V/0034/2009
Stiftung Siverdes, Fortführung des Projektes "Privjet"
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Beschlussvorlage
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V/0034/2009 DER OBERBÜRGERMEISTER Geschäftsstelle der Kommunalen Stiftungen Betrifft Stiftung Siverdes; Fortführung des Projektes "Privjet" Beratungsfolge 04.03.2009 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 10.03.2009 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 11.03.2009 Ausländerbeirat Anhörung 11.03.2009 Stiftungskommission Vorberatung 17.03.2009 Kommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern u. ausländischen Flüchtlingen Vorberatung 19.03.2009 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 25.03.2009 Hauptausschuss Vorberatung 25.03.2009 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die städtisch verwaltete Stiftung Siverdes fördert die als Projekt „Privjet“ installierten Hilfen und Maßnahmen des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien an der Hauptschule Hiltrup und der Johannes–Gutenberg-Realschule in Münster–Hiltrup vom 01.07.2009 bis zum 31.12.2010. II. Kosten/Folgekosten Die Gesamtvolumen der Förderförderung beträgt 30.000 €. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Wirtschaftsjahr 2009 Wirtschaftsjahr 2010 Stiftung Siverdes 10.000 € 20.000 € Gesamtkosten 30.000 € Vorlagen-Nr.: V/0034/2009 Auskunft erteilt: Herr Claahsen Ruf: 492 59 03 E-Mail: Claahsen@stadt-muenster.de Datum: 04.02.2009 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0034/2009 Begründung: 1. Ausgangslage Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses V/0128/2006 1. Erg. förderte die Stiftung Siverdes bis- lang die als „Privjet“ Projekt installierten Hilfen und Maßnahmen an der Hauptschule Hiltrup und der Johannes–Gutenberg-Realschule in Münster–Hiltrup sowie an der Fürstenbergschule mit je einer 19,25 Wochenstunden Stelle. Freizeitangebote des Jugendzentrums Berg Fidel und des Fachwerks Gievenbeck waren Be- standteile der Maßnahmen und wurden ebenfalls durch die Stiftung Siverdes gefördert. 2. Zur bisherigen Umsetzung des Projektansatzes Unabhängig von unterschiedlichen Bedarfen der Schul en, werden im Rahmen des Projektes „Priv- jet“ folgende Basisleistungen erbracht: - regelmäßige Präsenz in der Schule - Schwerpunktberatung für ausgesiedelte Kinder und Jugendliche - Krisenintervention - Zusammenarbeit mit Eltern / Erziehungsberechtigten / Bezugspersonen - Information und Beratung für Lehrerinnen und Lehrer - Initiierung weiterer Unterstützungsangebote und Hilfen - Mitwirkung in den Gremien der Schule. Integrations- und Partizipationsproblematiken in unterschiedlichsten Facetten bestimmen sowohl den Schulalltag von spät ausgesiedelten Schülerinnen und Schülern sowie von Schülerinnen und Schülern anderer Kulturen und Ethnien als auch von Lehrkräften. Im Rahmen dieses Projektes ist es daher ein wichtiges Ziel, Integrations- und Partizipationschan- cen spät ausgesiedelter Kinder und Jugendlicher deutlich zu verbessern. Um dies erreichen zu können, sind regelmäßige Präsenzen und Beratungsangebote in den Schu- len unabdingbare Voraussetzungen. Zusätzlich benötigen Schülerinnen und Schüler mit Migrationsvorgeschichte besondere Förder- maßnahmen. Die erforderlichen Angebote werden primär unter den jeweiligen Aspekten der kultu- rellen, religiösen und ethnischen Bedingungen und Möglichkeiten betrachtet und der Transfer in die hiesige Gesellschaftsstruktur begleitet, ohne die Herkunft außer Acht zu lassen. Die gleichbe- rechtigte Partizipation im System Schule wird gefördert und ausgebaut. Eine gut gelingende Integ- ration ist hier das oberste Ziel. Die Hilfen konzentrieren sich auf die individuelle Lebensplanung, als Entwicklung eigener Perspek- tiven, Beratung und Einzelfallbetreuung in besonderen Lebenslagen sowie Beratungsangebote zur Erweiterung der interkulturellen Kompetenzen sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei- den Fachkräften an der Schule. Somit werden zusätzlich zu den oben genannten Basisleistungen im Rahmen des Projektes „Priv- jet“ folgende Arbeitsschwerpunkte bzw. Leistungen an der jeweiligen Schule erbracht: Hauptschule Hiltrup - Projekt „Berufliche Integrationslotsen“ - individuelle, bedarfsgerechte Einzelfallhilfen - Sozialtraining ab Klasse 5 - Initiierung und Begleitung von Unterrichtseinheiten zu besonderen Problemlagen bestimmter Klassen (Integration von SchülerInnen mit Migrationsvorgeschichte) - 3 - V/0034/2009 - Angebote zur Erweiterung interkultureller Kompetenzen der Lehrenden - Vermittlung von Hausaufgaben- und Übermittagsbetreuung Johannes-Gutenberg-Realschule - individuelle, bedarfsgerechte Einzelfallhilfen - Sozialtraining I in Klasse 5 - Sozialtraining II in Klasse 6 (neu ab Schuljahr 2008/2009) - Initiierung und Begleitung von Unterrichtseinheiten zu besonderen Problemlagen bestimmter Klassen - Begleitung der Förderstunde für SpätaussiedlerInnen - Angebote zur Erweiterung interkultureller Kompetenzen von Lehrenden - Vermittlung von Hausaufgaben- und Übermittagsbetreuung Fürstenbergschule - individuelle, bedarfsgerechte Einzelfallhilfen - Hilfen zur Lebensplanung und Beruforientierung - Entwicklung von Zielperspektiven für den weiteren schulischen und beruflichen Werdegang - Beratung und Integration von Eltern - Flankierung der pädagogischen Arbeit von Lehrern Das Angebot wird von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Schulleitungen und El- tern/Erziehungsberechtigten sehr gut angenommen – es ist als feste Größe innerhalb der Schulen verankert. In Zusammenarbeit mit dem Lehrpersonal werden zusä tzlich erforderliche Unterrichtseinheiten zu sozialen Kernthemen wie Mobbing, Integration, Umgang mit den/dem „Anderen“ etc vorbereitet und durchgeführt. Zusätzlich zu den schulischen Anforderungen und Leistungen müssen die Schü- lerinnen und Schüler vielfältige soziale Kompetenzen vorweisen bzw. erlernen (soweit sie sie nicht im Elternhaus erworben haben), um an der Schule einen für sie gewinnbringenden Lebensort vor- zufinden und den späteren beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden zu können. Die Unterstützung beim Erwerb von Schlüsselqualifikationen durch das Projekt Privjet wird von Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern ausdrücklich gewünscht. Die Verortung des Projektes „Privjet“ an den drei Schulen ist deutlich positiv zu bewerten. Für das nächste Schuljahr sind u. a. gemeinsame Projekte und Projekttage geplant. Gleichzeitig ist die Betreuung der Schülerinnen und Schüler, die auf eine jeweils andere Schule wechseln, gewähr- leistet und kann in Personalunion weiterführend pädagogisch begleitet werden. 2.1 Besondere Voraussetzungen und Bedingungen in Hiltrup Um adäquate und bedarfsgerechte Hilfen in den Schulen installieren und vermitteln zu können, bedarf es zusätzlich einer Vernetzung im Stadtteil Hiltrup. Die Teilnahme am „Arbeitskreis Jugend Hiltrup“ bietet diese Basis. Der Arbeitskreis besteht aus Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit (Jugendeinrichtungen, Beratungsstellen, Schulen, Polizei, der Jugendförderung und Kommunalen Sozialdienst). Durch diese Vernetzung können Schülerinnen und Schüler auch in weiterführende Hilfsangebote unkompliziert und bedarfsgerecht vermittelt werden. In den vergangenen Schuljahren 2005/2006, 2006/2007 und 2007/2008 nutzten insgesamt 204 Schülerinnen und Schüler das Angebot des Projektes „Privjet“ (davon 111 Schülerinnen und Schü- ler der Hauptschule Hiltrup sowie 93 Schülerinnen und Schüler der Johannes – Gutenberg – Real- schule Hiltrup). - 4 - V/0034/2009 Im laufenden Schuljahr 2008/2009 sind an der Hauptschule Hiltrup 453 Schülerinnen und Schüler gemeldet, an der Johannes – Gutenberg – Realschule Hiltrup 529. Neben alltäglichen, unzähligen Kurzberatungskontakten werden aktuell durch das Projekt „Privjet“ 30 Schülerinnen und Schüler in regelmäßigen und intensiven Beratungsprozessen begleitet. In derzeit 18 Fällen ist eine parallele Elternberatung über einen längeren Zeitraum erforderlich und wird im Rahmen des Projektes „Privjet“ geleistet. 3. Fortsetzung des Projektes Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien signalisiert, dass eine Fortsetzung dieses Projektes an den beiden Schulen in Hiltrup bis zum 31.12.2010 unter dem Aspekt einer weiterhin möglichst gelingenden Integration und Partizipation von spät ausgesiedelten Kindern und Jugendlichen er- forderlich ist. An der Fürstenberghauptschule werden zukünftig seitens des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien im Rahmen des Konzeptes „Jugendhilfe an Hauptschulen“ erforderliche Konzeptbaustei- ne des Projektes Privjet aufgenommen und fortgesetzt. 4. Freizeitmaßnahmen in den Jugendzentren Die Beschlussziffer 2 der Vorlage V/0128/2006 1. Erg. sah vor, innerhalb der laufenden Projekt- phase, die Arbeit in den Jugendzentren so zu gestalten, dass die bisher besonders betreuten ju- gendlichen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler künftig durch die vorhandenen Betreuungs- strukturen der Offenen Jugendarbeit begleitet werden können . Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hat die Freizeitangebote weitestgehend im Rahmen der laufenden Gruppenangebote aufgreifen können. I. V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (8)
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Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0034/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.02.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37