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V/0884/2015

Antrag an den Rat Nr. A-R/0031/2015: Speicher für den Sonnenstrom

Vorlagen 13.11.2015

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Nächste Beratung: Haupt- und Finanzausschuss, Sitzung am 09.12.2015, TOP 11

Beschlussvorlage

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V_0884_2015_Anlage 1

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Beschlussvorlage

4288 Zeichen

V/0884/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Antrag an den Rat Nr. A-R/0031/2015: Speicher für den Sonnenstrom 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.11.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
09.12.2015 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Haupt - und Finanzausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die Stadtwerke Münster 
GmbH aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Speichertechnologien an zwei Fo r-
schungsprojekten mit Partnern aus der Wirtschaft und Wissenschaft beteiligt ist, um Spe i-
chertechnologien zu erproben und technisch-wirtschaftlich zu bewerten. 
 
2. Die Verwaltung wird beauftragt sicherzustellen, dass über die Erfahrungen aus den Pr o-
jekten (Anlage 2) im Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen berichtet 
wird. 
 
3. Der Antrag A-R/0031/2015 ist damit erledigt.  
 
II. Finanzielle Auswirkungen: keine 
 
 
Begründung: 
 
Gemäß dem o.g. Antrag der CDU -Fraktion (Anlage 1), den der Rat in seiner Sitzung am 
06.05.2015 zur weiteren Beratung an den Haupt - und Finanzausschuss verwiesen hat, soll die 
Verwaltung gemeinsam mit der Stadtwerke Münster GmbH ein Konzept für die Errichtung eines 
Energiespeichers für Sonnenstrom in Münster prüfen, den Aufwand und die Potentiale darstellen 
sowie eine Finanzierung mittels KfW-Mitteln berücksichtigen. Zudem soll eine mögliche Kooperati-
on mit der Handwerkskammer angestrebt werden. 
 
Der Ansatz, Strom und Wärme nicht mehr durch Großkraftwerke sondern dezentral durch erne u-
erbare Energien zu erzeugen und in Speichersysteme einzuspeisen, wird in der Zukunft zur U m-
setzung der Energiewende einen wichtigen Beitrag leisten. Dabei sollen einzelne Energiespeicher-
systeme möglichst zu virtuellen Großspeichern in Form eines Schwarms vernetzt werden, um ihre 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0884/2015 
Auskunft erteilt: 
Frau Wildt 
Ruf: 
492 67 03 
E-Mail: 
WildtB@stadt-muenster.de  
Datum: 
06.11.2015 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0884/2015 
Leistung als Primärregelleistung bereitzustellen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beizutra-
gen. Bei den bislang umgesetzten Speicherprojekten wie z.B. in Nürnberg oder Erlangen ha ndelt 
es sich jedoch noch um hochgeförderte Erprobungs - und Forschungsprojekte, mit denen geprüft 
werden soll, ob der Einsatz von Batteriespeichern und ggfs. daraus entstehenden virtuellen Gro ß-
speichern technisch umsetzbar ist und ob die hohen Investitionskosten langfristig zu Einsparungen 
führen können.  
 
Wie in der Anlage 2 dargestellt, hatten sich die Stadtwerke Münster GmbH mit weiteren Projek t-
partnern auch um entsprechende Fördermittel im Rahmen des Forschungswettbewerbes bewo r-
ben, den Zuschlag aber leider nicht erhalten. Dennoch haben sich die Stadtwerke Münster GmbH 
aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Speichertechnologien an zwei Forschungspr ojekten 
mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft beteiligt, um die Speichertechn ologien zu erproben 
und technisch-wirtschaftlich zu bewerten. Sobald die Ergebnisse aus diesen Projekten vorliegen, 
werden die Stadtwerke Münster GmbH diese im Ausschuss fü r Umweltschutz, Klimaschutz und 
Bauwesen vorstellen.  
 
Auch die Handwerkskammer Münster sieht derzeit noch keine Möglichkeiten für die Umsetzung 
eines Konzeptes zur Solarenergiespeicherung in Münster und schlägt vor, die Ergebnisse sowohl 
der Projekte aus Münster als auch der überregionalen Projekte abzuwarten. Die Verwaltung hat 
mit Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktors icherheit 
ein sogenanntes Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben, um eine n kon-
kreten Maßnahmenkatalog zur weiteren Umsetzung von Projekten im Bereich der erneuerbaren 
Energien zu arbeiten. In diesem Zusammenhang wird natürlich auch die Energiespeich erung als 
Zukunftsperspektive einen wichtigen Beitrag leisten. Die Verwaltung wird die weiteren Entwicklung 
verfolgen und bei Bedarf dem Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen berichten. 
 
 
i.V. 
 
gez. 
Matthias Peck 
Stadtrat 
 
 
Anlage 1: Antrag der CDU-Fraktion A-R/0031/2015 – Speicher für den Sonnenstrom 
Anlage 2: Stellungnahme der Stadtwerke Münster GmbH

V_0884_2015_Anlage 1

2717 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0031/2015 
 
 
 
           28.04.2015 
Antrag  
 
SPEICHER FÜR DEN SONNENSTROM 
 
Der Rat möge beschließen: 
1.  Die Verwaltung prüft in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken ein Konzept für einen 
Energiespeicher für Sonnenstrom für Münster. 
2.  Eine Kooperation mit der Handwerkskammer wird geprüft. 
3.  In dem Konzept werden der Aufwand und Potentiale dargestellt, die mit der 
Einrichtung des Speichers entstehen werden. 
4.  Die Verwaltung prüft, inwieweit eine Finanzierung aus KfW-Mitteln möglich ist. 
 
 
Begründung: 
Münster ist jetzt schon Vorreiter beim Umwelt- und Klimaschutz. Eine Unterstützung 
erneuerbarer Energien und Ressourceneffizienz in Anlehnung an moderne Technologien ist 
eine natürliche Folge des umweltbewussten Umgangs mit Energie. Mit dem Antrag möchte 
die CDU den Focus auf eine optimale und umweltfreundliche Nutzung der Sonnenenergie 
richten. Strom gerade dann zu nutzen, wenn die Sonne bereits untergegangen ist, ist 
eigentlich eine logische Weiterentwicklung in dem Sektor erneuerbarer Energien. Die 
Betreiber von Photovoltaikanlagen können bisher - bei optimaler Planung - lediglich etwa 
30 Prozent des erzeugten Stroms nutzen. Mittlerweile sind jedoch Energiespeichersysteme 
entwickelt worden, die den Strom im Verbund zwischenlagern und wieder abgeben, wenn 
das allgemeine Netz dies benötigt. Mit einem Stromspeicher ist es möglich, 60 bis 80 
Prozent des individuellen Strombedarfs aus Eigenerzeugung zu decken. Als Stromspeicher 
springt ein Energiespeichersystem außerdem bei einem Netzausfall ein. Die Umschaltung in 
den Notstrombetrieb geschieht sekundenschnell. Städte wie Nürnberg oder Erlangen setzen 
inzwischen auf Stromspeicher des Caterva-Stromsystems.  
 
Die Stadtwerke Münster betreiben vielfach eine ökologische Stromerzeugung, u.a. auch aus 
Sonnenenergie. Daher erscheint es sehr sinnvoll, auch für Münster zu prüfen, wie diese 
effiziente Strategie der Stromnutzung umzusetzen ist. 
 
Für kombinierte Anlagen aus Photovoltaik und Batteriespeicher vergibt die KfW-Bank 
zinsgünstige Kredite mit bis zu 30% Tilgungszuschuss für das Speichersystem. Daher ist 
ebenfalls zu prüfen, in wie weit eine Finanzierung der Energiespeichersysteme in Münster 
aus diesen Mitteln möglich ist.

gez. 
Stefan Weber 
Frank Baumann 
Horst Beitelhoff 
Georg Berding 
Dieter von den Berg 
Olaf Bloch 
Peter Börgel 
Heinz-G. Buddenbäumer 
 
 
Olaf Dreßen 
Dr. Dietmar Erber  
Sven Gotthal 
Walter von Göwels 
Richard Halberstadt 
Gilbert Hartmann 
Jens Christian Heinemann 
Bruno Kleine Borgmann 
 
 
Jan Leiße 
Stefan Leschniok 
Christel Loschelder 
Hans Neumann 
Andreas Nicklas 
Karin Reismann 
Josef Schliemann 
Angela Stähler 
Manfred Wenzel

V_0884_2015_Anlage 2

5499 Zeichen

Herrn Stadtrat 
Themas Paal 
Dezernat für Recht, Soziales, Integration , Gesundheit, 
Umwelt- und Verbraucherschutz 
per E-Mail: paal@stadt-muenster .de 
Ratsantrag A-R/0031/2015: Speicher für den Sonnenstrom 
Sehr geehrter Herr Paal, 
gerne kommen wir der Bitte nach , zum Antrag der CDU-Fraktion "Speiche r für den 
Sonnenstrom" (A-R-/0031/2015) vom 28.04.2015 Stellung zu nehmen. 
Die Stadtwerke Münster beobachten die Entwicklung der Batteriespeicherung schon 
seit Jahren . Bereits in 2010/2011 haben wir in Zusammenarbeit mit dem Batteriefor­
schungsinstitut MEET der Westfälischen Wilhelms -Universität erste Projektskizzen zu 
Batteriespeicherkonzepten erarbeitet und uns mit weiteren Projektpartnern um För­
dermittel im Rahmen von Forschungswettbewerben beworben. Leider erhielten diese 
Anträge in den Auswahlverfahren keinen Zusch lag. 
Dennoch haben wir uns dem Thema aufgrund der zunehmenden Bedeutung von 
Speichertechnologien auch weiterhin gewidmet. So sind wir inzwischen an zwei For­
schungsprojekten im Konsortium mit Partnern aus Wirtschaft und Wissens chaft an de r 
Erprobung und technisch-wirtschaftlichen Bewertung von Batteriespeichern unter­
schiedlicher Größenklassen beteiligt. 
Im Projekt "PV Hast- PV Horne Storage System" untersucht unsere Netzgesells chaft 
münsterNETZ GmbH gemeinsam mit der RWTH Aachen und der Robert Bosch 
GmbH den Einsatz von Batteriespei chern in Einfami lienhäusern mit PV-Anlagen . Das 
Projekt ist Bestandteil der "Förderinit iative Energiespeicher" und wird vom Bundes ­
wirtsc haftsministerium (BMWi) gefördert . Neben Netzsimulationen und theoretisch ­
wissenschaft lichen Arbeiten wird in diesem Projekt ein Feldtest durchgeführt , um Er­
fahrungen aus dem Betrieb von Batteriespeichern zu sammeln und Erkenntnisse zu 
den Rückwirkungen auf das Netz zu gewinnen. Insgesamt sollen in dem Projekt 7 
Batteriespeicher mit einer Leistung von 5 kW und einer Speicherkapazität von 6,6 
kWh bei Kunden in Münster installi ert und betrieben werden . 
Als weitere Anwendung untersuchen die Stadtwerke Münster den Einsatz eines grö­
ßeren stationären Batteriespei chersystems im Rahmen des Elektrobus-Projekts 
"ZeEUS" (Zero Emission Urban Bus System) . Der Batteriespeicher mit einer Leistung 
von 50 kW und einer Kapazität von 112 kWh soll noch in diesem Jahr in Betrieb ge­
nommen werden. Kombini ert wird er mit der PV-Anlage auf dem Dach des Verkehrs­
betriebs und der Schnelllades tation für die Seladung der fünf neuen Elektrobuss e. 
Stadtwerke Münster 
Geschäftsführung 
26. Mai 2015 
Stadtwerke Münster GmbH 
Hafenplat z 1 
48155 Münster 
Fon 02 51.694- 2001/3001 
Fax 0251.694 -3003 
geschaefts fuehrung 
rastadtwerke-muenster.de 
GESC HÄ FT SF0 HRUNG 
Dr. Hennin g Müller-Tengelmann 
Dr. Dirk Wernicke 
VORSITZENDER DES 
AUFSICHT SRA TES 
Gerhar d Joksch 
HANDELSREGI STER 
Nr. B 343 des 
Amtsgericht s Münster

2. Seite, 26. Mai 2015 
Stadtwerke Münster 
Geschäftsführung 
Wir engagieren uns in diesen Projekten, um die Technologien im Sinne einer Integration 
und Optimierung der dezentralen Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien aktiv 
mit zu entwickeln . Ein profitables Geschäftskonzept erkennen wir gegenwärtig aber noch 
nicht. Das hat folgende Gründe : 
• Fehlende Wirtschaftlichkeit 
Batteriespeicher erfordern heutzutage noch sehr hohe Investitionen . Zur Markt­
und Technologieförderung läuft seit Mai 2013 das KfW-Programm "Erneuerbare 
Energien Speicher". Seitdem hat die KfW rund 10.100 Solarstromspeicher mit ei­
nem Kreditvolumen von rund 163 Mio. € geförderti . Gleichwohl zeigen die Ergeb­
nisse einer Studie des Leipziger Instituts für Energie, dass sich selbst unter 
Inanspruch-nahme des KfW-Darlehens und des Tilgungszuschusses für die 
meisten Haushalte noch keine Wirtschaftlichkeit darstellen lässtii. 
• Entlastung der Netze fraglich 
Eine Entlastung der Netze ist bei den bestehenden Batteriespeicher-konzep ten 
nicht zwingend sichergestellt, da der Speicherbetrieb i.d.R. für eine Optimierung 
des Eigenverbrauchs ausgelegt ist und sich weniger danach richtet, ob damit 
auch die Spitzenlast im Netz reduziert wird. Intelligente Vernetzungsansät ze de­
zentraler Batteriespeicher können zukünftig interessant werden, sind aber ge­
genwärtig noch im Entwicklungsstadium. 
• Ungewisser politischer Rahmen 
Contracting -Angebote seitens der Stadtwerke Münster sind aktuell aufgrund der 
politischen Rahmenbedingungen kaum denkbar, da das Eigenstrompri vileg eine 
Investition durch den Eigentümer wirtschaftlich bevorteilt. Ferner haben politische 
Bestrebungen derzeit eher die Tendenz, einer Überförderung teurer "Autarkie ­
Lösungen" entgegenzuwirken. Dies zeigt unter anderem auch die im letzten Jahr 
eingeführte Belastung von Eigenstrom mit der EEG-Umlage. 
Zusammenfassend schlagen wir vor, die laufenden Projekte zunächst einmal abzuwi­
ckeln, entsprechende Erfahrungen zu sammeln und den Markt und den politischen Rah­
men weiter zu beobachten, bevor zusätzliche übergreifende Aktivitäten in der Stadt 
Münster forciert werden. Selbstverständlich werden wir über die Ergebnisse unserer Pro­
jektarb eit zu gegebener Zeit entsprechend kommunizieren. 
Mit freundlichen Grüßen 
.:;;2~~~ 
Dr. Dirk Wernicke 
Techn. Geschäftsführer 
~- k .fli2--I- ~ ~ 
Dr. Henning Müller-Tengelmann 
Kaufm. Geschäf tsführer 
; Presse mitteilung des BSW-Solar vom 12.05.201 5 
;; Kurzexpertise 'Wirt schaftlichkeit Batteriespeicher", 
Institut für Energie GmbH im Auftrag der Redpoint Solar GmbH vom 29.01 .2014

Beratungsverlauf (2)

26.11.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 5.12 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
09.12.2015 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0884/2015
Typ
Vorlagen
Datum
13.11.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37