V/0205/2016
Verbindlicher Kommunaler Pflegebedarfsplan 2016 - 2019 für Münster
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Beschlussvorlage
13625 Zeichen
V/0205/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Sozialamt Betrifft Verbindlicher Kommunaler Pflegebedarfsplan 2016 - 2019 für Münster Beratungsfolge 13.04.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 25.04.2016 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 26.04.2016 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Vorberatung 11.05.2016 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 11.05.2016 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt den Kommunalen Pflegebedarfsplan 2016 – 2019 für Münster (An lage) zur Kenntnis. 2. Der Rat stimmt zu, dass wie im Pflegebedarfsplan festgestellt kein Bedarf an neuen vollstationä- ren Pflegeangeboten für die Jahre 2016 – 2019 in Münster (gesamt) besteht. Es werden keine Bedarfsbestätigungen für vollstationäre Plätze in neuen Einrichtungen in Münster erteilt. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, alternative Angebotsformen wie Wohn - und Hausgemeinschaf- ten und Quartiersangebote zur Sicherung einer umfassenden Pflege zu unterstützen. II. Finanzielle Auswirkungen: keine Begründung: 1. Gesetzliche Ausgangslage Das am 16.10.2014 in Kraft getretene neue Alten- und Pflegegesetz NRW (APG NRW) eröffnet kreis- freien Städten und Kreisen die Möglichkeit, mit dem Instrument der Bedarfsbestätigung auf der Grundlage einer verbindlichen und kriteriengeleiteten Pflegeplanung die quantitative Entwic klung der voll- und teilstationären Angebote der lokalen Pflegeinfrastruktur mittelbar zu steuern. Eine Bedarfs- Vorlagen-Nr.: V/0205/2016 Auskunft erteilt: Frau Menke Ruf: 492-5025 E-Mail: MenkeChristine@stadt-muenster.de Datum: 11.03.2016 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0205/2016 bestätigung ist Voraussetzung für die Landesförderung d er betreffenden Einrich tungen bzw . ihrer neuen Plätze. Mit diesem Zusatzinstru ment können Kommunen in die Ge staltung der lokalen Pfl e- geinfrastruktur regulierend eing reifen, was die weiteren Gesta ltungsmöglichkeiten wie Information, Beratung und Überzeugung wesentlich ergänzt. Die Gestaltungsrolle der Stadt wird gestärkt. Die verbindliche Bedarfsplanung als Grundlage von Bedarfsbestätigungen muss zuvor vom Rat b e- schlossen und öffentlich bekannt gemacht werden, um als zusätzliche Fördervorausse tzung gem. § 11 Abs. 7 AP G NRW wirksam zu werden . Der Be schluss bezieht sich auf alle Plätze, für die der Einrichtungsträger in der Zeit nach dem Ratsbeschluss erstmals eine Förderung beantragt. Die En t- scheidung des Rates muss festlegen, ob sich die Bedarfsbemessung auf das gesamte Stadtgebiet beziehen oder ein in der Pflegebedarfsplanung ausgewiesener sozia lräumlicher Bedarf Grundlage sein soll. Der Planungszeitraum betrifft immer die kommenden drei Jahre ab Beschlussfassung. So wird mit dem vorliegenden Pflegebedarfsplan der Zeitraum 2016 – 2019 abgedeckt. 2. Funktion des verbindlichen Pflegebedarfsplans Die verbindliche Pflegebedarfsplanung ist zum einen Grundlage für die Bedarfsbestätigung für die Neuerrichtung von stationären Pflegeeinrichtungen und dient zum anderen der Konferenz Alter und Pflege als Grundlage für die Bedarfseinschätzung neuer teilstationärer Einrichtungen, wenn deren Träger die Förderung von Pflegeeinrichtungen nach dem APG in Anspruch nehmen wollen (§ 11 Abs. 7 und § 14 Abs. 1 APG NRW). Der konkrete Zweck des vom Rat für verbindlich erklärten Pflegebe- darfsplans besteht daher darin, eine überprüfbare Entscheidungsgrundlage für die Erteilung oder Versagung der kommunalen Bedarfsbestätigung bereitzustellen und den Zugang für die Landesförde- rung zu öffnen. Damit hat die verbindliche Pflegebedarfsplanung vor allem eine instrumentelle Funkti- on. Dennoch enthält der vorliegende Pflegebedarfsplan auch (Bestands -)Informationen über andere B e- reiche des Pflegesektors, um den Blick auf ein integriertes und den Bedarfen angepasstes Pflegea n- gebot zu richten. Genauere Aussagen über Abhängigkeiten zwischen voll - und teilstationärer Pflege einerseits und anderen Pflegeangeboten andererseits können möglicherweise im Rahmen der We i- terentwicklung der Pflegebedarfsplanung getroffen werden. Dabei werden neb en der klassischen Pflege auch alternative bzw. neu entwickelte Angebote und Modelle einbezogen. Abges ehen von ambulanter Pflege gehören dazu u. a. Demenz -Wohngruppen, neue Wohnformen s owie vor allem quartiersbezogene Angebote und Versorgungsstrukturen. Da ambulante Pflege oder alternative Pfl e- gemodelle wie z. B. die Demenz-Wohngruppen nicht in jedem Einzelfall mit im Vergleich zur stationä- ren Pflege geringeren Kosten verbunden sind, muss auch der Kostengesicht spunkt im Blick bleiben, wenngleich Vergle iche zwischen stationären und anderen Pflegeformen Aspekte der persönlichen Situation nicht ausblenden dürfen. 3. Kommunaler Pflegebedarfsplan 2016 – 2017 für Münster Mit dem im März 2015 von der Verwaltung vorgelegten ersten Pflegebedarfsplan (vgl. V orlagen V/0130/2015/1 und V/ 0438/2015) wurde eine gesamtstädtisch angelegte Bedarfsermittlung erstellt, die zunächst nur die wesentlichen Daten abdeckte. Mit dem vorliegenden Pflegebedarfsplan für die Jahre 2016 – 2019 wird die Berechnung bezogen auf die gesamte Stadt Münster nun aktualisiert sowie um weitere Aspekte ergänzt und spezifiziert vorg e- legt. Die Darstellung der vorhandenen Angebote wird hier erstmals auf die Stadtbezirke bezogen da r- gestellt, von der Ermittlung eines rechnerischen Pflegebedarfs auf Stadtbezi rksebene wird aber vo r- erst abgesehen. Für die Ermittlung des erforderlichen Pflegebedarfs für die vollstationäre Pflege werden die vorha n- denen Pflegeplätze in Münster der Bevölkerungsprognose und den Modellrechnungen zur zukünft i- gen Entwicklung der Nachfr age nach Pflegeleistungen von IT.NRW (s. Kap. 7 Pflegebedarfsplan) gegenüber gestellt. Die Modellrechnungen von IT.NRW zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit g e- hen in der konstanten Variante von einer gleichbleibenden Entwicklung aus, in der Trendv ariante von - 3 - V/0205/2016 einer Verzögerung der Pflegebedürftigkeit durch längere G esundheit bei zunehmendem Alter und damit einhergehend einem geringeren Anstieg des Bedarfs und einer Verschiebung zur Profession a- lisierung der Pflege zu Hause und Nutzung von ambulanten Hilfs - und Pflegeangeboten (Ambulanti- sierung). Als Berechnungsbasis für die Pflegebedarfsfeststellung 2015 – 2018 wurde die konstante Var iante ausgewählt. In der nun vorgelegten Ermittlung des künftigen Pflegebedarfs für 2016 – 2019 wird die Trendvariante zu Grunde gelegt, da sich Münster für eine Stärkung der Pflege zu Hause ausgespr o- chen hat (s. Vorlage V/0130/2015/1) und im Rahmen der altengerechten Quartiersentwicklung Stru k- turen und Angebote schaffen will, die dies vermehrt ermöglichen. Zudem sollen neue Wohn - und Pflegearrangements entwickelt werden, die auch eine umfassende Pflege ermöglichen und eine voll- stationäre Pflege vermeiden können und im Gesamtkontext das tatsächliche Eintreten der Trendvar i- ante unterstützen. Für Münster sagt die Modellberechnung von IT.NRW nach der Trendvariante für 2015 einen Bedarf von 2.500 Plätzen für st ationäre Pflege und für 2020 ebenfalls einen Bedarf von 2.500 Plätzen voraus. Demgegenüber stehen in Münster aktuell 2.646 Plätze in der stationären Pfl e- ge zur Verfügung, dazu kommen noch 180 Tagespflegeplätze und 76 (solitäre) Kurzzeitpflegeplätze. Eine weitere Grundlage für die Bedarfsermittlung bietet die Belegungsrate (Auslastung) der Einrich- tungen. Bei einer Auslastung von 98 % wird von einer Vollauslastung ausgegangen. Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass die Auslastung von 96,0 % in 2011 auf nun 96,5 % in 2015 tende n- ziell zunimmt. Zusammenfasseng zeigt sich u nter Zugrundelegung der Trendvariante für die Jahre 2016 – 2019, dass das vorhandene vollstationäre Pfleg eangebot in Münster mit aktuell 2.646 vollstationären Plä t- zen in Münster bis 2019 in ausreichendem Umfang vorhanden ist. Dies wird unterstützt durch die Auslastungsquote, wonach mit einer Auslastung von 96,5 % im Jahresdurchschnitt 2.553 vollstationä- re Plätze belegt sind und damit rund 90 Plätze zur Verfügung stehen. Eine Wahlfreiheit der Pflegeb e- dürftigen zwischen unterschiedlichen vollstationären Einrichtungen ist in ausreichendem Maß geg e- ben. Somit besteht für die Jahre 2016 – 2019 kein zusätzlicher Beda rf an neuen vollstationären Ei n- richtungen. Die Kommunale Konferenz Alter und Pflege hat in ihrer Sitzung vom 18.02.2016 den vorli egenden Pflegebedarfsplan beraten und zugestimmt. 4. Weiterentwicklung des Pflegebedarfsplans Perspektivisch sollen in der Weiter entwicklung des Pflegebedarfsplans weitere Angebote aufgeno m- men und dokumentiert werden, die einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Wohnung oder im Stadtteil ermöglichen. Hierzu gehören beispielsweise die Angebote der Wohnberatung und des Se r- vice-Wohnens, aber auch Angebote zur Unterstützung oder Entlastung der pflegenden Angehörigen. Die Entscheidung , in Münster eine verbindliche Pflegebedarfsplanung vorzuhalten und damit eine Grundlage für die Erteilung oder Versa gung einer Bedarfsbestätigung zu haben, unterstützt das Vo r- haben des Masterplans Quartier/Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege - und Unterstü t- zungsbedarf (s. Vorlage V/0835/2013 und V/0227/2016). Im Rahmen der altengerechten Quartiers- entwicklung sollen mittel- bis langfristig in a llen Teilgebieten Münsters Bedingungen geschaffen wer- den, die die Anforderungen an altengerechte Quartiere erfüllen und auch Menschen mit Pflege - und Unterstützungsbedarf den Rahmen bieten, möglichst lebenslang in ihrem gewohnten Vie rtel wohnen zu können. Ziel ist die Abkehr von einem weiteren Ausbau von großen (Spezial-)Einrichtungen, statt- dessen die Hinwendung zu individuellen Unterstützungsmodulen für das L eben zu Hause sowie zu quartiersbezogenen Wohn- und Pflegeangeboten, wozu auch die sog. neuen Wohnf ormen zählen. Die für ein lebenslanges Wohnen im Quartier relevante Infrastruktur soll in Zusammenarbeit der Tr ä- ger und Anbieter von Gütern wie Dienstleistungen, der bürge rschaftlichen Akteure und der Stadt vor Ort gestaltet werden. Mit der verbindlichen P flegebedarfsplanung werden daher wichtige Rahmenbe- dingungen geschaffen, die die Entwicklung auch der pflegerischen Infrastruktur und alternativer Pfle- geangebote im Rahmen von Quartiersentwicklung begünstigen. - 4 - V/0205/2016 Dennoch muss berücksichtigt werden, dass die langsam aber stetig zunehmende Auslastungsquote der vollstationären Pflege und der Trend über die zu planenden drei Jahre hinaus die zahlenmäßige Zunahme des Bedarfes an umfassender Pflege analog dem demografischen Wandel aufzeigen. Wenn dieser Bedarf festgestellt wird, nicht vollständig über alternative Pflegearrang ements gedeckt werden kann und somit das vollstationäre Angebot ausgeweitet werden muss , ist seitens der Stadt Münster eine Ausschreibung für ein diskriminierungsfreies Vergabeverfahren erforderlich (APG DVO). Daher ist es erforderlich, bereits in den nächsten Jahren in Vorbereitung hierzu M odelle alternativer Wohn- und Pflegearrangements und Einrichtungen mit flexiblen Angeboten zu entwickeln und ent- sprechende Vorhaben anzustoßen. 5. Ausblick Die Stadt Münster will sich mit der verbindlichen Pflegebedarfsplanung ein zusätzliches Steuerung s- instrument erschließen, um gemeinsam mit anderen Akteuren, vor allem mit der Kommunalen Konf e- renz Alter und Pflege , an der Entwicklung der örtlichen Pflegeinfrast ruktur aktiv mitzuwirken. Leitbild ist eine vielseitige, bedarfs - wie nachfragegerechte Angebotslandschaft, die den verschiedenen Pr ä- ferenzen Pflegebedürftiger Rechnung trägt, gegenüber geänderten Bedarfen, Struktur- und Qualitäts- anforderungen anpassungsfähig ist und deren Angebote finanzierbar sind. In der Weiterentwicklung des Pflegebedarfsplans mit der Verzahnung mit dem Masterplans altenge- rechte Quartiere für Münster soll die Pflegebedarfsplanung kleinräumigere Betrachtungen einbezi e- hen. Im Weiteren soll dann auch die Pflege mit allen Sektoren in die altengerechte Quartiersentwic k- lung eingebunden werden. Dabei sollen bestehende Pflegeinfrastruktur und künftige Quartiersstruktu- ren nicht als Gegeneinander sondern synergetisch verstanden werden. S pezifische Bedarfe wie G e- schlecht, Konfession, Migrationsgeschichte sollen möglichst differenziert betrachtet werden. Auf dieser Basis sollen komplementäre Hilfen, alternative Wohn- und Pflegeformen, zielgruppenspezi- fische Angebote unter Einbezug der örtlichen Inf rastruktur weiter- und neuentwickelt werden, um mit einer umfassenden Pflege - und Unterstützungsstruktur eine umfassende Versorgungss icherheit zu bieten. Dabei soll auch dem Wunsch des Großteils der Menschen Rechnung getragen werden, auch bei Pflege- und Unterstützungsbedarf in ihrer eigenen Häuslichkeit – ob alleine oder in einer gemei n- schaftlichen Wohnform mit entsprechenden Pflege - und Unterstützungsleistungen – wohnen bleiben zu können. Hierbei ist auch die Mitwirkung der Seniorinnen und Senioren als auch der vor Ort aktiven Akteure wichtig. Eine gute Basis bilden die jetzt schon in vielen Stadtbe zirken und/oder Stadtteilen tätigen Arbeitskreise „Älter werden in Münster“, die gemeinsam von der Kommunalen Seniorenvertre- tung und den Wohlfahrtsverbänden begleitet werden. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 2016 - 2019
Vorlage V-0205-2016 Anlage
85657 Zeichen
Kommunaler Pflegebedarfsplan
für Münster
2016 – 2019
Anlage
zu Vorlage V/0205/2016
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Inhalt
1. Einleitung ........................................................................................ .................................. 3
2. Zielsetzung der Pflegebedarfsplanung............................................................... ................ 5
3. Pflegesituation in Münster ........................................................................ ......................... 7
4. Pflegeinfrastruktur in Münster .................................................................... .......................11
4.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster .................................................... ............12
4.2 Kurzzeitpflege ................................................................................... ..............................15
4.3 Tagespflege ...................................................................................... ..............................18
4.5 Ambulante Pflege ................................................................................. ..........................22
4.6 Betreuungs- und Unterstützungsangebote nach § 45 SGB XI ........................................25
5 Sozialräumliche Pflegeinfrastruktur in Münster ..................................................... .............28
5.1 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Mitte ................................................. ...........29
5.2 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-West ............................................................33
5.3 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Nord .................................................. ..........36
5.4 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Ost ................................................... ............39
5.5 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Südost .........................................................41
5.6 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup ..........................................................43
6. Zukünftige Entwicklung der Nachfrage von Pflegeleistungen in Münster ..........................45
7. Pflegebedarfsfeststellung 2016 - 2019.............................................................. ................48
8. Ausblick .......................................................................................... ..................................50
Anlage 1 - Beratung des Kommunalen Pflegebedarfsplans für Münster 2016 – 2019
in der Sitzung der Konferenz Alter und Pflege am 18.02.2016 (Bericht/Votum) ....................51
Anlage 2 - Entwicklung der älteren Bevölkerung in Münster .................................................52
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münst er 2016 - 2019 3
1. Einleitung
Das am 16.10.2014 in Kraft getretene neue Alten- un d Pflegegesetz NRW (APG NRW) eröff-
net kreisfreien Städten und Kreisen die Möglichkeit, mit dem Instrument der Bedarfsbestäti-
gung auf der Grundlage einer verbindlichen und krit eriengeleiteten Pflegeplanung die quan-
titative Entwicklung der voll- und teilstationären Angebote der lokalen Pflegeinfrastruktur
mittelbar zu steuern. Hat sich die Kommune für dies e Möglichkeit entschieden, ist eine sol-
che Bedarfsbestätigung Voraussetzung für die Landes förderung der betreffenden Einrich-
tungen bzw. ihrer neuen Plätze. Mit diesem Zusatzinstrument können Kommunen in die Ge-
staltung der lokalen Pflegeinfrastruktur regulieren d eingreifen, was die weiteren Gestal-
tungsmöglichkeiten wie Information, Beratung und Üb erzeugung wesentlich ergänzt. Die
Gestaltungsrolle der Stadt wird gestärkt.
Mit dem gesetzlichen Rahmen des GEPA NRW wird ein P aradigmenwechsel gefördert weg
von traditionellen Großeinrichtungen im alten Stil hin zu ambulanten Wohn- und Versor-
gungsarrangements in den Wohnquartieren, die auch e ine umfassende Pflege bieten. Der
Blick richtet sich damit auf eine umfassende Versor gungssicherheit im gewohnten Umfeld
bzw. an dem Ort, wo die Menschen leben und wohnen wollen. Das Gesetz bietet dabei auch
eine Grundlage zur Stärkung der Selbstbestimmung un d Teilhabe der Menschen mit Pflege-
und Unterstützungsbedarfs sowie deren Angehörigen. Die auch in diesem Rahmen aufgegrif-
fenen klaren Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention hinsichtlich des Anspruchs auf
Selbstbestimmung gilt es bei der Pflegebedarfsplanung besonders zu berücksichtigen.
Die Entscheidung für die Option, in Münster künftig eine verbindliche Pflegebedarfsplanung
(§ 7 Abs. 6 APG NRW) vorzuhalten und damit eine Gru ndlage für die Erteilung oder Versa-
gung einer Bedarfsbestätigung zu haben, unterstützt das Vorhaben ein gesamtstädtisches
Quartiersentwicklungskonzept zu erarbeiten (s. Vorl age V/0835/2013). Im Rahmen der
Quartiersentwicklung sollen mittel- bis langfristig in allen Teilgebieten Münsters Bedingun-
gen geschaffen werden, die die Anforderungen an alt engerechte Quartiere erfüllen. Ziel ist
die Abkehr von einem weiteren Ausbau von großen (Sp ezial-)Einrichtungen, statt dessen die
Hinwendung zu individuellen Unterstützungsmodulen für das Leben zu Hause sowie zu quar-
tiersbezogenen Wohn- und Pflegeangeboten, wozu auch die sog. neuen Wohnformen zäh-
len. Die für ein lebenslanges Wohnen im Quartier re levante Infrastruktur soll in Zusammen-
arbeit der Träger und Anbieter von Gütern wie Diens tleistungen, der bürgerschaftlichen Ak-
teure und der Stadt vor Ort gestaltet werden. Mit d er verbindlichen Pflegebedarfsplanung
werden daher wichtige Rahmenbedingungen geschaffen, die die Entwicklung auch der pfle-
gerischen Infrastruktur im Rahmen von Quartiersentwicklung begünstigen.
Die verbindliche Bedarfsplanung als Grundlage von B edarfsbestätigungen muss zuvor vom
Rat beschlossen und öffentlich bekannt gemacht werden (§ 11 Abs. 7 S. 2 APG NRW), um als
zusätzliche Fördervoraussetzung gem. § 11 Abs. 7 AP G NRW wirksam zu werden. Der Be-
schluss bezieht sich auf alle Plätze, für die der E inrichtungsträger in der Zeit nach dem Rats-
beschluss erstmals eine Förderung beantragt. Die Entscheidung des Rates muss festlegen, ob
sich die Bedarfsbemessung auf das gesamte Stadtgebi et beziehen oder ein in der Bedarfs-
planung ausgewiesener sozialräumlicher Bedarf Grund lage sein soll. Die Stadt Münster be-
zieht in die verbindliche Pflegebedarfsplanung nur die Plätze in vollstationären Einrichtungen
ein. Somit ist die teilstationäre Pflege (Tagespfle ge, Nachtpflege) von der verbindlichen Be-
4 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
darfsplanung ausgenommen, der Bedarf muss dann bei Neuvorhaben von der Konferenz
Alter und Pflege festgestellt werden.
Da ein Konzept für eine verbindliche Bedarfsplanung weder gesetzlich vorgegeben noch an-
derweitig verfügbar ist, müssen die interessierten Kreise und Städte diese Planungsbasis mit
den entsprechenden Kriterien und Bezugsgrößen selbst entwickeln.
Mit dem im März 2015 von der Verwaltung vorgelegten ersten Pflegebedarfsplan wurde
zunächst eine gesamtstädtisch angelegte Bedarfsermittlung erstellt, die nur die wesentlichen
Daten abdeckt. Der Pflegebedarfsplan wird nun aktua lisiert sowie um weitere Aspekte er-
gänzt und spezifiziert. Der Planungszeitraum betrif ft immer die kommenden drei Jahre ab
Beschlussfassung. So wird mit dem vorliegenden Beda rfsplan der Zeitraum 2016 – 2019 ab-
gedeckt.
Perspektivisch sollen in der Weiterentwicklung des Pflegebedarfsplans weitere Angebote
aufgenommen und dokumentiert werden, die einen mögl ichst langen Verbleib in der eige-
nen Wohnung oder im Stadtteil ermöglichen. Hierzu g ehören beispielsweise die Angebote
der Wohnberatung und des Service-Wohnens, aber auch Angebote zur Unterstützung oder
Entlastung der pflegenden Angehörigen. Derzeit erstellt die Stadt Münster einen Masterplan
Altengerechte Quartiere, auf dessen Basis anschließend die Angebote in den Quartieren zur
sicheren Versorgung und alternative Pflegeangebote weiterentwickelt werden sollen. So
sollen dann auch die weiteren Bedarfe älterer Mensc hen mit und ohne Pflegebedarf in der
Planung neuer Konzepte stadtteilorientiert berücksi chtigt und integriert werden. Ein erstes
Modellprojekt für eine altengerechte Quartiersentwicklung hat die Stadt Münster in Hiltrup-
Ost begonnen, welches vom Land NRW im Rahmen des La ndesförderplans Alter und Pflege
gefördert wird. Noch in diesem Jahr wollen sowohl d er Caritas-Verband, die Diakonie und
auch eine Altenpflegeeinrichtung ein Quartiersprojekt starten.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münst er 2016 - 2019 5
2. Zielsetzung der Pflegebedarfsplanung
Die Stadt Münster will sich mit der verbindlichen P flegebedarfsplanung ein zusätzliches
Steuerungsinstrument erschließen, um gemeinsam mit anderen Akteuren, vor allem mit der
Kommunalen Konferenz Alter und Pflege an der Entwic klung der örtlichen Pflegeinfrastruk-
tur aktiv mitzuwirken. Leitbild ist eine vielseitig e, bedarfs- wie nachfragegerechte Angebots-
landschaft, die den verschiedenen Präferenzen Pflegebedürftiger Rechnung trägt, gegenüber
geänderten Bedarfen, Struktur- und Qualitätsanforde rungen anpassungsfähig ist und deren
Angebote finanzierbar sind. Die verbindliche Pflege bedarfsplanung soll außerdem die alten-
gerechte Quartiersentwicklung flankieren. Dabei sol len bestehende Pflegeinfrastruktur und
künftige Quartiersstrukturen nicht als Gegeneinander sondern synergetisch verstanden wer-
den.
Die verbindliche Pflegebedarfsplanung ist Grundlage für die Bedarfsbestätigung für die Neu-
errichtung von stationären Pflegeeinrichtungen und dient der Konferenz Alter und Pflege als
Grundlage für neue teilstationäre Einrichtungen bzw . zusätzliche Plätze in solchen Einrich-
tungen, wenn deren Träger die Förderung von Pflegee inrichtungen nach dem APG in An-
spruch nehmen wollen (§ 11 Abs. 7 und § 14 Abs. 1 APG NRW). Der konkrete Zweck des vom
Rat für verbindlich erklärten Pflegebedarfsplans besteht daher darin, eine überprüfbare Ent-
scheidungsgrundlage für die Erteilung oder Versagun g der kommunalen Bedarfsbestätigung
bereitzustellen; sie ist Zugangsöffner für die Land esförderung. Damit hat die verbindliche
Pflegebedarfsplanung vor allem eine instrumentelle Funktion. Belastbare empirische Aussa-
gen über Zahlen fehlender Plätze, die (noch) errich tet werden müssen, um eine tatsächlich
zu erwartende bzw. prognostizierte Inanspruchnahme mit zusätzlichen Kapazitäten an voll-
oder teilstationären Plätzen zu bedienen, lassen sich aus einem Pflegebedarfsplan mit dieser
Funktion dagegen nicht entnehmen. Um gültige Aussagen treffen zu können, inwieweit Pfle-
gekapazitäten fehlen, die sich allein durch zusätzl iche teil- oder vollstationäre Plätze auffül-
len lassen, müsste dem Pflegebedarfsplan ein Messko nzept unterlegt werden, das auf der
einen Seite sämtliche Pflegeangebote mit ihren Kapa zitäten und Auslastungen auch unter
Berücksichtigung der Angebotsqualitäten und -bandbr eiten abgreift, auf der anderen Seite
die gegenwärtigen und künftig erwartbaren Individua lbedürfnisse implementiert. Derart
anspruchsvolle Konzepte gehen jedoch weit über die gesetzliche Funktion der verbindlichen
Pflegebedarfsplanung hinaus. Zugleich könnte ihre a uf klassische Pflegeangebote begrenzte
Sicht nicht die Effekte erfassen oder abbilden, die sich aus der Entwicklung wohnortnaher,
umfassender Versorgungsinfrastruktur(en) für die Be darfe an jenen Pflegeangeboten erge-
ben.
Dennoch enthält der vorliegende Pflegebedarfsplan a uch (Bestands-)Informationen über
andere Bereiche des Pflegesektors, um den Blick auf ein integriertes und den Bedarfen an-
gepasstes Pflegeangebot zu richten. Genauere Aussagen über Abhängigkeiten zwischen voll-
und teilstationärer Pflege einerseits und anderen P flegeangeboten andererseits werden je-
doch erst im Rahmen der Weiterentwicklung der Pfleg ebedarfsplanung getroffen werden
können. Dabei werden neben der klassischen Pflege a uch alternative bzw. neue entwickelte
Angebote und Modelle einbezogen. Abgesehen von ambu lanter Pflege gehören dazu u. a.
Demenz-Wohngruppen, neue Wohnformen sowie vor allem quartiersbezogene Angebote
und Versorgungsstrukturen. Da ambulante Pflege oder alternative Pflegemodelle wie z. B.
die Demenz-Wohngruppen nicht in jedem Einzelfall mi t im Vergleich zur stationären Pflege
geringeren Kosten verbunden sind, muss auch der Kos tengesichtspunkt im Blick bleiben,
6 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
wenngleich Vergleiche zwischen stationären und anderen Pflegeformen Aspekte der persön-
lichen Situation nicht ausblenden dürfen. Die stati onäre Pflege kämpft zudem mit einem
kritischen Ruf, der durch Berichte in den Medien im mer wieder angefacht wird. Die weit
überwiegende Zahl der Menschen will ihr Leben bis i ns hohe Alter in der vertrauten Umge-
bung ihres Wohnquartieres verbringen. Auch bei eint retender Pflegebedürftigkeit besteht
der Wunsch nach einem Wohn- und Pflegeangebot, das eine eigene Häuslichkeit wie auch
eine Versorgungssicherheit bietet. Bei der Weiteren twicklung der Pflegeinfrastruktur und
Quartiersentwicklung muss dies mit einbezogen werden.
Generell benötigt die Pflege eine Imageaufbesserung , sowohl für die Pflege im Heim (Nut-
zerperspektive) als auch für den Arbeitsmarkt Pfleg e. Es wird bereits jetzt und nicht erst in
Zukunft eine deutlich höhere Anzahl an Pflegekräfte n benötigt, es finden sich aber nicht ge-
nügend Interessierte. Aus diesem Grund hat die Land esregierung 2012 die Altenpflegeumla-
ge wieder eingeführt. So erhalten die tatsächlich a usbildenden Einrichtungen die Ausbil-
dungsvergütung aus einem Ausbildungsfonds erstattet , in den alle Pflegeeinrichtungen ein-
zahlen müssen. Damit konnte von 2012 bis heute (201 6) die Anzahl der Auszubildenden in
der Altenpflege um rund 75 Prozent gesteigert werden.
Als nächste Auswirkung auf die Ausbildung steht die Generalisierung der Pflegeausbildung
an, mit der die Ausbildung in Kranken-, Kinder- und Altenpflege zusammengefasst wird.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münst er 2016 - 2019 7
3. Pflegesituation in Münster
Seit 1999 wird in NRW von Information und Technik N ordrhein-Westfalen (IT.NRW) als sta-
tistischem Landesamt anhand der Daten der Leistungs empfänger/innen der Pflegeversiche-
rung in NRW die Pflegestatistik erstellt. Die Statistik wird im Abstand von zwei Jahren jeweils
zum 31. Dezember durchgeführt. Die aktuellsten Date n liegen für 2013 vor, die Daten für
2015 sind noch nicht verfügbar.
Tabelle 1
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung in Nordrhein-Westfalen
(im Dezember 2013)
Verwaltungsbezirk
–––––––––––––––
Pflegestufe 1)
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
insgesamt
davon erhielten
ambulante
Pflege
vollstationäre
Pflege Pflegegeld 2)
No rdrhein -
Westfalen
Pflegestufe I 331 262 75 758 60 934 194 570
Pflegestufe II 181 488 42 501 63 156 75 831
Pflegestufe III 66 678 13 172 34 170 19 336
bisher noch keiner
Pflegestufe zugeordnet 2 064 – 2 064 –
Insgesamt 581 492 131 431 160 324 289 737
100 % 22,6 % 27,6 % 49,8 %
Reg.-Bez. Münster
Pflegestufe I 47 833 12 060 9 109 26 664
Pflegestufe II 24 877 6 523 9 095 9 259
Pflegestufe III 8 168 1 698 4 357 2 113
bisher noch keiner
Pflegestufe zugeordnet 352 – 352 –
Insgesamt 81 230 20 281 22 913 38 036
100 % 25 % 28,2 % 46,8 %
Münster, Stadt
Pflegestufe I 3 820 1 210 1 002 1 608
Pflegestufe II 2 064 558 922 584
Pflegestufe III 696 173 393 130
bisher noch keiner
Pflegestufe zugeordnet 48 – 48 –
Insgesamt 6 628 1 941 2 365 2 322
100 % 29,3 % 35,7 % 35 %
1) Pflegestufe III: einschl. Härtefälle; 2) ohne Empfänger von Pflegegeld, die zusätzlich ambulante
Pflege erhalten (diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt)
Quelle: Information und Technik NRW
Mit zunehmender Pflegestufe verschiebt sich die Pfl ege in den vollstationären Bereich. Im
Vergleich zu Gesamt-NRW und dem Regierungsbezirk Mü nster fällt auf, dass Münster einen
deutlich höheren Anteil an stationärer Pflege und s ehr viel niedrigeren Anteil an Pflegegeld
8 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
(Pflege von Angehörigen) aufweist. Die Ursache kann in der Lage und Funktion der Stadt
Münster als Oberzentrum liegen, Einfluss haben mögl icherweise auch die eher städtischen
Gesellschaftsstrukturen im Vergleich zum ländlichen Raum.
Tabelle 2
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
in Nordrhein-Westfalen 2009, 2011 und 2013 (jeweils im Dezember)
Verwaltungsbezirk
–––––––––––––––
Pflegestufe 1)
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
2009 2011 2) 2013
Veränderung
2013
geg. 2011
Nordrhein -
Westfalen
Pflegestufe I 277 497 305
098 331 262 + 8,6 %
Pflegestufe II 169 689 176
633 181 488 + 2,7 %
Pflegestufe III 60 537 65 138 66 678 + 2,4 %
bisher noch keiner Pfle-
gestufe zugeordnet 1 422 964 2 064 +114,1 %
Insgesamt 509 145 547
833 581 492 + 6,1 %
Reg. -Bez.
Münster
Pflegestufe I 40 780 44 684 47 833 + 7,0 %
Pflegestufe II 24 353 24 921 24 877 – 0,2 %
Pflegestufe III 7 869 8 028 8 168 + 1,7 %
bisher noch keiner Pfle-
gestufe zugeordnet 162 109 352 +222,9 %
Insgesamt 73 164 77 742 81 230 + 4,5 %
Münster,
Stadt
Pflegestufe I 3 190 3 526 3 820 + 8,3 %
Pflegestufe II 1 803 1 909 2 064 + 8,1 %
Pflegestufe III 561 660 696 + 5,5 %
bisher noch keiner Pfle-
gestufe zugeordnet 19 25 48 + 92,0 %
Insgesamt 5 573 6 120 6 628 + 8,3 %
1) Pflegestufe III: einschl. Härtefälle; 2) Vergleichbarkeit zu den Vorjahren eingeschränkt
Quelle: Information und Technik NRW
Die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit nach Pflege stufen zeigt die größte Zunahme in der
Pflegestufe I auf, wobei im Vergleich in Münster auch die Zunahme in Pflegestufe II sich ähn-
lich entwickelt. Insgesamt ist eine deutliche Zunah me der Leistungsempfänger/-innen der
Pflegeversicherung festzustellen, was auch einen er höhten Bedarf an Pflegeinfrastruktur
erfordert.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münst er 2016 - 2019 9
Tabelle 3
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung in Münster
Jahr Insgesamt je 1 000 Ein-
wohner
davon erhielten am 15.12. Pflegegeld am
ambulante Pflege stationäre Pflege 1) 31.12. 2)
1999 5 447 21 1 295 1 849 2 303
2001 5 395 20 1 352 1 740 2 143
2003 5 187 19 1 349 2 112 1 726
2005 5 294 20 1 339 2 221 1 734
2007 5 714 21 1 605 2 343 1 766
2009 5 573 20 1 534 2 130 1 909
2011 6 120 21 1 686 2 280 2 154
2013 6 628 22 1 941 2 365 2 322
1) Bei der Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen in Einrichtungen werden ab der Erh e-
bung 2009 die Besucher von Tagespflegeeinrichtungen nicht mehr addiert.
2) Ohne Empf änger und Empfängerinnen von Kombinationsleistungen, die bereits bei der ambula n-
ten
oder stationären Pflege berücksichtigt sind.
Quelle: Information und Technik Nordrhein -Westfalen
Tabelle 4
Pflegebedürftige nach Versorgungsart in Münster, Entwicklung von 2011 zu 2013
Pflegebedürftige 2011 Pflegebedürftige 2013 Veränderung
2013 geg. 2011
Stationäre Pflege 2 280 37,3 % 2 365 35,7 % + 3,7 %
Pflege zu Hause 3 840 62,8 % 4 263 64,3 % + 11 %
- durch Angehörige 2 154 35,2 % 2 322 35% + 7,80 %
- mit bzw. durch ambu-
lante Pflegedienste 1 686 27,6 % 1 941 29,3 % + 15,1 %
Insgesamt 6 120 100 % 6 628 100 % + 8,30 %
Quelle: Information und Technik Nordrhein -Westfalen
Die Daten in Tabelle 4 machen die starke Entwicklung der Ambulantisierung der Pflege deut-
lich. Durch die Pflege mit ambulanten Pflegedienste n kann der Wunsch vieler Pflegebedürf-
tiger, in der eigenen Wohnung oder in bekanntem Umf eld ggf. bei Angehörigen zu verblei-
ben, ermöglicht werden. Häufig können pflegende Ang ehörige so eine Entlastung wahrneh-
men oder auch ggf. berufstätig bleiben sowie andere familiäre Verpflichtungen wahrneh-
men.
10 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 5
Leistungsempfänger/-innen aus der Pflegeversicherung in Münster nach Altersstufen
am 15.12.13
Alter von …
bis unter…
insgesamt ambulante
Pflege
vollstationäre Pflege Pflege-
geld 1)
nachr.:
teilstatio-
näre Pfle-
ge
2)
zusammen Dauer -
pflege
Kurzzeit -
pflege
Tages -
pflege
Insgesamt 6 628 1 941 2 365 2 276 89 2 322 182
0 - 65 Jahre 1 032 189 135 126 9 708 9
65 - 70 Jahre 241 65 63 58 5 113 7
70 - 75 Jahre 482 136 157 149 8 189 13
75 - 80 Jahre 812 259 278 266 12 275 31
80 - 85 Jahre 1 167 389 426 406 20 352 44
85 - 90 Jahre 1 489 461 649 628 21 379 51
90 - 95 Jahre 1 110 351 516 507 9 243 20
95 Jahre und
älter 295 91 141 136 5 63 7
1) Ohne Empfänger/ -innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalten. Diese
werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt. Stichtag: 31.12.2013. Zudem ohne Empfänger/-
innen von Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Diese werden bereits bei der vollstationären bzw.
ambulanten Pflege erfasst.
2) Empfänger/-innen von Tages- und Nachtpflege erhalten in der Regel auch Pflegegeld oder am-
bulante Pflege. Sie sind dadurch bereits bei der Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt erfasst und
werden hier nur nachrichtlich ausgewiesen.
Quelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen
Der Aufgliederung der Empfängerinnen und Empfänger von Pflegeversicherungsleistungen
nach Altersstufen zeigt, dass die Pflegebedürftigkeit bei Menschen über 80 Jahren am größ-
ten ist (vgl. Tab. 5). Deutlich wird hier auch, dass die Pflege zu Hause mit zunehmendem Al-
ter schwieriger wird. Dies mag zum einen auch am zunehmenden Alter der Angehörigen
bzw. ihrem Fehlen liegen, da der Partner oder die Partnerin bereits verstorben ist, zum an-
deren der Grad der Pflegebedürftigkeit sich erhöht.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münst er 2016 - 2019 11
4. Pflegeinfrastruktur in Münster
Die Pflegeinfrastruktur setzt sich in Münster vielf ältig zusammen und ist in stetigem Wachs-
tum, wie aus Tabelle 6 ersichtlich wird:
Tabelle 6
Pflegerische Infrastruktur in Münster
Am
31.12.
Stationäre
Pflegeplätze
Plätze in a mbulant b e-
treuten Wohngemein-
schaften
Tages -
pflegeplätze
Kurzzeit -
pflegeplätze
Anzahl
1999 1 875 20 84 67
2000 1 960 20 104 78
2001 2 100 20 104 93
2002 2 100 20 104 93
2003 2 145 20 116 105
2004 2 145 20 122 116
2005 2 171 29 107 114
2006 2 261 58 107 131
2007 2 416 77 95 152
2008 2 406 110 113 163
2009 2 481 118 113 183
2010 2 508 136 113 198
2011 2 607 136 152 184
2012 2 647 136 152 190
2013 2 667 147 152 199
2014 2 637 171 164 210
2015 2 646 180 180 221
Quelle: Stadt Münster - Sozialamt
Nachfolgend werden zunächst die Einrichtungen im gesamten Gebiet der Stadt Münster mit
ihren Angeboten aufgeführt. Eine sozialräumliche Da rstellung erfolgt in Kapitel 5 auf Stadt-
bezirksebene.
12 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
4.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster
In Münster gibt es derzeit 33 vollstationäre Pflegeheime. In vielen Einrichtungen wird auch Kurzzeitpflege angeboten (s. 4.2). Einige Einrichtungen
haben auch weitere Pflegeangebote im bzw. am Haus angebunden.
Tabelle 7
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster, Stand 2015
Einrichtung Straße PLZ Stadtbezirk Stadtteil Plätze EZ DZ EZ -Quote
1 Achatius -Haus Wolbeck Münsterstr. 24 b/c 48167 Südost Wolbeck 66 66 0 100,0
2 Alexianer - Haus Heidhorn Westfalenstr. 490 48165 Hiltrup Amelsbüren 52 52 0 100,0
3 Alexianer – Hau s Thomas Alexianerweg 8 48163 Hiltrup Amelsbüren 54 46 4 85,2
4 Altenheim Friedrichsburg Offenbergstraße 19 48151 Mitte Pluggendorf 138 114 12 82,6
5 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 West Gievenbeck 92 92 0 100,0
6 Alten wohn heim St. Lamberti Scharnhorststr. 4-8 48151 Mitte Pluggendorf 83 65 9 78,3
7 Altenhilfe -Zentrum d. Missionsschwe s-
tern
Haus Franziska
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup Hiltrup-Mitte 60 60 0 100,0
8 Altenzentrum Klarastift (incl. Casa Vitae) Andreas-Hofer-Str. 70 48145 Mitte Herz-Jesu 119 113 3 94,6
9 Cohaus -Vendt -Stift Krumme Str. 39/40 48143 Mitte Aegidii 82 82 0 100,0
10 DKV -Residenz am
Tibusplatz Tibusplatz 1 48143 Mitte Buddenturm 49 39 5 79,6
11 Ev. Altenhilfezentrum
Meckmannshof Meckmannweg 74 48163 West Mecklenbeck 171 59 56 34,5
12 Ev. Seniorenzentrum Handorfer Hof Handorfer Str. 24 48157 Ost Handorf 78 78 0 100,0
13 Friederike -Fliedner -Haus Coerdestr. 56 48147 Mitte Kreuz 80 70 5 87,5
14 Fritz -Krüger -Seniorenzentrum Gartenbreie 1 48151 West Gievenbeck 81 81 0 100,0
15 Haus für ältere Mitbürger
Wohnen in Pastors Garten Alte Dorfstr. 10 48161 West Roxel 40 40 0 100,0
16 Haus Maria Trost Sankt-Mauritz-Freiheit 52 48145 Mitte Herz-Jesu 80 80 0 100,0
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2015 - 2018 13
Einrichtung Straße PLZ Stadtbezirk Stadtteil Plätze EZ DZ EZ -Quote
17 Haus v. Guten Hirten
Bereich Pflege Mauritz-Lindenweg 61 48145 Mitte Herz-Jesu 20 16 2 80,0
18 Haus Wilkinghege Wilkinghege 55 48159 Nord Kinderhaus
West 65 65 0 100,0
19 Johanniter -Stift Münster Weißenburgstr. 48 48151 Mitte Geist 80 80 0 100,0
20 Kardinal-von -Galen -Stift Clemens-August-Platz 8a 48167 Südost Angelmodde 66 54 6 81,8
21 LWL Pflegezentrum Münster Friedr.-W.-Weber-Str. 30 48147 Mitte Uppenberg 80 72 4 90,0
22 Maria -Hötte -Stift Düesbergweg 143 48153 Mitte Düesberg 123 97 13 78,9
23 Marienheim An der Alten Kirche 5 48165 Hiltrup Hiltrup-Mitte 83 71 6 85,5
24 Meyer -Suhrheinrich -Haus Marktallee 42 48165 Hiltrup Hiltrup-Mitte 42 42 0 100,0
25 Papst -Johannes -Paul-Stift Culmer Str. 16 48157 Nord Coerde 72 72 0 100,0
26 Perthes -Haus Münster Wienburgstr. 60 48147 Mitte Uppenberg 87 49 19 56,3
27 Resid enz Aaseehof Pottkamp 25 48149 Mitte Schloss 80 72 4 90,0
28 Schölling -Lentze -Heim Bohlweg 5 48147 Mitte Schlachthof 21 21 0 100,0
29 Seniorenresidenz
Kastanienhof Ostmarkstr. 9 48145 Mitte Mauritz-Mitte 62 44 9 71,0
30 Seniorenzentrum Albachten Rottkamp 49 48163 West Albachten 66 56 5 84,8
31 Seniorenzentrum Haus Simeon Am Berg Fidel 70 48153 Hiltrup Berg-Fidel 149 149 0 100,0
32 Seniorenzentrum Martin -Luther -Haus Fliednerstr. 17 48149 West Sentrup 151 133 9 88,1
33 Wohnstift am Südpark Clevornstraße 5 48153 Mitte Schützenhof 74 58 8 78,4
Gesamt 2.646 2.288 179 86, 5
Ausgewiesene Sonderformen
1. Stationäre Hausgemeinschaftsangebote für an Demenz Erkrankte: Klarastift, Meyer-Suhrheinrich-Haus (ausschließlich), DKV Residenz
2. Angebot für Wachkomapatienten, 16 Plätze im Klarastift (Casa Vitae)
3. Angebote für junge Pflegebedürftige, 18 Plätze im Achatius-Haus Wolbeck
4. Christopher-Haus Münster-Hiltrup, Westfalenstr. 176, ambulante Pflege durch Air Vital, 10 Plätze, Menschen mit Dauerbeatmung
5. Pflege für ältere Menschen mit Behinderungen: Alexianer - Haus Thomas, LWL-Pflegezentrum
14 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Grafik 1
Karte Vollstationäre Einrichtungen in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 15
4.2 Kurzzeitpflege
Mit der Kurzzeitpflege wird vorübergehende Pflegebe dürftigkeit z. B. nach einem Kranken-
hausaufenthalt oder bei Verhinderung der pflegenden Angehörigen die Pflege abgedeckt. Es
gibt solitäre Kurzzeitpflegeangebote und eingestreu te Kurzzeitpflege bei vielen Altenpflege-
einrichtungen.
Tabelle 8
Kurzzeitpflege, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadt -
bezirk Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus Wolbeck Münsterstr. 24 b/c 48167 Südost Wolbeck 4
2 Alexianer - Haus Heidhorn Westfalenstr. 490 48165 Hiltrup Amelsbüren 6
3 Alexianer – Haus Thomas Alexianerweg 8 48163 Hiltrup Amelsbüren 4
4 Altenheim Friedrichsburg Offenbergstraße 19 48151 Mitte Pluggendorf 8
5 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 West Gievenbeck 5
6 Alten wohn heim
St. Lamberti Scharnhorststr. 4-8 48151 Mitte Pluggendorf 2
7 Altenzentrum Klarastift Andreas -Hofer -Str.
70 48145 Mitte Herz-Jesu 3
8 Ev. Altenhilfezentrum
Meckmannshof Meckmannweg 74 48163 West Mecklenbeck 15
9 Friederike-Fliedner-Haus Coerdestr. 56 48147 Mitte Kreuz 6
10 Haus für ältere Mitbürg er
Wohnen in Pastors Garten Alte Dorfstr. 10 48161 West Roxel 4
11 Haus Maria Trost Sankt -Mauritz -
Freiheit 52 48145 Mitte Herz-Jesu 5
12 Johanniter-Stift Münster Weißenburgstr. 48 48151 Mitte Geist 5
13 Kardinal-von-Galen-Stift Clemens-August-
Platz 8a 48167 Südost Angelmodde 2
14 LWL Pflegezentrum
Münster
Friedr.-W.-Weber -
Str. 30 48147 Mitte Uppenberg 2
15 Maria-Hötte-Stift Düesbergweg 143 48153 Mitte Düesberg 6
16 Marienheim An der Alten Kirche 5 48165 Hiltrup Hiltrup-Mitte 1
17 Seniorenzentrum
Martin-Luther-Haus Fliednerstr. 17 48149 West Sentrup 8
18 Papst-Johannes-Paul-Stift Culmer Str. 16 48157 Nord Coerde 2
19 Perthes-Haus Münster Wienburgstr. 60 48147 Mitte Uppenberg 4
20 Residenz Aaseehof Pottkamp 25 48149 Mitte Schloss 15
21 Seniorenresidenz
Kastanienhof Ostmarkstr. 9 48145 Mitte Mauritz -
Mitte 8
22 Seniorenzentrum
Albachten Rottkamp 49 48163 West Albachten 10
23 Ev. Seniorenzentrum
Handorfer Hof Handorfer Str. 24 48157 Ost Handorf 8
16 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadt -
bezirk Stadtteil Plätze
24 Seniorenzentrum
Haus Simeon Am Berg Fidel 70 48153 Hiltrup Berg-Fidel 8
25 Wohnstift am Südpark Clevornstraße 5 48153 Mitte Schützenhof 4
Gesamt 145
Solitäre Kurzeitpflege
26
Altenhilfe-Zentrum der
Missionsschwestern
Haus Maria
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup Hiltrup-Mitte 20
27 Clemenshospital Düesbergweg 143 48153 Mitte Düesberg 18
28 Fritz -Krüger -
Seniorenzentrum Gartenbreie 1 48161 West Gievenbeck 15
29 Raphaelsklinik Loerstr. 23 48143 Mitte Dom 23
Gesamt 76
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 17
Grafik 3
Karte Kurzzeitpflege in Münster
18 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
4.3 Tagespflege
Mit der Tagespflege werden insbesondere für demente Pflegebedürftige Angebote geschaf-
fen, die es ihnen ermöglichen, tagsüber eine Betreu ung und Pflege in Anspruch zu nehmen
und trotzdem in der vertrauten Umgebung wohnen blei ben zu können. Dies ermöglicht den
Angehörigen häufig die weitere Berufstätigkeit und entlastet von einem Teil der pflegeri-
schen Verantwortung. In Münster gibt es derzeit folgende Tagespflege-Angebote:
Tabelle 9
Tagespflege, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadt -
bezirk Stadtteil Plätze
1 Achatiushaus Wolbeck Münsterstr. 48167 Südost Wolbeck 12
2 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 West Gievenbeck 15
3 Altenhilfe -Zentrum
St. Clemens Kortumweg 56 48165 Hiltrup Hiltrup-Mitte 15
4 Clemens-Wallrath-Haus Josefstr. 4 48151 Mitte Josef 20
5 Ev. Altenhilfezentrum
Meckmannshof
Meckmannweg
74 48163 West Mecklenbeck 24
6 Friederike-Fliedner-Haus Coerdestr. 56 48147 Mitte Kreuz 12
7 Haus Benteler Prozes sionsweg
54 48145 Mitte Mauritz -
Mitte 12
8 Papst-Johannes-Paul-Stift Culmer Str. 16 48157 Nord Coerde 15
9 pro.cura Tagespflege Wolbecker Str.
226 48155 Ost Mauritz-Ost 16
10 Tagespflege Akticom Twenhövenweg
18 48167 Südost Angelmodde 12
11 Tagespflege Mathildenstift Münzstr. 38 48143 Mitte Buddenturm 12
12 Wohnstift
am Südpark Clevornstr. 5 48153 Mitte Schützenhof 15
Gesamtplatzzahl 180
Planung/Bau
13 Tagespflege Mauritz -Palais
(Klarastift)
Andreas -Hofer -
Str. 70 48145 Mitte Herz-Jesu 12
Mit Einführung des Pflegestärkungsgesetzes I haben die Pflegebedürftigen seit dem
01.01.2015 die Möglichkeit, Tagespflege in einem be stimmten Rahmen von der Pflegeversi-
cherung erstattet zu bekommen, ohne Kürzungen des ambulanten Pflegeanspruches.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 19
Grafik 2
Karte Tagespflege in Münster
20 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
4.4 Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
In ambulant betreuten Wohngemeinschaften können demente Pflegebedürftige ein Leben in
häuslicher Gemeinschaft führen, die allein durch die Größe einen familiäreren Charakter als
eine stationäre Pflegeinrichtung vermittelt. Das Angebot richtet sich bisher meistens an De-
menz-Erkrankte, es gibt auch Wohngruppen für Menschen mit geringem oder speziellem
Pflegebedarf.
Tabelle 10
Ambulant betreute Wohngemeinschaften in Münster, Stand 2015
Nr. Wohngemeinschaften Straße PLZ Stad t-
bezirk Stadtteil Plätze
1 Casa Mauritz
Klarastift Service GmbH Andreas-Hofer-Str. 86 48145 Mitte Herz-Jesu 15
2 Haus Elisabeth
Alexianer Herrenstr. 10 48167 Südost Wolbeck 12
3 Haus Genius
DKV Residenz Tibusplatz 1 - 7 48143 Mitte Buddenturm 9
4 Haus Taubenstraße
Alexianer Taubenstraße 12 48149 Mitte Herz-Jesu 8
5 Hausgemeinschaft Nie n-
berge (2), CBM
Kirmstr.
18/Gartenstiege 6 48161 West Nienberge 7/7
6 Hof Schultmann
Alexianer Stratmannweg 21 48163 West Mecklenbeck 12
7 Irmgard Buschmann Haus
(2), Klarastift Service GmbH Am Küchenbusch 15 48161 West Gievenbeck 11/8
8 Villa Hittorfstraße
Alexianer Hittorfstraße 10 48149 Mitte Schloss 10
9 Villa Kahmann Gremmendorfer Weg
44 48167 Südost Gremmen -
dorf-Ost 11
10 Villa Mauritz
Alexianer
Kaiser -Wilhelm -Ring
34 48145 Mitte Mauritz -
Mitte 10
11
WG Arche Noah
Ambulante Dienste Klara-
stift
Manfred-von-Richt-
hofen-Str. 45 48145 Mitte Mauritz-
Mitte 12
12
WG Arche Sarah
Ambulante Dienste Klara-
stift
Manfred-von-Richt-
hofen-Str. 45 48145 Mitte Mauritz-
Mitte 12
13 WG Josef -Beckmann -Str.,
DRK
Josef -Beckmann -
Straße 5 - 7 48159 Nord Kinderhaus 10
14 WG Mathildenstift
DRK Schwesternschaft Münzstr. 38 48143 Mitte Buddenturm 8
15 WG Schulstraße (2)
Diakonie Münster Schulstr. 47 48149 Mitte Kreuz 10 /8
Gesamt 18 0
Planung/Bau
16 DRK, ehem. Winkhaus -
Gelände Bohlweg Mitte Schlachthof 12
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 21
Grafik 4
Karte ambulant betreute Wohngemeinschaften in Münster
22 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
4.5 Ambulante Pflege
Der Großteil der Pflege wird ambulant durchgeführt, in den Räumlichkeiten der Pflegebe-
dürftigen oder ihrer Angehörigen. Besteht nicht ode r nur teilweise die Möglichkeit, die Pfle-
ge von Angehörigen durchführen zu lassen, wird ein professioneller Pflegedienst zumindest
unterstützend hinzugezogen. Mit dem zunehmenden Pfl egebedarf ist auch der Markt der
ambulanten Pflegedienste gewachsen. Das Angebot rei cht von hauswirtschaftlichen Hilfen,
pflegerischen Leistungen bis hin zu Anleitung und Betreuung für Personen mit eingeschränk-
ter Alltagskompetenz nach § 45b SGB XI. Da die Ange bote (fast immer) stadtweit erfolgen,
ist die räumliche Verteilung mittels einer Karte hier nicht weiterführend.
Nachfolgende ambulante Pflegedienste bieten in Münster Versorgungsangebote an:
Tabelle 11
Ambulante Dienste, Stand 2015
Nr. Pflegedienst Straße PLZ Ort
1 "die Mobilen"
Ambulanter sozialpflegerischer Dienst
Augustastr. 28 48153 Münster
2 ADVITALIS Pflegedienst Hanses -Ketteler -Str. 2 48165 Münster
3 AKTI-MED Pflegedienst GmbH Westfalenstr. 171 48165 Münster
4 Aktive-Pflege-Münster
Schotte Snábl GbR
Hohenzollernring 30 48145 Münster
5 AKTI-VITAL Pflegedienst GmbH Merkureck 14 48165 Münster
6 Ambulante Dienste e.V. Bohlweg 10 48147 Münster
7 Ambulante Dienste e.V.
Quartiersstützpunkt an der Aa
Rjasanstr. 21 48147 Münster
8 Ambulante Dienste e.V.
Quartiersstützpunkt Gievenbeck
Toppheideweg 9 48161 Münster
9 Ambulante Dienste Klarastift GmbH Andreas -Hofer -Str. 72 48145 Münster
10 Ambulante Pflege Lindenhof Idenbrockplatz 21 48159 Münster
11 Ambulante Psychiatrische Pflege
Psycho-Soziales Zentrum
Geiststr. 37 48151 Münster
12 Ambulanter Krankenpflegedienst Julia
GmbH
Rüschhausweg 149 48161 Münster
13 Ambulanter Pflegedienst AKTICOM GmbH Dirk -von -Merveldt -Str. 47 48167 Münster
14 Ambulanter Pflegedienst der Raphaels-
klinik Münster GmbH
Loerstr. 23 48143 Münster
15 Ambulanter Pflegedienst des Clemens-
hospitals
Düesbergweg 124 48153 Münster
16 ASB-Ambulante Pflegedienste Gustav -Stresemann -Weg
62
48155 Münster
17 AWO Pflegedienst
Pflegebüro Münster
Hochstr . 12 48151 Münster
18 Care aktiv GbR An den Loddenbüschen
77
48155 Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 23
Nr. Pflegedienst Straße PLZ Ort
19 Cathamed Pflege GmbH Gremmendorfer Weg 26 48167 Münster
20 CBM mbH Ambulante Pflege Josefstr. 2 48151 Münster
21 Comfort Pflege Ostviertel GmbH Hohenzollernring 67 48145 Müns ter
22 Diakoniestation GmbH
Diakonie Münster
Wichernstr. 22 48147 Münster
23 DRK-Sozialstation gemeinnützige Pflege
und Service GmbH
Zumsandestr. 25 -27 48145 Münster
24 Eins:Eins Intensivpflege GmbH Osttor 74 48165 Münster
25 Erste Hilfe Ambulanter Pflegedienst
GmbH
Schlossplatz 22 48143 Münster
26 Häusliche Pflege der DRK-
Schwesternschaft Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Münster
27 HUMANITAS Pflegedienste GmbH
-Pflegedienst Münster-
Grevener Str. 105 48159 Münster
28
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Pflege- u. Gesundheitsdienste Münster
Süd
Geringhoffstr.45 -47 48163 Münster
29 Lange Pflege
Ihr Centrum für ambulante Dienste
Prins -Claus -Str. 34 48159 Münster
30 Leben-Erleben
Amb. Kranken- u. Altenpflege GmbH
Wolbecker Str. 140 b 48155 Münster
31
Lebens Nah
Birgit Kahl
Mobile Kranken- und Altenpflege
Letterhausweg 103 48167 Münster
32 miCura Pflegedienste Münster GmbH Tibusplatz 6 48143 Münster
33 Münster Pflege
Ambulanter Pflegedienst
Gartenbreie 62 48161 Münster
34 Pflegebüro Bahrenberg Münster-Mitte Augustastr. 34 48153 Münster
35 Pflegebüro Bahrenberg Münster-Nord Kanalstr. 30 48147 Münster
36 Pflegebüro Meinert Pantaleonplatz 24 48161 Münster
37 Pflegebüro Schmidt Marktallee 66 48165 Münster
38 Pflegedienst Herms GmbH Feldstiege 100 48161 Münst er
39 Pflegeteam miteinander GmbH Coerdestr. 45 48147 Münster
40 Pia Causa GmbH Josefstr. 4 48151 Münster
41 pro.cura Pflegeteam Münster Wolbecker Str. 224 48155 Münster
42 Regenbogen Häusliche Kinder- u. Kran-
kenpflege
Coerdestiege 71 48157 Münster
43
Vis Vitalis
Amb. Kranken-, Kinderkranken-, Alten-
und Familienpflege
Sophienstraße 1 -3 48145 Münster
44 VITA-MED Pflegedienst GmbH Krögerweg 14 48155 Münster
24 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Nr. Pflegedienst Straße PLZ Ort
45 ZMD
Zentrum Mobiler Dienste Münster
Pottkamp 19 48149 Münster
Spezialangebote/außerhalb Münsters
air vital Intensivpflegedienst Nordstr. 66 59269 Beckum
Cathamed Pflegedienst und Service
GmbH
Kinderintensivpflege
Wallpromenade 19 48231 Warendorf
Familienpflege Hermann Meinert Münsterstr. 26 48727 Billerbeck
jederzeit ambulante P flege GmbH
ambulante Intensivpflege
Kirchstr. 6 48268 Greven
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 25
4.6 Betreuungs- und Unterstützungsangebote nach § 45 SGB XI
Für an Demenz erkrankte Menschen besteht die Möglic hkeit, Betreuungs- und Unterstüt-
zungsangebote nach § 45 SGB XI zu nutzen. Die meis ten ambulanten Pflegedienste bieten
Unterstützungsleistungen an. Daneben gibt es auch a ndere Angebote mit häuslichen Besu-
chen und Unterstützung. Außerhalb der Wohnung biete n anerkannte niedrigschwellige Be-
treuungsgruppen eine Anregung der Menschen mit Deme nz und Entlastung ihrer Angehöri-
gen. Diese Gruppen haben bis zu 9 Teilnehmerinnen u nd Teilnehmer, werden von einer
Fachkraft geleitet und von geschulten Ehrenamtliche n begleitet und unterstützt. Meistens
kann ein Fahrdienst zu diesen Gruppen, die vormittags oder nachmittags stattfinden, organi-
siert werden.
Tabelle 12
Häusliche Besuche und Unterstützung nach § 45 SGB XI, Stand 2015
Nr. Anbieter Straße PLZ Ort
1
Betreuung und Begleitung
Dipl.-Sozialarbeiter Dietmar Preuß
Mobiler Alltagsservice für Senioren und hilfs-
bedürftige Menschen
Mecklenbecker
Straße 133
48151 Münster
2 CARA Seniorenhilfe
Susanne Hilbig
Brockmannstr. 62 48163 Münster
3
Doris Pällmann
Betreuung für Senioren, Begleitung für Angehö-
rige & individuelle Lebensberatung
Kriegerweg 481 53 Münster
4 FAC’Tmobil – Haushalts - und Betreuungsservice
im Alltag
Hohenzollernring 56 48145 Münster
5
HaDi Foppe GmbH & Co.KG
Mobile Seniorenbetreuung,
Fachbetrieb für senioren- und behindertenge-
rechte Installation
Christoph -Bernhard -
Graben 21
48163 Münster
6
Hand in Hand, individuelle Seniorenbegleitung
und Förderung
Träger: Priv. Gew. Ulrike Ventker
Bonnenkamp 28 48167 Münster
7
Häusliche Kreativbetreuung „mein Poesiea l-
bum“
Brigitte Kraneburg
Lühnstiege 2 48151 Münster
8 Kati`s Betreuungs Dienst Hammer Straße 213 48153 Münster
9 Lebenshilfe Münster e. V. Windthorststr. 7 48143 Münster
10 Petra Sokolowsky Eichenweg 11 a 48161 Münster
11 Seniorenservice Münster
Johannes Gorschlüter
Piusallee 194 48147 Münster
12 Stift Tilbeck GmbH Tilbeck 2 4832 9 Havixbeck
13 Zauberfrau Zuhornstr. 26 48147 Münster
26 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 13
wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45 SGB XI, Stand 2015
Nr. Anbieter Straße PLZ Stadt -
bezirk Stadtteil
1 „ Ein Vormittag im Alex-Dorftreff“
Alexianer Münster GmbH Zum Häpper 1 48163 Hiltrup Amelsbüren
2
„Café Auszeit“
Humanitas Pflegedienste GmbH
Standort Münster
Grevener Str.
105 48159 Mitte Uppenberg
3
„Café Wigbold“
Betreuungsnachmittag für Demenz-
kranke
Träger: Kath. Kirchengemeinde St. Niko-
laus Münster und die Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Herrenstr. 17 48167 Südost Wolbeck
4
„Miteinander" Betreuungsgruppe für
demenziell erkrankte Menschen in Kin-
derhaus und Sprakel
Annette Mandelartz
Kristiansand-
straße 70 48159 Nord Kinderhaus-
West
5 Alzheimer Gesellschaft Münster e. V. Tannenbergstr.
1 48147 Mitte Kreuz
6 Betreuungsgruppe „Hand in Hand“ Alfersheide 19 48157 Ost Gelmer -
Dyckburg
7
Café Malta
Thomas-Gemeinde
Träger: Malteser Hilfsdienst e.V.
Von-Ossietzky-
Strasse 16 48163 Mitte Aaseestadt
8
Café Nostalgie, B etreuungsnachmittag
für demenzkranke Menschen
Kath. Kirchengemeinde St. Franziskus
Pfarrbezirk St. Norbert
Schneidemühler
Str. 23 48157 Nord Coerde
9
Doris Pällmann
Betreuung für Senioren, Begleitung für
Angehörige & individuelle Lebensbera-
tung
Betreuungsgruppe für demenziell er-
krankte Menschen im Ludwig-Steil-Haus
der Gnadenkirche
Düesbergweg
102 48153 Mitte Düesberg
10 Gemeinde Cafe
Ev. Gemeindehaus
Leisnerstraße
17/Pater-Kolbe-
Straße
48163 Hiltrup Amelsbüren
11 Gruppe D
Im Haus der Begegnung St. Ida
Nachtigallen-
weg 25 48167 Südost Gremmen-
dorf-Ost
12 Projekt LichtBlick Josefstr. 4 48151 Mitte Josef
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 27
Grafik 5
Karte wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45 SGB XI
28 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
5 Sozialräumliche Pflegeinfrastruktur in Münster
In den vergangenen Jahren ist in Münster bereits ei n vielfältiges Spektrum an neuen Wohn-
formen für pflegebedürftige und ältere Menschen ent standen, bei denen die Sicherung der
Selbstbestimmung und der eigenen Häuslichkeit im Vo rdergrund stehen (u. a. integriertes
Wohnen, Mehrgenerationenwohnen, selbst organisierte oder betreute Wohngemeinschaf-
ten sowie Hausgemeinschaften für Menschen mit Demen z oder Pflegewohnungen im
Wohnquartier). Es sind zumeist quartiersbezogene Wo hn- und Pflegeversorgungskonzepte,
die verschiedene Wohn- und Betreuungsformen kleinrä umig vernetzen. Durch das Engage-
ment von Initiativen und Trägern sowie des städtisc hen Wohnungsunternehmens
Wohn+Stadtbau GmbH und anderer Wohnungsbauträger in Münster sind in den letzten Jah-
ren bereits eine Reihe von entsprechenden Angeboten entstanden. Dies gilt es weiter aus-
zubauen und perspektivisch stadtweit Quartierskonzepte zu entwickeln.
Die sozialpolitischen und sozialrechtlichen Neuorientierungen bieten durch die Novellierung
des Landespflegegesetzes NRW sowie des Wohn- und Te ilhabegesetzes NRW, durch den
Aktionsplan „Inklusives NRW“, die – überschaubaren – Fördermöglichkeiten über das Woh-
nungsförderprogramm und die Vorgaben und Richtlinie n für quartiersnahe Wohn- und Be-
treuungsformen eine Menge an Entwicklungspotential zur Weiterentwicklung der Pflegeinf-
rastruktur und Gestaltung von Quartierskonzepten, u m die selbstständige und selbstbe-
stimmte Lebensführung in den Stadtteilen und Quartieren positiv zu gestalten und sicherzu-
stellen. Alle diese Elemente bilden eine solide Unt erlage für die (Stadt)Gesellschaft, die Ge-
staltungsanforderungen vor dem Hintergrund des demo graphischen Wandels zu meistern.
Dabei gilt es, die Potentiale und Ressourcen einer älter werdenden Bevölkerung wertzu-
schätzen, zu nutzen und durch professionelle Beglei tung und Unterstützung in die Netz-
werkprozesse einfließen zu lassen.
Nachfolgend wird die Pflegeinfrastruktur auf Stadtb ezirksebene dargestellt, jedoch noch
nicht in Bezugnahme zur Bevölkerungsstruktur. Dies wird in der Weiterentwicklung des
Pflegebedarfsplans angestrebt. Die Darstellung auf Stadtbezirksebene dient lediglich einer
ersten Orientierung. Auch wenn zukünftig die Bevölk erungsstruktur in die Planung mit ein-
bezogen wird, müssen möglicherweise andere Bezugsräume in Betracht gezogen werden, da
die gelebten Bezüge sich von den räumlichen Zuschni tten der Gebietsgliederung unterschei-
den, für ein bedarfsgerechtes Angebot aber zu berücksichtigen sind.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 29
5.1 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Mitte
Der Stadtbezirk Mitte hat von allen Bezirken flächenbezogen die feinteiligste Gliederung. Er
gesteht aus insgesamt 23 Stadtteilen (statistische Bezirke). Die Altstadt allein hat fünf Stadt-
teile: Aegidii, Überwasser, Dom, Buddenturm, Martini. Der Innenstadtring setzt sich aus 9
Stadtteilen zusammen: Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansaplatz, Mauritz-West, Schlachthof,
Kreuz, Neutor, Schloss. Mitte-Süd umfasst die Stadtteile Aaseestadt, Geist, Schützenhof und
Düesberg. Der Teilbereich Innenstadt-Nordost besteht aus den Stadtteilen Hafen, Herz-Jesu,
Mauritz-Mitte, Rumphorst und Uppenberg.
In Münster-Mitte finden sich alle Pflegeformen wieder. Das Angebot ist hier im Vergleich mit
den anderen Stadtteilen am dichtesten.
Tabelle 14
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster-Mitte, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Altenheim Friedrichsburg Offenbergstraße 19 48151 Pluggendorf 138
2 Alten wohn heim St. Lamberti Scharnhorststr. 4-8 48151 Pluggendorf 83
3 Altenzentrum
Klarastift (inc. Casa Vitae)
Andreas -Hofer -Str.
70 48145 Herz-Jesu 119
4 Cohaus -Vendt -Stift Krumme Str. 39/40 48143 Aegidii 82
5 DKV -Residenz am
Tibusplatz Tibusplatz 1 48143 Buddenturm 49
6 Friederike -Fliedner -Haus Coerdestr. 56 48147 Kreuz 80
7 Haus Maria Trost Sankt -Mauritz -
Freiheit 52 48145 Herz-Jesu 80
8 Haus v. Guten Hirten
Bereich Pflege
Mauritz -Lindenweg
61 48145 Herz-Jesu 20
9 Johanniter -Stift
Münster Weißenburgstr. 48 48151 Geist 80
10 LWL Pflegezentrum
Münster
Friedr.-W.-Weber -
Str. 30 48147 Uppenberg 80
11 Maria -Hötte -Stift Düesbergweg 143 48153 Düesberg 123
12 Perthes -Haus Münster Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 87
13 Residenz Aaseehof Pottkamp 25 48149 Schloss 80
14 Schölling -Lentze -Heim Bohlweg 5 48147 Schlachthof 21
15 Seniorenresidenz
Kastanienhof Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz-Mitte 62
16 Wohnstift am Südpark Clevornstraße 5 48153 Schützenhof 74
Gesamt 1.258
30 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 15
Kurzzeitpflege in Münster-Mitte, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Altenheim Friedrichsburg Offenbergstraße 19 48151 Pluggendorf 8
2 Altenwohnheim St. Lamberti Scharnhorststr. 4-8 48151 Pluggendorf 2
3 Altenzentrum
Klarastift
Andreas -Hofer -Str.
70
48145 Herz-Jesu 3
4 Friederike-Fliedner-Haus Coerdestr. 56 48147 Kreuz 6
5 Haus Maria Trost Sankt -Mauritz -
Freiheit 52
48145 Herz-Jesu 5
6 Johanniter-Stift Münster Weißenburgstr. 48 48151 Geist 5
7 LWL Pflegezentrum Münster Friedr.-W.-Weber -
Str. 30 48147 Uppenberg 2
8 Maria-Hötte-Stift Düesbergweg 143 48153 Düesberg 6
9 Perthes-Haus Münster Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 4
10 Residenz Aaseehof Pottkamp 25 48149 Schloss 15
11 Seniorenresidenz
Kastanienhof Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz-Mitte 8
12 Wohnstift am Südpark Clevornstraße 5 48153 Schützenhof 4
Gesamt 68
Solitäre Kurzeitpflege
Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
13 Clemenshospital Düesbergweg 143 48153 Düesberg 18
14 Raphaelsklinik Klosterstr. 75 48143 Dom 23
Gesamt 43
Tabelle 16
Tagespflege in Münster-Mitte, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Clemens-Wallrath-Haus Josefstr. 4 48151 Josef 20
2 Friederike-Fliedner-Haus Coerdestr. 56 48147 Kreuz 12
3 Haus Benteler Prozessionsweg 54 48145 Mauritz-Mitte 12
4 Tagespflege
Mathildenstift Münzstr. 38 48143 Buddenturm 12
5 Wohnstift
am Südpark Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 15
Gesamt 71
Planung/Bau
Tagespflege Mauritz -Palais
(Klarastift)
Andreas -Hofer -Str.
70 48145 Herz-Jesu 12
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 31
Tabelle 17
Ambulant betreute Wohngemeinschaften in Münster-Mitte, Stand 2015
Nr. Wohngemeinschaften Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Casa Mauritz
Klarastift Service GmbH Andreas-Hofer-Str. 86 48145 Herz-Jesu 15
2 Haus Genius
DKV Residenz Tibusplatz 1 - 7 48143 Buddenturm 9
3 Haus Taubenstraße
Alexianer Taubenstraße 12 48149 Herz-Jesu 8
4 Villa Hittorfstraße
Alexianer Hittorfstraße 10 48149 Schloss 10
5 Villa Mauritz
Alexianer Kaiser-Wilhelm-Ring 34 48145 Mauritz -
Mitte 10
6 WG Arche Noah
Ambulante Dienste Klarastift
Manfred -von -Richthofen -
Str. 45 48145 Mauritz -
Mitte 12
7 WG Arche Sarah
Ambulante Dienste Klarastift
Manfred -von -Richthofen -
Str. 45 48145 Mauritz -
Mitte 12
8 WG Mathildenstift
DRK Schwesternschaft Münzstr. 38 48143 Buddenturm 8
9 WG Schulstraße (2)
Diakonie Münster Schulstr. 47 48149 Kreuz 10 /8
Gesamt 10 2
Planung/Bau
DRK, ehem. Winkhaus -
Gelände Bohlweg 48147 Schlachthof 12
Tabelle 18
wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nac h § 45 SGB XI in Münster-Mitte,
Stand 2015
Nr. Anbieter Straße PLZ Stadtteil
1 Alzheimer Gesellschaft Münste r e. V. Tannenbergstr. 1 48147 Kreuz
2
„Café Auszeit“
Humanitas Pflegedienste GmbH
Standort Münster
Grevener Str. 105 48159 Uppenberg
3
Café Malta
Thomas-Gemeinde
Träger: Malteser Hilfsdienst e.V.
Von-Ossietzky-
Strasse 16 48163 Aaseestadt
4
Doris Pällma nn - Betreuung für Senioren, B e-
gleitung für Angehörige & individuelle Le-
bensberatung
Betreuungsgruppe für demenziell erkrankte
Menschen im Ludwig-Steil-Haus der Gnaden-
kirche
Düesbergweg 102 48153 Düesberg
5 Projekt LichtBlick Josefstr. 4 48151 Josef
32 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Grafik 6
Karte pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Mitte
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 33
5.2 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-West
Der Stadtbezirk Münster-West besteht aus den sechs Stadtteilen Gievenbeck, Sentrup,
Mecklenbeck, Albachten, Roxel und Nienberge. Der St adtteil Sentrup grenzt direkt an den
Stadtbezirk Mitte an und orientiert sich auch in di ese Richtung. Die Stadtteile Albachten,
Roxel und Nienberge liegen im Außenbereich. Gievenbeck ist ein stark wachsender Stadtteil.
Im Stadtbezirk Münster-West sind alle Pflegeformen vertreten. Eine wohnortnahe Betreu-
ungsgruppe für an Demenz erkrankte Menschen nach §4 5 SGB XI wird hier (noch) nicht an-
geboten.
Tabelle 19
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster-West, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 Gievenbeck 92
2 Ev. Alten hilfe zentrum
Meckmannshof Meckmannweg 74 48163 Mecklenbeck 171
3 Fritz-Krüger-Seniorenzentrum Gartenbreie 1 48151 Gievenbeck 81
4 Haus für ältere Mitbürger
Wohnen in Pastors Garten Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 40
5 Seniorenzentrum
Albachten Rottkamp 49 48163 Albachten 66
6 Seniorenzentrum
Martin-Luther-Haus Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 151
Gesamt 601
Tabelle 20
Kurzzeitpflege in Münster-West, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 Gievenbeck 5
2 Ev. Altenhilfezentrum
Meckmannshof Meckmannweg 74 48163 Mecklenbeck 15
3 Haus für ältere Mitbürger
Wohnen in Pastors Garten Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 4
4 Seniorenzentrum
Albachten Rottkamp 49 48163 Albachten 10
5 Seniorenzentrum
Martin-Luther-Haus Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 8
Gesamt 42
Solitäre Kurzzeitpflege
6 Fritz-Krüger-Seniorenzentrum Gartenbreie 1 48161 Gievenbeck 15
Gesamt 15
34 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 21
Tagespflege in Münster-West, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 Gievenbeck 15
2 Ev. Altenhilfezentrum
Meckmannshof
Meckmannweg
74 48163 Mecklenbeck 24
Gesamt 39
Tabelle 22
Ambulant betreute Wohngemeinschaften in Münster-West, Stand 2015
Nr. Wohngemeinschaften Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Hausgemeinschaft Nie n-
berge (2), CBM
Kirmstr. 18/
Gartenstiege 6 48161 Nienberge 7/7
2 Hof Schultmann
Alexianer Stratmannweg 21 48163 Mecklenbeck 12
3
Irmgard Buschmann
Haus (2)/Klarastift Service
GmbH
Am Küchenbusch
15 48161 Gievenbeck 11/8
Gesamt 45
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 35
Grafik 9
Karte pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-West
36 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
5.3 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Nord
Der Stadtbezirk Münster-Nord besteht aus den Stadtt eilen Coerde, Kinderhaus-Ost, Kinder-
haus-West und Sprakel. Bis auf Sprakel grenzen alle Stadtteile an den Stadtbezirk Mitte an.
Der Stadtteil Sprakel verfügt über die größten Fläc hen, diese sind aber ländlicher Struktur
mit dem verhältnismäßig kleinen Ort Sprakel.
Tabelle 23
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster-Nord, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Haus Wilkinghege Wilkinghege 55 48159 Kinderhaus
West 65
2 Papst-Johannes-Paul-Stift Culmer Str. 16 48157 Coerde 72
Gesamt 137
Tabelle
Kurzzeitpflege in Münster-Nord, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Papst-Johannes-Paul-Stift Culmer Str. 16 48157 Coerde 2
Gesamt 2
Tabelle 24
Tagespflege in Münster-Nord, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Papst -Johannes -Paul-Stift Culmer Str. 16 48157 Coerde 15
Gesamt 15
Tabelle 25
Ambulant betreute Wohngemeinschaften in Münster-Nord, Stand 2015
Nr. Wohngemeinschaften Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 WG Josef -Beckmann -Str.,
DRK
Josef -Beckmann -
Straße 5 - 7 48159 Kinderhaus 10
Gesamt 10
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 37
Tabelle 26
wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nac h § 45 SGB XI in Münster-Nord,
Stand 2015
Nr. Anbieter Straße PLZ Stadtteil
1
Café Nostalgie, Betreuungsnachmittag für demenz-
kranke Menschen
Kath. Kirchengemeinde St. Franziskus
Pfarrbezirk St. Norbert
Schneidemühler
Str. 23 48157 Coerde
2
„Miteinander" Betreuungsgruppe für demenziell
erkrankte Menschen in Kinderhaus und Sprakel,
Annette Mandelartz
Kristiansandstr.
70 48159 Kinder-
haus-West
38 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Grafik 10
Karte pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Nord
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 39
5.4 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Ost
Der Stadtbezirk Münster-Ost besteht aus den drei Stadtteilen Mauritz-Ost, Gelmer-Dyckburg
und Handorf. Dieser Stadtbezirk ist sehr ländlich geprägt. Der Stadtteil Mauritz-Ost grenzt an
den Bezirk Mitte, der Kanal bildet die Grenze. Dies er Stadtteil weist durch die Nähe und di-
rekte Anbindung an Münster-Mitte noch städtische St rukturen auf und die Orientierung der
Bewohnerinnen und Bewohner richtet sich auch vorwie gend auf die Innenstadt aus. Im
Stadtteil Gelmer-Dyckburg finden sich die Orte Gelm er, Sudmühle und Mariendorf. Der
Stadtteil Handorf umfasst neben einem großen Anteil ländlicher Flächen auch den Ort Han-
dorf.
Tabelle 27
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster-Ost, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Ev. Seniorenzentrum
Handorfer Hof Handorfer Str. 24 48157 Handorf 78
Gesamt 78
Tabelle 28
Kurzzeitpflege in Münster-Ost, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Ev. Seniorenzentrum
Handorfer Hof Handorfer Str. 24 48157 Handorf 8
Gesamt 8
Tabelle 29
Tagespflege in Münster-Ost, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 pro.cura Tagespflege Wolbecker Str. 226 48155 Mauritz -
Ost 16
Gesamt 16
Tabelle 30
wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nac h § 45 SGB XI in Münster-Ost,
Stand 2015
Nr. Anbieter Straße PLZ Stadtteil
1 Betreuungsgruppe „Hand in Hand“ Alfersheide 19 48157 Gelmer-Dyckburg
40 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Grafik 7
Karte pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Ost
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 41
5.5 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Südost
Der Stadtbezirk Münster-Südost besteht aus den vier Stadtteilen Gremmendorf-West,
Gremmendorf-Ost, Angelmodde und Wolbeck, wobei einz ig Wolbeck als solitärer Stadtteil
gesehen werden kann. Die anderen drei Stadtteile ge hen ineinander über, ausgenommen
Alt-Angelmodde, welcher mit dörflicher Struktur zwi schen Gremmendorf/Angelmodde und
Wolbeck liegt.
Tabelle 31
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster-Südost, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus Wolbeck Münsterstr. 24 b/c 48167 Wolbeck 66
2 Kardinal-von-Galen-Stift Clemens -August -
Platz 8a 48167 Angelmodde 66
Gesamt 132
Tabelle 32
Kurzzeitpflege in Münster-Südost, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus Wolbeck Münsterstr. 24 b/c 48167 Wolbeck 4
2 Kardinal-von-Galen-Stift Clemens -August -
Platz 8a 48167 Angelmodde 4
Gesamt 8
Tabelle 33
Tagespflege in Münster-Südost, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Achatius -Haus Wolbeck Münsterstr. 48167 Wolbeck 12
2 Tagespflege Akticom Twenhövenweg 18 48167 Angelmodde 12
Gesamt 24
Tabelle 34
Ambulant betreute Wohngemeinschaften in Münster-Südost, Stand 2015
Nr. Wohngemeinschaften Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Haus Elisabeth
Alexianer Herrenstr. 10 48167 Wolbeck 12
2 Villa Kahmann Gremmendorfer
Weg 44 48167 Gremmendorf 11
Gesamt 23
42 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 35
wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nac h § 45 SGB XI in Münster-Südost,
Stand 2015
Nr. Anbieter Straße PLZ Stadtteil
1
„Café Wigbold“ - Betreuungsnac h-
mittag für Demenzkranke
Träger: Kath. Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster und die Alexianer
Haus Heidhorn GmbH
Herrenstr. 17 48167 Wolbeck
2 Gruppe D
Im Haus der Begegnung St. Ida Nachtigallenweg 25 48167 Gremmendorf-
Ost
Grafik 11
Karte pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Südost
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 43
5.6 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
Der Stadtbezirk Münster-Hiltrup besteht aus den fün f Stadtteilen Berg Fidel, Hiltrup-Ost,
Hiltrup-Mitte, Hiltrup-West und Amelsbüren. Der Sta dtteil Berg Fidel grenzt an die Innen-
stadt und erfährt durch die durchgehende Bebauung e ine direkte Anbindung und auch Ori-
entierung der Bewohnerinnen und Bewohner in diese Richtung. Organisatorisch erfolgt diese
verwaltungsseitig allerdings in Richtung Hiltrup. H iltrup selber ist in drei statistische Bezirke
(Stadtteile) auf Grund seiner Größe eingeteilt. Amelsbüren ist von ländlicher Struktur umge-
ben.
Der Stadtbezirk Hiltrup verfügt über eine vielfälti ge Pflegeinfrastruktur, die sich hauptsäch-
lich im Ortsteil Hiltrup vorfindet. Der Schwerpunkt liegt hier im vollstationären Pflegebe-
reich.
Tabelle 36
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster-Hiltrup, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Alexianer - Haus Heidhorn Westfalenstr. 490 48165 Amelsbüren 52
2 Alexianer - Haus Thomas Alexianerweg 8 48163 Amelsbüren 54
3 Altenhilfezentrum der Mission s-
schwestern - Haus Franziska Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-Mitte 60
4 Marienheim An der Alten Kirche 5 48165 Hiltrup-Mitte 83
5 Meyer-Suhrheinrich-Haus Marktallee 42 48165 Hiltrup-Mitte 42
6 Seniorenzentrum Haus Simeon Am Berg Fidel 70 48153 Berg-Fidel 149
Gesamt 440
Tabelle 37
Kurzzeitpflege in Münster-Hiltrup, Stand 2015
eingestreute Kurzzeitpflege
Nr Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Alexianer - Haus Heidhorn Westfalenstr. 490 48165 Amelsbüren 6
2 Alexianer - Haus Thomas Alexianerweg 8 48163 Amelsbüren 4
3 Marienheim An der Alten Kirche 5 48165 Hiltrup -Mitte 1
4 Seniorenzentrum Haus Simeon Am Berg Fidel 70 48153 Berg-Fidel 8
Gesamt 19
Solitäre Kurzeitpflege
Nr Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1
Altenhilfe-Zentrum der Missions-
schwestern
Haus Maria
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-Mitte 20
Gesamt 20
44 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 38
Tagespflege in Münster-Hiltrup, Stand 2015
Nr. Einrichtung Straße PLZ Stadtteil Plätze
1 Altenhilfe -Zentrum
St. Clemens Kortumweg 56 48165 Hiltrup -
Mitte 15
Gesamt 15
Tabelle 39
wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nac h § 45 SGB XI in Münster-Hiltrup,
Stand 2015
Nr. An bieter Straße PLZ Stadtbezirk Stadtteil
1 „ Ein Vormittag im Alex-Dorftreff“
Alexianer Münster GmbH Zum Häpper 1 48163 Hiltrup Amelsbüren
2 Gemeinde Cafe
Ev. Gemeindehaus
Leisnerstraße
17/Pater-
Kolbe-Straße
48163 Hiltrup Amelsbüren
Grafik 8
Karte pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 45
6. Zukünftige Entwicklung der Nachfrage von Pflegeleistungen in Münster
Für die zukünftige Entwicklung der Nachfrage stehen als Grundlage die Daten von IT.NRW
mit der Bevölkerungsprognose und den Modellrechnung en zur Entwicklung der Pflegebe-
dürftigkeit in NRW (Auswirkungen des demografischen Wandels, Modellrechnungen zur
Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in NRW, Statist ische Analysen und Studien, Band 76,
2013 (IT.NRW)) zur Verfügung. Zur Auswirkung der de mografischen Entwicklung steht vom
städtischen Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung die kleinräumige Be-
völkerungsprognose zur Verfügung (s. Anlage). Die B evölkerungsentwicklung von IT.NRW
berücksichtigt die Bewohnerinnen und Bewohner mit E rstwohnsitz, die münstersche Bevöl-
kerungsprognose berücksichtigt auch die Bewohnerinnen und Bewohner mit Zweitwohnsitz,
lässt aber Aussagen auf kleinere Bezugsräume zu. In der Anlage dieses Pflegebedarfsplans
sind Informationen aus der Bevölkerungsprognose der Stadt Münster zur Information beige-
fügt. Eine Anwendung der altersbezogenen Daten wird in diesem Pflegebedarfsplan noch
nicht vorgenommen.
Für die zukünftige Entwicklung der Pflegebedürftigk eit hat IT.NRW Modellrechnungen
durchgeführt, die räumlich bezogen auf die Kreise u nd kreisfreien Städte bis zum Jahr 2030
erstellt wurden. Die Entwicklung der Pflegebedürfti gkeit wird durch die Bevölkerungsent-
wicklung und das bestehende Pflegerisiko beeinflusst. Für die Modellrechnungen wurden als
Datenbasis die Ergebnisse der Bevölkerungsvorausber echnung und die Statistik der Pflege-
versicherung verwendet. Bei der Berechnung zu den Pflegestufen ist zu berücksichtigen, dass
die Pflegebedürftigen, die noch keiner Pflegestufe zugeordnet sind, nicht einbezogen wer-
den konnten.
Es wurden zwei Modellrechnungen durchgeführt, eine sogenannte konstante Variante und
eine Trendvariante. Bei der konstanten Variante wird der Fokus ausschließlich auf die demo-
grafischen Veränderungen gelegt und ein gleichbleibendes Pflegerisiko unterstellt. Basis sind
die alters- und geschlechtsspezifischen Pflegehäufi gkeiten (Pflegequoten) der Jahre 2007,
2009 und 2011, die konstant auf den gesamten Berech nungszeitraum bis 2030 angewandt
werden. Die Trendvariante geht dagegen von einer Ab nahme des Pflegerisikos aus. Basie-
rend auf aktuellen Studien wird angenommen, dass mi t einer steigenden Lebenserwartung
auch eine bessere Gesundheit verbunden sein wird, a lso von einem Anstieg der pflegebe-
dürftigkeitsfreien Lebenszeit auszugehen ist. Für d ie Berechnung der Trendvariante wurde
analog der Steigerung der Lebenserwartung eine Vers chiebung der Pflegequoten durchge-
führt. Beide Modellrechnungen sind als Schätzungen einzustufen, die jedoch keine festste-
henden Ergebnisse voraussagen können.
In der Modellrechnung für Pflegebedürftige nach Geschlecht und Altersgruppen (s. Tabelle
42) zeigt sich insbesondere, dass sich in den Altersgruppen der 80 bis unter 90jährigen und
der über 90jährigen die Anzahl der Pflegebedürftigen nach der konstanten Variante deutlich
erhöht, in der Trendvariante dagegen nur leicht erhöht.
46 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Tabelle 40
Pflegebedürftige in Münster nach Geschlecht und Altersgruppen
Ergebnisse für 2011 und für die Modellrechnungsjahre 2015, 2020, 2025 und 2030
Konstante Variante
2011 2015 2020 2025 2030
Anzahl 1000
Männlich
unter 60 418 0,4 0,4 0,4 0,4
60 bis unter 70 224 0,2 0,3 0,3 0,4
70 bis unter 80 532 0,5 0,5 0,5 0,6
80 bis unter 90 680 0,7 0,9 1,1 1,0
90 und mehr 184 0,3 0,4 0,5 0,7
Weiblich
unter 60 400 0,4 0,4 0,4 0,4
60 bis unter 70 202 0,2 0,3 0,3 0,4
70 bis unter 80 696 0,7 0,7 0,7 0,8
80 bis unter 90 1 791 1,8 2,1 2,3 2,1
90 und mehr 993 1,1 1,3 1,4 1,8
Zusammen 6 120 6,4 7,2 7,9 8,6
Trendvariante
2011 2015 2020 2025 2030
Anzahl 1000
Männlich
unter 60 418 0,4 0,4 0,4 0,4
60 bis unter 70 224 0,2 0,2 0,3 0,3
70 bis unter 80 532 0,5 0,4 0,4 0,5
80 bis unter 90 680 0,7 0,8 0,9 0,9
90 und mehr 184 0,3 0,4 0,5 0,7
Weiblich
unter 60 400 0,4 0,4 0,4 0,4
60 bis unter 70 202 0,2 0,2 0,3 0,3
70 bis unter 80 696 0,7 0,6 0,6 0,6
80 bis unter 90 1791 1,8 1,8 2,0 1,8
90 und mehr 993 1,1 1,2 1,3 1,7
Zusammen 6 120 6,3 6,5 7,0 7,5
Die Modellberechnungen für die Pflegebedürftigen na ch Geschlecht und Pflegestufe zeigen
in der konstanten Variante sowohl bei den Männern a ls auch den Frauen die größten an-
zahlmäßigen Zunahmen in der Pflegestufe 1 und in ab geschwächtem Umfang auch in den
Pflegestufen 2 und 3. In der Trendvariante verbleib t die Anzahl von Frauen und Männern in
der Pflegestufe 3 bis zum Jahr 2030 sogar gleich, i n den Pflegestufen 1 und 2 werden zah-
lenmäßig Zunahmen erwartet, auch hier die höchste Zunahme in Pflegestufe 1.
Tabelle 41
Pflegebedürftige in Münster nach Geschlecht und Pflegestufe
Ergebnisse für 2011 und für die Modellrechnungsjahre 2015, 2020, 2025 und 2030
Konstante Variante
2011 2015 2020 2025 2030
Anzahl 1000
Männlich
Pflegestufe I 1 179 1,2 1,4 1,6 1,8
Pflegestufe II 670 0,7 0,8 0,9 1,0
Pflegestufe III 179 0,2 0,2 0,2 0,3
Weiblich
Pflegestufe I 2 347 2,4 2,7 2,9 3,1
Pflegestufe II 1 239 1,4 1,5 1,6 1,8
Pflegestufe III 481 0,5 0,5 0,6 0,6
Zusammen 6 095 6,4 7,2 7,9 8,6
Trendvariante
2011 2015 2020 2025 2030
Anzahl 1000
Männlich
Pflegestufe I 1 179 1,2 1,3 1,4 1,5
Pflegestufe II 670 0,7 0,7 0,8 0,9
Pflegestufe III 179 0,2 0,2 0,2 0,2
Weiblich
Pflegestufe I 2 347 2,4 2,4 2,6 2,7
Pflegestufe II 1 239 1,4 1,4 1,5 1,6
Pflegestufe III 481 0,5 0,5 0,5 0,5
Zusammen 6 095 6,3 6,5 7,0 7,5
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 47
In den Modellberechnungen für Pflegebedürftige nach Geschlecht und Art der Pflegeleistung
zeigt sich in der konstanten Variante eine kontinuierliche Zunahme in der ambulanten Pflege
sowohl bei Männer wie auch Frauen gleichermaßen. In der stationären Pflege wird hier bei
den weiblichen Pflegebedürftigen eine stärkere Zuna hme als bei den männlichen Pflegebe-
dürftigen erwartet. In der Trendvariante zeigen sich diese Unterschiede nicht so deutlich.
Tabelle 42
Pflegebedürftige in Münster nach Geschlecht und Art der Pflegeleistung
Ergebnisse für 2011 und für die Modellrechnungsjahre 2015, 2020, 2025 und 2030
Konstante Variante
2011 2015 2020 2025 2030
Anzahl 1000
Männlich
ambulante Pflege 550 0,6 0,7 0,8 0,9
stationäre Pflege 537 0,6 0,7 0,8 0,9
Pflegegeld-
empfänger 951
0,9 1,0 1,1 1,2
Weiblich
ambulante Pflege 1 136 1,2 1,3 1,4 1,5
stationäre Pflege 1 743 1,9 2,2 2,3 2,5
Pflegegeld-
empfängerinnen 1 203
1,2 1,3 1,4 1,5
Zusammen 6 120 6,4 7,2 7,9 8,6
Trendvariante
2011 2015 2020 2025 2030
Anzahl 1000
Männlich
ambulante Pflege 550 0,6 0,7 0,7 0,8
stationäre Pflege 537 0,6 0,6 0,7 0,8
Pflegegeld-
empfänger 951
0,9 0,9 1,0 1,1
Weiblich
ambulante Pflege 1 136 1,2 1,2 1,2 1,3
stationäre Pflege 1 743 1,9 1,9 2,0 2,2
Pflegegeld-
empfängerinnen 1 203
1,2 1,0 1,3 1,3
Zusammen 6 120 6,3 6,5 7,0 7,5
48 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
7. Pflegebedarfsfeststellung 2016 - 2019
Für die Ermittlung des erforderlichen Pflegebedarfs für die stationäre Pflege werden die vor-
handenen Pflegeplätze in Münster, die städtische Be völkerungsprognose und die Modell-
rechnungen zur zukünftigen Entwicklung der Nachfrag e nach Pflegeleistungen (s. Kap. 7)
gegenüber gestellt. Die Modellrechnungen von IT.NRW zur Entwicklung der Pflegebedürftig-
keit gehen in der konstanten Variante von einer gle ichbleibenden Entwicklung aus, in der
Trendvariante von einer Verzögerung der Pflegebedür ftigkeit durch längere Gesundheit bei
zunehmendem Alter und damit einhergehend einem geri ngeren Anstieg des Bedarfs und
einer Verschiebung zur Professionalisierung der Pflege zu Hause und Nutzung von ambulan-
ten Hilfs- und Pflegeangeboten (Ambulantisierung).
Als Modellrechnung wurde in der Pflegebedarfsfeststellung 2015 – 2018 die konstante Vari-
ante als Berechnungsbasis ausgewählt. In der hier n un vorgelegten Ermittlung des künftigen
Pflegebedarfs für 2016 – 2019 wird die Trendvariant e zu Grunde gelegt, da sich Münster für
eine Stärkung der Pflege zu Hause ausgesprochen hat und im Rahmen der altengerechten
Quartiersentwicklung Strukturen und Angebote schaff en will, die dies vermehrt ermögli-
chen. Zudem sollen neue Wohn- und Pflegearrangement s entwickelt werden, die auch eine
umfassende Pflege ermöglichen, somit individuell eine vollstationäre Pflege vermeiden, und
im Gesamtkontext das tatsächliche Eintreten der Trendvariante unterstützten.
Eine weitere Basis für die Bedarfsermittlung bietet die Belegungsrate der Einrichtungen. Bei
einer Auslastung von 98 % wird von einer Vollauslas tung ausgegangen. Für den Pflegebe-
dürftigen soll eine Wahlmöglichkeit aus unterschied lichen Pflegeangeboten auch unter-
schiedlicher Einrichtungen bestehen.
Tabelle 43
Auslastung in vollstationären Pflegeeinrichtungen in %
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10. ∅∅ ∅∅
2011 93,9 97,0 97,3 95,6 96,0
2012 93,6 96,3 96,8 96,7 95,9
2013 96,0 96,0 93,7 95,5 95,3
2014 96,7 95,7 96,5 95,8 96,2
2015 96,7 96,2 96 ,4 96,5 96,5
Quelle: eigene Erhebung
Ergänzt wird die Auslastungsquote durch die Meldequote von freien Plätzen an das Infobüro
Pflege des Sozialamtes im Gesundheitshaus. Hier können freie Plätze zur Vermittlung gemel-
det werden, es erfolgt ergänzend eine zweimal wöche ntliche Abfrage. Da die Meldung der
freien Plätze nicht verpflichtend ist und sie auch nicht von allen Einrichtungen genutzt wird,
kann sie nur ergänzend zur Bewertung herangezogen w erden. Dennoch stehen im Durch-
schnitt rund 45 Plätze monatlich zur Vermittlung zu r Verfügung. Auf Anfragen nach Pflege-
plätzen konnten immer unterschiedliche Einrichtungen mit freien Plätzen benannt werden.
Für die weitere Bedarfsermittlung muss berücksichtigt werden, dass freie Plätze nicht immer
wiederbelegt werden können, weil teilweise das Pers onal nicht in erforderlichem Umfang
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 49
vorhanden ist. Neben der Ausweitung des Pflegeangebotes (sowohl ambulant als auch stati-
onär) stellt der Mangel an Fachkräften schon jetzt eine wesentliche und zunehmende Her-
ausforderung dar.
Die Modellberechnungen von IT.NRW besagen für Münster nach der konstanten Variante für
2015 einen Bedarf von 2.500 Plätzen für stationäre Pflege, für 2020 einen Anstieg auf 2.900
Plätze. Die Modellberechnung Trendvariante sagt für 2015 einen Bedarf von 2.500 Plätzen
für stationäre Pflege und für 2020 ebenfalls einen Bedarf von 2.500 Plätzen aus. Demgegen-
über stehen in Münster aktuell 2.646 Plätze in der stationären Pflege zur Verfügung, dazu
kommen noch 180 Tagespflegeplätze und 76 Kurzzeitpflegeplätze (solitär).
Tabelle 44
Bedarfsermittlung für umfassende Pflege
Jahr
Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen aus der
Pflegeversicherung in Münster
Einwohner/
-innen Gesamt davon
stationäre Pflege
davon ambu-
lante Pflege
Pflegegeld-
empfänger/innen
IST
2009 275 543 5,6 2 130 1 534 1 909
2011 279 803 6,1 2 280 1 686 2 15 4
2013 293 170 6,6 2 365 1 941 2 322
Trend -PROGNOSE (in Tausend )
2015 6,3 2,5 1,8 2,1
2020 6,5 2,5 1,9 1,9
2025 7,0 2,7 1,9 2,3
2030 7,5 3,0 2,1 2,4
Datenquelle IT.NRW
Unter Zugrundelegung der Trendvariante für die Jahr e 2016 – 2019 zeigt sich, dass das vor-
handene vollstationäre Pflegeangebot in Münster mit aktuell 2.646 vollstationären Plätzen
(plus 180 Plätze Tagespflege und 76 Plätze solitäre Kurzzeitpflege) in Münster bis 2019 in
ausreichendem Umfang vorhanden ist. Dies wird unter stützt durch die Auslastungsquote,
wonach mit einer Auslastung von 96,5 % im Jahresdur chschnitt 2.553 vollstationäre Plätze
belegt sind und damit rund 90 Plätze zur Verfügung stehen. Eine Wahlfreiheit der Pflegebe-
dürftigen zwischen unterschiedlichen vollstationäre n Einrichtungen ist in ausreichendem
Maß gegeben. Somit besteht derzeit kein zusätzliche r Bedarf an neuen vollstationären Ein-
richtungen.
50 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
8. Ausblick
Mit dem vorliegenden Pflegebedarfsplan für die Jahre 2016 – 2019 wird die Berechnung be-
zogen auf die gesamte Stadt Münster vorgelegt. Die Darstellung der vorhandenen Angebote
wird hier erstmals auf die Stadtbezirke bezogen dargestellt, von der Ermittlung eines rechne-
rischen Pflegebedarfs auf Stadtbezirksebene wird aber vorerst abgesehen. Die gesamtstädti-
sche Bedarfsermittlung zeigt aktuell für die Jahre 2016 – 2019 keinen weiteren Bedarf an
neuen Einrichtungen mit vollstationären Plätzen auf . Wie aber die stetig zunehmende Aus-
lastungsquote zeigt und auch der Trend über die zu planenden drei Jahre hinaus, wird zah-
lenmäßig der Bedarf an umfassender Pflege analog des demografischen Wandels zunehmen.
Wenn dieser Bedarf festgestellt wird, ist seitens d er Stadt Münster eine Ausschreibung für
ein diskriminierungsfreies Vergabeverfahren erforde rlich (APG DVO). Daher ist es erforder-
lich, bereits in den nächsten Jahren in Vorbereitun g hierzu Modelle alternativer Wohn- und
Pflegearrangements und Einrichtungen mit flexiblen Angeboten zu entwickeln.
In der Weiterentwicklung des Pflegebedarfsplans ist die Einbindung des Masterplans alten-
gerechte Quartiere für Münster, der derzeit erstell t wird, vorgesehen. Die Pflegebedarfspla-
nung der kommenden Jahre soll kleinräumigere Betrac htungen einbeziehen und im Weite-
ren dann auch die Einbindung der Pflege mit allen S ektoren in die altengerechte Quartiers-
entwicklung. Auch spezifische Bedarfe wie Geschlech t, Konfession, Migrationsgeschichte
sollen differenziert betrachtet werden. Auf dieser Basis sollen komplementäre Hilfen, alter-
native Wohn- und Pflegeformen, zielgruppenspezifisc he Angebote unter Einbezug der örtli-
chen Infrastruktur weiter- und neuentwickelt werden . Hierbei ist auch die Mitwirkung der
Seniorinnen und Senioren als auch der vor Ort aktiv en Akteure wichtig. Eine gute Basis bil-
den die jetzt schon in vielen Stadtbezirken und /oder Stadtteilen tätigen Arbeitskreise „Älter
werden in Münster“, die gemeinsam von der Kommunale n Seniorenvertretung und den
Wohlfahrtsverbänden moderiert werden. Ein Produkt d ieser Arbeitskreise sind stadtteilori-
entierte Broschüren mit den Angeboten vor Ort für älter werdende Menschen.
Bereits jetzt gibt es einen zunehmenden Bedarf an ambulant verfassten Wohn- und Pflegear-
rangements, mit denen eine umfassende Pflege gesich ert werden kann. Hierzu eignen sich
u. a. anbieterverantwortete Wohngemeinschaften oder andere Wohnformen, die mit einer
umfassenden Pflege- und Unterstützungsstruktur eine umfassende Versorgungssicherheit
bieten. Dabei soll auch dem Wunsch des Großteils de r Menschen Rechnung getragen wer-
den, auch bei Pflege- und Unterstützungsbedarf in i hrer eigenen Häuslichkeit – ob alleine
oder in einer gemeinschaftlichen Wohnform mit entsp rechenden Pflege- und Unterstüt-
zungsleistungen – wohnen bleiben zu können.
Die für ein lebenslanges Wohnen im Quartier wichtig e Infrastruktur, die auch eine Versor-
gungsicherheit bei Pflegebedarf ermöglicht, soll in Zusammenarbeit der Träger und Anbieter
von Gütern wie Dienstleistungen, der bürgerschaftli chen Akteure und der Stadt vor Ort ge-
staltet werden.
Darüber hinaus müssen die weiteren Auswirkungen des steigenden Pflegebedarfs auf den
gesamten Sektor Pflege erörtert werden. So werden die bereits jetzt bestehenden Probleme
des fehlenden Pflegepersonals sich noch drastischer auswirken. Daher gilt es, sich auch die-
sem Bereich angefangen beim Image der Altenpflege ü ber die Ausbildung bis hin zum Ar-
beitsmarkt offensiv zu widmen.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 51
Anlage 1
Beratung des Kommunalen Pflegebedarfsplans für Münster 2016 – 2019
in der Sitzung der Konferenz Alter und Pflege am 18.02.2016 (Bericht/Votum)
Die kommunale Konferenz Alter und Pflege Münster st immt dem vorgelegten Kommunalen
Pflegebedarfsplan für Münster 2016 – 2019 zur Fests tellung des Pflegebedarfs im stationä-
ren Bereich zu.
Die Kommunikation der festgestellten Bedarfe und da s Auswahlverfahren und die Entschei-
dungskriterien für den Fall, dass mehrere Träger In teresse anzeigen, sollen im weiteren Ver-
lauf entwickelt und transparent dargestellt werden.
Die Pflegekonferenz unterstützt den sukzessiven Aus bau der Pflegebedarfsplanung unter
Berücksichtigung der UN-Behindertenrechtskonvention in den kommenden Jahren. Dieser
wird den gesamten Pflegesektor in den Blick nehmen, womit auch die Pflege zu Hause mit
oder ohne professionelle Unterstützung einbezogen w ird. Alternative Wohn- und Pflegefor-
men sollen quartiersbezogen entwickelt werden und u nter Einbezug der Strukturen in den
Quartieren mit Nachbarschaft, Initiativen und Organ isationen in die Quartiersentwicklung
implementiert werden. Dabei sind die Belange ältere r Menschen, Menschen mit Behinde-
rungen und ihre Angehörigen einzubeziehen. Vorhande ne Pflegeeinrichtungen wollen und
sollen in diesen Prozess einbezogen werden.
Alle an der Bildungsarbeit und an der Diskussion um Wohn-/Pflege- und Betreuungskonzepte
sowie deren Finanzierung Beteiligte müssen zusammen Vielfalt, Nachhaltigkeit, Personalbe-
darf und Finanzierbarkeit in einen gemeinsamen Rahm en setzen. Hinzukommen müssen
unumgänglich Strategien zur Darstellung der Wichtigkeit und zur Steigerung der Attraktivität
pflegerischer Berufe.
An erster Stelle soll die Frage stehen: Was wollen die Menschen? Diese Frage wird sowohl an
die Pflegebedürftigen, die Angehörigen und die Pfle genden in allen Pflegeformen gestellt,
aber auch an die noch nicht Pflegebedürftigen, damit für die Zukunft an die Bedürfnisse und
Wünsche der Menschen angepasste Wohn- und Pflegefor men entwickelt und aufgebaut
werden können, in der sich Pflegebedürftige und Pflegende gut aufgehoben fühlen.
52 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Anlage 2
Entwicklung der älteren Bevölkerung in Münster
Die vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung durchgeführte Be-
völkerungsprognose bis 2030 wurde zum 30.06.2014 aktualisiert
Stadt Münster - Amt für Stadtentw icklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
0 1 000 2 000 3 000 4 000
99
96
93
90
87
84
81
78
75
72
69
66
63
60
57
54
51
48
45
42
39
36
33
30
27
24
21
18
15
12
9
6
3
0
0 1 000 2 000 3 000 4 000
1
3
5
7
9
1 1
1 3
1 5
1 7
1 9
2 1
2 3
2 5
2 7
2 9
3 1
3 3
3 5
3 7
3 9
4 1
4 3
4 5
4 7
4 9
5 1
5 3
5 5
5 7
5 9
6 1
6 3
6 5
6 7
6 9
7 1
7 3
7 5
7 7
7 9
8 1
8 3
8 5
8 7
8 9
9 1
9 3
9 5
9 7
9 9
1 0 1
Alter
Männer Frauen
Bestand 31.12.2013
Prognose 2020
Einwohnerzahl, absolut
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019 53
Wohnberechtigte Bevölkerung über 70 Jahre nach Altersgruppen in der Stadt Münster
1995 bis 2020 (Differenzen in den Summen durch Runden)
Jahre
jew. 31.12.
Wohnberechtigte B e v ö l k e r u n g in der Stadt Münster
insgesamt darunter im Alter von ... bis unter ... Jahre
70 - 75 75 - 80 80 - 85 85 - 90 90 u. ä.
IST
1995 279 632 10 590 6 290 6 336 3 424 1 368
2000 279 461 11 061 8 946 4 789 3 805 1 776
2005 278 925 10 698 9 497 6 881 3 065 2 065
2010 285 180 13 858 9 529 7 590 4 589 2 018
2011 296 440 14 124 10 036 7 592 4 703 2 252
2012 296 536 13 715 10 671 7 471 4 802 2 376
2013 298 518 13 301 11 425 7 275 5 018 2 525
PROGNOSE
2014 300 893 12 676 12 041 7 523 5 241 2 746
2015 303 787 11 459 12 515 7 850 5 424 2 992
2016 305 633 10 778 12 761 8 318 5 501 3 248
2017 307 190 10 660 12 422 8 892 5 530 3 463
2018 308 581 10 557 12 102 9 518 5 510 3 740
2019 309 834 10 819 11 574 10 028 5 708 3 948
2020 310 995 11 632 10 520 10 422 5 967 4 149
Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Quelle: Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung
7 415
6 620
4 557
3 421
2 015
6 336 6 071 6 339
3 951
3 069
5 886
4 805
2 718
1 597
510
5 297
4 449
4 083
2 016
1 080
0
1 000
2 000
3 000
4 000
5 000
6 000
7 000
8 000
70 - 75 75 - 80 80 - 85 85 - 90 90 u.ä.
Altersgruppen
Bevölkerungsprognose Stadt Münster 2013 bis 2020
Altersgruppen ab 70 Jahre 2013 und 2020 nach Geschlecht
Frauen 2013 Frauen 2020 (Prognose) Männer 2013 Männer 2020 (Prognose)
54 Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 2016 - 2019
Entwicklung der Bevölkerung 2013 - 2020 ab 60 Jahren in Stufen
von 5 Altersjahren (absolut, relativ)
(Differenzen in den Summen durch Runden)
Alters-
gruppen
Bevölkerung insgesamt
31.12.2013
(Bestand)
31.12.2020
(Prognose)
Differenz zu 2013
absolut in %
60 - <65 J. 14 849 18 027 3 178 21,4
65 - <70 J. 11 138 14 595 3 457 31,0
70 - <75 J. 13 301 11 632 -1 669 -12,5
75 - <80 J. 11 425 10 520 - 905 -7,9
80 - <85 J. 7 275 10 422 3 147 43,3
85 - <90 J. 5 018 5 967 949 18,9
90 J. u. ä. 2 525 4 149 1 624 64,3
Quelle: Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und
Verkehrsplanung
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (104)
- Münsterstraße 24b
- Westfalenstraße 490
- Offenbergstraße 19
- Andreas-Hofer-Straße 70
- Krumme Straße 39
- Handorfer Straße 24
- Coerdestraße 56
- Weißenburgstraße 48
- Marktallee 42
- Culmer Straße 16
- Wienburgstraße 60
- Fliednerstraße 17
- Clevornstraße 5
- Alte Dorfstraße 10
- Herrenstraße 10
- Münzstraße 38
- Schulstraße 47
- Augustastraße 28
- Rjasanstraße 21
- Geiststraße 37
- Loerstraße 23
- Wichernstraße 22
- Zumsandestraße 25
- Grevener Straße 105
- Geringhoffstraße
- Wolbecker Straße 140b
- Josefstraße 4
- Sophienstraße 1
- Nordstraße 66
- Kirchstraße 6
- Brockmannstraße 62
- Hammer Straße 213
- Windthorststraße 7
- Piusallee 194
- Zuhornstraße 26
- Tannenbergstraße 1
- Kirmstraße 18
- Alexianerweg 8
- Südlohnweg 1
- Mauritz-Lindenweg 61
- Clemens-August-Platz 8a
- Düesbergweg 143
- Pottkamp 25
- Bohlweg 5
- Rottkamp 49
- Hohenzollernring 30
- Toppheideweg 9
- Rüschhausweg 149
- Gremmendorfer Weg 26
- Schlossplatz 22
- Letterhausweg 103
- Tibusplatz 6
- Krögerweg 14
- Kriegerweg 481
- Bonnenkamp 28
- Eichenweg 11a
- Hansaplatz
- Twenhövenweg 18
- An der Alten Kirche 5
- Am Berg Fidel 70
- Am Küchenbusch 15
- Zum Häpper 1
- Scharnhorststraße 4
- Sankt-Mauritz-Freiheit 52
- Kaiser-Wilhelm-Ring 34
- Josef-Beckmann-Straße 5
- Hanses-Ketteler-Straße 2
- Dirk-von-Merveldt-Straße 47
- Gustav-Stresemann-Weg 62
- An den Loddenbüschen 77
- Prins-Claus-Straße 34
- Mecklenbecker Straße 133
- Christoph-Bernhard-Graben 21
- Von-Ossietzky-Straße 16
- Schneidemühler Straße 23
- Pater-Kolbe-Straße
- Manfred-von-Richthofen-Straße 45
- Kristiansandstraße 70
- Ostmarkstraße 9
- Hittorfstraße 10
- Idenbrockplatz 21
- Leisnerstraße 17
- Klosterstraße 75
- Prozessionsweg 54
- Alt Angelmodde
- Nachtigallenweg 25
- Meckmannweg 74
- Gartenbreie 1
- Wilkinghege 55
- Taubenstraße 12
- Gartenstiege 6
- Stratmannweg 21
- Kanalstraße 30
- Coerdestiege 71
- Alfersheide 19
- Pluggendorf 138
- Kinderhaus 10
- Kortumweg 56
- Merkureck 14
- Feldstiege 100
- Lühnstiege 2
- Düesberg 123
- Osttor 74
- Neutor
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0205/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.03.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37