1786/2024
Lebenswerte Veedel - Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln - Schwerpunktthema "Kinder- und Jugendgesundheit"
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Anlage 1 - Top 6.1 Auszug aus dem Beschlussprotokoll
526 Zeichen
Geschäftsführung Gesundheitsausschuss Frau Niemeyer Telefon: (0221) 221 23820 Fax: (0221) E-Mail: Sabine.Niemeyer@STADT- KOELN.DE Datum: 06.11.2024 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 27. Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 29.10.2024 öffentlich 6.1 Lebenswerte Veedel - Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln - Schwerpunktthema "Kinder- und Jugendgesundheit" 1786/2024 Die Vorlage soll dem Sportausschuss und dem Schulausschuss zur Verfügung ge- stellt werden. Zur Kenntnis genommen.
Mitteilung Ausschuss
12811 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
V/V/3
Vorlagen-Nummer 22.07.2024
1786/2024
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 29.08.2024
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 02.09.2024
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 05.09.2024
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 05.09.2024
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 09.09.2024
Gesundheitsausschuss 10.09.2024
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 16.09.2024
Jugendhilfeausschuss 17.09.2024
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 19.09.2024
Bezirksvertretung 7 (Porz) 19.09.2024
Lebenswerte Veedel - Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln -
Schwerpunktthema "Kinder- und Jugendgesundheit"
1. Hintergrund
Im 1. Kölner Lebenslagenbericht 2020 sowie auch im Bericht1 über die Kinder- und
Jugendgesundheit in Köln wurde deutlich, dass die gesundheitliche Lage von Kindern
und Jugendlichen insgesamt nicht zufriedenstellend ist und zudem die Lage der Kin-
der und Jugendlichen, die in den Kölner Sozialraumgebieten leben, im Vergleich zum
gesamtstädtischen Durchschnitt noch schlechter ist:
37% der Erstklässler haben kein naturgesundes Gebiss. 11% der Kinder sind überge-
wichtig. Schätzungsweise 22.000 Kinder und Jugendliche der Altersgruppe von sieben
bis 17 Jahren weisen potenziell eine psychische Störung oder eine Verhaltensstörung
auf. Geschätzt werden rd. 10.500 Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsumverhalten
und 6.500 jugendliche „Rauschtrinker“. Die geschätzte Zahl der riskanten Cannabis-
Konsument*innen steigt.
1 Kinder- und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018
2
Der Bildungstand, der Beruf und die Einkommenssituation sowie das Gesundheitsver-
halten der Eltern beeinflussen unmittelbar den Gesundheitszustand der Kinder. Kinder
und Jugendliche aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischen Status weisen
im Allgemeinen einen schlechteren Gesundheitszustand auf. Nachfolgender Vergleich
der gesundheitlichen Lage in den Sozialraumgebieten zum gesamtstädtischen Durch-
schnitt:
Indikator (in %)
Kinder …
Stadt Köln* in Sozialraumgebieten*
… mit Übergewicht 10,7 zwischen 4,7% und 23,8%
… mit U8-Teilnahme 94,4 zwischen 87% und 93%
… mit auffälligem Entwicklungsstand 28,4 zwischen 16,9% und 51,9%
… ohne naturgesundes Gebiss 41,2 zwischen 29% und 71,1%
* Kinder- und Jugendgesundheit in Sozialraumgebieten – Kinder- und Jugendgesund-
heitsbericht (2018)
Der Verwaltungsvorstand hat deshalb am 25.02.2020 den Auftrag erteilt, im Rahmen
des Programms Lebenswerte Veedel das Thema Kinder- und Jugendgesundheit
schwerpunktmäßig zu bearbeiten.
2. Entwicklung von Zielen und Strategien zur Verbesserung der Kinder- und Ju-
gendgesundheit in den Sozialraumgebieten
Gemäß dem Steuerungsverständnis der integrierten, strategischen Sozialplanung sol-
len aufbauend auf den Ergebnissen der Analyse im zweiten Schritt Ziele gebildet und
Strategien zur Zielerreichung entwickelt werden.
3
2.1 Strategische Ziele und Teilziele
Das strategische Ziel lautet: „Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und so-
zioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert“2.
Das strategische Ziel korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven
2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP):
KP Ziel 5.1: Köln fördert Bewegung und Sport.
KP Ziel 5.2: Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung. Gesund-
heitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen.
MP Ziel G1: Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung
ist für alle Menschen erreichbar.
2.2 Überprüfung und Weiterentwicklung bestehender Strategien
2.2.1 Der Prozess
Im Rahmen des kooperativen Ansatzes der integrierten Sozialplanung wurden im Jahr
2021 zwei Veranstaltungen mit über 150 Expert*innen aus Kitas, Grundschulen, Kin-
derärzt*innen, Psycholog*innen, Psychiater*innen, Fachämtern, den Sozialraumkoor-
dinator*innen, freien Trägern der Wohlfahrtspflege und weitere Akteur*innen aus den
Sozialraumgebieten durchgeführt. Den Teilnehmenden wurden die o. g. Ergebnisse
der Analyse vorgestellt und der Frage nachgegangen, wo strategische Ansatzpunkte
zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit gesehen werden.
Im Ergebnis wurden drei Strategien herausgearbeitet:
Verbesserung der Information und Vernetzung von Angeboten/Einrichtun-
gen/Diensten und Akteur*innen (im Folgenden „Information/Vernetzung“)
2 Mit der Vorlage 4069/2022 hat der Rat die strategischen Ziele und Teilziele am 21.03.2024 beschlos-
sen. Zu dem hier benannten strategischen Ziel werden in der Anlage 1 konkrete Teilziele benannt.
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Es wurde festgestellt, dass sich viele Netzwerke auf unterschiedlichen Ebenen
mit dem Thema Kinder- und Jugendgesundheit beschäftigen. Wichtig ist hier,
voneinander zu wissen, um voneinander lernen zu können und Synergien zu
schaffen.
Verbesserung der Zugänge zu Angeboten/Einrichtungen/Diensten sowie Ver-
besserung der Übergänge zwischen den Angeboten/Einrichtungen/Diensten
(im Folgenden „Zugänge/Übergänge“)
Es wurde festgestellt, dass der (fallbezogene) Informationsfluss zwischen den
Einrichtungen und Diensten oftmals nicht ausreichend funktioniert und insbe-
sondere für spezielle Zielgruppen Zugangsbarrieren bestehen.
Verbesserung der Beteiligung Betroffener u. a. zur Verbesserung von Ange-
botsstrukturen (im Folgenden „Beteiligung“)
In den Blick gefasst werden sollte hier insbesondere die Bedarfsgerechtigkeit
von Angeboten aus Sicht der Nutzenden.
Auf dieser Basis wurde dann eine Online-Umfrage konzipiert. Gefragt wurde nach der
Umsetzung der o. g. Strategien sowohl in den eigenen Einrichtungen als auch im je-
weiligen Sozialraumgebiet. Die Befragung wurde in allen 15 Sozialraumgebieten an
Vertreter*innen von Angeboten/Einrichtungen/Diensten verschickt (N=1.250). 406 Ver-
treter*innen haben geantwortet, was einer sehr guten Rücklaufquote 33% entspricht.
Die Ergebnisse der Online-Umfrage wurden in insgesamt zehn Sozialraumkonferen-
zen vorgestellt (da in Kalk, in Ehrenfeld und z.T. in Mülheim die Konferenzen für meh-
rere Sozialraumgebiete gemeinsam durchgeführt wurden, waren „nur“ zehn Konferen-
zen notwendig). Insgesamt haben an den Sozialraumkonferenzen ca. 275 Vertre-
ter*innen von Angeboten/Einrichtungen/Diensten teilgenommen.
Die Auswertung der Online-Umfrage und der Angaben und Hinweise aus den zehn
Sozialraumkonferenzen (ca. 1.000 Hinweise) wurden kategorisiert und zwar im Hin-
blick auf die Passung
zur jeweiligen Strategie (Information/Vernetzung, Zugänge/Übergänge, Beteili-
gung),
zum jeweiligen Interventionsbereich (Primär-, Sekundär- bzw. Tertiärpräven-
tion3),
zur jeweiligen Handlungsebene, auf der das Thema bearbeitet werden sollte
(Versorgungssystem, Infrastruktur bzw. Arbeitsumgebung von Angeboten/Ein-
richtungen/Diensten sowie Arbeitsabläufe bzw. Prozesse in der Fallbearbei-
tung).
In der folgenden Abbildung ist das dreidimensionale Schema dargestellt, anhand de-
rer die Einzelnennungen eingeordnet wurden:
3 Ziel der Primärprävention ist es, Ursachen von Erkrankungen zu bekämpfen, bevor diese entstehen
(Paragraf 20 bis 24, SGB V). Im Rahmen der Sekundärprävention sollen Krankheiten möglichst früh er-
kannt und das Fortschreiten durch gezielte Behandlungen verhindert werde n (Paragrafen 25 und 26,
SGB V). Die Tertiärprävention dient dazu , den Gesundheitszustand wiederherzustellen, Krankheitsver-
schlechterungen zu vermeiden oder die Folgeschäden einer bereits eingetretenen Erkrankung zu ver-
zögern, zu begrenzen oder ganz zu verhindern (Paragraf 43 SGB V).
5
Am folgenden Beispiel soll das Vorgehen erläutert werden:
6
Die folgende Abbildung soll den Kategorisierungsprozess veranschaulichen:
2.2.2 Die Ergebnisse
Auf der Basis der Kategorisierungen wurden die Einzelnennungen gebündelt und ins-
gesamt 11 Projektskizzen entwickelt. Diese wurden dann hinsichtlich der Bearbei-
tungsmöglichkeiten den Sozialraumgebieten bzw. einer gesamtstädtischen Ebene zu-
geordnet. In den Sozialraumgebieten sollen die folgenden Projekte umgesetzt werden:
Strategie Projektbezeichnung Zielsetzung
Informations-
management/
Vernetzung
adäquate Netzwerkstruktur Gremienstruktur ist geklärt und ggf. op-
timiert
Informations- und Aufklärungs-
arbeit multidiverser Adres-
sat*innengruppe im SRG ver-
bessern
gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist
verbessert (muss noch ausdifferenziert
werden, inkl. Indikatoren für die Zieler-
reichung)
Vernetzung durch Erfahrungs-
austausch/
Hospitationen
Erste Erfahrungen und Hinweise zu
Möglichkeiten von Hospitationen/Erfah-
rungsaustausch sind erprobt
Zugänge Verbesserung der Zugangs-
bzw. Übergangsgestaltung
(fallbezogener) Informationsfluss zwi-
schen Einrichtungen und Diensten ist
verbessert
Zugangsbarrieren für spezielle
Zielgruppen abbauen
Zugangsbarrieren für spezielle Zielgrup-
pen sind minimiert
Stadtweit bearbeitet werden die folgenden Projekte:
7
Strategie Projektbezeichnung (Arbeitstitel) Zielsetzung
Informations-
manage-
ment/
Vernetzung
Informations- und Aufklärungsar-
beit für gesundheitliche Ange-
bote stadtweit verbessern
Informationen über Angebote und
Leistungen von Einrichtungen sind
allen zugänglich und werden für die
Arbeit genutzt
Klärung der Struktur und Strate-
gie der Präventionsaktivitäten
der städtischen Dienststellen
gesundheitliche Aufklärungsarbeit
ist verbessert
Angemessenheit von Angeboten Inhalte und Umfang von Angeboten
insbesondere im therapeutischen
Bereich sind geklärt. Zielgrößen
und Ist-Werte liegen vor.
Zugänge Inklusivität, Armuts-, Kultur- und
Rassismus-Sensibilität von An-
geboten/Einrichtungen/Behörden
erkennen und bearbeiten
Inklusivität, Armuts-, Kultur- und
Rassismus-Sensibilität von Ange-
boten/Einrichtungen/Behörden ist
erhöht
Beteiligung Bedarfsgerechtigkeit von Ange-
boten aus Nutzenden-Sicht
Möglichkeiten zur Erhebung der
Bedarfsgerechtigkeit von Angebo-
ten aus Nutzenden-Sicht sind er-
probt
Beteiligungsmöglichkeiten auslo-
ten
Beteiligungsmöglichkeiten sind für
die unterschiedlichen Angebotsseg-
mente ausgelotet und erprobt
3. Stand der Projekte in den Sozialraumgebieten
Die Projektumsetzung wurde in den Zielvereinbarungen für das Jahr 2023 mit den
Trägern der Sozialraumkoordination vereinbart, wobei in Abhängigkeit der jeweiligen
Situation in den Sozialraumgebieten nicht erwartet wurde, dass die Projekte binnen
Jahresfrist abgeschlossen werden können. Zum Stand Dezember 2023 ergibt sich im
Hinblick auf die sozialraumgebietsspezifischen Projekte der folgende Umsetzungs-
stand:
Projekte der Sozialraumkoor-
dination
Arbeitspakete Projekt-
stand
a) adäquate Netzwerkstruktur 2023: Übersicht aller Netz-
werke/Gremien/AK‘s ist erstellt
bzw. aktualisiert
100%
2024: Pilot zur Bewertung von
Netzwerken
5%
b) Informations- und Aufklä-
rungsarbeit multidiverser Ad-
ressat*innengruppe im SRG
verbessern
2023: Sammlung aller relevanter
Materialien und Methoden
50%
2024: Bewertung der Materialien 0%
c) Vernetzung durch Erfah-
rungsaustausch/Hospitatio-
nen
2023: Kenntnis und Unterstüt-
zungsmöglichkeiten durch die Da-
tenbank in.koeln verbreitern durch
Information in Gremien
80%
8
Projekte der Sozialraumkoor-
dination
Arbeitspakete Projekt-
stand
d) Verbesserung der Zugangs-
bzw. Übergangsgestaltung
Analyse der aktuellen Situation mit
Blick auf best-practice und Schwie-
rigkeiten
25%
e) Zugangsbarrieren für spezi-
elle Zielgruppen abbauen
Zugangsbarrieren sind sozialräum-
lich identifiziert und dokumentiert
60%
Der Umsetzungsstand der sozialraumbezogenen Projekte ist als gut zu bewerten.
Der Sachstand der stadtweit zu bearbeitenden Projekte stellt sich wie folgt dar:
Projekte der Verwaltung Arbeitspakete Projekt-
stand
a) Informations- und Aufklärungsarbeit für ge-
sundheitliche Angebote stadtweit verbessern
Planungsphase 10%
b) Klärung der Struktur und Strategie der Präven-
tionsaktivitäten der städtischen Dienststellen
Planungsphase 10%
c) Angemessenheit von Angeboten Planungsphase 10%
d) Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-
Sensibilität von Angeboten/Einrichtungen/Be-
hörden erkennen und bearbeiten
Planungsphase 10%
e) Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nut-
zenden-Sicht
Planungsphase 10%
f) Beteiligungsmöglichkeiten ausloten Planungsphase 10%
Der Umsetzungsstand der stadtweiten Projekte ist nicht zufriedenstellend. Dies ist
auch auf die nicht vollständig personell ausgestattete Geschäftsstelle zurückzuführen.
4. Ausblick
Im Jahr 2024 wird sowohl an den sozialraumgebietsspezifischen als auch an den
stadtweiten Projekten weitergearbeitet.
Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (12)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1786/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 15.11.2024
- Erstellt
- 03.06.2024 14:25