1317/2025
Rückblick und Ausblick auf die Bevölkerungsvorausberechnung der Stadt Köln
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Mitteilung Ausschuss
10190 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
IX/153/1
Vorlagen-Nummer 14.05.2025
1317/2025
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 19.05.2025
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 19.05.2025
Jugendhilfeausschuss 20.05.2025
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 22.05.2025
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 22.05.2025
Sportausschuss 22.05.2025
Stadtentwicklungsausschuss 22.05.2025
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 26.05.2025
Finanzausschuss 26.05.2025
Integrationsrat 03.06.2025
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 05.06.2025
Wirtschaftsausschuss 05.06.2025
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 12.06.2025
Ausschuss Schule und Weiterbildung 16.06.2025
Gesundheitsausschuss 17.06.2025
Verkehrsausschuss 17.06.2025
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 23.06.2025
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 26.06.2025
Bezirksvertretung 7 (Porz) 26.06.2025
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 26.06.2025
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 30.06.2025
2
Rückblick und Ausblick auf die Bevölkerungsvorausberechnung der Stadt Köln
Die Bevölkerungsvorausberechnung der Stadt Köln wird im Turnus von drei Jahren
neu erstellt. Die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung, die sich gesamtstädtisch
auf den Zeitraum 2022 bis 2050 bezieht und kleinräumig auf Ebene der 86 Kölner
Stadtteile bis 2035 reicht, erschien im Jahr 2022.1 Somit wird voraussichtlich dieses
Jahr eine neue Vorausberechnung veröffentlicht.
Zunächst soll jedoch ein Rückblick auf die (noch) aktuelle Bevölkerungsvorausberech-
nung erfolgen. Die Zahlen der Bevölkerungsvorausberechnung werden regelmäßig
mit den tatsächlichen Bestandsentwicklungen abgeglichen. Im Folgenden bezieht sich
der Abgleich auf den Stichtag 31.12.2024.
Für die Bevölkerungsvorausberechnung 2022 bis 2050 wurden insgesamt neun Vari-
anten berechnet, die mit variierenden Zuzügen (konstante, abnehmende, zuneh-
mende) aus Deutschland und dem Ausland rechnen. Zusammen bilden alle neun Va-
rianten einen möglichen Entwicklungskorridor ab, in dem sich die Bevölkerungsent-
wicklung in Köln wahrscheinlich bewegen wird. In der sogenannten Basisvariante (Va-
riante V5) werden die durchschnittlichen Entwicklungen der Wanderungen im Refe-
renzzeitraum, also in den Jahren 2012 bis 2021, auch für die Zukunft angenommen.
Die Variante V4 nimmt steigende Zuzüge aus Deutschland und dem Ausland an, hier
kommt es zur höchsten prognostizierten Zunahme der Bevölkerung. Variante 6 als un-
terste Variante rechnet mit einem Rückgang der Zuzüge aus Deutschland und dem
Ausland.
Ausgangspunkt der aktuellen Vorausberechnung der Stadt Köln waren die tatsächli-
chen Bestandszahlen (Bevölkerung mit Hauptwohnsitz) aus dem Jahr 2021. Für den
31.12.2022, den 31.12.2023 sowie den 31.12.2024 liegen zum jetzigen Zeitpunkt tat-
sächliche Bestandszahlen vor.
Städtische Prognosezahlen weichen nur leicht von tatsächlicher Entwicklung ab
Die Bevölkerungsvorausberechnung der Stadt Köln 2022 bis 2050 liefert auf gesamt-
städtischer Ebene zutreffende Ergebnisse für die Gesamtbevölkerung. Grafik 1 zeigt
die Ergebnisse der Basisvariante (Variante V5) sowie der oberen Variante V4 und der
unteren Variante V6 im Vergleich mit den tatsächlichen Bevölkerungszahlen. Im ers-
ten Prognosejahr 2022 wurden noch für alle Varianten dieselben Zuzugszahlen ange-
nommen. In diesem Jahr unterschätzte die Vorausberechnung der Stadt Köln die tat-
sächlichen Zahlen minimal um rund 400 Personen. Im Jahr 2023 unterschätzte sie sie
um knapp 1.400 (Variante V4) bis 1.700 Personen (Variante V6), was einer Abwei-
chung von der tatsächlichen Einwohnerzahl um -0,1 beziehungsweise -0,2 Prozent
entsprach. Im Jahr 2024 lag die tatsächliche Zahl der Personen mit Hauptwohnsitz bei
1.090.473. Vorausberechnung und tatsächlicher Bestand haben sich auf gesamtstäd-
tischer Ebene deutlich angenähert. Am nächsten lag weiterhin die obere Variante V4
mit 1.090.500 an diesen tatsächlichen Zahlen. Die Prognose überschätzt somit die
Bevölkerungszahl um nicht einmal 100 Personen beziehungsweise um 0,01 Prozent.
1 Veröffentlichung im Internet: Kölner Statistische Nachrichten - 14/2022 Bevölkerungsprognose für Köln 2022 bis
2050 Mit kleinräumigen Berechnungen bis 2035 (abgerufen am 28.04.2025). Da ungewiss ist, wie sich insbeson-
dere die Zahl der Zu- und Fortzüge künftig entwickeln wird, werden die Annahmen der Bevölkerungsvorausberech-
nung jährlich mit der tatsächlichen Einwohnerentwicklung abgeglichen. Eine Neuberechnung erfolgt, wenn sich d ie
Annahmen grundlegend verändern, spätestens aber nach drei Jahren.
3
Grafik 1: Vergleich der Varianten Basis, obere V4 und untere V6 mit den tatsächlichen Zahlen (1)
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem, eigene
Berechnung)
Wie oben bereits beschrieben, wurden neun verschiedene Varianten berechnet, um
einen möglichen Entwicklungskorridor der Bevölkerungszahl abzubilden. Die tatsächli-
che Bevölkerungszahl lag trotz verschiedener Annahmenkonstellationen der Prognose
in den Jahren 2022 und 2023 nicht in diesem Korridor. Der Grund waren höhere Zu-
wanderungen als angenommen. 2024 dagegen befand sich die tatsächliche Zahl in-
nerhalb des Korridors am oberen Rand.
1.085.002
1.088.964
1.090.473
1.084.600
1.087.300
1.089.800
1.084.600
1.087.400
1.090.100
1.084.600
1.087.500
1.090.500
1.060.000
1.065.000
1.070.000
1.075.000
1.080.000
1.085.000
1.090.000
1.095.000
2022 2023 2024
Köln Ist-Bestand Köln Prognose-Bestand (V6) Köln Prognose-Bestand (Basis) Köln Prognose-Bestand (V4)
4
Kleinräumigkeit führt zu stärkeren Abweichungen
Auf gesamtstädtischer Ebene lag die Abweichung zwischen den Prognosezahlen der
Stadt Köln und den tatsächlichen Bestandszahlen für das Jahr 2024 bei nur +0,01
Prozent (Variante V4). Je geringer die Bevölkerungszahl der betrachteten Räume ist
desto größere Abweichungen sind jedoch möglich. Aus diesem Grund zeigen die
kleinräumigen Ergebnisse eher mittel- und langfristige Entwicklungslinien auf.
Grafik 2: Differenz (in %) zwischen Vorausberechnung (ober e Variante V4) und tatsächlichen Bestands-
zahlen auf Stadtbezirksebene zum 31.12.2024
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem; eigene
Berechnung)
Im Stadtbezirk Lindenthal wurde die Bevölkerung durch die Vorausberechnung 2024
nicht nur prozentual (+1,2 %), sondern auch absolut mit rund +1.200 Personen am
deutlichsten überschätzt. Am stärksten prozentual sowie absolut unterschätzt wurde
die Bevölkerung mit -1 Prozent im Stadtbezirk Porz (gemeinsam mit Chorweiler). Ab-
solut waren das rund -1.100.
-1,0 -1,0
-0,6
-0,4 -0,4
+0,0
+0,1
+0,7 +0,7
+1,2
-1,5
-1,0
-0,5
0,0
0,5
1,0
1,5
Chorweiler
Porz
Rodenkirchen
Ehrenfeld
Kalk
Stadt Köln
Mülheim
Nippes
Innenstadt
Lindenthal
5
Auf Stadtteilebene gibt es stärkere Ausreißer in beide Richtungen, da schon kleinere
Änderungen, besonders bei den Wanderungen, deutliche Abweichungen erzeugen
können (Karte 1). Fast 40 Stadtteile über- oder unterschätzen mit der Vorausberech-
nung die tatsächlichen Zahlen jedoch nur bis +1 beziehungsweise -1 Prozent.
Karte 1: Differenz (in %) zwischen Vorausberechnung (obere Variante V4) und tatsächlichen Bestands-
zahlen auf Sta dtteilebene zum 31.12.2024
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem; eigene
Berechnung)
6
Grafik 3 zeigt die beiden äußeren Klassen aus Karte 1 mit den genauen Zahlen für die
Stadtteile. Deutlichster Ausreißer ist der Stadtteil Fühlingen. Die Vorausberechnung
unterschätzt den tatsächlichen Bestand in diesem Stadtteil um 15,5 Prozent bezie-
hungsweise um fast 400 Personen. Hier entstand ein neues Flüchtlingsheim, das
2024 bezogen wurde. Ähnliches gilt für Bayenthal, das mit rund 600 Personen in ab-
soluten Zahlen am stärksten unterschätzt wird. Dort befindet sich eine Landeserstauf-
nahmeeinrichtung. Überschätzt dagegen wird der tatsächliche Bevölkerungsbestand
in der Prognose prozentual mit 7,3 Prozent am deutlichsten in Müngersdorf (+600 Per-
sonen). Nach Müngersdorf zogen während der sogenannten Flüchtlingskrise (ab ca.
2015) deutlich mehr Nichtdeutsche als in den letzten Jahren. Da Durchschnittswerte
der Bewegungen seit 2015 in die Vorausberechnung einfließen, kommt es hier zu ei-
ner Überschätzung der Zuzüge. In absoluten Zahlen am stärksten überschätzt wird je-
doch Neustadt/Süd mit fast 1.000 Personen (+2,6 %).
Grafik 3: Differenz (in %) zwischen Vorausberechnung (obere Variante V4) und tatsächlichen Bestands-
zahlen zum 31.12.2024 bezogen auf ausgewählte Stadtteile
Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem; eigene
Berechnung)
Der Abgleich macht deutlich, dass vor allem Zuzüge, und hier besonders Zuzüge von
Nichtdeutschen, eine exakte Vorausberechnung auf kleinräumiger Ebene erschweren.
Während der Phase der Erstellung ist es nicht möglich abzusehen, wann beispiels-
weise Flüchtlingsunterkünfte schließen oder neu öffnen und dadurch die Zuzugs-
ströme kleinräumig beeinflussen. Aus diesem Grund vermögen es die Ergebnisse ei-
ner Bevölkerungsvorausberechnung nicht, infrastrukturelle Detailplanung anhand von
exakten IST-Zahlen zu Nachfragebedarfen vollständig abzusichern.
Gez. Haack
-15,5
-8,3
-7,0
-6,2
-5,9
-4,3
-3,7
-3,6
-2,9
-2,9
-2,6
-2,3
-2,2
-2,1
-1,9
-1,9
-1,9
-1,8
+1,6
+1,8
+2,1
+2,2
+2,6
+3,1
+3,2
+3,5
+3,5
+4,0
+4,1
+5,2
+5,6
+7,3
-20,0 -15,0 -10,0 -5,0 0,0 5,0 10,0
602 / Fühlingen
708 / Elsdorf
204 / Raderthal
704 / Gremberghoven
201 / Bayenthal
611 / Roggendorf/Thenhoven
712 / Lind
705 / Eil
406 / Ossendorf
605 / Lindweiler
211 / Godorf
711 / Wahn
606 / Pesch
903 / Buchheim
307 / Weiden
807 / Brück
601 / Merkenich
506 / Longerich
405 / Bocklemünd/Mengenich
803 / Vingst
902 / Buchforst
202 / Marienburg
102 / Neustadt/Süd
609 / Chorweiler
507 / Bilderstöckchen
212 / Immendorf
713 / Libur
309 / Widdersdorf
203 / Raderberg
908 / Stammheim
207 / Hahnwald
305 / Müngersdorf
+1,6 bis +7,3
-1,8 bis -15,5
Stadtteile zwischen +1,5 und -1,7 nicht dargestellt
Beratungsverlauf (21)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungOrte (1)
- Elsdorf 204
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Details
- Aktenzeichen
- 1317/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 14.05.2025
- Erstellt
- 30.04.2025 08:33