca. 700 Kindern.
Aachen:
5 Gruppen mit bis zu 90 Kindern im Alter von 0,4 Jahren bis zur Einschulung
Berlin:
4 Gruppen mit bis zu 70 Kindern im Alter von 1,0 Jahren bis zur Einschulung
Düsseldorf-Bilk:
4 Gruppen mit bis zu 63 Kindern im Alter von 0,4Jahren bis zur Einschulung
Düsseldorf-Grafenberg:
6 Gruppen mit bis zu 101 Kindern im Alter von 0,4 Jahren bis zur Einschulung
Düsseldorf-Südring:
7 Gruppen mit bis zu 114 Kindern im Alter von 0,4 Jahren bis zur Einschulung
Hamburg:
5 Gruppen mit bis zu 80 Kindern im Alter von 0,4 Jahren bis zur Einschulung
Hannover:
4 Gruppen mit bis zu 75 Kindern im Alter von 1,0 Jahren bis zur Einschulung
Köln:
4 Gruppen mit bis zu 68 Kindern im Alter von 0,4 Jahren bis zur Einschulung
Folgende Punkte können u.a. ein Risiko darstellen:
Besondere Gefahrenmomente beim Wickeln, Toilettengang, Schlafen
1:1-Betreuung
Unübersichtliche Räumlichkeiten
Durch Personalmangel bedingte Überbelastung
Fehlende Möglichkeit zur anonymen Beschwerde
Fehlendes Beschwerdeverfahren für Kinder
Unbeobachtete Situationen
Durch Freundschaften im Kollegium bedingte Hemmungen, Kritik offen zu äußern und
unangemessenes Verhalten von Kollegen zu melden
Unzureichende Trennung zwischen beruflichen und privaten Kontakten zwischen Mitar-
beitern und Eltern: Sind die Beziehungen der Erwachsenen untereinander von einer
Pseudovertrautheit geprägt, verunsichert dies Kinder in ihrem Beziehungsverhalten. Sie
wissen nicht mehr, wem sie vertrauen können und wem nicht. In einer von Distanzlosig-
keit und oberflächlicher Vertrautheit geprägten institutionellen Atmosphäre fällt es kind-
lichen Opfern extrem schwer, ihren Eltern Gewalterfahrungen anzuvertrauen.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Keine/unzureichend gelebte Partizipation in den Einrichtungen
Fehlendes Vertrauen zur Einrichtungsleitung
Ängste der Mitarbeiter
Fehlender offener Umgang zwischen den Mitarbeitern und der Einrichtungsleitung
Fehlende Fachlichkeit der Mitarbeiter
Fehlendes Regelwerk für Praktikanten
Keine gelebte Lob- und Fehlerkultur
Keine erkennbare Haltung und Regelung zur kindlichen Sexualität und Doktorspielen
Fehlende Transparenz
Unklare Regeln
Eine gemeinsame Haltung zu den obengenannten Punkten ist für uns unabdingbar. Sie dient
der Risikoeinschätzung der jeweiligen Einrichtung und wirkt einem Machtmissbrauch durch
Mitarbeiter entgegen. Hierzu findet eine jährliche Reflektion in den Einrichtungen statt.
3. Umsetzung von Präventionsarbeit im Kita-Alltag
Um die zuvor unter 2.5 genannten Risikofaktoren auszuschließen, wurde der folgende Verhal-
tenskodex entwickelt. Er ist bindend für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie Prak-
tikanten unserer Kindertageseinrichtungen. Unsere Einrichtungen legen großen Wert auf ei-
nen natürlichen und herzlichen Umgang mit den Kindern. Im Rahmen der Profession als pä-
dagogische Fachkräfte gehen jedoch alle Akteure zum Wohle der Kinder achtsam und ange-
messen mit Körperkontakt um. Dabei hat u.a. Priorität, die Grenzsignale der Kinder zu beach-
ten und anzuerkennen.
Nähe und Distanz
Die Mitarbeiter küssen Kinder nicht und lassen sich nicht küssen. Möchte ein Kind die
Mitarbeiter küssen, wird es altersgemäß auf die nötige Distanz hingewiesen.
Bei Bedarf (Ablösungsphase, Trösten, Sorgengespräche…) dürfen Kinder auf den
Schoß und in den/auf den Arm genommen werden. Das Bedürfnis nach Nähe sollte da-
bei aber unbedingt vom Kind ausgehen, nicht vom Erwachsenen.
Eine Begleitung des Toilettenganges erfolgt nach den individuellen Erfordernissen und
den Bedürfnissen des einzelnen Kindes. Beim Toilettengang der Kinder halten Jungen
ihren Penis selber in die Toilette. Hilfe durch die Mitarbeiter beim Abwischen/Nachwi-
schen ist in Ordnung, nachdem die Kinder vorgewischt haben. Hierbei sind unbedingt
Handschuhe zu tragen!
Beim Wickeln ist es wichtig, den Kindern einen gewissen Schutzraum zu gewähren, z.B.
durch eine halb geschlossene Waschraum-Tür als Sichtschutz.
Bei der Schlafsituation und bei Einschlafproblemen werden Kinder von den Mitarbeitern
nur an Stellen berührt, an denen das Kind es ausdrücklich wünscht und die Eltern diesem
zugestimmt haben. Zu jeder Zeit verboten ist selbstverständlich das Berühren im Geni-
talbereich und an den Brüsten.
Die Mitarbeiter lassen sich nicht an die Brüste und den Genitalbereich fassen. Sollte ein
Kind dies tun, wird es altersgemäß auf die nötige Distanz hingewiesen.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Kein Kind wird angeschrien, geschubst, geschoben, gezogen, gekniffen, gebissen, ge-
schlagen, getreten, gedemütigt, bloßgestellt, ausgeschlossen oder sonstiger Gewalt
(weder psychisch noch physisch) ausgesetzt.
Kein Kind wird unter Krafteinwirkung hingesetzt, hingelegt oder am Arm festgehalten.
Unerwünschte Berührungen und körperliche Annäherungen der Kinder – insbesondere
in Verbindung mit dem Versprechen einer Belohnung oder Androhung von Strafe – sind
nicht erlaubt.
Die Mitarbeiter haben keine Geheimnisse mit den Kindern.
Kein Kind darf von Mitarbeitern nach Hause gebracht oder mit nach Hause genommen
werden.
Wenn ein Kind einzeln betreut wird (z.B. zur Sprachförderung), muss dies immer in den
dafür vorgesehenen und für andere zugänglichen Räumen stattfinden. Räume, in denen
sich Kinder und Mitarbeiter befinden, dürfen grundsätzlich nicht abgeschlossen werden.
Es darf keinerlei Druck und manipulative Macht auf ein Kind ausgeübt werden.
3.2. Sprache und Wortwahl
Kosenamen werden von den Mitarbeitern nicht verwendet. Die Kinder werden grund-
sätzlich beim Vornamen genannt. Auf Spitznamen ist zu verzichten, insbesondere auf
solche der übergriffigen, sexualisierenden oder herabwürdigenden Art.
Die Mitarbeiter verwenden weder sexualisierte Sprache noch abfällige Bemerkungen.
Die Geschlechtsteile werden von den Mitarbeitern korrekt und einheitlich benannt. Wir
haben uns auf folgende Begrifflichkeiten geeinigt: Penis und Scheide (Englisch: penis
and vagina).
Mitarbeiter sollten die Eltern siezen.
3.3. Umgang mit und Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken
Kein Kind wird unbekleidet oder in Unterwäsche fotografiert oder gefilmt.
Das Fotografieren (auch Abfotografieren von Bildaufnahmen) /Filmen/Anfertigen von
Tonaufnahmen mit Privathandys bzw. anderen privaten Geräten ist untersagt.
Vor dem Anfertigen und Veröffentlichen von Aufnahmen jeglicher Art ist die Erlaubnis
der Erziehungsberechtigten des betreffenden Kindes einzuholen. Für welche Art von
Aufnahme und Veröffentlichung die Zustimmung erteilt wurde, ist in der Anlage „Fotoer-
laubnis“ des Betreuungsvertrags einsehbar.
Alle Mitarbeiter und ehrenamtlich tätigen Personen verhalten sich in der Einrichtung ihrer
Rolle gemäß. Von „Freundschaften“ mit den Eltern bei WhatsApp, Facebook, Instagram
und anderen sozialen Medien ist abzusehen.
Die Verschwiegenheitspflicht gilt auch für Unterhaltungen in Schriftform, z.B. via
WhatsApp und andere Messenger.
Für die Kinder zugängliche Medien sind grundsätzlich altersentsprechend (FSK-Einstu-
fung) und pädagogisch sinnvoll einzusetzen.
3.4. Ausflüge
Ausflüge werden immer für die Eltern transparent und anschaulich kommuniziert.
Die Kinder sind immer durch die Mitarbeiter beaufsichtigt.
Bei einer Übernachtungssituation, z.B. bei der Vorschulübernachtung, sind die Kinder
nie alleine in einer Schlafsituation mit Mitarbeitern. Andere Kinder oder Mitarbeiter sind
immer dabei.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Die Mitnahme von Kindern im eigenen PKW ist nicht gestattet.
3.5. Pädagogisches Handeln
Die Mitarbeiter sind Vorbilder für eine gewaltfreie Kommunikation.
Unser Umgang mit Kindern und Eltern ist geprägt von Wertschätzung, Respekt und
Empathie.
Wenn ein Kind sich regelwidrig verhält und Konsequenzen tragen muss, müssen sich
die Maßnahmen auf den entsprechenden Sachverhalt beziehen (zeitnah handeln und
den Zusammenhang mit dem Kind besprechen).
Verbale und nonverbale Gewalt, Demütigungen und Freiheitsentzug durch Mitarbeit-
er werden nicht toleriert.
Unsere pädagogische Arbeit basiert auf der Grundlage der Kinderrechte und wird alters-
gerecht gestaltet.
Transparente, klare und nachvollziehbare Regeln und Konsequenzen werden partizipa-
tiv mit den Kindern erarbeitet. Die Wegnahme von persönlichen Gegenständen als
Erziehungsmaßnahmen ist nicht erwünscht.
Die Eltern werden als Experten für ihre Kinder wahrgenommen und in ihrer Verantwor-
tung respektiert.
Wir reflektieren regelmäßig unser pädagogisches Handeln.
Kein Kind wird zum Essen gezwungen.
Die Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Toilettengang dürfen den Kindern nicht
verweigert werden.
Die Mitarbeiter behandeln alle Kinder gleich. Es finden keine Bevorzugungen statt.
4. Maßnahmen in Krisensituationen
Der Begriff der Kindeswohlgefährdung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1666 BGB) und im
Sozialgesetzbuch (SGB VIII) zu finden, jedoch gibt es bis heute keinen einheitlichen Rechts-
begriff bzw. keine klare Definition.
Der Bundesgerichtshof (BGH) versteht unter einer Kindeswohlgefährdung „wenn eine ge-
genwärtige, in einem solchen Maße vorhandenen Gefahr festgestellt wird, dass sich bei der
weiteren Entwicklung der Dinge eine erhebliche Schädigung des geistigen oder leiblichen
Wohls des Kindes mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. An die Wahrschein-
lichkeit des Schadensantritts sind dabei umso geringere Anforderungen zu stellen, je schwerer
der drohende Schaden wiegt.“ (BGH, Beschluss v. 23.11.2016 – XII ZB 149/16).
Was bedeutet in diesem Fall „erhebliche Schädigung“ und „hinreichender Wahrscheinlich-
keit“? Dies bleibt weiterhin unklar. Deutlich wird nur, dass der Begriff der Kindeswohlgefähr-
dung nicht jede Art von Problemen beinhaltet. Abgeleitet vom BGH verstehen wir als Träger
unter einer Kindeswohlgefährdung alles, was der seelischen, geistigen und körperlichen Ge-
sundheit eines Kindes schadet, oder diese bedroht. Sind die Personensorgeberechtigten nicht
gewillt oder in der Lage, Schädigungen abzuwenden, sind wir in der Pflicht, unserem Schutz-
auftrag nachzukommen.
Aufgrund der unterschiedlichen Definitionen und Auslegungsmöglichkeiten ist es für uns als
Träger schwierig, handlungsfähig zu bleiben, möglichst frühzeitig präventiv handeln, und auf
Hilfebedarf reagieren zu können. Um für uns Klarheit und Sicherheit in der Auslegung von
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Kindeswohlgefährdung zu erlangen, orientieren wir uns deshalb an der Maslow´schen Bedürf-
nispyramide. Diese setzt den Rahmen der Grund- und Wachstumsbedürfnisse eines Kindes
fest. Defizite in den Stufen 1-3 können Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung
sein, aber auch eine unzureichende Befriedigung der Wachstumsbedürfnisse kann zu nach-
teiligen psychischen Folgen beim betroffenen Kind führen.
(vgl. https://docplayer.org/15653393-2-begriffserklaerung-kindeswohlgefaehrdung-was-ist-
das-eigentlich-2-1-definitionsversuche.html)
Die Bedürfnispyramide
angelehnt an Abraham Harold Maslow
Selbstverwirklichung
ICH-Bedürfnisse
Soziale Bedürfnisse
Sicherheitsbedürfnisse
Grundbedürfnisse
Basis-Informationen
4.1.1. Formen der Kindeswohlgefährdung
I. Misshandlungen
a) Körperliche Misshandlung:
Hierunter fallen verschiedene Arten von Handlungen, die zu nicht zufälligen erheblichen
körperlichen Schmerzen, Verletzungen oder gar zum Tode führen (Prügeln, Verbrühen, Un-
terkühlen, Würgen etc.).
b) Seelische Misshandlung:
Diese Form der Misshandlung „umfasst chronische qualitativ und quantitativ ungeeignete
und unzureichende, altersinadäquate Handlungen und Beziehungsformen von Sorgebe-
rechtigten oder Pädagogen zu Kindern. Dem Kind wird zu verstehen gegeben, es sei wehr-
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
los, mit Fehlern behaftet, ungeliebt, ungewollt, gefährdet oder nur dazu nütze, die Bedürf-
nisse anderer Menschen zu erfüllen“1. Hierzu gehört z.B. eine feindselige Ablehnung oder
Isolation der Kinder ebenso wie die Verweigerung emotionaler Zuwendung oder das Terro-
risieren und Ausnutzen der Kinder aber auch deren Überforderung durch unangemessene
Erwartungen. Nicht zuletzt stellt jede Art der körperlichen Misshandlung oder Vernachläs-
sigung auch eine seelische Misshandlung dar. Sonderformen seelischer Misshandlungen
können neben wiederholter Gewalt zwischen den Eltern auch eskalierende und andau-
ernde stark ausgeprägte Trennungs-, Sorgerechts- und Partnerschaftskonflikte sein.
II. Vernachlässigungen
Vernachlässigung beschreibt eine situative oder andauernde Unterlassung fürsorglichen
Handels durch die Eltern oder andere sorgeverantwortliche Personen, was zur Folge hat,
dass die körperlichen, seelischen, geistigen und materiellen Grundbedürfnisse des Kindes
nicht mehr angemessen befriedigt werden. Dazu gehört beispielsweise die Unkenntnis bzw.
die Unfähigkeit der Eltern für eine angemessene Ernährung, Pflege und Gesundheit des
Kindes zu sorgen. Dazu gehört auch ein Mangel an Aufmerksamkeit, an emotionaler, intel-
lektueller und erzieherischer Förderung des Kindes sowie unzureichender Schutz des Kin-
des vor Gefahren.
III. Sexueller Missbrauch
„Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder ge-
gen den Willen des Kindes vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund körperlicher, psy-
chischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der
Täter oder die Täterin nutz seine Macht – und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Be-
dürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen“2.
Da Kinder aufgrund ihres Entwicklungsstandes grundsätzlich nicht über die ausreichende
Entscheidungsfreiheit bzw. Entscheidungsfähigkeit verfügen, ist jede sexuelle Handlung
(auch jene, an der sich das Kind aktiv beteiligt) als Missbrauch zu werten.
4.1.2. Grenzverletzungen durch Erwachsene
„Grenzverletzungen sind alle Verhaltensweisen gegenüber Kindern, Jugendlichen und jun-
gen Erwachsenen, die deren persönliche Grenzen im Kontext eines Versorgungs- und Be-
treuungsverhältnisses überschreiten.“
(Enders/Kossatz/Kelkel/Eberhardt 2010).
Diese Formen der Grenzverletzung werden in den meisten Fällen nicht strafrechtlich verfolgt,
wenn sie nur einmal sowie unbeabsichtigt vorkommen und der Handelnde Einsicht zeigt.
1 Prof. Dr. Reingard Nisse: Kindeswohlgefährdung und Maßnahmen der Polizei - dargestellt am Land Branden-
burg, https://hpolbb.de/sites/default/files/field/publikationen/oranienburger_schriften_4.pdf, Seite 27.
2 O.A.: Definition von sexuellem Missbrauch, https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/was-ist-sexueller-
missbrauch/definition-von-sexuellem-missbrauch.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Beispiele hierfür sind:
Beleidigungen
Abwertungen
Anschreien
Beschämen
Grobe Berührungen
Unangemessene Sanktionen
Missachtung der persönlichen Grenzen des Kindes (z.B. eine tröstende Umarmung, ob-
wohl das Kind diese nicht wünscht bzw. diese dem Kind unangenehm ist)
Missachtung von Grenzen der professionellen Rolle (z.B. sich wie die Mutter/der Vater
des Kindes benehmen)
Missachtung der Persönlichkeitsrechte (z.B. Verletzung des Rechtes auf das eigene Bild
durch unerlaubte Aufnahmen oder unerlaubte Veröffentlichung von Bildmaterial)
Missachtung der Intimsphäre
Im pädagogischen Alltag können unbeabsichtigte Grenzverletzungen entstehen, z.B. durch
(vgl. Enders/Kossatz/Kelkel/Eberhardt 2010):
fehlende bzw. unklare Einrichtungsstrukturen
unzureichendes Fachwissen
Stresssituationen
Unachtsamkeit
fehlende Sensibilität
mangelnde Reflexionsfähigkeit
ungenügende Kritikfähigkeit
fehlende Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln
4.1.3. Übergriffe durch Erwachsene
„Übergriffe unterscheiden sich von Grenzverletzungen dadurch, dass sie nicht zufällig oder
versehentlich passieren. Sie resultieren vielmehr aus persönlichen und/oder grundlegenden
fachlichen Defiziten“ (Enders/Kossatz/Kelkel/Eberhardt 2010). Übergriffe durch Erwachsene
auf Kinder sind als Machtmissbrauch zu werten und sind nicht bloß Ausdruck einer respektlo-
sen Haltung. Sie können sehr unterschiedlich gestaltet sein und müssen immer dem zustän-
digen Landesjugendamt gemeldet werden.
Mögliche Übergriffe in einer Kita können sein (vgl. LVR-Dezernat-Jugend 2017:2):
Zwangsmaßnahmen beim Füttern bzw. Essen
Zwangsmaßnahmen beim Schlafen
Kinder massiv unter Druck zu setzen, z.B. durch verbale Androhungen und Umsetzung
von Straf- und Erziehungsmaßnahmen
Kinder vor die Tür zu stellen
Kinder zu fixieren
Körperliche Übergriffe
Vernachlässigung, z.B. der unzureichende Wechsel von Windeln, die mangelnde Ver-
sorgung mit Getränken, die mangelnde Aufsicht, Kind ablehnen, wenn es Nähe sucht
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Herabwürdigen und Bloßstellen eines Kindes vor den anderen Kindern der Gruppe, z.B.
durch negative Kommentare über die Familie des Kindes, oder einen herabwürdigenden
Erziehungsstil nach Einnässen
4.1.4. Übergriffe von Kindern untereinander
Streit und Konflikte unter Kindern sind unvermeidlich und gehören zur normalen kindlichen
Entwicklung dazu. Diese Auseinandersetzungen regeln sich im Miteinander meistens kurzfris-
tig und unproblematisch. Erst wenn Kinder längerfristig unter Druck geraten oder verletzt wer-
den, entwickelt sich Gewalt mit vielfältigen Ausprägungen (Übergriffe). Es kann dabei zwi-
schen seelischen und körperlichen Übergriffen unterschieden werden.
Übergriffe unter Kindern können sein:
Verspottung und Herabwürdigung untereinander
Anfassen und Küssen gegen den Willen des betroffenen Kindes
Absichtliche Zerstörung des Eigentums eines anderen Kindes
Bedrohung und Erpressung untereinander
Androhung und Vollzug von Schlägen untereinander
Unsere Mitarbeiter sind immer dringend aufgefordert einzugreifen und an einer Lösung für das
Problem mitzuwirken, wenn ein Kind die Grenzen eines anderen verletzt. Dies ergibt sich aus
dem gesetzlichen Kinderschutzauftrag für Kindertagesstätten. Ein Ignorieren des Verhaltens
kann dazu führen, dass sowohl das geschädigte als auch das handelnde Kind die Handlung
nicht als falsch wahrnehmen. Hier gilt es, das übergriffige Kind nicht zu bestrafen; vielmehr
sollten Handlungsalternativen aufgezeigt und erarbeitet werden. Dem übergriffigen Kind muss
Unterstützung angeboten werden, damit es einsehen kann, dass sein Verhalten
nicht angemessen war. Nur so ist es dem Kind möglich, aus eigenem Antrieb seine Verhal-
tensweisen zu verändern.
Erlebt ein Kind, das einem Übergriff ausgesetzt war, eine eindeutige Reaktion der Mitarbeiter,
erfährt dieses Kind, dass die Macht des übergriffigen Kindes durch einen unterstützenden Er-
wachsenen wieder aufgehoben wird. Im besten Fall kann das Gefühl von Vertrauen und
Schutz das Gefühl von Ohnmacht schnell ausgleichen (vgl. LVR-Fachbereich Kinder und Fa-
milie 2019).
4.1.5. Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung durch Personensorgeberechtigte
Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung dienen einer Orientierung zur Gefähr-
dungseinschätzung. Erst ein Zusammenspiel von mehreren Anzeichen macht deutlich, wie
hoch ein Gefährdungsrisiko einzuschätzen ist. Davon leitet sich der Handlungsbedarf ab.
Mögliche Anzeichen können sein:
a) Äußere Erscheinung des Kindes
Massive und/oder wiederholte Zeichen von Verletzungen (z.B. Blutergüsse, Strie-
men, Narben, Knochenbrüche, Verbrennungen, wiederholt auftretende Rötungen im
Genitalbereich, unklare Schonhaltungen), insbesondere wenn keine unverfängli-
chen Ursachen ausgemacht werden können.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Häufige, insbesondere nicht adäquat behandelte Erkrankungen ohne medizinische
Versorgung.
Fehlen eines notwendigen Minimums an Körperhygiene (z.B. ersichtlich durch Ka-
ries).
Starke Unter-, Mangel- oder Überernährung bzw. massive Essstörungen.
Wiederholt völlig witterungsunangemessene oder verschmutzte Kleidung.
Verzögerte Entwicklung der motorischen, sprachlichen und geistigen Fähigkeiten,
insbesondere ohne entsprechende medizinische Abklärung und Förderung.
Anhaltende Kopf- und Bauchschmerzen ohne medizinische Ursache.
Erhöhte Infektanfälligkeit (z.B. häufige Atemwegerkrankungen).
b) Verhalten des Kindes
Aggressives Verhalten
Mangelnde Frustrationstoleranz
Teilnahmslosigkeit, Rückzug
Wiederholt apathisches oder stark verängstigtes Verhalten
Auffälliges Kontaktverhalten, unsicheres oder wechselndes Beziehungsverhalten
Das Kind wirkt berauscht und/oder benommen (ggf. durch Einfluss von Drogen, Al-
kohol, Medikamente)
Darstellung von erlebter Gewalt (z.B. beim Malen oder Spielen)
Auffälliges, altersunangemessenes sexualisiertes Verhalten
Ausgeprägte stereotype Verhaltensweisen
Instabiler oder fehlender Blickkontakt
Extrem angepasstes Verhalten
Erstarren bei Körperkontakt zu den Eltern
Einnässen/Einkoten bei älteren Kinder
c) Verhalten und persönliche Situation der Personensorgeberechtigten
Mangelnde Fähigkeit zur Aggressionskontrolle
Physische Gewalt gegenüber dem Kind (Schlagen, Schütteln, Einsperren, Würgen,
Fesseln, Verbrennungen u.ä.)
Psychische Gewalt gegenüber dem Kind (massive Beschimpfungen, Verängstigen
und Erniedrigen)
Verweigerung von Krankheitsbehandlungen und Vorsorgeuntersuchungen, feh-
lende Förderung behinderter Kinder
Nicht ausreichende Bereitstellung von Nahrung
Wiederholte und/oder schwere Gewalt zwischen den Eltern
Fehlende Bereitschaft oder Fähigkeit zur Abwendung von Gefährdungen
Schwere psychische Störungen (bspw. in Form eines stark verwirrten Auftretens),
Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bzw. -sucht
Isolierung des Kindes (z.B. durch generelles Kontaktverbot zu Gleichaltrigen)
d) Familiäre Situation, Wohnsituation
Verletzung der Aufsichtspflicht durch Alleinlassen des Kindes oder den Einsatz
ungeeigneter Aufsichtspersonen
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Missbrauch des Kindes zur Begehung von Straftaten oder anderer verwerflicher Ta-
ten
Gravierende Armut und/oder Obdachlosigkeit
Stark verschmutzte bzw. vermüllte Wohnung
Erhebliche Gefahren im Haushalt
Fehlender Schlafplatz und/oder fehlendes Spielzeug für das Kind
4.1.6. Täterstrategien
„Sexualisierte Gewalt passiert nicht zufällig, sondern wird von Täter/innen ganz bewusst ge-
plant und organisiert. Täter/innen suchen nach Gegebenheiten, um sich Kindern und Ju-
gendlichen zu nähern und machen sich Strukturen in den Institutionen zunutze. Das Wissen
darum dient als Hilfsmittel für eine Risikoanalyse, um beurteilen zu können, an welchen Stel-
len präventive Maßnahmen nötig sind“
(Bistum Münster 2013).
Zum Vorgehen von Tätern und Täterinnen gegenüber Kindern und Jugendlichen (Bistum
Münster 2013):
Sie suchen gezielt die Nähe zu Kindern und Jugendlichen, auch in entsprechenden Ar-
beitsfeldern.
Häufig engagieren sich Täter/innen über das normale Maß und sind sehr einfühlsam im
Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Sie suchen in der Regel gezielt emotional bedürftige Kinder und Jugendliche aus.
Täter/innen bauen gezielt ein Vertrauensverhältnis zum möglichen Opfer auf.
Im Rahmen einer „Anbahnungsphase“ versuchen sie durch besondere Ausflüge, Aktio-
nen oder Unternehmungen, eine besondere Beziehung zum möglichen Opfer aufzu-
bauen und seine Arglosigkeit zu erhöhen.
Häufig lenken Täter/innen das Gespräch zufällig auf sexuelle Themen, verunsichern und
berühren z.B. wie zufällig das Kind oder den Jugendlichen.
Täter/innen „testen“ meist nach und nach die Widerstände der Kinder/Jugendlichen, ehe
sie gezielt Gelegenheiten für schwerere Übergriffe schaffen.
Durch den Einsatz von Verunsicherungen („Das ist alles ganz normal.“), Schuldgefühlen
(„Das ist doch alles deine Schuld!“) und Drohungen (Entzug von Zuneigungen und Pri-
vilegien, Isolation/Ausstoßung, öffentliche Bloßstellung, Zerstörung der Familie, körper-
liche Gewalt etc.) machen Täter/innen ihre Opfer nicht nur gefügig, sondern sichern sich
auch deren Verschwiegenheit. Dabei nutzen sie auch gezielt Loyalität („Du hast mich
doch lieb.“, „Wenn du was erzählst, komme ich ins Gefängnis.“) und Abhängigkeiten des
Opfers sowie ihre hierarchische Überlegenheitsposition aus.
Häufig ist sexualisierte Gewalt keine einmalige, sondern eine mehrfach vorkommende
und länger anhaltende Tat.
Im institutionellen Rahmen wenden Täter/innen folgende Strategien an
(vgl. Gründer/Stemmer-Lück 2013):
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Sie bauen gute und intensive Kontakte zum Kollegium, zu Erziehungsberechtigten sowie
Kindern und Jugendlichen auf, übernehmen unbeliebte Dienste oder Aufgaben freiwillig,
kommen gut mit der Leitung aus, machen sich unentbehrlich.
Sie knüpfen Seilschaften mit Kollegen/innen, indem sie z.B. „schon mal ein Auge zudrü-
cken“, wenn diese nicht ganz korrekt gehandelt haben.
Sie engagieren sich auch privat für Kinder ihrer Einrichtung und knüpfen Freundschaften
mit den Eltern.
4.2. Umgang mit interner Grenzüberschreitung
Bei Villa Luna werden Grenzverletzungen und Übergriffe in keiner Weise toleriert und sind in
jedem Fall zu verhindern. Wir weisen unsere Mitarbeiter dazu an, jegliche Kenntnis über
Grenzverletzungen bzw. Übergriffe sofort der Einrichtungsleitung zu melden.
Dasselbe gilt für Verdachtssituationen. Dabei ist es irrelevant, ob der Täter aus dem Kollegium
stammt, ein anderes Kind ist, eine Person aus dem Umfeld des Kindes, oder eine bislang
unbekannte Person ist. Unserer Mitarbeiter werden präventiv geschult, um Gewalt zu erken-
nen und einschätzen zu können, sowie in schwierigen Situationen ein sicheres und eindeuti-
ges Auftreten sicherstellen zu können.
Alle Mitarbeiter sind sich bewusst, dass bei Zuwiderhandeln – je nach Sachlage – strafrechtli-
che oder arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet werden.
4.2.1. Interventionsschritte
Nimmt ein Mitarbeiter grenzverletzendes Verhalten durch sich selbst oder andere wahr, be-
zieht er aktiv Stellung, indem er
die Situation stoppt oder die Beobachtung anspricht.
seine Wahrnehmung dazu benennt und auf Verhaltensregeln hinweist.
um Entschuldigung bittet oder zu einer solchen Entschuldigung hinleitet.
sein Verhalten ändert oder eine Veränderung des Verhaltens formuliert und einfordert.
Nimmt der Mitarbeiter mehrmaliges grenzverletzendes Verhalten wahr, protokolliert er das
Verhalten (Anlage 2a) und bespricht das weitere Vorgehen mit der Einrichtungsleitung.
Nimmt der Mitarbeiter grenzverletzendes Verhalten in größerem Maß, übergriffiges Ver-
halten oder Missbrauch wahr, sind im Sinne einer Gefahrenprognose und -abwehr die
Schritte des Verfahrensablaufs (siehe Diagramm 3b) einzuleiten und einzuhalten.
Mit Beginn des Angestelltenverhältnisses wird jeder Mitarbeiter durch die Einrichtungsleitung
über diesen Verhaltenskodex belehrt und bestätigt dies mit seiner Unterschrift. Jährlich wird
der Verhaltenskodex zudem im Gesamtteam besprochen, aufgefrischt und von jedem Mitar-
beiter erneut unterschrieben.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
4.2.2. Prävention interner Grenzüberschreitungen
Bei Villa Luna sollen Kinder sich sicher und geschützt entwickeln können. Unser vertrauens-
volles Miteinander wird durch einen offenen Dialog zum Thema ‚sexualisierte Gewalt und an-
dere Übergriffe‘ gestützt. Auf diese Weise dient die Sensibilisierung des Teams der Gewalt-
prävention. Hierzu gehört, dass wir die in diesem Dokument verschriftlichten Grenzen und
Standards als verbindlich ansehen. Wir verstehen Prävention als grundlegenden Handlungs-
weg, um physischen wie psychischen Schaden abzumildern und bestenfalls zu verhindern.
Unterstützend wirken hierzu folgende Maßnahmen:
Regelmäßige Reflexion von Handlungen und Haltungen einzelner Mitarbeiter oder des
Gesamtteams in den Teamsitzungen.
Hierbei stehen im Fokus:
o Der Umgang mit körperlicher Nähe bzw. Distanz zum Kind
o Eine klare Definition und Einhaltung der jeweiligen Rollen
o Die Haltung dem Kind gegenüber
o Der Umgang mit Stress/Ärger/Aggression bzw. Überforderung
o Ein wertschätzender und höflicher Umgang miteinander
Gegenseitige Hospitationen innerhalb des Teams zur Unterstützung der Feedbackkultur.
Schulung der pädagogischen Fachkräfte dahingehend, alle Beobachtungen, die auf eine
Gefährdung eines Kindes hinweisen
o ernst zu nehmen,
o zu dokumentieren,
o dem Team und der Leitung mitzuteilen,
o diese gemeinsam einzuschätzen und zu bewerten.
Jährliche, schriftliche Unterweisung aller Mitarbeiter zum „Handeln bei Anzeichen für
eine mögliche Kindeswohlgefährdung §8a SGB VIII“.
Regelmäßige kollegiale Beratungen, bei Bedarf mit Supervision oder Coaching.
Einarbeitungsseminar mit Workshop zum Kinderschutz für alle neuen Mitarbeiter.
Regelmäßige Schulungen und Fortbildungen für Mitarbeiter zum Thema Prävention und
Kinderschutz.
Unsere Personalauswahl erfolgt nach Belastbarkeit, Reflexionsvermögen, Fachkompe-
tenz und beruflicher Erfahrungen. Die Anforderungs- und Kompetenzprofile werden re-
gelmäßig reflektiert und evaluiert.
Befragung neuer Mitarbeiter im Vorstellungsgespräch zu ihrer Haltung, ihrem Umgang
und zu bisherigen Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen, um die persönliche Eignung
nach §72a SGB VIII sicherzustellen.
Betonung der notwendigen Balance von emotionaler Nähe und professioneller Distanz
als Grundbedingung pädagogischen Handelns im Vorstellungsgespräch.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Belehrung aller Mitarbeiter zum tätigkeitsumfassenden Schutzauftrag nach § 8a SGB
VIII bei Einstellung und danach jährlich durch die Einrichtungsleitung. Diese Belehrung
wird schriftlich festgehalten und der Personalakte beigefügt.
Vorstellung des Schutzkonzepts für neue Mitarbeiter.
Verpflichtung aller Mitarbeiter unabhängig vom Anstellungsverhältnis/Aufgabengebiet
(d.h. dies gilt auch für Praktikanten, Ehrenamtliche, Hausmeister, Küchenmitarbeiter
etc.) zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses zu Beginn der Anstellung und
in Folge alle fünf Jahre.
Verpflichtung aller in unseren Einrichtungen tätigen Personen zum Unterschreiben einer
Selbstverpflichtungserklärung zu Beginn der Anstellung und in Folge jährlich. Hiermit
möchten wir potentielle Täter abschrecken und allen Erwachsenen in der Kindertages-
betreuung klare Orientierung vermitteln.
4.3. Verfahrensablauf
4.3.1. Handlungsplan bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gem. §8a SGB VIII
Ergänzend hierzu ist in den Anlagen ein Handlungsplan zu finden (siehe Anlage 3a).
a) Einschätzung/Prüfung durch Fachkraft und Leitung, ob gewichtige Anhaltspunkte für
eine Kindeswohlgefährdung vorliegen.
b) Abschätzung des Gefährdungsrisikos im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte unter
Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft.
Dokumentation und Erstellung eines Schutzplanes.
c) Einbeziehung der Personensorgeberechtigten und des Kindes bei der Risikoabschät-
zung, soweit hierdurch der Schutz des Kindes nicht in Frage gestellt wird.
d) Hinwirkung auf die Inanspruchnahme von Hilfen, wenn die Risikoabschätzung ergibt,
dass ohne diese Hilfen die Gefährdungssituation nicht abgewendet werden kann. Der
Träger vergewissert sich, ob die vereinbarten Hilfen in Anspruch genommen werden
und, dass dadurch der Kindeswohlgefährdung wirksam begegnet werden kann.
e) Informierung des Jugendamtes, wenn:
o dem Träger die von den Personensorgeberechtigten angenommenen Hilfen als
nicht ausreichend erscheinen.
o von den Personensorgeberechtigten keine Hilfen angenommen werden.
o sich der Träger keine Gewissheit darüber verschaffen kann, ob durch die ver-
einbarten Hilfen der Kindeswohlgefährdung begegnet werden kann.
f) Informierung der Qualitätsleitung
g) Ggf. Information an Klett Gruppe
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
4.3.2. Verfahrensablauf bei Verdacht auf grenzverletzendes Verhalten von Be-
schäftigten in der Einrichtung
Eine graphische Darstellung hierzu ist in den Anlagen zu finden (siehe Anlage 3a).
Nehmen Mitarbeiter oder Eltern einen Übergriff/grenzverletzendes Verhalten eines Mitarbei-
ters bzw. einer Mitarbeiterin wahr, muss wie folgt vorgegangen werden:
a) Sofortige Information der Einrichtungsleitung.
b) Information der zuständigen Standortverantwortliche/Qualitätsleitung durch die Ein-
richtungsleitung.
c) Dokumentation aller Beobachtungen und Hinweise (siehe Anlage 1) und unverzügliche
Klärung der Fakten.
d) Je nach Gefährdungspotential: Klärendes Gespräch mit dem Beschuldigten. Beson-
ders an dieser Stelle geht der Schutz des Kindes vor.
e) Sofortige Einleitung von Maßnahmen zum Schutze des Kindes bei einer begründeten
Vermutung auf eine Kindeswohlgefährdung (Kontakt unterbinden, Freistellung des Mit-
arbeiters bzw. der Mitarbeiterin vom Dienst).
f) Gleichzeitig Informierung der Eltern des betroffenen Kindes und Meldung an die zu-
ständige Aufsichtsbehörde. Ist an dieser Stelle eine vertiefte Prüfung nötig, leitet diese
der Träger ein und zieht eventuell eine insofern erfahrene Fachkraft hinzu.
g) Wird nach vertiefter Prüfung eine weitere Gefährdung durch einen Mitarbeiter festge-
stellt, werden arbeitsrechtliche Schritte mit evtl. Strafanzeige eingeleitet.
Weitere mögliche Maßnahmen können sein:
Für betroffene Kinder und Eltern:
Beratung, Therapie etc.
Für die Mitarbeiter:
Gibt es keine weiteren belastenden Hinweise, erfolgt eine Information der Verfahrens-
beendigung an den Beschuldigten und die Aufarbeitung im Team.
Für nicht unmittelbar betroffene Kinder und Eltern:
Elterninformation zum Umgang mit der Tat und dem Täter, Gruppengespräche zur Auf-
arbeitung.
Für Fachkräfte und Leitung:
Teambesprechung, Supervision, Einzelcoaching.
Für Träger und Leitung:
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Überprüfung der Organisationsstruktur, der Präventions- und Sicherheitsaspekte sowie
der pädagogischen Konzeption.
Für die Öffentlichkeit:
Presseinformation.
Für die Klett Gruppe
Information zum weiteren Vorgehen.
Literaturverzeichnis
Bistum Münster (Hrsg.): Hinsehen und Schützen, Münster: Druck Joh. Burlage, 2013.
Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (Hrsg.): Handlungsleitlinien für Kinder-
schutzkonzepte zur Prävention und Intervention in Kindertageseinrichtungen, Münster, 2016.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg e.V.,Kitas – ein sicherer Ort für Mädchen,
Jungen und Fachkräfte/Vielfalt Mann – Dein Talent für Hamburger Kitas, Hamburg: O.J.
Enders/Kossatz/Kelkel/Eberhardt: Zur Differenzierung zwischen Grenzverletzungen, Über-
griffen und strafrechtlich relevanten Forme n der Gewalt im pädagogischen Alltag, Zartbitter
e.V. Eigenverlag, 2010.
Enders, Ursula (Hrsg.): Schutz vor sexuellem Missbrauch in Institutionen, Köln: Kiepen-
heuer & Witsch, 2017.
Gründer, Mechthild, Stemmer-Lück, Magdalena: Sexueller Missbrauch in Familie und In-
stitutionen, Stuttgart: Kohlhammer, 2013.
Hansen/Knauer/Sturzenhecker: Partizipation in Kindertagesseinrichtungen – So gelingt
Demokratiebildung mit Kindern, Weimar, Berlin: Verlag das Netz, 2011.
Hierholzer, Stefan: Kindliche Sexualität als Thema in der Frühpädagogik, O.O.: KiTa Fach-
text, O.J.
Jugendamt Wiehl: Kinderschutzbogen 0-6 Jahre. Wiehl, O.J.
LVR-Fachbereich Kinder und Familie (Hrsg.): Kinderschutz in der Kindertagesbetreuung –
Prävention und Intervention in der pädagogischen Arbeit, Köln: O.V., 2019.
LVR- Dezernat-Jugend: Hinweise für Träger zu den Meldepflichten nach § 47 SGB VIII, er-
reichbar unter:https://www.lvr.de/media/wwwlvrde/jugend/service/arbeitshilfen/doku-
mente_94/kinder_und_familien/tageseinrichtungen_f_r_kinder/Hinweis_Meldepflicht_Trae-
ger-gruen.pdf (2017:2).
Nisse, Reingard Prof. Dr.: Kindeswohlgefährdung und Maßnahmen der Polizei - dargestellt
am Land Brandenburg, https://hpolbb.de/sites/default/files/field/publikationen/oranienbur-
ger_schriften_4.pdf, Seite 27.
- 22 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
https://docplayer.org/15653393-2-begriffserklaerung-kindeswohlgefaehrdung-was-ist-das-
eigentlich-2-1-definitionsversuche.html
O.A.: Definition von sexuellem Missbrauch, https://beauftragter-missbrauch.de/praeven-
tion/was-ist-sexueller-missbrauch/definition-von-sexuellem-missbrauch.
Ruland/Seidenstücker/ Singer-Jähn: Vorlagenmappe Kindeswohlgefährdung, O.O: Forum-
Verlag, 2015.
Stadt Remscheid: Verfahren, Instrumente, Formulare – Anlagen zur Umsetzung des
Schutz-auftrages bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a SGB VIII in Remscheid. Rem-
scheid: O.V., 2013.
Anlage
1. Belehrungen
a. Belehrung zum Schutzauftrag Kindeswohlgefährdung nach §8a Abs. 2 SGB VIII
b. Selbstverpflichtungserklärung
2. Formulare
a. Dokumentation Verdachtsfall
b. Dokumentation einer Fallbesprechung/einer kollegialen Beratung
c. Ergebnis des Fachgesprächs mit der insoweit erfahrenen Fachkraft gemäß §8a
SGB VIII
d. Anamnese und Ampelbogen zur Gefährdungseinschätzung bei Verdacht auf
Kindeswohlgefährdung 0-6 Jahre
3. Handlungsabläufe
a. Handlungsplan (Diagramm) bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gem. §8a
SGB VIII
b. Verfahrensablauf (Diagramm) bei Verdacht auf grenzverletzendes Verhalten
von Beschäftigten in der Einrichtung
4. Arbeitshilfen
a. Übersicht kindliche Sexualität vs. Erwachsenensexualität
b. Arbeitshilfe Partizipation
c. Arbeitshilfe Beschwerdeverfahren
d. Arbeitshilfe Präventionskultur in der Kita
e. Arbeitshilfe Nähe und Distanz und Übung zur Wahrnehmung von Grenzen
f. Praxisbeispiele als Vorlage, um mit dem Team ins Gespräch zu kommen
5. Fachberatungsstellen
a. Regionale Anlaufstellen und Hilfeangebote im Lotsenmodell
6. Kinderrechte
a. Kinderrechtskonventionen
Anlage_6.3_KG_ St._ Nikolaus_ Kinderschutzkonzept_York_Kaserne
48814 Zeichen
1
Institutionelles Schutzkonzept
Pfarrei St. Nikolaus Münster
Zur Prävention von sexualisierter Gewalt und Grenzverletzung
an Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen
Herausgeber:
Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster
Herrenstraße 15
48167 Münster
Stnikolaus-ms@bistum-muenster.de
www.st-nikolaus-muenster.de
Layout:
Laura Potthoff
Stand:
September 2019
Institutionelles Schutzkonzept
Pfarrei St. Nikolaus Münster
Zur Prävention von sexualisierter Gewalt und Grenzverletzung
an Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen
4
Inhalt
Vorwort zum ISK der Pfarrei St. Nikolaus Münster
1. Kultur der Achtsamkeit
2. Die schützende Organisationsstruktur der Pfarrei St. Nikolaus
1. Persönliche Eignung
2. Erweitertes Führungszeugnis (eFZ) und Selbstaus kunftserklärung (SAE)
3. Allgemeiner Verhaltenskodex
4. Verhaltenskodex der Pfarrei St. Nikolaus Münster
5. Schulungsmaßnahmen
6. Handlungsleitfäden und Beschwerde- bzw. Beratun gswege
7. Entwicklung und Fortschreibung des Schutzkonzep tes
5
3. Maßnahmen zur Stärkung von Minderjährigen und schutz- oder
hilfebedürftigen Erwachsenen
Anhang
Verhaltenskodex
Handlungsleitfäden
Vermutungstagebuch
Dokumentationsbogen
6
Vorwort zum ISK der
Pfarrei St. Nikolaus
Liebe Leserin und lieber Leser,
dass Kinderfreundlichkeit als eine Frucht des Christentums verstanden
werden kann, daran mag man angesichts der erschreckenden Dimensio-
nen des Missbrauchskandals in der Katholischen Kirche kaum glauben.
Jesu entschiedener Einsatz für die Kleinen und Schwachen, seine liebe-
volle Zuwendung zu den Kindern, ist der Maßstab für die Praxis der Kir-
che. Vor dem Hintergrund des Handelns Jesu ist das Versagen der Kirche
sowie das abscheuliche Tun der Täter ein ungeheuerlicher Verrat an der
Botschaft Jesu. Klar ist, dass den Opfern des sexuellen Missbrauchs die
gebotene Aufmerksamkeit und Zuwendung gelten muss. Ihr großes Leid
will anerkannt und soweit dies möglich ist, abgemildert werden.
Mit dem vorliedenden Institutionellem Schutzkonzept (ISK) reagieren wir
auf Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt in der Kirche. Als
Pfarrei St. Nikolaus Münster sind wir aufgerufen, Standards zu entwi-
ckeln und geltend zu machen, die die Rechte und das Wohlergehen von
Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen wirksam schützen. Hierzu
braucht es u.a. ein funktionierendes Beschwerdemanagement, d.h. effek-
tive Handlungsstrukturen der Abhilfe, die allen zugänglich sind, die erle-
ben, dass ihnen unangemessen begegnet wird.
7
Das nun vorliegende Schutzkonzept ist das Ergebnis einer intensiven, in-
haltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Prävention sexueller Ge-
ZDOW(VLVWHLQZLFKWLJHU6FKULWWKLQ]XHLQHUDFKWVDPHQXQGVHOEVWUHÁHNWLH -
renden Grundhaltung aller ehrenamtlich und hauptamtlich Handelnden in
unserer Pfarrei. Die Aufgabe des Schutzes von Kindern, Jugendlichen und
Schutzbefohlenen vor Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt bleibt
jedoch eine stetige Aufgabe, die eine kontinuierliche Sensibilisierung für
Gefahrenpotentiale und Gelegenheitsstrukturen erfordert.
Helfen Sie mit, die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohle-
nen in unserer Pfarrei St. Nikolaus zu schützen!
Die Projektgruppe des ISK
Theresa Biesenbaum, Jugendteamerin
Matthias Bohle, Mitglied Kirchenvorstand
Thomas Hußmann, Pastoralreferent
Mechthild Lödding, KiTa-Leitung
Laura Potthoff, Firmkatechetin & Pfarreirat
Berthold Sanders, Jugendreferent
Das ISK wurde am 11. Juli 2019 vom Kirchenvorstand für
die Pfarrei St. Nikolaus Münster in Kraft gesetzt.
Für den Kirchenvorstand
Pfr. Jörg Hagemann,
Leitender Pfarrer
8
Kultur
der Achtsamkeit
HDXIPHUNVDPHU(LQULFKWXQJHQXQGLKUH%HVFKlIWLJWHQVLQGMHPHKUDXVGHPYHUXQVL
FKHUWHQ:HJVFKDXHQHLQH.XOWXUGHV+LQK|UHQVZLUGXPVRHKHUZLUGVH[XHOOH*HZDOW
bei Kindern aufgedeckt oder von vorneherein vermieden.“
Prof. Dr. Thomas Rauschenbach
Mit diesem Institutionellem Schutzkonzept (ISK) wollen wir die inhaltliche und kommu-
nikative Auseinandersetzung unter allen Beteiligten in der Pfarrei St. Nikolaus Münster
fördern, mit dem Ziel, eine Kultur der Achtsamkeit und der Grenzachtung zu etablieren.
Haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen begleiten und betreuen Kinder und Jugend-
liche in verschiedenen Bereichen unserer Pfarrei. Die einzelnen Einrichtungen, Ver-
bände und Gruppierungen sorgen verantwortungsbewusst für das körperliche, geistige
und seelische Wohl der Kinder und Jugendlichen und schützen sie vor jeder Form
von Übergriffen, Missbrauch und Gewalt. Hierbei bedarf es einer klaren Grundhaltung
XOWXUGHU$FKWVDPNHLW´DXIJHEDXWZHUGHQNDQQ'LHVH
besagt:
1. Wir begegnen unserem Gegenüber, insbesondere Kindern und Jugendlichen,
mit Wertschätzung, Respekt und Vertrauen!
2. Wir achten ihre Rechte und individuellen Bedürfnisse!
3. Wir stärken ihre Persönlichkeit!
4. Wir nehmen ihre Gefühle ernst und sind ansprechbar für die Themen und Pro-
bleme, die heranwachsende Menschen bewegen!
5. Wir respektieren und wahren ihre persönlichen Grenzen!
6. Wir gehen achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um!
9
Offenheit
Offenheit, sich mit dem Thema Grenzverletzungen und sexueller Gewalt zu be-
schäftigen.
Sensibilisierung
Nur wer für Grenzverletzungen jeglicher Art sensibilisiert wird, ist in der Lage, sich
für den Schutzauftrag einzusetzen. Die Sensibilisierung ermöglicht, den Blick zu
weiten, Grenzverletzungen wahr zu nehmen und angemessen zu reagieren.
Achtsame Haltung
Gemeint ist eine Haltung, die andere ernst nimmt, die nicht wegschaut, sondern
hinsieht. Die bereit ist, schwierige Situationen anzusprechen und die sich stark
macht für den Nächsten.
Wertschätzende Sprache
Worte können verletzen. Eine wertschätzende Sprache verändert das Klima in
unserer Kirchengemeinde. Die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizie-
ren, zeigt an, ob unser Miteinander von Respekt und Wertschätzung geprägt ist.
6HOEVWUHÁ H[LRQ
Das eigene Verhalten im Umgang mit anderen im Blick zu behalten und kritisch
zu überprüfen, ist ein wichtiger Schritt zu einer Kultur der Achtsamkeit. Ein sen-
sibler Umgang mit den Grenzen anderer, sowie auch der eigenen Grenzen, be-
GDUIHLQHUJXWHQ5HÁ H[LRQ
Für eine Kultur der Achtsamkeit braucht es:
10
Die schützende Organisationsstruktur
der Pfarrei St. Nikolaus Münster
2.1 Persönliche Eignung:
• Menschen, die Verantwortung in unseren kirchlichen Einrichtungen,
Diensten und Angeboten übernehmen, sind wichtige Träger kirchli-
chen Handelns. Als Rechtsträger übernimmt der Kirchenvorstand St.
Nikolaus Münster Verantwortung dafür, dass nur solche Personen mit
der Beaufsichtigung, Betreuung, Begleitung, Erziehung und Anleitung
von Kindern, Jugendlichen und weiteren Schutzbefohlenen betraut
werden, die neben der erforderlichen fachlichen auch über die per-
sönliche Eignung verfügen.
• Bei allen Anstellungsgesprächen mit Bewerberinnen und Bewerbern
für eine hauptamtliche Tätigkeit bzw. eine Honorartätigkeit in unserer
Pfarrei und bei allen Gesprächen mit Frauen, Männern und Jugend-
lichen, die in der Kinder- und Jugendpastoral ehrenamtlich aktiv wer-
XOWXU
GHU$FKWVDPNHLW´JHIUDJWHWZDLQIROJHQGHU:HLVH
• HQQ6LHEHLXQVLQGHU.LUFKHQJHPHLQGH6W1LNRODXVWlWLJZHUGHQ
dann werden Sie auch Präventionsschulungen für den Bereich se-
xualisierte Gewalt und grenzverletzendes Verhalten besuchen. Wie
VWHKHQ6LHGD]X"´
• Der Kirchenvorstand trägt Sorge dafür, dass keine nach den §§ 174 ff.
StGB (Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) vorbestrafte
Personen in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und mit erwachse-
nen Schutzbefohlenen tätig sind. Dies geschieht durch die Vorlage
eines erweiterten Führungszeugnisses.
11
• Der für unsere Pfarrei geltende Verhaltenskodex (siehe 2.3) wird von
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pfarrei durch Unterschrift
anerkannt. Er ist die Voraussetzung für die Anstellung bzw. für die Über-
nahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit.
• Schulungsmaßnahmen im Bereich der Prävention sexualisierter Gewalt
VLQG YHUSÁLFKWHQG 'LH 7 HLOQDKPH DQ 6FKXOXQJHQ UHJHOW GDV ,6. HQW -
sprechend der Präventionsordnung des Bistums Münster.
12
2.2 Erweitertes Führungszeugnis (eFZ)
• Im Sinne des Schutzes von Kindern und Jugendlichen und weiteren
Schutzbefohlenen prüfen wir die persönliche Eignung von Personen,
die in unserer Pfarrei tätig sind. Auch sind wir nach dem Bundeskinder-
schutzgesetz und der Präventionsordnung des Bistums Münster ver-
SÁLFKWHWHLQHUZHLWHUWHV)KUXQJV]HXJQLVH)=HLQ]XVHKHQ:LUVFKOLH -
ßen damit aus, dass bei und für uns Personen tätig sind, die hinsichtlich
einer sexualbezogenen Straftat rechtskräftig verurteilt worden sind.
Die Regelungen zur Vorlage eines eFZ betreffen:
• Alle hauptamtlichen MitarbeiterInnen unserer Pfarrei die beim Bistum
Münster beschäftigt sind (Priester, PastoralreferentInnen, Pastoralas-
sistentInnen) unterliegen dort den Bestimmungen der Präventionsord-
nung. Hier gilt: Alle im pastoralen Dienst tätigen hauptamtlichen Mit-
DUEHLWHULQQHQ XQG 0LWDUEHLWHU VRZLH GLH QHEHQEHUXÁLFKHQ 'LDNRQH
müssen ein eFZ im regelmäßigen Abstand von fünf Jahren und ein-
malig eine Selbstauskunftserklärung vorlegen. In der Selbstauskunfts-
erklärung (SAE) erklärt die unterzeichnende Person, dass sie nicht
wegen einer sexualbezogenen Straftat verurteilt wurde und auch kei-
ne Ermittlungs- bzw. Voruntersuchungsverfahren gegen sie eingeleitet
ZRUGHQVLQG'LH6HOEVWDXVNXQIWVHUNOlUXQJEHLQKDOWHWGLH9HUSÁLFKWXQJ
bei Einleitung eines Ermittlungsverfahrens dem Dienstgeber umgehend
darüber Mitteilung zu machen. Die Selbstauskunftserklärung wird nach
den geltenden arbeits- und datenschutzrechtlichen Bestimmungen in
GHU3HUVRQDODNWHLP%LVFK|ÁLFKHQ*HQHUDOYLNDULDW0QVWHUDXIEHZDKUW
13
• Alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Pfarrei St. Ni-
kolaus Münster angestellt sind, unterliegen den Bestimmungen des ISK unse-
rer Pfarrei. Je nach Art und Intensität ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen
und weiteren Schutzbefohlenen ist ein eFZ vorzulegen, das nach Einsicht-
nahme in einem verschlossenen Umschlag in der Personalakte abgeheftet
wird. Der Arbeitsvertrag ist an die Einsichtnahme in das eFZ gebunden. Das
erweiterte Führungszeugnis darf maximal drei Monate alt sein und behält fünf
Jahre Gültigkeit Die Kosten für die Anforderung des erweiterten Führungs-
zeugnisses beim Amt übernimmt die Pfarrei mit Ausnahme der Vorlage bei
Einstellung. Außerdem haben alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter den Verhaltenskodex anerkennend zu unterzeichnen.
• Auch bei den ehrenamtlich Engagierten ab Vollendung des 14. Lebensjah-
res gilt, dass sie je nach Art und Intensität ihrer Arbeit mit Kindern und Ju-
gendlichen ein eFZ vorlegen müssen. Das eFZ muss in jedem Fall vorgelegt
werden von allen, die Kinder und Jugendliche auf Übernachtungsfahrten be-
JOHLWHQ GHQ /HLWXQJHQ YRQ UHJHOPlLJ VWDWWÀQGHQGHQ .LQGHU XQG -XJHQG -
gruppen (freie gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit, z.B. MessdienerInnen,
offene Kinder- und Jugendarbeit). Für Ehrenamtliche stellt das Bundesamt für
Justiz das eFZ kostenlos aus; der entsprechende Vordruck ist im Pfarrbüro
erhältlich. Das eFZ ist über ein Bürgerbüro oder beim Einwohnermeldeamt zu
beantragen. Die Einsichtnahme in das eFZ erfolgt bei ehrenamtlich Tätigen
durch die jeweiligen Präventionsbeauftragten in der Pfarrei. Die Einsichtnah-
me wird dokumentiert und in den vertraulichen Akten der Pfarrei festgehalten.
Das eFZ wird den ehrenamtlich Tätigen zurückgegeben. Alle Ehrenamtlichen
unterzeichnen anerkennend den Verhaltenskodex. Die Zustimmung des Ver-
haltenskodexes wird ebenfalls festgehalten. Bei Verweigerung ist eine weitere
Zusammenarbeit nicht mehr möglich.
14
Empfehlung zur Einordnung ehrenamtlicher Tätigkeiten in der Pfarrei St. Nikolaus
0QVWHUKLQVLFKWOLFKHLQHUYHUSÁLFKWHQGHQ9RUODJHHLQHVH)=
Tätigkeit/Ange-
bot/Maßnahme
der Kinder- und
Jugendarbeit
Beschreibung der Tätigkeit eFZ Begründung
Kinder- und Ju-
gendgruppenleiter/
in
Gruppenleiter/in; regelmä-
ßige, dauerhaft Treffen mit
fester Gruppe (Altersunter-
schied zwischen Leitung und
Gruppenmitgliedern mehr als
2 Jahre)
Ja Aufgrund der Tätigkeit kann ein Macht- und
Hierarchieverhältnis vorliegen. Die Art sowie
die Regelmäßigkeit der Tätigkeit lässt ein
besonderes Vertauensverhältnis zu.
Tätigkeiten im
Rahmen von
Ferien- und
Wochenendfrei-
zeiten mit Über-
nachtung
Leitungs- und Betreuungstä-
tigkeit im Rahmen von Ferien-
freizeiten mit gemeinsamen
Übernachtungen. Neben der
Mitarbeit in einem Leitungs-
team werden auch weitere
Tätigkeiten in einer Funktion
auf die Gruppe hin ausge-
führt, die ebenfalls ein beson-
deres Vertrauensverhältnis
zu Kindern und Jugendlichen
begünstigen. Dies können
zum Beispiel Lagerköche und
-köchinnen sein.
Ja Dauerhafter Kontakt zu Kindern und
Jugendlichen während einer Freizeit, der
den Aufbau eines besonderen Vertrauens-
verhältnisses begünstigt. Diese Tätigkeiten
müssen im Einzelfall beschreiben werden.
In der Vereinbarung zwischen Jugendamt
und Jugendverband ist zu regeln, ob von
GHU9RUODJHSÁLFKWQHEHQGHP/HLWXQJVWHDP
der Ferienfreizeit weitere Personen betrof-
fen sind, die in Bezug auf die Gruppe eine
Funktion und Aufgabe haben.
Ferienaktion,
Ferienspiele, Stadt-
randerholung ohne
gemeinsame
Übernachtung
Leitungsfunktion in einer zeit-
lich befristeten Gruppe
Nein Art, Dauer und Intensität lassen kein be-
sonderes Vertrauensverhältnis und keine
Macht und Hierarchiestruktur erwarten.
'LH0DQDKPHQÀQGHQLQGHU5HJHOLP
öffentlichen Raum statt, mit oft wechselnden
Teilnehmenden.
15
(Aus-)Hilfsgruppen-
leiterIn
Spontane Tätigkeit als Grup-
penleiterIn, keine Regel-
mäßigkeit
Nein Maßnahmen und Aktivitäten sollen nicht dar-
an scheitern, dass für die Vorlage des erwei-
terten Führungszeugnisses keine Zeit war,
da ein/e Leiter/in spontan für einen anderen
eingesprungen ist.
Kurzzeitige, zeitlich
befristete Projekt-
arbeit
Regelmäßiger Kontakt zu
fester Gruppe über einen
begrenzten Zeitraum
Nein Art: keine Leitungstätigkeit. Dauer und In-
tensität lassen kein besonderes Vertrauens-
verhältnis und keine Macht- und Hierarchie-
struktur erwarten.
Vorstand eines
Orts-, Bezirks-,
Kreis-, Landes-
oder Diözesan-
verbandes ohne
gleichzeitige Grup-
penleitung, Mitglied
im Pfarreirat,
Kirchenvorstand
Keine Gruppenarbeit, keine
dauerhaften Kontake mit
Schutzbefohlenen, reine
Vorstandstätigkeit
Nein Es handelt sich um eine rein administrative,
organisatorische und steuernde Funktion.
Ein Hierarchieverhältnis wird nicht begüns-
tigt, ein besonderes Vertrauensverhältnis zu
Kindern und Jugendlichen ist unwahrschein-
lich.
Tätigkeit/Ange-
bot/Maßnahme
der Kinder- und
Jugendarbeit
Beschreibung der Tätigkeit eFZ Begründung
Tätigkeiten im
Rahmen von Bil-
dungsmaßnahmen
mit gemeinsamer
Übernachtung
Leitung mehrtätiger Aus- und
Fortbildungsmaßnahmen für
Minderjährige mit gemein-
samer Übernachtung
Ja Aufgrund der gemeinsamen Übernachtung
kann von einer erhöhten Intensität des
Kontakts zu Minderjährigen ausgegangen
werden. Die leitende Position begünstigt
hierüber hinaus ein Hierarchieverhältnis.
16
Kassenwart, Mate-
rial- und Zeltwart,
Homepageverant-
wortliche, etc.
Reine Verwaltungs- oder
organisatorische Tätigkeit
Nein Diese Tätigkeitein erfordern kein Vertrau-
ensverhältnis, da diese Art von Kontakt zu
Kindern und Jugendlichen weder von Inten-
sität noch von Dauer ist.
Mitarbeiter/innen
bei Aktionen und
Projekten wie z.B
72-Stunden-Aktion
ohne Übernach-
tung, Karneval,
Disco, etc.
Beschränkung auf einen
kurzen Zeitraum, keine regel-
mäßige Gruppenarbeit
Nein Die Tätigkeit ist aufgrund von Dauer und Art
nicht zur Bildung eines besonderen Vertrau-
ensverhältnisses und des Entwickelns fester
Machtverhältnisse geeignet.
Ehrenamtliche
Betreuer/innen,
Mitarbeiter/innen,
Leiter/innen in
offenen Jugendein-
richtungen
Regelmäßige dauerhafte
Betreuungs-/Leitungstätigkeit
in einer offenen Einrichtung
Ja Aufgrund der Tätigkeit liegt ein Macht- und
Hierarchieverhältnis vor. Die Art sowie die
Regelmäßigkeit der Tätigkeit lässt ein be-
sonderes Vertrauens- und Abhängigkeits-
verhältnis zu.
Ehrenamtliche Mit-
arbeiter/innen bei
Bildungsmaßnah-
men sowie bei Aus-
und Fortbildungs-
maßnahmen
Kein dauerhafter Kontakt zur
Gruppe, Maßnahme wird im
Team durchgeführt
Nein Dauer und Intensität lassen kein besonde-
res Vertrauensverhältnis und keine Macht-
und Hierarchiestruktur erwarten.
Leiter/innen von El-
tern-Kind-Gruppen
Tätigkeit wird in der Gruppe
im Beisein der Eltern ausge-
übt, in der Regel kein beson-
deres Vertrauensverhältnis zu
einzelnen Kindern möglich
Nein Die Tätigkeit ist aufgrund von Art und In-
tensität nicht zur Bildung eines besonderen
Vertrauensverhältnisses und des Entwi-
chelns fester Machtverhältnisse geeignet.
17
In Anlehnung an: Arbeitshilfe des Landesjugendringes NRW zum Bundeskinderschutzgesetz, S.39-40
Betreuer/innen bei
Kinder-Bibel-Ta-
gen, Einsatz bei
Katechese-Ta-
ges-Veranstaltun-
gen
Tätigkeit wird mit anderen
zusammen ausgeübt, kein
dauerhafter Kontakt zur
Gruppe
Nein Dauer und Intensität lassen kein besonde-
res Vertrauensverhältnis und keine Macht-
und Hierarchiestruktur erwarten.
Betreuer/in von
Einzelmaßnahmen
wie Hausaufgaben-
betreuung, Einzel-
patenschaften
Tätigkeit wird vor allem alleine
wahrgenommen, Bildung
eines besonderen Vertrauens-
verhältnisses ist gewünscht,
regelmäßiger Kontakt über
einen längeren Zeitraum, in
der Regel handelt es sich um
besonders bedürftige Kinder/
Jugendliche
Ja Dauer und Intensität lassen ein besonderes
Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis zu;
es besteht ein Hierarchie- und Machtver-
hältnis.
18
$OOJHPHLQHU9HUKDOWHQVNRGH[
Ziel unseres Institutionellen Schutzkonzeptes ist es, den haupt- und ne-
EHQEHUXÁLFKHQ0LWDUEHLWHQGHQXQGHKUHQDPWOLFK7lWLJHQLQXQVHUHU3IDUUHL
eine Orientierung für ein angemessenes Verhalten zu geben und einen
Rahmen zu schaffen, der Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe und
Missbrauch in unserer Arbeit verhindert. Im Mittelpunkt stehen die uns an-
vertrauten Menschen und deren Wohlergehen. Von daher ist es wichtig,
achtsam mit den Kindern und Jugendlichen sowie schutz- oder hilfebe-
dürftigen Erwachsenen umzugehen und ihnen zuzuhören, wenn sie sich
anvertrauen wollen.
XOWXUGHU$FKWVDPNHLW´]XHWDEOLH -
ren und dadurch Kinder und Jugendliche sowie schutz- und hilfebedürftige
Erwachsene vor jeglicher Form von sexualisierten Übergriffen zu schüt-
zen. Hierzu bedarf es der Aneignung von Fachwissen und der Schaffung
von Beschwerdewegen (siehe 2.6). Vor allem gilt es eine Haltung einzu-
nehmen, die gekennzeichnet ist von wachsamem Hinschauen, offenem
Ansprechen, transparentem und einfühlsamem Handeln im Umgang mit
den anvertrauten Personen und untereinander.
19
Gestaltung von Nähe und Distanz
• Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen und weiteren Schutzbefohlenen geht es
darum, ein adäquates Verhältnis von Nähe und Distanz zu schaffen. Die Beziehungs-
gestaltung muss dem jeweiligen Auftrag entsprechen und stimmig sein. Dies schließt
exklusive Freundschaften zu einzelnen Kindern und Jugendlichen sowie schutz- und
hilfebedürftigen Erwachsenen aus, insbesondere dann, wenn dadurch emotionale Ab-
hängigkeiten entstehen oder entstehen könnten.
Angemessenheit von Körperkontakt
• Körperliche Berührungen sind selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit mit Men-
schen. Allerdings haben sie altersgerecht und dem jeweiligen Kontext angemessen
zu sein. Sie haben die freie und erklärte Zustimmung durch die jeweilige Schutzper-
son vorauszusetzen, d.h. der Wille der Schutzperson ist ausnahmslos zu respektieren.
Achtsamkeit und Zurückhaltung im Sinne von Grenzverletzungen sind geboten. Das
Recht körperliche Berührungen ablehnen zu dürfen, ist ausnahmslos zu respektierten.
Sprache und Wortwahl
• Durch Sprache und Wortwahl können Menschen zutiefst verletzt und gedemütigt wer-
den. Ein wertschätzender Umgang miteinander verlangt daher auch Achtsamkeit im
Reden. Abfällige, verletzende und sexualisierte Sprache ist problematisch und sollte
vermieden werden.
Umgang mit und Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken
• Der Umgang mit sozialen Netzwerken und digitalen Medien ist heute alltägliches Han-
deln. Um Medienkompetenz zu fördern ist ein verantwortungsvoller Umgang damituna-
blässig. Die Auswahl von Filmen, Fotos, Spielen und Materialien muss im Sinne eines
achtsamen Umgangs miteinander sorgsam getroffen werden. Sie hat pädagogisch
sinnvoll und altersadäquat zu erfolgen.
'LH KDXSW XQG QHEHQEHUXÁLFK 0LWDUEHLWHQGHQ VRZLH GLH HKUHQDPWOLFK 7lWLJHQ
YHUSÁLFKWHQVLFKGLHVHP9HUKDOWHQVNRGH[
20
Beachtung der Intimsphäre
• Der Schutz der Intimsphäre ist ein hohes Gut, das es zu wahren gilt. Dies betrifft sowohl
den körperlichen Bereich (z.B. Nacktheit) wie auch den emotionalen Bereich (z.B. unan-
gemessenes Reden über intime/sexuelle Themen). Veranstaltungen mit Übernachtun-
gen stellen eine besondere Herausforderung dar. Es braucht verlässliche Verhaltensre-
geln, um die individuelle Intimsphäre sowohl der Kinder und Jugendlichen, schutz- oder
hilfebedürftigen Erwachsenen als auch der betreuenden haupt- und ehrenamtlichen Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten und zu schützen.
Zulässigkeit von Geschenken
• Geschenke als Dank für Engagement oder zu bestimmten Anlässen sind in unserer
Pfarrei durchaus üblich und als Ausdruck von Wertschätzung auch sinnvoll. Wenn sie
unangemessen hoch, heimlich oder ohne konkreten Anlass erfolgen, können sie die
emotionale Abhängigkeit der Beschenkten fördern. Daher gehört es zu den Aufgaben
GHUYHUDQWZRUWOLFK7lWLJHQGHQ8PJDQJPLW*HVFKHQNHQUHÁHNWLHUWXQGWUDQVSDUHQW]X
handhaben.
Disziplinarmaßnahmen
• Wenn Regeln für das Miteinander missachtet werden, dann kann dies Konsequenzen
erforderlich machen. Die Wirkung von Strafen ist dabei nur schwer abzuschätzen und
daher gut zu durchdenken. Falls Sanktionen unabdingbar sind, ist darauf zu achten,
7 DW´VWHKHQDQJHPHVVHQNRQVHTXHQWDEHUIUGHQ
Bestraften auch plausibel sind. Keinesfalls sollen die Maßnahmen selber grenzverlet-
zend oder entwürdigend sein.
21
22
Die Pfarrei St. Nikolaus Münster will Kindern, Jugendlichen und allen Men-
schen, die sich ihrem kirchlichen Handeln anvertrauen, Lebensräume bie-
ten, in denen sie ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten, ihre Begabungen
XQGLKUHQSHUV|QOLFKHQ*ODXEHQHQWIDOWHQN|QQHQ:LUYHUSÁLFKWHQDOOHLQ
unserer Pfarrei engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, den nachfolgenden Verhaltenskodex durch ihre Unter-
schrift anzuerkennen und als Haltung im gemeinsamen Miteinander Gel-
tung zu verleihen.
Ich, ___________________(Vorname Name), bin mir meiner Verantwor-
WXQJIUGHQ6FKXW]GHUPLUDQYHUWUDXWHQ0HQVFKHQEHZXVVW,FKYHUSÁLFK -
te mich, alles in meinen Kräften Stehende zu tun, dass niemand den mir
anvertrauten Menschen seelische, körperliche und/oder sexualisierte Ge-
walt antut. Ich trage aktiv dazu bei, dass unsere Pfarrei für Kinder, Jugend-
liche und weitere Schutzbedürftige ein sicherer Ort ist, wo die Würde eines
jeden Menschen geschätzt und gewahrt bleibt.
1. Ich weiß, dass kirchliches Handeln unvereinbar ist mit jeder Form von
körperlicher, verbaler, psychischer und sexualisierter Gewalt. Jedes Ver-
halten, dass die Achtung vor dem anderen Menschen und seiner eigenen
Entwicklung verletzt oder stört, widerspricht den Grundsätzen kirchlichen
Handelns.
2. Ich unterstütze Kinder, Jugendliche und weitere Schutzbefohlene in ihrer
Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persön-
lichkeiten. Ich unterstütze ihr Recht auf seelische und körperliche Unver-
sehrtheit und stärke sie darin, für diese Rechte wirksam einzutreten.
9HUKDOWHQVNRGH[LQGHU3IDUUHL6W1LNRODXV0QVWHU
23
3. Ich gehe achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz
um. Ich respektiere die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der
Scham von Kindern, Jugendlichen und weiteren Schutzbefohlenen. Dabei
achte ich auch auf meine eigenen Grenzen. Dies gilt insbesondere für den
Umgang mit Bildern und Medien, sowie bei der Nutzung von Handy und
Internet.
4. Ich bemühe mich, jede Form persönlicher Grenzverletzung bewusst
wahrzunehmen und bin offen für Rückmeldungen hinsichtlich meines Ver-
haltens, damit dieses nicht als verletzend bzw. grenzüberschreitend erlebt
wird. Auch beziehe ich gegen jegliches diskriminierendes, gewalttätiges
und sexistisches Verhalten, ob in Wort oder Tat, aktiv Stellung. Ebenso
greife ich ein, wenn die mir Anvertrauten sich anderen gegenüber in dieser
Weise grenzverletzend verhalten.
5. Ich höre zu, wenn die mir anvertrauten Menschen mir verständlich ma-
chen möchten, dass ihnen seelische, verbale, sexualisierte oder körper-
liche Gewalt angetan wird. Ich bin mir bewusst, dass solche Gewalt von
männlichen und weiblichen Tätern verübt werden kann und dass Mädchen
und Jungen beziehungsweise Frauen und Männer zu Opfern werden kön-
nen.
6. Ich kenne das ISK der Pfarrei St. Nikolaus Münster und die darin be-
schriebenen Verfahrenswege sowie die Ansprechpartner der Pfarrei und
des Bistums Münster. Ich weiß, wo ich mich beraten lassen und Hilfen zur
Klärung bzw. Unterstützung bekommen kann.
24
7. Ich bin mir meiner besonderen Vertrauens- und Autoritätsstellung ge-
genüber den mir anvertrauten Kindern, Jugendlichen oder schutzbefoh-
lenen Erwachsenen bewusst. Ich handle nachvollziehbar und ehrlich. Ab-
hängigkeiten nutze ich nicht aus und missbrauche nicht das Vertrauen der
mir anvertrauten Menschen.
8. Ich bin mir bewusst, dass jede gewaltgeprägte Äußerung oder Handlung
und jede sexualisierte Handlung in der Beziehung zu Kindern, Jugend-
lichen und erwachsene Schutzbefohlenen weitreichende Folgen hat, ggf.
disziplinarischer und/oder strafrechtlicher Art.
9. Wenn ich Kenntnis von einem Sachverhalt erlange, der den Verdacht
auf sexuellen Missbrauch nahe legt, teile ich dies unverzüglich entspre-
chend der im ISK beschriebenen Handlungsleitfäden mit.
10. Ich versichere, dass ich nicht wegen einer Straftat im Zusammenhang
mit sexualisierter Gewalt rechtskräftig verurteilt worden bin oder ein Er-
mittlungsverfahren gegen mich eingeleitet worden ist. Darüber hinaus gilt
für alle in der Pfarrei hauptamtlich Beschäftigten: Sollte diesbezüglich ein
(UPLWWOXQJVYHUIDKUHQJHJHQPLFKHLQJHOHLWHWZHUGHQYHUSÁLFKWHLFKPLFK
dies meinem Dienstvorgesetzten bzw. der Leitung der Pfarrei unverzüglich
mitzuteilen.
'XUFKPHLQH8QWHUVFKULIWYHUSÁLFKWHLFKPLFKGHPYRUVWHKHQGHQ9HUKDO -
tenskodex zu entsprechen.
25
2.5 Schulungsmaßnahmen:
Präventionsschulungen sollen rechtliches und fachliches Wissen ver-
mitteln, sie sollen für Gefährdungsmomente sensibilisieren und darüber
hinaus Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Die Präventionsordnung des Bistums Münster teilt bestimmte Mitarbei-
tergruppen in Schulungstypen ein. Das ISK unserer Pfarrei orientiert
sich an dieser Einteilung:
Typ A (Halbtagesschulung, 3 Stunden):
• Erstkommunion- und FirmkatechetInnen, sofern die jeweilige Vorbe-
reitungszeit keine Übernachtung vorsieht
• Küster
• Kirchenmusiker
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KöB
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit
• Verantwortliche der Sternsingeraktionen
Typ B (Ganztagesschulung, 6 Stunden):
• Erstkommunion- und FirmkatechetInnen, sofern die jeweilige Vorbe-
reitungszeit Übernachtungen vorsieht
• Leitung der KöB
• Leitung von kirchenmusikalischen Angeboten im Kinder- und Jugend-
bereich (z.B. Kinderchor/Jugendchor
• Honorarkräfte
• Ehrenamtliche in der Messdienerarbeit
• Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit
• Ferienfreizeitteams
Typ C (Zwei-Tagesschulung, 12 Stunden):
• Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral sowie
pädagogisches Fachpersonal
Die Kirchen-
gemeinde St.
Nikolaus Münster
strebt an, ein-
mal jährlich im
Frühjahr eine
Inhouse-Schulung
(ganztags) für alle
Ehrenamtlichen
anzubieten.
26
2.6 Handlungsleitfäden und Beschwerde- bzw. Beratungswege:
Was tun ...
bei verbalen oder körperlich-sexuellen Grenzverletzungen zwischen
Teilnehmer/innen?
Situation klären! Vorfall im Verantwortlichenteam ansprechen!
Offensiv Stellung beziehen
gegen diskriminierendes, gewalttätiges und sexistisches Verhalten!
Vorfall im Verantwortlichenteam ansprechen!
Abwägen, ob Aufarbeitung in der ganzen Gruppe oder einer Teilgrup-
pe sinnvoll ist.
Konsequenzen für die Urheber/innen beraten.
Information der Eltern ...
bei erheblichen Grenzverletzungen!
Eventuell zur Vorbereitung auf das Elterngespräch
Kontakt zu einer Fachberatungsstelle aufnehmen!
Weiterarbeit mit der Gruppe bzw. mit den Teilnehmer/innen:
Grundsätzliche Umgangsregeln überprüfen und (weiter-)entwickeln.
Präventionsarbeit verstärken!
Aktiv werden und gleichzeitig Ruhe bewahren!
D]ZLVFKHQJHKHQ´XQG*UHQ]YHUOHW]XQJHQXQWHUELQGHQ
Grenzverletzung präzise benennen und stoppen.
27
Nicht drängen!
Kein Verhör. Kein Forscherdrang.
Keine überstürzten Aktionen
DUXP´)UDJHQ
verwenden!
Keine logischen Erklärungen einfor-
dern!
Keinen Druck ausüben!
Keine unhaltbaren Versprechen oder
Zusagen abgeben!
Keine Angebote machen, die nicht erfüll-
bar sind.
Handlungsleitfaden im Mitteilungsfall:
Was tun ... während des Gesprächs...
wenn ein Kind, eine Jugendliche oder ein Jugendlicher von sexuel-
ler Gewalt, Misshandlungen oder Vernachlässigung erzählt?
Ruhe bewahren!
Keine überstürzten Aktionen.
Zuhören, Glauben schenken und den
jungen Menschen ermutigen sich anzu-
vertrauen!
Auch Erzählungen von kleineren Grenzver-
letzungen ernst nehmen. Gerade Kinder
erzählen zunächst nur einen Teil dessen,
was ihnen widerfahren ist.
Grenzen, Wiederstände und zwiespältige
Gefühle des jungen Menschen respektie-
ren!
Zweifelsfrei Partei für den jungen Men-
schen ergreifen!
XWUlJVWNHLQH6FKXOGDQGHPZDVYRU
JHIDOOHQLVW´
Versichern, dass das Gespräch vertrau-
lich behandelt wird und nichts ohne
Absprache
unternommen wird!
FKXQWHUVFKHLGHQLFKWEHUGHLQHQ.RSI´
- aber auch erklären -
FKZHUGHPLU5DWXQG+LOIHKROHQ´
Die eigenen Grenzen und Möglichkeiten
erkennen und akzeptieren!
28
Nichts auf eigene Faust unternehmen!
Keine Konfrontation / eigene Befra-
gung der/des vermutlichen Täterin/
Täters!
Er/Sie könnte das vermutliche Opfer unter
Druck setzen.
- Verdunklungsgefahr -
Keine eigenen Ermittlungen zum Tat-
hergang!
Keine Informationen an den/die poten-
tielle/n Täter/in!
Zunächst keine Konfrontation der
Eltern des vermutlichen Opfers mit dem
Verdacht!
Keine Entscheidungen und weiteren
Schritte ohne altersgemäßen Einbezug
des jungen Menschen!
Gespräch, Fakten und Situation doku-
mentieren!
Sich mit einer Person des eigenen Ver-
trauens oder im Team besprechen, ob die
Wahrnehmenungen geteilt werden. Un-
gute Gefühle zur Sprache bringen und den
nächsten Handlungsschritt festlegen.
Bei einer begründeten Vermutung sollte der
LQVRIHUQHUIDKUHQH)DFKNUDIW´
nach §8b Abs.1SGB VIII (zum Beispiel über
das örtliche Jugendamt) zur Beratung hinzu-
ziehen. Sie schätzt das Gefährdungsrisiko
ein und berät hinsichtlich weiterer Hand-
lungsschritte.
Weiterleitung an die beauftrage An-
sprechperson des Bistums bzw. an das
örtliche Jugendamt!
Hinweise auf sexuellen Missbrauch an
minderjährigen und erwachsenen Schutzbe-
fohlenen durch Kleriker, Ordensangehörige
oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im kirchlichen Dienst sind umgehend den
beauftragten Ansprechpersonen des Bis-
tums mitzuteilen.
Begründete Vermutungsfälle außerhalb
kirchlicher Zusammenhänge sind dem Ju-
gendamt zu melden.
Sich selber Hilfe holen!
Unbedingt mit der zuständigen Ansprechper-
son des Täters Kontakt aufnehmen.
Handlungsleitfaden ... nach dem Gespräch...
29
Nichts auf eigene Faus unternehmen!
Keine eigenen Ermittlungen zur Ver-
mutung!
Keine eigene Befragung des jungen
Menschen!
- Vermeidung von belastenden Mehrfach-
befragungen -
Keine Konfrontation der Eltern des ver-
mutlichen Opfer mit der Vermutung!
Keine Informationen an den/die ver-
mutlichen Täter/in!
Keine Konfrontation / eigene Befra-
gung der/des vermutlichen Täterin/
Täters!
Er/Sie könnte das vermutliche Opfer unter
Druck setzen.
- Verdunklungsgefahr -
Ruhe bewahren!
Keine überstürzten Aktionen.
Überlegen, woher die Vermutung kommt.
Verhalten des potentiell betroffenen jungen
Menschen beobachten!
Notizen mit Datum und Uhrzeit anfertigen.
- Vermutungstagebuch -
Sich selber Hilfe holen!
Sich mit einer Person des eigenen Ver-
trauens oder im Team besprechen, ob die
Wahrnehmungen geteilt werden. Ungute Ge-
fühle zur Sprache bringen und den nächsten
Handlungsschritt festlegen.
Unbedingt mit der zuständigen Ansprech-
person des Trägers Kontakt aufnehmen.
Bei einer begründeten Vermutung sollte der
LQVRIHUQHUIDKUHQH)DFKNUDIW´
nach §8b Abs. 1SGB VIII (beispielsweise
über das örtliche Jugendamt) zur Beratung
hinzuziehen. Sie schätzt das Gefährdungs-
risiko ein und berät hinsichtlich weiterer
Handlungsschritte.
Weiterleitung an die beauftrage Ansprechperson des Bistums bzw. an das örtliche Jugend-
amt! Hinweise auf sexuellen Missbrauch an minderjährigen und erwachsenen Schutzbefoh-
lenen durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
kichlichen Dienst sind umgehend den beauftragten Ansprechpersonen des Bistums mitzu-
teilen.
Mitarbeiter/innen können sich auch unabhängig vom Träger an die beauftragte Ansprech-
person des Bistums wenden.
Begründete Vermutungsfälle außerhalb kirchlicher Zusammenhänge unter Beachtung des
Opferschutzes sind dem örtlichen Jugendamt zu melden.
Vermutungsfall jemand ist Opfer...
30
Vermutungsfall jemand ist Täter oder Täterin:
Nichts auf eigene Faus unternehmen!
Keine eigenen Ermittlungen zur Ver-
mutung!
Keine eigene verhörende Befragung
der/des potentiellen Täterin/Täters!
Keine Konfrontation der Eltern des ver-
mutlichen Opfer mit der Vermutung!
Keine Konfrontation / eigene Befra-
gung der/des vermutlichen Täterin/
Täters!
Er/Sie könnte sich Sanktionen entziehen
und sich einen neuen Wirkungskreis
suchen.
- Verdunklungsgefahr -
Ruhe bewahren!
Keine überstürzten Aktionen.
Überlegen, woher die Vermutung kommt.
Verhalten der/des potentiellen Täterin/Täters
beobachten!
Notizen mit Datum und Uhrzeit anfertigen.
- Vermutungstagebuch -
Sich selber Hilfe holen!
Sich mit einer Person des eigenen Ver-
trauens oder im Team besprechen, ob die
Wahrnehmungen geteilt werden. Ungute Ge-
fühle zur Sprache bringen und den nächsten
Handlungsschritt festlegen.
Unbedingt mit der zuständigen Ansprech-
person des Trägers Kontakt aufnehmen.
Bei einer begründeten Vermutung sollte der
LQVRIHUQHUIDKUHQH)DFKNUDIW´
nach §8b Abs. 1SGB VIII (beispielsweise
über das örtliche Jugendamt) zur Beratung
hinzuziehen. Sie schätzt das Gefährdungs-
risiko ein und berät hinsichtlich weiterer
Handlungsschritte.
Weiterleitung an die beauftrage Ansprechperson des Bistums bzw. an das örtliche Jugend-
amt! Hinweise auf sexuellen Missbrauch an minderjährigen und erwachsenen Schutzbefoh-
lenen durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
kichlichen Dienst sind umgehend den beauftragten Ansprechpersonen des Bistums mitzu-
teilen.
Mitarbeiter/innen können sich auch unabhängig vom Träger an die beauftragte Ansprech-
person des Bistums wenden.
Begründete Vermutungsfälle außerhalb kirchlicher Zusammenhänge unter Beachtung des
Opferschutzes sind dem örtlichen Jugendamt zu melden.
Die eigenen Grenzen und Möglichkeiten er-
kennen und akzeptieren!
31
Präventionsbeauftragte der Pfarrei:
Thomas Hußmann (Pastoralreferent)
Vörnste Esch 22
48167 Münster
02506 8101163
hussmann-t@bistum-muenster.de
Berthold Sanders (Jugendreferent)
Anton-Knubel-Weg 45
02506 8101170
sanders-b@bistum-muenster.de
Zusätzlich zu informieren bei einem konkreten Vorfall:
Jörg Hagemann (Leitender Pfarrer)
Herrenstr. 15
02506 8101111
hagemann-j@bistum-muenster.de
Interne Beschwerde- und Beratungswege:
([WHUQH%HUDWXQJVZHJH
%LVFK|ÁLFKH%HDXIWUDJWH]XU3UlYHQWLRQVH[XDOLVLHUWHU*HZDOW
Ann-Kathrin Kahle und Beate Meintrup
Rosenstraße 17
48143 Münster
0251 / 495 17 010 oder 0251 / 495 17 011
32
Bernadette Böcker-Kock
0151 / 63 404 738
Bardo Schaffner
0151 / 43 816 695
Staatliche Behörden:
Polizeidienststelle Münster, Nordrhein-Westfalen
Friesenring 43
48147 Münster
0251 275-0
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Hafenstraße 30
48153 Münster
0251 492-5101
8QDEKlQJLJH $QVSUHFKSHUVRQHQ EHL 9HUGDFKW DXI VH[XHOOHQ 0LVVEUDXFK
durch hauptamtliche MitarbeiterInnen im Bistum Münster:
33
Nummer gegen Kummer e.V.
116111
www.nummergegenkummer.de
Hotline für Opfer sexuellen Missbrauchs des Unabhängigen Beauftragten der Bun-
desregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
0800 22 555 30
www.hilfeportal-missbrauch.de
Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster – Beratungsstelle Münster
Königsstraße 25
48143 Münster
0251 13 533-0
ZZZHÁELVWXPPVGH
Ärztliche Kinderschutzambulanz
Träger: Deutsches Rotes Kreuz
Melcherstraße 55
48149 Münster
0251 418 54-0
www.drk-muenster.de/angebot/kinderschutzambulanz
Beratungsstelle im DKSB Münster (Hilfen für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fach-
kräfte)
Berliner Platz 33
48143 Münster
0251 471 80
www.kinderschutzbund-muenster.de
Hilfsangebote und Beratungsstellen:
34
Krisenhilfe Münster
Träger: Verein zur Suizidprophylaxe und Krisenbegleitung Münster e.V.
Klosterstraße 33-34
48149 Münster
0251 51 90 05
www.krisenhilfe-muenster.de
Notruf für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen und Mädchen e.V.
Träger: Notruf e. V.
0251 / 34 44 3
www.frauennotruf-muenster.de
35
Weitere Internetadressen:
Prävention sexualisierter Gewalt im Bistum Münster
www.praevention-im-bistum-muenster.de
Zentrale Internetplattform der katholischen Kirche zum Thema Prävention gegen
sexualisierte Gewalt:
www.praevention-kirche.de
XINOlUXQJXQG9RUEHXJXQJ'RNXPHQWH]XP8PJDQJPLWVH[XHO -
lem Missbrauch der Deutschen Bischofskonferenz. Download unter: www.dbk.de
Informationen und Materialien der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kin-
der und Jugendschutz MW e.V.
www.thema-jugend.de
Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen
und Jungen
www.nina-info.de
Aufklärung über die Rechte und über sexuellen Missbrauch für Jungen und Mäd-
chen zwischen 8 und 12 Jahren
www.trau-dich.de
Seite für Menschen, die eine sexuelle Neigung zu Kindern bzw. Jugendlichen
spüren und nicht zu Täter/Innen werden wollen
www.kein-taeter-werden.de
36
2.7 Entwicklung und Fortschreibung des Schutzkonzeptes:
Das Thema Prävention muss weiterhin wachgehalten werden, z.B. in
Dienstgesprächen, Leiterrunden, katechetischen Treffen usw. Einen be-
sonderen Auftrag haben hierbei die hauptamtlichen und ehrenamtlichen
Verantwortlichen der verschiedenen Tätigkeitsfelder in unserer Pfarrei.
Der im ISK abgedruckte Verhaltenskodex ist die Grundlage für das Mitei-
nander in unserer Kirchengemeinde. Damit der Verhaltenskodex passge-
nau auf die Alltagssituationen und Fragestellungen in den verschiedenen
Handlungsfeldern wie z.B. Kitas, Ferienfreizeiten, offenen Einrichtungen,
angepasst werden kann, braucht es eine intensive Auseinandersetzung in
den o.g. Gruppen.
Für alle pädagogischen Einrichtungen in unserer Trägerschaft bedeutet
das, dass sich die Teams in einer Schulungsveranstaltung mit dem Ver-
haltenskodex auseinandersetzen und ihn auf ihre Situation in den Einrich-
tungen anpassen. Die Verschriftlichung dieser Verhaltenskodizes ist spä-
testens bis zum 30.06.2020 beim Träger einzureichen. Die Online-Version
des ISK auf unserer homepage wird diese konkretisierten Verhaltensko-
dizes aufnehmen und veröffentlichen. Die Präventionsfachkräfte vor Ort
bzw. weitere Fachkräfte unterstützen diesen Prozess. Eventuell anfallende
Kosten dieser Schulungsmaßnahmen trägt die Pfarrei St. Nikolaus.
Für alle Ferienfreizeiten und Übernachtungsfahrten gilt dieses Verfahren
in gleicher Weise. Auch hier muss bis zum Stichtag ein passgenauer Ver-
haltenskodex vorliegen, dem alle Betreuerinnen und Betreuer durch Unter-
schrift zustimmen. Andernfalls kann eine Fahrt nicht als Maßnahme der
Pfarrei St. Nikolaus durchgeführt werden.
37
Die Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster strebt an, einmal jährlich im
Frühjahr eine Inhouse-Schulung (ganztags) für alle Ehrenamtlichen anzu-
bieten.
Das ISK wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls ergänzt und kon-
kretisiert. Die Präventionsfachkräfte werden vom Träger für die Qualitäts-
sicherung beauftragt.
38
Maßnahmen zur Stärkung von Minderjährigen und
schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen
Um das Thema der Prävention von sexualisierter Gewalt und grenzver-
OHW]HQGHP9HUKDOWHQLQXQVHUHU3IDUUHLZDFK]XKDOWHQÀQGHWPLQGHVWHQ
einmal im Jahr eine Aktion zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen
statt. Thematische Inhalte können z.B. sein: Förderung von Ich-Stärke, die
eigenen Rechte kennen, Selbstbehauptung, Schutz vor Gewalt, Sexualität
(Enttabuisierung, Sprachfähigkeit). Geplant ist von den Präventionsbeauf-
tragten, dass jeweils um den 20. September (Weltkindertag, der an die UN
.LQGHUUHFKWVNRQYHQWLRQ HULQQHUW HLQ HQWVSUHFKHQGHV 3URMHNW VWDWWÀQGHQ
ZLUG'LH3IDUUHLZLUGKLHUIUÀQDQ]LHOOH0LWWHOLQGHQ+DXVKDOWGHU3IDUUHL
einstellen.
39
40
Anhang
9HUKDOWHQVNRGH[
Die Pfarrei St. Nikolaus Münster will Kindern, Jugendlichen und allen Men-
schen, die sich ihrem kirchlichen Handeln anvertrauen, Lebensräume bie-
ten, in denen sie ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten, ihre Begabungen
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unserer Pfarrei engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, den nachfolgenden Verhaltenskodex durch ihre Unter-
schrift anzuerkennen und als Haltung im gemeinsamen Miteinander Gel-
tung zu verleihen.
Ich, (Vorname Name), bin mir meiner Verantwortung für den Schutz der
PLUDQYHUWUDXWHQ0HQVFKHQEHZXVVW,FKYHUSÁ LFKWHPLFKDOOHVLQPHLQHQ
Kräften Stehende zu tun, dass niemand den mir anvertrauten Menschen
seelische, körperliche und/oder sexualisierte Gewalt antut. Ich trage aktiv
dazu bei, dass unsere Pfarrei für Kinder, Jugendliche und weitere Schutz-
bedürftige ein sicherer Ort ist, wo die Würde eines jeden Menschen ge-
schätzt und gewahrt bleibt.
1. Ich weiß, dass kirchliches Handeln unvereinbar ist mit jeder Form von
körperlicher, verbaler, psychischer und sexualisierter Gewalt. Jedes Ver-
halten, dass die Achtung vor dem anderen Menschen und seiner eigenen
Entwicklung verletzt oder stört, widerspricht den Grundsätzen kirchlichen
Handelns.
2. Ich unterstütze Kinder, Jugendliche und weitere Schutzbefohlene in ihrer
Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persön-
lichkeiten. Ich unterstütze ihr Recht auf seelische und körperliche Unver-
sehrtheit und stärke sie darin, für diese Rechte wirksam einzutreten.
41
3. Ich gehe achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz
um. Ich respektiere die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der
Scham von Kindern, Jugendlichen und weiteren Schutzbefohlenen. Dabei
achte ich auch auf meine eigenen Grenzen. Dies gilt insbesondere für den
Umgang mit Bildern und Medien, sowie bei der Nutzung von Handy und
Internet.
4. Ich bemühe mich, jede Form persönlicher Grenzverletzung bewusst
wahrzunehmen und bin offen für Rückmeldungen hinsichtlich meines Ver-
haltens, damit dieses nicht als verletzend bzw. grenzüberschreitend erlebt
wird. Auch beziehe ich gegen jegliches diskriminierendes, gewalttätiges
und sexistisches Verhalten, ob in Wort oder Tat, aktiv Stellung. Ebenso
greife ich ein, wenn die mir Anvertrauten sich anderen gegenüber in dieser
Weise grenzverletzend verhalten.
5. Ich höre zu, wenn die mir anvertrauten Menschen mir verständlich ma-
chen möchten, dass ihnen seelische, verbale, sexualisierte oder körper-
liche Gewalt angetan wird. Ich bin mir bewusst, dass solche Gewalt von
männlichen und weiblichen Tätern verübt werden kann und dass Mädchen
und Jungen beziehungsweise Frauen und Männer zu Opfern werden kön-
nen.
6. Ich kenne das ISK der Pfarrei St. Nikolaus Münster und die darin be-
schriebenen Verfahrenswege sowie die Ansprechpartner der Pfarrei und
des Bistums Münster. Ich weiß, wo ich mich beraten lassen und Hilfen zur
Klärung bzw. Unterstützung bekommen kann.
42
7. Ich bin mir meiner besonderen Vertrauens- und Autoritätsstellung ge-
genüber den mir anvertrauten Kindern, Jugendlichen oder schutzbefoh-
lenen Erwachsenen bewusst. Ich handle nachvollziehbar und ehrlich. Ab-
hängigkeiten nutze ich nicht aus und missbrauche nicht das Vertrauen der
mir anvertrauten Menschen.
8. Ich bin mir bewusst, dass jede gewaltgeprägte Äußerung oder Handlung
und jede sexualisierte Handlung in der Beziehung zu Kindern, Jugend-
lichen und erwachsenen Schutzbefohlenen weitreichende Folgen hat, ggf.
disziplinarischer und/oder strafrechtlicher Art.
9. Wenn ich Kenntnis von einem Sachverhalt erlange, der den Verdacht
auf sexuellen Missbrauch nahe legt, teile ich dies unverzüglich entspre-
chend der im ISK beschriebenen Handlungsleitfäden mit.
10. Ich versichere, dass ich nicht wegen einer Straftat im Zusammenhang
mit sexualisierter Gewalt rechtskräftig verurteilt worden bin oder ein Er-
mittlungsverfahren gegen mich eingeleitet worden ist. Darüber hinaus gilt
für alle in der Pfarrei hauptamtlich Beschäftigten: Sollte diesbezüglich ein
(UPLWWOXQJVYHUIDKUHQJHJHQPLFKHLQJHOHLWHWZHUGHQYHUSÁ LFKWHLFKPLFK
dies meinem Dienstvorgesetzten bzw. der Leitung der Pfarrei unverzüglich
mitzuteilen.
'XUFKPHLQH8QWHUVFKULIWYHUSÁ LFKWHLFKPLFKGHPYRUVWHKHQGHQ9HUKDO
tenskodex zu entsprechen.
Ort/Datum Unterschrift
43
Vermutungstagebuch:
Ein Vermutungstagebuch hilft, die eigenen Gedanken zu strukturieren und
festzuhalten. Es sollte eine genaue Dokumentation des Verhaltens und
der Beobachtung, die zur Vermutung führt, enthalten.
Wer hat etwas beobachtet?
Um welches Kind/Jugendlichen geht es? (Vorsichtig mit Namen umgehen)
Gruppe
Alter
Geschlecht
Was wurde beobachtet? Was genau erschien seltsam, beunruhigend, ver-
dächtig? (Hier nur Fakten, keine eigene Wertung!)
Wann - Datum - Uhrzeit?
44
Wer war involviert?
Wie war die Gesamtsituation?
Wie sind deine Gefühle - deine Gedanken dazu?
Mit wem wurde bisher darüber gesprochen?
Was ist als nächstes geplant?
Sonstige Anmerkungen
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Ansprechpersonen-Checkliste:
Nicht alle Situationen, die brenzlig sind, sind gleich als Notfälle (extreme Ereignisse)
einzustufen. Dennoch ist es gut bei der Vorbereitung der Freizeit darauf zu achten, dass
für schwierige Situationen und Notfälle Personen im Hintergrund, sind die euch beraten
können und unterstützend tätig werden.
Vertrauensperson
an die ich/wir uns wenden können:
Name:
Anschrift:
Telefon:
Email:
Ansprechperson des Trägers
die jederzeit erreichbar ist und bei der man sich bei Notfällen wie Unfall, medizinischer
Notfall, gravierender Gesundheitsgefährdung, Todesfällen, Vorfällen von sexualisierter
Gewalt melden muss:
Name:
Anschrift:
Telefon:
Email:
Beratungsstellen
an die ich mich wenden kann:
Name:
Anschrift:
Telefon:
Email:
46
Dokumentationsbogen:
Name, Funktion,
Adresse, Telefon, Mail,
etc.
Datum der Meldung
Ein Vermutungstagebuch hilft, die eigenen Gedanken zu strukturieren und festzuhalten.
Es sollte eine genaue Dokumentation der Verhaltens und der Beobachtung, die zur Ver-
mutung führt, enthalten.
1. Wer hat etwas erzählt?
2. Geht es um einen...
Mitteilungsfall?
Vermutungsfall?
3. Betrifft der Fall eine...
interne Situation
externe Situation
4. Um wen geht es?
Name
Gruppe
Alter
Geschlecht
5. Was wurde über den Fall mitgeteilt? Was wurde wahrgenommen?
47
6. Was wurde getan bzw. gesagt?
7. Wurde über die Beobachtung/ die Mitteilung schon mit anderen Leiter/innen,
Miarbeiter/innen, dem Träger, FAchberatungsstellen, Polizei etc. gesprochen?
Mitteilungsfall?
Vermutungsfall?
8. Absprache
Wann soll wieder
Kontakt aufgenommen
werden?
Ist das nötig?
Was soll bis dahin von
wem geklärt werden?
Wurden konkrete
Schritte vereinbart,
wenn ja, welche?
48
Notizen:
49
Notizen:
50
Notizen:
Anlage_10.2_Villa_Luna_Konzept_York_Kaserne
71593 Zeichen
Pädagogische
Rahmenkonzeption
zur Bewerbung um eine
Trägerschaft einer Kindertageseinrichtung
auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im
Stadtteil Gremmendorf
Ausschreibungsnummer 04/19
Die vorliegende pädagogische Rahmenkonzeption gilt als länderübergreifende
Handlungsrichtlinie für die Villa Luna Kindertagesstätten und wird regelmäßig den
Bedingungen der Länder sowie dem Bedarf angepasst.
PQ/Stand: 24. Januar 2020
- 1 -
Inhalt
1. Der Träger ................................................................................................................. - 1 -
1.1. Ethische Haltung & Werte .......................................................................................... - 1 -
1.2. Bild vom Kind ............................................................................................................. - 2 -
2. Pädagogische Qualität ............................................................................................. - 3 -
2.1. Bildungsbereich Gesundheit ................................................................................ - 3 -
a) Ernährung ........................................................................................................... - 3 -
b) Physisches und psychosoziales Wohlbefinden .................................................... - 3 -
b) Motorik ................................................................................................................ - 4 -
2.2. Bildungsbereich Kommunikation ................................................................................ - 4 -
2.3. Bildungsbereich ‚Personale & interpersonale Kompetenz‘ ................................... - 5 -
2.4. Bildungsbereich ‚Schulfähigkeit‘ .......................................................................... - 6 -
2.5. Bildungsbereich ‚Kreativität und Musik‘ ............................................................... - 6 -
2.6. Bildungsbereich ‚Naturwissenschaften‘ ............................................................... - 6 -
2.7. Bildungsbereich ‚Medienkompetenz‘ ................................................................... - 7 -
2.8. Methoden in der Praxis ....................................................................................... - 7 -
a) Partizipation & teiloffene Arbeit............................................................................ - 7 -
b) Das Freispiel ....................................................................................................... - 9 -
2.9. Integration, Migration und Inklusion ..................................................................... - 9 -
2.10. Gender und geschlechterspezifische Pädagogik ............................................... - 10 -
3. Bildungspartnerschaften ....................................................................................... - 11 -
3.1. Bildungspartnerschaft mit Eltern ............................................................................... - 11 -
3.2. Eingewöhnung der Familien in die Kindertagesstätte ............................................... - 11 -
3.3. Interner Übergang von der Krippe in die Elementargruppe ....................................... - 12 -
3.4. Übergang vom Kindergarten zur Grundschule .......................................................... - 12 -
3.5. Kommunikationsmanagement .................................................................................. - 12 -
4. Sozialraumorientierung, Kooperation und Vernetzung ....................................... - 13 -
5. Qualitätsmanagement ............................................................................................ - 14 -
5.1. Kinderschutzkonzept ................................................................................................ - 14 -
5.2. Bildungsdokumentation ............................................................................................ - 15 -
a) Die Karteikarten........................................................................................................ - 15 -
b) Das Portfolio ............................................................................................................. - 15 -
c) Der Entwicklungsbaum ............................................................................................. - 16 -
d) Die Entwicklungsgespräche ..................................................................................... - 16 -
e) Die Portfoliowoche ................................................................................................... - 17 -
5.3. Personalmanagement Träger ................................................................................... - 17 -
a) Fachberatung Qualitätsleitung ........................................................................... - 17 -
- 2 -
b) Human Resources............................................................................................. - 17 -
5.4. Personalmanagement Kita-Leitungen ....................................................................... - 17 -
a) Jour Fixe ........................................................................................................... - 17 -
b) General Meeting ................................................................................................ - 18 -
c) Leitungstagung .................................................................................................. - 18 -
d) Klausurtagung ................................................................................................... - 18 -
5.5. Personalmanagement pädagogischer Mitarbeiter ..................................................... - 18 -
a) Team-/Konzeptionstage .................................................................................... - 18 -
b) Große Dienstbesprechungen ............................................................................ - 18 -
c) Kleinteamsitzung (Vorbereitungszeit) ................................................................ - 18 -
d) Fortbildungen .................................................................................................... - 18 -
e) Ausbildung von Fachkräften .............................................................................. - 19 -
f) Auditierung/Evaluation ...................................................................................... - 19 -
6. Rahmenbedingungen ............................................................................................. - 19 -
6.1. Raumgestaltung ....................................................................................................... - 19 -
6.2. Leistungsübersicht ................................................................................................... - 20 -
6.3. Öffnungs- und Schließzeiten .................................................................................... - 20 -
7. Kontakt .................................................................................................................... - 21 -
Literaturverzeichnis ...................................................................................................... - 22 -
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Rahmenkonzeption die männliche
Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies soll keinesfalls
eine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts implizieren, sondern ist im Sinne der sprachlichen
Vereinfachung als geschlechtsneutrale Formulierung zu verstehen.
- 1 -
1. Der Träger
Inspiriert durch ausländische Kindertagesstätten setzte sich Dr. Jürgen Reul das Ziel, Kindern
und Eltern auch in Deutschland eine qualitativ hochwertige und zugleich zeitlich flexible
Kinderbetreuung zu bieten. Die ersten zwei Villa Luna Kindertagesstätten öffneten 2005 ihre
Türen und seitdem verschaffen unsere bilingualen Einrichtungen Kindern im Alter von 4 Mo-
naten bis zum Schuleintritt vielfältige Erfahrungs- und Entwicklungsspielräume.
Die Bedürfnisse von Kindern und Eltern stehen bei uns jederzeit gleichermaßen im Vor-
dergrund: Getreu dem Motto „Ein guter Start währt ein Leben lang!“ erkennen unsere kompe-
tenten und einfühlsamen Fachkräfte die Talente und Stärken der Kinder frühzeitig und können
diese – u.a. bedingt durch kleine Gruppen und den erhöhten Fachkraftschlüssel – gezielt för-
dern. Neben den Aspekten der Pädagogik und der bilingualen Betreuung auf Deutsch und
Englisch liegen uns die flexiblen Betreuungszeiten am Herzen, die unseren modernen gesell-
schaftlichen Gegebenheiten gerecht werden und so Beruf und Familie vereinbar machen. In
diesem Zusammenhang stellt Villa Luna auch maßgeschneiderte Firmenkontingente für Mit-
arbeiter von kooperierenden Unternehmen bereit, was unsere Kindertagestätten für Eltern und
Unternehmen gleichermaßen interessant macht.
Entwicklung des Unternehmens:
2005 Eröffnung in Aachen und Düsseldorf-Flehe
2008 Eröffnung in Düsseldorf-Grafenberg
2009 Partnerschaft und Joint Venture mit der Klett-Gruppe
2010 Eröffnung in Frankfurt-Sachsenhausen – 2017 Übergabe an einen regionalen Träger
2011 Eröffnung in Prag (Tschechien) – 2018 Übergabe an einen regionalen Träger
2012 Eröffnung in Düsseldorf-Südring und in Hamburg-Winterhude
2013 Eröffnung in Köln und Hannover
2014 Eröffnung in Berlin-Charlottenburg
Heute betreibt die Villa Luna acht Kindertagesstätten in vier Bundesländern. Weitere Standorte
sind in Planung.
Qualität und Fachkompetenz haben für uns einen hohen Stellenwert. Daher auditieren wir
unsere Einrichtungen in einem 2-Jahres-Rhythmus. In Berlin findet dies zusätzlich zur exter-
nen Evaluation des Senats statt.
Gleichzeitig evaluiert die Klett Gruppe als renommiertes Bildungsunternehmen und Mutterun-
ternehmen der Villa Luna Kindertagesstätten regelmäßig die Qualität unserer Abteilungen und
pädagogischen Arbeit an den Standorten.
1.1. Ethische Haltung & Werte
Grundsätzlich sind die Wertvorstellungen in jeder Gesellschaft unterschiedlich. Bei Villa Luna
legen wir Wert auf eine offene Haltung zur Interkulturalität. Diese wird vor allem durch Fa-
milien verschiedener Herkunft geprägt, die sich aufgrund des bilingualen Sprachangebots bei
uns besonders wohlfühlen. Sowohl Eltern und Kinder mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln
als auch unsere englischsprachigen Mitarbeiter bereichern das Zusammenleben bei Villa Luna
z.B. durch das Einbringen von internationalen Festen, landestypischen Speisen oder anderen
Kulturgütern. So erleben Kinder bei Villa Luna schon früh Toleranz und Weltoffenheit.
- 2 -
Die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Familien stehen in den Villa Luna Kindertages-
stätten im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Eltern sorgen wir für eine gesunde Entwicklung,
Ernährung und Anerkennung der Kinder.
Eine ausgeprägt positive Fehlerkultur ist zudem Teil des Villa Luna Alltags. Ohne Fehler gibt
es keine Weiterentwicklung, weshalb wir offen und konstruktiv miteinander und mit den even-
tuell geschehenen Fehlern umgehen. Wir sind ein lernendes Unternehmen, das sich ständig
weiterentwickelt. Dementsprechend werden die Normen und Regeln in den Einrichtungen re-
gelmäßig überarbeitet und den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen im Haus angepasst.
Dabei werden so viele Ebenen wie möglich partizipativ eingebunden.
Umwelt- und Nachhaltigkeit leben wir in unseren Kindertagesstätten durch aktive Beteiligung
an Recyclingprozessen sowie durch die Bewusstseinsentwicklung für die Umwelt und deren
Pflege. Die Anzucht von Blühpflanzen für den Insektenerhalt sowie von Nutzpflanzen (z.B.
Erdbeeren) ist integriert. Zusätzlich zu Ausflügen aller Art gehen die Gruppen regelmäßig in
die Natur (z.B. in den Wald), um die Umwelt für unsere Kinder erfahrbar zu machen. In den
Häusern achten wir auf ressourcenorientierten Umgang mit Materialien und verwenden Re-
cyclingprodukte.
Höflichkeit und Freundlichkeit sowie das klare und direkte Ansprechen von Unstimmigkeiten
sind für uns selbstverständlich und sorgen für Authentizität und Sicherheit. Ehrlichkeit ist ein
Wert, der bei Villa Luna großgeschrieben wird. Wir können verschiedene Ansichten haben und
gleichzeitig wertschätzend miteinander umgehen und Kompromisse finden.
Durch Rituale im Alltag, wie dem gemeinsamen Morgenkreis oder bestimmten Melodien zum
Aufräumen, wird den Kindern Sicherheit vermittelt. Es ist uns wichtig, dass bei allen Beteilig-
ten Klarheit über die Abläufe besteht. Regeln, auf die sich mit Kindern oder Mitarbeitern geei-
nigt wurde, werden bis zum offiziellen Dementieren eingehalten. Gleichheit und Fairness im
Umgang miteinander haben ebenso einen hohen Stellenwert, wie Mitgefühl und Respekt vor
individuellen Unterschieden. Als moderne Einrichtung spielt die geschlechterbewusste Pä-
dagogik eine entscheidende Rolle in der kindlichen Bildung für uns.
Für die körperliche und seelische Unversehrtheit haben wir in unserem Schutzkonzept
klare Richtlinien entwickelt (vgl.5.1.). Zusätzlich tauschen sich die Pädagogen in kollegialen
Beratungen regelmäßig zu Themen des Kinderschutzes aus.
1.2. Bild vom Kind
„Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind bereits welche." (Korczak, 1985)
Jedes Kind ist einzigartig und wächst in einem individuellen Familiensystem auf. Wir betrach-
ten das Kind stets ganzheitlich. Wir begegnen ihm auf Augenhöhe und nehmen seine Bedürf-
nisse ernst. Wertschätzend blicken wir auf die Stärken und das Potential des Kindes und holen
es dort ab, wo es steht. Wir geben ihm Raum für seine Entwicklung, ohne es einzuengen.
Dabei folgen wir der Begeisterung des Kindes und fördern seinen natürlichen Wissensdrang
gezielt. Wir lernen mit und von den Kindern. Unsere Kinder sind die Zukunft und wir behan-
deln sie respektvoll.
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2. Pädagogische Qualität
Die Bildungsbereiche der Villa Luna Kindertagesstätten im Überblick:
Gesundheit: Ernährung & Motorik
Kommunikation: Sprachförderung & Immersion
Personale & interpersonale Kompetenz
Kreativität & Musik
Natur & Technik
Digitale Pädagogik
Schulvorbereitung
Integration & Inklusion
2.1. Bildungsbereich Gesundheit
a) Ernährung
Durch unser umfangreiches Ernährungskonzept unterstützen wir eine gesundheitsfördernde,
vollwertige Verpflegung und die Ernährungsbildung. Villa Luna bietet den Kindern, täglich ein
frisch zubereitetes Mittagessen. Dies wird möglichst in der hauseigenen Küche zubereitet.
Nicht in allen Einrichtungen ist es nicht möglich, eine eigene Küche zu betreiben. Hier legen
wir einen besonderen Wert auf die sorgfältige Auswahl von externen Lieferanten, damit wir
unseren Kindern weiterhin gesunde und vollwertige Mahlzeiten anbieten können. Wir verwen-
den hauptsächlich regionale und saisonale Produkte sowie weitestgehend Lebensmittel aus
biologischem Anbau. Villa Luna verzichtet in der Regel auf die Verwendung von Industriezu-
cker; Ausnahmen werden bei Feiern und Festen gemacht. Eine individuelle Anpassung der
Speisepläne und Rücksichtnahme bei Kindern mit Allergien ist selbstverständlich.
Villa Luna hat ein umfangreiches Ernährungskonzept entwickelt. Die Zusammensetzung der
Mahlzeiten orientiert sich an den laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) in verschie-
denen Entwicklungsstufen empfohlenen Richtlinien für die verschiedenen kindlichen Altersstu-
fen. Gleichzeitig wird diesbezüglich eine pädagogische Handlungsempfehlung verschriftlicht.
Inhalt ist u.a., dass Kinder an Themen rund um die Ernährung beteiligt werden, indem sie z.B.
die Speisepläne mitgestalten dürfen und anschließend per Votum mitteilen können, wie es
ihnen geschmeckt hat. Unsere Kindertagesstätten werden derzeit von der DGE mit dem Zer-
tifikat „Fit Kid“ geprüft und ausgezeichnet.
Bei Villa Luna gibt es kindgerechtes Geschirr und Besteck, mit dem sich die Kinder selb-
ständig auftun und essen können. Da die Kost in getrennten Schalen angeboten wird, stellen
sich Kinder ihre Mahlzeit individuell zusammen. In Projekten probieren wir außerdem leckere
Rezepte aus und lernen in Zusammenarbeit mit unseren Köchen den Umgang mit und die
Zubereitung von Lebensmitteln kennen. Ernährungserziehung wird so zum aktiv ge- und er-
lebten Bildungsthema.
b) Physisches und psychosoziales Wohlbefinden
Ausschlaggebend für das Wohlbefinden jedes Kindes sind eine gesunde Physis und die geis-
tige Gesundheit. Um die Bedürfnisse der Kinder bestmöglich zu bedienen, sind wir im ständi-
gen Austausch mit Eltern und Kindern und gehen empathisch auf die Bedürfnisse der Familien
- 4 -
ein. Neben einer regelmäßigen Prophylaxe durch ansässige (Zahn-)Ärzte und Gesundheits-
ämter vermitteln wir bei Bedarf auch den Kontakt zu regionalen Beratungsstellen und Thera-
peuten.
Das Wohl der Kinder steht jederzeit im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Durch pädagogi-
sche Themen und Projekte ermutigen wir die Kinder, Mut zur Individualität zu haben und be-
stärken sie in ihrer Meinungsbildung und -äußerung. In Gesprächen mit den Kindern werden
gemeinsam Regeln für ein faires Miteinander abgestimmt. So findet schon früh eine empathi-
sche Bewusstseinsbildung und Gewaltprävention statt.
Die Abteilung für Arbeitssicherheit ist bei Villa Luna für das Controlling der Bereiche Unfallprä-
vention, Betriebssicherheit und Hygiene zuständig. Neben regelmäßigen TÜV-Prüfungen or-
ganisiert sie Schulungen in den Bereichen Erste Hilfe, Brandschutz und Sicherheit.
Unser Hygienekonzept schließt die jährliche Schulung aller pädagogischen und hauswirt-
schaftlichen Mitarbeiter ein. Zusätzlich zum detaillierten Reinigungsplan ist die Einhaltung der
HACCP Regelungen ein Standard in unseren Kindertagesstätten. Den Kindern und Eltern wird
im täglichen Ablauf die Wirksamkeit verschiedener Regelungen im Hygienebereich verdeut-
licht.
Auf Themenelternabenden informieren wir die Eltern außerdem zu den jeweils anstehenden
Präventionsprogrammen in unseren Kindertagesstätten.
b) Motorik
„Die Bewegung in den ersten Lebensjahren besitzt einen großen Anteil an der kognitiven,
emotionalen und sozialen Entwicklung des Kindes und damit auch auf die sprachlichen Aneig-
nungsprozesse. Bei einem Säugling, der über seine Sinnesorgane die Außenwelt wahrnimmt,
das Erlebte dann kognitiv verarbeitet und sich im Anschluss durch eine Bewegungshandlung
‚äußert‘, werden die neuronalen Zentren im Gehirn stimuliert und damit Nervenverbindungen
aufgebaut bzw. verstärkt. Diese Nervenverbindungen bilden die Grundlage für abstrakte und
symbolische Denkprozesse und damit auch für die Entwicklung der Sprache.“ (Buchner, 1997)
In unseren Einrichtungen stellen wir den Kindern genügend Raum und Zeit zur Verfügung,
sich selbst und ihre Umwelt wahrzunehmen. Wir gestalten unsere Räume ansprechend
und zu Bewegung motivierend. Um die rasante Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren
adäquat zu unterstützen, legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Krippenräume. So sor-
gen wir für verschiedene Untergründe, Stufen (Podeste), Verstecke, Sprossenleitern, Schau-
keln, Höhlen, Materialien mit verschiedenen Oberflächen und unterschiedliche Lichtverhält-
nisse. Zudem werden für die jeweilige Altersstufe explizite Bewegungsangebote in unseren
Turnhallen oder im Freien angeboten. Im Elementarbereich erhalten die Kinder zusätzlich
flexible Materialangebote, die ihre Kreativität und Feinmotorik weiter ausbilden.
Ein besonders beliebter Bewegungsimpuls für Mitarbeiter, Eltern und Kinder sind gemeinsame
Sportfeste oder die Teilnahme an Firmenläufen.
2.2. Bildungsbereich Kommunikation
a) Sprachförderung
„Die Sprache ist der Schlüssel zur Welt.“ (Humbolt, 1767-1835)
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Der Spracherwerb ist ein umfassender Prozess in der Entwicklung der Kinder. Grundlage ist
die sozial-emotionale Bindung zur Bezugsperson, denn Kinder haben ein natürliches Bedürf-
nis zu kommunizieren. Bei Villa Luna nutzen wir jede Bildungs- und Lernsituation sowie die
vielen alltäglichen Situationen, um die Kommunikationsfähigkeit der Kinder zu verbessern.
Dabei unterscheiden wir zwischen Sprachbildung und Sprachförderung.
Sprachbildung meint, dass die Kinder eine Vielfalt von Kommunikationsanregungen im Alltag
erhalten und so lernen, immer komplexere Zusammenhänge zu begreifen und auszudrücken.
Die pädagogischen Mitarbeiter nutzen dazu jede Gelegenheit, um mit den Kindern in den Di-
alog zu gehen, ihr Handeln kommunikativ zu begleiten und Sprachanregungen zu geben. Sie
verstehen sich als Sprachvorbild und passen ihr Sprachniveau der jeweiligen Entwicklungs-
stufe des Kindes an.
Sprachförderung meint eine individuelle Förderung des Kindes, wenn Defizite in der Kom-
munikationsfähigkeit festgestellt werden. Die pädagogischen Mitarbeiter sorgen dann, im All-
tag eingebettet, für gezielte Angebote, um die nächste Phase der Sprachentwicklung zu errei-
chen. Zur Einschätzung des Sprachstands, bedienen wir uns der sogenannten BaSik-Bögen
zum ‚begleitenden alltagsintegrierten Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertagesstätten‘
(Zimmer, BaSik, 2019). Die pädagogischen Fachkräfte werden in ihrer Dokumentation und in
der Förderung der Kinder durch benannte Sprachförderkräfte an ihrem Standort unterstützt.
Diese treffen sich regelmäßig im Arbeitskreis des Trägers ‚Alltagsintegrierte Sprachförderung‘,
um die Qualität der Angebote zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
b) Immersion
Alle Kinder der Villa Luna lernen die englische Sprache nach Möglichkeit nach dem Immer-
sionsprinzip. An einem unserer Düsseldorfer Standorte wird aufgrund des Bedarfs zusätzlich
Chinesisch angeboten.
Das Immersionsprinzip baut auf dem Fakt auf, dass die Sprachbildung zweier Sprachen un-
kompliziert und zwanglos parallel geschehen kann, wenn Kinder vor dem vierten Lebensjahr
neben ihrer Muttersprache regelmäßig mit einer weiteren Sprache in Kontakt kommen. Die
zusätzliche Sprache wird in der gleichen Gehirnregion gespeichert, in der die Muttersprache
verankert ist. Nach dem vierten Lebensjahr werden neue Sprachen nur noch sukzessiv erwor-
ben. Bei Villa Luna tauchen die Kinder deshalb spielerisch in ein „Sprachbad“ ein: Englisch-
sprachige Mitarbeiter sprechen ausschließlich Englisch mit den Kindern (eine Person = eine
Sprache). Nebenbei vermitteln sie auch ein kulturelles Bewusstsein für ihre Herkunftsländer.
Auf diese Weise werden Offenheit, Toleranz und die Auffassungsgabe der Kinder gefördert.
Bezüglich der Intensität des Immersionsprogramms richten wir uns nach den Empfehlungen
des FMKS (Frühe Mehrsprachigkeit in Kitas und Schulen https://www.fmks-online.de/).
2.3. Bildungsbereich ‚Personale & interpersonale Kompetenz‘
Grundvoraussetzung für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist die Qualität der es umge-
benden sozialen Beziehungen. Zudem gehören gut ausgebildete emotional-soziale Fähig-
keiten zu den Voraussetzungen für die Schulfähigkeit (vgl. 2.4). Durch die menschliche Inter-
aktion in der Kindertagesstätte lernen die Kinder sich selbst und andere mit ihren Möglichkei-
ten und Grenzen in der Gemeinschaft kennen, und lernen auch, diese zu akzeptieren. Ein
wichtiger Fokus liegt bei unserer pädagogischen Arbeit deshalb auf der Vermittlung von sozi-
alen Fähigkeiten. Zudem möchten wir den Kindern nahebringen, wie sie ihren Gefühlen Aus-
druck verleihen können. Indem unsere pädagogischen Mitarbeiter die Gefühlszustände be-
nennen, übernimmt das Kind mit der Zeit immer mehr Verantwortung für sich selbst und das
soziale Miteinander. Dabei entscheiden die Fachkräfte auf empathischer Ebene, ob es für das
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Kind wichtig ist, sich durchzusetzen oder Kompromisse einzugehen. Unsere Arbeit ist durch
den Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun.“ (Montessori, 2005) geprägt. Wir zeigen den Kindern,
wie sie die Dinge selbst in die Hand nehmen können, und arbeiten lösungsorientiert an The-
men, die sie beschäftigen.
Das Entwickeln von sinnvollen Regeln in der Gemeinschaft geschieht in partizipativer Abstim-
mung zwischen den Erwachsenen und den Kindern. Dies gibt allen Beteiligten einen sozialen
Rahmen und stärkt die Sicherheit und das Selbstwertgefühl.
2.4. Bildungsbereich ‚Schulfähigkeit‘
Um als schulfähig erachtet zu werden, muss ein Kind körperlich-gesundheitliche, kognitive,
motivationale, soziale und emotionale Voraussetzungen erfüllen. Da wir im Alltag der Villa
Luna Kindertagesstätten vom ersten Tag an damit beginnen, diese Bereiche zu stärken, fängt
die Schulvorbereitung im weiteren Sinne bei uns schon in der Krippe an. Zusätzlich gibt es im
letzten Jahr vor der Einschulung ein Vorbereitungsjahr mit einem expliziten Vorschulpro-
gramm. Hier werden die Kinder im Alter zwischen 4 und 6 Jahren (je nach Einschulungszeit-
punkt) in Kleingruppen intensiv auf das schulische Lernen vorbereitet. Die Vorschulpädagogen
legen ihren Schwerpunkt je nach Förderbedarf der Gruppe/des Kindes individuell fest. Abge-
sehen davon arbeiten wir in Projekten, und die Kinder werden an der Auswahl der Themen
partizipativ beteiligt. So lernen sie Selbstwirksamkeit, ihre Neugier wird gestärkt, und die Kom-
munikationsfähigkeit wird ausgebaut. Durch verschiedene Angebote, in denen Kooperationen
gebildet werden, lernen die Kinder außerdem, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Wichtig ist
uns darüber hinaus, die Frustrationstoleranz der Kinder zu schulen. Nicht zuletzt soll das
Villa Luna-Vorschulprogramm ein Verständnis von Formen, Mengen und Zeichen vermitteln,
ohne, dass wir schulischen Lernstoff vorwegnehmen. Vielmehr gehen wir – wann immer es
möglich ist – Kooperationen mit Grundschulen bzw. internationalen Schulen ein, und bauen
so wertvolle Brücken, die den Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule erleichtern
(vgl. 4.).
2.5. Bildungsbereich ‚Kreativität und Musik‘
Die Villa Luna Kindertagesstätten bieten Kindern vielfältige Möglichkeiten, ihrer Kreativität
freien Lauf zu lassen. Zusätzlich zu den Kreativangeboten in den Gruppenräumen bieten ei-
nige Häuser ein Atelier/einen Projektraum, in dem weitere unterschiedliche Angebote statt-
finden. Der Fokus liegt hier auf der freien Gestaltung: Es wird prozessorientiert gearbeitet;
die Ergebnisse sind zweitrangig.
Einige Standorte verfügen zudem über einen sogenannten Malort (Stern, 1998), der durch
eine zertifizierte Fachkraft angeboten wird. Ein wichtiges Kriterium im Malort ist, dass das Mal-
spiel in einer altersgemischten Kleingruppe stattfindet. Der pädagogische Mitarbeiter steht den
Kindern in dienender Haltung zur Verfügung und stellt eine bewertungsfreie Atmosphäre si-
cher. Die Bilder werden diskret behandelt.
Die Entwicklung des musischen Gehörs findet bei Villa Luna durch in den Alltag eingebun-
dene Lieder, Reime und die Nutzung von Orff-Instrumenten statt. In täglichen Morgen-/Sing-
kreisen bekommen die Kinder die Möglichkeit, ihren Gefühlen über musikalische Wege Aus-
druck zu verleihen. Je nach Möglichkeit werden auch Gitarre und Klavier zum Einsatz ge-
bracht. An einigen Standorten kooperieren wir hierzu mit ortsansässigen Musikschulen.
2.6. Bildungsbereich ‚Naturwissenschaften‘
Kinder sind von Natur aus Forscher und erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen. Bei Villa Luna
stellen wir die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund und fokussieren Themen, für die sie
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sich begeistern. So finden sich in allen Häusern „Aktionstabletts“ (Org & Eggert, 2016), „For-
scherkisten“, oder „Forscherecken“: Durch das dortige Angebot können unsere Kinder früh
naturwissenschaftliche Zusammenhänge begreifen lernen. Um professionelle MINT-Ange-
bote (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) durchführen zu können, neh-
men unsere Fachkräfte regelmäßig an Fortbildungen vom „Haus der kleinen Forscher“
(www.haus-der-kleinen-forscher.de) teil. An einigen Standorten sind zudem externe Experten
(wie z.B. eine Diplom-Chemikerin) angestellt, die gezielt naturwissenschaftliche Angebote für
Kinder anbieten.
2.7. Bildungsbereich ‚Medienkompetenz‘
Bei Villa Luna wollen wir die Kinder intellektuell, emotional und sozial auf die vielfältigen
Anforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereiten. In unserem Zeitalter sind die unter-
schiedlichsten Medien täglicher Bestandteil der menschlichen Lebenswelt, weshalb wir uns
am Motto: „Die Welt braucht digital starke Kinder und keine digitalen Analphabeten.“ (Wocken-
fuß, 2018) orientieren.
In unseren Kindertagesstätten nutzen Kinder Medien als Lerninstrument und werden dazu
angehalten, diese gleichzeitig kritisch zu hinterfragen. Zur Suchtprävention wird der be-
wusste Einsatz von Präsenz und Abstinenz der Medien begleitet. Unsere Fachkräfte inspirie-
ren die Kinder, z.B. mit digitalen Medien kreativ umzugehen, sie zu verstehen und weiterzu-
entwickeln (z.B. mit Materialien von „Robo Wunderkind“ oder der „Haba Digitalwerkstatt“). In-
dem wir unsere Kinder an den aktiven, kreativen Umgang mit modernen Medien heranführen,
möchten wir vermeiden, dass sie zu nicht reflektierenden Konsumenten werden. Zeitgemäße
Medienpädagogik bedeutet deshalb für uns, dass wir z.B. digitale Tools nutzen, um pädago-
gische Ziele besser umsetzen zu können, z.B. in den Bereichen Sprachförderung, Naturwis-
senschaften, Kunst- und Bewegungsförderung sowie zum allgemeinen Kompetenzerwerb.
Folgende Situationen zeigen Praxisbeispiele aus unseren Einrichtungen:
Kinder nehmen mithilfe einer Digitalkamera/eines Tablets eine Fotogeschichte auf, aus
der sie anschließend ein Bilderbuch, oder über einen Beamer ein Bilderbuchkino ge-
stalten.
Über Mini-Aufnahmegeräte sammelt eine Gruppe von Kindern Geräusche und eine
andere Gruppe darf raten, was zu hören ist.
Kinder erforschen ihre Umwelt mit einer Mikro-/Endoskop-Kamera und begreifen so die
sonst wenig greifbare Vielschichtigkeit der Welt.
Durch unsere digitalen Angebote möchten wir die analoge Welt nicht ersetzen, sondern unter-
stützen sie und schaffen zusätzliche Erlebnisräume.
2.8. Methoden in der Praxis
a) Partizipation & teiloffene Arbeit
„Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft
betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden.“ (Prengel, 2010)
Die Villa Luna Kindertagesstätten sind Orte der Demokratie. Die Kinder werden als Exper-
ten für ihre eigenen Belange und die Bedürfnisse der Gruppe gesehen. Die pädagogischen
Mitarbeiter geben den Kindern die Unterstützung, die sie benötigen, um eigene Lösungen für
ihre Probleme zu finden und Entscheidungskompetenz und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Die
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Kinder lernen so, Verantwortung für sich und ihre Belange zu übernehmen. Gleichzeitig unter-
stützen wir durch diese partizipative Haltung den Kinderschutz.
Bereits in der Krippe werden Kinder bei uns im Alltag partizipativ beteiligt. Sie können bei-
spielsweise über Piktogramme Abstimmungen über Lieder und Fingerspiele vornehmen, ent-
scheiden, wer sie bei pflegerischen Tätigkeiten begleiten soll, und ihre Speisen selbst aus-
wählen. Wenn Krippenkinder noch nicht sprechen können, erfolgt die Beteiligung über die
Wahrnehmung ihrer Körpersprache (Gestik und Mimik). So verziehen z.B. Kinder, die etwas
nicht mögen, in der Regel das Gesicht. Dies wird sehr aufmerksam beobachtet und entspre-
chend gehandelt.
Im Elementarbereich wählen die Kinder in den Morgenkreisen ebenfalls Inhalte durch Pikto-
gramme aus und der Ablauf des Morgenkreises wird bildlich, d.h. für alle Kinder verständlich
auf einem Tagesplan zusammengefasst. Auf diese Weise können die Kinder den Morgen-
kreis selbständig anleiten und sind nur in geringem Maße auf die Beteiligung von Erwach-
senen angewiesen. So wird beispielsweise die Anwesenheit der Kinder aufgenommen und die
Tischdienst-Kinder zählen, wer anwesend ist, um dies an den Koch zu melden. Zudem werden
anstehende Pläne für den Tag besprochen und aktuelle Projekte vorgestellt.
Die Belange der Kinder haben bei Villa Luna Priorität. Unsere pädagogischen Mitarbeiter
sind angehalten, die Themen der Kinder wahrzunehmen und auf sie einzugehen (s.u.). Bei der
Lösung von Problemen werden die Kinder miteinbezogen und ihre Ideen zu Gruppenregeln,
Ausflügen, Projektthemen, Raumgestaltung etc. werden angehört und ernstgenommen. Die
Fachkräfte gehen dazu mit den Kindern in einen konstruktiven Dialog. Zu umfassenden The-
men werden Ausschüsse mit denjenigen Kindern gebildet, die Interesse haben, das jeweilige
Thema zu vertiefen. Abstimmungen finden je nach Thema entweder offen oder geheim, z.B.
durch Abgabe von Glasnuggets (sogenannten Muggelsteinen), statt. Im Kinderparlament fin-
den sich schließlich Vertreter aus verschiedenen Gruppen zusammen, um gruppenübergrei-
fende Themen anzugehen.
Bei Villa Luna wird nach dem teiloffenen Konzept gearbeitet. Die Gruppenzugehörigkeit mit
festen Bezugspersonen gibt den Kindern Sicherheit und Verlässlichkeit. Gleichzeitig bildet die
Arbeit in Klein- und Projektgruppen einen Schwerpunkt bei Villa Luna; einige Angebote bieten
wir auch gruppenübergreifend an. So sichern wir eine hohe pädagogische Qualität und
individuelle Präsenz am einzelnen Kind. Die Auswahl der Projekte wird durch Beobachtun-
gen und Dokumentationen der Fachkräfte aufgenommen und mit den Kindern abgestimmt.
Gemeinsame Veränderungen, Planungen und Abstimmungsprozesse werden durch Bildpro-
tokolle für Kinder und Eltern festgehalten und transparent gemacht.
Für den Kinderschutz ist es wichtig, dass die Kinder lernen, ihre Befindlichkeiten zu äußern.
Deshalb haben wir ein System zum Beschwerdemanagement eingerichtet. Hierzu gehört
u.a., dass die Elementarkinder jeden Freitag zur Reflexion der Woche sensibilisiert werden:
Verschiedene Gegenstände symbolisieren hierbei, was ein Kind in der Woche als schwer oder
schön empfunden hat, und was es sich wünscht. Die Ergebnisse werden von den Pädagogen
dokumentiert.
Um das Wohl der Kinder zu unterstützen, legen wir bei Villa Luna großen Wert auf eine part-
nerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Um eine fundierte
Grundlage hierfür zu schaffen, werden in unserer Kita-Verfassung die Mitbestimmungsrechte
der Kinder schriftlich festgehalten. Nachdem alle Mitarbeiter der jeweiligen Kindertagesstätte
das Schriftstück unterzeichnet haben, wird es im Anmeldeprozess an alle Eltern ausgehändigt.
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Eltern erhalten zudem Beratung, Informationen und ebenfalls ein Mitspracherecht. Indem wir
ihre Rückmeldungen, Erwartungen und Wünsche in unserer täglichen pädagogischen Arbeit
berücksichtigen, vermitteln wir ihnen, dass auch sie das Geschehen in der Kindertagesstätte
beeinflussen können, und ermutigen sie, aktiver Teil des Kita-Alltags zu werden. Zum einen
sind sie eingeladen, sich z.B. an Festplanungen oder Veränderungen des Außengeländes zu
beteiligen. Zum anderen bieten wir ihnen die Möglichkeit, schriftlich (auch anonym) ihr Feed-
back zu Veranstaltungen, Elternabenden, oder zum Kita-Alltag in einem Postkasten vor dem
Büro zu hinterlassen. Gesprächswünsche, die über die Entwicklungsdokumentation und den
Elternrat hinausgehen, werden zeitnah möglich gemacht. Zusätzlich finden im Rahmen der
Auditierung zur Qualitätssicherung jährliche Elternbefragungen durch den Träger statt.
Auch die pädagogischen Mitarbeiter werden bei Villa Luna partizipativ an Themen beteiligt.
Wir arbeiten stärkenorientiert und wertschätzend miteinander und beziehen die Kollegen
aktiv in Entscheidungsprozesse ein. Da an jedem Standort unterschiedliche Menschen aufei-
nandertreffen, entscheidet bei Villa Luna jedes Team individuell, welche Regeln und Verein-
barungen in der jeweiligen Kindertagesstätte gelten. Partizipation ist ein Wachstumsprozess,
der stets aktiv bleibt, weil sich die Bedürfnisse der Beteiligten regelmäßig ändern. Im Fokus
steht für uns dabei, die Kinder vom ersten Tag an dazu zu animieren, mündige Teile der Ge-
sellschaft zu sein. Durch Transparenz unsererseits und das aktive Mitwirken an Prozessen
ihrerseits werden für alle Beteiligten Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl erfahrbar und die
Kinder erwerben Resilienz.
b) Das Freispiel
Das freie Spiel hat für uns einen hohen Stellenwert in der pädagogischen Arbeit. Die Kinder
setzen sich dabei aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und erforschen diese selbständig.
Dadurch wird die Phantasie gefördert, sie verarbeiten Eindrücke, entwickeln Fähigkeiten wie
Fein- und Grobmotorik, zeigen Eigeninitiative, Konzentration, Ausdauer, und lernen, Koopera-
tionen mit anderen Kindern einzugehen. Sie entscheiden frei über ihren Spielort, Materialien,
den Inhalt des Spiels, Spielpartner und Spieldauer, was die Selbstwirksamkeit schult. Zusam-
mengefasst trägt das Freispiel einen wesentlichen Teil zur Persönlichkeitsentwicklung bei,
weshalb die Kinder bei Villa Luna im Alltag viele Gelegenheiten geboten bekommen, um in
ihrem eigenen Tempo ihre Möglichkeiten und Grenzen zu erfahren.
Den pädagogischen Mitarbeitern ermöglicht das freie Spiel, die Kinder in Interaktion zu be-
obachten und zu erkennen, welche Interessen für sie gerade von Belang sind. Dies ist sowohl
für die Bildungsdokumentation (vgl.5.2.) als auch für die Projektplanung nützlich.
2.9. Integration, Migration und Inklusion
Unter einem inklusiven Bildungsansatz verstehen wir bei Villa Luna ein gemeinsames Leben
und Lernen von Kindern mit und Kindern ohne Behinderung bzw. Beeinträchtigung – und das
von Anfang an! Die Kinder wachsen so mit dem Wissen auf, dass jeder Mensch ein willkom-
mener Teil der Gesellschaft sein sollte und erleben, dass Unterschiede den Alltag berei-
chern. Dies ist für uns ein selbstverständlicher Teil unseres Bildungsauftrags, und nicht zuletzt
möchten wir auf diese Weise auch dem Anspruch der UN-Kinderrechtskonvention von 2009
gerecht werden.
Jedes Kind hat ein Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft, unabhängig davon, welcher Her-
kunft es ist und welche Herausforderungen in seinem Leben bewältigt werden müssen. Dieses
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Recht findet Berücksichtigung in unserer pädagogischen Arbeit, indem Kinder mit Behinde-
rung/Beeinträchtigung sowie jene mit Migrationshintergrund erwdurch spezielle Mittel und Me-
thoden gemäß ihrem Förderbedarf besondere Unterstützung erfahren, um bestmöglich gesell-
schaftlich gleichberechtigt und selbstbestimmt agieren zu können. Wir arbeiten daran, alle Bar-
rieren auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Grundvoraussetzung für eine gelungene inklusive Arbeit ist die positive und sensibilisie-
rende Kommunikation zwischen Träger und Leitung, Mitarbeitern und Eltern. Sie erfordert eine
vorurteilsbewusste und geschlechtersensible Haltung, die jedes Kind in seiner Einzigartigkeit
fördert und nicht zuletzt die unterschiedlichen Kulturen einschließt.
Inklusion ist ein immerwährender Prozess der Veränderung und Entwicklung. Während In-
tegration schon seit vielen Jahren Selbstverständlichkeit in unseren Einrichtungen ist, und
die Zusammenarbeit mit Frühförderkräften und Therapeuten längst zum Alltag gehört, wird im
nächsten Schritt eine allumfassende Inklusion bei Villa Luna gelebt werden. Jede unserer Ein-
richtungen steht diesbezüglich regelmäßig auf dem Prüfstand: „Wo befinden wir uns jetzt, was
können wir verbessern? Welche Barrieren gibt es noch bei uns, die es zu beseitigen gilt?“.
Unser Konzept sieht vor, dass wir je nach Ländervorgaben zusätzliche Sprachförderkräfte,
Frühförderkräfte oder Inklusions-/Migrationshelfer in unsere Arbeit einbeziehen. Eine vertrau-
ensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligen ist die Grundvoraussetzung für eine gelungene
Migration/Integration der Kinder und Familien.
Gleichzeitig erweitern wir die Zusammenarbeit mit den Familien und dem Sozialraum, indem
wir unsere Kindertagesstätten für Einrichtungen des jeweiligen Stadtteils öffnen und auch wei-
tere Bezugspersonen unserer Kinder in das kitainterne Geschehen einbinden. Die aktuellen
Kooperationen und das Einbeziehen aller Familienmitglieder (über die Eltern hinaus) werden
stets von allen Seiten als bereichernd empfunden.
2.10. Gender und geschlechterspezifische Pädagogik
Ziel der geschlechterbewussten Pädagogik in den Villa Luna Kindertagesstätten ist es, stere-
otype Rollenbilder zu vermeiden. So sind alle Angebote unabhängig des Geschlechts für jedes
Kind zugänglich. Die Kinder können in den für sie passenden Bereichen jene Kompetenzen
entwickeln, die ihren individuellen Neigungen entsprechen.
Die pädagogischen Mitarbeiter stellen sich diesbezüglich in ihrer Arbeit regelmäßig folgende
Fragen:
Sind die Angebote für alle Geschlechter ansprechend gestaltet?
Haben alle Kinder den gleichen Zugang zu unseren Materialien?
Bieten wir alle Bildungsbereiche genderkonform an?
Werden Unterschiede wahrgenommen und akzeptiert?
Beschäftigen wir Männer in den Kindertagesstätten?
Für die Entwicklung der Kinder spielt die Bindung zu ihren Bezugspersonen eine entschei-
dende Rolle. Um sowohl Jungen als auch Mädchen gerecht zu werden, achten wir nach Mög-
lichkeit auf einen vergleichsweise hohen Männeranteil in unseren Kindertagesstätten. Diese
bringen Vielfalt in den Alltag und bereichern den sonst weiblich geprägten Berufsstand. Unter
anderem aus dem Grund, dass heutzutage immer mehr Väter von ihrem Recht auf Elternzeit
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Gebrauch machen, beobachten wir zunehmend eine positive Grundhaltung der Eltern in Be-
zug auf Männer in Kindertagesstätten und Krippen. Männliche Pädagogen werden demnach
von Eltern in der Regel positiv aufgenommen. Dies gilt besonders für den Elementarbereich.
Selten werden wir diesbezüglich mit Bedenken seitens der Elternschaft konfrontiert. In diesen
Fällen gelingt es uns meist, durch einen professionellen Umgang mit dem Thema sowie ein-
fühlsame aufklärende Gespräche, die Bedenken zu zerstreuen.
Um uns zum Thema genderspezifische Pädagogik weiter zu entwickeln, besuchen unsere Mit-
arbeiter genderthematische Fortbildungen. Zusätzlich wird das Thema in Teamsitzungen re-
gelmäßig reflektiert und in der Elternarbeit aufgegriffen.
3. Bildungspartnerschaften
3.1. Bildungspartnerschaft mit Eltern
Bei Villa Luna leben wir eine familienergänzende und familienfreundliche Zusammenarbeit mit
den Eltern und weiteren Bezugspersonen. Ein gegenseitiges vertrauensvolles Verhältnis
von Träger, Eltern und Mitarbeitern bildet die Basis unseres Dienstleistungsgedankens.
Um dieses schon vor Vertragsabschluss zu unterstützen, findet der persönliche Erstkontakt zu
den Eltern über unsere Ansprechpartner aus dem Elternservice statt (vgl. 3.5.).
Im Kita-Alltag arbeiten wir täglich am Ausbau der Bildungspartnerschaften: Wir begrüßen El-
tern und Kinder jeden Morgen persönlich, schaffen Raum zum Austausch, haben ein offenes
Ohr für Wünsche und Bedürfnisse und suchen nach individuellen Lösungen. Wir wissen: Eltern
sind Experten für ihre Kinder und unsere Fachkräfte stehen ihnen beratend zur Seite.
3.2. Eingewöhnung der Familien in die Kindertagesstätte
Getreu unserem Motto „Ein guter Start währt ein Leben lang“ legen wir bei Villa Luna ein be-
sonderes Augenmerk auf die Eingewöhnung der Familien. Während des ersten persönli-
chen Gesprächs mit den Leitungskräften, dem sogenannten Erst- bzw. Anamnesegespräch,
werden daher nicht nur das Konzept, der Ablauf der Eingewöhnung und die Entwicklung des
Kindes thematisiert. Auch die Bedeutung der Eltern als Hauptbezugsperson des Kindes wäh-
rend des Eingewöhnungsprozesses wird erläutert sowie der Vorgang des Beziehungsaufbaus
zwischen dem Kind und der pädagogischen Fachkraft.
Ergänzend dazu werden die neuen Familien auch dann bereits zu allen Kita-Veranstaltungen
und -Festen eingeladen, wenn der Betreuungsstart noch in der Zukunft liegt.
Drei Monate vor Vertragsbeginn beginnt schließlich die Schnupperzeit. Jedem Kind wird da-
bei ermöglicht, die Einrichtung wöchentlich mit einem Elternteil – einzeln oder in einer Klein-
gruppe – zu besuchen, um frühzeitig eine vertrauensvolle und sichere Bindung zum Bezugspä-
dagogen aufzubauen. Zusätzlich bieten wir neuen Eltern jährlich einen Eingewöhnungsel-
ternabend an, um offene Fragen zu beantworten.
Die Eingewöhnung bei Villa Luna ist angelehnt an das Berliner Modell und wird individuell auf
das Kind und die Familie abgestimmt. Der Verlauf wird anhand eines Eingewöhnungsproto-
kolls durch den Bezugspädagogen dokumentiert.
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3.3. Interner Übergang von der Krippe in die Elementargruppe
Auf den Übergang in den Elementarbereich werden die Kinder der Krippengruppen vorbereitet,
indem wir verstärkt auf Bildungsbereiche eingehen, die ihnen den Gruppenwechsel erleich-
tern. Zum Beispiel wird besonderer Wert auf die Selbständigkeit in Alltagskompetenzen der
Kinder gelegt, damit sie sich in der größeren Gruppe leichter selbst helfen können.
Bei den Gesprächen, die Eltern und pädagogische Mitarbeiter mit dem Kind über den Wechsel
führen, sollte besonders die Freude der Kinder geweckt werden. Gleichzeitig gilt es, Unsicher-
heiten wahrzunehmen und gemeinsam Lösungen für den gelungenen Übergang zu finden.
Im Frühsommer findet außerdem ein Elternabend zum Thema Umgewöhnung statt, der den
Beteiligten die Möglichkeit gibt, sich persönlich kennenzulernen, und Informationen oder Fra-
gen zum anstehenden Wechsel auszutauschen.
Die tatsächliche Umgewöhnung wird schließlich intern von den pädagogischen Mitarbeitern
vorgenommen und ist angelehnt an das Berliner Modell.
Zum Abschluss gibt es einen Festtag, an dem die Abschiedsfeier in der Krippe und die Will-
kommensfeier in den Elementargruppen stattfinden.
3.4. Übergang vom Kindergarten zur Grundschule
Der Wachstumsprozess der Kinder auf dem Weg zur Grundschule ist von Begeisterung, Vor-
freude und manchmal auch von Unsicherheiten geprägt. Bei Villa Luna gehen wir proaktiv auf
die Themen der Eltern und Kinder ein. Vor dem Start des letzten Kitajahres wird zu einem
Elternabend mit dem Thema „Schulvorbereitung“ eingeladen. Dort erläutern wir den Ablauf
des Übergangs und bringen in Erfahrung, welche Schule die Kinder im nächsten Jahr besu-
chen werden. Anschließend nimmt die Leitungskraft der jeweiligen Kindertagesstätte Kontakt
zu den relevanten Schulen auf und organisiert (sofern möglich) einen Besuch dieser. Es be-
ginnt das sogenannte Brückenjahr (vgl. 2.4).
3.5. Kommunikationsmanagement
Der Elternservice ist bei Villa Luna eine Abteilung, die für die Belegungsplanung, das Ver-
tragswesen und die Abrechnung der Elternbeiträge zuständig ist. Interessierte Eltern werden
gebeten, uns eine Platzanfrage über die Website zukommen zu lassen. Daraufhin erhalten sie
eine automatisierte Anmeldebestätigung mit dem Hinweis, dass sich der Elternservice kurz-
fristig bei ihnen melden wird. Im ersten Telefongespräch erläutert ein Elternservice-Mitarbeiter
dem interessierten Elternteil die Preisstruktur und informiert über allgemeine Eckdaten zum
jeweiligen Standort. Bei bestehenbleibendem Interesse folgt eine Einladung zum Informati-
onsabend in der jeweiligen Kindertagesstätte. Dort stellt die Leitung (oder Vertretung) ge-
meinsam mit einem englischsprachigen Kollegen aus dem Team den Standort und dessen
Besonderheiten vor.
Sobald die Eltern einen Vertrag abgeschlossen haben, werden sie zu allen Veranstaltungen
in der Einrichtung und zum Eingewöhnungselternabend eingeladen (vgl.3.2).
Ab Betreuungsbeginn erhalten sie schließlich alle relevanten Informationen (Elternbriefe,
Informationen zu ansteckenden Krankheiten, Wochenplan, Tagesrückblick, Wochenrückblick,
usw.) per E-Mail. Zusätzlich werden die genannten Dokumente als Aushänge in den Kinder-
tagesstätten transparent gemacht.
Ein besonderes Highlight bietet Villa Luna den Eltern durch den Wochenrückblick. Dieser
wird gruppenintern erstellt und setzt sich aus Fotos und Beschreibungen der wöchentlichen
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Gruppen-Aktivitäten zusammen. So erfahren Eltern Details zum Tagesgeschehen in der
Gruppe ihres Kindes, die ggf. über die Erzählungen ihres Kindes hinausgehen, und können
sich auch einen bildlichen Eindruck der Aktivitäten machen.
Über wichtige persönliche Belange, die das jeweilige Kind individuell betreffen, tauschen Eltern
und Fachkräfte sich in den Übergabesituationen (Tür- und Angelgesprächen) aus. Je jünger
die Kinder sind, desto detaillierter sind die täglichen Informationen. In den jeweiligen Gruppen
werden zu diesem Zweck einrichtungsinterne Übergabebücher oder Tageslisten geführt. So
können auch Teilzeitkräfte oder der Spätdienst jederzeit Auskunft über den Tag des Kindes
geben. Aus Datenschutzgründen hängen wir keine Listen mit Informationen über die Kinder
aus.
Im Rahmen der Bildungsdokumentation finden zudem regelmäßige Entwicklungsgespräche
statt (vgl. 5.2).
Villa Luna ist ein lernendes Unternehmen und entwickelt sich u.a. durch ein bereits erfolgreich
implementiertes Beschwerdemanagement weiter. Wir ermutigen die Eltern im Alltag und auf
den Elternveranstaltungen dazu, positive sowie negative Kritik zu äußern. Eine gängige Maß-
nahme ist z. B. die schriftliche Feedback-Abfrage (auch anonym) nach Veranstaltungen. Wir
machen transparent, welche Ansprechpartner für einzelne Belange zur Verfügung stehen und
bieten hierdurch die Möglichkeit, unser Team direkt anzusprechen, wenn Gesprächsbedarf
besteht. Darüber hinaus liegt es uns am Herzen, proaktiv auf unzufriedene Eltern zuzugehen.
Sollte ein Gespräch aus organisatorischen Gründen nicht sofort möglich sein, bieten wir kurz-
fristig einen Gesprächstermin an. Beschwerden der Eltern, die an einzelne Mitarbeiter gerich-
tet werden, sollen von den Betroffenen unbedingt an die Kita-Leitung kommuniziert werden,
damit sich diese ggf. unterstützend einschalten kann. Je nach Tragweite der Beschwerde wird
zusätzlich die Qualitätsleitung als Trägervertretung hinzugezogen. Schlussendlich verschrift-
licht die Leitungskraft die Beschwerde als Hinweis für alle Verwaltungsabteilungen im internen
Wochenbericht.
Inhalte und Angebote im Bereich Elternarbeit werden im jeweiligen pädagogischen Team ab-
gestimmt und in einer Jahresplanung festgehalten, die den Eltern im Oktober des Vorjahres
ausgehändigt wird. Hierin finden sich die Termine für die Elternabende, Eltern-Kind-Aktionen
und für alle Feste.
Interne Hausregeln werden bei Villa Luna in Absprache mit den Mitarbeitern durch die jeweilige
Leitungskraft festgelegt. Das Regelwerk wird zudem mit den Elternvertretern abgestimmt und
schließlich in einem sogenannten „Eltern-ABC“ verschriftlicht, welches neuen Eltern bei der
Eingewöhnung ausgehändigt wird.
Die Elternvertreter (2 pro Gruppe) werden bei jährlichen Wahlen durch die Eltern bestimmt.
Sie treffen sich drei bis vier Mal jährlich mit der Kita-Leitung um eine konstruktive Kommuni-
kation zwischen Eltern und Träger zu fördern und die Entwicklung der Einrichtung zu unter-
stützen. Auf Wunsch besteht für die Elternvertreter auch die Möglichkeit, einen Beirat zu wäh-
len, der sich auf kommunaler Ebene an Sitzungen der Jugendhilfe beteiligt.
4. Sozialraumorientierung, Kooperation und Vernetzung
Einer Zertifizierung zum Familienzentrum stehen wir jederzeit offen gegenüber. Um die
ganzheitliche und professionelle Förderung der Villa Luna Kinder zu garantieren, vernetzen
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wir uns mit individuellen Fachbereichen und Institutionen vor Ort. Diese teilen wir in zwei Säu-
len ein:
Körperliche & seelische Gesundheit Bildung
Altenheime
Beratungen bei sexueller Gewalt, Suchtbe-
ratungen etc.
Feuerwehr (Brandschutz-/Erste Hilfe Maß-
nahmen)
Ergotherapeuten Grundschulen (Schulvorbereitung)
Erziehungsberatungsstellen Museen (Museumspädagogische Angebote
zu aktuellen Projekten)
Gesundheitsämter Musikschulen
Kommunale Dienste/Jugendämter Naturschutzverband (Nabu e.V.)
Landesschulbehörde PEKiP-Kurse (auch für externe Eltern)
Logopäden Polizei (Verkehrserziehung)
Psychologen / Therapeuten Stadtbibliotheken
Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) Schwimmschulen
etc. etc.
5. Qualitätsmanagement
5.1. Kinderschutzkonzept
„Ein am Wohl des Kindes ausgerichtetes Handeln ist dasjenige, welches die an den Grundbe-
dürfnissen und Grundrechten orientierte, für das Kind jeweils günstigste Handlungsalternative
wählt.“ (Maywald, 2009)
Das Kinderschutzkonzept von Villa Luna thematisiert Inhalte rund um das Kindeswohl und
eine mögliche Kindeswohlgefährdung (§8a SGB VIII). Eine besonders verantwortungsvolle
Position hat in diesem Fall die Kita-Leitung inne. Sie ist in der Pflicht, den Träger über Vor-
kommnisse in der Einrichtung zu informieren. Zudem ist sie durch ihre Weisungsbefugnis im
Wesentlichen für die Qualität der Arbeit ihres Teams am Kind verantwortlich. Hierzu gehört
unter anderem die unbedingte Einhaltung der kindlichen Grundbedürfnisse. In ihrer Vorbild-
funktion implementiert die Kita-Leitung das Schutzkonzept und wirkt vorbeugend gegen Über-
forderung der Mitarbeiter.
Die Qualitätsleitung (Fachberatung) ist trägerseitig u.a. zum Schutz der Kinder vor Übergriffen
und Gewalt aktiv. Sie hat durch wöchentliche Telefonate und regelmäßige Besuche vor Ort
Kenntnis über das Wohl der Kinder. Gemeinsam mit der Kita-Leitung trägt sie Sorge für prä-
ventive Maßnahmen, wie z.B. die Einhaltung der Kinderrechte und Beteiligungsverfahren. Die
schriftliche Dokumentation von Hinweisen und Beobachtungen erfolgt im Rahmen unserer Bil-
dungsdokumentation (vgl. 5.2).
Das Team wird von der Kita-Leitung und dem Träger angehalten, sich kollegial und gleichzeitig
professionell, distanziert und kritisch mit der pädagogischen Arbeit auseinanderzusetzen.
Durch regelmäßige Schulungen, Unterweisungen und Fachgespräche stellt Villa Luna eine
Handlungssicherheit bei allen Beteiligen her. Im Kinderschutzkonzept finden die pädagogi-
schen Mitarbeiter zudem klare Handlungsanweisungen und einen Verhaltenskodex, den
sie durch ihre Unterschrift bestätigen.
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Das Controlling des Kindeswohls findet durch monatliche kollegiale Beratungen in den Teams
statt. Die kollegiale Beratung ist ein offizielles Verfahren zur Überprüfung des Kindeswohls
nach §8 SGB. Die pädagogischen Mitarbeiter stellen ein Kind mit allen Informationen, die ihnen
bekannt sind, vor, und legen ihre Beobachtungen im Gesamtteam dar. Anschließend werden
die Bezugspädagogen von allen Kollegen zu ihren Fragen gezielt beraten und es werden wei-
tere Maßnahmen eingeleitet. Diese können sowohl die Vorbereitung auf ein Elterngespräch
als auch ein Hinzuziehen der Qualitätsleitung, oder einer insoweit erfahrenen Fachkraft sein.
Letztgenannte beurteilt ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegen könnte und ob eine Meldung
an die örtliche Jugendhilfestation erfolgen muss.
Bei Gefahren durch das Elternhaus entwickelt die Kita-Leitung in Zusammenarbeit mit dem
pädagogischen Team und der Qualitätsleitung einen Maßnahmenplan. Für die Meldepflicht
bei den Aufsichtsbehörden (§47 SGB VIII) und den Kontakt zu einer insoweit erfahrenen
Fachkraft (§8b SGB VIII) und/oder zur zuständigen Jugendhilfestation ist die Qualitätsleitung
verantwortlich.
Bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdungen durch pädagogische Mitarbeiter wird der betref-
fende Mitarbeiter zunächst im Gespräch mit den Vorwürfen konfrontiert. Abhängig vom kon-
kreten Tatbestand sind Freistellung vom Dienst, fristlose Kündigung sowie eine Meldung an
die Aufsichtsbehörde und eine Strafanzeige mögliche Folgen für den Mitarbeiter.
5.2. Bildungsdokumentation
Die Bildungsdokumentation erfolgt bei Villa Luna nach einem System, das in einem Arbeits-
kreis der Abteilung Pädagogik & Qualität gemeinsam mit den Kita-Leitungen entwickelt wurde.
Als wissenschaftliches Fundament dienten renommierte Veröffentlichungen von J. Bensel, G.
Haug-Schnabel, F.S. Suffrian sowie A. Hüskes und D. Leenen.
Unsere Bildungsdokumentation setzt sich aus fünf Teilen zusammen.
a) Die Karteikarten
Jeder Gruppe steht ein Karteikasten mit einem Registerblatt für jedes Kind zur Verfügung.
Die im Alltag beobachteten Entwicklungsschritte der Kinder (ihre Themen, Sozialisierung, Ge-
fühlslage etc.) werden auf Karteikarten stichpunktartig festgehalten. Hierzu terminieren sich
die Pädagogen an zwei Wochentagen feste Zeitfenster von ca. 20 Minuten. Die Karteikarten
gelten als ergänzender Baustein der Entwicklungsgespräche mit den Eltern und als Werk-
zeug, um in Anlehnung an die Themen der Kinder Ideen für zukünftige Projekte zu entwickeln.
b) Das Portfolio
Jedes Kind hat einen eigenen Portfolio-Ordner, der ihm in seiner Bezugsgruppe auf
Kinderhöhe zugänglich ist. Das Layout ist einheitlich mit einem Foto und dem Namen des
Kindes versehen. Für jedes Alter gibt es Portfolio-Vorlagen, deren farbliche Kennzeichnung
auf die einzelnen Bildungsbereiche hinweist. Die jeweiligen zum Alter gehörenden Farben
finden sich im Entwicklungsbaum wieder. Die Inhalte des Portfolios werden gemeinsam mit
den Kindern erstellt: sie entscheiden, welche Bilder und Fotos eingeheftet werden. Zusätzlich
werden die Eltern gebeten, an einigen Seiten des Portfolio mitzuarbeiten (z.B. auf den Seiten
“Das bin ICH“, oder „Das ist meine Familie“).
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c) Der Entwicklungsbaum
Bei Villa Luna haben wir sieben verschiedene Entwicklungsbäume entworfen und erfolg-
reich implementiert, die bei Bedarf auch auf Englisch zur Verfügung stehen. Jeder Baum ist
für ein Lebensjahr des Kindes gültig und bildet in seinen Blättern jene Kompetenzen ab, die
Kinder in der Regel im jeweiligen Lebensjahr entwickeln können. Beherrscht das Portfolio-Kind
eine Kompetenz, wird das jeweilige Blatt von den pädagogischen Mitarbeitern ausgemalt. Die
Intensität der farblichen Füllung zeigt dabei das Kompetenzlevel an:
schraffiert = Das Kind beherrscht diese Kompetenz manchmal.
stark ausgemalt = Das Kind beherrscht diese Kompetenz jederzeit.
Der Baum wird das ganze Jahr über von den Pädagogen der Gruppe bearbeitet. Je nach
Alter gibt es eine vorgegebene Farbe für die Blätter, die dem Portfolio angeglichen ist. Da sich
die Entwicklung jedes Kindes individuell gestaltet, werden ggf. Bäume aus anderen Alters-
stufen hinzugezogen. Jeder Baum liegt im DIN A3 Format vor und wird von den Pädagogen
gesondert im Schrank verwahrt. Er dient als Grundlage für unsere Entwicklungsgespräche mit
den Eltern. Nach dem Entwicklungsgespräch erhalten die Eltern zum Geburtstag ihres Kindes
das Original des abgeschlossenen Entwicklungsbaums; die pädagogischen Mitarbeiter behal-
ten eine Kopie. Bei den Halbjahresgesprächen in der Krippe wird den Eltern kein Baum aus-
gehändigt.
Villa Luna Entwicklungsbaum (Beispiel 6-7 Jahre)
d) Die Entwicklungsgespräche
In der Krippe findet halbjährlich und im Elementarbereich jährlich ein Entwicklungsge-
spräch statt. Als Zeitpunkt setzen wir bei Villa Luna hierzu jeweils den Geburtsmonat des Kin-
des (bzw. zusätzlich ½ Jahr später) an. Wir bieten den Villa Luna Kindern die Möglichkeit, für
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ca. 15 Minuten an dem Gespräch teilzunehmen und den Eltern ihren Portfolio-Ordner zu prä-
sentieren. Die pädagogischen Mitarbeiter nehmen die o.g. Karteikarten sowie den o.g. Ent-
wicklungsbaum als Grundlage mit ins Gespräch. Thematisiert werden alle entwicklungsrele-
vanten Themen sowie, nach Bedarf, Fördermöglichkeiten durch Externe.
Weitere Termine für Entwicklungsgespräche werden bei Villa Luna drei Monate nach der Ein-
gewöhnung, zum Austritt, oder nach Bedarf geführt.
e) Die Portfoliowoche
Im Elementarbereich findet jährlich eine Portfoliowoche statt. Hier stellen unsere Pädagogen
Eltern und Kindern in einem geschützten Rahmen ein Zeitfenster zur Verfügung, in dem sie
das Portfolio gemeinsam ansehen und besprechen können. In der Regel teilen die Kinder
ihre Begeisterung über Erlebtes mit den Eltern, wodurch diese Einblicke in den Kindergar-
tenalltag erhalten. Auf diese Weise wird zum einen die Kommunikationsfähigkeit der Kinder
gefördert, zum anderen wird die Verbindung zwischen den Familien und der Kindertages-
stätte gestärkt.
5.3. Personalmanagement Träger
a) Fachberatung Qualitätsleitung
Im Jahr 2015 hat Villa Luna eine eigene Abteilung für Pädagogik & Qualität (PQ) imple-
mentiert. Derzeit sind drei Qualitätsleitungen (QL) für die ihnen zugewiesenen Einrichtungen
verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehört vornehmlich die pädagogische und fachliche Wei-
terentwicklung ihrer Standorte sowie des Personals. Hierzu arbeiten sie eng mit dem Villa
Luna Human-Resources-Team zusammen. Sie agieren zudem als Vorgesetzte der Kita-Lei-
tungen und sind für die Einrichtungen eine wichtige Schnittstelle zum Träger.
Wöchentlich hält jede QL einen telefonischen Jour-Fixe mit den jeweiligen Kita-Leitungen
ab, um sich über aktuelle Themen in den Einrichtungen auszutauschen. Alle sechs Wochen
gibt es zusätzlich einen Jour Fixe vor Ort, an dem die QL ‚ihre‘ Kindertagesstätten besucht
und für alle Fragen rund um die Themen Pädagogik & Qualität zur Verfügung steht, oder
Prozesse zur Verbesserung der Qualität anregt. Jährlich nimmt die QL außerdem an einer
Elternvertretersitzung und einer Dienstbesprechung mit dem pädagogischen Team teil, denn
sie fungiert auch als zusätzlicher Ansprechpartner für die pädagogischen Mitarbeiter.
b) Human Resources
Die Abteilung Human Resources (HR) ist bei Villa Luna für alle Belange rund um das Personal
zuständig. Zusätzlich zu den klassischen Aufgaben wie Recruiting, Bewerbermanagement,
Personalfinanzen etc. bildet HR gemeinsam mit PQ ein Tandem zur Betreuung fest zugeteilter
Einrichtungen. Alle drei Monate nimmt HR an einem Jour Fixe vor Ort mit PQ in der Kinderta-
gesstätte teil. So wird dem Träger ein zusätzliches Gesicht und dem Kita-Team ein weiterer
persönlicher Ansprechpartner gegeben.
5.4. Personalmanagement Kita-Leitungen
a) Jour Fixe
Im Zuge der Jour-Fixe-Termine finden die Kita-Leitungen gemeinsam mit der Qualitätsleitung
Lösungen für einrichtungsrelevante Themen. Durch die Regelmäßigkeit wird die Wichtigkeit
dieser Belange unterstrichen und eine transparente Kommunikation aller Beteiligten gefördert.
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b) General Meeting
Alle drei Monate treffen sich die Kita-Leitungen mit den zuständigen HR-Kollegen und den
Qualitätsleitungen zu einem General Meeting. Je nach Anlass sind auch andere Abteilungen
zugegen. Hier werden einrichtungsübergreifende Themen besprochen und Schulungen ab-
gehalten (z.B. zum Thema Datenschutz, Kitasoftware, Gesetzessänderungen etc.). Zudem
möchten wir den Kita-Leitungen auf diese Weise Raum für Austausch bieten.
c) Leitungstagung
Zwei Mal jährlich findet an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Leitungstagung statt. An die-
sen Tagen geht es um die pädagogische und fachliche Weiterentwicklung der Kita-Leitun-
gen. Inhalte sind sowohl strategische Planungen zur Umsetzung von gemeinsamen pädago-
gischen Themen in den Einrichtungen als auch Fortbildungen von externen Anbietern. Diese
gemeinsamen Fortbildungstage sind zusätzlich zu persönlichen Fortbildungen der Kita-Leitun-
gen zu verstehen.
d) Klausurtagung
Alle zwei Jahre lädt die Geschäftsleitung alle Mitarbeiter der Verwaltung und die Kita-Leitun-
gen zu einer zweitägigen Klausurtagung ein. An diesen Tagen geht es um die strategische
Ausrichtung des Unternehmens (inkl. Reflexion des vergangenen Jahres und Ausblick in
zukünftig angedachte Entwicklungsschritte), organisatorische und pädagogische Themen.
5.5. Personalmanagement pädagogischer Mitarbeiter
a) Team-/Konzeptionstage
Die pädagogischen Mitarbeiter finden sich jährlich an 3-4 Tagen mit der Kita-Leitung zu den
sogenannten Konzeptionstagen zusammen. Gemeinsam entwickeln alle Beteiligten hier die
Konzeption des Standortes weiter und nehmen ggf. an einer Fortbildung durch die zustän-
dige Qualitätsleitung oder einen externen Anbieter teil.
b) Große Dienstbesprechungen
Die große Dienstbesprechung (DB) ist die zentrale Kommunikationsplattform für die pädago-
gischen Teams aller Einrichtungen und findet je nach Standort alle 2-4 Wochen statt. Sie ist
die Basis für eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit zwischen dem pä-
dagogischen Team und der Kita-Leitung. In der großen DB werden vorrangig pädagogische
Inhalte, aber auch wichtige organisatorische Themen besprochen.
c) Kleinteamsitzung (Vorbereitungszeit)
Zusätzlich zu den persönlichen Vorbereitungszeiten der pädagogischen Mitarbeiter, treffen
sich die Kollegen auf Gruppenebene zur Kleinteamsitzung. Themen können unter anderem
die Reflexion der Arbeit, die Fallberatung zu einem Kind, die Planung der nächsten Grup-
penaktivitäten, oder Elternabende sein. Die Kita-Leitung nimmt monatlich und nach Bedarf an
den Kleinteamsitzungen teil.
d) Fortbildungen
Villa Luna unterstützt die persönliche und fachliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter durch
ein großzügiges Fortbildungsbudget. In den jährlichen Personalentwicklungsgesprächen
- 19 -
legen die Pädagogen gemeinsam mit den Kita-Leitungen fest, zu welchen Themen im nächs-
ten Jahr eine Fortbildung angestrebt wird. Die kontinuierliche Teilnahme an Weiterbildungs-
maßnahmen sichert die qualitative Entwicklung der Arbeit am Kind.
e) Ausbildung von Fachkräften
Villa Luna versteht sich als Ausbildungsbetrieb, der sich aktiv an der Beseitigung des Fach-
kräftemangels beteiligt. In Kooperationen mit den Fachschulen vor Ort stellen wir praktische
Ausbildungsstätten zur Verfügung und legen großen Wert darauf, dass unsere pädagogischen
Mitarbeiter sich Zeit für eine detaillierte Praxisanleitung nehmen. Zudem unterstützen wir Um-
schulungs-/und Qualifizierungsmaßnahmen. Die Villa Luna Kindertagesstätten nehmen seit
2019 am Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive – Nachwuchs gewinnen und Profis binden“
teil.
f) Auditierung/Evaluation
Ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung bei Villa Luna ist die Auditierung. Alle zwei
Jahre findet in diesem Rahmen eine Qualitätsprüfung der Arbeit jeder Einrichtung statt, die
durch die Geschäftsführung, die Qualitätsleitung, den zuständigen HR-Mitarbeiter sowie durch
die Kita-Leitung eines anderen Standortes vorgenommen wird. Das finale Ergebnis setzt sich
zusätzlich zu den hier gemachten Vor-Ort-Beobachtungen aus einer Elternbefragung und
einer Mitarbeiterbefragung zusammen.
In einer anschließenden Teamsitzung werden den pädagogischen Mitarbeitern die Ergebnisse
präsentiert und gemeinsam Ziele für den Standort festgelegt.
6. Rahmenbedingungen
6.1. Raumgestaltung
Schon im Eingangsbereich unserer Villa Luna Kindertagesstätten achten wir auf eine einla-
dende Atmosphäre. Hier stellen wir z.B. die Mitarbeiter und Kinder mit Fotos vor, und eine
gemütliche Café-Lounge lädt Eltern zum Verweilen ein. Letztgenannte ist besonders während
der Eingewöhnungszeit und an Nachmittagen hoch frequentiert.
Die Raumstruktur setzt sich bei Villa Luna aus Gruppenräumen und Funktions- bzw. Differen-
zierungsräumen zusammen. Durch großzügige Ausblicke in die natürliche Umgebung und ver-
schiedene Lichtverhältnisse entsteht ein angenehmes Raumklima. Viele Rückzugsmöglich-
keiten bieten den Kindern Ruhepole, die sie im Alltag einzeln nutzen können, oder die ihnen
in Kleingruppen ermöglichen, ihre Sozialkontakte intensiv zu pflegen. Unterschiedliche Ma-
terialien wie Decken, Kissen und Matratzen, Tücher, oder Spielständer laden die Kinder zum
Verweilen und kreativen Gestalten ihrer Umgebung ein. An anderen Stellen regen die Räume
durch verschiedene Ebenen zur Exploration und Aktivität an. Den Kindern werden Materialien
zum Forschen und zur Konstruktion angeboten.
Unsere Mitarbeiter integrieren die Kinder in die Raumgestaltung und lassen sie über die Nut-
zung der meisten Räume und die dort geltenden Regeln abstimmen. So werden einige
Räume immer wieder dem Bedarf der Kinder folgend umgestaltet. Andere Räume, wie
das Atelier oder der Malort, haben eine feste Funktion. Hier stehen den Kindern Materialien
zur freien kreativen Gestaltung zur Verfügung. Die Materialauswahl ist vielfältig und bietet ne-
ben klassischen Elementen auch Naturmaterialien, Wolle und Baumarktartikel.
- 20 -
Wichtig ist uns, dass die Raumstruktur für die Kinder leicht verständlich und übersichtlich
ist. Fotos an den Regalen oder Boxen erleichtern das Aufräumen und verschiedenfarbige
Punkte kennzeichnen, welche Materialien zur freien Verfügung stehen, und welche nur mit
Unterstützung von Erwachsenen genutzt werden dürfen.
6.2. Leistungsübersicht
Betreuung von Kindern ab 4 Monaten bis zum Schuleintritt
Bilingualität (nach Möglichkeit durch die Immersionsmethode)
Vielfältige Förderangebote im Bereich Musik, Kunst, Bewegung und
Naturwissenschaften
Täglich frisches und ausgewogenes Frühstück, Mittagessen und Snacks
aus der eigenen Küche
Flexible und damit familienfreundliche Öffnungszeiten
Ausgewähltes und hochmotiviertes Personal mit Zusatzqualifikationen
Freigestellte Einrichtungsleitung
6.3. Öffnungs- und Schließzeiten
Mit unserem flexiblen Betreuungssystem machen die Villa Luna Kindertagesstätten arbeiten-
den Eltern ein attraktives Angebot zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei stehen die
Bedürfnisse von Kindern und Eltern gleichermaßen im Fokus. In der Regel bieten wir wochen-
tags folgende Öffnungszeiten an:
Frühdienst (bei Bedarf): 07:00 bis 08:00 Uhr
Kernzeit: 08:00 bis 16:00 Uhr
Late Care (bei Bedarf): 16:00 bis 18:00 Uhr
Unsere Schließzeiten sind regulär wie folgt:
2 Wochen Schließzeit in den Sommerferien
3 Konzeptionstage werktags
Bis zu 3 Brückentage
Schließung zwischen Weihnachten und Neujahr
Da wir bedarfsorientiert arbeiten, können die Öffnungs- und Schließzeiten je nach Standort
variieren.
- 21 -
7. Kontakt
Dr. Jürgen Reul
Gründer und Geschäftsführer
Tel: 02402/12446-0
Mail: reul@villaluna.de
Für Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
- 22 -
Literaturverzeichnis
Bensel, J., & Haug-Schnabel, G. (2013): Kindergarten heute Wissen kompakt: Kinder
beobachten und ihre Entwicklung dokumentieren. Herder Verlag.
Booth, P. D., Prof. Ainscow, M., & Kingston, D. (n.d.): Index für Inklusion. Centre for Studies
on Inclusive Education (CSIE) / Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Buchner, C. (1997): Kluge Kinder fallen nicht vom Himmel. Freiburg: Herder Verlag.
Friedrich, G., de Galgoczy, V., Schindelhauer, B., & Spanjardt, E. (2013): Komm mit ins
Zahlenland. Herder Verlag.
Humbolt, W. v. (1767-1835).
Hüskes, A., & Leenen, D. (2012): Portfolioarbeit mit Kindern von 1-6 Jahren. Kempen: BvK
Buchverlag.
Korczak, J. (1985): Von Kindern und anderen Vorbildern. (I. R. Wompel, Trans.) Gütersloh:
ISBN 357 901 0840.
Maywald, J. (2009): UN-Kinderrechtskonvention - Impulse für den Kinderschutz. IzKK-
Nachrichten.
Montessori, M. (2005): Grundlagen meiner Pädagogik. Quelle & Meyer.
Org, C., & Eggert, M. (2016): Pfiffige Ideen mit Montessori Tablets. Ökotopia.
Prengel, A. (2010): Inklusion in der Frühpädagogik, Bildungstheoretische, empirische und
pädagogische Grundlagen. München: WIFF Expertisen, Bd. 5.
Stern, A. (1998): Der Malort. Einsiedeln Schweiz: Daimon Verlag.
Suffrian, F. S. (2011): Kindergarten Heute Praxis Kompakt: Portfolioarbeit mit Kindern:
Methoden und Ideen. Herder Verlag.
Ulich, M., & Mayr, T. (2003): sismik. München: Herder Verlag.
Wockenfuß, Benjamin (2018): Kinder brauchen Digitale Balance - ihre Eltern aber auch.
Einsehbar auf: https://www.benjamin-wockenfuss.de/2018/07/30/kinder-brauchen-dig
itale-balance-ihre-eltern-aber-auch/
Zimmer, R. (2009): Handbuch Sprachförderung durch Bewegung. Freiburg im Breisgau:
Herder Verlag.
Zimmer, R. (2019): BaSik. Herder Verlag.
Anlage_10.4_Villa_Luna_Ernährungskonzept_ York_Kaserne
49570 Zeichen
ERNÄHRUNGSKONZEPT
„Ein guter Start währt ein Leben lang.“
„A good start lasts a life time.“
- 1 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Inhalt
1. Vorbemerkungen ...................................................................................................... - 2 -
1.1. Entstehung des Ernährungskonzepts .................................................................. - 2 -
1.2. Verankerung im Villa Luna Rahmenkonzept ........................................................ - 2 -
1.3. Bildungsgrundsätze zum Thema Ernährung in der Kita ....................................... - 3 -
2. Hintergrundwissen ................................................................................................... - 4 -
2.1. Ernährung bei Villa Luna ..................................................................................... - 4 -
2.2. Entwicklungstabelle ............................................................................................. - 4 -
3. Bildungssituation Mahlzeit ...................................................................................... - 8 -
3.1. Räumlichkeiten .................................................................................................... - 8 -
3.2. Tischatmosphäre und Möglichkeiten gestalten .................................................... - 9 -
4. Mitwirkung und Mitsprache ................................................................................... - 10 -
4.1 Partizipation in Essenssituationen .................................................................... - 10 -
4.2. Was ist beim Essen erlaubt? ............................................................................. - 10 -
4.3. Mahlzeiten ......................................................................................................... - 12 -
4.4. Probierhappen ................................................................................................... - 12 -
4.5. Belohnung und Bestrafung ................................................................................ - 13 -
5. Unsere pädagogischen Leitsätze .......................................................................... - 13 -
6. Umgang mit Allergien ............................................................................................ - 14 -
7. Elternbeteiligung .................................................................................................... - 15 -
8. Anhang .................................................................................................................... - 15 -
8.1. Empfehlenswerte Produkte bei „Kuhmilch“-Allergie/Milcheiweißallergie ............ - 15 -
8.2. Snacks für Kinder .............................................................................................. - 16 -
8.3. Nahrungsmittelliste Villa Luna ........................................................................... - 18 -
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Sprachform bei personenbezoge-
nen Substantiven und Pronomen. Dies soll keinesfalls eine Benachteiligung anderer Geschlechter im-
plizieren, sondern ist im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutrale Formulierung
zu verstehen.
Ernährungskonzept
- 2 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
1. Vorbemerkungen
1.1. Entstehung des Ernährungskonzepts
„Die Hand ist jenes feine, komplizierte Organ, das der Intelligenz gestattet, nicht bloß
kundzugeben, sondern in ganz bestimmten Beziehungen zur Umwelt zu treten.“1
Eine gute Verpflegung von der Krippe bis zum Kindergarten/Elementarbereich ist ein
gesetzlicher Auftrag und eine große Herausforderung für alle Bildungseinrichtungen. Unsere
Köche, Mitarbeiter in den Kindertagesstätten (folgend: Kitas), Eltern sowie der Träger haben
ein gemeinsames Ziel: Wir wollen ein qualitativ hochwertiges, vollwertiges Essen, das gesund
ist, schmeckt und bezahlbar ist.
Gleichzeitig spielt das Thema Ernährung in der Kita eine immer wichtigere Rolle, denn die
Kinder verbringen zunehmend mehr und immer früher Zeit in der Kita. So sind auch die
Essenssituationen wichtige Bildungsmomente, die einen hohen Stellenwert einnehmen.
Als vier wichtigste Leitgedanken im Bildungsbereich Ernährung gelten bei Villa Luna demnach:
1. Gesundheit
2. Wertschätzung
3. Nachhaltigkeit
4. Ökonomie
Aus diesen Gründen hat Villa Luna im Jahr 2018 den Arbeitskreis „Ernährung“ gegründet,
welcher das Ziel hatte, das vorliegende Konzept und einen pädagogischen Leitfaden zu
erarbeiten. Der Arbeitskreis setzt sich aus Trägervertretern und Einrichtungsleitungen
zusammen.
Das vorliegende Konzept soll ab 2020 in die tägliche Arbeit aller Villa Luna Einrichtungen
implementiert werden. Es wird jährlich evaluiert und weiterentwickelt.
1.2. Verankerung im Villa Luna Rahmenkonzept
Unsere wichtigste Aufgabe ist es, jedem von uns betreuten Kind die Chance auf eine
bestmögliche Entwicklung zu geben. Die ersten sechs Lebensjahre bilden eine sehr prägende
Phase des menschlichen Lebens, weshalb wir Kindern besonders in dieser Zeit den
Entwicklungsspielraum und die Aufmerksamkeit geben möchten, die sie für ihre individuelle
Entfaltung benötigen. Hierzu sollte, unserer Ansicht nach, jedes Kind so früh wie möglich
vielfältige Entdeckungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Themenfeldern geboten
bekommen. Mit unserem ganzheitlichen Konzept möchten wir das Fundament für eine
gesunde Entwicklung legen.
Basierend auf den Bildungsgrundsätzen NRW beinhaltet das Villa Luna Rahmenkonzept zwei
große Schwerpunkte:
Körper, Gesundheit und Ernährung,
Bewegung.
1 Maria Montessori 1996a:89
- 3 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Kinder entdecken sich und ihre materielle sowie personale Umwelt durch Bewegung und
machen sie sich über Körper und Sinne zu Eigen. Zudem sind sie von Natur aus neugierig und
experimentierfreudig. Unsere Hauptaufgabe liegt darin, sie auf diesem Weg achtsam und
umsichtig zu begleiten und ihnen vielfältige Anregungen für eine gesundheitsbewusste
Lebensweise an die Hand zu geben.
Beide oben genannten Schwerpunkte haben zum Ziel, unseren Kindern ein positives
Selbstwertgefühl für eine stabile Entwicklung zu vermitteln. Besonders in der heutigen Zeit, die
geprägt ist durch Hektik und Zeitnot, ist dies besonders wichtig.
1.3. Bildungsgrundsätze zum Thema Ernährung in der Kita
Bildungsgrundsätze NRW
In den Bildungsgrundsätzen NRW heißt es dazu:
„Körperliches und seelisches Wohlbefinden ist eine grundsätzliche Voraussetzung für die
Entwicklung und Bildung und ein Grundrecht von Kindern. Die Wahrnehmung des eigenen
Körpers und die Erfahrungen seiner Wirksamkeit sind grundlegende Erfahrungen für jedes
Kind. Der erste Bezugspunkt des Kindes ist sein Körper mit seinen Bewegungen, Handlungen
und Gefühlen […] Über Tasten, Fühlen und Saugen begreifen Kleinkinder die Welt. Sie
entwickeln ihr Selbstkonzept und ihre Identität und gewinnen dadurch Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten.“2
Berliner Bildungsprogramm
Im Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege heißt es dazu:
„Eine ausgewogene Ernährung ist eine wesentliche Bedingung für die körperliche, emotionale
und geistige Entwicklung eines Kinder […] Essen in der Kita ist sinnliches Erleben, Genuss,
Gefühl, Austausch, Ritual, Rhythmus und Bildung gleichermaßen (…)“3
Orientierungsplan Niedersachsen
Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer
Tageseinrichtungen für Kinder äußert sich folgendermaßen:
„Förderung von Bewegung und Gesundheit bedeutet auch eine Orientierungshilfe in Hygiene
und Ernährungsfragen. Die besorgniserregende Zunahme von Übergewicht bereits bei Schul-
anfängern macht deutlich, dass auch der Tageseinrichtung eine hohe Verantwortung bei der
Prävention kindlicher Fehlernährung zukommt. Wenn gesundes Essen ansprechend angebo-
ten, gelegentlich auch gemeinsam zubereitet wird, werden Körper und Sinne zugleich erreicht
und können Ernährungsgewohnheiten positiv beeinflusst werden.“4
Hamburger Bildungsempfehlungen
In den Hamburger Bildungsempfehlungen für die Bildung und Erziehung von Kindern in
Tageseinrichtungen heißt es:
„Eine ausgewogene Ernährung ist eine wesentliche Bedingung für die gesunde körperliche,
emotionale und geistige Entwicklung eines Kindes. Kindertageseinrichtungen sind Orte, an
denen Kinder in vielfacher Weise mit Wissen und Fertigkeiten bezüglich gesunder Ernährung
bekannt werden und eine positive Esskultur erleben. In regelmäßigen und gemeinsamen
Mahlzeiten werden sie vertraut mit vielfältigen und vollwertigen Nahrungsmitteln. Kinder
erfahren, dass gesunde Ernährung auch Spaß machen kann. Sie können sich aktiv an der
2 Bildungsgrundsätze NRW, S. 84.
3 Berliner Bildungsprogramm, S. 71.
4 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrich-
tungen für Kinder, S. 19.
- 4 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Auswahl der Lebensmittel, sowie der Planung und Zubereitung von Mahlzeiten beteiligen. Das
gemeinsame Essen in einer ansprechenden Atmosphäre hat einen positiven Einfluss auf das
individuelle Sozialverhalten und die soziale Gemeinschaft. Die Art der Ernährung und des
gemeinsamen Essens ist in vielen Kulturen unterschiedlich ausgeprägt – die Kita ermöglicht
den Kindern mit dieser Vielfalt vertraut zu werden.“5
2. Hintergrundwissen
2.1. Ernährung bei Villa Luna
In der 1986 von der WHO veröffentlichten Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung ist
folgendes definiert:
„Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es
notwendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre
Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw.
sie verändern können“6.
Kinder haben von Geburt an ein vorhandenes Interesse, sind neugierig und explorieren gerne.
Das gilt auch für Essenssituationen. Im Krippenalter befinden sich Kinder in einer
entwicklungspsychologischen Phase, in der sie in erster Linie noch mit sich selbst und ihrer
Autonomiebestrebung beschäftigt sind.
Aus diesen Gründen stehen bei Villa Luna auch beim Thema Ernährung die Bedürfnisse und
Ressourcen jedes Kindes an erster Stelle, denn jedes Kind soll die Erfahrung machen dürfen,
dass der Esstisch ein Ort der Freude und des Genießens ist. Essen soll Spaß machen, ein
Gefühl des Genusses vermitteln und im besten Fall als Qualitätszeit empfunden werden.
Vorherrschende Vorstellungen der Erwachsenen, die der eigenen Sozialisation entspringen,
müssen reflektiert werden, um diesbezüglich Kindern im Krippen- und Kindergartenalter
gerecht werden zu können. So trägt zum Beispiel das selbständige Auftun zur
Selbstwirksamkeitserfahrung bei. Außerdem sollte den Kindern ein fließender Übergang von
Spiel, Essen, Pflege und Schlafen ermöglicht werden, ohne dass dieser für Kinder und
Erzieher zur „Fließbandarbeit“ wird.
2.2. Entwicklungstabelle
Lebens-
alter in
Monaten
Sinne/Organe/
Motorik
Was das Kind
schon kann
Was das Kind essen
sollte
Forderungen für die
Kita
Ab der
Geburt
Sinne sind alle
funktionsfähig,
aber unterschied-
lich entwickelt
Such- und Saug-
reflex
Saugen
Schlucken
Nur Muttermilch
(Stillen nach Bedarf und
solange erwünscht das
ganze erste Lebensjahr)
bzw. industriell hergestellte
Säuglingsmilch Pre- und
1er-Nahrung
5 Hamburger Bildungsempfehlungen für die Bildung und Erziehung von Kindern in Tageseinrichtun-
gen, S. 55.
6 Ottawa Charta 1986, S. 58.
- 5 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Zungenstreck-
und Zungenstoß-
reflex
≥ 4 Beginn der Kopf-
kontrolle
Auge-Hand-Koor-
dination
Angelehnt am Körper
des Erwachsenen
auf dem Schoß sit-
zen
Dinge greifen und in
den Mund stecken
Füttern im „Fütterungs-
sessel“
Eingeplante Zeiten mo-
torischer Übungen mit
dem Säugling (Kopfkon-
trolle)
Angebot von (giftfreien)
Greifspielzeugen (hapti-
sche angepasste Ober-
fläche, unterschiedliche
Greifmöglichkeiten,
speichelfestes Material),
die das „Mundeln“ und
Beißen ermöglichen
≥ 5 Verdauung von
Stärke
Durch Kopfkon-
trolle und Über-
windung der Zun-
genreflexe Essen
vom Löffel neh-
men
Zungenstreckreflex
muss überwunden
werden
Gefüttert werden
Essen ohne zu sau-
gen
Brei verdauen
Frühestmöglicher Beginn
Beikost (nach Kind/Ent-
wicklung verschieden)
komponentenweise
Gemüse-Kartoffel-Fleisch-
Brei, beginnend mit Ge-
müse
Rezept beachten: Nicht
würzen und salzen (auch
nicht süßen)
Behutsames heranfüh-
ren an die Breikost in ei-
ner ruhigen Atmo-
sphäre, auf dem Schoß,
unterstützend mit einer
positiven Mimik, zuge-
wandter Haltung und si-
muliertem „Mitessen“
(Mundbewegungen vor-
machen)
„Weiche“ Löffel aus Sili-
kon (Metall ist zu hart
und leitet die Wärme der
Speise)
5-7 Auge-Hand-Mund-
Koordination
Selbstständig Essen
zum Mund zu führen
kann wegen Schluck-
Atem-Koordination
noch problematisch
sein
Milch und stufenweise
Breikost
Zugewandtes Füttern
Erst mit motorischer
Entwicklung zum freien,
selbständigen Sitzen
dann im geeigneten
Hochstuhl, Essbank
oder auf dem Hocker mit
Tisch
Entwicklungsgerechte
Essplatzgestaltung
(auch Geschirr, Besteck,
rutschfeste Unterlage)
Füttern mit Blickbezie-
hung gegenüber
5-8 Mittlere untere
Schneidezähne
Abbeißen von (wei-
chen) Lebensmitteln
Beikost bzw. Breikost-
phase
5-9 Mit beiden Hän-
den greifen und
halten
Flasche selbständig
halten (spätestens
bis 12. Monat)
Weiter Milch und Breikost
Sitzen und Hände
frei nutzen
Pinzettengriff
Zangengriff
Lernen, Essen in den
Mund zu stecken und
mit dem Löffel zu es-
sen
Milch-Getreide-Brei (6.-8.
Monat)
Beginn des selbständigen
Essens
- 6 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
6-10
Mit Daumen und ge-
strecktem Zeigefin-
ger kleine Gegen-
stände nehmen und
zum Mund führen
Brotstücke selbst greifen
und in den Mund stecken
Schrittweise in die Zwei-
Löffel-Methode einstei-
gen, dem Kind mit eige-
nem Löffel das Einüben
ermöglichen und behut-
sam zu füttern
Mit Daumen und ge-
bogenem Zeigefinger
Objekte greifen und
festhalten
Speisestücke greifen und
selbst in den Mund stecken
Das Kind begleiten, um
Verschlucken zu vermei-
den
Ab dem 10. Monat ge-
zielt auch stückige Kost
anbieten, um die Lust
des Greifens und In-
den-Mund-Schiebens zu
fördern
≥7 Auge-Hand Koor-
dination Objekte
als Werkzeug nut-
zen
Mit dem Löffel Nah-
rung aufnehmen
Aus Tasse oder Glas
trinken
Getreide-Obst-Brei (7.-9.
Monat), danach können
alle Breie gegessen wer-
den
Ab dem 10. Monat: stü-
ckige Kost
Kinder vertragen noch
nicht gut: Frittiertes, scharf
Gebratenes, stark Gewürz-
tes, Salz
Vorsicht vor pathogenen
Mikroorganismen: Keine
rohen Fleisch-, Fisch- oder
Eiprodukte, kein Honig;
Hygienevorschriften beach-
ten!
Kind will Nahrungsmittel/
Speisen getrennt probieren
( z.B. Brotbelag getrennt
vom Brot)
Auch bei zunehmender
Selbständigkeit während
der ganzen Mahlzeit be-
gleiten
Entwicklungsgerechte
Essplatzgestaltung (Ge-
schirrgröße und -form,
rutschfeste Unterlage
etc.), eine Auswahl an
Ess-Werkzeugen in
Greifnähe bereitlegen
Übersichtliche Präsenta-
tion von Speisen auf
dem Tisch, Speisen
nicht vermischen, son-
dern getrennt wahrneh-
men lassen
Speisen erst nach An-
blick durch die Kinder
mit der Gabel verarbei-
ten (Wahrnehmen der
Komponenten)
Gezielte sprachliche Be-
gleitung der Blicke des
Kindes auf die Speisen;
die Speisen beschrei-
bend
Schrittweise Einführung
von Gesten zur Be-
schreibung des Genus-
ses und Geschmackes
(z.B. Bauchstreichen
„Mmhh“)
≥8-9 Gezieltes Be-
obachten
Imitieren und sen-
somotorische In-
tegration:
Gesehenes nach-
machen können
Nahrung und Spei-
sen visuell begutach-
ten
Zunehmend selbst
essen wollen und da-
bei den Umgang mit
Werkzeug, Geschirr
und Besteck nach-
machen
Andere füttern (wol-
len)
≥9 Durch weitere mo-
torische Entwick-
lung zunehmend
Interesse, selb-
ständig zu essen
Versuchen, selbst zu
essen
Speisen der Erwach-
senen probieren wol-
len
- 7 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
≥9-12 Kognitive Entwick-
lung unterstützt
durch Wahrneh-
mung und Nach-
ahmung die Ent-
wicklung motori-
scher Fertigkeiten
Mit Werkzeugen und
Lebensmitteln expe-
rimentieren
Den Vorgang des
Essens nachspielen
Übergang zur Familien-
/Gemeinschaftsmahlzeit,
aber keine rohen Fleisch-
Fisch- und Eierprodukte,
keine Rohmilchprodukte,
kein Honig!
Kombination von Milch und
Beikost
Angepasster Speiseplan
mit Komponenten aus der
dem Kind bekannter Fami-
lienkost, um die Akzeptanz
der Gemeinschaftskost zu
erhöhen
Die Lust an Nachah-
mung unterstützen
durch Alltagsmaterialien
aus Hauswirtschaft und
Küche im Spielbereich:
z.B. Schüsseln verschie-
dener Größen anbieten
zum Ineinander stellen
oder Reihe bilden
10-12 Zunahme an mo-
torischer Sicher-
heit
Erkundungsdrang
Sachen heranziehen
Räumen
An Körpergröße des
Kindes angepasste
Möblierung:
Das Kind sitzt frei, hält
das Gleichgewicht und
ist nicht durch Armleh-
nen beeinträchtigt; die
Füße können gut auf
dem Boden stehen, der
Tisch ist nicht zu hoch
(kurz über dem Bauch-
nabel des sitzenden Kin-
des) und ermöglicht ein
freies Hantieren
11-18 Auge-Hand-Mund-
Koordination
Werkzeug-Ge-
brauch
Eigenständig ohne
Hilfe mit Löffel und
später Gabel essen
Gemeinschaftsmahlzeit:
Kombination von ggf. Mut-
termilch und drei Haupt-
und zwei Zwischenmahl-
zeiten
Wichtig: Langsame Ge-
wöhnung an Mahlzeiten-
rhythmus
Kinder vertragen immer
noch nicht gut: Frittiertes,
scharf Gebratenes, stark
Gewürztes, Salz
Weiter Vorsicht bei Keim-
belastung!
Bei Speiseplanung darauf
achten, dass die Speisen
verschiedene Konsistenz
haben, um Kauen und
Schlucken zu trainieren
und die Möglichkeit der
Zähne zum Kauen zu ent-
decken
Unterschiedliches kind-
gerechtes Besteck und
Geschirr zum Auspro-
bieren und Erkunden;
Schalen mit nach innen
gewölbtem Rand er-
leichtert das Essen
Kleine Geschirrgrößen
erleichtern das selbstän-
dige Auffüllen kleiner
Mengen
Speisenpräsentation
übersichtlich und in
Glasschüsseln gut nach-
vollziehbar
Kleine Portionen (für je
ein Kind) erleichtern
Auswahl und selbständi-
ges Auffüllen
12-18
Weitgehende Ab-
lösung der Mund-
reflexe durch
Rotierende Mundbe-
wegungen zur Zer-
kleinerung der Nah-
rung
Zur Verfügung stellen
von Tasse und Glas, de-
ren Rand leicht nach au-
ßen gewölbt ist, um das
- 8 -
Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Mund-Ess-Bewe-
gungen (Schluck-
reflex bleibt)
Wiederholung (gibt Sicher-
heit) mit Einführung von
neuem Geschmack ab-
wechseln
Speisen vorsehen, die mit
der Gabel aufgespießt wer-
den können
Umgewöhnen von Sau-
ger auf Behältnis zu er-
leichtern
Kleine Tassen und Glä-
ser (am besten transpa-
rent und ohne Henkel)
können Kinder beidhän-
dig selbst greifen und
halten
12-18 Hand-Mund-
Schluck-Bewe-
gungen koordinie-
ren
Eigenständig ohne
Hilfe aus einer nor-
malen Tasse oder ei-
nem Glas trinken
14-15 Backenzähne Kauen Zähneputzen nach der
Hauptmahlzeit spiele-
risch im Waschraum vor
dem Spiegel einführen;
die Entdeckung der
Zähne unterstützen
18-24 Allein und zuneh-
mend ohne zu Kle-
ckern selbständig mit
dem Löffel und spä-
ter der Gabel essen
Zur Verfügung stellen
von im Eigengewicht
ausgewogenem Be-
steck, das das Hantie-
ren unterstützt
Zu jedem Essen das
volle Besteck anbieten
Den Übergang in etwas
größere Tischgemein-
schaften ähnlich kompe-
tenter Kinder anbieten
und begleiten
(Vgl. Methfessel, Höhn & Miltner-Jürgensen: Esskalender, 2015)
3. Bildungssituation Mahlzeit
3.1. Räumlichkeiten
„Kinder brauchen klare Strukturen und Übersichtlichkeit in ihren Lern- und Lebensräumen.“7
Dieses Zitat möchten wir in unseren Einrichtungen bei der Raumgestaltung integrieren. Grund-
sätzlich möchten wir allen Kindern eine angenehme Essenserfahrung ermöglichen, die lang-
fristig eine positive Erinnerung schafft (hierzu mehr in "Partizipation und Rolle der Erzieherin").
Essen ist schließlich keine Belohnung, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Bei Villa Luna sollen Mahlzeiten grundsätzlich in einer gemütlichen, appetitlichen und willkom-
menen Atmosphäre eingenommen werden. Dies kann in den Gruppenräumen, aber auch auf
dem Außengelände oder auf Ausflügen geschehen (z.B. Picknick im Sommer).
Hierbei ist es wichtig, die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund zu stellen. Dabei geht es
nicht nur ausschließlich um den Umgang, die Essenszubereitung und die Speisen, sondern
7 https://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/raumgestaltung/innenraeume/2222
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
auch um den Rahmen, den wir als Kindertagesstätte und als pädagogische Fachkräfte schaf-
fen.
Die Zimmertemperatur sollte angenehm sein: Eine Temperatur "von 20 bis 24° C wird als an-
genehm empfunden"8. Jeder Gruppenraum/jedes Bistro ist mit altersgerechten Tischen aus-
gestattet, an denen sich die Kinder selbstständig hinsetzen und aufstehen können. Die Kinder
essen an kleinen Tischen mit maximal 5-6 Kindern. Selbstverständlich ist eine Unterstützung
durch die pädagogische Fachkraft hier wünschenswert, wenn ein Kind noch Schwierigkeiten
bei diesem Bewegungsablauf hat. Diese Unterstützung ist immer sprachlich zu begleiten.
3.2. Tischatmosphäre und Möglichkeiten gestalten
Eine positiv erlebbare Tischatmosphäre mit selbst gebasteltem Tischschmuck oder frischen
Blumen, mit anregenden Gesprächen und ausreichend Zeit, um in einem individuellen Tempo
zu essen, stärkt die Genussfähigkeit. Bei Villa Luna wird Porzellangeschirr für die verschiede-
nen Mahlzeiten genutzt. Servietten als Tellerersatz sind nicht gestattet. Plastikgeschirr dient
nur auf Ausflügen oder im Außenbereich als Alternative.
Jedem Kind sollte ermöglicht werden, zu erkennen, welche Speisen auf dem Tisch angeboten
werden. Einzelne Essenkomponenten sind in Glasschüsseln zu servieren, damit auch die klei-
neren Kinder das Angebot erkennen können.
Jedes Kind bekommt (seinem Entwicklungsstand und Alter entsprechend) ein eigenes Be-
steckt. Das bedeutet: Jedes Kind erhält zur Mittagsmahlzeit eine Gabel, ein Messer und einen
Löffel, um eigenständig entscheiden zu können, mit welchem Hilfsmittel es die Mahlzeit zu
sich nehmen möchte. Darüber hinaus hat es so die Möglichkeit, sich auszuprobieren.
Kleine Kannen und kleine Flaschen mit Wasser oder Tee müssen zu jeder Mahlzeit ausrei-
chend vorhanden sein, damit die Kinder sich selbstständig bedienen können. Teller mit Le-
bensmitteln sind grundsätzlich mit einer Gabel (als Zulege-Besteck) zu versehen, um die Hy-
gienevorschriften einzuhalten.
Bei jeder Mahlzeit wird ein Eimer mit einem Lappen in Sichtweite der Fachkraft dazu gestellt,
damit die Kinder selbstständig den Tisch reinigen können, oder sich selbstständig helfen kön-
nen, wenn sie etwas verschüttet haben. Jedes Kind darf selber entscheiden, ob es ein Lätz-
chen tragen möchte oder nicht. Die Kinder werden motiviert, die Lätzchen selbstständig anzu-
ziehen (Lätzchen mit Gummizug, Druckknopf, Klettverschluss).
Die Kinder bekommen die Möglichkeit, den Tisch selbstständig zu decken und abzuräumen.
Hierzu sollten Teller, Besteck, Gläser und andere Utensilien auf Kinderhöhe angeboten wer-
den, um die Eigenständigkeit zu fördern.
Zum gedeckten Tisch zählen:
- Genug Platz für jedes Kind am Tisch
- Saisonale/jahreszeitliche/festliche Tischdekoration (z.B. aus dem Garten gepflückt o-
der auf dem Ausflug gesammelt). Minimum: Tischset in der Mitte mit kleiner Dekoration
- Bei Bedarf: Servietten, Tischdecken, …
8 http://www.sichere-kita.de/gruppenraum/allgemeine_anforderungen/raum_klima/01.htm
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
4. Mitwirkung und Mitsprache
4.1. Partizipation in Essenssituationen
Indem das Kind bei der Nahrungsaufnahme eine aktive Rolle einnimmt, wird es in vielen Be-
reichen gefördert. Die Feinmotorik, die taktile Wahrnehmung sowie die kindliche Fähigkeit zur
Selbstregulation werden z.B. gestärkt. Das Ausmaß an Toleranz gegenüber experimentellem
Erforschen der Lebensmittel muss im Team der Einrichtung abgesprochen werden.
Die Kinder haben bei Villa Luna stets die Möglichkeit, Mitsprache und Mitwirkung in Essenssi-
tuationen zu erleben. Dabei werden das Selbstwertgefühl und die Wertschätzung anderen ge-
genüber gestärkt.
Durch die Möglichkeit, über die Menge ihres Essens selbst zu bestimmen, können die Kinder
eine differenzierte Selbst- und Körperwahrnehmung für Hunger und Sättigung entwickeln.
Beim Selbertun lernen sie, ihre Fähigkeiten einzuschätzen und weiterzuentwickeln. Eine Viel-
falt von Verhaltensweisen und auch Einstellungen zur „kindgerecht verpackten“ Wissensver-
mittlung im Bereich Gesundheit werden über die Chance, gesundes Essen und Trinken mit
allen Sinnen zu erfahren und zu genießen entwickelt und gefestigt.
4.2. Was ist beim Essen erlaubt?
Sinnliche und genussvolle Esskultur
Um eine sinnliche und genussvolle Esskultur zu unterstützen, wird der Esstisch gemeinsam
von Team und Kindern mit Tischschmuck dekoriert, bei dessen Auswahl die Kinder mitbe-
stimmt haben. Auch bei der Gestaltung der Essenssituation werden die Kinder entsprechend
ihrer Kompetenzen partizipativ eingebunden (z.B. beim Tisch decken). Vor- und Nachberei-
tungen, die für eine Mahlzeit relevant sind, werden ebenfalls gemeinsam mit den Kindern ge-
staltet und organisiert.
Die Tischgemeinschaft
Die Kinder essen an kleinen Tischen mit maximal fünf bis sechs Kindern. Die älteren Kinder
der Gruppe orientieren sich meistens an Gleichaltrigen und bilden daher Kleingruppen. Der
Anspruch, eine Tischgemeinschaft mit der ganzen Krippengruppe zu genießen, wird in diesem
Fall dem kindlichen Bedürfnis nach einem kleinen Rahmen nicht gerecht.
Tischrituale gemeinsam schaffen und erleben
Tischrituale werden gemeinsam mit den Kindern gelebt. Hierzu gehört zum Beispiel ein Fin-
gerspiel am Tisch, oder ein Singkreis vor dem Mittagessen. Das gemeinsame Essen ist keine
Situation, bei der Warten gelernt wird. Deshalb finden Rituale vor der Essensvergabe statt und
bevor das Essen auf dem Tisch/in der Gruppe steht. Die Kinder dürfen eigenständig entschei-
den, mit wem sie zusammensitzen möchten. Außerdem dürfen die Kinder auch einen gemein-
samen Verhaltenskodex festlegen und altersentsprechende Regeln aufstellen.
Selbstbestimmte Beteiligung
Den Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich selbstbestimmt und selbstwirksam
an Essenssituationen zu beteiligen – immer bezogen auf ihre individuellen Fertigkeiten und
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Fähigkeiten. Sobald die Kinder sicher eigenständig sitzen und einen Löffel halten können,
sollte ihnen dies in allen Essenssituationen ermöglicht werden.
Eigenständigkeit – Speisen selbständig nehmen
Indem die Kinder autonom entscheiden, ob und was sie essen, wird ihre Freude am Explorie-
ren unterstützt. Im besten Fall werden die Kinder im Laufe der Zeit neugierig auf neue Speisen
und wählen auch ihnen unbekannten Komponenten aus. Das selbstständige Auftun des Es-
sens auf den eigenen Teller trägt dazu bei, dass die Kinder ihre Selbstwirksamkeit erleben.
Die Kinder entscheiden, was und wie viel sie nehmen und in welcher Reihenfolge.
Warten am Esstisch
Das „Sitzenbleiben bis alle fertig sind“ ist für Erwachsene vor dem Hintergrund ihrer eigenen
Wertvorstellungen ein Ausdruck des gegenseitigen Respekts. Kleinstkinder sind jedoch noch
nicht in der Lage, moralische Wertvorstellungen zu empfinden bzw. einzuhalten. Sie haben
einen hohen Bewegungsdrang, weshalb Kinder, die mit dem Essen fertig sind, den Tisch ver-
lassen dürfen sollten.
Um Abwarten zu lernen, ist der Esstisch nicht der richtige Ort. Hunger hält vom Explorieren ab
und behindert dementsprechend die Bildungsprozesse.
Kinder, die müde sind, oder keinen Hunger haben, sollen nicht aus Prinzip an der Tischge-
meinschaft teilnehmen müssen, sondern die Möglichkeit haben, die Mahlzeit später oder frü-
her einzunehmen.
Kinder die satt sind, dürfen aufstehen und den Esstisch verlassen
Kleinkinder haben einen sehr großen Bewegungsdrang. Sie sind noch nicht in der Lage, über
einen längeren Zeitraum hinweg ruhig zu sitzen. Kinder, die sich satt gegessen haben, stehen
vom Tisch auf und verlassen den Essbereich. Die anderen Kinder werden dies nicht als per-
sönliche Missachtung interpretieren. Mitarbeitende können bereits mit der Pflege des Kindes
beginnen. So haben die Kinder die Möglichkeit, fließende Übergänge vom Mittagessen zum
Schlafen zu erleben, ohne dass diese Situation für die Kinder und Erzieherinnen zur „Fließ-
bandarbeit“ wird.
Start des gemeinsamen Essens
Das Essen auf dem Tisch ist sofort verfügbar; die Kinder beginnen zu essen, wenn sie sich
das Essen auf den Teller genommen haben. Der gemeinsame Beginn einer Mahlzeit stellt
besonders für Krippenkinder eine große Herausforderung dar. Kinder, die bereits Essen auf
ihrem Teller haben, sollten deshalb ruhig anfangen zu essen. Auch hier gilt: Um Abwarten zu
lernen, ist der Esstisch der falsche Ort. Diese Erfahrungen machen Kinder im Alltag oft genug,
z.B. wenn ein heiß begehrtes Spielzeug grade nicht verfügbar ist, oder die Bezugsperson sich
in einem Moment einem anderen Kind zuwendet.
Jedes Kind darf sich satt essen
Die Kita-Mitarbeiter entscheiden auf Grundlage einer gesunden, vollwertigen Ernährung und
den Vorlieben der Kinder, welche Lebensmittel angeboten werden. Die Erfahrung, dass die
Portionen vom Lieblingsessen begrenzt sind bzw. das Essen für alle Kinder der Gruppe aus-
reichen muss, gehört zum gemeinsamen Essen in der Krippe dazu. Wenn allerdings ein Kind,
das im Verdacht steht zu viel zu essen, das Bedürfnis nach mehr hat, sollte ihm nicht das
Essen verweigert werden. Man kann ihm anbieten, sich mit Gurke oder ähnlichem satt zu es-
sen, wenn es diese grundsätzlich mag. Das Kind erfährt, dass zwar nicht unbegrenzt alle Spei-
sen zur Verfügung stehen, aber es selbst wahrnehmen darf, ob es satt ist oder nicht.
Eine verbale Maßregelung ist nicht mehr nötig, Obst und Gemüse, die zum Großteil aus
Wasser bestehen, sind nicht schädlich.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Der Snack wird am Nachmittag angeboten.
Kinder sollen lernen, ihr individuelles Hungergefühl einzuschätzen, um sich den Teller mit einer
entsprechenden Portion aufzutun. So muss es möglich sein, dass die Kinder sich nachnehmen
oder den noch vollen Teller stehen lassen. Es empfiehlt sich, zum Mittagessen ausschließlich
die Hauptspeise anzubieten, mit welcher sich die Kinder nach ihrem individuellen Bedürfnis
satt essen. Die Portion des Snacks steht nicht im Verhältnis zum zuvor eingenommenen Mit-
tagessen.
Unterstützung von Kleinkindern
Kleinkinder, die noch nicht frei sitzen können benötigen bei der Nahrungsaufnahme Unterstüt-
zung durch eine pädagogische Fachkraft. Hierbei sollte auf die Haltung des Kindes auf dem
Arm der Betreuungsperson geachtet werden. Beide Arme des Kleinkindes sind frei zu lassen,
um die kindliche Bewegungsentwicklung beider Seiten gleichmäßig zu fördern. Um dem Klein-
kind volle Bewegungsfreiheit zu gewährleisten, sollte das „Einklemmen“ des Armes von einem
Kind unterlassen werden.
4.3. Mahlzeiten
Das Frühstück wird in allen Altersgruppen floatend angeboten. Wünschenswert ist ein regel-
mäßig stattfindendes Bistro. Wenn die Räumlichkeiten vorhanden sind, kann dieses im Kon-
zept eingearbeitet werden. Sollten die notwendigen Räumlichkeiten nicht vorhanden sein, ist
es erwünscht, ein gruppenübergreifendes floatendes Frühstück zum Beispiel zu besonderen
Gelegenheiten anzubieten (Weihnachtsbistro, Osterbistro). Grundsätzlich stehen zur jeder
Zeit Getränke zur Verfügung.
Hunger behindert Bildungsprozesse. Kinder die bereits satt im Kindergarten ankommen, kön-
nen sich hingegen ganz ihren Interessen widmen. Häufig bilden die Kinder bei einem offenen
Frühstück eigene kleinere Tischgemeinschaften, um gemeinsam in einer Kleingruppe zu es-
sen. Hierfür müssen mehrere kleine Tische zur Verfügung gestellt werden und somit bleibt die
Situation auch für jüngere Kinder überschaubar. Hier bietet sich eine regelmäßige Evaluation
an, um immer wieder auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können.
4.4. Probierhappen
Jedes Kind darf selber entscheiden, wie viel, was, wann und wie lange es essen möchte. Er-
krankungen, z.B. Allergien, und religiös bedingte Essgewohnheiten sind unbedingt zu (be-)
achten.
Die Kinder entscheiden selbst, ob sie von Speisen probieren möchten. Jedes Kind bekommt
die Möglichkeit, an Speisen zu riechen oder diese anzufassen (altersentsprechendes Explo-
rationsverhalten ist erlaubt). Kein Kind wird gezwungen oder überredet, eine Komponente zu
probieren! Wir als pädagogische Fachkräfte geben den Kindern damit das Signal, dass sie auf
ihr eigenes Bauchgefühl vertrauen können.
Der Grund hierfür: Das Auffordern zum sogenannten Probierhappen löst einen Machtkampf
um das Essen aus und das Kind wird in seiner Autonomie und Freiwilligkeit beschnitten. Zu-
dem ist das Probieren müssen meist mit Belohnung und/oder Bestrafung verknüpft, wodurch
oft das eigentliche Ziel aus den Augen verloren wird.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Aber Essen darf kein Machtkampf sein! Kinder, die sich wohlfühlen und gesund sind, wollen
explorieren und sind neugierig – besonders in Essenssituationen. Es ist ganz normal und ent-
wicklungspsychologisch bewiesen, dass es Phasen der Ablehnung von unbekannten Speisen
gibt (Neophobie).
4.5. Belohnung und Bestrafung
„Erst das Gemüse, dann der Nachtisch“?!
Kleinkindern ist es auf Grund ihrer entwicklungspsychologischen Phasen nicht möglich, ein
moralisches Empfinden zu verspüren. Demut und Dankbarkeit für die Erfüllung eines Grund-
bedürfnisses erfordert einen Blick auf die Welt und eine Selbstreflexion, die Kinder im Kinder-
gartenalter noch völlig fremd sind.
Ein gutes Beispiel dafür ist unser eigenes Hungergefühl. Wir alle haben irgendwann gelernt,
dass wir uns nach einer großen Hauptspeise möglicherweise keinen Nachtisch mehr bestellen
sollten. Wir wissen aber auch, dass wir, wenn wir nicht genug von der Hauptspeise essen, der
Nachtisch nicht zur Sättigung dient. Genau wie wir diese Abläufe bereits erlernen durften, soll-
ten auch die Kinder die Möglichkeit bekommen, sie kennen zu lernen bzw. zu erlernen.
5. Unsere pädagogischen Leitsätze
Das soziale Miteinander spielt beim Mittagessen eine zentrale Rolle. Um Kindern eine ge-
sunde Einstellung zum Essen zu vermitteln, sollten negative Aussagen zum Essen vermieden
werden, bspw. „Das sieht aber komisch aus“. Während des gemeinsamen Essens regt die
pädagogische Fachkraft die Neugier der Kinder für die Speisen an, indem sie mit ihnen über
die Herkunft, die Zusammensetzung, den unterschiedlichen Geschmack, den Geruch, das
Aussehen und den Wert für die Ernährung spricht.
Wir, die pädagogischen Fachkräfte, …
- richten die Lebensmittel auf Tellern für den Tisch/das Buffet an.
- schaffen Tischgemeinschaften von max. 5-6 Kindern.
- begleiten alle Kinder altersentsprechend beim Essen. Die sprachliche Begleitung ist
dabei unerlässlich.
- bieten eine in der Einrichtung festgelegte Alternativen an, wenn das angebotene Essen
einem Kind nicht schmeckt, oder es dieses komplett verweigert.
- bieten den Kindern die Möglichkeit an, den Tischschmuck selbstständig zu wählen,
herzustellen oder zu sammeln (z.B. im Herbst Kastanien o.ä.).
- unterstützen die Kinder dabei, einen Verhaltenskodex, Rituale und Regeln zu erstellen.
- unterstützen bei der Umsetzung von Ritualen.
- bieten Entscheidungsfreiheit und den Zeitrahmen, Entscheidungen zu treffen an.
- schaffen einen zeitlichen Rahmen für unsere Mahlzeiten, der jedem Kind ermöglicht,
in seinem eigenen Tempo zu essen.
- akzeptieren Reste auf dem Teller. Kein Kind wird zum Essen und/oder Aufessen ge-
zwungen.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
- liefern Speisen und Getränke (ggf. durch Kinder unterstützt) nach.
- organisieren den Geschirrrücklauf und den Rücklauf der Speisereste.
- schaffen Rahmenbedingungen für eine selbstbestimmte und selbstwirksame Essens-
situation (stellen die nötigen Materialien zur Verfügung wie z.B. Besteck, Kannen etc.).
- beraten aufmerksam und unterstützen auf Wunsch die Kinder bei der Essensauswahl.
- unterstützen bei der Einhaltung der von den Kindern ausgemachten Regeln.
- decken und schmücken den Tisch gemeinsam mit den Kindern.
- unterstützen und begleiten beim Abräumen des Tisches.
- regen an, neue Lebensmittel kennen zu lernen, akzeptieren aber die Entscheidung je-
des Kindes und stellen diese nicht in Frage. Belohnungen/Bestrafungen sind unange-
messen
- begleiten und führen unbekannte Speisen sprachlich/aktiv ein, um Unsicherheiten vor-
zubeugen.
- vertrauen auf das Hunger-Sättigungs-Regulationssystem des Kindes.
- sorgen für eine ruhige Atmosphäre und bieten Möglichkeiten für Gespräche an.
- begleiten die Mahlzeiten sprachlich und altersentsprechend.
- geben Möglichkeiten zum Experimentieren in einem gewissen Rahmen (siehe 4.6).
- fördern die Selbstständigkeit und schaffen Räume für selbstständiges Handeln.
- bringen Wünsche und Lieblingsspeisen der Kinder im Speiseplan ein.
6. Umgang mit Allergien
Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien finden sich immer mehr im Kita-Alltag und müs-
sen unbedingt berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollte jede Fachkraft darauf achten, die-
ses wichtige Thema beim Erstgespräch mit den Eltern anzusprechen. Im Erstgesprächsbogen
ist zu diesem Zweck eine Frage festgehalten. Liegt eine Allergie bzw. eine Unverträglichkeit
vor, ist eine ärztliche Bescheinigung erforderlich, deren Kopie in der Kita verbleibt. Außerdem
sind mit den Eltern Handlungsanweisungen abzustimmen. Hierbei geht es darum, wie wir als
Pädagogen mit der Allergie bzw. Unverträglichkeit umgehen müssen.
Im nächsten Schritt erhält der Koch eine Information über die Allergie, die gut sichtbar in der
Küche aushängen muss. Zudem wird ein Informationsblatt für die Gruppe erstellt, welches im
Gruppenbuch zu finden ist. Es enthält folgende Informationen:
Name des Kindes,
Gruppe des Kindes,
Form der Allergie oder Lebensmittelunverträglichkeit,
Auflistung der zu vermeidenden Lebensmittel/Lebensmittelinhaltsstoffe,
ggf. eine Auflistung von Ersatz-Lebensmitteln, die vertragen werden, und entsprechend
in der Kita deponiert werden können (diese sollten ebenfalls in der Küche notiert wer-
den),
Informationen zu Erstmaßnahmen im Notfall (nach Rücksprache mit den Eltern),
Telefonnummer einer Ansprechperson (z.B. der Eltern).
Hat ein Kind eine Allergie bzw. Lebensmittelunverträglichkeit, darf es trotzdem an den Mahl-
zeiten teilnehmen. Zu diesem Zweck werden spezielle Essensangebote durch die Einrichtung
gewährleistet oder ggf. Speisen von zuhause mitgebracht.
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
7. Elternbeteiligung
Bei Villa Luna ist es eine Selbstverständlichkeit, die uns anvertrauten Kinder in der Kita mit
gesundem und ausgewogenem Essen zu versorgen. Ein funktionierendes Beziehungsdreieck
zwischen Eltern, Kind und Fachkraft – welches ohnehin wichtiger Bestandteil unserer pädago-
gischen Arbeit ist – spielt auch hier eine wichtige Rolle. Eine konstruktive und vertrauensvolle
Zusammenarbeit ist uns besonders wichtig.
Bereits in unserem Erstgespräch wird dieser wichtige Aspekt von den Pädagogen gegenüber
den Eltern angesprochen. Zudem wird sich hier nach Allergien, Besonderheiten im Essverhal-
ten (z.B. aus religiösen Gründen) oder Lieblingsessen erkundigt. Durch die große Alters-
spanne der bei Villa Luna anwesenden Kinder sind auch Informationen zu festen oder breiigen
Mahlzeiten wichtig für unsere Arbeit.
Unser Speiseplan wird wöchentlich bekannt gegeben und sowohl per E-Mail als auch in einem
Aushang neben der Küche für die Eltern sichtbar gemacht. Auch eine Weitergabe von Rezep-
ten und Tipps ist über unseren hauseigenen Koch möglich. Angebote zur Speisen- und Snack-
zubereitung werden im Wochenrückblick oder in den Portfolio-Ordnern vorgestellt.
Zu gegebenen Anlässen können sich die Eltern an der Essenszubereitung beteiligen, zum
Beispiel durch das Mitbringen von Speisen wie Kuchen zum Geburtstag, oder das Bereitstellen
von Komponenten eines Frühstücksbuffets an Geburtstagen, Ostern, Ausflügen etc.
8. Anhang
8.1. Empfehlenswerte Produkte bei „Kuhmilch“-Allergie/Milcheiweißallergie
Anstatt Alternative
Butter Pflanzliche Margarine
Milch Soja-, Hafer-, Reis-, Mandel-, Dinkel-, oder Ko-
kos-Drink, Schaf-/Ziegenmilch, Kokosmilch
Sahne, Quark, Crème fraîche Soja- bzw. Hafer-Sahne (möglichst bio), Soja-
bzw. Lupinenjoghurt abtropfen lassen, So-
jacrème/Crème vega
Käse, Quark Käse: Tofu, veganer Käse (mit wenigen Zusatz-
stoffen!)
Quark: Soja- bzw. Lupinenjoghurt abtropfen las-
sen
Käse zum Überbacken Schafs- oder Ziegenkäse, veganer Käse ( mit we-
nigen Zusatzstoffen!)
Schokolade Zartbitterschokolade ohne Milchanteil, vegane
Schokolade
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Schokoladenguss Zartbitterschokolade ohne Milchanteil
(Haselnuss-)Schokoladencrème Zartbitter-Creme ohne Milchanteil, vegane Scho-
kocreme
Joghurt Soja-, Kokos-, oder Lupinenjoghurt, Ziegen-,
Schafsmilchjoghurt, selbstgemachter Joghurt
aus Sojamilch
Akademie gesundes Leben: Ernährungsberater für Kinder
Snacks für Kinder
Unsere Snacks sollten immer eine Gemüse- und/oder Obstkomponente beinhalten. Man kann
diese gut mit einem Dip oder einer Sättigungsbeilage wie Vollkornbrot oder Getreidestangen
kombinieren. Durch die Kombination verschiedener Ballaststoffe steigt der Blutzuckerspiegel
nach dem Essen nicht so schnell an.
Optimal ist eine Mischung aus Obst und Gemüse im Rohkost-Anteil. Idealerweise werden sai-
sonale und regionale Sorten angeboten. Auch Milchspeisen wie Bananenquark oder Beeren-
Joghurt eignen sich gut als Snack. Gepufftes Getreide wie Hirsekringel (ungesüßt und unge-
salzen) sind z.B. eine Alternative für den klassischen Zwieback.
Zu jeder Mahlzeit sollte immer auch ein Getränk gereicht werden, idealerweise Wasser oder
ungesüßter Tee.
Snack Geeignete Lebensmittel Zubereitung
Obstplatte Wassermelone, Honigmelone, Äpfel, Bananen,
Birnen, Mandarinen, Kakifrucht, Erdbeeren,
Kiwi….
Auf einer Platte servieren.
Für U3-Kinder: Obst schälen!
Selbstgemachter Him-
beerjogurt
Naturjoghurt + gefrorener Beerenmix (ohne Zusatz
von Zucker)
Jogurt mit den gefrorenen Beeren in
einem Mixer oder mit einem Stabmi-
xer vermengen.
Bananenbrot 3 (über-)reife Bananen (je brauner desto besser
weil süßer!), 200g Vollkornmehl, 1 TL Zimt,
½ TL Salz, 1 Päckchen Backpulver, 1 Ei, 4 EL Öl
Alle trockenen Zutaten vermischen
und in einer anderen Schüssel die Ba-
nanen zerdrücken. Dann alles ver-
mengen. Bei 180° ca. 45 min backen.
Vollkorntoast-Sandwich
mit pflanzlichen Aufstri-
chen
Vollkorntoast, vegetarische Aufstriche Vollkorntoast mit den Aufstrichen be-
streichen, als Sandwich übereinan-
derlegen und einmal teilen.
Frucht-Smoothie Wahlweise: Banane, Himbeeren, Erdbeeren,
Mango, Ananas
Alles pürieren
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Vollkornbrötchen mit
Frischkäse und Marme-
lade
Dinkel-/Vollkornbrötchen (wahlweise zum Aufba-
cken), Frischkäse, Marmelade mind. 75%
Fruchtanteil ohne Zuckerzusatz
Brötchen einfach bestreichen
Pizzaschnecken
Fertiger Pizzateig mit Tomatenmark bestrichen
und belegt. Wahlweise Schinken/Käse.
Den Teig von der langen Seite aus
einrollen. Die Teigrolle in 8 gleichmä-
ßige Scheiben schneiden. Die Schne-
cken auf dem Backblech ca. 15 min.
gehen lassen und bei 200° 15 Minu-
ten backen.
Gemüsesticks mit Kräuter-
quark
Karotten, Salatgurke, Cherrytomaten, Paprika, fri-
sche Kräuter
Quark mit 1,5% Fettanteil
Cherrytomaten halbieren!
Kräuterquark mit frischen Kräutern
zubereiten.
Vanillepudding
Vanillepuddingpulver Bio-Qualität und zuckerfrei,
Milch
Vanillepuddingpulver mit Milch aufko-
chen und fertig!
Bananenquark mit Scho-
kostreuseln
Quark mit 1,5 % Fettanteil , Bananen, Scho-
kostreusel
Bananen pürieren und unter den
Quark mischen. Mit Schokostreuseln
toppen.
Vollkornkekse mit Obst Haferflocken-/Dinkel-/Vollkornbutterkekse (ohne
Zuckerzusatz), Obst wahlweise
Bananenmilch Gereifte Bananen, Milch Im Mixgerät oder mit einem Stabmixer
pürieren.
Gesundes „Schichtdes-
sert“
Naturjogurt, Fruchtmus (Apfel/Mango/Banane),
Müsli
In einer großen Glasschüssel:
1. Eine Schicht Fruchtmus
2. Eine Schicht Naturjogurt
3. Eine Schicht Müsli
Käsewürfel mit Vollkorn-
crackern
Käsewürfel, Vollkorncracker ungesalzen
Haferpops mit Milch Haferpops (DM oder Bio-Markt), Milch
Trockenobst Pflaumen, Aprikosen, Cranberries Für U3-Kinder: halbieren!
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Nahrungsmittelliste Villa Luna
Die Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie sind lebende Dokumente und
können jederzeit angepasst und verändert werden.
Nahrungsmittelliste Villa Luna
Nahrungsmittel
0-1
Jahre
1-6
Jahre Besonderheiten/Anmerkungen
1. Weintrauben
Können zur Erstickung führen! Hohe Schadstoffbelas-
tung
2. Heidelbeeren / Stachel-
beeren Können zur Erstickung führen! Halbiert anbieten
3. Nüsse pur Können zur Erstickung führen!
4. Studentenfutter Kann zur Erstickung führen!
5. Salami
Salami ist eine lang gereifte Rohwurst, die,
wenn Sie unter guten hygienischen Bedingungen her-
gestellt wurde, frei von Krankheitserregern ist und daher
auch Kleinkindern gegeben werden kann.
6. Honig
Kann Bakterien enthalten,
die eine Vergiftung (Botulismus) und
sogar den Kindstod zur Folge haben können!
7. Leberwurst Enthält Bakterien!
8. Johannisbeere Kann zur Erstickung führen!
9. Kohl/Linsen/Erb-
sen/Bohnen Blähend!
10. Rohmilchprodukte Enthalten Bakterien!
11. Aubergine Hoher Nikotingehalt!
12. Schweinefleisch Hoher Gehalt an Medikamenten!
13. Kirschtomaten
Nur halbiert anbieten!
Alternative: Strauchtomaten
14. roher Schinken Rohwurst
15. Teewurst Rohwurst
16. Tatar Rohwurst
17. Reiswaffeln
Hoher Arsengehalt!
Alternative: Maiswaffeln
18. Industriezucker Alternative: Agavensirup/Kokosblütensirup
19. Grüntee/Schwarztee
20. Räucherlachs
21. Süßungsmittel
Acesulfam-K (E950); Aspartam (E951); Cyclamat
(E952);
Saccharin (E945); Sucralose (E955); Stevia
22. scharfe Gewürze/Salz
23. Süßigkeiten Ausnahmen wie Geburtstage und Kita-Feste
24. Weiche Eier Salmonellengefahr!
25. Kaltgepresste Öle Schadstoffe für die Leber
26. Blattsalat Kauen schwierig
27. Paprika Schadstoffbelastet!
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Handout für Mitarbeiter, Stand: 01/20, Abt: PQ, Villa Luna Kindertagesstätten
Geeignete Lebensmittel für Kinder ohne Allergien bzw. Unverträglichkeiten können sein:
1. Fettarme Trinkmilch 1,50% Fett
2. Fettarme Milchprodukte Joghurt, Pudding
3. Speisequark
4. Magere Käsesorten
5. Mageres Fleisch Rind, Kalb
6. Geflügel Hähnchen, Pute
7. Wild Reh, Hirsch, Wildschwein
8. Gekochter Schinken
9.
Magere Wurst- und Geflügel-
wurstsorten Schinkenwurst , Mortadella
10. Kabeljau
11. Schellfisch
12. Forelle
13. Rotbarsch
14. Seelachs
15. Teigwaren Vollkornnudeln, Dinkelnudeln
16. Vollkornbrot aus Roggen/Dinkel
17. Kartoffeln
18. Pflanzenöl
19. Halbfettmargarine
20. Butter
21. Alle Gemüsesorten außer
Tabelle 1, auch als Rohkost
Spinat, Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Paprika, Zucchini, Kürbis,
Gurke, Radieschen, Pastinake, Fenchel, Rosenkohl, Kohlrabi,
Sauerkraut, Rotkohl, rote Beete
22. Reis Vollkornreis, Naturreis, Milchreis
23. Salat Blattsalat, Pflücksalat, Gurkensalat
24. Pilze Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze
25. Obst Äpfel, Birne, Mandarine, Banane (in Bio Qualität), Nektarine, Erd-
beere, Brombeere, Kiwi, , Melone, Mango, Ananas, Kirschen
26. Tee außer siehe Tabelle 1 Früchtetee, Kräutertee
27. Mineralwasser
28. Gemüsesäfte Möhrensaft
Allergieauslösende Lebensmittel können sein:
1. Schokolade
2. Eier
3. Milch
4. Äpfel
5. Trinkkakao
6. Tomaten
. Zitrusfrüchte
8. Nüsse
9. Pfirsich
10. Fisch
11. Glutenhaltige Getreide
12. Soja
Anlage_7.1_Kinderzentren_ Kunterbunt_Bewerbung_Ermlandweg
955 Zeichen
Kinderzentren Partner der Familie Stadt Münster z.Hd. Frau Anja Gerick Hafenstraße 30 48127 Münster Bonn, 11.03.2020 Betreff: Pädagogische Rahmenkonzeption Sehr geehrte Frau Gerick, nach unserer Vorstellung als Träger für die Kindertagesstätten mit den Ausschreibungsnummern 02/19 04/19 05/19 06/19 bestätigen wir gerne unser bleibendes Interesse und senden Ihnen wie vereinbart die pädagogische Rahmenkonzeption. Die prozentualen Trägeranteile bleiben weiterhin so, wie sie in der Bewerbung mitgeteilt wurden. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen VenD Vanessa Hintz Carl-Schwemmer-Straße 9 90427 Nürnberg Geschäftsführer: Björn Czinczoll, Michael Bergmann, Dr. Christian Meyn Tel.:0911/4705081-0Fax: 0911/4705081-29 E-Mail: info@kinderzentren.de Eingetragen im Handelsregister Nürnberg HRB 27843 Bankverbindung: BIC HYVEDEMM460 IBAN DE26 7602 0070017109910 Hypovereinsbank Nürnberg www.kinderzentren.de
Anlage_9.2_Pi_Casa_Konzept_York_Kaserne
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P Ä D A G O G I S C H E S K O N Z E P T Kindertagesstätten gGmbH Geschäftsführung: Petra Andries Büro: Lenaustr. 1 40470 Düsseldorf Tel: 0211-68781882 Fax: 0211-68785195 Homepage: www.pi-casa.de Inhaltsverzeichnis Die Pi-Casa Philosophie .........................................................................................................3 1 Trägerspezifische Merkmale ...........................................................................................4 1.1 Trägervorstellung .....................................................................................................4 1.2 Motivation .................................................................................................................4 1.3 Trägeranteil ..............................................................................................................5 1.4 Organisationskultur und Werterhalt ..........................................................................5 2 Einrichtungsspezifische Merkmale ..................................................................................6 2.1 Verbindung zu den Entstehungsgebieten ................................................................. 6 2.2 Gruppengröße und -struktur .....................................................................................6 2.3 Raumplan .................................................................................................................6 2.4 Personalschlüssel ....................................................................................................6 2.5 Öffnungszeiten .........................................................................................................6 2.6 Schließzeiten ............................................................................................................6 2.7 Kooperationen ..........................................................................................................7 3 Zielsetzung und pädagogische Ausrichtung ....................................................................8 3.1 Die inhaltliche Zielsetzung ........................................................................................8 3.1.1 Bewegung .........................................................................................................8 3.1.2 Körper und Gesundheit .....................................................................................9 3.1.3 Geschlechtsdifferenzierte Arbeitsweise .............................................................9 3.1.4 Die Ernährung ...................................................................................................9 3.1.5 Sprachförderung und Kommunikation .............................................................10 3.1.6 Interkulturelle Erziehung und soziale Bildung ..................................................10 3.1.7 Musisch- ästhetische Bildung ..........................................................................11 3.1.8 Religion und Ethik ...........................................................................................11 3.1.9 Mathematische Bildung ...................................................................................11 3.1.10 Naturwissenschaftliche- technische Bildung ....................................................11 3.1.11 Ökologische Bildung........................................................................................12 3.1.12 Medien ............................................................................................................12 3.2 Partizipation ...........................................................................................................12 3.3 Beschwerdemanagement .......................................................................................13 3.3.1 Elternbeschwerden.......................................................................................... 13 3.3.2 Kinderbeschwerden.........................................................................................13 3.4 Kinderschutzauftrag ...............................................................................................13 3.5 Wertevermittlung ....................................................................................................14 3.6 Das Bild des Lernbegleiters ....................................................................................14 3.7 Inklusion .................................................................................................................15 3.8 Zusammenarbeit mit den Eltern ..............................................................................15 3.9 Eingewöhnung .......................................................................................................15 4 Personal ........................................................................................................................ 16 4.1 Personalausstattung: Qualifikation und Beschäftigungsumfänge ............................16 4.2 Fortbildung .............................................................................................................16 3 Die Pi-Casa Philosophie Das Zeichen Pi, welches im Namen sowie im Logo auftaucht, steht für Kreislauf, immer wiederkehrend, erneuernd. Im wissenschaftlichen Bereich wird es in der Mathematik, Physik, Astronomie und Technik verwendet und stellt dort ein eigenständiges Zeichen dar. Das Logo nimmt Bezug auf die pädagogische Ausrichtung der Kindertagesstätte, des „lebenslangen Lernens“, des sich immer wieder erneuernden Wissens. Es steht außerdem für Konstante und für die Unendlichkeit und damit für Kontinuität und den fortwährenden Wandel des Seins. Auch in der Auswahl der Gruppennamen spiegelt sich diese Philosophie wieder. Hier wurden den einzelnen Gruppen die Namen der Grundfarben Rot, Gelb und Blau gegeben. Diese bilden zusammen den Farbkreis, aus welchem sich alle anderen (unendlichen) Farben des Universums bilden. 4 1 Trägerspezifische Merkmale 1.1 Trägervorstellung Die Pi Casa gGmbH wurde 2009 gegründet und ist seit Anfang 2010 anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Mittlerweile werden 138 Kinder in sieben Einrichtungen betreut. Dabei handelt es sich um Kindertagesstätten und Großtagespflegen. Die folgende Matrix ergibt eine Übersicht: Einrichtung Eröffnung Anzahl Kinder Personal GTP Benrath Mrz. 12 9 2 Kita Ringelsweide Aug. 12 55 13 GTP Meineckestraße (Doppelt Großtagespflege) Jun. 13 18 5 Kita Adlerstraße Sep. 15 38 9 GTP Schirmerstraße (Doppelt Großtagespflege) Jun. 17 18 5 GTP Lenaustraße (Doppelt Großtagespflege) Okt 20 18 5 Kita Steelerstraße Essen März 21 55 13 Wir verstehen uns als Träger der eine städtische Aufgabe übernimmt und somit Jugendamt und Eltern bzw. Familien als unsere Kunden ansieht. Es gilt dem Bedarf der Eltern gerecht zu werden und eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf herzustellen. 1.2 Motivation Als Träger sehen wir unsere Aufgabe darin, die Aufgabe der Kommunen zu übernehmen und möglichst Bedarfsgerecht die Kinder bis zur Einschulung zu betreuen. Bedarfsgerecht heißt nicht nur möglichst in den benötigte n Zeiten, sondern auch bedürfni sgerecht den Kindern gegenüber. Unterschiedliche pädagogische Ansätze bieten Eltern die Mögl ichkeit, entsprechend ihrem persönlichen Erziehungsstil die passende Einrichtung zu finden. Wir möchten für die Eltern in Münster die passende Einrichtung sein und glauben das unser pädagogischer Ansatz in Münster Anklang findet. Des Weiteren empfinden wir Münster als traditionsreiche Universitätsstadt, in der Kultur auf moderne trifft , als einen passenden Standort für unsere modernen, traditionsbewussten Einrichtungen. Wir fr euen uns Träger in Münster zu werden. 5 1.3 Trägeranteil Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe , erbringt die Pi Casa ihren gesetzlichen Trägeranteil von derzeit 9% , ab 01.08.2020 von 7,8% aus eige nen Mitteln. Diese werden dauerhaft durch Rahmenverträge gesichert. Die Pi Casa erhebt bis heute keinerlei Zusatzbeiträge, außer der Verpflegungspauschale von 90,00€ für Vollverpflegung. Wie dem Konzept zu entnehmen ist, legen wir großen Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Zu unserem Ernährungskonzept wird unter Punkt 3.1.3 detaillierter eingegangen. 1.4 Organisationskultur und Werterhalt Unsere Organisationskultur ist geprägt von kurzen Kommunikationswegen und einem regelmäßigen Informationsaustausch. Gruppenleitertreffen und „Kleinteam“ sind in den Kitaalltag integriert. Teammeeting mit allen Mitarbeitern findet mindestens einmal im Monat statt, bei Bedarf auch häufiger. Die Kitaleitungen aller unserer Einrichtungen treffen sich ebenfalls regelmäßig. Sie organisieren ihre Treffen selbst und habe n immer das R echt sich gegenseitig bei Projekten auszutauschen und in den anderen Einrichtungen hospitieren zu gehen. Wichtig ist uns ein freundlicher Umgangston miteinander. Denn nur was Erwachsene vorleben, können s ie auch den Kindern nahebringen. Uns sind die Mitbestimmungsrechte unserer Mitarbeiter in Ihrer Arbeitsweise wichtig. So haben die Mitarbeiter einer Einrichtung Mitspracherechte bei Neueinstellungen. Dies erhält ein freundliches und angenehmes Arbeitsklima. Zum Werterhalt unserer Arbeit , haben wir mit den Mitarbeitern gemeinsam ein Schlüsselhandbuch entwickelt, welches an bestimmten Stellen den Begebenheiten in der Einrichtung angepasst wird. Die stetige Weiterentwicklung und Verschriftlichung garantiert, dass sich alle Mitarbeiter mit den Schlüsselprozessen identifizieren können. 6 2 Einrichtungsspezifische Merkmale 2.1 Verbindung zu den Entstehungsgebieten Unsere Kindertageseinrichtungen werd en als Stadteil -Kita mit dem Anspruch einer Bildungseinrichtung geführt, welche zur Chancenglei chheit beitragen soll. Somit ist die Einrichtung für alle Kinder des Stadtteils offen. Es gibt keine Zutrittsbarrieren für die im Stadtteil lebenden Kinder. Dies gewährleistet eine gute Erreichbarkeit der Kita. Als Nebeneffekt wird das nachbarschaftliche Leben gefördert. Es können Fahrgemeinschaften etc. gebildet werden. Die Kita soll als Anlaufstelle für die Eltern fungieren, welche auch bei pädagogischen Problemen zur Seite steht. Dazu pflegen alle unsere Einrichtungen gute Kooper ationen mit Frühförderstelle und sozialen Anlaufstellen. 2.2 Gruppengröße und -struktur In der Einrichtung sollen nach Vorgaben des KiBi z in seiner neuen Rechtsfassung (in Kraft treten 01.08.2020) Betreuungsplätze nach den Vorgaben des Jugendamts Münster und dem Betreuungsbedarf der Eltern angeboten werden. Neben den 45h Plätzen werden auch 25h und 35h , flexibel über Mittag als Blockzeiten , angeboten. 2.3 Raumplan Der Raumplan ergibt sich aus den Empfehlungen zu m Raumprogramm für Tageseinrichtungen des LVR. Gemäß dem Drei -Raum-Prinzips werden die zweiten Nebenräume der Gruppen thematisch gest altet. Dazu bieten sich Themenräume wie beispielsweise Bauraum, Rollenspielbereich oder Kreativraum (Atelier) an. Die Räume zur Differenzierung dienen ebenfalls als „Therapieräume“, und der Kleingruppenarbeit der zukünftigen Schulkinder. 2.4 Personalschlüssel Der Personaleinsatz richtet sich nach den Personalstunden gemäß KiBiz in seiner gültigen Fassung. Auf die personelle Ausgestaltung wird in Kapitel 3 näher eingegangen. 2.5 Öffnungszeiten Unsere Einrichtungen haben grundsätzlich eine Kernöffnu ngszeit von 07:30 h bis 16:30 h. Sollte sich für die Eltern ein höherer Bedarf ergeben, so erklärt die Pi Casa sich bereit, die Betreuungszeiten dahingehend anzupassen und auch Randzeitenbelegungen flexibel anzubieten. 2.6 Schließzeiten Alle Sams-, Sonn-, sowie Feiertage. Rosenmontag Osterferien: 1 Woche nach den Feiertagen 7 Sommerferien: Während der gesetzlichen Sommerferien hat uns ere Einrichtung immer die letzten 2 vollen Ferienwochen geschlossen Weihnachtsferien: 1 - 2 Wochen über die gesetzlichen Feiertage hinweg Zusätzlich kann die Einrichtung weitere Schließtage entsprechend der Brückentage bestimmen. Die genauen Schließtage werden immer zu Beginn des Kitajahres bekannt gegeben. 2.7 Kooperationen Die Pi Casa hat hinreichende Erfahrungen mit dem Aufbau von Kooperationen an neuen Standorten. So werden neben den Kooperationspartnern wie Grundschulen, anderen Kitas und dem Jugendamt zunächst die Kooperationen mit den Krankenkassen und öffentlichen Einrichtungen eingerichtet. Die Krankenkassen und die Bibliotheken bieten diverse Angebote zur Gesundheitsförderung und dem Lesestart an, welche wir in unseren anderen Einrichtungen bereits erfolgreich durchführen. Die Teilnahme an „Joko, du und ich“, der AOK Rheinland ist beispielsweise für Eltern und Kinder, mit einem Lebensalter zwischen 24 und 36 Monaten. Auch hier haben wir hinreichend positive Erfahrungen durch alle Beteiligten gesammelt. Weitere Kooperationen ergeben sich unserer Er fahrung nach aus der Eltern- und Nachbarschaft. Durch die Eltern und Nachbarn werden oftmals Kontakte hergestellt, zu denen die Einrichtungen sonst selten Zugang haben. Unsere Einrichtungen fungieren an dieser Stelle als Begegnungsstätte für alle interessierten Kinder und Bürger. Auch durch die Interessen der Mitarbeiter entstehen Angebote für unsere Kinder. Dazu treten die jeweiligen Mitarbeiter an Institutionen heran und stellen die nötigen Kontakte her. Auch Tagesmütter sind wichtige Kooperationspartner . Damit den Kindern der Übergang zwischen Tagespflege und Kita erlei chtert wird, werden auch hier gemeinsame Angebote gemacht. Ein Patenschafts-Modell erleichtert den Kindern die Eingewöhnung in die Kita. Die Kinder aus der Tagespflege haben somit ein Kind aus der Kita bereits als Bezugsperson. 8 3 Zielsetzung und pädagogische Ausrichtung 3.1 Die inhaltliche Zielsetzung Die Kinder werden in den zehn Bildungsbereichen des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Gemäß dem Grundsatz der Gleichberechtigung soll in unseren Einrichtungen Chancengerechtigkeit geschaffen werden. Das heißt, dass wir versuchen auf die Bedürfnisse der Kinder und Eltern des Einzugsgebietes einzugehen und die Betreuungsangebote dahingehend anzupassen. Dafür müssen die Angestellten in der Lage sein, diese Bedürfnisse zu erkennen und ihre tägliche Arbeit und Kleingruppenangebote danach auszurichten. Wichtig ist dabei, die einzelnen Bildungsbereiche nicht getrennt zu sehen. Vielmehr müssen die Bildungsbereiche als korrelierende Bereiche gesehen werden. Als Beispiel dafür bietet sich ein Theaterstück an. Bei m Schreiben, Dichten und E inüben wird die m usisch- ästhetische Bildung gefördert. Das Bühnenbild fördert die kreative, s chaffende Bildung, das Stück selber die Bewegung und die Sprache. Die Sinne werden angesprochen, die soziale Bildung wird bei der Rollenverteilung gefördert. Die Medienbildung lässt sich ebenfalls fördern. Das Beispiel ließe sich beliebig weiter ausführen. Aus diesem Grunde werden die Bildungsbereic he beispielhaft Dargestellt um den pädagogischen Ansatz gerecht zu werden. Um den Kindern die Möglichkeit zu geben sich in allen Bildungsbereichen entsprechend ihrer Neigungen und Fähigkeiten zu entwickeln, arbeiten wir in unseren Einrichtungen teiloffen. Die Gestaltung von Themenräumen ermöglicht es den Kindern , sich in dem Bereich aufzuhalten der ihrem momentanen Bedürfnis entspricht. So werden in unseren Einrichtungen immer Themenräume wie Kreativraum, Rollenspielbereich und Bauraum geschaffen. Die Themenräume dienen nicht als Ersatz für Puppen, Bau- und Malmaterialien in den Gruppenräumen . Vielmehr soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden sich großflächig auszutoben, gebaute Landschaften stehen lassen zu können und am nächsten Tag weiter zu machen, oder kleine Theaterstücke für sich selbst zu spielen. Neben der teiloffenen Arbeit als Ansatz arbeiten wir in unseren Einrichtungen projektorientiert. Ein Projekt erschließt sich immer über mehrere Monate und greift nach Möglichkeit alle Bildungsbereiche auf. 3.1.1 Bewegung Bewegung als die erste Form der Ausdruckweise und somit der ersten Form von Kommunikation und Verständigung wird von Psychologen und Pädagogen als die elementare Bildung bezeichnet. Der Säugling bewegt sich und drückt sich dadurch bereits aus. Diesem Drang muss in der täglichen Arbeit mit Kindern genügend Rechnung getragen werden. Neben Spielkreisen welche die Kinder zum Bewegen anregen und klassischen Bewegungsangeboten im Turn-/ Bewegungsraum oder dem Freigelände, gehören auch Rückzugszeiten und –orte zur Bewegungsbildung. Die größeren Kinder entscheiden während des Mittagsschlaf der kleineren wie Sie diese Zeit verbringen möchten. Es werden Bewegungs - und Entspannungsangebote gemacht. Die Kinder haben aber auch die Möglichkeit sich „alleine“ zurück zu ziehen. Wichtiger Bestandteil dieses Bildungsbereichs ist es, dass die Kinder lernen zu erkennen was ihr Körper braucht. Materialien die zum Gestalten von Bewegungsangeboten anregen, wie Softelemente, fördern zugleich Kreativität und räum liches Verständnis. Die Kinder bauen Kletterlandschaften, Parcours oder auch Burgen. Die Vielfältigkeit der angebotenen Materialen bieten unzählige Nutzungsmöglichkeiten. 9 3.1.2 Körper und Gesundheit Auf der Grundlage von Sinneserfahrungen lernen die Kinder ihren Körper kennen. Angebote welche die Kinder animieren ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen lehren gleichzeitig die eigenen Emotionen zu erkennen und Emphatie für andere zu entwickeln. Sich selbst und Grenzen zu erfahren ist wichtiger Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Dementsprechend lernen die Kinder innerhalb einer Gruppe auch mit einem „ Nein“ umzugehen und entdecken ihre eigene Frustrationsgrenze. Regelmäßige experimentell geartete Angebote mit Fingerfarben und Rasierschaum, sowie anderen Materialien welche die Sinne ansprechen werden schon mit den Kleinsten durchgeführt um den Kindern unterschiedliche Reize zu bieten. Aus diesem Bewusstsein für den eigenen Körper entspringt auch ein Gefühl für die eigene Gesundheit. Die Kinder bemerken, wenn der Körper „nicht richtig funktioniert“. Sie können ihr befinden und ihre Gefühle in Worte fassen und sind sich bewusst wie sich ihr Körper gesund anfühlt. 3.1.3 Geschlechtsdifferenzierte Arbeitsweise Da sich Rollenmuster bereits in frühster Kindheit zeigen und auch Kinder nie geschlechtsneutral sind, gilt es ein Augenmerk auf die gleichsame Förderung von Jungen und Mädchen zu haben. So sind Jungen beispielweise an Rollenspiele heranzuführen. Dies kann gelöst werden, indem Anreize geschaffen werden das Rollenspiele derart zu gestalten, dass sie nicht als das klassisch e „Vater -Mutter-Kind-Spiel“ umgesetzt werden. In unseren Einrichtungen werden die Mitarbeiter dahingehend geschult, die Rollenspiele auch für Jungen interessant zu gestalten, wie beispielweise zum Thema Feuerwehr, Polizei, Dinosaurier etc. Genauso müssen den Mädchen Anreize für Aktivitäten gegeben werden, die Ihnen zumeist nicht als tägliche Beschäftigung ins Auge fallen. Beispielweise kann statt der Ritterburg oder der Straße auch ein Pri nzessinnenschloss mit Glitzersteinen gebaut werden. Wichtig ist der Blick darauf die Gruppendynam ik immer wieder zu mischen, sodass es Aktivitäten für Mädchen, für Jungen und geschlechtsneutrale Aktivitäten gibt. 3.1.4 Die Ernährung Zu dem Bewusstsein für den Körper wird in unseren Einrichtungen ein besonderes Augenmerk auf die Ernährung gelegt. Im Allgemeinen verbringen die Kinder in den Einrichtungen viel Zeit mit dem Essen. Aus diesem Grund wird in allen unseren Einrichtungen frisch gekocht, selbst in Einrichtungen in denen eine Frischküche nicht realisierbar ist, können gewisse Komponenten frisch dazu gereicht werden. Uns ist wichtig, dass die Kinder die Möglichkeit haben die Komponenten ihrer Speisen auch (soweit möglich) einzeln zu probieren. Die Kinder haben dann die Möglichkeit „nur Nudeln“ zu essen. Jedem Kind wird somit die Wahlfreiheit gelassen, für sich fes tzustellen, was es essen mag und was nicht um einen eigenen Geschmack zu bilden. Neben einem reichhaltigen Fr ühstücks- und Nachmittagssnack, sowie einem abwechslungsreichen Mittagessen können sich unsere Kinder durchgängig mit Rohkost und Getränken aus ihrer hauseigenen Küche versorgen. Da die Mahlzeiten der Kinder täglich frisch zubereitet werden, ermöglicht dies, auf individuelle Essgewohnheiten oder Notwendigkeiten wie Allergien und Diäten einzugehen. Der interkulturelle und partizipative Gedanke wird auch im Speiseangebot aufgegriffen. So kann der Koch in Kooperation mit Kindern und Lernbegleitern Wunschgerich te kochen. Zusätzlich verfügt jede Einrichtung über ein Hochbeet und Spalierobst. Im Rahmen von Koch- und Back AGs lernen die Kinder mit den angepflanzten und weiteren Lebensmitteln 10 umzugehen. Auch in diesem Bereich kommen die Sinneserfahrungen zum Tragen und lassen die Kinder die Auswirkungen auf ihren Körper spüren. Kinder helfen gerne beim Zubereiten und zeigen dann auch mehr Interesse am essen selbst. Den Kindern wird in „Schnittgruppen“ angeboten den Köchen zuzuarbeiten. Wichtig ist auch der Gedanke, im Rahmen der Ernährung, den Kindern eine Tischkultur nahe zu bringen. Die gemeinsame Einnahme der Speisen, fördert die Neugier an den Speisen selbst und führt zu einer Bewussten Aufnahme von Lebensmitteln. 3.1.5 Sprachförderung und Kommunikation Die Förderung der Sprache muss in Zeiten der Internationalisierung ein großer Spielraum zugemessen werden. Wichtig ist dabei die Sprache nicht als isolierten Förderbereich zu definieren. Sprache als Tor und Schlüssel zur gesamten Umwelt, wird in unseren Einrichtungen alltagsintegriert gelebt. Kinder in unterschiedlichen Entwicklungsstufen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten, Sprache und Kommunikation auszubilden. So ist es wichtig auch der Mimik und Gestik genügend Raum für Nachahmung und Erprobung zu geben. Von den älteren Kindern lernen (beispielsweise durch Nachahmung) wird durch Spiel-/ Singkreise und Rollenspiele gefördert und angeregt. Die Einbindung von Bewegungsangeboten im Rahmen der Bildung von Sprache wird mit den Kindern durch Theater und Bewegungsspiele gestaltet. Bilderbuchbetrachtungen gehören in den Alltag ebenso eingebunden wie die Möglichkeit sich in Gespräch en und Diskussionsrunden auszutauschen. Gesprächs - und Diskussionsrunden werden mit der Realisation des Partizipativen Gedankens im Kinderrat aktiv gelebt und betrieben. Die Kinder diskutieren über neue Projekte, stellen Ideen vor und „präsentieren“ ihre I deen. Die Kinder werden als gleichwertige und kompetente Gesprächspartner gesehen. Die alltägliche Bildung von Sprache und Kommunikation wird abgegrenzt von der Sprachförderung aufgrund von Sprachbarrieren. Diese Kinder erhalten zusätzliche Sprachförderung. Diese muss im Zusammenhang mit dem Förderbedarf der Kinder jährlich angepasst werden. Die Beobachtung und Dokumentation der Sprache erfolgt in unseren Einrichtungen nach BaSiK. 3.1.6 Interkulturelle Erziehung und soziale Bildung Die interkulturelle Erziehung der Kinder geschieht durch den Austausch der Kinder untereinander. Dazu muss das pädagogische Personal die Kinder in der täglichen Arbeit animieren, von Ihrem Heimatland zu erzählen. Dadurch wird bei allen Kindern Toleranz gegenüber anderen Kulturen geschaffen. In den projektierten Angeboten wird immer der interkulturelle Aspekt berücksichtigt. Innerhalb des verbalen Austausches zwischen den Kindern untereinander und den Mitarbeitern fließt die Sprachförderung bereits ein. Zusätzlich wird eine Sprachfördergruppe eingerichtet. Kinder mit Sprachbarrieren (auf Grund vom Migration und Logopädischen Problemen) werden innerhalb des Sprachförderangebotes zum Sprechen animiert. Es werden Klangspiele gemacht, welche den Kindern die Aussprache vereinfachen sollen. Neben der Sensibilisierung für unterschiedliche Kulturen und Bräuche lernen die Kinder ethische Grundlagen. Durch das Prinzip der Misch- / Familiengruppen lernen die Kinder frühzeitig sich sozial zu verhalten und auf die Bedürfnisse der anderen zu reagieren. Patenmodelle weisen den älteren Kindern jüngere zu damit diese sich schneller eingewöhnen. Den größeren Kindern verleiht die Übertragung dieser Verantwortung das Gefühl wichtig und „schon groß“ zu sein. 11 3.1.7 Musisch- ästhetische Bildung Musik und Kunst bieten K indern ein weitläufiges Feld der Selbsterfahrung, Selbstverwirklichung und Ausgestaltung. Alle unsere Einrichtungen verfügen über eigene Kreativräume/ Ateliers mit der Möglichkeit auf alle erdenklichen Weisen k reativ zu werden. Dabei stehen nicht nur Malan gebote zur Verfügung. Die Kinder werden auch zu bildenden Tätigkeiten animiert. So entstehen Werke aus Ton, Ästen oder recycelten Materialien. Die Kinder nehmen regelmäßig an den Angeboten der Museen teil. Sie stellen dort Farben selber her oder arbeiten m it Künstlern in unterschiedlichen Sparten. Dazu gehören Tänzer, Schauspieler, Bildhauer etc. Neben den materiell schaffenden Künsten erhalten die Kinder auch eine musische Förderung. Die Einrichtungen kooperieren mit den Zukunftsmusiken der dm- Märkte. Neben den Liedern welche die Kinder lernen, bekommen die Eltern die die dazugehörigen Liederhefte um in den Prozess der musischen Bildung mit eingebunden zu werden. Die Lernbegleiter werden in den einzelnen Workshops geschult Lieder umzuwandeln und die altbewährten Melodien mit den Kindern für neue Liedtexte zu verwenden. Der kindlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch Instrumente selbst zu bauen oder Gegenstände zum Musizieren zu nutzen, welche dadurch zweckentfremdet werden. Der Drang neues zu schaffen und mit der Sprache Gefühle und Emotionen zum Ausdruck zu bringen fördert die Kindliche Entwicklung zu mutigen, kreativen und selbstständigen kleinen Menschen. 3.1.8 Religion und Ethik Auch wenn unsere Einrichtungen nicht Religiös sind greifen wir die i n unserem Kulturkreis gefeierten Feste und Riten auf. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit gegeben sich untereinander auszutauschen und auch Bräuche aus anderen Religionen und Ländern aufzunehmen und kennen zu lernen. Auch hier entsteht eine Wechselwirkung zu anderen Bildungsbereichen. Interkulturelle Erziehung, Religion und Ethik sind dabei eng miteinander Verknüpft. Projekte zu unterschiedlichen Kulturen und Glaubensrichtungen fördern bei den Kindern die Akzeptanz für „das Andere“. Zur ethischen Bildung gehört auch der sorgsame Umgang mit andern Lebewesen und Pflanzen. Dies lernen die Kinder beispielsweise durch die Arbeit im Hochbeet, den Bau eines Insektenhotels, die Beobachtung von Tieren und Insekten im Haus, Garten oder Park. 3.1.9 Mathematische Bildung Die Mathematische Bildung soll nicht als klassischer Mathematikunterricht verstanden werden. Vielmehr geht es um einen natürlichen Umgang mit Zahlen und ein grundsätzliches Verständnis für Mengen dem Alter entsprechend. Dieses wird spielerisch in den Alltag intergiert. So werden die Kinder beim Abzählen der Gruppe beim Ausflug, beim Stufenzählen und dergleichen animiert. Die Stufen in der Einrichtung eignen sich besonders. Durch die immer gleichbleibende Anzahl wird ein Grundstein für das Zahlenverständnis gelegt. Auch andere Materialien mit Maßeinheiten fördern die mathematische Bildung. Auch fördern Koch- und Back AG das Zahlengefühl. Dort muss abgemessen und gezählt werden. 3.1.10 Naturwissenschaftliche- technische Bildung Das Verständnis für naturwissenschaftli che und technische Prozesse setzen wir in der Einrichtung durch eine Experimente AG um. Durch verschiedene Experimente ergeben sich einige Exkursionen über das Jahr. Im Rahmen eines Kompostierexperiments fahren die Kinder 12 zum Wertstoffhof und zur Müllabfuh r. Wetterexperimente, Gewicht, Schnelligkeit, alles kann erforscht werden. Um den Kindern einen breiten Einblick in diesen Bildungsbereich zu gewährleisten werden den Kindern beispielsweise Lineale, Messbecher aber auch Sanduhren in Unterschiedlichen Einheiten zum Experimentieren angeboten. 3.1.11 Ökologische Bildung Der Umgang mit der Umwelt und der Blick auf die Natur soll den Kindern spielerisch nahegebracht werden. Dabei bekommen auch die kleinsten in ihrem Gemüsebeet einen ersten Einblick auf die Natur und B iologie. Doch nicht nur Biologische Prozesse sollen den Kindern vermittelt werden. Die Kinder sollen sich im Alltag spielerisch auch mit der Nachhaltigkeit von Produkten auseinandersetzen. Sie kommen dabei kreativ zu tollen Ergebnissen was zum Beispiel aus vermeintlichem Abfall alles hergestellt werden kann. Wichtig im Umgang mit der Umwelt ist zunächst die direkte Umwelt in der die Kinder leben. Die Stadt bzw. den Stadtteil gilt es zu erkunden und entdecken. Dazu gehören auch Geschäfte, Spielplätze, Parks, Schulen, klassische Märkte etc. Dies machen die Kinder in Rahmen einer einrichtungsbezogenen Stadtteil- Rallye. 3.1.12 Medien Die Medienlandschaft nimmt in der heutigen Zeit immer mehr Einfluss auf das alltägliche Leben. Den Kindern werden Medien pädagogisch Gerecht aufgearbeitet nähergebracht. So werden die Fotos in den Portfolios gemeinsam mit den Kindern ausgesucht. Die Kinder können sich bei Aufführungen aufnehmen lassen. Wichtig ist auch der Gedanke Medien selber herzustellen. So können auch die Ursprünge gewisser Medien den Kindern nahe gebracht werden beispielweise durch das Basteln von Daumenkinos, mit Mikrophon Karaoke singen oder sich ihre CDs selber zusammen zu stellen. Wichtig beim Umgang mit Foto und Videoaufnahmen ist es die Kinder auch in ihrem eigenen Gefühl zu bestätigen nein zu sagen, wenn Sie nicht aufgenommen werden wollen. 3.2 Partizipation Partizipation bedeutet in unseren Einrichtungen, dass eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kitaalltag statt findet. Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache und Einbeziehung sind dabei nur einige Schlagwörter die den partizipativen Umgang beschreiben. Partizipation heißt, Entscheidungen die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen zu teilen und gemeinsame Lösungen für Probleme zu finden. Dies ist in gewissem Rahmen auch schon mit den kleinsten Kindern möglich und beginnt im täglichen Leben. So wird in unseren Einrichtungen schon während des gemeinsam en Frühstücks Partizipation aktiv gelebt. Die Kinder können selbst entscheiden, was sie gerne essen möchten. Dies fördert die Selbstbestimmung der Kinder. Zusätzlich wird in der Einrichtung ein Kinderparlament gewählt. Die Mitglieder des Parlaments bilden den Kinderrat. Dieser darf einmal die Woche mit gewählten Lernbegleitern über ausgewählte Belange diskutieren. Dies fördert neben der Meinungsbildung auch die Sprachentwicklung. Die Ergebnisse der Ratssitzung werden malerisch von den Ratsmitgliedern in einem Buch festgehalten. In regelmäßigen Parlamentssitzungen mit allen Kindern werden alle Kinder über die Ergebnisse der Ratssitzungen informiert. 13 3.3 Beschwerdemanagement Das Beschwerdemanagement gestaltet sich in den Einrichtungen als zweiseitig. Zum einen gibt es einen Leitfaden für den Umgang mit elterlichen Beschwerden, zum anderen muss auch auf die Beschwerden der Kinder ein gegangen werden. Auch wenn die elterlichen Beschwerden einen Raum für Akzeptanz finden und sorgsam bearbeitet werden, so gilt es ein größeres Augenmerk auf die Beschwerden der Kinder zulegen. Die Kinder sind oft nicht in der Lage diese verbal direkt in Worte zu fassen. Von den Mitarbeitern wird an dieser Stelle ein hohes Einfühlungsvermögen abverlangt. 3.3.1 Elternbeschwerden Wir versuchen mit den Eltern von Anfang an einen offenen Kommunikationsweg zu schaffen und zu erhalten. Beschwerden werden meist direkt mit den Lernbegleitern in der Gruppe besprochen und gelöst. Erst wenn keine Lösung seitens des pädagogischen Personals u nd der Leitung gefunden werden kann, wird ein Trägervertreter hinzu gerufen. Beschwerden bzw. Beschwerdegespräche welche einen Termin bedingen und nicht über ein Tür -und-Angel- Gespräch (manchmal müssen Eltern auch einfach nur ihren Frust mal loswerden) gelöst werden können, werden protokolliert und von allen Beteiligten unterzeichnet. Dies dient der Dokumentation, gibt den Eltern Sicherheit, dass Sie ernst genommen werden und bindet unter Umständen die Eltern, damit der Missstand nicht mehr auftaucht. 3.3.2 Kinderbeschwerden Kinderbeschwerden gestalten sich etwas schwieriger. Neben dem Kinderrat , der ein offenes Kommunikationsmedium ist, gilt es auch den „nicht so mutigen“ Kindern Raum für Beschwerden zu geben. Die Lernbegleiter müssen Vertrauensperson sein und s ich dementsprechend auch anbieten oder auch die Kinder ansprechen ob etwas nicht stimmt. Beschwerden der Kinder können also immer in einer Wohlfühlat hmosphäre vorgetragen werden und bekommen Raum gelöst zu werden. Im Vier-, Sechs-, Acht-Augen-Gespräch oder auch in der gesamten Gruppe gemeinsam mit den Adressaten. Um das Befinden der Kinder in der Einrichtung nicht aus den Augen zu verlieren wird die Gruppe anhand der Leuvener Engagiertheitsskala evaluiert. Wichtig ist es auch die Beschwerden der Kinder zu fokussieren, welche sich nicht verbal ausdrücken können. Selbst die kleinsten Kinder beschweren sich bereits und werden mit dem Leuvener Modell erfasst. Diese Beschwerden bekommen ebenso Ihre Lösungsansätze und werden im Rahmen der Abwandlungen im Tagesgesc hehen dokumentiert und gelöst. 3.4 Kinderschutzauftrag Nach §8a SGB VIII gehen alle Einrichtungen nach einem standardisierten Verfahren vor. Das Verfahren durchläuft nacheinander verschieden Stadien. - Zunächst wird der Hinweis auf die Gefährdung umgehend an die Einrichtungsleitung weitergegeben. Diese Dokumentiert die Gefährdung in einem Dokumentationsbogen. - Von der Einrichtungsleitung wird ein Beratungsgespräch einberufen, um das Gefährdungsrisiko einzuschätzen. Dieser Fallberatung wohnen neben der Einrichtungsleitung, eine k inderschutzerfahrene Fachkraft, der/die Bezugslernbegleiter, sowie alle Beteiligten die Kenntnis von der Gefährdung haben, bei. 14 - Von der Fallberatung wird im Formblatt für Kinderschutz festgehalten, welche Gefährdungen wie häufig aufgetreten sind und welche Maßnahmen vereinbart wurden. - Wird eine Gefährdung festgestellt, wird ein sogenannter Schutzplan erstellt. Darin wird festgehalten welche genauen Maßnahmen zu w elchem Datum ergriffen werden, welche Hilfsangebote den Eltern zu unterbreiten sind und welche weiteren Stellen zu benachrichtigen sind. - Sollte es sich um eine akute Gefährdung handeln. Wird sofort das Jugendamt, die Polizei oder der Kindernotdienst informiert. 3.5 Wertevermittlung Durch das Zusammenleben in der Gruppe lernen die Kinder wie wichtig gute Umgangsformen für ein partnerschaftliches Miteinander sind. Konflikte werden diskutiert und friedlich gelöst. Achtung und Respekt vor anderen Lebewesen und Individuen sind wichtige Eigenschaften unserer Gesellschaft und werden in unserem Hause durch den praktischen Umgang mit Menschen, Tieren und Pflanzen vermittelt. Bei uns gibt es kein Plastik - oder Kunststoffgeschirr. Unsere Kinder nehmen ihre Mah lzeiten von echtem Porzellan ein und lernen so ganz nebenbei, pfleglich mit den ihnen anvertrauten Gegenständen umzugehen. Durch das gemeinsame E innehmen der Mahlzeiten wird den Kindern ein Gefühl für familiäre Esskultur und Tischsitten vermittelt. 3.6 Das Bild des Lernbegleiters Unser Bild des „Erziehers“ weicht stark von den traditionellen Vorstellungen ab und verlangt damit ein entsprechend anderes Verständnis von dessen Rolle im Umgang mit unseren Kindern. Erst durch sein eigenes Verhalten - durch die Art was und wie er etwas tut und sagt - wie er Aufgaben stellt - wie er lobt, kritisiert und beurteilt - wie er das Kind anspricht - auf es eingeht - ihm etwas vorlebt wird der Erzieher zum Lernbegleiter und damit zum Pädagogen. Pädagogisches Handeln ist nicht, jemandem etwas gut zu erklären oder vor zumachen, sondern pädagogisch zu Handeln. Die Bedeutung des eigenen Handelns, der Bemerkungen, Gesten und der inneren Haltung gegenüber dem anvertrauten Kind sollen dem Lernbegleiter bewusst sein. Erst dann kann er seine Kompetenzen zielgerichtet zur Förderung des Kindes und des Lernproz esses einsetzten. Mit dieser Einstellung ist der Lernbegleiter in der Lage, die ihm anvertrauten Kinder authentisch und pädagogisch zu begleiten. 15 3.7 Inklusion Der inklusive Gedanke wird in unseren Einrichtungen weiter gefasst, als es der §22a SGB VIII vorsieht. Demnach werden nicht nur Kinder mit und ohne Behinderung (sofern dies auf Grund des Hilfebedarfs möglich ist) in Gruppen gemeinsam gefördert. Vielmehr werden in unseren Einrichtungen auch Kinder die auf Grund ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft häufigen Zugangsbarrieren gegenübergestellt sind, berücksichtigt. Dies unterstreicht bei uns den Aspekt der Chancengleichheit. Hemmschwellen gegenüber Unterschieden werden abgebaut. Vorurteile entstehen gar nicht erst. Es entsteht Toleranz gegenüber anderen. 3.8 Zusammenarbeit mit den Eltern Wir verstehen Elternarbeit mehr als Zusammenarbeit mit den Eltern. So sind die Elternabende in unseren Einrichtungen in den Nachmittag verlegt. Allen Eltern wird die Möglichkeit gegeben am Elternabend/-nachmittag teilzunehmen. Die Kinder werden in den Gruppen weiter betreut, während die Eltern mit den Gruppenleitern und der Kitaleitung den Elternnachmittag durchführen. Die Tagesordnung für die Zusammenkünfte erstellen unsere Kitaleitungen gemeinsam mit dem/r Elternvertret er/in. So können Wünsche aus der Elternschaft berücksichtigt werden. In unseren Einrichtungen wird bei allen Veranstaltungen nach diesem Schema verfahren. Auch Sommerfeste etc. werden an Tagen während des normalen Kitabetriebes und ein wenig darüber hinaus durchgeführt. Dies gewährleistet, dass alle Kinder teilnehmen können, auch wenn die Eltern keine Zeit haben. 3.9 Eingewöhnung Die Eingewöhnung der uns anvertrauten Kinder findet in unseren Einrichtungen nach dem Berliner Modell statt. Dabei wird zusätzlich individuell auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern eingegangen. Die Eingewöhnung wird dahingehend angepasst. 16 4 Personal 4.1 Personalausstattung: Qualifikation und Beschäftigungsumfänge Neben einer Alt ersmischung streben wir auch eine Mischung aus den unterschiedlichen Ausbildungsberufen gemäß der Personalvereinbarung nach KiBiz an. Diese Mischung gewährleistet eine Vielschichtigkeit in der Betreuung. So kann auf die Bedürfnisse der Kinder in allen Ebenen eingegangen werden. 4.2 Fortbildung Die Bereitschaft des „lebenslangen Lernens“ ist in unseren Einrichtungen fester Bestandteil des pädagogischen Konzeptes. Somit ist für die eingestellten Mitarbeiter der Wille zur permanenten Weiterentwicklung zwingend erforderlich. Die fortzubildenden Bereiche suchen sich unsere Mitarbeiter selbst aus. Dies resultiert daraus, dass angebotene AGs nicht von Trägerseite vorgeschrieben werden, sondern die Mitarbeiter gemäß Ihrer Talente den Kinder AG -Angebote machen. Diese wechseln je nach Nachfrage der Kinder. So können die Mitarbeiter für die Bedürfnisse der Kinder maßgeschneiderte Angebote machen.
Anlage_7.3_Kinderzentren_Kunterbunt_Rahmenkonzeption_York_Kaserne
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Geltende Fassung für Nordrhein Westfalen
Die vorliegende pädagogische Rahmenkonzeption
dient als Richtlinie für die Arbeit in unseren Kindertagesstätten.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, die päda gogische Rahmenkonzeption immer wieder zu
überprüfen und den Veränderungen anzupassen.
Nürnberg, Dezember 2015
2
Die vorliegende Rahmenkonzeption ist für alle Organe des Trägers gültig und stellt länder -
und bereichsübergreifend verbindliche Handlungsrichtlinien dar.
Verwaltung und Kindertageseinrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt gehören
zusammen.
Als verschiedene Teile einer Organisation nehmen sie unterschiedliche Aufgaben in der
Erfüllung des Betreuungs - und Bildungsauftrags wahr. Die Tätigkeiten von Träger und
Kindertagesstätte greifen dabei ineinander und ergänzen sich gegenseitig.
Alle Kindertagesstätten der Kinderzentren Kunterbunt unterliegen dieser Rahmen -
konzeption. Sie ist auf die Anforderungen der einzelnen Bundesländer abgestimmt.
Länderspezifische Regelungen wurden in den Kapiteln berücksichtigt.
Bei der vorliegenden Konzeptionsschrift handelt es sich um die gelten de Anpassung für das
Bundesland Nordrhein Westfalen.
Männern und Frauen begegnen wir mit gleichberechtigter Wertschätzung.
In dieser Rahmenkonzeption haben wir uns für die Verwendung der weiblichen Form bei
personenbezogenen Hauptwörtern entschieden. Der Verzicht auf eine maskuline Anpassung
ist der besseren Lesbarkeit geschuldet; Männer sind hier natürlich gleichermaßen gemeint.
Ein b esonderer Dank gilt an dieser Stelle den Teilnehmerinnen des Arbeitskreises zur
Konzeptionsentwicklung. Sie haben ihre Begeisterung für Kinder und eine förderliche,
zuversichtliche und fröhliche Pädagogik in die Konzeptionsentwicklung hineingegeben und
mit ihren praxisnahen Hinweisen, kritischen Fragen, fachlichen Anregungen und überlegten
Beiträgen maßgeblich zum Gelingen der Rahmenkonzeption beigetragen.
Herzlichen Dank dafür an Anna-Lena Offen, Elke Peters, Helga Burkon, Ingrid König, Janine
Klink, Klaudia Stein, Nicole Beck und Nina Chaouni.
Beste Grüße,
Björn Czinczoll
3
1 Leitbild und Trägerphilosophie der Kinderzentren Kunterbunt ................................... 5
1.1 Leitbild ............................................................................................................................ 5
1.2 Ethische Grundhaltung ................................................................................................ 6
1.3 Handlungsmaxime im beruflichen Alltag ................................................................. 6
2 Ko-Konstruktion als pädagogisches Handlungsprinzip ................................................. 7
2.1 Ko-Konstruktive Haltung ............................................................................................. 7
2.1.1 Bild vom Kind ........................................................................................................ 7
2.1.2 Partizipation als Merkmal der ko-konstruktiven Haltung .............................. 8
2.1.3 Inklusion als Merkmal einer ko-konstruktiven Haltung ................................... 9
2.1.4 Diversität als Merkmal der ko-konstruktiven Haltung ..................................... 9
2.2 Organisation ko-konstruktiver Bildungsprozesse .................................................... 10
2.2.1 Unser Bildungsverständnis .................................................................................. 10
2.2.2 Methoden der ko-konstruktiven Bildung .......................................................... 11
2.3 Rolle der ko-konstruktiven Erzieherin ....................................................................... 13
3 Unsere Bildungsvision .......................................................................................................... 13
3.1 Bewegungsfreudige, aktive und ausgeglichene Kinder .......................................... 16
3.2 Kommunikations- und medienkompetente Kinder ................................................. 16
3.3 Kreative, künstlerische Kinder .................................................................................... 17
3.4 Lernende, forschende und entdeckende Kinder ....................................................... 18
3.5 Starke, kompetente Kinder ........................................................................................... 19
3.6 Wertorientiert handelnde Kinder ................................................................................ 20
4 Bildungspartnerschaften und Kooperationen ................................................................... 21
4.1 Das Kind als erster Bildungspartner ........................................................................... 21
4.2 Unsere Bildungspartnerschaft mit den Eltern ........................................................... 22
4.2.1 Die Eingewöhnung als Grundlage der Bildungspartnerschaft ....................... 22
4.2.2 Alltägliche Begegnung und Beziehungsgestaltung .......................................... 23
4.2.3 Gruppenübergreifende Zusammenarbeit und elterliche Gremien ................ 23
4.3 Bildungsorte im Sozialraum ........................................................................................ 24
4.3.1 Lernerfahrung an alltäglichen Bildungsorten ................................................... 25
4.3.2 Lernerfahrungen im sozialen Umfeld ................................................................ 26
4.4 Kooperationspartner und Fachdienste ....................................................................... 26
5 Transitionen und Übergänge ............................................................................................... 27
5.1 Eingewöhnung – Transition von der Familie in die Kita ......................................... 30
5.1.1 Bedeutung der Eingewöhnung ............................................................................ 30
5.1.2 Ablauf der Eingewöhnung ................................................................................... 31
5.2 Von der Krippe zum Kindergarten – Wechsel für die großen Kleinen ................. 34
5.3 „…und dann bist Du ein Schulkind!“ – vom Kindergarten zur Grundschule ..... 35
5.3.1 (Schul-)relevante Kompetenzen erwerben ........................................................ 35
4
5.3.2 Informationen zum Schulleben bereitstellen ..................................................... 36
5.3.3 Einen sicheren Hafen bieten ................................................................................ 36
5.4 Sanfte Übergänge im Kita-Alltag gestalten ............................................................... 36
5.5 Übergänge für Erwachsene .......................................................................................... 37
6 Gesundheit und Wohlbefinden ........................................................................................... 38
6.1 Schutzauftrag bei Gefährdung des Kindeswohls ..................................................... 38
6.2 Ernährungskonzept ....................................................................................................... 39
6.3 Hygienekonzept............................................................................................................. 40
6.4 Sicherheitskonzept ........................................................................................................ 40
7 Pädagogische Qualität und Qualitätssicherung ............................................................... 41
7.1 Strukturqualität ............................................................................................................. 41
7.1.1 Gruppengröße ........................................................................................................ 42
7.1.2 Personalausstattung .............................................................................................. 42
7.1.3 Räumlich-materielle Ausstattung ....................................................................... 45
7.1.4 Zeitressourcen ........................................................................................................ 47
7.1.5 Stabilität von Betreuung ....................................................................................... 48
7.1.6 Strukturierung des Betreuungsablaufs............................................................... 49
7.2 Prozessqualität ............................................................................................................... 49
7.2.1 Qualität der Erzieher-Kind-Interaktion .............................................................. 49
7.2.2 Qualität der Peer-Interaktion ............................................................................... 50
7.2.3 Qualität der Erzieher-Erzieher-Interaktion........................................................ 50
7.2.4 Qualität der Erzieher-Eltern-Interaktion ............................................................ 51
7.2.5 Qualität der Träger-Leitungs-Interaktion .......................................................... 52
7.3 Trägerqualität und Sicherungsmaßnahmen .............................................................. 52
7.3.1 Bedarfsermittlung und Angebotsplanung ......................................................... 52
7.3.2 Familienorientierung und Elternbeteiligung ..................................................... 53
7.3.3 Finanzmanagement ............................................................................................... 54
7.3.4 Konzeption und Konzeptionsentwicklung ........................................................ 54
7.3.5 Öffentlichkeitsarbeit .............................................................................................. 55
7.3.6 Organisations- und Dienstleistungsentwicklung ............................................. 56
7.3.7 Personalmanagement ............................................................................................ 57
7.3.8 Qualitätsmanagement ........................................................................................... 60
8 Literaturverzeichnis .............................................................................................................. 61
5
1.1
Qualität und Effizienz durch familiennahe Konzepte
"Dienstleistung kommt von dienen. Die Familie ist die erste und letzte Instanz unseres
gemeinsamen Handelns. Unsere engagierten Mitarbeiter sind unser größtes Kap ital und der
Schlüssel unseres Erfolges!"
Kundenzufriedenheit: Freiheit schaffen – Chancen ermöglichen durch
» Förderung von frühkindlicher Bildung
» zeitlich flexible Betreuungsangebote
» verlängerte, familiengerechte Öffnungszeiten
» innovative Lösungen gemeinsam mit Familien, Kommunen
und Unternehmen
» Kursprogramme für Kinder und Eltern
» deutschlandweit vertreten, da wo wir gebraucht werden
Qualitätsstandards: Qualität ist der Schlüssel unseres Erfolges
» Halbjährliche Überprüfung der Qualität aller Einrichtungen
» Deutschlandweit gültiges Qualitätshandbuch
» Konfessionell und politisch ungebunden
» Ko-konstruktiver Ansatz in der Erziehung
» Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter
Unternehmensentwicklung: Erfolg durch Konsequenz
» Intelligente und innovative Komplettlösungen
» Professionelle und individuelle Betreuung vor Ort durch
qualifiziertes Projektmanagement
» Sorgfältige und schnelle Erledigung von Aufgaben
» Transparente und marktübliche Preise
Mitarbeiter: Unser wichtigstes Kapital
» Festangestellte und hoch qualifizierte Teammitglieder
» Bundesweites Netzwerk an Erfahrung und Wissen
» Kontinuierliche Personalentwicklung durch persönliches
Weiterbildungsbudget und Supervision
» Gewährleistung optimaler Arbeitsbedingungen
» Offene und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre
6
1.2
Wir begegnen allen Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Welt -
anschauung und individuellen Neigungen mit Offenheit und Wertschätzung.
Kindern gilt unsere besondere Beachtung. Wir respektieren sie als individuelle und in jeder
Hinsicht vollwertige Persönlichkeiten und möchten sie in ihrer Entwicklung begleiten und
nach Kräften unterstützen. Wir stehen ein für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.
Jede Familie ist einzigartig. Sie in ihrer besonderen Situation mit unserem flexiblen
Betreuungsangebot und einer Bildungspartnerschaft auf Augenhöhe zu unterstützen ist uns
ein wichtiges Anliegen.
Kooperationspartner und Mitarbeiter verd ienen die Anerkennung ihrer fachlichen Kompe -
tenz und eigenen Erfahrung. Unsere Zusammenarbeit ist von ehrlichem Interesse an der
gegenseitigen Meinung, sachlich geführtem Diskurs auf Augenhöhe und einem auf richtigen
Engagement zu einvernehmlichen Lösungen gekennzeichnet.
Jeder unserer Bildungspartner ist eingeladen, Rückmeldungen über unsere Zusammen arbeit
und die Tätigkeiten von Kindertageseinrichtungen und Träger an uns weiterzugeben (Siehe
Kapitel 4) . Wir reflektieren unser Handeln und Wirken ernst haft und verstehen uns als
lernende Organisation auf dem Weg kontinuierlicher Veränderung und Verbesserung.
Konstruktive Anregungen dazu sind jederzeit herzlich willkommen.
1.3
Unser Verhalten als Bildungspartner, Kollegen, Kooperationspartner und Verantwortliche in
den unterschiedlichsten Aufgaben zeichnet sich durch fachliche Kompetenz und per sönliche
Zugewandtheit aus. Die Individualität des Einzelnen erkennen wir an und achten sie.
Kollegialität, Höflichkeit und Zuverlässigkeit sind selbstverständliche Eigenschaften im
Umgang miteinander. Speziell in der Zusammenarbeit mit den betreuten Kindern spielen
Geduld und Umsicht eine ebenso große Rolle für uns, wie ein achtsamer Blick für die
Bedürfnisse des Anderen und d as ernsthafte Bestreben, diesen bestmöglich gerecht zu
werden.
Jede Art der Ausgrenzung lehnen wir ab. Soweit uns das als gesamte Organisation und als
einzelne Organisationsmitglieder möglich ist, möchten wir zur Chancengleichheit bei tragen
und unseren Teil der sozialen Verantwortung für- und miteinander wahrnehmen.
7
Ko-Konstruktion ist das Gesamtkonzept des pädagogischen Handelns in den Kinder -
tagesstätten der Kinderzentren Kunterbunt. Als solches be zeichnet sie eine pädagogische
Grundhaltung dem Kind und seiner Familie gegenüber, legt ein Rollen verständnis der
Pädagogin dar, begründet ein fachliches Bewusstsein von Bildung und benennt konkrete
Vorgehensweisen und Methoden im pädagogischen Alltag.
Ko-Konstruktion beschreibt eine Kultur des Umgangs und Arbeitens miteinander. Diese
Kultur setzt sich zusammen aus ko -konstruktiven Methoden und inneren Haltungen, die in
den verschiedensten Alltagssituationen erkennbar sind und sich durchziehen.
2.1
Kernstück der ko-konstruktiven Kultur ist die ko-konstruktive innere Haltung.
Sie bezeichnet eine in jeder Hinsicht von Professionalität und menschlicher Wärme geprägte
Einstellung zum jeweiligen Gegenüber. Diese positive Grundeinstellung ist der Schlüssel zur
gelungenen Interaktion und macht ko-konstruktive Methoden erst möglich.
Sie bedingt auch das aufmerksame Interesse, das die Betreuungsperson den Kindern in der
Einrichtung und deren Familien entgegenbringt. Das Interesse zeigt sich a n erster Stelle an
einer kontinuierlichen Beobachtung des Kindes. Außerdem spiegelt es sich im freundlichen
Angebot der Erzieherin, das Kind in als Mensch und Persönlichkeit, seine Lebenssituation
und seine familiären Hintergründe näher kennenzulernen und zu würdigen.
Die im Voraus beschriebene innere Haltung ist eng mit dem Bild vom Kind verbunden.
Beides zusammen – also die innere Einstellung dem Kind gegenüber und das Bild der
Pädagogin über das Kind selbst – bestimmen welchen Platz das Kind im pädagogischen
Alltag einnehmen kann. In den Einrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt steht das Kind
im Mittelpunkt. Vom Kind aus startet alles Ü berlegen, Planen und Handeln der Pädagogin ,
denn:
Jedes Kind ist etwas ganz Besonderes. Es bringt eine Zusammensetzung von Interessen,
Fähigkeiten, Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen mit, die kein zweites
Mal auf der Welt in dieser Form vorhanden ist. Wir erleben das Kind so wie es ist als Be -
reicherung und heißen es bei uns herzlich willkommen.
Jedes Kind ist ein Mensch von unschätzbarem Wert. Wir achten das Kind als vollwertiges
Gegenüber. In Alltagssituationen, im Gespräch und in der Gestaltung der Kindertagesstätte
begegnen wir ihm mit vollem Respekt und ehrlicher Wertschätzung.
Mit einem großen Maß an Neugier und Wissendurst ausgestattet stürzen sich Kinder in eine
komplexe Welt. Ihre individuellen Kompetenzen und das eigene Entwicklungs potenzial
bringen sie schon von Geburt an mit.
Kinder sind selbst aktiv. Eingebunden in ein Bez iehungsgeflecht mit ihren Mitmenschen
gestalten sie kreativ ihren ureigensten Bildungs - und Lernweg. Neue Erfahrungen führen
dabei zu neuen Handlungsmöglichkeiten, so dass das Kind sein Verhaltensrepertoire
kontinuierlich erweitert (siehe Kapitel 4.3). Ein Kind kennt seine Bedürfnisse in diesem
8
Prozess sehr gut; es folgt seinem eigenen Rhythmus und bestimmt die individuell richtige
Dynamik. Wenn es Hilfe oder Unterstützung benötigt, kann es diese auf unterschiedlichste
Art und Weise einfordern.
Noch viel st ärker als Erwachsene das tun, erleben Kinder sich als ganzheitliche Wesen.
Wissen, Denken und Lernen sind untrennbar verknüpft mit Erleben, Wahrnehmen und
Fühlen – alle Bereiche menschlichen Seins sind unmittelbar miteinander verbunden (Textor,
2010). Wir begegnen jedem Kind in dieser hochkomplexen Wirklichkeit mit Anerkennung,
umfassender Begleitung und Verständnis. Es erfährt die emotionale Stabilität und Sicherheit,
die es braucht um sich auf seine Umgebung einzulassen und Neues zu entdecken.
Ein in jeder Hinsicht kompetentes und ernstzunehmendes Kind hat das Recht darauf sich
aktiv zu beteiligen. Die Kinder sind deshalb ebenfalls, d.h. in ko -konstruktiver Zusammen-
arbeit mit der Gruppe und dem pädagogischen Personal, Entscheidungsträger im Kita -
Alltag.
Unter Partizipation verstehen wir die Teilhabe von Personen an Entscheidungsprozessen
und Handlungsabläufen. Für das Heranwachsen zu einer selbständigen Persönlichkeit i st es
wichtig, Standpunkte beziehen zu können und in seinen Entscheidungen ernst ge nommen
zu werden.
Die Kita bietet vielfältige Mitsprache - und Mitwirkungsmöglichkeiten. Bei im Alltag
anfallenden Entscheidungsprozessen wie z. B. bei der Wahl des Spielbe reichs oder Spiel -
partners können die Kinder ihre Wünsche einbringen. Das Kind entscheidet selbst, wann es
welchen Bedürfnissen nachkommen möchte. Neben diesen alltäglich ablaufenden kleinen
Entscheidungsprozessen sind auch gruppenbetreffende Entscheidunge n wie die
Raumgestaltung, die Planung von Projekten und Feierlichkeiten oder wichtige Regeln für
den Gruppenalltag wesentlicher Bestandteil der partizipativen Entscheidungsprozesse.
Zusätzlich zu ihrem Recht zur Mitbestimmung in Entscheidungen müssen Kind er auch ein
Recht zur Beschwerde über bereits gefällte Entscheidungen und Vorgehensweisen haben.
Die kritischen Rückmeldungen der Kinder werden genauso ernsthaft aufgenommen und
behandelt wie ihr positives Feedback oder auch die Beschwerden von Erwachsenen.
Jedes Kind ist in der Lage dazu Unmut und Unzufriedenheit zu äußern. Je älter die Kinder
werden, desto mehr nimmt die sprachliche Beschwerdeführu ng Raum ein. Die Kinder
können ihre Anliegen eigenständig durch aktives Handeln lösen oder sich Unterstützun g
holen, indem sie das Angebot von vertraulichen Einzelgesprächen mit den Erziehern
wahrnehmen.
Aufgabe der pädagogischen Fachkraft ist es, jede Beschwerde aufzunehmen und sorgsam
auf sie einzugehen. Die Pädagoginnen haben ein offenes Ohr für die persönl ichen Belange
jedes Kindes. Sie achten sensibel auf verbale und nonverbale Beschwerdeäußerungen des
Kindes und signalisieren ihm ein grundsätzliches Interesse an seinen positiven wie
negativen persönlichen Erlebnissen.
9
Inklusion bezieht sich auf alle Kinder. Sie macht Kinder in der Zugehörigkeit zum Ganzen
stark, unabhängig davon ob sie geistig und körperlich gesund oder von einer Behinderung
bedroht oder betroffen sind.
Die Verschiedenheit der Mensch en in ihrem Charakter, aber auch ihren geistig -mentalen
oder körperlichen Fähigkeiten ist dabei ganz normal. Wir wissen, dass Andersartigkeit zu
unserem Leben gehört und einfach vorhanden ist. Darüber wollen wir nicht hinweg gehen,
sondern gemeinsam einen R ahmen schaffen, in dem die Unterschiedlichkeit zur Be reiche-
rung und Ergänzung wird. An der Bereitstellung dieses Rahmens – in Bezug auf räumliche,
materielle, personelle, soziale oder sonstige Gegebenheiten – wirken alle Beteiligten mit.
Im Interesse de r Kinder, des Betreuungspersonals, der Familien und der ganzen Kinder -
tagesstätte findet eine sorgfältige Einschätzung des individuellen Bedarfs der Einzelperson
und der Leistungsfähigkeit der Einrichtung (räumlich, materiell und personell) statt.
Besondere Bedürfnisse werden thematisiert und mit einer positiven Grundhaltung beant -
wortet, die ehrlich daran interessiert ist dem Anderen – in der akuten Situation und auf
lange Sicht – Gutes zu tun.
Tragfähig kann die erarbeitete Lösung nur dann sein, wenn sie in einem offenen, auf
gegenseitigem Verständnis bedachten und um die eigenen Leistungsgrenzen wissenden
Prozess konstruiert wurde. Der individuellen Einschätzung der Situation räumen wir
deshalb einen hohen Stellenwert ein und unterstreichen ihre Berechti gung in der inklusiven
Arbeit unserer Kindertagesstätten.
In unseren Kindertagesstätten spiegelt sich die Pluralität und Diversität unserer Gesellschaft
wieder. Hier kommen Menschen unterschiedlichster familiärer und kultureller Hintergründe
mit ganz verschiedenen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten zu sammen, um
gemeinsam den Alltag zu gestalten und zu erleben. Dieser Vielfalt begegnen wir mit einer
großen Offenheit.
In unseren Einrichtungen möch ten wir von Vielfalt und Teilhabe geprägte Lebensräume
schaffen, die vor allem die Einzigartigkeit ihrer unterschiedlichen Mitglieder wiederspiegelt.
Große und Kleine , Neue und Altbekannte, Mädchen und Jungen, Frauen und Männer,
Menschen unterschiedlichs ter Herkunft, Religion und Alters bringen ihre Ideen in die
Einrichtung mit und finden dort Gelegenheit um diese in die Gestaltung einzubringen. Wir
nehmen insbesondere jedes Kind in seinem Erleben und seinen individuellen Interessen
ernst und schenken ihm Beachtung.
Im Sinne einer gemeinsam getragenen Identität pflegen wir einen bewussten Umgang mit
Grenzen. Denn: bei aller Vielfalt ist nicht alles immer möglich. Es gilt hier gemeinsam Regeln
für das Zusammenleben aufzustellen, für die Gruppe und den Allt ag Handlungs - und
Entscheidungsspielräume zu vereinbaren und bei Differenzen gemeinsam neue
Handlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze zu entwickeln.
Das geschieht stets in einem dialogischen Prozess zwischen allen Beteiligten, die gemein sam
Handlungsspielräume erkunden und über weitere Konsequenzen von Verhalten und
Entscheidungen reflektieren. Ziel ist es, Ideen zu entwickeln die für alle eine annehmbare
und umsetzbare Lösung darstellen.
10
Dafür ist es notwendig, ein gegenseitiges Verständnis zu entwickel n. Kinder lernen, sich in
ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Sie sind eingeladen das Verhalten von anderen Kindern
und Erwachsenen zu hinterfragen und erhalten Erklärungen dafür. Fachkräfte nehmen
ihrerseits die Perspektive des Kindes ein und erarbeiten sich sowohl persönliche, als auch
fachtheoretische und fachpraktische Hintergrundkenntnisse. Auf Basis dieses Wissens, aus
der dem Kind zugewandten, positiven Grundhaltung heraus und eingebunden in die
diversen Bildungspartnerschaften erarbeiten sie professionelle Handlungskonzepte.
2.2
Das Bild vom Kind und das Verständnis darüber wie Bildung passiert, bestimmen
weitestgehend die Umsetzung der pädagogischen Bildungsarbeit in der Einrichtung.
Ko-Konstruktiv gestalte te Bildungsprozesse setzen bei den Bedürfnissen, Interessen und
Stärken des Kindes an. Sie greifen lebenspraktische Erfahrungen und Herausforderungen
auf und werden durch Bildungsimpulse bereichert.
Aufgabe der ko -konstruktiven Erzieherin ist es in jeder alltäglichen Situation Bildungs -
impulse zu setzen und dadurch angemessene Bildungserfahrungen für Kinder zu
unterstützen. Das geschieht in einem Zusammenspiel der Ideen, Interessen und Forschungs-
fragen der Kinder und der Anregungen durch die Erzieherin, die die Themen der Kinder
sensibel erfasst und angemessen aufgreift.
Bildung ist die Auseinandersetzung mit der Welt in allen L ebensbereichen (siehe auch
Kapitel 3), die einen Menschen umgeben. Sie beginnt mit der Geburt und v erläuft lebens-
lang. Dabei hat Bildung in jeder Lebensphase eine ganz eigene Qualität und ist eng
verbunden mit den Fähigkeiten, relevanten Lebenserfahrungen und Herausforderungen
dieses Abschnittes.
Bildung in der frühen Kindheit
Frühkindliche Bildung u nterscheidet sich damit in mehrerlei Hinsicht fundamental von
schulischem Lernen im klassischen Sinn oder der Art, wie ein Erwachsener sich mit seiner
Umgebung auseinandersetzt und bildet. Sie findet in den ersten Lebenswochen, -monaten
und -jahren eines K indes statt – einem Zeitraum, der eine ungeheure Dynamik beinhaltet.
Das Kind wächst und entwickelt sich verhältnismäßig schnell. Ein derartiger, exponen tieller
Zuwachs an persönlichen Kompetenzen, technischen Fertigkeiten und unter schiedlichstem
Fachwissen passiert zu keiner anderen Zeit im Leben eines Menschen. Er fahrungen die das
Kind macht, sind – verglichen mit Bildungserlebnissen in höherem Alter – ungleich stärker
prägend und bedeutsam für sein weiteres Leben (Singer, 2001).
Kindliche Wahrnehmung und Spieltätigkeit
Kleinkinder erschließen sie sich ihre Welt über eine ganzheitliche Wahrnehmung, das heißt
unter Beteiligung aller Sinne im Erforschen ihrer Welt und der Erarbeitung von
Erklärungsansätzen. Unmittelbar mi t der sinnlichen Wahrnehmung verknüpft ist die
Gefühlswelt und die emotional -seelische Befindlichkeit des Kindes. Eine ausgewogene
11
Grundstimmung und das Gefühl von Wohlbefinden und Geborgenheit stellen deshalb die
Voraussetzung für eine mutige Auseinandersetzung mit der Umgebung dar.
Diese Auseinandersetzung passiert vorrangig über die Spieltätigkeit des Kindes. Spielen ist
ureigene Ausdrucksform und zentrales Mittel kindlicher Weltaneignung. Es ist damit zu -
gleich Methode und Medium zur Bildung. Als solc hes kommt ihm fundamentale Bedeutung
im (Kita -)Alltag des Kindes zu und wird von Seiten der Erwachsenen in seinem
Bildungswert anerkannt. Die Kindertagesstätte stellt einerseits vielfältige und anregende
Spielmöglichkeiten zur Verfügung; andererseits bietet sie auch Freiraum für die Entwicklung
eigener Spielideen und -materialien durch die Kinder.
Selbstbildung des Kindes
Das Kind steht von Anfang an in seiner vollumfänglich vorhandenen Kompetenz und mit
dem in ihm angelegten Entwicklungspotenzial im Mi ttelpunkt. Wenn daher von
Selbstbildung die Rede ist, ist vor allem die eigenaktive, durch Entdeckergeist voran -
getriebene und von Entwicklungsfortschritten begleitete Auseinandersetzung des Kindes
mit seiner Umgebung gemeint. Gleichzeitig bezieht sich der Begriff genauso auf die Aus -
bildung eines „Selbst“ im Kind. Jemand sein, sich kennen, wissen was man mag und kann,
wissen wer man ist – die Grundlage für Antworten auf diese Fragen wird in frühester Kind -
heit gelegt.
So unterschiedlich wie die Kinder sel bst sind auch ihre Lernprozesse. Kein Mensch nimmt
gleich wahr und lernt in der gleichen Art und Weise wie irgendein anderer. Das verlangt
eine durchgängige Orientierung der pädagogischen Arbeit am einzelnen Kind mit seinen
Bedürfnissen, Fähigkeiten und In teressen, seiner Lerndynamik und seinem Unter stützungs-
bedarf.
Bildung in der Interaktion – Ko-Konstruktion von Bedeutung
Diese kindzentrierte Ausrichtung der pädagogischen Arbeit geschieht in einem sozialen
Beziehungsgeflecht (siehe Kapitel 4.1). Erste und wichtigste Bezugspersonen sind dabei stets
die Familienmitglieder des Kindes; die Fachkräfte der Kindertagesstätte können bereits an
zweiter Stelle stehen und auf der Grundlage einer sozial -emotional vertrauens vollen
Bindung Bildungsprozesse begleiten.
Bei aller kindlichen Bildungsautonomie kommt der Umwelt deshalb eine hohe Relevanz in
der Gestaltung dieser Bildungsprozesse zu. Die Kindertagesstätte erfüllt ihren Auftrag als
Bildungseinrichtung durch das Bereit - und Darstellen einer bildungsförderl ichen Umwelt.
Konkret bedeutet das – neben einer geeigneten räumlich -materiellen Ausstattung oder
gezielten pädagogischen Angeboten zu bestimmten Themen – an erster Stelle das Vor -
handensein einer sozialen Gemeinschaft. Hier setzt sich das Kind in Beziehu ng zu Anderen
und erschließt gemeinsam mit ihnen Sinnhaftigkeit und Bedeutung. Das Kind lernt.
Die Fachkraft moderiert diesen Prozess durch eine dialogische und diskursive Begleitung
der Kindergruppe und des Einzelnen. Sie ist mit allen Kindern im Austaus ch und in einem
persönlichen und aufmerksamen Kontakt.
Ko-Konstruktive Bildung verläuft in anhaltender Interaktion zwischen den am Bildungs -
prozess Beteiligten.
12
Um Bildungsbedarf und -interesse der Kinder richtig e inzuschätzen und adäquat zu rea -
gieren, gehen die Pädagogen zirkulär vor. Sie beobachten, greifen die Themen der Kinder
auf, setzen ihrerseits Bildungsimpulse und beobachten wieder, wie die Gruppe und der
Einzelne damit umgehen.
Regelmäßiges gezieltes Wah rnehmen und Beobachten der einzelnen Kinder und der
Gesamtgruppe bildet folglich die Grundlage für jegliche Überlegungen der Pädagoginnen. In
der strukturierten Beobachtung erhalten sie wichtige Informationen über Entwicklungs -
stand, Interesse, aktuelle Th emen und Bedürfnisse der Kinder, an die sich die pädagogische
Planung anschließt. Hier wird der Handlungsbedarf identifiziert, geeignete weitere Schritte
überlegt und Bildungsimpulse erarbeitet.
In der Umsetzung dieser Planungen und Gedanken ist das einze lne Kind und die
Gesamtgruppe aktiv beteiligt. Anstelle der „Teilnahme“ an pädagogischen Angeboten tritt
die „Teilhabe“ und Mitgestaltung in gemeinsamen Projekten.
Es schließt sich wiederum eine Beobachtungs - und Reflexionsphase an, in der die Päda go-
ginnen auswerten wie die Reaktion der Kinder auf den Impuls war. Sie bilden Hypothesen
um diese Reaktion zu verstehen und reflektieren das Geschehen im Hinblick auf
» das erzieherische Interaktionsverhalten
» die geschaffenen Bildungsanreize
» den Diskussionsverlauf
» die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse und
» die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder.
Außerdem werten sie aus, wie sich das aufgegriffene Thema dynamisch weiterentwickelt hat
und was mit dem gesetzten Bildungsimpuls passiert ist.
Die Reflexionsphase bildet dabei den Übergang in einen neuen Kreislauf des Beobachten s,
Handelns und Reflektieren s. Schlussfolgerungen die gezogen wurden, fließen in die neue
Beobachtung ein.
Die ko -konstruktive Bildungsarbeit wird der Gesamtgruppe und dem einzelnen K ind in
seinem Interesse, Potenzial und Bedarf gerecht. Besonders geeignet ist hierfür die
Projektarbeit, die ein Thema mit der ganzen Gruppe behandelt und gleichzeitig unzählige
Möglichkeiten sowie Raum für Einzel - und Kleingruppenarbeit bietet. So können die
Interessen und Bedürfnisse individuell abgebildet werden und innerhalb eines Themen -
komplexes alle Bildungsbereiche abgedeckt werden.
Ko-Konstruktion und insbesondere Projektarbeit umschließt auch eine alters - und
gruppenübergreifende Komponente. So ist die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen und
Altersbereiche der Kita sinnvoll, um verschiedene Interessen und Bedarfe abzubilden. Sie
dient den Kindern zur Erweiterung der Erfahrungsräume und des Lernhorizonts,
insbesondere in der Interaktion mit einem breiteren Spektrum an Kindern verschiedener
Altersstufen.
Für das pädagogische Personal ist die ko -konstruktive, gruppenübergreifende Zusammen -
arbeit kräftesparend, weil viel Hand in Hand gearbeitet werden kann. Viel wesentlicher ist
jedoch die gegenseit ige Inspiration und der kollegiale Austausch, die in einer gut
strukturierten Zusammenarbeit zur ständigen Qualitätsverbesserung der eigenen Arbeit
beitragen.
13
2.3
Die pädagogische Fachkraft nimmt eine Moderatorenfunktio n in der ko -konstruktiven
Kindertagesstätte ein. Sie begleitet den Bildungsprozess durch gezielte und kontinuierliche
Beobachtung, die sie anhand ihrer fachtheoretischen Kenntnisse und Erfahrungen einschätzt.
Sie erhebt das Interesse, die Kompetenzen und Fähigkeiten einzelner Kinder und der
Kindergruppe und ermittelt Unterstützungsbedarfe.
Auf dieser Grundlage plant und setzt sie Bildungsimpulse für den pädagogischen Alltag,
die sie achtsam, situations - und kindgerecht einbringt. Gleichzeitig steht sie a ls Ansprech-
partnerin und Gegenüber für die Kinder bereit, geht auf sie ein und greift deren Anliegen
auf. Der Dialog auf Augenhöhe und ein ernsthaftes Interesse an der Mitteilung des Kindes
sind dabei Ausdruck ihrer wertschätzenden Haltung.
So begleitet die pädagogische Fachkraft die Gruppe und moderiert mit dem ausgewogenen
Maß an Initiativen der Kinder und Bildungsimpulsen von Seiten der Pädagogen den Kita-
Alltag (siehe Kapitel 7.2).
Regelmäßige gezielte, aber auch kontinuierlich parallel stattfindende spontane Reflexion und
Auswertung der Ereignisse im Gruppenalltag geben Aufschluss über die Lernerfolge der
Kinder, die Weiterentwicklung des Themas bzw. des thematischen Interesse s der Kinder.
Daraus entstehen neue Anhaltspunkte für geeignete Bildungsimpu lse und notwendige
Unterstützungsangebote.
Ein Kind ist Forscher und Entdecker seiner Welt. Es ist ko -konstruktiver Akteur in seinen
eigenen Bildungsprozessen und in dieser Kompetenz vollumfänglich anzuerkennen. An
dieses Bild vom Kind schließen wir mit unserer Bildungsvision an (siehe Kapitel 2).
Der gemeinsame Bildungsauftrag von Familie und Kindertagesstätte besteht darin, jedes
Kind in der Entfaltung seiner Kompetenzen zu bestärken und auf eine höchst komplexe und
wandlungsintensive Lebenswelt vorzubereiten. Erstes Anliegen der Bildungs partnerschaft
mit Kind und Eltern ist es daher stets, das Kind unter Einbezug aller Be teiligten in sei nem
individuellen Bildungsprozess wahrzunehmen, zu begleiten und zu unterstützen.
Mädchen und Jungen, die in einer Einrichtung der Kinderzentren Kunterbunt betreut
werden, erleben sich in der Interaktion als kompetent und stark in den verschiedensten
Bereichen menschlichen Handelns und Erlebens. Sie sind selbstverantwortliche, mitge stal-
tende und teilhabende Menschen und bauen diese Kompetenzen während ihrer Kita -Zeit
aus. In einer sich kontinuierlich verändernden Gesellschaft finden sie sich mit An passungs-
fähigkeit und Widerstandskraft zurecht. Herausforderungen begegnen sie mit den er wor-
benen Fähigkeiten und Kompetenzen, um so neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.
Jedes Kind erfährt sich als wertvollen, gewollten und wichtigen Menschen. Es wird in seiner
Individualität geschätzt und bringt seinerseits Anderen Respekt und Anerkennung für deren
Einzigartigkeit entgegen.
Unsere Bildungsziele für jedes Kind stellen sich in den folgenden Unterkapiteln dar und
werden in den länderspezifisch definierten Bildungsbereichen umgesetzt. Dabei ist zu
beachten, dass alle Kompetenzen in jedem Bildu ngsbereich bedeutsam sind und die
Reihenfolge der Aufzählung keine Wertigkeit der benannten, rundum wichtigen und
wertvollen Kompetenzen ausdrücken soll.
14
Kreative, künstlerische
Kinder
Kommunikations- und
medienkompetente Kinder
Starke, kompetente
Kinder
Baden-Württemberg Denken Sprache Körper
Bayern Künstlerisch aktive Kinder Sprach- und
medienkompetente Kinder
Personale Kompetenzen
Kompetenzen zum Handeln
im sozialen Kontext
Lernmethodische Kompetenz
Kompetenter Umgang mit
Veränderung und
Belastungen
Hamburg Bildnerisches Gestalten Kommunikation: Sprachen,
Schriftkultur und Medien
Soziale und kulturelle
Umwelt
Musik
Hessen Kreative, fantasievolle und
künstlerische Kinder
Kommunikationsfreudige
und medienkompetente
Kinder
Starke Kinder
Mecklenburg-
Vorpommern
Musik, Ästhetik und
bildnerisches Gestalten
Kommunikation, Sprechen
und Sprache
Nordrhein-Westfalen Musisch - ästhetische
Bildung
Sprache und
Kommunikation
Soziale, kulturelle und
interkulturelle Bildung
Medien
Rheinland-Pfalz Gestalterischer-kreativer
Bereich
Sprache Lernmethodische Kompetenz
Musikalischer Bereich Medien Gestaltung von Gemeinschaft
und Beziehungen
Theater, Mimik, Tanz
künstlerische
Ausdrucksformen
Thüringen Musikalische Bildung Sprachliche und
schriftsprachliche Bildung
Künstlerisch gestaltende
Bildung
15
Lernende, forschende
und entdeckende Kinder
Wertorientiert handelnde und
partizipierende Kinder
Bewegungsfreudige,
aktive und ausgeglichene
Kinder
Denken Gefühl und Mitgefühl Körper
Sinn, Werte, Religion Sinne
Fragende und forschende
Kinder
Werteorientiert und
verantwortungsvoll handelnde
Kinder
Natur - Umwelt - Technik Soziale und kulturelle Umwelt Körper, Bewegung und
Gesundheit
Mathematik
Lernende, forschende und
entdeckungsfreudige Kinder
Verantwortungsvoll und
werteorientiert handelnde
Kinder
Starke Kinder
Elementares mathematisches
Denken
(Inter)kulturelle und soziale
Grunderfahrung;
Welterkundung und
naturwissenschaftliche
Grunderfahrungen
Bewegung
(Inter)kulturelle und soziale
Grunderfahrung;
Welterkundung und
naturwissenschaftliche
Grunderfahrungen
Mathematisch-
naturwissenschaftliche und
technische Bildung
Soziale, kulturelle und
interkulturelle Bildung
Bewegung
Ökologische Bildung Religion und Ethik Körper, Gesundheit,
Ernährung
Wahrnehmung Gestaltung von Gemeinschaft
und Beziehungen
Körper - Gesundheit -
Sexualität
Mathematik -
Naturwissenschaft - Technik
Interkulturelles und
interreligiöses Lernen
Bewegung
Naturerfahrung - Ökologie Wahrnehmung
Naturwissenschaftliche und
technische Bildung
Soziokulturelle, moralische und
religiöse Bildung
Motorische und
gesundheitliche Bildung
Mathematische Bildung
16
3.1
Bewegung ist ein Grundbedürfnis aller Kinder. Es ist ihre erste Form der Weltaneignung, ihr erstes
Medium zur Mitteilung, Ausdruck ihrer inneren Bedürfnisse und eng verknüpft mit Wahrnehmen,
Lernen und Entwicklung. In der Bewegung werden alle Sinneswahrnehmungen zusammengeführt
und koordiniert. Die Aktivität aller sieben Sinnesorgane ist Grundlage einer ganzheitlichen Bildung
des Kindes.
Bewegungsfreudige Kinder erfahren Spaß im Ausleben dieses natürlichen Beweg ungsdrangs. Sie
nutzen ihren ganzen Körper um sich fröhlich zu verausgaben und probieren die unterschiedlichsten
Bewegungsformen aus. Dabei trainieren sie nicht nur Koordination, Fein - und Grobmotorik,
Tiefenwahrnehmung und Gleichgewicht. Auch alle anderen Kompetenzen werden in das aktive
Spiel einbezogen. So wird der Bewegungsmoment sprachlich begleitet und mit Sozialverhalten
verknüpft. Es werden physikalische Erfahrungen gesammelt, 3 -Dimensionalität erlebt und logisch -
mathematische Zusammenhänge erfasst . Die Phantasie ist in besonderem Maß angeregt und es
entstehen abenteuerliche Gedankenkulissen, vor denen die kindliche Spieltätigkeit verläuft. In der
Bewegung fühlen die Kinder sich glücklich.
Aktive Kinder suchen nach Gelegenheiten sich auszutesten und Neues zu wagen. Sie sind laut, weil
sie begeistert in Spiel und Bewegung vertieft sind. Aktive Kinder machen sich selbst auf den Weg,
Bewegungstätigkeiten zu initiieren und nutzen sich bietende Möglichkeit gerne dazu. Sie haben
viele Ideen, was man wie u nternehmen könnte und probieren diese gerne aus. Dafür brauchen sie
Bewegungsanreize im Alltag, anstelle von statischen Situationen viele Gelegenheiten und Aufforde-
rungen zur Bewegung, ganzheitliche Erfahrungen und bewegungsfreudige Vorbilder.
Aktive Kinder können sich gut einschätzen und wissen, was sie sich zutrauen können. Mit Hilfe
von Gleichaltrigen oder Erwachsenen wagen sie es aber auch Herausforderungen anzunehmen und
an ihnen zu wachsen. Diese Kinder fühlen sich gesund und vital.
Bewegte, aktiv e Kinder können sich gut austarieren und haben ein ausgewogenes Verhältnis an
Kraft und Sanftheit, Bewegung und Ruhe, Anspannung und Entspannung, Geschwindigkeit und
Entschleunigung. Sie können Gas geben, aber es auch aushalten, wenn Ruhe und Entspannung an
der Reihe sind. Ausgeglichene Kinder befinden sich mit ihrem Körper im Gleichgewicht.
3.2
Ab dem ersten Lebenstag verfügen Säuglinge über vielfältige Kommunikationsformen. Zusammen
mit Mimik und Gestik sind zun ächst impulsiv gebildete Laute die Art und Weise, wie Säuglinge
und Kleinstkinder sich ihrer Umwelt mitteilen. Die sprachliche Mitteilungsfähigkeit erfolgt erst
innerhalb der ersten Lebensjahre und wird kontinuierlich ausgebaut. Sie löst alle anderen
Ausdrucksformen nie vollständig ab und wird lebenslang durch nonverbale
Kommunikationsformen unterstützt, um eine differenzierte und authentische Mitteilung zwischen
Menschen zu ermöglichen.
Kommunikationskompetente Kinder haben vielfältige Möglichkeiten der I nteraktion für sich
erschlossen und verwenden sie aktiv in ihrem Lebensalltag. Sie teilen sich mit und lassen auf diese
Art und Weise die Personen ihres Umfelds an ihrem inneren Erleben, Empfinden und Bewerten
teilhaben. Diese Kinder erleben, dass ihre Mit teilung wahr - und ernstgenommen wird und sie
damit etwas bewirken können. Deshalb haben sie Spaß am Ausdruck und gehen kreativ damit um.
17
Medienkompetenz umfasst einen Teilbereich menschlicher Kommunikationskompetenz. Ein
medienkompetentes Kind weiß, dass es über Medien Informationen gewinnen kann und nutzt diese
Form der Informationsübermittlung für sich.
Der Begriff „Medien“ meint hier die verschiedensten neuen und alten, technischen und nicht -
technischen Mittel der Informationsweitergabe. Dazu können gewöhnliche Unterhaltungen und
Erzählungen, Stift und Papier, Zeitungsartikel, Computer, Internet und Filmmaterial genauso
gehören wie (Bilder -)Bücher, Tonträger oder auch darstellende Kunst (z.B. Ausdrucksmalerei,
Theater, Musik).
Ein medienkompetentes Ki nd kann mit Hilfe von Medien Wissen sammeln und das angeeignete
Wissen mit seinen Erlebnissen und Erfahrungen in Verbindung bringen. Aus der Verbindung von
eigenem Erleben und medienvermitteltem Wissen kann es Rückschlüsse über Realität und Trick -
darstellungen ziehen und zwischen beidem unterscheiden. Diese Erkenntnis hilft ihm, Medien -
informationen kritisch zu bewerten.
Gleichzeitig ist es in der Lage, die Medien selbst als Ausdrucks - und Mitteilungsform zu erkennen
und altersentsprechend zu verwenden. Das Kind tauscht sich mit seiner Umwelt darüber aus,
welche Lernerfahrung es mit Medien gemacht hat. Dieser Austausch kann auch mit Hilfe von
Medien geschehen.
Medienkompetenz umfasst daher die Verwendung von diversen Medien zur Informations gewin-
nung und Informationsweitergabe.
Um einen kompetenten Umgang mit Medien erlernen und ihre Kommunikationskompetenz in
diesem Bereich erweitern zu können, finden Kinder in der Kindertagesstätte kompetente Vorbilder
vor. Klare Regeln und Grenzen in der Mediennut zung, sowie geeignete und entwicklungsgerechte
Medien helfen dabei, diese Mitteilungsform zu erkunden und sich die sinnvolle Verwendung damit
anzueignen. Den Kindern steht dafür ausreichende, aber begrenzte Zeit zur Verfügung. Gleichzeitig
entdecken sie vi elfältige Angebote, die zum eigenen Erleben, Forschen, Entdecken und Aktiv -Sein
anregen.
3.3
Kreativität ist eine einzigartige Fähigkeit des Menschen. Sie ist der Antrieb seiner Problemlösung
und die Inspiration über sich hinauszuwachsen. Der Mensch kann sich dank seiner Kreativität nicht
nur künstlerisch auszudrücken, sondern hat auch die Fähigkeit schöpferisch tätig zu werden und
durch Kombination und Innovation Neues zu erschaffen. Kinder verfügen bereits ab dem
Säuglingsalter über Kreativität und eine individuelle Wahrnehmung und Deutung ihrer Umwelt.
Ein kreatives Kind hat eine lebhafte Fantasie, die sich aus Vorerfahrungen und eigenen
Überlegungen speist. Es drückt sich in seinem Tun aus und kann darin versinken. In der A ktivität
greift es spontane Impulse auf und en twickelt Ideen weiter. Das Kind traut sich, Neues
auszuprobieren. Dabei gebraucht es Material in der bekannten und auf andere, neue Art und Weise.
Im kreativen, schöp ferischen und künstlerischen Tun erfährt es sich kompetent und ist stolz auf
sich.
In der Kindertagesstätte finden die Jungen und Mädchen vielfältige bekannte und ungewöhnliche
Materialen, die in ihrer Funktion nicht abschließend definiert sind und abgewandelt werden
können. Sie haben den Raum, d ie Zeit und die Freiheit, damit zu experimentieren. Dazu gehören
auch Erwachsene, die Individualität zulassen und fördern, die eine gewisse Unordnung aushalten
und Ausprobieren zulassen können. Das Schönheitsideal „Perfektion durch Gleichförmigkeit“ muss
18
einer kreativen Individualität, einem künstlerischen Ausdruck und einem individuellen kindlichen
Empfinden für Schönheit weichen.
Erwachsene haben in der Begleitung kreativ -künstlerischer Prozesse den Auftrag Fantasie an -
regende, vielfältige Informationen zu liefern. Das kann durch die Heranführung an neue
Materialien und Techniken genauso geschehen, wie durch vertiefende Fragen und vor allem
ehrliches Interesse am Lösungsansatz des Kindes. Darin zeigt die Betreuungsperson Achtung und
Respekt vor der Indivi dualität, der Weltsicht und den Ideen des Kindes und stärkt durch die
Wertschätzung der kindlichen Kreativitätsleistung sein Selbstbewusstsein.
Wertschätzender Umgang mit kindlicher Kreativität zeigt sich unter anderem in differenziertem
Feedback zu den W erken und Lösungen der Kinder und ehrlichem Interesse für das Erschaffene
und den Schöpfungsprozess. Die Aussage „Das hast du schön gemacht.“ reicht deshalb bei Weitem
nicht mehr aus. Größere Bedeutung hat stattdessen das aufrichtige Staunen des Erwachsene n, aus
dem interessierte Fragen an das Kind gerichtet werden und es in seinem Stolz bestärken.
3.4
Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie tragen einen unersättlichen Wissensdurst in sich und
zeigen großes Interesse an ihrer Umwelt.
Forschende Kinder begegnen unbekannten Phänomenen mit Offenheit und wagen die Aus -
einandersetzung damit. Sie hinterfragen, experimentieren, probieren aus und spielen kreativ mit
den unter schiedlichsten Verwendungs - und Deutungsmöglichkeiten. Kinder stellen in einer
lernenden Gemeinschaft gemeinsam Hypothesen auf und inspirieren sich gegenseitig zu neuen
Verknüpfungen.
Kindliches Forschen ist ganzheitlich. Das bedeutet, dass Beobachtungen aus allen geistes -, sozial-
und naturwissenschaftlichen Disziplinen zum Gegenstand der Untersuchung werden können:
Kinder beschäftigen sich philosophisch mit großen Themen des Menschseins – von der Herkunft
der Welt und der Bedeutung des Lebens über den Wert von Freundschaft und die Notwendigkeit
von Regeln bis hin zu Fragen nach dem Jenseits. Sie arbeiten naturwissenschaftlich an
physikalischen und chemischen Phänomenen, die sie in ihrem Alltagsleben beobachten. Biologie
und Astronomie begegnen den Kindern in der belebten und unbelebten Natur und bringen die
jungen Forscher mit ihrer Vielfalt, Komplexität und unermesslichen Weite immer wieder ins
Staunen und Fragen. Kinder sind fasziniert von der Regelmäßigkeit mathematischer
Zusammenhänge und wenden ihre wachsenden Fähigkeiten im Rechnen und Lösen logischer
Probleme gerne an. Kinder sind Sozial wissenschaftler, wenn es darum geht Beziehungen zu
erkennen, Handlungsmuster zu hinterfragen und Regeln für einen guten Umgang miteinander zu
finden.
Kinder brauchen geeignete Rahmenbedingungen, damit sie sich auf die Erkundung ihrer Umwelt
einlassen können. Bestärkt werden sie in jeder Forschungstätigkeit von Erwachsenen, die achtsam
für den Entdeckergeist des Kindes sind und diesem Tun Aufmerksamkeit schenken. Das sind
Personen, die das kindliche Entdecke n staunend beobachten, mit interessierten Fragen zu weiteren
Forschungen anregen und neue Impulse setzen.
Für die Erkundung ihrer Welt sind Kinder auf Bezugspersonen angewiesen, die sich auf ihre
Augenhöhe begeben (Siehe Kapitel 2.3). Das bedeutet nicht nur Unterhaltungen im wortwörtlichen,
körperlichen Sinn „auf Augenhöhe“ – also zum Beispiel kniend oder auf dem Boden sitzend vis -à-
19
vis mit dem Kind – zu führen, sondern bezeichnet genauso eine verständliche, dem Kind
zugewandte Sprache und das ernsthafte B emühen die Denkweise und den Erklärungsansatz des
Kindes zu verstehen. Erwachsene auf Augenhöhe zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit ihrer
Deutung der Welt nicht besser wisserisch über die Ideen des Kindes hinweggehen, sondern
hilfreiches Feedback geben und in einem gleichberechtigten Dialog gemeinsam mit dem Kind nach
sinnvollen Lösungen suchen.
Ein stabiler Rahmen ist für Kinder wichtig, um sich auf das Abenteuer von Forschung und Ent -
deckungsreisen einzulassen Dazu gehört ein geregelter Tagesablauf, eine vorbereitete Umgebung,
ein sicheres Umfeld, bekannte Rituale und Vertrauen in die Betreuerin (siehe Kapitel 7). Das Kind
braucht einen wertungsfreien Raum und eine gute Atmosphäre um sich die Präsentation seiner
Ergebnisse zutrauen zu können.
Hilfreich für Forschen und Entdecken ist eine vielfältige Materialauswahl und unterschiedliche
Lernräume. Kinder nutzen in ihren Experimenten gerne Dinge, deren Funktion getestet,
abgewandelt und neu kombiniert werden kann. Geeignete von Erwachsenen geplante Experimente
sind Angebote, die zum Staunen und Hinterfragen anregen, am Interesse des Kindes ansetzen und
es zur Beteiligung am Dialog einladen.
3.5
Starke Kinder sind Menschen, die sich angenommen fühlen und bereit sind, anzunehmen. Si e
erleben sich als Teil einer Gemeinschaft, erkennen ihre Zugehörigkeit und wissen, dass diese nicht
von Leistung, Besitz und Äußerlichkeiten abhängig ist.
Starke Kinder erleben sich als selbstwirksam. Deshalb trauen sie sich, Dinge zu unternehmen und
gehen offen und aktiv auf ihre Welt zu – auch, wenn dabei etwas schief gehen kann. Ein
kompetentes Kind weiß, dass Fehler dazugehören und in Ordnung sind.
Starke Kinder stehen für ihre Interessen und Wünsche ein und zeigen Widerstandskraft. Diese
Widerstandskraft ist eine der wichtigsten Grundausstattungen für Kinder, um Herausforderungen
angehen und erfolgreich meistern zu können (Perras, kein Datum).
Kompetente Kinder wissen, was sie wollen, können sich einmischen und fordern Beteiligungs-
möglichkeiten ein. Gleichzeitig sind sie in der Lage, konstruktive Kritik anzunehmen und daraus zu
lernen. Ein starkes Kind traut es sich zu, Feedback zu geben und gestaltet Interaktionen
angemessen.
Basis und Ausgangspunkt dieser Sicherheit ist für starke Kinder das uneingeschränkte Vertrauen in
die Bezugspersonen und die feste Sicherheit, dort in jedem Fall geborgen und angenommen zu sein.
Von dieser Basis aus kann ein Kind sich erst in die Interaktion mit seiner Umwelt wagen.
Das Kind benö tigt Erwachsene, die es ernst nehmen, es in seiner Beteiligung bestätigen und darin
ermutigen. Als Entwicklungspartner dienen Kinder mit annähernd ähnlichem Entwicklungsstand
"Ich habe keine besondere Begabung,
ich bin nur leidenschaftlich neugierig!"
(Albert Einstein)
20
und Erwachsene, die sich durch Verlässlichkeit, Klarheit und Interesse, sowie Zur ückhaltung und
Transparenz auszeichnen.
3.6
Jedes menschliche Verhalten orientiert sich an Werten. Die zu Grunde liegenden, verinnerlichten
Werte sind dabei individuell sehr verschieden. Auch das Bewusstsein darüber, dass Wert vor-
stellungen den Handlungen zugrunde liegen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich
ausgeprägt. Wertorientiert handelnde Menschen sind in der Lage zu hinterfragen, warum sie sich
so verhalten wie sie sich verhalten.
Kinder sind in ganz besonderem Maß von den Werten und Normen ihrer Umgebung geprägt und
machen ihr Handeln davon abhängig. Wichtigstes Vorbild ist hier die Familie, in der ein Kind
Werte erlebt und Erfahrungen sammelt.
Auch in der Kita beobachten Kinder Werte an vorbildhaften Erwachsenen. Grundsätzlich werden in
den Einrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt die Grundwerte Akzeptanz, Wertschätzung,
Ehrlichkeit, Nächstenliebe und Toleranz im Umgang miteinander gelebt und vermittelt.
Am Anfang jeder Wertorientierung in der Einrichtung steht die Feststellung, dass das Handeln der
verschiedenen Personen von sehr unterschiedlichen Werten motiviert und geprägt ist. Darauf folgt
die Frage: Welche gemeinsamen Werte geben wir uns hier?
Der Weg dahin führt über den Dialog und die Kommunikation darü ber, welche Werte, Normen,
Grundhaltungen jeder Einzelne vertritt. So kann durch gegenseitiges Verständnis auch ein Überein-
kommen erreicht werden. Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit, Hilfsbereitschaft und Teilen
können, Gerechtigkeit und Fairness, Mut , Beteiligung und Ideenvielfalt können Beispiele für
einrichtungseigene Wertevereinbarungen, z.B. im Rahmen einer Kita-Verfassung, sein.
Wertorientiert handelnde Kinder kennen Regeln und verstehen deren Hintergrund. Sie beteiligen
sich aktiv daran, gemeinsame Regeln für das Zusammenleben in der Kita zu erarbeiten und bringen
ihre Ideen dafür ein. Die Kinder können dabei die Bedürfnisse einzelner berücksichtigen und nach
einer Lösung suchen, die für alle passt. Auch wenn die Umsetzung manchmal schwer fällt, haben
die Kinder ein ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein und machen sich stark für faire Vereinbarungen.
Kinder nehmen Möglichkeiten und Anlässe zur Mitbestimmung in Anspruch und beeinflussen den
Kita-Alltag gemäß ihrer Wertvorstellung. Sie machen dabei die Erfahrung, dass ihr Wort zählt und
ihre Meinung wichtig ist. Gleichzeitig lernen sie, die Meinung anderer zu akzeptieren und mit
widerstreitenden Interessen umzugehen. Ein stabiler Rahmen und eine sichere Bindung zu
vorbildhaften Erwachsenen un terstützen s ie dabei. Sensible Bezugspersonen erkennen, wo und
wann sich Kinder beteiligen möchten und unterstützen dieses Engagement.
Kinder lernen Umgangsformen im sozialen Miteinander kennen und üben diese in der alltäglichen
Begegnung ein. Sie können Regeln einhal ten und möchten deren Sinn verstehen. Kinder äußern -
wo nötig - berechtigte Kritik an Normen und Regeln. Sie brauchen dann Erwachsene, die es
aushalten können, dass sich das Kind beschwert und Meinungsbildungs - und
Entscheidungsprozesse begleiten können.
Das tun die pädagogischen Fachkräfte auf der Grundlage einer Einigung, worüber die Kinder
mitbestimmen bzw. nicht mitbestimmen dürfen und anhand von Verfahren (Abstimmungs -
verfahren) welche die Kinder einbeziehen. Als Vorbilder leben sie eine gesunde, vo n konstruktiver
21
Kritik und Wertschätzung geprägte Teamkultur – eine Kultur des Sich -Einmischens erleben die
Kinder in ihrer Kita als wünschenswert und zielführend zur Lösung von Interessenskonflikten.
Zum Vorbild sein gehört auch die regelmäßige Auseinan dersetzung mit der Frage: Welche Werte
leiten mein pädagogisches Handeln? Wenn Kindern diese Reflexion auch bei Erwachsenen
erkenntlich gemacht wird, tun sie sich nicht nur leichter damit Regeln und Normen zu verstehen.
Sie lernen auch, über ihre eigenen H andlungsmotive und Motivationen nachzudenken und sich
bewusst wertorientiert zu verhalten.
Dem anspruchsvollen Bildungsverständnis und einer kompetenzorientierten Bildungsvision kann
nur entsprochen werden, wenn die Bildungsarbeit in gelungenen Bildungspartnerschaften verläuft.
Eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung aller Beteiligten zum Wohle der Kinder ist zugleich
Aufgabe der Kindertagesstätte und Voraussetzung für das Gelingen ihrer Bildungsarbeit.
Die verschiedenen Formen der Bildungspartnerschaften werden in diesem Kapitel erläutert und die
Vernetzung unserer Kindertagesstätten mit Kooperationspartnern dargestellt.
4.1
Wenn man denn eine Abstufung in der Wichtigkeit der v erschiedenen am Bildungsprozess be -
teiligten Bildungspartner vornehmen möchte, so muss zweifelsohne das Kind selbst an erster Stelle
stehen.
Während lange Zeit die Vorstellung einer einseitigen Wissensvermittlung den Bildungsbegriff
bestimmte, hat die päd agogische Fachwelt zu Beginn des Jahrhunderts erkannt, wie wichtig die
Beteiligung des Kindes an seiner Bildungsbiografie ist1.
Rechtlich bindend wurde diese Beteiligung für alle Organe der öffentlichen und freien Jugendhilfe
spätestens mit § 9 SGB VIII, der im zweiten Absatz fordert:
„die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes oder des Jugendlichen zu
selbstständigem, verantwortungsbewusstem Handeln sowie die jeweiligen besonderen sozialen
und kulturellen Bedürfnisse und Eigenarten junger Menschen und ihrer Familien zu
berücksichtigen“
Ein neues Verständnis über die Kompetenzen der Kinder schon ab frühester Kindheit (siehe Kapitel
3 Pädagogische Prinzipien) und eine besondere Wertschätzung ihres Rechts zur Partizipation
rücken das Kind also zwangsläufig in den buchstäblichen Mittelpunkt des Bildungsgeschehens. Das
Kind als Bildungspartner ist wortwörtlich „von zentraler Bedeutung“.
In den Einrichtungen von Kinderzentren Kunterbunt wird dieser Auftrag durch eine entsprechende
pädagogische Haltung, die Interaktion mit und bezogen auf das Kind, die Gestaltung des päda go-
1 Fthenakis, W.: Früh beginnen – die Familie als Bildungsort. Essen, 2014
22
gischen Angebots der Kindertagesstätte und die organisatorischen und strukturellen Rahmen be-
dingungen in die alltägliche Handlungspraxis umgesetzt.
4.2
Eltern haben einen immensen Einfluss auf die frühkindliche Entw icklung ihres Kindes – das ist
anhand nationaler und internationaler Studien mehrfach empirisch nachgewiesen.
Mehrere Faktoren bestimmen dabei das Familienleben und die Entwicklungschancen des Kindes.
Die finanziellen Ressourcen der Familie, der Bildungsstand der Eltern oder auch die räumliche
Umgebung sind beispielsweise von Bedeutung. Am wichtigsten jedoch ist die Eltern -Kind-
Beziehung, also die Art und Weise wi e Eltern und Kinder miteinander umgehen und interagieren.
Eine positiv gestaltete innerfamiliäre Beziehung unterstützt ein Kind darin, seine Welt zu
entdecken, sich auszuprobieren und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.
Diese Unterstützung geht übe r den Rahmen der eigenen Familie hinaus, wenn es gelingt eine
Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und anderen, außerfamiliären Bildungsorten aufzubauen.
Denn die nehmen Einfluss darauf, was ihr Kind an diesem Bildungsort erlebt, welche sozialen und
kognitiven Erfahrungen es machen kann und welche Bildungsschwerpunkte gesetzt werden.
Kinderzentren Kunterbunt legt großen Wert auf eine gelungene Bildungspartnerschaft mit den
Eltern und möchte im Rahmen dieser wichtigen Kooperation gemeinsam mit den Eltern ei nen am
Kind orientierten Bildungsprozess erarbeiten. Die Haltung gegenüber den Bildungspartnern ist
geprägt von Akzeptanz, Wertschätzung und Empathie und zeigt sich in der gelebten Bereitschaft
zum Umdenken.
Um eine vertrauensvolle Basis für eine gute und stabile Bildungspartnerschaft aufbauen zu können,
müssen sich die beteiligten Bildungspartner zunächst einmal kennenlernen. Das geschieht während
der Eingewöhnungszeit. Hier werden die Grundlag en für eine konstruktive, gleichberechtigte und
kindzentrierte Zusammenarbeit im Beziehungsdreieck „Kind -Eltern-Fachkraft/Kindertagesstätte“
Im Rahmen einer Bildungspartnerschaft übernehmen die Beteiligten
gemeinsame Verantwortung (…).
Ziel ist es, kindliche Lern- und Entwicklungsprozesse
in all ihren Formen an den verschiedensten Orten wahrzunehmen, zu
verstehen und zu verbessern.
(Fthenakis, 2014 1)
„Das Leben der Eltern
ist das Buch in dem die Kinder lesen.“
(Aurelius Augustinus, 354 – 430 n. Chr.)
23
gelegt (siehe Kapitel 4). Die Eingewöhnung ist damit sowohl für das Kind, als auch für seine Eltern
und die beteiligte Fachkraft einer der wichtigsten Momente in der Kita-Zeit.
Für jede der drei Positionen ist der Anfang mit vielen Unsicherheiten verbunden. Deshalb achtet die
Einrichtung von Beginn an auch auf die Eltern und ihre individuellen Bedürfnisse.
Die Fragen, die im Raum stehen, müssen nach und nach durch einfühlsames Erzählen, Nachfragen
und Erklären, Informationen sammeln, Beobachten und Ausprobieren sortiert und geklärt werden.
Dafür plant die Einrichtung ein ausführliches Aufnahmegespräch zu Beginn. Hier werden alle
wichtigen Informationen rund um die Kita bereitgestellt und die Eltern erzählen ihrerseits über ihr
Kind und die Familie. Die Kindertagesstätte begegnet der Familie mit ihren individuellen
Besonderheiten wertfrei, aber wertschätzend.
Während d es Verlaufs der Eingewöhnung, also den ersten Wochen in der Einrichtung, stehen
Eltern und Bezugserzieherin in einem guten täglichen Austausch über den Verlauf der
Eingewöhnung. Ziel ist es dabei, das Kind gemeinsam so durch die Transition zu begleiten, da ss es
die Unterstützung bekommt , die es für sich benötigt und die Veränderung gut bewältigen kann
(siehe Kapitel 5).
Wenn das Kind gut in der Kita „angekommen“ ist, betrachten wir ein Abschlus sgespräch der
Eingewöhnung als unerlässlich. In diesem Gespräch geht es nicht nur um die Reflexion der Ein ge-
wöhnung des Kindes, sondern auch um einen Rückblick auf den gemeinsamen Start als Bildungs -
partner und die Erarbeitung einer Zukunftsperspektive.
Insgesamt is t die Eingewöhnung nur der Beginn einer Bildungspartnerschaft, die im weiteren
Verlauf insbesondere durch den alltäglichen Austausch gepflegt wird. Deshalb nehmen freundliche
und mit knappen Tagesinformationen bestückte Tür - und Angelgespräche einen wichti gen
Stellenwert in der Kindertagesstätte ein. Sie gehören bei der Übergabe des Kindes in der Bring- oder
Abholzeit zum täglichen Standard. Ein ausführlicherer Austausch zur Entwicklung des Kindes
findet anlassbezogen oder spätestens halbjährlich in gemeinsamen Entwicklungsgesprächen statt.
Die Gestaltung der Bildungspartnerschaft muss nicht zwangsläufig nur auf die Interaktion
zwischen einer Fachkraft und einer Familie bezogen sein. Es sind unzäh lige Gestaltungsformen
einer Bildungspartnerschaft denkbar, die eine ganze Gruppe von Eltern mit ihren Familien
einbeziehen.
Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat
In jeder Kindertagesstätte gibt es eine von den Eltern gewählte Elternvertretung, den Elternb eirat.
Er hat die Aufgabe, die Bildungsarbeit in der Einrichtung zu unterstützen und die Zusammenarbeit
zwischen Kindertagesstätte, Elternhaus und Träger zu fördern. Häufig stehen Elternbeiräte auch als
Was braucht unsere neue Familie von mir,
um hier gut anzukommen?
24
vertrauensvolle Ansprechpartner für die Eltern bereit, setzen sich für die Interessen der Kinder und
ihrer Eltern ein und fungieren als Sprachrohr zwischen Elternschaft und Einrichtung. Zusammen
mit der Einrichtungsleitung bilden sie somit auf Gesamteinrichtungsebene die
Bildungspartnerschaft.
Zusammenarbeit mit dem Rat der Tageseinrichtung
Als einziges Bundesland Deutschlands bestimmt Nordrhein -Westfalen zusätzlich zum Elternbeirat
zwei weitere Formen der Zusammenarbeit mit der Elternschaft. Zum einen wird die jährliche
Elternversammlung vorgeschrieben, die alle Eltern von in der Einrichtung betreuten Kindern
umfasst und zum Informationsaustausch über pädagogische oder personelle Themen dient . Zum
anderen tagt mindestens einmal im Jahr der sogenannte „Rat der Tageseinrichtung“ . Er setzt sich
aus Vertretern von Elternbeirat, Kita -Personal und Träger zusammen und berät neben den
Grundsätzen der Bildungsarbeit auch strukturelle Rahmenbedingungen der Kita.
Als Fördervoraussetzungen für Kindertagesstätten sind beide Gremien verpflichtend einzuberufen
und könn en im Sinne der Bildungspartnerschaft genutzt werden, auf diversen Ebenen die
Weiterentwicklung der Bildungsarbeit in der Kindertagesstätte voranzutreiben.
Über die Arbeit der festgesetzten Elterngremien hinaus kann die einrichtungsweite
Bildungspartnerschaft mit Eltern auch in gruppenübergreifenden Aktionen und Projekten gelebt
werden:
» mit Betreuungspersonal und Eltern zusammen Lösungen für Fragen der Kinder erarbeiten
(z.B. Exkursionen zu ortsansässigen Institutionen, Projekte und Aktionen im Sozialraum, …),
» die Integration der einzelnen Familie in die Gemeinschaft der Kita anstreben, sowie
Begegnungen und Kommunikation der Familien untereinander ermöglichen, (z.B. Elterncafé,
Feste und Feiern, Elternecke, schwarzes Brett, Interessensgruppen, Elternwerkstätten …)
» die aktive Beteiligung der Eltern im Kita -Alltag (z.B. Besuche am Arbeitsplatz der Eltern,
Hospitation der Eltern in der Gruppe, Eltern -Kind-AGs, Beteiligung mit Aktivitäten im
Gruppengeschehen, …)
» Erziehungskompetenzen der Eltern stärken und unterstützen (z.B. Elternkurse und Vorträge,
Information und Beratung zu Fachdiensten, Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander,
…)
» die Entwicklungen in der Kindertagesstätte nach außen transparent machen
(Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinn)
4.3
Vielfältige Bildung zeichnet sich durch ein reichhaltiges Angebot an Bildungsimpulsen aus. Dieses
Angebot verschiedener Bildungsimpulse kann unter anderem auch durch eine Vielfalt der
Bildungsorte bereitgestellt werden.
Der Begriff der Bildungsorte meint in diesem Zusammenhang jeden Ort, an dem Bildung stattfindet
– nicht nur die herkömmlichen Institutionen der Wissensvermittlung.
25
Denn: Unter einem Bildungsbegriff, der neben den kulturellen auch die instrumentellen, sozialen
und personalen Kompetenzen2 beinhaltet müssen im Grunde alle Orte des alltäglichen Lebens zum
Bildungsort erhoben werden.
In den Kindertagesstätten der Kinderzentren Kunterbunt finden regelmäßig Ausflüge statt, die
unterschiedlichste Bildungsorte zum Zie l haben. Dafür muss der Ausflug weder besonders weit
weg führen, noch eine bestimmte Zeit lang dauern oder gar den erwachsenen Ansprüchen an einen
unterhaltsamen Ausflugstag genügen. Mit jedem Schritt vor die Haustür erschließen sich Kinder
neue Bildungsorte und -erfahrungen. Wo sie einen Weg aus der Kita hinaus, hin zu einer solchen
Bildungserfahrung machen, sind die Kinder schon auf dem Ausflug.
Alle Kompetenzen, die Kinder zum Umgang mit alltäglichen Dingen, sozialen Situationen und sich
selbst benötigen, eignen sie sich vor allem durch praktisches Tun an. Schon die einfachste
Alltagssituation – wie beispielsweise der Einkauf beim Bäcker für das gemeinsame Frühstück in der
Kita – birgt vielfältigste Lernerfahrungen:
» Den Weg durch den Straßenverkehr zum Bäcker hin und wieder zurück bewältigen
» In der Bäckerei eine Warenauswahl treffen, die den Bedürfnissen der Gruppe gerecht wird
und dem Auftrag entspricht
» sich anstellen und weder selbst drängeln, noch die Erwachsenen sich vordrängeln lassen
» sich trauen und der Verkäuferin die Bestellung mitteilen
» Geld abzählen, ggf. Kassenzettel, Preis, Restsumme und Rückgeld vergleichen
» den Einkauf sicher zum Ziel transportieren
» der Gruppe erzählen, was man eingekauft hat
» den Dank der andern empfangen für den übernommenen Dienst
» …
Die beispielhafte Bäckerei, eine S -Bahn-Fahrt oder ein Waldspielplatz werden unter diesem
Bildungsverständnis genauso zum Bildungsort erhoben wie klassische Bildungsorte (z.B. die
Bücherei, die örtliche Grundschule, ein Theater oder das Museum). Auftrag der Erzieherin ist es in
diesem Moment, Bildungserfahrungen zu ermöglichen und an erworbene Kompetenzen
anzuknüpfen. Die Kinder erleben sich damit als aktive Gestalter ihrer (kulturellen) Umwelt und als
zunehmend selbstständig und verantwortlich in der Welt.
2 Rauschenbach, T.: Bildungsorte – Lernwelten. Alltagsbildung als Schlüsselfrage der Zukunft. (Dossier:
Zukunft Bildung) Bundeszentrale für politische Bildung, 09.09.2013, Bonn.
Durch Bildung werden Menschen befähigt, sich mit der
dinglich-stofflichen Welt, mit den kleinen und großen kulturellen
Errungenschaften der Menschheitsgeschichte, mit anderen
Menschen und mit sich selbst auseinanderzusetzen.
(Rauschenbach, 2013)
26
Neben diversen Lernerfahrungen und Wissensschätzen bieten die zumeist gut erreichbaren und
relativ nahe bei der Kita liegenden Bildungsorte auch den Bezug zwischen dem Kita-Alltag und der
realen Welt. Kinder, die aus dem Sprengelgebiet der Einrichtung kommen, erleben hier zudem die
Verknüpfung des heimatlichen Umfelds mit dem der Kindertagesstätte. Alltägliche Begegnungen
und Situationen werden nun unter einem Bildungsaspekt wahrgenommen und Lernerfahrungen so
nachhaltig verankert. Die Lernerfahrung und der damit verbundene Erfolg ist wiederholbar und
lässt sich somit verifizieren.
Das sozialräumliche Umfeld der Kindertagesstätte bietet neben zahllosen technis chen
Herausforderungen und organisatorischen Aufgaben auch eine Fülle an besonderen sozialen
Ereignissen und Konstellationen. Die aktive Teilnahme der Kindertagesstätte am lokalen
Sozialleben ist daher ein wichtiger Zugang zu einem großen Lern- und Erfahrungsfeld.
Ein besonderer Stellenwert kommt hier der generationenübergreifenden Zusammenarbeit zu.
Während die verschiedenen Generationen der Familie zu Hause zumeist nicht mehr im gleichen
Haushalt leben und der altersübergreifende Kontakt strukturbedingt zurückgeht, treffen in
Kindertagesstätten und Seniorenzentren jeweils die Menschen einer Altersklasse zusammen.
Kooperationen können für beide Seiten wertvolle, lebenswerte Momente und
entwicklungsrelevante Lernerfahrungen bieten, sowie den Bedürfnisse n der Beteiligten
entgegenkommen.
Auch die – im Rahmen der Möglichkeiten – angemessene Beteiligung der Kindertagesstätte an
Sommer- und Straßenfesten, Laternenumzug, Mai -Feiertag, Weihnachtsmarkt oder anderen
traditionellen Feierlichkeiten der Ortsgemeinde kann als Lern- und Bildungsort genutzt werden.
Grundsätzlich sind im Sozialraum unterschiedlichste Kooperationen denkbar:
» Seniorenzentrum und Pflegeheim
» (z.B. gemeinsames Adventsbasteln, Vorleseoma, Patenschaften, Brieffreundschaften, …)
» Sport- und Musikvereine
» Unternehmen (insbesondere bei betrieblichen Kooperationspartnern
» Ärzte, Beratungsstellen und Therapeuten
» Stadtbücherei, Theater-/Kleinkunstbühne
» Jugendamt und Stadtverwaltung
sowie weitere lokal spezifische Bildungsorte.
4.4
Die Einrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt gGmbH verstehen sich als Teil der örtlichen
Bildungsnetzwerke für Kinder und Familien und der örtlichen Netzwerke früher Hilfen.
Jede Einrichtung nimmt Kontakt zu diversen Fachdiensten auf u m die Einrichtung bekannt zu
machen, in örtlichen Arbeitskreisen und Fachgremien eingebunden zu werden und weitere
Kooperationsmöglichkeiten zu erfragen.
27
Die Zusammenarbeit mit den Fachdiensten erfolgt stets unter Einhaltung des Datenschutzes und
der Schweigepflicht.
Als Kooperationspartner üblich sind:
» Das zuständige Jugendamt mit dem Ansprechpartner für den Bereich der
Kindertagesstätten sowie der insoweit erfahrenen Kinderschutz-Fachkraft
» Das zuständige Gesundheitsamt sowie medizinische Beratungsstellen
(z.B. Schrei-Ambulanz, Kinderärztlicher Notfalldienst, …)
» Die Grundschulen im Sozialraum (teilweise erweitert durch Ansprechpartner
für mögliche schulvorbereitende Maßnahmen)
» Familienbildungsstätten und Familienzentren im Sozialraum
» Beratungsstellen (z.B. Ehe-/Paarberatung, Suchtberatung, Schuldnerberatung, …)
» Die Frühförderstelle und ihre angegliederten interdisziplinären Experten
» Das Sozial-Pädiatrische Zentrum, ggf. Kinder- und Jugendpsychiatrische Praxen
» Koordinationsstelle für besondere kommunale Angebote für Kinder und Familien
(z.B. Familienbüros, Kinder- und Jugendbüro der Gemeinde, …)
Kooperationspartner durch die Zugehörigkeit zu einem Betrieb oder besondere sozialräumliche
Angebote, die sich mit der Kita -Arbeit sinnvoll vereinbaren la ssen, können ergänzend
hinzukommen.
Während unseres ganzen Lebens begegnen wir Übergangssituationen. Veränderung gehört in
unserer heutigen Welt zum Alltag. Sie ist normal.
Veränderung bringt neue Chancen, neue Aufgaben, neue Erfahrungen und neue
Herausforderungen mit sich. Sie macht das Leben bunt und vielfältig, manchmal ein bisschen
schwerer aber letztendlich immer lebenswert.
Veränderung kann auf Einzelaspekte beschränkt eher beiläufig passieren oder aber auch tiefgreife n
und wesentliche Teilbereiche menschlichen Lebens beeinflussen. Die Tragweite einer Veränderung
gibt vor, welche Auswirkungen sie auf den betroffenen Menschen hat und – im Fall der Kinder –
welche Anforderungen diese veränderte Situation an die das Kind b egleitenden Pädagoginnen
stellt.
Wir unterscheiden daher zwischen zwei Graden von Veränderung. Als Übergang bezeichnen wir
die überschaubare Abwechslung von verschiedenen Tätigkeiten und Situationen im Alltag.
„In einem wankenden Schiff fällt um,
wer stillsteht und sich nicht bewegt.“
(Ludwig Börne, dt. Schriftsteller)
28
Eine an den Bedürfnissen des Kindes orientie rte Pädagogik setzt voraus, dass jedes Kind die
Gelegenheit hat, gut in Situation hineinzufinden und sich wieder daraus zu verabschieden. Das
verlangt von Seiten der Betreuerinnen eine zuverlässige und stimmige Organisation des
Tagesablaufs und des pädagogischen Angebots.
Transition meint den Wechsel von einer Lebensphase in eine andere. Transitionen sind damit
deutlich komplexer. Sie bringen tiefgreifende Veränderungen für die Betroffenen mit sich und sind
von hohen Anforderungen gekennzeichnet. (Niesel, 2008) Dazu gehören beispielsweise Verände -
rungen der Lebensumwelt und der Identität bzw. der sozialen Rolle.
Transitionen sind jeweils zeitlich begrenzt, können aber dicht aufeinander folgen oder auch
ineinandergreifen. Im Z eitfenster der stattfindenden Transition werden zahlreiche Anforderungen
an den betroffenen Menschen gestellt. Er muss sich innerhalb kurzer Zeit an eine neue Umgebung,
andere Interaktionspartner, veränderte Rollenbilder und -aufgaben und neuartige, herausfordernde
Tätigkeiten gewöhnen. Einige der für die neue Situation erforderlichen Fähigkeiten sind möglicher -
weise noch gar nicht vorhanden und müssen zunächst erlernt werden. Gleichzeitig gelten neue
soziale Regeln. Es werden unterschwellige und ausdrückli che Erwartungen an die Person heran -
getragen.
Die soziale und emotionale Leistungsfähigkeit steht deshalb genauso auf dem Prüfstand wie
Wissen und technische Kompetenzen. Gleichzeitig fehlen wichtige Stabilitätsanker vergangener
Situationen, weil der in Transition begriffene Mensch Vertrautes aufgeben muss ohne bereits neue
Sicherheiten erlangt zu haben. Dabei empfindet er starke Emotionen und kann – je nach
Temperament – in inneren Stress und Anspannung geraten.
Ihre hohe Dichte an Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen macht Transitionen zu
sensiblen Momenten menschlicher Entwicklung. Sie können gut gelingen und erfolgreich verlaufen,
was sie zu besonders schönen und stärkenden Erfahrungen machen kann. Transitionen bergen aber
ein schlechtem Verlauf auch ein Risiko nachhaltiger Verunsicherung und Frustration.
Damit den Mädchen und Jungen in den Einrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt die erfolg -
reiche Bewältigung dieser komprimierten Lernprozesse gelingt, werden insbesondere diese bedeut-
samen Übergänge von Lebensphasen – abhängig von der Art des Wechsels und den indivi duellen
Bedürfnissen der betroffenen Personen – individuell und sensibel gestaltet.
Die folgenden Abschnitte stellen die konzeptionellen Grundgedanken zu Übergängen und
Transitionen in der Kindertagesstätte dar. Sie werfen zudem einen Blick auf erfolgreiche Gestaltung
von Übergangssituationen im pädagogischen Alltag und die Stabilisierung von in Transition
befindlichen Eltern und Mitarbeitern.
Transitionen sind erwartete oder plötzliche Übergänge im
Lebenslauf, in denen das Individuum Lebensbereiche wechselt und
dabei Veränderungen in Status, Rolle und/oder Identität erfährt.
(Faust, 2013)
29
30
5.1
Der Start i n der Kita bedeutet für viele Kinder die erstmalige Entfernung von den vertrauten
Bezugspersonen zu Hause, das erste Zurechtfinden in einer vollkommen neuen Umgebung und die
erste Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen.
Er ist eine sensible Phase, die nich t nur für das Kind, sondern für alle Beteiligten eine Menge
Ungewissheiten und Neuerungen bringt. Um Kinder und ihre Familien beim Eintritt in diesen
neuen Lebensabschnitt gut zu begleiten, arbeiten wir mit einer bindungssensiblen und
individualisierten Eingewöhnung.
„Bindungssensibel“ heißt, dass die vertrauensvolle Beziehung des Kindes zur Bezugsperson im
Eingewöhnungsprozess berücksichtigt wird. Es kann sich behutsam auf eine neue Bezugsperson in
der Kita einlassen und dann die familiäre Bezugsperson für den Zeitraum des Kitabesuchs ohne
Stressempfinden entbehren.
„Individualisiert“ meint, dass Ablauf, Dauer und Gestaltung der Eigewöhnung auf jedes Kind mit
seinen Bedürfnissen zugeschnitten und seiner besonderen Situation angepasst wird. Dabei
orientieren wir uns am wissenschaftlich erprobten Eingewöhnungsverfahren „Münchner Modell“,
dessen Rahmenstruktur einer Eingewöhnung im Folgenden näher beschrieben wird.
Unter Eingewöhnungszeit verstehen wir den Prozess des Kennenlernen s und Vertrauenfassens
zwischen Familie, Einrichtung und Kindergruppe. Hauptsächlich sind das die ersten Wochen, die
ein Kind in einer Gruppe verbringt.
Neben dem Kind selbst ist auch die Familie im Moment der Eingewöhnung in Transition begriffen.
Auch für Eltern ist die Aufnahme ihres Kindes in die Kindertagesstätte etwas Neues und durchaus
mit Unsicherheit verbunden.
Um den Übergang gut zu gestalten, soll allen Beteiligten die Möglichkeit gegeben werden,
behutsam und allmählich in die neue Situation hi neinzuwachsen. Aufgabe der
Eingewöhnungsgestaltung ist es deshalb, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich aktiv mit
Neben der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit, die für viele
Eltern mit dem Eintritt des Kindes in die Kita einhergeht,
öffnen sich Eltern (oft zum ersten Mal) einer pädagogischen
Fachkraft gegenüber.
Mit einem Mal kommt ein neuer, familienexterner Einfluss in
den engen Rahmen der eigenen Familie.
Die Eltern erleben sich in der Bildungspartnerschaft mit den
Kolleginnen der Kindertagesstätte anders, als in der Partner-
und Eltern-Kind-Beziehung.
Plötzlich reden Außenstehende mit, wenn es um Erziehungs-
und Entwicklungsfragen geht.
Das Familienleben veröffentlicht sich ein kleines Stück.
31
der neuen Situation auseinander zu setzen, sich kennen zu lernen und zu lernen diese
Umbruchsituation positiv zu bewältigen. Alle Beteiligten haben Anspruch darauf, dass ihre Gefühle
und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.
Das „Münchner Modell“ kennt fünf Phasen, die während einer Eingewöhnung durchlaufen
werden. Sie bilden den grundlegenden Rahmen und beinhalten konkrete Handlungshinweise für
die pädagogische Praxis (Winner & Erndt-Doll, 2009).
Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 Phase 5
Vorbereiten Kennen-
lernen
Sicherheit
gewinnen
Vertrauen
fassen
Auswerten
reflektieren
Kernzeit der Eingewöhnung
Von diesem Rahmen abgesehen richtet sich die Eingewöhnung nach den individuellen
Bedürfnissen des Kindes. Ganz konkret bedeutet das, dass das Kind Signale dafür gibt, wann ein
nächster Schritt gemacht wird. Es zeigt seinen Bez ugspersonen, wenn es bereit für die nächste
Aufgabe ist. Auf diese Art gestaltet es den Transitionsprozess mit und bewältigt die Eingewöhnung
aktiv in der für dieses Kind richtigen Dynamik. Die Eingewöhnung selbst ist damit eine zentrale
Lern- und Bildungszeit wichtiger sozial-emotionaler Kompetenzen.
Unser Eingewöhnungsmodell sieht eine sanfte, gestaffelte Eingewöhnung über einen Zeitraum von
mindestens zwei Wochen vor. Während dieser Zeit lernt das Kind neben den elterlichen und
familiären Bezugspersonen die Betreuerinnen der Einrichtung, d.h. insbesondere die zugeordnete
Bezugserzieherin, als neue vertrauenswürdige Bezugsperson kennen.
„Bezugserzieherin“ kann bei uns jede ausgebildete pädagogische Betreuungsperson sein. Wir
beschränken diese verantwortu ngsvolle Aufgabe nicht allein auf Gruppenleitung oder Fachkräfte,
sondern übertragen sie ebenso an Kinderpflegerinnen oder anderweitiges ausgebildetes
pädagogisches Personal.
Phase 1: Vorbereiten
Es gibt einiges zu tun, bevor ein Kind in die Kita kommt. Neben dem Vertragsabschluss und der
Wie Eltern ihre Rolle als sicherer Hafen gut einnehmen können, erläutert ihnen die
Bezugserzieherin vor Beginn der Eingewöhnung.
Sie leitet die Eltern ebenfalls dazu an eine aufmerksame Zurückhaltung einzunehmen,
die dem Kind Unterstützung bei – aber möglichst wenig Ablenkung von –
seiner Auseinandersetzung mit dem Gruppengeschehen bietet.
Die Erzieherin berät, wenn Begleitpersonen der Eingewöhnung bei sich selbst Unsicherheit
bezüglich ihres Verhaltens mit dem Kind verspüren – etwa, weil das Kind weint oder sehr
viel Kontakt zum Elternteil sucht.
Gemeinsam werden dann Rituale und Übergangsobjekte besprochen, die dem Kind dabei
helfen sich einzufinden und dem Erwachsenen Handlungssicherheit geben.
Die Sicherheit, die für die erwachsene Begleitperson geschaffen wird, erlebt das Kind als
Sicherheit für sich.
32
Planung des Kita-Starts spielt die umfassende Information eine wichtige Rolle für alle Beteiligten.
Eltern informieren sich über Einrichtungsbesichtigungen, Flyer, Elternabende und Gespräche mit
den Betreuerinnen und der Einrichtungsleitung vor Ort. Das Kollegium erhält die wichtigsten Infos
zu der neuen Familie bei den Treffen vor Ort und kann alle Fragen im persönlichen Gespräch
klären.
Für das Kind kann eine Schnupperwoche in der Einrichtung, der regelmäßige Besuch einer in der
Kita angebotenen Spielgruppe, die Teilnahme an Festlichkeiten und Feiern der Kita und das
gemeinsame Spiel mit Kindern der Einrichtung ein Weg sein, um sich eine Vorstellung darüber zu
machen was es in der Kita erwartet und sich darauf vorzubereiten.
Phase 2 – Kennenlernen (ca. 4 bis 8 Tage)
In den ersten Tagen besuchen die Kinder mit einer familiären Bezugsperson unsere Einrichtung für
zwei bis drei Stunden. In diesen Tagen hat das Kind Zeit, in Anwesenheit von Mama, Papa oder
einer anderen familiären Bezugsperson die neue Umgebung in der Kita zu erkunden und sich zu
erschließen. Wichtig ist, dass die aus der Familie teilnehmende Bezugsperson über den Zeitraum
der ganzen Eingewöhnung nicht wechselt.
Durch die vertraute Person sicher begleite t begibt sich d as Kind auf eine abenteuerliche Erkun-
dungstour. Es ist auf den sicheren Hafen der Bezugsperson angewiesen, um sich auf die
Erkundungsreise im unbekannten Terrain zu begeben. Damit es sich sicher fühlen kann, muss der
begleitende Erwachsene diese Sicherheit ausstrahlen.
Die Eltern nutzen die ersten Tage der Eingewöhnung um den Umgang der Betreuerinnen mit den
Kindern zu beobachten, Fragen zu stellen und den Ablauf der Kindergruppe im Dabeisein und
Mitmachen kennenzulernen (siehe Kapitel 4).
Ein neues Kind erfährt in dieser Kennenlernzeit, dass die Erzieherin in der Krippen -/Kindergarten-
gruppe jene Rolle übernimmt, die bislang die Eltern ausgeführt haben. An den anderen Kindern
kann es beobachten, dass die Erzieherin für eine sichere und w ohlige Umgebung sorgt. Sie warnt
vor Gefahren, tröstet bei Angst oder Verletzungen und ist Ansprechpartner der Kinder in jeder
Situation. Der Kindergruppe als Vorbild kommt deshalb eine zentrale Bedeutung in der
Eingewöhnung zu. Kinder lernen hier ko-konstruktiv von den Kindern.
Phase 3 – Sicherheit gewinnen (ca. 4 bis 8 Tage)
Nach einer guten Kennenlernphase hat die Erzieherin schon allerhand Wissen über das neue Kind
erlangt, das ihr nun die aktivere Kontakt aufnahme und Gestaltung des Miteinanders verei nfacht.
Die Eltern nehmen sich jetzt stärker zurück und überlassen der Erzieherin Auf gaben, die zunächst
ihnen vorbehalten waren. Erzieherin und Kind spielen, essen, interagieren miteinander unter dem
zustimmenden Blick der Eltern, die ihrem Kind so weite rhin Motivation und Bestätigung zu -
kommen lassen.
Auch mit der Kindergruppe nimmt das neue Kind – und die Gruppe mit ihm – mehr und mehr
Kontakt auf. Das Kind erlebt am Beispiel der anderen, dass man sich in der Einrichtung wohl und
geborgen fühlen kann. Es erkennt die Rollen und Regeln im Verhalten der anderen Kinder und
lernt in der sozialen Gemeinschaft. Die Kindergruppe wird daher in die Eingewöhnung aktiv
einbezogen und daran beteiligt, das neue Kind in die Gruppe aufzunehmen und willkommen zu
heißen.
Sobald ein neues Kind die bevorstehenden Ereignisse (z.B. im Tages ablauf) voraussehen kann, ist
eine wichtige Voraussetzung geschaffen um Sicherheit zu erfahren. Das Kind weiß was passiert und
kann sich darauf einstellen. Es kann Vertrauen aufbauen und bald auch Alleingänge wagen.
33
Phase 4 – Vertrauen fassen
Wann das Kind zu einem ersten Alleingang in der Gruppe bereit ist, ist von Kind zu Kind sehr
unterschiedlich. Als Richtwert empfiehlt das „Münchner Modell“ eine Trennung etwa in der dritten
Woche.
Oft kann allerdings, bei gutem Verlauf der ersten Tage, schon am vierten Tag ein erster Trennungs -
versuch stattfinden. Die Zeit, in der Eltern und Kind getrennt sind, ist dabei auf maximal eine halbe
Stunde begrenzt. Sollte ein Kind am sechsten Tag noch n icht so weit sein, dass es sich von Mama
oder Papa trennen kann, bleibt die Bezugsperson eben noch weitere Tage mit im Gruppenalltag bis
es zum ersten Trennungsversuch kommt.
Je nach Reaktion des Kindes während der Abwesenheit der Bezugsperson wird über d en weiteren
Verlauf der Eingewöhnung entschieden. Fühlt das Kind sich trotzdem wohl und sicher, wird die
Zeitdauer der Trennung stetig verlängert. Wenn das Kind noch starke Sehnsucht nach der Bezugs -
person hat und im Gruppenalltag alleine zu unsicher ist, werden weitere Tage eingeräumt bevor die
nächste Trennung stattfindet wird.
Geborgenheit finden:
Um an einem neuen Ort Geborgenheit zu finden muss das Kind dort Menschen antreffen, die auf
seine individuellen Bedürfnisse eingehen und proaktiv eine Beziehung zu ihm aufbauen.
Von fundamentaler Bedeutung ist hier die Anschlussfähigkeit der in der Kita erlebten
Bezugsperson mit der familiären Bezugsperson. Diese Anschlussfähigkeit wird als
Bildungspartnerschaft be zeichnet. Sie zeigt sich im gegenseitigen Vertrauen, in einem ehrlichen
Interesse und ko -konstruktiver Zusammenarbeit aller am Bildungsprozess beteiligten Personen
zum Wohl des Kindes (siehe Kapitel 6.1). Auftrag der Erzieherin ist es dabei, die Bedürfnisse und
Wünsche der Eltern in Bezug auf die Eingewöhnung abzufragen und auf sie einzugehen. Im
Wissen, dass sich auch die Familie des Kindes in einer Übergangssituation befindet, werden also
auch für die Erwachsenen unterstützende Methoden zur Bewältigung der Transition erarbeitet.
Tägliche Übergabegespräche, Zwischenberichte, Fotos und Filmausschnitte ihres Kindes sowie eine
angenehme Wartesituation für Eltern könnten Beispiele dafür sein.
Zeitlicher Rahmen:
Genau wie den Zeitpunkt der Trennung bestimmt auch über die Dynamik und Dauer der Einge -
wöhnung in allererster Linie das Kind selbst. Sie dauert so lange an, bis das Kind volles Vertrauen
zur Bezugserzieherin gefasst hat und ist stets nur so intensiv, wie das Kind es verarbeiten kann.
Dazu gehört zunächst ein ausreichend weiter zeitlicher Hor izont. Kindern fällt es grundsätzlich
leichter sich auf die neue Situation einzulassen, wenn im Vorfeld genug Zeit da ist um sich auf die
Veränderung einzustellen. Außerdem nimmt eine großzügige Planung für Kind, Eltern und
Betreuungspersonal den Druck, we nn genügend Zeit für ein behutsames Ankommen in der
Einrichtung vorgehalten wird. Zur zeitlichen Planung gehört außerdem, dass während oder nach
der Eingewöhnung keine Urlaube von der Familie geplant und andere, weitreichende
Veränderungen (z.B. Umzug, Geb urt eines Geschwisterchens, …) bei der Vereinbarung des
Startzeitpunkts in der Kita berücksichtigt werden.
Ausreichende Zeit bedeutet auch, dass die mit dem Kind beauftragten Bezugspersonen sich Zeit für
dieses Kind nehmen können. Das verlangt eine gute P lanung des Gruppendienstes, damit die
Bezugsperson sich ganz der neuen Familie zuzuwenden kann.
Dass es dieses Vertrauen fassen konnte und die Bezugserzieherin als solche annimmt, zeigt ein
Kind durch die weitestgehend uneingeschränkte Mitteilung seiner Bedürfnisse und die Bereitschaft,
sich von der Betreuerin trösten zu lassen.
34
Phase 5 – Auswertung und Abschluss
Erst wenn das der Fall ist, gilt die Eingewöhnung des Kindes als abgeschlossen. Der kritische
Übergang – die Transition von der Betreuung im Elte rnhaus in die institutionelle Betreuung – ist
geschafft, das Leben als Krippen- oder Kindergartenkind startet durch.
Die Eingewöhnung ist für die Eltern dann zu Ende, wenn auch sie guten Gewissens und mit
umfassendem Wohlbefinden ihr Kind in die Betreuung der Einrichtung übergeben. Von der
Bezugserzieherin geführte Protokolle über den Verlauf der Eingewöhnung und tägliche
Übergabegespräche helfen dabei, das Kind Schritt für Schritt in diese neue Lebenswelt zu entlassen
und Sicherheit in der Rolle als Eltern eines Krippen- oder Kindergartenkindes zu erlangen.
Im Abschlussgespräch nach der Eingewöhnung greift die Bezugserzieherin alle wesentlichen
Fragen und die Befindlichkeit der Eltern auf und geht sensibel darauf ein. Zusätzlich zur
Auswertung der Eingewö hnungszeit dreht sich das Gespräch auch um eine Rückmeldung zur
bisherigen Zusammen arbeit und verfasst eine gemeinsame Zukunftsperspektive für die
Bildungspartnerschaft zwischen Kind, Eltern und Kindertagesstätte bzw. Fachkraft.
5.2
Mit dem dritten Lebensjahr kommen viele Kinder in den Kindergarten. Einige wachsen aus der
Krippe heraus und werden von Krippenkindern zu Kindergartenkindern. Für andere bedeutet das
erstmals eine Betreuung außerhalb der eigenen Familie. Sie durchlaufen dann den im voraus gehen-
den Kapitel beschriebenen Eingewöhnungsprozess.
In jedem Fall bringt der Kindergartenbesuch viel Neues, Abenteuerliches und Schönes mit sich.
Selbst robuste Krippenbesucher sind mit dieser n euen Umgebung herausgefordert. Plötzlich sind
sie wieder „die Kleinen“ und müssen sich in einer deutlich größere Kindergruppe orientieren. Mehr
Selbstständigkeit ist gefragt, denn die Erzieherinnen müssen sich um mehr Kinder kümmern und
das einzelne Kind ist stärker gefordert für seine Interessen, Wünsche und Bedürfnisse einzustehen.
Damit der Wechsel von der Krippe in den Kindergarten gut gelingt, begleiten wir diesen Übergang
sensibel in unseren Kitas. Zur gezielten Vorbereitung gehört insbesondere die Selbstständigkeit und
Verantwortungsübernahme der Kleinen. Wichtige Fertigkeiten, die bald routinemäßig klappen
sollten, werden hier gemeinsam eingeübt und entsprechen zudem dem wachsenden Autonomie -
wunsch der Kinder.
Ergänzend kann die Kindertagesstätte altersspezifische Angebote für die Großen bereitstellen –
zum Beispiel „die Kindergartenbande“ als Pendant zur Vorschule, eine Kindergartenbesichtigung
mit den bald wechselnden Krippenkindern, Besuche der Kindergartenkinder in der Krippe,
gemeinsame Morge nkreise und Patensch aften zwischen Groß und Klein. Auch der Austausch
zwischen alter und neuer Bezugsperson, gemeinsame Gespräche mit den Eltern und die
Thematisierung des Übertritts im Alltag der Kindergruppe gehören dazu.
Bei unseren Einrichtungen, di e sowohl Kinderkrippen - als auch Kindergartengruppen in ihrem
Haus betreuen, kann diese Übergangsgestaltung weitaus vertiefter stattfinden als wenn Kinder die
Einrichtung zum Kindergartenbesuch verlassen müssen. In diesem Fall findet die Vorbereitung
schwerpunktmäßig in der eigenen Krippe statt.
35
5.3
Der Eintritt ins Schulleben markiert für viele Kinder und ihre Familien einen ganz neuen
Lebensabschnitt. Während ältere Kinder und Jugendl iche die Schule als den „Ernst des Lebens“
wahrnehmen und ihr häufig mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen, überwiegt bei Kinder -
gartenkindern noch die Vorfreude auf den bevorstehenden Wechsel. Sie sind unheimlich stolz, dass
sie bald zu „den Großen“ gehören.
Vorschulkinder entwickeln unzählige Phantasien darüber, wie die Schule wohl sein wird. Stolz,
Hoffnungen und nervenkitzelnde Vorfreude mischen sich aber auch hier mit vagen Unsicherheiten
und ggf. auch leisen Befürchtungen.
Alle an der Bildungspartnerschaft Beteiligten sind in der Verantwortung, dem Kind diese wichtige,
chancenreiche und nicht ganz einfache Transition zu erleichtern. Ihre Aufgabe besteht darin,
a) den Erwerb aller für die Transition und die neue Lebensphase relevanten Fähigkeiten zu
unterstützen (Kompetenzerwerb unterstützen).
b) dem Kind dabei zu helfen, eine zuversichtliche Vorstellung darüber zu entwickeln, was es in
der Schule erwartet (Informationen bereitstellen).
c) Stabilität und Sicherheit während der Transition zu gewähren (einen sicheren Hafen bieten).
Klassischerweise findet in Kindertagesstätten eine sogenannte „Vorschule“ statt, welche die Kinder
auf den Schulbesuch vorbereiten soll. In den Einrichtungen von Kinderzentren Kunterbunt se hen
wir davon ab technische Fähigkeiten zu vermitteln, welche die Kinder in der Schule lernen (lesen,
schreiben, rechnen).
Stattdessen steht für uns der Erwerb derjenigen Kompetenzen im Mittelpunkt, die Kinder brauchen
um den Schulalltag gut bestehen zu können. Dazu gehören unter anderem
» die Fähigkeit zur Kontaktaufnahme mit anderen Kindern
» die Fähigkeit der eigenen Meinung, Ansicht und auch Unsicherheit Ausdruck zu verleihen
» die Fähigkeit und der Mut, Fragen zu stellen
» die Fähigkeit, Gespräche mit zu verfolgen und sich daran zu beteiligen
» die Fähigkeit sich Aufträge merken zu können
» eine gute Koordination zwischen Auge und Hand, sowie der Handmotorik
» die Fähigkeit in Phasen des konzentrierten Arbeitens eintreten zu können und sich in
Pausen gezielt zu entspannen
» der Mut vor einer Gruppe und zunächst fremden Erwachsenen zu sprechen
» die Fähigkeit, Ursache-Wirkung-Zusammenhänge nachvollziehen und erklären zu können.
Diese Kompetenzen erlernen Vorschulkinder nicht nur während einer gezielten Vorschulzeit,
sondern den ganzen Kindergartentag lang. „Vorschularbeit“ bedeutet deshalb vor allem, große
Kindergartenkinder in die Verantwortung zu nehmen, ihnen in der Komplexität angemessene
Mitgestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten bereit zu stellen, sie zum Hinterfragen, Erzählen und
Mitdenken einzuladen und ihnen die Erfahrung ermöglichen, dass sie selbst ihre eigene Situation
beeinflussen und verändern können.
36
Der Abschied der Vorschulkinder in die Schule kurz vor Schuljahreswechsel ist für angehende
Grundschüler eine wesentliche Stütze, um den Lebensabschnitt „Kindergartenzeit“ hinter sich zu
lassen und ganz und gar in die neue Rolle schlüpfen zu können.
Das Wissen darüber „was auf mich zukommt“, ist stets ein wichtiger Stabilitätsanker in jeder neuen
Situation. Kindern geht es da nicht anders als Erwachsenen. Sie haben ein großes Interesse daran,
was die Schule und der Schulalltag im Einzelnen bedeuten und möchten sich gerne eine konkrete
Vorstellung von diesem neuen Lebensbereich machen.
Hilfreich sind dafür Gespräche über die Schule, ein Besuch dort oder eine Grundschullehrerin, die
in die Einrichtung kommt. Die Grundschule wird hier zum engen Kooperationspartner des Kinder -
gartens.
Auch Erfahrungsberichte von ält eren Geschwisterkindern oder ehemaligen Kindergartenkindern
sind für die angehenden Schulkinder wichtige Informationsquellen. Im Sinne einer ko -
konstruktiven Angebotsgestaltung können Vorschüler das Gespräch mit den „Experten“ selbst
vorbereiten und mit ihren Fragen moderieren.
Ab dem Beginn der Schule besuchen die neuen Grundschüler den Kindergarten nicht mehr. Von
wenigen Besuchen abgesehen lassen sie den Kindergarten damit ein für alle Mal hinter sich. Umso
stärker sind sie darauf angewiesen, andernorts den sicheren Hafen zu finden, den sie für die neue
Herausforderung so dringend benötigen.
Natürlich ist die Familie hier der wichtigste Rückzugsort und Stabilitätsanker. Ein gemeinsamer
erster Schultag, die Begleitung auf de m Schulweg in den ersten Tagen, eine Mutter die das Kind
nach der Schule abholt und ein ehrlich interessierter Austausch über die Erlebnisse bei der
gemeinsamen Mahlzeit helfen Kindern dabei, sich leichter in der neuen Situation zurechtzufinden.
Eltern kö nnen hier unermessliche Hilfe leisten, indem sie für die Begeisterung, den Ärger, die
Unsicherheit, die Freude und das Mitteilungsbedürfnis ihres Kindes mit aufrichtigem Interesse
begegnen.
5.4
Neben den großen Verä nderungen, die als Transitionen das Leben bereichern und herausfordern,
gibt es auch zahllose kleine Veränderungen und Übergänge. Der Alltag jedes Menschen ist voll von
sich abwechselnden Tätigkeiten, Planänderungen und Neuigkeiten.
Um sie sinnvoll zu str ukturieren bildet sich jeder Mensch eine Vorstellung darüber, was er wann
und wie tun möchte. Bei selbstgeplanten Wechseln können wir uns sehr gut im Vorfeld darauf
einstellen und schaffen den Übertritt von der einen in die andere Tätigkeit problemlos. Sob ald eine
andere Person, eine Gruppe oder auch eine Veränderung der Situation die Führung übernimmt und
einen Tätigkeitswechsel vorgibt, kann der Wechsel irritierend sein. Die Person ist mehr oder
weniger plötzlich und ohne große eigene Mitbestimmungsmöglic hkeit gefordert, sich auf die
Änderung einzulassen und angemessen damit umzugehen.
37
Während Erwachsene schon einige Kompetenzen dafür erworben haben, wie sie – geplant oder
unverhofft – gut von einer Situation in die nächste wechseln können, sind Kinder di esbezüglich
noch auf mehr Unterstützung angewiesen. In den Kindertagesstätten von Kinderzentren
Kunterbunt wird daher darauf geachtet, angenehme Übergänge zwischen verschiedenen
Tätigkeiten und Tagesabschnitten zu gestalten.
Grundsätzlich orientiert sic h der Tagesablauf der Krippe und des Kindergartens an den
Bedürfnissen der Kinder in der entsprechenden Altersklasse. Mahlzeiten, Ruhe - und Wachphasen
sowie Aktivi täten und Konzentration fordernde Tätigkeiten finden da Platz, wo sie gemäß dem
natürlichen Bio-Rhythmus der Kinder Sinn machen. Die zum jeweiligen Zeitpunkt angebotene
Aktivität entspricht dann größtenteils dem ohnehin vorhandenen Bedürfnis der Kindergruppe.
Der Tagesablauf ist verbindlich vereinbart und wird im pädagogischen Alltag eingehalte n. Die
Kinder wissen so bald, was wann in der Gruppe passiert und stellen sich auf diesen Ablauf ein.
Eventuelle Abweichungen zu besonderen Anlässen kommunizieren die Betreuerinnen ausreichend
vorher und in verständlicher, nachvollziehbarer Art und Weise an die Kindergruppe.
Im Tagesablauf enthaltene Wechsel, z.B. zwischen Freispiel und Morgenkreis, werden von den
Betreuerinnen benannt und mit den Kindern gemeinsam Rituale vereinbart, die diesen Wechsel
ankündigen, ihn gestalten und ihm Regelmäßigkeit verleihen.
Während der Wechselphase bereiten die Betreuerinnen die Kinder inhaltlich und atmosphärisch auf
die nächste folgende Tätigkeit vor. Sie sind auch während der Wechselphase selbst für die Kinder
als Ansprechpartner verfügbar und gehen auf die besonde ren Bedürfnisse einzelner und der
Gruppe in angemessener Art und Weise ein.
5.5
Nicht nur Kinder brauchen eine gute Übergangsgestaltung – auch Erwachsene erleben eine gute
Begleitung in Transitionsprozessen als hilfreich und unterstützend.
In unseren Kindertagesstätten erleben verschiedene Erwachsene diverse Transitionsprozesse:
Eltern – die ihre Kinder erstmals in der Kindertagesstätte in die Betreuung geben, sind mit einer
wichtigen Transition befasst. Sie erhalten Begleitung un d Unterstützung durch aufmerksames und
zugewandtes Betreuungspersonal, das die Befindlichkeit der Eltern aufgreift und sie in den Ein -
gewöhnungsprozess einbezieht.
Neue Kollegen – gerade ein beruflicher Neuanfang kann viele Chancen, aber auch schwierige
Herausforderungen beinhalten. Hilfreich sind hier verbindliche Leitlinien, wie die Dinge funk -
tionieren, was von wem erwartet wird, wie die Arbeitsweise der Einrichtung, der Kollegen und des
Trägers ist. Die pädagogische Rahmenkonzeption, ein Organisat ionshandbuch des Trägers und
diverse Einrichtungsspezifische Regelungen geben hier Halt und Orientierung.
Neue Aufgaben – immer wieder wechseln Kollegen in neue Funktionen. Sie steigen zur Stell -
vertretung oder zur Einrichtungsleitung auf, übernehmen das Amt des Hygiene - oder Sicher -
heitsbeauftragten oder die Anleitung einer Praktikantin… Um auch diese Veränderungen gut und
stressfrei schaffen zu können, stellt der Träger interne Schulungen und Fortbildungsmöglichkeiten
bereit und verfügt über ein struktu riertes Einarbeitungskonzept. Alle wichtigen Ansprechpartner
sind klar benannt und nehmen sich Zeit für Rückfragen, Anliegen, Wünsche und Unsicherheiten.
38
Der Begriff der Gesundheit umfasst weit mehr als die Abwesenheit von Kr ankheiten bei einem
Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert sie als Zustand von vollkommenem
körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden (WHO, 2013).
Dieses Wohlbefinden soll in den Einrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt gGmbH s o weit wie
möglich Realität und für alle am Bildungsprozess Beteiligten erfahrbar werden.
Das seelische und geistige Wohlbefinden jedes Kindes ist ein Anliegen der vorliegenden Rahmen -
konzeption, die nicht nur dem gesetzlichen Förderauftrag von Kindertages einrichtungen3
entspricht, sondern auch verbindliche Handlungsrichtlinien für die förderliche Bildung und
Erziehung und ein wohltuendes Umfeld in den Kindertagesstätten der Kinderzentren Kunterbunt
beschreibt.
Im Bereich psychischen und physischen Wohlbef indens ist der Schutzauftrag der
Kindertagesstätten ein wesentliches Merkmal von ernsthafter institutioneller Fürsorge für das
Kindeswohl.
Um das Wohlbefinden der betreuten Kinder insbesondere im Bereich der körperlichen Gesundheit
zu gewährleisten, legt Kinderzentren Kunterbunt Wert auf ein durchdachtes Sicherheitskonzept,
verfügt über ein für den Kita -Bedarf angepasstes Hygienekonzept und verfolgt ein altersgemäßes
Ernährungskonzept.
6.1
Das Wohl des Kindes zu schützen ist nicht nur menschliche und moralisch -ethische Pflicht einer
Kindertagesstätte, sondern ein gesetzlich verankerter Auftrag der öffentlichen und freien
Jugendhilfe (§8a SGB VIII).
Eine Kita muss zunächst eine förderliche Bildung, Betreuung und E rziehung der Kinder in der
Einrichtung anbieten. Gleichzeitig hat sie aber auch eine Verantwortung über den eigenen
Bildungsauftrag hinaus. Der Schutzauftrag der Kindertagesstätte verpflichtet sie auch ein
Augenmerk darauf zu legen, dass dem uneingeschränk ten Kindeswohl keine Gefahr durch das
(häusliche) Umfeld droht.
Mit dem Schutzauftrag übergibt der Staat, der im Rahmen seines staatlichen Wächteramts über die
Pflege und Erziehung der Eltern wacht (Art. 6 GG), eine große Verantwortung an die öffentlichen
Einrichtungen. Als diejenige, die täglich und sehr direkt mit den Kindern und Familien im Kontakt
stehen, sollen die Pädagoginnen und Pädagogen sensibel darauf achten, dass das Kindeswohl jedes
Kindes gewährleistet ist.
Die Betreuungseinrichtung wird so zum Erfüllungsgehilfen des Jugendamts, welches die Rechte des
Kindes auf eine gewaltfreie und förderliche Erziehung gegenüber dem Elternrecht sicherstellt,
indem es im Falle einer (drohenden) Kindeswohlgefährdung aktiv wird.
Von einer Kindeswohlgefährdung ist die Rede, wenn:
„das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen
der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder
3 §22 SGB VIII
39
zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können
(Kindler, Lillig, Blüml, Meysen, & Werner, 2006).“
Werden dem Personal der Kindertagesstätte gewichtige Anhaltspunkte für eine bereits vorliegende
oder drohende Kindeswohlgefährdung bekannt, nimm t es nach Rücksprache mit der Qualitäts -
leitung Kontakt mit dem zuständigen Jugendamt (bzw. der insoweit erfahrenen Fachkraft) auf. Sie
berät die Kindertagesstätte zum weiteren Vorgehen.
Die konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern ist gleich nach dem Wohlbefinden des Kindes
dringendes Anliegen aller am Lösungsprozess Beteiligten. Gemeinsam mit ihnen sollen
Maßnahmen erarbeitet werden die dazu dienen, das Wohl des Kindes umgehend sicherzustellen
und die (drohende) Gefährdung abzuwenden.
Zur Sicherstellung des Schutzauftrags schließt der örtliche Träger der Jugendhilfe jeder Kita eine
Schutzvereinbarung mit Kinderzentren Kunterbunt für die Einrichtung ab. Darin sind konkrete
Verfahrensschritte und Ansprechpartner benannt.
Für den ganzen Vorgang – von d er Beobachtung kritischer Merkmale bis hin zu den äußersten
Maßnahmen des Familiengerichts - liegt ein schriftlicher Prozessablauf in der Einrichtung vor, über
den jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter zu Beginn seiner Tätigkeit bei Kinderzentren
Kunterbunt jährlich belehrt wird.
Um eine Gefährdung des Kindeswohls - insbesondere im Bereich des sexuellen Missbrauchs - durch
das Einrichtungspersonal auszuschließen, beschäftigt Kinderzentren Kunterbunt ausschließlich Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter mit einwandfreiem polizeilichem Führungszeugnis (§ 72a I SGB VIII).
Zur Einstellung muss das aktuelle erweiterte Führungszeugnis vorgelegt werden.
6.2
Dass das körperliche und seelische Wohlbefinden eines Menschen maßgeblich davon abhängt was
er zu sich nimmt, ist längst kein Geheimnis mehr.
Gerade in den ersten Lebensjahren ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung von
fundamentaler Bedeutung für eine gute körperliche Entwicklung und geistige Fitness. Neben der
bloßen Nahrungsaufnahme werden hier auch grundlegende Maßstäbe für das Ernährungs - und
Konsumverhalten im weiteren Leben festgelegt und zahlreiche sozial -emotionale, kulturelle und
intrapersonale Kompetenzen gebildet.
Das Ernährungskonzept der Kinderzentren Kunterbunt gGmbH richtet sich daher bei der
Zusammenstellung der Mahlzeiten nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung (DGE). Der Speiseplan orientiert sich an der Bremer Checkliste. Die verwendeten
Lebensmittel kommen frisch oder schockgefrostet von zertifizier ten Lieferanten und sind
größtenteils von Bio-Qualität.
Neben der Speiseplangestaltung beinhaltet das Ernährungskonzept auch die Gestaltung von
Mahlzeiten und Nahrungsaufnahme als sozial -emotionalen Lernsituationen in einem (inter -)
kulturellen Kontext. Es begreift Geschmacksbildung, Essen und Trinken als eine höchst persönliche
– und gewissermaßen intime – Angelegenheit, die einen respektvollen Umgang der
Bildungspartner miteinander fordert und angemessenen Raum für Individualität lässt.
40
6.3
Kindertagesstätten sind als Gemeinschaftseinr ichtungen einer besonderen Verpflichtung zur Ein -
haltung geeigneter Hygienemaßnahmen unterworfen. Das spiegelt sich in den unterschied lichsten
Bereichen der täglichen Arbeit vor Ort wider:
» In der Küche müssen Hygienerichtlinien für die Gemeinschaftsverpflegung eingehalten
werden, um Keimverbreitung, Verderben und Lebensmittelvergiftungen vorzubeugen.
» Beim Wickeln und Toilettengang der Kinder ist darauf zu achten, dass die persönliche
Körperhygiene des einzelnen Kindes genauso gelingt, wie die Sauberkeit der Sanitär-
anlagen, die Flächen- und Arbeitsmitteldesinfektion oder auch der Arbeitsschutz der
Mitarbeiter.
» Auch Krankheitserreger gelangen – schon allein aufgrund der Personenanzahl der Kinder,
Eltern und Mitarbeiter – in großer Menge in die Einrichtung. Um die Ausbreitung von
ansteckenden Krankheiten durch Viren, Bakterien oder Parasiten zu verhindern muss
besonders auf den Infektionsschutz geachtet werden.
Um jeder dieser Herausforderungen im Bereich Hy giene gerecht zu werden, arbeiten die Ein -
richtungen der Kinderzentren Kunterbunt gGmbH nach einem auf den Alltag der Kinder tages-
stätten zugeschnittenen Hygienekonzept. Dem liegen die einschlägigen Gesetzestexte (Lebens -
mittelhygiene-Verordnung LMHV, In fektionsschutzgesetz IfSG, EU Lebens mittelhygienerecht
HACCP Verordnung) zugrunde.
Jede Kindertageseinrichtung muss mindestens eine Person des Betreuungsteams als
Hygienebeauftragte stellen. Sie hat den Auftrag, die jährliche Hygieneschulung zu besuch en und
ihrerseits das Te am nachzuschulen. Die Hygienebeauftragte überwacht und koordiniert die
Einhaltung der Hygienerichtlinien in der Kita und steht als Ansprechpartner bei Fragen zur
Hygiene als interner Experte zur Verfügung.
6.4
Als Pendant zum Hygienekonzept gibt das Sicherheitskonzept der Kinderzentren Kunterbunt
Aufschluss darüber, welche sicherheitsrelevanten Aspekte rund um die Kindertagesstätte bedacht
werden und welche Maßnahmen zu deren Sicherstellung ergriffen werden müssen.
Das Sicherheitskonzept umfasst den Brandschutz der Kindertagesstätte, Betriebsersthelfer und
Erste Hilfe am Kind, die Gefährdungsbeurteilung in der Einrichtung anhand strukturierter
Kontrollbögen, Unfallvermeidung, Gesichtspunkte der Aufsichtspflicht im Zusammenhang mit
Sicherheit, sowie Aspekte des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit.
Ziel des Sicherheitskonzepts ist es, Unfälle und Sicherheitsrisiken in der Kindertagesstätte zu
vermeiden und über das richtige Verhalten in Notsituationen zu in formieren, sowie geeignete
Notfallübungen anzubieten.
Dazu gehört neben allen technischen und organisatorischen Vorschriften auch, in der
pädagogischen Arbeit Kinder auf Risiken und Gefahren aufmerksam zu machen. Kinder sollen sie
erkennen und einschätzen können und einen respektvollen, aber angstfreien Umgang damit
erlernen.
41
Vergleichbar mit der Position des Hygienebeauftragten wird auch ein Sicherheitsbeauftragter in
jeder Kindertagesstätte bestellt. Die zuständige Person ist Ansprechpartner auf dem Ge biet der
Sicherheitsförderung und unterstützt die Einrichtung bei ihren sicherheitsfördernden Aufgaben. Sie
hat im Bereich der Prävention eine beobachtende und beratende Funktion in der Einrichtung und
nimmt an der jährlichen Sicherheitsschulung des Trägers teil.
Um eine sichere Umgebung für Kinder, Besucher und Personal in der Kita sicherzustellen, arbeitet
jede Einrichtung mit diversen Expertenstellen für Sicherheit und Unfallvermeidung zusammen.
Dazu gehören Kooperationen mit dem Betriebsärztlichen Die nst, dem TÜV und der Unfallkasse,
dem örtlichen Gesundheitsamt und weiteren beratenden externen Organisationen und
Institutionen.
7
Diverse nationale und internationale Forschungen und wissenschaftliche Untersu chungen haben
hinreichend belegt, dass der Bildungsfortschritt des Kindes und der Erfolg pädagogischer
Bildungsarbeit maßgeblich von der Qualität der Bildungsprozesse und deren strukturellen und
kontextuellem Rahmen beeinflusst werden.
Deshalb legen wir e inen besonderen Fokus auf die Qualität unserer Bildungsarbeit in den
Dimensionen der Struktur -, Prozess - und Trägerqualität und stellen eine Auswahl an geeigneten
Qualitätssicherungsmaßnahmen zu deren Überprüfung zur Verfügung.
Mittelpunkt unserer Quali tätsüberlegungen ist dabei immer das einzelne Kind. Deshalb muss sich
die in den Kindertagesstätten geleistete pädagogische Arbeit in ihrer Qualität daran messen lassen,
ob sie die vielfältigen kindlichen Bedürfnisse angemessen berücksichtigt und das Wohlb efinden
und die Entwicklung des Kindes fördert.
Zur Erfüllung des Bildungsauftrags liegen in den folgenden Qualitätsstandards zur Strukturqualität
vor, die den landesspezifischen Bestimmungen und Bildungsvereinbarungen der Bundesländer für
Kindertagesstätten entsprechen.
Die Prozessqualität beschreibt die Interaktion der Akteure der Kindertagesstätte untereinander,
während die Trägerqualität Informationen über den institutionellen Rahmen im Hintergrund der
Kita bereitstellt.
7.1
Die Stru kturqualität umfasst die Rahmenbedingungen, die als strukturelle Komponenten die
Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Einrichtung umgeben. Die zugrundeliegenden Standards
setzen sich aus Vorgaben zusammen, die durch die Beteiligten im weitesten Sinne definiert werden.
So finden hier die relevanten bundesweiten Verordnungen, die Bildungsvereinbarungen der
Bundesländer und deren länderspezifische gesetzlichen Grundlagen zur Kindertagesbetreuung,
sowie trägereigene Standards für das strukturelle Erscheinungsbild Berücksichtigung.
42
Als bundesweit anerkannter Träger von Kindertageseinrichtungen verpflichten wir uns den
gesetzlichen Vorgaben von Bund und Ländern und respektieren die länderspezifischen Mindest -
anforderungen.
Die im Folgenden aufgeführten Bereic he struktureller Qualität sind Bundesland spezifisch
formuliert und auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt.
Unsere Kindertagesstätten in Nordrhein - Westfalen verfügen über drei unterschiedliche
Gruppenformen, die im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern
(Kinderbildungsgesetz – KiBiz) beschrieben werden. Dabei orientiert sich die Gruppenstärke, also
die Anzahl und die Altersstruktur der betreuten Kinder, an der Gruppenform und den dafür
festgelegten Standards (§19 KiBiZ).
Das NRW -Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (KiBiZ) gibt Eltern die
Möglichkeit, die Betreuungszeiten für Ihr Kind flexibel zu gestalten. Dabei werden sie bei
Kinderzentren Kunterbunt von den Leitungskräften in den Tageseinrichtungen und d em
Belegungsservice in der Verwaltung freundlich beraten. Grundsätzlich stehen drei verschiedene
Gruppenformen zur Auswahl:
Gruppenform I
In dieser Gruppenform werden zwanzig Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung
betreut. Hierbei soll die A nzahl der Kinder im Alter von zwei Jahren je Gruppe mindestens vier,
aber nicht mehr als sechs Jahre betragen.
Gruppenform II
In der Gruppenform II werden zehn Kinder im Alter von unter drei Jahren betreut.
Gruppenform III
Diese Gruppenform bietet eine Betreuung für bis zu 25 Kinder ab dem Alter von drei Jahren.
Für jede der dargestellten Gruppenformen können die Familien eine wöchentliche Betreuungszeit
von 25, 35 oder 45 Stunden buchen.
Nicht nur die Anzahl der betreuten Kinder b emisst sich an der Gruppenart; sie bedingt auch ganz
wesentlich die Personalausstattung der einzelnen Gruppe und der Einrichtung als Ganzes, die sich
im Personal-Kind-Schlüssel anzeigen lässt.
Neben den Personalstunden spielt die Qualifikation der Betreue rinnen und Betreuer eine
entscheidende Rolle.
43
Personal-Kind-Schlüssel
Der Personal -Kind-Schlüssel beschreibt das Verhältnis zwischen des Betreuungsumfangs der
Kinder und den Personalstunden. Den altersspezifischen Bedürfnissen der betreuten Kinder wird
insoweit Rechnung getragen, als diese in der Gruppenart durch die zulässige Kinderzahl pro
Gruppe berücksichtigt sind.
Die Beschreibung der Gruppenformen in der Anlage zu § 19 KiBiz ist die Basis für die Ausstattung
der Angebotsstruktur in der Einrichtung . Das bedingt einen flexiblen Einsatz des pädagogischen
Personals in der Einrichtung.
44
Wöchentliche
Betreuungszei
t
Gruppenform I
Gruppenform II
Gruppenform III
Insgesamt 25
Stunden
2 Fachkräfte,
insgesamt 55
Fachkraftstunde
n
12,5 sonstige
Personalkraftsun
den
einschließlich
Freistellung
2 Fachkräfte,
insgesamt 55
FKS
15 sonstige
Personalkraftstu
nden
einschließlich
Freistellung
1 Fach - und 1
Ergänzungskraft,
insgesamt 27,5
Fachkraftstunden
und 27,5
Ergänzungskraftstun
den
10 sonstige
Personalkraftstunde
n einschließlich
Freistellung
Insgesamt 35
Stunden
2 Fachkräfte,
insgesamt 77
Fachkraftstunde
n
17,5 sonstige
Personalkraftstu
nden
einschließlich
Freistellung
2 Fachkräfte,
insgesamt 77
FKS
21 sonstige
Personalkraftstu
nden
einschließlich
Freistellung
1 Fachkraft und !
Ergänzungskraft,
insgesamt 38,5
Fachkraftstunden
und 38,5
ERgänzungskraftstu
nden
14 sonstige
Personalkraftstunde
n einschließlich
Freistellung
Insgesamt 45
Stunden
2 Fachkräfte,
insgesamt 9 9
Stunden
Fachkraftstunde
n
22, 5 sonstige
Personalkraftstu
nden
einschließlich
Freistellung
2 Fachkräfte,
insgesamt 99
FKS
27 sonstige
Personalkraftstu
nden
einschließlich
Freistellung
1 Fachkraft und 1
Ergänzungskraft,
insgesamt 49,5
Fachkraftstunden
und 49,5
Ergänzungskraftstun
den
18 sonstige
Personalkraftstunde
n einschließlich
Freistellung
45
Qualifikation Personal
In unseren Kindertagesstätten achten wir auf umfassend ausgebildetes und gut qualifiziertes
Personal. Dafür stellen wir unseren Mitarb eitern interne Schulungseinheiten und ein festes
Fortbildungsbudget zur Verfügung; wir achten aber auch bei der Einstellung auf eine gute
berufliche Grundausbildung und die im Kindertagesbetreuungsgesetzt festgeschriebene,
notwendige fachliche Eignung.
Als Gruppenleitungen beschäftigen wir in den Gruppenformen I und II staatlich anerkannte
Erzieherinnen und Erzieher, staatlich anerkannte Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sowie
staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger Sozi alpädagogen oder
Absolventen anderer pädagogischer Fachrichtungen.
In der Gruppenform III beschäftigen wir als Ergänzungskräfte Kinderpflegerinnen und
Kinderpfleger, Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, Heilerziehungshelferinnen und
Heilerziehungshelfer, Krippenerzieherinnen und Krippenerzieher oder Personen mit einer
vergleichbaren Ausbildung.
Eine angenehme räumliche Um gebung und vielfältige Material ausstattung betrachten wir als
wichtige Voraussetzung für kindli ches Explorations- und Lernverhalten. Deshalb legen wir bei der
Ausstattung unserer Kitas großen Wert auf attraktiv gestaltete Funktions - und Nutzbereiche, sowie
qualitativ hochwertige und zertifizierte Materialien und Möbel.
a) Raummatrix
Unseren Krippengruppen steht ein großzügiger Gruppenraum zur Verfügung. Als Anhaltspunkt
gelten hier 4,5 m2 Bodenfläche pro Kind, so dass sich die Gruppenräume in einer Größenordnung
von rund 45 m2 bewegen. Meist angegliedert liegt der Gruppennebenraum mit einer Fläche von 18-
24 m2. Außerdem ist jede Krippengruppe noch mit einem zusätzlichen Schlafraum, ebenfalls 18 – 24
m2 ausgestattet. Hier finden die Krippenkinder ihren eigenen Schlafplatz für die Mittagsruhe.
In den Gruppenformen I und III stellen wir jeweils eine n Gruppenraum (ca.45 m2) und einen
Nebenraum (18-24 m2) mit einer Gesamtfläche von rund 68 m2 zur Verfügung.
Die Gruppenform I ist zusätzlich noch mit einem gruppenbezogenen Raum zur Differenzierung der
Arbeit z. B. für das Ruhen und Schlafen ausgestatt et. (18- 24 m2 ) Auch wenn die Gestaltung und
Aufteilung von Intensiv - und Ruheräumen je nach Einrichtung variiert, steht jedem
Kindergartenkind die Möglichkeit einer Mittagsruhe zur Verfügung.
Funktionsbereiche integriert jede Einrichtung entsprechend i hren räumlichen Gegebenheiten und
dem pädagogischen Schwerpunkt der Kita. In jedem Fall ist sichergestellt, dass unterschiedliche
Funktionsbereiche in der pädagogischen Arbeit definiert werden können – in eigenen, zusätzlichen
Räumen oder integriert in den Gruppen-, Neben - oder Mehrzweckraum. Die Funktionsräume
können Forschen, Musik, Bewegung, Atelier, Werkstatt, Sprache – Literacy, Bauen und
Konstruieren, Rollenspiel, Entspannung, Ruhen, Mensa und Küche, Medien und Technologien zum
Thema haben.
Die besp ielbare Freifläche im Außenbereich grenzt – außer in wenigen baulich nicht anders
möglichen Einzelfällen - direkt an die Einrichtung an. Er beinhaltet beispielsweise den Sand - und
46
Wasserspielbereich, Gelegenheiten zum Klettern und Turnen, unterschiedliche
Bodenbeschaffenheiten und –beläge, offene Frei - und Fahrflächen und fest installie rte, TÜV -
geprüfte Spielgeräte. Mit einer ansprechenden Topographie und der Verwendung von
Naturmaterialien möchten wir das Außengelände möglichst naturnah und harmonisch gestalten.
In der Einrichtung stehen ein eigener, altersgemäß gestalteter Pflege- und Sanitärbereich für
Kinder zur Verfügung. Die Sanitäranlagen für Personal und Besucher sind jeweils separat und nach
Möglichkeit barrierefrei gestaltet.
Für die direkt in der Kindertagesstätte geleistete Verwaltungs - und Leitungstätigkeit steht der
Einrichtungsleitung ein eigenes Leitungsbüro zur Verfügung. Je nach Größe der Einrichtung ist ein
weiterer Raum für Eltern - und Mitarbeitergespräche vorhanden; andernfalls finden diese ebenfalls
im Leitungsbüro statt.
Das Personal findet im Personalraum Eigentumsfächer, Garderoben, oft eine kleine Teeküche und
Platz für Pausen oder die Vorbereitungszeit.
Im Küchenbereich werden die Lebensmittel – je nach Belieferungssystem – frisch zubereitet,
teilweise zugekocht oder in einem Convectomaten schonend für die Mahlzeiten der Kinder
aufbereitet. Meist angeschlossene Lagerflächen ermöglichen eine Aufbewahrung der Lebensmittel
nach HACCP-Standards (siehe Kapitel 6.3 Hygienekonzept) u nd kurze Wege für die in der Küche
anfallenden hauswirtschaftlichen Arbeiten.
Neben dem Lebensmittellager steht ein eigener Lagerraum für sonstige hauswirtschaftliche Geräte
und Mittel zur Verfügung. Spielsachen und Material für die pädagogische Arbeit e rhalten ebenfalls
gesonderte Abstellflächen, um die Übersichtlichkeit des Spielangebots in den Gruppen zu erhalten
und die Ordnung in der Einrichtung zu vereinfachen.
Eigene Abstellflächen für Kinderwägen bieten Eltern einen größeren Komfort beim Bringen und
Abholen der Kinder. Da bei der Auszeichnung dieser Flächen bewusst auf freie Fluchtwege
geachtet wird, tragen sie zudem zur Sicherheit von Kindern und Mitarbeitern bei.
b) Raumgestaltung
Nicht nur die Auswahl und Zusammenstellung der verfügbaren Räum e, auch die eigentliche
Raumgestaltung leistet einen wesentlichen Beitrag zur kindlichen Bildung und Entwicklung. Um
das gewährleisten zu können, orientieren wir uns in der Ausstattung und Ausgestaltung der
Räumlichkeiten an den Bedürfnissen der Kinder.
Bei der Raumgestaltung achten wir auf helle, einladende Räumlichkeiten, die Kinder in ihrem
Spiel- und Kommunikationsverhalten stimulieren und Wohlbefinden ausstrahlen. Zwischen
Kindern und räumlicher Umgebung entwickelt sich ein interaktiver Dialog. Er fi ndet Ausdruck in
der Materialvielfalt, diversen Funktionsbereichen, einem stimmigen Farbkonzept und
ansprechendem Freiraum auf der einen Seite; und kindlicher Raumaneignung, Mitgestaltung und
der Balance zwischen Aufbewahren und Verändern durch die Kinder auf der anderen Seite.
In der Möblierung und dem Angebot von Spiel - und Materialressourcen achten wir auf Ästhetik
und in jeder Einrichtung auf eine einheitliche Linie im individuellen Gestaltungskonzept. Die
47
Kinder erleben dies stimulierend und beruhigen d und werden zur Sorgfalt und Behutsamkeit
angeregt.
Unsere Möbel fertigen Fachbetriebe für die Möblierung von Kindertagesstätten, die auf gut
verträgliche Werkstoffe und umweltbewusste Herstellung achten und mit den notwendigen
Sicherheitsvorschriften ( wie Schwerentflammbarkeit, abgerundete Kanten, Klemmschutz,
Spaltmaße, etc.) vertraut sind.
Spielmaterial bestellen wir bei namhaften Firmen, die qualitativ hochwertige und gut verarbeitete
Spielsachen herstellen. Bei der Ausstattung der Einrichtung und der einzelnen Gruppe legen wir
ein besonderes Augenmerk darauf, altersgemäße Spielsachen anzubieten und vor allem
Mindestaltersgrenzen zu berücksichtigen. Auswahl und Angebot des Spielzeugs finden auf der
Grundlage von pädagogischen Überlegungen statt, so dass hier von einem differenzierten und
pädagogisch hochwertigen Bestand ausgegangen werden kann.
Eine detaillierte Darstellung des Raumangebots jeder Einrichtung findet sich im jeweiligen
Hauskonzept. Gegebenenfalls ist bei einzelnen Häusern der Bestand s- oder Denkmalschutz zu
berücksichtigen.
Der Zeitaufwand der täglichen Bildungs - und Erziehungsarbeit unserer Mitarbeiter in den
Kindertagesstätten besteht nicht nur aus der Arbeitszeit am Kind. Um gute pädagogische Arbeit
vorbereiten und leisten zu können, Entwicklungsschritte von Kindern gezielt beobachten und
Gespräche mit Eltern, Fachdiensten und im Fachkollegium führen zu können, ist eine dafür
vorgesehene Mehrzeit notwendig.
Diese Vorbereitungszeit räumen wir unserem Personal ei n, indem wir sie in die
Personalberechnung einfließen lassen. Ausreichende Personalstunden (bzw. zusätzliche
Mitarbeiter) ermöglichen es den Fachkräften, sich zeitweise aus dem Gruppenalltag herauszuziehen
und wichtige Aufgaben zu erledigen. Dazu zählt neb en den genannten Tätigkeiten auch das die
Besprechung im Kleinteam der Gruppe, Teamsitzungen der Einrichtung oder die Anleitung von
Praktikanten. (NRW keine Angaben zur Vorbereitungszeit)
Personalausfall durch Krank heit, Fortbildung oder intern e Veranstaltungen werden im
Anstellungsschlüssel berücksichtigt.
Die Einrichtungsleitung ist von der Gruppenleitung freigestellt und zählt entsprechend im
Anstellungsschlüssel. Die Freistellung dient dabei nicht ausschließlich der Konzentration auf
Leitungsaufgaben, sondern stellt auch einen Mehrwert für die pädagogische Arbeit in den Gruppen
dar, die durch praxisnahe Begleitung un d Anleitung der pädagogischen Mitarbeiter durch die
Leitung, gruppenübergreifende pädagogische Angebote und gegebenenfalls Springertätigkeit der
Einrichtungsleitung.
48
Das kindliche Bedürfnis von Sicherheit und Stabilität gilt als eine der wichtigsten Grundlage für
das Wohlbefinden des Kindes und damit einer gelungene Bildungsarbeit in der Kita. Deshalb ist es
wichtig, die größtmögliche Stabilität in der Betreuung der Kinder zu gewähren.
Unter einer stabilen Betreuungssituation ve rstehen wir das gesamte Erleben des Kindes in der
Einrichtung, das durch Veränderung bewegt wird. Sie ist durch zahlreiche, für sich genommen
mehr oder weniger stark beeinflussbare Einzelfaktoren bestimmt; in ihrer Gesamtheit erlauben sie
es allerdings ein konstantes Setting aufzubauen und die Stabilität der Betreuung für das einzelne
Kind aufrecht zu erhalten:
Erwachsene Bezugspersonen
Wichtiger Bezugspunkt sind neben der Kindergruppe und den Spielkameraden des Kindes auch
die Pädagoginnen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, unser Personal langfristig zu halten und durch
eine faire und aufgeschlossene Mitarbeiterpolitik den Kindern ihre liebgewordenen
Bezugspersonen zu erhalten. Im Fall von Personalwechseln liegt uns die Gestaltung eines guten
Übergangs se hr am Herzen. Dabei gilt es immer öfter die Balance zwischen schnellen Lösungen
und einer tragfähigen, langfristig vertretbaren neuen Mitarbeiterin zu meistern. Unser Fokus liegt
auch in diesem Prozess darauf, ausschließlich fachlich qualifiziertes und emp athisches Personal für
die Begleitung der uns anvertrauten Kinder zu finden – selbst wenn das manchmal eine Zeit des
Wartens und Überbrückens bedeutet.
Vertrautes Umfeld
Neben dem Gruppenpersonal dürfen andere wichtige Ankerpunkte der Kinder in der Einri chtung
nicht vergessen werden: Vertraute Rituale geben Orientierung im Tagesablauf und stellen eine
vorhersehbare Regelmäßigkeit dar. In der gut bekannten Umgebung der Krippen - oder
Kindergartengruppe haben die Kinder Handlungssicherheit durch beliebte Spi elsachen und
Aufenthaltsorte.
Kindergruppe und Freunde
Die Kindergruppe als solche und insbesondere die guten Spielkameraden und Freunde sind von
zentraler Bedeutung in der Stabilität der Betreuungssituation. Das Kind erlebt sich als Teil eines
Ganzen, k ennt seinen Wert für die Gruppe und weiß, in welcher Rolle es sich befindet. Eine
gemeinsame Werte- und Normenvereinbarung mit klaren Regeln und Absprachen gibt Sicherheit
und Handlungsorientierung.
Stark für Veränderung
Gleichzeitig sehen wir uns dem Au ftrag verpflichtet, Kinder aus einer sicheren stabilen Umgebung
heraus auch für Veränderungen stark zu machen (siehe Kapitel 3). Das kann nur gelingen, wenn
das System dynamisch bleibt, Neuerungen zulässt und Veränderung auf kindgerechte Art und
Weise them atisiert. Im Sinne einer ko -konstruktiven Bildung möchten wir deshalb
Veränderungsprozesse dialogisch begleiten und auf der Grundlage von Geborgenheit und
Sicherheit Neues wagen (siehe Kapitel 5).
49
Um die oben bezeich nete Stabilität gewährleisten zu können, strukturieren wir den
Betreuungsablauf des einzelnen Kindes anhand grundsätzlicher und auf den Einzelfall bezogener
pädagogischer Überlegungen. Individualisierte entwicklungspsychologische, pädagogische sowie
gruppendynamische Aspekte finden bei der Eingliederung in der Kindergruppe und in der
Angebotsplanung Berücksichtigung.
Durch die Alltagsgestaltung in der Kindertagesstätte ist der Betreuungsablauf für die
Gesamtgruppe verlässlich strukturiert und organisie rt. Gleichzeitig ist der Tagesablauf durchsetzt
mit kind sspezifischen Aktionen, kindlicher Eigeninitiative und Gestaltungsfreiraum für die
Erfüllung der individuellen Bedürfnisse der Kinder.
7.2
Mit der Prozessqualität werden die möglichen Interaktionsformen im Beziehungsgeflecht innerhalb
der Einrichtung und die Interaktion zu den relevanten außenliegenden Beteiligten beschrieben.
Im Allgemeinen beziehen sich die prozessualen Aspekte von Erziehungsqualität auf die täglichen
Erfahrungen des Kindes mit der Fachkraft. Die Interaktion zwischen der betreuenden Fachkraft und
dem Kind, die in unterschiedlichsten Lernsituationen vollzogen wird, verdient deshalb besonderes
Augenmerk. Neben dieser Dimension der Fachkraft-Kind-Interaktion berücksichtigt Prozessqualität
aber auch die Interaktionen der Kinder und der Fachkräfte jeweils untereinander, die Interaktion
zwischen Fachkräften und Eltern sowie die Interaktion der Einrichtungsleitung mit dem Träger als
wesentliche Bestandteile qualitativer Betr euung und Elemente eines gelungenen
Bildungsprozesses.
Aufgabe und Verantwortung des Trägers ist es, prozessuale Konzepte für die einzelnen Inter -
aktionsbereiche zu entwickeln und die notwendigen Ressourcen zu deren Umsetzung zur
Verfügung zu stellen. D ie Organisation von Bildungsprozessen bestimmt die Standards
pädagogischer Qualität (Fthenakis, Bildung neu definieren und hohe Bildungsqualität von Anfang
an sichern. , 2009).
Jeder Interaktion, welche die Fachkraft mit dem Kind eingeht, ist von ihrer wertschätzenden und
dem Kind in jeder Hinsicht positiv gegenüberstehenden Haltung geprägt. Die in den vorherigen
Kapiteln definierte, ko -konstruktive Haltung der Fachkraft und das Bild vom Kind als aktiver
Gestalter seiner Bildung und Entwicklung finden Umsetzung in der alltäglichen Interaktion und
werden hier bewusst gelebt (siehe Kapitel 2).
Das Verhalten der Fachkraft lässt sich als achtsam und liebevoll, aufmerksam, offen und verant -
wortungsvoll unterstützend beschreiben. Es zeichnet sich aus durch häufige, aktive Interaktion und
aktive Zuwendung d es Erziehers zum Kind und eine dialogische Gestaltung von pädagogischen
Situationen, Bildungserfahrungen und -prozessen in den verschiedensten Bildungsbereichen. Diese
Erfahrungen finden in einem geeigneten Rahmen statt, für dessen Bereitstellung di e Fachkraft
50
verantwortlich ist und in dem die beteiligten Akteure als gleichberechtigte Bildungspartner
handeln.
Die Fachkraft schafft durch Mimi k, Gestik und Intonation eine angenehme Atmosphäre und bringt
dem Kind durch eine richtige Anrede Respekt und Wertschätzung entgegen. Ein höflicher Umgang
miteinander wird vorgelebt und findet beispielsweise im höflichen Unterbrechen der kindlichen
Spieltätigkeit Anwendung. Die Fachkraft steht den Kindern als Ansprechpartnerin zur Verfügung
und dient mit ihrem Verhalten als Vorbild für Imitation.
Das Kind greift das Verhalten der Fachkraft für seine eigenen Interaktionsmuster beispielhaft auf
und verhält sich seinerseits respektvoll und höflich gegenüber der Fachkraft. Als aktiver Gestalter
seines Bildungsprozesses steht dem Kind nicht nur von Gesetzeswegen ein Partizipations - und
Beschwerderecht zu. Schon im Säuglings - und Kleinkindalter werden die Kind er bereits durch
geeignete Formen der Meinungsäußerung und des Widerspruchs in die Mitgestaltung des
pädagogischen Alltags einbezogen. Umso mehr ist die angemessene und umfängliche Beteiligung
der Kinder im späteren Alter selbstverständlich.
Die Peer-Interaktion, also das wechselnde aufeinander Einwirken der Gleichaltrigen untereinander,
stellt einen wichtigen Bildungsraum und ein bedeutsames persönliches und soziales Erfahrungsfeld
dar. Hier finden hochkomplexe Bildungspr ozesse aus allen Bereichen statt (Wetzel, Itzlinger, &
Krumm, 1997). Peer-Interaktion und die darin ablaufenden Erfahrungen haben ihren festen Platz in
der Kindertagesstätte, dürfen sein und sich entwickeln und werden durch die pädagogischen
Mitarbeiter unterstützt und begleitet. Dabei kommt der Vorbildfunktion der Fachkraft methodisch
eine besondere Rolle zu. Zur Verstärkung positiver Verhaltensweisen und dem Erlernen des
Umgangs miteinander in Momenten des Wohlbefindens oder d er Enttäuschung dienen Gespräche
über Handlungen, Interaktionen und Gefühle von Kindern, in denen gemeinsam Bewältigungs -
strategien erarbeitet werden.
Die Fachkraft beweist in diesen Situationen besonderes Feingefühl für die
Problemlösungsstrategien der Kinder untereinander und in der Peer -Interaktion stattfindende ko -
konstruktive Prozesse, die stets eines besonderen Schutzes – insbesondere vor verfrühter
erzieherischer Intervention – und ausreichender Zeitressourcen bedürfen.
Sie trägt die Verantwortung dafür, alle Kinder in die Peer -Interaktion einzubeziehen und Raum für
diese Interaktionsdimension zur Verfügung zu stellen.
Kinder erleben die Einrichtung als sozialen Kontext, der maßgeblich von den Werten u nd Normen
des pädagogischen Personals bestimmt wird. Diese Werte und Normen finden - wie in kaum einem
anderen Bereich - Ausdruck in der Interaktion der Fachkräfte untereinander.
Relevant ist zum einen das „Was?“ – der Inhalt der Interaktionen, der sich auf im weitesten Sinne
fachliche Aspekte beziehen kann, genauso aber auch den persönlichen Austausch der Mit -
arbeiterinnen untereinander meint. Zum anderen ist das „Wie?“ bedeutsam. Darunter verstehen
51
wir die Art und Weise, wie die Pädagogen in ihrer tägli chen Zusammenarbeit miteinander
umgehen und alle Aspekte der gegenseitigen Ansprache: Zeitpunkt und Häufigkeit der Ansprache,
Wortwahl und Tonfall, Mimik und Gestik, verbale und non-verbale Kommunikation.
Die Qualität der Erzieher -Erzieher-Interaktion ist geprägt von gegenseitiger fachlicher und
persönlicher Anerkennung, dem konstanten Bestreben nach harmonischer, am Wohl des Kindes
orientierter Zusammenarbeit und offenen und kooperativen Haltung im Gruppen - und Ein -
richtungsteam. Kritik wird sachlich und konstruktiv formuliert und dient der (selbstkritischen)
Reflexion, der kontinuierlichen persönlichen Weiterentwicklung und fachlichen Verbesserung.
Die aufmerksame und reflektierte Teamführung durch die Einrichtungsleitung trägt zur Gestaltung
eines ang enehmen Miteinanders und einer guten Arbeitsatmosphäre bei. Regelmäßige Team -
sitzungen und Mitarbeitergespräche, sowie der jährlich stattfindende Teamtag, die gemeinsame
Weihnachtsfeier im Team und gegebenenfalls geeignete Fortbildungsangebote für Leitung
und/oder Mitarbeiter können bei der Umsetzung behilflich sein. Zusätzliche Unterstützung erfährt
die Einrichtungsleitung durch die Zusammenarbeit mit Personal- und Qualitätsabteilung.
Die im Kapitel 4 – Bildungspartnerschaft und Kooperationen beschriebenen Grundsätze einer gelunge-
nen Bildungspartnerschaft mit den Eltern der betreuten Kinder müssen sich zwangsläufig in der
Qualität der Erzieher -Eltern-Interaktion niederschlagen. Die gegenseitige, wertschätzend e Haltung
von Erziehern und Eltern bestimmt den Grundton der Interaktion. Sie bewirkt ehrliches Interesse
an der Perspektive des Bildungspartners und schafft so die notwendige Offenheit und das
Vertrauen, gemeinsam Bildungsprozesse des Kindes zu initiieren und zu begleiten.
Eltern sind unangefochtene, exklusive Experten für ihr Kind mit seinen Bedürfnissen und in seiner
Lebenswelt. Erzieher sind bildungs - und erziehungswissenschaftliches Fachpersonal, mit um -
fangreichem fachtheoretischen Hintergrundwissen und oft breit gefächertem Erfahrungsschatz.
Beide Perspektiven können sich ergänzen, wenn eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet.
Das setzt die Vereinbarung von gemeinsamen Bildungszielen voraus, die unter echten Beteiligungs-
möglichkeiten aller Bildungspartner und im konstanten Austausch erreicht werden können.
Im wertschätzenden Umgang zwischen Eltern und Fachkräften profitieren die Kinder in vielfältiger
Hinsicht: Sie bauen leichter eine Beziehung zur Fachkraft auf, werden durch die auf verschied enen
Ebenen stattfindende Unterstützung in ih rem Selbstbewusstsein gestärkt und erleben in der
Anerkennung ihrer Familie durch die Kita eine zusätzliche Aufwertung der Familienbeziehung und
-bindung. Für Eltern besteht hier die Chance, zu einem besseren un d umfassenderen Verständnis
für ihr Kind zu gelangen und nachvollziehbare Einblicke in das Kita -Geschehen und die Arbeit der
Pädagogen mit dem eigenen Kind zu erhalten. Erzieherinnen erweitern im besseren Kennenlernen
der betreuten Kinder und Familien eine rseits ihre eigenen Handlungskompetenzen; gleichzeitig
erleben sie sich als professionelle Ansprechpartner und wertvolles Gegenüber für Eltern. Die
Anerkennung für ihre Fachkompetenz wird als deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen
erlebt.
Jede Kindertagesstätte schafft im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten und der einzigartigen
Personenkonstellation mit Team, Kindern, Eltern, Einrichtungsleitung und weiteren möglichen
Bildungspartnern Raum und Ressourcen für die gelebte Bildungspartnerschaft (siehe Kapitel 4).
52
In der Einrichtungsleitung überschneiden sich die Aufgabenfelder und Handlungsbereiche von
Träger und Einrichtung. Sie bildet damit eine wichtige Schnittstelle zwischen der Gesamt -
organisation und Verwaltung von Kinderzentren Kunterbunt auf der einen und der Institution Kita
mit allen Beteiligten auf der anderen Seite.
In diesem Spannungsfeld ist eine hohe Qualität der Interaktion zwischen Träger und Einrichtungs -
leitung besonders wichtig. Ein kontinuierlicher Informationsfluss und offener Austausch sind dabei
genauso unerlässlich, wie klare Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche.
Wie auch in allen anderen Interaktionsdimensionen ist der Umgang hier von Wertschätzung,
Transparenz und diversen Möglichkeiten der Beteiligung geprägt.
Die Interaktion zwischen Einrichtungsleitung und Träger findet mit klar benannten Zuständigen
statt. In der Verwaltung werden konkrete Ansprechpartner zu den verschiedenen Fachgebieten
benannt. Dabei wird auf Zugeh örigkeit zur entsprechenden Fachdisziplin geachtet, sodass die
Leitungen kompetente Auskünfte und Unterstützung in ihren Belangen erfahren.
Von Trägerseite werden Standards definiert, die durch regelmäßige Besuche und Telefonkontakte
in und mit der Einric htung, differenzierte Arbeitsprozesse für Schnittstellenaufgaben und
zusätzliche Individualinterventionen des Trägers eine zuverlässige Betreuung der Einrichtungen
sicherstellen.
7.3
Kinderzentren Kunterbunt sieht sich als Träger von Kindertagesstätten in der besonderen
Verantwortung, eine gute Qualität der angebotenen Kinderbetreuung herzustellen und zu erhalten.
Deshalb unterliegt auch die Trägerarbeit dem Anspruch, die tatsächlichen und diversen kindlichen
Bedürfnisse im Entwicklungsprozess zu berücksichtigen und zu befriedigen. Summe und Güte der
einzelnen Trägerfunktionen werden dahingehend kontinuierlich überprüft und optimiert.
Die im Folgenden aufgeschlüsselten Dimensionen von Trägerqualität dienen der struktur ierten
Auswertung und Veranschaulichung der ta tsächlichen Trägeraufgaben und -verantwortlichkeiten,
Qualitätssicherungsmaßnahmen und Evaluationsmethoden.
Die Bedarfs - und Angebotsplanung der Kinderzentren Kunterbunt unterliegt einem Planungs -
konzept, das die besonderen Interessen der Kooperationspartner vor Ort beachtet. Für Gemeinden
und Kommunen steht dabei unter anderem die städtebauliche und demografische Entwicklung des
Standorts im Fokus, während unsere Kooperationsbetriebe vor allem den zu erwartenden Bedarf an
Betreuungsplätzen für ihre Mitarbeiter berücksichtigen.
In seiner Beratungskompetenz entwickelt der Träger Vorschläge zur Bedarfsdeckung und bringt
diese in den (über)örtlichen Prozess der Kindertagesstättenplanung ein.
Zudem ist die Angebotsplanung stets der Vision einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf
unterworfen, sodass die Bedürfnisse berufstätiger Eltern als zentrales Element Eingang in die
strategische Planung jeder Kindertagesstätte fließen.
Insbesondere während des ersten Jahres nach Inbetriebnahme der Einrichtung findet eine Fein -
justierung des Leistungsangebots der Kindertagesstätte in Zusammenarbeit mit der Einrichtungs -
53
leitung und der Elternvertretung vor Ort statt. Als wesentliche s Instrument dient dabei die jährlich
stattfindende Elternbefragung, die Auskunft über die tatsächlichen Bedarfe der betreuten Familien
gibt. Die Ergebnisse dieser Befragung werden in der Angebotsplanung berücksichtigt.
Im Sinne einer ko -konstruktiven Pädagogik sind die Meinungen, Bedürfnisse und Interessen der
Kinder unabdingbar in der Weiterentwicklung der Einrichtung und ihres Leistungsangebots. Die
Kinder haben deshalb ein wichtiges Votum in der Gestaltung des Kita -Alltags. Bereiche der
Mitgestaltung k önnen beispielsweise die Außenflächengestaltung, der Tagesablauf, individuelle
Regeln und Vereinbarungen zum Miteinander, die Inhalte der pädagogischen Angebote und Bil -
dungsimpulse, die Verwendung des Gruppengeldes (Spielgeld) oder auch das in der Einric htung
angebotene Kursprogramm sein.
Über die pädagogische Rahmenkonzeption, das individuell auf die Einrichtung zugeschnittene
Hauskonzept und diverse Broschüren stellt der Träger seinen Leistungskatalog anschaulich für
Eltern, Kooperationspartner, Gemein den, Förderer und Investoren vor. Die darin enthaltenen
Angaben werden regelmäßig aktualisiert und auf ihre Richtigkeit hin überprüft.
Die Standards für die Zusammenarbeit mit Familien sind insbesondere durch d ie vorliegende
Rahmenkonzeption festgelegt. Sie werden aber auch durch die Mitwirkung der Elternvertretung in
der Einrichtung und rechtlichen Vorgaben diesbezüglich bestimmt.
Es findet ein Aufnahmegespräch zu Beginn der Eingewöhnung, sowie ein Reflexions gespräch am
Ende der Eingewöhnung des Kindes mit den Eltern statt. Zweimal im Jahr führen die
pädagogischen Mitarbeiter Entwicklungsgespräche über die aktuellen Entwicklungen des Kindes in
der Einrichtung mit den Eltern durch. Tägliche Tür- und Angelgespräche dienen der tagesaktuellen
Informationsvermittlung und dem kontinuierlichen Austausch. Im Rahmen von Elternabenden und
Fachvorträgen werden Eltern über die Anliegen, Aktivitäten und Planungen der Einrichtung
informiert und können ihrerseits Anregungen und Wünsche einbringen.
Das Kursprogramm von Kinderzentren Kunterbunt sieht zweimal im Jahr ein Kursangebot aus den
Säulen „Elterninformation“ und „Eltern -Kind-Kurs“ vor. Die Einrichtung tauscht sich hierzu mit
den Eltern über deren Interessen aus und stellt ein entsprechendes Angebot vor.
Die Überprüfung der vereinbarten Qualitätsstandards zur Familienorientierung und Eltern -
beteiligung findet anhand der Gesprächsprotokolle, der Kursübersicht und bei
Einrichtungsbesuchen durch die Qualitätsleitung statt . Informationsschreiben und Elternbriefe
werden englisch-sprachigen Eltern in ihrer Muttersprache zur Verfügung gestellt.
Jährlich werden die Eltern zur Zufriedenheit mit der pädagogischen Arbeit der Einrichtung und
den Öffnungszeiten der Kindertagesstätte befragt. Gegebenenfalls werden daraufhin Anpassungen
in den Öffnungszeiten vorgenommen.
Die Ansprechpartner des Trägers sind den Eltern bekannt und können jederzeit zu verschiedenen
Anliegen kontaktiert werden. Die Einrichtungsleitung leitet Anfragen g egebenenfalls weiter. Ein
niederschwelliges Reklamationsmanagement regt zu offener Rückmeldung und konstruktiver
gemeinsamer Lösungsfindung an.
Die Information der Eltern über ihre mögliche Beteiligung im Elternbeirat erfolgt durch die Ein -
richtungsleitung. Sie lädt alle Eltern zum offenen Elternabend mit Elternbeiratswahl ein. Infor ma-
tionsmaterial zu den Aufgaben, Rechten und Pflichten des Elternbeirats kann vom Träger angefor-
dert werden. Der Träger unterstützt Formen der Zusammenarbeit zwischen Kita und Eltern.
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Die Kinderzentren Kunterbunt arbeitet betriebswirtschaftlich professionell, strategisch und auf der
Grundlage der aktuell geltenden Vorgaben bezüglich der Finanzierung von Kindertagesstätten. Der
Träger kennt die rechtliche n Grundlagen und Vorgaben zur Finanzierung von Kindertagesstätten
und hält sich über Neuerungen auf dem Laufenden. Auch über aktuelle Finanzierungsstrategien
und Fragen des Finanzmanagements werden regelmäßig Fortbildungseinheiten besucht und
Informationen eingeholt.
Der Träger sorgt für die vorschriftsmäßige E rledigung der Buchführung. Die gGmbH ist prüfungs-
pflichtig nach Handelsgesetzbuch; die Buchführung und der Jahresabschluss der gGmbH werden
von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer auf Ordnungsmäßi gkeit geprüft und beurteilt. In
Verwaltung und Buchhaltung wird ausschließlich fachlich einschlägig ausgebildetes und gut
qualifiziertes Personal beschäftigt.
Ein schriftlicher, klar gegliederter Haushaltsplan zeigt die monatliche Entwicklung von Aufwand
und Erträgen pro Einrichtung. Der Haushaltsplan ist zustimmungspflichtig im Beirat der gGmbH
und wird den finanzierenden Banken vorgelegt.
Bezüglich der Belegungsprognose werden auch die Kitas an der Erstellung des Haushaltsplans
beteiligt. Parameter einer ökonomischen Betriebsführung werden dabei genauso berücksichtigt, wie
pädagogische Notwendigkeiten. Die verschiedenen Organisationseinheiten (hier v.a. Buchhaltung/
Belegung, Einrichtung und Qualitätsleitung) sind diesbezüglich im Austausch und achten auf die
Vereinbarkeit beider Perspektiven.
Die Einrichtungsleitungen der Kinderzentren Kunterbunt tragen im Sinne vereinfachter Orga -
nisationsabläufe eigene Budgetverantwortung. Sie verfügen über das Einrichtungsbudget, das
Fortbildungsbudget der Mitarbeiter ihrer Einrichtung, sowie das Gruppengeld (Spielgeldkasse) und
mögliche Elternspenden für ihre Kita.
Zur weiteren Mittelbeschaffung betreibt der Träger Spenden - bzw. Sponsorenakquise. Das
geschieht v.a. durch die Marketingabteilung oder die Geschäftsführung. Die Konditionen bei
finanziellen und materiellen Zuwendungen von Sponsoren werden im Vertrag dokumentiert und
durch die Verwaltung der gGmbH nachverfolgt.
Kinderzentren Kunterbunt arbeitet mit zwei Konzeptionssch riften. Für alle Kindertages einrich-
tungen des Trägers gilt die vorliegende Pädagogische Rahmenkonzeption als verbindliche, träger -
spezifische Vereinbarung zur Arbeit der Kindertageseinrichtungen.
Sie umfasst die geltenden Grundsätze und Leitziele des Tr ägers zu Bildungs -, Erziehungs - und
Betreuungsaufgaben der Kitas (siehe Kapitel 2) Außerdem erläutert sie das einheitliche Schutz -
konzept ( siehe Kapitel 6 ), das Hygiene - und das Sicherheitskonzept ( siehe Kapitel 6 ) und das
Konzept zur Trägerqualität ( Kapitel 7). Alle bundesweiten, für den Kita -Alltag relevanten
gesetzlichen Vorgaben finden hier Berücksichtigung.
Zusätzlich verfügt jede Einrichtung über ein Hauskonzept, das über das individuelle Leistungs -
angebot der Tageseinrichtung Auskunft gibt und sich dabei an den spezifischen rechtlichen
Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes orientiert. Das Hauskonzept wird durch die
Qualitätsabteilung auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität geprüft.
55
Die Anpassung im Hauskonzept erfolgt an dafür vorgesehenen Teamtagen durch das pädagogische
Team der Einrichtung und durch die Qualitätsleitung. Im Internetauftritt des Trägers werden alle
Einrichtungen einzeln vorgestellt. Dort ist das jeweilige Hauskonzept veröffentlicht.
Die Mitarbeiter erhalten Information smaterial über die landesrelevanten Bildungsvereinbarungen
und werden vom Träger über eventuelle Änderungen informiert. Zu pädagogisch -konzeptionellen
Neuerungen bilden sie sich eigenverantwortlich unter Einsatz des individuellen Fortbildungs -
budgets und anhand von Fachliteratur und -austausch kontinuierlich weiter.
Die Information über trägerspezifische Grundsätze und Leitziele zu Bildungs -, Erziehungs - und
Betreuungsaufgaben von Kindertageseinrichtungen erhalten die Einrichtungen neben der
Pädagogischen Rahmenkonzeption der Kinderzentren Kunterbunt vor allem im fachlichen
Austausch an Leitungs- und Regionaltreffen.
Lebensweltorientierung stellt einen zentralen Bestandteil der pädagogischen Herangehensweise im
ko-konstruktiven Ansatz dar (siehe Kapitel 3) . Praktische Umsetzung findet sie in der Bildungs -
partnerschaft mit einrichtungsinternen und -externen sozialräumlichen Akteuren (siehe Kapitel 4).
Elternbeteiligung ist bei der Erarbeitung der Pädagogischen Rahmenkonzeption in Funktion eines
Beirats möglich. Anregungen aus den Elterngremien werden angehört und in die Konzeptionsarbeit
einbezogen.
Die pädagogische Arbeit der Einrichtung wird zuverlässig und kontinuierlich dokumentiert. Die
Einrichtung gestaltet kontinuierlich fortlaufend die Dokumentation der Bildungsarbeit. Dabei
entscheidet sie selbst über eine geeignete Form der Präsentation von Prozessen und Aktivitäten in
den Gruppen.
Die Kindertagesstätten haben im Rahmen der trägereigenen Vereinbarung einen großen,
individuellen Spielraum in der Ge staltung des pädagogischen Alltags und der Verwendung der
einrichtungseigenen Ressourcen. Die Teilnahme an innovativen Projekten und die Durchführung
eigeninitiativer Aktionen ist von Trägerseite ausdrücklich erwünscht und wird sowohl durch den
benannten G estaltungsspielraum, als auch durch zusätzliche Ressourcen, Informationen und
Hinweise auf verschiedene Projekte und Ausschreibungen gefördert.
Kinderzentren Kunterbunt verfügt über ein langfristiges Konzept zur Öffentlichkeitsarbe it. Jährlich
erarbeitet die Marketingabteilung eine bedarfsgerechte und zeitgemäße Marketingstrategie, die
neben der Reflexion und ggf. Überarbeitung des Marketingkonzepts auch den neuen Jahres - und
Budgetplan des Marketings enthält.
In der Marketingabte ilung des Trägers arbeiten ausschließlich fachlich einschlägig qualifizierte
Mitarbeiter (Dipl. Kommunikationswirt/In).
Die Öffentlichkeitsarbeit des Trägers richtet sich dabei an folgende Zielgruppen:
» Eltern und deren Kinder
» Gemeinden, Kommunen und Städte
» Unternehmen und Betriebe
» Politik, Behörden und die Öffentlichkeit
Außerdem richtet sich die Werbung an potenzielle Bewerber und dient dazu, Kinderzentren
Kunterbunt per Mitarbeiterbroschüre, Internetauftritt, Facebook -Profil oder auch am Messestand
als attraktiven Arbeitgeber für Fachkräfte vorzustellen.
56
Auch die einzelnen Kindertageseinrichtungen sind in diesem Marketingkonzept inbegriffen. Es
liegt stets aktuelles Informationsmaterial über die Kita vor (z.B. Flyer, Pl akate oder
Einrichtungsfolder) und sie verfügt über einen attraktiven Internetauftritt. Durch den Träger wird
jede Kita aktiv bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die zentrale Stelle in der Verwaltung bietet
beispielsweise Hilfe bei der Erstellung von Presseverteilern und Pressemitteilungen an.
Der Versand von Materialien an Journalisten, Einladungen zu diversen Veranstaltungen und
Presseanfragen bzw. -mitteilungen übernimmt die Marketingabteilung. Die Medien - und
Pressearbeit wird regelmäßig betrieben. Dazu gehören auch Stellungn ahmen zu aktuellen Themen
aus Gesellschaft und Politik rund um den Bereich der Erziehung, Bildung und
Kindertagesbetreuung im Internet oder bei Fachveranstaltungen.
Das eingangs beschriebene Leitbild dient als Orientierung und übergeordneter Handlungsleitfaden.
In ihrer Ausrichtung und Entwicklung orientieren sich sowohl die einzelnen Einrichtungen der
Kinderzentren Kunterbunt, als auch der Gesamtträger am vereinbarten Leitbild. In regelmäßigen
Evaluationsschleifen wird das Leitbild im Hinblick auf seine Aktualität und Relevanz überprüft.
Klar verteilte Verantwortungsbereiche und Entscheidungskompetenzen sowie definierte Ablauf -
prozesse geben Mitarbeitern in Einrichtungen und Verwaltung konkrete Richtungsweis ung für
alltägliche Handlungen, Entscheidungen und Vorgehensweisen. Ansprechpartner und Sachgebiets-
zuständige sind festgelegt und in dieser Funktion bekannt.
Wo sich Arbeitsbereiche unterschiedlicher Abteilungen oder Personen überschneiden und die Zu -
ständigkeit und Vorgehensweise zunächst unklar ist, werden zusammen mit allen Beteiligten
sinnvolle und funktionale Regelungen für den Umgang mit der Schnittstelle festgelegt.
Zur Evaluation der Arbeit in den Kindertagesstätten ist die Qualitätsabteilung e ingesetzt. Sie
betreut die Kindertagesstätten mit regional zugeordneten Qualitätsleitungen in fachlicher Hinsicht
und nimmt neben einer Beratungs - auch die Kontrollfunktion ein. Der Evaluation der
Einrichtungsarbeit dienen diverse Instrumente:
Die pädagog ische Qualität der Gruppen wird durch regelmäßige Einschätzungen nach KRIPS -R
und KES-R evaluiert. Dabei fließen auch sonstige Sicherungsmaßnahmen im pädagogischen Bereich
(Dokumentation der Bildungsarbeit in Wochen - und Quartalsberichten, Beobachtungsunte rlagen,
Protokolle), sowie zu Hygiene und Sicherheit (Prüfprotokolle, Hygienepläne, etc.) in die
Auswertung ein.
Ein kontinuierlicher und offener Austausch zwischen Träger und Einrichtungen bildet einen
wichtigen Grundstein zur konstruktiven Zusammenarbei t. Dabei liegt stets ein Fokus darauf,
Herausforderungen und Probleme frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Der Informationsfluss richtet sich deshalb in beide Richtungen; sowohl aus der Einrichtung zum
Träger hin, als auch vom Träger zur Einrichtung. Dies erfolgt über klar festgelegte und bekannte
Ansprechpartner. Für die Kindertagesstätte ist die Einrichtungsleitung Ansprechpartner und
Sprachrohr ins Team, die Elternschaft oder ggf. externe Akteure.
Eine regelmäßige Kontaktaufnahme von Seiten des Trägers an die Einrichtung hilft genauso bei der
Umsetzung eines guten Austauschs wie Besuche vor Ort und eine gute Erreichbarkeit der
Ansprechpartner aus der Verwaltung für die Kita.
Veränderung und Weiterentwicklung ist wünschenswert. Sie kann allerdings nur mit Hilfe einer
umsichtigen und gewissenhaften Planung, funktionierendem Informationsfluss und offenem
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Austausch über mögliche Hindernisse und Vorbehalte gelingen. Langfristig stabil ist eine Ver -
änderung nur dann, wenn sie von allen Beteiligten mitgetragen wird.
Kinderzentren Kunterbunt versteht sich als Ko -Konstrukteur. Bei Veränderungsprozessen in der
Organisation werden deshalb alle Akteure angemessen beteiligt und im Entscheidungsprozess
berücksichtigt.
Die Umsetzung der Einricht ungsziele wird vom Träger aus allen Abteilungen überprüft und
begleitet. Gemeinsam mit der Einrichtungsleitung werden mögliche Lösungen für auftretende
Schwierigkeiten erarbeitet und Unterstützungsangebote von Seiten des Trägers gemacht.
Jeder der zahlreichen Mitarbeiter von Kinderzentren Kunterbunt leistet seinen einzigartigen und
wichtigen Beitrag zum Gelingen des Bildungs - und Erziehungsauftrags. Ein von Wertschätzung
und Vertrauen geprägtes Arbeitsverhältnis – sowohl mit den Teamk ollegen und der
Einrichtungsleitung vor Ort, als auch mit den fachlich und disziplinarisch vorgesetzten Abteilungen
des Trägers – ist dabei aus dem Katalog der strukturellen Rahmenbedingungen eine der wichtigsten
Voraussetzungen für eine gute und komplikationsfreie Arbeit im pädagogischen Alltag.
Eine dem Mitarbeiter zugewandte Personalpolitik verstehen wir deshalb als wesentliches Merkmal
unseres Trägers. Strukturen geben, Vertrauen schenken, Entwickl ungsperspektiven aufzeigen und
Zufriedenheit schaffen sind unsere zentralen Anliegen, wenn wir von der Kiku-Familie sprechen.
Erreicht wird dies neben einer positiven, wertschätzenden Grundhaltung gegenüber den Mit -
arbeitern durch folgende Organisationsstrukturen:
Regelmäßige Personalstanderhebung und Überprüfung der Personalstruktur
Die Personalplanung orientiert sich an länderspezifischen Vorgaben zu Personal -Kind-Schlüssel
und den tatsächlichen Bedarfen der Kindertagesstätten, abhängig von deren Größe und
individueller Situation. Messinstrumente zur objekt iven Personalstandserhebung sind
Verwendungsnachweise (z.B. Kibiz, adebis Kita) und der kontinuierliche Austausch mit
Einrichtungsleitungen, in dem ins besondere subjektive Bedarfe, die durch die förderrelevanten
Schlüssel nicht zwingend berücksichtig sind, thematisiert werden.
Monatlich überprüft der Träger den Personal -Kind-Schlüssel jeder Einrichtung. Die Ergebnisse
dieser Prüfung fließen unmittelbar in die weitere Personalplanung ein.
Transparente Organisations- und Dienststellenstrukturen
Transparente Organisationsstrukturen und eindeutig geklärte Erwartungen, Ansprüche und
Ansprechpartner sind gerade für neue Mitarbeiter wichtig, um sich schnell und zuverlässig
orientierten zu können. Das wird durch ein klar gegliedertes Organigramm des Trägers (bz w. der
Verwaltung) und Arbeitsplatzbeschreibungen für jede Funktion und Berufsgruppe sichergestellt.
In der Einarbeitungsphase lernen neue Mitarbeiter diese Inhalte gemeinsam mit einem
Vorgesetzten kennen. Die im Organigramm dargestellte Gliederung des Tr ägers, d.h. der
Verwaltung, Kita und die Verknüpfung zwischen beiden wird erläutert und die Aufgaben jeder
Dienststelle sowie der Name des Ansprechpartners zu diesem Bereich benannt.
In der Stellenbeschreibung lernt der Mitarbeiter eigene Aufgaben und Zus tändigkeiten kennen,
wird über seine Personalverantwortung und Weisungsbefugnisse – soweit vorhanden – unterrichtet
und erhält eine Erklärung über die eigene hierarchische Eingliederung.
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Die Einarbeitung mit dem Vorgesetzten dient außerdem dazu, einen ko mpetenten
Ansprechpartner für jegliche Art der Rückfragen oder Unklarheiten zuzuordnen. Das Kennen eines
eindeutig für den jeweiligen Mitarbeiter Zuständigen vereinfacht die Einarbeitung durch kurze
Wege und schafft Klarheit und Orientierung in einer neuen, zunächst unbekannten Umgebung.
Multiple Personalakquise
Um fachlich qualifiziertes und persönlich gut geeignetes Personal für die Kindertagesstätten, aber
auch für Trägeraufgaben in den Verwaltungsabteilungen zu akquirieren, nutzt Kinderzentren
Kunterbunt diverse Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung. Neben Stellenausschreibungen (auf
der Homepage, bei der Bundesagentur für Arbeit, in Zeitungen und in sozialen Netzwerken) ist der
Träger auf einschlägigen Fachmessen vertreten und wirbt durch Mitarbeiter broschüren, Banner -
werbung und Aushänge um Interessierte. Zudem beauftragen wir Personalvermittlungsagenturen
europaweit mit der Suche nach geeigneten Mitarbeitern und kooperieren mit den
Ausbildungsstellen der pädagogischen Berufe (Praktikumsstellen, ausb ildungs-
/studienbegleitender Minijob, Praxisbegleitende Aus- und Weiterbildung, Berufseinstieg).
Ergänzt wird das Konzept zur Personalakquise durch ein attraktives Mitarbeiter -werben-
Mitarbeiter-Programm, denn zufriedene Angestellte haben die größte Überzeugungskraft.
Mitarbeiterbeteiligung in der Personalauswahl
Das Grundverständnis von einem kompetenten, vertrauenswürdigen und qualifizierten Mitarbeiter
verlangt Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten für die Angestellten.
Im Bereich der Personal auswahl ist die Beteiligung durch das bestehende Personal insbesondere
durch die Hospitation des Interessenten in der Einrichtung gegeben. Ihre Eindrücke und
Meinungen geben die Teammitglieder an die Leitung und über diese an die Personalabteilung
weiter. Die Rückmeldung fließt priorisiert in die Entscheidung für oder gegen den Bewerber/die
Bewerberin ein.
Transparentes Personalentwicklungskonzept
Mitarbeiter in ihrer individuellen und fachlichen Entwicklung zu fördern ist uns ein großes
Anliegen. In der t rägereigenen Mitarbeiterbroschüre finden unsere Angestellten allgemeine
Informationen zur Personalentwicklung, die im jährlich stattfindenden persönlichen
Zielvereinbarungsgespräch (zwischen Einrichtungsleitung und Mitarbeiter, bzw. Träger und
Einrichtungsleitung) individualisiert und angepasst werden.
Personalentwicklung findet statt durch trägerinterne Beratungs - und Coachingangebote, Fort -
bildungsmöglichkeiten und berufliche Weiterbildung, sowie Aufstiegsperspektiven und Zusatz -
qualifikationen. Für Einrichtungsleitungen und ihre Stellvertretungen bietet das eigene Assessment-
Center die Gelegenheit, Leitungskompetenzen zu überprüfen und mit Hilfe dieses Instruments den
eigenen, individuellen Fortbildungsbedarf zu ermitteln.
Die Auswahl der Fortbildung en trifft jeder Mitarbeiter in Rücksprache mit der Einrichtungsleitung
und unter Berücksichtigung des trägereigenen Fortbildungskonzepts. Unterstützung erfährt die
Einrichtung bei Fragen und Informationsbedarf über die Qualitätsabteilung. Die Qualitätsabte ilung
ist auch verantwortlich für adäquate Schulungsangebote für Mitarbeiter bei der Übernahme von
Funktionsstellen (z.B. Hygiene -/Sicherheitsbeauftragte) und stellt durch stichprobenartige Kon -
trollen die umfassende Fortbildung und themenspezifische Schulung aller Mitarbeiter sicher.
59
Maßnahmen der Teamentwicklung
Eine gut funktionierende Zusammenarbeit in Teams kommt nicht zufällig zustande. Sie verlangt
eine gute Teamentwicklung, damit die gemeinsamen Ressourcen zu einem konstruktiven
Miteinander zusammenfließen können. Eine von ko -konstruktiven Methoden geprägte Teamkultur
schafft nicht nur Arbeitserleichterung für den Einzelnen, sondern bestärkt in den gemeinsam
erreichten Ergebnissen und hat einen wichtigen Vorbildcharakter.
Um eine derartige Teamku ltur zu schaffen, unterstützt der Träger die Einrichtung zunächst durch
eigens für die Teamentwicklung bereitgestellte Zeitressourcen. Neu eröffnete Einrichtungen haben
zusätzlich einen Tag zur Verfügung, an dem die Ausrichtung des Teams und Grundwerte der
Zusammenarbeit dieser neu entstehenden Arbeitsgemeinschaft gelegt werden. Insbesondere in den
ersten Wochen und Monaten des Aufbaus, aber auch danach erhält die Einrichtungsleitung eine
gute Anbindung an die Verwaltung, um Unterstützung in den zu bewältig enden Aufgaben zu
erfahren. Dazu gehört auch ein permanentes Beratungsangebot für die Einrichtungsleitung
(Qualitätsleitung, Personalabteilung) in Bezug auf Auswertungsmethoden und Instrumente der
Teamentwicklung.
Zusätzlich können Teamsitzungen und Team tage durch den Träger begleitet werden. Es finden
Konflikt- und Beratungsgespräche mit Mitarbeitern und Kleingruppen statt. Die Möglichkeit von
externer Supervision (zusätzlich zur Beratung durch die zuständige Qualitätsleitung) wird über die
Nutzung der F ortbildungsbudgets angeboten und kann in diesem Rahmen eigenständig von der
Einrichtung (d.h. Einrichtungsleitung in Rücksprache mit dem Team) in Auftrag gegeben werden.
Ausbildung und Anleitung
Die Ausbildung von qualifiziertem Fachpersonal hat einen ho hen Stellenwert bei Kinderzentren
Kunterbunt. Sowohl in unseren Einrichtungen als auch in den verschiedenen Abteilungen der Ver -
waltung werden zahlreiche Ausbildungsplätze angeboten.
Die Kindertagesstätten verfügen grundsätzlich je Gruppe über eine Prakt ikantenstelle, die sich in
ihrer Ausrichtung und Umsetzung an den jeweiligen Ausbildungsformen der verschiedenen
Bundesländer und Fachschulen orientiert. Praktikanten werden entsprechend ihrer individuellen
fachlichen Fähigkeiten und persönlichen Reife mi t verschiedenen Aufgaben des pädagogischen
Alltags betraut. Hierbei wird der Lernhorizont des Praktikanten, seine fachlichen Interessen und die
Bedürfnisse der Einrichtung berücksichtigt und weitestgehend in Einklang gebracht.
Der Anleitung von Praktikanten als zukünftigen Fachkräften wird ausreichende Zeit und ein regel -
mäßiger wöchentlicher Termin eingeräumt. Die zuständige Anleitung besucht Anleitertreffen der
Fachschule und rich tet ihre Anleitergespräche und -methoden auf das Konzept und die Ziele der
Ausbildungsstelle aus. Sie bemüht sich um eine kooperative Zusammenarbeit mit den Fachlehr -
kräften der Ausbildungsstelle und pflegt den Austausch mit Schule und Praktikant.
Jährliche Zielvereinbarung
Einmal im Jahr findet ein Zielvereinbarungsgespräch je des Mitarbeiters statt. In den Kinder -
tagesstätten führt die Einrichtungsleitung die Gespräche mit allen Mitarbeitern. Mit der Leitung
spricht mindestens ein Vertreter aus Qualitäts - oder Personalabteilung. In diesen Gesprächen wird
die Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen( -gruppen) und Dienststellen reflektiert, Erwar -
tungen geklärt und gemeinsam Jahresziele festgelegt. Besteht Schulungs - oder Fortbildungsbedarf,
können auch dazu Vereinbarungen getroffen werden.
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Eltern
» Jährliche Elternbefragung
» Quartalsweise Befragung
des Elternbeirates
» Feedbackbögen bei
Elternkursen
» Trägersprechstunde
» Trägerteilnahme bei
Elternabenden
Die Ziele aus dem Vorjahr – soweit vorhanden – werden auf ihren Erfolg überprüft und
Hindernisse bzw. unterstützende Maßnahmen zur Erreichung besprochen. Eine individuelle
Gehaltsstruktur honoriert qualifizierte und engagierte Praxisleistungen.
Für die Kindertageseinri chtung sind konkrete Qualitätsstandards im Hinblick auf Struktur -,
Interaktions- und Prozessqualität festgelegt. Diese werden in der Pädagogischen
Rahmenkonzeption vorgestellt und von der Qualitätsabteilung auf ihre Erfüllung überprüft.
Evaluationsmethoden sind regelmäßige Selbst - und Teamreflexion, Fallbesprechungen und
kollegiales Feedback, jährliche Eltern - und Mitarbeiterbefragungen, jährliche Trägerbewertung
durch die Einrichtungsleitung, regelmäßige Eltern - und Mitarbeitergespräche, Beobachtungsbögen
für die pädagogische Arbeit und ein umfangreiches Reklamationsmanagement.
Insbesondere bei der Ausgestaltung des pädagogischen Schwerpunkts der Einrichtung ist das
pädagogische Team zur Beteiligung aufgefordert. Hier fließen individuelle Interessen und
Qualifikationen der Mitarbeiter direkt in die Erarbeitung einer gemeinsamen Vision für die
Kindertagesstätte ein. Die Mitwirkung an der Gestaltung des Hauskonzepts kann dabei auch in
Verbindung mit weiteren Maßnahmen zur Mitarbeiterentwicklung, wie dem Ziel vereinbarungs-
gespräch oder Fortbildungsmöglichkeiten, stehen.
Die Überarbeitung des Hauskonzepts im Hinblick auf den pädagogischen Schwerpunkt findet
jährlich Eingang in den Teamtag des pädagogischen Teams der Einrichtung. Die Rückmeldungen
aus der Q ualitätseinschätzung in einer Gruppe der Einrichtung wird in Teamsitzungen reflektiert.
Daraus leiten sich Verbesserungsvorschläge und neue Handlungsalternativen für den pädagogi -
schen Alltag ab.
Das regelmäßige Durchführen einer Situationsanalyse auf Eb ene des Trägers trägt dazu bei,
Schwachstellen zu identifizieren und konstruktive Lösungen dafür zu erarbeiten. Die Einrichtungen
bzw. Einrichtungsleitungen leisten mit der jährlich stattfindenden Trägerbewertung einen
wichtigen Beitrag dazu und ergänzen den Verwaltungsinternen Blick um die Perspektive der
Mitarbeiter aus den Einrichtungen.
Kinder & Einrichtung
» Eingewöhnungsprotokolle
» Verfahren der Krippen-
und Kindergarten
Einschätzungsskala
» Stichprobenkontrollen
» Einrichtungsinterner
Lernzielkatalog
» Jährlicher Hygienecheck
Mitarbeiter
» Jährliche Mitarbeiter-
befragung
» Bildungsplannachweise
» Fortbildungsberichte
» Persönlicher
Lernzielkatalog
» Hospitationsberichte
61
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Anlage A
4650 Zeichen
Anlage A zur V/0253/2020 Kurzüberblick Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus die Träger- schaft für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Bundesgesetzgeber hat für den Ausbau von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten in Deutschland einen gesetzlichen Rechtsanspruch geschaffen. Dieser Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt seit dem 1. August 2013 für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Stadt Münster greift die Pflichtaufgabe zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreu- ung in der Produktgruppe 0601 „Förderung von Kindern in Tagesbetreuung“ in zwei Zielen auf. Zum einen ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 - 6 Jahren sicherzustellen und weiterhin sollen Tagesbetreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder mit einer Versorgungsquote von bis zu 50 % ausgebaut werden. Mit dem Erreichen dieser Werte werden die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität mit hohem Wohn- wert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln“ forciert. Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung der Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne und die anschließende Trägervergabe mit der Vorlage V/0831/2019 beschlossen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus die Träger- schaft für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf zu übertragen. Mit dem Beschluss über die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung York Kaserne wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger bestimmt, so dass weitere Detailplanungen in Ko- operation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Finanzierung Produktgruppe: 0601 Förderung von Kindern in Tagesbetreuung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2020 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Die Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung York Kaserne betragen auf der Grundlage der unter Ziffer 1 der Begründung genannten Gruppenstrukturen Oktober bis Dezember 2022 244.900 € und 2023 ff. 985.800 €. Der städtische Betriebskostenanteil liegt für Oktober bis Dezember 2022 bei 120.980 € und für 2023 ff. bei 486.985 €. Die Betriebskostenzuschüsse wurden bereits mit dem Er- richtungsbeschluss V/0831/2019 dargestellt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Gesetzliche Grundlagen: SGB VIII §§ 22 – 26, insbesondere § 24 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzüge im Basisszenario "Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort" auf 326.000 Einwohner steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachstum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner zählen. Die wach- sende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil der Kitaaus- bauplanung. Alle Maßnahmen zum Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder orientieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu tragen insbesondere die bedarfsgerechte Schaffung von Plätzen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für ü3-Kinder und der Ausbau von u3-Plätzen bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kindertagesbetreuung werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der Ausbau von Kin- dertagesbetreuungsangeboten im Einklang mit der Ausrichtung Münsters als führender Wirt- schaftsstandort.
Anlage_5.3_Fröbel_Leitbild_York_Kaserne
10824 Zeichen
Die Rechte von Kindern sind Fundament unserer
Arbeit. Schon unser Namensgeber Friedrich Fröbel stell
te als Innovator der Pädagogik das Kind als eigen
ständiges Individuum in den Mittelpunkt seiner päda
gogischen Idee. Diesem Ideal und dieser Tradition füh
len wir uns auch in Zukunft verpflichtet.
Wir sind ein zuverlässiger Partner für Eltern und ihre Kin
der und gewährleisten eine beziehungsbasierte und lie
bevolle Erziehung und Betreuung. Wir legen Wert dar
auf, Menschen zu bilden, um sie darin zu unterstützen,
selbstständige, selbstbewusste, vorurteilsbewusste
und verantwortungsvolle Mitglieder einer demokrati
schen Gesellschaft zu werden. Wir unterstützen Kinder
dabei, eigene Wertmaßstäbe zu entwickeln.
Wir stehen für eine interkulturelle Offenheit in unseren
Krippen, Kindergärten und Horten, um Menschen mit
vielfältigen kulturellen und sprachlichen Lebenswelten
an der Bildung, Erziehung und Betreuung zu beteiligen.
Wir leben alle Facetten einer inklusiven Pädagogik –
Verschiedenheit ist unsere Normalität.
Wir leisten einen aktiven Beitrag zu einer chancenge
rechten Gesellschaft, indem wir Kindern aus Familien
aller Schichten bestmögliche Start und Bildungschan
cen ermöglichen. Dies schließt die Unterstützung der
Eltern und Familien mit ein. Die Gemeinschaft unserer
Fördermitglieder und ehren amtlichen Unterstützer ist
hierbei eine wesentliche und wertvolle Ressource.
Wir engagieren uns für die Anerkennung der Profession
von Erzieherinnen und Erziehern im Bereich der Aus
und Weiterbildung, insbesondere durch moderne
Fortbildungsangebote und die Förderung der akade
mischen Qualifikation in der Frühpädagogik - auch
dafür steht unser Motto „Kompetenz für Kinder“.
Wir verstehen uns als Partner aller, die für eine bildungs
gerechte Gesellschaft eintreten. In diesem Sinne setzen
wir uns gemeinsam mit Verbänden, wissenschaftlichen
Organisationen, Unternehmen und öffentlichen Trägern
für optimale Bedingungen des Aufwachsens von Kin
dern ein. Auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf le
gen wir großen Wert und schaffen dafür die notwendi
gen Rahmenbedingungen.
Wir handeln verantwortungsbewusst vor dem
Hintergrund der Größe und des Wachstums unserer
Organisation. In diesem Bewusstsein wollen wir als inno
vativer und gesellschaftspolitisch engagierter Akteur
Maßstäbe für eine hohe Qualität in der Früh
pädagogik setzen.
FRÖBEL steht als Marke für eine qualitativ hochwertige
Pädagogik. Diese wollen wir möglichst vielen Kindern
und ihren Familien in Deutschland zugänglich machen.
Wir nehmen als überregionaler Träger die Herausforde
rung an, die in Deutschland etablierten pädagogi
schen Standards international zu verbreiten.
Unser Leitbild gibt es auch zum Download unter
www.froebel-gruppe.de/leitbild.
UNTERNEHMENSLEITBILD
„Kompetenz für Kinder“: Mit diesem Leitgedanken betreiben wir als ge-
meinnütziger, überregionaler Träger Krippen, Kindergärten, Horte und
bieten familienunterstützende Leistungen an. Unsere Einrichtungen sind
Orte für alle Kinder und ihre Familien, unabhängig von sozialer und kul tu r-
eller Herkunft, von individuellem Förderbedarf und vom Geschlecht.
Unser Leitbild gibt es auch zum Download unter
www.froebel-gruppe.de/leitbild.© 2018, 1. Auflage
FÜHRUNGSLEITBILD
Motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Eigeninitiative und Engage-
ment als grundlegende Prinzipien ihres Arbeitens verinnerlicht haben, sind
die wichtigste Ressource von FRÖBEL. Alle Führungskräfte bei FRÖBEL
tragen die Verantwortung, die dafür notwendigen Bedingungen bereitzu-
stellen.
Führungskräfte bei FRÖBEL schaffen durch transparen
tes und klares Führungshandeln ein von Vertrauen ge
prägtes Arbeitsklima und binden Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter frühzeitig in für sie relevante Veränderungs
prozesse ein. Dabei planen, strukturieren und organisie
ren unsere Führungskräfte die Arbeitsprozesse so, dass
alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich mitverant
wortlich einbringen können.
Führungskräfte bei FRÖBEL achten darauf, dass in ihren
Teams unterschiedliche Qualifikationen und Persönlich
keiten vertreten sind. Sie legen beson deren Wert auf
heterogene Teams, in denen Menschen verschiedener
Generationen und Kulturen, mit verschiedenen Aus
bildungen und fach lichen Hintergründen sowie unter
schiedlichen Geschlechts zusammen arbeiten.
Führungskräfte bei FRÖBEL bilden damit die Grundlage
für einen vorurteilsbewussten Umgang miteinander und
für eine inklusive Pädagogik.
Führungskräfte bei FRÖBEL erfüllen ihren Auftrag, gezielt
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuwählen, die sich
mit Begeisterung für Kinder engagieren, die deren Ent
wicklung planen und fördern und sich für eine hohe
Qualität in der Kindertagesbetreuung einsetzen.
Führungskräfte bei FRÖBEL geben als qualifizierte
Leitungspersonen fachliche Orientierung und Impulse
für die Weiterentwicklung ihrer Teams.
Führen bedeutet, offen zu kommunizieren, eigenver
antwortlich zu entscheiden und unternehmerisch zu
handeln. Darüber hinaus reflektieren Führungskräfte
bei FRÖBEL ihr Handeln und setzen sich konstruktiv mit
eigenen Fehlern und Fehlern ihrer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter auseinander.
Führungskräfte bei FRÖBEL begreifen innovative päda
gogische Konzepte als herausfordernde Arbeitsfelder
und stehen aktuellen Bildungsthemen aufgeschlossen
gegenüber. Sie sind neugierig, entwickeln Ideen und
sind offen für Veränderungen. Im Sinne eines lebenslan
gen Lernens vertiefen und stärken sie durch regel
mäßige Fort- und Weiterbildung ihre fachliche Qualifi
kation und ihre Kompetenzen in der Personal und Team
entwicklung.
Führungskräfte bei FRÖBEL engagieren sich für optima
le Start und Bildungschancen aller Kinder. Sie stehen für
eine interkulturelle Offenheit und leben das pädagogi
sche Leitbild und das Unternehmensleitbild. Führungs
kräfte folgen in ihrem Anspruch und ihrem Handeln den
Rechten der Kinder und setzen sich täglich für diese ein.
Führungshandeln bei FRÖBEL bedeutet, Modelle zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verwirklichen
und damit gesellschaftspolitische Akzente zu setzen.
Führungskräfte bei FRÖBEL sind Teil einer Gemeinschaft,
die offen für Kooperationen mit Dritten ist. Sie schaffen
Netzwerke mit und für Familien und kooperieren mit
Politik, Verbänden und anderen Trägern, um ein stabi
les Fundament für Bildung in unserer Gesellschaft zu
schaffen.
Führungskräfte bei FRÖBEL übernehmen als Expertin
nen und Experten Verantwortung und erfüllen ihre
Vorbildfunktion für eine hohe Qualität in der institutio
nellen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern.
Mit unserem Leitbild greifen wir diese Rechte auf und erweitern und akzentuieren sie für unseren pädagogischen
Alltag. Kinder erfahren in unseren Einrichtungen Gemeinschaft und lernen dadurch soziales Handeln. Im Mitein-
ander erkennen sie die Grenzen ihrer Rechte darin, dass andere Menschen gleichermaßen anzuerkennende
und zu respektierende Rechte haben.
Bei uns sollen Kinder erfahren, was es heißt, eigene Rechte zu haben, und erleben, dass diese sowohl für
sie selbst als auch für Erwachsene verbindliche Maßstäbe im Umgang miteinander sind. Damit sind für uns wesent-
liche und täglich wiederkehrende Herausforderungen verbunden:
Die Herausforderung, die Individualität des einzelnen
Kindes, seine Besonderheiten, seinen Willen und seine
Rechte im pädagogischen Alltag jederzeit zu achten
und zu wahren und die Grenzen des eigenen Verhal-
tens dabei zu erkennen.
Die Herausforderung, Vielfalt und Gemeinsamkeit für
Kinder erlebbar zu machen und vorurteilsbewusst zu
gestalten.
Die Herausforderung, Kinder in ihrem familiären Umfeld
wahrzunehmen und Eltern und Familien aktiv einzube-
ziehen und zu beteiligen.
Die Herausforderung, dass alle Kinder an der sozialen
Gemeinschaft im Kindergarten teilhaben und die
Rechte der jeweils anderen Kinder von allen geachtet
und respektiert werden.
Die Herausforderung, die Qualität unserer Arbeit
stets im Sinne dieser Rechte und der bestmöglichen
Förderung der Kinder laufend weiterzuentwickeln.
Die Herausforderung, Kinder dabei zu be gleiten, anzu-
regen und zu unterstützen, ihre eigenen Fragen und In-
teressen zu verfolgen, um sich so ein Bild von sich und
der Welt zu machen.
Die Herausforderung, Kindern gerade im hektischen
Alltag liebevolle und stabile Beziehungen und einen
sicheren Erfahrungsraum zu bieten.
Die Herausforderung, das eigene pädag ogische
Handeln immer wieder zu hinterfragen -
ren und uns fortzubilden.
In unseren Krippe n , Kindergärten
und Horten füllen wir
die Rechte von Kindern
täglich neu mit Leben.
Kinder haben das Recht auf Bildung und die
Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Sie haben ein Recht
auf die Zeit, die sie brauchen, um die Welt zu erfor-
schen und ihre eigenen Ideen zu verfolgen. Kinder
haben das Recht, Fragen zu stellen und eigene
Kinder haben das Recht, frei von Gewalt und mit
Achtung ihrer persönlichen Würde aufzuwachsen.
Dazu gehört das Recht auf Hilfe, wenn ihre
Grenzen nicht respektiert werden.
Kinder haben das Recht auf Selbstbestimmung .
Dazu gehört das Recht, eigenen Bedürfnissen und
Interessen nachgehen zu können, Nein zu sagen
und sich zurückzuziehen, wach zu bleiben, wenn sie
nicht müde sind, zu essen, wenn sie hungrig sind und
das zu essen, was ihnen schmeckt.
Kinder haben das Recht auf Partizipation. Dazu
gehört, Teil einer sozialen Gemeinschaft zu sein,
eigene Entscheidungen zu treffen, die mit ihnen
selbst und dem Leben in der Gemeinschaft zu tun
haben, und den Alltag aktiv mitzugestalten.
Kin der haben das Recht auf kompetentes
pädagogisches Personal sowie eine hohe Qualität
der pädagogischen Arbeit.
Kinder haben das Recht, so zu sein, wie sie sind:
Junge oder Mädchen, schüchtern, mutig, ängst-
lich, wild, unordentlich, kreativ, mit ihren individuel-
len Fähigkeiten, ihrer jeweiligen Sprache, ihrer
sozialen und kulturellen Herkunft und ihrer familiären
Lebensweise.
PÄDAGOGISCHES LEITB ILD
Kinder sollen in unseren Krippen, Kindergärten und Horten die Erfahrung
machen, dass ihre Rechte, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention
beschrieben sind, anerkannt und gelebt werden. So unterstützen wir Kinder
darin, selbstständige, selbstbewusste, vorurteilsbewusste und verantwor-
tungsvolle Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft zu werden.
Kinder haben das Recht auf eigene Erfahrungen.
Dies bedeutet auch, zu lernen mit Risiken und
Herausforderungen umzugehen.
Kinder haben das Recht auf verlässliche und
vertrauensvolle Beziehungen zu Erwachsenen, auf
Kontakte und Freundschaften mit anderen Kindern
und auf gemeinsam vereinbarte Regeln, die
Orientierung und Sicherheit bieten.
Anlage_4.2_Educcare_Konzept_York_Kaserne
176369 Zeichen
RA UM F ÜR I NDI V I DUE LL E MÖGLI C HK E I T EN
Angebot für die Übernahme der Trägerschaft der
Kindertageseinrichtung „York-Kaserne“ in Münster
Ausschreibungsnummer 04/19
M i t F a m i l i e n f r e u n d l i c h k e i t d i e Z u k u n f t g e w in n e n !
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Inhaltsverzeichnis
Prolog............................................................................................................. 4
1 Trägerprofil: educcare – frühkindliche Bildung und Unterstützung
von Familien „neu denken“ ......................................................................... 6
1.1 Grundsätzliches zu educcare ........................................................................ 6
1.2 educcare – fokussiert auf frühkindliche Betreuung und stabile
Unterstützung von Familien .......................................................................... 7
1.3 educcare - Begleiter und Netzwerk ............................................................. 10
1.4 Referenzen .................................................................................................... 10
2 Pädagogisches Konzept .................................................................. 12
2.1 Pädagogische Grundlagen und Ziele der Entwicklungsbegleitung ......... 12
2.1.1 educcare Bildungs- und Erziehungskonzeption als pädagogische Basis .......... 12
2.1.2 Grundsätzliche Arbeitsweise von educcare ................................ ...................... 18
2.1.3 Schwerpunkte und Umsetzung der Bildungskonzeption ................................ ... 19
2.1.4 Eingewöhnungskonzept ................................ ................................ ................... 20
2.1.5 Zusammenarbeit mit den Eltern ................................ ................................ ....... 22
2.1.6 Integration, Inklusion und Genderthematik ................................ ....................... 24
2.2 Förderung der Kompetenzbereiche und Umsetzung der
Bildungsgrundsätze ..................................................................................... 32
2.2.1 Kompetenzbereiche ................................ ................................ ......................... 32
2.2.2 Schulbereitschaft: Zusammenarbeit mit Grundschulen oder „lebenslanges
Lernen fördern“ ................................ ................................ ................................ ............ 39
2.2.3 Bilingualer Kita-Alltag ................................ ................................ ....................... 41
2.2.4 Schlaf- und Ruhephasen ................................ ................................ ................. 42
2.2.5 Tagesablauf ................................ ................................ ................................ ..... 46
2.2.6 Dokumentation der pädagogischen Arbeit und Entwicklung der Kinder ............ 48
2.2.7 Digitalisierung - Medien und Technik ................................ ............................... 56
2.3 Ernährungskonzeption ................................................................................ 60
2.4 Kinderschutzkonzept ................................................................................... 70
2.5 Raumkonzept ................................................................................................ 77
2.6 Qualitätssicherung ....................................................................................... 78
2.6.1 educcare Strukturen und Prozesse zur systemischen Verankerung ................. 78
3 educcare als im Sozialraum engagierter Träger ............................ 86
3.1 Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ........................................................ 88
3.2 educcare als Partner der Stadt Münster oder „Transparenz herstellen
und Kooperation leben“ ............................................................................... 89
3.3 Kooperation mit anderen Institutionen ....................................................... 89
3.4 Personalmanagement .................................................................................. 90
3.4.1 Grundsätzliches zur educcare Personalentwicklung ................................ ........ 92
3.4.2 Fach- und Dienstaufsicht mittels Coaching ................................ ...................... 95
3.4.3 Personalausstattung, Arbeits- und Vertragsbedingungen, Tarifbindung ........... 96
4 Beweggründe für die Bewerbung ................................................... 97
5 Finanzierung ...................................................................................... 99
5.1 Salvatorische Klausel .................................................................................. 99
5.2 Allgemeine Konditionen ............................................................................... 99
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Prolog
Münster ist eine lebendige Großstadt mit vielen Gesichtern – Wissen-
schaftsstadt, Skulpturenstadt, Stadt des Westfälischen Friedens, Fahrrad-
stadt, Hansestadt – die viel Wert auf Kultur, Bildung und Familienfreundlich-
keit legt.
Die Stadt Münster ist sich der Bedeutung von hervorragender fr üher Bildung
und einer dem Bedarf entsprechenden Kinderbetreuung als Stan dortfaktor
für Eltern und Unternehmen bewusst. Die Bildung und Erziehung von Ki n-
dern hat einen hohen Stellenwert, a lle Kinder haben ei n Recht auf gle iche
Entwicklungs- und Bildungsbedingungen, unabhängig von ihrem familiären
und sozialen Hintergrund. Münster möchte in diversen Bezirken neue Kin-
dertagesstätten errichten. Mit der neuen Kindert agesstätte „York-Kaserne“
möchte die Stadt das Angebot um einen vorbildlichen Baustein als familien-
freundliche Stadt erweitern. Im Vordergrund stehen dabei
Bildungsqualität
stabile Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Chancengleichheit für alle Kinder unabhängig von der sozialen
Herkunft
Unterstützung und Fortbildung der Eltern
In der Umsetzung eines anspruchsvollen Gesamtkonzeptes möchte sich
educcare gerne weiter in die lokale Bildungsinfrastruktur einbringen . educ-
care verfügt über langjährige und vielfältige Erfahrungen im Aufbau und
Betrieb von Kindertagesstätten sowie in der Zusammena rbeit mit anderen
Kitas, Trägern und Grundschulen. Auch in Münster betreiben wir mit den
Lacki Kids (BASF Coatings) und der Kita Waldbach zwei Einrichtungen,
zudem ist mit der Kita in Mecklenbeck eine Dritte im Aufbau. Die Synergieef-
fekte, die sich durch den Betrieb weiterer Kitas in Münster ergeben, sind für
eine weiterhin gute Zusammenarbeit sehr vorteilhaft.
educcare möchte in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten (insbesondere
natürlich mit dem Jugendamt) weitere Kindertageseinrichtungen realisieren,
die unter anderem folgenden Ansprüchen genügen:
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Bildungs- und Unterstützungsauftrag vorbildlich erfüllen
individuelle und umf assende Begleitung / Förderung jedes uns
anvertrauten Kindes
verlässliche Unterstützung der Elter n in der Verwirklichung ihres
Lebensmodells, u.a. der verlässlichen Vereinbarkeit von Familie und
Beruf
vorbildliche Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in Münster,
wie z.B. den anderen Kitas sowie den Grundschulen und damit
gleitender Übergang
hochwertige Pädagogik durch Umsetzung des educcare
Bildungskonzeptes
Integrationsförderung in Münster
Die Kita als Spiegelbild des sozialen Umfeldes
Die Kita als Ort der Begegnung und neuer Kontakte
Auf die Integration verschiedener Kulturen und Sprachen
zugeschnittenes pädagogisches Angebot sowie stadtteiloffene
Angebote
Zusammenarbeit mit anderen Bildungsinstitutionen/ -projekten
Hochwertige Bildung allen Kindern in gleichem Maße ermöglichen,
um ihr Potenzial zu entwickeln. Der Anspruch auf inklusive Bildung
ist universal und gilt unabhängig von Geschlecht, sozialen und
ökonomischen Voraussetzungen oder besonderen
Lebensbedürfnissen
Bereicherung des lokalen Bildungs- und Erziehungsangebotes
Initiierung offener Bildungsangebote in Absprache mit anderen
engagierten Institutionen (z.B. Förderung „Deutsch als
Fremdsprache“)
Zusammenarbeit mit anderen Bildungsinstitutionen, wie
Kindertagesstätten sowie Schulen und anderen (z.B. Öffnung der
educcare Schulungen)
Seite 6 von 101
Entwicklung und Erprobung familienzentrum -ähnlicher Stru kturen in
der Kita
Umfeld adäquate Angebote für die Familien bieten (z.B. Eltern -Kind-
Spielgruppen, Kurse zur Erziehungspartnerschaft, Elterncafé,
Themenabende für Eltern, gemeinsame Ausflüge in die Umgebung,
…)
Ort der Information sein, d.h. Übersicht und Austausch zu
bestehenden lokalen Angeboten
Vernetzungsaktivitäten, Kontakte und Kooperationen mit
Institutionen vor Ort initiieren, z.B. Kitas, Grundschulen, Vereinen,
gebietsübergreifenden Veranstaltungen etc.
Mit der vorliegenden Bewerbung bekundet ed uccare die Bereitschaft für die
Übernahme der Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung.
Das im Weiteren näher ausgeführte Konzept steht für die Erfüllung der defi-
nierten Anforderungen. Wir würden uns freuen, wenn Sie dem Konzept fol-
gen und stehen bereit, eine konstruktive Partnerschaft mit Ihnen einzuge-
hen.
1 Trägerprofil: educcare – frühkindliche Bildung und Un-
terstützung von Familien „neu denken“
1.1 Grundsätzliches zu educcare
educcare wurde von Marcus Bracht und Axel Thelen im Jahr 200 2 mit dem
Anspruch des „neu Denkens“ in Köln gegründet. Antriebsfeder waren pe r-
sönliche Erfahrungen mit Kindertagesstätten sowie gemeinsame Forderu n-
gen von Eltern, Erzieher /innen, Unternehmen und der Politik nach neuen
umsetzbaren Ansätzen im frühkindlichen Bereich. In den darauffolgenden
Jahren konnten Personen aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung gewo n-
nen werden, mit dem gemeinsamen Ziel, frühkindliche Bildung und Verei n-
barkeit von Beruf und Familie zu verbessern.
Seit 2003 ist educcare bundesweit anerkannter Träg er der freien Jugendhi l-
fe. educcare plant, realisiert und betreibt im Auftrag von innovativen Stä dten
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und Unternehmen educcare Kindertagesstätten in ganz Deutsc hland. Diese
stellen konsequent die Anforderungen von Kindern und Familien in den Mi t-
telpunkt ih res professionellen Handelns. Seit Mitte 2008 ist edu ccare der
erste Träger einer von der UNESCO ausgezeichneten und in das UN ESCO
Projektschulen Netzwerk aufgenommenen Kindertagesstä tte. In 2014 wurde
eine zweite educcare Einrichtung in das Netzwerk aufgenommen.
educcare Kindertagesstätten definieren sich als:
zweites Zuhause für Kinder und Eltern
exzellenter Entwicklungs- und Bildungsort
ein Ort vorbildlicher Vereinbarung von Familie und Beruf
ein Ort, der integriert und nicht ausgrenzt
Die Basis bilde n die educcare Bildungskonzept ion sowie die Praxis unte r-
stützende Strukturen und Prozesse, die eine verlässliche Umsetzung ermö g-
lichen und zugleich sicherstellen.
Aus dem Selbstverständnis und der Selbst verpflichtung „educcare als ve r-
antwortlicher Teil de r Gesellschaft“ leistet educcare durch verschiedene
Aktivitäten einen Beitrag zur geforderten Weiterentwicklung der frühkindl i-
chen Bildung in Deutschland.
Träger der Kindertagesstätten ist die educcare Bildungskindertagesstätten
gGmbH in Köln.
Aktuell betreibt educcare 38 Kindertagesstätten in fünf Bu ndesländern
(NRW, BW, R LP, HE, BAY) - davon Einrichtungen mit bis zu 26 Gruppen.
Das educcare Team zählt über 1.000 überaus engagierte und qualifizierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Den in sehr unterschie dlichen Situationen entstandenen Erfahrungsschatz
bringt educcare konsequent und systematisch in neue Kundensituationen
ein.
Die überschaubare Größe von educcare erlaubt andererseits eine absolute
Kundennähe und Flexibilität, die im Rahmen des Aufbaus ein er Kindert a-
gesstätte besonders wichtig sind.
Seite 8 von 101
1.2 educcare – fokussiert auf frühkindliche Betreuung
und stabile Unterstützung von Familien
educcare ist ausschließlich im Bereich frühkindlicher Bildung und zeitgerec h-
ter Unterstützung der Familien tätig, d.h. e duccare kann alle Kräfte und die
volle Aufmerksamkeit in diesem komplexen Themenbereich bündeln.
Auftraggeber sind innovative Kommunen und Behörden sowie agierende
Unternehmen. Sie legen Wert auf vorbildliche und anforderungsgerechte
Kindertagesstätten un d wollen es nicht bei Konzepten belassen, sondern
deren Umsetzung im täglichen Leben sichergestellt wissen.
Neben der Verantwortung für die eigenen Kindertagesstätten berät educcare
auf Anfrage and ere Träger , Institutionen, Unternehmen und Politik. Dies in
pädagogischen Themen wie individualisierter frühkind-
licher Bildung sowie in organisato rischen Themen wie
die systemische und effiziente Ve rankerung pädago-
gischer Arbeit.
Als ein Beispiel für Politikberatung kann die Einladung
von educcare zum Bildungs gipfel ins Kanzleramt ge-
nannt werden. Hier hat sich die Bunde skanzlerin Frau
Dr. Merkel über den aktuellen Stand und die Heraus-
forderungen des deutschen Bildungssystems informie-
ren lassen. Gemäß der Unte rnehmensphilosophie
aktiv Verantwortung für frühe Bi ldung zu übernehmen,
hat ed uccare Anfang 2013 die Wertschätzungskam-
pagne „Erzieherinnen und Erzieher sind Helden!“ aus
der Taufe gehoben. Zie lsetzung ist es , einen Beitrag
zur Verbesserung der gesellschaftlichen Wertschätzung des Beruf sstandes
als auch der Rahmenbedingungen zu leisten. Die Kampagne g enießt eine
erstaunliche Resonanz und Aufmerksamkeit – bis hin zu den z uständigen
Bundes- und Landesministern.
Ein Beispiel für die Beratung anderer Träger ist das Projekt „Offensive Bi l-
dung“. educcare verantwo rtete das komplette Projektdesign und -
management, dies in Kooperation mit allen Ludwigshafener Trägern und mit
"Vielen Dank für die Fortbil-
dung. Sie hat meine Schule
auf mehreren Ebenen unter-
stützt; inhaltlich bezüglich
des Seminarthemas Über-
gang, KiTa und Grundschule
und strukturell beim Denken
in Evaluationszirkeln und
Zielsetzungen."
Herr Wolfgang Kollecker,
Schulleiter der Deutschen
Europäischen Schule Manila
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Finanzierung der BASF. Die „Offensive Bildung“ hatte in der ersten Phase
die Zielsetzung, stadtweit (Ludwigshafen) und trägerübergreifend frühki ndli-
che Bildung in ca. 90 Kindertagesstätten signifikant, nachhaltig und übe r-
tragbar (auf andere Städte) zu verbessern. In der zweiten Phase wurde das
Projekt in die Metropolregion Rhein -Neckar übertragen. Das Pr ojekt lief von
2005 bis 2009 und hatte ein P rojektvolumen von ca. 20 Mio. EUR . Aufgrund
des Projekterfolges wurde educcare mit der Konzeption und auch erneut mit
dem Pr ojektmanagement des Nachfolgeprojektes „Offensive Bildung Plus“
beauftragt. An diesem bundeslandübergreifenden Pr ojekt haben inzwisc hen
über 300 Kindertagesstätten teilgenommen. Die vielfältigen Projekterfahru n-
gen bringen wir gerne im Falle einer Beauftragung in die neue Kindertages-
stätte in Münster ein.
Zudem bieten qualifizierte Trainer der educcare Akademie maßgeschneider-
te Weiterbildungen, zum Beispiel als Seminar oder Workshop , für pädagogi-
sche Fachkräfte und Träger in Deutschland sowie im Ausland (u.a. in China)
an.
Ferner nehmen educcare Mitarbeiter /innen Lehraufträge wahr. Dies im
Rahmen der Verpflichtung einen Beitrag zur We iterentwicklung der frühkind-
lichen Bildung zu leisten. Beispiel ist hier die PH Schwäbisch Gmünd.
Erfolgsfaktor Familie
Eine familienbewusste Arbeitswelt ist entscheidend für eine gelungene Ve r-
einbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem Unternehmensprogra mm „Erfolgs-
faktor Familie“ setzt sich das Bundesfamilienministerium zusammen mit den
Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft (BDI, BDA, DIHK, ZDH) und
dem DGB dafür ein, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der
deutschen Wirtschaft zu m achen. Di e strategischen Kooperationen sind
Ausdruck der gemeinsamen Veran twortung von Politik und Wirtschaft für
eine familienbewusste Arbeitswelt. Das Netzwerk ist eine zentrale Plattform
für alle, die sich für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie intere s-
sieren. educcare engagiert sich in diesem Unte rnehmensprogramm, um die
Unterstützung und Flexibilität im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Fam i-
lie für Unternehmen in die Praxis umzusetzen.
Seite 10 von 101
1.3 educcare - Begleiter und Netzwerk
Viele Experten und engagierte Bürger haben sich ebenfalls auf den Weg
gemacht, frühkindliche Bildung und Unterstützung von Familien zu verbes-
sern. Einige konnten wir gewinnen, den Weg gemeinsam mit uns zu gehen.
Sie unterstützen uns mit Rat und Tat im educcare Beirat.
Mitglieder des educcare Beirats (Auszug):
Dr. Roland Bernecker, Bonn, Generalsekretär der Deu tschen
UNESCO-Kommission
Prof. Dr. Henning Wode, Kiel, Sprachwissenschaftler am Englischen
Seminar der Christian-Albrechts-Universität Kiel
Dr. Patrick Adenauer, Köln, Unternehmer und engagierter Bürger
educcare ist Mitglied in einem internationalen Netzwerk und koop eriert unter
anderem mit:
Bright Horizons, USA
Everton Family Centre, Liverpool
1.4 Referenzen
educcare bietet Kindertagesstätten als betriebliche Einrichtung eines Unter-
nehmens, im Verbund von Unternehmen und Kommune, im Verbund mehr e-
rer Unternehmen oder im Auftrag einer Kommune an. Einric htungsformen
sind dabei Krippen, Kindertagesstätten, Hort und Notfallbetreuungen. Die
Anzahl an betreuten Kindern variiert in den jeweiligen Kitas von 30 Kindern
bis hin zu über 250 Kindern. Genauso variiert die Zusammensetzung der
Gruppenformen, so dass educcare über ein sehr breites Spektrum an Wi s-
sen und Erfahrung in sämtlichen Größenordnungen und Strukturen verfügt.
Seite 11 von 101
Folgende Einrichtungen betreibt educcare in NRW:
Seite 12 von 101
2 Pädagogisches Konzept
2.1 Pädagogische Grundlagen und Ziele der Entwick-
lungsbegleitung
2.1.1 educcare Bildungs - und Erziehungskonzept ion als p ä-
dagogische Basis
„Ein Kind ist, was in ihm steckt!“
Als pädagogische Basis dient die educcare Bildungs - und Erziehungsko n-
zeption. Diese basiert auf dem situationsorientierten Ansatz sowie der Re g-
gio und Montessori Pädagogik. Die Konzeption baut auf den fortschrittlich s-
ten nationalen und internationalen Bildung splänen sowie wegweisenden
Methoden zur Umsetzung auf.
Die educcare Bildungskonzept ion, unterteilt in die verschiedenen Bildung s-
bereiche, beschreibt die Ziele und Kompetenzen je Bereich und formuliert
Praxisbeispiele für verschiedene Alters - und Entwicklu ngsstufen. Die Diff e-
renzierungen fokussieren Themen und Aufgaben; sie bieten damit Orienti e-
rung.
Bild vom Kind und Haltung zum Kind
Kinder sind Forscher, Erfinder, Entdecker, Dichter, Musiker und Maler,
Wortakrobaten und Philosophen, Physiker und Mathemat iker. Sie stellen
eine Menge an, um ihren Wissensdurst zu stillen und stürzen sich mit
Wagemut in das tägliche Abenteuer der Entdeckung ihrer Welt. In ihren
Köpfen führen Versuch und Irrtum zu immer neuen Herausforderungen.
Spielend sammeln sie Erkenntniss e. Kinder lieben es, Dinge in ihre
Bestandteile zu zerlegen, sie zu untersuchen und aus ihren
Forschungsergebnissen überras chende und überzeugende
Schlussfolgerungen zu ziehen. Sie demonstrieren uns täglich: „Hier bin ich
und so ist die Welt!“
All dies tu n sie ab ihrem ersten Schrei una blässig auf ihre ganz indivi duelle
Art und Weise – so vielfältig und unterschiedlich wie Kinder nun mal sind.
Einfach nicht vergleichbar.
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Dieses Bild vom Kind ist eine Herausforderung für uns Erwachsene. Es
verlangt von uns , die Individualität eines jeden Kindes bedingungslos
anzuerkennen und ihr gerecht zu werden. Wir müssen mit ihm ab der Geburt
auf rasante Entdeckungsreise gehen und ihm gleichzeitig Liebe und Schutz
gewähren, damit es sich von den „Strapazen“ des Weltentd eckens immer
wieder in unseren Armen erholen kann.
Dies ist eine großartige und verantwortungsvolle Aufgabe für alle Beteiligten
– für Eltern, für educcare und für die educcare Mitarbeiterin vor Ort.
Wir verstehen die Zeit vor der Schule ausdrücklich als p rägende
Bildungszeit. In ihrer Bedeutung schätzen wir sie für das spätere Leben und
Lebensglück mindestens ebenso hoch ein wie die darauf folgende Bildungs -
zeit in der Schule.
Haltung zur Familie
Eltern sind die Experten ihrer Kinder. Sie sind herzlich w illkommen und in
das Leben der Kindertagesstätte und die Arbeit der Erzieher/innen einbe-
zogen.
Um das einzelne Kind verstehen und fördern zu können und ihm in der
Einrichtung das Gefühl einer zweiten Familie zu vermitteln, ist die enge und
vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern eine entscheidende
Voraussetzung. Die hierfür erforderliche Basis bilden gegenseitige
Akzeptanz und Vertrauen. Der unkomplizierte und ehrliche Umgang, das
authentische Interesse an dem einzelnen Kind, eine offene Atmosphäre u nd
Zeit schaffen diese Grundlage.
Der Austausch beginnt bei der Eingewöhnung und setzt sich sowohl beim
spontanen Kaffee als auch bei den institutionalisierten Elterngesprächen und
-abenden fort. Die Elterngespräche zur Entwicklung des Kindes erfolgen
regelmäßig.
Verbindlichkeit und absolute Vertraulichkeit gegenüber gemeinsam getrof-
fenen Vereinbarungen sind selbstverständlich.
Eltern sollen sich – wie ihre Kinder – in der Tagesstätte wohlfühlen. Bring -
und Abholzeiten laufen deshalb ohne Stress. Auch El tern haben ein Recht,
Seite 14 von 101
in educcare Tagesstätten ein zweites Zuhause zu finden, und Zeiten, sich zu
entspannen. Beispielsweise mit einer Weinprobe zum Elternabend, durch
die Beteiligung an Arbeitsgruppen oder mit der Öffnung der Tagesstätten für
den Besuch d er Großeltern soll dem zweiten Zuhause für Eltern Rechnung
getragen werden.
Außer den Mitarbeiter/innen vor Ort ist auch educcare als Träger immer
ansprechbar für Eltern. Gemeinsam mit dem Team stehen wir für die
Schaffung von Möglichkeiten. Nicht alle Anr egungen und Wünsche können
umgesetzt werden, jedoch sind wir jederzeit bereit, uns für Lösungen zu
engagieren.
Die jährliche Befragung der Eltern zur Qualität der Arbeit, zu ihren
Wünschen und Anregungen ist Grundlage für die weitere Entwicklung der
Einrichtung. Die aktive Einbindung von Eltern mit ihren eigenen
„Leidenschaften“, Fähigkeiten und Erfahrungen ist für alle Beteiligten –
Kinder, Eltern, Team und Träger – Ausdruck gemeinsamer Verantwortung
zum Wohle der uns anvertrauten Kinder.
Pädagogische Ziele
Im Mittelpunkt steht immer das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen
und seinem Streben nach Entwicklung. Die frühkindliche Entwicklung
möchten wir bestmöglich fördern und fordern.
Anspruch von educcare ist es,
Kindern, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ein zweites Zu-
hause und elementarer Bildungsort zu sein,
Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen,
Kommunen bei der Herausforderung von hohen Qualitätsstandards
und engen Budgets zu unterstützen,
Unternehmen eine effektive und effiziente betriebsnahe Kinder-
betreuung zu ermöglichen,
eigenen Mitarbeiter/innen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Mit diesem Engagement möchte educcare etwas in Bewegung setzen, das
unser Land dringend benötigt:
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Eine Bildung, die früh beginnt, die
individuellen Potenziale der Kinder zu entwickeln.
educcare beschreibt (Richtungs)ziele als Muss in der pädagogischen Arbeit,
prozessbetonend und mit dem kon sequenten Blick vom Kind aus. Gerade
weil Bildungsprozesse von Kindern subjektiv und eigen sinnig sind, hat
Pädagogik die Aufgabe, herauszufinden, welche Kompetenzen gerade jetzt
und in besonderer Ausprägung für das Kind von Bedeutung sind. Ziele,
Analyse und Bewertung sind Voraussetzungen, damit Bildungs arbeit, das
heißt die Entwicklung von Ki ndern hin zu weltoffenen, fröh lichen und
selbstbewussten Menschen, gelingen kann.
Die Haltung „Ein Kind ist, was in ihm steckt“ bildet die Grundlage aller
Zielformulierungen.
Mit dem Blickwinkel sowohl auf das einzelne Kind als auch auf die Gruppe
sind einflussnehmende Faktoren wie Gruppenstruktur, Raumges taltung,
Materialangebot, Spiel - und Angebotsformen in der Bildungskonzeption
näher erläutert.
Qualitäten die für ein zweites Zuhause gefordert und notwendig sind:
eine Atmosphäre der Geborgenheit,
Beachtung, Zuwendung und Anerkennung,
Bindungen und Beziehungen,
die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse.
Wir sind davon überzeugt, dass das einzelne Kind nur dann das Vertrauen
und die Sicherheit gewinnt, um sich mit der weiteren Welt positiv
auseinanderzusetzen, wenn es sich rundherum wohlfühlt und die
Kindertagesstätte als zweites Zuhause empfindet.
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Im Tagesstättenablauf bedeutet diese besondere Aufgabe für die
Erzieher/innen
liebevolle, individuelle und sorgfältige Eingewöhnung in die neue
Umgebung „Kindertagesstätte“ für jedes einzelne Kind (nach dem
„Berliner Modell“)
das einzelne Kind so anzunehmen, wie es ist, und es in seinen
Handlungen bedingungslos wertzuschätzen
durch die Teilhabe des Kindes am Geschehen seine Mitwirkung und
die Übernahme von Verantwortung zu ermöglichen
dem Kind eine sichere Ausgangsbasis für die Erkundung der Welt zu
bieten.
Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, und zwar von Geburt an.
Verstehen wir Bildung als Begriff, der eine bestimmte Qualität von
Lernprozessen beschreibt, heißt Bildung in educcare Tagesstätten:
„eigensinnige Selbstbildung“, die auch soziales Miteinander, aktive
Anregung und Unterstützung benötigt
im Lebenskontext lernen und dem Lernen einen persönlichen Sinn
geben
eigene Wege finden und gehen (Selbstbestimmung und Selbstwirk-
samkeit)
Denken, Handeln, Fühlen und Werte mit sich und anderen in Ein-
klang bringen
Selbstbilder und Weltbilder entwickeln und verknüpfen.
Kinder sind in hohem Maße lernbegierig und eignen sich mit dem Einsatz
ihrer ganzen Person neues Wissen über die Welt an. Sie folgen ihrer Neu -
gier und bringen in individuellen Bildungsprozessen Handeln, Em pfinden,
Fühlen, Denken und Werte in für sie sinnvolle Zusammenhänge. Sie sind
offen für und in Teilen angewiesen auf Lernimpulse von Erwachsene n sowie
von anderen Kindern.
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Im Zentrum der Planung steht die „Schatzkiste angestrebter Kompe tenzen“.
Die Aneignung von Fähigkeiten, Wissen, Strukturen, Einstellungen und
Umsetzungsformen bilden die Grundelemente, an denen sich die Angebote
orientieren.
Die Planung erfordert eine enge Zusammenarbeit der Erzieher/innen
untereinander. Verbindliche Schlüsselfragen bringen Klarheit über das Ziel
und die Wege zum Ziel.
Die educcare Konzept ion ist ein verbindlicher Orientierungsrahmen für die
pädagogische Arbeit in der einzelnen educcare Kindertagesstätte. Damit ist
Sicherheit für alle Beteiligten gewährleistet – für Kinder und Eltern, für
Erzieher/innen und für den Träger.
Beispiele für die Verbindlichkeit sind die laufende Beobachtung und
Dokumentation der Entwicklung jedes Kindes, der kontinuierliche Aus tausch
mit den Eltern über seine individuelle Entwicklung und die päda gogischen
Angebote sowie auf der Seite der Mitarbeiter/innen regelmäßige Ent -
wicklungsgespräche und intensive Fort- und Weiterbildung. Die Investitionen
in die Motivation und Weiterentwicklung der Mitarbeiter werden vor allem
durch den Regionalmanager sichergestellt. Der Regionalmanager verfügt
über eine pädagogische Ausbildung, Beratungskompetenz und langjährige
Praxiserfahrung in d er Leitung von Kindertagesstätten. Er berät und
unterstützt bei der verantwortlichen Umsetzung der educcare
Bildungskonzeption sowie bei der Entwicklung der Rollen und Kompetenzen
der einzelnen Mitarbeiter (s. hie rzu auch „ Fach- und Dienstaufsicht mittels
Coaching“).
Für jedes einzelne engagierte Team der educcare Kindertagesstätten wird
damit eine solide Basis für eine professionelle pädagogische Arbeit
geschaffen. Die Umsetzung und Ausgestaltung der Arbeit, das heißt die
Anpassung an die spezifischen Gege benheiten vor Ort, liegt bei eben
diesem Team.
Damit ermög licht die Konzeption den notwendigen Freir aum, der für
Individualität, Flexibilität und Kreativität genutzt werden kann.
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2.1.2 Grundsätzliche Arbeitsweise von educcare
Die pädagogische Arbeit bei edu ccare ist auf die Ziele „glückliche Kindheit
und Ausschöpfung der individuellen Potentiale und Talente“ ausgerichtet.
Damit definiert sich die Kindertagesstätte zugleich als zweites Zuhause und
exzellente elementare Bildungseinrichtung.
Gesetzliche Regelungen des Landes und Bundes bilden die Grundlage. Zur
Erreichung der Ziele wird die unbedingte Berücksichtigung und Wertschä t-
zung der Individualität jedes einzelnen Kindes und seiner konkreten Famil i-
ensituation angesehen. Damit erstrecken sich das zweite Zu hause und der
exzellente Bildungsort auch in Teilen auf die Eltern. educcare Kitas arbeiten
grundsätzlich im teiloffenen Konzept. Es gibt also feste Bezugsgruppen, die
Funktionsräume und Bildungsbereiche werden jedoch gemeinsam genutzt.
Pädagogische Merkmale der Kindertagesstätte
behutsame und konzeptbasierte Eingewöhnung und Begleitung von
Kindern und Eltern
individuelle und umfassende Begleitung der Entwicklung und Bil-
dung des einzelnen Kindes in unterschiedlichen Bereichen, wie Be-
wegung, Wahrnehmung, musischen und kreativen Bereichen,
Sprachförderung
vielfältige Materialien in kindgerecht gestalteten Räumen mit hohem
Aufforderungscharakter (Raum als dritter Erzieher)
vollwertige, gesunde Ernährung nach den Richtlinien der „Deutschen
Gesellschaft für Ernährung“
Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
drei bis vier einstündige Elterngespräche pro Jahr
Bildungsangebote für die Eltern
gemeinsames Kochen und Feiern
…
Dass die laufende Abstimmung und gemeinsame Profilentwicklung der Kita
nicht nur auf dem Papier versprochen wird, sondern verlässlich Realität wird,
ist durch die bestehenden educcare Kindertagesstätten tagtäglich bewiesen.
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Ansprechpartner von Auftraggebern, die wir Ihnen auf Wunsch nennen, be-
stätigen Ihnen dies gerne.
2.1.3 Schwerpunkte und Umsetzung der Bildungskonzeption
Die im Folgenden dargestellten Schwerpunkte können nur exem plarische
Ausschnitte aus de r educcare Bildungskonzeption darstellen. Es handelt
sich hierbei eher um die Grundlagen des pädag ogischen Handelns in den
Kindertagesstätten als um spezifische Förderangebote, die educcare ebe n-
falls bei Bedarf bereithält. educcare legt Wert auf eine ganzheitliche Förd e-
rung der Lebenskompetenzen sowie der Kompetenzen in den verschied e-
nen Bildungsbereichen.
2.1.3.1 Individuelle Förderung
Der educcare Bild ungsansatz betont die Individualität des Kindes und geht
von seinen Stärken aus. Dabei verfolgt es einen spielerischen und ganzhei t-
lichen Ansatz und setzt die Partizipation von Kindern als unabdingbar
voraus. Die Grundhaltung der Erzieher/innen gegenüber den Kindern und
ihrer partizipatorischen Möglichkeiten lässt den Kindern viel Freiraum zum
Experimentieren und um die Welt mit allen Sinnen zu entdecken. Sie stärkt
die Selbstbildungskompetenzen des Kindes sowie dessen Selbstbewuss t-
sein, was grundlegend in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft ist.
Um das einzelne Kind wirklich individuell begleiten zu können, bilden syst e-
matische und wertschätzende Beobachtung und Dokumentation sowie la u-
fender Austausch mit Eltern wichtige Bausteine in der educcare Konzeption.
Die gemeinsame Einschätzung bildet dann die Grundlage der pädagog i-
schen Förderung, Impulse und Angebote in unterschiedlichen Themen, u.a.
Bewegung und Wah rnehmung, Kommunikation und Sprache, Kunst und
Musik, Natur und deren Phänomene, Lernkompet enzen, soziale und pers o-
nale Kompetenz sowie Technologie und Medien. Die Förderung erfolgt th e-
menübergreifend.
2.1.3.2 Partizipation der Kinder
Kinder haben ein Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen
entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werd en (vgl. Art. 12 UN -
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Kinderrechtskonvention). Beteiligung heißt , Kinder als Betroffene
einzubeziehen und ihnen ernsthaft Einflussnahme zuzugestehen. Die
geschützte Atmosphäre der Kindertagesstätte ist ein ideales Lern - und
Übungsfeld für gemeinschaftliches Handeln und das Einüben
demokratischer Prozesse. Beteiligung ist bereits für junge Kinder möglich.
Das Kindesalter spielt für die Beteiligungsform eine Rolle, nicht jedoch für
die Beteiligung als solche. Die Erfahrungen zeigen, dass Kinder durchaus
fähig s ind, ihren Lebensalltag bewusst und gezielt mitzugestalten. Sie
entscheiden z.B. ob und womit sie spielen möchten. Aufgabe der Erzieher/in
ist es hier, die individuellen Wünsche des Kindes zu e rfragen, zu
respektieren und zu berücksichtigen. Auch einen Tel ler wegräumen
bedeutet Beteiligung im Sinne von Verantwortung für sich und andere.
Sich auf den Weg machen heißt bei educcare, individuelle Ausgangs -
situationen mit den pädagogischen Zielen des Konzeptes und den aktuellen
Notwendigkeiten zu verbinden. Sie setzt die Partizipation von Kindern als
unabdingbar voraus.
Institutionalisierte Instrumente der Partizipation der Kinder sind:
Redekreis / Morgenkreis
Kinderkonferenz
gemeinsame Reflexion mit Kinder im Anschluss von Angeboten
Die Kinder erfahren durch ih re aktive Beteiligung, dass sie kompetent sind,
Einfluss nehmen, Dinge in Bewegung bringen und Richtungen steuern
können. Es ist die Bestätigung, mit jeder Ansicht und jeder Idee wichtig zu
sein und kleine, sowie große Welten gestalten zu können.
2.1.4 Eingewöhnungskonzept
Der sanfte Übergang des Kindes aus dem familiären Umfeld in die
Kindertagesstätte ist von großer Bedeutung – für Kinder und Eltern.
educcare gewöhnt Kinder nach dem Berl iner Modell ein, in einem Zeitraum
von zwei bis vier Wochen. Die Dauer ri chtet sich nach den individuellen
Bedürfnissen de s Kindes. Für den Au fbau einer Krippengruppe von zehn
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Kindern muss ein Zeitraum von drei bis vier Monaten eingeplant werden. Die
Eingewöhnungszeit eines Kita -Kindes liegt zw ischen 1,5 und 3 Wochen,
entsprechend ist der Aufbau einer Kitagruppe schneller umzusetzen.
Dauer der Eingewöhnung:
In den meisten Fällen dauert eine erfolgre iche Eingewöhnung ca. zwei bis
vier Wochen. Dabei orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Kinder.
Sucht das Kind noch häufi g den Kontakt zu den Eltern, wird es wahrschei n-
lich etwas länger benötigen. Wenn das Kind sehr ängstlich wirkt, sollte man
eine Zeit von drei Wochen ins Auge fassen.
Der erste Trennungsversuch findet nach 4 Tagen für kurze Zeit statt . Ab der
zweiten Woche verabschieden sich die Eltern zunächst für kurze, al lmählich
länger werdende Zeiten. Die Zeiten werden täglich mit der Erzieherin abg e-
sprochen.
Wichtig ist die Kontinuität:
das Kind sollte täglich die Einrichtung besuchen
es sollte nach Möglichkeit jeden Morgen auf eine ähnliche Situation
treffen, das gibt ihm mehr Sicherheit
eine allmähliche Steigerung der Trennungszeiten.
.
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2.1.5 Zusammenarbeit mit den Eltern
Partnerschaft leben und gemeinsam profitieren.
Erziehungspartnerschaft von Eltern und Erziehern – ohne Eltern geht
es nicht
educcare sieht in der Bildung und Erziehung der Kinder eine gemeinsame
Verantwortung mit den Eltern. Die Familie und die educcare Kindertagesei n-
richtung verstehen wir als soziale Kontexte, die sich ergä nzen, überlagern
und dialogis ch zueinanderstehen. Eltern und Erziehungsb erechtigte sind
nicht Zaungäste eines außerhalb des Familienlebens stattfindenden Erzi e-
hungsprozesses, sondern kompetente Partner in dem gemeinsamen Bem ü-
hen um ein gutes Aufwachsen des Kindes.
Das Gelingen gründet auf Respekt und Vertrauen. Voraussetzungen sind
authentisches Interesse, individuelles Eingehen, gleiche Augenhöhe sowie
Professionalität in der Kommunikation bei den educcare Mitarbeiter/innen.
Erzieher/innen in educcare Einrichtungen respektieren Eltern in ihrer beson-
deren Bedeutung für ihr Kind. Sie (be)achten individuelle Lebenssituationen,
Wertvorstellungen, kulturelle Zusammenhänge und vielfält ige Erwartungen,
die Eltern in ihrer persönlichen Lebenssitu ation formulieren. Voneinander
erfahren, sich au stauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln sind u n-
verzichtbare Schritte, damit eine vertrauen svolle Partnerschaft entstehen
und familienergänzend und -entlastend wirken kann.
Je größer die Akzeptanz aller am Erziehungsprozess Beteiligten (Eltern,
Erzieherinnen, Träger) für das Denken und Handeln aus unterschiedlichen
Rollen und Zuständigkeiten ist, umso gewinnbringender lässt sich das Z u-
sammenwirken zum Wohle der Kinder gestalten:
Auf Kindesebene:
Kindorientierte Gestaltung des Übergangs von der Familie in die
Kindertagesstätte
Beobachtung, Dokumentation und regelmäßige Elterngespräche
über Lebensthemen, Interessen und Entwicklung des Kindes
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Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen (z.B.
Frühförderstellen, Beratungsstellen, Kinderärzte, Jugendamt).
Auf Elternebene:
Regelmäßige Information und Austausch über Themen der Gruppe,
Belange der Einrichtung (Aushänge, Tür -und-Angel-Gespräche, E l-
ternbriefe);
Themenbezogene Elternabende (intern oder mit externen Fortbil d-
nern); Einbinden von Elternkomp etenzen und Ressourcen in Bi l-
dungsarbeit und/oder den Alltag der Tagesstätte;
Einbinden von Eltern bezüglich Entscheidungen rund um Gruppe
und Kind unter Beachtung der uneingeschränkten Befugnisse und
Kompetenzen der Erzieherin;
Mitsprache und Mitwirkung im Rahmen des Elternrates und/oder B e-
teiligung bei Aktionen, Festen, Ausflügen usw.;
Schaffen von situationsorientierten Angeboten für Eltern (Bibli othek,
Gesprächskreise, Bildungsangebote, Internet-Zugang).
jährliche Elternbefragung
laufende Berichterstattung im Jahr über den Stand der Entwic klung
des Kindes
Beteiligung, Verständigung und manchmal auch Auseinandersetzung ve r-
langen von Erzieher/innen besondere Kompetenzen. edu ccare trägt diesem
Aspekt u.a. durch eine sehr sorgfältige Personalau swahl Rechnu ng. Alle
Mitarbeiter/innen in den educcare Einrichtu ngen werden in Kommunikation
und Erwartungsmanagement geschult.
Wesentliche Grundeinstellungskriterien sind u.a. B egeisterung für die Arbeit
mit Kindern und Eltern, ausgeprägte Hobbie s, Spaß am strukturi erten Arbei-
ten, nachgewi esener Wille zur persönlichen Weiterentwicklung und eine
freundliche Au sstrahlung. Ergänzt wird dies um spezifische Kriterien wie
kultureller Hintergrund oder spezielle Kenntnisse.
"Die reichlichen Informatio-
nen über die Aktivitäten der
Kinder und die Aushänge mit
Liedtexten etc. geben mir
einen guten Anknüpfungs-
punkt für Gespräche mit
meiner Tochter."
(Frau Commentz, Mutter
eines Kindes der educcare
Kindertagesstätte Stuttgart
Wolfbusch)
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2.1.6 Integration, Inklusion und Genderthematik
Inklusion ist der folgerichtige Schritt auf die Bemühungen der Integration. Sie
eröffnet allen Kindern die Möglichkeit, ihr Recht auf die Erreichung ihres
individuell höchstmöglichen Bildungszieles wahr zu nehmen.
In den UNESCO „Leitlinien für die Bildungspolitik “, die von der Bundesre-
publik Deutschland unterschrieben wurden, geht es um die Inklusion von
Kindern mit Entwicklungsschwierigkeiten. „Inklusive Bildung bedeutet, es
allen Menschen in gleichem Maße zu ermöglichen, an hochwertiger Bildung
teilzuhaben und i hr Potential zu entwickeln. Dieser Anspruch ist universal
und gilt unabhängig von Geschlecht, sozialen und ökonomischen Vorau s-
setzungen oder besonderen Lebensbedürfnissen.“
educcare Kindertagesstätten stehen allen Kindern offen. Jedes Kind ist wil l-
kommen, kein Kind wird ausgegrenzt! Unser Leitsatz „Ein Kind ist, was in
ihm steckt“ verdeutlicht die Offenheit und Achtung gegenüber der Verschi e-
denheit und des Andersseins eines jeden Kindes mit all seinen Poten zialen
und Herausforderungen. Wir sind überzeugt da von, dass jedes Kind seine
„Eigenarten“ hat und seine Potenziale umfassen entfalten kann, wenn wir es
bedingungslos annehmen und ihm die Erfahrungsräume ermöglichen, die es
braucht,
unabhängig von seinem Erscheinungsbild,
unabhängig von seinen Fähigkeiten,
unabhängig von seiner Sozialisation, seiner ethnischen, k ulturellen
oder sozialen Herkunft.
Das ist ein hoher Anspruch, bedeutet es doch, die Vielfalt an sich willko m-
men zu heißen und Verschiedenheit und Anderssein als b ereichernd und
gleichwertig zu verstehen.
Dies findet besonders auch Ausdruck in der Zusammenarbeit mit den Eltern.
Für die kultursensitive Haltung ist es bedeutsam, sich mit den kulturellen
Hintergründen einer Familie auseinanderzusetzen. Ihre Sozialisationen sind
von den Bedingungen ihres Lebensumfeldes geprägt und zeigen andere
Deutungs- und Verhaltensmuster. Zählen wir z.B. Autonomie und Verbu n-
denheit zu den Grundbedürfnissen von Kindern, so werden wir in den unte r-
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schiedlichen Kulturen eine unterschiedliche Betonung dieser Werte festste l-
len.
Erfahrungen von Flucht, Verfolgung, Diskriminierung, Not und Armut werden
mit der Aufnahme von Flüchtlingsfamilien und der Arbeit mit Flüchtlingski n-
dern präsent. Ein Dialog im Sinne der Inklusion und das individuelle Au f-
wachsen des Kindes in der Gemei nschaft können nur mit einer Haltung des
uneingeschränkten Respektes gelingen.
Der Inklusionsgedanke der Gleichwertigkeit ermöglicht jedem Kind gleichb e-
rechtigte Teilhabe und Mitgestaltung seines unmittelbaren Lebensumfe ldes.
Jedes Kind ist mit seiner Beso nderheit und seinen individuellen Bedürfni s-
sen anerkannt und „mittendrin“. Kein Kind wird „ausgesondert“, weil es den
Anforderungen nicht entsprechen kann, keine Familie benachteiligt, weil ihre
Wertvorstellungen und Verhaltensweisen von unserer westlichen Kultur ab-
weichen.
In der letztendlichen Konsequenz bedeutet es, sich von Kategorien und B e-
wertungen wie „normal“, „gestört“ oder „unnormal“ zu verabschieden. Diese
Begriffe trennen statt zu verbinden. educcare ermutigt ausdrücklich zum
Paradigmenwechsel: „Anders ist normal.“ Und diese scheinbare Selbstve r-
ständlichkeit leben uns Kinder tagtäglich mit unverfälschter Offenheit, Ne u-
gier und Akzeptanz vor, wenn sie z. B. Menschen mit einem anderen, ihnen
„fremden“ Aussehen begegnen. Nehmen wir sie uns zum Vorbil d und lernen
wir miteinander!
Im Sinne und im Anspruch ermöglicht educcare allen Kindern, insbesondere
auch den Kindern mit Benachteiligungen und besonderen Bedürfnissen:
Respektierung der eigenen Persönlichkeit
Würde und Selbständigkeit
Selbstvertrauen und Begeisterung beim Lernen
ein ausgeglichenes Lern- und Betreuungsumfeld
Geselligkeit, Freundschaft und Zusammenarbeit mit anderen
kulturelle Unterschiede und Vielfalt
Wohlfühlen im familiären Umfeld.
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educcare ist der festen Überzeugung, dass es notwendig und sinnvoll ist,
behinderte und nichtbehinderte Kinder so früh wie möglic h
zusammenzuführen, da sich Einstellungen und Vorurteile bereits im
Kindergartenalter bilden und da von der Umwelt Bewertungen von
Behinderung übernommen werden können.
educcare sieht folgende Vorteile gemeinsamen Spielens und Lernens:
das Lernen der Akzeptanz von "Anderssein", das für die Identitäts-
bildung behinderter Kinder besonders wichtig ist
das Verarbeiten von neuen Erfahrungen, die sich für nichtbehinderte
Kinder im Kontakt mit behinderten Kindern ergeben
die Vermeidung von Vorurteilen
das unbefangene Aufeinander zugehen
die Chance, verstärkte soziale Kompetenzen zu entwickeln, die sich
für nichtbehinderte Kinder aus der Vielfalt an anderen Kontaktmög-
lichkeiten ergeben
der Anreiz der gegenseitigen Vorbildfunktion bei der Ausbildung so-
zialer, sprachlicher, kognitiver und sensomotorischer Fähigkeiten.
educcare Kindertageseinrichtungen beschränken sich nicht auf das
Zusammensein von behinderten und nichtbehinderten Kindern an
gemeinsamen Spiel - und Lernorten, sondern schließen ein
gemeinschaftliches Betreuungsangebot ein. Wir gehen auf die individuellen
Bedürfnisse aller Kinder ein, insbesondere derjenigen Kinder, die ohne
einen speziellen Aufwand an Betreuung und Pflege nicht zurechtkommen.
Voraussetzung ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten
des Netzwerks: mit den Eltern des Kindes, den behandelnden Ärzten und
Therapeuten, den sonderpädagogischen Einrichtungen, dem Sozial - und
Jugendamt, ggf. auch den Integrationshelfern. educcare Kindertageseinrich-
tungen erfüllen nicht nur integrative Aufgaben im sozialen Umfeld des
Kindes und seiner Familie, sondern sie sind auch eingebunden in eine
umfassende Förderung und gemeinsame Erziehung und Bildung.
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Wir vereinbaren und verfolgen gemeinsame Ziele. Die Erwartungen an das
Spielen und das Lernen berücksichtigt den jeweiligen Entwicklungsstand
des Kindes.
educcare Erzieher/innen und Mitarbeiter/innen zeichnen sich durch hohe
Empathie und Engagement in ihrer Arbeit aus. Sie sehen sich als
Ansprechpartner/innen für die Herausforderungen, Unsicherheiten bis zu
Ängsten der Eltern, beraten und geben wenn möglich Hilfestellung. Sie
verfügen über Kooperationsmöglichkeiten mit verschiedenen Partnern und
Institutionen.
Eine wese ntliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Inklusionsarbeit ist
neben der interdisziplinären Kooperation die Fort - und Weiterbildung der
Mitarbeiter/innen und ihre pädagogische Begleitung.
2.1.6.1 Interkulturelle Arbeit der Kindertageseinrichtungen
Die educcare Kindertagesstätten orientieren sich in besonderer Weise an
den Ideen der internationalen Verständigung, der interkulturellen B ildung
und des Lernens gemäß den Leitlinien der UNESCO -Projektschulen/-
Bildungseinrichtungen. Die Einrichtungen unterstützen aktiv das Ziel der
UNESCO – die Erziehung zu internationaler Verständigung und Zusamme n-
arbeit – in allen Bereichen. Die Themen Toleranz, Demokratie, Nachhalti g-
keit und globale Entwicklung werden in den educcare Kindertagesstätten
bereits intensiv und verlässlich gelebt.
So wurde beispielsweise die educcare Kindertagesstätte in der Stuttgarter
Hasenbergstraße von der Deutschen UNESCO -Kommission zur „mitarbe i-
tenden UNESCO Projektschule“ ernannt.
Zielsetzung es ist, Kindern die Fähigkeit, das Wissen und die Verhalte ns-
weisen zu vermitteln, die sie für eine glückliche und erfolgreiche Zukunft
benötigen. Dies schließt die Erziehung zu internationaler Verständigung und
Zusammenarbeit ausdrücklich mit ein.
Soziale Beziehungen sind die Grundvoraussetzung aller Bildungsproz esse.
Die Welt, in der Kinder aufwachsen, ist von kultureller und sprachlicher Vie l-
falt geprägt. Interkulturelle Kompetenz hat in den educcare Kindertagesstä t-
ten eine hohe Bedeutung. Dabei gilt es, kulturelle Gemeinsamkeiten und
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Unterschiede zu entdecken. Mehrsprachigkeit und Multikulturalität werden in
den Einrichtungen als Bereicherung und Chance gelebt. Die Tagesstätten
spiegeln die Vielfalt unserer Gesellschaft wider. Verschiedene Familienkult u-
ren mit unterschiedlichen Vorstellungen werden durch die Fam ilien und Mi t-
arbeiter/innen repräsentiert.
2.1.6.2 Integration und interkulturelle Orientierung
Weder gegenüber dem einzelnen Kind noch gegenüber der Gesellschaft ist
es zu verantworten, dass anforderungsgerechte Betreuung und Bildung nur
wenigen zugänglich ist. e duccare vertritt entschieden die Auffassung, dass
hochwertige Bildung allen Kindern und Familien zugänglich sein muss.
Durch konsequentes Kostenmanagement gelingt es educcare in der Regel,
mit der regulären öffentlichen Förderung für freie Träger die ortsü blichen
Elternbeiträge beizubehalten. Neben den Elternbeiträgen sind hier die richt i-
ge Ansprache der Familien sowie bedarfsgerechte Angebote entscheidend.
Weiterhin ist es für educcare selbstverständlich, Kinder und Familien aufz u-
nehmen, bei denen die vera ntwortlichen Stellen besonderen Handlungsb e-
darf sehen. educcare Tagesstätten sind zweites Zuhause für alle Kinder und
ihre Familien, unabhängig von Abstammung, Sprache, Herkunft, Welta n-
schauung oder Konfession. Die Tür steht für sie stets offen, ob es sich um
Betreuungs-, Beratungs-, Gesprächs-, Vermittlungsbedürfnisse handelt oder
um öffentliche Veranstaltungen oder private Feiern.
Die educcare Einrichtungen sind exzellente Bildungseinrichtungen, in denen
jedes Kind in einer Erziehungspartnerschaft mit den Eltern individuell beglei-
tet und umfassend gefördert wird. Anspruch von educcare ist es, dass die
Elternschaft in der Zusammensetzung das soziale Umfeld widerspiegelt. Im
Verbund mit lokalen Einrichtungen beteiligt sich die Kita aktiv am kommun a-
len Leben und erweitert so das Angebot für Familien. Die interkulturelle Or i-
entierung der educcare Kindertagesstätten zeigt sich allein schon durch die
bilinguale Ausrichtung jeder educcare Kita (bisher deutsch / en glisch), die
bei Bedarf z.B. auch deutsch / türkisc h sein könnte. Zudem arbe iten die
Einrichtungen nach den UNESCO Leitlinien, deren Grundsätze u.a. die Fö r-
derung von Demokratie, gegenseitige Achtung und Toleranz sind. In den
Einrichtungen werden sowohl die unterschiedlichen Kulturen gelebt und
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somit ken nengelernt, als auch das gegenseitige Verständnis füreinander
gefördert. Unterschiede werden als Chance und Ressource betrachtet, den
Alltag in der Kindertagesstätte zu bereichern und für die Kinder weitere
Lernmöglichkeiten zu schaffen.
2.1.6.3 Integration von behinderten Kindern
educcare Kindertagesstätten stehen konzeptionell allen Kindern offen, u n-
abhängig von Religion, sozialem Status, kulturellem Hintergrund und/oder
körperlichen / seelischen Beeinträchtigungen. Leitsätze wie „Jedes Kind ist
anders“ und „Ein Ki nd ist, was in ihm steckt“ verdeutlichen die O ffenheit
gegenüber der Verschiedenheit und die Achtung des Andersseins mit all den
Potenzialen und Herausforderungen, die eine solche Haltung birgt. Ferner
streben die educcare Kindertagesstätten in ihrer Zusam mensetzung ein
Spiegelbild des gesellschaftlichen Umfeldes an. Dies bede utet: Jedes Kind
ist willkommen und kein Kind soll ausgegrenzt werden!
Jedes Kind wird entsprechend seiner individuellen Entwicklung und seiner
individuellen Interessen und Stärken an erkannt und gefördert. Bei Kindern
mit besonderem Förderbedarf ist eine besonders intensive Zusammenarbeit
mit den Eltern und ggf. weiteren Experten unerlässlich. Eine zusätzliche
Förderkraft wird, wenn es die Situation erfordert, angestellt, entweder stu n-
denweise oder alltagsbegleitend.
Kinder mit Behinderung werden als willkommene Bereicherung gesehen.
Deren Integration wird als eine besondere Chance gesehen, alle Kinder für
einen respektvollen Umgang miteinander und für eine Achtsamkeit auf ind i-
viduelle Unterschiede zu sensibilisieren. Ihnen wird im besonderen Maße die
Möglichkeit gegeben, den vorurteilslosen Umgang mit Gleichaltrigen zu le r-
nen. Die Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf bietet für alle
Kinder wichtige Entwicklungserfahrungen.
Das Verständnis für das Anderssein ist bei Kindern grundsätzlich sehr groß
und natürlich vorhanden, die Hilfe der Kinder untereinander ist enorm und
selbstverständlich. Die ressou rcenorientierte Sichtweise führt dazu, dass
jeder von jedem lernen und Bestätigung erhalten kann.
Eltern sehen gemeinsame Gruppen für ihre Kinder als leichten Zugang sich
mit diesen Th emen auseinander zu setzen. Elternabende in educcare Kitas
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zu dem Thema werden rege angenommen. Die Behinderung und der U m-
gang damit werden allen Eltern, mit Einverständnis der betroffenen Eltern,
erklärt.
Wichtig ist eine enge - noch engere - Zusammenarbeit mit den Eltern des
Integrationskindes, regelmäßiger Austausch untereinander, Fortbildungen
der Mitarbeiter/innen, Anregungen durch Frühförders tellen sowie regelmäßi-
ger Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit den entspreche nden
Unterstützungsstellen wie Praxen für Ergotherapie, Frühförderung, Logop ä-
die, etc.
Die Räumlichkeiten werden, soweit möglich und mit der Stadt abgespr o-
chen, auf die Nutzbarkeit entsprechend den Anforderungen ausgelegt.
2.1.6.4 Genderthematik
Kinder werden als Mädchen oder Junge geboren. Die Bedeutung j edoch,
was es heißt, weiblich oder männlich zu sein, wird weitgehend beeinfluss t
durch die erwachsenen Vorbilder und die Kultur, in der das Kind au fwächst.
Eine der zentralen Entwicklungsaufgaben von Kindern ist es, die eigene
Geschlechtsidentität aufzubauen. Wer bin ich? Wer bin ich als Mädchen,
wer bin ich als Junge? Das Kind orientiert sich auf seiner Suche nach der
eigenen Position am Verhalten anderer Mädchen und Frauen, anderer Ju n-
gen und Männer. Dieser Prozess läuft jedoch nicht bewusst ab, sondern
geschieht, ohne dass er vom einzelnen reflektiert wird. Umso mehr müssen
die begleitenden Erwachsenen ihr Denken und Handeln überprüfen und sich
der eigenen Rollenzuschreibungen bewusst sein. Akzeptanz und Wertschät-
zung von Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen sowie das Wissen
um den Prozess der Geschlechtsidentität bilden die Basis für eine g e-
schlechtsangemessene und geschlecht sbewusste Erziehung. Mädchen und
Jungen erproben im Rollenspiel die eigene Geschlechtsident ität durch das
„Frau-Sein“ (Mutter, Prinzessin, Schwester, Hexe) und „Mann - Sein“ (Vater,
Bruder, Cowboy, Polizist). Erst wenn sie sich ihrer Geschlec hterrolle sicher
sind, das heißt unwiderruflich wissen “Ich bin ein Mädchen/ein Junge und
das bleibe ich.“ können sie flexibler mit ihrer Geschlechterrolle und den d a-
zugehörigen Zuschreibungen umgehen. Auch wenn die Kinder das kognitive
Verständnis dafür erst im Grundsch ulalter entwickeln, kommt dem Kinde r-
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garten als erster außerfamiliärer Institution mit einer bewussten g e-
schlechtsspezifischen Arbeit eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.
Aufgaben der Erzieherinnen:
Sie sind sich ihrer Vorbildrolle bewusst und reflektieren ihre Erwar-
tungshaltung wie auch ihr eigenes Verhalten gegenüber Mädchen
und Jungen
Sie richten ihr Augenmerk auf geschlechtsspezifische Angebote in
der Gruppe
Sie erkennen, welche Gemeinsamkeiten und geschlechtsspezifische
Unterschiede bei unterschiedlichen Tätigkeiten auftreten, erkennen
sie an und reagieren darauf
Sie ermutigen zu Rollenwechseln und Perspektivübernahme, um
Akzeptanz und Freude an Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu
fördern
Sie lenken ihren Blick auf sich selbst bildende geschlechtsspezifi-
sche Spielgruppen und unterstützen deren Bedürfnisse und Interes-
sen
Sie nehmen geschlechtssensibel und differenziert wahr, um die un-
terschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und Jungen geschlechts-
bewusst aufzugreifen und umzusetzen
Sie vermeiden einen geschlechtlich einseitig dominierten Wortschatz
und nennen gleichberechtigt weibliche und männliche Bezeichnun-
gen (Arzt – Ärztin, Kaufmann – Kauffrau, Krankenschwester - Kran-
kenpfleger, Erzieherin – Erzieher)
Sie bieten Müttern und Vätern gleichberechtigte Mitwirkungsmög-
lichkeiten und reflektieren ihre Erwartungshaltung gegenüber der
jeweiligen Elternrolle.
Aktuell gibt es in zwei educcare Einrichtungen in NRW Inklusionsplätze: in
der Kindertagesstätte „Der bunte Luftballon“ in Overath, sowie bei den „Kar-
linis“ in Aachen gibt es Plätze für Kinder mit Förderbedarf (sogenannte In-
klusionsplätze). Bei den Kindern, die in den Einrichtungen betreut werden,
handelt es sich um Beeinträchtigungen im psychischen Bereich (z.B. Wah r-
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nehmungsstörungen). In diesen Fällen arbeiten wir an „runden Tischen“ mit
Eltern, Jugendamt, Förderstellen usw. zusammen. Teilweise kommen die
Förderungsexperten (Motopäden, Logopäden) auch in die Kitas für die För-
derangebote.
Eine der wichtigsten Ressourcen für eine inklusive Pädagogik wird in der
persönlichen und professionellen Haltung der pädagogischen Fachkräfte zur
Inklusion gesehen. Der Inklusionsgedanke der Gleichwertigkeit ermöglicht
jedem Kind gleichberechtigte Teilhabe und Mitgestaltung seines unmittelba-
ren Lebensumfeldes. Jedes Kind ist mit seiner Besonderheit und seinen
individuellen Bedürfnissen anerkannt und „mittendrin“. Kein Kind wird „aus-
gesondert“, weil es den Anforderungen nicht entsprechen kann, keine Fami-
lie benachteiligt, weil ihre Wertvorstellungen und Verhaltensweisen von un-
serer westlichen Kultur abweichen. In der letztendlichen Konsequenz bedeu-
tet es, sich von Kategorien und Bewertungen wie „normal“, „gestört“ oder
„unnormal“ zu verabschieden. Diese Begriffen trennen statt zu verbinden.
2.2 Förderung der Kompetenzbereiche und Umsetzung
der Bildungsgrundsätze
2.2.1 Kompetenzbereiche
Kompetenzerwerb ist eingebunden in die unmittelbare Lebenssituation des
Kindes und findet in den einzelnen Bildungsbereichen eine besondere Au s-
prägung. Sie sind jedoch nicht isoliert zu betrachten. Vielmehr sieht edu c-
care, dass eine Verknüpfung der Bereiche notwendig ist, um Kinder vielerlei
Zugänge mit wechselnden Erfahrungen und Erkenntnissen zu ermögl ichen.
Dies setzt die Überzeugung voraus, dass alle Bereiche im Alltag allgege n-
wärtig sind und zur Umsetzung eine gleichwertige Fragestellung impliziert:
Wo finde ich im Alltag Anlässe und Möglichkeiten für die Initiierung/
Einbindung/ Fokussierung von Bildungsbereichen?
Wie verbinde ich Bildungsbereiche und bringe sie in den Alltag?
2.2.1.1 Kreativität als Bildungsansatz
Die educcare Bildungs - und Betreuungskonzept ion formuliert durchgängig
ein Bild vom Kind, das dessen Selbstbildungspotenziale, Selbstbestimmung
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und –bewusstsein, sowie die Freiheit des Denkens und Handelns betont.
Auf dem Weg der Persönlichke itsentwicklung des einzelnen Kindes nimmt
die Erfahrung mit bzw. die Übernahme von Verantwortung einen
besonderen Stellenwert als methodisches Instrument im pädagogischen
Alltag ein.
Daraus leitet sich die Forderung ab, dass educcare Kindertagesstätten
kreative, d.h. ergebnisoffene, prozessorientierte und experimentelle Lernorte
sein müssen.
So wird „Kreativität“ nicht nur auf das schöpferische Tun innerhalb
künstlerischer Prozesse reduziert, sondern als „kreative Lernkultur“ im ganz
„normalen“ Alltag gesehen und gefördert.
Dies hat zur Folge, dass die Berücksichtigung kindlicher Autonomie und
Verantwortung vorrangig betrachtet wird und Angebote primär unter dem
Fokus der Entwicklung kreativen, individuellen Lernens geplant bzw.
ausgewertet werden.
Gleichzeitig stuft sich die überwiegende Anzahl von Erzieher/innen als
„kreativ“ ein. Damit stehen den Kindern „bewusst“ kreative Vorbilder zur
Verfügung, die e ine Verbindung zur Problemlösungskompetenz und zur
grundsätzlichen Haltung von Neugier, Offenheit und E xperimentierfreude
herstellen.
Hauptziele, die im Projektauftrag Kreativität beschrieben sind und bezüglich
der Kinder erreicht werden sollen:
Die Kinder in den educcare Einrichtungen vertrauen in ihre Fähig-
keit, schöpferisch zu denken und zu handeln.
Sie haben ihre individuellen Einstellungen und Gestaltungs-
kompetenzen maximal entwickelt und nutzen ihr kreatives Potenzial
vielfältig und umfassend.
Durch die Klientel der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Auftraggebers
könnte sich zusätzlicher Bedarf an die pädagogische Arbeit ergeben:
bildungsnahe Familien mit entsprechenden Anforderungen an die
Qualität der Einrichtung
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ausgeprägte Angebote in den Bereichen Musik, Ernährung,
Wahrnehmung, Natur / Naturwissenschaft, mathematische
Grunderfahrungen, Medien / Technik, …
intensiver und qualifizierter Austausch über Entwicklung des
Kindes.
Gestaltung und Einbeziehung des Außengeländes (Natur) in den
pädagogischen Alltag
die Gestaltung des Außengeländes soll zur Bewegungsfreu-
de, Neugier auf neue Bewegungsabläufe und motorischen
Herausforderungen anregen
zu einem späteren Zeitpunkt werden partnerschaftliche Ko-
operationsmodelle (z.B. mit Kitas im Bereich „Übergänge
gestalten“, Frühförderstellen oder Familienberatungen) an-
gestrebt.
2.2.1.2 Sprachförderung
Sprache ist – im Unterschied zu Krabbeln, Laufen, Klettern usw. – die
einzige Fähigkeit, die nur im beständigen, unmittelbaren Kontakt zu einem
Menschen gelernt und verfestigt werden kann. Kinder nehmen wahr, wie
Menschen miteinander kommunizieren, wie sie einander zuhör en und gehört
werden.
Sprachliche Bildung beginnt in den ersten Lebenswochen. Sie ist ein
kontinuierlicher Prozess, der über Kindheit, Schule und Ausbildung hinaus
andauert. Kommunikation umfasst die verbale und auch die nonverbale
Verständigung wie Gesti k, Mimik, Körpersprache, Tonfall, Rhythmus.
Sprechfreude, Entwicklung der Körpersprache, Lautbildung, Neugierde und
Interesse an Reimen, an Geschichten, Büchern und fremden Sprachen, die
Erweiterung von Wortbildung und Satzbau, die Fähigkeit zum Ausdruck v on
Gefühlen und Bedürfnissen und aktives Zuhören stellen die ersten
Bildungsziele in der Sprachentwicklung dar.
Im frühen Kindesalter besitzt die nonverbale Kommunikation hohe
Bedeutung als Ausdrucksform und Kontaktmittel. Dies stellt entsprechende
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Anforderungen an den Erwachsenen, sich einzufühlen, zu verstehen und in
den Dialog zu treten.
Kinder wollen sich ausdrücken, sich verständlich machen können. Sie
brauchen verantwortliche Vorbilder, Anerkennung und Ermutigung für die
Nutzung all ihrer sprachliche n Möglichkeiten. Kinder ohne die Erfahrung
positiver Resonanz verstummen.
Spracherwerb hat als „Produktion von Lauten“ etwas Spielerisches,
Experimentelles und in gleichem Maße Sinnstiftendes. Sprachentwicklung
basiert auf dieser Lust an Tönen, Sprachmelo dien und Wortspielen. Sie
bilden im ständigen Dialog die Basis für die Förderung im Alltag.
In der Gemeinschaft erleben Kinder, welches Gewicht ihre Stimme hat. Je
mehr Kinder in einen Dialog einbezogen sind, umso mehr Anreiz und
Motivation erhalten sie, sich sprachlich weiterzuentwickeln.
Schriftzeichen stehen für die Laute der gesprochenen Sprache. Kinder
lernen, dass diese Zeichen Inhalte vermitteln. Die Entdeckung von Zeichen,
Zahlen, Buchstaben sind ein Meilenstein auf dem Weg zum abstrakten
Denken. Die Möglichkeit, sich mitzuteilen, ohne selbst anwesend zu sein, ja
sogar die ganze Welt zu erreichen, ist für Kinder ein faszinierender
Gedanke. Selbst erfundene Zeichen, der Wunsch, den eigenen Namen
sichtbar zu machen, oder auch die Entdeckung von Zahl en auf dem Weg
zum Kindergarten sind Ausdruck dieses Entwicklungsschrittes.
Ziele der Sprachförderung:
Sprache als persönliches Ausdrucksmittel genießen, sprachliche
Vielfalt mit Spaß erleben
Stärken des einzelnen Kindes in seiner Beziehung zur Welt: Erfah-
rungen und Gedanken verbal ausdrücken und andere verstehen
können
kommunikationsoffene und anregende Gestaltung der Atmosphäre
und des Raumes
sich der Familiensprache als Teil der eigenen Identität bewusst sein
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Korrekter und bewusster Umgang mit der deutschen Sprache und –
in den meisten educcare Tagesstätten – mit einer zweiten Sprache
(Vorbildfunktion)
Vergrößerung des Wortschatzes, nach Bedeutungen von Worten
fragen, Lernen in Sinn-Zusammenhängen
altersgemäße grammatikalische Kompetenz
phonologisches Bewusstsein (Reime, Silben, einzelne Laute)
Schönheit von Sprache(n) und Schrift(en) entdecken, Wahrnehmen
und Aufgreifen des Interesses der Kinder an Schriftsprache (eigener
Name, Hausnummern, chinesische Zeichen)
Zeichen, Ziffern, Symbole, Piktogramme erkennen, eigene Zeichen
erfinden.
Zur Beobachtung der Sprachförderung nutzt educcare das BaSiK
(Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in
Kindertageseinrichtungen) –Verfahren, welches eines der verbind-
lich einzusetzenden Verfahren in NRW darstellt.
2.2.1.3 Musikerziehung
Der Aufbau von musischen Fähigkeiten ist ästhetische Bildung. Sie schafft
Vertrauen zu sich selbst und durch das musische Zusammenspiel auch zu
anderen Kindern.
Vor diesem Hintergrund räumen educcare Tagesstätten den Ki ndern d en
größtmöglichen Spielraum für die eigene Fantasie ein. Sie stellen den Ki n-
dern Materialien bereit, mit denen sie wirklich gut arbeiten können und
schaffen ihnen den Platz, der i hrem kindlichen Bedürfnis nach persönlichem
Ausdruck und raumgreifender Aktiv ität Rechnung trägt. Kunst und Musik als
„Sprache der Emotion“ ist ein schöpferischer Prozess, in dem die Kinder
Empfindungen, Gefühlen, Beziehungen, Problemen, vorübergehenden Th e-
orien, Ideen von etwas Möglichem wie offe nsichtlich Unmöglichem Gestalt
geben.
Wofür wir uns verantwortlich einsetzen:
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aktives gestalterisches Lernen
Erweiterung der Lebenskompetenzen
Die integrative Musikförd erung betrifft den Gehörsinn z. B. Fähi gkeit Laute
differenziert zu hören, Entwicklung von Sprachrhythmus und -melodie.
2.2.1.4 Bewegungs- und Gesundheitsförderung
Bewegungsförderung findet in den educcare Kindertagesstätten täglich a uf
unterschiedliche Art statt: A uf dem Außengelände, bei (Wald -) Ausflügen,
auf Spielplätzen oder in Turnräumen. Unterstützt wird die natürliche
Bewegungsfreude von Kindern zudem durch eine Raumgestaltung, die
Körpererfahrung von klein an ermöglicht (z. B. durch Podeste, zweite
Ebenen, Hängeschaukeln) . Die Lust an Bewegung zu erhalten und zu
fördern ist ein wesentlicher Bestandteil der educcare Bildu ngs- und
Erziehungskonzeption und wird entsprechend von den Erzieher/innen
„selbstverständlich“ in den Tagesablauf eingebunden.
Kinder entdecken und erforschen ihre Umwelt, indem sie sich bewegen. Sie
erhalten zahlreiche Informationen über die Sinnessystem e und den Körper
und machen dadurch Erfahrungen über sich selbst und ihre Umgebung. Sie
erleben durch ihre Aktivität, dass sie imstande sind, etwas zu leisten und
etwas zu bewirken. Sie erfahren, dass sie durch körperliche Handlungen
Selbstständigkeit und damit auch Unabhängigkeit erreichen können.
Bewegung und Wahrnehmung sind die ersten Instrumente zur Bildung des
Selbstkonzeptes und mithin auch die prägenden Erfahrungen für die
Identitätsentwicklung. Damit ist Bewegung nicht nur Grundvoraussetzung für
eine körperliche Entwicklung, sondern auch für die geistige und emotionale
Entfaltung. Werden Sinneserfahrungen gering geschätzt oder
vernachlässigt, gehen diese Informationen für die innere Verarbeitung
verloren.
Gesundheitserziehung bedeutet, ein Kind zu befähigen, für sein eigenes
Wohlergehen zu sorgen. Körperpflege, vielfältige Bewegungsangebote,
Ruhe und Entspannung, gesunde Ernährung und ein unbefangenes
Verhältnis zu Körper und Sexualität gehören dazu.
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Ziele der Bewegungs- und Gesundheitsförderung:
Entwicklung des Körperschemas: Den eigenen Körper wahrnehmen,
innere Empfindungen spüren, sich wohlfühlen, seiner Möglichkeiten
und Grenzen bewusst sein
Einsatz und Steuerung des Körpers in unterschiedlichen Situationen:
Koordination, Anspannung – Entspannung, zielgerichteter Einsatz
der Muskulatur
Grundverständnis über die Körperfunktionen entwickeln: Wissen
darüber erlangen, was dem Körper guttut und was ihm schadet
Bewusstsein der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten aufbauen: Zu-
sammenhänge erkennen zwischen Bewegung und Wohlbefinden
Fingerfertigkeit / Handgeschicklichkeit: Gezieltes Bewegen, greifen
und loslassen unterschiedlicher Gegenstände / Materialien, Auge-
Hand-Koordination: Einen Faden in die Nadel fädeln, Flüssigkeit in
unterschiedliche Gefäße schütten, einen Ball aus der Luft fangen, ...
Erfahrungen sammeln: Bewegung an der frischen Luft bei jedem
Wetter und zu unterschiedlichen Jahreszeiten als spannend erleben
Vorfreude entwickeln: Auf alle Fertigkeiten, die ein Mensch lebens-
lang handhaben kann.
2.2.1.5 Natur und Naturwissenschaften
Kinder wollen die Zusammenhänge ihres lebensweltlichen Umfeldes
ergründen und brauchen dafür Raum . Erfahrungen in und mit der Natur
betreffen die belebte Welt – den Umgang mit Pflanzen und Tieren – wie die
unbelebte Natur. Die belebte Natur ist traditioneller Bestan dteil der
pädagogischen Arbeit . Kinder nehmen ihre Welt durch Beobachten,
Beschreiben, Vergleichen und Bewerten wahr. Dabei berühren sie ihrem
Interesse und ihrer eigenen Logik folgend Themen aus der Biolo gie, der
Chemie, Physik und Technik:
Warum fallen die Blätter von den Bäumen?
Was schwimmt da oben auf der Suppe und warum?
Woraus besteht ein Regenbogen?
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Warum kann ich mich nicht von meinem Schatten trennen?
Staunen – als Ausgangspunkt – regt die Neugier an, weckt den
Forschergeist und unterstützt die Kinder, ihr intuitives Wissen oder die
diffuse Kenntnis von etwas zu überprüfen.
Waldtage, Natur und naturwissenschaftliche Projekte sind mit
kindorientierten Themen Teil des pädagogischen Alltags – passend zum
Entwicklungsstand des Kindes und mit unmittelbarem Lebensbezug. So
lernen die Kinder in kleinsten bis hin zu übergeordneten Zusammenhängen.
Sie erweitern Wissen und Fähigkeiten, übernehmen Verantwortung und
entwickeln Bewusstsein für den Umweltschutz.
2.2.2 Schulbereitschaft: Zusammenarbeit mit Grundschulen
oder „lebenslanges Lernen fördern“
Einen besonderen Schwerpunkt setzt educcare für Kindergartengruppen auf
die Vorbereitung auf die Grundschulzeit. educcare entwickelt zusammen mit
Grundschulen Prozessbeschreibungen für den Übergang in die Schule. Dem
Übergang vom Kindergarten in das Schulsystem kommt ein besonderer
Stellenwert zu, denn was bei den Kindern in der Elementar - und Primarbil-
dung grundgelegt – oder aber versäumt – wird, prägt den weiteren Bildungs-
verlauf und somit auch den Bildungserfolg oder -misserfolg von Kindern und
Jugendlichen entscheidend mit. Nicht nur im Hinblick auf individuelle L e-
benschancen, sondern auch mit Blick auf die gesamtgesellschaftliche En t-
wicklung muss somit dem Übergang vo m Kindergarten in die Grundsch ule
eine besondere Verantwortung beigemessen werden. Kinder, die in die
Schule kommen, stehen in der Kontinuität längst begonnener Bildungspr o-
zesse. Kindertagesstätten und Schule haben die gemeinsame Verantwor-
tung und Verpflic htung, durch ihre Zusammenarbeit eine weitgehende Ko n-
tinuität der Entwicklungs - und Lernprozesse für die Kinder zu gewährleisten
und gemeinsam mit den Eltern Verantwortung für eine beständige, ganzhei t-
liche Bildungs - und Erziehungsentwicklung zu übernehmen . Die enge Ve r-
zahnung von Elementar - und Primarbereich dient der frühzeitigen und bes t-
möglichen Förderung für jedes einzelne Kind.
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Kindertagesstätte und Schule tragen gemeinsam und gleichberechtigt die
Verantwortung dafür,
dass ein guter Schulanfang kein punktuelles Ereignis, sondern eine
zu gestaltende Übergangsphase ist,
dass die persönliche Eigenart des einzelnen Kindes und seine Lern-
geschichte berücksichtigt wird und in der Schule zur Geltung kommt,
dass wechselseitig und kontinuierlich Informationen ausgetauscht,
Fragen aufgenommen und Ideen entwickelt werden.
educcare sieht sich deswegen in der Veran twortung, mit Grundschulen in
der Umgebung zusammenzuarbeiten und Kindergartenkindern eine gute
Vorbereitung auf die Schule zu bieten. educcare sieht sic h in der Verpflic h-
tung die umliegende n Grundschulen anzusprechen und sich zusammen mit
ihnen diesen Aufgaben zu stellen (z.B. durch Kooperationsvereinbaru ngen,
Kooperationskalender, gemeinsame Informationsabende, übergreife nde
Portfolios, Projekte zwischen Kita- und Schulkindern, Evaluierung des Übe r-
gangsprozesses).
Beispiele möglicher gezielter „Vorschulprogramme“:
Gemeinsame regelmäßige Treffen der „Schulkinder“ in einem be-
sonderen Raum zu einem festen Termin, wo Kinder mit „Schulmate-
rialien“ vertraut gemacht werden
Ein erster Schulbesuch, „Schnuppertag“
Gezielte Sprach- und erste Leseförderung
Verkehrserziehung für eine sichere Nutzung des Schulweges
Basteln einer Schultüte
2.2.2.1 Beispiel für Sozialraumorientierung: Zusammenarbeit der
educcare Kita Stuttgart Hasenbergstraße mit den
Grundschulen Schwabschule und Falkertschule
Konkret ist es beispielsweise gelungen , an zwei öffen tlichen Schulen im
Stuttgarter Westen (Schwabschule und Falkertschule) ein bilinguales Unte r-
richtsmodell einzuführen. Initiator waren Elt ern der educcare Kindertage s-
stätte Hasenbergstraße. Damit ist in unmittelbarer Nachbarschaft der bili n-
gualen Kita die Weiterführung der Bilingualität in der Schule gewährleistet.
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Der Erfolg der Eltern und des Trägers ist auch ein gelungenes Beispiel d a-
für, wie Kindertagesstätten Bewegung in einen Stadtteil b ringen und Schu l-
entwicklung mitgestalten können.
2.2.3 Bilingualer Kita-Alltag
Bilingualität ist ein Teil der educcare Bildungs- und Erziehungskonzeption.
Wir betreuen in der Regel Kinder aus verschiedenen Na tionen. Mit Meh r-
sprachigkeit wird die Grundlage für eine förderliche Entwic klung der Kinder
in den Kindertagesstätten gelegt. educcare strebt eine Bese tzung von einer
deutschsprachigen und einer englischsprachigen Erzieherin je Gruppe an.
In ihrer praktis chen Bedeutung ist Mehrsprachigkeit ein Kernaspekt von
interkultureller Erziehung. Unsere englischsprachigen Fachkräfte sind im
pädagogischen Alltag ein Vorbild für gelebte Bikulturalität und Zweisprachi g-
keit. Eine zweite Sprache schafft Zugang zu anderen Menschen und and e-
ren Kulturen. Sie ist der Anfang von Internationalität. Im Krippen - und Ki n-
dergartenalter erfassen und verarbeiten die Kinder neue Laute, Worte, Sätze
und R edewendungen. In diesem Alter ist das Fen ster für Sprachen weit
geöffnet und das Le ben in der Kindertage sstätte stellt mit seiner Fülle an
Angeboten eine ideale Voraussetzung für den Spracherwerb dar.
Die Zweitsprache wird – im Grunde wie die Erstsprache – mit der Immers i-
onsmethode erlernt, im sogenannten „Sprachbad“: Eine der in der G ruppe
tätigen Fachkräfte, im Idealfall eine der beiden Gruppenerzieherinnen,
spricht konsequent mit den Kindern in der Fremdsprache, hier Englisch.
Diese klaren Sprachtrennung sregeln nach dem Prinzip „eine Person – eine
Sprache“ erleichtern den Kindern den (Zweit)Spracherwerb und gewährlei s-
ten eine Konstanz der Bindung und Beziehung. Die Komm unikation wird –
wie in der Muttersprache – unterstützt durch Mimik, Gestik und begleitende
Aktivitäten, die den Kindern weitere sinnstiftende Informationen liefern.
Außerdem stehen verschiedene englischsprachige Bilderbücher zur Verf ü-
gung, die regelmäßig zum Einsatz kommen. Musik, Fingerspiele, kleine
Spiele und Bewegung ergänzen das Angebot.
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Bilingualität mittels der I mmersionsmethode gilt durch ihren natürlichen und
spielerischen Ansatz nachweislich als die erfolgreichste Methode des Zwei t-
spracherwerbs. Die fremdsprachige Erzieherin ist eine ausgebildete päd a-
gogische Fachkraft und Muttersprachler/in bzw. Mitarbeiter/in mit "Nat ive
Speaker Niveau" und hat einen länger en Zeitraum im englischsprachigen
Ausland gelebt. Vor ihrem Einsatz in educcare Einrichtungen wird die
sprachliche Qualität dieser Erzieherinnen durch eine Muttersprachlerin g e-
prüft. Bilingualität wird von allen Fachkräften in den educcare Kindertage s-
stätten miteinander gelebt und gestaltet.
Alle artikulierten Sprachen erfahren in den educcare Kindertagesstätten eine
gleichberechtigte Wertschätzung.
Wertschätzung und Neugier für fremde Laute und Sprachmelodien
Unterstützung des Selbstbildungspotenzials von Kindern: kreative
Strategien der Kinder, die es ihnen erleichtern, sich im Dschungel
fremder Laute und Worte zurechtzufinden, werden aufgegriffen
Verstehen und – in Teilen – Gebrauchen der zweiten Sprache
Der Einsatz von entsprechenden englischsprachigen Fachkräften hängt von
der lokalen Verfügbarkeit dieses Profils ab.
2.2.4 Schlaf- und Ruhephasen
Was bedeutet Ruhe und Schlaf für Kinder im Alter von null bis sechs
Jahren? Mit dieser Frage haben sich Wissenschaftler u nd andere Fachleute
beschäftigt:
Kinderschlaf und Erwachsenenschlaf unterscheiden sich vor allem dadurch,
dass Kinder einen erheblich höheren Schlafbedarf haben. Der Schlafzyklus
umfasst verschiedene Schlafphasen.
Neurowissenschaftler weisen besonders auf die Wichtigkeit der
Tiefschlafphase hin. Ein Kind soll ungestört genügend Schlafzyklen mit
Tiefschlafphasen durchlaufen können. Nur so ist garantiert, dass die
Reifungs- und Wachstumsprozesse die Entwicklung kindlichen Gehirns
stattfinden können, weil die meisten Wachstumshormone in dieser Zeit
ausgeschüttet werden.
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Relevante Informationen werden dann synaptisch verknüpft und unwichtige
Informationen gelöscht. Es ist anzunehmen, dass die Bewältigung dieser
enormen Lernleistungs - und Anpassungsvorgänge im frühen Kindesalter
einen erhöhten Schlafbedarf einfordern.
Die Ergebnisse klinischer Studien warnen vor den möglichen Folgen von
Schlafentzug und Schlafstörungen. Entwicklungsverzögerungen, ADHS -
ähnliche Symptome, frühe Formen und Adipositas und nachhaltige
Beeinträchtigung der Sprachentwicklung werde n u.a. damit in
Zusammenhang gebracht.
Ob ein Kind ein „früher Vogel“ oder eine „Nachteule“ ist, wie hoch sein
Gesamtschlafbedürfnis ist und die Taktung der o.g. Schlafzyklen, da alles ist
genetisch vorgegeben und bleibt während des gesamten Lebens bestehe n.
Darauf sollten Eltern und Institution Kita eingehen, um eine gesunde
Entwicklung des Kindes zu fördern.
Kinderschlaf in der Kita
Wird ein Kind in die Institution Kita eingewöhnt, ist die Qualität der
Einrichtung an der erfo rderlichen sorgfältigen Planung und Vorbereitung von
Schlafumgebung, Schlafritualen und Übergangsgestaltungen zu erkennen.
In der educcare Bildungs - und Erziehungskonzeption ist fes tgeschrieben,
dass die Bedürfnisse des individuellen Kindes im Vordergrund stehen.
educcare strebt ei ne Erziehungspartnerschaft zwischen Kita und Elternhaus
an, mit dem Ziel, die Schlaf - und Ruhebedürfnisse des Kindes im Blick zu
behalten und sich darüber auszutauschen. Fachkräfte und Eltern sind
gefragt, diese Bedürfnisse immer besser kennenzulernen, zu verstehen un
die Bedürfnisbefriedigung zu ermöglichen.
Die Kinder lernen in einer neuen Umgebung zu schlafen, gemeinsam mit
anderen Kindern, mit neuen Ritual en und einem anderen Tagesrhythmus.
Das kann auch Auswirkungen auf das Schlafverhalten und die
Schlafenszeiten zu Hause haben. Deshalb wird empfohlen, dass die Eltern
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gelassen mit der neuen Situation umgehen und ihrem Kind daheim
besonders viel Ruhe, Nähe und Zeit geben, bis sich alles eingespielt hat.
Kinder lernen in der Kita sich selbst zu regulieren und ihre Bedürfnis nach
Schlaf/Entspannung zu spüren und zu zeigen.
Fachkräfte verzichten darauf, Kinder durch Spielangebote vom
Schlafbedürfnis abzulenken und vom Schlaf abzuhalten. Zu einem guten
Kinderleben gehören die Möglichkeit zu toben und zu spie len genauso wie
die Möglichkeit zu entspannen und Eindrücke zu verarbeiten.
Umgang mit den verschiedenen kindlichen Bedürfnissen
Im persönlichen Gespräch und durch den „Infobogen zum Kind und Familie“
erhalten die Erzieherinnen wertvolle Informationen über die
Schlafgewohnheiten der einzelnen Kinder.
Die Erzieherinnen beobachten die Kinder und lernen ihre individuellen
Ausdrucksformen kennen, mit denen sie ihr Bedürfnis nach Rückzug, Ruhe,
Schlaf zeigen.
Es wird darauf geachtet, dass die Kinder an einem Or t ruhen/schlafen
können, an dem sie sich sicher fühlen. Eine vertraute Person begleitet die
Kinder in diesem Prozess.
Während das eine Kind mit Schnuller, Kuscheltuch/ -tier auf den Schoß
möchte, sitzt ein anderes Kind gemütlich im Buggy. Wieder andere Kind er
kuscheln auf dem Sofa oder sitzen einfach auf dem Teppich. Bei großer
Müdigkeit liegt ein Kind vielleicht auch schon um 9 Uhr im Bett.
In den educcare Einrichtungen wird Wert auf eine allgemeine Mittagsruhe/
Schlafzeit gelegt.
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Praktische Beispiele
Krippengruppe (0-3 Jahre):
Das Mittagessen startet gegen 11:00 Uhr. Danach ziehen die Kinder sich
aus. Schnuller , Kuschelsachen etc. sind dabei wenn die Kinder in den
Schlafraum gehen. Manche Kinder ruhen sich aus und verlassen danach
den Schlafraum. Die Er zieherin hört über das Babyfon wer sich rührt und
aufstehen möchte. Das geschieht dann sehr leiste. Selbstständigere Kinder
verlassen den Schlafraum alleine und werden in der Gruppe von der
Erzieherin in Empfang genommen. Hier gibt es dann die Möglichkeit zu
kuscheln, zu lesen oder zu spielen.
In der Regel entwickeln die Kinder nach einer Weile einen Schlafrhythmus,
der sich an den der anderen Kinder angleicht. Das passiert, weil Kinder
„Herdenschläfer“ sind. Sie genießen oft das Gefühl der Sicherheit und d er
Gemeinschaft.
Jede Gruppe entwickelt eigene Rituale, die den Kindern helfen zur Ruhe zu
finden. Die Erzieherin ist dann gefragt, um auf Anzeichen von Unwohlsein
einzugehen (Zahnen, sich anbahnende Krankheiten etc. können das
Schlafen zu den gewohnten Zeiten verhindern). Der Schlaf der Kinder soll so
ungestört wie möglich verlaufen.
In der Regel wird abgewartet, bis jedes Kind alleine wach wird.
Die Erzieher entscheiden bei „Langschläfern“, ob und wann sie eine
Aufwachzeit einleiten. Das geschieht, in de m die Tür zum Schlafraum
geöffnet wird und die Gruppengeräusche oder das einfallende Licht
hineingelangen. Das sind „sanfte“ Weckmethoden. Weder die Fachkräfte
noch die Eltern sollten das Kind durch andere Methoden (Rütteln, Anfassen,
Schnuller rausziehen, …) wecken.
Zwischen 14:00 Uhr und 14:30 Uhr ist in der Regel die Wickel - und
Snackzeit. Schlafende Kinder schlafen weiter.
Vor allem jüngere Kinder oder Kinder im Entwicklungsschub brauchen am
Nachmittag erneut Schlaf.
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Altersgemischte Gruppe oder Kita-Gruppe (2/3-6 Jahre):
Auch in den Gruppen der älteren Kinder ist der Tagesablauf an die
Bedürfnisse der Kinder angepasst.
Das Essen findet gegen 11:45 Uhr statt und danach gehen die Kinder
a) in den Schlafraum mit Betten, wo die Kinder im abgedunkelten Raum
schlafen können. Wer nicht einschläft kann den Raum wieder
verlassen
b) in einem Raum, in dem die „Traumzeit“ stattfindet. Hier liegen die
Kinder im hellen Raum auf ihrer Matratze. Sie kuscheln, träumen
oder hören einer Geschichte zu. Wer sich ausgeruht fühlt, verlässt
den Raum. Wer einschläft, kann sich ausschlafen.
2.2.5 Tagesablauf
Durch Rituale Orientierung und Halt geben.
Strukturierung des Tagesablaufs
Ein strukturierter Tagesablauf ist für Kinder im Kindergarten − und
besonders im Krippenalter − wichtiger Bestandteil für eine gesunde
Entwicklung. Den Kindern wird ein Tagesablauf geboten, der Orientierung
und damit auch Sicherheit bietet. Hierbei wird stets vom Wohlbefinden des
einzelnen Kindes aus gegangen. So ist unser Tagesablauf eine Stütze für
das Kind, aber keinesfalls ein Muss (s. „Ein exemplarischer Tag bei den
Wasserflöhen“).
Feste Rituale und Strukturierungsmerkmale sind dabei täglich der
Morgenkreis / Morning Circle mit allen Kindern, das gemeinsame
Obstfrühstück, das Mittagsessen sowie die Mittagsruhe und der
nachmittagliche Snack. In den Zwischenzeiten kann der Tag immer wieder
neu erfunden werden, ausprobiert und variiert werden.
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Ein exemplarischer Tag bei den „Wasserflöhen“ in Karlsruhe,
der Betriebskindertagesstätte der Bundesanstalt für Wasserbau:
7:30-8:00 Uhr Gruppenübergreifende Frühbetreuung: Der en tspannte
Start in den Tag steht im Vordergrund. Die Kinder werden
liebevoll begrüßt und Informationen mit den Eltern ausg e-
tauscht.
8:00 Uhr Bringzeit der Kinder in ihre Bezugsgruppen - erste Fre i-
spielphase
8:00-11:15 Uhr individuelle Schlafens- und Ruhezeiten der Kleinsten
9:00-Uhr Start in den Tag: Morning Circle - in der Gruppe anko m-
men, begrüßen; gemeinsam schmieden die Kinder Pläne
für den T ag; es wird gesungen, getanzt, gelacht und d a-
nach gibt es gemeinsames Obstfrühstück
9:30-11:00 Uhr Treffpunkt Piazza, offene Angebote 1. Entdecke rphase:
Die Kinder können altersentsprechend frei wählen, ob sie
an einem gezielten Angebot (Piazza, Atelier, Bad) tei l-
nehmen wollen oder eigenen Wünschen nachgehen: z.B.
im Garten spielen, sich ausruhen, kuscheln.
Die Erzieher/innen unterstützen die Kinder bei der Real i-
sierung ihrer Ideen, sie schaffen Anreize und fördern die
Kinder mit ihren individuellen Intere ssen. Sie beobachten
und dokumentieren und tauschen sich später mit den E l-
tern darüber aus.
11:30 Uhr Mittagessen für die Krippenkinder
12:30 Uhr Mittagessen für die Kita-Kinder.
13:15-15:00 Uhr Mittagsruhe. Es kehrt Ruhe ein im Haus.
Die großen Kinder b eschäftigen sich leise, bekommen e t-
was vorgelesen oder ruhen und kuscheln miteinander.
Die jüngeren Kinder machen sich bettfertig, klettern in ihre
Kisten oder auf ihre Matratzen. Wer nicht schlafen kann,
ruht. Die Schlafdauer richtete sich individuell nac h dem
Bedürfnis des Kindes. Wer wach wird, ruft oder kommt a l-
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lein aus dem Schlafraum und wird von einer Gruppene r-
zieherin begrüßt.
15:00 Uhr Treffpunkt Piazza, 2. Freispielphase
15:15 Uhr Der Snack - Energie für den Nachmittag:
Dieser kleine Snack variie rt täglich. Abgestimmt auf den
Mittagstisch, bietet er einen Energienachschub, der die
Kinder für ihre Aktivitäten am Nachmittag stärkt. Je nach
Belegung der Gru ppen, findet der Imbiss gemeinsam mit
Kindern der anderen Gruppen statt.
15:45 Uhr 2. Entdecker phase: Die Kinder können sich zwischen
vereinzelten Angeboten entscheiden, Garten und Fre i-
spiel.
17:00 Uhr Ende
Der Alltag wird für alle Kinder durchgehend in englischer und deutscher
Sprache gestaltet.
Der Tagesablauf wird natürlich an lange Öffnungsze iten in der Kita oder
sonstige Besonderheiten entsprechend verändert und ang epasst. Basis des
Tagesablaufes bleibt aber immer eine Grundstruktur, in der feste Rituale und
Abläufe den Kindern Orientierung und Sicherheit bieten.
2.2.6 Dokumentation der pädagogisch en Arbeit und Entwic k-
lung der Kinder
Die systematische Beobachtung und Dokumentation ist ein wichtiges Ker n-
element einer qualitativ hochwertigen Pädagogik. Sie zeichnet verantwortlich
handelnde pädagogische Fachkräfte aus und ist Bestandteil ihrer professio-
nellen Haltung. Sie hat zum Ziel, das Kind in seinen Handlungen, seinen
Fähigkeiten und seinem Verhalten zu beobachten, die Beobachtungen zu
dokumentieren, sie mit Kolleginnen und Kollegen zu reflektieren und die
Eltern in regelmäßigen Abständen über die Entwicklungsschritte ihres Ki n-
des zu informieren.
Beobachtung und Dokumentation bei educcare heißt:
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Be(ob)achten mit aller Wertschätzung für die Individualität des Kin-
des
Beobachten, um Kinder besser zu verstehen
Beobachten, um ihre Entwicklung optimal zu begleiten und zu unter-
stützen
Beobachten, um Transparenz für Eltern zu schaffen
Beobachtung und Dokumentation ist eine verpflichtende Aufgabe für alle
pädagogischen Fachkräfte.
educcare hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Qualitätsanspruch g e-
recht zu w erden und entwickelt sein Beobachtungs- und Dokumentation s-
system kontinuierlich weiter und greift dabei sowohl auf aktuelle wisse n-
schaftliche Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie als auch auf Erfa h-
rungen aus der Praxis zurück . Eingebettet in ein Gesamt handlungskonzept
werden verschiedene Formen der Beobachtung und Dokumentation umg e-
setzt:
Beobachtung und Begleitung von Kindern (Arbeitsbuch zur Leuvener
Engagiertheits-Skala) (Vandenbussche & Laevers, 2009),
Learning Stories (Carr, 2001),
Entwicklungsbeobachtung und -Dokumentation (EBD 3-48 Monate
und EBD 48-72 Monate - Petermann, Petermann & Koglin, 2012;
2015).
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Übersicht über das educcare Beobachtungs - und Dokumentationssys-
tem
1. Infobogen zu Kind und Familie:
Eltern sind die Experten ihr er Kinder. Sie sind herzlich willkommen
und in das Leben der Kindertagesstätte und die Arbeit der Pädag o-
gen einbezogen. Um das einzelne Kind verstehen und fördern zu
können und ihm in der Einrichtung das G efühl einer zweiten Familie
zu vermitteln, ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
den Eltern eine entscheidende Voraussetzung. Die hierfür erforderl i-
che Basis bilden gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen. Die Z u-
sammenarbeit zwischen Eltern und Pädagogen beginnt mit der Au f-
nahme des Kindes in di e Kindertagesstätte. Mit der Begrüßung e r-
halten die Eltern ein Willkommenspaket, welches u.a. den mehrse i-
tigen Infobogen zu Kind und Familie enthält. Eltern sollen diesen I n-
fobogen zu Hause ausfüllen und im Aufnahmegespräch mit der p ä-
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dagogischen Fachkraft besprechen. Neben der Aufnahme von Al l-
gemeindaten geht es – besonders bei Kleinstkindern – darum, das
Kind in se iner Persönlichkeit, seiner bisherigen Entwicklung, seinen
Vorlieben und Abneigungen, seinen Ritualen usw. kennenzulernen.
2. Gesamteinschätzung der Gruppe zu Wohlbefinden und Eng a-
giertheit:
Nach dem Leuvener Ansatz (Arbeitsbuch zur Leuvener Engagier t-
heits-Skala) sind zwei Bereiche für eine optimale Entwicklung von
Kindern entscheidend: Das körperliche und seel ische Wohlbefinden
und die Engagierth eit, mit der sie die Welt entdecken. Ein wesentl i-
cher Vorteil für unsere pädagogische Arbeit besteht in den prakt i-
schen Konsequenzen, die aus diesen Beobachtungen gezogen
werden können. Wir finden in dieser Skala unseren Ansatz wieder,
Kindern ein zweites Zuhause (Beobachtungskriterium „Wohlbefi n-
den“) und ein vielfältiger Bildungsort (Beobachtungskriterium „Eng a-
giertheit“) zu sein.
Der erste Schritt der Beobachtung beginnt mit einem suchenden
Überblick über die Gesamtgruppe. Jede pädagogische Fachkraft
füllt den Bogen nach ihren Beobachtungen aus. Ziel ist es, die Ki n-
der zu finden, die eine besondere Aufmerksamkeit bzw. Unterstü t-
zung benötigen. Ein Austausch mit Kollegen bzw. im Team hilft d a-
bei, Anregungen für das pädagogische Handeln zu entwickeln. Die
Gesamteinschätzung der Gruppe wird regelmäßig wiederholt.
3. Beobachtung:
Die Beobachtung bildet die Basis für die pädagogische Planung, für
Entscheidungen und für die Entwicklung individueller Lernangebote.
Sie dient dazu, Ereignisse und Fähigkeiten bewusst z u erkennen
und zu dokumentieren. Es lassen sich zwei Formen der Beobac h-
tung unterscheiden: die freie, unstrukturierte und die systematisch,
strukturierte Beobachtung. Beide Formen müssen in der pädagog i-
schen Arbeit Anwendung finden. Die Anzahl der Beobacht ungen ist
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nicht maßgeblich. Maßgeblich ist vielmehr die Qualität der Beobac h-
tungen.
In der freien, unstrukturierten Beobachtung werden Handlungen des
Kindes beschrieben, ohne dass die pädagogischen Fachkräfte ein
besonderes Ziel damit verfolgen. Die Lern - und Entwicklungspr o-
zesse des Kindes werden dokumentiert. Mehrere Beobachtungen
können Grundlage für eine wertschätzende Lerngeschichte bilden,
und sie sind in Verbindung mit dem ICH -Buch ein Teil der Bildung s-
biografie des Kindes.
Bei der systematischen, st rukturierten Beobachtung konzentrieren
sich die pädagogischen Fachkräfte für bestimmte Zeit auf ein b e-
stimmtes Kind. Folgende Regeln sind bei dieser Form zu beachten:
Die Beobachtung hat immer einen Anlass oder basiert auf
einer Fragestellung
Die Beobachtung hat ein Ziel
Die Beobachtung sollte mehrmals bei einem Kind erfolgen
Die Beobachtung wird effektiver, wenn mehrere pädagogi-
sche Fachkräfte das Kind beobachten.
Die strukturierte Beobachtung wird also immer dann wichtig sein,
wenn es um ein umschriebenes Beobachtungsziel geht, z.B. eine
Einschätzung von Fortschritten in der sprachlichen oder sozialen
Entwicklung.
4. Auswerten, Planen:
Das Nachdenken über die Beobachtungssituation unterstützt nicht
nur die Planung für das weitere Vorgehen , sondern hilft auc h dabei,
die eigene pädagogische Haltung zu überprüfen. Im Reflexionspr o-
zess wird über den nächsten pädagogischen Handlungsschritt
nachgedacht. Das Vorgehen (Beobachten – Reflektieren – Planen –
Handeln) trägt dazu bei, dass die Bedürfnisse des Kindes erns t ge-
nommen werden und es in seinem Lernprozess altersentsprechend
unterstützt und gefördert wird.
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5. Kollegialer Austausch/ Fallbesprechung:
Die Auswertung aller Beobachtungen, Aktionen, Geschichten und
Schritte des Kindes wird je nach Bedarf im Klein - oder Gesamtteam
besprochen und schriftlich festgehalten. Dieser Austausch vervol l-
ständigt das „Bild vom Kind“ und dient dazu, verschiedene Sichtwe i-
sen zusammenzutragen und die Beobachtungen in die Gesamten t-
wicklung des Kindes einzuordnen. Gemeinsam wird entsc hieden,
wie auf die Entwicklungen des Kindes reagiert werden kann, z.B.
wie das Kind ermuntert werden kann, sich an bestimmten Tätigke i-
ten zu beteiligen, was es braucht, um Herausforderungen anzune h-
men oder welche Unterstützung es benötigt, um sich aktiv a m Grup-
pengeschehen zu beteiligen.
6. Lerngeschichten:
Eine Lerngeschichte ist eine Erzählung vom Lernen eines Kindes.
Grundlage sind die Beobachtungen über die Handlungen des Ki n-
des und deren Analyse anhand der Lerndispositionen. Nicht jede
einzelne aufgeze ichnete Beobachtung ist eine Lerngeschichte.
Lerngeschichten setzen sich aus einer Folge von Handlungsa b-
schnitten zusammen. Erst eine Abfolge solcher Handlungsabschni t-
te, die miteinander im Zusammenhang stehen, dient als Grundlage
für eine Lerngeschichte. Mit Hilfe von Beobachtungen und Einschä t-
zungen haben die Fachkräfte die Möglichkeit, Ansat zpunkte für die
Weiterentwicklung und Unterstützung der kindlichen Fähigkeiten zu
finden. In den Lerngeschichten werden sowohl die kindlichen Han d-
lungen als auch die Beziehung zwischen Kindern und Erwachse n-
den betrachtet. Auch wird festgehalten, welche Situationen und B e-
dingungen Lernprozesse gefördert haben und in welche Richtung
das zukünftige Lernen gehen könnte.
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7. Das ICH-Buch:
Ein besonderes Instrument der Dokumen tation ist das ICH -Buch. In
ihm werden Bilder und Zeichnungen eines Kindes, Fotos, Komme n-
tare, eigene Worte, Einladungen, Zeitungsausschnitte, Erlebnisse
und wichtige Schritte gesammelt und kommentiert, die für das Kind
und seine Entwicklung von Bedeutung sind. Das ICH -Buch gehört
dem Kind und ist ihm jederzeit zugänglich.
Im ICH-Buch drückt sich das Kind vor allem selbst aus. Mit seinem
Zuwachs an Kompetenzen wird es zunehmend auch selbst Autor
des ICH-Buchs. Die meisten Kinder lieben es, in ihrem ICH -Buch zu
blättern. Sie tauchen in die Vergangenheit ein und erinnern sich, e r-
zählen und staunen. Diese Erinnerungsarbeit sollte gefördert we r-
den. Das ICH -Buch ist Bildungsarbeit zwischen pädagogischer
Fachkraft und Kind und darauf angelegt, Beziehungen zu knüpf en:
Beziehungen zwischen dem Kind und seiner Lebensgeschichte,
zwischen dem Kind und seinen Eltern, zwischen dem Kind und a n-
deren Kindern oder zwischen dem Kind und der pädagogischen
Fachkraft. Erwachsene (auch Eltern) können in Absprache mit dem
Kind Bedeutsames ins ICH-Buch einfügen.
8. Individuelle Entwicklungsbeobachtung:
EBD 3-48 Monate, EBD 48 -72 Monate (Petermann, Petermann &
Koglin, 2012; 2015)
Der zielgerichtete Blick auf die Entwicklung eines jeden Kindes in
bestimmten Entwicklungsbereichen komplet tiert das Gesamtsystem
der Beobachtung und Dokumentation. educcare hat sich entschi e-
den, den EBD 3 -48 Monate und den EBD 48 -72 Monate verpflic h-
tend und regelmäßig für alle Kinder einzusetzen und als wichtige In-
formationsquelle zu nutzen.
Die Entwicklungs - und Beobachtungsdokumentation beinhaltet j e-
weils vier spezifische Aufgaben zu sechs Entwicklungsbereichen:
Haltungs- und Bewegungssteuerung
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Fein- und Visuomotorik
Sprachentwicklung
Kognitive Entwicklung
Soziale Entwicklung
Emotionale Entwicklung
Ziel ist es, die Kinder zu entdecken, die im Vergleich zu Gleichaltr i-
gen den geringsten Entwicklungsschritt aufweisen. Die in der B e-
obachtung auffälligen Kinder sollten einer weiterführenden, abkl ä-
renden Diagnostik (z.B. durch den Kinderarzt) und ggf. gezielte Fö r-
dermaßnahmen zugeführt werden. Das weitere Vorgehen sollte im
Team und mit den Eltern abgesprochen werden.
9. Das Entwicklungsgespräch:
Das Gespräch nach Abschluss der Eingewöhnung und die we iteren
Entwicklungsgespräche mit den Eltern sind fester Bestandteil des
educcare Beobachtungs- und Dokumentationssystems.
Gespräch nach Abschluss der Eingewöhnung: Das Abschlus s-
gespräch mit den Eltern findet frühestens 4 Wochen spätestens 8
Wochen nach Aufnahme des Kindes statt. In diesem Gespräch wird
der Stand der Stabi lität des Kindes notiert. Die Fachkraft bleibt im
engen Austausch mit den Eltern, was sie gemeinsam tun können,
das Kind in der weiteren Entwicklung von Wohlbefinden zu unte r-
stützen.
Drei bzw. sechs Monate nach dem Abschlussgespräch zur Eing e-
wöhnung folgt das erste Entwicklungsgespräch.
Das Entwicklungsgespräch: Grundlage dieses Gespräches sind
die systematische Beobachtung und deren exakte Dokumentation.
Das Gespräch dient dem Austausch der jeweiligen Sichtweisen,
dem Austausch von Entwicklungsschritten de s Kindes, seinen Stä r-
ken und Interessen. Wünsche, Erwartungen und Besonderheiten
des Kindes sollen ebenso zur Sprache kommen wie ein mögliche r-
weise notwendiger Unterstützungsbedarf. Das Bild vom Kind erwe i-
tert sich, wenn Eltern von ihren Beobachtungen, Erl ebnissen und
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Sichtweisen aus ihrem Alltag berichten. So entwickeln sich ein enger
Bezug zur persönlichen Geschichte eines jeden Kindes und eine
Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten auf beiden Seiten.
Die Häufigkeit der Gespräche ist abhängig vom Alter un d der En t-
wicklung des Kindes. Grundsätzlich gilt folgende Regelung:
Alle Kinder: Gespräch nach Abschluss der Eingewöhnung
Kinder unter 3 Jahren: Entwicklungsgespräche im Abstand von ca. 3
Monaten
Kinder bis sechs Jahre: Entwicklungsgespräch im Abstand von ca. 6
Monaten
Alle Kinder: Abschlussgespräch zum Übergang in den Kinderga r-
ten/Schule
Die Vorbereitung eines Entwicklungsgesprächs beginnt mit der Fes t-
legung des Ziels . In Abhängigkeit des Ziels können Lerngeschic h-
ten, Fotos, Videosequenzen, Werke des Kinde s, das ICH-Buch oder
andere Ausdrucksformen des Kindes genutzt werden. Außerdem
fließen die freien und strukturierten Beobachtungen, die Entwic k-
lungs- und Beobachtungsdokumentation (EBD) und die Ergebnisse
des kollegialen Austauschs mit ein. Ein E ntwicklungsgespräch dau-
ert ca. 60 Minuten.
2.2.7 Digitalisierung − Medien und Technik
Das Thema Medien und Technik zählt ebenfalls zu den Kompetenzbere i-
chen, die educcare fördert.
Kinder wachsen von Geburt an mit Medien und Technik auf. Sie zeigen Int e-
resse an deren Funktionen und Verwendungsweisen. Bereits von Anfang an
begeistern sie sich für das Telefon, den Lichtschalter oder den Kühl schrank.
Ihre ersten Kontrollerfahrungen machen sie, indem sie Geräte ein - und aus-
schalten, Knöpfe drücken und sehen, was passiert. Sie haben unter -
schiedlichen Zugang zu Smartphones, Tablets, Fernsehern, Computern und
Konsolenspielen und nichts verschließt sich ihrer Neugier. Entspr echend
verantwortungsbewusst müssen Erwachsene planen, agieren und reagieren.
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Lichtschalter, Waschmaschine, Mixer, Bohrmaschine, Auto und andere Be i-
spiele lassen Kinder erkennen, dass Technik dem Menschen die Arbeit e r-
leichtert. Sie als nützliches Werkzeug im Alltag selbst zu erfahren, hilft Ki n-
dern, ihre Bedeutung zu verstehen.
In der Auseinandersetzung (und Anwendung) von technischen Geräten aus
dem unmi ttelbaren Lebensbezug der Kinder entstehen Erkenntnisse der
Anwendung, dass D inge zuweilen gewartet werden mü ssen oder auch mi t-
unter nicht funktionieren. Neben technischen Fragen, „was funktioniert wie“
und lebenspraktischen „was mache ich, wenn…“ eröffnet Technik auch den
Raum für philosophische Fragen, z.B.
Welche Energie braucht der Mensch, um zu „funktionieren“?
Kann der Mensch auch einmal nicht funktionieren? Wer repariert ihn
dann?
Frühe Medienkompetenz – der Umgang mit digitalen und virtuellen
Welten
Smartphone, Tablet, Radio, Kamera, PC , Spielkonsole sind nur einige Be i-
spiele aus der Informations - und Kommunikationstechnik, mit denen Kinder
heute selbst verständlich aufwachsen. Die Zielgruppe „Kinder“ ist längst e r-
kannt und zunehmend entwickeln die Elektronik- und Unterhaltungsindustrie
Geräte, denen auch patschige kleine Kinderhände „Reaktionen“ und – zu-
mindest kurzfristig – ein erstauntes Juchzen entlocken können. Der Blick ist
gerichtet auf die Wirtschaf tlichkeit. Nicht gestellt wird die Frage na ch der
Sinnhaftigkeit.
Brauchen Kinder in Krippe und Kita elektronische Medien, um sich gesund
entwickeln und ihr späteres Leben glücklich und selbstbestimmt gestalten zu
können?
Kinder lernen ihre (innere und äußere) Sprache nur über Beziehungen, die
auf ihre persönliche (Eigen)welt und ihre Möglichkeiten abgestimmt sind und
die sie selbst mitgestalten.
Sie müssen Spiele nach ihrem eigenen Skript gestalten können, probeha n-
deln und im Erleben von Versuch und Irrtum, ihre Potenziale entfalten und
ihre Ängste zähmen.
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Sie wollen nicht mit Phantasiebildern versorgt werden, sondern ihre
eigenen Bilder und Ideen entwickeln
Sie wollen selbst aktiv sein, etwas herausfinden, entdecken, erfor-
schen und darüber rote Backen bekommen
Sie wollen ihrem eigenen Tempo folgen, um sicher anzukommen
Sie wollen Figuren und Geschichten mit Lösungen (wie in Märchen)
statt immer weiterkämpfende Macht-Figuren, die in unendlichen
Spielschleifen fortdauernd Abendteuer bestehen müssen, weil sich
„das Böse“ niemals auflöst
Sie wollen sein, was in ihnen steckt und keine Unterhaltungsindust-
rie, die ihnen primär Helden mit eingravierten Qualitäten anbietet
und auf Macht und Bewunderung setzt
Sie wollen in Beziehung sein und Resonanz erfahren. Sie wollen
mehr als dass Erwachsene dem Hinweis folgen, kleine Kinder beim
Mediengebrauch zu begleiten.
Wir werden in der Wissenschaft, unter Hirnforschern, Medienpädagogen und
Erziehungswissenschaftlern, Verteuflern und Befürworter des Zugangs von
Kinder zur Medienwelt finden. Wir werden Verteufler und B efürworter unter
den Eltern finden und es werden kontroverse Diskussionen im Kita Team
geführt.
educcare zieht aus dem Verständnis der kindlichen Entwicklung den
Schluss, dass Kinder in erster Linie freie Spielwelten in unstrukturierten
Umwelten brauchen, um mit ihrem – analogen – Leben umzugehen und wir
sind in der Verantwortung, ihnen diese Erfahrungs -, Beziehungs- und Lern-
räume offen zu halten.
Damit sind nicht die Medientechnologien an sich verteufelt, sondern zweife l-
haft bleibt die Frage nach der Sinn haftigkeit, elektronische Medien zum Pro-
gramm zu machen. Es gibt keinen Hinweis, dass Kinder besser spreche n
lernen, ihre Persönlichkeit besser entwickeln, Emotionen besser r egeln,
psychische Widerstandkraft besser aufbauen oder mehr Medienkompeten z
entwickeln, wenn sie eine frühe Einführung elektronischer Medien erfa hren.
So wie es auch keinen Beweis gibt, dass die Vorenthaltung von Mediena n-
eignung in frühester Kindheit die Entwicklung von Fähigkeiten behindert, die
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eine souveräne Lebensführung in der mediatisierten Gesellschaft ermögli-
chen.
Das Angebot von elektronischen Medien in der Kita ist daher immer auf Ziel,
Zweck und Nutzen zu hinterfragen und abhängig von den Bedarfen und
Lebenswelten der Kinder einzusetzen. Die Fragen liefern die Kinder entwick-
lungsentsprechend von ganz alleine.
Nicht zu unterschätzen ist zudem der kritische Blick auf das eigene Medie n-
verhalten. Untersuchungen bei Jugendlichen zeigen suchtähnliche Sympto-
me, wenn ihnen die Informationsmedien entzogen werden. Ohne permanen-
te Vernet zung und Informationsfluss fühlen sich Vielnutzer oft isoliert – in
vielen Fällen einhergehend mit dem Verlust an Selbstvertrauen. Selbstver-
ständlich im Sinne eines Automatismus ist für viele Erwachsene der Griff zur
Suchmaschine geworden, um Antwort auf F ragen zu erhalten. Bei aller Fort-
schrittlichkeit muss die kritische Frage erlaubt bleiben, ob die ständige Ver-
fügbarkeit von (sinnigen wie unsinnigen) Informationen, das eigene Denken,
Nachdenken und Tüfteln be - oder gar verhindert. Kreativität in der Anei g-
nung von Welt beinhaltet aber genau jene Lösung sprozesse, die aus dem
eigenen Erleben, Verknüpfen von Erfahrungen, möglichen Schlussfolgerun-
gen und experimentellem Handeln entstehen.
Im Sinne dieser nicht bewertenden, sondern kritisch und lustvoll hinterf ra-
genden Auseinandersetzung – mit Kindern als auch im Team - sind Medien
und Technik ein nicht wegzudenkender Teil der pädagogischen Arbeit.
Richtungsziele, die das pädagogische Handeln der Erzieherinnen le i-
ten:
Freude daran haben, Fragen zu stellen und A ntworten zu finden und
Dinge zu untersuchen: zum Beispiel Kind mit Recorder und Mikro,
Kleinkind mit Telefon, zerlegtes Radio, Kinder und Bücher;
Einen spielerisch -forschenden Zugang zu Medien und Technik h a-
ben;
Den sachgerechten, selbstbestimmten und vera ntwortlichen U m-
gang mit technischen Geräten und Medien kennen;
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Förderung der Kommunikation und Kooperation durch die gemei n-
same Auseinandersetzung mit Technik und deren Nutzung; alters-
entsprechend
Medienkompetenz in den Bereichen:
Druckmedien (Bücher, Zeitungen, Briefe)
Hörmedien (Radio, CD/MP3-Player)
visuelle Medien (Dias, Overhead Projektionen)
audiovisuelle Medien (Fernsehen, Film, Computer).
2.3 Ernährungskonzeption
educcare hat ein umfassendes Verpflegungskonzept entwickelt, das den
Leitungen, Teams, Elt ern und Auftraggebern zur Verfügung steht. In dem
Konzept wird der Umgang mit Speisen, Hygienevorschriften und praktisches
Vorgehen im Detail erläutert. Im Folgenden ist eine Zusam menfassung des
Konzeptes aufgeführt.
Ernährung bedeutet mehr als nur ausreic hende Nahrungsaufnahme. Der
Genuss ist wichtig, genauso wie die Versorgung mit wertvollen Nährstoffen.
Eine vielfältige und ausgewogene Ernährung fördert die Entwicklung der
kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Kinder.
Bei educcare werden täglich ru nd 2.2 00 Kinder (Stand August 2018) ver-
pflegt – vom Frühstück über das Mittagessen bis hin zum Nachmittags s-
nack, je nach Angebotsumfang der Kita.
Kinder lernen nicht mehr nur in der Familie den Umgang mit Leben smitteln
und Eltern sind nicht alleine für die gesundheitsförderliche E rnährung der
Kinder verantwortlich. Die Kita vermittelt ebenso Wissen und Fertigkeiten
rund um Nahrungsmittel und eine gesundheitsförde rliche Ernährung. Bereits
1989 hat die UN -Kinderrechts-konvention (seit 1992 in Kraft) festgeleg t,
dass der Träger einer Kindertagesstätte verpflich tet ist, Kinder nicht nur au s-
reichend, sondern auch gesundheitsförderlich zu ernähren und zu verso r-
gen. Diese Forderung beinhaltet auch die Ernährungsbildung. Die Ernä h-
rungsbildung umfasst laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) die
Förderung eines gesunden Essverhaltens, das Wissen um den eigenen
Körper sowie den Kompetenzerwerb für einen gesunden Lebensstil.
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Kinder entwickeln früh Vorlieben für bestimmte Lebensmittel und Ernä h-
rungsgewohnheiten. D as Zusammenleben mit anderen Kindern und E r-
wachsenen hat dabei einen entscheidenden Einflus s. Um die Kleinsten beim
Essenlernen zu begleiten und zu versorgen, brau cht man professionelle
Fachkräfte sowie die Zeit und den Raum dafür.
educcare bietet die Str uktur und eine Bildungs - und Erziehungsko nzeption,
um diesen Anforderungen gerecht zu werden. educcare orientiert sich in der
Umsetzung der Ernährungsbildung an den aktuellen Kenntnissen der En t-
wicklungspsychologie und Ernährungswisse nschaften. educcare ge staltet
den Kita -Alltag gesundheits - und entwic klungsförderlich – nicht nur beim
Essen – und achtet darauf, dass die Kinder sich viel bewegen. Das edu c-
care Verpflegungskonzept greift die drei Grundsäulen der educcare Bi l-
dungs- und Erziehungskonze ption auf: Die Kita ist zweites Zuhause sowie
exzellente Bildungseinrichtung und unterstützt die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf.
In der Praxis bedeutet das,
dass die Individualität des Kindes im Mittelpunkt steht („Ein Kind ist,
was in ihm steckt“).
dass das Verpflegungskonzept einen separaten Anhang für die pä-
dagogischen Fachkräfte erhält. Der Anhang umfasst Handlungsan-
regungen, Anleitungen und einen Einschätzungsbogen für die päda-
gogischen Fachkräfte, mit dem sie die erreichte Qualität überprüfen
können.
dass educcare die Familie zuverlässig in ihrer Erziehungsaufgabe
unterstützt und eine Teilverantwortung durch gesundheitsförderliche
Bedingungen für eine optimale Entwicklung übernimmt.
Das Verpflegungskonzept soll die Ernährungsversorgung der Kinder in ed u-
ccare Kindertagesstätten sichern. Es dient übergreifend der Qualitätssich e-
rung in allen educcare Einrichtungen. educcare Mitarbeitern bietet es einen
fachlichen Leitfaden und Eltern eine Informationsgrundlage für die Ernä h-
rung ihrer Kinder.
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Hygiene
Ein umf assendes Hygienemanagement ist Pflicht. Es gibt wesentliche
Grundsätze, die Lebensmittelsicherheit gewähren:
Die Verantwortung für die Sicherheit eines Lebensmittels
Die Anwendung eines HACCP (Hazard Analysis and Critical Points)
-Konzeptes
Die Anwendung einer guten Hygienepraxis
Die Aufrechterhaltung der Kühlkette bei Lebensmitteln, die nicht oh-
ne Bedenken bei Raumtemperatur gelagert werden können
Die regelmäßige Mitarbeiterschulung.
Das HACCP -Konzept bedeutet, die kritischen Punkte im Umgang mit L e-
bensmitteln anhand einer Gefahrenanalyse zu erfassen.
Das Infektionsschutzgesetzt schreibt vor, dass nur Mitarbeiter, die über eine
Bescheinigung des Gesundheitsamtes verfügen, mit L ebensmitteln arbeiten
dürfen. Die Einhaltung der lebensmittel rechtlichen Vorschri ften wird durch
die jeweiligen Lebensmittelüberwachungsbehörden kontrolliert.
Jede educcare Kita verfügt über einen auf die Einrichtung zugeschni ttenen
und überwachten Rahmenhygieneplan, ein gelebtes H ACCP-Konzept, führt
die notwendigen Schulungen durch und achtet auf deren Aktualisierung.
Lebensmittelauswahl und Nachhaltigkeit
Bei der Lebensmittelauswahl achtet educcare auf Nachhaltigkeit. Nachha l-
tigkeit bei educcare umfasst gemäß der Brundtland -Kommission die wir t-
schaftliche Leistungsfähigkeit im Zusamme nspiel mit ökologischer Veran t-
wortung und sozial gerechtem Ausgleich.
Den Kindern werden Mahlzeiten angeboten, die ihre Gesundheit, Lern - und
Leistungsfähigkeit fördern und erhalten. Dazu gehört auch, dass die Kinder
sich jederzeit frisches Trinkwasser nehmen können.
Die educcare Speisepläne sind vielfältig und nährstoffoptimiert. Bei der L e-
bensmittelauswahl wird darauf geachtet, möglichst häufig regi onale und
saisonale Produkte zu verwenden. Lieferanten werden sor gfältig ausgesucht
und auf die Qualität der Produkte geachtet.
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Mit klaren Prozessen wird eine einwandfreie Hygiene sichergestellt. edu c-
care setzt Elektrogeräte mit hohem Energie - und Wassersparp otenzial ein,
vermeidet Speisereste und achtet neben einem opt imalen Verhältnis von
Kosten und Nutzen auch auf den optimalen Einsatz der Ressourcen.
Getränke
Wasser ist einer der wichtigsten Bestandteile der Ernährung und wird für
zahlreiche Funktionen im Körper benötigt. Zum Beispiel reguliert Wasser die
Körpertemperatur und den Transport der Nährstoffe im Körper. Ein Flüssi g-
keitsmangel beeinträchtigt schnell die körperliche und geistige Leistungsf ä-
higkeit von Kindern. Zudem brauchen Kinder bezogen auf ihr Körpergewicht
mehr Wasser als Erwachsene. De shalb wird allen Kindern den ganzen Tag
Wasser aus einem Glas oder Becher frei zugänglich und auch immer wieder
aktiv durch die Erzieher angeboten.
Leitungswasser gilt als das am stärksten kontrollierte Lebensmittel und ist
somit erste Wahl bei der Getränkeversorgung in educcare Einrichtungen.
Frühstück und Zwischenverpflegung
Zu einer ausgewogenen Ernährung, die die tägliche Nährstoffzufuhr sichert,
gehören neben dem Mittagessen auch das Frühstück und der Nachmittag s-
snack in der Kita. Der Nachmittagssnack besteht haup tsächlich aus Obst
oder Gemüse der Saison und wird teilweise mit Getreide - oder Milchproduk-
ten ergänzt.
Mittagsmahlzeit
Das Mittagessen versorgt die Kinder wesentlich mit Energie und Nährsto f-
fen. Es sollte täglich Rohkost, Salat oder gegartes Gemüse, eine sättigende
Beilage (Reis, Nudeln, Kartoffeln ) und ein Getränk enthalten, um die Flü s-
sigkeitszufuhr sicherzustellen.
Für die richtige Gewichtung über alle Lebensmittelgruppen (Getreide, G e-
müse und Salat, Obst, Milchprodukte, Fleisch /Fisch, Fette und Öle und G e-
tränke) empfiehlt die DGE einen Speisepl anrhythmus von mi ndestens 20
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Verpflegungstagen. Innerhalb dieser vier Wochen sollen sich die Speisen
nicht wiederholen, um eine vielfältige Auswahl von Lebensmitteln und eine
optimale Nährstoffzufuhr sicher zu stellen.
Speisezubereitung
Kinder lernen den Eigengeschmack von Lebensmitteln nur kennen, wenn
die Speisen wenig gewürzt und gesalzen werden. Um ihre Sinne zu prägen
brauchen Kinder unterschiedliche Lebensmittel, die ihr Geruchs - und G e-
schmackserlebnis sowie das sensorische Gedächtnis prägen. Die Sen sorik
umfasst das Aussehen, den G eschmack und die Konsistenz der Speisen
und trägt wesentlich zur Akzeptanz des Essens bei.
Da sich das Immunsystem von Kindern noch in der Entwicklung befi ndet,
sind sie besonders anfällig für Lebensmittelinfektionen und -vergiftungen.
Aus diesem Grund verzichten educcare Einrichtungen auf bestimmte tieri-
sche Lebensmittel wie Rohwurst, rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch,
Rohmilchkäse oder Speisen mit rohen Eiern sowie daraus hergestellte, nicht
ausreichend erhitzte Lebensmittel. Hygiene ist bei der Zubereitung der Spei-
sen besonders wichtig. Die in der Kindertageseinrichtung angebotenen L e-
bensmittel müssen hygi enisch einwandfrei sein. Um dies sicher zu stellen,
hat jede educcare Einrichtung ein eigenes Hygienekonzept, we lches die
HACCP Richtlinien berücksichtigt.
Neben der Lebensmittelauswahl beeinflussen die Zubereitung und anschli e-
ßenden Warmhaltezeiten die ernährungsphysiologische und sensorische
Qualität der Speisen. Die Warmhaltezeiten zu erfüllen und die Temperatur
der angebotenen Speisen sind demnach wichtige Aspekte.
Je länger Speisen warmgehalten werden, desto mehr Vitamine gehen verl o-
ren. Vitamine sind hitzeempfindlich. Auch die Sensorik leidet. D aher ist die
Warmhaltezeit so kurz wie möglich zu halten. Sie begin nt mit Beendigung
des Garprozesses und endet mit der Abgabe der Speise an den letzten
Tischgast.
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Säuglinge
Säuglinge benötigen noch eine besondere Kostform. Der Übergang von der
speziellen Säuglingsernährung aus Milch und Brei zur Famil ienernährung
findet gegen Ende des ersten Lebensjahres statt.
Zum Ende des ersten Lebensjahres führen Eltern und Erzieher, je nach
Entwicklungsstand, schrittweise die Ernährung der ein - bis sechsjährigen
Kinder ein. Erst in dieser Zeit lernen Kinder Fertigkeiten wie Kauen und
Schlucken von fester Nahrung. Eltern und Erzieher fördern die Selbständi g-
keit der Kinder indem sie den Kindern Hilfestellungen beim Füttern nur g e-
ben, wo diese benötigt werden. Sie übernehmen nicht mehr automatisch das
Füttern.
Kleinkinder
Der Übergan g von der Säuglingsernährung auf normale Kost ist abg e-
schlossen. Jetzt unterscheiden sich die Lebensmittelempfehlu ngen für 1 -3-
jährige und 4 -6-jährige Kindern nur gering voneinander. Der Hauptunte r-
schied liegt darin, dass Kleinkinder pro Kilogramm Körperge wicht mehr
Energie benötigen. Kleinkinder haben ein erhöhtes E rstickungsrisiko – sie
nehmen Gegenstände in den Mund, reden und kauen gleichzeitig und kö n-
nen durch die fehlenden Backenzähne noch nicht gut kauen. Deshalb sollten
sie keine scharfkantigen, sehr kleinen und harten Lebensmittel essen: Nü s-
se und Samen, Weintrauben mit Kernen und rohes Wurzelgemüse zum
Beispiel können leicht verschluckt werden und in die Atemwege gelangen.
Stark gebratene und gebräunte Speisen wie Überbackenes, Gegrilltes, P a-
niertes und Frittiertes sowie blähende Lebensmittel wie Zwiebel und Hülse n-
früchte sind eher schlecht verträglich. Sie sollten schrittweise eingeführt
werden. Große Fleischstücke oder Blattsal ate sind schlecht zu kauen und
daher zu vermeiden. Um die Kaumuskulatur zu stärken, sollten Kinder u. a.
in kleine Stücke geschnittenes Vollkornbrot mit Rinde essen. Bei educcare
werden die Speisepläne entsprechend dieser Einschränkungen und Em p-
fehlungen geplant.
Während des Essens brauchen Kinder unter drei Jahren eine inten sive Be-
treuung. Die Zeit und Intensität richten sich dabei nach dem jeweiligen En t-
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wicklungsstand des Kindes, zum Beispiel dem Zahnstatus und dem Intere s-
se an Lebensmitteln. Während einige Kinder noch g efüttert werden müssen,
möchten andere Kinder b ereits selbstständig mit Messer, Löffel und Gabel
essen und lernen zu kauen. educcare achtet darauf, dass für die Mahlzeiten
genügend Erzieher mit ausreichend Zeit die Kinder begleiten.
Lebensmittelunverträglichkeiten
Unter dem Begriff „Lebensmittelunverträglichk eiten“ werden alle nachteiligen
Reaktionen zusammengefasst, die nach dem Verzehr eines Lebensmittels
auftreten. Für die Gemeinschaftsverpflegung in Tageseinrichtungen für Kin-
der sind aufgrund der Häufigkeit insbesondere bestimmte Lebensmittelal ler-
gien und die Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) von Bedeutung.
Liegt bei einem Kind eine Lebensmittelunverträglichkeit vor, so ist di ese über
eine ärztliche Bescheinigung nachzuweisen. In der Einrichtung wird ein ent-
sprechendes Informationsblatt zur Lebensmitt elunverträglichkeit angelegt.
Im Rahmen des Aufnahmegespräches werden Handlungsweisen und Mö g-
lichkeiten der Umsetzung mit den Eltern abgestimmt.
Kultur, Religion und vegetarische Ernährungsformen
Religiöse und ethische Vorschriften zur Ernährung werden vo n edu ccare
respektiert und so möglich bei der Verpflegung der Kinder b erücksichtigt. Im
Aufnahmegespräch stimmen sich die pädagogischen Fachkräfte mit den
Eltern ab und dokumentieren diese Absprachen. Bestimmte Vorschriften
sind jedoch in einer Gemeinschaf tsverpflegung schwierig bis gar nicht u m-
zusetzen. Manche entsprechen auch nicht den Normen und Werten von
educcare oder den ernährungsphysiologischen Aspekten einer gesundheit s-
fördernden Ernährung.
educcare bietet in den Einrichtungen ovo -lakto-vegetarische Geric hte an.
Bei dieser vegetarischen Ernährung wird auf Fisch und Fleisch verzichtet.
Eier, Milch und Milchprodukte werden hingegen im Speiseplan berücksich-
tigt. Die ovo-lakto-vegetarische Ernährung ohne Fleisch und Fisch kann laut
DGE, wenn sie ausgewogen gestaltet wird, dauerhaft empfohlen werden.
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Ausgewogen heißt hier, dass die Kinder hinreichend mit den benötigten
Nährstoffen versorgt werden. So sollten die Speisepläne zum Beispiel gute
pflanzliche Eisenquellen enthalten. Da eine rein pflanzliche (ve gane) Ernäh-
rung laut DGE keine adäquate Versorgung mit Nährstoffen darstellt sieht
educcare von einer veganen Ernährung der Kinder ab.
Kochen mit Kindern, Feierlichkeiten/mitgebrachte Speisen, Süßigkeiten
Neben der alltäglichen Verpflegung gibt es zahlrei che besondere A nlässe
und Situationen in Kindertagesstätten, die mit dem Thema Speisen im Z u-
sammenhang stehen. Neben dem pädagogischen Angebot Mahlzeiten mit
Kindern zuzubereiten, gibt es verschiedene Rahmenbedingungen für Feie r-
lichkeiten in der Kita sowie die Grundhaltung zum Thema Süßigkeiten.
Unter welchen Voraussetzungen dürfen Kinder in der Küche mithel-
fen?
Aufsichtspersonen mit Hygienekenntnissen sind anwesend und die
Anzahl der beteiligten Personen wird begrenzt. Es wird darauf g e-
achtet, dass alle di e Hygieneauflagen einhalten, z. B. Schürze tr a-
gen, Hände waschen usw.
Wie ist mit mitgebrachten Speisen bei Festen und Feierlichkeiten
umzugehen?
Mitgebrachte Speisen werden im privaten Bereich hergestellt und
fallen somit nicht unter die Verordnung für Leb ensmittelhygiene. Al-
lerdings muss gewährleistet werden, dass die mitgebrachten Spei-
sen gut durchgebacken sind, kein rohes Ei oder Hackfleisch sowie
Roh- oder Vorzugsmilch enthalten. Ebenfalls muss bei gekühlten
Speisen die Kühlkette während des Transportes berücksichtigt wer-
den. Diese Informationen befinden sich auch im educcare Willko m-
menspaket für Eltern.
Umgang mit Süßigkeiten und Süßspeisen
Gegen eine geringe Menge von Süßigkeiten ist nichts einz uwenden,
solange sie nicht mehr als 10% der täglichen Gesamtenergie über-
schreiten. Gemäß aid -Ernährungspyramide gehören Süßigkeiten
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nicht zu den notwendigen Lebensmitteln, die wir für unsere Ernä h-
rung benötigen. Deshalb stehen in educcare Einrichtungen Sü ß-
speisen und Süßigkeiten nicht auf dem Standardspeiseplan. Sie
werden nur zu besonderen Anlässen wie beispielsweise Geburtst a-
gen, Weihnachtsbäckerei o.ä. an geboten. Die Eltern werden über
entsprechende Aushänge oder Tür- und Angelgespräche informiert,
wenn es Süßigkeiten (Kuchen etc.) gegeben hat.
Die Kita leistet damit einen wichtigen Beitrag Kindern einen sinnvo l-
len Umgang mit Süßigkeiten zu vermitteln und stellt somit den G e-
nuss und die Besonderheit des Naschens (zum Beispiel bei einem
anlassbezogenen Geburtstagskuchen) wieder in den Vordergrund.
Das Verpflegungskonzept geht zudem auf den Einfluss von Emoti onen und
Kultur bei der Nahrungsaufnahme ein, sowie auf deren B edeutung für den
Kitaalltag. Schon der erste Kontakt eines Kindes mit Nahrung ist geprägt von
„in Bezug sein“: Gestillt zu werden oder eine Milchfl ache zu erhalten, ist mit
sorgenden Personen verbunden. Damit ist nicht nur der Start für die Ve r-
knüpfung von Essen und Emotionen g egeben, sondern auch der Start zur
sozialen Integration. Mit zunehmendem Alter gelten die Ess - und Ernä h-
rungsregeln der sozia len Gemeinschaft, in der das Kind Mitglied ist, als b e-
stimmend für seine Integration.
Kinder müssen Essen erst lernen. Beim Essen und in Gesellschaft lernen
sie, was ihnen schmeckt. Sie folgen am gemeinsamen Es stisch Vorbildern
und sammeln Gefühle und Eind rücke. Das Erlernte festigen sie durch wi e-
derholtes Anbieten und behutsame Begleitung. Die ed uccare Fachkräfte
verzichten auf jegliche Bewertung von Lebensmi tteln. Die Wörter gesund
und ungesund sind für Kinder nicht hilfreich. Es wird auch nicht in „gute“ und
„schlechte“ Esser unterteilt und es werden keine Kommentare zur Menge
gemacht. Kinder sind unte rschiedlich und das Essverhalten von Kindern
verändert sich entwic klungsbedingt. Es hängt von der Persönlichkeit, der
Tagesform und den unterschiedlichen Es sgewohnheiten und Erfahrungen
ab, mit denen sie in die Kita kommen.
Mit der gemeinsamen Mahlzeit in der Kita ist eine Sozialisations -, Erzi e-
hungs- und Bildungsaufgabe verbunden. Das wichtigste pädagogische Ziel
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ist es, den Kindern Freude am Essen zu vermit teln. Mahlzeiten diesen dazu,
Zugehörigkeit und Gemeinschaft zu schaffen und zu bewahren. Bei der g e-
meinsamen Mahlzeit in der Kita erleben Kinder den regelmäßig wiederke h-
renden Alltag. R ituale in der Mahlzeitenvorbereitung wie das Tischdecken,
Signale vom Übergang Spiel zum Essen, immer wiede rkehrende Abläufe
und bekannte Tischsprüche geben ihnen Halt und Orientierung.
Bei der Begleitung von Mahlzeiten unterschützt die Fachkraft bewusst und
aktiv die Selbstwahrnehmung des Kindes – habe ich noch Hunger? Bin ich
schon satt? Das gilt besonders für Kinder unter drei Jahren. Es dauert me h-
rere Jahre, Essen und Trinken sowie ein angemessenes Verhalten bei
Mahlzeiten in verschiedenen Kontexten zu lernen.
Bei jeder Mahlzeit steht die Freude am Essen im Mittelpunkt. Sie ist zugleich
ein breites Feld für zahlreiche Bildungsinhalte, um Fertigkeiten und Fähigke i-
ten zu erwerben. Beispielsweise:
Mundmotorische Fertigkeiten (Zungenbewegung, Verbess erung der
Lippenaktivität, Kiefer-/Mund-/Gesichtsmuskulatur trainieren)
Feinmotorische und sensorische Fertigkeiten und Fähigkeiten ( Au-
gen-Hand-Mund-Koordination, Werkzeuge benutzen lernen, Griffe
üben)
Wahrnehmungsdifferenzierungen (schmecken, riechen, fühlen, s e-
hen, hören; den Geschmackssinn weiterentwickeln; Selbstregulation
bei Körpersignalen wie Hunger, Durst, Sättigung entwickeln; Lust
und Genuss erfahren und kennenlernen, was dazu beiträgt)
Kognitive Fähigkeiten („Fremdes“ ausprobieren und Vertrautes fi n-
den können, Speisekarte „lesen lernen“ und Rückmeldekultur nu t-
zen; sich verändernde Mengen erfassen)
Sprachliche Fähigkeiten und kommunikative Kompetenzen (B e-
zeichnungen für Lebensmittel und Tätigkeiten beim E ssen/am Tisch
erlernen, nonverbale und verbale Kommunik ation über Nahrung und
Trinken mit einem Erwachsenen und unter Ki ndern, selbstbewusste
Vorschläge für die Speisenplanung einbringen, begründen können)
Sozial-kognitive Fähigkeiten und Sozialverhalten (an einer Gemei n-
schaft teilhaben, Verantwortung übernehmen – für andere den Tisch
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decken, teilen und abwarten lernen, Lob - und Kritikkultur erlernen
und mitgestalten)
2.4 Kinderschutzkonzept
educcare versteht sich als ein Träger, der sich für das Wohle rgehen und den
Schutz der ihm anvertrauten Kinder verantwortlich fühlt. In der engen Z u-
sammenarbeit zwischen Kindern, Eltern, Pä dagogen und dem Träger so r-
gen wir dafür, dass sich die Kinder sicher, wohl und geborgen fühlen, uns e-
rem Anspruch folgend, Kindern, unabhängig von ihrer sozialen He rkunft, ein
zweites zu Hause und ein exzellenter Bildungsort zu sein.
educcare hat ein Kinderschutzkonzept entwickelt, dass alle Grundsätze zum
Kinderschutz, sowie den praktischen Umgang darstellt. Im Folgenden ist
eine Zusammenfassung des Konzeptes aufgeführt.
Die educcare Konzeption bildet die Grundlage der päd agogischen Arbeit.
Somit ist Sicherheit für alle Beteiligten gewährleistet:
für Kinder, sich in anregender und beschützender Umgebung indivi-
duell entfalten zu können
für Eltern, die sich als Erziehungspartner an- und ernstgenommen
fühlen
für Pädagogen, die die individuelle Ausprägung vor Ort gestalten
und sich weiterentwickeln wollen
und für den Träger in seiner Gesamtverantwortung.
Das Kinderschutzkonzept versteht sich als wichtiger Bestandteil der edu c-
care Konzeption. Wir haben ein gemeinsames Verständnis von Kinderschutz
geschaffen, welches für alle educcare Ei nrichtungen verbindlich ist. Ziel des
educcare Schutzkonzeptes ist es, den pädagogischen Fachkräften Orienti e-
rung und Han dlungssicherheit im Krisenfall zu geben. Neben der Fürsorge
für das Wohl des Kindes, haben wir gleichzeitig d ie Fürsorge der Mitarbe i-
tenden im Blick.
Das Schutzkonzept soll weiterhin Denkanstöße geben und zu fruchtbaren
Diskussionen in den Teams führen. Somit entfaltet sich seine Wirkung über
die ursprüngliche Idee hinaus. Aus diesem Grunde sind uns Anregungen,
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Gedanken und Rüc kmeldungen wichtig und willkommen. Sie helfen uns
dabei, dieses Schutzkonzept weiter zu entwickeln zum Wohle der uns anve r-
trauten Kinder.
Kindeswohl bei educcare
Das Kindeswohl ist gegeben, wenn dem Kind von Anfang an ein Leben s-
raum zur Ver fügung gestellt wird, indem es seine körperlichen, geistigen,
personellen, sozialen und praktischen Eigenschaften, Fähigkeiten und B e-
ziehungen entwickeln kann, die es befähigen, für das eigene Wohlergehen
zu sorgen. Der Schutz und die Förderung müssen im Einklang miteinander
sein.
Wir sind als educcare davon überzeugt, dass das einzelne Kind nur dann
Vertrauen und Sicherheit gewinnt, um sich mit der weiteren Welt positiv
auseinander zu setzen, wenn es sich rundum wohl fühlt und die Kindert a-
gesstätte als ein zweites Zuhause empfindet.
Im Tagesstättenablauf bedeutet diese besondere Aufgabe für die Mitarbe i-
tenden
Eine liebevolle, individuelle und sorgfältige Eingewöhnung in die
Umgebung „Kindertagesstätte“ für jedes einzelne Kind (nach dem
Berliner Eingewöhnungsmodell“)
Das einzelne Kind so anzunehmen, wie es ist, und es in seinen
Handlungen bedingungslos wertzuschätzen
Durch die Teilhabe des Kindes am Geschehen, seine Mitwirkung
und die Übernahme von Verantwortung zu ermöglichen
Dem Kind eine sichere Ausgangsbasis für die Erkundung der Welt
zu bieten.
Kindeswohlgefährdung
Eine Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 1666 Abs. 1 BGB liegt vor,
wenn eine gegenwärtige, in einem solchen Maß vorhandene Gefahr festg e-
stellt wird, dass bei der weiteren Entwicklung der Din ge eine erhebliche
Schädigung des geistigen oder leiblichen Wohls des Kindes mit hinreiche n-
der Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. An die Wahrscheinlichkeit des Sch a-
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denseintritts sind dabei umso geringere Anforderungen zu stellen, je schw e-
rer der drohende Schaden wiegt. Dazu gehören u.a.:
Vernachlässigung, nicht ausreichende Nahrung, fehlende emotiona-
ler Zuwendung oder mangelhafte medizinische Versorgung
Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, Fehlen einer altersgerechten
Betreuung, mangelhafter Schutz vor Gefahren
Gewalt und psychische Misshandlung, u.a. auch Schütteln von
Kleinkindern
Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt
Seelische Misshandlung, z.B. durch Androhung von Gewalt oder
auch eine verbale Entwertung, Überbehütung
Erleben oder erleiden von häusliche Gewalt oder gewalttätigen Aus-
einandersetzungen
Kinderschutz-Prävention bei educcare
educcare stellt sicher, dass allen Beteiligten die Regeln, Strukturen und Pr o-
zesse der Organisation transparent und bekannt sind. Art und Umfang der
Mitgestaltungsmöglichkeiten werden reflektiert. Haltung und Umgang mit
den anvertrauten Kindern sind konzeptionell verankert und allen Beteiligten
bewusst. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin nimmt an den Basissch u-
lungen zum educcare Konzeption, wie auch zur Schulu ng des standardisier-
tes Beobachtungs- und Dokumentationssystem teil.
Die Begleitung der Kinder in den wichtigsten Bildungsjahren erfordert abs o-
lute Professionalität von den Mitarbeitenden. Die Organisation stellt sicher,
dass diese Professionalität entsteh en kann und im permanenten Austausch
weiterentwickelt wird.
Alle Akteure, die sich im unmittelbaren Umfeld des Kindes befinden, müssen
befähigt sein, den Bedürfnissen und Unterstü tzungswünschen der ihnen
anvertrauten Kinder zu entsprechen und ein positive s Aufwachsen des Ki n-
des zu sichern.
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Risikofaktoren erkennen
psychosoziale Risiken: finanzielle und materielle Notlagen, Arbeit s-
losigkeit, berufliche oder familiäre Probleme, soziale Isolation, b e-
engte Wohnverhältnisse,
elterliche Faktoren: Krankheit od er Sucht, Gewalt in der eigenen
Kindheit, Partner -Konflikte, inkonsistenter oder rigider Erziehung s-
stil, zu hohe Erwartungen an das Kind/Überforderung
auf das Kind bezogene Risiken: (vor der Geburt): unklare Vate r-
schaft, Risiko - oder frühe Schwangerschaft; (nach der Geburt):
Frühgeburt oder Missbildung des Kindes, Trennung nach Kaise r-
schnitt, Behinderung des Kindes, Gedeih- und Regulationsstörungen
des Kindes, Bindungsunterbrechung, chronische Erkrankung, allg e-
meine Entwicklungsverzögerung)
Oft kumulieren m ehrere Faktoren und führen zu einem Teufel skreis, der
durch fehlende Unterstützungssysteme oder unz ureichende Hilfeleistungen
verstärkt wird.
Das Wohl der Kinder
Im Kitaalltag beinhaltet das auch die individuelle Zuwendung und damit a n-
lassbezogenen körperl ichen Kontakte (Körperhygiene, Pflege, Trost, Hilf e-
stellung bei neu erlernten Verrichtu ngen…) der pädagogischen Fachkräfte
zu den anvertrauten Ki ndern. Die Bewusstheit von angemessener Distanz
und Nähe ist ausschlaggebend, um für einen gesunden Umgang mit den
anvertrauten Kindern zu sorgen. Anlässe zur Reflexion des päd agogischen
Fachpersonals bieten Teamsitzungen, Teamtage, regelmäßige Mitarbeite r-
gespräche, Fallbesprechungen, Sch ulungen, die von Kitaleitung und/ oder
Regionalmanager gestaltet werden.
educcare legt bei Fort - und Weiterbildung außer auf die fachl ichen Inhalte
Wert auf Bewusstheit. educcare erreicht so einen hohen Grad an Aufmer k-
samkeit, Sensibilisierung und offener Kommunikation in Bezug auf Indikati o-
nen für Kindswohlgefäh rdungen von innen w ie von außen. Ziel ist nicht nur,
solche Gefährdungslagen frühzeitig zu erkennen, sondern auch, sie mö g-
lichst zeitnah zu beenden, gegebenenfalls auch durch später beschriebene,
teils rechtlich vorgegebene oder vorgesehene Reaktionsprozesse.
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Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Ungewöhnliche Abwehrreaktionen bei alltagsbedingten körperlichen Berü h-
rung der anvertrauten Kinder durch die pädagog ischen Fachkräfte in der
Kita können erste Hinweise auf Gewalterfahrungen liefern. Die Mitarbeite n-
den sind verpflichtet, solche Eindrücke oder Feststellungen unverzüglich mit
der Kita-Leitung und dem pädagogischen Regionalmanager zu erörtern und
dies zu dokumentieren.
Abgeleitete Maßnahmen sind etwa das Hinzuziehen weiterer Mitarbeiter in
den Betreuungsprozess oder/und vorübergehender Bezugspersonenwec h-
sel. Ziel ist es, herauszufinden:
werden die ersten Beobachtungen/Eindrücke geteilt?
sind sie entwicklungsbedingt verstehbar?
sind sie etwa (nur) Bezugspersonen abhängig? -> Hinweis auf Kita
interne Ursachen?
sind sie nicht Bezugspersonen abhängig? -> Hinweis auf Ursachen
im persönlichen Umfeld?
In Abhängigkeit von dem Ergebnis wird entschieden, in welcher Stufenfolge
die weitere Kommunikation erfolgt, ob und wann beispielsweise die Eltern
behutsam einbezogen wer den oder sich die Vermutung einer Urheberschaft
im persönlichen Umfeld oder in dem der Kita ergibt.
Ungewöhnliche körperliche Veränderungen sowie Veränderu ngen im sozial
emotionalen Bereich mit den anvertrauten Ki ndern können weitere Hinweise
auf Gewalterfahrungen liefern:
Die Mitarbeitenden sind angehalten, solche Eindrücke oder Feststellungen
mit der Kita -Leitung und dem Regionalmanager zu erörtern und die Ergeb-
nisse behutsam mit den Erziehungsberechtigten zu kommunizieren, dies zu
dokumentieren und im Ordner des Kindes abzuheften.
Auch in diesem Fall wird erkenntnisabhängig von den Mitarbe itenden des
Trägers entschieden, wie weiter zu verfahren ist, gegebenenfalls externe
Bewertungshilfe (sogenannte erfahrene Fachkraft) beigezogen.
Besondere, ungewöhnlich e und auf einzelne Kinder gerichtete Zuwe n-
dungsaktivitäten seitens der pädagogischen Fachkräfte können erste Hi n-
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weise auf über das pädagogisch gebotene Maß hinausgehende Interessen -
und möglicherweise Gefährdungslagen geben.
Gleiches gilt für den umgekehrt en Fall eines ungewöhnlich ko nsequenten
und/oder zurechtweisenden/sanktionierenden Umgangs mit einzelnen Ki n-
dern.
In beiden Fällen ist die Leitung angehalten, die ohnehin regelmäßige Hosp i-
tation zu intensivieren und Erkenntnisse daraus mit dem Regionalmanager
zu erörtern, zu bewerten und gegebenenfalls angemessene Mitarbeiterge-
spräche zu führen und/oder (arbeits -) rechtliche Maßnahmen einzuleiten
oder anzudr ohen. Auch in solchen Fällen werden alle Sachverhalte, Ent-
scheidungen und Maßnahmen dokumentiert.
Beteiligung der Kinder
Ein weiterer Präventionsaspekt bei educcare ist Partizipation, die frühe B e-
teiligung und Mitbestimmung der Kinder im Tagesgeschehen (altersentspr e-
chend). Anlässe der Mitgestaltung können Kinderkonferenzen, Gespräch s-
kreise, frei gewählte Spielsituationen oder auch der Einzeldialog mit Päd a-
gogen und Kind sein. Die Mitarbeitenden sichern die Beteiligung, die freie
Meinungsäußerung jedes Kindes und lassen das gemeinsame Aushandeln
der Kinder untereinander zu und unterstützen oder moderieren Gesprächs-
anlässe, Diskussionen oder auch Ko nfliktsituation. Sie achten ebenso auf
nonverbale Äußerungen der Kinder und gehen einfühlsam dara uf ein. Sie
sind sensibilisiert für Veränderungen und nehmen ungewöhnliche Äußeru n-
gen, Verhaltensweisen der Kinder w ar. Auch hierbei werden wiederum alle
Sachverhalte dokumentiert und Maßnahmen mit der Kitaleitung entwickelt.
Mit Eltern gemeinsam Verantwortung tragen
Ebenso wie die Kinder sollen sich die Eltern in der Kindertagesstätte woh l-
fühlen. Voraussetzung dafür ist die enge Zusa mmenarbeit und der offene
Dialog mit den Eltern. Die Basis bi lden gegenseitige Akzeptanz, Vertrauen
und hohe Transparenz.
Beispiele zur Beteiligung von Eltern sind die Begleitung der Eingewö h-
nungszeit des Kindes, erfolgen im täglichen Aus tausch, in regelmäßig g e-
führten Entwicklungsgesprächen (alle 3 Mon. Krippe, alle 6 Mon. Kinderga r-
ten), an Elternabenden und/ oder in Elternbeirat ssitzungen. Sollten Eltern
besondere, nur im Ansatz ungewöhnliche Verha ltensweisen ihres Kindes
auffallen, sind sie aufgefordert, die Mitarbeiter/ innen und Le itung sofort zu
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informieren. Die Leitung ist angehalten, die B eobachtungen im Gespräch mit
allen Beteiligten zu erörtern und Maßnahmen abzuleiten.
Kritik und Beschwerdemanagement
All das setzt einen bewussten Umgang aller pädagogischen Fac hkräfte und
der gesamten Organisation mit Beschwerden, Kritik und Verbesserungsvo r-
schlägen voraus und gehört zu einer professione llen Betreuung von Kindern
in Kindertagesstätten. Er ist unverzichtbarer Teil einer Einrichtungskultur, die
auf Beteiligung ausgerichtet ist und so den Schutz der Kinder vor Gefahren
für ihr Wohl sichert.
Eine Maßnahme zur Prüfung und Sicherstellung der Zufriedenheit und zur
ständigen Verbesserung ist die Evaluation bei educcare. Eltern, Mitarbe i-
ter/innen und Unternehmen werden im halbjährlichen Rhythmus zur päd a-
gogischen Arbeit in den Kindertagesstätten nach einem standardisierten
Befragungssystem anonym befragt. Ma ßnahmen zur Verbesserung werden
aus den Ergebnissen abgeleitet und als Steuerungsins trument der Kitas und
Organisation genutzt.
Mit Blick auf einen wirksamen Kinderschutz geht es vorrangig um B e-
schwerden, mit der der/die Beschwerdeführende einen Missstand benennt,
der sein/ihr körperliches bzw. seelisches Befinden erheblich beeinträchtigt
und dem deshalb abgeholfen werden sollte. educcare pflegt eine Kultur der
Offenheit und sorgt dafür, dass alle beteiligten Akteure professionell, das
heißt in bewusster, geregelter und transparenter Weise darauf reagieren.
Rechtliche Grundlagen
Jedes Kind hat ein Recht auf Schutz des körperlichen, seelischen und gei s-
tigen Wohls.
Nach internationalem Recht ist dies in der UN -Kinderrechtskonvention und
der EU -Grundgesetzcharta vera nkert. In Deutschland ist dieser Schutz im
Grundgesetz, im Bü rgerlichen Gese tzbuch, im Bundeskinderschutzgesetz
und im Kinder- und Jugendhilfegesetz festgeschrieben.
Seite 77 von 101
2.5 Raumkonzept
Die Räume in den Kindertagesstätten und in den Außenbereichen sind als
Erfahrungswelten konzipiert und stellen so die Betätigungsmöglichkeiten
sicher, die Kinder für ihre Bildungsprozesse brauchen. Sie unterstützen die
Eigenaktivität von Kindern, Selbstbestimmung und Verantwortung. Entspre-
chend ausgestattet sind die konkreten „Spielräume“ in der Praxis: funktions -
bereite Materialien, einladend gestaltete Nischen, wechselnde, attraktive
Herausforderungen. Räume haben Ordnung und bieten damit Orientierung
und Verlässlichkeit für Kinder. Ihre Gestaltung fördert Kommunikation, sozia-
les Miteinander, Körpererfahrung und ästhetische Bildung. Bei der Gestal-
tung der „Spielräume“ sind Abwechslungsreichtum und Reizüberflutung
sorgsam abzuwägen. Die pädagogische Arbeit educcares basiert unter an-
derem auf der Reggio-Pädagogik, bei der der Raum eine sehr wichtige Rolle
spielt: „der Raum als dritter Erzieher. Räume wirke n als reichhaltige, vorbe-
reitete Umgebung, die den Kindern sowohl Anregung und Herausforderung
bieten, als auch Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten. Sie können als
Gruppenräume strukturiert se in, wie auch als Funktionsräume ( z.B. Räume
für Atelier, Bewe gung, Entspannung etc. ). Einrichtung und Material haben
durch die Präsentation Aufforderungscharakter, bieten ordnende Orientie-
rung, ermöglichen unterschiedliche Perspektiven, fordern verschiedene
Wahrnehmung heraus und laden zum forschenden Lernen ein.“ D er Raum-
gestaltung kommt in den educcare Kindertagesstätten eine wichtige Bede u-
tung zu, denn diese wirkt sich wesent lich auf die Persönlichkeitsent wicklung
der Kinder aus. Neben den verschiedenen Räumen für Bewegung, Ruhe,
Entspannung usw. haben auch die rä umlichen Bedingungen wie Licht, Fa r-
ben und Akustik eine wesentliche Bedeutung. Der Lärmpegel ist in Kindert a-
gesstätten mit ca. 80 Dezibel enorm hoch. Damit sich Kinder in der Einric h-
tung beim Spielen und der kreativen Entfaltung nicht gestört fühlen sind
Schallschutzdecken oder geräuschdämmende Fußbodenbeläge ein Muss.
In den Gruppenräumen wird auf große Fensterfronten geachtet, denn bei
Tageslicht ist nicht nur die Sinneswahrnehmung anders geschärft als bei
Kunstlicht, sondern das Tageslicht steuert die kö rperlichen Vorgänge wie
Körpertemperatur, Stoffwechsel, Herzschlag, Gehirntätigkeit und Hormon -
produktion. In den Schlafräumen werden gerne sogenannte Hochebenen
eingebaut, diese dienen zum einen als platzsparende Schlafmöglichkeit,
zum anderen als Spiel- und Kletterobjekt zu Nicht-Schlafenszeiten.
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Das Außengelände sollte möglichst direkt an die Einrichtung angrenzen. Die
Gesamtfläche sollte in verschiedene Funktionsbereiche unterteilt werden:
Sand, Wiese, fester Boden, Rückzugsmöglichkeiten, Wasser -/Bachlauf mit
Auffang-/Spielbecken und mit Trinkwasser, unterschiedliche Höhen und
Tiefen, naturnah (Einbindung vorhandenen Baumbestandes), Wege für Kin -
derfahrzeuge, Klettergerüste (möglichst aus Holz), Spielbereich für Kleinst-
kinder.
2.6 Qualitätssicherung
educcare verfügt über ein umfassendes Qualitätsmanagement. Zum einen
beruht die Sicherstellung einer nachhaltigen Qualität auf wissenschaftlich
fundierten, praxiserprobten Methoden, die ständig überprüft und weiteren t-
wickelt werden, zum anderen auf systemisch ve rankerten Strukturen und
Prozessen.
Ein fundiertes pädagogisches Konzept benötigt Strukturen und Pr ozesse,
um eine nachhaltige Umsetzung sicherzustellen. Sie geben der täglichen
Arbeit Orientierung, Verbindlichkeit und erzeugen eine transparente Qualität.
educcare unterscheidet dabei auf der einen Seite pädagogische und auf der
anderen Seite betriebswirtschaftliche Strukturen und Prozesse. Der b e-
triebswirtschaftliche Teil stellt u.a. sicher, dass die Mitte lverwendung hoch
effizient ist, um einen breiten demokratischen Zugang zu ermöglichen.
2.6.1 educcare Strukturen und Prozesse zur systemischen Veranke-
rung
Die Strukturen und Prozesse sind aus den pädagogischen Zielen a bgeleitet
und sichern die verlässliche Erfüllung der Qualitätsverspr echen an Kinder,
Eltern u nd Auftraggeber (z.B. BASF SE, BMW Group, Bayer CropScience
AG).
Beispiele für definierte Prozesse sind:
Prozess der systematischen Beobachtung und Dokumentation
Prozess des Austausches mit Eltern über institutionalisierte und fu n-
dierte Entwicklungsgespräche
Prozess der individualisierten Entwicklungsbegleitung auf der Basis
führender methodischer und inhaltlicher Konzepte. (Beispiel für M e-
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thoden im Rahmen der Angebotsplanung bilden das Ha rvard
Teaching Model sowie das Konzept der Internat ional Baccalaureate
Organisation.)
Prozess der Auswahl und laufenden Fortbildung der Fachkräfte
Die Schwerpunkte der Förderung sind:
Förderung der Basiskompetenzen, wie lernmethodische
Kompetenz und Lebenskompetenzen
Förderung in den klassischen Bereichen, wie Bewegung /
Ernährung / Wahrnehmung, Sprache und Zweitsprache,
Kunst und Musik, Naturwissenschaft sowie Technik und
Medien
Praktische Beispiele für wissenschaftlich fundierte Methoden in den
Schwerpunkten sind:
Immersion bei der Zweitsprachenförderung (siehe auch educcare
Beiratsmitglied Herr Prof. Wode)
naturwissenschaftlicher Vorschul-Ansatz (siehe auch educcare
Beiratsmitglied Frau Prof. Lück)
Frühförderkonzept in Sprache nach dem Ansatz von Prof. Tracy,
Universität Mannheim
Übergangsmodell Kita-Grundschule nach dem Ansatz von
Prof. Schumacher, PH Schwäbisch Gmünd
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Grafik zur Darstellung der pädagogischen Basis, der Methoden und Förd e-
rung:
Beispiele von zahlreichen pädagogischen Prozessen der Qualitätssicherung:
Prozess der Eingewöhnung (nach Berliner Modell)
der Beobachtungs- und Dokumentationsprozess erzeugt z.B. die
Transparenz in der Entwicklung des Kindes
laufende „Reviews“ für die Umsetzung durch den Träger als Fund a-
ment für Qualität und Wirtschaftlichkeit
educcare Bildungs- und Betreuungskonzept
mit Zielen, Teilzielen je Bereich, konkreten Aufgabenbeschreibungen
Praxiswerkstatt: mit Anregungen für Raum, Material, Alltag und Projekte…
Best practice Methoden
Beobachtung & Doku, Reflektion, Ange-
botsplanung, -durchführung, ….
(Belgien, Australien, USA, Schweiz, …)
Sozialkonstruktivistischer Ansatz
Reggio, Montessori, situationsorientierter Ansatz
Elternpartnerschaft Basis-
kompetenzen
Förder-
schwerpunkte
Bildungspläne (national und international)
Best practice Inhalte
Sprache, Bilingualität, Wahrnehmung, Mu-
sik, Naturwissenschaft, ….
(Kanada, Frankreich, Deutschland, …)
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Grafik zur Übersicht über pädagogische und betriebswirtschaftliche Proze s-
se:
Im Folgenden wird exemplarisch auf den Prozess „Review“ eingegangen. An
ihm soll die Philosophie und Konse quenz der Umsetzung und damit die
hochwertige und verlässliche Erfüllung der Versprechen aufgezeigt werden.
Gerne stellen wir die anderen Prozesse im Detail dar, dies sowohl vom Ko n-
zept als auch in der Praxis in einer educcare Kindertagesstätte vor Ort. Das
educcare Team wird sich über das Interesse freuen.
Zuverlässige und effiziente Umsetzung von
Bildungskonzept und Anforderungen
Pädagogisch
• Review
• Benchmarking
• Kooperationen
• .......
• Befragungen
• Elterngespräche
• ........
• Dokumentation
• Beobachtung
• Begr・ung
• Eingewöhnung
• Angebotsplanung
Betriebswirtschaftlich
• Nutzungsanalysen
• Arbeitszeitmodelle
• Modellförderung
• .......
• Personalbedarf
• Personalmanagement
• ........
• Arbeitsteilung
• Raum = 3 Erzieher
• Basismethoden
• Basis Konzept
Strukturen und Prozesse
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Grafik zum Beispielprozess Review -Management – Qualität steuern und
transparent machen:
Kern des educcare Qualitätsmanagements ist das Review -Verfahren. Es
geht in dem Review darum zu prüfen, ob die richtigen Dinge getan werden
(Effektivität) und ob diese richtig getan werden (Effizienz). Dies sichert die
kontinuierliche Analyse auf Basis der educcare Bildungskonzeption.
Ergänzend zu dem Review, das sich in Selbstevaluation und externe Eval u-
ation aufteilen lässt , gehen in die Analyse der Arbeit auch noch f olgende
Informationen ein:
jährliche Elternbefragung
jährliche Mitarbeiterbefragung
jährliche Auftraggeberbefragung
An die externe Evaluation schließt sich die Auswertung und gemeinsame
Vereinbarung von Zielen und Vorgehen in einem gemeinsamen Kickoff
Workshop mit Eltern, Mitarbeitern, Träger und Auftraggeber an.
Die vereinbarten Ziele und Vorgehen für die nächste Zeitperiode (meistens
das kommende Jahr) werden dokumentiert und über das Jahr verfolgt.
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Über regelmäßige Statusreporte werden die Entwicklung en dokume ntiert
und Informationen an die Beteiligten verteilt.
2.6.1.1 Beispiele und Stimmen zu educcare
Elternzufriedenheit
In der jährlich stattfindenden Befragung haben über 95 % der Eltern in den
letzten drei Jahren die Qualität der educcare Kitas in der zu sammenfassen-
den Beurteilung mit mindestens „gut“, im überwiegenden Teil mit „sehr gut“
bewertet. Diese Beurteilung ist in den letzten drei Jahren stabil geblieben.
Insgesamt wurden den Eltern über 20 Fragen zzgl. Unterfragen zu verschi e-
denen Bereichen gestellt. Hier wurde unter anderem bewertet:
„Mein Kind fühlt sich in der Kita wohl.“
„Die Einrichtung bietet meinem Kind ein zweites Zuhause.“
„Mein Kind wird in der Einrichtung in seiner Entwicklung optimal gefö r-
dert.“
Mitarbeiterzufriedenheit
educcare hat seit 2012 viermal an dem jährlich stattfindenden Wettbewerb
„Beste Arbeitgeber“ von Great Place to Work teilgenommen.
Great Place to Work schreibt diesen Wettbewerb aus, der Unternehmen und
Organisationen die Möglichkeit gibt, sich als einer der 100 beste n
Arbeitgeber Deutschlands zu bewähren.
Dem Wettbewerb zugrunde liegt eine Benchmarkstudie, deren Eckpfeiler
eine umfassende Mitarbeiterbefragung sowie ein Kultur Audit bei
Personalverantwortlichen sind. Die für alle Teilnehmer gleiche Methode
ermittelt u. a. das Vertrauen und die Qualität der Beziehungen zwischen den
Mitarbeiter/innen und dem Management.
Bereits 2012 schaffte educcare es auf Anhieb unter die 100 besten
Arbeitgeber Deutschlands und seit 2014 ist educcare wiederholt auch ein
ausgezeichneter Arbeitgeber im Bereich „Soziales“.
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educcare ist es wichtig, immer besser zu werden! Deshalb nimmt educcare
im Turnus von zwei Jahren an der Befragung teil und nutzt die wertvollen
Rückmeldungen und Anregungen aus der Auswertung der Daten dazu,
verschiedene Bereich weiter zu optimieren.
Einige der Aussagen und Bewertungen der Mitarbeiter/innen aus der
Befragung bei Great Place to Work sind:
94% aller Mitarbeiter/innen glauben, dass sie bei educcare einen
bedeutsamen Beitrag leisten.
92% der educcare-Mitarbeiter/innen sind stolz auf das, was sie ge-
meinsam leisten.
Für 91% der Mitarbeiter/innen hat ihre Arbeit bei educcare eine be-
sondere Bedeutung und ist nicht einfach nur ein „Job“.
91% der Mitarbeiter/innen finden, dass sie bei educcare sie selbst
sein können.
Die Attraktivität als Arbeitgeber ist für educcare entscheidend für Persona l-
gewinnung und Personalbi ndung. Bereits heute gibt es einen spürbaren
Mangel an qualifizierten Erzi eher/innen und diese Situation wird sich in den
kommenden Jahren zuspitzen.
Die educcare Mitarbeiter haben mit ihren Antworten bei der Befragung zu
„Great Place to Work ® – Deutschlands beste Arbeitgeber 2012“ ihre h ohe
Zufriedenheit mit educcare und seiner ideenreichen Arbeitsplatzkultur erst-
mals bestätigt. Bei den drei weitere n Teilnahmen in 2014, 2016 und 2018
konnte dieser Erfolg wiederholt werden.
Im Jahr 2018 erhielt educcare zusätzlich den Sonderpreis „Humor am A r-
beitsplatz“. Der Preis steht für eine besonders gestaltete, wie auch seitens
der Führungskräfte mitgetragene A rbeitsplatzkultur. Dies macht es den Mi t-
arbeitenden möglich, auf Basis von Humor, Empathie, gegenseitiger Wer t-
schätzung und Spaß zusammenzuarbeiten und dabei in hohem Maße Nu t-
zen aus der stärkenden Wirkung von Humor für ein positives Miteinander
und für die eigene Gesundheit zu ziehen.
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educcare hat damit die besten Chancen auch in Zukunft die zeitgerec hte
Eröffnung und den zuverlässigen Betrieb seiner Kindertagesstätten auf h o-
hem pädagogischem Niveau für seine Auftraggeber zu ermöglichen.
Stimmen von Auftraggebern
„Mit einem überzeugenden Konzept zu Kindertagesstätten hat uns educcare
unterstützt, auf diesem Weg nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Fam i-
lie für unsere Mitarbeiter zu verbessern, sondern zusätzlich einen positiven
Beitrag zur Entwicklung der Kinder zu leisten.
„’Never change a winning team' – wir haben uns auch bei der zweiten Ki n-
dertagesstätte LuKids für educcare als Betreiber entschieden"
(Hans-Carsten Hansen, Personalchef BASF SE)
„Wir haben nach einem Partner für dieses Projekt ges ucht, der die gleiche
Haltung zu seiner Mission hat wie die BAW. Die Menschen sind entsche i-
dend für das Gelingen. Nur wenn sich Pr ofessionalität und Exzellenz mit
innerer Verbu ndenheit und Überzeugung für die Aufgabe verbinden, kann
etwas Besonderes entste hen. Das alles haben wir bei educcare wiederg e-
funden.“
(Peter Weinmann, Leiter Zentraler Service Bundesanstalt für Wasserbau)
„Der Träger zeichnet sich aus durch das gute, wissenschaftlich fundierte
Bildungskonzept und dessen konsequente Umsetzung. Beme rkenswert ist
die stetige Personalentwicklung, die vielfältige Einbeziehung der Eltern und
die Kooperation mit Einrichtungen / Institutionen vor Ort.“
(Herr Pfeifle, Jugendamtsleiter Stuttgart)
Die guten Ergebnisse erklären sich durch die , aus den Zielen ab geleiteten
Strukturen und Prozesse n sowie den laufenden und partnerschaftlichen
Austausch mit einer gemeinsamen Zielsetzung:
„Anforderungen erfüllen, damit Kinder, Eltern und Unternehmen ihre Mö g-
lichkeiten ausschöpfen können.“
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3 educcare als im Sozialraum engagierter Träger
educcare Kindertagesstätten verstehen sich immer als Teil einer Stadttei l-
gemeinschaft – mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten. Die Au f-
gabe der Gemeinschaft ist es, den Familien die notwendigen Angebote „auf
Augenhöhe und mit pass ender Ansprache“ zur Verfügung zu stellen, die sie
bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrags benötigen. Hierzu möchte edu c-
care einen verlässlichen Beitrag leisten. Die educcare Bildungs - und Erzie-
hungskonzeption bildet die fundierte und verbindliche Basis für die pädag o-
gische Arbeit. Der Sozialraum und seine Familien bestimmen die konkrete
Ausprägung des Profils der jeweiligen Kindertagesstätte und der täglichen
pädagogischen Arbeit.
Der Auftrag der educcare Kindertagesstätten in Münster soll zum einen in
der Deckung des Bedarfs der Bildung und Betreuung von neu zugezogenen
Kindern unter sechs Jahren liegen, zum anderen in der anforderungsgerec h-
ten Unterstützung der Familien und der Stadt. Kindertagesstä tten bieten sich
hier idealerweise als Treffpunkte für Familien an und können integri erend
wirken.
Grundsätzliches zu Münster
Die kreisfreie Stadt Münster steht für Familienfreundlichkeit, Fahrradpara-
dies und Studentenstadt. Münster ist in die sechs Stadtbezirke Mitte, Nord
(Coerde, Kinderhaus, Sprakel mit S andrup), Ost (Gelmer und Handorf),
West (Albachten, Gievenbeck, Mecklenbeck, Nienberge, Häger und Roxel) ,
Süd-Ost (Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck) und Hiltrup (Amelsbü-
ren, Berg Fidel und Hiltrup) gegliedert.
Münster hat über 180 Kindertageseinrichtun gen und ist von einer großen
Träger- und Angebotsvielfalt geprägt. Ca. 30 Einrichtungen bieten als Fami-
lienzentrum Angebote für Familien im Bereich der Beratung und Unterstüt-
zung. Die Stadt selbst ist Träger von 29 eigenen Kindertageseinrichtungen.
Das Stadtgebiet von Münster umfasst ca. 303 km² und hat ca. 314.000 Ein-
wohner.
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Es gibt 46 Grundschulen, 6 Hauptschulen, 8 Realschulen, 7 Gesamt - und
Sekundarschulen, 16 Gymnasien und 11 Förderschulen.
Münster-Südost – Gremmendorf
Münster ist eine Stadt, die ihr e Geschichte lebendig hält. Häuser, Kirchen
und Plätze in der restaurierten Altstadt „erzählen“ Geschichten aus ver-
schiedenen Jahrhunderten und schaffen eine Kulisse, die Münster einzigar-
tig macht.
Gremmendorf, ein Ort im Stadtbezirk Südost, hat ca. 12.000 Einwohner und
gilt als eine der jüngeren Ortschaften Münsters. Das Wahrzeichen ist der
„Pängelanton“, eine alte Dampflokomotive. Auf dem alten Kasernengelände
der ehemaligen britischen York -Kaserne werden neue Wohnbauflächen
erschlossen, es soll Wohnraum für ca. 10.000 Menschen geschaffen wer-
den.
Ein „zweites Zuhause“ und exzellenter Bildungsort für Kinder und E l-
tern in Münster
Kindern und Eltern ein „zweites Zuhause“ und exzellenten Ort der individue l-
len Entfaltung in den Kindertagesstätten Münster zu bi eten, heißt für uns
ergänzend zu den grundsätzlichen Aussagen in der educcare Bildungs- und
Erziehungskonzeption zum Beispiel:
Vernetzung in den Stadtteilen und in den Bezirken aktiv unterstützen
u.a. zu umliegenden Kindergärten und Grundschulen (zum Beisp iel
mit den umliegenden Kitas in städtischer und freier Trägerschaft)
kulturelle Verständigung fördern, auch über die Kindertagesstätte
hinaus
den hinzuziehenden Familien das Ankommen in der neuen Umg e-
bung erleichtern, z.B. durch gemeinsame Ankommensfeiern , g e-
meinsames Kochen, Elterncafé, sportliche Aktivitäten wie Yogaku r-
se, Eltern-Kind-Zelten, …
Familien die Möglichkeit bieten, Teil der Gemeinschaft zu werden
und Verantwortung für sie zu übernehmen
Konkret könnten folgende Elemente die Realisierung des St adtteilbezugs
herstellen:
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Umfeld adäquate Angebote für die F amilien zur Kontaktknüpfung
(z.B. Eltern -Kind-Spielgruppen, Kurse zur Erziehungspartnerschaft,
Elterncafé; gemeinsame Ausflüge in die Umgebung
interkulturelle Angebote, Veranstaltungen und Feier n (z.B. als Haus
der Kulturen)
Ort familiärer Unterstützung z. B. Sprachförderung für die ganze Fa-
milie; Bildungsveranstaltungen (Vorträge, Seminare), mehrspr achige
Informationen, Hilfen zur Erziehung, Unterstützung solidar ischer
Netzwerkbildung z.B. für Alleinerziehende, Studenten, ...
educcare möchte aktiv einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in
Münster leisten und in enger Zusammenarbeit mit den bereits vertretenen
Trägern, Angebote für die Familien in Münster realisieren. In A bstimmung
mit d en anderen Akteuren können in der Kita familienzentrum -ähnliche
Strukturen geschaffen werden, um den Eltern trägerübergreifende Fortbi l-
dungs- und Beratungsangebote anzubieten.
Im Falle der Auftragserteilung soll educcare in Münster den Bedarf der
Bildung u nd Betreuung von Kindern decken sowie Familien
anforderungsgerecht unterstützen.
3.1 Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Das Ziel einer vorbildlichen und zugleich effizienten Bildung und Betreuung
ist nur in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt erreichbar. educcare sieht
das Jugendamt als Handlungspartner, welcher die gleichen Ziele mit derse l-
ben Beharrlichkeit und gleichem „neue n Denken“ verfolgt. Eine gute Par t-
nerschaft hat educcare in der Vergangenheit schon in anderen Kommunen
unter Beweis gestellt.
Aufbauend auf diesen Erfahrungen würden wir gerne in den folgenden Th e-
men mit dem Jugendamt konkret zusammenarbeiten:
gemeinsame Definition und Erprobung von neuen Angeboten und
Abläufen
gemeinsame Durchführung von Schulungen
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Erfahrungstransfer aus anderen Kommunen
3.2 educcare als Partner der Stadt Münster oder
„Transparenz herstellen und Kooperation leben“
Auf Grund entstehender Neubaugebiete und damit verbundenem Zuzug von
Familien soll die neue Kita den Eltern anforde rungsgerechte Kinderbildung
und -betreuung anbieten.
Durch die flexiblen, auf die Bedürfnisse abgestimmten Angebote und B e-
treuungszeiten ist den Eltern die größtmögliche Planungssicherhe it in der
Umsetzung ihres Lebensmodells garantiert. Die Stadt Münster will nicht
ausschließlich den Bedarf abdecken, s ondern auch eine qualitativ hochwe r-
tige, gut kommunizierbare Betreuung und B ildung der jüngsten Bewohner in
Münster zur Verfügung stellen. Die Wohn- und Lebensqualität sowie Identifi-
kation der Bewohner mit dem Stadtteil we rden mit den Kindertagesstätten
als Ort e der Begegnung, des Kennenlernens und des Dialogs zusätzlich
gestärkt.
educcare wird verantwortlich und effizient mit der Stadt Münster zusammen-
arbeiten und Prozesse und Strukturen stets transparent halten und dyn a-
misch weiterentwickeln.
Familienfreundlichkeit ist für U nternehmen wie für Kommunen ein wichtiger
Standortfaktor. Dies kann zu erfolgreichen Kooperationen zwischen Unte r-
nehmen und Stadtverwaltung führen.
3.3 Kooperation mit anderen Institutionen
Grundgedanke von educcare Kindertagesstätten ist es, Familien – Kinder
wie Eltern – als Partner zu sehen. Diese haben unterschiedliche Bedarfe,
die sich je nach Lebenssituation und Umfeld ändern können. Wir sehen es
als unsere Aufgabe, Familien adäquate Angebote anzubieten: von de r
hochwertigen Umsetzun g unserer Bildungskonzeption über die Beratung
von jungen Eltern oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zu
offenen, generationenübergreifenden Angeboten.
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educcare richtet seine Angebote an den lokalen Anforderungen aus. Dies
wird mit Hilfe der Sozialraumanalyse und Elternumfragen sichergestellt und
regelmäßig überprüft.
Folgende Kooperationen werden angestrebt:
Kooperationsmodelle mit Vereinen, Verbänden; Institutionen (z.B. mit
(Grund-)Schulen, Sportvereinen, Museen, Bibliotheken etc.)
Zusammenarbeit mit anderen freien Trägern der Jugendhilfe
Kindertagesstätten
Jugend- und Familienhäusern
Hilfen zur Erziehung
Sprachförderprojekten
Vereinen
Vernetzung mit anderen Trägern
Austausch über pädagogische Konzepte
ggf. gemeinsame Schulungen
Bereitstellung der Räumlichkeiten
3.4 Personalmanagement
Professionelles, engagiertes Personal durch umfangreiche Unterstüt-
zungsleistungen und Entwicklungsmöglichkeiten
Aufgabe des/der Erzieher /in ist es , das Konzept durch situations - und
entwicklungsbezogenes pädagogisches Handeln umzusetzen, das heißt
ausgerichtet am einzelnen Kind bzw. den Erfordernissen der Gruppe.
Das Wissen um die grundlegenden Entwicklungsschritte des Kindes von der
Wahrnehmung zum Denken, Gestalten, Sprechen und forschendem Lernen
ist unerlässlich, um für das einzelne Kind als auch für entwicklungs -
homogene Gruppen passende Impulse setzen und Angebote formulieren zu
können.
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Die Begleitung der Kinder in den wichtigsten Bildungsjahren erfordert nicht
nur Begeisterung und Intuition, sie erfordert absolute Professionalität bei den
Erzieher/innen. Dies ist eine Grund voraussetzung, um den Kindern und
Eltern gerecht zu werden. Der Träger hat – unserer Meinung nach – durch
entsprechende Rahmen bedingungen sicherzustellen, dass diese Profes sio-
nalität entstehen und sich permanent weiterentwickeln kann.
Zu den professionellen Rahmenbedingungen gehören unter anderem:
Eine genaue, kompromisslose Auswahl der Mitarbeiter/innen a n-
hand eines klaren Qualifikationsprofils: authentische Begeisterung
für die Arbeit mit Kindern, erkennbarer und nachgewiesener Wille
zur Weiterentwicklung, Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstveran t-
wortung sowie Ergänzung des Teams hinsichtlich Persönlichkeit und
pädagogischer Schwerpunkte.
Eine Kultur des Vertrauens, de r Fehlertoleranz und des Zutrauens
sowie der Selbstverantwortung, ständig aktiv zu initiieren, zu pflegen
und zu fordern. Entscheidungen werden vor Ort und in gemeinsamer
Verantwortung getroffen, in Abstimmung zwischen den unterstü t-
zenden Kräften, den Fach kräften, den Gruppenleitungen und der
Kita-Leitung.
Als Träger ist es eine unserer vornehmsten Aufgaben, mit dieser
Kultur des Vertrauens die Basis für eine Entfaltung unserer Koll e-
ginnen und Kollegen zu schaffen. So kann die Einzelne/der Einzelne
aktiv ihren/seinen Weg suchen und gestalten. Aktiv heißt in diesem
Zusammenhang, selbst die Initiative zu übernehmen und die edu c-
care Kultur zu nutzen, selbst nach Ansätzen und Lösungen zu s u-
chen, den Austausch hierüber anzustoßen und Verantwortung für
die Realisierung zu übernehmen – auch mit dem Bewusstsein Fe h-
ler machen zu können, was immer bedeutet, lernen zu können.
educcare sieht Kultur als einen Prozess, der sich ständig weiteren t-
wickelt und nur durch die Beteiligung aller entsteht. Daher sind alle –
insbesondere Erzieherinnen, Eltern, Träger – dazu eingeladen, an
dieser Kultur mitzuwirken.
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Die Arbeit in der Einrichtung ist von flexibler, gruppenübergreifender Arbeit
geprägt. Unabdingbar hierfür ist es, dass sich die Mitarbeiter/innen als Team
begreifen und die Vorteile eines Teams zu schätzen wissen.
Die Leitung ist u.a. dafür verantwortlich, dass sich die Mitarbeiter /innen zu
Teams entwickeln können und dies zum Wohle der Kinder und der Einric h-
tung bemerkbar wird.
Die Zusammenarbeit im Team wird erleichter t durch eine Teamordnung, die
Erwartungen und Regeln transparent macht und von allen Teammitgliedern
getragen wird.
3.4.1 Grundsätzliches zur educcare Personalentwicklung
Die educcare Personalentwicklung entwickelt und sichert die Kompetenzen,
die die Fachkräft e vor Ort für die verlässliche Leistungserfüllung gegenüber
Kindern, Eltern und Auftraggebern benötigen.
Die Personalentwicklung von educcare basiert auf der richtigen Auswahl der
Mitarbeiter u.a. hinsichtlich:
Persönlichkeit (selbstständig und -tätig, problemlösungsfähig und le-
benstüchtig),
Einstellung zum Kind und zu den Eltern,
Leidenschaft zu bestimmten Themen,
Qualifikation im Bereich frühkindlicher Bildung.
Die Personalentwicklung entwickelt und sichert für den jeweiligen Veran t-
wortungsbereich folgende Kompetenzen:
Sachkompetenz
Handlungskompetenz
Selbstkompetenz
Reflektionskompetenz
Die Personalentwicklung startet mit dem Tag der Einstellung (in Abgrenzung
zu dem ersten Arbeitstag).
Präferierte Instrumente der Personalentwicklung bei educcare sin d insb e-
sondere:
intensive Schulungen,
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kontinuierliches Coaching,
laufendes Feedback,
Reflektion,
Projektarbeit
Personalentwicklung wird nicht nur als Aufgabe der Führungskraft versta n-
den, sondern als gemeinschaftliche Aufgabe mit unterschiedlichen Rollen.
Grafik zu Rollen in der Personalentwicklung am Beispiel einer einzelnen
Fachkraft:
Coach
Päd. Fachkraft
Kollegin/nen
Kita Leitung
Laufendes
FeedbackCoaching
Laufendes
Feedback
Institutionalisierte
Reflexion
Coaching
*
Mitarbeiter
-
gespr
äch
**
* in Ausnahmefällen, auf Anforderung der Kita Leiterin
** bis Kita Leiterin übernimmt
*** Gruppenleiterin für ergänzende Fachkraft
Mitarbeiter
-
gespr
äch
Coaching
***
Coaching
Coaching
Geschäftsführung
Coach
Päd. Fachkraft
Kollegin/nen
Kita Leitung
Laufendes
FeedbackCoaching
Laufendes
Feedback
Institutionalisierte
Reflexion
Coaching
*
Mitarbeiter
-
gespr
äch
**
* in Ausnahmefällen, auf Anforderung der Kita Leiterin
** bis Kita Leiterin übernimmt
*** Gruppenleiterin für ergänzende Fachkraft
Mitarbeiter
-
gespr
äch
Coaching
***
Coaching
Coaching
Geschäftsführung
3.4.1.1 Qualifizierung und Unterstützung der stellverstretenden Lei-
tungen
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Überregionale Austauschrunden für die stellvertretenden Leitungen
aller educcare Einrichtungen
Regelmäßiger Austausch mit der Kita Leitung
Übernahme der Leitung von Teamsitzungen
Supervision (sofern benötigt)
Exkurs educcare Commitment Schulungen
Je Verantwortungsprofil (z.B. Kita -Leitung oder Gruppenleitung) sind b e-
stimmte Schulungen als Pflic htschulungen definiert. Die Schulungen finden
in Form von „C ommitment Schulungen“ statt. Dies im Sinne von Verpflic h-
tungen, die jeder an der Schulung Beteiligte (d.h. teilnehmen de Fachkraft,
Kita-Leitung, Träger und Dozent) im Vorfeld, während und nach der Schu-
lung eingeht. Beispiel hierfür sind die durch die teilnehmende Fachkraft vo r-
bereiteten Transfergespräche, die nach der Schulung mit der Kita -Leitung
stattfinden. In diesen Transfergesprächen werden die Umsetzung und die
Verankerung der Schulungsinhalt e in den pädagogischen Alltag besprochen
und festgelegt. Das beschlossene Vorgehen wird protokolliert und u.a. im
Rahmen des Reviews auf seine Umsetzung überprüft.
Konkret bedeutet dies:
erstes Statusgespräch in der Mitte der Probezeit (wird im Arbeitsver-
trag bereits terminlich vereinbart),
im weiteren Verlauf einmal pro Jahr ein Entwicklungsgespräch mit
klaren Zielen und Meilensteinen; nach fünf bis sechs Monaten ein
Statusgespräch bezüglich Zielerreichungsgrad,
obligatorische Schulungen sind u.a.: educcare Konzept, Grundlagen
Bildung und frühkindliche Bildung, Beobachtung, Dokumentation, El-
terngespräche, Angebotsplanung, Zeitmanagement.
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3.4.2 Fach- und Dienstaufsicht mittels Coaching
Die Regionalmanager der educcare Einrichtungen sind ein weiteres
Instrument, um die educcare Erziehungs - und Bildungskonzeption und die
hohe Qualität in den Einrichtungen umzusetzen und sicherzustellen. Sie sind
ständiger Ansprechpartner für die Einrichtungen, und bilden die
Erzieherinnen und das Team stetig fort. Je ein Regionalmanager steht für
ca. fünf educcare Einrichtungen, die sich im Aufbau befinden, unterstützend
bereit bzw. für ca. acht Einrichtungen, die bereits mindestens ein Jahr in
Betrieb sind.
Coaching bedeutet, dass ein Regionalmanager die Mitarbeiter /innen sowie
die Leitung darin unterstützt, ihren Verantwortungsbereich/ ihre Ziele zu
erfüllen, ohne selbst Handlungen zu übernehmen oder direkte
Lösungsvorschläge zu geben. Der Regionalmanager stärkt Selbstreflexion
und –wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung, um so Hilfe zur
Selbsthilfe zu geben und sich selbst überflüssig zu machen.
Verantwortung des Regionalmanagers
Die educcare Einrichtungen, die durch den Regionalmanager betreut
werden sind in der Wahrnehmung der Eltern und Kinder ein zweites
Zuhause, exzellenter Bildungsort und Raum für verlässlichen Rück-
halt.
Die benötigten Kompetenzen und Fachwissen sind durch die Mitar-
beiter/innen in den betreuten Kitas abgedeckt.
Jeder Mitarbeiter/innen kennt und arbeitet nach dem educcare Kon-
zept.
Es existieren Rahmenbedingungen in den Kitas, die es den Mitarbei-
ter/innen ermöglichen, die an sie gestellten Anforderungen selbst-
ständig, auf hohem Niveau und mit hoher Arbeitszufriedenheit um-
zusetzen.
Mitarbeiter/innen der betreuten Einrichtungen sehen educcare als at-
traktiven Arbeitgeber und Arbeitsplatz.
Der Regionalmanager substituiert sich zunehmend selbst in der Zu-
sammenarbeit mit der Kita Leitung.
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Das Bildungs- und Erbringungskonzept (Prozesse und Strukturen)
gelten als Best-Practice und werden als Benchmark genutzt.
Der Regionalmanager selbst leistet einen Beitrag zur Weiterentwick-
lung der frühkindlichen Bildung in Deutschland.
3.4.3 Personalausstattung, Arbeits- und Vertragsbedingungen,
Tarifbindung
Qualität dank Professionalität
Für die Betreibung der geplanten Kindertages stätte ergibt sich folgendes
mögliches Zielprofil in Bezug auf Alter und Betreuungszeiten:
Ganztagsöffnung je nach Bedarf der Stadt, Betreuungszeiten max. 9
Stunden pro Tag
Schließung je nach Bedarf der Stadt
flexible Betreuungsangebote
bilinguale Betreuung, falls gewünscht und dies durch qualifiziertes
Personal sichergestellt werden kann
educcare Bildungskonzeption
Notfallbetreuung (optional)
Personal:
Leitung mit viel Erfahrung sowie mit einem besonderen Blick
für Familien und das Gemeinwesen / den Sozialraum
fünf bis acht Tage Fortbildung je Mitarbeiter und Jahr
kontinuierliches Coaching der Leitung und des Teams (je
Regionalmanager max. acht Kitas)
Entgelt angelehnt an TVöD
In der Regel unbefristete Arbeitsverhältnisse
ggf. können bei Personalengpässen (z.B. wegen Krankheit /
Urlaub) Fachkräfte aus anderen educcare Einrichtungen
einspringen
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4 Beweggründe für die Bewerbung
Die Beweggründe von educcare , sich für die Trägerschaft zu bewerben ,
unterteilen sich in zwei Bereiche.
Erstens, grundsätzlich in Münster tätig zu sein, da in Münster durch Verwal-
tung und Politik ein Umfeld geschaffen worden ist, welches sich durch die
folgenden Eigenschaften auszeichnet:
Hohe Transparenz und gute Strukturen im Jugendamt
Qualitätsorientierte Ausrichtung
Offenheit gegenüber neuen und etablierten Trägern
Interesse an einer breiten Angebotsvielfalt
Verbindlichkeit und sehr starke Leistungsorientierung
Vernetzung der Träger
Diese Voraussetzungen sind besonders attraktiv, um uns weiter als Träger
in der Stadt zu etablieren, da wir mit unseren bestehenden Einrichtungen in
Münster stets positive Erfahrungen machen durften. Die sich ergebenden
Synergieeffekte sind natürlich speziell für uns als Träger enorm von Vorteil
und können zu einem noch besseren Austausch und noch besser er Koope-
ration führen.
Zweitens, spezifische Gründe für die Bewerbung in Münster:
Wir haben aus gleich gelagerten anderen educcare Kindertagesstä t-
ten Erfahrungen, die wir hier zum Nutzen der Fam ilien und der Stadt
Münster einbringen können:
Beispielweise hat educcare bereits umfangreiche Erfahru n-
gen in der Zusammenarbeit mit anderen Kitas und Trägern,
so bildet die educcare Kindertagesstätte „Der bunte Luftba l-
lon“ in Overath seit vielen Jahren in Kooperation mit der i n-
tegrativen Kindertagesstätte „Zauberk iste e.V.“ im Verbund
das Familienzentrum Overath -Mitte. Dieses bietet Familien
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einen Anlaufpunkt zu Beratung in Erziehungsfragen, En t-
wicklungsauffälligkeiten, Förderbedarf, Sprach - und Bew e-
gungsförderung, Therapieangeboten oder Fragen rund ums
Baby und Kleinkind. Zudem vermittelt das Zentrum Kontakte
zu Beratungsstellen und Therapeuten, Sprachkursen und
Angeboten zu Kindertagespflege und Babysittern. Neben
Beratung und Kontaktvermittlung bietet das Familienzen t-
rum kreative und sportliche Angebote für Kinde r und Eltern,
wie beispielsweise einen Kinderchor, musikalische Frühfö r-
derung, einen Lauftreff und viele weitere sportliche Angeb o-
te, z.B. Yoga, Zumba… Gerne bringen wir unsere Expertise
auch in Familienzentren in Münster mit ein.
Das Ankommen und Zusammen wachsen der Menschen
durch Angebote und Maßnahmen in der Kita zu unterstüt-
zen, ist eine Herausforderung, die der educ care Philosophie
entspricht
Umfangreiche Erfahrungen hinsichtlich Kinderbetreuung, deutsc h-
landweit und auch in NRW mit 1 9 Kitas in NRW (Aac hen, Bergisch
Gladbach, Hennef, Köln, Marl, Monheim am Rhein, Münster, Ni e-
derkassel und Overath) im laufenden Betrieb , d.h. der Standort
Münster bietet eine interessante Kombination von bereits erfolgreich
Erprobtem sowie noch gemeinsam zu Entwickelndem.
Gerne stehen wir mit Engagement und Leidenschaft bereit eine vorbildl iche
und erfolgreiche Partnerschaft mit Ihnen einzugehen.
Auf Basis der Erfahru ngen von educcare zu kommunalen und betrieblichen
Kitas betonen wir hiermit unser außerordentliches Intere sse, diese Herau s-
forderung zusammen mit der Stadt Münster annehmen zu dürfen.
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5 Finanzierung
Zur Übernahme der Trägerschaft erklären wir uns bereit, einen Eigenanteil
in Höhe von 1,8% der Betriebskosten zu tragen.
5.1 Salvatorische Klausel
Sollten Best immungen dieser Leistungsbeschreibung u nwirksam sein oder
werden, oder sollte sich in der Leistungsbeschreibung eine Lücke herau s-
stellen, so soll hierdurch die Gültigkeit der übrigen nicht berührt werden.
Anstelle der unwirksamen Bestimmungen oder zur Ausf üllung der Lücke soll
eine ang emessene Regel gelten, die – soweit rechtlich möglich – dem am
nächsten kommt, was die Ve rtragsschließenden gewollt haben oder nach
Sinn und Zweck der Leistung sbeschreibung gewollt haben würden, sofern
sie den Punkt bedacht hätten.
5.2 Allgemeine Konditionen
Die Bindungsfrist für dieses Angebot gilt bis zum 30.06.2020.
Köln, 29.01.2020
Marcus Bracht Daniel Pullem
Geschäftsführender Projektentwickler
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Anlage_3.1_ASB_Bewerbung_York_Kaserne
1580 Zeichen
DE 7 -/\ SSH Arbeiter-Samariter-Bund ASB-RV Münsterland e.V. : Gustav-Stresemann-Weg 62 : 48155 Münster Regionalverband Stadt Münster Münsterland e.V. Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Gustav-Stresemann-Weg 62 Frau Sabine Trockel 48155.Münster Zentrale: 0251/2897 -0 Hafenstraße 30 Fax: 0251 / 2897 - 219 en Verwaltung: 0251 / 2897 - 100 48153 Münster Fax: 0251 12897 - 110 Mail: info@asb-muenster.de Internet: www.asb-muenster.de Ihr Zeichen Unser Zeichen Telefon Durchwahl Datum 0251 -2897 381 11.03.2020 Verbindliches Angebot zur Übernahme der Trägerschaft einer neuen Kindertageseinrich- tung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne in Münster-Gremmendorf Ausschreibungsnummer 04/19 Sehr geehrte Frau Trockel, hiermit geben wir ein verbindliches Angebot zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kinder- tageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne in Münster-Gremmendorf ab. Wir erklären, Trägeranteile in Höhe von 5% zu übernehmen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. D Inter Geschäftsführer Bank für Sozialwirtschaft BIC: BFSWDE33XXX / IBAN: DE28 3702 0500 0007 2723 00 —_ı z Sparkasse Münsterland-Ost BIC.: WELADED1MST / IBAN: DE67 4005 0150 0000 2903 38 | = DER PARITÄTISCHE — UNSER SPITZENVERBAND Steuernummer: 336 / 5754 / 4041 - IK-Nummer: 500 552 690 Vorstand ($ 26 BGB): Andre Weber (Vorstandsvorsitzender), Clemens Schröder (stellv. Vorsitzender), Ingo Schild (Technischer Leiter), Alexander Schmidt (Finanzvorstand), Andre Dahlhaus (Vorstand) Eingetragen im Vereinsregister beim Amtsgericht Münster: VR 3984
Anlage_8.2_Kleine_Riesen_Konzept_York_Kaserne
123449 Zeichen
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
1
PÄDAGOGISCHES KONZEPT
Stand 2020
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
2
Pädagogische s Konzept
Kindertagestätte Kleine Riesen
York-Kaserne, 48167 Münster
TRÄGER :
Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH
Esslinger Straße 69
73732 Esslingen am Neckar
Tel: (0711) 35 116 4 - 0
Fax: (0711) 35 116 4 - 17
E-Mail: info@littlegiants.de
Internet: www.littlegiants.de
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
3
INHALTSVERZEICHNIS
1. Allgemeine Angaben zum Träger .................................................................................................... 5
1.1. Kontaktinformationen / Rechtsform ....................................................................................... 5
1.2. Unternehmensgegenstand / Geschäftsfeld ............................................................................ 5
2. Organisation und Verwaltung ......................................................................................................... 5
3. Angaben zur Trägerkonzeption ....................................................................................................... 6
3.1. Leitbild .......................................................................................................................................... 6
3.2. Werte ............................................................................................................................................ 6
4. Pädagogisches Konzept ....................................................................................................................... 7
4.1. Zielsetzung .................................................................................................................................... 7
4.2. Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag ............................................................................ 7
4.3. Grundsätze ................................................................................................................................... 8
4.4. Philosophie ................................................................................................................................... 9
4.5. Eingewöhnung ............................................................................................................................ 11
4.6 Schlaf- und Ruhemöglichkeiten ............................................................................................. 13
4.7 Partizipation der Kinder ......................................................................................................... 13
4.8. Pädagogik nach Altersgruppen ................................................................................................. 14
2-24 Monate .................................................................................................................................. 14
24-36 Monate ................................................................................................................................ 15
Kindergarten & Vorschule ............................................................................................................. 16
Pädagogische Angebote ................................................................................................................ 17
5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung .................................................................... 18
5.1. Grundsätzliches .......................................................................................................................... 18
5.2. INKLUSION .............................................................................................................................. 18
5.3. Integration .................................................................................................................................. 19
5.4. Interkulturelle Orientierung der Personalpolitik ........................................................................ 19
5.5. Integration von Kindern von Geflüchteten ................................................................................ 19
5.6 Genderthematik .......................................................................................................................... 20
6. Familienorientierung und Elternbeteiligung ..................................................................................... 21
6.1. ELTERNGESPRÄCHE ................................................................................................................. 21
6.2. ELTERNBEFRAGUNG ............................................................................................................... 21
6.3. ELTERNBEIRAT ......................................................................................................................... 21
6.4. GEWALTPRÄVENTION UND UMGANG MIT GEWALT ......................................................... 21
7. Sozialraumorientierung (Kooperation und Vernetzung) ................................................................... 22
8. Qualitätsmanagement ....................................................................................................................... 23
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
4
8.1. Dokumentation........................................................................................................................... 23
8.2. Elternbefragung .......................................................................................................................... 23
8.3. PersonalAusstattung .................................................................................................................. 23
8.4. Hygieneplan ................................................................................................................................ 24
8.5. Qualitätsmanagementhandbuch................................................................................................ 24
8.6. Qualitätssicherungsmethoden (6-Sigma – DMAIC) .................................................................... 24
8.7. Qualitätszirkel ............................................................................................................................. 25
8.8. Insoweit Erfahrene Fachkraft SGB VIII, 8a .................................................................................. 25
8.9. Fachberatung .............................................................................................................................. 25
8.10. Pädagogische Tage ................................................................................................................... 25
8.11. Kennenlernen von anderen Einrichtungen .............................................................................. 25
8.12. Leitungskonferenzen ................................................................................................................ 25
8.13. Beschwerdemanagement i. S. d. § 45 Abs. 2 Nr. 3 SGB VIII ..................................................... 26
8.14. Beschwerdemanagement......................................................................................................... 26
9. Ernährung .......................................................................................................................................... 27
10. Personalmanagement ..................................................................................................................... 27
10.1. Personalgewinnung .................................................................................................................. 27
10.2. Mitarbeiterentwicklung ............................................................................................................ 28
11. Finanzmanagement ......................................................................................................................... 28
12. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung i. S. d. § 8a SGB VIII ....................................................... 30
Anlage 1: Ernährungskreis ..................................................................................................................... 31
Anlage 2: Hygiene Plan .......................................................................................................................... 31
Hygiene im Sanitärbereich ................................................................................................................ 31
Trinkwasserhygiene ........................................................................................................................... 32
Erste Hilfe .......................................................................................................................................... 32
Küche ................................................................................................................................................. 33
Handhygiene...................................................................................................................................... 33
Flächenreinigung und Desinfektion ................................................................................................... 34
Außenanlagen.................................................................................................................................... 34
Anlage 3: Verfahrensanweisung bei Hohen Temperaturen .................................................................. 34
Anlage 4: Verfahrensanweisung bei Tiefen Temperaturen .................................................................. 35
Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption ........................................................................................... 36
Anlage 6: Personalmangel ..................................................................................................................... 42
Anlage 7: Aufnahmekriterien ................................................................................................................ 43
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
5
1. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM TRÄGER
1.1. KONTAKTINFORMATIONEN / RECHTSFORM
Kontaktdaten: Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH
Esslinger Straße 69
73732 Esslingen
Geschäftsführer: Jelena Wahler, Peter Wahler
1.2. UNTERNEHMENSGEGENSTAND / GESCHÄFTSFELD
Kleine Riesen Nord betreibt Kinderkrippen und Kindertagesstätten.
2. ORGANISATION UND VERWALTUNG
Träger
Einrichtung
Pädagogik Pädagogische Richtlinien
Wissensaustausch zwischen Ein-
richtungen
Kinderschutz
Frühkindliche Bildung (Pla-
nung und Durchführung
von Angeboten)
Dokumentation
Weiterschreibung Konzep-
tion
Kinderkonferenzen
Finanzen Buchhaltung
Jahresabschluss
Controlling
Budgetierung
Kassenbuch
Einkäufe
Personalmanagement Bewerbermanagement
Lohnbuchhaltung
Fortbildung
360°-Feedback
Bewerbungsgespräche
Beteiligung an Personalent-
scheidungen
Reflexionsgespräche
Beteiligung an Fortbil-
dungsentscheidungen
Beschaffung Abschluss von Rahmenverträgen
Kreditorenbuchhaltung Debito-
renbuchhaltung
Bedarfsmeldung
Beschaffung und Bestel-
lung
Elternarbeit Vertragsgestaltung
Elternbefragungen
Richtlinien zur Elternarbeit
Richtlinien zur Eingewölhnung
Elterngespräche
Beteiligung an Elternbefra-
gungen
Elternabende und Feste
Erziehungs- und Bildungs-
partnerschaft
Individuelle Eingewöhnung
Investitionen Budgetierung
Beschaffung von großen Investiti-
onsgütern
Bedarfserhebung und –
meldung
Qualitätsmanagement Qualitätshandbuch
Audits
Beschwerdemanagment
Qualitätszirkel
Pädagogische Tage
Beschwerden bearbeiten
und Arbeitskreise bilden
Kapitel: Angaben zur Trägerkonzeption
6
3. ANGABEN ZUR TRÄGERKONZEPTION
3.1. LEITBILD
Kleine Riesen Nord bietet qualitativ hochwertige Ganztageskinderbetreuung an.
Wir wollen Kinder beim Erwerb von Basiskompetenzen altersgerecht und individuell unterstützen.
Wir sehen jedes Kind als einzigartiges Individuum. Unser pädagogisches Konzept sieht vor, individuell auf die
Bedürfnisse und Interessen eines jeden Kindes einzugehen. Dadurch wollen wir die Entwicklung eines gesunden
Selbstbildes und Selbstvertrauens fördern.
Wir verstehen uns als Dienstleister, der es berufstätigen Müttern und Vätern ermöglicht sorgenfrei Beruf und
Familie zu vereinbaren, der in engem Austausch mit dem Jugendamt und der Politik steht, um mit jeder neuen
Kita einen Mehrwert für die Gemeinde zu schaffen.
3.2. WERTE
INDIVIDUALITÄT : Jedes Kind ist ein einzigartiges Individuum, das eigene
Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten hat. Wir respektieren die Beson-
derheiten eines jeden Kindes und sehen diese als Geschenk an. Kleine Rie-
sen fördert Kinder individuell beim Entfalten ihrer Fähigkeiten und Ihrer
Persönlichkeit.
INTELLEKTUELLE STIMULATION : Kinder haben einen angeborenen Lern-
und Entdeckerdrang. Um die wertvolle Zeit der Kindheit mit sinnvollen
Lernerfahrungen zu erfüllen, sowohl selbst entdecken, aber auch spielerisch
in der Gruppe, gehen die Kleinen Riesen individuell auf die Bedürfnisse je-
der Altersstufe und jedes einzelnen Kindes ein. Unser Raumkonzept und unsere pädagogischen Angebote sind
so ausgelegt, dass Kinder ganz individuell von den Betreuer*innen lernen können.
GESUNDHE IT UND SICHERHEIT : Kinder sollen in einer sowohl physisch als auch psychisch gesunden und si-
cheren Umgebung aufwachsen, die ihnen Freiraum zum Entdecken, Spielen und Lernen bietet. Durch gesunde
und ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, frühzeitiges Erlernen von Zahn- und Handwaschhygiene,
sowie durch ein durchdachtes und sicheres Raumkonzept werden wir diesen Ansprüchen gerecht. Darüber hin-
aus werden Verfahren zur Unfallprävention und dem frühzeitigen Erkennen von Gewalt entwickelt und Maß-
nahmen für den Notfall vorgestellt.
PARTNERSCHAFT MIT DEN ELTERN : Wir glauben daran, dass qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eines
intensiven Austauschs zwischen Pädagog*innen und Eltern bedarf. Bei uns werden die Eltern täglich mündlich
über den Tag der Kinder informiert. Die Entwicklung der Kinder wird während der gesamten Zeit bei den Klei-
nen Riesen ausführlich dokumentiert. Regelmäßige Eltern-Betreuer-Gespräche halten die Eltern über die Ent-
wicklung des Kindes auf dem Laufenden.
WÄRME UND ZUWENDUNG : Alle Kinder, insbesondere sehr junge Kinder, brauchen die Wärme und Zuwen-
dung einer Bezugsperson. Kleine Riesen ist bestrebt im Rahmen der operativen Möglichkeiten jedes Kind einer
Pädagog*in zuzuordnen. Diese begleitet das Kind und dessen Eltern ganz individuell während seiner Zeit bei
den Keinen Riesen, spendet Zuwendung und ermutigt das Kind bei seinen Entdeckungsreisen.
MOTIVIERENDES ARBEITSUMFELD : Wir sind der festen Überzeugung, dass nur zufriedene Mitarbeiter*in-
nen gute Kinderbetreuung gewährleisten können. Kleine Riesen bietet einen sicheren und motivierenden Ar-
beitsplatz, an den sie jeden Tag gerne wieder zurückkehren. Regelmäßige Schulungen verbessern nicht nur die
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
7
Qualität der Betreuung, sondern auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter *innen. Flexibel reagieren wir auf
die sich wandelnden Bedürfnisse unseres Teams. Dieses wiederum kommt auch unseren Kleinen zugute.
4. PÄDAGOGISCHES KONZEPT
4.1. ZIELSETZUNG
Wir verstehen unsere Aufgabe darin, Erziehung, Betreuung und Bildungsauftrag in Einklang miteinander zu
bringen, dabei stehen die individuellen altersgerechten Bedürfnisse des Kindes stets im Mittelpunkt.
Im Sinne der UN-Kinderechtskonvention sind wir der festen Überzeugung, dass Kinder ein Recht auf Erziehung
und Bildung, die die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten zur
Entfaltung bringt, haben. Ebenso erachten wir es als selbstverständlich, dass Kinder ein Recht auf Teilhabe und
Beteiligung, auf Gesundheit, auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierung haben.
4.2 . BETREUUNGS -, BILDUNGS - UND ERZIEHUNGSAUFTRAG
Wir sehen unseren Betreuungs-, Bildungs- und Erzie-
hungsauftrag in der Sicherstellung der folgenden Ziele
begründet:
• Unter Bildung verstehen wir den lebenslangen
Prozess zur Aneignung der Welt von Geburt an. Es
handelt sich um einen aktiven Aufnahme- und
Verarbeitungsprozess von Informationen, welcher
in der Kindertagesstätte durch Interaktion mit an-
deren Kindern und pädagogischem Personal in ei-
ner anregenden Umgebung abläuft. Dabei spielen
Erzieherinnen und Erzieher eine vitale Rolle.
• Erziehung bedeutet für uns Unterstützen der Bil-
dungsprozesse sowohl durch Vormachen als auch durch Anhalten eigene Erfahrungen zu machen.
• Bildung ist der Zusammenhang von Lernen, Wissen, Wertebewusstsein, Haltungen und Handelsfähigkeit
im Zusammenhang mit einem sinnerfüllten Leben.
• Wir bieten Kindern eine sichere Lernumgebung und Betreuung, in der das körperliche und seelische Wohl
der Kinder sichergestellt ist.
• Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit, größtmöglicher Selbst-
ständigkeit und Eigeninitiative.
• Wir wollen die natürliche Lernfreude von Kindern anregen und gleichzeitig die Kreativität der Kind er unter
Berücksichtigung ihrer individuellen Interessen und Begabungen stärken.
• Wir wollen Kindern elementare Kenntnisse der Umwelt durch ein breites Angebot an Erfahrungsmöglich-
keiten vermitteln.
• Wir betrachten die Kindertagesstätte als Begegnungsraum für soziales Lernen. Kinder sollen soziale Verhal-
tensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben.
• Das Lernen findet durch soziale Interaktion zwischen pädagogischen Bezugspersonen und Kind statt. Die
pädagogischen Bezugspersonen fungieren als Mentoren und unterstützen das Kind beim Erwerb von Wis-
sen und Fähigkeiten. Sie geben dem Kind Hilfestellungen und unterstützen es dabei Problemlösungsstrate-
gien zu entwickeln.
• Die Kindertagesstätte arbeitet in enger Kooperation mit der jeweiligen Stadt, insbesondere mit allen im
Stadtteil verfügbaren Ressourcen.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
8
• Kinder werden unabhängig von Bekenntnis, Nationalität und Herkunft aufgenommen.
Bei der Umsetzung unseres Betreungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrages orientieren wir uns an den Zielset-
zungen des KiBiz und der Stadt.
4.3. GRUNDSÄTZE
Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung muss gewisse
Voraussetzung erfüllen, um die optimale Entwicklung
der Kinder sicherzustellen. Unserer Pädagogik liegen
folgende vier Prinzipien zugrunde:
BETREUUNG DURCH BEZUGSTEAMS : Bei den Klei-
nen Riesen ist jedes Kind einer Gruppe zugeordnet.
Das pädagogische Personal in dieser ist für das Kind
und damit für seine Pflege verantwortlich. Unsere Be-
treuer*innen arbeiten eng zusammen, da Bezugsbe-
treuung am besten in gut organisierten Teams funktio-
niert. Darüber hinaus versuchen wir, sofern organisa-
torisch möglich, eine hauptverantwortliche Betreu-
ungsperson jedem Kind und seiner Familie zuzuord-
nen.
Bezugsbetreuung heißt nicht, dass ein Kind nur Kon-
takt zu einer Pädagog*in hat. Vielmehr ist stets klar, wer die Hauptverantwortung für ein Kind trägt und dessen
Entwicklung dokumentiert.
KLEINE GRUPPEN : Forschungsergebnisse zeigen, dass eine kleine Gruppe und ein guter Betreuungsschlüssel
die wichtigsten Kriterien für qualitativ hochwertige Kleinkindbetreuung sind. Unser e Richtlinie lautet: je jünger
das Kind, desto kleiner die Gruppe.
Kleine Gruppen unterstützen individuelle Betreuung, welche Babys und Kleinkinder brauchen, Freiheit und Si-
cherheit beim Bewegen und Entdecken sowie die Entwicklung einer festen Bindung zwischen Kind und Betreu-
ern.
KONTINUITÄT IN DER BETREUUNG : Kontinuität in der Betreuung unterstützt das Bedürfnis des Kleinkindes
nach innigen Beziehungen und Bindung an Bezugspersonen. Aus diesem Grund wird bei den Kleinen Riesen
größter Wert sowohl auf eine behutsame Eingewöhnung als auch auf einen langsamen Übergang in die nächste
Altersgruppe unter Begleitung einer Bezugsperson gelegt.
INDIVIDUELLE BETREUUNG : Wir gehen auf den individuellen Biorhythmus jedes betreuten Kindes ein.
Dadurch werden das Wohlgefühl und das positive Selbstwertgefühl des Kindes unterstützt. Es ist wichtig, dass
ein Kind sich nicht schlecht oder ausgegrenzt fühlt, weil sein Biorhythmus und seine Bedürfnisse v on denen an-
derer Kinder abweichen.
Die umgehende Reaktion auf die individuellen Bedürfnisse unterstützt das Kind beim Erlernen des selbstständi-
gen Handelns.
Das Kleine Riesen Konzept passt sich auf das Kind an und nicht das Kind auf das Konzept. Dadurch spürt das
Kind, dass es wichtig ist, dass seine Bedürfnisse gestillt und seine Auswahl, Vorlieben und Impulse respektiert
werden.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
9
4.4. PHILOSOPHIE
Für die Kleinen Riesen bedeutet Erziehung Kindern die Möglichkeit zu ge-
ben sich zu selbstbewussten Menschen zu entwickeln. Die Welt begreifen
unsere Kinder als eine Einladung zum Lernen und Wachsen. Bei den Klei-
nen Riesen werden Kinder mit den Fähigkeiten und dem Selbstvertrauen
ausgestattet, die im späteren Leben wichtig sind.
EIN PLATZ FÜR KINDER : Jedes Kind hat ein Anrecht auf eine erfüllte
Kindheit. Kinder in einer Kindertageseinrichtung verdienen eine sichere
Umgebung, in der Sie die Wunder unserer Welt entdecken können. Dabei
ist es wichtig, dass die Einrichtung so gestaltet ist, dass sie die richtige Mi-
schung aus Freiheit und Beschränkungen, aus Ausgelassenheit und Ruhe
und Wärme und Lachen im Überfluss gibt. Unsere Einrichtungen haben
den Anspruch, dass sie warm und freundlich gestaltet sind. Wir wollen unseren Kindern eine Atmosphäre bie-
ten, die ein zweites Zuhause ist und nicht ein schulähnlicher Betrieb.
AKTIVE S LERNE N: Kinder lernen aktiv. Sie erwerben Basiskompetenzen am besten durch Aktivitäten, die sie
selbst planen und ausführen lernen. Sie sind alle kleine Wissenschaftler, Baumeister, Akrobaten und Künstler,
die "begreifbare" Erfahrungen mit ihrer Umwelt, Menschen und Dingen benötigen. Kinder brauchen die Mög-
lichkeit sich Ziele zu setzen, zu planen, nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen. Dabei kommunizie-
ren sie von Geburt an und benötigen eine Umgebung, die gefüllt ist mit Büchern, Spracherlebnissen und Kon-
versation.
BETREUER SIND MENTOREN: Die pädagogischen Fachkräfte sind Teile eines Teams, das Kindern eine Ler-
numgebung zum Sammeln von Erfahrungen zur Verfügung stellt. Sie bieten altersgerechte Erlebnisse für jedes
individuelle Kind, stellen Fragen, schaffen Herausforderungen und helfen Kindern beim Finden von Antworten.
Die Betreuungseinrichtung unterstützt diese bei der Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens. Dadurch
entwickeln die Kinder zunehmend intellektuelle Fähigkeiten und Wissen, das sie auf die Schule spielerisch vor-
bereitet.
ANGEMESSENE U MGEBUNG : Unser Konzept schafft eine altersgerechte und individuelle Umgebung, in der
jedes Kind entdecken kann, wie die Welt beschaffen ist und wie sie funktioniert. Es kann seine Fähigkeiten tes-
ten und seine Grenzen kennenlernen. Die tägliche Routine und die Gruppenräume sind so geplant, dass die Kin-
der individuell entdecken, lernen und Erfahrungen sammeln können: Beschriftete Regale benutzen Farben,
Symbole und Worte, die den Sinn der geschriebenen Sprache zu verstehen helfen. Spielorte beinhalten einfa-
che wissenschaftliche Experimente aus den Bereichen Biologie, Physik und Chemie. Sprechen und Zählen sind
Bestandteil der täglichen Routinetätigkeiten, wie Mittagessen oder Aufräumen.
Die pädagogischen Fachkräfte planen und wechseln Lernbereiche aus. Darüber hinaus bieten sie Gruppenakti-
vitäten an, bei denen die Kinder lernen, Projekte ihren Interessen entsprechend zu wählen und diese dann in
einer Gruppe zu bearbeiten. Sich in ein Team einzugliedern, zu führen aber auch unterzuordnen sind Fähigkei-
ten, die in der frühesten Kindheit gelernt werden sollten.
DOKUMENTATION : Die Dokumentation des Erwerbs der Basiskompetenzen und der Entwicklung eines jeden
Kindes ist ein wichtiges Element des pädagogischen Konzeptes von den Kleinen Riesen.
Pädagog*innen dokumentieren Erfahrungen zusammen mit den Kindern in Portfolios. Jährlich werden Ent-
wicklungsprofile mit Hilfe des Gabip Programms für jedes Kind erstellt. Diese werden mit den Eltern bespro-
chen. Das Fachpersonal bietet insgesamt zweimal jählich ein Entwicklungsgespräch an.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
10
Unsere Dokumentation stellt die Basis für die Bewertung der Entwicklung des Kindes dar. Diese wiederum hilft
den Pädagog*innen, den Eltern und dem Kind Entwicklungsdefizite aufzudecken und besondere Begabungen
frühzeitig zu erkennen. So können gezielt Akzente im pädagogischen Angebot gesetzt werden.
ELTERN SIND PARTNER : Bei den Kleinen Riesen sind Eltern gleichberechtigte Partner in jeder Hinsicht. Sie
helfen Ziele und Prioritäten zu setzen und unterstützen die Entwicklung ihres Kindes durch gezielte Erfahrun-
gen zuhause. Tägliche mündliche Berichterstattung seitens der Pädagog*in, die nicht nur den Ernährungsplan
des Kindes, sondern auch die emotionalen Höhe- sowie Tiefpunkte wiedergibt, helfen den Eltern zu beurteilen ,
wie sich ihr Kind entwickelt.
GRUNDLAGEN : Das pädagogische Konzept von den kleinen Riesen basiert auf Theorien der frühkindlichen
Entwicklung. Die entwicklungspsychologischen Erkenntnisse von Jean Piaget, Lev Vygotsk y, Eric Erickson und
Howard Gardner sind Bestandteil unseres Konzepts. Wir beziehen die Arbeiten von Daniel Goleman zur emotio-
nalen Intelligenz in unsere Pädagogik mit ein.
Die Schlüsselfaktoren der Kleine Riesen Pädagogik sind:
• Kinder lernen aktiv.
• Durch Erfahrungen werden Synapsen gebildet.
• Kinder bilden beim Lernen selbst Regeln und Strukturen.
• Kinder sind im Stande mit hoher Geschwindigkeit und Intensität zu lernen.
• Kinder lernen mit allen Sinnen.
• Kinder lernen mit anderen.
• Spielen bedeutet Lernen.
• Unsere Pädagog*innen unterstützen die intrinsische Lernmotivation und fördern jedes Kind individuell.
• Intelligenz hat viele Formen.
• Sprache spielt eine kritische Rolle während der Entwicklung, da sie unser primäres Kommunikationsmittel
ist.
• Basierend auf der Gehirnentwicklung, gibt es optimale Entwicklungszeitfenster, insbesondere was die Ent-
wicklung von sprachlichen Fähigkeiten betrifft. Daher ist ein sprachlich stimulierendes Umfeld während der
ersten fünf Lebensjahre besonders wichtig.
• Kinder lernen hauptsächlich durch Entdecken und Untersuchen, durch Interaktionen mit anderen Kindern
und Erwachsenen sowie durch Reflektieren von Erfahrungen.
• Die Aufgabe unserer Pädagog*innen ist es, eine Umgebung zu schaffen, die die Entwicklung der Kinder
bestmöglich unterstützt.
DAS PÄDAGOGISCHE UMFELD : Das pädagogische Umfeld gestaltet sich wie folgt:
• Unser Pädagogisches Personal arbeitet in stetigem Austausch mit Eltern einen Plan zur individuellen Förde-
rung des Kindes aus. Die Entwicklung des Kindes wird regelmäßig gemeinsam besprochen und evaluiert.
• Wir bieten eine gut geplante und erprobte Raumstruktur an, die den Kindern Wahlmöglichkeiten lässt. Die
Räume müssen den Entdeckungs- und Untersuchungsdrang der Kinder unterstützen und altersgerechte
Herausforderungen bieten.
• Aktivitäten und Projekte müssen die Interessen und Fähigkeiten der Kinder widerspiegeln. Kinder nehmen
aktiv an der Raumgestaltung und Veränderung teil.
• Wir nutzen bewusst die Infrastruktur der Umgebung, seien es Naherholungsgebiete, Sportstätten oder Bib-
liotheken.
• Unser pädagogisches Personal unterstützt Kinder beim Entdecken. Sie erkennen Momente, in denen das
Kind lernt, und bieten Unterstützung, Ermutigung und die notwendige Herausforderung.
• Aktivitäten werden in Teams gemeinsam mit Kindern oder, sofern die Kinder noch zu klein sind, unter Be-
rücksichtigung derer Intereeressen erarbeitet.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
11
• Die Erfahrungen der Kinder und der Gruppe werden dokumentiert und mit den Eltern besprochen.
• Unser pädagogisches Konzept bezieht sowohl gezielte Interaktionen als auch ein einfühlsam geplantes
Raumkonzept in die Entwicklung der Kinder mit ein. Wir integrieren Elemente der Spracherziehung (so-
wohl der Mutter- als auch der Fremdsprachen), des mathematischen und naturwissenschaftlichen Den-
kens, der Projektarbeit, der Sachkunde und der Kunst- sowie Musikerziehung in alle Aspekte unserer Ein-
richtungen, anstatt diese künstlich zu trennen. Wir wollen, dass Kinder „begreifen“ anstatt im klassischen
Sinne mit Lernstoff „berieselt“ werden.
PÄDAGOGISCHES SELBSTVERSTÄNDNIS
• Wir und unsere Mitarbeiter*innen sind uns bewusst, dass unser Handeln, unsere Werte, Ansprüche und
Erfahrungen direkten Einfluss auf unsere pädagogische Arbeit hat.
• Wir und unsere Mitarbeiter*innen sehen unser Handeln fest verankert in den demokratischen Grundwer-
ten unserer Gesellschaft.
• Unsere Mitarbeiter*innen sind angehalten stets den Mittelpunkt Ihres Handels ausgehend von der Sicht-
weise des Kindes zu setzen.
• Unsere pädagogischen Fachkräfte stimmen im Team ihr pädagogischen Planen und Handeln ab und tau-
schen regelmäßig Erkenntnisse über den Bildungs- und Entwicklungsprozess einzelner Kinder aus.
• Unsere Fachkräfte geben den Kindern Orientierung und Sicherheit durch liebevolle Zuwendung und durch
den Aufbau einer kontinuierlichen, stabilen Bindung.
• Unsere Fachkräfte verstehen sich als Partner der Eltern, die diesen auf Augenhöhe begegnen.
4.5. EINGEWÖHNUNG
GRUNDSÄTZLICHES
Jedes Kind ist anders. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Eingewöhnungsphase bei jedem Kind unterschiedlich ist.
Während manche Kinder sich schon in den ersten Tagen ganz leicht an den Kitaalltag und die Trennung von den
Eltern gewöhnen, brauchen andere bis zu vier Wochen um sich mit der neuen Situation zurechtzufinden.
Daher glauben wir auch, dass es kein Patentrezept zur Eingewöhnung mit f est vorgeschriebenen Zeitpunkten,
zu denen gewisse Dinge geschehen müssen, gibt. Die Eingewöhnung verlangt von allen Beteiligten, d. h. Eltern,
pädagogischem Personal und Kind, hohe Flexibilität, bei der die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen
müssen.
Die Zeit, die die Eingewöhnungsphase einnimmt wird allein vom Kind vorgegeben. Die Eingewöhnung kann und
darf dabei nicht von außen beschleunigt werden. Es können lediglich Vorkehrungen getroffen werden, die es
dem Kind leichter machen sich einzuleben. Hierfür muss sich mindestens ein Elternteil die Zeit nehmen.
AUFKLÄRUNG DER ELTERN
Vor Beginn der Eingewöhnungsphase wird mit den Eltern ein Gespräch geführt. Die Eltern werden insbeson-
dere über folgende Themen informiert:
• Ablauf und Dauer der Eingewöhnung
• Notwendigkeit von zeitlicher Flexibilität
• Trennungsstress beim Kind
• Kriterien für einen erfolgreichen Abschluss bzw. Abbruch der Eingewöhnung
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
12
DER ERSTE TAG
Der erste Tag bei den Kleinen Riesen ist generell nie der erste Betreuungstag. Vielmehr dient dieser dazu, dass
das Kind die neue Umgebung, die Kinder und seine Bezugsbetreuerin im Beisein von einem oder zwei Elterntei-
len kennenlernt.
Der anwesende Elternteil verhält sich während der gesamten Zeit passiv und lässt das Kind so selbstständi g wie
möglich Entdeckungen machen und seine Bezugsbetreuer*in kennenlernen.
Die Anwesenheitsdauer in der Kita sollte am ersten Tag zwei, höchstens jedoch drei Stunden nicht überschrei-
ten. Am Ende des ersten Tages entscheiden die Eltern und die Bezugsperson , ob ein weiterer Kennenlerntag
notwendig ist, oder ob das Kind am nächsten Tag bereits für eine sehr kurze Zeit alleine in seinem Gruppen-
raum bleiben soll.
DIE ERSTEN ZWEI WOCHEN
Wie zuvor erwähnt, verlangen die ersten Wochen der Eingewöhnung von allen Seiten hohe Flexibilität: Das
Kind muss sich auf eine neue und nicht vertraute Umgebung einstellen, die Bezugsbetreuer*innen müssen sich
intensiv mit dem Kind beschäftigen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Der an der Eingewöhnung beteiligte
Elternteil muss sich stets in der Einrichtung oder in deren Nähe aufhalten, sodass das Kind bei Bedarf kurzfristig
abgeholt werden kann.
Am ersten Tag, an dem das Kind alleine in der Kindertagesstätte bleiben soll, verabschiedet sich der Elternteil,
der das Kind bringt, und verlässt den Gruppenraum. Eine für die Eingewöhnung zuständige Bezugsbetreuer*in
kümmert sich intensiv um das Kind und versucht es abzulenken, zu beschäftigen und bei Bedarf zu trösten. Der
Elternteil hält sich während dessen entweder im Aufenthaltsraum der Einrichtung oder in der näheren Umge-
bung auf. Sollte der Trennungsstress des Kindes zu groß werden , dies kann bereits nach 15-30 Minuten der Fall
sein, wird der eingewöhnende Elternteil benachrichtigt. Dieser kommt dann und nimmt das Kind mit. Wichtig
ist, dass das Kind begreift, dass es ohne seine Eltern in der Krippe ist und dass es dort nur dann bleiben und
spielen kann, wenn keine Eltern dabei sind.
In den folgenden 14 Tagen wird der Zeitraum, in dem das Kind die Krippe besucht, sukzessive verlängert.
DIE DRITTE UND VIERTE WOCHE
Unsere Erfahrung zeigt uns, dass die meisten Kinder nach zwei Wochen, Kindergarten oftmals auch schon frü-
her, so weit sind, einen ganzen Tag in der Kita zu verbringen. Dennoch ist es wichtig, dass die Eltern auch wäh-
rend Woche 3 und 4 der Eingewöhnungsphase jederzeit erreichbar und bereit das Kind abzuholen sind, um auf
eventuell aufkommenden Trennungsstress zeitnah reagieren zu könn en.
Nach vier Wochen führen eine Bezugsbetreuer*in und Eltern ein Gespräch. Der Verlauf der Eingewöhnung wird
besprochen. Gemeinsam wird entschieden, ob
• das Kind vollständig eingewöhnt ist,
• die Eingewöhnungsphase verlängert werden sollte,
• oder ob der Trennungsstress für das Kind zu groß ist und von einer weiteren Betreuung in einer Krippe
besser abgesehen werden sollte.
ÜBERGANG VON DER KRIPPE IN DEN KINDERGARTEN
Auch der Übergang von der Krippe in den Kindergarten im eigenen Haus erfordert eine Eingewöhnung. Das
Kind verlässt seine Freunde in der alten Gruppe, trifft auf neue Räume und ältere Kinder – es wechselt aus der
Position „des Ältesten“ zur „Jüngsten“. Da in unseren Häusern alle Kinder gemeinsam auf dem Spielplatz sind,
immer wieder gemeinsame Ausflüge machen und auch mal morgens zusammen frühstücken, ist der Wechsel
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
13
von der Krippe in den Kindergarten in der Regel sehr sanft. Schon mehrere Monate vor dem geplanten Über-
gang, geht immer eine Erziehr*in mit dem/den Kindern, die in den Kindergarten wechseln sollen, in die Gruppe
zu den Älteren und nimmt dort an selektierten Aktivitäten teil. So schaffen wir nicht nur Vorfreude auf den
Wechseln, sondern geben den Kindern die Möglichkeit in einer entspannten Atmosphäre, ohne Verlustängste,
die neue Umgebung kennen zu lernen und Freunde zu gewinnen. Üblicherweise funktioniert dann der Start im
Kindergarten ohne weiteres Zutun der Eltern – schließlich sind Besuche der Kinder in ihrer alten Gruppe im-
mernoch stets willkomen, was aber mit der Zeit immer weniger wird.
4.6 SCHLAF - UND RUHEMÖGLICHKEITEN
Das Schlafbedürfnis eines jeden Kindes und sein aktuelles Befinden sind ausschlaggebend für die Gestaltung
der Mittagssituationen. Jedes Kind hat ein anderes Schlafbedürfnis, so benötigt ein Kind nach dem Essen noch
einen einstündigen Mittagsschlaf, ein anderes Kind dagegen gar keinen Schlaf mehr. Manche Kinder strengt der
Kita-Tag sehr an, andere sind mittags noch fit. Das Bedürfnis nach Schlaf kann in einer Kindergruppe sehr unter-
schiedlich sein. Da gilt es, für Kinder, die sehr müde sind, Schlafmöglichkeiten zu schaffen, aber auch die Kinder
zu berücksichtigen, die keinen Schlaf benötigen.
Wir geben hier eine Trennung anhand des Alters bzw. des Entwicklungsstandes des Kindes vor. Kinder von 0 -2
Jahren und Kinder von 2-3 Jahren haben jeweils die Möglichkeit nach dem Mittagessen, in nahegelegenen Räu-
men zum Gruppenraum hin, zu schlafen. Die Mittagsruhe wird durch, auf die Kinder abgestimmte Rituale,
eingeleitet und von den Pädagog*innen begleitet. Verschiedene angenehme Lichtquellen, Sterne an der Decke,
gemütliche Kissen und kuschelige Decken oder Geschichten hören, das Mitbestimmen der Geschichten oder
Hörspiele, ein schöner „Einschlafspruch“ ist möglich. Bei Kindern unter 2 Jahren findet eine Schlafwache durch
eine Pädagog*in statt.
Für Kinder ab 3 Jahre können unterschiedliche Entspannungsmöglichkeiten geschaffen werden. So kann viel-
leicht eine Kolleg*in mit Kindern in den Garten gehen, eine Kolleg*in in der kuscheligen Leseecke eine entspan-
nende Geschichte vorlesen und eine dritte Kolleg*in übernimmt den Schlafraum. Die „wachen“ Kinder können
nach dem Geschichte hören vielleicht selbst entscheiden, ob sie im Raum ihren Spielinteressen nachgehen.
Kinder brauchen somit in den Räumen Rückzugsmöglichkeiten, Höhlen oder Matratzen zum Ausruhen. Sie
müssen die Möglichkeit des Rückzuges, ruhigen Spiels oder auch zum Schlafen erhalten. Das kindliche Gehirn
muss all diese Eindrücke verarbeiten können, um dieses vor Überreizung und Überforderung zu schützen .
Auch beim Thema Schlafen/Ausruhen ist eine enge Zusammenarbeit mit Eltern wichtig. Die Erfahrungen der
Eltern und die Beobachtungen der Erzieher*innen sollten gut miteinander ausgetauscht werden, immer zum
Wohle des Kindes. Das Bedürfnis des Kindes steht im Vordergrund und das bedeutet: Kinder, die Schlaf benöti-
gen, dürfen schlafen und Kinder, die nicht schlafen können, werden auf keinen Fall von den Pädagog*innen
dazu gezwungen.
4.7 PARTIZIPATION DER KINDER
Wir betrachten die Partizipation der Kinder nicht nur als ein wichtiges Element unseres Konzepts, sondern auch
von zentraler Bedeutung für die demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft.
Kinder, die Kleine Riesen Kindertagesstätten besuchen, können, soweit dies mit dem Wohl des Kindes als auch
mit dem Wohl der anderen Kinder vereinbart ist, selbstbestimmt handeln und das pädagogische Umfeld im
Rahmen ihrer Möglichkeiten mitbestimmen.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
14
Wir unterstützen eine Beteiligung der Kinder bereits im jüngsten Alter. Die Art der Beteiligung ist dabei selbst-
verständlich vom Alter abhängig. Wir sind der Auffassung, dass Kinder sowohl verbal als auch nonverbal ihre
Bedürfnisse und Wünsche mitteilen können. Auf diese wird im Rahmen der Möglichkeiten, die eine Kinderta-
geseinrichtung bietet, individuell eingegangen.
Alle Angebote und Aktivitäten bei den Kleinen Riesen sind so ausgelegt, das Kinder stets entscheiden können,
welche Aktivitäten Sie interessieren. Uns ist wichtig die Entscheidungsfähigkeit der Kinder zu stärken und Ihnen
zu ermöglichen, sich Ihren Interessen zu widmen.
Weiterhin betrachten wir die Partizipation als essenziell für die Entwicklung einer gesunden Sozialkompetenz.
Die Kinder lernen, dass Ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht allein in der Welt stehen, sondern oftmals mit den
Wünschen und Bedürfnissen anderer Kinder in Einklang gebracht werden müssen.
Um den Interessen der Kinder gerecht zu werden und bereits im jungen Alter an demokratische Entscheidungs-
prozesse heranzuführen, werden regelmäßig Kinderkonferenzen abgehalten.
4. 8. PÄDAGOGIK NACH ALTERSGRUPPEN
2-24 MONATE
Die ersten Lebensjahre sind eine besondere Zeit, die auf das restliche Leben vorbereitet. Jedes Kind entwickelt
ein Gefühl der Autonomie, das Gefühl ein Individuum zu sein.
Es ist wichtig, jedes Kind als eine eigenständige Persönlichkeit zu behandeln und ihm Möglichkeiten zu geben,
frei zu agieren. Nur wenn Kinder erkennen, dass sie aus eigenen Kräften Dinge beeinflussen können, sind sie
bereit den nächsten wichtigen Schritt in Ihrer Entwicklung zu gehen: Sie werden sich ihrer Fähigkeiten bewusst
und merken, dass sie Dinge erreichen können. Dadurch werden Kleinkinder zu aktiven Lernern und Problemlö-
sern und können ihre Umwelt besser kennenlernen.
Die ersten drei Jahre im Leben eines Menschen sind die Wichtigsten für die Entwicklung von Gehirn und Spra-
che. Während dieser Zeit spielen die Erfahrungen des Kindes eine fundamentale Rolle beim Schaffen von Ver-
knüpfungen im Gehirn und somit beim Legen des Fundaments für die nachfolgende intellektuelle und emotio-
nale Entwicklung.
Von Geburt an sind Babys hervorragende Lerner. Sie untersuchen optische Eindrücke, G eräusche und fühlen
ihre Umwelt. Babys und junge Kleinkinder erhalten bei den Kleinen Riesen liebevolle Bezugspersonen, die sie
brauchen, und eine sichere Umgebung mit vielen Gelegenheiten zum aktiven Entdecken und Spaß haben. Die
Kinder können sehen, hören, fühlen, anfassen und Dinge bewegen.
Sehr junge Kinder brauchen Bezugspersonen die mit ihnen interagieren, ihnen Sicherheit geben und vor allem
viel mit Ihnen sprechen. Es ist wichtig, sie in Konversationen einzubeziehen und selbst junge Babys mit Büch ern
vertraut zu machen. Lieder singen, zuhören und auf die Laute und Worte des Kindes reagieren runden das Bild
ab. Bei den Kleinen Riesen erhalten Babys und Kleinkinder die Aufmerksamkeit und die Entfaltungsmöglichkei-
ten, die sie brauchen, um sich optimal zu entwickeln:
INDIVIDUELLE BETREUUNG: Betreuer*innen stellen in Kooperation mit den Eltern einen individuellen Be-
treuungsplan auf. Dieser wird ständig, den Bedürfnissen des Kindes angepasst, sodass sicher ist, dass die Be-
treuung bei den Kleinen Riesen zum Kind und zu seiner Familie passt.
LIEBEVOLLE BETREUUNG: Babys brauchen viel Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen, um sich gesund zu
entwickeln. Unsere Betreuer*innen verbringen, deshalb viel Zeit damit den Kindern die liebevolle Aufmerksam-
keit zu geben, die sie brauchen. Auf jeden Laut und jede Bewegung erhält das Baby eine freundliche Antwort:
Ein Wort, ein Lächeln oder eine vorsichtige Berührung lassen das Kind spüren, dass es etwas Besonderes ist.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
15
VORLESEN: Lange bevor Babys Worte oder Bilder begreifen, können sie vom Vorlesen eines Buches profitie-
ren. Schon im frühsten Alter kann so die Grundlage für die Liebe zum Lesen gelegt werden. Ob auf dem Schoß,
auf dem Boden oder beim Einschlafen, Babys und Kleinkinder lernen frühzeitig , die Magie von Büchern und Ge-
schichten zu schätzen.
EIN PLATZ ZUM WACHSEN: Babys und Kleinkinder entdecken die Welt mit allen Sinnen und mit ihren moto-
rischen Fähigkeiten. Lange bevor ein Kind begreift, was "unter" oder "entfernt" bedeutet, lernen sie sich fortzu-
bewegen: hinauf und hinab, unter Tischen hindurch und über Gegenstände hinweg. Unsere Gruppenräume bie-
ten den Kindern eine reichhaltige Lernumgebung mit altersgerechten Lerncentern, die darauf ausgerichtet sind ,
Lernerfahrungen zu ermöglichen:
• Grob- und feinmotorische Erfahrungen: Babys können greifen, treten, halten, ziehen, stehen, kriechen und
krabbeln. Kleinkinder können begreifen, werfen, Gegenstände manipulieren, laufen, klettern, schieben,
ziehen, usw.
• Sinneseindrücke: Bei den Kleinen Riesen entdecken Kinder Oberflächenbeschaffenheit, Farben, Muster,
Formen, Geruch, Geschmack und Gewicht.
• Kognitive Erfahrungen: Kinder entdecken die Objektpermanenz und räumliche Zusammenhänge. Sie lernen
Dinge zu sammeln, klassifizieren und von einem Behälter in den anderen zu schütten. In einfachen Experi-
menten vermitteln wir das Prinzip von Ursache und Wirkung und fördern jene Fähigkeiten, die benötigt
werden, um Probleme zu lösen.
• Sprache und Musik: Unsere Pädagog*innen sprechen viel mit den Kindern, sowohl individuell als auch in
der Gruppe. Wir machen Lese- und Sprachspiele und entdecken Musik, Reime und Geräusch e.
• Persönliches Ausdrucksvermögen: Kunst, Bewegung, Nachahmung, erste Rollenspiele und das Spiel mit
Puppen und Kuscheltieren.
ELTERN ALS HAUPTBEZUG: Unsere Erzieher*innen wissen, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kind
durch nichts zu ersetzen ist. Wir freuen uns auch über jede Idee, jede Frage und jeden Verbesserungsvorschlag.
24 -36 MONATE
Die Welt eines Zweijährigen spiegelt den Übergangscharakter des dritten Lebensjahres wider. Unser Programm
ist darauf ausgelegt, dem Kind den Übergang von der motorisch-sensorischen Welt eines Einjährigen in eine
zunehmend soziale Welt zu erleichtern.
Die Kommunikationsfähigkeit, die Zielstrebigkeit, das Bestehen auf Individualität und Unabhängigkeit und die
Kontrolle über Körperfunktionen explodieren bei Zweijährigen geradezu. Diese Zeit kann für das Kind frustrie-
rend sein. Charakteristisch sind das wechselhafte Gemüt und die Unsicherheit darüber, was das Kind eigentlich
tun will. Oftmals übersteigen Wunsch und Vorstellungskraft die eigenen Fähigkeiten. Zweijährige brauchen des-
halb Herausforderungen, die sie meistern können, und Erfahrungen, die ihre Fähigkeiten festigen. Eine ent-
spannte Atmosphäre macht es leichter mit häufigen Stimmungswechseln und Interessen umzugehen. Beson-
ders Zweijährige brauchen Pädagog*innen, die ihnen beim Erfahren und Entdecken zur Seite stehen, ihre In-
konsistenz akzeptieren und wenn nötig ruhig aber bestimmt Grenzen setzen.
Das pädagogische Umfeld für zweijährige Kinder besteht sowohl aus Lern bereichen als auch aus einem kreati-
ven Konzept. Gut geplante Lerncenter unterstützen die pädagogischen Aktivitäten und erlauben den Kindern
selbstbestimmt in kleinen Gruppen zu spielen. Sprachentwicklung, mathematisches und wissenschaftliches
Denken wird in allen Einrichtungen betont. Wir passen die Räume regelmäßig an, um aufkommenden Interes-
sen und individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, Neugier zu wecken und um Abwechslung zu schaffen.
Unsere Lernbereiche bieten betreute Aktivitäten an, die Entwicklung von Basiskompetenzen fördern.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
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Typische Lernbereiche sind:
Bücher Bewegung Bauklötze
Entdecken / Wissenschaft Haushalt / Rollenspiel Lernen im Freien
Kunst/Musik Sensorik: Wasser und Sand Tischspielzeug: Puzzles,
etc.
Diese werden ergänzt durch Aktivitäten, die jeweils nur ein oder zwei Kinder gleichzeitig ausüben können.
Im Ablauf eines Tages, entscheiden die Kinder entweder selbst, was sie machen wollen, oder erhalten Hilfe um
eine Entscheidung treffen zu können. Sie nehmen an Gruppenaktivitäten und Projekten teil und versammeln
sich im Gruppenkreis, um über ihr Erfahrungen zu reflektieren. Die Kinder werden angeleitet kritische Erfahrun-
gen, die die Bausteine einer gesunden Entwicklung sind, zu machen. Mit unserem Lehrplan und der Kenntnis
der Kinder und deren Familien entwickeln unsere Betreuer*innen ständig neue Lernbereiche, die den Kindern
in ihrem Raum gerecht werden.
Das Kleine Riesen Konzept vermittelt Sprachkenntnisse, mathematisches und wissenschaf tliches Denken, Pro-
jektarbeit, Sachkenntnisse und Kreativität. Dabei sorgen wir für ausreichend Bewegung und ausgewogene Er-
nährung, damit sich die Kinder auch körperlich optimal entwickeln können. Dies alles ist Bestandteil des Alltags
der Kinder.
KINDERGA RTEN & VORSCHULE
Um die Vorschulkinder gut auf die Anforderungen in der Schule vorzubereiten n ehmen die Kleinen Riesen
insbesondere folgende Entwicklungsbereiche nochmals näher in den Fokus:
Die
• sozial – emotionale Entwicklung
• Grob- und Feinmotorik (z.B. Schwungübungen, um die Schreibfähigkeit vorzubereiten)
• Sprachförderung
• kognitive Entwicklung
• Förderung der Selbständigkeit (selber an- und ausziehen, Schleife binden etc.)
• Mengen/ Zahlenverständnis
Da für die Vorschulkinder das letzte Kindertagesstätten Jahr von besonderer Bedeutung ist, ist es uns ein An-
liegen nach zumeist 4 Jahren Kita Erfahrung die Kinder partizipativ und je nach kognitiver Entwicklung in die
Inhalte des letzten Kita Jahres einzubinden.
Unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder und den oben genannten Zielen zum Erlangen der
Schulfähigkeit erarbeitet das pädagogische Fachpersonal entsprechende Angebote und Projekte.
In regelmäßigen Abständen treffen sich die Kinder in den Vorschulgruppen und erfahren hier gleich zeitig
Selbstbewusstsein und gemeinsame Stärke für einen guten Übergang von Kindergarten zur Grundschule.
Auch Ausflüge zur Erkundung der näheren und weiteren Umgebung werden durchgeführt, z.B. Besuch bei der
Polizei, Feuerwehr und/ oder ähnliches.
Unser pädagogisches Personal beobachtet und dokumentiert die Entwicklungsfortschritte der Kinder zum
förderlichen und wertschätzenden Austausch zwischen Schule, Eltern und Kindertagesstätte .
Ein wichtiger Punkt unserer Vorschularbeit ist die Kooperation mit den umliegenden Grundschulen. Ge-
meinsam mit den Lehrkräften der Schulen wollen wir den Kindern einen sanften Einstieg in die Schulzeit er-
möglichen. Auch im Arbeitskreis Kita - Grundschule sind wir zur Netzwerkarbeit vertreten.
Eine Kooperation kann beispielsweise folgendes beinhalten:
• Hospitation mit den Vorschulkindern im Unterricht der Grundschule
• Patenschaften zwischen Grundschülern und Vorschulkindern
• Gemeinsames Turnen in der Turnhalle der Schule
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
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• Lesepatenschaften zwischen den Grundschülern und den Vors chulkindern
• Teilnahme am Sommerfest o.ä.
Zum Abschluss der gemeinsamen Kindergartenzeit ist der Abschied zwischen den Kindern, Eltern und Kita -Per-
sonal von besonderer Bedeutung.
Er kann Ausdruck finden in:
• einem gemeinsamen Abschiedsfest
• einem Abschiedsritual
• einem abschließenden Ausflug o.ä.
PÄDAGOGISCHE ANGEBOTE
SPRACHERZIEHUNG : Lange bevor Kinder lesen lernen, können sie Aktivitäten ausgesetzt werden, die lebens-
lange Bewunderung und Respekt vor der Kraft und Schönheit unserer Sprache schaffe n. Phonemisches Be-
wusstsein ist integraler Bestandteil unseres Konzepts. Sprache ist Teil jeder Interaktion und jedes Aspektes un-
seres Konzepts.
Wir bieten Kindern Aktivitäten, die auch für ihre sprachlichen Fähigkeiten eine Herausforderung darstellen und
somit ihr Wissen steigern. Unsere Betreuerinnen bieten den Kindern die Chance , ihre Interessen in Bezug auf
Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören auszubauen. Worte werden in Laute zerlegt und Gedichte aufgesagt.
Fingerspiele und Vorlesen ergänzen den Lernprozess. Kinder erfahren die Magie der Sprache durch Reime, Pup-
penspiele und Rollenspiele.
MATHEMATISCHES DENKEN: Unser Konzept ermutigt alle Erwachsenen im Leben des Kindes Möglichkeiten
zu schaffen, die dem Kind zeigen, das Mathematik Bestandteil des täglichen Lebens ist. Bereits Kleinkinder ha-
ben Freude am sortieren, ordnen und zählen. Größere Kinder lernen, dass beim Kuchenbacken bestimmte
Mengen an Zutaten notwendig sind. Bei den Kleinen Riesen machen Kinder spielerisch Erfahrungen mit Ziffern,
Zuordnungen und Reihen.
NATURWISSENSCHAFTLICHES DENKEN: Wir lassen naturwissenschaftliche Phänomene lebendig werden,
indem wir alltägliche Erfahrungen der Kinder ausnutzen: fallende Gegenstände, gemischte Farben, beschlagene
Fenster oder das Wachstum von Pflanzen. Unsere Lernbereiche nutzen die Neugier der Kinder und fördern ihre
Fähigkeiten Probleme zu lösen heraus. Die Kinder werden ermutigt zu beobachten, zu hinterfragen, auszupro-
bieren und nachzudenken. Jeder Tag ist voller wissenschaftlicher Phänomene, man muss sie nur erkennen und
zu vermitteln wissen.
Im Krippenbereich bedeutet Naturwissenschaft das Erfahren von Naturgesetzen. Dies geschieht durch einfache
und dem Alter angepasste Aktivitäten wie z. B. das Fallenlassen von Gegenständen (Ball, Feder, etc.), Seifenbla-
sen, Pflanzaktivitäten, sensorische Spiele mit Wasser und Sand, etc.
Im Kindergartenalter können Kinder schon näher mit Naturwissenschaften vertraut werden. Wir messen z. B.
das Wachstum von Pflanzen, Untersuchen Aggregatzustände von Wasser, erfassen Zeit, etc.
KUNST - UND MUSIKERZIEHUNG: Wir wissen, dass bereits kleine Kinder Kunst, Musik, Theater und Tanz lie-
ben. Schon im jungen Alter können die ersten Schritte getätigt werden, um künstlerische Fähigkeiten zu för-
dern. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung Ihrer künstlerischen und musischen Fähigkeiten. Im Krippen-
alter malen, modellieren und singen wir mit den Kindern und führen Tanzspiele durch. Bei Festen führen alle
Altersgruppen gemeinsam kleine Theaterstücke, Lieder und Tänze auf.
KOCHEN UND ERNÄHRUNG: Bereits im jungen Alter werden die Ernährungsgewohnheiten für das ganze Le-
ben angelegt. Deshalb stellen das gemeinsame Zubereiten und Essen von Mahlzeiten im Rahmen pädagogi-
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
18
scher Angebote ab dem Kindergartenalter wichtige Elemente des Kleine Riesen Konzepts dar. Regelmäßig ge-
hen die Kinder der Einrichtungen gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiter*innen einkaufen. Sei es auf
dem Wochenmarkt oder im Supermarkt, es werden frische Zutaten eingekauft. Aus d iesen werden gemeinsam
leckere Zwischenmahlzeiten gekocht.
5. INKLUSION, INTEGRATION UND INTERKULTURELLE ORIENTIERUNG
Die Kleinen Riesen begrüßen Diversität. Wir sind bestrebt, dass unsere Einrichtungen mit Kindern und Mitarbei-
ter*innen unterschiedlicher Herkunft belegt sind.
5.1. GRUNDSÄTZLICHES
Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung basiert auf folgenden Prämissen:
• Anerkennung der Grundwerte des Grundgesetzes und eines freiheitlich demokratischen Weltbildes
• Anerkennung von Grund und Menschenrechten
• Das Begreifen von Diversität und kulturellen Unterschiedlichkeiten als Chance
• Verständnis und Toleranz für kulturelle Unterschiede
5.2. INKLUSION
Der Grundgedanke der Kleinen Riesen besteht darin, das natürliche und vorurteilsfreie Zusammenleben von
allen Kindern zu fördern. Jedes Kind in unserer Einrichtung hat ein Anrecht auf Bildung nach dem Kinderbil-
dungsgesetz. Inklusion ist für die Kleinen Riesen und das pädagogische Team selbstverständlich und wird aktiv
gelebt.
Unser inklusiver Leitgedanke spiegelt sich im täglichen Leben, in unserem Herzen und in unserer Gruppenstruk-
tur wider. Bei uns sind ALLE herzlich willkommen, unabhängig von Förderbedarf, Herkunft, Religion, Alter, Se-
xualität, Erstsprache oder Entwicklungsstand. Neben unserem Konzept ist auch unser Alltag auf die bunte Viel-
falt unserer Kinder ausgelegt. So achten wir stets darauf, alle mit einzubeziehen u nd allen zu ermöglichen teil-
zuhaben.
Bei der Aufnahme achten wir darauf, dass sich im Rahmen einer späteren Betreuung alle Kinder bei uns wohl
fühlen und von uns bestmöglich während ihrer Kindergartenzeit begleitet werden können. Hierfür müssen für
alle, natürlich insbesondere bei Kindern mit besonderem Förderbedarf, die personellen und räumlichen Vo-
raussetzungen stimmen. Diese besprechen wir vorab gemeinsam und bemühen uns darum, wenn erforderlich,
die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.
Um die pädagogische Betreuung beeinträchtigter Kinder zu gewährleisten, wird die jeweilige Gruppengröße
entsprechend reduziert und ausreichend Mitarbeitende beschäftigt, die für die Arbeit mit Kindern aus unter-
schiedlichen Lebensbedingungen fachspezifisch qualifiziert sind oder durch Fortbildungen nachgeschult wer-
den.
Wir arbeiten mit allen Kindern nach dem situationsorientierten Ansatz. Pädagogische Angebote,
Veranstaltungen und Projekte sind so gestaltet, dass sie die unterschiedlichen körperlichen, emotionalen,
sozialen und geistigen Möglichkeiten aller Mädchen und Jungen berücksichtigen.
Besondere Bedeutung in unserer integrativen und inklusiven Arbeit findet eine interdisziplinäre Vernetzung
zwischen Tageseinrichtung, Eltern und externen Fördermaßnahmen. Alle Angebot e der Tageseinrichtung für
Kinder berücksichtigen die unterschiedlichen und wechselnden Bedarfslagen der Kinder und Eltern. Durch
Kontakte zu externen Stellen und Therapeuten versuchen wir, eine Hand -in-Hand-Arbeit zu gewährleisten, um
die bestmöglichen Fördermaßnahmen für die Kinder zu erzielen. Die Eltern werden in allen Fragen zur
individuellen Entwicklung ihres Kindes regelmäßig beraten und unterstützt.
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
19
Ein Schwerpunkt der Kleinen Riesen ist es, den Kindern im Rahmen der inklusiven Erziehung zu vermitt eln, sich
gegenseitig mit allen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Dadurch erlernen die Kinder einen rücksichts - und
respektvollen und natürlichen Umgang untereinander.
5.3. INTEGRATION
DIVERSITÄT UND KULTURELLE VIELFALT
Wir verstehen Diversität und kulturelle Vielfalt als Chance und Bereicherung für unsere Kindertagesstätten.
Da viele unserer Einrichtungen bilingual betrieben werden und diese generell zu einem großen Prozentsatz mit
Kindern mit Migrationshintergrund belegt sind, betrachten wir interkulturelle Orientierung als unabdingbar.
EINGEHEN AUF BEDÜRFNISSE
Wir sind uns bewusst, dass Wertvorstellungen und Traditionen kulturspezifisch sind. Wir begrüßen dies und
begegnen diesem „Anderssein“ mit Respekt und Toleranz. Bedürfnisse, die sich aus kulturellen Unterschieden
ergeben, versuchen wir, soweit dies in unseren Möglichkeiten steht zu erfüllen.
SPRACHE
Die Kenntnis der deutschen Sprache betrachten wir als einen der Schlüsselfaktoren bei einer erfolgreichen In-
tegration. Deshalb versuchen wir alle Kinder, ungeachtet der Herkunft, bis zur Einschulung auf deutsches Mut-
tersprachlerniveau zu bringen.
WIDERSPIEGELUNG IN DER TÄGLICHEN PÄDAGOGISCHEN ARBEIT
Es ist uns wichtig, dass unsere pädagogische Arbeit interkulturelles Zusammenleben und die Wertschätzung
von Diversität bereits von frühster Kindheit an gefördert werden. Wir führen regelmäßig Angebot durch, die die
kulturellen Besonderheiten der betreuten Kinder mit einbeziehen. Auch werden bei den Kleinen Riesen alle
Feste (Weihnachten, Hanukkah, islamisches Opferfest, Zuckerfest, etc.) gefeiert.
5.4. INTERKULTURELLE ORIENTIERUNG DER PERSONALPOLITIK
Bei unserer Personalwahl sind wir bestrebt Mitarbeiter*innen zu gewinnen, die interkulturell kompetent sind.
Weiterhin verfolgen wir das Ziel, die Diversität in unserer Belegschaft hochzuhalten.
5. 5. INTEGRATION VON KINDERN VON GEFLÜCHTE TEN
Wir sind der Auffassung, dass eine gelungene Integration bereits im frühsten Kindesalter beginnt. Der KiTa
kommt dabei eine besondere Aufgabe zu.
Wir sehen unsere Aufgabe dabei nicht nur in der kultursensitiven Vermittlung von Toleranz und demokrati-
schen Werten an Kinder, sondern auch darin, deren Eltern dabei zu begleiten und zu unterstützen in Deutsch-
land anzukommen.
Auch wenn wir das Erlernen der deutschen Sprache als einen der wichtigsten Grundpfeiler erfolgreicher Inter-
gration ansehen, ist es im Alltag genauso wichtig, die Eltern der Kinder in deren Landessprache oder zumindest
auf Englisch unterstützen zu können. Deshalb ist eine internationale Belegschaft, die tolerant und kultursensitiv
ist, für solche KiTas besonders wichtig. Die Umsetzung unseres Konzepts beginnt daher bereits mit der Perso-
nalauswahl. Um Mitarbeiter*innen die besonderen Herausforderungen bei der Unterstützung und Betreuung
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
20
von Kindern von Geflüchteten vorzubereiten, bieten wir fachlichen Austausch in Arbeitskreisen und Fortbildun-
gen an.
Stets gehen unsere Mitarbeiter*innen individuell auf das Kind ein, um ihm zu helfen, eventuelle Fluchtraumata
zu überwinden.
5. 6 GENDER THEMATIK
Auch hier gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse jedes betreuten Kindes ein. Dadurch unterstützen wir
sein positives Selbstwertgefühl. Es ist wichtig, dass ein Kind sich nicht schlecht oder ausgegrenzt fühlt, weil
seine Bedürfnisse von denen anderer Kinder abweichen. Indem wir diese unterstützen, fördern wir die Entwick-
lung eines positiven Selbstbildes und selbstständiges Handeln.
Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass Gender Mainstreaming in unseren Häusern mehr und mehr gelebt
und vor allem regelmäßig in den verschiedenen Groß- und Kleinteamsitzungen reflektiert wird. So wie Sprach-
förderung nicht ausschließlich gezielt, sondern vor allem alltagsintegriert statt findet, ist auch unser Gender
Mainstreaming Ansatz übergreifend und zieht sich durch alle Aspekte des Kitaalltags.
Das fängt schon bei den Teams an. Das Ziel ist bei der Zusammensetzung folgende Kriterien zu erfüllen:
1. Multiprofessionell (Praktikanten, Ergänzungskräfte, Heilpädagogische Fachkräfte, Erzieher, BA und
Master und Diplom – Absolventen)
2. Multikulturell (wir setzten uns aktiv für die Anerkennung ausländischen Fachkräftepersonals ein und
übernehmen Sprachkurse vor und nach der Anerkennung)
3. hoher Männeranteil an pädagogischen Fachpersonal
4. Wir unterstützen und fördern bei gleicher Eignung eine der Demographie-Entwicklung entsprechende
Altersmischung innerhalb des Teams
5. Menschen mit und ohne Behinderung
Zu 3. Es ist wichtig, dass in der frühkindlichen Erziehung Frauen und Männer gemeinsam arbeiten, und
zwar für Jungen ebenso wie Mädchen, denn im frühkindlichen Bereich fehlen moderne männliche Rollen-
vorbilder und Bezugspersonen für Mädchen und Jungen: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderun-
gen führen häufig zu abwesenden familiären Vorbildern und die vorhandenen familiären Vorbilder müssen
nicht unbedingt den Erwartungen an moderne männliche Rollenbilder entsprechen. (BMFSVJ, 04/08/2015)
Mit diesem Ansatz bzw. Anspruch der Diversität ans Team, schaffen wir unserer Meinung nach, die Basis und
den Nährboden auf dem Gender Mainstreaming stattfinden und gelebt werden kann.
Durch diese hohe Diversität auf allen Ebenen, kombiniert mit der Förderungen und Partizipation der Kinder,
wird erreicht, dass Jungen und Mädchen in den Kleine Riesen Kitas mit variablen und vielseitigen Fähigkeiten in
ihre Zukunft zu starten, um jetzt und später, die für sich richtigen Entscheidungen zu treffen. Mädchen wie Jun-
gen lernen schon jetzt, im Kita-Alter und Alltag, für ihre Interessen und Bedürfnisse einzustehen. Auch deswe-
gen ist Partizipation und Gender Mainstreaming konzeptionell bei den Kleinen Riesen eng miteinander ver-
knüpft.
Wir beobachten mit Hilfe des systemischen Ansatzes die individuellen Ressourcen jedes Kindes (und deren Fa-
milien), versuchen diese herauszukristallisieren und unterstützen die Kleinen bei deren Weiterentwicklung. Die-
ses setzten wir mit der Überzeugung um, dass ihnen damit jetzt und später möglichst viele (Entscheidung s-)
Möglichkeiten offen stehen. Wir zielen mit unseren pädagogischen Angeboten darauf ab, das Selbstwert gefühl
eines jeden Kindes zu stärken, sowie die Wahrnehmung der Umwelt und damit des eigenen Lebens zu erwei-
tern, um darauf im eigenen Sinne reagieren zu können.
Kapitel: 6. Familienorientierung und Elternbeteiligung
21
6. FAMILIENORIENTIERUNG UND ELTERNBETEILIGUNG
Sollte es bezüglich der Erziehung des Kindes oder in der Familie des Kindes Probleme geben, so bietet unser
Personal zunächst vor Ort Hilfe an um dann, bei tiefer greifenden Problemen eine geeignete Beratungsstelle
einzubeziehen.
6.1 . ELTERNGESPRÄCHE
Elterngespräche sind ein wichtiger Bestandteil des Kleine Riesen Konzepts. Eine Bezugsbetreuer*in jedes Kin-
des sucht mindestens zweimal im Jahr ein Gespräch mit dessen Eltern, um seine Entwicklung und Fördermaß-
nahmen durchzusprechen.
Sollte es bezüglich der Erziehung des Kindes oder in der Familie des Kindes Probleme geben, so bietet unser
Personal zunächst vor Ort Hilfe an, um dann, bei tiefer greifenden Problemen, eine geeignete Beratungsstelle
zu vermitteln.
6.2 . ELTERNBEFRAGUNG
Um die Zufriedenheit der Eltern mit unserer Dienstleistung sicherzustellen , führen die Kleinen Riesen jährlich
eine Elternbefragung durch. Es werden die nachstehenden Themengebiete abgefragt:
• Öffnungszeiten
• Zufriedenheit des Kindes
• Pädagogische Aktivitäten
• Ernährung
• Kundenfreundlichkeit
• Ausstattung
6.3 . ELTERNBEIRAT
Wir unterstützen und motivieren Eltern einen Elternbeirat zu gründen. Dieser wird im jährlichen Turnus demo-
kratisch gewählt.
Die Aufgaben des Elternbeirates sind:
• Vertreten der Elterninteressen
• Vorschlags- und Beschwerdemanagement
• Motivation von Eltern sich aktiv am Kita-Leben zu beteiligen.
• Organisation von Festen
• Spendenaktionen
6.4 . GEWALTPRÄVENTION UND UMGANG MIT GEWALT
Gewaltprävention funktioniert nur in Zusammenarbeit mit den Familien, deshalb gehört sie bei uns in den Be-
reich Elternarbeit.
Kinder imitieren Erwachsene, was sie daheim oder im Fernsehen sehen, halten sie für richti g und probieren es
dann in der Kita aus. Wenn Sie in einem Umfeld aufwachsen, in dem Gewalt zum Alltag gehört, kennen sie
nichts anderes. Aber es muss nicht immer das Elternhaus oder der Freundeskreis sein. Manchmal kommen Kin-
der durch Zufall, ganz von selbst, zu dem Schluss, dass negatives Verhalten, wenn auch negative, aber dennoch
Kapitel: 7. Sozialraumorientierung (Kooperation und Vernetzung)
22
Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Meistens fehlt dem Kind aber einfach die Fähigkeit seine Gefühle zu kontrollie-
ren, seine Empathiefähigkeit ist noch nicht voll entwickelt, es wendet einfach Gewalt an, weil es keine andere
Lösung weiß. Das Kind macht es immer wieder, bis ihm seine Umwelt/andere Kinder schon mit Angst begeg-
nen oder als Abwehr selbst zuschlagen. Das führt zu einem Teufelskreis, aus dem das Kind nicht alleine heraus-
findet – es benimmt sich, wie man es von ihm erwartet.
Hier sind dann die Erzieher*innen gefragt, deren Aufgabe der Schutz aller Kinder ist, also gleichermaßen auch
des gewaltausübenden Kindes. Kleine Kinder gilt es aus den Situationen, in denen sie zum Beispiel typischer
Weise zubeißen würden, herauszunehmen und sie so abzulenken, dass es gar nicht zu dem Akt des Verletzens
einer anderen Person kommen kann. Mit Kindergartenkindern muss man sprechen, versuchen ihnen die Konse-
quenzen ihres Handelns zu erklären. Als Kita kann man in vielerlei Hinsicht einem Gewaltausbruch entgegen-
wirken – man kann die Kinder beschäftigen, man kann sie toben lassen, bis sie müde sind, man kann ihnen Pro-
jekte zuweisen oder Gewalt in Form von Programmen aufarbeiten und gemeinsam dagegen vorgehen. Generell
werden unsere Mitarbeiter*innen im Umgang mit Gewalt geschult. Auch Eltern bieten wir, falls notwendig,
Schulungen und Hilfen an. In jedem Fall gilt aber, dass Eltern aktiv an der Behebung des Problems teilhaben
müssen. Gemeinsam versuchen die Erzieher mit den Eltern und Kindern die Ursachen für das Verhalten heraus-
zufinden, danach legen sie einen schriftlichen Maßnahmenplan fest, den beide Seiten unterschreiben. Prinzipi-
ell wird die Fachkraft nach SGB 8a eingeschaltet und um Rat gefragt, manchmal auch zum Gespräch mit den
Eltern hinzugezogen . Gegebenenfalls bedeuten die Maßnahmen, dass auch Hilfe von außen in Form von
Psychologen geholt werden muss. In jedem Fall gilt aber, dass zu einer erfolgreichen Prävention geschultes Pe-
sonal und der konsequente Umgang mit Gewalt gehört.
7. SOZIALRAUMORIENTIERUNG (KOOPERATION UND VERNETZUNG)
Wir sind bestrebt unsere Einrichtungen mit Fachdiensten, Schulen, Unternehmen und kulturellen Organisa-
tionen sowie Sportstätten im Umfeld zu vernetzen. Wir pflegen Kontakte zu Wissenschaft, Politik, Wirtschaft
und Kultur. Auch passen wir unser Konzept den Bedürfnissen des jeweiligen Standortes, an die Familien an.
Gerne streben wir eine sehr enge Kooperation mit der neuen Grundschule York Kaserne an. Daher kann der
Übergang vom Kindergarten in die Schule durch viele Besuche und allmähliches Kennenlernen der Umgebung
sehr sanft erfolgen. Im letzten Kindergartenjahr werden unsere Kinder die Räumlichkeiten der Kooperations-
schulen besuchen, gegebenenfalls am Schulsommerfest oder anderen Aktionen teilnehmen und parallel durch
engste Zusammenarbeit den Anforderungsspiegel für die erste Klasse erreichen.
Auch nutzen wir gerne die Sportmöglichkeiten und Spielplätze des Stadtteils. Hier planen wir eine Kooperation
mit dem Sport Club Gremmendorf. Ein Besuch der Bücherei kann gut in das Vorschulprogramm mit integriert
werden. Hier können Bücher ausgeliehen oder vor Ort angeschaut werden. Nach Bedarf wird ein fester Lese-
tage in den Kita-Alltag eingebaut. Ebenfalls nutzen wir gerne die in der Umgebung vorhandenen Lebensmittel-
geschäfte oder Bäckereien für einen kleinen Ausflug. Hier können die Zutaten für einen Nachmittagsimbiss ge-
kauft und später in der Kita zubereitet werden. Zusätzlich nutzen wir die guten Verkehrsanbindungen für Aus-
flüge außerhalb. Der ev. Friedenskirchengemeinde oder der Kirchengemeinde St. Ida würden wir im Rahmen
von Ausflügen immer wieder einen Besuch abstatten.
Wir werden uns den Stadtteilarbeitskreisen anschließen, um eine Kooperation mit den sozialen Einrichtungen,
Trägern und Ehrenämter zu gewährleisten. Somit können wir im Bedarfsfall im Sinne der Familien die Netz-
werke nutzen und passgenaue Hilfe oder Ansprechpartner anbieten. Eine Zusammenarbeit mit den umliegen-
den Kindertagesstätten, wie die Städtische Kita oder Kita Schatzkiste.
Da die Kleinen Riesen Familienfreundlichkeit auszeichnen, bieten wir gerne flexible, den Bedürfnissen der El-
tern angepasste, Öffnungszeiten (im Rahmen der 45 Wochenstunden) an. Eine Übermittagbetreuung ist uns
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
23
wichtig, insbesondere aber dass die Qualität nicht darunter leidet. Durch ein pädagogisches Angebot, dass sich
auf den ganzen Tag erstreckt, haben wir es in allen unseren Kindertagesstätten geschafft, mit der Ganztagesbe-
treuung, anstatt eines „Babysitterservices“ in den Nachmittgasstunden, einen echten Mehrwert für unsere Ki n-
der und Familien zu schaffen. Unsere Pädagog*innen genießen die Möglichkeit, die Kinder durch den ganzen
Tag zu begleiten und sie zu unterstützen, die Welt mit den Kindern zu entdecken.
Da sich jede unserer Kitas dem jeweiligen Sozialraum in den Angeboten anpasst, erstellen wir gerne ein indivi-
duelles Angebot für unsere Kunden- hier orientieren wir uns stark an den Bedürfnissen der Kinder und den Res-
sourcen im Team. In der Regel besprechen wir mit den Eltern, welche Wünsche vorhanden sind und gehen
dann darauf ein.
Angebote von Außen, wie zum Beispiel Musikfrühförderung sind frei von zusätzlichen Kosten, um eine Teil-
nahme alller Kinder zu ermöglichen und werden im Alltag der Kindertagesstätte integriert. Entsprechende An-
gebote werden über Spenden, Förderverein oder Einnahmen aus Aktivitäten, wie Basare finanziert.
8. QUALITÄTSMANAGEMENT
8.1. DOKUMENTATION
TAGESBERICHTE
Die Eltern eines jeden Krippenkindes erhalten täglich mündlich einen kurzen Bericht, in dem Sie über folgende
Punkte informiert werden:
• Laune des Kindes
• Mahlzeiten
• Windelwechsel und Stuhlgang
• Dauer des Mittagsschlafs/der Mittagsruhe
• Besondere Ereignisse und Erfahrungen, die das Kind am Tag gemacht hat.
ENTWICKLUNGSPROFILE
Die Kleinen Riesen erstellen unter Zuhilfenahme von „ Gabip“ für jedes Kind ein standardisiertes Entwicklungs-
profil. Dabei wird altersspezifisch die Entwicklung von Basiskompetenzen abgefragt.
8.2. ELTERNBEFRAGUNG
Um die Zufriedenheit der Eltern mit unserer Dienstleistung sicherzustellen , führen die Kleinen Riesen jährlich
eine Elternbefragung durch. Es werden die nachstehenden Themengebiete abgefragt:
• Öffnungszeiten
• Pädagogische Aktivitäten
• Ernährung
• Kundenfreundlichkeit
8.3. PERSONAL AUSSTATTUNG
Qualität kommt durch mehr und vor allem besser geschultes Personal. Auch wenn die Mindestpersonalanfor-
derungen durch das KiBiz vorgegeben sind, versuchen wir immer darüber hinaus zu gehen. Nicht nur werden
unsere Erzieher*innen durch Praktikant*innen, Hauswirtschaftskräfte und Bundesfreiwilligendienstler entlas-
tet, sondern es wird auch Wert darauf gelegt, jedes Team durch die Diversität aus verschiedenen anerkannten
Abschlüssen, Alters- und Lebenssituationen, Geschlechtern und Kulturen einzigartig zu machen. Die Teams
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
24
merken sehr schnell, dass sie durch die vielfältigen Erfahrungen, in denen sich die einzelnen Mitglieder ergän-
zen, gemeinsam viel stärker als die Summe der Individuen sind.
8.4 . HYGIENEPLAN
Die Hygienesicherung ist im Qualitätsmanagementhandbuch ausführlich dokumentiert. Eine Zusammenfassung
des Hygieneplans findet sich in Anlage 3.
8.5 . QUALITÄTSMANAGEMENTHANDBUCH
Alle qualitätssichernden Verfahren und unser pädagogisches Konzept sind ausführlich im Kleine Riesen Quali-
tätsmanagementhandbuch dokumentiert.
8.6 . QUALITÄTSSICHERU NGSMETHODEN (6 -SIGMA – DMAIC)
Alle im Qualitätshandbuch abgebildeten Prozesse werden nach dem 6-Sigma-Konzept überwacht, um unseren
kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu unterstützen (Erklärung s.u.).
Definieren Definiert wird, für wen der Prozess wichtig ist
und welche Bedürfnisse durch den Prozess er-
füllt werden sollen. Darauf aufbauend wer-
den die Merkmale des Prozesses definiert, die
kritisch für die Erfüllung der Kundenerwartun-
gen sind.
Datenerhebung Sammlung von Daten über die derzeitige Aus-
prägung der Merkmale des Prozesses.
Analysieren Ursachen für Abweichung von den definierten
Leistungszielen identifizieren.
Verbesserungsphase In der Verbesserungsphase sollen Lösungs-
möglichkeiten für die in der Analyse-Phase
identifizierten und ausgewählten Probleme
gefunden werden.
Definieren
[Define]
Datenerhebung
[Measure]
Analysieren
[Analyze]
Verbesserungs-
phase
[Implement]
Überwachen
[Control]
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
25
Überwachen Verankerung der gefundenen Verbesserun-
gen im Alltag.
8.7 . QUALITÄTSZIRKEL
Um Verbesserungspotenziale im eigenen Arbeitsbereich aufzudecken und Lösungen zu entwickeln arbeiten un-
sere Mitarbeiter*innen in Kleingruppen/ Arbeitskreisen in regelmäßigen Abständen Lösungen aus. Die Zirkel
setzen die gefunden Lösungen meist selbstständig um und nehmen auch eine Ergebniskontrolle vor.
Qualitätszirkel werden sowohl in einrichtungsinternen Teamsitzungen gebildet als auch einrichtungsübergrei-
fend auf Leitungsebene.
Zur Moderation und methodischen Unterstützung steht der Qualitätsbeauftragte den Qualitätszirkeln jederzeit
mit Rat und Tat zur Verfügung.
8.8 . INSOWEIT ERFAHRENE FACHKRAFT SGB VIII, 8A
Das Unternehmen beschäftigt mehrere insoweit erfahrene Fachkräfte, die von den Leitungen im Falle eines
Verdachts auf Kindeswohlgefährdung umgehend eingeschlatet werden. Es erfolgt zunächst eine telefonische
Beratung. Sollte die Fachkraft der Meinung sein, dass eine Kindeswohgefährdung vorliegt, werden weitere
Schritte, zu denen neben Gesprächen mit Erzieher*innen, Eltern und Kindern auch die Einschaltung von ande-
ren Beratungsstellen gehören können. Näheres in Kapitel 12.
8.9. FACHBERATUNG
Für die Fachberatung werden im gleichen Maße interne und externe Stellen hinzugezogen. In unserem Unter-
nehmen haben wir Mitarbeiter*innen, die die Erfahrung und Qualifikation haben eine Fachberatung durchzu-
führen. Oftmals übernimmt die regionale Leitung auch die Fachberatung der Einrichtungen, für die sie zustän-
dig ist. Sollte dies einmal nicht ausreichen oder man in besonders schwierigen Fällen eine vollkommen neutrale
Meinung, die aus der Distanz das Problem analysiert, benötigen, so wird eine externe Fachberatung eingeschal-
tet.
8.10 . PÄD AGOGISCHE TAGE
Alle unsere Kindertagesstätten halten 5 pädagogische Tage im Jahr ab. Diese werden genutzt für
- Fortschreibung der Konzeption;
- Jahresplanung;
- Präsentation und Diskussion der Arbeit der Q-Zirkel;
- Teambuildingmaßnahmen
- Gruppenschulungen
- Umstrukturierung der pädagogischen Räume
8.11 . KENNENLERNEN VON ANDEREN EINRICHTUNGEN
Um das organisationsinterne Lernen zu unterstützen hat jede Mitarbeiter*in immer wieder die Möglichkeit
eine andere Kindertagesstätte des eigenen Trägers kennenzulernen und vor Ort zu hospitieren.
8.12 . LEITUNGSKONFERENZEN
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
26
Vier Mal im Jahr treffen sich alle Kleine Riesen Leitungen einer Region zu einer Leitungskonferenz, um einrich-
tungsübergreigend Qualitätsverbesserungsmöglichkeiten auszuarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.
8.13 . BESCHWERDEMANAGEMENT I. S. D. § 45 ABS. 2 NR. 3 SGB VIII
Zur Sicherung der Rechte der Kinder in der Kindertagesstätte, werden 4 bis 6-mal im Jahr Kinderkonferenzen
abgehalten. Unsere Mitarbeiter*innen sind angehalten Sorgen, Anliegen und Beschwerden der Kinder schrift-
lich festzuhalten, sodass diese in dem Zusammenhang von und mit den Kindern ausdiskutiert werden können.
Kleinere Anliegen besprechen die Kinder im täglichen Morgenkreis.
Sollten Kinder ein Problem haben, dass sie nicht mit dem Personal im Gruppendienst besprechen wollen, kön-
nen sie sich an die Einrichtungsleitung wenden. Den Kindern wir die Einrichtung sleitung als Vertrauensperson
regelmäßig ans Herz gelegt.
Bei Kleinkindern, die noch nicht sprechen können, achtet unser Personal auf Feinzeichen in Form von Gesten,
Mimik und Lauten, um auf ein eventuelles Unwohlsein der Kinder einzugehen.
8.1 4. BESCHWERD EMANAGEMENT
Wir betrachten Beschwerden von Eltern als einen Ansporn, unsere Konzeption kontinuierlich zu verbessern.
Offizieller Beschwerdeweg für Eltern
Erziehungsberechtigte
Hilfestellung durch den Elternbeirat möglich
Gruppenfachkräfte
Kita- Leitung
Bereichsleitung
Regionale Leitung
Geschäftsführung
Der Prozess zum Umgang mit eingehenden Beschwerden unterliegt folgenden Prinzipien:
Kapitel: 9. Ernährung
27
Eingang der Beschwerde Beschwerden können sowohl schriftlich als auch
mündlich eingehen. Empfänger der Beschwerde
können pädagogische Mitarbeiter*innen auf Grup-
pen- bzw. Leitungsebene oder der Träger sein.
Deeskalation von Konflikten Wir sind uns bewusst, dass Beschwerden bezüglich
der Betreuung der eigenen Kinder teilweise auf ei-
ner sehr emotionalen Ebene eingereicht werden.
Daher hat die Reaktion der Mitarbeiter*in stets
sachlich, emotional zurückhaltend und lösungsori-
entiert zu sein.
Dokumentation / Analyse Jede Beschwerde wird in einer Aktennotiz festge-
halten. Sollte eine Lösung ad hoc nicht möglich
sein, so wird im Team das Problem analysiert und
nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Lösung ist
zu dokumentieren.
Antwortzeit Alle Beschwerden sind von Beschwerdeeingang bis
zur Rückmeldung an die Eltern innerhalb einer Zeit
von zwei Wochen abzuarbeiten. Die Rückmeldung
an die Eltern kann sowohl schriftlich als auch
mündlich erfolgen.
Einbindung des Trägers / von externen Bera-
tungsstellen
Sollte das der Beschwerde zugrunde liegende Prob-
lem nicht kindertagesstättenintern gelöst werden
können, so hat die Leitung den Träger einzuschal-
ten. Im Dialog entscheiden Leitung und Träger eine
adäquate Problemlösung. Sollte Einbindung einer
externen Beratungsstelle notwendig sein, so wird
diese Maßnahme ebenfalls von Träger und Leitung
gemeinsam beschlossen und eingeleitet.
9. ERNÄHRUNG
Die Kleinen Riesen legen großen Wert auf ausgewogene und gesunde Ernährung. Wir sind de r Überzeugung,
dass die Weichenstellung für richtiges Ernährungsverhalten bereits im Kindesalter erfolgt.
Unser Ernährungskonzept basiert auf den nachstehenden Grundsätzen:
• Wir verwenden bevorzugt ökologische Lebensmittel, wenn gewünscht in Bio-Qualität,sofern möglich
aus der Region.
• Die Zusammensetzung der Lebensmittel orientiert sich am Ernährungskreis der DGE (siehe Anlage 2).
• Die Mittagsmahlzeit wird von einem Caterer (cook and chill, warm oder cook and freeze) geliefert .
• Alle Mahlzeiten werden gemeinsam am Tisch eingenommen.
10. PERSONALMANAGEMENT
Kinderbetreuung lebt von der Qualität und vom Engagement des Personals. Wir sehen daher unsere Mitarbei-
ter als unsere wichtigste Ressource an.
10.1. PERSONALGEWINNUNG
Kapitel: 11. Finanzmanagement
28
Bei Neubesetzung einer Stelle wird diese vom Träger ausgeschrieben. Die eingehenden Bewerbungen werden
an die jeweilige Kita weitergeleitet.
Die Entscheidung über die Einstellung wird vom Träger und der Kindertagesstättenleitung gemeinsam getrof-
fen.
10.2. MITARBEITERENTWICKLUNG
In der heutigen Zeit ist es einfacher Personal zu gewinnen als zu halten. Aus diesem Grund legen wir großen
Wert auf eine gute Personalentwicklung und -bindung.
WEITERBILDUNG
Wir unterstützen die Weiterbildung unserer Mitarbeiter*innen. Weiterbildungsmaßnahmen müssen jeweils an
die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen und der Einrichtung angepasst sein. Gemeinsam bespricht die Leitung
welche Entwicklungswünsche die Mitarbeiter*in hat und welche Notwendigkeit das Unternehmen sieht. Da-
nach legen sie gemeinsam fest, welche Schulung/-en fürs Folgejahr belegt werden.
REFLEXIONSGESPRÄCHE
Regelmäßige Reflexionsgespräche sind ein wichtiger Bestandteil unserer Personalstrategie. Wir verstehen Re-
flexionsgespräche stets nur als konstruktive Kritik, die als Impuls zur kontinuierlichen Verbesserung dienen soll.
Daher wird einmal im Jahr ein 360 Grad Feedback durchgeführt.
DIVERSITÄT
Die Kleinen Riesen fördern Diversität unter der Belegschaft. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies s owohl
die Teamarbeit, das gegenseitige Lernen als auch die Betreuungsqualität selbst verbessert.
UNTERSTÜTZUNG DER MITARBEITER IN ALLEN LEBENSLAGEN
Auch unterstützt die Kleine Riesen Nord seine Mitarbeiter*innen in individuellen Lebenslagen. So reagieren wir
flexibel auf Pflegeanfragen, Elternzeitmodelle oder nehmen auch gerne Mitarbeiterkinder in unseren Kitas auf.
VERWALTUNGSTÄTIGKEITEN
Alle Verwaltungstätigkeiten, die im Zusammenhang mit Mitarbeiter*innen stehen (Lohnbuchhaltung, etc.),
werden für alle Standorte zentralisiert ausgeübt.
11. FINANZMANAGEMENT
Das Finanzmanagement erfolgt nach kaufmännischen Grundsätzen.
Die Finanzplanung umfasst folgende Elemente:
• Rollierende Umsatzplanung und Liquiditätsplanung
• Kostenstellen / Kostenträger-Rechnung mit Budgetierung
• Controlling-System
Kapitel: 11. Finanzmanagement
29
Schon allein aus der Gesellschaftsform ergibt sich die Verpflichtung zur doppelten Buchführung und der Veröf-
fentlichung des Jahresabschlusses im elektronischen Unternehmensregis ter.
Kapitel: 12. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung i. S. d. § 8a SGB VIII
30
12. SCHUTZAUFTRAG BEI KINDESWOHLGEFÄHRDUNG I. S. D. § 8A SGB VIII
SCHULUNG
• Die Leitung der Einrichtung ist
bezüglich der Thematik zu schulen.
• Das Wissen ist durch jährliche
Schulungen an die anderen
Mitarbeiter weiterzugeben.
ANZEICHEN FÜR GEFÄHRDUNG DES
KINDESWOHLS (GEFÄHR DUNGSRISIKEN)
• Körperliche und seelische Gewalt
• Emotionale und körperlich-
gesundheitliche Vernachlässigung
• Sexueller Missbrauch
• Versagung entscheidender existenzi-
eller Entwicklungschancen
INSOWEIT ERFAHRENE FACHKRAFT
Der Träger beschäftigt mehrere insoweit erfahrene
Fachkräfte, die den Einrichtungen bei der Erkennung
und Einschätzung einer Kindeswohlgefähr-
dung helfen. Es findet bis zum Abschluss des
Falles eine Prozessbegleitung statt, falls not-
wendig auch im Gespräch mit den Eltern.
Ende
Erkennen
Gefährdungsrisiko
Information
erfahrene
Fachkraft
(Leitung)
Dokumentation
Gefährdungsrisiko
Gespräch mit
Erziehungs-
berechtigten
Risiko
ausgräumt
Hinwirken auf
Inanspruchnahme
von Hilfen
Hilfe- und
Beratungsplan
Dokumentation
Gespräch
Beratungsplan
eingehalten?
Beratungsplan
erfolgreich
Dokumentation
der Schritte
Jugendamt
informieren
Dokumentation
Nein
Ja
Nein
Nein
JaDokumentation
Ja
Risiko
ausgräumt
Ja
Nein
Kapitel: Anlage 1: Ernährungskreis
31
ANLAGE 1: ERNÄHRUNGSKREIS
Während die Versorgung mit regionalen Produkten bei uns eine Selbstverständlichkeit ist, bieten wir auf
Wunsch der Eltern, auch BioKost an. Unsere Konzepte der Essensversorgung sind weitreichend und passen sich
an die Bedürfnisse der Familien an, lediglich eines haben sie alle gemeinsam – sie sind gesund.
ANLAGE 2: HYGIENE PLAN
HYGIENE IM SANITÄRBEREICH
SANITÄRAUSSTATTUNG
Die Sanitärbereiche sind mit Einmalhandtüchern und Spendervorrichtungen für Flüssigseife ausgestattet. Die
Sanitärbereiche für Mitarbeiter*innen sind zusätzlich mit Spendervorrichtungen für alkoholische Handdesinfek-
tionslösung zu versehen.
WARTUNG UND PFLEGE
Die Toilettenanlagen und die Ausstattung werden regelmäßig kontrolliert, gepflegt und gewartet. Die Kontrolle
und Pflege wird dokumentiert.
WICKELBEREICHE
Die Wickelbereiche werden nach jeder Verwendung desinfiziert. Verunreinigungen mit Fäkalien werden mit
einem mit Desinfektionsmittel getränkten Tuch gereinigt und danach nochmals desinfiziert. Mitarbeiter *innen
haben nach dem Wickeln die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Im Wickelbereich hängt gut sichtbar eine
Verfahrensanweisung zur Wickelhygiene aus.
BE- UND ENTLÜFTEN
Die Entlüftungsanlagen der Sanitäranlagen werden regelmäßig von einer Fachfirma gewart et. Defekte werden
Zeitnah in Stand gesetzt.
Lebensmittel, die
viel Stärke
enthalten, wie
Getreideprodukte
und Kartoffeln
Gemüse und
HülsenfrüchteObst
Getränke (Wasser)
Milch und
Milchprodukte
Fleisch, Wurst und
Fisch
Streich- und
Kochfette
Kapitel: Anlage 2: Hygiene Plan
32
TRINKWASSERHYGIENE
LEGIONELLENPROPHYLAXE
Bei Duschen, die nicht täglich genutzt werden, muss das Wasser, sofern es aus Großanlagen bezogen wird, bei
Höchsttemperatur mehrere Minuten ablaufen. Spritzen und Zerstä uben des Wassers sind dabei zu vermeiden.
Kalkablagerungen werden regelmäßig entfernt.
PRÄVENTION VON STAGNATIONSPROBLEMEN
Am Wochenanfang und nach längerer Schließung der Krippe wird das Wasser aus Leitungen, aus denen Trink-
wasser entnommen wird, fünf Minuten ablaufen gelassen. Jeder Wasserauslass muss mindestens jeden dritten
Tag benutzt oder alternativ gespült werden.
PRÄVENTION VON STAGNATIONSPROBLEMEN
Wasseruntersuchungen auf chemische und mikrobilogische Reinheit werden gemäß Trinkwasserver ordnung
jährlich durchgeführt.
ERSTE HILFE
ERSTE -HILFE -INVENTAR
Die Einrichtung hält folgendes Erste-Hilfe-Material vor:
• Verbandskasten nach DIN 13157 „Verbandskasten C“
• Alkoholisches Desinfektionsmittel zur Handdesinfektion
Verbrauchsmaterialien, wie Pflaster und Einmalhandschuhe, werden nach Verbrauch ersetzt.
VERSORGUNG VON BAGATELLWUNDEN
Es werden grundsätzlich Einmalhandschuhe getragen. Die Wunde wird mit einem Pflaster oder Verband so ver-
sehen, dass der Kontakt Dritter mit Blut ausgeschlossen ist. Nach der Wundversorgung werden die Hände
gründlich gewaschen und desinfiziert.
REINIGUNG KONTAMINIERTER FLÄCHEN
Flächen, die mit Körperflüssigkeiten (Blut, Exkremente, Erbrochenes) kontaminiert werden unter Verwendung
von Einweghandschuhen mit einem mit Desinfektionslösung getränkten Tuch gereinigt. Anschließend wird die
Fläche nochmals desinfizieren.
NOTFALLKONTAKTE
Neben allen Telefonen und in allen Gruppenräumen wird ein Aushang mit folgenden Notfallkontakten aufge-
hängt:
• Polizei
• Feuerwehr
• Ärztlicher Bereitschaftsdienst
• Giftinformationszentrum
• Kinderarzt
Kapitel: Anlage 2: Hygiene Plan
33
KÜCHE
ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN
Personen, die an Erkrankungen im Sinne des § 42 IfSG oder an Hauterkrankungen leiden ode r Wunden haben
dürfen nicht in unserer Verteilerküche tätig sein
Das in der Küche tätige Personal wird von uns einmal jährlich im Sinne des § 43 IfSG über Tätigkeitsverbote so-
wie über Lebensmittelhygiene geschult.
QUALITÄTSSICHERNDE MAßNAHMEN UND LEBENSMIT TELHYGIENE
Es werden qualitätssichernde Maßnahmen im Sinne von HACCP getroffen. Alle Maßnahmen werden dokumen-
tiert:
• Messung der Kühlschranktemperatur
• Wareneingangskontrolle (Temperatur, Sensorik, Geruch)
• Reinigung und Desinfektion nach Reinigungsplan
• Kontrolle auf Schädlinge
Beim Handhaben von Lebensmitteln werden Handschuhe getragen.
HANDHYGIENE
Hände sind wie folgt zu waschen:
A. Bei Ankunft in der Einrichtung und beim Wechsel von einer Gruppe in eine andere.
B. Vor und Nach:
• Essen, Handhabung von Lebensmitteln, Füttern eines Kindes
• Verabreichen von Medizin
• Wasserspielen, falls das Wasser von mehr als einer Person benutzt wird.
C. Nach:
• Windelwechsel
• Toilettengang, Assistieren eines Kindes beim Toilettengang.
• Handhabung von Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Erbrochenem), Niesen, Naseputzen, Abwi-
schen des Mundes oder von Wunden.
• Handhabung von rohem Lebensmitteln, insbesondere Fleisch und Geflügel.
• Berühren von Tieren.
• Spiel im Sandkasten
• Reinigung und Handhabung von Müll
• Berühren von Geld
• Handhabung von verschmutztem Geschirr
Diese Regelungen gelten für alle Mitarbeiter, insbesondere aber für in der Küche tätiges Personal.
Die Handreinigung erfolgt mit Flüssigseife und Desinfektionsmittel aus Wandspendern. Es werden nur Einmal-
handtücher verwendet.
An allen Waschbecken werden Verfahrensanweisungen und Hautschutzpläne ausgehängt.
Kapitel: Anlage 3: Verfahrensanweisung bei Hohen Temperaturen
34
FLÄCHENREINIGUNG UND DESINFEKTION
Alle Fußböden der Krippe werden täglich feucht gereinigt. Arbeitsflächen in der Verteilerküche werden täglich
desinfiziert. Da nicht mit kritischen Rohwaren gearbeitet wird , ist eine einmal tägliche Desinfektion im Normal-
fall ausreichend.
AUßENANLAGEN
Unser Außenanlage wird bei jedem Besuch auf Tierkot und Verunreinigungen untersucht. Tauben werden
durch geeignete Maßnahmen ferngehalten.
Der Sand im Sandkasten wird alle zwei Jahre ausgetauscht.
ANLAGE 3: VERFAHRENSANWEISUNG BEI HOHEN TEMPERATUREN
Zunehmend steigen im Sommer auch in Deutschland, dieses Jahr bereits im Mai, die Temperaturen auf deutlich
über 30 °C. Auch wenn es ein Stück weit normal ist, dass sich Gebäude in der heißen Jahreszeit stark aufheizen
und wir Menschen uns mit der Zeit daran gewöhnen, versuchen wir in der Kita den Alltag auch an Tagen, an
denen laut Wettervorhersage die Außentemperatur über 28 ° steigen soll, so angenehm und sicher wie möglich
zu gestalten. Folgende Maßnahmen werden eingeleitet:
• Morgens, mindestens 30 Minuten vor Öffnung der Kita, werden die Fenster und Türen in allen Räu-
men geöffnet, diese arretiert, sodass ein Zug und damit Luftaustausch entsteht.
• Nach dem Lüften werden die Beschattungen in Gruppen- und Nebenräumen, in den Schlafräumen
Rollläden, heruntergelassen. Im Anschluss sind die Türen zu den Schlafräumen zu verschließen und
erst zur Schlafenszeit wieder zu öffnen, um das Hineinströmen der heißen Luft von den Fluren zu
verhindern.
• Im Allgemeinen sind im Obergeschoss die Türen zu allen verschatteten Räumen während des Tages
geschlossen zu halten, um ein Aufheizen zu verhindern.
• Wenn die Temperatur über 30 °C im OG steigt, sind die Kinder ins Erdgeschoss zu bringen. Hier sind
dann alle Gruppenraumtüren zum Gang und in den Außenbereich zu öffnen , um damit ein
Luftaustausch zu schaffen.
• Wenn die Schlafräume im Obergeschoss vor Beginn der Schlafenszeit über 28 °C haben, sind Schlafal-
ternativen im EG mit guter Durchlüftung zu schaffen. Während der Sommermonate ist durchgehend
Schlafwache auch für über Dreijährige zu halten.
• Die Kinder werden in der Zeit nach einem teiloffenen Konzept betreut.
• Während immer gilt, dass stets ausreichend Flüssigkeit anzubieten ist und die Kinder ans Trinken erin-
nert werden sollen, gilt insbesondere an heißen Tagen, dass feste – z.B. halbstündliche - „Trinkrun-
den“ zu machen sind.
• Wenn es Kindern zu heiß wird, sollen bei Bedarf Maßnahmen wie Duschen oder Bespritzen mit Wasser
eingeleitet werden.
• Wasserspiele im Außenbereich sind in schattigen Bereichen eine gute Möglichkeit sich abzukühlen.
Dabei ist darauf zu achten, dass kein Wasser in großen Gefäßen ste ht, da Kinder bereits in 3 cm tiefem
Wasser in einem Eimer ertrinken können.
• Generell gilt, dass Kinder nie in der prallen oder Mittagssonne spielen sollen, selbst wenn Sie Mützen
tragen und gut eingecremt sind. Vielmehr sollte an heißen Tagen hauptsächlic h am frühen Morgen,
ggf. auch am späten Nachmittag, der Außenbereich genutzt werden. Aber auch hier gilt: nur im
Schatten spielen!
• Anstrengende Aktivitäten, wie langes Gehen, Toben, Fußballspielen, etc. sollten an den heißen Tagen
gemieden oder zu Randzeiten durchgeführt werden.
Kapitel: Anlage 4: Verfahrensanweisung bei Tiefen Temperaturen
35
• Es ist immer darauf zu achten, dass die Kinder entsprechend leicht und luftig angezogen sind. Geg-
ebenenfalls sind Eltern darauf hinzuweisen, angemessene Schlaf- und Tageskleidung mitzubringen. Für
den Aufenthalt im Freien sind dünne, helle Baumwoll- oder Leinenhemden gut, da sie einen zusätzli-
chen Schutz vor Sonnenbrand bieten. Enge, dicke Kleidung ist (z.B. Jeans), selbst wenn sie kurz sein
sollte, ungeeignet.
• Auch bedeckte Körperstellen sollen eingecremt werden.
• Schließlich ist jedes Kind individuell und reagiert - so wie Erwachsene - unterschiedlich auf heiße Tem-
peraturen. In jedem Fall sind Erzieher angehalten, Maßnahmen individuell anzupassen und bei dem
geringsten Verdacht, dass es einem Kind nicht gut geht, die Eltern zu inform ieren und eine Abholung
durch abholberechtigte Personen einzuleiten.
• Sollten die Temperaturen in den Innenräumen für mehr als zwei Stunden auf über 35 ° C steigen, wird
empfohlen sich mit den Kindern auf schattigen Freiflächen aufzuhalten. Hierzu sind da s Außengelände
der Kita, Spielplätze im Park, Wasserspielplätze oder auch Spaziergänge im Wald besonders zu
empfehlen. Sollte aufgrund einer besonderen Gegebenheit der Aufenthalt im Freien nicht möglich
sein, so müssen die Kinder nach Hause geschickt werden. Generell ist im Sommer der Wetterbericht
zu verfolgen und schon im Voraus Aktivitäten zu planen, die für Abkühlung sorgen.
Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder relativ gut an unterschiedliche Temperaturen und wenn stets
ausreichend Getränke, schattige Plätze (dazu zählt auch das Innere von Gebäuden) vorhanden sind und Sorge
getragen wird, dass es nicht zu Hitzestaus kommt, können sie den Sommer auch unbeschwert genießen.
ANLAGE 4: VERFAHRENSANWEISUNG BEI TIEFEN TEMPERATUREN
Jeden Winter fallen die Temperaturen so stark, dass besondere Maßnahmen erforderlich sind:
• Es ist darauf zu achten, dass jedes Kind ausreichend warme und wetterfeste Kleidung, incl. Handschuhen
und Mützen und eine Fettcreme in der Kita hat.
• Empfehlenswert ist der Zwiebellook: Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke, denn zwi-
schen jeder Schicht bildet sich eine Luftschicht, die als Wärmeisolator dient.
Die erste Schicht sorgt für den Feuchtigkeitstransport, die Unterwäsche sollte eng am Körper anliegen . Die
zweite Schicht sorgt für Isolierung, sie speichert die Körperwärme und sollte atmungsaktiv sein. Die dritte
Schicht schützt vor Wind und Wetter, sollte wind- und wasserabweisend sein. Hier eigenen sich Schneean-
züge sehr gut.
• Mütze, Schal und Handschuhe sind bei tiefen Temperaturen ein „Muss“. Der Körper gibt die meiste Wärme
an die Körperpartien ab, die weit vom Rumpf entfernt liegen. Kopf und Finger sind daher schneller kalt.
• Das richtige Schuhwerk sorgt stets für warme Füße: Jedes Kind sollte Wollsocken und wasserfeste Schuhe,
am besten wäre es, wenn die Schuhe mit Membranen versehen wären, dabeihaben. Ein Ersatzpaar Schuhe
ist wichtig, da auch Schuhe mit Membran nass werden können.
• Da die Kinderhaut besonders zart ist, empfiehlt es sich mit einer reichhaltigen Creme das Gesicht der Kin-
der vor dem Austrocknen zu schützen. Die Creme sollte fetthaltig sein und kein Wasser enthalten, damit
sie nicht auf der Haut gefriert.
• Die Raumtemperatur sollte zwischen 20 und 22 °C betragen. Im Schlafraum sollen 17 °C nicht unterschrit-
ten werden warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu Problemen führt, wenn sie auf kalte
Oberflächen, wie zum Beispiel Außenwände trifft. Es ist daher wichtig, regelmäßig zu lüften, um die
feuchte Luft abzuführen. Die Fenster müssen mehrmals täglich komplett für fünf Minuten geöffnet wer-
den, um die Luft auszutauschen (wenn sich keine Kinder in dem Raum befinden).
• Damit das Trinken in der kalten Jahreszeit nicht vergessen wird, sollten Getränke in der Einrichtung sicht-
bar hingestellt werden, um sich an das regelmäßige Trinken zu erinnern. Pro Tag empfiehlt es sich etwa 1,5
bis 2 Liter zu trinken.
• Die Verweildauer im Freien bei Temperaturen unter -5 °C sollte nicht eine halbe Stunde je Aufenthalt über-
schreiten. Dieser kann auch gestückelt werden, z.B. in der Bringphase wenn alle Kinder schon eingemum-
melt in die Kita kommen oder auch kurz zur Mittagszeit oder zur Abholphase. Jedoch ist immer auf das
Wohlbefinden der Kinder zu achten und bei tiefen Temperaturen die maximale Verweild auer nicht zu
überschreiten
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
36
Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder relativ gut an unterschiedliche Temperaturen und wenn stets ausrei-
chend Getränke, Möglichkeiten, sich aufzuwärmen (dazu zählt auch das Innere von Gebäuden) sowie sensible
Betreuer, die auf die Bedürfnisse der Kinder umgehend reagieren vorhanden sind, steht dem Spaß im Schnee
auch bei tiefen Temperaturen nichts im Weg.
ANLAGE 5: SEXUALPÄDAGOGISCHE KONZEPTION
Vorwort:
Alle Mädchen und Jungen sollen auf eine sensible und individuelle Weise in ihrer altersgemäßen körperlichen,
seelischen und geistigen Entwicklung begleitet werden. Hierzu gehört selbstverständlich auch die kindliche Sex-
ualentwicklung. Wir wollen uns dem Thema ganz natürlich und offen anhand von respektvollem Umgang mit
dem eigenen Körper und Nähe empfinden sowie auch dem Gegenüber widmen. Auch zu den Themen Liebe,
Sexualität, Zeugung und Geburt sollen sie altersangemessen anhand ihres Entwicklungsstandes informiert
werden. Damit wollen wir dem Recht auf Schutz und Entwicklung jedes K indes Rechnung tragen.
Wir sehen jedes Kind als Individuum, das sich in allen Entwicklungsbereichen in seinem eigenen Tempo
entwickelt. Diesem Recht Raum zu verschaffen, ist Aufgabe der Mitarbeiter*innen. Ziel des Konzeptes ist es
Kinder handlungsleitend und durch Wissen über ihren eigenen Körper Selbstbestimmung und eine körper -be-
jahende Haltung zu vermitteln und sie so möglichst vor Missbrauch zu schützen. So lernen die Kinder schon
früh, sich mit einer distanzierenden Handbewegung und dem Wort „Stopp“ o der „Lass das-ich will das nicht-
hör auf.“ abzugrenzen.
1. Zusammenarbeit mit Eltern
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Kindertagesstätten Kleine Riesen Nord ist es wichtig,
dass die Familie über die pädagogische Arbeit informiert wird. Dazu zäh len auch Informationen über
die kindliche Entwicklung, einschließlich der kindlichen Sexualität.
Diese Informationen ermöglichen einen intensiven und offenen Austausch über das Kind und seine
Entwicklung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der E inrichtung, in der dieses täglich be-
treut wird. Zudem werden mögliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Thema der „kind-
lichen Sexualität“ abgebaut und das Kind in seiner individuellen Entwicklung gestärkt.
Um die Fragen, die Mütter und Väter stellen, richtig beantworten zu können, erhalten alle Mi-
tarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unseren KiTas eine Schulung zum Thema „Kindliche Entwicklung“
und „Sexualpädagogik“. Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, Experten für gemeinsame Infor-
mationsabende in die Einrichtung einzuladen, entsprechende Beratungsangebote vorzustellen oder
nach den individuellen Bedarfen zu entwickeln.
Zudem stellt der Träger speziell geschulte Mitarbeiter*innen als Ansprechpartner für „Kindes-
wohlgefährdung“.
2. Teilhabe und Selbstbestimmung
Teilhabe im Zusammenhang mit der Arbeit mit Mädchen und Jungen bedeutet, dass Kinder aktiv in sie
betreffenden Entscheidungen einbezogen werden und so ihren Alltag mitgestalten können. Dadurch
werden Kinder in ihrer Selbständigkeit und in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt und können lernen, sich
für oder gegen etwas zu entscheiden und die Entscheidungen anderer zu respektieren.
Dies beginnt schon bei dem ganz jungen Kind, das sich aussuchen kann, mit wem es spielen möchte
oder welche Mitarbeiter*in es wickeln soll. So erfahren Mädchen und Jungen, dass sie mit ihren
Wünschen gehört und ernst genommen werden. Es liegt in der Verantwortung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, die Bereiche festzulegen, in denen die Kinder mitentscheiden. Es gib t Bereiche, in
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
37
denen Mädchen und Jungen keine eigenen Entscheidungen treffen können, wenn ihre Gesundheit
oder ihre Sicherheit gefährdet ist
(z.B. nicht umziehen wollen bei nasser Kleidung, im Winter barfuß laufen o.ä.)
Partizipation betrifft grundsätzlich alle Bereiche des Alltags mit Kindern. Wir beziehen uns hier vor al-
lem auf das Erziehungsziel der Selbstbestimmung in Bezug auf den eigenen Körper und die eigenen
Gefühle der Kinder: Mädchen und Jungen werden darin bestärkt, ihre eigenen Gefühle und die Ge-
fühle anderer wahrzunehmen und sie zu beachten. So haben sie das Recht „Nein“ zu sagen und ihr
„Nein“ wird akzeptiert. Dies bezieht sich auch darauf, wenn sie zum Beispiel nicht auf den Schoß ge-
nommen werden, nach mehrfacher Motivation und Unterstützung /Begleitung nicht fotografiert oder
berührt werden möchten.
Bei allen Handlungen achtet der Mitarbeiter/die MitarbeiterInnen darauf, eigene Vorstellungen und
Einstellungen dem Kind gegenüber neutral zu halten und/oder gegebenenfalls an andere Mi-
tarbeiter*innen abzugeben.
3. Nähe und Distanz
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter respektieren die Wünsche des Kindes in Bezug auf Nähe und
Distanz, wie zum Beispiel beim Wickeln oder Kuscheln.
Mädchen und Jungen suchen sich dabei die eigene Bindungsperson unter den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern aus, der sie sich anvertrauen und bei der sie Nähe suchen.
Grundsätzlich soll das Bedürfnis nach körperlicher Nähe nur vom Kind und nicht vom Erwachsenen
ausgehen- Sonderfall: Trösten, Pflege, Sicherheit.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist wichtig, dass jedes Kind das Maß an Nähe bekommt, dass
es benötigt, um sich sicher und beschützt zu fühlen. Dafür achten sie auf die Signale des Kindes und
orientieren sich an seinen Bedürfnissen. Sie achten auf individuelle Äußerungen des Kindes, z. B. in
Bezug auf Berührungen, und reagieren angemessen. Dabei gilt es dem Kind auch ein angemessenes
Nähe- Distanz Verhalten gegenüber Fremden, Erwachsenen usw. erfahrbar zu machen, um ein Ver-
trauen gezielt und vorsichtig im Sinne von Selbstschutz und Prophylaxe zu entwickeln.
Das Maß an körperlicher Nähe ist abhängig von dem Alter der Kinder. Die Jüngsten benötigen noch
viel Schutz und Zuwendung. Die älteren Kinder sind häufig nicht mehr so anhänglich wie die jüngeren
und erkunden neugierig ihr Umfeld, so dass auch das Nähe-suchende Verhalten gegenüber den Mi-
tarbeiterinnen und Mitarbeitern allmählich abnimmt. In Situationen, in denen das Kind Unterstützung
oder Nähe wünscht, weil es zum Beispiel traurig ist, reagieren die Mitarbeiterin nen und Mitarbeiter
entsprechend feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kindes, bis es sich wieder wohlfühlt. Dann wird es zu
neuen Aktivitäten bzw. zum Spiel angeregt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten auf ihre eigenen Grenzen. Mitarbeiterinnen bzw . ein Mi-
tarbeiter werden sich nicht von Kindern auf den Mund küssen oder im Intimbereich anfassen (Brust,
Scheidenbereich) lassen.
So lernen die Kinder nach und nach, dass sie selbst, wie auch ihre authentischen und selbstverant-
wortlichen Erzieherinnen und Erzieher, für sich entscheiden können, wie viel körperliche Nähe sie
darüber hinaus, zulassen möchten. Zudem lernen sie durch die Vorbildfunktion der Erzieherin bzw. des
Erziehers, sich selbstbestimmt zu verhalten und „Nein“ zu unerwünschtem Verhalten, w ie ungewollte
Berührungen, zu sagen. Die Kinder lernen über Grenzen setzen, sich selbst auch abgrenzen zu können
und/oder sich zu trauen
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
38
4. Typisch Mädchen - typisch Junge
Für die Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, sich in vielen verschiedenen Bere ichen auszuprobieren
- unabhängig davon, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.
Diese gesellschaftliche Entwicklung findet sich in vielen Aspekten des alltäglichen Angebotes in der
KiTa wieder. So erhalten Kinder Anregungen und Impulse, die von den Interes sen der Kinder aus-
gehen, egal welchem Geschlecht sie angehören. Jungen und Mädchen erhalten kreative Angebote, wie
zum Beispiel Musik und Tanz, Bewegungsangebote wie Fußball und Klettern, Angebote im haus-
wirtschaftlichen Bereich, wie zum Beispiel Kochen und Backen oder handwerkliche Tätigkeiten.
Es ist die Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darauf zu achten, dass sich alle Kinder glei-
chermaßen daran beteiligen können. Die Gruppenräume sind so ausgestattet, dass Mädchen und
Jungen Spiel- und Beschäftigungsmaterial vorfinden, das vielfältig und für alle Kinder zugänglich ist. So
bieten die Fachkräfte Kindern gezielt Material und Spielmöglichkeiten an, die ihre Kompetenzen er-
weitern und ihre Interessen fördern. So sollen die Kinder angeregt werden, Tätigkeiten und
Verhaltensweisen zu erproben und entwickeln, die nicht den typischen Rollenzuschreibungen
entsprechen.
Alle Gefühlsäußerungen sind willkommen und wertgeschätzt, unabhängig von gesellschaftlichen
Erwartungen an das Verhalten von Mädchen und Jungen.
Gleichzeitig ist den Mitarbeiter*innen bewusst, dass sie auch mit ihrem Handeln wichtige Rollenmod-
elle für die Kinder sind.
In regelmäßigen Abständen gibt es Entwicklungsgespräche, in denen auch die Identitätsfindung des
Kindes ein Thema sein kann, damit sowohl die Eltern als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
das Kind darin unterstützen, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
5. Wickeln
Es gehört zu den Aufgaben aller beschäftigten Erzieherinnen und Erziehern, Kinderpflege rinnen und
Kinderpflegern sowie Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, das Wickeln der Kinder zu
übernehmen- geschlechterunabhängig.
Voraussetzung ist ein vorliegendes einwandfreies Führungszeugnis. Ebenso bedarfs es gerade bei
neuen Mitarbeitern*innen einen Beziehungsaufbau zu den Kindern.
Praktikantinnen und Praktikanten, die nur wenige Wochen oder kürzer in der KiTa sind, wickeln nicht.
Während der Eingewöhnungszeit begleiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Eltern beim
Wickeln Ihres Kindes. Es ist das Ziel, in dieser Zeit das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, so dass es
sich bald auch gerne von den Pädagogen*innen der Gruppe wickeln lässt. Außerdem können Sie auf
Besonderheiten und Rituale beim Wickeln hinweisen.
Die Wickelsituation ist nicht nur eine reine Pflege- sondern auch eine soziale Situation, die die Mäd-
chen und Jungen oft genießen. Damit sich das zu versorgende Kind nicht mit seinem Körper aus-
geliefert fühlt, wird das Kind nach seinen Möglichkeiten in den Prozess des Wickelns un d Umziehen,
sowie Versorgung nach Toilettengang aktiv einbezogen- so entwickelt das Kind zudem ein Gefühl und
eine Verantwortung für den eigenen Körper. Andere Kinder dürfen die Wickelsituation begleiten,
wenn das Kind sowie die begleitenden Kinder dies wünschen und die Situation für sie damit gelöster
wird.
Zudem bildet die Gestaltung des Wickelns (Rituale, kleine Körperspiele, Lieder usw.…) sowie die hy-
gienische Umsetzung eine wichtige Grundlage für den intimen Wickelprozess des Kindes.
Als Schutz für den Intimbereich, stehen die Mitarbeiter*innen schützend vor dem Kind und lehnen die
Türe zum Waschraum während eines erhöhten Publikumsverkehrs (Bring -und Holzeiten) sichtges-
chützt an. Eltern, die ihre Kinder noch in der KiTa wickeln möchten, werden gebete n zu warten, bis
die Mitarbeiter*in ihre Wickelsituation beendet hat.
Die Kinder bei den Kleinen Riesen werden nach Bedarf und nicht nach Zeitplan gewickelt.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
39
Die Entwöhnung von der Windel ist eine große Aufgabe für die Familie und das Kind, die individue ll
unterschiedlich bewältigt wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten durch z. B. Gespräche,
Informationsveranstaltungen und Literaturtipps unterstützen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten die Entwöhnung Ihres Kindes vo n der
Windel gelassen und beugen Leistungsdruck vor.
Zum Umkleiden wird den Kindern natürlich ein sichtgeschützter Bereich ermöglicht.
Natürlich werden Kinder, die sich von der Windel entwöhnen, darin unterstützt und erinnert, die Toi-
lette aufzusuchen. So werden die Kinder vor und nach längeren Beschäftigungen, Essenssituationen
und außer Haus Aktivitäten angehalten die Toilette nochmal aufzusuchen. Da Kinder in erster Linie
bedürfnisorientiert entscheiden, soll der Erwachsene dem Kind eine Erinnerungshilf e sein.
Grundsätzlich werden Kinder, die eine Toilette aufsuchen darin unterstützt, diese intime Situation ges-
chützt und alleine wahrzunehmen und bei Bedarf nach Hilfe durch eine Mitarbeiter*in zu rufen.
6. Kindliche Sexualentwicklung
Mütter und Väter sind oft irritiert, wenn im Zusammenhang mit ihren jungen Kindern von Sexualität
gesprochen wird. Die kindliche Sexualität unterscheidet sich jedoch grundlegend von der Sexualität
Erwachsener.
Mädchen und Jungen nehmen angenehme Gefühle mit allen Sinnen wahr und reagieren spontan, neu-
gierig und unbefangen auf alles, was sie im Zusammenhang mit Körperlichkeit erleben.
Die Regeln, nach denen Erwachsene Handlungen bewerten - also entscheiden, was „erlaubt“ ist und
was nicht -, erlernen die Kinder in den ersten Lebensjahren dadurch, dass Erwachsene ihnen diese
vorleben oder dadurch, dass ihnen bestimmte Handlungen erlaubt oder verboten werden.
Was bedeutet das konkret für das Alltagshandeln in der KiTa?
o Über den eigenen Körper sprechen
Genauso selbstverständlich wie Kleinkinder ihre Hände und Füße betrachten und begreifen, erkunden
sie auch ihre Geschlechtsteile und so selbstverständlich wie Eltern z. B. beim Wickeln und Waschen
des Kindes Arme, Beine, oder Bauch benennen, sollten sie auch die Geschlechtsteile benennen. So ler-
nen die Mädchen und Jungen mit der Sprachentwicklung die Benennung aller Körperteile, was für den
Aufbau eines positiven Körpergefühls ein wichtiger Schritt ist. Die Fachkräfte setzen dies bei ihrer Ar-
beit in der KiTa fort und achten darauf angemessene Bezeichnungen bei der Benennung der Ges-
chlechtsteile zu verwenden. Verniedlichungen in den Begriffen seitens der Erwachsenen ist eine „Kon-
traindikation“ hinsichtlich eines natürlichen Umgangs mit Sexualität.
Die Nutzung von Vulgärbegriffen wird hinterfragt und so korrigiert, dass ein wertschätzender respektv-
oller Umgang beibehalten wird. Den Mitarbeiter*innen ist bewusst, dass sowohl im Krippen -als auch
im Kindergartenalter Vulgär- und Fäkalbegriffe Ausdruck von Scham sein kann und somit eine Atmos-
phäre von Natürlichkeit umso wichtiger ist.
Dazu gehört auch, dass Fragen von Kindern ernsthaft beantwortet werden. Mit der Sprachentwicklung
geht das sogenannte „Fragealter“ der Kinder einher. Sie möchten alles ergründen und stellen z u jedem
Thema Fragen. Die Kinder erhalten auf ihre Fragen Antworten in kindgerechter Sprache, die
entsprechend ihrem Entwicklungsstand formuliert und erklärt werden und in Absprache mit den
Eltern erfolgen.
o Kennenlernen des eigenen Körpers
Bemerken Erwachsene, dass ein Kind sich an seinen Geschlechtsteilen berührt, ist ihnen dies
manchmal unangenehm und sie neigen dazu, dies zu verbieten. Für eine positive Einstellung zum
eigenen Körper ist es förderlich, seine Erkundungen zuzulassen. In jedem Fall achte n die Erzieherinnen
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
40
und Erzieher darauf, dass dies in einem geschützten Rahmen (WC Bereich) und nicht öffentlich ges-
chieht.
Zur kindlichen Sexualentwicklung gehört die Neugier auf alles, was mit dem eigenen Körper und des-
sen Funktionen zusammenhängt. Deutlich tritt dieses Interesse bei dem Thema Selbstberührungen
und bei „Doktorspielen“ zu Tage. Es gehört zur kindlichen Sexualentwicklung, dass manche Kinder ih-
rer Neugier durch Berührungen im Genitalbereich Ausdruck verleihen. Manche Kinder tun dies, andere
nicht. Diesem Interesse des Kindes begegnen die Fachkräfte mit einer offenen und wertschätzenden
Haltung auf der Basis von fachlichem Wissen.
Genauso wichtig wie das Thema Selbsterkundung ist die Auseinandersetzung mit den so genannten
„Doktorspielen“. Bei „Doktorspielen“ stillen Kinder ihre Neugierde und ihr Interesse in Bezug auf ihren
eigenen Körper und den anderen Kindern. Sie schauen sich gegenseitig unbekleidet an und vergleichen
ihren Körper mit den anderen Kindern.
Aus Rücksicht zu verschiedenen Kulturen und familiären Hintergründen lassen wir dies in unseren Ein-
richtungen nicht zu. Die Mitarbeiter*innen reagieren sachlich, neutral und verweisen die Kinder
darauf dies im Kindergarten zu unterlassen.
So darf niemand einem anderen Kind oder sich selbst einen Gegenstand in den Mund, die Nase, das
Ohr, den Po, die Scheide oder den Penis stecken oder die Grenzen des Spielpartners missachten.
Jedes Mädchen und jeder Junge bestimmt selbst, ob und mit wem sie oder er spielen möchte. Die
Fachkräfte kennen die Grenzen und vermitteln diese den Kindern und achten immer auf deren Einhal-
tung.
Mütter und Väter sind und bleiben die Experten für Ihr Kind. Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit
sind die Entwicklungsgespräche, in denen sich die Eltern mit den Fachkräften auch über die sexuelle
Entwicklung ihres Kindes austauschen können, sehr wichtig.
Unser Ziel, die Kinder zu gesunden, selbstbewussten und selbstbestimmten Mädchen und Jungen zu
erziehen, können wir nur gemeinsam erreichen, indem wir dazu beitrage n, den Kindern eine Stärkung
des Körpergefühls zu vermitteln, sie gut zu informieren und somit möglicher Kindeswohlgefährdung
vorzubeugen.
7. Sexualpädagogik in der KiTa
Das Thema Sexualpädagogik ist ein wichtiges Thema im Bildungsbereich „Körper und Sinne “ mit Ange-
boten für Familien, Mitarbeitende und Kinder.
Ziel ist es, dass alle Mädchen und Jungen einen positiven Zugang zu ihrem Körper und zu ihrer Sexuali-
tät finden. So lernen sie, respektvoll mit sich und anderen umzugehen und ihre eigenen Grenzen zu
wahren. Auch Angebote zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder sowie entsprechende
Auflagen zum Schutz der Kinder im Alltag gehören dazu.
Die Kinder tragen immer eine Badehose, Schwimmwindel und/oder einen Badeanzug. Die Umkleideak-
tion wird immer in den Räumlichkeiten der Kita vorgenommen.
Das Themenfeld Sexualpädagogik wird, wie alle Bildungsbereiche in unserer KiTa, sowohl zu Hause als
auch in der KiTa umgesetzt. Über die pädagogische Umsetzung in der KiTa des Kindes werden Eltern z.
B. durch Informationsabende, zum Teil mit externen Referentinnen und Referenten, durch Aushänge,
in den Entwicklungsgesprächen und natürlich in der vorliegenden Konzeption informiert.
Das Thema Sexualpädagogik findet sich in den Gruppenräumen der KiTa durch vielfältiges Material,
wie z. B. Bilderbücher wieder.
Unser Ziel ist es dabei, dass die Kinder ihren Körper ohne Schamgefühl wahrnehmen und als Ich -
Erfahrung schätzen, schützen und akzeptieren zu lernen.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
41
In ihrer Kindergartenzeit sollen alle Mädchen und Jungen die Bezeichnungen und die Funktionen der
Körperteile des menschlichen Körpers kennenlernen. Dazu gehört auch, dass Kinder die Bezeich-
nungen für die Geschlechtsorgane kennen und benutzen können und Antworten auf ihre Fragen
bezüglich Liebe, Sexualität, Zeugung und Geburt erhalten. Themen, die durch die Kinder aufkommen,
werden erzieherisch begleitet, damit die Kinder mit diesem Thema und damit aufkommenden Gefüh-
len nicht allein gelassen werden.
Die Kinder erleben, dass alle Lebens- und Familienformen in der KiTa gleichermaßen wertgeschätzt
werden. Ziel unserer Gesellschaft und unserer Kita ist eine vorurteilsfreie Erziehung - in der der
Mensch mit seinem Charakter und Wesen im Vordergrund steht und niemals aufgrund seiner Gesin-
nung.
Um die Kinder und Eltern kompetent begleiten zu können, besuchen die Mitarbeiterinnen und Mi-
tarbeiter unserer KiTas u.a. Fortbildungen zum Thema Sexualpädagogik und Prävention.
Einzelfallbesprechungen und kollegialer offener Austausch verbunden mit selbstreflektierendem
Verhalten bilden die Grundlage für einen sensible und möglichst
vorurteilsfreie Begleitung in der Sexualpädagogik Ihres Kindes.
Regeln kurzgefasst für den Kita-Alltag bei den Kleinen Riesen:
▪ Der Wunsch nach körperlicher Nähe geht nur vom Kind aus, nicht vom Pädagogen*innen
▪ Gefühle, Meinungen sowie Grenzen werden von allen respektiert und akzeptiert („Nein heißt Nein“)
▪ Körperteile werden immer klar benannt (Penis, Vagina, Brust, Gesäß, Brustwarzen)
▪ Vulgäre Ausdrucksformen werden nicht geduldet
▪ Das Kind agiert Selbstbestimmt mit Rücksicht auf andere Spielpartner (Grenzen wahren)
▪ Erkundungsspiele finden nur in voller Bekleidung mit Kindern des gleichen Entwicklungsstand statt
▪ Körperöffnung sind Tabu
▪ Das Entkleiden des Körpers beim Spielen ist verboten
▪ Die Selbsterkundung findet immer ohne jegliche Beobachter (Kinder, Eltern, Pädagogen) und in der Toi-
lettenkabine statt
▪ Die Kinder werden sowohl von weiblichen, männlichen und diversen Pädagogen*innen, gewickelt sowie
beim Toilettengang begleitet (Voraussetzungen sind eine aufgebaute Bindung zum Kind sowie ein Füh-
rungszeugnis ohne Einträge)
▪ Das Mitteilen bzw. Hilfe holen ist kein Petzen, sondern wird positiv bewertet
▪ Eltern werden noch am gleichen Tag über Vorkommnisse informiert
▪ Pädagogen*innen und Kinder küssen sich nicht auf den Mund
Zum Schluss ist noch hinzuzufügen, dass jede Kita diese Konzeption auf den entsprechenden Sozialraum
anpasst. Dies wird in der hauseigenen Konzeption ausgeführt.
Kapitel: Anlage 6: Personalmangel
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ANLAGE 6: PERSONALMANGEL
Definition:
Es kann j ederzeit vorkommen, dass Personal durch Krankheit, Urlaub oder Fortbildung ausfällt und es dadurch
zu personellen Engpässen kommt. Um die sichere Betreuung der uns anvertrauten Kinder zu gewährleisten, ist
immer eine gewisse Anzahl an Personal notwendig. Wenn eine voll belegte Gruppe an Kindern von weniger als
zwei Kräften mit Aufsichtspflicht besetzt ist, gilt dies als Personalmangel.
Infobox
➢ Die Gruppenstärke darf folgende Kinderanzahl nicht überschreiten:
o Gruppenform 1: 22 Kinder
o Gruppenform 2: 11 Kinder
o Gruppenform 3: 27 Kinder
➢ Jede Gruppe ist mit 2 Kräften mit Aufsichtspflicht besetzt.
➢ Die Einrichtungsleitung oder in Abwesenheit die Stell - / Abwesenheitsvertretung ist berechtigt fol-
gendes zu streichen bzw. anzuordnen:
- Überstunden (Auf- oder Abbau von Überstunden) anzuordnen
- Fortbildungen der MA abzusagen bzw. abzubrechen (wenn Personalnotstand vorhersehbar oder
akut ist)
- Je nach Situation Arzttermine (auch Facharzttermine) sowie Urlaube von MA streichen
- Bei Streichung von Fortbildungen, kostenpflichtigen Arztterminen bzw. Urlauben wird die regionale
Leitung / der Träger informiert & Absprachen bezüglich der Kostenerstattung bzw. Kostenentste-
hung getroffen.
Maßnahmen:
1. Internes Aufteilen der Kräfte auf die einzelnen Gruppen. Bei geringer Gruppenstärke Zusammenlegen
der Gruppen.
Beispiel:
Gruppe A hat eine Kraft und Gruppe C hat drei Kräfte auf jeweils volle Gruppenstärken. Es wechselt eine
Kraft aus Gruppe C in Gruppe A, um in beiden Gruppen den Personalschlüssel zu gewährle isten.
Wenn nicht möglich, da in allen anderen Gruppen auch nur zwei Kräfte sind übernimmt dies die Stel-
lvertretung bzw. Leitung und geht in den Gruppendienst (ggf. Ganztägig).
2. Dienstzeiten der MA überprüfen und anpassen, damit wenn möglich die Schichten a bgedeckt sind.
3. Individuelles Abwägen der Teilzeitkräfte / Springer
Bei der Regionalleitung Springerkraft anfragen oder bei den Teilzeitkräften die Dienstzeit entsprechend
dem Bedarf schieben bzw. den Überstundenaufbau anordnen zum Abdecken der Kernzeitbetr euung.
4. Wenn möglich Personal „zurückrufen“
- Von Fortbildungen
- Bei Arztterminen / Terminen
- Vom Überstundenabbau
5. Notbetreuung:
5.1. Gruppenbelegung (Gruppenstärke) überprüfen . Je nach Kinderzahl können Gruppen zusam-
mengelegt werden. -siehe Infobox-
5.2. Öffnungszeiten verkürzen . Die Einrichtung wird eine halbe Stunde früher geschlossen, je nach
Möglichkeit auch eine Stunde.
5.3. Gruppenstärke verringern, dabei werden Kinder nach Hause geschickt.
Beachte folgende „Platzierung“:
Kapitel: Anlage 7: Aufnahmekriterien
43
1. Berufstätige Familien (wo beide Eltern arbeiten) haben Vorrang
2. Familien deren Eltern zur Schule, Ausbildung, Uni gehen (mit Nachweis)
3. Eltern die wirklich wichtigen Termine haben (nur mit Nachweis, sonst werden diese ebenfalls
nach Hause geschickt)
5.4. Gruppen schließen
Hier muss abgewogen werden, ob eine einzelne Gruppe, ein Bereich oder alle Gruppen betroffen sind.
Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht immer die gleiche Gruppe betroffen ist. In kleinen Einrich-
tungen, evtl. direkt Gruppenübergreifend arbeiten (orientiert an 5.2.).
Die regionale Leitung/ Träger wird über folgende Maßnahmen informiert, so dass der Ablauf an das Landesju-
gendamt weitergegeben werden kann.
ANLAGE 7: AUFNAHMEKRITERIEN
o Kinder, die in der Gemeinde/Stadt wohnen und gemeldet sind, vorzugsweise Kinder aus dem Einzugs-
bereich.
o Aufnahme der Kinder im Rahmen der festgelegten Betreuungsstruktur.
o Kinder, deren Geschwister die Einrichtung zeitgleich besuchen haben Vorrang zum Besuch derselben
Kindertageseinrichtung
o Kinder, deren Eltern einer Berufstätigkeit nachgehen, eine Ausbildung absolvieren bzw. dem Arbeits-
markt zu Verfügung stehen müssen. (Die Bescheinigung einer Erwerbstätigkeit oder eine Bescheini-
gung der Ausbildungsstelle kann eingefordert werden)
o Beachtung der Gruppenaltersstruktur
o Kinder, deren Eltern Mitarbeiter*innen der Kitas der Kleinen Riesen Nord gGmbH sind, haben Vorrang
zum Besuch einer der Kindertageseinrichtungen.
o Kinder, die aufgrund einer persönlichen Notlage einen Kitaplatz benötigen. Als persönliche Notlagen
gelten der nachgewiesene Ausfall der wesentlichen Betreuungsperson/en durch Tod oder durch Er-
krankung, die eine Betreuung des Kindes unmöglich macht und die wirtschaftliche Absicherung der
Familie gefährdet sowie eine Betreuungsnotwendigkeit zum Schutz des Kindes erforderlich ist. Die
Prüfung und Entscheidung hierzu obliegt der Kita-Leitung in Abstimmung mit dem Träger.
o Geschlechterverhältnis
o Verhältnis von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund
o Verhältnis von Kindern mit und ohne Behinderung
o Ältere Kinder werden vorrangig aufgenommen
o Zusammenarbeit mit Eltern (Gesprächsbereitschaft, Einhaltung von Kita -Regeln und Absprachen, Ver-
ständnis von Erziehungspartnerschaft)
Platzvergabe
Die Platzvergabe erfolgt durch die Leitung, ohne dass eine Begründung der Entscheidung erfolgt.
Anlage_9.1_Pi_Casa_Bewerbung_York_Kaserne
1332 Zeichen
Pi-Casa Kindertagesstätten gGmbH M Pi Casa Kindertagesstätten gGmbH, Lenaustr. 1. 40470 Düsseldorf Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 48127 Münster Düsseldorf, den 19.03.2020 Verbindliche Bewerbung um die Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Ausschreibungsnummer 04/19 Sehr geehrte Frau Tigger, vielen Dank für das nette Gespräch am. 13.03.2020. Wir möchten uns nochmal herzlich dafür bedanken. Wir haben uns bei Ihnen im Jugendamt sehr wohl gefühlt und möchten wir uns hiermit weiterhin verbindlich um die Trägerschaft der neuen Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne, Ausschreibungsnummer 04/19, bewerben. Wir sind seit 01.2010 anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und betreiben Kindertagestätten und Großtagespflegen. Wir erklären hiermit ebenfalls verbindlich den Trägeranteil in Höhe von 7,8% nach neuem KiBiz ab 01.08.2020 in voller Höhe erbringen zu können. Weiterhin erklären wir hiermit die Übernahme für die Kosten zum Bau und der Ausstattung der Frischküche, soweit diese noch in der Planung realisierbar ist. Sollte. dies nicht mehr möglich sein, so wird das Ernährungsangebot dahingehend angepasst. a TEEN Een SB 78 h-casa.c« £7 sossa: Geraldine Schulden Geschäftsführung
Anlage_7.2_Kinderzentren_Kunterbunt_Konzept_York_Kaserne
29247 Zeichen
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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Bewerbung der Kinderzentren Kunterbunt
gGmbH als Träger für eine Kita in der Stadt
Münster – Stadtteil Gremmendorf 04/19
erstellt von:
Kinderzentren Kunterbunt
Gemeinnütziger Träger für Kinderkrippen und Kindertagesstätten gGmbH
Magdalena Heller
Projektleiterin
Norman Kuhn
Projektleiter
Zitelmannstraße 22
53113 Bonn
Tel.: 0228 / 538823 – 325 / - 310
Fax: 0228 / 538823 - 316
Email:
Magdalena.Heller@kinderzentren.de
Email: Norman.Kuhn@kinderzentren.de
Internet: www.kinderzentren.de
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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Inhalt
1. Trägerprofil ........................................................................................................ 3
1.1 Trägervorstellung ...................................................................................... 3
2. Organisation und Betrieb der Einrichtung ...................................................... 4
2.1 Betriebsgrundlagen ................................................................................... 4
2.2 Versorgungssystem .................................................................................. 5
3. Allgemeines pädagogisches Konzept ............................................................. 6
3.1 Grundlage ................................................................................................. 6
3.2 Zielgruppen ............................................................................................... 6
3.3 Gesetzliche Regelungen ........................................................................... 7
4. Fachliche Qualität.............................................................................................. 8
4.1 Pädagogischer Ansatz .............................................................................. 8
4.1.1 Ko-konstruktive Haltung ........................................................................ 8
4.1.2 Partizipation .......................................................................................... 8
4.2 Inklusion ................................................................................................... 9
4.3 Konzept zum Personalmanagement ........................................................10
4.3.1 Mitarbeiter ............................................................................................10
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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1. Trägerprofil
1.1 Trägervorstellung
Kinderzentren Kunterbunt gGmbH ist 1998 aus einer E lterninitiative unter Vorsitz des
heutigen Geschäftsführers Björn Czinczoll entstande n und ist seitdem auf Kinderbetreuung,
Weiterbildung und frühkindliche Erziehung spezialis iert. Hierbei wurde bereits zu Beginn die
oftmals in Politik und von Eltern geforderte Vereinbarkeit von Familie und Beruf als konkretes
Ziel festgelegt. Unsere Einrichtungen zeichnen sich ganz bewusst durch Wohnortnähe oder
Arbeitsplatznähe, flexible Buchungen (im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten),
pädagogische Qualitätskontrolle, langen Öffnungszei ten und ganzjähriger Öffnung
(Ausnahme zwischen Weihnachten und Silvester) aus.
Für ihre bedarfsgerechte Konzeption erhielt der Trä ger im Laufe der Jahre zahlreiche
Auszeichnungen, unter anderem wurde der Gründer und Geschäftsführer 2006 aufgrund des
Innovationspotenzials und der Nachhaltigkeit unsere s Konzeptes zum „Social Entrepreneur
Germany“ gekürt.
Heute betreiben die Kinderzentren bundesweit rund 8 0 Einrichtungen und verstehen sich als
Partner der Familie. Die Kindertagesstätten orienti eren sich sowohl am Förder-, Bildungs-
und Betreuungsbedarf der Kinder, als auch an einer bestmöglichen Unterstützung der Eltern.
Auch die Umgebung und die heutigen Rahmenbedingunge n der Familie werden
miteinbezogen. Dies ist unser Anspruch.
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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2. Organisation und Betrieb der Einrichtung
2.1 Betriebsgrundlagen
Die Kindertagesstätte würde ganztags geöffnet sein. Die täglichen Öffnungszeiten sind von
07:00 – 16:30 Uhr, wobei die Öffnungszeiten an den Bedarf angepasst werden können.
Für die neue Kindertageseinrichtung in der Stadt Mü nster sind alle drei Gruppenformen (G I,
G II, GIII) vorgesehen.
Zweimal die Gruppenform I mit 20 Kindern à 35h oder 45h, Gruppenform II mit 10 Kindern à
35h oder 45h und Gruppenform III mit 20-25 Kindern 35h oder 45h. Wir empfehlen
erfahrungsgemäß ein ausgewogenes Verhältnis von U3- und Ü3-Gruppen. Die genaue
Gruppenkonstellation wird sich an den Vorgaben der Sozialraumplanung der Stadt Münster
orientieren.
In der Einrichtung werden Kinder ab 6 Monaten aufge nommen; eine frühere Aufnahme kann
aber in Absprache mit den Erziehern/innen und im Einzelfall erfolgen.
Kinderzentren Kunterbunt beteiligt sich an dem zent ralen Auswahlverfahren. Eine Aufnahme
erfolgt nach den Vorgaben der Stadt Münster bzw. de m Jugendamt und ist ganzjährig
möglich, sofern ein Platz frei ist.
Des Weiteren erfüllen wir alle Kriterien, die ein f reier Träger für eine Betriebserlaubnis nach
LWL benötigt, was wir sowohl im pädagogischen- als auch im Raumkonzept berücksichtigen.
Alternativ könnten wir auch unser flexibles Buchungssystem anbieten. Hier können die Eltern
innerhalb unserer Öffnungszeiten die gewünschten Betreuungszeiten im Voraus fest buchen.
Die Buchungszeiten werden im Vertrag schriftlich festgelegt und können nach Absprache mit
dem/n Erzieher/innen geändert werden. Die Bring- und Abholzeit wird somit flexibel nach den
Bedürfnissen der Kinder und Familien gestaltet.
Durch unser teiloffenes Konzept lernen die Kinder s chnell alle Erzieher kennen und sind mit
Ihnen vertraut. Dadurch ist es uns möglich, an Brüc kentagen und in Ferienzeiten, einfach
Gruppen zusammenzulegen und Personalstunden einzusp aren, die an anderen Stellen
einzusetzen sind. Unsere Einrichtungsleitungen sind voll freigestellt, wir erfüllen den zweiten
Wert und entlasten unser pädagogisches Team durch e ine Hauswirtschaftskraft auf
20h/Woche Basis und einen Hausmeister der 10h/Woche der Einrichtung zugeteilt ist.
Im Krankheitsfall unterstützen sich die Einrichtung en untereinander und bekommen
Unterstützung von Kita übergreifenden Springerkräften.
Kinderzentren hat das Ziel am jeweiligen Standort S ozialkontakte zu knüpfen. Die
Einrichtungsleitung macht es sich zur Aufgabe die Z usammenarbeit mit Träger, Elternbeirat,
Jugendamt, Behörden und Kooperationspartnern (Grund schule, Frühförderstelle etc.) zu
knüpfen und zu pflegen.
Auch ist es der Stadt Münster möglich den Mehrzweck raum nach dem Kita-Alltag zu mieten
und für Angebote, wie Sport oder ein Sprachen-Café zu nutzen. Diese Art von
Sozialraumschaffung baut sich mit der Zeit aus Erfahrung von alleine auf.
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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Wir gehen davon aus für die Ausstattung für Innen- und Außengelände die Investiven Mittel
in Höhe von ca. 252.000€ (4 Gruppen, ca. 72 Kinder) zu nutzen. Wir erklären uns bereit den
Eigenanteil von 10% selber zu übernehmen. Auch nich t förderfähige Kosten, zum Beispiel
für die Erstausstattung benötigtes Verbrauchsmaterial, werden wir übernehmen.
2.2 Versorgungssystem
Dass das körperliche und seelische Wohlbefinden ein es Menschen maßgeblich davon
abhängt was er zu sich nimmt, ist längst kein Geheimnis mehr.
Gerade in den ersten Lebensjahren ist eine
gesunde und ausgewogene Ernährung von
fundamentaler Bedeutung für eine gute
körperliche Entwicklung und geistige Fitness.
Neben der bloßen Nahrungsaufnahme werden
hier auch grundlegende Maßstäbe für das
Ernährungs- und Konsumverhalten im
weiteren Leben festgelegt und zahlreiche
sozial-emotionale, kulturelle und intrapersonale
Kompetenzen gebildet.
Das Ernährungskonzept der Kinderzentren Kunterbunt gGmbH richtet sich daher bei der
Zusammenstellung der Mahlzeiten nach den Empfehlung en der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung (DGE). Der Speiseplan orientiert sich an der Bremer Checkliste.
Die meisten unserer Einrichtungen verfügen über ein e Tiefkühl-Mischküche, die für das
Mittagessen genutzt wird. Die Kindermenüs, die abwe chslungsreich, gesund und
überwiegend in Bio-Qualität sind, werden von auf Ki ndertagesstätten spezialisierten Firmen
produziert und angeliefert. Das tiefgekühlte Mittag essen wird in der Einrichtung schonend in
einem Convectomaten dampfgegart. Das Mittagessen wi rd dann von der
Hauswirtschaftskraft durch frische Komponenten ergä nzt. Über unsere Anbieter ist es
möglich auf sämtliche religiösen Besonderheiten und Lebensmittelintolleranzen zu reagieren.
Zum Trinken erhalten die Kinder Wasser und ungesüßt en Tee. Für das Frühstück und die
Brotzeit geben die Eltern eigenes Essen mit in die Einrichtung. Hierbei beraten wir die Eltern
gerne über gesunde Nahrungsmittel und laden Ernähru ngsberater in unsere Einrichtung ein,
die uns in unserer Arbeit unterstützen. Selbstverst ändlich wird auf eine ausgewogene,
gesunde und altersgerechte Ernährung geachtet sowie die Speisen auf die individuellen
Bedürfnisse der einzelnen Kinder abgestimmt. Die Ko ntrolle der Lebensmittel (z.B.
Temperatur bei Essensausgabe) sowie die tägliche Üb erprüfung der Temperatur in den
Kühleinheiten werden in einem Hygieneplan dokumentiert.
Darüber hinaus betrachten wir die Küche als zusätzl ichen Funktionsraum der den Kindern
zeigt wo Ihr Essen herkommt und wie es zubereitet w ird. Mit interessierten Kindern werden
bereits erste Kochversuche gestartet in denen z.B. der Nachtisch oder der
Nachmittagssnack zubereitet werden. Auch für Eltern -Kind Aktionen kann die Küche genutzt
werden. Unterstützt wird dies durch uns bei der Aus stattung dadurch, dass für die Kinder
extra Arbeitsbereiche vorgehalten werden und Trittstufen vorgesehen sind.
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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Spielwiese Kunterbunt, München
3. Allgemeines pädagogisches Konzept
3.1 Grundlage
Die vorliegende Konzeption soll als Richtlinie für die Arbeit in unseren Kindertagesstätten
betrachtet werden. Sie erhebt keinen Anspruch auf V ollständigkeit. Wir sehen es als unsere
stete Aufgabe, sie immer wieder zu überprüfen und w eiterzuentwickeln. Die Konzeption
wurde für die Mitarbeiter/innen, die Eltern, den Tr äger und für alle, die an unserer Arbeit
interessiert sind, erstellt.
3.2 Zielgruppen
Wir betreuen Kinder im Alter von 6 Monaten bis 6
Jahren in unseren Kindertagesstätten. Wo möglich,
realisieren wir altersübergreifende Kinderbetreuung s-
einrichtungen in den entsprechenden
Gruppenformen. Alle unsere Einrichtungen erfüllen
selbstverständlich die gesetzlichen Vorschriften un d
Bildungsempfehlungen für die Kinderbetreuung der
einzelnen Länder. In der Mehrheit unserer
Einrichtungen werden die vom Gesetzgeber
vorgeschriebenen Standards weit übertroffen.
Unsere Kindertagesstätten haben ganztags geöffnet, zumeist längere Öffnungszeiten als
Einrichtungen öffentlicher oder kirchlicher Träger und keine Ferienschließzeiten
(Ausnahmeregelung, z.B. zwischen Weihnachten und Ne ujahr, Einrichtung von
Bedarfsgruppen möglich). Die individuellen tägliche n Öffnungszeiten einer Einrichtung
richten sich nach dem Bedarf und der Nachfrage am Standort.
In Absprache mit unserem pädagogischen Personal vor Ort sowie im Rahmen unserer
Öffnungszeiten und unserer Kernzeit von 9.00 – 13.0 0 Uhr können die Betreuungszeiten
individuell und einzelstündig nach den Wünschen der Eltern gebucht werden. Dabei achten
wir auch auf einen pädagogisch sinnvollen Betreuungsumfang, welcher sowohl eine gewisse
Stabilität und Sicherheit als auch das individuelle Wohlergehen des Kindes beinhaltet.
Eine Erweiterung der Betreuungszeit ist jederzeit m öglich, soweit freie Plätze vorhanden
sind. Auch die Möglichkeit, spontan eine einzelne S tunde dazu zu buchen, besteht. Eine
Reduzierung der Betreuungszeiten ist einmal pro Ver tragsjahr möglich. Die Leitung der
Kindertagesstätte ist frühzeitig (3 Monate) vor Beg inn der Änderungszeit zu informieren, um
eine Weitergabe der freien Stunden an andere Kinder zu ermöglichen.
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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3.3 Gesetzliche Regelungen
Der Betrieb unserer Einrichtungen basiert auf folg enden gesetzlichen
Grundlagen:
» Sozialgesetzbuch (SGB) Achtes Buch (VIII) - Kinder und Jugendhilfe
» Kinderbetreuungsgesetze der Bundesländer
» Länderspezifische Bildungsempfehlungen für Bildung und Erziehung von Kindern in
Tageseinrichtungen
» Landesrahmenverträge
» Infektionsschutzgesetz und dem
» Datenschutzgesetz
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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4. Fachliche Qualität
4.1 Pädagogischer Ansatz
Unsere Einrichtung arbeitet nach den jeweiligen län derspezifischen Bildungsplänen. Eine
Ausgabe dieses Bildungsplans liegt in unserer Kindertagesstätte zur Ansicht aus.
4.1.1 Ko-konstruktive Haltung
Grundlage für unsere Einrichtung ist der ko-konstru ktive Ansatz mit dem Kernstück der
inneren Haltung.
Sie bezeichnet eine in jeder Hinsicht von Professionalität und menschlicher Wärme geprägte
Einstellung zum jeweiligen Gegenüber. Diese positiv e Grundeinstellung ist der Schlüssel zu
gelungener Interaktion und macht ko-konstruktive Methoden erst möglich.
Sie bedingt auch das aufmerksame Interesse, welches die Betreuungsperson den Kindern in
der Einrichtung und deren Familien entgegenbringt. Das Interesse zeigt sich an erster Stelle
an einer kontinuierlichen Beobachtung des Kindes. A ber auch im freundlichen Angebot der
Erzieher, das Kind als Mensch mit Persönlichkeit inklusive seiner Lebenssituation und seiner
familiären Hintergründe näher kennenzulernen und zu würdigen, spricht für diese Haltung.
4.1.2 Partizipation
Ein in jeder Hinsicht kompetentes und ernstzunehmen des
Kind hat das Recht darauf sich aktiv zu beteiligen. Die
Kinder sind deshalb ebenfalls, das heißt in ko-
konstruktiver Zusammenarbeit mit der Gruppe und dem
pädagogischen Personal, Entscheidungsträger im Kita -
Alltag. Unter Partizipation verstehen wir die Teilh abe von
Personen an Entscheidungsprozessen und
Handlungsabläufen. Für das Heranwachsen zu einer
selbstständigen Persönlichkeit ist es wichtig, Stan dpunkte
zu beziehen und in seinen Entscheidungen ernst ge-
nommen zu werden. Hierfür bieten unsere Kitas vielf ältige
Mitsprache- und Mitwirkungsmöglichkeiten.
In der Kindertagesstätte fördern wir Lernkompetenz:
» Indem wir das Kind als aktives, kreatives und individuelles Wesen sehen.
» Indem wir den Kindern die Möglichkeit geben, sich ganzheitlich zu entwickeln.
» Indem wir den Kindern Raum und Zeit geben, um all die verschiedenen Dinge in
der Welt wahrzunehmen und verstehen zu lernen
» Indem wir den Kindern emotionale Zuwendung geben und verständnisvoll sind
» Indem wir an die Stärken der Kinder ansetzen und ihre Interessen und Bedürfnisse in
den Alltag mit einbeziehen
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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4.2 Inklusion
Inklusion bezieht sich auf alle Kinder. Sie macht K inder in der Zugehörigkeit zum Ganzen
stark, unabhängig davon ob sie geistig und körperli ch gesund oder von einer Behinderung
bedroht oder betroffen sind.
Die Verschiedenheit der Menschen in ihrem
Charakter, aber auch ihren geistig-mentalen
oder körperlichen Fähigkeiten ist dabei ganz
normal. Wir wissen, dass Andersartigkeit zu
unserem Leben gehört. Darüber wollen wir
nicht hinweggehen, sondern gemeinsam
einen Rahmen schaffen, in dem die
Unterschiedlichkeit zur Bereicherung und
Ergänzung wird.
An der Bereitstellung dieses Rahmens – in
Bezug auf räumliche, materielle, personelle,
soziale oder sonstige Gegebenheiten –
wirken alle Beteiligten mit.
Im Interesse der Kinder, des Betreuungspersonals, d er Familien und der ganzen Kinder-
tagesstätte findet eine sorgfältige Einschätzung de s individuellen Bedarfs der Einzelperson
und der Leistungsfähigkeit der Einrichtung (räumlic h, materiell und personell) statt.
Besondere Bedürfnisse werden thematisiert und mit e iner positiven Grundhaltung beant-
wortet, die ehrlich daran interessiert ist dem Anderen – in der akuten Situation und auf lange
Sicht – Gutes zu tun.
Tragfähig kann die erarbeitete Lösung nur dann sein , wenn sie in einem offenen, auf
gegenseitigem Verständnis bedachten und um die eige nen Leistungsgrenzen wissenden
Prozess konstruiert wurde. Der individuellen Einsch ätzung der Situation räumen wir deshalb
einen hohen Stellenwert ein und unterstreichen ihre Berechtigung in der inklusiven Arbeit
unserer Kindertagesstätten.
Diversität als Merkmal der ko-konstruktiven Haltung
In unseren Kindertagesstätten spiegelt sich die Plu ralität und Diversität unserer Gesellschaft
wieder. Es kommen Menschen unterschiedlichster familiärer und kultureller Hintergründe mit
ganz verschiedenen Bedürfnissen, Interessen und Fäh igkeiten zusammen, um gemeinsam
den Alltag zu gestalten und zu erleben. Dieser Viel falt begegnen wir mit einer großen
Offenheit.
In unseren Einrichtungen möchten wir von Vielfalt u nd Teilhabe geprägte Lebensräume
schaffen, die vor allem die Einzigartigkeit ihrer unterschiedlichen Mitglieder widerspiegelt.
Große und Kleine, Neue und Altbekannte, Mädchen und Jungen, Frauen und Männer,
Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion und Alters bringen ihre Ideen in die
Einrichtung mit und finden dort Gelegenheit, um die se in die Gestaltung einzubringen. Wir
nehmen insbesondere jedes Kind in seinem Erleben un d seinen individuellen Interessen
ernst und schenken ihm Beachtung.
Im Sinne einer gemeinsam getragenen Identität pfleg en wir einen bewussten Umgang mit
Grenzen. Denn: Bei aller Vielfalt ist nicht immer alles möglich. Es gilt hier gemeinsam Regeln
für das Zusammenleben aufzustellen, für die Gruppe und den Alltag Handlungs- und
Entscheidungsspielräume zu vereinbaren und bei Diff erenzen gemeinsam neue
Handlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze zu entwickeln.
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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Dies geschieht stets in einem dialogischen Prozess zwischen allen Beteiligten, die gemein-
sam Handlungsspielräume erkunden und über weitere K onsequenzen von Verhalten und
Entscheidungen reflektieren. Ziel ist es, Ideen zu entwickeln, die für alle eine annehmbare
und umsetzbare Lösung darstellen.
Dafür ist es notwendig, ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Kinder lernen sich in ihr
Gegenüber hineinzuversetzen. Sie sind eingeladen da s Verhalten von anderen Kindern und
Erwachsenen zu hinterfragen und erhalten Erklärunge n dafür. Fachkräfte nehmen ihrerseits
die Perspektive des Kindes ein und erarbeiten sich sowohl persönliche, als auch
fachtheoretische und fachpraktische Hintergrundkenn tnisse. Auf Basis dieses Wissens,
welches aus der dem Kind zugewandten, positiven Gru ndhaltung heraus resultiert, werden
professionelle Handlungskonzepte erarbeitet.
4.3 Konzept zum Personalmanagement
4.3.1 Mitarbeiter
In unseren Einrichtungen wird nach den
länderspezifisch geforderten Personal- und
Anstellungsschlüsseln ausschließlich fest-
angestelltes und bestens qualifiziertes
Betreuungspersonal eingesetzt. Wenn
möglich, werden dem Personal zusätzlich
Berufspraktikanten/innen oder Prakti-
kanten/innen zur Seite gestellt.
Bei der Zusammenstellung des Teams wird
darauf geachtet, dass unterschiedliche
Lebenserfahrungen, berufliche Entwicklungen
und vielfältige Begabungen eingebracht
werden können.
Die Mitarbeiter erhalten unbefristete Arbeitsverträ ge und die Möglichkeit in Voll- oder auch
auf Wunsch in Teilzeit zu arbeiten. Die Vergütung e rfolgt in Anlehnung an den TVöD (40
h/w). Ebenso der Urlaubsanspruch.
Nach Beendigung der Probezeit bieten wir die Möglichkeit der betrieblichen Altersversorgung
in Form einer Entgeltumwandlung an. Des Weiteren er möglichen wir unseren Mitarbeitern
eine Nettolohn-Optimierung und halten das Angebot e ines Job-Tickets. Persönliche und
fachliche Entwicklungen werden durch Fortbildungen, aber auch durch berufliche
Aufstiegsmöglichkeiten gefördert.
Bewerbung Trägerschaft Kindertageseinrichtung
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Jedem/r Mitarbeiter/in steht ein jährliches Fortbil dungsbudget für externe Fortbildungen zur
Verfügung. Die Fortbildungen werden durch die Quali tätsleitung genehmigt respektive
gefordert. Ferner werden durch die Qualitätsbeauftr agten regelmäßig interne
Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt. Die Qualitätsle itung achtet darauf, dass
Fortbildungen unterschiedlicher Thematik besucht we rden, um ein möglichst weitläufiges
Fachgebiet abzudecken. Dazu ist ein trägerinterner Lernzielkatalog entwickelt worden, der
die Bildungs- und Erziehungsziele des Orientierungs plans beinhaltet. Im Rahmen der
Zielvereinbarungen werden die Ziele und Wünsche der Mitarbeiter mit dem Träger
abgestimmt und so die zielgerichtete Entwicklung der Mitarbeiter in die Wege geleitet.
Um den Teamzusammenhalt zu stärken, findet einmal jährlich ein Teamtag statt, an dem die
Mitarbeiter selbstgewählte Aktivitäten außerhalb de r Kita unternehmen. Der Teamtag sowie
die Weihnachtsfeier der Mitarbeiter der Einrichtung werden durch den Träger finanziell
unterstützt.
Durch regelmäßig stattfindende Mitarbeiterbefragungen (einmal jährlich) in schriftlicher Form
reflektieren und verbessern wir unsere eigene Arbei t. Regelmäßige Fallbesprechungen und
wöchentliche Einzel-, Gruppen- und Teamgespräche so wie Beratungen, Einzel- und
Teamfortbildungen, sichern die hohe Qualität unserer Arbeit.
Aufgaben der Leitung
Die Leitung der Einrichtung trägt gegenüber dem Trä ger die Verantwortung für die
Einrichtung. Zu ihren Aufgaben gehören u.a.:
» die Umsetzung der Konzeption
» die Dienstaufsicht und Mitarbeiterführung
» die Erstellung des Dienstplanes
» die Verantwortung bzgl. der pädagogischen Arbeit in der Einrichtung und
» die Zusammenarbeit mit Träger, Elternbeirat, Jugend amt, Behörden und
Kooperationspartnern (Grundschule, Frühförderstelle etc.)
Eine Stellvertretung übernimmt diese Funktion im Falle ihrer Abwesenheit.
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Referenzen
Derzeit betreibt die Kinderzentren Kunterbunt gGmbH in NRW über 30 und deutschlandweit rund
80 Kinderbildungseinrichtungen. Für die nächsten Ja hre sind zudem bereits weitere neue
Standorte fest geplant. Im Folgenden finden Sie unsere Referenzenliste für NRW.
Nordrhein-Westfalen
» Kindertagesstätte „KiKu Kinderland“, Brühl / 70 Plätze
Herr Lorenz Schmitz, 02232/794600
2 Gruppen GFI, 1 Gruppe GFII, 1 Gruppe GFIII
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Kinderland 1 u. 2“, Bonn / 115 Plätze
(in Koop. mit der Deutschen Post)
Frau Rieck, 0228/18253068 (Deutsche Post)
2 Gruppen GF III, 3 Gruppen GFI, 5 Gruppen GFII
Öffnungszeiten: 7.30 - 18.30 Uhr
» Kindertagesstätte „Xkids“, Leverkusen / 50 Plätze
(in Koop. mit LANXESS)
Frau Dr. Peilstöcker (Lanxess)
1 Gruppe GFII, 1 Gruppe GF I, 1 Gruppe GFIII
Öffnungszeiten: 7.30 - 18.30 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Kinderland“
Troisdorf / 30 Plätze
Herr Dr. Markus Wüst, 02241/900551
jeweils 1 Gruppe GFI, 1 Gruppe GFIII
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Wäldchen“
Troisdorf / 30 Plätze (Erweiterung Februar 2020)
Herr Dr. Markus Wüst, 02241/900551
jeweils 1 Gruppe GFII, 1 Gruppe GFIII (GF I ab 2020)
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Zauberwald“, Troisdorf / 55 Plätze
Herr Dr. Markus Wüst, 02241/900551
1 Gruppe GFI, 1 Gruppe GFII, 1 Gruppe GFIII
Erweiterung um 2 Gruppen in 2018/19
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Apfelbäumchen“, St. Augustin / 55 Plätze
Frau Sandra Clauß und Herr Marcus Lübken, 02241/243225
1 Gruppe GFI, 1 Gruppe GFII, 1 Gruppe GFIII
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Wunderland“, St. Augustin / 70 Plätze
Frau Sandra Clauß und Herr Marcus Lübken, 02241/243225
3 Gruppen GFIII, Umzug und Erweiterung in Planung
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
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» Kindertagesstätte „KiKu Seepferdchen“, Gütersloh / 80 Plätze
Herr Karsten Amshoff, 0524 /822365
1 Gruppe GFI, 2 Gruppen GFII, 2 Gruppen GFIII
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Sonnenschein“, Hennef / 90 Plätze
Frau Miriam Immisch 02242-888-399
2 Gruppen GFII, 3 Gruppen GFIII
Öffnungszeiten: 7:30 -17:00 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Wolkenburg“, Hennef / 65 Plätze
Frau Miriam Immisch 02242-888-399
1 Gruppe GFI, 2 Gruppen GFIII
Öffnungszeiten: 7:30 -17:00 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Kinderland“
Pulheim / 40 Plätze
Frau Gabriele Tatas, 02238/808303
jeweils 4 Gruppen GF I
Öffnungszeiten: 7.30 - 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Hoppelhasen“
Pulheim / 40 Plätze
Frau Gabriele Tatas, 02238/808303
jeweils 4 Gruppen GF I
Öffnungszeiten: 7.30 - 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu NePoMuK“, Meerbusch / 110 Plätze
Frau Smittmanns, 02159/916571
2 Gruppen GFI, 2 Gruppen GFII, 2 Gruppen GFIII
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Kinderland“ Alfter / 70 Plätze
Herr Dr. Rolf Schumacher, 0228/6484141
2 Gruppen GFI (1x integrativ), 1 Gruppe GFII,
1 Gruppe GFIII
Öffnungszeiten: 7.30 - 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Kinderland“ Köln / 110 Plätze
Herr Gringmuth-Held
Jeweils 2 Gruppen GFI, 2 Gruppen GFII,
2 Gruppen GFIII
Öffnungszeiten: 7.30 - 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte „Kiku Bärenbande“ und „KiKu Rheinpiraten“
Köln / jeweils 60-70 Plätze
Herr Gringmuth-Held, 0221/22129153
Jeweils 2 Gruppen GFII, 2 Gruppen GFIII
Öffnungszeiten: 7.30 - 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Auenland“ Euskirchen
4 Gruppen
Herr Alfred Jaax, 02251/14386
Öffnungszeiten: 7.30 – 16.30 Uhr
Seite 3 von 5
» Kindertagesstätte „KiKu Lämmerland“ Euskirchen
3 Gruppen
Herr Alfred Jaax, 02251/14386
Öffnungszeiten: 7.30 – 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Abenteuerland“ Euskirchen
3 Gruppen 1 Gruppe GF I, 2 Gruppen GF II
Herr Alfred Jaax, 02251/14386
Öffnungszeiten: 7.30 – 16.30 Uhr
» Kindertagesstätte KiKu-Kinderland Mülheim / 110 Plätze
Frau Bode-Brock, 0208/4554558
Jeweils 1 Gruppe GF II und III und 4 Gruppen GF I
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte KiKu Burgmäuse (Koop. mit ALDI Süd)
in Mülheim a. d. Ruhr / 100 Plätze
Frau Bode-Brock, 0208/4554558 und
Herr Dr. Meyn, 0208 /89925000
Jeweils 2 Gruppen GF I, II und III
Öffnungszeiten: 7 - 18 Uhr
» Kita/FamZ Wasserwerk/ in Troisdorf 45 Plätze
3 inklusive Gruppen GF III und FamZ
Herr Dr. Markus Wüst, 02241/900551
» Kindertagesstätte KiKu Grasshüpfer in Swisttal/ 52 Plätze
Frau Adamek 02255/309530
Jeweils 1 Gruppe GF I, II und III
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte KiKu Waldwichtel in Neuss/ 70 Plätze
Frau Kaup 02131/905157
Jeweils 1 Gruppe GF II und III sowie 2 Gruppen GF I
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Bullerbü“, Harsewinkel / 44 Plätze
Frau Tröster, 05241/85 2434
4 Gruppen
Öffnungszeiten: 8 - 17 Uhr
» Kindertagesstätte „KiKu Lüttenland“ Telgte
4 Gruppen, Eröffnung März 2020
Frau Schnur 02504/13301
» Kindertagesstätte „KiKu Emspiraten“ Telgte
Jeweils 1 Gruppe GF I, II und III
Frau Schnur 02504/13301
» Kindertagesstätte „KiKu´s Wilde 13“ Kleve
Vier Gruppen, Erweiterung für 5 Gruppen
für 2020/21 geplant
Herr Träder 02821/99799-625
Seite 4 von 5
» Kindertagesstätte „KiKu Zaunkönige“ Langenfeld,
4 Gruppen, Zwei Gruppen GF I, 1 Gruppe GF II, eine Gruppe GF III
Frau Oberfranc 02173/794-3301
» Kindertagesstätte „KiKu Villa Kunterbunt“ Langenfeld,
6 Gruppen, Jeweils 2 Gruppen GF I, GF II, GF III
Frau Oberfranc 02173/794-3301
» Kindertagesstätte „KiKu Burgwichtel“ in Swisttal
3 Gruppen, jeweils GF I, GF II, GF III
Frau Adamek 02255/309530
» Neue Kindertagesstätte Mülheim-Barbarastraße,
5 Gruppen (Eröffnung Herbst 2020)
Frau Bode-Brock, 0208/4554558
» Neue Kindertagesstätte in Köln,
4 Gruppen (Eröffnung 2020/21)
Herr Gringmuth-Held, 0221/22129153
» Neue Kindertagesstätte in Essen-Krey
(Koop. mit ALDI Nord),
4 Gruppen
(Eröffnung 2020/21)
Frau Mees 0201/88-51586
» Neue Kindertagesstätte in Essen-Kettwig,
3 Gruppen (Eröffnung 2020/21)
Frau Mees 0201/88-51586
» Neue Kindertagesstätte in Hattingen
4 Gruppen (Eröffnung Herbst 2020)
Frau Stechele 02324/ 204-4278
» Neue Kindertagesstätte in Meerbusch
6 Gruppen (Eröffnung Herbst 2020)
Frau Smittmanns, 02159/916571
» Neue Kindertagesstätte in Euskirchen-Flamersheim
4 Gruppen (Eröffnung Herbst 2020)
Herr Alfred Jaax, 02251/14386
» Neue Kindertagesstätte in Neuss
4 Gruppen (Eröffnung 01.05.2020)
Frau Kaup 02131/905157
» Neue Kindertagesstätte in Neuss
Interimslösung 4 Gruppen (Eröffnung August 2020)
Frau Kaup 02131/905157
» Neue Kindertagesstätte in Neuss (Eröffnung 2021)
Frau Kaup 02131/905157
Seite 5 von 5
» Neue Kindertagesstätte in Neuss (Eröffnung 2021)
Frau Kaup 02131/905157
» Kindertagesstätte in Kleve- Materborn
Vier Gruppen (Eröffnung Herbst 2020)
Herr Träder 02821/99799-625
Anlage_8.1_Kleine_Riesen_Bewerbung_York_Kaserne
1454 Zeichen
gt ‚'E "Kleine ©) dar! |) Riesen’ Bilinguale Kindertagesstätten Kindertagesstätten Kleine Riesen Nord gGmbH | Esslinger Straße 69 | 73732 Esslingen EINSCHREIBEN-EINWURF Stadt Münster Amt für Kinder Jugendliche und Familie 48127 Münster VORAB PER FAX: (0251) 4927909 VORAB PER MAIL: gerick@stadt-muenster.de Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom Unsere Zeichen, unsere Nachricht vom Telefon, Name Datum (0711) 35 116 40, J. Wahler 16.03.2020 Aufrechterhaltung der Bewerbung als Träger für die Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, hiermit zeigen wir an, dass wir unser Interesse an der Übernahme der Trägerschaft der Kindertagesstätte auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gemmendorf aufrechterhalten. Den Eigenanteil des Trägers in Höhe von 7,8 Prozent können wir sicherstellen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit besten Grüßen ie | Jelena Wahler Geschäftsführerin Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH | Esslinger Straße 69 | 73732 Esslingen | Telefon: (0711) 35 11640 | Telefax: (0711) 35 116 417 'www.littlegiants.de | info@littlegiants.de Geschäftsführer | Dipl.-Ing. Jelena Wahler, MBA (Duke) | Dipl.-Ing. Peter Wahler, MBA (Duke) Sitz der Gesellschaft | Esslingen am Neckar | Amtsgericht Stuttgart HRB 7393 Bankverbindung | Volksbank Esslingen eG | IBAN DE17 6119 0110 0244 0280 01 | BIC GENODES1ESS sh
Anlage_6.2_Kath_KG_ St._ Nikolaus_ Konzept_ York_ Kaserne
42267 Zeichen
Kurzkonzeption der Katholischen Kirchengemeinde
St. Nikolaus Münster
für die Bewerbung um die Trägerschaft der neu
entstehenden Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der
York-Kaserne (Baufeld C3)
Inhaltsverzeichnis
1. LEITBILD DER KATHOLISCHEN KINDERTAGESSTÄTTEN IN TRÄGERSCHAFT DER KATHOLISCHEN
KIRCHENGEMEINDE ST. NIKOLAUS MÜNSTER 1
2. VORSTELLUNG DER KATHOLISCHEN KIRCHENGEMEINDE ST. NIKOLAUS MÜNSTER 3
3. ZIEL DER PÄDAGOGISCHEN ARBEIT 4
4. SOZIALRAUM 4
5. PÄDAGOGISCHER ANSATZ 5
6. EINGEWÖHNUNG 5
7. BILDUNGSBEREICHE NACH KIBIZ 5
BEWEGUNG 5
KÖRPER, GESUNDHEIT UND ERNÄHRUNG 6
SPRACHE UND KOMMUNIKATION 6
SOZIALE, KULTURELLE UND INTERKULTURELLE BILDUNG 7
MUSISCH-ÄSTHETISCHE BILDUNG 8
RELIGION UND ETHIK 8
MATHEMATISCHE BILDUNG 8
NATURWISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHE BILDUNG 9
ÖKOLOGISCHE BILDUNG 9
MEDIEN 10
8. PRÄVENTION, PARTIZIPATION UND INKLUSION 10
PRÄVENTION 10
PARTIZIPATION UND TEILHABE 11
INKLUSION 11
9. BILDUNGS- UND ERZIEHUNGSPARTNERSCHAFT 12
10. QUALITÄTSENTWICKLUNG 12
11. RAHMENBEDINGUNGEN 13
GRUPPENSTRUKTUR UND PERSONALSTRUKTUR 13
ÖFFNUNGSZEITEN 13
12. SCHLUSSWORT ZUR PÄDAGOGISCHEN KONZEPTION 13
13. ANGABEN ZUR WIRTSCHAFTLICHKEIT – FINANZEN 14
1
1. Leitbild der katholischen Kindertagesstätten in Trägerschaft der
Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster
Leitbild der katholischen Kindertagesstätten
Die beiliegende Konzeption beschreibt detailliert das Handlungskonzept der professionellen
pädagogischen Arbeit in unseren Kitas. Die pädagogischen Mitarbei ter*Innen1 setzen als
qualifizierte Fachkräfte das pädagogische Konzept der Kindertagesstätte um.
Unsere Kindertagesstätten als wichtige Kontaktstellen gelebten Glaubens
Unsere katholischen Einrichtungen sind Orte der Betreuung, des Spielens, der frühkindlichen
Bildung und der Begleitung von Eltern in Erziehungsfragen. Weil wir der Überzeugung sind,
dass der Glaube dem Leben gut tut, verstehen wir unsere Kindertagesstätten in all dem auch
als wichtige Erfahrungsorte des Glaubens, die zur Begegnung mit der christlichen
Hoffnungsbotschaft einladen.
Wir stehen für Toleranz und Vielfalt und fördern die wertschätzende Auseinandersetzung mit
anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen.
Unsere Kindertagesstätten sind Orte der Begegnung und der Ge meinschaft. Dies gilt auch im
religiösen Sinn: Glaube wird lebendig und erfahrbar! Durch Erzählen biblischer Geschichten,
durch kleine Rituale und Gebete, durch gottesdienstliche Feiern im Kirchenjahr, durch Deu -
tung religiöser Symbole und durch religionspädagogische Projekte wird der Gottesglaube ein-
ladend offen gelebt.
Das christliche Menschenbild als Maßstab und Orientierung
Jeder Mensch ist von Gott gewollt, einzigartig und wertvoll. Dies gilt unabhängig von den
Begabungen eines Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit
und sozialem Hintergrund. Die biblische Botschaft und das sich daraus ergebende christliche
Menschenbild sind Maßstab und Orientierung der pädagogischen Arbeit und des
Zusammenlebens in den Einrichtungen.
Im Vertrauen auf Gottes Liebe und mit einem positiven Blick auf den Menschen, gestalten wir
das Miteinander in unseren Kindertagesstätten und nehmen so die uns anvertrauten Kinder
1 im weiteren Verlauf wird nur noch die weibliche Form „pädagogische Mitarbeiterinnen“ stellvertretend
verwendet.
2
und deren Familien an. Im Mittelpunkt unseres Handelns steht ein achtsamer und
wertschätzender Umgang miteinander.
Unsere Kindertageseinrichtungen vermitteln christliche Grundwerte wie Nächstenliebe,
Gewaltlosigkeit, Streben nach Gerechtigkeit, Dankbarkeit und Vertrauen, die durch
gemeinschaftliches Tun im Alltag und durch einen s olidarischen Umgang miteinander
erfahrbar werden. Wir sensibilisieren Kinder für die Schönheit und den (zu schützenden) Wert
der uns anvertrauten Schöpfung, die wir als kostbares Geschenk Gottes verstehen.
Unser Bild vom Kind
Jedes Kind ist ein Geschenk G ottes mit unzähligen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Deshalb
schätzen wir jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit, achten seine Würde und
Individualität und begegnen ihm mit Liebe und Respekt. Wir ermutigen und bestärken Kinder,
das Leben mit Neugierde, Freude und Dankbarkeit zu entdecken und im Zusammenleben
wichtige Erfahrungen von Liebe, Geborgenheit, Vertrauen, Verlässlichkeit, Scheitern und
Vergebung zu machen.
Wir bieten Kindern Orientierung und fördern Weite im Denken und kritischem Fragen. Gerade
das religiöse Forschen und Fragen, also nach dem Woher und dem Wohin der Menschen, nach
Gott und nach dem richtigen Handeln, fasziniert Kinder oft sehr.
Wir achten das Recht der Kinder auf Mitsprache und Mitgestaltung und bestärken Kinder
darin, ihre Rechte kennenzulernen und wahrzunehmen.
Der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und übergriffigem Verhalten ist uns sehr wichtig.
Im Institutionellen Schutzkonzept2 unserer Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster haben wir
hierzu klare Richtlin ien und Verhaltensregeln beschrieben. Prävention hat in unseren
Kindertagesstätten einen hohen Stellenwert.
Die Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Müttern und Vätern ist uns ein wichtiges An -
liegen. Unsere Kindertagesstätten bieten Eltern durch die verlässliche Betreuung und Förde -
rung ihrer Kinder Entlastung im Alltag und Unterstützung in wichtigen Erziehungsfragen.
Gerne stehen wir Müttern und Vätern auch bei seelsorglichen Anliegen und Fragen im Kontext
von Kirche und Religion beratend und hilfreich zur Seite. Ansprechpartner sind neben den pä-
dagogischen Mitarbeiterinnen der Einrichtungen der Pfarrer, das Pastoralteam und besonders
der für die Begleitung unserer Einrichtungen zuständige Seelsorger.
Der Träger / die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter / die Leitungen
Die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster ist Träger der Einrichtungen und sorgt
für deren Erhalt und Weiterentwicklung. Als Anstellungsträger bringt der Träger den
pädagogischen Mitarbeiterinnen Wertschätzung und Vertrauen entgegen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen prägen mit der je eigenen christlichen Grundhaltung und
mit ihren vielfältigen pädagogischen Kompetenzen das Leben und den Alltag in unseren
2 Institutionelles Schutzkonzept der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster – s. beigefügte
Broschüre und abrufbar unter https://st-nikolaus-muenster.de/praevention/. Im Folgenden: ISK.
3
Einrichtungen und sind wichtige Stützen im Blick auf die religiöse Ausrichtung unserer
Kindertagesstätten.
Die Verantwortung für die Kindertagesstätte trägt die jeweilige Leitung in Abstimmung mit
dem Träger. In Zusammenarbeit mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen entwickelt sie das
pädagogische Konzept und fördert das religiöse Leben in der Kita. Die Leitung vertritt die
Interessen der Kindertagesstätte nach außen und ist Bindeglied zwischen der Einrichtung, der
Katholischen Kirchengemeinde und anderen öffentlichen Institutionen. In Kürze wird die
Katholische Kirchengemeinde ihre Einrichtungen zu einem Verbund zusammenfassen . Ab
diesem Zeitpunkt entwickelt der Träger mit der Verbundleitung und den Leitungen der
Einrichtungen eine Umverteilung der Aufgabenbereiche.
Entstehung des Leitbildes
Das gemeinsame religiöse Leitbild der Kindertagesstätten der Katholischen Kirchengemeinde
St. Nikolaus Münster ist die Frucht der intensiven Zusammenarbeit der drei Leiterinnen
unserer bestehende Kindertagesstätten mit dem für die Begleitung der Einrichtungen
verantwortlichen Seelsorger. Beteiligt an der Entstehung dieses Leitbildes waren auch alle
pädagogischen Mitarbeiterinnen der drei Einrichtungen und der Kirchenvorstand der
Kirchengemeinde mit den für die Kindertagesstätten zus tändigen Verantwortlichen. Alle
Beteiligten eint die christliche Überzeugung, dass jeder Mensch ein Geschenk Gottes ist und
von Gott her mit einer unantastbaren Würde versehen wurde. Besonders den Kleinen und
Schwachen gilt daher unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge, damit sie mit Freude und
Begeisterung ins Leben hineinwachsen können.
Unser religiöses Leitbild beschreibt, was uns wichtig ist und wie wir dem Gottesglauben einen
Raum bereiten wollen. Es beschreibt mit Worten, was wir als Glaubende immer wiede r neu
mit unserer Haltung und mit unserem Tun ganz praktisch ins Leben hineinbuchstabieren
können.
2. Vorstellung der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster
Die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster ist seit vielen Jahren Träger von drei
katholischen Kindertageseinrichtungen im Südosten von Münster.
Bisher sind in dieser Trägerschaft
o Katholische Tageseinrichtung für Kinder St. Nikolaus / Familienzentru m
Wolbeck im Verbund
o Kindertageseinrichtung St. Bernhard /Familienzentrum
o Kindertageseinrichtung St. Ida
Der Kirchengemeinde ist es wichtig , mit dem Angebot der kath olischen
Kindertageseinrichtungen den Familien in ihren vielfältigen Lebenssituationen flex ible
Möglichkeiten zu bieten und sie damit in ihrer Erziehungsverantwortung zu unterstützen. Die
Kitas sind Orte der Begegnung, die das Leben der Kirchengemeinde widerspiegeln. Wir
möchten den Familien ein Gefühl von Zusammengehörigkeit in unserem stä dtischen
Sozialraum und in unserer Kirchengemeinde vermitteln. Das Zusammenleben in unserer
Einrichtung ist geprägt durch die Offenheit und den Respekt vor den unterschiedlichen
Bedürfnissen der Kinder, Konfessionen und kulturellen Hintergründen der Familien.
4
3. Ziel der pädagogischen Arbeit
Unsere pädagogische Arbeit basiert auf dem Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von
Kindern – dem Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz). Im Rahmen der letzten Novellierung des
Kinderbildungsgesetzes richten wir unsere Arbeit nach den 10 Bildungsgrundsätzen:
o Bewegung
o Körper, Gesundheit und Ernährung
o Sprache und Kommunikation
o Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
o Musisch-ästhetische Bildung
o Religion und Ethik
o Mathematische Bildung
o Naturwissenschaftlich-technische Bildung
o Ökologische Bildung
o Medien
Als christlich orientierte Tageseinrichtung für Kinder gründet unser pädagogisches Konzept
auf dem christlichen Menschenbild und orientiert sich am Leitbild der Katholischen
Kindertagesstätten in Tr ägerschaft der Kath olischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster .
Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit unabhängig von seiner Herkunft, Religion und seinen
persönlichen Fähigkeiten wertgeschätzt. Wir orientieren uns an dem realen Leben eines jeden
Kindes. Jedes Kind wird ganzheitlich gesehen und das aktive Erleben und Teilhaben der Kinder
ist der Schwerpunkt der pädagogischen A rbeit. Die Kinder sollen in einer Atmosphäre des
Vertrauens, der Geborgenheit und der Sicherheit im alltäglichen Miteinander aufwachsen und
dadurch ermutigt werden, in Freiheit und Verantwortung zu handeln.
4. Sozialraum
Die Kindertageseinrichtung liegt auf dem Gelände der ehemaligen York -Kaserne in einem
Neubaugebiet im Stadtteil Gremmendorf innerhalb der Katholischen Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster. Die Familien, die die Einrichtung besuchen, wohnen daher im Gebiet der
Kirchengemeinde nahe des Kirchortes St. Ida.
Die Vernetzung im Sozialraum ist uns ein großes Anliegen. Durch die Lage innerhalb der
Kirchengemeinde ist uns der Sozialraum sehr gut bekannt und vorhandene Verknüpfungen
und Kooperationen können intensiviert und übernommen werden.
Der Kirchort St. Ida bietet innerhalb der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster
Raum für Kinderkatechese und Familiengottesdienste , zu denen stets alle Familien herzlich
eingeladen sind. Zusätzlich befindet sich die Kath olische Bücherei und das Pfarrheim direkt
am K irchort. Der offene Kinder - und Jugendtreff der Katholischen Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster im Pfarrheim St. Ida bietet ein großes kinderpädagogisches Angebot für alle
Familien des Stadtteils. Die Kita St. Ida ist in unmittelbarer Nähe zur St.-Ida-Kirche angesiedelt.
Hier besteht die Möglichkeit , sich in Zukunft in Kooperation zu einem Familienzentrum zu
entwickeln.
Innerhalb des Sozialraums befinden sich weitere Kindertageseinrichtung en
Großtagespflegestellen und Grundschulen, mit denen sich eine Ko operation anbietet.
Des Weiteren ist der Aufbau einer Kooperation mit dem SC Gremmendorf eine Möglichkeit
das Bewegungsangebot zu erweitern. Die Teilnahme am Arbeitskreis Gremmendorf , in dem
sich viele Gremien, Vereine und Verbände engagieren, ist eine weiter e Option, sich im
städtischen Sozialraum zu vernetzen und Kooperationen einzugehen.
5
5. Pädagogischer Ansatz
Unsere pädagogische Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass wir jedes Kind als selbsttätigen
Konstrukteur seiner Entwicklung sehen. Kinder wissen und kennen dementsprechend ihre
Bedürfnisse und ihren nächsten Entwicklungsschritt und arbeiten darauf hin. Bas is allen
Lernens ist die Sicherheit, die Kinder aus t ragfähigen Beziehungen erfahren, um von dort aus
ihrer natürlichen Neugier und Explorationslust nachzugehen. Es ist Aufgabe der
pädagogischen Mitarbeiterinnen jedes Kind in seiner Persönlichkeit, Individ ualität und den
Ausdrucksformen seiner Bedürfnisse zu sehen und ernst zu nehmen. Unter dem Aspekt der
Partizipation begleiten die pädagogischen Mitarbeiterinnen die Kinder mit einer
wohlwollenden, abwartenden Haltung und ermutigen Kinder, ihre schöpferische Kreativität
zu entfalten. Sie greifen die Ideen der Kinder auf, um diese gemeinsam weiter zu entwickeln.
Hierfür geben sie den Kindern in der Kindertageseinrichtung Zeit und Raum und werden so zu
Entwicklungsbegleitern.
6. Eingewöhnung
Eine gelungene Eingewöhnung ist Voraussetzung dafür, dass sich das Kind in unserer Einrich -
tung wohl und geborgen fühlt. Nur in einer vertrauten Umgebung, in der sich das Kind ange -
nommen und sicher fühlt, wird es sich seiner Umwelt forschend, experimentierend und ler -
nend zuwenden.
Die Eingewöhnungsphase orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Kin-
des und seiner Eltern u nd wird somit im Prozess immer wieder mit den Eltern besprochen,
reflektiert und neu geplant. Unser Ziel ist es, dem Kind einen behutsamen Übergang vom El -
ternhaus in unsere Einrichtung zu ermöglichen. Wie viel Zeit das Kind dafür benötigt, zeigt es
uns selbst.
In den ersten Tagen wird das Kind von einer Bezugsperson (Eltern) in die Einrichtung begleitet.
Eine pädagogische Mitarbeiterin bietet sich aktiv als Bezugsperson in der Einrichtung an und
begleitet das Kind und seine Eltern in der Eingewöhnungsphas e. Die pädagogische Mitarbei-
terin nimmt spielerisch Kontakt zu dem Kind auf und bahnt so eine tragfähige Beziehung an.
Der Ablösungsprozess von den Eltern beginnt dann, wenn das Kind sich seinem neuen Umfeld
mit Interesse zuwendet. Jetzt finden die ersten kurzen Trennungsversuche statt. Je nachdem
wie diese verlaufen sind, wird der weitere Ablauf der Eingewöhnung reflektiert, geplant und
mit den Eltern abgestimmt.
Für diesen Prozess sollte von allen Seiten ausreichend Zeit und Ruhe eingeplant werden, damit
es für alle Beteiligten ein entspannter Start in einen neuen Lebensabschnitt werden kann.
7. Bildungsbereiche nach KiBiz
Unsere pädagogische Arbeit basiert auf dem Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von
Kindern – dem Kinderbildungsgesetz NR W (KiBiz). Im Rahmen der letzten Novellierung des
Kinderbildungsgesetzes wurden 10 Bildungsbereiche festgelegt.
So setzen wir die Bildungsbereiche um:
Bewegung
Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang dem wir viel Raum geben. Neben der kör -
perlichen und motorischen Entwicklung wird durch Bewegung auch die sprachliche und kog -
6
nitive Entwicklung von Kindern gefördert. Der Bildungsbereich Bewegung durchzieht den ge -
samten Kitaalltag. Wir geben den Kindern viele Bewegungsimpulse in den Gruppenräumen,
auf den Fluren, im Bewegungsraum und auf dem Außengelände unserer Einrichtung. Der Be -
wegungsraum darf von den Kindern – nach Absprache mit den pädagogischen Mitarbeiterin-
nen – zum Spielen und Bewegen auch unbeaufsichtigt genutzt werden.
Neben den freien Bewegungsmöglichkeiten bieten wir wöchentlich geplante Bewegungsan -
gebote an. Die Auswahl der geplanten Turnangebote erfolgt immer mit Blick auf die Bedürf -
nisse der Kinder. Hierbei ist es uns besonders wichtig, dass jedes Kind teilnehmen kann und
das Angebot den Interessen und dem Entwicklungstand der Kinder im Alter von einem Jahr
bis zum Eintritt in die Schule gerecht wird.
Durch regelmäßige Ausflüge und Spielplatzbesuche , durch Sing- und Bewegungsspiele schaf-
fen wir weitere Bewegungsmöglichkeiten – und Impulse.
Körper, Gesundheit und Ernährung
Körperliches und seelisches Wohlbefinden ist eine grundlegende Voraussetzung für die Ent -
wicklung jedes Kindes.
o Jedes Kind bedarf der menschlichen Zuwendung.
o Jedes Kind braucht genügend Raum und Zeit für sich.
o Kinder brauchen Essen, Trinken, Wärme, Schlaf und gute Luft.
Wir verstehen den Bildungsbereich „Körper, Gesundheit und Ernährung“ ganzheitlich. Die Kin-
der sollen sich emotional und körperlich wohlfühlen. Dazu gehört, dass sich jedes Kind ange -
nommen und wahrgenommen fühlt. Aus der sozialen Eingebundenheit heraus kann das Kind
Selbstsicherheit und Lebenskompetenz entwickeln. Neben dem „Raum“, dem wir der sozial -
emotionalen Entwicklung eines jeden Kindes geben, bieten wir ihm auch im wörtlichen Sinne
Raum und Zeit für Ruhe und Rückzug einerseits und für Bewegung und Körpererfahrungen
andererseits. Den Kindern stehen Bewegungs - und Ruheräume zur Verfügung, die hell,
freundlich, gut zu lüften sind und bei Bedarf abgedunkelt werden können. Die ganzheitliche
Erziehung schließt selbstverständlich auch die sexualpädagogische Bildung mit ein. Das ISK ist
für uns als Einrichtung eine verpflichtende Basis, sexualpädagogische Themen in den Blick zu
nehmen und die Kinder in einem sicheren und geschützten Raum aufwachsen zu sehen. Kinder
lernen den selbstbe stimmten Umgang mit sich und ihrer Sexualität erst noch. Wir
unterstützen sie professionell und antworten auf Fragen in kindgerechter Form.
Wir bieten den Kindern gesunde Nahrung an und fördern das Bewusstsein für gesunde Ernäh-
rung. Wir achten auf ausgewogene Kost beim Mittagessen in unserer Einrichtung. Diese wird
nach Möglichkeit in der Einrichtung täglich frisch von ein er Hauswirtschaftskraft in der K ita-
Küche zubereitet. Die Kinder können von Beginn an in einer entspannten, freundlichen und
ihnen zugewandten Atmosphäre die Mahlzeiten zu sich nehmen. Die Kinder werden hierfür in
kleine Tischgruppen eingeteilt, die von ei ner pädagogischen Mitarbeiterin begleitet werden.
Jedes Kind weiß selber am besten, was und wie viel es essen mag. Wir unterstützen jedes Kind
darin neue Lebensmittel zu entdecken.
Sprache und Kommunikation
„Mit der 2. Revision des Kinderbildungsgesetzes ist zum 01.08.2014 auch die gesetzliche Ver-
ankerung zu Neuausrichtung der Sprachbildung in NRW in Kraft getreten. Die gesetzlichen
Grundlagen der sprachlichen Bildung in Kindertageseinrichtung en werden u.a. im §13c KiBiz
7
formuliert.“ Innerhalb unserer Kindertageseinrichtung nutzen die pädagogischen Mitarbeite-
rinnen als Werkzeug zu r Sprachentwicklungsbeobachtung, -dokumentation und -begleitung
die Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtun-
gen (BasiK).
Schon als Neugeborenes hat jedes Kind das Grundbedürfnis nach Kommunikation und die Fä-
higkeit zu kommunizieren. Mimik, Gestik, Körperhaltung und Intonation sind die ersten
Sprach- / Kommunikationsformen des Kindes. Kleine Kinder lernen das Sprechen nicht „auto-
matisch“. Sprache, soziale Bindungen und Emotionen sind untrennbar miteinander verbun -
den. Eine gute Sprachkompetenz ist grundlegend für die emotionale, kognitive und soziale
Entwicklung von Kindern. Der Bildungsbereich Sprache ist daher von grundlegender Bedeu -
tung. Wir begleiten die Kinder in einer Phase, in der sie das Sprechen lernen. Diesen Prozess
fördern und unterstützen wir durch
o den Aufbau sozial-emotionaler Bindungen zu jedem Kind
o die Ansprache eines jeden Kindes mit Worten, durch Gestik und Mimik
o die Zuhörerrolle, die wir als pädagogische Mitarbeiterinnen einnehmen
o lebhaftes Erzählen und Vorlesen
o eine angenehme Atmosphäre, in der Kinder Sprechimpulse bekommen
o Kniereiterspiele, Fingerspiele, Wickelspiele
o Reime und Gedichte
o Bilderbucherzählungen
o Sprach- und Wortspiele
o Kreis- und Rollenspiele
o Singen und Singspiele
o Erfragen von Ansichten, Bedürfnissen und Emotionen der Kinder
o Sprachliche Begleitung bei allem, was getan und erlebt wird
Die Sprachförderung erfolgt alltagsintegriert und im Rahmen des täglichen Miteinanders. Sehr
bewusst achten wir darauf, dass alle Aktivitäten sprachlich begleitet werden , bzw. dass diese
den Kindern Sprechanlässe bieten. Sprechen und Spracherwerb ist sehr eng mit sozialer Be -
ziehung verbunden.
Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
In unserer Kita begegnen sich Kinder und Familien, die Vieles gemeinsam haben, die sich aber
auch in einzelnen Lebensbereichen unterscheiden. Jeder ist willkommen, egal welcher Kultur
oder Religion er angehört. Anders-Sein wird als Chance und Bereicherung gesehen und bietet
den Kindern die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, Religionen,
Sprachen und der Individualität jedes einzelnen Kindes. Unsere Kinder erleben Kultur und
Gemeinwesen. Wir pflegen den engen Kontakt zur katholischen Kirchengemeinde, erkunden
unseren Sozialraum und regen die Kinder dazu an sich mit ihrer Umwelt aktiv auseinander zu
setzen.
Kinder erleben sich als (selbst-)wirksam, da sie im gemeinsamen Spiel unterschiedliche Rollen
und Positionen einnehmen und erproben können. Sie probieren verschiedene Konfliktlö -
sungsstrategien und erarbeiten sich eine Streitkultur. Sie erfahren, dass es unterschiedliche
Gefühle gibt und benennen diese und stellen fest, dass Gefühle in Ordnung sind. Sie kümmern
sich um andere und nehmen die Bedürfnisse anderer wahr. Sie lernen andere Menschen ein-
zuschätzen und andere Meinungen zu akzeptieren. Sie äußern ihre Meinungen, Wünsche und
Bedürfnisse verbal und nonverbal.
8
Wir bieten ein en sicheren und anregenden Lernort, an dem wir individuell Lernerfahrungen
für jedes Kind ermöglichen. Die Inklusion ist ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Ar-
beit. Das Zusammenleben von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Förderbedarfen
und kulturellen Hintergründen geht in unserer Einrichtung alle an.
Musisch-ästhetische Bildung
„In der ästhetischen Bildung geht es um die Ausbildung von Wahrnehmungsfähigkeiten und
damit um die Arbeit mit den Sinnen, und zwar mit dem Ziel, den Kindern die aktive Aneignung
und Verarbeitung ihrer Umwelt zu ermöglichen. Durch das Spiel und die Gestaltung sammeln
die Kinder ästhetische Erfahrungen. Durch die ästhetische Bildung „begreifen" die Ki nder die
Welt“.3
Durch Bewegung, Singen, Tanzen, Malen und Gestalten wird die sinnliche Wahrnehmung der
Kinder gefördert. Das Entwickeln eines Rollenspiels und das Aufführen von Sing - und Rollen-
spielen weckt, fördert und fordert alle Sinne. Wir geben unseren Kindern die Möglichkeit,
o viele körperliche Erfahrungen zu machen (sich bewegen, raufen, tanzen, …)
o eigene Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln
o Freude an der eigenen Stimme zu entwickeln (wir geben Raum um zu Singen, Erzählen,
etc.)
o musikpädagogische Angebote mitzumachen
o die eigene Umgebung zu gestalten
o sich zu verkleiden und zu schminken
o Materialien verschiedenster Art kreativ zu verwenden , auszuprobieren und zu verän -
dern
o malen, basteln, bauen, konstruieren zu können
o Rollenspiele zu entwickeln und in verschiedene Rollen zu schlüpfen
o Geschichten zu erfinden
Religion und Ethik
In unserer Kindertageseinrichtung spielt die Religion in der pädagogischen Arbeit mit den Kin-
dern eine große Rolle. Wir verstehen uns als wichtige Kontaktstelle für Familien und Kinder
um gelebten Glauben zu erfahren. Wir sind Ort der Begegnung und der Gemeinschaft.
Als Grundlage dient uns das Leitbild der katholischen Kindertagesstätten in Trägerschaft der
Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster (siehe: 1. Leitbild der katholischen
Kindertagesstätten in Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster).
Mathematische Bildung
Lebensnah greifen wir das natürliche Interesse der Kinder an Zahlen und Mathematik auf. Kin-
der erleben zum Beispiel beim Einschenken von Wasser in ein Glas mathematische Bildung .
Sie erleben den Umgang mit Mengen. Wir vermitteln mathematische Bildung nicht im Sinne
von schulischem Lernen, sondern spielerisch und lebensnah durch
o Würfelspiele
o das Kennenlernen von Zeitmaßen (Tageszeiten, Monat, Jahr)
o Hinweisen auf Zahlen im Alltag der Kinder (Telefonnummer, Hausnummer)
3 Quelle: Knut Vollmer, Fachwörterbuch für Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte. Verlag Herder, Freiburg,
2012.
9
o Erfahrung von Raum-Lage-Beziehung unter Verwendung entsprechender Begriffe, wie
z.B. oben und unten beim Turnen
o Zeichnen und Legen von Formen und Mustern aus verschiedenen Materialien
o Bauen mit Bauklötzen
o Sortieren von Materialien nach Größe
o Auswiegen von Mengen beim Kochen und Backen
Naturwissenschaftlich-technische Bildung
Kinder erleben die Welt mit allen Sinnen und wollen diese ken nenlernen und verstehen. Im
Alltag finden sich immer wieder Situationen, in denen Kinder sich mit technischen und natur-
wissenschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen, erste Experimente durchführen, ei-
gene Hypothesen aufstellen und wieder verwerfen. Wir greifen das natürliche Interesse der
Kinder an naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen / Themen auf und bieten
ihnen Raum, Zeit und Möglichkeiten ihrem Forscherdrang nachzukommen.
Diese Möglichkeiten bieten sich in unserer Kindertageseinrichtung:
o erleben verschiedener Wetterverhältnisse – Wärme, Sonne, Wind, Regen, Schnee
o spielen und experimentieren mit Wasser und Sand
o konstruieren und bauen
o betrachten von Bilder- und Sachbüchern zu naturwissenschaftlichen und technischen
Themen
o austauschen über naturwissenschaftliche und technische Themen und Hypothesen
mit anderen Kindern oder pädagogischen Mitarbeiterinnen
o experimentieren
o nutzen von Mikroskopen und Vergrößerungsgläsern
o werkeln an der Werkbank und nutzen echter Werkzeuge
Es ist die Aufgabe der pädagogischen Mitarbei terinnen, die Kinder in ihrem Erleben zu
beobachten und Interessen wahrzunehmen. Dies ist die Grundlage für gezielte Impulse oder
pädagogische Angebote im Interessenspektrum der Kinder und weckt und verstärkt somit ihre
Experimentierfreude.
Ökologische Bildung
Wir vermitteln den Kindern ein Bewusstsein dafür, dass die uns umgeben de Natur, Gottes
Schöpfung, einen Wert hat, schützenswert und für uns Menschen lebenswichtig ist. Die Kinder
erfahren, dass die Erde die Lebensgrundlage aller Lebewesen ist und deshalb besonderer Ach-
tung und der Wahrung der Schöpfung bedarf. Unsere Kinder
o erleben unser Außengelände mit Pflanzen, Sträuchern und Bäumen als natürliche Um-
gebung
o erleben Wetterphänomene und erfahren von der Bedeutung, die Sonne und Regen für
das Wachsen von Pflanzen haben
o erfahren von der Bedeutung des Wassers für Menschen, Tiere und Pflanzen
o erfahren von der Bedeutung der Luft für Menschen, Tiere und Pflanzen
o säen und pflanzen, z.B. das Pflegen unserer Hochbeete
o erleben durch regelmäßige Ausflüge die Natur
o erleben die Jahreszeiten
o besuchen regelmäßig einen Bauernhof
o erfahren, woher unsere Nahrung kommt
o erleben, dass wir Müll trennen und erfahren, warum dies geschieht
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o erfahren, dass wir Menschen Verantwortung für die Natur tragen
Medien
Digitale und analoge Medien prägen die Lebenswelt der Kinder und gehören wie selbstver -
ständlich zu ihrer Lebenswirklichkeit. Kinder erleben, dass ihre Eltern und ihr soziales Umfeld
digitale Medien als Kommunikationsmittel und Informationsquelle nutzen. Kinder sind mit
den neuen Medien wie z.B. Internet, Computer und Handys vertraut. Auch traditionelle Me -
dien wie z.B. Bilderbücher, Bücher, Fotos, CD´s und Tonieboxen werden in unserer Einrichtung
täglich genutzt.
Verschiedenste Medien werden zur Bearbeitung von Themen im Interessenspektrum der Kin-
der und für Projektarbeiten genutzt. In unserem Tagesablauf werden Medien bewusst und
gezielt eingesetzt. Die Kinder lernen von Anfang an die Möglichkeiten, die ihnen unterschied-
liche Medien bieten, kennen und entwickeln somit altersentsprechende Medienkompeten -
zen. Beispielsweise stehen den Kindern innerhalb unserer Kindertageseinrichtung vielzählige
Bücher; Hörspiele oder Musikmedien (Tonieboxen) zur Verfügung, Sie haben die Möglichkeit,
begleitet, den Computer zur Internet-Recherche, zum Verfassen von Emails o.ä. zu nutzen.
Das Angebot der Katholischen Bücherei an der St. Ida-Kirche nutzen wir regelmäßig, um unser
Medienangebot noch reichhaltiger und abwechslungsreicher zu gestallten.
8. Prävention, Partizipation und Inklusion
Prävention
Dem Schutz und die Wahrung der Rechte und Würde der uns anvertrauten Kinder sind wir im
höchsten Maße verpflichtet. Am 01.10.2005 trat das „Gesetz zur Weiterentwicklung der
Kinder- und Jugendhilfe“ in Kraft. Es zielt mit der Einführung der Verfahrensvorschrift des § 8a
SGB VIII auf eine Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen bei Gefahren für
ihr Wohl.
Alle pädagogischen M itarbeiterinnen unserer Einrichtung sind sich der Bedeutung ihres
Schutzauftrages bewusst und sind in die Verfahrensanweisung „Handeln im Verdachtsfall“
eingewiesen.
In unserer Kindertageseinrichtung treten wir entschieden dafür ein Kinder vor sexualisier ter
Gewalt zu schützen. Damit eine Kultur des achtsamen Miteinander s ermöglicht und gelebt
werden kann, pflegen wir transparente, nachvollziehbare und kontrollierte Strukturen und
Prozesse. Für die Einrichtung wird ein entsprechender Verhaltenskodex zur Pr ävention
sexuellen Missbrauchs erarbeitet, dem das Institutionelle Schutzkonzept (ISK) der
Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster zugrunde liegt.
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Zusätzlich pflegt unsere Kindertageseinrichtung eine Kooperation mit
o dem Kommunalen Sozialdienst Münster-Südost (KSD)
o den Frühen Hilfen Münster
Durch den regelmäßigen Austausch mit den Mitarbeiter n des KSD und der Frühen Hilfen
Münster pflegen wir ein Netzwerk, das Familien in schwierigen Situationen zu Gute kommen
kann, wenn z.B. Eltern Hilfe, Beratung und Unterstützung benötigen.
Partizipation und Teilhabe
Die Kinder sind aktive Gestalter ihrer Entwicklung, daher ist es uns besonders wichtig, dass sie
gehört und einbezogen werden und vor allem, dass sie wissen, dass ihre Meinung wichtig ist
und gehört wird. Kinder sind nicht von Anfang an entscheidungsfähig, sie lernen noch ihre
eigenen Meinungen zu bilden. Dabei brauchen sie die Unterstützung und Begleitung von uns
Erwachsenen. Partizipation und Teilhabe leben wir im alltäglichen Miteinander . Wir
ermutigen Kinder dazu, jederzeit das Recht aktiv zu nutzen , ihre Meinung, ihre Bedürfnisse ,
Wünsche und Interessen zu äußern. Wir leben gemeinsam mit den Kindern eine partizipative
Grundhaltung, die alle Bereiche des Kitalebens durchzieht.
Partizipation steht für das Recht, Beschwerden und Kritik äußern zu dürfen. Wir ermutigen die
Kinder, gegenüber den pädagogischen Mitarbeiterinnen, den Eltern oder anderen Kindern zu
benennen, wenn ihnen etwas missfällt. Kinder, die wissen, dass sie Kritik üben und Nein sagen
dürfen, sind besser vor Grenzverletzungen und Übergriffen geschützt. Eine positiv besetzte
Beschwerdekultur in der Kita ist ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention und zum Schutz
jedes Kindes. Neben verbal geäußerten Beschwerden beachten und respektieren wir auch
körpersprachliche Signale von Kindern, die erkennen lassen, dass ihnen eine Situation/etwas
nicht recht ist. Wir nehmen Beschwerden und Kritikpunkte der Kinder ernst und thematisieren
diese im persönlichen Gespräch oder im Gesprächskreis in der Gruppe. Wir legen Wert darauf,
dass die Kinder immer eine nachvollziehbare Rückmeldung auf ihre Beschwerde bekommen.
Inklusion
Inklusion ist gelebte Vielfalt.
Das Zusammenleben von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Förderbedarfen,
Begabungen, Sprachen, Kulturen und sozialen Hintergründen bereichert unsere Einrichtung.
Wir bieten einen sicheren und anregenden Lernort, an dem wir individuelle Lernerfahrungen
für jedes Kind ermöglichen. Die gelebte Inklusion wird von allen pädagogischen
Mitarbeiterinnen mitgetragen, reflektiert und weiterentwickelt.
Die inklusive Betreuung vo n Kindern mit besonderem Förderbedarf erfolgt in unserer
Einrichtung durch eine pädagogische Mitarbeiterin und eine Inklusionsfachkraft. Die
pädagogische Mitarbeiterin und die Inklusionsfachkraft bieten den Familien bei Bedarf eine
enge und offene Zusammenarbeit an. Sie unterstützen und beraten die Familien und stehen
im Austausch mit Behörden, Ärzten und Therapeuten. Gerne bieten wir Familien und
Therapeuten die Möglic hkeit unsere Räumlichkeiten zu nutzen, damit Therapien in der
Einrichtung stattfinden können.
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Inklusion ist ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit mit allen Kindern und ist den
gesamten pädagogischen Mitarbeiter innen und den Eltern und Famili en ein besonderes
Anliegen.
9. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
Die Eltern sind die Experten für ihre Kinder , und deren ganzheitliche Entwicklung ist nur
möglich, wenn sich zwischen pädagogischen Mitarbeiter innen und Eltern eine
ernstzunehmende und respektvolle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft aufbaut. Diese ist
von gegenseitiger Akzeptanz und Ehrlichkeit geprägt und immer zum Wohle der Kinder
ausgerichtet. In Tür -und-Angel-Gesprächen findet ein regelmäßiger Austausch über aktuelle
Themen, Interessen und Bedürfnisse der Kinder statt. In mindestens einmal jährlichen
Entwicklungsgesprächen ist ausreichend Raum zum Austausch über die Entwicklung und die
Lernschritte des Kindes. Dabei bilden die gegenseitige Wertschätzung und das gegenseitige
Vertrauen die Grundlage für offene Gespräche, die der Entwicklung des einzelnen Kindes und
der Stärkung seiner Familie dienen. Innerhalb der Gespräche ist auch immer Raum für
Wünsche, Kritik oder Beschwerden von beiden Seiten. Dies wird stets als Chance zur
Weiterentwicklung und Stärkung der Partnerschaft gesehen und im Team konstruktiv
weiterbearbeitet. Ein Teil der Bildungs - und E rziehungspartnerschaft bilden auch die
Instrumente der Bildungsdokumentation. Die Portfolios oder BaSiK Dokumentationsbögen
können in den Entwicklungsgespr ächen besprochen werden . Hieraus werden Stärken und
Ressourcen des einzelnen Kindes gemeinsam entdeckt und weiter e
Entwicklungsmöglichkeiten besprochen. Von Beginn an haben die Eltern die Möglichkeit, den
Prozess des Aufbaus der B ildungs- und Erz iehungspartnerschaft aktiv mitzugestalten und
unterschiedlichste Angebote wahrzunehmen, wie z .B. Aufnahmegespräch,
Kennenlernnachmittage, Eltern-Kind Nachmittage, Feste und Feiern im Jahreskreis etc. . Des
Weitern gibt es für die Eltern die Möglichkeit, sich im Rahmen der Elternvollversammlung, des
Elternbeirates und des Rates der Kindertageseinrichtung einzubringen.
10. Qualitätsentwicklung
Die Qualitätsentwicklung und das sich daraus entwickelnde Qualitätsmanagement sind für uns
elementar. Eine Zertifizierung im Rahmen von QualiCaMS (System der Qualitätssicherung und
-entwicklung in Einrichtungen und Diensten der Caritas in der Diözese Münster) findet durch
den DiCV Münster statt. Das primäre Ziel dieses QM -Konzeptes ist nicht die externe
Zertifizierung, sondern einrichtungsbezogen in enger Zusammenarbeit mit Eltern, Kindern,
Träger und pädagogischen Mitarbeitern Standards zu entwickeln und zu beschreiben, die für
die Arbeit in unserer Kindertageseinrichtung von Bedeutung sind und die ganz wesentlich die
Qualität der Arbeit ausmachen.
Folgende Kernprozesse sind festgelegt:
• Einarbeitung neuer Mitarbeiter/innen
• Aufnahmeverfahren
• Geplantes Elterngespräch
• Pädagogisches Planen und Handeln
• Beschwerdemanagement
• Zusammenarbeit mit dem Träger
Diese können beliebig durch einrichtungsspezifische Kernprozesse erweitert und ergänzt
werden.
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Dieses Zertifizierungsprojekt wird vom Träger der Einrichtung bevorzugt, da die drei anderen
Einrichtungen in seiner Trägerschaft dieses System zur Qualitätssicherun g schon seit 2010
erfolgreich umsetzen.
11. Rahmenbedingungen
Gruppenstruktur und Personalstruktur
Die Kindertageeinrichtung bietet 70 bis 75 Kindern im Alter vo n 0 Jahren bis zur Einschulung
Platz. Diese teilen sich gegenwärtig in folgende vier Gruppen auf.
o 2 Gruppen Gruppenform I für Kinder im Alter von 2- 6 Jahren
o 1 Gruppe Gruppenform II für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren
o 1 Gruppe Gruppenform III für Kinder im Altern von 3-6 Jahren
Insgesamt gibt es 22 Plätze für Kinder in der Betreuung für Kinder unter drei (U3) und 48 -53
Plätze für Kinder im Alter ab drei Jahren (Ü3).
Das pädagogische Team setzt sich aus Fachkräften und Ergänzungskräften mit verschiedenen
Qualifikationen zusammen. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen nehmen regelmäßig an Fort-
und Weiterbildungen zu unterschiedlichen Themenbereichen, Erste -Hilfe-Kursen und
Hygieneschulungen teil und sind verpflichtet , sich zum Thema Prävention in regelmäßigen
Abständen wei terzubilden. Auf Dauer wird auch die Teilnahme an Arbeitskreisen und
Fachgremien angestrebt. In diesem Bereich kann die Vernetzung der anderen drei
Kindertageseinrichtungen der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster genutzt
werden.
Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten orientieren sich am, in regelmäßigen Abständen erfragten, Bedarf der
Familien. Aktuell können wir uns folgende Öffnungszeiten vorstellen:
Montag bis Freitag
7:00 bis 17:00 Uhr
Die Schließtage unserer Kindertageseinrichtung versuchen wir sehr gering zu halten und
dadurch Familien und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. In den Sommerferien schließt
die Kindertageseinrichtung 15 Tage, allerdings haben die Eltern, falls nötig, die Möglichkeit die
anderen Kindertageseinrichtungen der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster
nach vorheriger Absprache zu nutzen. Weitere Schließtage fallen für 2 Team/Konzeptionstage
und einen Betriebsausflug im Kindergartenjahr an. Ergänzend können zwischen Weihnachten
und Neujahr Schließtage hin zukommen. In dieser Zeit können wir uns, in Absprache und
Kooperation mit den anderen Kindertageseinrichtungen der Katholischen Kirchengemeinde,
die Organisation einer Notfallbetreuung in Form einer einrichtungsübergreifenden Notgruppe
vorstellen.
12. Schlusswort zur pädagogischen Konzeption
Wir, als Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster, bewerben uns um die
Trägerschaft der neu entstehenden Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der York -
Kaserne (Baufeld C3), da diese auf dem Gebiet unserer Kirchengemeinde liegt. Aufgrund der
Größe der Kirchengemeinde ist die Möglichkeit gegeben, weitere Kinderbetreuungsplätze
anzubieten. Wir haben bereits langjährige Erfahrung in der Trägerschaft mit den katholischen
Kindertageseinrichtungen St. Bernhard, St. Ida und St. Nikolaus. Für den Aufbau de r neuen
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Kindertageseinrichtung können wir auf eine langjährige Erfahrung in der Trägerschaft der
anderen Kindertageseinrichtungen und der pädagogischen Arbeit zurückgreifen. Vor allem in
den Bereichen der inklusiven Arbeit und der pädagogischen Arbeit mit unter dreijährigen
Kindern können wir diese Erfahrungen nutzen. Die eingereichte pädagogische Konzeption ist
ein Entwurf und wird natürlich vom späteren pädagogischen Team im Prozess
weiterentwickelt und konkretisiert werden.
13. Angaben zur Wirtschaftlichkeit – Finanzen
Die Kath olische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster betreibt seit vielen Jahren drei
Kindertageseinrichtungen für Kinder im Alter von 0 Jahren bis zur Einschulung. Hierbei handelt
es sich um eine viergruppige Einrichtung und zwei dreigruppige
Einrichtungen.
Gemeinsam mit den weiteren katholischen Kirchengemeinden im Stadtbezirk Münster
werden aktuell insgesamt 4 4 Kindertageseinrichtungen von katholischen Kirchengemeinden
betrieben.
Zusammen mit dem Bischöflichen Gener alvikariat und der Zentralrendantur als zentrale
Verwaltungsstelle kann die Kirchengemeinde eine wirtschaftliche Betriebsführung der neuen
Kindertageseinrichtung sicherstellen. Die fachliche Beratung und Begleitung, insbesondere in
Fragen rund um die qualitative Weiterentwicklung des Betreuungsangebotes, wird durch die
Fachberatung des Caritasverbandes für die Diözese Münster (DiCV) sichergestellt.
Die Kirchengemeinde ist anerkannter Träger der Jugendhilfe.
Als freier Träger bestätigt die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus im Falle einer
positiven Trägerschaftsentscheidung, den im Kinderbildungsgesetz verankerten Trägeranteil
an den entstehenden Betriebskosten in Höhe von 10,3 Prozent im Rahmen des kirchlichen
Grundbestandes zu übernehmen.
Mit dem Bischöflichen Generalvikariat als zuständige Aufsichtsbehörde wurde die Bewerbung
um eine Trägerschaft im Vorfeld abgestimmt und positiv bewertet.
Die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster steht bei dieser Trägerschaft als Mieter
der Immobilie zur Verfügung.
Die Vergütung der Mitarbeiter richtet sich nach der Kirchlichen Arbeits - und
Vergütungsordnung (KAVO), die weitestgehend den Regelungen im öffentlichen Dienst
ähnelt. Neben dem monatlichen Entgelt erhalten die MitarbeiterInnen eine
Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) sowie ein Leistungsentgelt. Für die Altersabsicherung
werden alle pädagogischen Mitarbeiterinnen bei der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse
(KZVK) zusatzversichert.
Anlage_2_Auswertungsformulare_York_Kaserne
51632 Zeichen
1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V. Gustav-Stresemann-Weg 62 48155 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Gründung des ASB Kreisverbandes Münsterland e.V.: 1972 - Anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe - Betreibt bereits drei Kitas in Münster (Familienz entrum Grünschleife in Kinderhaus seit 2017, Julius-Moses-Kita am Dahlweg seit Oktober 2019 und Mathilde-von-Hofstetten-Kita in Kinder- haus-Ost seit November 2019) ab Sommer 2020 zwei weitere Kitas (Angelmodde-Dorf und in Wolbeck ) - Der ASB ist eine Hilfsorganisation und ein Wohlfa hrtsverband - Der ASB setzt sich aus dem Bundesverband, den Lan desverbänden sowie Kreis- und Orts- verbänden zusammen - Die Grundlage der Arbeit bilden humanitäre und de mokratische Grundsätze - Der ASB arbeitet parteipolitisch neutral und konf essionell ungebunden und unterstützt eine Vielfältigkeit, die auch das Gesellschaftsbild spiegelt - Der ASB Kreisverband arbeitet am Leitbild der Gesa mtorganisation - Der ASB ist in der Flüchtlingsarbeit in Münster t ätig - Betreiber der ZUE (Zentrale Unterbringungseinrich tung) - Der Träger bietet ein breites Spektrum an Leistun gen an und nutzt daher Synergieeffekte in diesen Bereichen (z.B. Einsatz eines Musiktherapeuten, zentrale Küche geplant) - Der ASB ist bestrebt den Bereich Kinder- und Juge ndhilfe in Münster auszubauen 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 5,0 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Situationsorientierter Ansatz mit Freispielgestal tung - Jedes Kind soll den gleichen Zugang zu Bildung er halten - Potentiale und Ressourcen der Kinder durch ganzhe itliches Lernen fördern - Raumgestaltung: Aufteilung in Funktionsbereiche - Schwerpunkte im Bereich Bewegung und gesunder Ern ährung - Sprachförderung im Kitaalltag - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor 2 Flexible Betreuung: - Flexible Betreuungszeiten können bei Bedarf der E ltern eingerichtet werden Regelöffnungszeiten: 07.00 - 16.15 Uhr (freitags 07.00 - 15.00 Uhr), bei Bedarf ab 06.30 - 20.00 Uhr 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Aufnahme von Kindern mit und ohne Behinderung ist erwünscht, personelle Ressourcen ste- hen dafür zur Verfügung (Inklusionsfachkräfte) - Multikulturelle und multiprofessionelle Teams - Inklusive, altersgemischte Gruppen - Die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Fami lien stehen im Vordergrund - Partizipation und Integration grundlegend in der Arbeit verankert (Beschwerdemanagement für Kinder) - Träger hat bereits Erfahrungen im Bereich der Flü chtlingshilfe und in der Betreuung von Kin- dern / Flüchtlingskindern 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Bewegungsförderung steht im Vordergrund - Gesundes Essen: Belieferung mit Frischkost (zentr ale Frischkostküche geplant) angestrebt - Frühstücksbuffet, Kinder werden aktiv einbezogen - Projekte zum Thema Ernährung / Gesundheit im Kita alltag - Kooperation mit Ärzten und Zahnärzten - Angebote zur Verkehrserziehung / Unfallprävention - Schulung der Mitarbeiter/-innen hinsichtlich Them en wie Hygiene, Pflege, Sauberkeit 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bereits bestehende Vernetzungen: - Vernetzung mit den bestehenden Einrichtungen des ASB insbesondere der Großtagespflege und Kita in Angelmodde Dorf sowie der Kita in Wolbeck Geplante Vernetzungen am Standort ausbauen und vertiefen: - Vernetzungen mit Pädagogen, Therapeuten, Ärzten, Psychologen, Frühförderstellen, fami- lienentlastenden Diensten etc. - Kooperation mit Schulen (z.B. Schulbesuche in der Ida Grundschule) - Kooperation mit Tagespflegepersonen / eigener Gr oßtagespflege am Clemens-August-Platz - Generationenübergreifende Projekte mit Seniorengr uppen geplant - Kooperation mit Eltern-Kind-Gruppen, Familienbild ungsstätten etc. - Kooperation mit Fachschulen für Sozialpädagogik - Aktive Teilnahme an Stadtteilarbeitskreisen, Fach gremien und AGs ist geplant 3 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Kita als familienergänzende und -unterstützende E inrichtung - Individuelles Eingewöhnungskonzept am Kind orient iert - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Elternhospitationen möglich - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Feste und Aktionen für Familien - Hilfestellung und Begleitung von Familien in beso nderen Lebenslagen - Jährliche Abfrage der Betreuungszeiten 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maß- nahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben, Flexibilität des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster zukünftig gegeben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeiter/-innen (5 Bildungstage pro Jahr) - Regionale Fachberatung - Bestehendes Qualitätsmanagement - Regelmäßige Befragungen und Evaluationen - Betriebliches Gesundheitsmanagement für alle Mita rbeiter/-innen - Bezahlung der Mitarbeiter/-innen in Anlehnung an den TVöD - Online gestütztes Arbeitsmaterial für Mitarbeiter /-innen zur Entlastung - Kinderschutzkonzept liegt vor 4. Besondere Merkmale / Eignung - Ausbau des stadtweiten Angebotes von Leistungen f ür Familien - Durch ein breites Angebotsspektrum können Dienste und Ressourcen der Einrichtungen in- nerhalb der Hilfsorganisation in Gremmendorf erweitert werden - Einsatz eines Musiktherapeuten in den Einrichtung en - Bei Bedarf Erweiterung der Öffnungszeiten bis 20. 00 Uhr 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH Alter Markt 36-42 50667 Köln 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - educcare ist ein gemeinnütziger Träger, häufige K ooperationen mit Unternehmen - Gründung 2002; der Träger ist seit 2003 bundeswei t anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe - Betreiber von aktuell 38 Kindertageseinrichtungen in fünf Bundesländern mit über 1.000 Mit- arbeiter/-innen - Seit 2013 Betreiber der Betriebskita Lacki Kids in Münster-Hiltrup und seit 01.08.2019 Kita Waldbach an der Middelerstraße in Wolbeck. Ab Herbst 2020: Betreiber der Kita am Hedwig- Feibes-Weg in Mecklenbeck - Weiterer Ausbau der Kindertagesbetreuungsangebote in Münster, um stadtweit Synergien zu schaffen - Möchte sich als Träger vielfältiger aufstellen, z .B. Sozialraumorientierung ausbauen - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung li egt vor 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 1,8 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Individuelle Bildung mit partizipativem Ansatz - „Ein Kind ist, was in ihm steckt“ ist Grundlage a ller Zielformulierungen - Bildungs- und Betreuungskonzept als Grundlage der Arbeit - Kita wird als Bildungsort und zweites Zuhause für Kinder gesehen - Situationsorientierter Ansatz im teiloffenen Konz ept mit Reggio und Montessori Pädagogik - Gruppenübergreifende Arbeit in allen Gruppen- und Altersstrukturen - Einsatz verschiedener Beobachtungs- und Bildungsd okumentationsverfahren - Angebote und Impulse für Kinder aufgrund eines be stimmten Beobachtungssystems - Bilinguale Erziehung kann angeboten werden - Es besteht Interesse an der Entwicklung eines Fam ilienzentrums in Münster 2 Flexible Betreuung: - Flexible Betreuungszeiten können bei Bedarf der E ltern eingerichtet werden, z.B. Buchung von Zusatzstunden innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr - 19.00 Uhr, Betre uung max. 9 Std./Tag - Ca. 20 Schließtage im Jahr 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Toleranz und Demokratie sind die Grundwerte des T rägers - Jedes Kind wird individuell wahrgenommen und ents prechend seiner Bedürfnisse gefördert - auch hinsichtlich Integration / Inklusion und Migration - Erfahrungen in der inklusiven Betreuung von Kinde rn - Barrierefreie Raumgestaltung - Interdisziplinäre Fortbildungen für Fachkräfte - Hohe Bedeutung interkultureller Kompetenz in Einr ichtungen - Einsatz von multikulturellen und multiprofessione llen Teams - Partizipation im Kitaalltag integriert z.B. Kinde rkonferenzen - Genderpädagogik: Entwicklung einer gleichberechti gten geschlechtsspezifischen, reflektierenden Haltung Kindern und Eltern gegenüber (Vorbildfunktion) - Raumangebote mit ausgewogenen Spielmaterialien 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Bewegungs- und Gesundheitsförderung durch verschi edene pädagogische Bausteine - Umfassendes Ernährung- und Verpflegungskonzept in Zusammenarbeit mit einem Caterer - Ernährung, Umgang mit Lebensmitteln, gemeinsames Kochen mit den Kindern - Körpererfahrungen sammeln - Kooperation mit Ärzten, Zahnärzten und Therapeute n - Unfall-, Gewalt- und Suchtprävention - Eigenes Kinderschutzkonzept / Schulung aller Mita rbeiter/-innen 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bereits bestehende Vernetzungen - Kooperationen mit der Kita Lacki Kids in Hiltrup und Kita Waldbach in Wolbeck Geplante Vernetzungen: - Zusammenarbeit mit Schulen und umliegenden Kitas im Sozialraum - Vernetzung mit anderen Kitas und Trägern im Sozia lraum: Gemeinsame Feste, gemeinsame Projekte, gegenseitige Besuche usw. - Kooperationen mit Vereinen, Institutionen, andere n Trägern - Kooperation mit Ärzten, Therapeuten, sonderpädago gischen Einrichtungen - Ort familiärer Unterstützung (familienzentrumähnl iche Strukturen) - Kontakte mit bestehenden Kindertagespflegepersone n / Großtagespflegestelle denkbar - interkulturelle und generationenübergreifende Ang ebote - Weiterentwicklung als Familienzentrum denkbar, An gebote je nach Bedarfen der Familien im Stadtteil - Zusammenarbeit mit Jugendamt und Stadt Münster - Offenheit Kooperationen mit Kindertagespflege ei nzugehen - Erfahrungen im Bereich Migration liegen vor 3 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Zweites Zuhause für Eltern und Kinder - Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vordergrun d - Fokus auf familienunterstützende Arbeit (Familie im Fokus) - Individuelles Eingewöhnungskonzept „Berliner Mode ll“ - Regelmäßige Elterngespräche (Entwicklungsgespräch e, Informationsgespräche, Tür- und Angelgespräche, Elternabende/-nachmittage, Elternbeiratssitzungen, Abschlussgespräche Übergang Kita-Grundschule) - Halbjährliche Elternbefragung zur Qualität der Ar beit - Kritik und Beschwerdemanagement - Angebote der Beratung und Unterstützung der Famil ien / Vernetzung mit anderen Fachstellen (Frühförderung, Beratungsstellen etc.) - Bildungsangebote für Eltern - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Dreiklang: Konzeption / Strukturen und Prozesse / Personalauswahl - Synergieeffekte mit bestehenden Einrichtungen - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben Einrichtungen in Münster gegeben - Coach als Fachberatung und Bindeglied zwischen ze ntralem Träger und Einrichtung - Begleitung, Moderation und Beratung für Mitarbeit er/-innen, Leitung, Eltern - Coach hat i.d.R. einen zusätzlichen fachlichen Sc hwerpunkt (z.B. Sprache, Naturwissen- schaften) und ist für die Vermittlung dieser Inhalte an andere Coaches und Leitungen zu- ständig - Bezahlung der Mitarbeiter/-innen nach Tarif - Fortbildungsangebote: 5 - 8 Fortbildungstage je M itarbeiter / Jahr - Personalentwicklungskonzept - Auszeichnung Sonderpreis „Great place to work“ - Erwartungsmanagement mit Blick auf Mitarbeiter un d Eltern - Verschiedene Evaluationsmöglichkeiten für Mitarbeiter/-innen und Eltern - Kinderschutzkonzept liegt vor 4. Besondere Merkmale / Eignung - Ausbau der stadtweiten Angebote in Münster (Syner gieeffekte hinsichtlich Personaleinsatz und Fachberatung) - Flexible Öffnungszeiten; Vereinbarkeit von Famili e und Beruf - Insbesondere Erfahrung bei Betriebskitas - Gute Rahmenbedingungen mit dem Dreiklang: Konzept ion / Strukturen / Personalauswahl 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH Komödienstraße 18-24 50667 Köln 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH mit Sitz in Be rlin ist eine Tochtergesellschaft des FRÖBEL e.V. - Anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe un d Mitglied im paritätischen Gesamtverband - Bundesweit tätiger Träger im Bereich der Kinderbe treuung und Hilfen zur Erziehung (insge- samt über 190 Kitas in Deutschland, rund 70 davon in NRW) - Philosophie des Friedrich Fröbel (Kinder verfügen über individuelles Bildungspotential) - Pädagogisches Leitbild, Führungsleitbild und Unte rnehmensleitbild liegen vor - Betreiber von Kitas in Münster: seit 01.09.2019 K ita Emmy-Herzog-Platz in Rumphorst und 01.03.2020 Landsberger Straße in Amelsbüren. - Geplante Inbetriebnahmen: 01.08.2021 Zentrum Nord und 01.08.2022 Sonnenstraße 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 7,8 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Arbeit mit offenem Konzept, Raumgestaltung in Fun ktionsbereiche - Konzeptioneller Schwerpunkt York Kaserne: „(Gemei nschaft) bauen und (Lebenswelten) kon- struieren“ im besonderer Bezug zum neu entstehenden Quartier - Schwerpunkt Bilingualität - Alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung - Einsatz verschiedener Beobachtungs- und Bildungsd okumentationsverfahren - Individualisierung und Partizipation von Kindern Flexible Betreuung: - Regelöffnungszeiten: 07.00 - 17.00 Uhr - Flexible Öffnungszeiten, an den Bedürfnissen der Eltern ausgerichtet. - Durchgängige Betreuung - auch während der Ferienz eit 2 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Aufnahme von Kindern unterschiedlicher Herkunft / Konfessionen - Partizipation als konzeptioneller Schwerpunkt (Re chte durch die EU-Kinderrechtskonvention) - Kinder werden für verschiedene Weltanschauungen se nsibilisiert und in ihrer interkulturellen Kompetenz gefördert - Ideen zur Nutzung neuer Unterstützungsmöglichkeit en für Menschen mit Behinderungen - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionell en Teams - Einsatz von männlichen Fachkräften - Pädagogisches Handeln orientiert sich an den Bedü rfnissen und Ressourcen der Kinder - Fröbelberatungsstelle / Fröbelfon als übergeordne te Soforthilfe immer erreichbar 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Als zentrale Aufgabe: Eine lebensweltbezogene und ganzheitliche Gesundheitsförderung - Das Ernährungskonzept sieht eine ausgewogene, alt ersentsprechende und hochwertige Er- nährung vor - Frischkost durch Einrichtung einer Frischkostküch e (sofern bauliche Umsetzung in Abstim- mung mit dem Investor möglich); Beteiligung der Kinder, Erleben der Essenskultur, Erlernen von Essenszubereitung - Einrichtung von Ruhezonen zur Förderung der körpe rlichen / seelischen Entspannung und Ruhe - Bereits Erfahrung in der Zertifizierung von Beweg ungskitas - Gewalt- und Suchtprävention - Betriebliches Gesundheitsmanagement für Mitarbeit er/-innen 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bereits bestehende Vernetzungen: - Kindertageseinrichtung mit den Fröbel Kitas und d er Geschäftsstelle vor Ort Geplante Vernetzungen: - Quartiersentwicklung wird als Herausforderung im Kontext der sozialen, kulturellen und wirt- schaftlichen Aspekte betrachtet und die Kita als Fixpunkt / Anker in der Bauphase verstanden - Offener Zugang auf vorhandene und neue Sozialraum akteure geplant - Kooperation mit Schulen und Kindergärten auf dem ehem. Kasernengelände angestrebt - Ausstellung des Baumodells in der Kita, Veränderu ngen begreifbar machen und dokumentie- ren. - Einbezug z.B. Kontakt zur Politik - Gemeinsam mit anderen Institutionen übergreifende Feste entwickeln (z.B. Karneval) um einen Gemeinsinn zu stiften - Grundsätzliche Bereitschaft ein Familienzentrum z u entwickeln 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Bemühen um di e Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes - Eingewöhnung nach dem Berliner oder Münchener Ein gewöhnungsmodell - Strukturierte Elternarbeit wie Informationsgesprä che, Entwicklungsgespräche, Elternabende usw. finden statt - Elternhospitationen möglich - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat 3 - Regelmäßige Elternbefragungen - Einbindung und Beteiligung der Eltern an pädagogi schen Aktivitäten - Errichtung einer Lounge, die Eltern zum Austausch und Verweilen einlädt 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maß- nahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben / Flexibilitä t des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster ist gegeben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeiter/-innen - Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement - Externe Qualitätsentwicklung durch PädQuis (einem pädagogischen Qualitäts- und Informati- onssystem) - Interne Evaluation anhand des Nationalen Kriterie nkataloges (NKK) - Jährliche Evaluation der pädagogischen Arbeit - Durchführung regelmäßiger Qualitätszirkel zu päda gogischen Themen - Zentrales Beschwerdemanagement für Eltern sowie M itarbeiter und Mitarbeiterinnen - Kinderschutzkonzept liegt vor - Bezahlung der Mitarbeiter/-innen nach eigenem Ha ustarifvertrag - Betreiber einer Fachschule für Sozialpädagogik 4. Besondere Merkmale / Eignung - Ausbau des Standortes Münster, um Synergieeffekte zu nutzen (u.a. Kita Landsberger Stra- ße) - Übergeordnetes Management mit Spezialisten für Ke rnthemen - Erfahrungen zur Quartiersentwicklung vorhanden - Geschäftsstelle in Münster seit Juni 2019 - Installation von Fachberatung in Münster in 2020 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Herrenstraße 15 48167 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Die Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus ist bereit s Träger von drei Kindertageseinrichtungen (Kita St. Bernhard Angelmodde, Kita St. Ida Gremmendorf und Kita und Verbund- Familienzentrum St. Nikolaus Wolbeck) - Insgesamt 45 Kitas in kath. Trägerschaft im Stadt dekanat Münster - Die York Kaserne liegt im Gemeindegebiet St. Ida, Gremmendorf - Mit den Zuzügen im York Quartier wird der kirchli che Grundbestand der Gemeinde wachsen - Sozialraumbezug mit aktiver Teilhabe am Gemeindel eben - Einrichtung wird als Ergänzung im Gemeindegebiet St. Ida angesehen - Christliches Wertebild: Jeder Mensch ist von Gott gewollt, einzigartig und wertvoll - Offenheit und Respekt gegenüber anderen Konfessio nen, Religionen und Weltanschauungen 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 10,3 % Trägeranteil im Rahmen des kirchlichen Grundbestandes Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Religiöses Leitbild: Mensch als Geschenk Gottes, mit einer unantastbaren Würde. Kleinen und Schwachen gilt die besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge damit sie mit Begeisterung ins Leben hineinwachsen können. - Kinder als Konstrukteure ihrer Entwicklung, päd. Mitarbeiterinnen als Entwicklungsbegleiterin- nen - Ganzheitlicher Ansatz und aktive Teilhabe Schwerp unkte der Arbeit in einer Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit und der Sicherheit - Alltagsintegrierte Sprachförderung (BasiK) - Weiterentwicklung zum Familienzentrum im Verbund mit St. Ida gewünscht - Institutionelles Schutzkonzept liegt vor 2 Flexible Angebote: - Regelöffnungszeit: 7.00 – 17.00 Uhr - ca. 15 Schließtage im Jahr - Notfallbetreuung in den Ferien durch die Kitas in den Kirchengemeinden abgedeckt - Erfahrungen mit flexiblen Angebot - neues KiBiz ermöglicht den kirchlichen Kitas dies es Angebote zu konzipieren 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Prävention: Institutionelles Schutzkonzept (ISK) liegt vor - Partizipation und Teilhabe als Grundlage der päda gogischen Arbeit - Demokratie & Meinungsbildung erlernen und begleit en - Beschwerden: Rückmeldung der Eltern werden ernst genommen - Beschwerde und Kritik von Kindern aufgreifen - Inklusion als fester Bestandteil der päd. Arbeit und gelebte Vielfalt mit Unterstützung durch Fachkräfte und Inklusionsfachkraft - Vernetzung mit Therapeuten vorhanden, auch Angebo te in der Kita möglich. - Thema Inklusion ist breit im Team aufgestellt. - Interkulturelle Bildung: durch Kita St. Bernhard Erfahrungen vorhanden 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Zahlreiche Bewegungsangebote im Alltag - Gesunde Ernährung und bedarfsgerechte Angebote zu r Verpflegung - Frischkostküche angedacht - Individuelle Schlafbedürfnisse des Kindes werden im Hinblick auf die vitalen, kognitiven, moto- rischen und sozialen Prozessen berücksichtigt - Körperliches und seelisches Wohlbefinden steht im Vordergrund - Integriertes Schutzkonzept (ISK) vorhanden als wi chtiger Baustein zu Körper und Gesundheit 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Lage der Kita im Gebiet der Kirchengemeinde Gremm endorf, Kirchenort St. Ida - Wunsch das neue Quartier mitzugestalten - Vernetzung im Sozialraum ist großes Anliegen, Soz ialraum gut bekannt - Vorhandene Anknüpfungen und Kooperationen können intensiviert und übernommen werden. - Nachbarschaft zur kath. Bücherei und Pfarrheim St . Ida mit offenem Kinderpädagogischem Angebot - Kinderkatechese und Familienangebote vor Ort - Vernetzung mit Kita St. Ida , Angebot ein Familie nzentrum zu entwickeln - Kooperation mit weiteren Kitas, Großtagespflege u nd Grundschulen im Sozialraum ausbauen - Entwicklung von Angeboten mit dem SC Gremmendorf - Übergänge bis zur Grundschule sensibel gestalten und begleiten - Ausbau der Vernetzung durch Teilnahme am Arbeitsk reis Gremmendorf 3 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger garantiert: - Eltern werden als Experten für ihre Kinder versta nden - Strukturierte Elternarbeit findet statt: Eingewöh nungsmodell Aufnahmegespräche, Kennenler- nen-Nachmittage, Hausbesuche, Eltern-Kind-Nachmittage, Feste und Feiern, Entwicklungs- gespräche, Elternabende usw. finden statt - Beschwerde- und Feedbackmanagement für Eltern und Mitarbeiter/-innen Kritik als Bereicherung für eine positive Weiterentwicklung - Verlässliche Betreuung und Unterstützung in Erzie hungsfragen - Ansprechpartner neben dem päd. Team auch Pfarrer, Pastoralteam und begleitender Seel- sorger der Einrichtung stehen Eltern auch bei seelsorgerischen Anliegen zur Seite - Bildungsdokumentation mit Portfolios, BasiK und D okumentationsbögen - Elternbeteiligung z.B. im Elternbeirat - Selbstorganisierte Elternstammtische, Eltern der Gemeinde-Kitas tauschen sich aus 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maß- nahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Zentrale Verwaltung über Genrealvikariat und Zent ralrendantur - Fachberatung durch Diözesan Caritasverband - Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, z.B. Erste -Hilfe, Prävention - Verbundleitung wird installiert - Ehrenamtliche Begleitung durch den Kirchenvorstan d ist vorhanden - Qualitätsentwicklung durch QualiCaMS (Zertifizier ungsprojekt der Caritas) - Teilnahme an Arbeitskreisen und Fachgremien - Bezahlung nach KAVO analog zum TVöD, plus KZVK - Kinderschutzkonzept liegt vor Synergien können genutzt werden, Springerstelle soll eingerichtet werden, Austausch von Personal in Engpässen möglich 4. Besondere Merkmale / Eignung - Werthaltung: Botschaft zum Bekenntnis der Mensche nwürde und Kinderrechte - Langjährige Erfahrungen in der Kitaarbeit vor Ort und Kenntnis der Themen und Probleme im Stadtteil - Interesse an der Mitgestaltung der Quartiersentwi cklung - Lage der zukünftigen Einrichtung im Gemeindegebie t, intensive Vernetzungsbezüge sind vor- handen - Nutzung von Synergien durch eine weitere Einricht ung innerhalb der Kirchengemeinde - Integriertes Schutzkonzept als Verhaltenskodex li egt vor, dies wird in den Einrichtungen indi- viduell weitergeführt und angepasst umgesetzt 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: Kinderzentren Kunterbunt gGmbH Carl-Schwemmer-Straße 9 90427 Nürnberg 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Gemeinnütziger Träger der freien Jugendhilfe mit Sitz in Nürnberg - 1998 als Elterninitiative gegründet - Spezialisiert auf Kinderbetreuung, Weiterbildung und frühkindliche Erziehung - Idee: Erweiterte und ganzjährige Öffnungszeit zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Seit 2004 / 2005 eingetragen als gGmbH - Aktuell Träger von bundesweit 80 Kitas – hiervon 30 in NRW (hauptsächlich Köln / Bonn) - Betreiber von zwei Einrichtungen in Telgte ( als Partnereinrichtungen dienend) - Übergeordnete Rahmenkonzeption – individuelle Kon zeptentwicklung am Standort anhand der Bedarfe und Ressourcen - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung li egt vor 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 4,0 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Leitbild: Toleranz allen individuellen Kindern ge genüber. Vielfalt und Wertschätzung als Berei- cherung - Übergeordnetes Rahmenkonzept - Ko-konstruktive Arbeit in den Kitas, Lernen durch Zusammenarbeit - Schwerpunkte werden individuell am Standort entwi ckelt anhand der Bedarfe und Ressourcen - Zwei Familienzentren in NRW vorhanden - in zwei Einrichtungen aktuell die Weiterentwickl ung zum Familienzentrum - Teiloffenes Konzept (angepasst auf altersspezifis che Differenzen) Flexible Betreuung: - Regelöffnungszeiten: 07.30 – 17.00 Uhr - Flexibles Stundenbuchungssystem - Öffnungszeiten werden anhand von Bedarfsabfragen angepasst - Zusätzliches Angebot von flexiblen Buchungsstunde n - Ganzjährige Öffnung/ 2 Konzeptionstage im Jahr 2 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Integration und Inklusion als Lebensprinzip: Jede r Mensch hat besondere Bedürfnisse / Werte- haltung - Inklusion als wichtiger Faktor für gelingende Bil dungs- und Betreuungsarbeit im ganzheitlichen Sinne (Kinder, Familie, Fachkräfte) - Inklusionsfachkräfte arbeiten Einrichtungsübergre ifen, sie sind mobil und stehen den Einrich- tungen als Multiplikatoren zur Verfügung - Konzept der Ko-Konstruktion: Individuelle Betrach tung und Partizipation des Kindes (z.B. Kin- derkonferenz) - Beteiligung der Eltern und Kinder in Entscheidung sprozessen - Möglichst gemischtgeschlechtliche Zusammensetzung des Teams 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - In bestehenden Kitas ist der Bereich der Gesundhe itsförderung ein Schwerpunkt - Aktive Arbeit im Bereich Bewegung und Ernährung - Bewegungsförderung im Innen- & Außenbereich - Hygiene und Zahngesundheit konzeptionell veranker t - Beratung und Angebote für Familien zum Thema Gesu ndheitsförderung - Der Träger bietet Essen vom Zulieferer in Kombina tion mit frischen Lebensmitteln an (Bio- Qualität) - Angebote für Eltern zu diesen Themen - Suchtprävention: Entgegenwirken durch die Ko-Kons truktion das Selbstwertgefühl stärken 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Kooperation mit z.B. Jugendamt, Grundschulen, Kin dergärten, Büchereien im Stadtteil - Vernetzung mit Kindertagespflege gewünscht, - Übernahme der Trägerschaft einer Großtagespfleges telle vom Träger gut vorstellbar, Besuche der GTP & Schulen. Z.B. bei Festen - Moto- und Logopäden kommen ins Haus zur Entlastun g der Eltern - Angebote z.B. Sportverein, Yoga o.ä. auch im Aben dbereich - Teilnahme an AKs und AGs ist gewünscht - Synergien mit Partnereinrichtungen in Telgte (u.a . Vertretungsregelungen) 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Eingewöhnung nach dem Münchener Eingewöhnungsmode ll - Offener Austausch mit Eltern findet in strukturie rter Elternarbeit statt, z.B. regelmäßige Eltern- gespräche, Dokumentation / Portfolio, Elternbefragungen, Sorgentelefon - Ko-Konstruktion in der Elternarbeit durch die akt ive Beteiligung der Eltern und Kinder in Ent- scheidungsprozessen - Sicherstellung der Partnerschaft durch gemeinsame Gremienarbeit - Feedbackgespräche bei Verlassen der Kita 3 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Qualitätsmanagement als drei Säulen-Modell: Elter n/ Mitarbeiter/ Kinder - Zentral aufgestellter Träger mit Hauptsitz in Nür nberg zur Übernahme der Organisations- und Verwaltungsaufgaben sowie Facilitymanagement zur kurzfristigen Behebung von Sachmän- geln - vier Fachberatungen für 10 Kitas in NRW - Springerkräfte werden Kitaübergreifend eingesetzt - Vier Fortbildungstage pro Mitarbeiter/-innen / Ja hr - Interne und externe Fortbildungen für Mitarbeiter /-innen, z.B. durch Inklusionsfachberaterin - Bezahlung der Mitarbeiter/-innen in Anlehnung an den TVöD - Jährliche anonyme Mitarbeiter/-innen- sowie Elter nbefragung, Feedbackgespräche sind jeder- zeit möglich - Kinderschutzkonzept liegt vor 4. Besondere Merkmale / Eignung - Ausbau der Angebote in Ballungszentren / Raum Wes tfalen - Angebot der erweiterten und ganzjährigen Öffnungs zeiten - Betriebsnaher Bereich / Erfahrung vorhanden - Zentrale Organisation des Trägers. 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: Kleine Riesen Nord gGmbH Esslinger Straße 69 73732 Esslingen 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Kleine Riesen Nord gGmbH ist ein Tochterunternehm en der Giant Leap GmbH und Co KG - Gemeinnütziger Träger der Kinder- und Jugendhilfe - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung li egt vor - Betreiber von bundesweit aktuell 31 Kindertagesei nrichtungen und Kinderkrippen - Seit 2018 Betreiber von drei Kindertageseinrichtu ngen Willingrott, Hermannschule, und Inte- rims-Pavillon Albachten (dauerhafte Folgeeinrichtung in Albachten-Ost) und seit 2019 drei weiteren Kitas Meyerbeerstraße, Eichendorffstraße sowie Pavillon Beckstraße - anteilige Fachberatung in Münster Implementiert - Motivation: Stärkere und bessere Vernetzung mit w eiterem Ausbau in Münster: Schaffung einer vollen Bereichsleitungsstelle und Springerkräfte soll installiert werden 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 7,8 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Individuelle Förderung und Entwicklung des Kindes - Entwicklung des Schwerpunktes der Einrichtung anh and der bestehenden Bedarfe und Res- sourcen des Teams, der Eltern und Kinder - Geschlossenes Konzept mit festen Bezugserziehern für die Kinder - Die pädagogischen Schwerpunkte der Einrichtungen werden individuell im Kontext der Sozial- raumbedarfe entwickelt - Sprachförderung im Kitaalltag, bilinguale Ausrich tung möglich - Mathematisches und naturwissenschaftliches Denken - Kunst- und Musikerziehung - Kochen und Ernährung - Bildungsdokumentationskonzept (quartalsweise Entw icklungsprofile) liegt vor - Drei KitaPlus Einrichtungen in Münster Flexible Betreuung: - Flexible Betreuungszeiten können bei Bedarf der E ltern eingerichtet werden - Regelöffnungszeiten: 07.00 - 16.00 Uhr 2 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Jedes Kind wird individuell wahrgenommen - Partizipation ist konzeptionell verankert - Externe und interne Schulungen der Mitarbeiter in Bezug auf Migration/Inklusion - Einsatz von multikulturellen/multiprofessionellen sowie inklusiven Teams (Diversität) - Hoher Männeranteil im Team angestrebt - Erfahrungen in der inklusiven Betreuung von Kinde rn - Gender-Mainstreaming wird in den Einrichtungen ge lebt 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Der Träger bietet Essen vom Zulieferer in Kombina tion mit frischen Lebensmitteln an nach DGE-Standards - Gemeinsame Essenssituation als schöner und besond erer Moment im Kitaaltag - Frühzeitiges Erlernen von Zahn- und Handwaschhygi ene - Projekte zu den Themen: Gesundes Essen, Zahngesun dheit etc. werden regelmäßig aufge- griffen - Bewegungsangebote innerhalb und außerhalb der Kit a, auch in Kooperation mit Vereinen im Stadtteil, z.B. Nutzung von Sportmöglichkeiten des Stadtteils - Beratung der Familien / Eltern zu Themen der Gesu ndheitsförderung 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Enge Zusammenarbeit mit der Kita Angelmodde des T rägers an der Eichendorffstraße und den weiteren fünf Kitas des Trägers in Münster - Enge Kooperation mit neuer Grundschule York-Kaser ne - Nutzen der Sportmöglichkeiten und Spielplätze in der Umgebung - Vernetzung mit anderen Kitas im Sozialraum: Gemei nsame Feste, gemeinsame Projekte usw. - Kooperation mit dem Sport Club Gremmendorf geplan t - Kooperation mit den Tagespflegestellen im Stadtte il - Weitere Zusammenarbeit der Bücherei, Ärzten, Betr ieben sowie Evangelischen Friedenskir- chengemeinde, der Kirchengemeinde St. Ida und anderen Akteuren im Sozialraum geplant - Nutzung der lokalen Lebensmittelgeschäfte und Bäc kereien - Zusammenarbeit mit Frühförderung in den Räumlichk eiten der Kindertageseinrichtung - Mitwirken in Stadtteilarbeitskreisen und Teilnahm e an Arbeitskreisen und AGs - Zertifizierung zum Familienzentrum nach Entwicklu ngsphase in Münster anvisiert 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Individuelles Eingewöhnungskonzept nach dem Berli ner Modell am Kind orientiert - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Einbezug der Eltern durch Elterncafés, Gespräche, Sprechzeiten für Eltern, Qualitätsabfragen der Eltern zur Pädagogik und Zufriedenheit, Pinnwand - Stichwortartige Tagesdokumentation bei den u3-Kin dern - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Jährliche Elternbefragung - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor 3 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben - Flexibilität des personellen Einsatzes durch mehr ere Einrichtungen in Münster zukünftig ge- geben - Fachbereichsleitung / Kinderschutzfachkraft in Mü nster vor Ort - Qualitätsbeauftragte sind die Fachbereichsleitung en - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeiter/-innen - Sprachkurse Verbesserung/ Vertiefung der deutsche n Sprache von ausländischen Mitarbei- tern über die Standards hinaus - Fünf Konzeptionstage pro Einrichtung im Jahr - Bezahlung der Mitarbeiter/-innen in Anlehnung an den TVöD - Qualitätssicherung anhand der 6-SIGMA-DMAIC Metho de - Teilnahme an Fachgremien und AGs ist geplant - Kinderschutzkonzept liegt vor 4. Besondere Merkmale / Eignung - Anpassung an das Kind / Kind im Zentrum der Päda gogik - Einrichtungskonzepte flexibel in der Anpassung an den Sozialraum und an die Einbringung der Fähigkeiten der Mitarbeiter/-innen, Entwicklung der Mitarbeiter/-innen - Erfahrungen in der Arbeit der Interkulturalität u nd mit bildungsfernen Familien - Ausbau des Standortes Münster, um Synergieeffekte (Vertretungsregelungen, Fachberatung vor Ort) zu erzielen 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: Pi Casa Kindertagesstätten gGmbH Lenaustraße 1 40470 Düsseldorf 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Gründung des Unternehmens 2009 als gGmbH - Seit 01/2010 anerkannter Träger der freien Jugend hilfe - 7 Einrichtungen in NRW (Düsseldorf & Essen), 3 Ki ndertagesstätten und 4 Großtagespflegen - Regionalstandort ist Düsseldorf - Ausbau der Einrichtungen in NRW, Münster als attr aktiver Standort und räumliche Nähe zu Düsseldorf ist gegeben. 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 7,8 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor. - Bedarfs- und bedürfnisgerechte Betreuung der Kind er bis zur Einschulung - Teiloffenes Konzept (Nebenräume fungieren als The menräume: Bauraum, Rollenspielbereich, Kreativraum/ Atelier, Therapieräume) - Unterschiedliche pädagogische Ansätze der verschi edenen Einrichtungen - Altersgemischte Gruppen mit familienähnlichen Str ukturen - Konzeptionelle Schwerpunkte des Trägers: Kunst un d Kreativität (Theater), Experimentieren und Forschen, AGs und Exkursionen, projektorientierte Arbeit, Natur und Umwelt/ Nachhaltig- keit - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor Flexible Betreuung: - Kernzeit: 07.30 – 16.30 Uhr - Erweiterte Öffnungszeiten bei höherem Bedarf anpa ssbar - Schließtage: Samstag, Sonntag, Feiertage, Rosenmo ntag, Sommerferien: letzten 2 Wochen, Weihnachtsferien: 1-2 Wochen über die gesetzlichen Feiertage hinweg und Brückentage 2 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Aufnahme von Kindern unterschiedlicher Herkunft / Konfessionen - Vorurteilsfreie toleranzbetonte Erziehung - Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung - Förderung von Kindern mit kulturellen und soziale n Zugangsbarrieren - Projekte mit interkulturellen Aspekten / Interkul turelle Feste und Bräuche / Interkulturelles Speiseangebot - Spezielle Sprachförderangebote für Kinder mit Mig rationshintergrund - Alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung - Fachkraft für Sprachförderung als Unterstützung d er Einrichtungen vorhanden - Konfessionslosigkeit des Trägers 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Einrichtung von Ruhezonen zur Förderung der körpe rlichen / seelischen Entspannung und Ruhe - Frischkostküche (Frischkostküche, sofern bauliche Umsetzung in Abstimmung mit dem Inves- tor möglich) / gesunder Umgang mit Lebensmitteln - Projektangebote zum Umgang und der Zubereitung vo n Lebensmitteln - Zahngesundheit 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Bestehende Kitas verstehen sich als Stadtteil-Kit as: keine Zutrittsbarrieren / offen für alle Kin- der des Stadtteils - Kooperation mit Eltern- und Nachbarschaft, Grunds chulen und andere Kitas, Tagesmütter (gemeinsame Angebote zum Übergang Tagespflege – Kita), Frühförderung und andere sozia- le Anlaufstellen, Jugendamt, Krankenkassen (Gesundheitsangebote, „Joko, du und ich“ der AOK Rheinland), Bibliotheken (Lesestart) - Teilnahme an Museumspädagogischen Angeboten - Nachbarschaftsfeste und Elterncafé geplant 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Eingewöhnung nach Berliner Eingewöhnungsmodell - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maß- nahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben, Bezahlung an den TVöD gebunden - Ausbildung durch PiA - Fort- und Weiterbildungen/ individuell angepasst an die Mitarbeiter - Qualitätshandbuch: Standards sind im Schlüsselhandbuch verankert - Regelmäßige Evaluation - Kinderschutzkonzept liegt vor - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor 3 4. Besondere Merkmale / Eignung - pädagogische Ansätze in den Einrichtungen werden individuell angepasst - Familienunternehmen - Büro in Münster geplant, vor Ort Ansprechpartner und Organisation - Schwerpunkt musischer Bereich 1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen York Kaserne im Stadtteil Gremmendorf Name und Adresse des Trägers: Villa Luna gGmbH Am Flachsbach 19 52223 Stolberg 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Gründung des Unternehmens in 2005 - Erste Eröffnungen in Düsseldorf und Aachen - Unbefristete Anerkennung als freier Träger der Ki nder- und Jugendhilfe seit 2016 - Villa Luna ist in vier Bundesländern mit insgesam t acht Einrichtungen vertreten, davon fünf in NRW - Die Klett-Gruppe ist Teilhaber der Kindertagesein richtungen - Ausbau der Einrichtungen in NRW, Münster als attr aktiver Standort 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 7,8% Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor. - Individuelle Bedürfnisse der Kinder stehen im Vor dergrund - Teiloffene Arbeit mit fester Gruppenzugehörigkeit für Kinder - Alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung - Pädagogische Ansätze: Montessori, situationsorien tierter und kokonstruktiver Ansatz sowie projektbezogene Arbeiten - Konzeptionelle Schwerpunkte des Trägers: Bewegung , Musikalische Früherziehung, Sprache / Bilingualität, Natur und kulturelle Umwelt, Kunst und gestalterische Arbeiten/Malort (ange- lehnt an Arno Stern), Naturwissenschaften, MINT- Angebote zum „Haus der kleinen Forscher“ - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor - Zusatzangebot: Bilinguale Spracherziehung durch d ie Immersionsmethode Flexible Betreuung: - Kernzeit: 07.30 – 16.30 Uhr - Erweiterte Öffnungszeiten bis 18.00 Uhr möglich - Öffnungs- und Schließzeiten sind an Bedürfnissen der Eltern orientiert - Schließzeiten in den Ferien sowie Konzeptionstage 2 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Alltag ist durch Partizipation und Toleranz geprä gt - Partizipation: Selbstwirksamkeit und Mitbestimmun g fördern; Grenzen und Möglichkeiten aus- loten - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionell en Teams mit verschiedenen Migrationshinter- gründen - Träger lebt ausgeprägte Willkommenskultur für Fam ilien und Mitarbeiter - Erfahrungen in der inklusiven Betreuung von Kinde rn - Bereits Erfahrungen mit dem Thema Migration / Par tizipation - Einsatz von männlichen Erziehern 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Bewegungsangebote innerhalb und außerhalb der Kit a (Bewegungsraum, Naturerkundungen) - Frische und selbstständige Zubereitung in Kochküc he (Frischkostküche, sofern bauliche Um- setzung in Abstimmung mit dem Investor möglich) - Projektangebote zum Umgang und der Zubereitung vo n Lebensmitteln - Kooperation mit Ärzten und Gesundheitsamt zu vers chiedenen Themen - Medienerziehung 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Zusammenarbeit mit umliegenden Kitas , Grundschul en, Sportvereinen etc. - Kooperation mit Ärzten, Logopäden, Therapeuten, so zialpädiatrischen Zentren etc. - Erschließung der Nachbarschaft, um Beziehungen un d Strukturen zu schaffen - Ausflüge und Exkursionen im Stadtteil zur Erkundu ng des Sozialraumes - Beratung und Unterstützung von Familien hinsichtl ich verschiedener Fragestellungen - Teilnahme und Stadtteilarbeitskreisen und Netzwer ken 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Eingewöhnung nach Berliner Eingewöhnungsmodell - Einrichtung als familienergänzende, -unterstützen de und –freundliche Institution - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Wochenrückblick mit Fotos für die Eltern - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maß- nahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben, überdurchsch nittlicher Betreuungsschlüssel von drei bis vier Fachkräften pro Gruppe - Leitung wird grundsätzlich freigestellt - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeiter/-innen - Drei Qualitätsleitungen als Fachberatung für acht Einrichtungen - Bezahlung in Anlehnung an den TVöD - Hohes Fortbildungsbudget für Mitarbeiter/-innen u nd regelmäßige Fortbildungen 3 - Feedback-Bogen für Eltern und Mitarbeiter/-innen - Kinderschutzkonzept liegt vor - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor 4. Besondere Merkmale / Eignung - Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Bilingualität bei Bedarf
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FRÖBEL-Rahmenkonzeption 2., überarbeitete Auflage Impressum Herausgeber: FRÖBEL e.V., Stefan Spieker (Vorstandsvorsitzender), Alexanderstraße 9, 10178 Berlin Redaktion: Jule Marx, Elisa Steinfeldt Autorinnen: Annegret Kieschnick, Jule Marx, Elisa Steinfeldt Beteiligte: Henrike Früchtenicht, Dr. Gudrun Rannacher, Pia Schnadt, Christine Ulbrich Satz und Grafik: loveto GmbH, www.loveto.de Druck: Buch- und Offsetdruckerei H. Heenemann GmbH & Co. KG Alle verwendeten Fotos sind in FRÖBEL-Krippen, -Kindergärten und -Horten entstanden. Copyright FRÖBEL e. V. August 2018, 2., überarbeitete Auflage Keine unerlaubte Vervielfältigung oder Verbreitung. Wir wünschen … … allen Kolleginnen und Kollegen viel Freude beim Lesen der zweiten Auflage der FRÖBEL- Rahmenkonzeption und Impulse, die die pädagogische Arbeit in den Kindertagesein - richtungen bei FRÖBEL bereichern. www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Seite 3 Inhalt FRÖBEL ................................................................................................................................................................................................................... 05 Kompetenz für Kinder ........................................................................................................................................................................ 05 Wie wir organisiert sind ...................................................................................................................................................................... 05 Unser Namensgeber: Friedrich Fröbel .................................................................................................................................. 07 Gemeinsame Orientierung und Vielfalt ..................................................................................................................................... 08 Leitbild und Werte ................................................................................................................................................................................. 09 Die Beteiligten: Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte .................................................................. 09 Was Bildung für uns ist ........................................................................................................................................................................ 11 Beziehung als Prinzip .................................................................................................................................................................... 12 Individualisierung als Prinzip ................................................................................................................................................... 13 Partizipation als Prinzip ............................................................................................................................................................... 13 Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit ............................................................................................ 14 Das pädagogische Profil von FRÖBEL .......................................................................................................................................... 16 Fachlicher Orientierungsrahmen .............................................................................................................................................. 16 FRÖBEL-Standards ................................................................................................................................................................................. 17 FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung ....................................................................................................................... 17 Einrichtungsschwerpunkte ............................................................................................................................................................. 18 Umsetzung des pädagogischen Profils ............................................................................................................................... 19 Gestaltung des pädagogischen Alltags .................................................................................................................................... 20 Übergänge ................................................................................................................................................................................................. 21 Beobachtung und Dokumentation im Dialog ............................................................................................................... 23 Alltagsintegrierte Sprachförderung ........................................................................................................................................ 24 Zusammenarbeit mit der Grundschule ................................................................................................................................ 24 Zusammenarbeit mit Familien ..................................................................................................................................................... 25 Leitung und Team ................................................................................................................................................................................. 26 Kinderschutz ............................................................................................................................................................................................... 27 Ehrenamtliche im Alltag ................................................................................................................................................................... 29 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ...................................................................................................................................... 30 Qualität und Qualitätsentwicklung ................................................................................................................................................ 31 Fortbildung und Wissenstransfer ....................................................................................................................................................... 33 Unterstützung vor Ort: FRÖBEL-Fachberatung ........................................................................................................................ 34 Seite 5 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 FRÖBEL Kompetenz für Kinder „Kompetenz für Kinder“ bedeutet zum einen, Kindern kompetente Er - wachsene als Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter zur Seite zu stellen. Des Weiteren wird das Ziel von FRÖBEL deutlich, Kindern zu ermöglichen, sich in einem offenen Miteinander zu selbständigen, selbst- bewussten, vorurteilsbewussten und verantwortungsvollen Mitgliedern einer demokratischen Gesellschaft zu entwickeln. Wir nehmen damit den Auftrag wahr, Orte für Kinder und ihre Familien zu gestalten, in denen sie willkommen sind und im Mittelpunkt stehen. Chancengleichheit Gelebte Chancengleichheit heißt für uns, dass jedes Kind die Möglich - keiten erhält, die eigenen Kompetenzen zu entdecken und zu stärken und dadurch individuelle Potenziale ausbauen kann. Wir sind davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist, hohe Qualität in der frühpä- dagogischen Bildung, Erziehung und Betreuung allen Kindern und ihren Familien zu ermöglichen. Wir leben ein inklusives Verständnis von Pädagogik, das auf einer Kultur des wertschätzenden, gleichberechtigten Miteinanders und der Teil- habe aller Kinder und Familien in der Einrichtung basiert und von Teams und Fachkräften im täglichen Handeln umgesetzt und weiterent- wickelt wird. Dazu gehört es, Gemeinsamkeiten ebenso wie Unter- schiede zu erkennen und individuelle Voraussetzungen wahrzunehmen, um das pädagogische Handeln vorurteilsbewusst daran auszurichten. à mehr unter „Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit“ S. 14 Wie wir organisiert sind Die FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin ist eine Tochtergesellschaft des FRÖBEL e. V., anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und Mitglied im PARITÄTISCHEN Gesamtverband. FRÖBEL betreibt Krippen, Kindergärten, Horte und weitere Einrichtungen aus dem Bereich Hilfen zur Erziehung in mehreren Bundesländern Deutsch - lands sowie in Australien und in Polen. Gegenwärtig werden circa 15.600 Kinder von mehr als 3.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 170 Einrichtungen betreut. Alle FRÖBEL-Krippen, -Kindergärten und -Horte sind regionalen Ge - schäftsstellen zugeordnet, die von regionalen Geschäftsleitungen Seite 6 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 geführt werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden dort direkte An - sprechpartnerinnen und Ansprechpartner in fachlichen und organisatori- schen Fragen der Region. Die fachliche Begleitung der Einrichtung findet durch eine regionale Fachberatung statt. Regionalübergreifende Themen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hauptgeschäftsstelle in Berlin bearbeitet. Hierzu gehören neben den Verwaltungs- und Organi- sationsbereichen wie Personal, Controlling und Elternbeitragsverwaltung sowie Bau, Softwareentwicklung/IT und Unternehmenskommunikation/ Marketing auch die Fachabteilungen für Pädagogik und Qualitätsent - wicklung, Personalentwicklung und Fortbildung sowie Qualitätssicherung, Ehrenamt und Beschwerdemanagement. In regelmäßig stattfindenden Geschäftsleitungs- sowie Fachberatungs - konferenzen werden aktuelle Themen und Entwicklungen diskutiert und Entscheidungen für FRÖBEL getroffen. Die regionale Information und Bearbeitung von Themen erfolgt in monatlichen Leitungskonferenzen zwischen regionaler Geschäftsleitung, Fachberatung und Einrichtungs - leitung. Weitere Informationen zu FRÖBEL, Ansprechpartnerinnen und Ansprech- partnern sowie die einzelnen Standorte finden Sie unter: www.froebel-gruppe.de Seite 7 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Unser Namensgeber: Friedrich Fröbel Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852) gilt als Vater des Kinder- gartens und Pionier der Reformpädagogik. Als internationaler Ideen - geber war er Verfechter einer kindgerechten Bildung und Entwicklung. Sein Erziehungsziel war der „freie, denkende, selbsttätige Mensch“. Er forderte daher für Kinder eine Umgebung, die ihnen Handlungs-, Ge - staltungs- und Entscheidungsspielraum lässt. In dieser Umgebung hielt Friedrich Fröbel eine Erziehung von Körper, Geist und Seele, die alle Stärken des Menschen anregt, weckt und fördert, für das Beste. Friedrich Fröbel gründete Kindergärten, in denen seine Ideen von Erzie - hung umgesetzt wurden. Im Unterschied zu dem Personal der damals bestehenden Bewahranstalten für Kinder beschäftigte Friedrich Fröbel Kindergärtnerinnen, die er nach seinen pädagogischen Vorstellungen ausbildete. Hiermit legte er einen wichtigen Grundstein für die Qualifikati- on pädagogischer Fachkräfte. Das ausgebildete Personal war bereits zu dieser Zeit nicht allein für die Bildung und Erziehung der Kinder verantwort- lich. Vielmehr ging Friedrich Fröbel davon aus, dass die Kindererziehung von Familien und Bildungsinstitutionen gemeinsam gestaltet wird. Die pädagogischen Fachkräfte von FRÖBEL schaffen täglich eine an - regende Umgebung für die Kinder, um den pädagogischen Grundge - danken von Friedrich Fröbel, „freie, denkende, selbsttätige Menschen“ zu erziehen, umzusetzen und eine lebensweltorientierte Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wirksam zu unterstützen. Familien werden aktiv in diese Ausgestaltung eingebunden und haben die Gelegenheit, diese pädagogische Grundorientierung kennenzulernen. So können Familie und Kindertageseinrichtung als zentrale Lebensmittelpunkte von Kindern eine gemeinsame Werteorientierung ausbilden. Seite 8 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gemeinsame Orientierung und Vielfalt Unsere Krippen, Kindergärten und Horte erstrecken sich über weite Teile der Bundesrepublik, nach Australien, Polen und in die Türkei. Den Rah - men bildet unsere gemeinsame pädagogische Orientierung, die alle Einrichtungen miteinander verbindet und zusammenhält. Diese Gemeinsamkeit ist im FRÖBEL-Leitbild beschrieben und wird in dieser FRÖBEL-Rahmenkonzeption konkretisiert. Hier sind neben Prinzipien des Umgangs und der pädagogischen Arbeit mit Kindern und deren Familien gemeinsame fachliche Themen beschrieben, die für alle FRÖBEL-Einrich - tungen eine hohe Verbindlichkeit besitzen und dabei unterstützen, den pädagogischen Alltag mit dem Anspruch bester Fachpraxis zu gestalten. Alle FRÖBEL-Einrichtungen sind individuell: schon allein deswegen, weil sie in jeweils unterschiedlich geprägten Umgebungen liegen und weil die Menschen, die sich in den Häusern aufhalten und miteinander agieren, verschieden sind. Jede Krippe, jeder Kindergarten und jeder Hort ver - fügt über eine eigene Einrichtungskonzeption. Die dort beschriebenen Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit werden von den pädagogi - schen Fachkräften zusammen mit der Leitung entwickelt. Dabei finden die Bedürfnisse aller Kinder und ihrer Familien Berücksichtigung. Die Einrichtungskonzeptionen sind darüber hinaus konkret an standortge - bundenen Voraussetzungen und Bedingungen ausgerichtet und werden kontinuierlich geprüft und entsprechend weiterentwickelt. LEITBILD EINRICHTUNGS- KONZEPTION RAHMEN- KONZEPTION Seite 9 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Leitbild und Werte Das Leitbild von FRÖBEL setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Unternehmensleitbild, dem Führungsleitbild und dem pädagogischen Leitbild. Das pädagogische Leitbild ist das Herzstück der Pädagogik. Es betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in allen FRÖ - BEL-Krippen, -Kindergärten und -Horten. So unterstützen wir Kinder darin, sich zu Menschen zu entwickeln, die in gemeinsamen Aushandlungspro - zessen ihren Alltag und ihre Umgebung mitgestalten. Die Beteiligten: Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte In FRÖBEL-Einrichtungen ist immer viel los, denn bei uns gestalten alle Akteurinnen und Akteure das Leben in Krippe, Kindergarten und Hort gemeinsam. Kinder Kinder sind die Hauptpersonen in unseren Krippen, Kindergärten und Hor- ten. Sie sind von Natur aus neugierig und haben Lust, sich ihre Umwelt mit all ihren Facetten selbst anzueignen und diese zu gestalten. Sie wollen aktiv sein und sich bewegen und erobern sich Stück für Stück mit allen Sinnen die Welt. Kinder lernen durch eigenes Tätigsein, insbesondere auch im Spiel, indem sie ausprobieren, Erfahrungen sammeln und sich als soziale Wesen im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen erleben. Kinder wollen Spaß haben, Freunde finden, spielen und so ihre Bildungsprozesse selbst gestalten. Kinder bringen viele Fähigkeiten mit, brauchen aber andere Kinder und kompetente Erwachsene, die ihnen Anreize bieten, sie bei ihren Entde - ckungen ernst nehmen und ihre Entwicklung begleiten. FRÖBEL-Einrichtungen werden von Kindern unterschiedlichen Alters be - sucht. Die Spannbreite ist dabei sehr groß und kann von acht Wochen bis zu zwölf Jahren reichen. Der individuelle Entwicklungsstand eines jeden Kindes ist handlungsleitend für die pädagogischen Fachkräfte in unseren Einrichtungen. So wird jedes Kind in seinem persönlichen Bildungsprozess angeregt und in seiner Entwicklung dort abgeholt, wo es gerade steht. LEITBILD DER FRÖBEL-GRUPPE Unternehmensleitbild Pädagogisches Leitbild Führungsleitbild Seite 10 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eltern und Familien Zuhause sind es in der Regel die Eltern und Familien der Kinder, die den Kindern Orientierung in ihrer Entwicklung bieten, ihnen Schutz und Ge - borgenheit geben und Bildungssituationen für sie schaffen. Zu ihnen wird das Kind immer eine besondere Beziehung haben. Aufgabe der päda - gogischen Fachkräfte ist es, diese Beziehung zu stützen und Eltern und Familien an der institutionellen Bildung, Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen. à mehr unter „Zusammenarbeit mit Familien“, S. 25 Pädagogische Fachkräfte Bei der Teamzusammensetzung achten wir darauf, dass Menschen ver - schiedener Generationen, Kulturen und Ausbildungen sowie unterschied- lichen Geschlechts zusammenarbeiten. Eine respektvolle, empathische und ressourcenorientierte Grundhaltung unserer pädagogischen Fach - kräfte ist selbstverständlicher Bestandteil ihres professionellen Habitus. Das Handeln unserer pädagogischen Fachkräfte orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Kinder und deren Familien. Wo die Rechte von Kindern im Vordergrund stehen, fängt die Verantwortung und Herausfor- derung für die pädagogischen Fachkräfte an. In ihrem pädagogischen Selbstverständnis verstehen sie sich als Begleiterinnen, Gesprächspartner, Beobachterinnen, Lernende, Sicherheitsgeberinnen, Fragensteller und Unterstützerinnen. In unseren Krippen, Kindergärten und Horten arbeiten liebevolle und zugewandte Erwachsene, die sich ideenreich und fach - kompetent mit Kindern beschäftigen. Sie sind mit aktuellen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsthemen vertraut, bilden sich stetig fort und suchen den Erfahrungsaustausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen. à mehr unter „Fortbildung und Wissenstransfer“, S. 33 Seite 11 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Was Bildung für uns ist Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bildung und Entwicklung und ein Recht darauf, dass sie auf diesem Weg begleitet und unterstützt werden. Sie gestalten ihre Bildungsprozesse aktiv, indem sie mit ihrer Um- gebung und den Menschen um sich herum in Kontakt treten und die Welt mit allen Sinnen entdecken und erforschen. Auf diesem Weg eignen sie sich die Welt selbsttätig an und entwickeln so ihre eigene Persönlichkeit. Wir verstehen kindliche Bildung als einen Prozess, der sowohl das Entwi - ckeln sozialer und emotionaler Kompetenzen als auch das Ausbilden motorischer, sprachlicher und kognitiver Fähigkeiten umfasst. Bildungs - prozesse von Kindern sind komplexe und ganzheitliche Prozesse, an de - nen Sinnesorgane, Körper, Sprache, Gefühle, Denken und Erinnerung beteiligt sind. Diese Bildungsprozesse vollziehen sich bei Kindern vor allem im Spiel. Wenn Kinder spielen, dann ist das nicht nur Spielerei, sondern vielmehr die Gelegenheit, sich auszuprobieren, eigene Grenzen zu erfahren, mit anderen – Kindern und Erwachsenen – in Kontakt zu treten. Die Verantwortung der pädagogischen Fachkräfte liegt darin, die räum- liche Umgebung und vor allem die Interaktionen so zu gestalten, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen machen können. Das Selbst- und Weltverständnis von Kindern entwickelt sich immer auch in einem sozialen Kontext. Indem Kinder ihre Handlungen auf andere Menschen beziehen und ihre eigenen Handlungen bei anderen Reso - nanzen erzeugen, entdecken Kinder Selbstwirksamkeit. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen vertraut und ihnen etwas zugetraut wird, dann gewinnen sie Sicherheit, sich Unbekanntem zuzu - wenden und sich in neuen Situationen und immer wieder anderen Kons- tellationen zurechtzufinden. Sie erleben so ihre Stärken und Möglichkeiten und gestalten mithilfe anderer Kinder und erwachsener Bezugspersonen ihre eigenen Bildungsprozesse. Aus diesem Grund sehen unsere pädagogischen Fachkräfte ihre Aufgabe darin, auf die Kinder abgestimmte Bildungsanlässe und Lernsituationen zu schaffen und so jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung zu unter- stützen. Seite 12 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 In unseren Krippen, Kindergärten und Horten schaffen wir auf der Basis von drei Prinzipien die notwendigen Voraussetzungen, damit diese kom- plexen Bildungsprozesse angeregt und begleitet werden. ▲ Beziehung als Prinzip ▲ Individualisierung als Prinzip ▲ Partizipation als Prinzip Die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie entspre - chend ihrer individuellen Persönlichkeit ihre Erfahrungen mitgestalten können, wie ernst sie genommen werden und mitbestimmen können, das alles sind dabei bedeutsame Faktoren. ▲ Beziehung als Prinzip Stabile emotionale und soziale Beziehungen geben dem Kind Sicherheit. Von dieser sicheren Basis aus können Kinder aktiv mit ihrer Umwelt in Kon- takt treten und diese mit all ihren Sinnen erforschen und auch verändern. Deswegen haben Kinder ein Recht auf verlässliche Beziehungen, denn diese bilden die Voraussetzung für gelingende Bildungs- und Entwick - lungsprozesse. Durch die Feinfühligkeit und emotionale Verfügbarkeit unserer pädagogischen Fachkräfte unterstützen wir diesen so bedeu - tenden Beziehungsaufbau. In den ersten Lebensjahren baut das Kind zunächst primäre Bindungen zu den Personen auf, die auf seine körperlichen und psychischen Be - dürfnisse regelmäßig eingehen. Es handelt sich dabei zumeist um die Eltern-Kind-Bindung. Zugleich entwickelt das Kind individuelle Beziehun - gen zu anderen Erwachsenen, die sich in ihrer Intensität von der Bindung zu seinen Hauptbezugspersonen unterscheiden, aber nicht weniger wichtig sind. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung ermöglicht es einem Kind, sich in einer sozialen Gemeinschaft zu erleben, die sich vom Zusammenleben in der Familie unterscheidet. Es trifft dort auf Kinder verschiedenen Alters und verschiedener Kulturen und Herkunftsfamilien, die zum Teil gleiche, aber auch teils andere Vorstellungen und Interessen haben. Gemein - sam mit ihnen Spielideen zu besprechen, Freundschaften zu knüpfen, über die Welt zu philosophieren, aber auch Konflikte zu lösen, fördert die Persönlichkeit eines Kindes und die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen. Unsere pädagogische Aufgabe besteht darin, Kindern das Erleben trag - fähiger Beziehungen zu ermöglichen. Wir gestalten den Alltag in unseren Krippen, Kindergärten und Horten so, dass Kinder vielfältige Erfahrungen Seite 13 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 machen und sich in unterschiedlichen Beziehungen, Rollen und Formen des sozialen Miteinanders erleben können. ▲ Individualisierung als Prinzip Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Persönlichkeit und ihre Bildungs- und Lernprozesse berücksichtigt werden. Die pädagogische Arbeit orien- tiert sich deshalb an den Themen und Interessen der Kinder. Jedes Kind ist in der Krippe, dem Kindergarten und dem Hort Teil einer Gemeinschaft. Daraus ergeben sich Möglichkeiten, aber auch Grenzen im Hinblick auf individuelle Vorlieben und Interessen. Nicht immer können die pädagogi- schen Fachkräfte alle Bedürfnisse jedes Kindes erfüllen – entscheidend ist, dass die pädagogischen Fachkräfte diese wahrnehmen und den Kindern signalisieren, dass sie diese grundsätzlich anerkennen. Wenn sie auf die Bedürfnisse zu diesem Zeitpunkt nicht eingehen können, erklären sie die Gründe dafür. Im Sinne einer Individualisierung der pädagogischen Arbeit haben Kinder die Gelegenheit, Angebote wahrzunehmen, Materialien selbständig zu nutzen und sich für oder gegen eine Gruppenaktivität im Tagesverlauf zu entscheiden. Indem alle pädagogischen Fachkräfte die spezifischen Be- dürfnisse sowie Bildungs- und Entwicklungsthemen der Kinder erkennen, gestalten sie eine Umgebung, die die Individualität und die Bildungspro - zesse eines jeden Kindes in den Mittelpunkt stellt. ▲ Partizipation als Prinzip Kinder haben ein Recht auf Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Sie sind zu Entscheidungen und Urteilen fähig und werden bei uns ermutigt, dies in die Gemeinschaft einzubringen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. So entwickeln sie Vertrauen in ihre eigenen Kräfte und lernen sich selbst, aber auch das Wohl und die Wünsche anderer zu achten. Demokratie wird so schon früh erlebbar, indem Kinder die Gele- genheit haben, sich in einer von demokratischen Strukturen geprägten Umwelt auszuprobieren und diese mitzugestalten. Jedes Kind soll die Chance haben, seine Bereitschaft, seine Fähigkeiten und seine Möglichkeiten in die Entwicklung der Gemeinschaft einzubrin - gen. Dies setzt eine partizipative Grundhaltung voraus. In unseren Kinder- tageseinrichtungen schaffen wir deshalb verschiedene Situationen der Teilhabe von Kindern. Kinder werden so als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen. Hierbei ist es wichtig, Kinder nicht einfach sich selbst zu überlassen, sondern sie entwicklungsangemessen in ihren Entscheidungsprozessen zu begleiten. Seite 14 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Durch Öffnungsprozesse in unseren Krippen, Kindergärten und Horten er- weitern wir die Erfahrungs- und Entscheidungsmöglichkeiten von Kindern, in denen sie sich erproben und zunehmend ihre Handlungsspielräume erweitern können. So unterstützen wir ihr Streben nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung und schaffen einen Erfahrungsraum, in dem ein selbstbestimmtes Leben innerhalb einer Gemeinschaft möglich ist. Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit Die Heterogenität von Menschen – Kindern und Erwachsenen – ist unsere Normalität und Fundgrube für das Gestalten einer inklusiven Pädago - gik. Dort, wo Menschen zusammenkommen, treffen immer Personen unterschiedlicher Kulturen, Sprachen, Nationalitäten, Temperamenten, sozioökonomischen Hintergründen und Lebenswelten, Fähigkeiten und (biologischen und sozialen) Geschlechtern aufeinander. Wir sehen diese Heterogenität als Chance, die vielfältige Lernerfahrungen ermöglicht und neue Horizonte eröffnet. In einem offenen, wertschätzenden und gleichberechtigten Miteinander wirken wir so Benachteiligung und Dis - kriminierung aufgrund von Verschiedenheit aktiv entgegen. Wir sehen es als unseren Auftrag, die gleichberechtigte Teilhabe und ganzheitliche Förderung aller Kinder in unseren Einrichtungen zu sichern. Im pädagogischen Alltag wird die Vielfalt von Menschen in Gesprächen, Projekten, der Raum- und Materialgestaltung sowie im Spiel aufgegriffen. Mit Neugierde, Anerkennung und Wertschätzung wird Gemeinsamkeiten und Unterschieden begegnet. Kinder und ihre Familien sowie die päd - agogischen Fachkräfte sind mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen, Stärken, Interessen und Sichtweisen in unseren Einrichtungen willkommen. Haben Kinder einen besonderen Förderbedarf, ermöglichen wir bei ent - sprechend vorhandenen Rahmenbedingungen eine bedürfnisgerechte Betreuung. Sozioökonomische Vielfalt Kinder wachsen in Familien mit vielfältigen bildungs- und sozioökono - mischen Hintergründen und Lebensformen auf. Dies bedeutet, dass die Lebenslagen der Kinder von unterschiedlichen finanziellen Ressourcen, Wohn- und Lebensumständen und Alltagserfahrungen geprägt sind. Mögliche sozioökonomische Risikolagen von Kindern und ihren Familien werden von unseren pädagogischen Fachkräften berücksichtigt, indem der pädagogische Alltag entsprechend gestaltet wird. So können pä - dagogische Angebote von allen Kindern wahrgenommen werden. Es gibt keine zusätzlichen kostenpflichtigen Angebote Dritter, es sei denn, die Teilhabe aller Kinder ist z. B. durch Spenden/Fördermitgliedschafts - beiträge oder Bildungs- und Teilhabepakete gesichert. Seite 15 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Kulturelle und religiöse Vielfalt FRÖBEL ist ein weltoffener Träger. In unseren Kindertageseinrichtungen kommen Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Nationalitäten, Kul - turen, Ethnien und Religionen zusammen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit den Kindern über verschiedene Kulturen und Religionen sprechen, sodass sie diese kennenlernen können. Wir möchten für verschiedene Weltanschauungen sensibilisieren und in - terkulturelle und religiöse Kompetenzen der Kinder und Erwachsenen för- dern. Ermöglicht wird dies über Gespräche, das Erleben unterschiedlicher Traditionen, durch das Feiern von Festen wie Ostern, Weihnachten oder dem Zuckerfest sowie durch die Präsenz der in der Einrichtung vertretenen Familiensprachen an Wänden, als Beschriftungen von Gegenständen oder in mehrsprachigen Büchern. Kinder mit besonderem Förderbedarf Alle Kinder sind in ihrer Entwicklung individuell und einzigartig. Kogniti - ve, motorische, sprachliche sowie soziale und emotionale Fertig- und Fähigkeiten werden unterschiedlich schnell entwickelt, variieren im Ent - wicklungsverlauf und sind stets verschieden stark ausgeprägt. Diese Un - terschiedlichkeit ist nicht nur zwischen Kindern, sondern auch zwischen den Entwicklungsbereichen eines jeden Kindes zu beobachten. In FRÖBEL-Einrichtungen werden alle Kinder so gefördert, dass sie ihr Entwicklungspotenzial ausschöpfen können. Sie werden dort abgeholt, wo sie in ihrer Entwicklung gerade stehen. Fördereinheiten für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf werden, wenn möglich, in den nor - malen Alltag integriert, sodass diese nicht als separate Angebote erlebt werden, sondern als Bereicherung für alle Kinder. Geschlechtssensible Pädagogik Ein sensibler, gleichberechtigter Umgang mit Mädchen und Jungen im pädagogischen Alltag ist für uns selbstverständlich. Es geht uns darum, Mädchen und Jungen gleichermaßen alle Aktivitäten zu ermöglichen, sie dabei zu unterstützen, sich zu behaupten, sich in ihrer Geschlechts - entwicklung zurechtzufinden und eine positive Geschlechtsidentität her - auszubilden. Dabei werden ganz bewusst weder Mädchen noch Jungen von Aktivitäten ausgeschlossen, sondern explizit aufgefordert, sich zu beteiligen, sich auszuprobieren und Dinge zu wagen. Sie werden darin begleitet, eine eigenständige, selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln und sich Freiräume zu schaffen, in denen sie Eigenständigkeit entwickeln und neue Erfahrungen erleben können. Seite 16 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Das pädagogische Profil von FRÖBEL Unser pädagogisches Profil ist durch einen verbindlichen Rahmen ge - kennzeichnet, der für alle FRÖBEL-Einrichtungen gilt. So ergibt sich eine gemeinsame Orientierung, durch die Qualität gesichert und Zusammen - gehörigkeit ausgedrückt wird. Darüber hinaus gibt es individuelle Aus - prägungen, die jede FRÖBEL-Einrichtung zu etwas Besonderem machen. Fachlicher Orientierungsrahmen Grundlage der pädagogischen Arbeit in unseren Krippen, Kindergärten und Horten sind die jeweiligen Landesgesetze und Verordnungen sowie die Bildungsprogramme der Bundesländer. Die Regelungen des SGB VIII weisen dabei Kindertageseinrichtungen bundesweit einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag zu. Da FRÖBEL in verschiedenen Bundesländern Krippen, Kindergärten und Horte betreibt, dient der „Gemeinsame Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“ der Jugendministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2004 mit folgenden Bildungs - bereichen für uns als überregionale Orientierung: ▲ Sprache, Schrift, Kommunikation ▲ Personale und soziale Entwicklung, Werteerziehung ▲ Mathematik, Naturwissenschaft, (Informations-)Technik ▲ Musische Bildung/Umgang mit Medien ▲ Körper, Bewegung, Gesundheit ▲ Natur und kulturelle Umwelten Diese Bildungsbereiche werden von all unseren Einrichtungen je nach Ausprägung innerhalb des jeweils gültigen Bildungsprogramms umge - setzt. Unsere Aufgabe als Träger ist es, die fachlichen Kompetenzen unserer pädagogischen Fachkräfte zur professionellen Arbeit mit den Bildungsprogrammen zu stärken. Neben den Bildungsprogrammen bilden die vorliegende Rahmenkon - zeption sowie das pädagogische Leitbild einen verbindenden Rahmen für die tägliche Arbeit aller pädagogischen Fachkräfte von FRÖBEL. Seite 17 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eine zusätzliche Orientierung gibt der Nationale Kriterienkatalog „Päda - gogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze & Vierni- ckel, 20151). In ihm wird beste Fachpraxis in Kindertageseinrichtungen in sogenannten Qualitätsbereichen beschrieben. Dabei wird die konkrete Handlungspraxis von pädagogischen Fachkräften angesprochen, wobei vielfältige Themen der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung fokussiert werden. Wiederkehrende und strukturierende Leitgesichtspunk- te gliedern die Themenkomplexe und lenken den Blick auf bedeutsame Faktoren pädagogischer Praxis, wie Erzieherin-Kind-Interaktion, Partizi - pation und Individualisierung. FRÖBEL-Standards Pädagogische Qualitätskriterien, die als sogenannte FRÖBEL-Standards einen verbindenden Charakter für alle Einrichtungen haben, konkreti - sieren das pädagogische Profil bei FRÖBEL. Unabhängig von den bun - desslandspezifischen Bildungsprogrammen finden sich so Querschnitts- themen, die in der pädagogischen Praxis in jeder Krippe, in jedem Kindergarten und in jedem Hort verankert sind. Zu den FRÖBEL-Standards gehören: ▲ Zusammenarbeit mit Familien ▲ Gesunde Ernährung ▲ Übergänge ▲ Ausstattung ▲ Beobachtung und Dokumentation ▲ Beziehung ▲ Individualisierung ▲ Partizipation ▲ Qualitätsentwicklung FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung FRÖBEL ist bestrebt, Kindern die Möglichkeit zu geben, frühzeitig eine Fremdsprache kennenzulernen. Deshalb ist bereits in einem Teil unserer Einrichtungen der FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung durch fremd- sprachige pädagogische Fachkräfte fest verankert. Zumeist können die Kinder beim Besuch einer solchen Einrichtung mit der englischen Sprache in Kontakt treten, aber auch Polnisch, Italienisch und Spanisch werden vereinzelt angeboten. Perspektivisch wird dieser Schwerpunkt in allen 1 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. Seite 18 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 FRÖBEL-Einrichtungen aufgebaut. Das frühe Heranführen an eine weitere Sprache fördert kommunikative und sprachliche Kompetenzen der Kinder sowie die Offenheit und Fähigkeit für das Erlernen von Sprachen im Allge- meinen. Bilinguale Erziehung bietet darüber hinaus die Chance, andere Kulturen kennenzulernen und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Uns kommt es darauf an, dass die Kinder in unseren Krippen, Kinder - gärten und Horten spielerisch und nach dem Prinzip „Eine Person, eine Sprache" in ihrem Alltag mit der Fremdsprache in Kontakt kommen. Auf diese Weise können sie diese Sprache beiläufig und nach den Prinzipien des Muttersprachenerwerbs kennenlernen. In Einrichtungen mit dem FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung wer - den die Kinder daher sowohl von deutschsprachigen als auch einem Anteil fremdsprachiger pädagogischer Fachkräfte begleitet. Damit sind zwei Sprachen selbstverständlicher Teil des pädagogischen Alltags und die Kinder können in Form eines „Sprachbads“ in eine Fremdsprache ein- tauchen. In der Sprachwissenschaft und Pädagogik wird dieses Konzept Immersion (lat. „Eintauchen/Einbetten“) genannt. Durch die Integration der weiteren Sprache in den Alltag ermöglichen wir allen Kindern den Zugang zu diesem Angebot – unabhängig von der finanziellen und sozi - alen Situation der Familie. Einrichtungsschwerpunkte Jede FRÖBEL-Einrichtung hat ein individuelles Profil, das sich durch Ein - richtungsschwerpunkte ausdrückt. Diese Schwerpunkte liegen z. B. im Bereich Musik, Bewegung, Medien oder stellen andere Bildungsthemen in den Mittelpunkt. Das Profil orientiert sich an den Interessen der Kinder und ihrer Familien, dem standortspezifischen Bedarf und den individu - ellen Fähigkeiten der pädagogischen Fachkräfte. Es wird fortlaufend weiterentwickelt, angepasst und in der eigenen Einrichtungskonzeption festgehalten. So unterscheiden sich FRÖBEL-Einrichtungen trotz des ge - meinsamen Orientierungsrahmens über ihr individuell ausgestaltetes und gelebtes Einrichtungsprofil. Seite 19 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Umsetzung des pädagogischen Profils Verantwortlichkeit der pädagogischen Fachkräfte Die Gestaltung des pädagogischen Alltags nach den Bildungsprogram - men, der FRÖBEL-Rahmenkonzeption, den sogenannten FRÖBEL-Stan - dards, dem Leitbild von FRÖBEL und dem Nationalen Kriterienkatalog (NKK; Tietze & Viernickel, 20152) liegt in der Verantwortung der pädago - gischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen. Durch eine qua - lifizierte Ausbildung sowie gezielte Fort- und Weiterbildungen besitzen sie die fachliche Kompetenz, um die Inhalte in den Alltag zu integrieren. Kooperationen zur Ergänzung des pädagogischen Angebots In bestimmten Bildungsbereichen arbeiten wir darüber hinaus mit ver - schiedenen Kooperationspartnern zusammen. Diese stellen fachlich fundierte Materialien zu speziellen Themenbereichen für unsere päda - gogischen Fachkräfte zur Verfügung. In Bezug auf Sprach- und Leseförderung kooperiert FRÖBEL mit der Stif - tung Lesen und entwickelt gemeinsam ergänzende Materialien für den Einsatz in der Praxis. Um den Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Technik zu stär - ken, kooperieren wir mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Unsere pädagogischen Fachkräfte erhalten umfangreiche Anregungen, wie sie diesen Bildungsbereich noch stärker in den Alltag verankern können. Über die Möglichkeiten des naturwissenschaftlichen Experimentierens greifen sie das Bedürfnis der Kinder auf, sich die (Um-)Welt aktiv zu erschließen. Nicht zuletzt hat jede Einrichtung ein eigenes Netzwerk mit verschiede - nen Kooperationspartnern, um die Einrichtungskonzeption und eigene pädagogische Schwerpunkte zu leben. 2 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. Seite 20 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gestaltung des pädagogischen Alltags In FRÖBEL-Einrichtungen richtet sich die Gestaltung des pädagogischen Alltags nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Er ist geprägt durch eine Offenheit, die den Kindern die Entfaltung ihrer Persönlichkeit ermöglicht, Zeit für individuelle Bildungs- und Entwicklungsprozesse gibt und den Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen fördert. Den Rahmen dafür bilden Tagesstrukturen, die durch Beständigkeit und Fle - xibilität gekennzeichnet sind, sowie anregend gestaltete Räumlichkeiten. Offen sein In unseren Kindertageseinrichtungen wird eine offene Pädagogik gelebt. Die pädagogische Arbeit ist gekennzeichnet durch eine gute Balance von Kontinuität und Veränderung, die sich am jeweiligen Bedarf der Beteiligten entwickelt. Pädagogische Fachkräfte ermöglichen aktives, selbstgesteuertes Lernen, indem sie die Bedürfnisse und Interessen der Kinder wahrnehmen und auf diese reagieren. Das bedeutet, dass sie aufbauend auf individuellen Beobachtungen Impulse setzen und dem Kind zutrauen, geleitet von seiner Neugier, selbst Interessen nachzuge - hen und sich auf diesem Weg eigene Bildungskontexte und -inhalte zu schaffen. Sie sind offen für die Ideen der Kinder und stehen ihnen über den gesamten Tag als Bezugspersonen zur Verfügung. Tagesstruktur Bei der gemeinsamen Planung von Tagesabläufen, dem Ausloten von unterschiedlichen Interessen und im Aushandeln von Konflikten erleben Kinder Wertschätzung, fühlen sich ernst genommen und lernen, Verant - wortung zu übernehmen. Wir schaffen vielfältige Möglichkeiten für die Kinder, eigenständig und spielerisch zu handeln und zu experimentieren. Zudem gibt es feste Elemente im Tagesverlauf, die den Kindern Orientie- rung und Struktur bieten. Zeit für Entwicklung Die pädagogischen Fachkräfte richten die Angebote und die Ausstat - tung an dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder aus. Jedes Kind hat ausreichend Zeit, sich in seinem Tempo mit Inhalten und Themen zu beschäftigen, die es interessieren. Seite 21 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gruppen von Kindern Dort, wo Menschen aufeinandertreffen, entstehen automatisch und spon- tan Gruppen. So finden sich auch in Kindertageseinrichtungen im Laufe des Tages immer wieder Gruppen von Kindern zusammen, die – zum Teil begleitet von Erwachsenen – mit einer Sache beschäftigt sind. In unseren Krippen, Kindergärten und Horten entstehen diese Gruppen nach den Interessen der Kinder und variieren im Tagesablauf in ihrer Größe und Zusammensetzung. Spielpartnerinnen und Spielpartner sind selbst ge - wählt. Über die Anregung der pädagogischen Fachkräfte können gezielt Angebote für Gruppen von Kindern unter Beachtung der individuellen Bildungsthemen gestaltet werden. Sich in einer Gruppe zu erleben, bedeutet, am sozialen Leben teilzuneh - men. In diesen vielfältigen sozialen Kontexten können Kinder wiederum neue Erfahrungen machen, verschiedene Rollen einnehmen und eigene Möglichkeiten und Grenzen erproben. Offene Räume Unsere Kindertageseinrichtungen sind auch daran zu erkennen, dass sich die Gestaltung der Räume durch eine möglichst flexible Struktur und ei - nen hohen Anregungsgehalt auszeichnet. Sie lassen zu, dass die Kinder im Laufe des Tages unterschiedlichen Interessen nachgehen können. Durch Räume mit verschiedenen Themen- und Möglichkeitsbereichen können Kinder vielfältigen Tätigkeiten nachgehen. Die Räumlichkeiten werden immer wieder den aktuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder, die aktiv an der Umgestaltung beteiligt sind, angepasst. Übergänge Das Leben eines Kindes ist von vielfältigen Übergängen geprägt – so auch von den klassischen Übergängen, wie zum Beispiel von der Familie in eine Kindertageseinrichtung oder von der Kindertageseinrichtung in die Schule. Auch im Tagesverlauf gibt es für ein Kind viele kleinere Über - gänge, die aus pädagogischer Sicht ebenfalls von Bedeutung sind. All diese Übergänge werden von unseren pädagogischen Fachkräften ernst genommen und professionell begleitet. Eingewöhnung Ein bedeutender Übergang im Leben eines Kindes und dessen Familie ist der von der Familie in die Krippe bzw. in den Kindergarten. Er stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Bei uns wird diese Zeit kompetent in Form einer individuellen Eingewöhnung begleitet. Seite 22 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung, den dazugehörigen Personen in der Kin - dertageseinrichtung und ihren Abläufen vertraut zu machen. Auch die Familien bekommen während dieser Zeit die Möglichkeit, die Kindertages- einrichtung, die Strukturen und ihre Ansprechpersonen kennenzulernen. Eine Eingewöhnung ist dann gelungen, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen in seine neue Umgebung und zu seinen neuen Bezugspersonen entwickeln konnte. Auch für die Familien ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie ihr Kind in verlässlichen Händen wissen und die pädagogischen Fachkräfte als kompetente und aussagefähige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihr Kind wahrnehmen. Ein konzeptionell begründetes Eingewöhnungskonzept, das sich beispiels- weise am Berliner Eingewöhnungsmodell orientiert, erleichtert in unseren Einrichtungen diesen Übergang für alle Beteiligten. Alltägliche Übergänge Neben zeitlich begrenzten Übergängen gibt es zudem solche, die ein Kind jeden Tag durchlebt. Die morgendliche Trennung beim Bringen des Kindes muss genauso wie das Abholen professionell begleitet werden. Eine angenehme Atmosphäre, individuelle Rituale und die Gelegenheit zum Austausch erleichtern diese Übergangssituation für Kinder und Fa - milien gleichermaßen. Übergänge im Haus Um Kindern auch bei Übergängen innerhalb eines Hauses Orientierung und Sicherheit zu geben, erhalten sie die Möglichkeit, sich allmählich an die bevorstehende Veränderung zu gewöhnen. Gemeinsam mit der aktuellen pädagogischen Bezugsperson können sie die neue Umgebung erschließen, Beziehungen zu den neuen pädagogischen Fachkräften aufbauen und erste Kontakte zu neuen Spielkameraden knüpfen. Übergang in die Grundschule Ein weiterer bedeutsamer Schritt ist für jedes Kind der Übergang in die Grundschule. Daher hat die Vorbereitung auf die Schule im letzten Kin - dergartenjahr einen wichtigen Stellenwert. Wenngleich im letzten Jahr im Kindergarten Themen, die mit der Schule verbunden sind, an Bedeu - tung gewinnen, so gilt für uns immer, dass Kinder während der gesamten Krippen- und Kindergartenzeit Kompetenzen erwerben, die sie auf die Schule und auf das Leben vorbereiten. Seite 23 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Auch für die Familien ist das letzte Jahr im Kindergarten häufig mit Aufre- gung verbunden und Eltern fragen sich, ob ihr Kind ausreichend auf die Schule vorbereitet ist. Durch Entwicklungsgespräche und Veranstaltun - gen werden den Familien in dieser Zeit bedarfsgerechte Informationen zu dem Thema Übergang in die Grundschule angeboten, um dieser Sorge kompetent zu begegnen. à mehr unter „Zusammenarbeit mit der Grundschule“, S. 24 Obgleich die Neugier auf die Schule bei den meisten Kindern überwiegt, stellt der Austritt aus dem Kindergarten auch eine Trennung von Gewohn- tem und Liebgewonnenem dar. Kindern diesen Abschied von Freundin - nen und Freunden und von vertrauten erwachsenen Bezugspersonen zu erleichtern, ist Aufgabe im letzten Kindergartenjahr. Beobachtung und Dokumentation im Dialog Beobachtung und Dokumentation bildet die Grundlage für das profes - sionelle Handeln von pädagogischen Fachkräften. Wenn Kinder regel - mäßig und systematisch beobachtet werden, können ihre Bildungs- und Entwicklungsprozesse, Interessen, Stärken, Themen und Zugangswege zur Welt erkannt und von pädagogischen Fachkräften für die Gestaltung und Anregung von Projekten, Räumen, Angeboten etc. genutzt werden. Zur systematischen Beobachtung werden in FRÖBEL-Einrichtungen aner - kannte Verfahren genutzt, die individuelle Bildungs- und Entwicklungspro- zesse von Kindern abbilden können. Je nachdem, welches Ziel bei einer Beobachtung verfolgt wird, setzen unsere pädagogischen Fachkräfte ein dafür geeignetes Verfahren ein. Die Beobachtungsergebnisse werden festgehalten und bilden die Grundlage für das Ableiten pädagogischer Schritte. Auf diesem Weg können pädagogische Fachkräfte individuelle Angebote und Projekte an den Themen der Kinder ausrichten. Wichtig ist dabei, dass die Beobachtungen in erster Linie den Stärken, Interessen und Bedürfnissen der Kinder folgen. Beobachtungen werden von pädagogischen Fachkräften auch genutzt, um mit den Kindern in einen Dialog zu treten. Dadurch entsteht oft ein intensiver Austausch mit dem Kind, der zusätzliche Einblicke in seine aktuellen Interessen und Wünsche gibt. In regelmäßigen Teamsitzungen besprechen die pädagogischen Fachkräfte ihre Beobachtungen und tauschen sich zu unterschiedlichen Erfahrungen und Einschätzungen aus. Der Blickwinkel auf das Kind wird zudem durch Gespräche mit den Familien erweitert. Gleichzeitig sind die Beobachtungen Grundlage für die jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche. Seite 24 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Teile der Beobachtungen werden für die Kinder und Familien in einer individuellen Dokumentation der Bildungs- und Entwicklungsprozesse zu - sammengefasst. Dabei liegt das Augenmerk darauf, das Kind und dessen Familie aktiv in den Prozess einzubinden und gemeinsam zu entscheiden, welche Inhalte präsentiert und dokumentiert werden sollen. Alltagsintegrierte Sprachförderung Sprachliche Kompetenzen sind eine Schlüsselqualifikation in der Bildung von Kindern. Sie sind entscheidend, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen und um andere zu verstehen. Sprachförderung ist somit eine grundlegende Aufgabe aller Kindertageseinrichtungen. Den ge - samten Alltag für Sprachförderung zu nutzen, trägt zu einer erfolgreichen Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen von Kindern bei. Dazu gehört, dass pädagogische Fachkräfte als sprachliches Vor - bild Alltagssituationen begleiten, Gespräche initiieren, weiterführende Fragen stellen, mit den Kindern zusammen denken, ihnen zuhören und ihre Themen und Interessen sprachlich aufgreifen. Auch die Gestaltung von Räumen durch Schriftzüge, Bezeichnung von Gegenständen und Darbietung von Büchern sind ein wichtiges Element der alltagsintegrier - ten Sprachförderung. Zusammenarbeit mit der Grundschule Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für Kinder, deren Familien und die pädagogischen Fachkräfte ein bedeutender Schritt. Ihn gemeinsam zu bewältigen, sehen wir als spezielle Entwicklungsaufgabe im letzten Kindergartenjahr. In diesem Zeitraum unterstützen wir die an - gehenden Schulkinder mit Projekten und Ausflügen zum Themengebiet Einschulung. Dabei kooperieren die Kindergärten mit den Grundschulen der Umgebung. Besonders durch Besuche der Grundschule lernen die Kinder die neue Bildungseinrichtung kennen und können sich ein Bild davon machen, was es heißt, ein Schulkind zu sein. Begleitet und unterstützt wird dies von den pädagogischen Fachkräften aus der Einrichtung des Kindes. Parallel dazu wird angestrebt, dass Lehrerinnen und Lehrer den Kindergarten besuchen und so ein Austausch mit Kindern und den pädagogischen Fachkräften stattfindet. Familien im letzten Jahr vor der Schule intensiv zu begleiten, gelingt zum Beispiel über Elternabende und Entwicklungsgespräche, die den Schuleintritt der Kinder thematisieren. Hier haben Familien Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ängste zu besprechen und eine kompetente Beratung durch die pädagogischen Fachkräfte in Anspruch zu nehmen. Seite 25 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Zusammenarbeit mit Familien Kinder sind immer Teil eines Familiensystems. Sie wachsen mit Mutter und Vater, bei einem alleinerziehenden Elternteil, bei einem Elternteil in neuer Partnerschaft, mit zwei Müttern oder zwei Vätern, mit Geschwistern, mit den Großeltern oder in anderen Familienkonstellationen auf. Vor dem Hintergrund vieler verschiedener Familienformen beziehen wir mehr Menschen ein, als der Begriff Eltern fasst. Die wichtigsten Bezugspersonen und Expertinnen und Experten für das Kind sind jene, die von zu Hause bekannt sind. Bildungs- und Erziehungsprozesse in Krippe, Kindergarten und Hort gelingen daher am besten, wenn sie in enger und vertrauens - voller Zusammenarbeit mit diesen Menschen erfolgen. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Zusammenarbeit mit Familien bedeutet für uns immer eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, die zwischen pädagogischen Fachkräften, Leitung und den Familien im Sinne der Kinder besteht. Sie basiert auf einer wertschätzenden Grundhaltung, die die individuellen Erziehungs- kompetenzen der Eltern anerkennt und die Unterschiedlichkeit der fami - lialen Lebensbedingungen und Lebensentwürfe respektiert. Eine stabile Zusammenarbeit wächst in vielen kleinen Schritten des Miteinanders und der gemeinsamen Freude und braucht eine gute Gesprächskultur. FRÖ - BEL-Krippen, -Kindergärten und -Horte sind Lebens- und Erfahrungswelten von und für Kinder – und Orte, an denen Familien selbstverständlicher Teil des Geschehens sind. Dialog als Basis gelingender Zusammenarbeit Wesentlich für diese Zusammenarbeit ist zum einen der regelmäßige Dialog über die Entwicklung und die Bildungsinteressen des Kindes. Zum anderen ist es aber auch eine Verständigung über gegenseitige Erwar - tungen, familiale und kindliche Bedürfnisse sowie mögliche Probleme. Diese Gespräche finden regelmäßig und geplant statt, orientieren sich an den Themen der Kinder und nehmen den Bedarf der Familien und der Einrichtung auf. Den grundlegenden Rahmen bilden ein ausführli - ches Aufnahmegespräch zur Vorbereitung der Eingewöhnung sowie das mindestens einmal jährlich stattfindende Entwicklungsgespräch, in dem aktuelle Themen, Stärken und Entwicklungspotenziale des Kindes bespro- chen werden. Der Erziehungsdialog lebt von gegenseitigem Vertrauen, guten Kommunikationsstrukturen und dem Anspruch, dass die Bezugs - personen des Kindes kontinuierlich über die pädagogische Arbeit und das Alltagsgeschehen in der Kindertageseinrichtung informiert werden. Die transparente Gestaltung der pädagogischen Arbeit gehört ebenso zu den Eckpfeilern einer gelingenden Zusammenarbeit. Anhand von Dokumentationen in Form von Fotostrecken oder -reihen, Projektmappen Seite 26 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 oder kurzen Alltagsanekdoten werden Erlebnisse, Projekte und Momente des Alltags sichtbar gemacht. Beteiligung von Familien Familien sind willkommen, sich in die Gestaltung des pädagogischen All- tags einzubringen und eingeladen, an Bildungsangeboten mitzuwirken. à mehr unter „Ehrenamtliche im Alltag“, S. 29 Unsere Krippen, Kindergärten und Horte sind als Bildungseinrichtungen auch immer Begegnungsräume für Eltern und Familien. Sie ermöglichen den Aufbau von Kontakten und Netzwerken. Dazu tragen auch ge - meinsame Veranstaltungen wie Feste, Elternabende und gemeinsame Projekte bei. Die Beteiligung der Eltern erfolgt darüber hinaus in Mitwir - kungsgremien, die durch die jährliche Wahl der Elternvertretungen und Gesamtelternvertretungen (Elternbeirat) besetzt werden. Elternbeschwerden werden im Rahmen des FRÖBEL-Beschwerdema - nagements auf allen Ebenen zeitnah, verantwortungsbewusst und aufklä- rend bearbeitet und als Impuls zur Veränderung unserer Arbeit gewertet. Leitung und Team Eine funktionierende Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mit - arbeiter einer Einrichtung ist Grundlage für die Qualität des Alltags. Die Verantwortung hierfür liegt bei der Leitung und bei jeder einzelnen pä - dagogischen Fachkraft, die sich engagiert und eigenverantwortlich in den gesamten Prozess einbringt. Die Herausbildung einer gemeinsamen Teamkultur sowie einer ressourcenorientierten Zusammenarbeit, die die gesamte Einrichtung in den Blick nimmt, ist dabei ein anspruchsvoller Prozess, zu dem Leitung, pädagogische Fachkräfte, Küchenpersonal wie auch technische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen Beitrag leisten. Alle sind durch ihre Haltung und ihre Handlungen Vorbilder für Kinder und deren Familien. Sie sorgen für eine offene und beteiligungsfreundliche Atmosphäre, in der die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen werden und in der eine Partizipationskultur im Team, mit den Kindern und ihren Familien entsteht. Kinder erhalten außerdem die Möglichkeit, ihre Rech - te, wie sie im Leitbild formuliert sind, kennenzulernen und zu leben. Bei Veränderungen im Haus wird die Perspektive der Kinder stets mitgedacht. Die pädagogischen Aufgaben und Ziele werden durch eine interne Organisationsstruktur unterstützt, die den Informationsfluss zwischen den Teammitgliedern sicherstellt und einen regelmäßigen fachlichen Aus - tausch sowie gemeinsame Reflexionen ermöglicht. Seite 27 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Die Einrichtungsleitung nimmt in der Planung und Gestaltung aller Prozesse eine besondere Rolle ein. Ihre Aufgabe ist es, durch transparentes und klares Führungshandeln alle Beteiligten einzubinden und Impulse für die (Weiter-)Entwicklung der pädagogischen Arbeit zu geben. Sie trägt die Verantwortung dafür, die Bedingungen für eine fachlich hochwertige Pädagogik bei FRÖBEL bereitzustellen, die die gesamte Einrichtung und die Kinder mit ihren Familien in den Blick nimmt und so optimale Bildungs- und Entwicklungschancen der Kinder ermöglicht. Kinderschutz Das Wohl und der Schutz der uns anvertrauten Kinder ist für uns oberstes Gebot. In allen Krippen, Kindergärten und Horten gilt das FRÖBEL-Kin - derschutzkonzept: „Kinder schützen – Eltern unterstützen – Erzieherinnen und Erzieher stärken“. Handeln bei Anzeichen von Kindeswohlgefährdung Ein FRÖBEL-Kinderschutzordner dient als Nachschlagewerk und Orien - tierungshilfe. Dort sind die Verantwortlichkeiten auf Einrichtungsebene und im FRÖBEL-Kinderschutznetzwerk, die Verfahrensabläufe und die Dokumentation sowie ggf. die Meldung an das zuständige Jugendamt verbindlich geregelt. Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlge - fährdung bei von uns betreuten Kindern und Familien erfolgt eine Risiko- abschätzung unter Hinzuziehung der internen regionalen FRÖBEL-Kin - derschutzfachkräfte und ggf. der zentralen Kinderschutzkoordinatorin sowie externer Fachstellen vor Ort. Ziel ist es, durch die vertrauensvolle Einbeziehung der Familien die Gefährdung abzuwenden. Sollte dies nicht gelingen, werden weitere Wege aufgezeigt. Im Kontakt mit dem zustän- digen Jugendamt streben die FRÖBEL-Fachkräfte eine Lotsenfunktion an. Gewaltfreie Erziehung bei FRÖBEL Kinderschutz heißt für uns auch, dass alle in den FRÖBEL-Einrichtungen Tätigen selbstverständlich gewaltfrei mit den ihnen anvertrauten Kindern umgehen. In einem gemeinsamen Fachaustausch und dem kontinuierlich geführten Reflexionsprozess im Team überprüfen sie ihre Haltung sowie die Wirkung ihrer Worte und ihres Handelns. Dieser in allen FRÖBEL-Einrich- tungen installierte Teamprozess stellt sicher, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich der Thematik sowie ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht nur aus akutem Anlass damit auseinandersetzen. Zusätzlich zu diesem Teamprozess geht FRÖBEL über die gesetzliche For - derung nach der Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses hinaus. So verpflichten sich die pädagogischen Fachkräfte sowie die längerfristig Seite 28 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 tätigen Praktikantinnen oder Praktikanten bei FRÖBEL mit einer „Persön- lichen Erklärung zum Kinderschutz“, das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung und ihren Schutz vor Missbrauch in jeglicher Form anzuerken - nen und umzusetzen. Kindliche Sexualität und körperliche Selbstbestimmung Das FRÖBEL-Kinderschutzkonzept und das FRÖBEL-Leitbild bieten auch den Rahmen für die ganzheitliche Bearbeitung von Themen der ge - schlechtersensiblen Pädagogik und Sexualpädagogik sowie zum fairen Miteinander der Kinder und zur Problematik sexueller Übergriffe von Kin - dern untereinander. Es geht darum, dass die pädagogischen Fachkräfte im Team zunächst eine gemeinsame Haltung entwickeln, altersangemes- sene sexuelle Aktivitäten von Übergriffen unterscheiden sowie zeitnah und angemessen darauf reagieren können. Sexuelle Übergriffe werden als Gewaltthema mit besonderer Spezifik betrachtet. Konfliktpräventions- und Konfliktlösungsstrategien werden ebenso gemeinsam mit den Kindern erarbeitet wie die Regeln zu den sogenannten Doktorspielen. Kinder und auch deren Familien sollen die Erwachsenen zu diesen Problematiken als offen und ansprechbar wahrnehmen, die ihr Anliegen ernst nehmen und ihnen Sicherheit bieten. Präventiver Kinderschutz Pädagogische Arbeit bewegt sich oft im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Die Sicherheit für Kinder und das Handeln der Fachkräfte werden gestärkt, wenn es im Team ein Bewusstsein für risikobelastete Alltagssituationen gibt und regelmäßige Reflexionsprozesse stattfinden. Darüber hinaus gibt es in allen Einrichtungen verbindliche Regeln im täglichen Umgang, z. B. dass Kinder nicht mit Koseworten angesprochen werden oder unbekleidet umherlaufen. Grenzsetzungen sind pädagogisch begründet und werden im Team und im Dialog mit den Eltern abgestimmt. Unbeabsichtigte grenzwerti - ge Situationen werden gegenüber den Kindern und ihren Eltern zeitnah und proaktiv kommuniziert. Das schafft Vertrauen und beugt Missver - ständnissen vor. Wenn Grenzverletzungen gegenseitig niedrigschwellig angesprochen werden, erfahren Kinder dadurch ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Eltern erleben, dass die Fachkräfte mit den ihnen anvertrauten Kindern verantwortlich umgehen. Seite 29 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Umgang mit Beschwerden Beschwerden im Rahmen des Kinderschutzes werden vertrauensvoll, verantwortlich und immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Ziel ist es, jederzeit den Schutz der Kinder in den Krippen, Kindergärten und Horten zu gewährleisten, Missstände schnellstmöglich abzubauen und in der Konsequenz präventiv zu wirken. Gemeinsam mit den Kindern werden entwicklungsangemessene Formen der Beteiligung und offenen Kommunikation gefunden und etabliert. So bekommen sie die Möglich - keit, sich zu äußern, wenn ihnen etwas unangenehm ist und sie in ihren Gefühlen verletzt sind. Auch für die Familienangehörigen der Kinder sind innerhalb der FRÖBEL-Gruppe klare Strukturen vorhanden, die es ihnen ermöglichen, auf direktem Wege Bedenken und Beschwerden zu äußern. Ehrenamtliche im Alltag Die pädagogische Arbeit in unseren Krippen, Kindergärten und Horten kann und soll durch ehrenamtliche Tätigkeiten von Familien und anderen Freiwilligen unterstützt und bereichert werden. Auf diese Weise werden zusätzliche Bildungsmöglichkeiten und Erfahrungen für Kinder geschaf - fen. Die Förderung ehrenamtlichen Engagements gehört daher zum Selbstverständnis jeder FRÖBEL-Einrichtung – sie soll die hauptamtliche pädagogische Tätigkeit ergänzen, nicht ersetzen. Eltern und Familien erhalten durch eigenes ehrenamtliches Engagement die Möglichkeit, den Alltag des eigenen Kindes mitzuerleben und aktiv zu bereichern. Darüber hinaus begrüßen wir in unseren Kindertageseinrich - tungen Menschen aller Altersgruppen, aus verschiedenen Kulturen und Berufen, die Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit haben. Im pädagogischen Alltag unterstützen ehrenamtlich Tätige bei besonde- ren Projekten. Sie bringen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten beispielswei- se im Sport oder durch musikalische Aktivitäten ein oder lesen Kindern vor. Ehrenamtliche werden in FRÖBEL-Einrichtungen in die bestehenden Struk- turen eingebunden, fachlich vorbereitet und begleitet. Auf diese Weise erhalten sie wichtige Informationen und werden in die Teams der Krippen, Kindergärten und Horte integriert. Seite 30 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Vereinbarkeit von Familie und Beruf Viele Familien stehen vor der besonderen Herausforderung, Berufsleben und Familienleben miteinander in Einklang zu bringen. Um diese Ansprü - che verwirklichen zu können, brauchen sie Unterstützung vonseiten der Kindertageseinrichtung. Als familienunterstützender Dienstleister nehmen wir die damit verbundene Verantwortung wahr und reagieren engagiert auf die Wünsche und Bedürfnisse berufstätiger Eltern. Wir passen unsere Angebote und Öffnungszeiten an die Familien an. Schließtage aufgrund von Teamfortbildungen oder Brückentagen wer - den langfristig angekündigt, damit Familien sich darauf einstellen können. Kooperationen mit Unternehmen Unser Ziel ist es auch, Wünsche und Belange von Unternehmen sowie berufstätiger Eltern in eine optimale Betreuungslösung zu integrieren. Vor diesem Hintergrund haben viele unserer Einrichtungen Partnerschaften zu Unternehmen aufgebaut. Arbeitgeber und Kindertageseinrichtung arbeiten gemeinsam daran, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Seite 31 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Qualität und Qualitätsentwicklung Kinder, die eine Krippe, einen Kindergarten oder einen Hort der FRÖBEL-Gruppe besuchen, erhalten ein hochwertiges pädagogisches Angebot. Die Qualität der pädagogischen Arbeit ist durch einen gemein- samen Orientierungsrahmen definiert und wird durch die FRÖBEL-Stan - dards betont. Durch den Einsatz verschiedener Verfahren zur internen und externen Evaluation wird die pädagogische Qualität stetig weiter - entwickelt und gesichert. Damit sind Qualitätsentwicklungsmaßnahmen verankert, die zwei unterschiedliche Perspektiven auf das System einer Kindertageseinrichtung ermöglichen und sich sinnvoll ergänzen. Interne und externe Evaluation Einen fachlichen Rahmen für die Qualitätsentwicklung und -sicherung bildet der NKK (Tietze & Viernickel, 2015 3). In seinen Qualitätsbereichen wird beste Fachpraxis durch konkrete Handlungsempfehlungen für pä- dagogische Fachkräfte beschrieben. Mittels der Checklisten des dazuge- hörigen Handbuchs „Pädagogische Qualität entwickeln“ (Tietze, 2013 4) schätzen die Teams ihre pädagogische Arbeit selbst ein. Durch diese regelmäßig durchgeführten internen Evaluationen werden verstärkt die Verantwortung und die fachliche Kompetenz des pädagogischen Per - sonals unseren Kindertageseinrichtungen für die Sicherung der Qualität ihrer Arbeit betont. Mithilfe verschiedener Methodenbausteine des Hand- buchs werden auf Basis der Ergebnisse Qualitätsentwicklungsprozesse angestoßen, die in Zielvereinbarungen festgelegt und durch geplante Umsetzungsschritte ausgeführt werden. Auf der anderen Seite wird die externe Evaluation als fester Bestandteil der Qualitätsentwicklung und -sicherung genutzt. Durch eine objektive und unabhängige Expertensicht von außen erhalten die Teams weitere wertvolle Impulse als Ausgangspunkt zur Weiterentwicklung der päda - gogischen Arbeit. 3 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. 4 Tietze, W. (Hrsg.) (2013). Pädagogische Qualität entwickeln. Praktische Anleitung und Methoden - bausteine für die Bildung, Betreuung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren (3., Auflage). Berlin: Cornelsen. Seite 32 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eltern- und Mitarbeiter*innenbefragung Des Weiteren ist die regelmäßig stattfindende Eltern- und Mitarbeiter*in - nenbefragung fester Bestandteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Die Ergebnisse der Befragungen geben wertvolle Rück - meldungen, aus denen sich durch kritische Auseinandersetzungen Verän- derungen entwickeln lassen, die wiederum als verbesserte Bedingungen nicht nur Kindern und deren Familien, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugutekommen. Seite 33 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Fortbildung und Wissenstransfer Um Kindern die Möglichkeit zu geben, sich ihren Bedürfnissen und Inter - essen entsprechend entwickeln zu können, arbeiten wir in einem stetigen Prozess an der Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Qualität. Dazu gehören insbesondere auch Angebote zur Fort- und Weiterbildung sowie eine gemeinsame Reflexion des pädagogischen Handelns und fachliche Profilierung in den Teams der FRÖBEL-Einrichtungen. Mit dem 2014 eingeführten FRÖBEL-Curriculum haben alle Mitarbeiterin - nen und Mitarbeitern die Möglichkeit, die Grundlagen der pädagogi - schen Arbeit bei FRÖBEL sowie spezifische Themengemeinsam in ihren Teams oder auch in überregionalen und damit teamübergreifenden Seminaren zu diskutieren und zu reflektieren. Darüber hinaus stehen in unserem jährlichen Fortbildungsprogramm Seminarangebote für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FRÖBEL, auch denjenigen aus Verwaltung, Küche und Hauswirtschaft sowie Tech- nik, zur Verfügung. Sie erhalten über diesen Seminarkatalog die Chance, ihre Kompetenzen individuell in ausgewählten Themenschwerpunkten zu vertiefen und so eine Fachkarriere anzustreben. Ebenso besteht die Möglichkeit, eine Führungskarriere einzuschlagen, um sich langfristig auf eine Leitungstätigkeit vorzubereiten. Durch dieses umfangreiche Bildungsangebot für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können diese ihre Kompetenzen auf Basis aktueller wis - senschaftlicher Erkenntnisse mit dem Ziel stetiger Qualitätsverbesserung der pädagogischen Arbeit systematisch weiterentwickeln. Seite 34 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Unterstützung vor Ort: FRÖBEL-Fachberatung Seit Juli 2010 gibt es in allen regionalen Geschäftsstellen bei FRÖBEL Fachberaterinnen und Fachberater, die die pädagogische Arbeit der Krippen, Kindergärten und Horte unterstützen. Übergeordnetes Ziel der Fachberaterinnen und Fachberater ist es, durch den direkten Kontakt zu den Leitungen und Teams die Entwicklung der Kindertageseinrichtungen im Sinne bestmöglicher Bildung, Erziehung und Betreuung vertrauensvoll zu begleiten. Ebenso werden in Gesprächen zwischen Fachberatung und regionaler Geschäftsleitung aktuelle Themen aus der Praxis aufgegriffen, diskutiert und gemeinsam Entwicklungen angestoßen. Die Fachberaterinnen und Fachberater sind Begleitende der pädago - gischen Fachkräfte und bieten durch professionelle Beratungsange - bote Hilfe zur Selbsthilfe. Vornehmliche Aufgabe ist es, die Fachkräfte in den Einrichtungen so zu stärken, dass sie befähigt sind, nicht nur die pädagogische Qualität voranzutreiben und zu sichern, sondern auch die einrichtungsbezogenen Abläufe zu optimieren. Fachberatung bei FRÖBEL ist dabei gekennzeichnet von einer hohen frühpädagogischen Fachkompetenz. Mit Zusatzqualifikationen aus den Bereichen Beratung und Coaching bringen sie in verschiedenen Settings ihre Expertise ein. In dem engen Kontakt zu den Teams der Krippen, Kindergärten und Horte liegt die Chance, konkrete und auf die Bedürfnisse der Kindertagesein - richtung abgestimmte Unterstützungsleistungen zu erbringen. So werden Qualitätsentwicklungsprozesse systematisch begleitet und methodisch unterstützt. Die Fachberaterinnen und Fachberater beraten bei der pä - dagogischen Profilbildung der Einrichtungen, bei der Erarbeitung von Einrichtungskonzeptionen und bei der Umsetzung unternehmensspezi - fischer Anforderungen. Zur fachlichen Unterstützung der Teams bieten sie Fortbildungen zu verschiedenen pädagogischen Themen an oder initiieren und moderieren regionale Arbeitskreise, die dem kollegialen Austausch dienen sowie die Fachkompetenz der pädagogischen Fach - kräfte erweitern. Um den überregionalen Austausch unter den regional angesiedelten Fachberaterinnen und Fachberatern sicherzustellen, finden in regelmä - ßigen Abständen Fachberatungskonferenzen statt. Diese werden von dem Team Pädagogik und Qualitätsentwicklung ausgestaltet und dienen darüber hinaus als Rückmeldeinstanz, um eine Optimierung der von dort aus gesteuerten Unterstützungsleistungen für FRÖBEL zu erreichen. FRÖBEL e.V. Alexanderstr. 9 10178 Berlin info@froebel-gruppe.de www.froebel-gruppe.de
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (26)
- Herrenstraße 15
- Rosenstraße 17
- Hafenstraße 30
- Königsstraße 25
- Klosterstraße 33
- Meyerbeerstraße
- Eichendorffstraße
- Lippstädter Straße 46
- Sonnenstraße 2
- Middelerstraße
- Landsberger Straße
- Anton-Knubel-Weg 45
- Friesenring 43
- Berliner Platz 33
- Gustav-Stresemann-Weg 62
- Dahlweg 118
- Hedwig-Feibes-Weg
- Emmy-Herzog-Platz
- Clemens-August-Platz
- Regina-Protmann-Straße 24
- Carlo-Schmid-Weg 2
- Vörnste Esch 22
- Willingrott
- Kinderhaus
- Beckstraße
- Brock
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0253/2020
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.05.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37