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V/0882/2005

Weiterentwicklung der Berufskollegs: Errichtungsvorhaben der Berufskollegs in städtischer Trägerscha

Vorlage 25.10.2005

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 07.12.2005, TOP 15

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

22411 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Schule und Weiterbildung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Weiterentwicklung der Berufskollegs: Errichtungsvorhaben der Berufskollegs in städtischer 
Trägerschaft zum Schuljahr 2006/2007 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
22.11.2005 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
07.12.2005 Hauptausschuss Vorberatung 
07.12.2005 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
Sachentscheidung: 
 
1. Errichtung eines Bildungsganges 
 
Gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz – SchulG wird zum 01.08.2006 (Beginn des Schuljahres 
2006/2007) folgender Bildungsgang errichtet: 
 
Ludwig-Erhard-Schule, Berufskolleg der Stadt  Münster 
 
Fachschule, Fachbereich Wirtschaft, Fachric htung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Wirt-
schaftsinformatik in Teilzeit 
(Anlage E 3 der APO-BK) 
 
 
Kosten/Folgekosten 
 
2.   Es wird zur Kenntnis genommen, dass  
 
- durch die Errichtung des Bildungsganges keine Investitionskosten entstehen, 
 
- durch die Erweiterung des Bildungsangebotes in nicht genau bestimmbarer Hö-
he Kosten für Lernmittel 
 
  anfallen. 
 
Die erforderlichen Haushaltsmittel für Lernmittel werden aus den zur Verfügung stehenden 
laufenden Etatmitteln finanziert. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0882/2005 
Auskunft erteilt: 
Herr  Woltering 
Ruf: 
492 40 16 
E-Mail: 
WolteriT@stadt-muenster.de  
Datum: 
25.10.2005 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
Befristung 
 
Der Bildungsgang wird unbefristet eingerichtet.  
 
 
Sachverhalt: 
 
1.  Einführung 
 
1.1  Rechtsgrundlagen 
 
Über die Errichtung, die Änderung und die Auflösung einer Schule (...), für die das Land 
nicht Schulträger ist, beschließt der Schulträger (vgl. § 81 Abs. 2 Schulgesetz – SchulG). 
Als Änderung einer Schule ist u.a. auch der Ausbau einer bestehenden Schule zu verste-
hen.  
 
Es handelt sich somit um einen Ausbau der Ludwig-Erhard-Schule, wenn der unter 1 dar-
gestellte Bildungsgang zum 01.08.2006 errichtet wird. 
 
1.2  Zuständigkeiten 
 
Der Rat kann u.a. die Entscheidung über die Errichtung, Übernahme, Erweiterung, Ein-
schränkung und Auflösung von öffentlichen Einrichtungen gem. § 41 Abs. 1 Buchstabe l der 
Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – GO NW – nicht übertragen. Da es 
sich bei einem Berufskolleg um eine öffentliche Einrichtung handelt, ist der Rat der Stadt 
Münster für die Beschlussfassung zuständig. 
 
Der Beschluss des Rates bedarf der Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde (vgl. § 81 
Abs. 3 SchulG). Nach § 1 der Verordnung über schulrechtliche Zuständigkeiten (ZustVO-
SchulR) ist die Genehmigung über die Errichtung, Änderung und Auflösung öffentlicher 
Schulen der Bezirksregierung Münster übertragen. 
 
Die Schulkonferenz der Schule ist zu beteiligen (vgl. § 65 SchulG). 
 
2. Anlass 
 
Die Ludwig-Erhard-Schule hat einen Vorschlag zur Errichtung eines neuen Bildungsganges 
unterbreitet. Weitere Anträge der städtischen Berufskollegs zum Schuljahr 2006/2007 lie-
gen nicht vor. 
 
3.  Zu Beschlussvorschlag 1 
 
3.1 Darstellung des zur Errichtung vorgeschlagenen Bildungsganges 
 
  Antrag der Ludwig-Erhard-Schule 
 
Fachschule, Fachbereich Wirtschaft, Fachric htung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Wirt-
schaftsinformatik in Teilzeit 
(Anlage E 3 der APO-BK) 
 
Fachschulen bauen auf der beruflichen Erstausbildung und Berufserfahrungen auf und bie-
ten eine berufliche Weiterbildung mit einem staatlich zertifizierten Berufsabschluss. 
 
Zugangsvoraussetzung ist

- 3 - 
- die Fachoberschulreife und abgeschlossene Berufsausbildung im Berufsfeld Wirtschaft 
und Verwaltung und der Berufsschulabschluss (sofern Berufsschulpflicht bestand)  
oder 
- Abschluss einer dreijährigen Berufsfachschule, die einen einschlägigen Berufsab-
schluss nach Landesrecht vermittelt und eine anschließende mindestens einjährige Tä-
tigkeit, die der Berufsrichtung Betriebswirtschaft entspricht 
oder 
- eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren. 
 
Die Fachschule dauert insgesamt acht Semester. Der Unterricht wird berufs- und ausbil-
dungsbegleitend in Teilzeitform erteilt. Absolventinnen und Absolventen erhalten den Ab-
schluss „Staatlich geprüfte Betriebswirtin/staatlich geprüfter Betriebswirt“. 
 
Mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 hat die Ludwig-Erhard-Schule ihr Bildungsangebot 
mit der Fachschule für Wirtschaft, Fachrichtung Informatik, Schwerpunkt Wirtschaftsinfor-
matik erweitert. Dieser Bildungsgang ist ausschließlich spezialisiert auf Absolventen, die die 
Bildungsgänge im IT-Bereich abschließen bzw. abgeschlossen haben (Fachinformatiker/in 
Fachrichtung Anwendungsentwicklung; Informatikkaufmann/frau; IT-System-
Kaufmann/frau). Der geplante Bildungsgang in der Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem 
Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik ist dagegen geöffnet für alle dualen Ausbildungsgänge 
im Bereich Wirtschaft und Verwaltung.  
 
Die Ludwig-Erhard-Schule hat häufig Anfragen von Interessenten, die sich für diese Varian-
te interessieren. Die neue Fachrichtung ergänzt das Angebot der Ludwig-Erhard-Schule im 
IT-Bereich für Interessenten, deren Wirtschaftsinformatikkenntnisse unterhalb des Niveaus 
der Ausbildung im IT-Bereich anzusiedeln sind. 
 
Die Schulkonferenz hat dem Errichtungsvorhaben in ihrer Sitzung am 29.09.2005 zuge-
stimmt.  
 
3.2  Stellungnahmen 
 
Im Rahmen des üblichen Beteiligungsverfahrens hat das Amt für Schule und Weiterbildung 
Stellungnahmen der Institutionen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie der Nach-
barkreise und der Stadt Rheine erbeten.  
 
3.2.1 Stellungnahmen der Institutionen 
 
Am 13.09.2005 hat das Amt für Schule und Weiterbildung der Agentur für Arbeit und der 
Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen die Errichtungsvorhaben der städtischen 
Berufskollegs mitgeteilt und um Stellungnahme gebeten. 
 
3.2.1.1 Stellungnahme der Agentur für Arbeit in Münster 
 
Die Agentur für Arbeit formuliert im Schreiben vom 26.09.2005 folgendes: 
 
„(...) Aus arbeitsmarktlicher Sicht bestehen gegen diese Errichtung keine Einwände. Die 
voraussichtliche Aufnahmemöglichkeit auf dem Arbeitsmarkt ist positiv zu bewerten. (...)“ 
 
3.2.1.2 Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen 
 
Im Schreiben vom 27.09.2005 übermittelt die Industrie- und Handelskammer Nord Westfa-
len ihre Stellungnahme und stimmt der Errichtung nicht zu.  
 
„(...) Die Position der Wirtschaft und der Industrie- und Handelskammern zu Fachschulen 
sind Ihnen aus früheren Stellungnahmen bekannt. Fachschulen können zwar einen Bil-

- 4 - 
dungsbeitrag leisten, solange sie aber staatlich voll subventioniert zum Nulltarif angeboten 
werden, verzerren sie den Weiterbildungsmarkt, gefährden die Pluralität der Weiterbil-
dungsanbieter, unterlaufen praxis- und wirtschaftsnahe Angebote anderer Träger und be-
hindern damit auch die notwendige hohe Anpassungsgeschwindigkeit an neue technische 
und organisatorische Entwicklungen. Gerade in Zeiten besonders knapper öffentlicher Mit-
tel kann dies nicht sachgerecht sein. (...)“ 
 
„(...) Seit langem drängen wir darauf, in dieser Frage landesweite Lösungen zu schaffen, 
die faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen. (...)“ 
 
3.2.2 Stellungnahmen der Nachbarkreise und der Stadt Rheine 
 
Am 13.09.2005 hat das Amt für Schule und Weiterbildung den Kreisen Borken, Coesfeld, 
Steinfurt und Warendorf sowie der Stadt Rheine das Errichtungsvorhaben mitgeteilt und um 
Stellungnahme gebeten. 
 
Seitens der Kreise Borken, Coesfeld und Warendorf  sowie der Stadt Rheine bestehen 
keine Bedenken, den geplanten Bildungsgang einzurichten. 
 
Der Kreis Steinfurt hat Bedenken geltend gemacht. 
 
„(...) Die Zahl der Studierenden mit dem Schwerpunkt ‚Wirtschaftsinformatik‘, der besonde-
re Lehrerkompetenzen bindet und hohe Anforderungen an die technische Ausstattung 
stellt, stagniert seit einiger Zeit. Die Errichtung eines neuen Bildungsganges gefährdet be-
stehende Einrichtungen in der Region und lässt die Ressourcenknappheit unbeachtet. (...)“ 
 
3.2.3 Stellungnahme der Bezirksregierung 
 
Das Errichtungsvorhaben der Ludwig-Erhard-Schule wurde in mehreren Gesprächen mit 
der Bezirksregierung Münster, Schulaufsicht für Berufskollegs, abgestimmt.  
 
Im Schreiben vom 29.09.2005 ist folgende Stellungnahme enthalten: 
 
„(...) Die bereits bestehende Fachschule für Wirtschaft, Fachrichtung Informatik, Schwer-
punkt Wirtschaftsinformatik, mit Abschluss ‚Staatlich geprüfte/r Informatiker/in’ wendet sich 
ausschließlich an Studierende, die ihre Ausbildung in einem der IT-Berufe abschließen 
bzw. abgeschlossen haben. Dies bedeutet, dass die Nachfrage der Studierenden stark 
schwankt. Dies führte u.a. dazu, dass zum Schuljahresbeginn 2005/06 kein erstes Semes-
ter aufgenommen wurde. Die Aufnahme wird auf Februar 2006 verschoben. 
 
Die beantragte Fachrichtung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik, mit Ab-
schluss ‚Staatlich geprüfter Betriebswirt’ wendet sich hingegen an Studierende mit kauf-
männischer Ausbildung jedweder Art, die sich im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit u.a. 
mit Datenbanken und Projektmanagement beschäftigen bzw. sich für diesen Bereich inte-
ressieren. Eine Substitutionskonkurrenz in der eigenen Schule ist wegen der Unterschied-
lichkeit der Anlage der beiden Bildungsgänge, wie den Stundentafeln, aber auch den lern-
feldorientierten Lehrplänen der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik bzw. der Fachrichtung 
Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik zu entnehmen ist, eher nicht zu er-
warten. Da die Schule die Vorgaben zur Klassenbildung beachtet, wird auch die Ökonomie 
des Personaleinsatzes nicht gefährdet. 
 
Insofern ist die Errichtung der beantragten Fachrichtung Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt 
Wirtschaftsinformatik eine konsequente Weiterführung der Profilbildung der Ludwig-Erhard-
Schule (...).“ 
 
Die Schulaufsicht für Berufskollegs der Bezirksregierung weist weiter darauf hin, dass

- 5 - 
 
- der beantragte Bildungsgang wegen des unterschiedlichen Profils der Schwer-
punkte nicht in Konkurrenz zur Fachschule für Wirtschaft, Fachrichtung Be-
triebswirtschaft, Schwerpunkt Personalwirtschaft bzw. Absatzwirtschaft an der 
Hansaschule tritt 
 
- Fachschulen für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Wirt-
schaftsinformatik auch in Ahaus, Datteln, Gelsenkirchen und Steinfurt existieren, 
jedoch die Entfernung zwischen Münster und diesen Standorten jeweils mehr 
als 25 Kilometer beträgt, und von wenigen Einzelfällen möglicherweise abgese-
hen, eine Konkurrenzsituation nicht gegeben ist 
 
3.2.4 Stellungnahme des Arbeitskreises „Weiterentwicklung der Berufskollegs“ 
 
Der Arbeitskreis „Weiterentwicklung der Berufskollegs“, der sich zusammensetzt aus Spre-
chern der im Rat vertretenen Fraktionen und Vertretern des Amtes für Schule und Weiter-
bildung ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keine grundsätzlichen Bedenken gegen die 
Errichtung des Bildungsganges bestehen. 
 
3.2.5 Bewertung durch die Verwaltung 
 
Die Bewertung durch die Verwaltung umfasst folgende Fragestellungen:  
 
a) Wie fügt sich das Errichtungsvorhaben in das Profil der Ludwig-Erhard-Schule und in 
die Grundstruktur der Schulentwicklungsplanung ein und wie wird der Bedarf prognosti-
ziert ? 
b) Wie ist die Stellungnahme der IHK und der Nachbarkreise zu bewerten ? 
 
Zu a): 
 
Fachschule für Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen
 
 
Eine Analyse der Studierendenzahlen der Fachschule für Wirtschaft gem. APO-BK in ganz 
Nordrhein-Westfalen hat folgendes Ergebnis (Quelle: Amtliche Statistik des Landesamt für 
Datenverarbeitung und Statistik NRW): 
 
Bildungsgang 2003/
2004 
2003/
2004 
2004/
2005 
2004/
2005 
FS für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft, 
Schwerpunkt Absatzwirtschaft 
948 25% 844 23%
FS für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft, 
Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik 
732 19% 708 19%
FS für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft, 
Schwerpunkt Rechnungswesen 
466 12% 511 14%
.... ... ... ... ... 
FS für Wirtschaft, Fachrichtung Informatik, Schwerpunkt 
Wirtschaftsinformatik 
149 4% 85 2%
.... ... ... ... ...
gesamt 3.859 100% 3.645 100%
 
Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich in den Schuljahr 2003/2004 und 2004/2005 jeweils 
56 % aller Studierenden der Fachschulen für Wirtschaft für die Schwerpunkte Absatzwirt-
schaft, Wirtschaftsinformatik und Rechnungswesen entschieden haben. Die Nachfrage für 
die Fachrichtung Informatik, Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik ist rückläufig.

- 6 - 
Fachschule für Wirtschaft in Münster 
 
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das Bildungsangebot der Fachschule für 
Wirtschaft in Münster. Die Fachrichtung Betriebwirtschaft mit den Schwerpunkten Personal- 
und Absatzwirtschaft ist ein seit Jahren bewährtes Angebot der Hansaschule. Diese 
Schwerpunkte beschreiben und bilden unumstritten das Profil der Hansaschule.  
 
Die Ludwig-Erhard-Schule beschult Fachklassen der Berufsschule für die Informations- und 
Kommunikationsberufe und führt bereits die Fachschule der Fachrichtung Informatik mit 
dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. Insofern ist es konsequent, dass die Angebotser-
weiterung um die Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinfor-
matik auch an der Ludwig-Erhard-Schule erfolgt. Dieses Profil der Ludwig-Erhard-Schule ist 
durch die Schulentwicklungsplanung für Berufskollegs gebildet und gestärkt worden und 
wird somit weiter geschärft. 
 
Sta-
tus 
Bildungsgang Schule Studierenden-
zahlen          
SJ 04/05 
Studierenden-
zahlen         
SJ 05/06 
Fachschule für Wirtschaft, 
Fachrichtung Betriebswirt-
schaft, Schwerpunkt Absatz-
wirtschaft 
Hansaschule  
120 
 
126 
Fachschule für Wirtschaft, 
Fachrichtung Betriebswirt-
schaft, Schwerpunkt Personal-
wirtschaft 
Hansaschule  
32 
 
37 
 
 
 
 
 
einge
rich-
tet 
Fachschule für Wirtschaft, 
Fachrichtung Informatik, 
Schwerpunkt Wirtschaftsinfor-
matik 
Ludwig-
Erhard-Schule
 
26 
 
22 
 
ge-
plant 
Fachschule für Wirtschaft, 
Fachrichtung Betriebswirt-
schaft, Schwerpunkt Wirt-
schaftsinformatik 
Ludwig-
Erhard-Schule
 
/ 
 
/ 
 
Eine Bedarfs- bzw. Nachfrageprognose ist durch das individuelle Schüler- bzw. Studieren-
denwahlverhalten beeinflusst. Im Schuljahr 2005/2006 befinden sich 114 Fachinformati-
ker/innen –Fachrichtung Anwendungsentwicklung, 48 Informatikkaufleute und 70 System-
kaufleute in Fachklassen der Ludwig-Erhard-Schule. Grundsätzlich kann jedoch ausgesagt 
werden, dass es aus diesen Fachklassen und aus verkehrstechnisch gut an Münster ange-
bundenen Orten der Umlandkreise tendenziell ausreichend Interessenten für die Fachrich-
tung Informatik, Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik gibt, um zumindest in einem über einen 
Schuljahresbeginn hinausgehenden Turnus neu zu beginnen. Aufgrund der Zugangsvor-
aussetzung für die Fachrichtung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik ist 
davon auszugehen, dass sich ausreichend Studierende – ehemalige BerufsschülerInnen 
aus dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung - für dieses Angebot interessieren (vgl. Be-
darfseinschätzung der Ludwig-Erhard-Schule unter 3.1).  
 
Diese Einschätzung wird insbesondere dadurch bestärkt, dass in ganz Nordrhein-Westfalen 
die Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik im Betrach-
tungszeitraum jeweils 19 % der Gesamtstudierenden der Fachschule für Wirtschaft aus-
macht. Mit dem beantragten Bildungsgang wird dann der landesweit sehr nachgefragte Bil-
dungsgang auch in Münster angeboten.

- 7 - 
Zu b) 
 
Ein grundsätzlicher Vergleich zwischen Fachschulangebot und Weiterbildungsangebot –der 
IHK ist allein schon dadurch erschwert, dass die Fachschule für Studierende immer kosten-
frei ist, Weiterbildungsangebote der IHK jedoch kostenpflichtig sind. Trotzdem soll der Ver-
such eines Vergleiches erfolgen. 
Die Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen ist seit Jahren be-
kannt und auch wiederkehrend identisch. Leider liegen keine Aussagen bzw. Untersuchun-
gen zu Lernfeldern und Stundentafeln vor, die das Leistungsangebot der IHK-
Weiterbildungen mit dem Leistungsspektrum der Fachschule in der Fachrichtung Betriebs-
wirtschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformat ik vergleichen. Es ist unstrittig, dass si-
cherlich teilweise eine Übereinstimmung zwischen einzelnen Lernfeldern des geplanten 
Bildungsganges und IHK-Weiterbildungsangeboten besteht. Beispielhaft könnten folgende 
Vergleiche angestellt werden: 
 
Lernfelder der Fachrichtung Betriebs-
wirtschaft mit dem Schwerpunkt Wirt-
schaftsinformatik 
Weiterbildungsangebot der IHK 
Die Kosten- und Leistungsrechnung 
erstellen und als Informationsinstrument 
nutzen (120 – 280 Stunden) 
 
Den Jahresabschluss erstellen und als 
Informationsinstrument nutzen (120 – 
180 Stunden) 
 
Gepr. Bilanzbuchhalter/in IHK 
(760 Stunden)  
 
Betriebswirt/in IHK 
(720 Stunden) 
Managementsysteme und strategische 
Planungsprozesse mitgestalten 
(160 – 240 Stunden) 
 
Controlling für die betriebliche Steue-
rung nutzen  
(160 – 240 Stunden) 
Gepr. Controller/in IHK 
(690 Stunden) 
Informationssysteme aufbauen und an-
passen 
(120 – 280 Stunden) 
Gepr. IT Projektleiter/in, 
Gepr. IT Entwickler/in 
Gepr. IT Berater 
 
(je 800 Stunden) 
 
Diese Leistungen unterscheiden sich jedoch jeweils in der Breite und in der Tiefe. Im Er-
gebnis kann jedoch festgestellt werden, dass die im geplanten Bildungsgang vorgesehenen 
Lernfelder als konzeptionelle Gesamtheit nur in dieser Fachschulform angeboten werden. 
Das Ziel, die Lernfelder und Inhalte des geplanten Bildungsganges durch die IHK vermittelt 
zu bekommen, bedeutete, dass mehrere IHK-Weiterbildungen parallel bzw. zeitlich hinter-
einander zu besuchen wären. Dieser organisatorische und strukturelle Aufwand wird ver-
mutlich nur für einen sehr geringen Anteil der Interessenten möglich bzw. akzeptabel sein. 
Der beantragte Bildungsgang ist somit mit den Weiterbildungsangeboten der IHK nur be-
dingt vergleichbar und somit auch nur bedingt substituierbar. 
 
In der bildungspolitischen Diskussion um das lebensbegleitende bzw. lebenslange Lernen 
in der Wissens- und Informationsgesellschaft besteht die übereinstimmende Tendenz, dass 
die berufliche Bildung gleichermaßen die Erstausbildung und die berufliche Weiterbildung 
umfasst. So ist es geradezu logisch und konsequent, dass die Berufskollegs die Erstausbil-
dung bereits curricular auf Weiterbildung ausrichten und die Weiterbildung auf den curricu-
laren Grundlagen der Erstausbildung aufbauen kann. Besondere Vorteile für die qualitäts-
orientierte Schulentwicklung ergeben sich, wenn sich Berufsschule und Fachschule am

- 8 - 
gleichen Lernort befinden. Die Berufswelt fordert mehr denn je, sich neues Wissen und 
neue Fähigkeiten anzueignen, um sich entw eder den erhöhten Anforderungen am Arbeits-
platz zu stellen, sich im Sinne der eigenen bzw. unternehmerischen Personalentwicklung 
zu positionieren oder aber für den Einstieg bzw. Wiedereinstieg ins Berufsleben zu qualifi-
zieren.  
 
Die Fachschule für Wirtschaft findet in der Wirtschaft eine hohe Akzeptanz. Insbesondere 
ist festzustellen, dass ca. ab dem 3. Fachschuljahr Rückkopplungsprozesse bzw. Transfer-
leistungen des in der Fachschule erworbenen Wissens in die beruflich Praxis erfolgen. Dies 
bedeutet, dass Arbeitgeber unmittelbar von der  Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und 
Arbeitnehmer profitieren. Die Studierenden der Fachschule sind in der Regel zwischen An-
fang zwanzig und Mitte dreißig Jahre alt. Diese Lebensphase ist insbesondere durch eine 
Neuordnung bzw. –orientierung des eigenen Lebens gekennzeichnet. Private Ausgaben für 
Konsum sowie materielle und immaterielle Investitionen werden geplant und getätigt. Das 
kostenfreie Angebot zum Besuch der Fachschule fördert darum insbesondere die Motivati-
on für eine Weiterbildung.  
 
Im Ergebnis sprechen folgende Argumente für die Errichtung des Bildungsganges: 
 
- Das Profil der Ludwig-Erhard-Schule wird durch die Verzahnung von beruflicher Erst-
ausbildung und schulischer Weiterbildung an ei nem Lernort geschärft und wirkt sich po-
sitiv auf die Schulentwicklung der Ludwig-Erhard-Schule und die Weiterbildungsland-
schaft im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung in Münster aus.  
- Der Bildungsgang eröffnet zusätzliche Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung und 
wird somit den veränderten Anforderungen und Bedarfen der Gesellschaft gerecht. 
- Die schulfachliche Stellungnahme der Bezirksregierung Münster befürwortet im Hinblick 
auf die Schulentwicklung der Ludwig-Erhard-Schule ausdrücklich die Errichtung des 
geplanten Bildungsganges 
- Die Kosten für den Schulträger beschränken sich auf den Anteil der Lernmittel, variable 
Verbrauchskosten und auf kalkulatorischen Kosten aufgrund der Nutzung der Infrastruk-
tur der Ludwig-Erhard-Schule. 
 
Vorschlag:
 
 
Die Verwaltung schlägt dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung sowie dem Rat trotz 
der an dem Errichtungsvorhaben geäußerten Kritik nach Würdigung und Bewertung der 
Stellungnahmen vor, den unter 1 dargestellten Bildungsgang zum Beschluss vor.  
 
Um den Bedenken des Kreises Steinfurt gerecht zu werden, wird die Ludwig-Erhard-Schule 
Studierende aus dem Kreis Steinfurt nur nach Absprache mit den Wirtschaftsschulen des 
Kreises Steinfurt in den beantragten Bildungsgang aufnehmen. 
 
 
3.3 Zu Beschlussvorschlag 2: Kosten und Folgekosten/Mittelbereitstellung und Finanzie-
rung 
 
3.3.1 Räumliche Ausstattung und Sachausstattung 
 
Die vorhandenen Raumkapazitäten in der Ludwig-Erhard-Schule sind ausreichend, um die 
Bildungsgänge einzurichten. Die Organisationsform in Teilzeit bedingt, dass keine zusätzli-
chen Raum- bzw. Ausstattungsbedarfe entstehen, sondern die vorhandene Infrastruktur 
genutzt wird.

- 9 - 
3.3.2 Schülerfahrkosten 
 
Gem. Verwaltungsvorschriften zur Ausführung der Schülerfahrkostenverordnung 
(VvzSchfkVO) werden Fahrkosten nicht übernommen für den Besuch der Bildungsgänge 
der Fachschule (§ 22 Abs. 8 SchulG).  
 
3.3.3 Lernmittel 
 
Für Studierende des Bildungsgange Fachschule sind nach § 3 der Verordnung über die 
Durchschnittsbeträge und den Eigenanteil nach § 96 Abs. 5 Schulgesetz Lernmittel in Höhe 
von 224 € vorgesehen. 
 
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der zur Verfügung stehenden laufenden Haushaltsmit-
tel.  
 
4. Weiteres Verfahren 
 
Sofern der Rat der Stadt Münster dem Errichtungsvorschlag zustimmt, wird die Verwaltung 
den Beschlusspunkt 1 der Bezirksregierung zur Genehmigung vorlegen. 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Dr. Hanke 
Stadträtin

Beratungsverlauf (3)

22.11.2005 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
07.12.2005 Hauptausschuss
TOP 16 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
07.12.2005 Rat
TOP 15 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0882/2005
Typ
Vorlage
Datum
25.10.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37