Mandari Insight

V/0543/2010

Aktueller Stand zur Umsetzung des Migrationsleitbildes

Vorlagen 13.08.2010

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Bericht zum aktuellen Stand der Umsetzung des Migrationsleitbil

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Bericht zum aktuellen Stand der Umsetzung des Migrationsleitbil

147602 Zeichen

Stand August 2010 
Bericht zur Umsetzung des  
Migrationsleitbildes

2 
Inhaltsverzeichnis          Seite 
1. Einleitung            3 
2.  Ausgangslage           3 
    Masterplan zur Umsetzung des Migrationsleitbild es     4 
3.  Analyse der Ausgangssituation        5 
     Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung „Stadt verwaltung     
     und Integration           5 
   Exkurs: Zwischen Gleichbehandlung und Sonderstat us –      
Grundgedanken zur Umsetzung einer Querschnittsaufgabe    6 
4.  Netzwerke zur Kooperation der Umsetzung des Mig rations-     
leitbildes            8 
5.  Diversity Management        10 
6.  Ziele identifizieren         11 
      Exkurs: Fachliche Einschätzung aus wissenscha ftlicher    
Sicht zum Integrationsmonitoring      11 
6.1  Handlungsfeld rechtliche Integrationsbegleitun g    13 
6.2  Handlungsfeld Sprache und Bildung      15 
6.3  Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft      17 
6.4  Handlungsfeld Wohnen und Stadtentwicklung    2 2 
6.5  Handlungsfeld Kinder- und Jugendhilfe, soziale  Leistungen    
und Dienste          25 
6.6  Handlungsfeld Gesundheit       27 
6.7 Handlungsfeld Personalentwicklung und Fortbildu ng   29 
6.8  Handlungsfeld Kultur und Sport      32 
6.9  Handlungsfeld Presse und Öffentlichkeitsarbeit     34 
7.  Ziele gewichten         37 
8.  Abstimmung mit dem Integrationsrat, dem Rat und  den  
Fachausschüssen der Stadt Münster und externen Partnerinnen  
und Partnern         37 
9.  Überprüfung des Aufgabenumfangs mit den festgel egten Zielen  
als Grundlage für die Einrichtung eines Integrationsmonitorings 38 
10.  Einrichtung eines Controllings       39 
11.  Kontinuierlicher Bericht ab 2010 zum aktuellen  Stand der  
Umsetzung an die Politik, den Integrationsrat, den Rat und die  
Fachausschüsse der Stadt Münster und an externe Partnerinnen   
und Partnern         40 
12.  Ausblick          41

3 
1. Einleitung  
Der Bericht beinhaltet die bisherige Arbeit bezogen  auf die Umsetzung des Migrationsleit- 
bildes durch die Koordinierungsstelle für Migration  und Interkulturelle Angelegenheiten. 
Dazu zählen sowohl die Entwicklung und ersten Schri tte des Masterplans zur Umsetzung 
des Migrationsleitbildes innerhalb der Stadtverwalt ung und der Tochtergesellschaften (mit 
mehr als 50 %iger Beteiligung der Stadt Münster) al s auch die Entwicklungen zur stärke- 
ren Beteiligung von Migrantinnen- und Migrantenorga nisationen und Glaubensgemein- 
schaften am kommunalen Geschehen.  
 
Inhalte sind die auf der Bestandsaufnahme 
1 geführten Gespräche und Zielidentifikationen, 
die im Bericht in den einzelnen Handlungsfeldern de s Migrationsleitbildes subsumiert sind. 
Zudem sind die Ausgangsanalyse und Entwicklungen zu r Datenerhebung als Teil des 
INTERREG-IVA Projektes 2 in der Prozessbeschreibung aufgeführt. Somit wird auch die 
Einbindung dieses Projektes der EUREGIO dokumentier t. Der Bericht bietet sowohl einen 
aktuellen Umsetzungsüberblick und greift auch Tende nzen und Perspektiven bezogen auf 
die Umsetzung des Migrationsleitbildes auf. 
 
 
2. Ausgangslage 
In Deutschland leben insgesamt 82,1 Mill. Menschen,  von denen 19 % eine Migrations- 
vorgeschichte 
3 haben. Von den in Münster lebenden knapp 283.000 M enschen haben 
21,3 % eine Migrationsvorgeschichte 4. Davon haben 14 % einen deutschen Pass, 7,3 % 
einen ausländischen Pass. Innerhalb der Bundesstati stik ist der Anteil der Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte mit einem deutschen Pass bz w. einem ausländischen Pass fast 
identisch (10 % haben einen deutschen Pass, 9 % ein en ausländischen). In Münster ha- 
ben beispielsweise gut 1/3 der Kinder unter 5 Jahre n eine Migrationsvorgeschichte, nur 
etwa 2 % der Kinder unter 5 Jahren sind im Ausland geboren, etwa 33 % der Kinder dieser 
Altersgruppe sind in Deutschland geboren und haben ein oder zwei migrierte Elternteile. 
                                                 
1 S. a. 1. Schritt Masterplan, S. 4 ff. 
2 Seit September 2008 und bis November 2011 arbeitet  in Münster und Almelo das INTERREG-Projekt 
"Migrationsleitbild/Integratievisie". Aufgabe des P rojektes ist, zunächst in Münster in der Stadtgesel lschaft 
und der Verwaltung den Umsetzungsprozess des Leitbi ldes zu unterstützen und zu begleiten, die 
Entwicklung eines Migrationsleitbildes in der niede rländischen Gemeinde Almelo zu unterstützen und zu 
beobachten sowie einen Transfer zwischen beiden Stä dten bezüglich der verschiedenartigen Prozesse zu 
sichern. Auf der Basis der Erfahrungen in Münster u nd Almelo soll ein Europäisches Handbuch zur Frage 
der Entwicklung und Umsetzung eines Migrationsleitb ildes im kommunalen Bereich erstellt werden. Ziel is t, 
die Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden und in Europa in ihrer Integrationsarbeit zu unterstützen. 
Das Projekt wird zu 70 % kofinanziert aus Mitteln d er EU, des Landes NRW sowie der Provinz Overijssel.  
Die restlichen 30 % Anteil werden zu gleichen Teilen  von der Gemeinde Almelo und der Stadt Münster 
finanziert. Dies entspricht einem Finanzierungsanteil von knapp 39.000 € pro Jahr für die Stadt Münster. 
3 8. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Die Beauftragte der Bundesre- 
gierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, 07.07.2010, Kurzusammenfassung,  
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2010/07/2010-07-07-ib-bericht.html  
„Von den 82,1 Millionen Einwohnern Deutschlands im Jahr 2008 hatten 15,6 Millionen Personen einen 
Migrationshintergrund. D.h. 19 % der Gesamtbevölkerung (2005: 18,3 %, 2007: 18,7 %) sind seit 1950 nac h 
Deutschland zugewandert oder sind Nachkommen von Zuw anderinnen oder Zuwanderern. Von den 15, 6 
Millionen sind 8,3 Millionen Deutsche. Der leichte Anstieg des Anteils der Bevölkerung mit Migrationsh in- 
tergrund ist auf zwei Ursachen zurückzuführen: Im V ergleich zu 2007 ist die Bevölkerung ohne Migration s- 
hintergrund um 277.000 auf 66,6 Mio. Personen zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Bevölkerung mit Migra- 
tionshintergrund durch Zuzug und Geburten um 155.000  Personen angewachsen. Im Rahmen dieses An- 
stiegs ist zwar der Ausländeranteil seit 2005 relativ konstant geblieben, der Anteil der Deutschen mit Migrati- 
onshintergrund stieg in diesem Zeitraum aber an (20 05: 9,4 %, 2007: 9,9 %, 2008: 10,1 %). Der stärkste  
Zuwachs war bei Deutschen mit Migrationshintergrund,  aber ohne eigene Migrationserfahrung zu verzeich- 
nen, also bei den schon in Deutschland geborenen Nachkommen von Zuwanderern.“  
4 Möglich ist  diese differenzierte Betrachtung durch die Entwicklung einer Geburtsortecodierung, die im Rah- 
men des INTERREG-Projektes entwickelt wurde.

4 
Weitere kleinräumige Betrachtungen und Differenzier ungen nach bestimmten Merkmalen 
(wie Geschlecht, Alter und weitere) sind zukünftig möglich. 
 
Der Stadt Münster ist es ein außerordentliches Anli egen einen guten Boden für eine aus- 
gewogene Balance auch für Menschen mit Migrationsvo rgeschichte in Münster zu schaf- 
fen. Dabei liegt sowohl Gewicht auf einer guten Gru ndversorgung als auch einem potenti- 
alorientierten Blick in die Zukunft. Mit der einsti mmigen Entscheidung im Rat wurden rich- 
tige und wichtige Weichen für die Zukunftsfähigkeit  des Standortes Münster getroffen. 
Auch wurde erstmalig beschlossen, die Integrationsl eistungen der Stadtgesellschaft an 
ausgewählten Indikatoren messbar darzustellen. Hier durch werden die Integrationsbemü- 
hungen der Stadt transparent und wichtige Informati onen für politische Handlungsfähigkeit 
sichtbar. 
 
Auf dem Hintergrund der Novellierung des § 27 der G emeindeordnung Nordrhein-
Westfalens im letzten Jahr, stand die Stadt Münster  mit der Wahl und der Konstituierung 
des Integrationsrates am 03.03.2010 vor einem bedeu tenden Neuanfang. Erstmalig wur- 
den die Voraussetzungen für eine direkte Zusammenar beit zwischen demokratisch legiti- 
mierten Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Migrationsvorgeschichte und 
Mitgliedern des Rates geschaffen. Die Bildung des I ntegrationsrates leistet einen bedeu- 
tenden Beitrag für eine aktive und nachhaltige Inte grationspolitik im Sinne des Migrations- 
leitbildes. Der Integrationsrat, der elementare Anregungen im Hinblick auf die Belange von 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte geben kann, ha t auch im Rahmen des Umset- 
zungsprozesses eine wichtige Funktion und begleitet diesen unterstützend.         
 
Dabei dient das Migrationsleitbild als Grundlage de r Integrationsarbeit in Münster und un- 
terstützt die gezielte Steuerung und Optimierung de r Angebote und Maßnahmen in  der 
Stadtgesellschaft. Eine bedarfsgerechte Ausrichtung  der Regelangebote und Maßnahmen 
orientiert sich an den Potentialen der Menschen mit  Migrationsvorgeschichte und  führt 
sowohl zu einer höheren Wirksamkeit als auch zur En tlastung von Ressourcen. Dies ist 
jedoch nur möglich, wenn zukünftig über die einzelnen Fachbereiche hinaus Informationen 
zusammengestellt werden. Dadurch soll zukünftig frühzeitig der Zugang zu den Angeboten 
für Menschen mit Migrationsvorgeschichte optimiert werden um so perspektivisch Auf- 
wendungen durch „unzureichende Zugänge“ zu vermeide n. Beispielsweise sei hier der 
Bereich des Zuganges zu Bildung als Eintrittskarte zu attraktiven Arbeitsmarktangeboten 
(Fachkräftebedarf, u. w.) und somit auch zur gesellschaftlichen Integration genannt. 
 
Masterplan zur Umsetzung des Migrationsleitbildes 
Zur Umsetzung des Migrationsleitbildes im Sinne des  Ratsauftrages wurde von der Koor- 
dinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten ein Masterplan entwi- 
ckelt, der sich im weiteren Verlauf in den einzelnen Handlungsfeldern und auch in den wei- 
teren Querschnittsbereichen konkretisieren wird. De r Masterplan denkt den Umsetzungs- 
prozess voraus, indem er aufzeigt, welche Etappen w ann und in welcher Reihenfolge von 
wem zu meistern sind und zu welchen wahrnehmbaren E rgebnissen die einzelnen Etap- 
pen führen sollen. Zudem gibt er eine Übersicht übe r die geplanten einzelnen Schritte 
(Meilensteine) zur Umsetzung und Erreichung der Zie le des Migrationsleitbildes. Ange- 
strebt wird, eine Konsensstrategie herbeizuführen, indem die Aktivitäten von vielen unter- 
schiedlichen Akteuren zu einem Thema, das die gesam te Organisation durchdringt, auf- 
einander zustreben und sich annähern. Zur Erfüllung  seiner Funktion bedurfte der Master- 
plan Gewicht und Verbindlichkeit, damit er als Instrument in der Verwaltung und den Toch- 
tergesellschaften wirken kann. Der Masterplan zur U msetzung des Migrationsleitbildes 
wurde am 25.08.2009 vom Verwaltungsvorstand beschlo ssen. Die Akzeptanz des Master-

5 
plans innerhalb der Verwaltung und der Tochtergesel lschaften führt somit zu einer ge- 
meinsamen „Vorwärtsstrategie“.  
 
Der Masterplan: Mit 9 Schritten zur Optimierung der Integrationsarbeit 
1. Analyse der Ausgangssituation 
2. Netzwerke zur Kooperation der Umsetzung des Migr ationsleitbildes 
3. Berücksichtigung der Diversity Management Strate gie und Charta der Vielfalt 
4. Ziele identifizieren 
5. Ziele gewichten 
6. Abstimmung mit dem Integrationsrat, dem Rat und den Fachausschüssen der Stadt 
Münster und externen Partnerinnen und Partnern 
7. Überprüfung des Aufgabenumfangs mit den festgele gten Zielen als Grundlage für 
die Einrichtung eines Integrationsmonitoring 
8. Einrichtung eines Controlling 
9. Kontinuierlicher Bericht zum aktuellen Stand der  Umsetzung an den Integrationsrat, 
den Rat und Fachausschüssen der Stadt Münster und e xternen Partnerinnen und 
Partnern 
 
Der Masterplan, als Kompass der Strategieentwicklun g, wurde im Vorfeld in allen Ämtern 
der Stadtverwaltung und den Tochtergesellschaften v orgestellt und abgestimmt. In den 
Gesprächen mit den Ämtern und Tochtergesellschaften  wurde neben der Vorstellung und 
Abstimmung des Masterplans auch nach ersten Ideen u nd Anregungen zur Umsetzung 
des Migrationleitbildes gefragt. Dabei standen meist zwei Fragen im Focus: 
 Was erleichtert Menschen mit Migrationsvorgeschich te den Umgang mit der Verwal- 
tung/Tochtergesellschaften 
 Was erleichtert der Verwaltung/den Tochtergesellsc haften den Umgang mit Menschen 
mit Migrationsvorgeschichte 
Als erstes kurzes Fazit ließ sich festhalten, dass alle Ämter und Tochtergesellschaften 
dem Migrationsleitbild gegenüber aufgeschlossen sin d und den ersten Schritt des Master- 
plans in Form von leitfadengestützten Interviews un terstützten. Zudem hatten die Ämter 
und Tochtergesellschaften in den jeweiligen Handlungsfeldern erste und oft auch konkrete 
Ideen zur Umsetzung der Ziele des Migrationsleitbildes.  
Zeitgleich wurden aber auch Bedenken geäußert, ob e ine flächendeckende Umsetzung 
ohne weitere Ressourcenbereitstellung möglich wäre.  Diese Punkte betrafen im Wesentli- 
chen die weiteren Folgeschritte des Masterplan – di e Zielidentifikationen und Zielvereinba- 
rungen.  
 
 
3. Analyse der Ausgangssituation 
Als erster Meilenstein des Masterplans stand Anfang  2009 die Analyse der Ausgangssi- 
tuation als Grundlage für die Zielidentifizierungs-  und Zielgespräche im Mittelpunkt.  Die 
Analyse beinhaltet sowohl eine Bestandsaufnahme der  Aktivitäten als auch den Aus- 
gangspunkt für die weiteren Entwicklungen der jewei ligen Ämter und Tochtergesellschaf- 
ten im Themenbereich Integration, Interkulturelle Ö ffnung und Migration. Für die Aus- 
gangsanalyse wurde das Institut für Geographie der Westfälischen Wilhelms-Universität, 
unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Reuber, beauftrag t deren Bericht „Stadtverwaltung und 
Integration“ im Herbst veröffentlicht wurde.  
 
Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung „Stadtverwaltung und Integration“ 
5: 
                                                 
5„Stadtverwaltung und Integration“ Eine wissenschaftl iche Untersuchung der Arbeit der städtischen Ämter und Toch- 
tergesellschaften im Themenbereich Integration, inte rkulturelle Öffnung und Migration im Rahmen des INTER REG-
Projektes „Migrationsleitbild“, S. 159 ff.

6 
Einschätzung der Integrationsarbeit & Verankerung in den eigenen Gesamtkonzepten  
Neben dem großen Zuspruch seitens der Gesprächsbete iligten zum Thema Integration 
wurde das Thema zunehmend als selbstverständlicher Bestandteil ihrer Arbeit wahrge- 
nommen. Eine herausragende Rolle in der Verantwortu ng des Themas sahen die Befrag- 
ten v. a. bei den Akteuren in den sozialen und kult urellen Bereichen. Diese Einschätzung 
deckte sich auch mit der Selbsteinschätzung in den genannten Bereichen. Bedenken wur- 
den geäußert, dass das Thema Integration die primär en Arbeitsbereiche überdeckt, wes- 
halb diese Gesprächsbeteiligten für eine periodisch e punkthaft-intensive Thematisierung 
aussprachen. In Bereichen wie beispielsweise der Öf fentlichkeitsarbeit sollten ämterüber- 
greifende Sets an allgemeinen Zielen erarbeitet wer den. Ein erstes Praxisbeispiel hierfür 
ist die ämterübergreifende Arbeitsgruppe „Sicherung des Zugang zu Grundinformationen“, 
die Tipps für mehrsprachige Veröffentlichungen erst ellt hat (s. a. Handlungsfeld Presse 
und Öffentlichkeitsarbeit). So spiegelt sich das Th ema der Integration selten in den Ge- 
samtkonzepten wieder, sondern ist im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Teilen der 
Bürgerschaft benannt. Die Sorge um eine „Sonderroll e“ führt dazu, dass das Merkmal 
Migrationsvorgeschichte bisher als Aspekt wenig Berücksichtigung findet.  
 
Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Integrationsarbeit 
 
Die Stadt Münster praktiziert seit langer Zeit in v ielen Aufgabenbereichen Integrationsar- 
beit. Es gibt meist schon langjährige Erfahrungen, konzeptionelle Grundlagen und dem- 
entsprechend auch Organisationseinheiten, in denen das Thema verankert ist. So werden 
neben konkreten Maßnahmen auch vielversprechende Ve rbesserungs- und Ausweitungs- 
vorschläge genannt, die jedoch ohne zusätzliche mat erielle und personelle Ressourcen  
nicht umsetzbar sind. Hier werden, wie im Übrigen b ei allen Implementierungen von Quer- 
schnittsaufgaben, die Anstrengungen für die Ämter u nd Tochtergesellschaften erkennbar, 
die eine Veränderung der Sichtweisen im Sinne eines  „nicht mehr - sondern anders“ mit 
sich bringen. Einer Erweiterung dieser Ressourcen s tehen, gerade auch vor dem Hinter- 
grund des aktuellen Haushaltes, die Beteiligten jed och skeptisch gegenüber. Gleichwohl 
erwarten sie jedoch, insbesondere in Krisenzeiten, in der Integrationsarbeit Zeichen zu 
setzen. Weitere Verbesserungsvorschläge betrafen de n Bereich der Personalentwicklung 
und Fortbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit und sin d in eben diesen Handlungsfeldern auf- 
gegriffen.  
 
Exkurs: Zwischen Gleichbehandlung und Sonderstatus – Grundgedanken zur Um- 
setzung einer Querschnittsaufgabe 
Eine Querschnittsaufgabe tangiert eine Vielzahl kom munaler Handlungsfelder und ist von 
einer Vielzahl von Fachbereichen, Ämtern und Tochtergesellschaften zu leisten.  
Gleichzeitig macht es die Querschnittsaufgabe Integ ration aufgrund ihrer Komplexität, ih- 
rer Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit notwendig,  gleich mehrere unterschiedliche Ziele zu 
verfolgen (Zielkatalog des Migrationsleitbildes). D azu zählen – um nur einige zu nennen - 
die gleichberechtigte Teilhabe an den Angeboten und  Ressourcen der Stadtgesellschaft, 
die interkulturelle Öffnung dieser Angebote und Res sourcen, einschließlich ihrer Struktu- 
ren und die Nichtdiskriminierung, d.h. Migrantinnen  und Migranten nicht auf eine Gruppe 
zu reduzieren, sondern sie in ihrer Vielfalt und Un terschiedlichkeit zu erkennen und wert- 
zuschätzen. Dies auch immer gekoppelt mit dem Appel l, niemanden zurückzulassen und 
alle Gruppen in diesem Prozess zu berücksichtigen: Kinder ebenso wie die Familien, die 
Mädchen und Jungen wie die Älteren, die Arbeitnehme rinnen und Arbeitnehmer wie die 
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

7 
Diesen Grundgedanken ernst nehmend, müssten sich de mentsprechend immer auch un- 
terschiedliche Zielgruppen in der Maßnahmengestaltu ng und dem folgend auch im Cont- 
rolling und Berichtswesen wiederfinden. 
Diese Anforderung erfordert ein Umdenken – es geht hier nicht um ein zusätzliches Ange- 
bot für die Migrantinnen und Migranten sondern viel mehr darum, die Kunden als „bunt 
gemischte Gruppe“ zu erkennen und anzuerkennen und dementsprechend vielfältig ges- 
taltete städtische Leistungen anzubieten. Zu berück sichtigen ist, dass solche „Umdenk- 
prozesse“ Zeit und Geld benötigen, um hier dauerhaf t ein gutes Fundament für die Ent- 
wicklungen zu bereiten. Menschen zu sensibilisieren , neue Impulse zu erzeugen und dies 
in die alltägliche Arbeit zu integrieren, erfordert  neben fachbezogenen Schulungen zu den 
Lebenslagen von Menschen mit Migrationsvorgeschicht e auch Zeit für Austausch und 
Überarbeitung von gewohnten und bekannten Konzepten wie Strukturen.  
So geht es bei der Umsetzung des Migrationsleitbild es einerseits um das Neueinrichten 
und –erfinden sowie Planen auf der „grünen Wiese“, wobei ganz neue Ideen eingebracht 
werden, als auch um das fundamentale Überdenken und die Umgestaltung von Prozessen 
im Sinne einer Querschnittsaufgabe. Andererseits ge ht es aber auch um einen kontinuier- 
lichen Verbesserungsprozess, indem eine sanfte Verä nderung Schritt für Schritt organi- 
siert wird.  
 
Messbarkeit der Integrationsarbeit 
 
Als integrierter Bestandteil der Arbeit, der in den  allgemeinen Arbeitsablauf einfließt, sieht 
ein überwiegender Teil der Amts- und Unternehmensle itungen Schwierigkeiten bei der 
ausschließlich quantitativen Messbarkeit. In diesem  Zusammenhang steht die Mehrheit 
der Leitungskräfte der Ämter und Tochtergesellschaf ten einer quantitativ messbaren Da- 
tenerfassung kritisch gegenüber.  Zum einen ist der en Aussagekraft im „weichen Feld“ der 
Migrationarbeit  nicht ersichtlich und zum anderen liegen nicht für die gesamte Gruppe der 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte Daten vor, wie beispielsweise der zweiten Genera- 
tion. Zu alternativen Möglichkeiten, wie Integratio nsarbeit mit beispielsweise qualitativen 
Verfahren messbar und strategisch steuerbar würde, gab es keine Anregungen. Bisher ist 
die Erfassung von Daten oder auch die Evaluierung i m gesamtstädtischen Kontext  im Be- 
reich der Integrationsarbeit Neuland. Hier gilt es perspektivisch neue Wege zur Messbar- 
keit der Integrationsarbeit zu entwickeln und diese  dann sukzessiv zu verbessern. Voraus- 
setzung hierfür ist, dass es in allen Organisations einheiten eine Offenheit zur Einrichtung 
neuer Verfahren gibt. 
 
Optimierung der Kommunikation und Kooperation 
 
Neben einer sensiblen Kopplung und Umsetzung unters chiedlicher Leitbilder in der Stadt- 
gesellschaft, die einander ergänzen sollten, vermis sen die Akteure ein zentrales Informati- 
ons- und Koordinationsportal sowie ämterübergreifen de Ansprechpartnerinnen oder An- 
sprechpartner zu Fragen und Problemstellungen im Be reich der Integration. Auch eine 
Vernetzung der integrationsrelevanten Arbeitsgruppe n zur bestmöglichen Synergiegewin- 
nung wurde angeregt.  
Um hier dem Wunsch nach stärkerer Transparenz im Umsetzungsprozess gerecht zu wer- 
den, hat die Koordinierungsstelle für Migration und  Interkulturelle Angelegenheiten mit Un- 
terstützung des Presseamtes eine neue Internetseite  
(www.muenster.de/stadt/zuwanderung) mit den aktuell en Entwicklungen, Kooperations- 
projekten und auch Netzwerken erstellt. Zudem wurde  versucht, die Texte und Seite so zu 
gestalten, dass auch Menschen, die nicht so gut deu tsch sprechen, sich informieren und 
zurechtfinden können. Für eine noch weitere Ausdehn ung, müssten die Aufgaben in der 
Koordinierungsstelle erweitert werden. Ob eine solc he Aufgabenerweiterung in Zukunft 
umsetzbar ist, sei hier offen gelassen.

8 
4. Netzwerke zur Kooperation der Umsetzung des Migr ationsleitbildes 
Im Bereich der Netzwerkausrichtung war ein Ziel, di e gemeinsame Arbeit und das Zu- 
sammenwirken der Akteure untereinander abzuschöpfen  und eine Über- oder Unterver- 
netzung zu vermeiden. In diesem Sinne wurde der Ste uerungskreis zugunsten des beste- 
henden Koordinationskreises (siehe hierzu auch weit er unten) aufgelöst und zwei Arbeits- 
kreise zu einem Arbeitskreis „verwaltungsinterne Mi gration“ zusammengeführt. Dieser Ar- 
beitskreis stimmt aktuelle fachbezogene Praxisinhal te ab, informiert und diskutiert über 
Veränderungsprozesse und sichert so den verwaltungsinternen Austausch. 
Die Netzwerke zur Unterstützung der Umsetzung des M igrationsleitbildes sind im weiteren 
Verlauf in den einzelnen Handlungsfeldern aufgeführ t. Zudem ist in dem stadtweiten Netz- 
werk „Integration für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ der aktuelle Stand zu Umset- 
zung des Migrationsleitbildes kontinuierlicher Tage sordnungspunkt um so die Mitwirkung 
der breiten Trägerlandschaft (46 professionelle und  semiprofessionelle Akteure aus dem 
Bereich der Migration und Integration sowie einige Betroffenengruppen) zu sichern.  
 
Beteiligung der Migrantinnen- und Migrantenorganisationen 
6  
Erstmalig fand am 31.10.2009 der „Tag der Migrantin nen- und Migrantenorganisationen“ 
statt auf dem der Grundstein für eine Zusammenarbei t zwischen den unterschiedlichen 
Organisationen und der Stadtverwaltung im Hinblick auf die Umsetzung des Migrations- 
leitbildes gelegt wurde. Ziel ist zum einen die Arb eit und das Engagement der Organisati- 
onen sichtbar zu machen und zum anderen, die Kommun ikationsstrukturen zwischen den 
Migrantinnen- und Migrantenorganisationen selbst un d  in Richtung Stadtverwaltung zu 
verbessern. Eine besondere Brückenfunktion kommt hier dem Integrationsrat zu. 
Die Fragen, welche Rolle Migrantinnen- und Migrante norganisationen im Integrationspro- 
zess spielen, wie sie sich selbst sehen bzw. wahrge nommen werden und wo ihre spezifi- 
schen Potenziale als integrationspolitische kommuna le Partner liegen, standen auf der  
Tagung  im Mittelpunkt. Über 100 Expertinnen und Ex perten, Vertreterinnen und Vertreter 
von Wohlfahrtsverbänden, Migrantinnen- und Migrante norganisationen, aus der kommu- 
nalen Integrations- und Verwaltungspraxis und der W issenschaft waren der Einladung der 
städtischen Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten gefolgt. 
Ergebnis der Tagung war, dass man insgesamt über me hr  Kooperationen auch die 
Transparenz der Integrationsangebote in Münster erh öhen möchte, um durch eine besse- 
re Vernetzung den Informationsfluss entscheidend zu  verbessern. Eine vergleichbare Ver- 
anstaltung soll jährlich wiederkehrend durchgeführt  werden, um eine Öffnung der Netz- 
werke für andere Migrantinnen- und Migrantenorganis ationen als auch für die gesamte 
Bürgerschaft zu erreichen.  
 
Bestandsaufnahme 
 
Im Frühjahr 2009 wurde von der Koordinierungsstelle  für Migration und Interkulturelle An- 
gelegenheiten eine Befragung unter 55 Migrantinnen-  und Migrantenorganisationen in der 
Stadt Münster durchgeführt. Hierbei wurden die Orga nisationen vor allem in Bezug auf 
Aufbau, Tätigkeitsbereiche, Ressourcen, Zielgruppen, Vernetzungen, Ideen, Ziele und ihre 
Beziehung zur Stadt Münster und zum Migrationsleitb ild der Stadt Münster befragt. Aus- 
gewertet wurde die Umfrage vom Institut für Politik wissenschaft der Universität Münster 
unter Leitung von Herrn Dr. Hunger. Nachfolgend werden die zehn wichtigsten Ergebnisse 
der Befragung dargestellt: 
1. Die Befragung hat deutlich gemacht, wie vielfält ig und dynamisch die Landschaft der 
Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Münster ist.  
                                                 
6 Migrantinnen- und Migrantenorganisationen sind sowo hl die von Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
gegründeten unterschiedlichen Organisationsformen a ls auch die Religions- und Glaubensgemeinschaften 
sowie die interkulturell ausgerichteten Vereine.

9 
2. Sie zeichnet sich vor allem durch kleine und jun ge Vereine aus, die in vielen Tätigkeits- 
feldern aktiv sind.  
3. Die Migrantinnen- und Migrantenorganisationen be sitzen ein vielseitiges Tätigkeits- 
spektrum. Vereine wollen vor allem durch Freizeitan gebote und Kulturprojekte den kul- 
turellen Austausch zwischen den Herkunftsländern und Deutschland beleben. Dabei ist 
es ihnen wichtig, möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen zu erreichen.  
4. Besonders herauszuheben ist auch das große bildu ngspolitische Engagement der Or- 
ganisationen.  
5. Es wird deutlich, dass Migrantinnen- und Migrant enorganisationen eine wichtige Rolle 
im gesellschaftlichen Leben der Stadt Münster und f ür die gesellschaftliche Integration 
von Zuwanderern in Münster spielen wollen.  
6. In erster Linie mangelt es den Migrantinnen- und  Migrantenorganisationen an finanziel- 
len Ressourcen, eigenen Räumlichkeiten und damit verbundenen Vereinsnachwuchs.  
7. Die finanzielle Abhängigkeit von anderen Trägern  macht sich vor allem in der Mittelbe- 
schaffung zur Finanzierung des vereinseigenen Jahre sprogramms deutlich. Die Jah- 
resprogramme werden vor allem durch öffentliche Ins titutionen, wie beispielsweise der 
Stadtverwaltung und private Mittel finanziert.  
8. Um den Mangel an eigenen Räumlichkeiten zu kompe nsieren, greifen die Migrantin- 
nen- und Migrantenorganisationen soweit möglich vor allem auf Räume anderer Träger 
und privater Einrichtungen zurück.  
9. Mehr als die Hälfte aller Migrantinnen- und Migr antenorganisationen ist in Netzwerke 
eingebunden. Die vernetzten Organisationen verfügen  dabei über umfangreiche Kon- 
takte und kooperieren auch mit der Stadt Münster und dem Integrationsrat.  
10. Fast alle Migrantinnen- und Migrantenorganisationen möchten sich an der zukünftigen 
Umsetzung des Migrationsleitbildes beteiligen und w ünschen eine intensivere Zusam- 
menarbeit mit der Stadt Münster. Die Transparenz, d ie durch diese erstmalige voll- 
ständige Analyse erreicht worden ist, kann sicherli ch einen wichtigen Beitrag dazu leis- 
ten.  
 
Der Koordinationskreis zur Umsetzung des Migrationsleitbildes 
 
Der einmal jährlich tagende Koordinationskreis, der  maßgeblich mit an der Entwicklung  
des Migrationsleitbildes mitgewirkt hatte, diente a ls Informationspool und –quelle, mit stra- 
tegischer Ausrichtung für die bisherige Zielgruppe der Flüchtlinge und Spätaussiedler 
(Konzepte diskutieren und begleiten, Absprachen tre ffen, Gestaltung von Kontakten, etc). 
Er besteht aus Entscheidungsträgerinnen und –träger n und ist für die strategische Pla- 
nung & fachliche Begleitung als auch als Steuerungsunterstützung im Umsetzungsprozess 
des Migrationsleitbildes zuständig.  
Im weiteren Prozess wünscht sich der Koordinationsk reis eine engere Anbindung an das 
Integrationsmanagement und Informationen auch über kleine Erfolge sowie mehr Input 
über die unterschiedlichen Teilbereiche des Koordin ationskreises (handlungsfeldorientiert) 
und auch ein Informationssystem vom Quartier über d ie Stadt zum Land und Bund, das in 
beide Richtungen funktioniert. Zudem sollen Ergebni sse des Koordinationskreises auch 
von den Mitgliedern kommuniziert und diese als Mitw irkende an der Zukunftsaufgabe „In- 
tegration“ in der Stadtgesellschaft präsent sein. W ie ein solches Transfer- und Wissens- 
management aufgebaut und etabliert werden soll ist Thema der nächsten Koordinations- 
kreissitzung. 
 
Grenzüberschreitende Netzwerkarbeit 
 7 
In Münster und Almelo wird daran gearbeitet, grenzü berschreitende Strukturen im Feld 
Migration und Integration im Sinne des Migrationsle itbildes zu erarbeiten. Dabei geht es 
darum, einerseits die aktuellen Entwicklungen und E rgebnisse im Bereich Leitbildarbeit in 
                                                 
7 Die grenzüberschreitende Netzwerkarbeit wird organisiert und bereit gestellt durch das INTERREG-Projekt.

10  
die jeweilige Partnerstadt zu transportieren, ander erseits darum, die konkrete Praxisarbeit 
einander vorzustellen und miteinander zu verbinden,  um voneinander zu lernen. Dies 
geschieht derzeit zum Beispiel in den Feldern Schul e, Bildung, Sprache, Netzwerkarbeit, 
Integrationsarbeit für Migrantinnen, Behindertenarbeit, und "Migration und Kriminalität".  
 
 
5. Diversity Management  
Schon aus den übergeordneten Leitzielen des Migrati onsleitbildes geht hervor, dass bei 
allen Analysen, Beschreibungen und Planungen die Gr undsätze des Diversity Manage- 
ments zu berücksichtigen sind.  In der wörtlichen Ü bersetzung bedeutet Diversity „Ver- 
schiedenheit“, bezeichnet wird mit Diversity Manage ment allgemein die „soziale/kulturelle 
Vielfalt gut bzw. konstruktiv zu nutzen“. In den letzten 20 Jahren entwickelte sich Diversity 
Management immer mehr zu einem Konzept der Unterneh mensführung, das die Hetero- 
genität der Beschäftigten (Geschlecht,  Nationalitä t, ethnische Herkunft, Religion, Weltan- 
schauung, Alter, Behinderung, sexuelle Orientierung  und Identität) beachtet und zum Vor- 
teil aller wirken lassen möchte. Das bedeutet, es g eht nicht um die Toleranz von Verschie- 
denheit sondern um dessen Hervorhebung und positiver Wertschätzung. Heute ist Diversi- 
ty Management ein Qualitätsmerkmal nicht mehr nur i n Unternehmen sondern auch in Be- 
hörden. So sind in der Stadtverwaltung jene Ämter m it klassischen Querschnittsaufgaben 
wie das Frauenbüro auch überaus interessiert an der  Zusammenarbeit an gemeinsamen 
Schnittstellen wie beispielsweise im grenzüberschre itenden Projekt Zugang für Migrantin- 
nen zum Arbeitsmarkt. Außerdem gibt es auch eine Ve reinbarung  die Migrations- und 
Genderaspekte zukünftig stärker zu bündeln. Aber au ch jene Ämter, in deren Zuständig- 
keit die Querschnittsaufgabe Demografie gehört, sin d an der Berücksichtigung aller Diver- 
sity Merkmale ausgerichtet. Dementsprechend wurden auch Inhalte des Handlungskon- 
zeptes zum demografischen Wandel bei der Erstellung  dieser Vorlage genutzt und be- 
rücksichtigt. Zudem gab es auch im Rahmen der Fast Forward Veranstaltungen vom Fo- 
rum der Wirtschaftsförderung in Münster eine Inform ationsveranstaltung für Unternehmen, 
die sich insbesondere mit der Frage, wie Diversity Management in den unterschiedlichen 
Unternehmen umgesetzt werden kann, beschäftigte und  gute Praxisbeispiele bereithielt. 
Darüber hinaus gibt es in allen Handlungsfeldern Be rührungspunkte mit den Diversity 
Merkmalen (Geschlecht, Alter, etc.), die im weitere n Verlauf in unterschiedlicher Weise 
dokumentiert sind.  
 
Mit der Verabschiedung des Migrationsleitbildes im Rat der Stadt Münster ist die Stadt- 
verwaltung auch der Charta der Vielfalt  beigetreten. Die Charta der Vielfalt ist Bestandteil 
der Kampagne „Vielfalt als Chance“ der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, 
Flüchtlinge und Integration. Die Kampagne unter dem  Slogan „Vielfalt nutzen – Diversity 
Management in der öffentlichen Verwaltung“ hebt die individuelle Verschiedenheit von Be- 
schäftigten hervor und vermehrt dadurch den Erfolg moderner Verwaltungsarbeit. Sie hat 
zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, indem alle  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unab- 
hängig von den o. g. Unterschieden Wertschätzung erfahren. Ein Klima der Akzeptanz und 
des gegenseitigen Vertrauens hat positive Wirkungen auf das Ansehen bei den Kundinnen 
und Kunden, nutzt die Potentiale und erleichtert die Rekrutierung von geeigneten Beschäf- 
tigten, denn Vielfalt in der Belegschaft kann auf v ielfältige Anforderungen reagieren. In 
diesem Sinne werden sowohl im Handlungsfeld „Presse  und Öffentlichkeitsarbeit“ (Bür- 
gernahe Sprache schafft Akzeptanz) als auch im Hand lungsfeld „Personalentwicklung und 
Fortbildung“ erste Veränderungen erkennbar. Beispielsweise mit der zukünftigen Erweite- 
rung der Stellenausschreibungen um den Satz: „Die S tadt Münster fördert aktiv die 
Gleichstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeit er. Wir begrüßen daher Bewerbungen 
von Frauen und Männern, unabhängig von deren kultur eller und sozialer Herkunft, Alter, 
Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität. …“.

11  
6. Ziele identifizieren  
Auf der Grundlage der Bestandsaufnahme „Stadtverwal tung und Integration“ wurden ab 
Oktober 2009 Zielidentifikationsgespräche mit den L eitungskräften der städtischen Ämter 
und Tochtergesellschaften geführt, um Ziele zu iden tifizieren und auch die nächsten Um- 
setzungsschritte zu vereinbaren. Dabei wurden die z entralen Ziele und Teilziele des 
Migrationsleitbildes in den Mittelpunkt gestellt. B ei der Zielformulierung wurde (soweit 
möglich) auf eine Einschätzung wichtiger Kriterien wie kurz-, mittel- und langfristige Er- 
reichbarkeit und auch auf eine realistische Umsetzung geachtet. 
Generell galt, dass keine Ziele zu Lasten Dritter vereinbart wurden und die Ziele erreichba- 
re Ergebnisse anpeilen. Die Ziele sollen spezifisch , messbar, authentisch, realistisch und 
terminierbar sein (SMART).  
 
Exkurs: Fachliche Einschätzung aus wissenschaftlich er Sicht zum Integrationsmo- 
nitoring 8 
Bevor die Ergebnisse der Zielidentifikationsgespräche dargestellt werden, soll zur Orientie- 
rung, wie diese Ergebnisse weiter verwandt werden, ein kurzer Einblick in die weiteren 
Schritte gegeben werden. Der Masterplan sieht in Sc hritt 6 vor, ein Integrationsmonitoring 
aufzubauen und dieses im Schritt 7 im Sinne eines Controlling zu nutzen. Dazu ist die Ent- 
wicklung eines Indikatorensets notwendig: 
Um den Erfolg der Umsetzung der Ziele, die mit den Leitungskräften der städt. Ämtern und 
Tochtergesellschaften identifiziert und vereinbart worden sind, einschätzen zu können, 
benötigt man verlässliche und differenzierte Daten,  die Auskunft darüber geben, ob und in 
welcher Weise sich die Integration der Menschen mit  Migrationsvorgeschichte vollzieht, 
und in welchen Bereichen es weiteren Handlungsbedar f gibt. Dazu werden bezogen auf 
die konkretisierten Ziele und Maßnahmen Indikatoren hergeleitet, welche zur Beobachtung 
und Beschreibung von Integrationsprozessen sowie zu r Beurteilung der Wirksamkeit von 
Umsetzungsmaßnahmen geeignet sind. Bei der Herleitu ng der Indikatoren aus den Zielen 
soll ein Abgleich mit schon bestehenden, meist glob aleren Indikatoren erfolgen, wie sie 
z.B. im KGSt Integrationsmonitoring (2006) 9 oder im 1. Integrationsindikatorenbericht der 
Bundesregierung (2009) 10  dargestellt sind. 
Eine abgestimmte Anzahl von Indikatoren (Indikatore nset) wird für das sogenannte In- 
tegrationsmonitoring genutzt, mit dem der Stand des  Integrationsprozesses sowie seine 
Entwicklung zu verschiedenen Zeitpunkten regelmäßig  (an Hand dieser abgestimmten 
Indikatoren) beobachtet, beschrieben und damit über prüfbar gemacht wird. Die Ergebnis- 
se des Integrationsmonitoring werden jeweils berich tet und können so von der Praxis und 
den politischen Entscheidungsträgern genutzt werden.  
Wie schon im zusammenfassenden Ergebnis zur Studie  „Stadtverwaltung und Integration“ 
festgestellt, gibt es bezogen auf die Messbarkeit d er Integrationsarbeit bei den Vertretern 
der städtischen Ämter und Tochtergesellschaften Vor behalte.  Sicherlich ist bisher die Er- 
fassung von Daten oder auch die Evaluierung im gesa mtstädtischen Kontext  im Bereich 
der Integrationsarbeit Neuland. Hier gilt es perspe ktivisch neue Wege zur Messbarkeit der 
Integrationsarbeit zu entwickeln und diese dann suk zessiv zu verbessern. Es ist eine Her- 
ausforderung, Indikatoren in solchen  komplexen Han dlungsfeldern wie Integration zu 
bestimmen. Es ist allerdings notwendig, diese Herau sforderungen anzunehmen, da bei 
                                                 
8 „ Exkurs: Fachliche Einschätzung aus wissenschaftlicher Sicht zum Integrationsmonitoring“ von  Prof. Bona- 
to, Fachhochschule Münster (die wissenschaftliche Be gleitarbeit durch Herrn Prof. Bonato von der Fach- 
hochschule Münster wird über das INTERREG-Projekt bereitgestellt). 
9  Integrationsmonitoring, Materialien 2/2006. Köln: K GST (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwal- 
tungsmanagement) 
10  Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (2009). Integration in 
Deutschland. Erster Integrationsindikatorenbericht: Erprobung des Indikatorensets und Bericht zum bund es- 
weiten Integrationsmonitoring. Berlin

12  
knapper werdenden Mitteln auch darüber eine Prioris ierung von Zielen und Maßnahmen 
erfolgen kann.  
Hier bieten sich z.B. die Methoden zum SROI 11   oder qualitative Programmevaluationen 
an. Voraussetzung hierfür ist, dass es in allen Org anisationseinheiten eine Offenheit zur 
Einrichtung neuer Verfahren gibt. 
 
Ein Beispiel: 
Zur Verdeutlichung der im Exkurs beschriebenen Vorg ehensweise ein Beispiel aus dem 
Handlungsfeld Gesundheit: 
 
Leitziel aus dem Migrationsleitbild Münster : „Wir wollen für alle einen gleichberechtigten 
Zugang zu Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen erreichen und entsprechende Vorsorge-
, Beratungs- und Betreuungsangebote im Gesundheitsbereich garantieren.“ 
 
Inhalte aus Zielidentifikationsgespräch mit dem Gesundheitsamt :  
Zu sozialpädiatrischen Untersuchungen und Beratungen wird berichtet:  
Im Gesundheitsbereich werden sozialpädiatrische Untersuchungen und Beratungen in und 
für Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder angeboten . Von 3.565 Fällen in 2009 waren  
2456 (Fälle) Schuleingangsuntersuchungen, 538 (Fäll e) Schulentlassungen und 571 
Schulsprechstunden.  Von den 2456 (Fällen) Schulein gangsuntersuchungen waren 65,8 
% ohne Migrationsvorgeschichte und 34,2 % mit Migra tionsvorgeschichte. [Migrationsvor- 
geschichte bedeutet nach der Definition im Gesundhe itsbereich, dass  mindestens ein El- 
ternteil nicht in Deutschland geboren ist!] 
Ziel : Abbau von Zugangsbarrieren 
 
Bezug zu vorhandenen Indikatorensets:  
„Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung U 8 bezogen auf die Kinder mit vor- 
gelegtem Vorsorgeheft zum Zeitpunkt der Einschulung suntersuchung differenziert nach 
Migrationshintergrund [Indikator E 22 aus 2. Bericht der länderoffenen Arbeitsgruppe "Indi- 
katorenentwicklung und Monitoring" (2009)] 
 
„Vollständige Inanspruchnahme der Kindergesundheitsuntersuchungen U3 bis U9 bei Kin- 
dern insgesamt/mit Migrationshintergrund“ [Indikator 9.2.2 im 1. Integrationsindikatorenbe- 
richt der Bundesregierung (2009)] 
 
„Anteil der Teilnahme von Kindern an der U9 mit/ohn e Migrationshintergrund“ [Indikator 
7.01 KGSt-Integrationsmonitoring (2006)] 
 
In diesem Handlungsfeld wäre es z.B. sinnvoll einen  Indikator abzustimmen, der im Integ- 
rationsmonitor regelmäßig erhoben wird, um den Zuga ng zur Prävention beobachten und 
ggf. geeignete Maßnahmen einleiten zu können, diese n zu erleichtern. Eine Weiterverfol- 
gung des Indikators könnte globale Hinweise auf den  Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen 
liefern. Damit wird auch die Steuerungsmöglichkeit mit Hilfe der Indikatoren ersichtlich!    
 
In der Runde der erstmaligen Zielidentifikationsges präche wurden meist fruchtbare Beiträ- 
ge zur Verbesserung der Integrationsarbeit über bed arfsgerechte Veränderungen und Op- 
timierungen bisheriger Leistungen vereinbart. Mit d iesen Vereinbarungen werden die Vor- 
aussetzungen für die Entwicklung und Vereinbarung von Indikatoren bereitgestellt. 
                                                 
11  Social Return of Investment ist eine Messmethodik zur Einschätzung der sozialen Rendite einer Interventi- 
on und wurde im Feld Zuwandererintegration und Arbe itsmarktqualifikation auf seine Anwendbarkeit hin 
untersucht. Es fand statt im Rahmen eines INTERREG-P rojekt in 2007/2008 in Regie der Koordinierungs- 
stelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten.

13  
Im weiteren Verlauf sind die Gesprächsergebnisse un d Ziele sowie weitere abgestimmte 
Aktivitäten unter den einzelnen Handlungsfeldern de s Migrationsleitbildes subsumiert. Die 
Handlungsfelder seien hier noch einmal kurz benannt: 
1. Rechtliche Integrationsbegleitung 
2. Sprache und Bildung 
3. Wirtschaft und Arbeit 
4. Wohnen und Stadtentwicklung 
5. Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Leistungen und Dienste 
6. Gesundheit 
7. Personalentwicklung/Fortbildung 
8. Kultur und Sport 
9. Presse und Öffentlichkeitsarbeit 
Die Leitziele des Migrationsleitbildes markieren hi er die Perspektive und die einzelnen 
Konzeptbausteine sind den Teilleitzielen des Migrat ionsleitbildes zuordenbar. So wird der 
aktuelle Bearbeitungsstand erkennbar und mit Praxis beispielen und den weiteren Planun- 
gen dargestellt. Zudem sind in den Handlungsfeldern  teilweise konkret Ämter und Toch- 
tergesellschaften benannt, um Entwicklungen exempla risch zu belegen. Diese konkreten 
Praxisbeispiele sollen jedoch in keiner Weise die Bemühungen anderer schmälern. 
Abgeschlossen wird das jeweilige Handlungsfeld mit einem Ausblick. In diesem werden 
Vorschläge zu aktuell möglichen Evaluationen und we nn möglich auch zu Indikatoren, die 
zukünftig für das Integrationsmonitoring erhoben werden könnten, gemacht. 
 
 
 
6.1 Handlungsfeld rechtliche Integrationsbegleitung   
Anzustreben ist perspektivisch die Einbeziehung and erer Ämter und der für die Integrati- 
onsbegleitung zuständigen Institutionen. So soll der Informationsfluss nach Außen verbes- 
sert und eine einzellfallbezogene Kooperation nach Innen gefördert werden.  
Aus  den Gesprächen mit dem Amt für Ausländerangelegenhe iten und dem Amt für Bür- 
gerangelegenheiten ergaben sich folgende Anknüpfung spunkte zu den sich noch im Pro- 
zess befindlichen Zielfeldern: 
 
Partizipation der Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
 
 Systematische Förderung der Institutionen und Vere ine in den einzelnen Stadtteilen 
durch einen festen Ansprechpartner in jedem Stadtbe zirk. Es besteht der Bedarf, sich 
mit interkulturellen Anliegen auf Stadtbezirksebene  an die Verwaltung wenden zu kön- 
nen. Dies wird künftig auch in Broschüren etc. deutlich gemacht.   
 Gezielte Ansprache der Menschen mit Migrationsvorg eschichte und deren besonderen 
Lebensumstände durch die Sachbearbeiterinnen und Sa chbearbeiter in der alltäglichen 
Beratungssituation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarb eiter sind bereits teilweise im Be- 
reich interkultureller Kompetenz geschult. Diese Ko mpetenzen sollen verstärkt einge- 
setzt werden. 
 Der Teilnehmerinnen- und Teilnehmerkreis der regel mäßigen Treffen der Migrationsbe- 
ratungsstellen, des Bundesamtes für Migration und F lüchtlinge und der Koordinierungs- 
stelle für Migration und interkulturelle Angelegenh eiten soll bedarfsgemäß um Vertrete- 
rinnen und Vertreter anderer Ämter und Einrichtunge n der Stadtverwaltung, die im wei- 
ten Sinne Migrantinnen und Migranten in besonderen Lebenslagen betreuen oder bera- 
ten, erweitert werden.  
 
Vernetzung 
 
 Die Migrationsberatungsstellen und die zuständigen  Mitarbeitenden der Fachämter als 
wichtige Akteure in der Integrationsarbeit sollen über die ausführlichen aufenthaltsrecht- 
lichen Rahmenbedingungen informiert und beraten werden.

14  
 Um internationalen Studierenden die Gelegenheit zu  geben, möglichst schnell die Bera- 
tung und Information über aufenthaltsrechtliche Fra gen zu erhalten, wird das Amt für 
Ausländerangelegenheiten auch künftig an den Semest ereröffnungsveranstaltungen für 
Erstsemester und an der Messe Connecta International teilnehmen.  
 
Einbürgerung 
 
 Bei Einbürgerungen und Staatsangehörigkeitsangeleg enheiten soll die Bearbeitung der 
Einbürgerungsanträge jeweils innerhalb von 5 Monaten und die abschließende Bearbei- 
tung der Anträge auf Ausstellung eines Staatsangehö rigkeitsausweises mindestens in 
90% aller Fälle innerhalb von 2 Monaten erfolgen.  
 Im Rahmen des Konzeptes zur Einbürgerungskampagne der Stadt Münster werden die 
beteiligten Fachämter die Themenbereiche stärker bü ndeln. Anzustreben ist eine ge- 
zielte Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbe iter, um über die Einbürgerungskam- 
pagne und ihre Inhalte zu informieren.    
 
Entwicklung einer Einbürgerungskampagne für Münster
 
Die Koordinierungsstelle für Migration und interkul turelle Angelegenheiten hat von Juni 
2009 bis Januar 2010 mit Unterstützung des Ibis (In stitut für interdisziplinäre Beratung und 
interkulturelle Seminare) einen Prozess initiiert m it dem Ziel, gemeinsam mit breiter Betei- 
ligung von Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Mig rationsvorgeschichte sowie Vertre- 
tern aus Migrantinnen- und Migrantenorganisationen und Experten aus den unterschied- 
lichsten Bereichen eine Einbürgerungskampagne zu entwickeln. 
Der Entwicklungsprozess wurde durch einen Lenkungsk reis, mit Vertretern aus der Stadt- 
verwaltung (Dezernent für Recht, Ordnung, Personal und Organisation, Amt für Bürgeran- 
gelegenheiten), Kirchen, Handwerkskammer, Wohlfahrtsverbände und dem Integrationsrat 
unterstützt.  Parallel dazu wurden Expertinnen und Experten interviewt vor allem im Be- 
reich der Migrantinnen- und Migrantenselbstorganisa tionen und Menschen mit Migrations- 
vorgeschichte. Ergänzt wurde dies durch eine Einzel personenbefragung der hiesigen Be- 
völkerung (Aufnahmegesellschaft) von der Universitä t Tübingen, unter Leitung von Frau 
Dr. Klocke-Daffa, hinsichtlich des Meinungsbildes z ur Einbürgerung von Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte in Münster. 
Am Ende stand ein mit 80 Personen besuchter Worksho p, an dem unterschiedlichste Ak- 
teure der Stadtgesellschaft teilnahmen (Politik, Ve rwaltung, MSO’s, Wissenschaft u. w.) 
und in dem ein vorläufiges Konzept sowie ein umfang reicher Maßnahmenkatalog ent- 
stand. Alleinstellungsmerkmal ist die Ausrichtung d er Kampagne sowohl auf die Aufnah- 
megesellschaft, in der ein Klima des Willkommensein s erreicht werden soll, als auch auf 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte ohne deutschen  Pass, die für die Einbürgerung 
gewonnen werden sollen. Oberster Grundsatz dabei is t: „Es ist die freie Entscheidung je- 
des einzelnen, sich einbürgern zu lassen, aber eine  gesellschaftliche Aufgabe und ein ge- 
sellschaftlicher Prozess.“ 
Beispiele aus dem Maßnahmenkatalog für die Gestaltu ng einer Einbürgerungskampagne 
für Münster sind u. a. eine Charta des Willkommense ins, ein Willkommensfestival und 
Grußkarten, die die Inhalte der Kampagne vermitteln.  
Ausblick: Im Zuge der Weiterführung ist von der Sta dt Münster bereits ein Antrag an den 
europäischen Fond gestellt worden.  
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend geht es im Handlungsfeld Rechtliche Integrationsbegleitung  um 
Ansprache von Menschen mit Migrationsvorgeschichte,  um Ansprechbarkeit der Akteure 
und die Vernetzung der Akteure im Bereich Integrati onsbegleitung. Hier wäre eine 
Erhebung subjektiver Indikatoren durch eine Befragu ng hilfreich, wie sie in der 1.

15  
Duisburger Integrationsbefragung genutzt wurde 12 .  
 
 
6.2 Handlungsfeld Sprache und Bildung 
Beteiligt an diesem Handlungsfeld waren mehrere Ämt er der Stadtverwaltung. Im Sinne 
des „lebenslangen Lernens“ betrifft das Thema Bildung aber alle weiteren Organisations- 
einheiten. Deshalb müssen zur Förderung und Anerken nung kultureller Vielfalt in allen 
Bereichen die „Interkulturelle Bildung und Erziehung“ mitgedacht und organisiert werden.  
Insgesamt gewinnt die Einbindung von Menschen mit M igrationsvorgeschichte in das Bil- 
dungssystem zunehmend zentrale Bedeutung. In den Be reichen der musischen und kultu- 
rellen Bildung hat sich diese Einbindung bereits al s wichtige Plattform kultureller Vielfalt 
erwiesen und entwickelt sich zunehmend. 
 
Sprachförderung und Stabilisierung der Muttersprache 
 
Die sprachliche Förderung stellt seit langem eine k ontinuierliche Kernaufgabe dar. Sie ist 
eine wesentliche Voraussetzung zur Öffnung von Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe 
für Kinder und Erwachsenen mit Migrationsvorgeschic hte. Die sprachliche Förderung be- 
zieht sich sowohl auf das Erlernen der deutschen Sp rache als auch auf den Erhalt der 
Muttersprache. Die Ausweitung des Interesses für Me hrsprachigkeit unterstützt das inter- 
kulturelle Verständnis und sorgt auch für den Abbau  von Barrieren für Menschen mit und 
ohne Migrationsvorgeschichte. Über die Angebote in Münster sollen zukünftig verstärkt 
auch Eltern erreicht werden. Die sprachliche Förder ung umfasst mehrere Handlungsan- 
sätze: 
 Vorschulische Sprachförderung in Kindertagesstätte n und Schulen, Information der 
Eltern und Intensivierung der Elternarbeit, Verzahn ung unterrichtlicher und außerunter- 
richtlicher Angebote im Rahmen von Ganztagsangeboten sollen erweitert werden. 
 Mehrsprachigkeit und Interkulturalität an Schulen sollen durch bilinguale Zweige, Spra- 
chenlabels im Rahmen des Europäischen Referenzrahme ns, Zertifizierungen zu Euro- 
paschulen und durch das Auflegen mehrsprachiger Sch ulbroschüren unterstützt wer- 
den. 
 Gezielte Elternarbeit gewinnt die Eltern mit Migra tionsvorgeschichte und berücksichtigt 
das Potential der Migrantinnen- und Migrantenorgani sationen. Gerade auch im Bezug 
auf die Förderung der Muttersprache bzw. zur Sprach förderung  kommen insbesonde- 
re diesen Organisationen wichtige Funktionen als Dialogpartnerinnen und -partner zu. 
 Die Schulen werden auf die Möglichkeiten der Zusam menarbeit mit den Migrantinnen- 
und Migrantenorganisationen aufmerksam gemacht. Lan gfristig wird eine Nutzung der 
Angebote der Migrantinnen- und Migrantenorganisatio nen im Bereich der Förderung 
der Muttersprache als sinnvolle Ergänzung zum offiz iellen und abschlussrelevanten 
Unterricht der Schulen angestrebt.  
 Erfolgreiche Ansätze sind in unserer Stadt bereits  vorhanden, beispielsweise das Pro- 
gramm im „Club D“ der Volkshochschule, das fremdspr achige Angebot der Stadtbü- 
cherei, das Modellprojekt „Mulingula“ (mehrsprachige Kinderbibliothek), u. w. Das Mo- 
dellprojekt „Mulingula“ findet an zwei Grundschulen statt und dient der Förderung von 
Lesekompetenzen in der jeweiligen Muttersprache als  auch in der deutschen Sprache; 
zur langfristigen Übertragung auf weitere Schulen wird ein Konzept entwickelt.  
 Um insbesondere den Zielgruppen der Frauen und auc h älteren Menschen bedarfsori- 
entierte Angebote machen zu können, wird eine quart iersbezogene Ausrichtung für 
notwendig gehalten. So werden in Federführung des A mtes für Schule und Weiterbil- 
dung in den einzelnen Stadtteilen und in enger Koop eration mit den dortigen Akteuren 
Konzepte entwickelt, die ein Angebot von Alphabetis ierungs- und Deutschkursen für 
                                                 
12  Integration zwischen Distanz und Annäherung. Die Er gebnisse der ersten Duisburger Integrations- befra-
gung. Stadt Duisburg, 2009

16  
die genannten Zielgruppen beinhalten und möglichst an den Stadtteilhäusern ange- 
bunden sein sollen. 
 Die Koordinierungsstelle für Migration und Interku lturelle Angelegenheiten bietet neben 
den kontinuierlichen Sprach- und Orientierungskurse n seit April 2010 der deutschen 
Sprache leseunkundigen Flüchtlingen einen Alphabetisierungskurs an. Er wird angelei- 
tet von einem ehrenamtlich tätigen Lehrer. Unterstü tzend tätig werden in diesem Pilot- 
projekt Schülerinnen der Marienschule, die in einer 1:1 Betreuung die Lernenden unter- 
richten.  
 Projekte wie beispielsweise „Chancen der Vielfalt nutzen lernen“ – Modellprojekt (EIF) 
dienen der Gestaltung der Schulübergänge und helfen  langfristig als erfolgreiche inter- 
kulturelle Maßnahmen beim Abbau von Bildungshemmnis sen. In diesem Modellprojekt 
förderte das Amt für Schule und Weiterbildung in Ko operation mit münsterschen Hoch- 
schulen und der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten 
im Verlauf des Schuljahres 2009/10 die sprachlichen  Kompetenzen bei Grundschülern 
aus Drittländern. Zum Projektrahmen gehörte auch ei ne Förderung der sprachlichen 
Kompetenzen während der Ferien in Sprachencamps. Du rch das Modellprojekt soll die 
Förderung von Schülerinnen und Schüler in ihrer spr achlichen und sozialen Kompe- 
tenz bis zum Schuljahr 2012/2013 fortgesetzt werden. 
 Ergänzend dazu erstellen die beteiligten Hochschul en im Rahmen des Pilotprojektes 
für die zukünftige Lehrerinnen- und Lehrerausbildun g als auch für den Ausbildungsbe- 
reich der sozialen Arbeit / Sozialpädagogik Ausbild ungskonzepte mit interkulturellem 
Schwerpunkt und Aspekten der sprachlichen Bildung. 
 
Elementarbildung
 
Der Ausbau der Eltern-Kind-Arbeit ist ein wesentlic her Beitrag zum interkulturellen Aus- 
tausch. Dazu gehört  die Entwicklung von Qualitätss tandards und regelmäßige Prüfungs- 
verfahren für Kindertagesstätten (s. a. Handlungsfeld Kinder- und Jugendhilfe, soziale Lei- 
tungen und Dienste).  
Die gezielten Sprachförder- und Integrationsmaßnahm en für Eltern von Kita-Kindern (aus 
Familien mit Migrationvorgeschichte) stimmen mit de r Sprachförderung für ihre Kinder im 
Rahmen der Eltern-Kind-Arbeit überein und werden gezielt gefördert.  
Die Zielgruppen der Erzieher/innen in Kindertagesst ätten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
von interessierten Familienzentren sowie aktive Elt ern bringen in der Regel eine hohe Be- 
reitschaft mit, sich mit den Voraussetzungen für ei n gelungenes Zusammenleben von Kin- 
dern aus  unterschiedlichen Kulturen auseinander zusetzen. Mit dem Projekt "Vielfalt leben 
- Projekt zur Förderung interkultureller Kompetenz für die Verantwortlichen in der vorschu- 
lischen Bildungsarbeit" möchte die Volkshochschule ab Herbst 2010 durch interkulturelle 
Schulungen eine stärkere Integration von Kindern un d Eltern mit Migrationsvorgeschichte 
fördern.  
 
Kooperation mit Schulen 
 
 Das Stadtarchiv wird gezielt Angebote für Hauptsch üler erarbeiten, um  ihnen die Ar- 
beit des Stadtarchivs näher zubringen und sie aufzu fordern,  an deren  Angeboten zu 
partizipieren. 
 Die Stadtbücherei wird ihr fremdsprachiges Angebot  weiterhin gezielt ausbauen und 
die Kooperation zwischen den Büchereien in Coerde, Kinderhaus und Gievenbeck-
Auenviertel sowie dem Bücherbus in Berg Fidel und d en dort ansässigen Schulen aktiv 
vertiefen. Der Erfolg dieser Arbeit ist abhängig vo n der Präsenz der Stadtbücherei im 
Stadtteil. 
 Die Bildungsberatung International berät Schülerin nen und Schüler als auch Eltern, die 
aus dem Ausland nach Münster zugewandert sind und ü bernimmt damit eine Brücken- 
funktion zwischen Elternhaus und Schule.

17  
 
Zusammenarbeit im Bildungsnetzwerk 
 
Die zentralen Ziele des Bildungsnetzwerkes „Gelungene Bildungsbiografien für alle Kinder 
und Jugendlichen in Münster“ sowie mehr Bildungsger echtigkeit und der Abbau von Bil- 
dungsbenachteiligungen haben eine große Nähe zu den  Leitzielen und Teilleitzielen des 
Migrationsleitbildes. Auch die daraus resultierende n Handlungsempfehlungen und Per- 
spektiven mit den Schwerpunkten „Bildungsdokumentat ion und Begleitung“, „Informati- 
onsmanagement Bildung“ und „Bildungsmanagement im Stadtteil“ weisen eine große Nä- 
he zur Integrationsarbeit auf. So ist auch die Koor dinierungsstelle für Migration und Inter- 
kulturelle Angelegenheiten in einigen der Arbeitsgr uppen und im Bildungsnetzwerk vertre- 
ten. Um den Wunsch 13  nach einer stärkeren Kopplung und Umsetzung unters chiedlicher 
Leitbilder und Controlling-Maßnahmen gerecht zu wer den, sollte schon zu Planungsbe- 
ginn, beispielsweise bei der Einrichtung des  Bildu ngsmonitoring, eine enge Verzahnung 
mit den Indikatoren des Integrationsmonitoring stat tfinden. Hier können sowohl Synergien 
genutzt als auch Doppelungen in der Zusammenstellun g von Informationen vermieden 
werden. 
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend geht es im Handlungsfeld Sprache und Bildung  um die Bereitstellung 
von Bildungsangeboten (für alle Altersgruppen), um die Sicherstellung der Information 
über und den Zugang zu diesen Bildungsangeboten. Hi er existieren bereits bzw. sind wei- 
tere Aktivitäten geplant. Um die Wirkung der komple xen unterschiedlichen Sprachkurse zu 
erfassen und auch eine Bedarfdeckung zu prüfen, ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll. Zur 
Ressourcenorientierung wäre sicher auch die Kooperation mit einer Hochschule denkbar.  
Es besteht die große Herausforderung, Indikatoren zur Integration (Integrationsmonitoring)  
und Indikatoren zur Bildung (Bildungsmonitoring) au feinander bezogen und u. a. auch aus 
Effizienzgründen nicht nebeneinander zu entwickeln.  So könnten sich Indikatoren z.B. auf 
den Erreichungsgrad der Menschen mit Migrationsvorgeschichte beziehen.  
 
 
6.3 Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft 
In diesem Handlungsfeld waren sowohl städtische Ämt er, Tochtergesellschaften als auch 
die Arbeitsgemeinschaft Münster beteiligt.  
Die Zuständigkeiten sind sehr unterschiedlich und b eschäftigen sich mit verschiedenen 
Teilbereichen des Handlungsfeldes. Insgesamt wird d em Thema Integration ein großer 
Stellenwert beigemessen und konkret ist der Zugang zum Arbeitsmarkt und auch zur ei- 
genständigen Existenzsicherung von zentraler Bedeutung.  
Wesentlicher Anknüpfungspunkt an das Leitziel und d em folgend auch an den Teilleitzie- 
len war die Potentialorientierung. Dabei geht es in  erster Linie um die Erfassung der Po- 
tentiale von Menschen mit Migrationsvorgeschichte. Hierzu zählen das Erkennen, das An- 
erkennen und die Wertschätzung dieser Potentiale. So lassen sich perspektivisch auch die 
Fähigkeiten der Menschen mit Migrationsvorgeschicht e individuell fördern und stärker in 
den Arbeitsmarkt einbeziehen. 
Einen innovativen Ansatz verfolgt seit geraumer Zei t die Volkshochschule für Menschen 
mit Migrationsvorgeschichte mit unzureichender Grun dbildung unter der Überschrift: „Er- 
höhung der Sprach-, Veränderungs- und Teilhabekompe tenz“. Hier soll u. a. auch vorbe- 
reitend auf die Integrationskurse und berufliche Qu alifizierung vor allem die Lernkompe- 
tenz der Teilnehmenden hergestellt werden. Indem Spracherwerb mit individueller Lernbe- 
ratung verbunden wird können sich Teilnehmende neue  Zugänge zu größerer Teilhabe 
                                                 
13  S. a. „Stadtverwaltung und Integration“ Eine wissen schaftliche Untersuchung der Arbeit der städtischen  Ämter und 
Tochtergesellschaften im Themenbereich Integration, i nterkulturelle Öffnung und Migration im Rahmen des 
INTERREG-Projektes „Migrationsleitbild“, S. 170

18  
erarbeiten. Diese individuellen Förderpläne, eingeb ettet in ein prozesshaftes Kursgesche- 
hen, haben seither bei vielen Teilnehmenden zu sign ifikanten Verbesserungen der Basis- 
kompetenzen geführt.  
Zu den folgenden Teilthemenbereichen des Handlungsf eldes sind Aktivitäten durchgeführt  
worden, Projekte geplant und  Ziele für die Zukunft formuliert.  
 
Übergang Schule Beruf 
14  
Der Übergang von der Schule in den Beruf ist so zu gestalten, dass der Anschluss und 
eine verlässliche Begleitung in weiterführende Bild ung, Ausbildung, Studium und Beschäf- 
tigung unabhängig von sozialer und ethnischer Herku nft gewährleistet sind. Die Wahl ei- 
nes geeigneten Ausbildungsberufes ist für alle Schu labgängerinnen und – abgänger eine 
Entscheidung mit sehr großer Tragweite. Zudem sind die Erfahrungen zu Beginn der Be- 
rufsbiografie von elementarer Bedeutung für die Ent wicklung der Einstellung zur Arbeit 
und für die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. D ementsprechend sind auch zielgrup- 
penorientierte Angebote zur leichteren Integration am Arbeitsmarkt notwendig. Dieses 
Teilleitziel wird beispielsweise umgesetzt durch di e Entwicklung und darauffolgende Etab- 
lierung von „Unterstützungsstrukturen“ zum Übergang  von der Schule in den Beruf, um 
hierdurch die Fachkräfteausbildung und Selbstständi gkeit der Menschen zu stärken. Das 
Amt für Schule und Weiterbildung trägt aber auch sc hon heute zur Integration junger Men- 
schen in Arbeit und Ausbildung bei. Um dies zu erre ichen, werden zahlreiche Maßnahmen 
in Kooperation mit den Schulen, den Trägern der Jug endberufshilfe und beruflichen Wei- 
terbildung gefördert und umgesetzt.   
Darüber hinaus ist es wichtig, schon frühzeitig Mäd chen und Jungen bei der Berufsweg- 
planung zu unterstützen, damit sie ohne Hürden ihre n Weg in die Ausbildung finden. In 
dieser Zeit spielen die Eltern als Beratende eine w ichtige Rolle. Eltern mit Migrationsvor- 
geschichte fehlen für diese Funktion häufig wichtig e und grundlegende Informationen und 
Kenntnisse. Zudem sind die Eltern in der Phase der Berufswahlorientierung von der Schu- 
le nur schwer erreichbar. Deshalb gilt auch hier ei ne frühe Ansprache. In einem Gespräch 
zwischen den Migrationsberatungsstellen, der Bildun gsberatung International, der Arbeits- 
gemeinschaft Münster und der Koordinierungsstelle f ür Migration und Interkulturelle Ange- 
legenheiten wurde vereinbart, dass durch die Arbeit sgemeinschaft Münster ein Kontakt 
zwischen der Bildungsberatung International, dem Ju gendmigrationsdienst und der Geist- 
schule hergestellt werden soll, um die Angebote der  Beratungsstellen in einer Lehrerkon- 
ferenz vorzustellen und evt. eine weitere Kooperation daraus abzuleiten.  
Unter der Bezeichnung „Xpert Basiszertifikat IT-Kompetenzen“ bietet die Volkshochschule 
Schülerinnen und Schülern an Hauptschulen in Münste r das schulbegleitende Angebot 
„IT-Kompetenzen im Kontext von Berufsorientierung“ mit einer zertifizierten Abschlussprü- 
fung auf dem Gebiet der Computer- und Internetnutzu ng an. Zudem bietet sie bei Bedarf 
auch ein interkulturelles Basistraining für Lehrkrä fte der Haupt- und Realschulen, die ihre 
Schüler/innen auf das Berufsleben vorbereiten möcht en an. Auch diese „Xpert Communi- 
cation Skills“ werden mit einem Zertifikat abgeschlossen.  
                                                 
14  Die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen auch für hochqualifizierte Menschen mit Migrationsvorge- 
schichte sind laut Berufsbildungsbericht 2008 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung schlechter 
als für Deutsche. Der Anteil der ausländischen Ausz ubildenden ist sogar rückläufig. Nahmen 1994 noch 3 4 
% an einer beruflichen Ausbildung teil, so waren es  2006 nur noch 23 %. Dagegen lag die Quote bei jung en 
deutschen mehr als doppelt so hoch (57 %). Viele der jungen Menschen mit Migrationsvorgeschichte landen 
in den Übergangssystemen, in denen sie mit 60 % stark überrepräsentiert sind. 
Bei der Arbeitsgemeinschaft Münster sind 87 arbeits lose Jugendliche mit nichtdeutscher Staatsbürgersch aft 
gemeldet (Stichtag 09.07.2010), davon haben 9 eine abgeschlossene Ausbildung, 15 keinen Schulab- 
schluss, 6 einen Abschluss der Förderschule, 35 einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder 10A, 13 die 
mittlere Reife, 4 die Fachhochschulreife und 2 die H ochschulreife, einer einen Fachhochschul- und 2 eine n 
Hochschulabschluss. Generell haben ca. 40 % der ALG  II – beziehenden Personen eine Migrationsvorge- 
schichte.

19  
Als Weiterentwicklung des  XENOS-Projektes "Vermitt lung interkultureller Kompetenzen 
zur Unterstützung der Beschäftigungsfähigkeit im Ha ndwerk" das 2009 gemeinsam von 
der Handwerkskammer Münster und der VHS durchgeführ t wurde, möchte die VHS in ei- 
nem Materialband die  wichtigsten Definitionen, das  notwendige Hintergrundwissen und 
die im Projekt entwickelten Handlungshilfen zur För derung Interkultureller Kompetenz do- 
kumentieren. Diese Qualifizierungsmaßnahmen zur Ent wicklung der interkulturellen Kom- 
petenzen richteten sich an Lehrerinnen und Lehrer s owie Ausbilderinnen und Ausbilder in 
der Berufsvorbereitung und –ausbildung.   
Auch die von der Arbeitsgemeinschaft Münster neu ei ngerichtete Arbeitsgruppe „Migran- 
tInnenausbildung" unter Beteiligung von der Berufsb eratung der Agentur für Arbeit, der 
Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskamme r sowie ausgewählter freier 
Träger beschäftigt sich konkret mit den Übergängen der Schülerinnen und Schüler mit 
Migrationsvorgeschichte von Hauptschulen, um hier p assgenaue Unterstützungsangebote 
zu entwickeln. Zudem plant diese Arbeitsgruppe eine  Veranstaltung zum Thema: „Potenti- 
ale von jungen Menschen mit Migrationsvorgeschichte für Unternehmen sichtbar machen“. 
Dabei sollen die unterschiedlichen Wege der verschi edenen Nationen insbesondere von 
Hauptschülerinnen und –schülern im Mittelpunkt stehen. 
 
Integrationshilfen für arbeitsuchende Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte erhalten bei Bedarf in unterschiedlichen Stadtteilen 
Münsters eine individuelle psychosoziale Beratung, Unterstützung und Begleitung bei ihrer 
Integration in Arbeit. Das Angebot der vier Wohlfah rtsverbände umfasst beispielsweise die 
Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen oder Hilfestellung bei der Be- 
antragung der Anerkennung eines im Ausland erworben en Bildungs- und Berufsabschlus- 
ses. Die Integrationsfachdienste, die bei den Wohlf ahrtsverbänden eingerichtet sind, wer- 
den seit Juli 2009 vom Sozialamt gefördert und arbe iten in Kooperation mit der Arbeitsge- 
meinschaft Münster, da es sich um ein Angebot für e rwerbsfähige Hilfeempfänger/innen 
nach dem SGB II handelt. Es sollen daher jährlich d urchschnittlich 240 Menschen mit dem 
Ziel der Integration in Arbeit beraten und unterstützt werden. 
 
Berufliche und soziale Integration von Migrantinnen und Migranten  
Die Potenziale von in unserem Land lebenden Berufsr ückkehrenden mit Migrationsvorge- 
schichte gehören zu den bislang eher unsystematisch  „gehobenen“  Schätzen. Der Be- 
reich „Berufliche Qualifizierung und Vernetzung“ der Volkshochschule Münster beschäftigt 
sich im Rahmen verschiedener Förderprogramme sehr intensiv mit diesem Thema und der 
„Hebung der Schätze“.         
Ziele der entwickelten Strategien und Aktivitäten dieser Zielgruppe sind insbesondere: 
 Die Beteiligung an Existenz sichernder, guter Erwe rbsarbeit soll signifikant erhöht 
werden. 
 Die Nachfrage nach Weiterbildungs-,  Beratungs- un d Vermittlungsangeboten wird 
gesteigert. 
 Die Nachfrage von kleinen und mittelständischen Un ternehmen (KMU´s) nach 
qualifiziertem Fachpersonal wird erkannt, bedient und gesteigert.  
 Die Passgenauigkeit von Weiterbildungs-, Beratungs - und Vermittlungsaktivitäten wird 
optimiert. 
 Die Segmentierung in separaten Weiterbildungs- und  Beratungsangeboten wird 
aufgehoben.  
 Die strukturellen Zugänge zu sozialen und psychoso zialen Leistungen der Region (z. 
B. im Bereich der Leistungen nach 16 a SGB II) werden verbessert. 
Um diese Ziele zu erreichen, hat die Volkshochschul e Münster im letzten Jahr ihr Angebot 
konsequent umgestellt. Sämtliche innerhalb ihrer Angebote angestoßenen und begleiteten 
Weiterbildungs- und Integrationsprozesse werden übe r eine professionelle Einzelberatung

20  
der Teilnehmenden gesteuert. Vertiefende Seminartei lnahmen können bei Bedarf und 
Wunsch Mehrwert schaffen.  Es gibt keine klassische n „Maßnahmen“ mehr. Dieser Para- 
digmenwechsel ermöglicht auch Migrantinnen und Migr anten optimale – weil barrierefreie 
und respektvoll gestaltete – Zugänge zu den von ihn en benötigten Angeboten. Die Volks- 
hochschule selbst erhält in diesem dialogorientiert en Verfahren bedeutsame Einblicke in 
die Bedarfslagen ihrer Kundinnen und Kunden und hat  damit eine fundierte Grundlage für 
die Weiterentwicklung ihrer lebensweltorientierten Weiterbildungs-, Beratungs- sowie 
Netzwerkangebote. Adressatinnen und Adressaten der Angebote sind insbesondere er- 
ziehende Frauen (aber auch Männer) und arbeitslose Menschen im Alter von über 50 Jah- 
ren; viele von ihnen beziehen Arbeitslosengeld II. Die Volkshochschule arbeitet im oben 
beschriebenen Kontext besonders eng mit der Arbeits gemeinschaft Münster und dem 
FrauenForum Münster zusammen.  Eine Kooperation, di e u. a. eine zukunftweisende regi- 
onale  Bearbeitung  des Themenfeldes „Migrantinnen im Kontext des SGB II“ ermöglicht.  
 
Zugang von Migrantinnen zum Arbeitsmarkt 
 
In Kooperation mit dem städtischen Frauenbüro, der Gemeente Almelo und der Koordinie- 
rungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten wird aktuell eine Befragung in 
Münster und Almelo durchgeführt, die sich konkret a n Menschen wendet, die Hilfsangebo- 
te zur Vermittlung von Migrantinnen in den Arbeitsm arkt anbieten. Inhalt dieser Studie ist, 
die Angebote sowie Maßnahmen in Münster und Almelo zu erfassen, Unterschiedlichkei- 
ten herauszukristallisieren und mit theoretischem W issen über die Integrationsarbeit in 
beiden Ländern zu ergänzen. Dabei sollen vor allem Fragen nach den Hauptschwierigkei- 
ten der Vermittlung von Migrantinnen in den Arbeits markt als auch erfolgreiche und wirk- 
same Angebote erfasst werden. Ziel ist hier die Opt imierung der Hilfs- und Beratungsan- 
gebote für Migrantinnen. Dafür werden in einem gemeinsamen Fachgespräch Erfahrungen 
ausgetauscht und Impulse für die jeweilige Arbeit vor Ort gegeben.  
 
Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt 
 
Das Münsteraner Netzwerk „MAMBA“, unter der Federfü hrung der Gemeinnützigen Ge- 
sellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V., i n Kooperation mit Fachämtern der 
Stadtverwaltung und der Arbeitsgemeinschaft Münster , ist eines der 12 lokal gegründeten 
Netzwerke in NRW. Dieses Netzwerk unterstützt Flüch tlinge mit Maßnahmen der sozialen 
Begleitung und gezielten Angebotssuche bei ihrer Ve rmittlung in Arbeit. Grundlage ist die 
Altfallregelung nach § 104 a und b Aufenthaltsgeset z, die langjährig geduldeten Flüchtlin- 
gen einen Aufenthalt ermöglicht, wenn sie u. a. una bhängig von Transferzahlungen sind. 
Voraussetzung hierfür ist der Nachweis einer Arbeit sstelle mit entsprechendem Einkom- 
men.   
 
Förderpreis „Interkulturelle Beschäftigung“ 
 
Die Entwicklung und Etablierung eines Förderpreises „interkulturelle Beschäftigung“ wurde 
von den Gesprächsbeteiligten als hilfreich gesehen,  um das Thema kontinuierlich in der 
Öffentlichkeit zu platzieren. Zeitgleich wurden jed och auch Bedenken geäußert: Zur Ver- 
meidung einer „Inflation“ von Preisvergaben und einer zunehmenden Bedeutungslosigkeit 
plädierten die Beteiligten zu einem gut abgestimmte n und tragfähigen Konzept. Auch soll 
geprüft werden, ob ein solcher Förderpreis an dem B undesprojekt „Vielfalt als Chance“ 
und der Charta der Vielfalt angedockt werden kann. Die Beteiligten sahen in dem Förder- 
preis ein nachrangiges und mittelfristiges Ziel, das innerhalb der nächsten Jahre bearbeitet 
werden soll.

21  
Ethnische Ökonomie 15  
Die aktuelle Diskussion um die ethnische Ökonomie k onzentriert sich häufig auf die spezi- 
fischen Probleme im Rahmen der Existenzgründung ode r auch der Unternehmen etwa im 
Umgang mit Behörden. Obwohl derartige Schwierigkeiten offenkundig sind und auch einer 
besonderen Betrachtung  bedürfen, wird in Münster a ktuell eine mehrdimensionale Be- 
trachtungsweise propagiert. Mit Blick auf die Entwicklungen des Standortes Münster sollen 
vielmehr die Potentiale von Existenzgründungen und Unternehmen in den Vordergrund 
gestellt werden, um so die Leistungs- und Wirkungsf ähigkeit der gesamten ethnischen 
Ökonomie als auch die Chancen einzelner potenter Unternehmen ausloten zu können. 
Fragen wie: „Was brauchen Migrantinnen und Migrante n, damit ihre Unternehmen erfolg- 
reich starten und bestehen können?“ wurde auf der V eranstaltung „Vielfalt als Programm“ 
in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Münster GmbH, Frauen & Beruf im FrauenFo- 
rum und die Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten, nach- 
gegangen. Sie gab einen Einblick in ganz unterschie dliche Gründungserfahrungen. Ziel- 
gruppe dieser Veranstaltung waren in erster Linie B eraterinnen und Berater zur Existenz- 
gründung. Sie sollten für die unterschiedlichen Potentiale und auch ungewöhnlichen Wege 
in die Selbstständigkeit von Migrantinnen und Migra nten sensibilisiert werden. Im An- 
schluss an diese Veranstaltung sollen dann weitere Umsetzungsschritte erfasst werden. 
Ziel ist, in einem ersten Schritt mehr Transparenz der Kontaktstrukturen und Beratungsbe- 
darfe herzustellen um ein Beratungs- und Unterstütz ungssystem aufzubauen, dass auch 
interkulturell ausgerichtet ist. 
 Eine der Wirkungen dieser Veranstaltung ist die Fo rtbildung zum Thema „Existenz- 
gründungen von Migrantinnen und Migranten“ für die zuständigen Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter in der Arbeitsgemeinschaft Münster. 
 Ein Folgeprojekt ist „Migrantenökonomie – Vom Nisc henthema zum Standortfaktor“ 
das über das KOMM IN NRW Programm finanziert wird u nd bis zum 31.01.2011 läuft. 
Ziel dieses Projektes ist, durch partnerschaftliche  Zusammenarbeit von Expertinnen 
und Experten aus der Stadtgesellschaft und dem Bereich der ethnischen Ökonomie ein 
Netzwerk zu entwickeln, das sowohl zum Abbau von In formationsdefiziten beitragen 
als auch die „Hilfe zur Selbsthilfe“ aktivieren sol l. Beauftragt für dieses Projekt wurde 
ein migrantisches Beraterinstitut in Münster, das i m Feld der migrantischen Ökonomie 
Erfahrungen mitbringt. 
 
Internationalität 
 
Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Frage, wie sich Münster als internationale Gemein- 
schaft aufstellen kann. Dabei geht es sowohl um die  Unternehmensakquise auf ausländi- 
schen Märkten als auch um die Gestaltung des Servic e für ausländische Arbeitnehmerin- 
nen und Arbeitnehmer sowie Wissenschaftlerinnen und  Wissenschaftler um Wettbewerbs- 
vorteile für den Standort Münster zu sichern.  
 Im Rahmen der Entwicklungen des E-Goverment wurde die EU Dienstleistungsrichtli- 
nie zu Ende 2009 umgesetzt, so dass europäische Die nstleistungsunternehmer ihre 
Behördenangelegenheiten elektronisch über den städt ischen Internetauftritt oder über 
das Portal des Einheitlichen Ansprechpartner Münste rland (Kreisverwaltungen Borken, 
Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie die Städte Hamm und Münster) abwickeln 
können. Die Portale selbst und die Beschreibung der  Dienstleistungen sind heute 
ebenso wie die Formulare noch aus Gründen eines einheitlichen Erscheinungsbildes in 
NRW ausschließlich in deutscher Sprache verfasst. Eine Ausweitung in die wichtigsten, 
                                                 
15  Unter ethnischer Ökonomie oder auch Migrantinnen- u nd Migrantenökonomie wird die „Selbstständige 
Erwerbstätigkeit von Personen mit Migrationshinterg rund in Deutschland und abhängige Beschäftigung von  
Migranten in von Personen mit Migrationshintergrund  geführten Betrieben verstanden, die in einem spezi fi- 
schen Migrantenmilieu verwurzelt sind“, Deutsches I nstitut für Urbanistik, Ethnische Ökonomie – Integr ati- 
onsfaktor und Integrationsmaßstab, Berlin 2005, S. 7

22  
eventuell sogar alle europäischen Sprachen ist aber  – zumindest teilweise – für das 
Jahr 2011 über die kommunalen Spitzenverbände für 2 011 gefordert und scheint in 
Sicht. 
 Zudem wurde eine EU-Übersetzungseinheit in Betrieb  genommen, mit der zwischen 
den europäischen Behörden auszutauschende Texte, Formulare, Bescheide, etc. in die 
jeweilige gewünschte Sprache übersetzt werden könne n. In einem ersten Schritt be- 
treibt das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bau en, Wohnen und Verkehr NRW den 
Service stellvertretend für alle Kommunen in NRW. M it Intensivierung der Nutzung 
werden die Kommunen, also auch die Stadt Münster di rekt an den Dienst angeschlos- 
sen und können so mit allen anderen zuständigen Beh örden in Europa Nachrichten 
austauschen.   
 Der deutschlandweite, auf zwei Jahre angelegte Pil otbetrieb des einheitlichen Behör- 
denrufes D115 startete am 24.03.2009 mit 24 Pilotko mmunen. Die Stadt Münster 
nimmt als Pilotkommune nunmehr seit dem 01.04.2010 erfolgreich am Testbetrieb teil; 
dieser ist bis zum Frühjahr 2011 vorgesehen. Hierna ch erfolgt die flächendeckende 
Einführung dieser Behördendienstleistung. Im Rahmen  der Teilnahme am Pilotprojekt 
wird die Stadt Münster bei der Projektleitung im Bu ndesministerium des Innern anre- 
gen, eine Prüfung hinsichtlich des zukünftigen Ange botes einer Mehrsprachigkeit vor- 
zunehmen. 
 Mit den „weichen“ Faktoren, also was Menschen bewegt, ihren Lebensmittelpunkt nach 
Münster zu verlegen, sind mehrere Ämter und auch To chtergesellschaften beschäftigt. 
Dazu gehört auch zu prüfen, inwieweit Münster sich als weltoffene Stadt präsentiert 
und den Erwartungen und Bedürfnissen ausländischer Fachkräfte und Forschenden 
der Wissenschaften gerecht wird. Aufgrund der vielf ältigen Berührungspunkte unter- 
schiedlicher Gesprächsbeteiligter soll hier zu eine m gemeinsamen Gespräch rund um 
das Thema „Münster als internationaler Standort – Potentiale von Internationalität“ ein- 
geladen werden, um die Kompetenzen zu bündeln und d ie Ressourcen zu schonen. 
Denkbare Impulse können hier sicher auch beispielsw eise aus der Kunst kommen, die 
ihre Potentiale wie selbstverständlich aus der Internationalität bezieht. 
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend geht es im Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft um eine Vielfalt von 
Einzelprojekten zur Integration von Menschen mit Mi grationsvorgeschichte in Ausbildung, 
Arbeit und Existenzgründungen. Hier wäre eine weite rgehende  Darstellung des Nutzens 
der einzelnen Projekte im Sinne von Programmevaluat ionen denkbar. Darüber hinaus 
kann, insbesondere für die Projekte mit unterschied lichen Versorgungsaspekten, auch auf 
die Erfahrungen mit und auf die Methode SROI (Socia l Return On Investment) zurück ge- 
griffen werden. Hier liegt schon Wissen über die Investition und dessen messbaren Nutzen 
zur Integration von Menschen mit Migrationsvorgeschichte in den Arbeitsmarkt vor. Zudem 
sollten neue Wege zur Stärkung einer internationalen Ausrichtung des Standortes Münster 
entwickelt, eingerichtet und auf deren Wirkung geprüft werden.   
 
 
6.4 Handlungsfeld Wohnen und Stadtentwicklung 
16   
Zu diesem Handlungsfeld gehören dezernatsübergreife nd acht Ämter und eine 
Tochtergesellschaft. Es geht um Planungsaufgaben in  verschiedenen Räumen, um die 
Gestaltung vom individuellen Bereich bis in das Qua rtier und die Stadt, um Zuschüsse, 
Transferleistungen, Finanzierungsfragen und die erf orderliche Verwaltungsarbeit, um 
                                                 
16  Die Umsetzung des Migrationsleitbildes im Handlungs feld Wohnen und Stadtentwicklung erfolgt teilweise 
im Rahmen des INTERREG-Projektes, das hier ein Praxisfeld bedient.

23  
Bauen, Eigennutzung und Vermietung, Serviceleistung en zur Sicherung der genannten 
Bereiche und schließlich um die Abfallwirtschaft. 
Die Aufgabenzuschnitte der Ämter unterscheiden sich  stark voneinander, haben teilweise 
planerischen, verwaltenden, vermietenden Charakter,  haben intensiven Publikums- 
verkehr oder den Schwerpunkt im Bereich von Service  für Institutionen und 
Organisationen. Nachfolgend wird der vorläufige Zwi schenstand der entwickelten  
Zielvorstellungen dargelegt.  
 
Beratung im Handlungsfeld Wohnen und Stadtentwicklung 
 
Diese wird auch weiterhin durchgängig angeboten und  soweit erforderlich auch in ihrer 
Spezifität 
 für Menschen mit Migrationsvorgeschichte mit feste m Aufenthaltsstatus und mit 
Duldungsstatus 
 im überproportionalen Anteil dieser Gruppe bezogen  auf die Gesamtzahl Ratsuchender 
 im überproportionalen zeitlichen Gesprächsaufwand 
 im spezifischen sprachlichen wie auch interkulture llen Gesprächsanspruch 
 
Vermittlung von Wohnraum 
 
 Menschen mit Migrationsvorgeschichte werden trotz eigenen Bemühens und 
intensiven, aktiven, unterstützenden und empfehlend en Engagements der betroffenen 
Institutionen tendenziell etwas chancenschwächer du rch Vermietende oder 
Verwaltende behandelt. Das Ziel ist die Herstellung  der Chancengleichheit durch das 
überzeugende Focussieren der realen Potenziale der individuellen Bewerberinnen und 
Bewerber und somit eine Annäherung, später Angleich ung an die durchschnittliche 
Gesamtverteilung des Wohnraumes. 
 Ziel ist die Vermittlung von Bewohnerinnen und Bew ohnern in nicht-segregierte 
Gebiete mit stabiler Struktur sowie einer angemessenen Mischung über standardisierte 
Verfahren und laufende Projektarbeit 
 
Planung und Bau von Gebäuden  
 Spezifisch (Wohnungsgröße, Zuschnitt, Preis, Lage… .), gleichberechtigt und 
integrierend auch für Menschen mit Migrationsvorgeschichte zu bauen, ist ein Ziel  
 Weitere Ziele: Bereitschaft der Wohnungswirtschaft  stärken, in preisgünstigen 
Wohnungsbau im Sinne der Wohnbedürfnisse von Mensch en mit 
Migrationsvorgeschichte (Wohnungsgröße, Zuschnitt.. ) zu investieren; Investoren 
gewinnen. 
 
Arbeit im Sozialraum 
 
 Beteiligung an Netzwerken mit dem Ziel der Erarbei tung und Umsetzung spezifischer 
Bedürfnisse in den Feldern Wohnen, Vermittlung, Ver mietung, Planung, Bauen, Zu- 
sammenleben dieser und anderer Gruppen und deren Umsetzung  
 Unterstützung von Selbstorganisationen von Mieteri nnen und Mietern mit Personal, 
finanzieller Unterstützung, Räumen und Equipment zu r Durchführung von Feiern in der 
Nachbarschaft, Spielplatzbau, Freizeitaktivitäten u sw. Ziel ist die Herstellung 
integrativer Räume und integrierter Wohn- und Leben ssituationen im Sinne einer 
Partizipation am gesellschaftlichen Leben im Sinne der Diversity-Prinzipien.  
 
Weitere Realisierung des Unterbringungskonzeptes für Flüchtlinge: 
 
 Seit 2001 gibt es in Münster ein neues Unterbringu ngskonzept für Flüchtlinge, welches 
ähnlich wie das Migrationsleitbild mit breiter Bete iligung entwickelt wurde. Die neuen 
Flüchtlingseinrichtungen, in denen maximal 50 Perso nen leben, passen sich an das 
Wohnumfeld an, d. h. sie sind optisch nicht als Wohnheim erkennbar.

24  
 Das neue Konzept der Unterbringung integriert in h ohem Maße ehrenamtliches Enga- 
gement in den Bereichen individuelle Einzelfallhilf e und Familienarbeit. Flüchtlingskin- 
der erhalten eine Chance, erfolgreich am Bildungssy stem zu partizipieren. Dadurch ist 
eine hohe Zufriedenheit seitens der Flüchtlinge als auch unter den Anwohnerinnen und 
Anwohnern garantiert. All diese Bemühungen unterstü tzen die Integration und haben 
damit nachhaltig Einfluss auf die Zukunft unserer Stadt.  
 Das Konzept der Unterbringung wird mindestens einm al jährlich dem tatsächlichen Be- 
darf an Unterbringungskapazitäten angepasst. Der Rü ckgang des Zuzugs von Asylbe- 
werberinnen und Asylbewerbern ermöglichte eine Ände rung der Planungen und den 
Abbau von Plätzen in Überganseinrichtungen. Aktuell wird die Einrichtung Warendorfer 
Straße bis Ende des Jahres freigezogen und ein schl echt integrierbarer Standort auf- 
gegeben. Der Zustand der Interdomus-Häuser (Manfred -von-Richthofen-Straße, Gre- 
vener-Straße) ist schlecht und die bauliche Unterha ltung kostenintensiv. Der Nut- 
zungsvertrag für die Übergangseinrichtung Manfred-v on-Richthofen-Straße endet am 
31.12.2011. Im Sommer 2011 wird das Areal der Überg angseinrichtung am York Ring 
23 zum Ausbau der Feuerwache benötigt. Die dort woh nenden Flüchtlinge werden in 
die Flüchtlingseinrichtung an der Friedrich-Ebert-Straße umziehen. 
 
Sensibilisierung der Zivilgesellschaft 
 
 Um zum einen die Bürgerschaft auf das vielfältige Engagement und Angebot der 
Migrantinnen- und Migrantenorganisationen aufmerksa m und zum anderen auch um 
die breite Palette von Angeboten und Maßnahmen für Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte sichtbar zu machen, soll ei n Stadtplan entstehen. In diesem 
Sinne sollen Migrantinnen- und Migrantenorganisatio nen und interkulturell agierende 
Institutionen dargestellt werden. 
 In einer eigenen Zeitschrift der Wohn- und Stadtba u GmbH wird regelmäßig auch (im 
Sinne der Diversity-Prinzipien) über Menschen mit Migrationsvorgeschichte berichtet. 
 
Personaleinsatz bei der Wohn- und Stadtbau GmbH und den Abfallwirtschaftsbetrieben  
 Von der Wohn- und Stadtbau werden bikulturelle und  bilinguale Hauswarte mit 
Migrationsvorgeschichte eingesetzt. Sie fungieren a ufgrund ihrer Kompetenzen als 
Brückenpersonen in  vielfältigen Bereichen; einerse its im Zusammenleben zwischen 
Mieterinnen und Mietern und andererseits in der Zus ammenarbeit zwischen 
Vermietenden und Mietenden. Diese Arbeit soll künftig weiter gefördert werden. 
 Bei den AWM arbeiten viele Mitarbeiter mit Migrati onsvorgeschichte. Es ist 
beabsichtigt, ihre bikulturelle und bilinguale Komp etenz vermehrt im Bereich der 
Abfallberatung zu nutzen. 
 
Die Arbeit im Handlungsfeld steht unter den bekannt en Zwängen und 
Rahmenbedingungen. Insoweit kann beispielsweise die  Wohnraumversorgung von 
Zugewanderten – und auch von Nicht-Zugewanderten - in nicht-segregierten Gebieten 
angesichts fehlender Ressourcen nicht direkt umgesetzt werden.  
 
Ausblick:  
Zusammenfassend werden im Handlungsfeld Wohnen und Stadtentwicklung auch eine 
Vielzahl von Einzelideen und –maßnahmen entwickelt.  Ähnlich wie in anderen 
Handlungsfeldern könnten die einzelnen Ideen stärke r aufeinander bezogen werden und 
die Evaluation einzelner Maßnahmen bei der Planung weiter an Bedeutung gewinnen.

25  
6.5 Handlungsfeld Kinder- und Jugendhilfe, soziale Leistungen und Dienste 
In diesem Handlungsfeld befindet sich ein Überblick der unterschiedlichen Schwerpunkte 
und Ansätze von sechs Ämtern. 
Die Gleichstellung der Gesellschaft im Sinne des Mi grationsleitbildes verlangt schwer- 
punktmäßig die Lebensperspektiven von Kindern und J ugendlichen und entsprechend die 
zuständigen vielfältigen Sozialen Dienste und Organ isationen in den Blick zu nehmen. So 
gilt es, die interkulturellen Kompetenzen der Verwa ltung auszubauen, um die Zukunft mit 
zu gestalten. Dies gilt sowohl für die Kinder- und Jugendhilfe als auch für die sozialen 
Leistungen und Dienste sowie für den Kulturbereich.  
Die interkulturelle Ausrichtung der Arbeit gehört m ittlerweile als Leitprinzip zu den unter- 
schiedlichen Leistungen der Sozialen Dienste  und s pielt besonders in der Kinder- und 
Jugendhilfe eine große Rolle, weil hier das Recht d es Kindes und des Jugendlichen auf 
Bildung, Erziehung und Betreuung und individuelle F örderung im kulturellen Kontext zu 
betrachten ist. In diesem Sinne erfolgte 2008/2009 vom Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien eine systematische Bearbeitung aller Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhil- 
fe unter dem Focus „Migration – Integration, Interk ulturelle Kompetenz“. Auch Gender 
mainstreaming im Blick auf Zielvereinbarungen spieg elt sich in vielen Angeboten der Äm- 
ter wider. Wichtige Ansatzpunkte aus den bisherigen Zielvereinbarungen sind folgende: 
 
Kindertagesstätten und Schulen 
 
Um spezifischen Fördermaßnahmen der interkulturelle n Erziehung adäquat begegnen zu 
können, bedarf es einer einheitlichen Methode zur Erfassung vermittlungsrelevanter Daten 
von Menschen mit Migrationsvorgeschichte, die für b estimmte Fragestellungen eine um- 
fassende Analyse ermöglicht. Wie z.B. Entwicklung v on Qualitätsstandards und regelmä- 
ßiger Prüfungsverfahren für Kindertagesstätten: das  Pilotprojekt Befragung (in mehreren 
Sprachen) von Eltern mit Migrationsvorgeschichte (6  Kindertagestätten), Programm zur 
Erhöhung der Quote von Kindern mit Migrationsvorges chichte in Kitas, Erhebung über die 
Anzahl der Kinder mit Migrationsvorgeschichte. Das Projekt schulische Integration an der 
Eichendorff Grundschule (Integrationsprojekt Treffp unkt Waldsiedlung;  begleitende Ein- 
führung in das deutsche Schulwesen für Eltern mit M igrationsvorgeschichte incl. Schulvor- 
bereitungskurs für die Kinder).  
 
Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe, Genderspezifische Angebote 
 
Bei Angeboten für Kinder und Jugendliche wird das Z iel verfolgt, vermehrt geschlechtsdif- 
ferenzierte Angebote zu schaffen, die gleichzeitig auf unterschiedliche kulturelle, religiöse 
und ethnische Bedürfnisse eingehen. Gezielte Projek te in Stadteileinrichtungen z. B. Lo- 
renz-Süd; Gruppe für „Roma Mädchen“, Weiterentwickl ung des Jungentags / Girls Day, 
Durchführung eines Workshops „Gender“. Interkulturelle Öffnung und Vielfalt in der Kin- 
der- und Jugendarbeit /-sozialarbeit, z.B. Nutzerbe fragungen oder z. B. Interkulturelles 
Stadtteilprojekt „Nachbarn in den Topf geschaut“ - Geschichten und Gerichte aus Gieven- 
beck. 
 
Interkulturelle Öffnung der Gemeinwesenarbeit sowie  Vernetzung  und Transparenz für 
Bürgerinnen und Bürger  
Migrantinnen- und Migrantenselbstorganisationen lei sten einen wichtigen Beitrag zur In- 
tegration der Menschen in Münster. Die Integrations arbeit ehrenamtlichen Initiativen und 
Vereine wird daher vom Sozialamt nach den „Richtlin ien für die Förderung von Initiativen 
im Feld Migration/Integration in Münster“ unterstützt.  
Die Vernetzung professioneller und semiprofessionel ler Akteure im Bereich von Migration 
und Integration wird durch das stadtweite Netzwerk „Integration für Menschen mit Migrati- 
onsvorgeschichte“ gefördert. Die Plenumssitzungen d es stadtweiten Netzwerkes finden 
zweimal im Jahr statt, ebenso die Arbeitsgruppen So ziale Integration und Sprache und

26  
Bildung. Ziel ist, durch einen systematischen Infor mationsaustausch vorhandene Ressour- 
cen optimal zu nutzen und neue Projekte und Konzepte zu entwickeln.  
Darüber hinaus werden Menschen mit Migrationsvorges chichte als Brückenpersonen vor 
Ort z.B. im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Münster, Kinderhaus-Brüningheide“ in 
der Gebietsmoderation und in konkreten Projekten wie z.B. Fahrradkurs eingesetzt. 
Die Einbindung von Multiplikatorinnen und Multiplik atoren, Migrantinnen- und Migrante- 
norganisationen, Kulturmittlerinnen, Kulturdolmetsc hern werden in den Stadteilbüros ge- 
fördert, Hilfsangebote werden systematisiert, Förde rung der Vernetzungsstrukturen des 
Familienbüros und Migrantinnen- und Migrantenorgani sationen durch enge Zusammenar- 
beit mit dem Vorsitzenden des Integrationsrates, dem Sozialamt und der Bildungsberatung 
im Amt für Schule und Weiterbildung. 
 
Zielgruppe Flüchtlinge 
 
Da Flüchtlinge sich in einer schwierigen Lebenssitu ationen befinden und mit besonderen 
Herausforderungen konfrontiert sind, benötigen sie mehr Angebote, die sie unterstützen, 
Lösungen auf die vielfältigen Anforderungen zu find en, insbesondere die jugendlichen 
Flüchtlinge.  
In den Flüchtlingswohnheimen in Münster wird grunds ätzlich mindestens einmal wöchent- 
lich eine Beratung durch den Sozialdienst für Flüch tlinge angeboten. Es finden darüber 
hinaus regelmäßig zielgruppenspezifische Angebote i n den Flüchtlingswohnheimen statt 
(Frauen/Mädchen, Schule/Kindergarten/Ausbildung). F lüchtlinge, die neu ins Übergangs- 
wohnheim kommen, erhalten eine Infomappe mit Orient ierungshilfen für bzw. in Münster. 
Die Benutzungsordnung für die Übergangswohnheime wi rd in fünf Sprachen angeboten 
(deutsch, arabisch, französisch, englisch, serbisch ). Die Einführung/allgemeine Erläute- 
rung zur Flüchtlingssozialarbeit wird in acht Sprac hen angeboten (deutsch, französisch, 
arabisch, englisch, russisch, persisch, chinesisch,  türkisch). Bei Bedarf können Dolmet- 
scherinnen oder Dolmetscher hinzu gezogen werden, u m Kommunikationshürden zu 
überwinden. Da die Initiativen in den Flüchtlingsun terkünften einen wichtigen Beitrag zur 
Integration der Flüchtlinge in Münster leisten, werden sie nach den „Richtlinien für die Ver- 
gabe von Zuschüssen zur Förderung von Initiativen i n den neuen Flüchtlingsunterkünften 
in Münster“ unterstützt 
. Die Förderung dient den örtlichen Aktivitäten und P rojekten, die 
auf ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen  unterschiedlicher Nationalität oder 
ethnisch-kultureller Orientierung ausgerichtet sind. 
 
Armutsbekämpfung  
In Anbetracht der aktuellen Diskussion und den Entw icklungen in Münster im Bereich der 
Armutsbekämpfung, insbesondere zum Thema „Kinderarm ut“ ist gerade die Gruppe der 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte als eine der R isikogruppen (neben Alleinerziehen- 
de, bildungsfernen Menschen, kinderreichen Familien  und stigmatisiertem Sozialraum) 
identifiziert worden. Als eine wesentliche Ursache gilt hier die Erwerbsproblematik (ange- 
fangen von Arbeitslosigkeit über Niedriglöhne bis h in zum Hartz IV Bezug). Dieser struktu- 
rellen Benachteiligung wirken auch die Ziele und Te illeitziele des Migrationsleitbildes ins- 
besondere im Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft en tgegen. Auch hier ist in Zukunft eine 
enge Verzahnung der beiden komplexen Themenbereiche notwendig. 
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend wird im Handlungsfeld Kinder- und Jugendhilfe, soziale Leistungen 
und Dienste  der Hinweis gegeben, dass die interkulturelle Ausr ichtung der Arbeit 
mittlerweile zu den unterschiedlichen Leistungen de r Sozialen Dienste gehört und 
besonders in der Kinder- und Jugendhilfe eine große  Rolle spielt. Gerade bei den 
Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sollte auf d ie schon bestehenden Evaluationen 
und Indikatoren aufgebaut werden. Weitere Aspekte s ollten sich in geeigneten Indikatoren

27  
abbilden lassen, welche dann zur Beobachtung der Entwicklung, Ableitung von Bedarf und 
Interventionen sowie zur Evaluation und damit insge samt  zur Steuerung in diesem 
Handlungsfeld genutzt werden. Hier wird dem entspre chend von den Akteuren auch eine 
„einheitliche Methode zur Erfassung vermittlungsrel evanter Daten von Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte, die für bestimmte  Fragest ellungen eine umfassende Analyse 
ermöglicht“ gefordert. 
 
 
6.6 Handlungsfeld Gesundheit  
Das Handlungsfeld Gesundheit findet sich unmittelbar in drei Fachämtern der Stadtverwal- 
tung wieder. Das Gesundheitsamt hat das Thema Migra tion und Gesundheit seit Jahren 
aktiv in die tägliche Arbeit eingebunden. Dabei wur den verschiedene Projekte schwer- 
punktmäßig umgesetzt.   
 
„Mit Migranten für Migranten“
 
Um das Wissen von Migrantinnen und Migranten über G esundheit und die Nutzung des 
Deutschen Gesundheitsdienstes zu verbessern wurde v om Ethno-Medizinischem Zentrum 
2004 das Projekt „MiMi – Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutsch- 
land“ entwickelt. Ziel des Projektes ist es, mehrsprachige und kultursensible Gesundheits- 
förderung und Prävention für Migrantinnen und Migranten anzubieten. 
Münster ist seit Beginn Projektpartner und hat bis heute 21 engagierte Migrantinnen und 
Migranten als interkulturelle Gesundheitsmediatorin nen und -mediatoren gewonnen und 
geschult. Diese Mediatorinnen und Mediatoren haben bereits 108 Informationsveranstal- 
tungen durchgeführt. Dabei wurden 1127 Menschen mit  Migrationsvorgeschichte erreicht. 
Das Thema Gesundheit wird damit weiter in die Grupp e der Migrantinnen und Migranten 
hineingetragen. 
Der Sozialpsychiatrische Dienst erhebt seit 2010 mi grationsspezifische Daten mit dem 
Ziel, zukünftig Zusammenhänge zwischen Migration un d seelischer Gesundheit besser zu 
erkennen und Hilfsangebote entsprechend entwickeln zu können. Im Bereich Sozialpsy- 
chiatrischer Dienst aber auch in den anderen Fachbe reichen des Gesundheitsamtes soll 
zukünftig bei der Umsetzung von Projekten und in de r Einzelfallarbeit die Unterstützung 
der MiMi’s verstärkt in Anspruch genommen werden, u m dem Schulungserfolg die prakti- 
sche Anwendung folgen zu lassen. Die Beteiligung vo n MiMi’s beim Ernährungsführer- 
schein in Schulen ist vorgesehen. Im Rahmen der auf suchenden Gesundheitshilfen wer- 
den Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen mit den MiMi’s gemeinsam durchge- 
führt. Diese Arbeit soll fortgesetzt werden. In zwe i Moscheen in Münster werden mit Un- 
terstützung der geschulten Migrantinnen und Migrant en Informationsveranstaltungen zu 
gesundheitlichen Themen angeboten. Diese Maßnahmen fördern nach den Grundsätzen 
des Migrationsleitbildes eine kultursensible Gesund heitsfürsorge und eine Verstärkung 
von aufsuchenden Gesundheitshilfen  
 
Informationen zu Prävention und Gesundheit 
 
Die Beratung und Intervention, kultursensible Anspr ache und Information des Gesund- 
heitsbereiches ist flexibel (d.h. entsprechend der Bedürfnisse), bedarfsorientiert und stadt- 
eilbezogen aufgebaut. Eine Weiterführung von Projek ten und Angeboten ist dabei immer 
auch abhängig von finanziellen Ressourcen. In Sprac hkursen, die durch den Bund geför- 
dert werden und in kommunal angebotenen Sprachkurse n wird zu Fragen der Gesundheit 
und Prävention  informiert.  
 Es wird und wurde bei Bedarf informiert über Infek tionserkrankungen z. B. Hepati-             
tis B/C, Tbc., AIDS/STD und über das Krankheitsbild  und Hilfen zur Neuen Grippe. Die 
Flyer der Beauftragten der Bundesregierung für Migr ation, Flüchtlinge und Integration

28  
zur Neuen Grippe, wurden in verschiedenen Sprachen den Migrantenorganisationen 
übermittelt. 
 Bei den Belehrungen zum Umgang mit Lebensmitteln n ach dem Infektionsschutzge- 
setz werden hierfür entwickelte mehrsprachige Informationsblätter eingesetzt. 
 Im Stadtteilbüro Coerde wird alle zwei Wochen eine  offene Sprechstunde zu Fragen 
der Ernährung, Hygiene und Gesundheit angeboten.  
 
Veterinär- und Lebensmittelüberwachung 
 
 Die Informationsblätter zu den „Hygienischen Minde stanforderungen für Lebensmittel- 
verkaufsstände auf Märkten, Volksfesten und ähnlich en Veranstaltungen“, „Die 10 Ge- 
bote der Personalhygiene“ und „Schulungspflicht“ wird in die Sprachen russisch, tür- 
kisch, arabisch, französisch und englisch übersetzt  und u. a. den Gastronomen des In- 
terkulturellen Festes in ihrer Fachsprache ausgehän digt und auch dem Fachbereich 
Gaststätten, Markt und Sendwesen zur Handreichung, zur Verfügung gestellt. Zielset- 
zung ist in Anlehnung an das Migrationsleitbild, Gesundheitsaufklärung und Information 
zur Gesundheitsprävention verstärkt mehrsprachig anzubieten.  
 Ein runder Tisch zum Thema „Allgemeine Information en über und Sorgfaltspflichten im 
Bereich Veterinär- und Lebensmittelüberwachung“, bei der in Kooperation mit der Ko- 
ordinierungsstelle für Migration und Interkulturell e Angelegenheiten die Kammern, Ver- 
bände, der Integrationsrat und die Parteien eingela den werden, wird in Abhängigkeit 
von den notwendigen Ressourcen umgesetzt. 
 
Sozialpädiatrische Untersuchungen und Beratungen 
 
Vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundh eitsamtes werden sozialpädiatri- 
sche Untersuchungen und Beratungen in und für Gemei nschaftseinrichtungen für Kinder 
angeboten. Von 3.565 Fällen in 2009 waren  2456 (Fä lle) Schuleingangsuntersuchungen, 
538 (Fälle) Schulentlassungen und 571 Schulsprechst unden.  Von den 2456 (Fällen) 
Schuleingangsuntersuchungen hatten 65,8 % keine Mig rationsvorgeschichte und 34,2 % 
eine Migrationsvorgeschichte. Migrationsvorgeschich te bedeutet nach der Definition im 
Gesundheitsbereich, dass  mind. ein Elternteil nicht in Deutschland geboren ist.  
 
Familienhebamme 
 
Im Bereich der aufsuchenden Gesundheitshilfen solle n 2010 vier Familienhebammen auf 
Honorarbasis ca. 140 Frauen betreuen, von denen 50 % eine Migrationsvorgeschichte 
haben.  
Die Hebammensprechstunden in Kindertageseinrichtung en werden ab September 2010 
auch in den Stadtteilen Gievenbeck und in der Osthu esheide angeboten. In vier Familien- 
zentren( Kita Killingstrasse, St. Norbert Coerde, M ax. Kolbe Berg Fidel und Hiltrup-West) 
bietet das Gesundheitsamt dann einmal pro Monat ein e gemeinsame Sprechstunde einer 
Hebamme mit einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle  für Entwicklungsfragen im Kindes- 
und Jugendalter an. Damit ist dieses Angebot dann i n Kinderhaus, Coerde, Berg Fidel, 
Hiltrup-West, Gievenbeck und Angelmodde vorhanden. Die Erfahrung zeigt, dass damit 
viele Frauen mit Migrationsvorgeschichte erreicht werden. 
 
Gesundheitskonferenz 
 
Die Handlungsempfehlungen der Gesundheitskonferenz berücksichtigen die Empfehlun- 
gen des Migrationsleitbildes. Die Gesundheitskonfer enz Münster bearbeitet regelmäßig 
unterschiedliche Themen aus dem Themenfeld Gesundhe it und Gesundheitsförderung. 
Ein kultursensibler Umgang wir dabei angestrebt.

29  
Kultursensible Altenpflege im Sozialamt  
Die von der Pflegekonferenz beschlossenen Handlungs empfehlungen zur Umsetzung ei- 
ner kultursensiblen Altenpflege für Münster werden berücksichtigt, regelmäßig überprüft 
und angepasst. Sie sind im Internet veröffentlicht. Auf Anfrage werden die Handlungsemp- 
fehlungen als Printmedium an Altenpflegeschulen wei tergeleitet. Dort werden sie als di- 
daktische Grundlage für den Unterricht verwandt. Eb enso sollen sie sukzessive in den 
Stadtteilarbeitskreisen „Älter werden in…“ aufgegriffen und thematisiert worden. Die Hand- 
lungsempfehlungen sind im Rahmen des bundesweiten F orums für eine kultursensible 
Altenpflege (Region West) vorgestellt und für gut befunden worden. 
Bis Ende 2010 wird das Sozialamt prüfen, ob Überset zungen von Veröffentlichungen im 
Bereich der Altenpflege in russischer Sprache notwendig und hilfreich sind.    
Bei der statistischen Erhebung in den am 01.03.2010  eingerichteten Pflegestützpunkten 
im Informationsbüro Pflege des Sozialamtes der Stad t Münster sowie im Hause der AOK 
Münster wird das Merkmal Migrationsvorgeschichte berücksichtigt.  
 
Kooperation und Vernetzung 
 
Die kommunale Seniorenvertretung befasst sich mit d er Integration von Migrantinnen und 
Migranten in unsere Stadtgesellschaft. In der Senio renvertretung Münster entstand der 
Plan, in 2010 eine Zukunftswerkstatt durchzuführen,  zu der sie interessierte Seniorinnen 
und Senioren mit und ohne Migrationsvorgeschichte einladen wollen. Sie arbeiten in enger 
Kooperation mit verschiedenen Fachbereichen der Sta dtverwaltung und befassen sich u. 
a. mit dem Thema Gesundheit. Während des Interkultu rellen Festes war die Seniorenver- 
tretung mit einem Stand und einer Wunschbox vertret en und befragte ältere Migrantinnen 
und Migranten nach ihrem Wohngefühl in ihrem Stadtteil.   
Die Koordinierungsstelle für Migration und Interkul turelle Angelegenheiten beteiligt sich an 
Arbeitskreisen und Gesprächen zu gesundheitsspezifi schen Themen im Migrations-
/Integrationsbereich. Zu nennen ist beispielsweise der Arbeitskreis „Gesund älter werden“ 
des Gesundheitsamtes und der fachbereichsübergreife nde Arbeitskreis innerhalb der Ver- 
waltung.  
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend wird im Handlungsfeld Gesundheit  über erfolgreiche Projekte zur per- 
sönlichen Unterstützung von Menschen mit Migrations vorgeschichte, die auch weiterge- 
führt werden sollen, sowie um Erstellung von Handlu ngsempfehlungen und Bereitstellung 
von Informationen berichtet. Hier wären weitere Eva luationen über Projekte sowie die Be- 
richterstattung z.B. des Erreichungsgrades von Mens chen mit Migrationsvorgeschichte 
oder des Nutzungsgrades von Handlungsempfehlungen hilfreich.  
 
 
6.7 Personalentwicklung und Fortbildung 
Im Rahmen der Studie „Stadtverwaltung und Integrati on“ wurden alle Interviewbeteiligten 
zur Personalebene befragt. Aus den Ergebnissen ließ en sich vom Personal- und Organi- 
sationsamt folgende Ergebnisse zur Verbesserung der eigenen Integrationsarbeit ableiten: 
 
Anteil der Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte 
 
 Es gibt eine große Offenheit für eine verstärkte B eschäftigung von Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte – wobei sich die Gesprächsb eteiligten in diesem Kontext ge- 
gen eine starre Quotenregelung aussprachen und auch  rechtliche Bedenken äußer- 
ten 17 .  
                                                 
17  Vgl. „Stadtverwaltung und Integration“ Eine wissens chaftliche Untersuchung der Arbeit der städtischen Ämter und 
Tochtergesellschaften im Themenbereich Integration, i nterkulturelle Öffnung und Migration im Rahmen des 
INTERREG-Projektes „Migrationsleitbild“, S. 166

30  
Aus der oben genannten Studie ließ sich ein erster Eindruck belegen, wie sich der Anteil 
der Menschen mit Migrationsvorgeschichte, die bei d er Stadt und den Tochtergesellschaf- 
ten beschäftigt sind, verhält. In kleineren Organisationseinheiten gab es einen konkreteren 
Überblick als in den großen und viele differenziert en auch zwischen den Menschen in der 
ersten und zweiten Generation. Mehr als 2/3 der Ämter und Tochtergesellschaften beschäf- 
tigen Menschen mit Migrationsvorgeschichte. Davon gaben wieder 2/3 an, ein bis einige zu 
beschäftigen. Es gab jedoch selten Aussagen über di e Eingruppierungen. Dennoch ist 
diese Erkenntnis ein Indiz dafür, dass die meisten Leitungskräfte und Geschäftsführerin- 
nen und -führer einen guten Überblick über die Stru ktur ihrer Belegschaft, abhängig von 
der Größe der Organisationseinheit, besitzen. Hier besteht im weiteren Verlauf die Mög- 
lichkeit, dieses Wissen zu erfassen, um perspektivisch sowohl den Erfolg von Maßnahmen 
messen als auch deren Potentiale erfassen zu können.  
Um das Image der Stadtverwaltung als öffentlicher A rbeitgeber für Menschen mit Migrati- 
onsvorgeschichte zu verbessern, wird das Personal- und Organisationsamt bei künftigen 
Stellenausschreibungen den Satz: „Die Stadt Münster fördert aktiv die Gleichstellung aller 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir begrüßen dahe r Bewerbungen von Frauen und Män- 
nern, unabhängig von deren kultureller und sozialer  Herkunft, Alter, Religion, Weltan- 
schauung, Behinderung oder sexueller Identität.“ au fnehmen, um ganz gezielt für mehr 
Vielfalt in der Belegschaft der Verwaltung zu werbe n. Zudem sollen Stellenausschreibun- 
gen gezielt Migrantinnen- und Migrantenorganisationen zur Verfügung gestellt werden, um 
hier bestmögliche Informationswege zu nutzen. 
 
Teilnahme an Fortbildungen und Qualifizierungen 
 
 Im Bereich der Fortbildungen und Schulungen wurde auf die guten Erfahrungen der 
thematisch gezielten Maßnahmen hingewiesen. Hier se hen auch mehr als ¼ aller Be- 
fragten perspektivisch Bedarf.  
 Insgesamt haben Mitarbeitende aus der Hälfte aller  Organisationseinheiten  an Fortbil- 
dungen im Bereich der interkulturellen Kompetenz un d Öffnung teilgenommen. Bedarf 
wird jedoch in der Ermunterung der aktiven Weiterga be ihres Wissens an die Kollegin- 
nen und Kollegen formuliert 18 . 
Es gehört schon zum Alltag des Fortbildungsangebote s in der Stadtverwaltung, dass es 
nach Bedarf gezielte themenorientierte Fortbildunge n zusätzlich zu den Grundkursen der 
Interkulturellen Kompetenz gibt. Auch sind Ämter au f der Suche nach innovativen Schu- 
lungsprojekten wie beispielsweise im Gesundheitsamt, wo neben einem Ausbilder in inter- 
kultureller Kompetenz noch eine weitere Person mit Migrationsvorgeschichte und interkul- 
tureller Kompetenz als „Wirkungsbarometer“ fungieren soll. So ließe sich direkt  der Nut- 
zen bestimmter Methoden für ausgewählte Fragestellu ngen ableiten und passgenaue Ak- 
tivitäten entwickeln.  
Unter Berücksichtigung der personellen und finanziellen Ressourcen werden mehrere Äm- 
ter ihre Mitarbeitenden motivieren, an Fortbildunge n zur Schulung der interkulturellen 
Kompetenz teilzunehmen. Hierbei geht es um gezielte  themenorientierte und auf das je- 
weilige Fachgebiet zugeschnittene Fortbildungen, di e sich speziell auf die jeweiligen An- 
forderungen beziehen. So soll gewährleistet werden,  dass die Schulungen erfolgverspre- 
chende Ansätze und Faktoren der interkulturellen Ar beit aufzeigen und sich mit den dafür 
erforderlichen Kompetenzen befassen.  
Auf der Grundlage der Informationen aus der wissens chaftlichen Bestandaufnahme zur 
Beteiligung an amtspezifischen Fortbildungen und der Nutzung/Anzahl der Teilnehmenden 
an bisherigen Fortbildungen soll in diesem Jahr in einem gemeinsamen Gespräch mit dem 
Personal- und Organisationsamt, der Volkshochschule  und der Koordinierungsstelle für 
Migration und Interkulturelle Angelegenheiten und im Rahmen des Projektes zur interkultu- 
                                                                                                                                                               
 
18  Ebd. S. 167

31  
rellen Personalentwicklung ein Konzept für permanen te und obligatorische Fortbildungen 
entwickelt werden (s.u.). 
 
Erfassung interkultureller Kompetenz als Schlüsselqualifikation 
 
 Zudem wurde eine „offene Plattform des Austausches “ angeregt und eine Art „internen 
Wissenspool“ anzulegen, indem die unterschiedlichen  Kompetenzen und Fähigkeiten 
der Mitarbeitenden systematisch erfasst werden könn en. Lediglich vier der befragten 
Organisationseinheiten teilten mit, dass das Wissen  über interkulturelle Kompetenzen 
nicht genutzt wird (ohne Kundenkontakt). Die meiste n Antworten bewegten sich zwi- 
schen „teils genutzt“ und „nach Bedarf/sporadisch/zufällig“ genutzt. Dementsprechend 
gibt es auch den Wunsch nach einer systematischen Erfassung 19 . 
„Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit M enschen anderer [Kulturen] erfolgreich 
zu agieren, im engeren Sinne die Fähigkeit zum beid seitig zufriedenstellenden Umgang 
mit Menschen aus anderen Kulturen. Diese Fähigkeit kann schon in jungen Jahren vor- 
handen sein oder auch entwickelt und gefördert werd en. Dies wird als interkulturelles Ler- 
nen bezeichnet. Die Basis für erfolgreiche interkul turelle Kommunikation ist emotionale 
Kompetenz und interkulturelle Sensibilität. Interku lturell kompetent ist eine Person, die bei 
der Zusammenarbeit mit Menschen aus ihr fremden Kul turen deren spezifische Konzepte 
der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Handelns erfasst und begreift. Frühere 
Erfahrungen werden frei von Vorurteilen miteinbezog en und erweitert, die Bereitschaft 
zum Dazulernen ist ausgeprägt“ 20 .  
Diese Kompetenzen besitzen sowohl Menschen mit als auch ohne Migrationsvorgeschich- 
te. Das Personal- und Organisationsamt entwickelt i n partnerschaftlicher Zusammenarbeit 
mit der Koordinierungsstelle für Migration und Inte rkulturelle Angelegenheiten und mit Be- 
teiligung ausgewählter Mitarbeitender mit Migration svorgeschichte ein Konzept für eine 
Abfrage, dass den sensiblen Ansprüchen an einer sys tematischen Erfassung gerecht wer- 
den soll. Ziel ist die Einführung eines Wissensmana gements, das eine verstärkte Nutzung 
dieser Kompetenzen als Unternehmensressource ermögl icht. Allein schon mehr Wissen 
über unterschiedliche kulturelle Hintergründe ermög licht einen angepassten Umgang mit 
den Bürgerinnen und Bürgern.  
 
Projekt „Interkulturelle Personalentwicklung“ 
 
Das Personal- und Organisationsamt und die Koordini erungsstelle für Migration und Inter- 
kulturelle Angelegenheiten entwickelten in Kooperat ion mit den Städten Hamm und Biele- 
feld ein städteübergreifendes Konzept mit den zwei Schwerpunkten „Ausbildung“ und 
„Fortbildung“ zur Imageverbesserung der Kommunen. I n Münster sind auch die Tochter- 
gesellschaften Stadtwerke, Halle Münsterland und di e Wirtschaftsförderung Münster 
GmbH beteiligt, um auch deren Erfahrungen einzubezi ehen und voneinander zu lernen. 
Ziel ist, praxisnahe Konzepte zu entwickeln, um zum  einen für Jugendliche mit Migrations- 
vorgeschichte als Arbeitgeber attraktiver zu werden  und zum anderen auf den Bedarf mit 
differenzierten Fortbildungskonzepten und neuen Ler nformen zur interkulturellen Qualifi- 
zierung reagieren zu können. Das Projekt wird von d er KGST (Kommunale Gemein- 
schaftsstelle für Verwaltungsmanagement) begleitet und über das KOMM IN Programm 
des Landes NRW von Mai 2010 bis einschließlich Januar 2011 finanziert.  
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend wird im Handlungsfeld Personalentwicklung/Fortbildung eine große 
Offenheit für eine verstärkte Beschäftigung von Men schen mit Migrationsvorgeschichte 
und die Bereitschaft zur Fortbildung in interkultur ellen Kompetenzen berichtet. Für die In- 
dikatorenentwicklung könnte die Erweiterung der Per sonaldaten um Merkmale zur Migrati- 
                                                 
19  Ebd. S. 167 
20  http://de.wikipedia.org/wiki/Interkulturelle_Kompetenz , verändert

32  
onsvorgeschichte, aber auch um vorhandene interkult urelle und Sprachkompetenzen gute 
Bezugsgrößen liefern. In Bezug auf Fortbildungen wä re eine Bedarfsanalyse bezogen auf 
interkulturelle Kompetenzen sicherlich hilfreich, u m die Fortbildungsangebote zielgerichtet 
im Sinne der Personalentwicklung und effizient anbi eten und im Sinne von Bildungscont- 
rolling evaluieren zu können. 
 
 
6.8 Handlungsfeld Kultur und Sport  
Die Handlungsfelder Kultur und Sport finden sich in  verschiedenen Ämtern der Stadtver- 
waltung, die sich aus ihren Fachbereichen heraus mi t unterschiedlichen Maßnahmen an 
der Umsetzung des Migrationsleitbildes beteiligen.  
Mittels Projektförderungen, der Unterstützung von Vernetzungen und Kooperationen sowie 
Bereitstellung von Begegnungsräumlichkeiten - insbe sondere auch in den Stadtteilbegeg- 
nungshäusern Meerwiese und Bürgerhaus Kinderhaus wi rd der (inter-) kulturelle Aus- 
tausch so wie bisher gefördert. Im Sinne der Integr ation und Partizipation bewährt haben 
sich dabei insbesondere Förderungen, die einen mögl ichst frühen kulturellen Zugang er- 
möglichen. Die kulturellen Einrichtungen sowie das Kulturamt unterstützen und beteiligen 
sich daher gezielt an Projekten und Maßnahmen, die systematisch und möglichst breit 
angelegt Kinder und Jugendliche unabhängig von ihre r Herkunft, Nationalität und Bil- 
dungsgrad in kulturelle Prozesse einbeziehen.  
 
Kultur und Schule/Vorschulbereich 
 
Zu nennen sind folgende Programme und Projekte: Reg elmäßig beteiligt sich die Stadt 
Münster, koordiniert durch das Kulturamt, an dem vo m Land aufgelegten Programm „Kul- 
tur und Schule“, in dem Künstlerinnen und Künstler als auch Kunstpädagoginnen und -
pädagogen „Projekte zur Stärkung der künstlerisch-kulturellen Bildung“ an im Durchschnitt 
25 allgemein- und berufsbildenden Schulen pro Schul jahr durchführen. Eine deutliche Be- 
rücksichtigung finden im Rahmen dieses Programms in sbesondere Grundschulen, offene 
Ganztagsschulen sowie Schulen in sozialen Brennpunk ten. Das Projekt „Kulturstrolche“ in 
Federführung des Schulamtes verbindet Kultur und Bi ldung. Nach erfolgreicher Pilotphase 
mit 200 Kindern aus vier Grundschulen, starteten zu m Schuljahr 2009 / 2010 zwölf neue 
Grundschulklassen mit fast 300 Kindern in die 2. Pr ojektrunde. Sie besuchen Theater, die 
Stadtbücherei, das Stadtmuseum oder die Musikschule , befragen Schauspielerinnen und 
Schauspieler, Künstlerinnen und Künstler oder Archi vare. Weiterhin sind Projekte zu nen- 
nen, die jedes Kind  unabhängig vom kulturellen, so zialen oder familiären Hintergrund mit 
einem Angebot musikalischer Bildung und Weltmusik e rreichen, wie das einmalige bun- 
desweite Modellprojekt "Jedem Kind seine Stimme" de r Westfälischen Schule für Musik, 
das über 2010 hinaus weiterhin durchgeführt werden soll und das kommunale Projekt 
„Weltmusik für Kinder Festival“, das im September 2010 startet. 
Im Jahr 2009 konnte erstmalig auf Initiative und in  den Räumlichkeiten des Begegnungs- 
zentrums Meerwiese und mit finanzieller Unterstützu ng des Landes NRW „Theater für die 
Allerkleinsten“ (2- bis 4-Jährige) angeboten werden . An den theaterpädagogischen Vor- 
und Nachbereitungen sowie den Aufführungsbesuchen k onnten 12 Kindertageseinrichtun- 
gen teilnehmen, mit dem Ziel, Kinder unabhängig von  Herkunft und Nationalität möglichst 
früh an die kulturelle Bildung heranzuführen. Das P rojekt umfasste auch Fortbildungsan- 
gebote für Erzieherinnen und Erzieher. 
 
Kultur, Theater und Musik 
 
Daneben unterstützt, fördert und kooperiert das Kul turamt gezielt bei interkulturell ausge- 
richteten Projekten/Akteuren wie z. B. beim interna tionalen Zentrum „Die Brücke“ der 
WWU Münster oder „cactus junges Theater“.

33  
Im Februar 2010 hat die Koordinierungsstelle für Mi gration und Interkulturelle Angelegen- 
heiten das Projekt der Theatergruppe Atheater unter stützt. Das Projekt wurde im Rahmen 
des Wettbewerbs „Integrationsidee 2009“ der Landesregierung NRW ausgezeichnet. Ziel 
war die Begegnung verschiedener Kulturen in Gestalt  einer interaktiven Reise durch die 
Stadt.  
Gefördert wird auch das Stadtteilprojekt eines Foto künstlers. Er erfasst in Fotografie das 
Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kultur en, Lebensgeschichten und Er- 
fahrungen im Stadtteil Gievenbeck.  
Die öffentlichen Kultureinrichtungen sollen weiterh in  im Rahmen ihres Gesamtangebotes 
dauerhaft Programminhalte und zielgruppenspezifisch e Zugänge für Menschen mit Migra- 
tionsvorgeschichte schaffen.  
Die Musikschule möchte ihr Programm mit Angeboten a us dem Bereich der Weltmusik 
bereichern (z. B. Koreanische Trommelmusik: Pungmul nori, griechische Bouzouki) sowie  
interkulturellen Ensembles und Gruppen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. 
Im Stadtmuseum Münster werden Menschen mit Migratio nsvorgeschichte als Teil der 
Stadtgeschichte Münsters begriffen und Projekte verwirklicht. Auch in Zukunft werden wei- 
terhin engagiert Ausstellungsprojekte in Kooperatio n mit Privatpersonen, Künstlerinnen 
und Künstlern, Vereinen, Hochschulen und anderen Ku lturträgern zum Thema Migration 
versucht zu realisieren 
 
Vernetzung und Austausch 
 
Um Zugangsbarrieren für Menschen mit Migrationsvorg eschichte abzubauen, werden die 
verschiedenen Kultursparten und Ämter auf unterschi edliche Weise mit den interkulturell 
agierenden Organisationen und Migrantinnen- und Mig rantenorganisationen vernetzt. Es 
werden Informationen und Hinweise auf besondere Kul tur- und Sportveranstaltungen an 
die Migrantinnen- und Migrantenorganisationen überm ittelt. Die städtischen Veranstal- 
tungskalender sollen seitens der Migrantinnen- und Migrantenorganisationen als Plattform 
zur Öffentlichkeitsarbeit ihrer Veranstaltungsankündigung genutzt werden. Ungeachtet der 
nationalen Herkunft müssen die Förderprogramme für Kunst und Kulturschaffende mit 
Migrationsvorgeschichte zugänglich sein. Innerhalb des Kulturamtes wird geklärt, inwie- 
weit eine weitere Vereinfachung der Verwendungsnach weise nach erfolgreicher Antrag- 
stellung möglich ist.  
Es sollen auch die internationalen Verbindungen und  Partnerschaften der Kommunen ak- 
tiv für die inhaltliche Arbeit genutzt werden. Die diversen Ensembles aus der Schule für 
Musik werden weiterhin mit Staaten aus aller Welt k ooperieren und den Austausch prakti- 
zieren. 
Durch die sportliche Begegnung in Freizeit, Trainin g und Wettkampf wird ein breites Pla- 
teau geschaffen, in dem sich Menschen aller Nationa litäten auf der Basis sportlicher Re- 
geln und Verabredungen begegnen und daraus auch die  Kraft und die persönlichen Ver- 
bindungen für das praktische Leben in unserer Gesel lschaft entnehmen können. Das be- 
trifft Menschen in allen Altersgruppen, besonders a uch Kinder und Jugendliche, die über 
diesen Weg ihre eigenen persönlichen Netzwerke bild en und weiter entwickeln können. 
Ein Beispiel dafür auf lokale Ebene ist der Sportve rein S. C. Westfalia Kinderhaus, deren 
Mitglieder aus 51 Nationen stammen und wo de facto Integration durch Sport gestützt und 
gelebt wird. 
Bisher sind einige ausländische Vereine nicht Mitgl ied im Stadtsportbund. Durch gezielte 
Aktivitäten des Fachbereiches, in Kooperation mit dem Stadtsportbund, sollen sie für einen 
Beitritt zum Stadtsportbund als Dachverband geworbe n werden. Die Mitgliedschaft im 
Stadtsportbund bedeutet für die Vereine eine kompet ente, fachliche Beratungsunterstüt- 
zung und eine Einbindung in das Netzwerk Sport. Der  Sportbereich wird bestehende Kon- 
takte zum Hochschulsport und dem internationalem Ze ntrum „Die Brücke“ der Westfäli- 
schen Wilhelms-Universität intensivieren.

34  
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend existieren im Handlungsfeld Kultur und Sport viele Einzelaktivitäten, 
was der Natur dieses Handlungsfeldes auch entsprich t. Insbesondere in der Kunst und 
Kultur gehört die internationale Ausrichtung zum Al ltagsgeschäft und ist darüber hinaus 
auch Motor und Inspiration. Hier wären, ähnlich wie  im Projekt „Münsters Frauen: Weltge- 
wand(t) & Westfälisch“, weitere Kooperationen mit den Hochschulen denkbar.  
Die Bestrebungen, Akteure z.B. im Bereich von Sport  in Strukturen wie den Stadtsport- 
bund zu integrieren sind angesprochen. Eine aktuell e Bestandsaufnahme von ausländi- 
schen Sportvereinen und deren Integration in den St adtsportbund wären sicherlich hilf- 
reich. 
 
 
6.9 Presse und Öffentlichkeitsarbeit 
Als ein für den Integrationskontext wichtigen Handlungsbereich wurde in der Studie „Stadt- 
verwaltung und Integration“ die bürgernahe Öffentli chkeitsarbeit 
21  genannt. Dabei zeigt 
sich, dass es in den Organisationseinheiten sehr un terschiedliche Ausformungen und ein  
breit gefächertes Spektrum an Praxisbeispielen gibt . Im Verlauf sind weitere Schwerpunk- 
themen aufgeführt, die einen großen Teil der Befrag ten beschäftigen und in denen sie 
auch Handlungsbedarf sehen. 
 
Bürgernahe Sprache schafft Akzeptanz 
 
Jede behördliche Entscheidung oder Mitteilung muss sprachlich, inhaltlich und in der Art 
der Begründung so gestaltet sein, dass die Bürgerin  oder der Bürger sie verstehen kann. 
Das Schreiben einer Behörde wirkt somit wie die Vis itenkarte der Verwaltung. Dement- 
sprechend ist eine sorgfältige „Verwaltungssprache“ ein sichtbarer Ausdruck von Bürger- 
nähe. So können Kommunikationsbarrieren überwunden und Verständigungsschwierigkei- 
ten vermieden werden. Es ist aber nicht immer leicht, städtische Schreiben zu formulieren. 
Einerseits sollen sie den Sachverhalt und die recht liche Situation (Rechtsbindung/ öffentli- 
che Verwaltung ist an Gesetz und Recht gebunden) ri chtig wiedergeben und andererseits 
sollen sie für alle Menschen verständlich und übers ichtlich formuliert sein. Dazu zählen 
beispielsweise einfache Formulierungen, die sich an  der Vielfalt der Kunden orientieren. 
Insgesamt sehen die Befragten im Bereich der Integration Handlungsbedarf. Insbesondere 
in der Vereinfachung von Bescheiden und Schriftverk ehr sehen sie erfolgversprechende 
Verbesserungen in bürgerfreundlicheren Anschreiben und Bescheiden. Ideen sind bei- 
spielsweise Hilfsinformationen im Sinne von „Beipac kzetteln“ oder auch die Überprüfung 
der Verständlichkeit von Standardschriften (z. B. B roschüren, Bescheide, Briefe) mit aus- 
gewählten Menschen mit Migrationsvorgeschichte. So ließen sich Bescheide passgenau 
überarbeiten.  
 
Mehrsprachigkeit 
 
Zur Umsetzung des Migrationsleitbildes im Handlungs feld „Presse- und Öffentlichkeitsar- 
beit“ sind darin Ziele benannt, die sich mit der Si cherstellung des Zugangs zu Grundinfor- 
mationen durch mehrsprachige Publikationen beschäft igen. Aufgrund der unterschiedli- 
chen Fragen und Interessen der Ämter haben das Presseamt und die Koordinierungsstelle 
für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten K olleginnen und Kollegen anderer städt. 
Ämter eingeladen, die Erfahrungen mit mehrsprachige n Publikationen in einfacher Spra- 
che haben. Wer mit Menschen arbeitet, die nur schle cht oder kein Deutsch sprechen, 
steht häufig vor der Frage, ob eine fremdsprachige Veröffentlichung der ideale Weg ist, 
                                                 
21  Vgl.. „Stadtverwaltung und Integration“ Eine wissen schaftliche Untersuchung der Arbeit der städtischen  Ämter und 
Tochtergesellschaften im Themenbereich Integration, interkulturelle Öffnung und Migration im Rahmen des  
INTERREG-Projektes „Migrationsleitbild“, S. 171 ff

35  
diese Zielgruppe zu informieren und ihnen einen Zug ang zu Grundinformationen zu si- 
chern. Ziel des Treffens  war es, erste Erfahrungen in der Verwaltung zu samm eln und zu- 
gänglich zu machen. Die so entstandenen Entscheidun gshilfen, veröffentlicht im Intranet, 
sind ein erster Schritt. Sie sollen regelmäßig über arbeitet und mit neuen Erfahrungen über 
Erfolge und auch Misserfolge bei der Sicherstellung  des Zugangs zu Grundinformationen 
ergänzt werden. Zukünftig sollen möglichst auch die  Tochtergesellschaften mit ihren Er- 
fahrungen miteinbezogen werden.  
Erste Ideen werden auch aus den Ämtern in den Zielg esprächen benannt. Beispielsweise 
werden Begrifflichkeiten, die im Bereich Veterinär-  und Lebensmittelüberwachung zur täg- 
lichen Praxis gehören, wie „halal“ und „koscher“, in einer Kurzbeschreibung durch das Ve- 
terinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Mitarbeit erinnen und Mitarbeitern aus ande- 
ren Fachbereichen und Interessierten als Informatio nsquelle zur Verfügung gestellt. So 
kann dauerhaft ein interkulturelles Glossar für mehr Aufklärung und Verständigung sorgen.  
 
Internetauftritt 
 
Fast alle Ämter der Stadtverwaltung und alle Tochte rgesellschaften haben heute einen 
Internetauftritt, auf dem die Aufgaben und Leistung en präsentiert und teilweise auch ab- 
rufbar sind. Insgesamt sind 92 % aller Ämter um ein e einfache und barrierefreie Sprache 
bemüht. 59 % gaben an, dass ihnen das durchaus sehr gut gelingt – weitere 19 % beurtei- 
len, dass es ihnen gut gelingt. Insgesamt sind 78 %  der Meinung, dass ihnen die einfache 
Sprache auf ihren Internetseiten gut gelingt. Die S elbsteinschätzung ist ein Indiz für eine 
große Offenheit. Jedoch ist aktuell unbekannt, ob d ies auch einer Fremdwahrnehmung 
standhalten würde. Grund ist eine fehlende Definiti on, was unter einfacher Sprache zu 
verstehen ist. Beispielhaft realisieren die Koordin ierungsstelle für Migration und Interkultu- 
relle Angelegenheiten die eigene Homepage, mit Unte rstützung des Presseamtes im neu- 
en städtischen Rahmendesign, die aus eigener Sicht in einfacher Sprache gestaltet ist. 
Hier soll perspektivisch eine Fremdeinschätzung, etwa über die Kooperation mit der Hoch- 
schule, erstellt und die Wirkung der einfachen Spra che bewertet werden.  Das Presseamt 
trägt auch im Internet dazu bei, dass alle Einwohne rinnen und Einwohner der Stadt Müns- 
ter die Möglichkeit erhalten, die im Alltag erforde rlichen Basisinformationen in einer ver- 
ständlichen Sprache vorzufinden. Dafür formuliert e s eigene Texte in einer zielgruppenori- 
entierten, verständlichen und soweit möglich einfac hen Sprache. Darüber hinaus gibt es 
aktuell sieben zweisprachige Homepages (durchgängig  oder in wesentlichen Teilen) und 
eine mehrsprachige Homepage. Auch hier sehen einige Ämter für sich Handlungsbedarf. 
 
Vielfalt positiv besetzen 
 
Das Presseamt spiegelt in seinen Publikationen die in Münster vorhandene Vielfalt von 
Menschen mit und ohne Migrationsvorgeschichte und d eren positiven Beitrag für die 
Stadtgesellschaft wider. Es regt gegenüber Dritten an, in ihren Publikationen ebenso zu 
verfahren. 
 Die laufend eingesetzte Bildsprache wird dem Aspek t Migration und Interkulturalität als 
alltägliche Realität in Münster gerecht. Beispielsw eise über Imagefotos sowie Fotos in 
Rubrik-Bildleisten und auf Homepages von muenster.d e, in Printveröffentlichungen 
oder Pressefotos. 
 Zudem schildern Texte den Aspekt Migration und Int erkulturalität nicht als etwas Au- 
ßergewöhnliches oder "Exotisches", sondern als Selb stverständlichkeit und Bereiche- 
rung des Lebens in der Stadtgesellschaft (Beispiele : Pressetexte, Print- und Onlinever- 
öffentlichungen). 
 
Migration und Integration öffentlich machen 
 
Das Presseamt trägt dazu bei, dass Migration und In tegration in Münster als Thema und 
Aufgabe öffentlich wahrgenommen werden.

36  
 Laufende Pressearbeit und Medienservice zum Thema Migration und Integration.  
 In Kooperation mit dem Verein Bürgernetz - büne e. V. wird in diesem Jahr das Angebot 
an Vereine und Organisationen von Menschen mit Migr ationsvorgeschichte gemacht, 
in der Rubrik "Bürgernetz" im Portal muenster.de di e Möglichkeit zur Selbstdarstellung 
zu nutzen. 
 Überprüfung der im Portal muenster.de bereits vorh andenen Internetseiten von 
"Migrantinnen- und Migrantenorganisationen" auf Akt ualität und ggf. Einarbeiten der 
Links. 
 
Sensibilisierung der Zivilgesellschaft 
 
In dem Projekt „Münsters Frauen: Weltgewand(t) & Westfälisch“ haben junge Studierende 
der Schule für Modemacher aus unterschiedlichen Kul turkreisen deren traditionelle Ge- 
wänder aus Westfalenstoffen erstellt. Diese Outfits  wurden von Frauen mit Migrationsvor- 
geschichte aus den jeweiligen Kulturkreisen auf einer Modenschau vorgestellt und im Foto 
festgehalten. Die Modenschau fand an einem Samstag in den Münster Arkaden statt, um 
auch viel Publikum zu erreichen.  
Anschließend wurden die Outfits auf Schneiderpuppen in unterschiedlichen Schaufenstern 
der Innenstadt ausgestellt und mit lebensgroßen Fot os der Models im Hintergrund leben- 
dig. Diese Ausstellung zog sich wie ein „roter Fade n“ durch die Geschäfte der Innenstadt 
und wechselte immer wieder den Standort und weckt d ie Aufmerksamkeit. Direkt vor den 
Sommerferien wurde die Ausstellung in der Stadthaus galerie präsentiert. In dieser Zeit 
fand dort ein Erzählcafe des „Arbeitskreises Femigration“ aus dem Projekt Frauenzeitalter 
2010 zum Thema „Mode aus 15 Nationen – Begegnung zwischen Tradition und Moderne“ 
statt. Im Anschluss wanderte die Ausstellung dann v om Zentrum in die Stadtteile und wird 
wechselweise dort präsentiert. Ihren geplanten Absc hluss findet die Ausstellung auf dem 
interkulturellen Fest im Rathausinnenhof. Aufgrund der großen Resonanz wird es erfreuli- 
cherweise eine Verlängerung der Ausstellung auf der Messe „Alles für die Frau“ in der Hal- 
le Münsterland geben.  
Mit der Modenschau und der Ausstellung wurde und wird die münstersche Bevölkerung für 
die Potentiale des Gemeinsamen sensibilisiert und d ie Vielfalt und Akzeptanz gefördert. 
Es wurden viele Menschen erreicht, die sich übliche rweise nicht oder nur wenig mit dem 
Thema Integration beschäftigen. So trägt das Projek t zur interkulturellen Öffnung der Ge- 
sellschaft bei. Zudem erhält der Kontakt zwischen M ünsteranerinnen mit und ohne Migra- 
tionsvorgeschichte eine neue Facette – konkret sogar ein neues Bild. 
 
Ausblick: 
 
Zusammenfassend werden im Handlungsfeld Presse und Öffentlichkeitsarbeit Sprachen 
und  Kommunikationswege sowie die Sensibilisierung der Ö ffentlichkeit/Zivilgesellschaft 
fokussiert und z. B. in entsprechende Handlungsempfehlungen aufgearbeitet. Es geht dar- 
um, Diversität zu verdeutlichen. Wichtig wäre hier eine Information zum Nutzungsgrad der 
Handlungsempfehlungen bzw. die beispielhafte Evaluation deren Umsetzung. Insbesonde- 
re wäre auch ein Abgleich der Selbsteinschätzung un d der Fremdeinschätzung der einfa- 
chen Sprache auf Internetseiten im Rahmen einer Nut zerinnen- und Nutzeranalyse viel- 
versprechend und über die Kooperation mit der Hochschule umsetzbar.

37  
Die folgenden Schritte des Masterplans sind zukünft ig umzusetzen und somit auch mit 
weniger konkreten Hinweisen und Praxisbeispielen be richtbar. So entfällt an dieser Stelle 
auch die bisherige Form der Ausführlichkeit. Schlie ßlich muss die weitere Umsetzung von 
allen Beteiligten noch entwickelt und gestaltet werden. 
 
 
7. Ziele gewichten 
Der nun folgende Schritt besteht aus der Gewichtung  der Ziele, und die parallele Entwick- 
lung und Gewichtung von Indikatoren: Es wird ein Vorschlag zur Gewichtung/ Priorisierung 
der Ziele nach folgenden Kriterien erstellt: 
 Dringlichkeit und Wichtigkeit – welche Themen sind  aktuell zwingend zu bedienen, was 
„brennt unter den Nägeln“? 
 Kurz-, mittel- und langfristiger Erreichbarkeit – eine möglichst gute Streuung der Ziele 
sorgt sowohl für eine gleichmäßige Verteilung als a uch für eine gute Planung, indem 
die kurzfristigen Ziele auf die mittel- und langfristigen Ziele hinwirken. 
 Ressourcen – im Sinne einer realistischen Umsetzun g der Ziele ist ebenfalls der ent- 
sprechende Ressourceneinsatz zu planen. Wichtig ist , dass keine kurz- oder mittelfris- 
tigen Ziele geplant werden, für die nicht auch Ress ourcen zur Verfügung stehen oder 
gestellt werden können. Gerade in Bezug auf die „Re ssourcenorientierte Umsetzung“ 
kann eine weitere Verankerung der SROI-Methodik ans etzen bzw. wird ihr praktikabler 
Einsatz geprüft werden. 
 
Weiter werden die in Schritt 4 identifizierten Ziel e zur Definition von Indikatoren genutzt. 
Dabei ist es durchaus möglich, dass sich rein quali tativ vereinbarte Ziele in dem nachgela- 
gerten Prozess der Indikatorenentwicklung gut zur D efinition von quantitativen Indikatoren 
nutzen lassen. Aus diesem Grunde ist auch bewusst k eine Einschränkung in Bezug auf 
die Erfassung von rein quantitativen Zielen während  der Zielidentifizierungsgespräche er- 
folgt. 
Bei der Indikatorenentwicklung wird, wie oben schon erwähnt, ein Abgleich zu schon in der 
Fachliteratur beschriebenen und (mit Blick auf Güte kriterien) bewähren Indikatoren erfol- 
gen. Die definierten Indikatoren werden in einem In dikatorenset zusammengestellt und 
nach einheitlicher Struktur beschrieben. Der Schrit t der Priorisierung wird analog zu dem 
der Ziele parallel für die abgeleiteten Indikatoren  nachvollzogen werden. Die Vorschläge 
der Zielpriorisierung und den Indikatoren bzw. dem Indikatorenset werden mit den städti- 
schen Ämtern/Tochtergesellschaften abgestimmt. 
Insgesamt soll die zielorientierte Umsetzungsarbeit durch die Priorisierung der Ziele unter- 
stützt und durch die Verknüpfung mit Indikatoren st euerbarer werden. Dies sowohl über 
die Erkennung von Abhängigkeiten mit anderen Zielen  als auch über eine höhere Über- 
schaubarkeit. Die hierdurch hergestellte Transparenz dient auch der Vorbereitung zur poli- 
tischen Entscheidungsfindung. 
 
 
8. Abstimmung mit dem Integrationsrat, dem Rat und den Fachausschüssen der  
Stadt Münster und externen Partnerinnen und Partnern 
Die von den Ämtern/Tochtergesellschaften und der Ko ordinierungsstelle für Migration und 
Interkulturelle Angelegenheiten identifizierten und  definierten Ziele als auch der Vorschlag 
zur Zielpriorisierung sowie zum Indikatorenset sind bisher nur aus der Perspektive der Äm- 
ter und Tochtergesellschaften bearbeitet worden. Sie werden nun 
  mit dem Integrationsrat, 
dem Rat und den Fachausschüssen der Stadt Münster s owie externen Partnerinnen und 
Partnern abgestimmt , um sie im Sinne einer Stakeholderanalyse, wie sie u. a. auch bei der 
SROI-Analyse notwendig ist, zu konsentieren. Hier k ann eine Ergänzung weiterer stake- 
holderbezogener Ziele bzw. Indikatoren notwendig werden.

38  
In diesem Schritt werden Expertinnen- und Expertenw issen passgenau und aktiv einge- 
bunden, um den kommunalen Kooperations- und Kommuni kationsprozess weiterzuführen. 
Ein Konsens ist für die Sicherstellung der Zielerre ichung notwendig und führt mit Blick auf 
den Gesamtprozess zur Qualitätssteigerung.  
Typisch für eine gute Integrationsarbeit ist, alle Beteiligten, Involvierten und Verantwortli- 
chen in den Prozess einzubeziehen – auch hier ist d er Slogan „integrieren statt ausgren- 
zen“ ein Qualitätsmerkmal von Prozessen. Ebenso ver hält es sich mit der prozesshaften 
Umsetzung des Migrationsleitbildes. Eine wichtige G rundlage ist ebenfalls eine vertrau- 
ensvolle und wertschätzende Kommunikation der unter schiedlichen Interessen und auch 
der Prozessgestaltung. Zielorientierte Prozesse ben ötigen insbesondere in der Anfangs- 
phase viel Zeit, um die Markierungen für einen alle n entsprechenden, breiten Zielkanal 
setzen und eine Konsensstrategie verfolgen zu können. 
 
 
9. Überprüfung des Aufgabenumfangs mit den festgele gten Zielen als Grundlage 
für die Einrichtung eines Integrationsmonitoring 
Nach der Abstimmung des aktuellen Zielkataloges mit  dem Integrationsrat, dem Rat und 
den Fachausschüssen der Stadt Münster und externen Partnerinnen und Partnern müs- 
sen die Produkte und Projekte bei Bedarf angepasst werden. Der abgestimmte Zielkatalog 
bildet die Grundlage für die Einrichtung des Integr ationsmonitoring, der laufenden Beo- 
bachtung zur Zielerreichung. Diese periodische Sich t (periodisches Controlling) ist auf ein 
Jahr bezogen.   
Das Integrationsmonitoring als Produkt- und Projekt übersicht (mit Handlungsfeldern, Zie- 
len, Zielgruppen und Leistungsarten) zur Querschnit tsaufgabe Integration fließt in den ge- 
samtstädtischen Produkthaushalt ein und ermöglicht auch eine zusammenhängende Aus- 
richtung für die professionelle Planung, Steuerung und Analyse der weiteren Arbeit. Das 
Amt für Wirtschaftlichkeitsprüfung und Revision wir d in seinen turnusmäßigen Prüfungen 
der (Fach-) Ämter die jeweiligen Zielvereinbarungen  im Integrationsmonitoring mit auf- 
nehmen. Im Rahmen der Prüfungen kann sowohl die Ums etzung der Ziele als auch die 
Wirkung im Zusammenhang mit der Zielformulierung ge prüft werden. So lassen sich ggf. 
Schwachstellen aufdecken und Empfehlungen aussprech en. Diese flächendeckenden 
Produkt- und Projektübersichten sollen zur Transpar enz der Leistungen in Münster beitra- 
gen und diese sichtbar machen.

39  
Die meisten aktuell durchgeführten Ansätze (Wiesbad en 22 , Aachen 23 , u. w.) zur Messung 
von „Integration“ orientieren sich an den vier Dimensionen für Integration nach Esser 24   
 Strukturelle Integration 
 Kulturelle Integration 
 Soziale Integration 
 Identifikatorische Integration 
 
Die Städte praktizieren seit langer Zeit in vielen Aufgabenbereichen Integrationsarbeit. Es 
gibt meist schon langjährige Erfahrungen, konzeptio nelle Grundlagen und dementspre- 
chend auch Organisationseinheiten, in denen das The ma verankert ist. Um hier Synergien 
zu nutzen und auch die bestmöglichen Maßnahmen zur Zielerreichung identifizieren zu 
können, ist es sinnvoll die unterschiedlichen Erfah rungen in den Städten füreinander nutz- 
bar zu machen. Mit einem Integrationsmonitoring lie ßen sich Aussagen über die Wirkung 
von Maßnahmen dokumentieren und auch Erfolgfaktoren  herauskristallisieren. Eine kom- 
munale Vergleichbarkeit gewährleistet in diesem Sin ne eine wirksame Leistungserbrin- 
gung für die Bürgerinnen und Bürger. In Münster soll versucht werden, die Idee des Poten- 
tialansatzes auch in den Indikatoren abzubilden. Ei n solches kommunales Erfolgsmodell 
würde den aktuellen Entwicklungsstand der Integrationsmonitorings insgesamt bereichern. 
Voraussetzung ist jedoch die Sicherung der erforder lichen Daten- und Informationsversor- 
gung für die Einrichtung eines Integrationsmonitorings als auch eines Controllings. 
 
 
10.  Einrichtung eines Controllings 
Durch das Zusammenstellen von Informationen über Le istungen, Wirkungen und Res- 
sourceneinsatz soll der Umsetzungsprozess des Migrationsleitbildes gesteuert werden. So 
sind auch die mittel- und langfristigen Ziele im Bl ickpunkt (strategisches Controlling). Dazu 
zählt ebenso die Evaluation der langfristigen Bewer tung des Erfolgs einzelner Projekte. 
Die Aufgabe der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten 
umfasst das strategische Controlling als Service fü r das Management zur zielorientierten 
Umsetzung des Migrationsleitbildes. Insbesondere so ll es frühzeitig Zielabweichungen 
erkennen und diesen entgegensteuern können, um so d ie Zielerreichung sicherzustellen 
                                                 
22  Stadt Wiesbaden (2008): Monitoring zur Integration  von Migranten in Wiesbaden. Bericht 2008. Wiesba- 
den: Stadt Wiesbaden und Stadt Wiesbaden (2009): Monitoring zur Integration von Migranten in Wiesbaden. 
Bericht 2009. Wiesbaden: Stadt Wiesbaden 
23  Stadt Aachen (2008): Integrationsmonitoring 2008. Bericht zum Stand der Integration  von Migrantinnen  
und Migranten in der Stadt Aachen. Aachen: Stadt Aachen .  
24  s. a. Migrationsleitbild S. 4, Vorlage V/0026/2008 
  „Kulturation“ beschreibt die notwendigen Kenntnis se und Fertigkeiten, um am gesellschaftlichen Le- 
ben teilzunehmen. Dies bedeutet das Erlernen sowohl  der deutschen Sprache als auch gewisser 
Regeln und Verhaltensweisen, ohne die der Umgang un d die Kommunikation mit der ansässigen 
Bevölkerung erschwert sind.  
 „Platzierung“ meint den gleichberechtigten Zugang z u gesellschaftlichen Positionen in entscheiden- 
den gesellschaftlichen Bereichen wie dem Wohnungsmarkt, der Bildung, dem Arbeitsmarkt und dem 
Rechtssystem.  
 „Interaktion“ umschreibt die Teilhabe am sozialen L eben. Sie kann sich beispielsweise im Aufbau 
(interethnischer) sozialer Beziehungen, der Mitgliedschaft in Vereinen oder auch in Eheschließungen 
über ethnische Grenzen hinweg äußern.  
 „Identifikation“ meint die mentale und emotionale Verbundenheit der Menschen mit Migrationsvorge- 
schichte mit ihrer neuen Aufnahmegesellschaft. 
Vgl. Esser, H. (1980): Aspekte der Wanderungssoziolo gie. Assimilation und Integration von Wanderern, et hnischen 
Gruppen und Minderheiten eine handlungstheoretische Analyse. Darmstadt. Esser, H. (2001): Integration und das Prob- 
lem der multikulturellen Gesellschaft. In: Mehrländer, U. / Schultze, G. (Hrsg.): Einwanderungsland Deutschland.

40  
oder bei Abweichungen die Wirkungen auf andere Teil ziele einzuschätzen im Sinne einer 
ganzheitlichen Zielkoordination (Chancen und Risiken erkennen und beurteilen).  
 
Voraussetzung und Basis  sind entsprechende Abbildu ngs- und Identifizierungs-
möglichkeiten in Zahlen und Daten. Hier bietet die Geburtsortecodierung 
25  eine gute Mög- 
lichkeit, die jeweiligen Zielgruppen zu erfassen. Beispielsweise kann abgebildet werden:  
 wo Menschen mit Migrationsvorgeschichte in Münster  ihren Wohnort haben,  
 wie der demographische Zuschnitt – räumlich gesehe n – aussieht,  
 wie die Verteilung nach Alter, Geschlecht, Ethnien , … gestaltet, 
 wie die Veränderungen, beispielsweise beim Wohnort wechsel, aussehen.  
Die genannte Grundlage für ein  Integrationsmonitor ing war aktuell für einen größeren Teil 
der Menschen mit Migrationsvorgeschichte nicht mögl ich. Bekannt und identifizierbar 
waren Nichtdeutsche/Ausländerinnen und Ausländer. D ie mindestens gleichgroße Gruppe 
der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie die Gruppen der Eingebürgerten ließen 
sich nicht darstellen, ebenso wenig die Gruppe der hier geborenen nicht-ausländischen 
Kinder von Menschen mit Migrationsvorgeschichte. Vo n ihnen ist nur der Geburtsort, nicht 
jedoch das Geburtsland bekannt. An dieser Stelle se tzt die nun entwickelte 
„Geburtsortecodierung“ als Datenerhebung an. 
 
Die statistische Abteilung der Gemeinde Almelo ist in der Lage, ein differenziertes Bild von 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte abzubilden. In  der Zusammenarbeit mit der 
Gemeinde Almelo, einem niederländischen Statistikex perten und der Fachstelle Statistik 
des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verke hrsplanung der Stadt Münster wurde 
daran gearbeitet, auf der Basis vorliegender Daten eine entsprechende 
Abbildungsmöglichkeit für Münster zu schaffen. Mit dem Ergebnis ist ein erheblicher 
Durchbruch nicht nur für die Stadt Münster gelungen . Mit der endgültigen Fertigstellung 
dieser neuen Erhebungsmethode ist im Herbst 2010 zu  rechnen. Noch nicht identifiziert 
werden erwachsene Migrantinnen und Migranten der zweiten Generation (die hier geboren 
sind, mit deutschem Pass).  
 
Mit dem Controlling werden die Grundlagen für fach- , sach- und finanzgerechte Entschei- 
dungen im Sinne einer Querschnittsaufgabe bereitgestellt. Zudem bildet es auch die Basis 
für die politische Steuerung. Diese Art des „politi schen Controllings“ ermöglicht der Politik 
für die wichtige Zukunftsaufgabe der Integration mi t wichtigen und entscheidungsrelevan- 
ten Informationen versorgt zu werden und den zu tre ffenden Entscheidungen nicht „ohn- 
mächtig“ gegenüber zu stehen. 
 
 
11.  Kontinuierlicher Bericht ab 2010 zum aktuellen Stand der Umsetzung an die  
 Politik, den Integrationsrat, den Rat und die Fachausschüsse der Stadt  
 Münster und an externe Partnerinnen und Partnern.  
Die laufende Berichterstellung an die politisch und  fachlich Verantwortlichen in Münster 
soll dazu dienen, die Entwicklungen für Münster dar zustellen. Dabei geht es sowohl um 
die Änderungen durch die Erreichung von Zielen anha nd des Integrationsmonitorings als 
auch um die gesellschaftlichen Änderungen, die möglicherweise neue Ziele erfordern. Hier 
wird der Beschluss, der einen Bericht an den Rat er forderte, alltagsnah und auf die fachli- 
chen Planungserfordernisse ausgerichtet und konkret isiert. Die laufende Berichterstattung 
gewährt den Verantwortlichen praxisnahe und fachlic he Einblicke in die Entwicklungen, 
um so gut vorbereitet die Überarbeitung des Migrationsleitbildes fortführen zu können. 
                                                 
25  Die Geburtsortecodierung wurde organisiert und bereit gestellt durch das INTERREG-Projekt.

41  
12.  Ausblick: 
Der Bericht wurde unter der Federführung von der Ko ordinierungsstelle für Migration und 
Interkulturelle Angelegenheiten gemeinsam mit allen  Ämtern der Stadtverwaltung und den 
Tochtergesellschaften auf der Grundlage der Zielges präche und Vereinbarungen erarbei- 
tet. Während dieses Prozesses hat sich eine enge un d vertrauensvolle Kooperation entwi- 
ckelt. In der Zusammenarbeit  wurden Ressortgrenzen  überwunden, um vernetzten Wir- 
kungszusammenhängen gerecht werden zu können. Die w eitere Umsetzung des Migrati- 
onsleitbildes, die Berichterstattung und auch das z ukünftige Integrationsmonitoring sind 
offen für Weiterentwicklungen und passen sich den j eweiligen Gegebenheiten an. Diese 
enge Zusammenarbeit durch regelmäßige Abstimmungsgespräche soll fortgesetzt und die 
Zukunftsaufgabe Integration auch weiterhin gemeinsam gestaltet werden.  
 
Dieser Konsens wird über die Verabschiedung des Mig rationsleitbildes und dem damit 
verbundenen Auftrag auch von der Politik getragen.  
Die Notwendigkeit der kontinuierlichen Weiterentwic klung unserer Stadtgesellschaft   ge- 
schieht auch vor dem Hintergrund dass Münster im de mografischen Wandel als „wach- 
sende Stadt“ auch davon abhängt, wie „Einheimische“  und „Zugewanderte“ diesen Pro- 
zess miteinander gestalten, dass sie aufeinander zu gehen, kulturelle Vielfalt als persönli- 
chen Gewinn erkennen und dazu beitragen, das gemein same Leben in Münster friedlich 
zu gestalten. Damit platziert sich Münster im Wettbewerb der Städte um die Besten – auch 
im Sinne der Internationalität. Zudem steht sie dam it im Einklang mit der politischen Agen- 
da des Landes sowie des Bundes und folgt dem Appell  des Bundestagspräsidenten für 
mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

Berichtsvorlage

4774 Zeichen

V/0543/2010 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle 
Angelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Aktueller Stand zur Umsetzung des Migrationsleitbildes 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
08.09.2010 Kulturausschuss Bericht
09.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht
09.09.2010 Bezirksvertretung Münster-West Bericht
09.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht
14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht
14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht
14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht
15.09.2010 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht
16.09.2010 Integrationsrat Bericht
16.09.2010 Sportausschuss Bericht
21.09.2010 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Bericht
21.09.2010 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht
22.09.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht
22.09.2010 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht
27.09.2010 Kommunale Seniorenvertretung Bericht
28.09.2010 Ausschuss für Gleichstellung Bericht
29.09.2010 Rat Bericht
29.09.2010 Hauptausschuss Bericht 
 
 
Bericht: 
Dem Ratsbeschluss zum Migrationsleitbild ist ein umfassender und komplexer Entwicklungspro-
zess vorausgegangen. In dieser fast vierjährigen Entstehungsgeschichte (2004 bis 2008) gab es 
eine breite Beteiligung von Ausländerbeirat, Kirchen, Glaubensgemeinschaften, Wohnungsge-
sellschaften, Vereinen, darunter auch Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, Vertreterinnen 
und Vertretern aus der Politik, den freien Wohlfahrtsverbänden, der Polizei, der Seniorenvertre-
tung Münster, Flüchtlingsorganisationen sowie den Fach- und Querschnittsämtern aus der Stadt-
verwaltung. Diese gute Zusammenarbeit zwisch en Ausländerbeirat und internen als auch exter-
nen Partnerinnen  und Partnern soll und wird auch weiterhin als gemeinsame Arbeitsplattform bei 
der Umsetzung des Migrationsleitbildes wirken.  
 
Auftrag 
Mit der Verabschiedung der öffentlichen Beschlu ssvorlage V/0026/2008 „Migrationsleitbild der 
Stadt Münster“ am 18.06.2008 hat der Rat der Stadt Münster der Integration eine hohe kommu-
Vorlagen-Nr.: 
V/0543/2010 
Auskunft erteilt: 
Herr Köhnke 
Frau Reckfort 
Ruf: 
492-7059 
E-Mail: 
Reckfort@stadt-muenster.de 
Datum: 
17.08.2010 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0543/2010 
 
nalpolitische Bedeutung beigemessen und den Prozess für eine ressortübergreifende Veranke-
rung  des Migrationsleitbildes gestartet. Die Reichweite zur Umsetzung des Migrationsleitbildes 
betrifft die gesamte Stadtgesellschaft und hat somit neben der Stadtverwaltung und den Tochter-
gesellschaften auch Einfluss auf die Träger der Wohlfahrtsverbände, die Kirchen und Glaubens-
gemeinschaften, die Wirtschaft, Wohnungsgesellschaften, Vereine, darunter auch Migrantinnen- 
und Migrantenorganisationen, die Politik, die Polizei, die Seniorenvertretung Münster, Flücht-
lingsorganisationen, u. w. 
 
Die Verwaltung wurde beauftragt,  
1. „eine nach Maßgabe der Daten- und Erkenntnislage mögliche und auf die Verhältnisse in 
unserer Stadt zugeschnittene Situationsanalyse (Zielgruppen, Potentiale, Problemlagen, 
Hilfe- und Unterstützungsangebote der Ämter, Institutionen, Einrichtungen und Träger) 
unter Zugrundelegung der Bewertungskriterien des Leitbildes zu erstellen; 
 
2. daraus ressortspezifische und -übergreifende Handlungsprioritäten für die Weiterentwick-
lung von Maßnahmen und Hilfestrukturen abzuleit en und diese im Hinblick auf ihre Wirk-
samkeit in fachlicher und finanzieller Hinsicht zu bewerten; 
 
3. dabei vor allem auch die aus Haushaltskonsolidierungsgründen unabdingbare Vorrangig-
keit einer Umsetzung aus vorhandenen Budgetansätzen zu beachten. Das heißt: Zusätz-
liche Finanzierungsaufwendungen, etwa für neue Maßnahmen und Projekte, bedürfen ei-
ner besonderen Begründung und werden jeweils sach- und zeitgerecht entschieden.“ 
 
Der damalige Ausländerbeirat war an dem Entwicklungsprozess des Migrationsleitbildes maß-
geblich beteiligt und hat bedeutende Hinweise hinsichtlich der Belange der Menschen mit Migra-
tionsvorgeschichte gegeben.  
 
Der als Anlage beigefügte Bericht zum aktuellen Stand der Umsetzung des Migrationsleitbildes 
wurde federführend durch die Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegen-
heiten zusammengestellt und bildet die bisherige Arbeit an der Umsetzung des Migrationsleitbil-
des ab. Er wurde gemeinsam mit allen Ämtern der Stadtverwaltung und den Tochtergesellschaf-
ten auf der Grundlage der bisherigen Arbeit entwickelt.  
 
Auf der Basis der in diesem Bericht aufgezeigten Zielsetzungen und Entwicklungen wird die Um-
setzung des Migrationsleitbildes weiterentwickelt. 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
 
Anlage: 
Bericht

Beratungsverlauf (18)

08.09.2010 Kulturausschuss
TOP 2.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.09.2010 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 3.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 5.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 5.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 4.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 3.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 7.6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.09.2010 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.09.2010 Sportausschuss
TOP 3.1 Bericht

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.09.2010 Integrationsrat
TOP 3.7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
21.09.2010 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 6 Bericht

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
21.09.2010 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
22.09.2010 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
22.09.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.09.2010 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.09.2010 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 10 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
29.09.2010 Hauptausschuss
TOP 26 Bericht Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
29.09.2010 Rat
TOP 29 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (7)

  • Friedrich-Ebert-Straße
  • Warendorfer Straße
  • Manfred-von-Richthofen-Straße
  • Killingstraße
  • Brüningheide
  • Kinderhaus
  • York-Ring 23

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0543/2010
Typ
Vorlagen
Datum
13.08.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37