V/0812/2017
Dauerhafte Installation eines Kunstwerkes von Gerhard Richter in der Dominikanerkirche
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812-2017_A1
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Anlage zur Vorlage V/0812/2017 Realisierung des Kunstwerkes: Kostenübersicht Maßnahme Kostenschätzung Pendel 15.000 € Glaskunst 142.800 € Bodengestaltung 20.000 € Aufhängung Pendel 74.000 € Abbrucharbeiten Altarinsel /Anarbeiten 25.000 € notwendige Dokumentation des Kunstwerkes 25.000 € Einbruchmeldeanlage 20.000 € künstlerische Betreuung durch Atelier Richter 15.000 € Glasabsperrung /-trennung 17.500 € Malerarbeiten 74.000 € Gerüstbauarbeiten 6.000 € Putzarbeiten 25.000 € Verglasung 15.000 € Beleuchtung Kirchenraum und. Elektroinstallation 125.000 € Baunebenkosten pauschal 50.000 € Summe 649.300 € Kosten Realisierung Kunstwerk gerundet 650.000 €
Beschlussvorlage
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V/0812/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Dezernat für Soziales, Integration, Kultur und Sport Amt für Immobilienmanagement Betrifft Dauerhafte Installation eines Kunstwerkes von Gerhard Richter in der Dominikanerkirche Beratungsfolge 10.10.2017 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 10.10.2017 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government Vorberatung 11.10.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 11.10.2017 Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Flächenmanagement Vorberatung 12.10.2017 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Vorberatung 12.10.2017 Kulturausschuss Vorberatung 17.10.2017 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 17.10.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 18.10.2017 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 18.10.2017 Rat Entscheidung I. Sachentscheidung 1. Der Rat der Stadt Münster begrüßt, dass der Küns tler Gerhard Richter bereit ist, ein neues Kunstwerk für den Innenraum der Dominikanerkirche zu konzipieren, umzusetzen und der Stadt Münster zu schenken. Das Kunstwerk besteht aus einem Foucault’sche n Pendel, der gestalteten Bodenfläche unter dem Pendel ( Schwingfläche) und vier paarweise gruppierten, großformatigen Glastafeln. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass lediglich die Kosten für die Herstellung und die Installation des Kunstwerkes durch der Stadt Münster zu tragen sind. 2. Der Rat der Stadt Münster bea uftragt die Verwaltung, die Realisierung und Installation des Kunstwerkes von Gerhard Richter sicherzustellen, und Drittmittel einzuwerben. Vorlagen-Nr.: V/0812/2017 Auskunft erteilt: Frau Dr. Kirkpatrick Herr Tschöpe Herr Meyer Ruf: 492 -4191/-2306/-7057 E-Mail: Kirkpatrick@stadt-muenster.de Tschoepe@stadt-muenster.de MeyerF@stadt-muenster.de Datum: 27.09.2017 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0812/2017 3. Der Rat der Stadt Münster beauftragt die Verwaltung, ein Stiftungsmodell zu entwickeln, welches das für die denkma lgeschützte Dominikanerkirche geschaffene Kunstwerk von Gerhard Richter nachhaltig für die Zukunft sichert und für die Allgemeinheit zugänglich macht. 4. Der Rat der Stadt Münster begrüßt , dass sich durch die künftige Nutzung der Dominikanerkirche als Ausst ellungsraum für das Kunstwerk von Gerhard Richter neue Möglichkeiten für unterschiedliche Veranstaltungsformate im Zentrum der Stadt ergeben. 5. Der Rat der Stadt Münster beauftragt die Verwaltung, ein Sanierungskonzept für die dauerhafte Nutzung der Domini kanerkirche sowie für die erforderliche Infrastruktur als Veranstaltungsort zu erstellen. Zu deren Finanzierung sollen auch Fördermittel des Städtebaus und des Denkmalschutzes beantragt werden. 6. Der Rat der Stadt Münster stellt für die Beaufsichtigung des Kunstwerkes von Gerhard Richter während der Öffnungszeiten der Dominikanerkirche Finanzmittel in Höhe von 25.000 € für den Haushaltsplan 2018 bereit. 7. Der Rat der Stadt Münster stellt die im Zusammenhang mit der Installation entstehenden erforderlichen investiven Finanzmittel in Höhe von 650.000 € zusätzlich für den Haushaltsplan 2018 bereit. Demgegenüber stehen in Aussicht gestellte Drittmittel in Höhe von 600.000 €. II. Finanzielle Auswirkung Die o.g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.-jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0401 Kulturamt Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwendungen 2018 25.000 Teilfinanzplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0111 Immobilienmanagement Investitionsmaßnahme Neu Dominikanerkirche Auszahlungen 2018 650.000 Einzahlungen 2018 600.000 Summe aller Auszahlungen/Saldo Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan -Entwurf 2018 nicht ve r- anschlagt. Sie werden über Veränderungsblätter in die Haushaltsberatungen eingebracht. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung unter dem Vorbehalt steht, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2018 die Haushaltsmittel bereitstellt. - 3 - V/0812/2017 Begründung: Münster gilt mit der anerkannten internatio nalen Sammlung von Kunst im Stadtraum und mit seinen städtischen sowie in der Stadt beheimateten Kunstinstitutionen (Kunsthalle Münster, Westfälischer Kunstverein, Kunstakademie, LWL -Museum für Kunst und Kultur) bereits heute als herausragender Ort für die Produktion, Präsentation und Vermittlung Bildender Kunst der Gegenwart. Die Möglichkeit, ein Kunstwerk von Gerhard Richter zu realisieren, stellt in diesem Zusammenhang eine unschätzbare Ergänzung dar und verleiht dem Profil Münsters als lebendige vielfäl tige Kulturstadt einen weiteren, weltweit wahrzunehmenden Impuls, der allen Menschen, die in Münster leben oder Münster bes u- chen, zugänglich ist. Das Kunstwerk von Gerhard Richter: Schon länger ist es eine Herzensangelegenheit von Gerhard Richter, künstlerisch an der Realisierung eines Foucault‘schen Pendels beteiligt zu sein. Die weder sichtbare noch spürbare und dennoch uns alle beeinflussende Erdrotation in einer mechanischen Versuchsanordnung wahrnehmbar zu machen, ist ein Phänomen, das veranschaulich t wurde durch die Pendelkonstruktion von Léon Foucault im Jahr 1851. Mit diesem Versuch wurde die von Galilei im 17. Jahrhundert und von Newton im 18. Jahrhundert fortgesetzte Beweiskette zugunsten des heliozentrischen Systems geschlossen . So er- kannte der Vatikan erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach der Wiederholung des Foucault‘schen Pendels im Pantheon zu Rom die Erdrotation an, allein deshalb, da es das erste terrestrische s Expe- riment in diesem Zusammenhang war, das ausschließlich auf der Beobacht ung u nseres Planeten basiert. In diesem damit gleichermaßen physikalischen und kulturellen Komplex liegt für Gerhard Richter eine ihm selbst une rklärliche Faszination, die zwischen staunender Beobachtung gegebener Naturgesetze und der Imagination der stetig auf uns einwirkenden Kräfte beruht. In Münster ist mit der Dominikanerkirche ein Ort gefunden, an dem – nach Prüfung des Inst ituts für Kernphysik der Westfälischen Wilhelms -Universität – ein Foucault‘sches Pendel idealerweise insta l- liert werden kann. Ge rhard Richter war auf seiner Suche in Münster nach e inem möglichen Ort von der denkmalgeschützten Kirche im städtischen Besitz sofort begei stert: ein barockes Gebäude, das von 1705 bis 1725 als Klosterkirche für den Dominikanerorden errichtet wurde und das als ein hervor- ragendes Monument im barocken römisch -französischen Hochstil gilt. Die Vierungskuppel, die Sy m- metrie der gesamten Architektur, aber auch die Geschichte der Kirche mit ihren wechselnden Eige n- tumsverhältnissen und Nutzungen, liefern ein facett enreiches Spektrum in der Ineinanderblendung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. An einem vormals sakralen Ort naturwissenschaftl iche Evidenz anzusiedeln, vermag für Gerhard Richter einen besonderen Anreiz darstellen. Für die Vierungskuppel der Dominikanerkirche hat Gerhard Richter ein Kunstwerk konzipiert, das drei Bestandteile umfasst: 1. das Foucault‘sche Pendel, aufgehängt im Scheitelpunkt der Vierungskuppel, 2. vier hochrechteckige, in unterschiedlicher Tonalität spiegelnde Glasflächen, zu zwei Paaren diptychonartig gruppiert und gegenüberliegend befestigt an den das Pendel rahmenden Wänden, 3. ein gestaltetes kreisförmiges Areal unterhalb des Pendels (ca. Ø 400 cm), das die Schwingfläche des Pendels markiert. Der Doppelspiegel besteht aus 2 Glasflächen (600 cm hoch, 134 cm breit und 10 mm stark). Bei e i- nem Abstand von 4 cm zwischen den beiden Flächen ist das Gesamtmaß der Doppelspiegel 600 x 272 cm. Die beiden Doppelspiegel sind mit einem Abstand von ca. 14 – 15 cm zur Wand auf nicht sichtbare Stahlrahmen montiert, so dass die Glasflächen vor der Wand „schweben“. Jede Glasfläche ist rückseitig mit einem von 4 verschiedenen Grautönen ganzflächig emailliert. Die sichtbaren Vorderseiten spiegeln unterschiedlich stark, weil dunkelgraue Töne stärker spiegeln als hellere und weil jede 2. Scheibe mit einer spiegelnden Oberfläche beschichtet ist. In den leicht gewinkelt befestigten Gla sflächen spiegeln sich unterschiedlich die Bewegungen des Pendels, der Kirchenraum und die Besucher. Die Glasflächen greifen einen in Gerhard Richters Werk fortlaufenden Komplex auf, denkt man etwas an die g eschichteten, nahezu skulpturalen Arbeiten aus - 4 - V/0812/2017 Glasscheiben, die Wandinstallation aus farbigem Glas im Berliner Reichstag oder die Spiegelbilder, die in Ausstellungen immer wi eder mit der Malerei kombiniert wurden. Die graue Tonalität kann z u- dem als eine Referenz zu den sogenannten „Grauen Bildern“ von Gerhard Richter ges ehen werden. In den Glasflächen wird die „stumpfe“ Oberfläche der Leinwand insofern verl ebendigt, als dass d ie Besucher/-innen mit ihrer eigenen Reflexion konfrontiert werden. Als ein diffuser, vager Schatten tr e- ten sie in das Bild hinein oder scheinen zumindest auf dessen Oberfläche auf, um von dort als Spi e- gelung in den Raum zurückgeworfen zu werden – Wahrnehmungen, die sich in Nahsicht bei den leicht spiegelnden Materialen in einem undefinierbaren Zwischenraum, zwischen Material und Obe r- fläche verlieren können. So versetzen Pendel und Glasfl ächen letztlich die Besucher/ -innen in ein faszinierendes, nie endendes visuelles Spiel unterschiedlichster Formen der Sichtbarkeit. Die Schwingfläche des Pendels wird in einem Naturstein gearbeitet, der dem Bodenbelag der Kirche angeglichen ist. Die Schwingfläche soll wie eine Intarsie bündig mit dem bestehenden Fußboden im Kirchenschiff schließen. Zudem wird die Schwingfläche in einer Gravurtechnik mit einer von Gerhard Richter gestalteten Skalierung versehen, um die sehr langsame B ewegung des Pendels bzw. der Erdrotation nachvollziehbar zu machen. Für die Herstellung de s Kunstwerkes und die mit dessen Installation erforderlicherweise gleichzeitig mit durchzuführenden Renovierungsarbeiten im Innenraum der Dominikanerkirche entstehen vorau s- sichtlich Kosten in Höhe von 650.000 €, siehe hierzu die als Anlage beigefügte Kostenübersicht. Bereits im Vorfeld sind von Dritten bereits finanzielle Mittel in Höhe von 600.000 € in Aussicht gestellt worden. Nach der Installation des Kunstwerkes ist der Innenraum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für den hierfür erforderliche n Aufsichtsdienst (studentische Hilfskräfte) werden für das Haushaltsjahr 2018 konsumtive Finanzmittel in Höhe von 25.000 € bereitgestellt. Entwicklung eines Stiftungsmodells Gerhard Richter hat sich dazu entschieden, sein Kunstwerk der Stadt Münster zu s chenken. Hierzu muss die Stadt die Bedingungen erfüllen, das Kunstwerk dauerhaft zu erhalten und einen Verkauf auszuschließen. Die Einbringung des Kunstwerks in eine städtische Stiftung würde die Erfüllung di e- ser Bedingungen sicherstellen. Denn die Stiftun gskonstruktion bietet einen Schutz vor anderweitigen Nutzungsüberlegungen oder Verkauf. Zugleich eröffnet sich eine optimale steuerliche Lösung im Z u- sammenhang mit dem Kunstwerk. Durch die Organstellung einer kommunal verwalteten Stiftung bli e- ben die Einflussmöglichkeit und die Letztverantwortlichkeit des Rates gegeben. In diesem Zusammenhang erscheint die Prüfung einer Einrichtung einer städtischen Kultu rstiftung sinnvoll, in die vorbehaltlich der Prüfung das Kunstwerk von Gerhard Richter eingebracht werde n könnte. Diese würde dem Charakter des Kunstwerkes bzw. der im Folgenden geförderten Kunst en t- sprechen. Zugleich sind in der Vergangenheit immer wieder Bürgerinnen und Bürger, aber auch U n- ternehmen an die Stadt bzw. die Kommunalen Stiftungen herangetreten , sich in Form von (Zu - )Stiftungen, Spenden und Sachleistungen für die Kultur in Münster engagieren zu wollen. Die Dominikanerkirche als Denkmal und ihre künftige Nutzung Die Dominikanerkirche, in der das Kunstwerk realisiert werden soll, gehörte ursprünglich zum Domini- kanerkloster, das 1811 im Zuge der Säkularisation aufgehoben und in dessen Folge die Dominik a- nerkirche anschließend vorübergehend profaniert wurde. Bis zum Erwerb der Kirche durch die Stadt Münster vom damaligen Reichsmilitärfiskus im Jahre 1881 wurde sie als „Landwehr - Montierungsdepot“ genutzt und daran anschließend als Schulkirche des städtischen Realgymnas i- ums. Nach schwerer Beschädigung 1944 wurde sie provisorisch ges ichert und in den 1960er Jahren wieder aufgebaut. Seit 1988 stehen die D ominikanerkirche und die Reste des Konvents (Ruine der Südfassade) unter Denkmalschutz. Baukünstlerisch steht das Bauwerk italienischen und französischen Vorbildern der Zeit in nichts nach. Die Westfassade weist mit einer kunstgeschichtlich komplexen Über lagerung aus dem Portal mit d o- rischen Säulenvorlagen und der Wandgliederung mit ionischen und korinthischen Pilastern eine sog. - 5 - V/0812/2017 indirekte dreifache Superposition auf, die die Münsteraner Kirche mit Beispielen in Rom und Paris verbindet. Im Innern handelt es sich um eine dreischiffige, kreuzgratgewölbte Basilika mit zentraler, o ktogonaler Kuppel mit aufgesetzter Laterne, die von schmalen, querhausartigen Seitenräumen begleitet wird. Der Innenraum erhält dadurch sowohl eine Längsausrichtung als auch den Chara kter eines Zentra l- raums. Allen Proportionen der Grundriss - und Höhengliederung des Ganzen, wie der einzelnen J o- che, liegt der Goldene Schnitt zugrunde. Trotz der basilikalen Gliederung wirkt der Innenraum dadurch nicht kirchlich, sondern erinnert eher an R enaissance-Bauten wie die Bibliotheca Laurenzi a- na in Florenz. Die räumliche Komposition ist bei aller Schlichtheit der Architekturelemente von beso n- derer Ausgewogenheit und wirkt zugleich bewegt und anregend. Mit diesen Merkmalen ist die Dom i- nikanerkirche prädestiniert für die Aufnahme des Richterschen Kunstwerks. Mit dem Land Nordrhein -Westfalen (Universitätsverwaltung) wurde im Jahre 1960 ein Vertrag g e- schlossen, wonach sich das Land Nordrhein-Westfalen verpflichtete, die beschädigte Dominikanerkir- che mit allen Anlagen auf eigene Kosten wiederherzustellen und zu unterhalten. Als Gegenleistung wurde dem Land die mietzahlungsfreie Nutzung eingeräumt, solange die Dominikanerkirche als k a- tholische Universitätskirche genutzt wird. Aufgrund des o.g. Vertrages war die Stadt Münster verpflichtet, die Gebäudeverantwortung für die Dominikanerkirche nach der Erklärung des Rektorates der WWU zur Beendigung der Nutzung als katholische Universitätskirche mit Wirkung zum 01.04.2007 zurückzunehmen. Auslöser für die Rüc k- gabe der Dominikanerkirche waren notwendige Sanierungsarbeiten und die Tatsache, dass die WWU mit der Petrikirche bereits über ein katholisches Gotteshaus verfügt. Eine Anschlussvereinbarung konnte nicht geschlossen werden, so dass die Dominikanerkirche bis zum heutigen Zeitpunkt kosten- frei durch die katholisch-theologische Fakultät genutzt wird; wobei allerdings nunmehr die Stadt sämt- liche Kosten (Bauunterhaltung, B etriebs- und Verbrauchskosten etc.) trägt. Diese belaufen sich auf derzeit jährlich 285.000 €. Nutzungsperspektive der Dominikanerkirche Das installative Kunstwerk Gerhard Richters wird von den Besuchern und Besucherinnen als eine offene, gleichermaßen räumlich wie zeitlich bedingte Begegnung mit verschiedenen Elementen e r- lebt. Die daraus entsteh enden vielfältigen Erfahrungen und Erlebnisse g eben einen Impuls für eine Nutzung des Kirchenraumes als Ort für Veranstaltungen. Es liegt im ausdrücklichen Interesse vo n Gerhard Richter, den Raum der Kirche durch sein Kunstwerk nicht zu musealisieren. Sein e Installati- on soll im Zusammenspiel mit der kulturellen Nutzung der Dominikanerkirche stets zugän glich und erfahrbar werden. Durch eine derartige Kombination wird ein Ort im Zentrum der Stadt gescha ffen, in dem sich Kunstgeschichte und Gegenwartskunst/Kul tur begegnen und spannungsvoll in einen Aus- tausch treten. Konkret ermöglicht die Etablierung des Kunstwerkes, die Dominikanerkirche für weitere, an die Bü r- gerschaft als auch Besucher und Besucherinnen der Stadt Münster gewandte Nutzungen fortzuentwi- ckeln. Ziel ist es mit der künftigen Nutzung der Dominikanerkirche einen Mehrwert für die Stadtgesellschaft zu schaffen, eine nachhaltige und dauerhafte Nutzung der Dominikanerkirche zu ermöglichen und eine langfristige Erhaltung des Denkmals zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang sollen ebenfalls energetische Verbesserungen durchgeführt und ein barr i- erefreier Zugang zum Gebäude für die öffentliche Nutzung sichergestellt werden. Die Dominikanerkirche soll künftig für unterschiedlichste Formate genutzt und s omit für eine breite Öffentlichkeit zugänglich werden. So soll es möglich sein, kleine live -Veranstaltungen wie poetry - slams, unplugged-Konzerte oder Jazz-Matineen anzubieten. Auch experimentelle Filmkunst, Vorträge oder kleine klassische Konzerte sollen angeboten werden können. Darüber hinaus entsteht ein neuer Ort für Veranstaltungen und Empfänge, der von der Stadt wie auch von anderen Instituti onen genutzt werden kann und soll. Zur zukünftigen Nutzung soll begleitend in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Architektur in Münster im Rahmen einer Semesterarbeit von Masterstudierenden ein Ideenwettbewerb ausgelobt werden. Dabei sind die Rahmenbedingungen aus dem Denkmalschutz zugrunde zu legen. - 6 - V/0812/2017 Um das künf tige Nutzungskonzept umsetzen zu können, sind insbesondere infrastrukturelle und technische Maßnahmen zur Durchführung von Veranstaltungen erforderlich. Hierzu zählt die Herste l- lung von sanitären Anlagen, aber auch die Schaffung von Lagerflächen. Ferner si nd verschiedene Maßnahmen der Verbesserung der Gebäudetechnik, die auch gleichzeitig eine Verbesserung der energetischen Situation mit sich bringen, als auch akustische Verbesserungsmaßnahmen im Inne n- raum der Kirche anzustreben. Für die dauerhafte Umsetzung der neuen Nutzungsformen muss daher ein Sanierungskonzept für die Dominikanerki rche erstellt werden, welches neben den funktionalen Anforderungen auch die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt. Zur Finanzierung der entst e- henden Kosten sollen insbesondere städtebauliche Förder- sowie Finanzmittel des Denkmalschutzes akquiriert werden. Über das Sanierungs - und Nutzungskonzept wird der Rat der Stadt Münster in e i- ner gesonderten Vorlage entscheiden. I.V. I.V. gez. gez. Cornelia Wilkens Matthias Peck Stadträtin Stadtrat Anlage:
Beratungsverlauf (10)
Beschluss: einstimmig beschlossen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0812/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.09.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37