Mandari Insight

V/0263/2011

Umwidmung des Kinderhortes Lorenz Süd zu einem Förderangebot der Jugendhilfe für Grundschüler in Berg Fidel

Vorlagen 19.04.2011

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 25.05.2011, TOP 20

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

12787 Zeichen

V/0263/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Umwidmung des Kinderhortes Lorenz Süd zu einem Förderangebot der Jugendhilfe für 
Grundschüler in Berg Fidel 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
11.05.2011 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
12.05.2011 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 
17.05.2011 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
25.05.2011 Hauptausschuss Vorberatung 
25.05.2011 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Rat der Stadt Münster nimmt zur Kenntni s, dass mit dem Erlass des Schulministeriums 
vom 26.01.2006 unter Berücksichtigung des Runderlasses vom 31.07.2008 die anteilige Lan-
desfinanzierung der Horte in Höhe von insg. 186.455,05 € zum 31.07.2011 ausläuft. 
 
2. Der Rat der Stadt Münster stimmt auf der Grundlage der Vorlage „Umwidmung der bestehen-
den Kinderhortangebote zugunsten des U3 Ausbaus /Weiterentwicklung der Förderangebote 
der Jugendhilfe für Grundschulkinder im offenen Ganztag“ (V/110/2011) der Weiterentwicklung 
des Kinderhortes Lorenz-Süd zu einem kinderpädagogischen Förderangebot zu.  
 
3. Die Verwaltung wird beauftragt, ergänzend und in enger Kooperation mit der Grundschule Berg 
Fidel ein passgenaues Jugendhilfeförderangebot in Ergänzung zu den Angeboten der Grund-
schule zu entwickeln und ab dem 01.08.2011 umzusetzen. 
 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass keinerlei zusätzliche Kosten entstehen. 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0263/2011 
Auskunft erteilt: 
Herr Paschert 
Herr Götte 
Ruf: 
492 58 90 
23796-12 
E-Mail: 
paschert@stadt-muenster.de 
goette@stadt-muenster.de  
Datum: 
18.04.2011 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0263/2011 
 
Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
Für das kinderpädagogische Jugendhilfeangebot wird auf das vorhandene Team des Kinder- und 
Förderhortes zurückgegriffen. Die 2,50 Personalstellen stehen im Stellenplan der Stadt Münster 
zur Verfügung. 1,50 dieser 2,50 Personalstellen sind aktuell noch in der Produktgruppe 0601 aus-
gewiesen. Diese werden mit dem nächsten Stellenplan der Produktgruppe 0602 (Finanzvolumen: 
70.770 Euro) zugeordnet. 
 
 
Begründung: 
 
Mit Beschluss der Vorlage 121/2007 durch den Rat der Stadt Münster wurde die Verwaltung be-
auftragt, mit den Trägern der Horte eine Übergangskonzept bis zum Auslaufen der Landesfinanzie-
rung zum 31.07.2011 zu entwickeln. 
 
Im Ergebnis wurden für diesen Zeitraum insgesamt fünf Hortgruppen gebildet (darunter der Hort 
Lorenz-Süd), die als Ergänzung für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf ein entsprechen-
des Konzept vorhalten. 
 
Aufgrund der auslaufenden Landesmittel zum 31.07.2011 und der damit einhergehenden Schlie-
ßung der Horte werden nicht nur dringend erforderliche Betreuungsplätze, sondern auch notwen-
dige Förderinstrumente für die Kinder wegfallen, die einen erhöhten Förderbedarf haben. 
 
Ziel ist es, diesen Kindern auch weiterhin eine intensive Förderung ergänzend zu den Angeboten 
zu teil werden zu lassen, damit sie in die Lage versetzt werden perspektivisch in einem Rege-
schulsystem zu bestehen. 
 
In diesem Zusammenhang ist ebenfalls die Weiterentwicklung der bestehenden Kinderhortangebo-
te  zu Förderangeboten der Jugendhilfe für Grundschulkinder im offenen Ganztag - Förderinseln 
zu sehen (siehe V/110/2011) 
 
 
1. Ausgangslage 
 
Situation in 
Berg Fidel 
Im Stadtteil Berg Fidel leben etwa 5560 (Stand: 31.12.2010) wohnberechtigte Menschen; davon 
1.065 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahre. Der Stadtteil ist durch seine Insellage 
als ein in sich geschlossenes räumliches Gebiet geprägt und durch eine vorwiegend vorhandene 
Hochhausbebauung und Mehrfamilienhäuser und ein kleines Einkaufszentrum gekennzeichnet.  
 
Im Einzugsgebiet der Grundschule und des Lorenz- Süd leben überproportional viele Kinder mit 
Migrationsvorgeschichte und in Haushalten Alleinerziehender. Darüber hinaus belegen die Schul-
eingangsuntersuchungen des Gesundheitsamtes der Stadt Münster, dass die Sozialressourcen 
der Kinder in Berg Fidel auf einer dreistufigen Skala (gering, mittel, hoch) als gering zu bewerten 
sind. Die wichtigsten Angebote sozialer Infrastruktur sind in Berg Fidel vorhanden. Hierzu gehören 
drei Kindertagesstätten, eine gebundene Grundschule und ein Stadtteilhaus für Kinder, Jugendli-
che und Familien. Differenzierte Angebote der Kinder- und Jugendhilfe für diese Zielgruppe fehlen, 
erste Ansätze für Kinder der Kitas sind im Familienzentrum Maximilian Kolbe erkennbar. Der För-
derverein „Alte Post“ e.V. richtet sich mit seinen Angeboten an Familien und Erwachsene mit 
Migrationsvorgeschichte.

- 3 - 
V/0263/2011 
Situation Hort Lorenz-Süd 
Seit August 2008 ist eine Hortgruppe im Stadtteilhaus Lorenz-Süd in Berg Fidel. Diese Gruppe 
wurde auf Ratsbeschluss vom „Sozialpädagogischen Zentrum“ (AWO) an der Trauttmans-
dorffstraße in den Stadtteil Berg Fidel verlagert.  
 
Diesen Hort besuchen 20 Kinder mit speziellem Förder- oder / und Betreuungsbedarf aus den Ko-
operationsschulen in Hiltrup und der Grundschule Berg Fidel. Die Förderung der Kinder ist ausge-
richtet auf die Reintegration in die Regelangebote der Grundschule nach einem zweijährigen Hort-
besuch. Das Angebot des Kinderhortes in Berg Fidel ist so konzipiert, dass neben der festen 
Gruppenstruktur auch Schülerinnen und Schüler mi t Förderbedarf in einzelnen Teilbereichen die 
Einrichtung stundenweise aufsuchen können. Dies setzt eine intensive Kooperation mit der Schule 
voraus. Eine Reintegration der Kinder in den „gebundenen“ Ganztag der Grundschule ist jedoch 
nicht möglich, da die Klassenverbände fest definiert sind und die Kinder ihre Klassenverbände 
wechseln müssten. Im Interesse der Kinder ist dies keine gangbare Alternative. 
 
 
Situation Grundschule
 
An der Grundschule Berg Fidel lernen jährlich ca. 200 Kinder. In jeder der neun Klassen sind 
durchschnittlich fünf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, insgesamt also etwa 45 Kin-
der. Sie alle wohnen in der Nähe der Schule und sollen möglichst wohnortnah integriert werden. 
Aktuell bestehen folgende Förderschwerpunkte: Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung, 
Sprache, Geistige Entwicklung und Hören. Ca. 100 Kinder werden „gebunden“, d. h. ganztags un-
terrichtet.  
 
2. Kinderpädagogisches Förderangebot des Lorenz Süd - Neukonzeption  
 
Ab dem 01.
08.2011 wird für die Kinder der Grundschule Berg Fidel ein kinderpädagogisches Ju-
gendhilfeangebot eingerichtet. Das Angebot erwächst aus dem zum 31. Juli eingestellten Hort des 
Lorenz - Süd. Das Hortangebot wird in diesem Zusammenhang sukzessive mit den aktuell noch zu 
betreuenden Kindern zurückgefahren, parallel dazu steigt das neu eingerichtete intensivpädagogi-
sche Angebot in seinem zeitlichen Umfang.  
 
Das Förderangebot richtet sich konkret an die Kinder mit einem besonderen Förder- oder Betreu-
ungsbedarf. Die Arbeit mit jedem einzelnen Kind oder der Kleingruppe kann daher intensiver und 
nachhaltiger durchgeführt werden, Störungen von Außen werden vermindert. Durch die frei wer-
denden Kapazitäten kann das Angebot auch auf die Kinder der dritten und vierten Klassen erwei-
tert werden, die bislang nicht durch das Hortkonzept bedient wurden. Die Qualität und Kontinuität 
der Zusammenarbeit mit dem Kind, den Eltern und allen an der Erziehung beteiligten Fachkräften 
steigt, da sie unter dem neuen Konzept auf bis zu vier Jahren ausgeweitet ist. 
 
Neu ist, dass das neue Angebot zukünftig nicht nur die Ganztagsbetreuung in den Schulferien 
übernehmen wird, sondern auch die Randzeiten von Schulkindern abdecken wird  und somit eine 
verlässliche Betreuung auch außerhalb des Ganztages sicherstellen wird. Das bedeutet, dass feh-
lende Betreuungsangebote vor und nach der Schule, an den Wochenenden und in den Ferien 
durch das pädagogische Jugendhilfeangebot im Lorenz-Süd bedient werden. Die Kinder werden in 
diesen Zeiten in Gruppen betreut oder an bestehende Angebote im Stadtteil (z.B. offene kinderpä-
dagogische Angebote des Stadtteilhauses Lorenz-Süd) herangeführt und haben fließende Über-
gänge zu anderen Lern- und Erfahrungsräumen. Für Eltern entsteht so eine verbesserte Verein-
barkeit von Beruf und Familie. Sie wissen ihre Kinder gut betreut.

- 4 - 
V/0263/2011 
Ziele und Konzeptbausteine 
 
Ziel ist es, den Kindern der Grundschule Berg Fidel, die mit den Ressourcen in der Schule nicht 
ausreichend gefördert werden können, über die Betreuungs- und Schulangebote hinaus eine indi-
viduelle und intensive Förderung zukommen zu lassen. Das im Lorenz-Süd vorgehaltene kinder-
pädagogische Angebot bietet die Chance einer befristeten und gezielten Entwicklungsförderung 
mit dem Ziel, die Kinder so zu stärken, dass sie in das Regelangebot von Schule wieder integriert 
werden. 
 
Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in der kognitiven, sozialen und emotionalen Förderung der 
Kinder. Dabei ist die Integrations- und Sprachförderung der Kinder mit Migrationsvorgeschichte  
eine besonders intensive Herausforderung.  
 
Handlungsleitend für das gesamte Konzept ist zudem die partnerschaftliche und aktive Zusam-
menarbeit mit den Eltern und den Fachkräften der Grundschule Berg Fidel. Zudem sind bereits 
frühzeitige Kooperationsgespräche mit den Kitas im Stadtteil zu führen, um so früh wie möglich im 
Übergang von der Kita in die Grundschule gemeinsam die richtige Betreuungs- und Förderform für 
die Schulanfänger auszuloten. 
 
Zu den besonderen Betreuungs- und Förderleistungen
 des zukünftigen Förderangebotes für die 
Kinder zählen insbesondere folgende Angebote: 
 
- Sprachförderung 
- Förderung bei Konzentrations- und Lernschwierigkeiten 
- gesunde Ernährung/Bewegung 
- Förderung von Beziehungsfähigkeit 
- Unterstützung bei der Bewältigung von persönlichen Krisen und Entwicklungsverzögerungen 
- erzieherischer Unterstützungsbedarf 
- individueller leistungsfördernder Bedarf (Bildung) 
- soziales Lernen (Kommunikation, Regeln, Werte etc.) 
- Konfliktbewältigung 
- soziale Integration sowohl in die Gruppe als auch in andere soziale Systeme (Sport- Musik-, Kre-
ativangebote) 
 
Dabei liegt ein besonderes Augenmerk bei den Kindern, die an der Trauttmansdorffstraße. woh-
nen. 
 
Ein integrativer Bestandteil der Arbeit ist die Elternarbeit und -beratung
. Eine intensive Elternarbeit 
ist die Voraussetzung zur ganzheitlichen Verbesserung der Lebenssituation der Kinder. Eltern  
sind wichtige Kooperationspartner, die aktiv in die Lern- und Entwicklungsprozesse ihres Kindes 
mit einbezogen werden, in ihren Erziehungskompetenzen gefördert und in Bezug auf die individu-
elle Entwicklung ihres Kindes unterstützt werden sollen. 
 
 
Personelle Ausstattung 
 
Für das kinderpädagogische Jugendhilfeangebot wird auf das vorhandene Team des Kinder- und 
Förderhortes zurückgegriffen. Es besteht insgesamt aus 2,50 Stellen (Erzieher/-in und Heilpäda-
goge/-in) und ist den Kooperationspartnern im Stadtteil bekannt und die Fachlichkeit wird hoch 
geschätzt. Die Eltern haben bereits eine hohe Akzeptanz gegenüber den Mitarbeiter/innen, dies 
gilt ganz besonders auch bei den Familien der Trauttmansdorffstraße.

- 5 - 
V/0263/2011 
Fazit 
 
Das Förderangebot der Jugendhilfe für Grundschüler der Grundschule Berg Fidel im Lorenz Süd 
bietet die Chance: 
 
- der frühen und gezielten Förderung von Grundschulkindern vor Ort 
- einen frühen Zugang zu den sozialen Problemlagen von Kindern zu bekommen 
- eine frühzeitige Integration von Kindern mit einem erhöhtem Förderbedarf im Regelschulsystem  
  zu erreichen 
- eine verbesserte Koordination und Synergieeffekte von Angeboten, Hilfen und Leistungen im  
  Stadtteil zu erzielen 
- eine gemeinsame Erziehungspartnerschaft von Eltern, Jugendhilfe und Schule herbeizuführen  
- ein aufeinander abgestimmtes pädagogisches Handeln herzustellen sowie 
- bedarfsgerechte Förderzeiträume individuell auf jedes Kind abzustimmen und  
- eine flexiblere bzw. durchlässigere Angebotsstruktur von Institutionen. 
 
Die besondere Förderung der Kinder als integrativer Baustein bietet insbesondere die Chance, 
benachteiligten Kindern eine gezielte Förderung zu teil werden zu lassen, ohne sie aus ihren ge-
wohnten Bezügen und ihrem Umfeld herauszuholen. Die Kinder werden nicht aus ihrem Sozial-
raum oder von ihrem Mitschüler/-innen separiert bzw. ausgegrenzt. Darüber hinaus können sie an 
Angebote des Lorenz-Süd herangeführt werden und finden hier über ihre Grundschulzeit hinaus 
eine zuverlässige Institution der Kinder- und Jugendhilfe, die in der Lage ist die Kinder und Ju-
gendlichen in unterschiedlichen Lebensphasen zu begleiten und zu unterstützen. 
 
 
In Vertretung 
 
 
 
 
 
Dr. Andrea Hanke 
Beigeordnete

Beratungsverlauf (5)

11.05.2011 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
12.05.2011 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 6.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
17.05.2011 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
25.05.2011 Hauptausschuss
TOP 16 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
25.05.2011 Rat
TOP 20 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Trauttmansdorffstraße

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0263/2011
Typ
Vorlagen
Datum
19.04.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37