V/0402/2023
Kommunaler Pflegebedarfsplan 2023-2026
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Beschlussvorlage
11434 Zeichen
V/0402/2023 V/0402/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Kommunaler Pflegebedarfsplan 2023-2026 Beratungsfolge 25.10.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Vorberatung 26.10.2023 Integrationsrat Vorberatung 30.10.2023 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 15.11.2023 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderungen Vorberatung 23.11.2023 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 13.12.2023 Hauptausschuss Vorberatung 13.12.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat stimmt dem verbindlichen Kommunalen Pflegebedarfsplan 2023-2026 (Anlage) zu. 2. Der Rat stimmt der Feststellung zu, dass ein Bedarf an 101 zusätzlichen vollstationären Pflege- plätzen besteht. Diese sind innerhalb von drei Monaten nach der Beschlussfassung des Rates öffentlich auszuschreiben. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, auch weiterhin aktiv das Ziel der Entwicklung altengerechter Quartiere mit Pflege- und Versorgungssicherheit zu verfolgen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen keine zusätzlichen Kosten und Folgekosten. Sozialamt 09.10.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Stritzke Telefon: 492-5988 StritzkeK@stadt- muenster.de - 2 - V/0402/2023 Begründung: 1. Örtliche Planung nach § 7 des Alten- und Pflegegesetzes NRW (APG NRW) Die kommunale Pflegeplanung ist verankert im § 7 des APG NRW und umfasst eine Bestandsauf- nahme sowie die Feststellung, ob quantitativ und qualitativ ein ausreichendes Angebot bes teht und welche Maßnahmen zur Herstellung, Sicherung und Weiterentwicklung von Angeboten notwendig sind. Der aktualisierte Pflegebedarfsplan 2023-2026 gibt Auskunft über verschiedene Aspekte der Bevölkerungsentwicklung und die Inanspruch- nahme von Pflegeleistungen (Kapitel 2 und 3), gibt einen Einblick in die Situation der pflegenden An- und Zugehörigen (Kapitel 4), stellt die Entwicklung der Pflegeinfrastruktur dar und bewertet den aktuellen Bedarf ( Kapitel 5.1), geht dabei auf besondere Zielgruppen wie junge Pflegebedürftige, Menschen mit Intensivpfle- gebedarf, Personen mit Bedarf an geschützter Unterbringung und ältere Menschen mit Behin- derung ein (Kapital 5.2), stellt vor dem Hintergrund des Pflege(fach)kräftemangels die Entwicklungen im Bereich der Personalsituation und der Pflegeausbildung dar (Kapitel 6), bewertet die Situation in der stationären Pflege und gibt eine Einschätzung zum Bedarf an vollstationären Dauerpflegeplätzen für den Zeitraum 2023-2026 (Kapitel 7) und fasst im Ausblick (Kapitel 8) die kommenden Schwierigkeiten in der pflegerischen Versorgung und die aktuellen Handlungsmöglichkeiten zusammen. Die Zahl älterer und hochaltriger Menschen steigt in Münster stetig an. Perspektivisch wird diese Entwicklung noch durch die zahlenmäßig starke Generation der Babyboomer, die aktuell ins Renten- alter kommt, an Dynamik gewinnen. Selbst wenn davon auszugehen ist, dass zukünftig immer mehr Menschen im Alter immer länger gesund und selbstständig bleiben, wird die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen dadurch weiter steigen. Die Pflegemodellrechnung von IT.NRW kommt zu dem Er- gebnis, dass bis zum Jahr 2050 die Zahl der pflegebedürftigen Personen gegenüber dem Jahr 2021 um 48,8 Prozent ansteigen wird. Die bestehende Pflegeinfrastruktur in Münster kommt bereits jetzt deutlich an ihre Grenzen. Viele Anfragen im Bereich der ambulanten Pflege müssen abgelehnt werden und es wird zunehmend schwieriger, eine häusliche Versorgung zu organisieren. Neben der Neugründung von ambulanten Pflegediensten gab es gleichzeitig Anbieter, die ihr Versorgungsgebiet aufgrund des Fachkräfteman- gels weiter einschränken mussten. Der Ausbau stagniert. Eine leichte Kapazitätssteigerung konnte im vergangenen Jahr in den Angeboten der Tagespflege (14 Plätze) und der ambu lanten Pflege- Wohngemeinschaften (18 Plätze) dokumentiert werden. Im stationären Bereich kommt die Vorausbe- rechnung erstmalig zu dem Ergebnis eines weiteren Bedarfs an Plätzen. Die Erweiterung von Kapazitäten wird insbesondere durch den bestehenden und si ch weiter ver- schärfenden Pflege(fach)kräftemangel gebremst. Um den aktuellen Pflege- und Betreuungsstandard aufrechtzuerhalten, müsste die Zahl der Pflegefach- und –hilfskräfte parallel zur steigenden Zahl pfle- gebedürftiger Menschen deutlich gesteigert wer den. Die Gewinnung von neuen Pflegekräften durch Ausbildung, Qualifizierung, Umschulung und Zuzug aus dem Ausland wird jedoch voraussichtlich nicht einmal die Lücke schließen können, die durch die anstehenden Verrentungen entstehen wird. 36 Prozent der Pflegenden sind älter als 50 Jahre und rund jede zehnte Pflegekraft in Münster wird in den kommenden fünf Jahren in Rente gehen. - 3 - V/0402/2023 2. Bedarfsfeststellung für die vollstationäre Dauerpflege 2023-2026 Der Rat der Stadt Münster hat im Jahr 2015 beschlossen, dass die örtliche Planung Grundlage für eine verbindliche Entscheidung über eine bedarfsabhängige Förderung zusätzlicher vollstationärer Pflegeeinrichtungen sein soll (verbindliche Pflegebedarfsplanung). Seit diesem Zeitpunkt ist die Fi- nanzierung der betriebsnotwendigen Aufwendungen (Investitionskosten) neuer stationärer Plätze von einer Bedarfsbestätigung der Kommune abhängig. Erstmalig seit Einführung der verbindlichen Pflegeplanung weist die Bedarfsberechnung für die Jahre 2023 bis 2026 einen Bedarf an zusät zlichen stationären Pflegeplätzen aus. Mit dem Vorgehen einer konstanten Hochrechnung (Status-quo-Berechnung) der aktuellen Inanspruchnahme von stationären Pflegeplätzen sowie der ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften bis ins Jahr 2026 wird ein Bedarf an weiteren 162 Plätzen festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden drei Jahren 61 Plätze des festgestellten Bedarfs durch Angebote in neuen ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften gedeckt werden können. 37 Plät- ze sind bereits in konkreter Umsetzung und zwei weitere Pflege-Wohngemeinschaften (24 Plätze) in Vorbereitung. Der weitere Bedarf in Höhe von 101 Plätzen wäre durch vollstationäre Pflegeangebote zu decken und entsprechend auszuschreiben. Gemäß § 27 der Verordnung zur Ausführung des Alten- und Pflegegesetzes (APG DVO) muss inner- halb von drei Monaten nach dem Beschluss einer Bedarfsfeststellung durch den Rat eine öffentliche Ausschreibung erfolgen, auf die sich Träger mit einem Interesse an einem Ausbau bestehender Ein- richtungen oder an einem Neubau bewerben können. Die Auswahlentscheidung erfolgt anhand von vorab festgelegten und bekannt gemachten Bewertungskriterien. Dabei dürfen nur Kriterien benannt werden, die der Verwirklichung der Zielsetzung des Elften Buches Sozialgesetzbuch beziehungswei- se des Alten- und Pflegegesetzes Nordrhein-Westfalen dienen. Nach Abschluss des Verfahrens wer- den die Bedarfsbestätigungen per Verwaltungsakt erteilt. Mit der Umsetzung der benötigten Plätze soll innerhalb von zwei Jahren begonnen werden. 3. Beratung in der Konferenz Alter und Pflege am 05.09.2023 Die Konferenz Alter und Pflege hat den Entwurf des Kommunalen Pflegebedarfsplans 2023 -2026 in ihrer Sitzung am 05.09.2023 beraten und einstimmig angenommen. In der Sitzung wurde intensiv darüber diskutiert, o b und wie es gelingen kann, die Versorgung der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Münster angesichts des bestehenden und sich ver- schärfenden Fachkräftemangels, einer unzureichenden Refinanzierung und einem Mangel an be- zahlbaren Grundstücken für die Schaffung von Angeboten der Altenpflege in Münster perspektivisch noch zu gewährleisten. Bereits heute sei kein ausreichendes Angebot an umfassender pflegerischer Versorgung vorhanden. Die Situation werde dadurch verschärft, dass aufgrund des Personalmangels nicht alle Plätze in stati- onären Einrichtungen und Pflegewohngemeinschaften belegt werden könnten. Auch die ambulante Versorgung durch Pflegedienste sei an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Alleine eine Ausschrei- bung zusätzlicher stationärer Plätze biete deshalb keine Lösung. Aus der Konferenz wurde eine ehrliche Debatte zur Zukunft der pflegerischen Versorgung in Münster gefordert. Der gewohnte Versorgungsstandard könne nicht mehr aufrechterhalten werden. Dies müs- se klar kommuniziert werden. Es brauche eine breite gesellschaftliche und politische Diskussion dar- über, was bei den bestehenden Rahmenbedingungen umgesetzt und wie die Pflege und Unterstüt- zung älterer Menschen organisiert werden könne. Angesichts der begrenzten Ressourcen der profes- sionellen Pflege stelle sich die Frage, ob perspektivisch weniger Menschen mit den bestehenden Standards versorgt werden oder viele Menschen eine Basisversorgung erhalten sollten. - 4 - V/0402/2023 Es wurden verschiedene Anregungen zur Verbesserung der Ausgangslage eingebracht . So sei es dringend erforderlich im Bereich der Pflege Bürokratie abzubauen und realistischere Anforderungen an die Leistungsanbieter zu formulieren. Die wesentlichen strukturellen Rahmenbedingungen würden auf Bundes- bzw. Landesebene gestaltet. Kommunal seien z.B. Handlungsansätze wie die Schaffung günstigen Wohnraums für Beschäftigte in der Pflege umzusetzen. Präventive Ansätze zur Vermei- dung oder Verzögerung von Pflegebedürftigkeit müssten ausgebaut werden. Angehörige, die bisher die Stütze des Systems bildeten, stünden immer weniger zur Verfügung. Die Bildung von außerfamili- ären Unterstützungsnetzwerken sei daher ein wichtiges Thema, das man jetzt aufgreifen müsse. Man müsse dabei die Betroffenen mit ihrem Wunsch nach einer häuslichen Versorgung im Blick behalten. Eine Zusammenfassung der Diskussion befindet sich in der Anlage 1 des Pflegebedarfsplans 2023- 2026 (Anlage). 4. Ausblick Das gemeinsame Ziel aller Akteure ist eine bedürfnisgerechte, wohnortnahe Versorgung mit Pflege- leistungen, die ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Um das zu erreichen, ist eine Weiterentwicklung der Angebotslandschaft in Münster notwendig, um dem steigenden Bedarf an pflegerischer Versorgung zu begegnen. Der strukturelle Aufbau gerät je- doch an seine Gre nzen. Auch andere Kommunen machen die Erfahrung, dass die Inbetriebnahme neuer stationärer Einrichtungen aufgrund des Fachkräftemangels kaum mehr umzusetzen ist. Bun- desweit kommt es darüber hinaus zu einer steigenden Zahl an Insolvenzen, die unter anderem dar- aus resultieren, dass die Einrichtungen im Zuge des Fachkräftemangels nicht voll belegt werden kön- nen. Die Gesellschaft steht hier vor enormen Herausforderungen. Auch in Münster sind bereits deutli- che Auswirkungen des Fachkräftemangels zu beobachten und diese Problematik wird in den kom- menden Jahren noch weiter zunehmen. Die Antwort kann also nicht ausschließlich ein paralleler Aufbau der professionellen Versorgung sein. Der Ausbau von präventiven und vorpflegerischen Angeboten sowie die Förderung und Unterstützung informeller Netzwerke ist unabdingbar. Es ist ein neues Miteinander notwendig, in dem professionelle Anbieter, ehrenamtliche und private soziale Netzwerke und Familie gemeinsam unterstützende Struk- turen zur Versorgung pflegebedürftiger Menschen entwickeln. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage A Kommunaler Pflegebedarfsplan 2023-2026
Pflegebedarfsplan 2023-2026
197378 Zeichen
Kommunale Pflegeplanung
Sozialamt
Kommunaler
Pflegebedarfsplan
2023 - 2026
Publication name: Broschüre DIN A4 hoch - KOPIE generated:
2022-09-01T14:27:46+02:00
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster, Sozialamt
Oktober 2023
Redaktion: Karin Stritzke, Kommunale Pflegeplanung
Kontakt: StritzkeK@stadt-muenster.de
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 3
Inhalt
1 Grundlagen und Ziele der Pflegebedarfsplanung ............................................................... 5
2 Aspekte der Bevölkerungsentwicklung in Münster ............................................................ 6
2.1 Alterung der Bevölkerung ..................................................................................................... 6
2.2 Gesellschaftliche Entwicklungen .......................................................................................... 9
2.3 Alterung von Menschen mit Migrationsvorgeschichte .................................................... 10
2.4 Lesbische, schwule, bisexuelle und trans*, inter* und queere Menschen (LSBTIQ*) ... 11
3 Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung ............................................. 11
4 Pflegende An- und Zugehörige ........................................................................................... 19
5 Pflegeinfrastruktur in Münster ........................................................................................... 21
5.1 Einrichtungen und Dienste in Münster .............................................................................. 23
5.1.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen ...................................................................... 23
5.1.2 Kurzzeitpflege ......................................................................................................... 29
5.1.3 Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften............................................... 34
5.1.4 Tagespflege ............................................................................................................. 39
5.1.5 Ambulante Pflege ................................................................................................... 44
5.1.6 Service-Wohnen (Betreutes Wohnen) .................................................................. 47
5.1.7 Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI .................................. 51
5.2 Wohn- und Betreuungsangebote für spezifische Zielgruppen ........................................ 55
5.2.1 Junge (erwachsene) Pflegebedürftige .................................................................. 55
5.2.2 Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf ........................................ 57
5.2.3 Personen mit Bedarf an geschützter Unterbringung ........................................... 58
5.2.4 Ältere Menschen mit Behinderung ....................................................................... 58
6 Pflege(fach)kräfte in Münster ............................................................................................ 59
7 Bedarfsfeststellung für die vollstationäre Dauerpflege 2023 -2026 ................................ 63
7.1 Auslastung der Angebote mit umfassender Pflege in Mü nster ....................................... 64
7.2 Vorausberechnung der zukünftigen Inanspruchnahme von Pflegeleistungen ............... 66
7.3 Bewertung ........................................................................................................................... 69
8 Ausblick ................................................................................................................................ 71
4 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Anhang: .......................................................................................................................................... 73
1 Beratung des Kommunalen Pflegebedarfsplan 2023 -2026 in der Sitzung der Konferenz
Alter und Pflege am 05.09.2023 ................................................................................................... 73
2 Sozialräumliche Darstellung der Angebote ....................................................................... 75
2.1 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Mitte ........................................................... 77
2.2 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -West ........................................................... 83
2.3 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Nord............................................................ 88
2.4 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Ost .............................................................. 91
2.5 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Südost ......................................................... 94
2.6 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Hiltrup ........................................................ 98
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 5
1 Grundlagen und Ziele der Pflegebedarfsplanung
Die kommunale Pflegebedarfsplanung ist verankert im § 7 des Alten- und Pflegegesetzes NRW
(APG NRW). Sie umfasst eine Bestandsaufnahme, die Feststellung ob quantitativ und qualita-
tiv ein ausreichendes Angebot besteht und welche Maßnahmen zur Herstellung, Sicherung
und Weiterentwicklung von Maßnahmen notwend ig sind. D ie verbindliche Bedarfsplanung
gemäß § 7 Abs. 6 gibt den Kommunen zusätzlich dazu eine Steuerungsmöglichkeit m it dem
Instrument der Bedarfsbestätigung. Hat sich die Kommune für diese Möglichkeit entschieden,
ist eine solche Bedarfsbestätigung Voraussetzung für die Landesförderung der betreffenden
Einrichtungen bzw. zusätzlich geschaffener Plätze. Mit diesem Zusatzinstrument können Kom-
munen in die Gestaltung der lokalen Pflegeinfrastruktur regulierend eingreifen, was die wei-
teren Möglichkeiten wie die Information und Beratung von Trägern wesentlich ergänzt. Die
Gestaltungsrolle der Stadt, gemeinsam mit anderen Akteuren - vor allem mit der Kommunalen
Konferenz Alter und Pflege - wird dadurch gestärkt.
Der Rat der Stadt Münster hat im Jahr 2015 die Einführung der verbindlichen Bedarfsplanung
für die vollstationäre Dauerpflege nach dem APG NRW beschlossen. Die Kurzzeitpflege sowie
die Tagespflege sind hiervon explizit ausgenommen und Teil der allgemeinen Pflegeplanung.
Über Investitionsvorhaben für diese Bereiche berät die Konferenz Alter und Pflege und trifft
eine entsprechende Einschätzung zum Bedarf. Hierfür bietet der vorliegende Bericht eine
Grundlage, indem er einen Überblick über die bestehenden Angebote der pflegerischen Ver-
sorgung insgesamt sowie deren Entwicklung und Inanspruchnahme gibt.
Im Rahmen der Quartiersentwicklung sollen mittel - bis langfristig in allen Teilgebieten Müns-
ters Bedingungen geschaffen werden, die die Anforderungen an altengerechte Quartiere er-
füllen. Ziel ist die Abkehr von einem weiteren Ausbau von großen (Spezial -)Einrichtungen,
stattdessen die Hinwendung zu individuellen Unt erstützungsmodulen für das Leben zu Hause
sowie zu quartiersbezo genen Wohn - und Pflegeangeboten . Dazu gehören neben barriere-
freiem Wohnraum, Angebote n des Service Wohnen s und ambulante n Pflege-Wohngemein-
schaften auch das Bauen und Wohnen in Gemeinschaft. Die für ein lebenslanges Wohnen im
Quartier relevante Infrastruktur soll in Zusammenarbeit der Träger und Anbieter von Dienst-
leistungen, der zivilgesellschaftlichen Akteure und der Stadt vor Ort gestaltet werden. Mit der
verbindlichen Bedarfsplanung für stationäre Pflegeplätze werden daher wichtige Rahmenbe-
dingungen geschaffen, die die Entwicklung auch der pflegerischen Infrastruktur im Rahmen
von Quartiersentwicklung begünstigen.
Leitbild ist eine vielseitige, bedarfs - wie nachfragegerechte Angebotslandsch aft, die den ver-
schiedenen Präferenzen Pflegebedürftiger Rechnung trägt, gegenüber geänderten Bedarfen,
Struktur- und Qualitätsanforderungen anpassungsfähig ist und deren Angebote finanzierbar
sind. Durch die Verzahnung des Pflegebedarfsplans mit dem Maste rplan altengerechte, inklu-
sive Quartiere für Münster soll die Pflegeplanung kleinräumigere Betrachtungen einbeziehen
und die Pflege mit allen Sektoren in die altengerechte Quartiersentwicklung eingebunden
werden.
Der Pflegebedarfsplan gibt einen Überblick über die Situation von pflegebedürftigen Men-
schen in Münster und das Angebot von pflegerischen Leistungen. Die Kapitel 2 und 3 stellen
Aspekte der Bevölkerungsentwicklung in Münster sowie die Statistik zur bisherigen Inan-
spruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung dar. In Kapitel 4 geht es um pflegende
6 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
An- und Zugehörige, bevor in Kapital 5 die aktuellen professionellen Angebote dargestellt so-
wie der Bedarf und die Möglichkeit des Ausbaus betrachtet werden. Auch wenn zur besseren
Übersicht die einzelnen Angebotsformen separat betrachtet werden, sind diese miteinander
verzahnt. Die Angebotsformen können zum Teil nebeneinander in Anspruch genommen wer-
den, um eine bestmögliche Betr euung und pflegerische Versorgung zu organisieren. Gleich-
zeitig gibt es auch Schnittstellen, Wechselwirkungen und Synergien. Bei Veränderungen in ei-
nem Bereich, hat dies immer auch Auswirkungen auf die anderen Bereiche, z.B. bei Personal-
veränderungen oder bei hohen Auslastungen.
Der Personalmangel im Bereich Pflege wird in den kommenden Jahren alle Kommunen weiter
beschäftigen und Auswirkungen auf die Entwicklung der Pflegeinfrastruk tur haben. Das Kapi-
tel 6 geht auf die Situation der Pflege(fach)kräfte und die Ausbildungssituation in Münster ein.
Das Kapitel 7 bietet eine überprüfbare Entscheidungsgrundlage für die verbindliche Bedarfs-
planung der vollstationären Dauerpflegeplätze. Inhaltliche Maßgaben für die zu verwendende
Methodik oder die zu nutzend en Instrumente gibt das Alten - und Pflegegesetz nicht vor. Auf
der Grundlage der vorliegenden statistischen Daten können lediglich Orientierungswerte zur
weiteren Entwicklung abgeleitet werden, die allerdings, je nach den zugrundeliegenden An-
nahmen, erhebliche Bandbreiten aufzeigen. Es ist demnach erforderlich, die tatsächliche Ent-
wicklung regelmäßig zu beobachten und mit den Vorausberechnungen abzugleichen. Gemäß
den rechtlichen Vorgaben ist jeweils ein prospektiver Planungszeitraum von drei Jahren ab der
Beschlussfassung in den Blick zu nehmen. Dies ist durch die jährliche Fortschreibung des Pfle-
gebedarfsplans gegeben.
Der Ausblick (Kapitel 8) fasst wesentliche Ergebnisse zusammen und gibt einen kurzen Über-
blick über aktuelle Entwicklungen. Im Anhang erfolgt eine sozialräumliche Darstellung der An-
gebote in Münster mit Informatione n zur Bevölkerungsstruktur und -entwicklung.
Aktuelle Bedarfseinschätzungen und konkrete Projekte/Entwicklungen werden in dem Pflege-
bedarfsplan durch diesen Rahmen hervorgehoben.
2 Aspekte der Bevölkerungsentwicklung in Münster
Es gibt viele verschiedene Aspekte der Bevölkerungsentwicklung, die Einfluss auf das Leben,
die Versorgung und die Unterstützung pflegebedürftiger Menschen haben. Im Folgenden geht
der Pflegebedarfsplan auf die Alterung der Bevölkerung , einzelne wesentliche gesellschaftli-
che Entwicklungen sowie auf Bedürfnisse besonderer Zielgruppen wie Seniorinnen und Seni-
oren mit Migrationsvorgeschichte und lesbische, schwule, bisexuelle und trans*, inter* und
queere Menschen (LSBTIQ*) ein.
Alterung der Bevölkerung
Münsters Bevölkerungszahl ist in den vergangenen Jahren stetig angewachsen. Die städtische
Statistik weist zum Stichtag 31.12.2022 exakt 319.441 Einwohnerinnen und Einwohner aus.
Das sind 5 .109 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Das starke Wachstum hängt vor allem mit
dem Zuzug Schutzsuchender, insbesondere aus der Ukraine, zusammen. Bei der Altersbe-
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 7
trachtung wird deutlich, dass der Anstieg im Wesentlichen bei der Gruppe der Kinder un d Ju-
gendlichen sowie den Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren und den 60 bis 69 -Jährigen
liegt.
In der Betrachtung der verschiedenen Altersgruppe wird deutlich, dass Münster eine ver-
gleichsweise junge Stadt ist. Dies hängt natürlich insbesondere auch mit der hohen Zahl der
Studierenden zusammen.
Obwohl hohes Alter nicht gleichzusetzen ist mit Pflegebedürftigkeit, nimmt dennoch das Ri-
siko, pflegebedürftig zu werden, mit dem Alter deutlich zu. Aktuell macht die Gen eration 80
plus 6,1 Prozent der gesamtstädtischen Bevölkerung aus. In den 45 Stadtteilen Münsters va-
riiert der Bevölkerungsanteil im Alter von 80 und mehr Jahren zwischen 1,5 Prozent im Bahn-
hofsviertel und 13,1 Prozent im Stadtteil Buddenturm. Aber auch in Hiltrup-Mitte, Hiltrup-Ost,
Schloss, Aegidii und Herz-Jesu ist jede zehnte Person 80 Jahre oder älter.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Das Geschlechterverhältnis in den Altersgruppen verändert sich mit steigendem Alter. In der
folgenden Grafik is t erkennbar, dass es b is zum 70. Lebensjahr keine signifikanten Unter-
schiede bei der Anzahl der Männer und Frauen gibt. Anschließend nimmt der Anteil der Frauen
in der jeweiligen Altersklasse spürbar zu. Mit 72 Prozent leben deutlich mehr hochbetagte
Frauen (90 Jahre unter älter) in Münster als Männer.
0-19 Jahre
17,5 %
20-39 Jahre
34,0 %40-59 Jahre
24,4 %
60-79 Jahre
17,9 %
80 und mehr Jahre
6,1 %
Wohnberechtigte Bevölkerung am 31.12.2022 in Münster
nach Altersgruppen
8 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Das Verhältnis der Altersgruppen zueinander ist im Rahmen der Pflegeplanung ein wichtiger
Indikator, da dieses einen maßgeblichen Einfluss auf die Versorgungsmögl ichkeiten hat. Der
sogenannte Altenquotient, der die Anzahl der über 65 - Jährigen ins Verhältnis zur erwerbstä-
tigen Bevölkerung (20 -64 Jahre) setzt, liegt in 2021 bei 27,58. Dies bedeutet, dass auf 100
Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren in Münster rech nerisch 28 Personen im Alter ab 65
Jahre entfallen. Der geringste Altenquotient liegt im Stadtteil Bahnhof mit 7,48 und der
höchste in Hiltrup-Ost mit 51,59 vor.
Bei einem Blick auf die letzten zehn Jahre ist eindeutig, dass sich die Anzahl der älteren Me n-
schen und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung kontinuierlich erhöht hat. Betrachtet man die
zahlenmäßige Entwicklung, lässt sich dabei ein Unterschied zwischen den Altersgruppen be-
obachten.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Die obenstehende Grafik zeigt, dass einzig die Anzahl der Menschen in den Altersgruppen 70
bis 79 Jahren seit 2013 gesunken ist und seit letzte m Jahr wieder leicht ansteigt. Hier sind die
49 48 45 39
28
51 52 55 61
72
0
20
40
60
80
50 - 59 Jahre 60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und
älter
Prozentualer Anteil der Männer und Frauen in einer Altersgruppe
am 31.12.2022
Männer Frauen
0
5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
40000
2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Wohnberechtigte Bevölkerung in Münster
ab 60 Jahre
60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und älter
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 9
Auswirkungen des 2. Weltkrieges zu erkennen, die sich in den kommenden Jahren, siehe nach-
folgende Abbildung, in der Gruppe der 80 bis 89 -Jährigen weiter fortsetzen werden. Die ge-
samte Gruppe der Seniorinnen und Senioren in Münster wird jedoch in den kommenden Jah-
ren weiter deutlich anwachsen.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2023), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpas-
sungsrechnung 2022
Die zahlenmäßig sehr starke Generation der Babyboomer, aktuell zwischen 54 und 68 Jahre
alt, wird zu einem deutlichen Anstieg der Bevölkerung zwischen 60 und 79 Jahren führen. Sie
wird die Gruppe der Seniorinnen und Senioren mit einer größeren Vielfalt an Lebensformen
und Lebensstilen als die vorherigen Generationen prägen. Der Anteil der über 90 -Jährigen
steigt ebenfalls weiter an.
Gesellschaftliche Entwicklungen
Neben der Alterung der Bevölkerung wirken sich auch Veränderungen der strukturellen Merk-
male einer Gesellschaft auf die Versorgung und Unterstützung pflegebedürftiger Menschen
aus. Dazu zählt, dass die informelle Pflege nach wie vor weitgehend von Frauen übernommen
wird. Der VDK kommt in seiner Studie zur „Nächstenpflege“ (2022) zu dem Ergebnis, dass 72
Prozent der Pflegenden weiblich sind. D ie Rolle der Frau hat sich in den vergangenen Jahren
jedoch stark verändert hat. Frauen gehen immer häufiger und in höherem Umfang einer Er-
werbstätigkeit nach, so dass die Care -Arbeit (Kinderbetreuung, Pflege, familiäre Unterstüt-
zung) oftmals neu verteilt werden muss. Gleichzeitig ist die Mobilität deutlich gestiegen. Kin-
der ziehen aus beruflichen oder privaten Gründen immer häufiger in andere Städte, so dass
dadurch auch die räumliche Nähe zur Unterstützung der Eltern nicht mehr gegeben ist. Die
„Pflege auf Distanz“ ist in der Gesellschaft angekommen und wird eine wachsende Rolle ein-
nehmen.
Die zunehmende Individualisierung führt dazu, dass die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte
landesweit steigt. Nach einer städtischen Auswertung liegt dieser insgesamt bei 54,3 Prozent.
Der Anteil der Senioren-Single-Haushalte (Personen ab 75 Jahre) liegt bei 11, 1 Prozent. Dabei
reicht der Anteil von 3, 5 Prozent im Stadtteil Bahnhof bis zu 27 Prozent in Handorf (Stadt
Münster, SMS, Bevölkerungsindikatoren – Haushalte, 2021). In den 10.462 Senioren-Single-
Haushalten im Jahr 2022 lebten mit 74,8 Prozent deutlich mehr Frauen als Männer. Zwar lässt
die Tatsache, dass eine Person im Alter allein lebt, an sich noch keinen Rückschluss darauf zu,
0
5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
40000
45000
60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und älter
Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019 -2030
2023
2025
2030
10 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
ob soziale Unterstützungsnetzwerke vorhanden sind. Gleichwohl kann dies aber ein Hinweis
auf einen steigenden Bedarf an haushalt snahen Dienstleistungen und professionelle Pflege
sein.
Alterung von Menschen mit Migrationsvorgeschichte
2,3 Prozent der münsterschen Bevölkerung im Alter von 80 und mehr Jahren sind Ausländer,
über eine Migrationsvorgeschichte verfügen knapp 20 Prozent (Stand 31.12.2022).
Die Bevölkerungsgruppe mit Migrationsvorgeschichte ist nach wie vor jünger als der Bevölke-
rungsdurchschnitt. Gleichwohl ist auch hier eine Steigerung der Anzahl älterer Menschen, ins-
besondere in der Altersgruppe 60 - 69 Jahre und 80 - 89 Jahre zu verzeichnen. Damit steigt
auch hier die Wahrscheinlichkeit , pflegebedürftig zu werden , kontinuierlich an. In dieser
Gruppe sind inzwischen fünf Prozent der Menschen 80 Jahre und älter.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Dabei lässt sich f eststellen, dass die Menschen , die über das Abwerbeabkommen zwischen
der Bundesregierung Deutschland und der Türkei aus dem Jahr 1961 eingewandert sind, in
höherem und in stärkerem Maße als die deutschstämmige Bevölkerung von Pflegebedürftig-
keit betroffen sind. Zu den Ursachen gehören u.a. eine hohe Arbeits - und Lebensbelastung,
niedriges Einkommen, wenige r Gesundheitsvorsorge und schlechter e Wohnverhältnisse (vgl.
K. Jacobs et al. (Hrsg.), Pflege -Report 2022). Es liegen derzeit allerdings keine Erkenntniss e
darüber vor, wie viele Menschen mit Migrationsvorgeschichte in Münster pflegerische Ange-
bote benötigen bzw. in Anspruch nehmen. Es ist davon auszugehen, dass nach wie vor Zu-
gangshürden und Informationsbarrieren bestehen, die die Inanspruchnahme von Unter stüt-
zungsangeboten erschweren. Öffentliche Angebote der Beratung oder Veranstaltungen wer-
den in der Regel wenig von der Zielgruppe genutzt. Wichtig ist eine direkte Ansprache bzw.
eine Ansprache durch Multiplikator innen und Multiplikatoren. Ein wichtiges Thema für Ein-
richtungen und Dienste bei der Gestaltung von Wohn - und Betreuungsangeboten sind feh-
lende sprachliche Verständigungsmöglichkeiten. Gerade im Verlauf von demenziellen Erkran-
kungen können auch bei zugewanderten Personen, die vorher gut Deutsch gesprochen haben,
erlernte Sprachkenntnisse verloren gehen. Viele Träger profitieren hier von der Vielfalt im
Team der Pflegenden. Hinzu kommen Themen wie der Umgang mit Diskriminierung und Ras-
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
2018 2019 2020 2021 2022
Wohnberechtigte Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte in Münster
ab 60 Jahre
60 - 69 Jahre 70 -79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und älter
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 11
sismuserfahrungen, denen diese Personengruppe vermehrt ausgesetzt war und ist. Es gilt, sys-
tematisch einen Prozess der interkulturellen Öffnung zu gestalten und mögliche Zugangshür-
den zu identifizieren und abzubauen.
Lesbische, schwule, bisexuelle und trans*, inter* und queere Menschen (LSBTIQ*)
In der Gruppe der lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender und interse-
xuellen Menschen sind Diskriminierungserfahrungen nach wie vor sehr häufig. Insbesondere
viele heute alte und hochaltrige lesbische und schwule Menschen haben in jungen Ja hren
ständige Kriminalisierung, Ausgrenzung und Gewalt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung er-
fahren. Häufig war damit auch der Abbruch familiärer Beziehungen verbunden. Bei vielen LSB-
TIQ*-Personen bestehen Sorgen und Ängste, mit ihren Bedürfnissen nicht ernst genommen
zu werden, so dass sie ihre sexuelle und geschlechtliche Identität verbergen.
Es ist wichtig, diese Erfahrungen im Rahmen von Biografiearbeit sensibel wahrzunehmen und
in der Gestaltung der Angebote zu berücksichtigen, um ein Gefühl der Akz eptanz und damit
eine gute Versorgung zu ermöglichen. Anregungen kann das Qualitätssiegel „Lebensort Viel-
falt“ bieten. Die Schwulenberatung Berlin zeichnet damit Einrichtungen aus, die gute Voraus-
setzungen für die Pflege von LSBTI Q*-Personen schaffen. Über das Qualifizierungsprogramm
sollen Einrichtungen dazu aktiviert werden, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in die
Konzeption mit einzubeziehen.
Für die Stadt Münster soll ein „Aktionsplan LSBTIQ“ in einem partizipativen Prozess durch das
Amt für Gleichstellung erarbeitet werden; ein Handlungskonzept, welches zum Abbau von Dis-
kriminierung beitragen sowie die Berücksichtigung der besonderen Bedarfe der LSBTIQ* Per-
sonen stärken soll. „Alter und Pflege“ ist dort ein festgelegtes Handlungsfeld, in dem di e Kon-
ferenz Alter und Pflege und die Akteure der Altenpflege aktiv mitwirken können.
3 Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung
Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein -Westfalen, IT.NRW, erstellt alle zwei
Jahre eine Statistik der L eistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversi-
cherung. Im Oktober 2022 erfolgte die V eröffentlichung der neu esten Zahlen auf Basis der
Datenerhebung zum 15. bzw. 31.12.20 21.
In Münster erhielten Ende Dezember 20 21 insgesamt 12.336 Menschen Leistungen der Pfle-
geversicherung. Aus der nachfolgenden Abbildung ist zu erkennen, dass die Inanspruchnahme
von Leistungen der Pflegeversicherung in Münster in den vergangenen Jahren insgesamt deut-
lich gestiegen ist. Dabei ist die Steigerung fas t ausschließlich auf den ambulanten Bereich zu-
rückzuführen. Insbesondere die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Pflegegeld und
der Inanspruchnahme von Unterstützung im Alter für Menschen mit Pflegegrad 1 haben sich
in Münster deutlich erhöht.
12 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
Ursächlich für die deutliche Ausweitung der ambulanten Leistungen sind im Wesentlichen die
Effekte des dritten Pflegestärkungsgesetzes, das im Jahr 2017 in Kr aft getreten ist. Die damit
verbundene Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs führte insbesondere zu einer
Verbesserung des Leistungsanspruches für Menschen mit Demenz. Seitdem wird die Perso-
nengruppe mit Pflegegrad 1 und anderen Leistungen (landesrechtlich anerkannt Angebote zur
Unterstützung im Alltag und Tagespflegeangebote) erfasst. Im Jahr 2021 ist hier eine deutliche
Steigerung erkennbar, die zum einen auf eine bestehende Unter erfassung aus dem Jahr 2019
zurückzuführen ist, zum anderen aber auch an dem starken Ausbau und auch an der steigen-
den Akzeptanz der Angebote liegt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassend die Auswertung für das Land NRW, den Re-
gierungsbezirk und die Stadt Münster. Insgesamt leben 78,5 Prozent der pflegebedürftigen
Menschen in der eigenen Wohnung und 21,52 Prozent in einer stationären Pflegeeinrichtung .
Die Pflege-Wohngemeinschaften gelten als ambulante Angebote, so dass die Bewohnerinnen
und Bewohner dieser Wohnform im Bereich der ambulanten Pflege erfasst werden. Die stati-
onäre Versorgungsquote in Münster liegt weiter deutlich über dem Durchschnitt des Landes
und des Regierungsbezirkes Münster. Umgekehrt verhält es sich beim ausschließlichen Bezug
von Pflegegeld. Hier liegt Münster mit einer Quote von 43,58 Prozent nahezu zwölf Prozent
unter dem landesweiten Durchschnitt.
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
2011 2013 2015 2017 2019 2021
Entwicklung der Zahl der Leistungsempfänger/-innen nach Leistungsart
2011-2021
mit Pflegegrad 1 und andere Leistungen Pflegegeld
ambulante Pflege stationäre Pflege
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 13
Tabelle: Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung in Nordrhein -Westfalen
(im Dezember 2021)
Verwaltungsbezirk
–––––––––––––––
Pflegegrad
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
insgesamt
davon
in ambulan-
ter Pflege
in voll-
stationärer
Pflege
mit
Pflegegeld
mit Pflege-
grad 1 und
anderen
Leistungen 1
Nordrhein-Westfalen
Pflegegrad 1 153 444 18 517 355 - 134 568
Pflegegrad 2 498 226 103 606 26 161 368 459 -
Pflegegrad 3 338 203 73 220 60 109 204 874 -
Pflegegrad 4 143 969 28786 52 988 62 195 -
Pflegegrad 5 57 909 10 936 27 247 19 726 -
noch keine Zuordnung 234 - 234 - -
Insgesamt 1 191 981 235 065 167 094 655 254 134 568
100 % 19,72 % 14,02 % 54,97 % 11,29 %
Reg.-Bez. Münster
Pflegegrad 1 24 678 3 474 69 - 21 135
Pflegegrad 2 70 734 17 754 4 746 48 234 -
Pflegegrad 3 42 423 10 578 9 147 22 698 -
Pflegegrad 4 17 811 3 936 7 260 6 615 -
Pflegegrad 5 7 047 1 374 3 474 2 199 -
noch keine Zuordnung 33 - 33 - -
Insgesamt 162 726 37 113 24 729 79 746 21 135
100 % 22,81 % 15,20 % 49,01 % 12,99 %
Münster, Stadt
Pflegegrad 1 1 869 249 21 - 1599
Pflegegrad 2 4 899 1 278 543 3 078 -
Pflegegrad 3 3 402 780 984 1 641 -
Pflegegrad 4 1 557 294 771 492 -
Pflegegrad 5 606 105 333 165 -
noch keine Zuordnung 3 - 3 - -
Insgesamt 12336 2709 2655 5376 1599
100 % 21,96 % 21,52 % 43,58 % 12,96 %
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
1) Personen mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege plus Personen mit Pflegegrad 1 und ausschließlich lan-
desrechtlichen bzw. ohne Leistungen
Ende 2021 lebten 2.655 pflegebedürftige Menschen - und damit etwa genauso viele Personen
wie im Jahr 2019 - in einer vollstationären Pflegeeinrichtung. Ihr Anteil an allen Pflegeleis-
tungsempfängerinnen und -empfängern ist allerdings von 24,87 Prozent auf 21,52 Prozent ge-
sunken. Dies ist allein auf die massive Steigerung der Zahl der Leistungsempfängerinnen und
Leistungsempfänger im ambulanten Bereich zurückzuführen. In NRW insgesamt gibt es in der
Tendenz die gleiche Entwicklung; die stationäre Versorgung reduzierte sich von 17,53 Prozent
auf 14,02 Prozent.
14 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Zur Begründung der besonders hohen stationären Versorgungsquote in Münster gibt es ver-
schiedene Ansätze: Ein möglicher Grund liegt in der Bevölkerungsstruktur der Stadt . Es leben
viele gut qualifizierte Menschen in M ünster, die Abiturientenquote ist hoch und ein hoher
Bevölkerungsanteil verortet sich im linken und grünen politischen Spektrum. In dieser Gruppe
gibt es überwiegend das Verständnis, dass Pflege eine staatliche Fürsorgeaufgabe ist und
keine rein private Sorgeaufgabe. Auch Spiegel, Klie und Rischard weisen in ihrer Forschung auf
den Zusammenhang zwischen den Wertevorstellungen der Bevölkerung und der Inanspruch-
nahme professioneller Hilfe bei der Pflege hin. Präferenzen für eine stationäre Versorgung
seien vor allem in Bevölkerungskreisen mit eher modernen Wertvorstellungen und hohem
sozioökomischen Status zu finden. Hier sehen Angehörige ihre Aufgabe in der Begleitung und
in der Organisation der Versorgung, seltener in der pflegerischen Unterstützung selbst ( vgl.
Spiegel, J., Klie,T. & Rischard, P. (2021). Monitoring Pflegepersonalbedarf in Bayern: Langzeit-
pflege in den Landkreisen und kreisfreien Städten; Pflegekulturelle Orientierungen und ihre
Bedeutung für Pflegearrangements. Freiburg im Breisgau, FIFAS e.V. und FIVE e.V.).
Durch eine Erhebung der Aufnahmeanlässe in der stationären Pflege im Jahr 2022 wurde fest-
gehalten, dass Menschen dann in die stationäre Pflege wechseln, wenn aufgrund des steigen-
den Pflegebedarfs, mit hohen Versorgungsintervallen, nächt lichem Bedarf oder erheblichen
kognitiven Einschränkungen, die ambulante Versorgung nicht mehr sichergestellt werden
kann. Ein fehlendes soziales Umfeld sowie fehlende An- und Zugehörige v or Ort erschweren
die ambulante Versorgung, die unter Umständen auch durch die Wohnsituation der pflegebe-
dürftigen Menschen an ihre Grenzen komm t.
Die Zurückführung der hohen Quote auf die Rolle Münsters als Oberzentrum für die angren-
zenden Landkreise , konnte durch die Auswertung von IT.NRW zu der Leistungsinanspruch-
nahme nach Postleitzahlen widerlegt werden, aus der die Wanderungsbewegungen in die sta-
tionäre Pflege sichtbar werden . Hieraus ergibt sich für den Stichtag 31.12.2021 , dass 19 Pro-
zent der Nutzerinnen und Nutzer einer stationären Pflegeeinrichtung vor Aufna hme nicht in
Münster gewohnt haben und somit zugezogen sind. Es ist anzunehmen, dass dabei in vielen
Fällen verwandtschaftliche Bezüge nach Münster ausschlaggebend sind. Bei einem Vergleich
mit den Nachbarkreisen wird deutlich, dass auch der Anteil der Münsteranerinnen und Müns-
ter, die in eine stationäre Pflege außerhalb von Münster gezogen sind, nicht unerheblich ist.
Im direkten Vergleich sind im Jahr 2021 357 Münsteranerinnen und Münsteraner in stationäre
Einrichtungen der Nachbarkreise gezogen und 246 Personen wurden in die stationäre Pflege
in Münster aufgenommen. Der Saldo ist demnach negativ und kann die h ohe stationäre Ver-
sorgungsquote nicht erklären.
Die Altersstruktur der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger veranschaulicht
deutlich, dass das Risiko einer Pflegebedürftigkeit mit dem steigenden Alter zunimmt. Nahezu
60 Prozent der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger sind älter als 80 Jahre. Be-
trachtet man die Empfängerinnen und Empfänger von Pflegeversicherungsleistungen nach Al-
tersstufen (siehe nachfolgende Abbildung), so zeigt sich, dass die absolute Zahl der Menschen
mit Pflegebedarf zwischen 80 und 90 Jahren am größten ist.
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 15
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
Die Zahl der Pflegebedürftigen unter 60 Jahre wirkt auf den ersten Blick sehr hoch. Gemessen
am Anteil an der Bevölkerung, ist der Anteil pflegebedürftiger Menschen in diesem Alter mit
0,8 Prozent jedoch am niedrigsten. Die Berechnung der Pflegequote veranschaulicht den An-
teil der pflegebedürftigen Menschen an ihrer jeweiligen Altersgruppe in Münster.
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021;
Bevölkerungsdaten der Stadt Münster, Stadtplanungsamt
0
500
1000
1500
2000
2500
unter 60
Jahre
60 -64
Jahre
65 - 69
Jahre
70-74
Jahre
75-79
Jahre
80 - 84
Jahre
85 - 89
Jahre
90 - 95
Jahre
95 Jahre
und älter
Leistungsempfänger/-innen nach Alter
0,8% 3,1%
9,2%
29,7%
73,5%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
Unter 60 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre 90 Jahre und
älter
Pflegequote nach Alter
16 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Vom 70. bis zum 79. Lebensjahr ist die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, mit 9,2
Prozent noch eher gering. In der Altersgruppe 80 - 89 Jahre ist dann bereits nahezu ein Drittel
der Menschen betroffen. Bei Personen ab 90 Jahren erhöht sich die Wahrsche inlichkeit
sprunghaft auf 73,5 Prozent.
Bei der Differenzierung der Leistungsarten nach Alter in der nachfolgenden Abbildung wird
deutlich, dass sich der Anteil der stationären Versorgung mit steigendem Alter stark erhöht.
Hier ist davon auszugehen, dass Angehörige selbst aufgrund des eigenen Alters oft die Versor-
gung nicht mehr leisten können oder die Partner bereits verstorben sind. Gleichzeitig steigt
der Grad der Pflegebedürftigkeit. Nichtsdestoweniger w erden auch in der Gruppe der Men-
schen über 95 Jahre noch immer 57 Prozent der Menschen im häuslichen Umfeld versorgt.
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
Die meisten Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegever sicherung wa-
ren, wie der nachfolgenden Grafik zu entnehmen ist, dem Pflegegrad 2 zugeordnet.
0
200
400
600
800
1000
1200
60 -64
Jahre
65 - 69
Jahre
70-74
Jahre
75-79
Jahre
80 - 84
Jahre
85 - 89
Jahre
90 - 95
Jahre
95 Jahre
und älter
Leistungsarten nach Altersstufen
vollstationäre Pflege ambulante Pflege
Pflegegeld Pflegegrad 1 und andere Leistungen
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 17
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
Bei einer Betrachtung der Inanspruchnahme von Leistungen nach Pflegegraden wird deutlich,
dass insbesondere die ausschließliche Nutzung des Pflegegeldes und die stationäre Pflege
durch die Höhe der Pflegebedürftigkeit beeinflusst wird. Bei Pflegegrad 2 ist der Anteil derje-
nigen, die ausschließlich Pflegegeld in Anspruch nehmen , mit rund 63 Prozent sehr hoch und
mit elf Prozent die Inanspruchnahme von stationärer Pflege gering. Umgekehrt verhält es sich
bei Pflegegrad 5. Dort nehmen rund 55 Prozent der pflegebedürftigen Personen die stationäre
Pflege in Anspruch und 27 Prozent das Pflegegeld . Die ambulante Pflege und die Tagespflege
sind Angebote, die durchgängig weniger abhängig vom bestehenden Pflegegrad in Anspruch
genommen werden.
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5
Leistungsempfänger/-innen nach Pflegegraden
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5
Inanspruchnahme nach Leistungsarten und Pflegegraden
in Prozent
Ambulante Pflege Stationäre Pflege Pflegegeld Tagespflege
18 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Es ist ein Trend zu erkennen , dass pflegebedürftige Personen länger ambulant zu Hause ge-
pflegt werden und immer später, mit zunehmender Pflegebedürftigkeit, in eine stationäre Ein-
richtung umziehen. Es zeigt sich in den stationären Einrichtungen kontinuierlich eine Abnahme
der Zahl der Personen mit Pflegegrad 2 seit 2017 und eine Steigerung bei den Personen mit
Pflegegrad 3 und 4 . Die Struktur der Bewohnerinne n und Bewohner, welche Auswirkungen
auf das Zusammenleben und das Angebot in den stationären Einrichtungen hat, hat sich
dadurch in den letzten Jahren verändert.
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
Bei der Betrachtung der Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung nach Ge-
schlecht gibt es bei dem Vergleich der absoluten Zahlen deutliche Unterschiede. Mit insge-
samt 7.791 pflegebedürftigen Frauen ist deren Anteil deutlich höher als der der Männer mit
4.545 Personen. Dies setzt sich fort bei der Auswertung der einzelnen Leistungsangebote. Der
Anteil der Frauen überwiegt.
In der nachfolgenden Tabelle wird die prozentuale Inanspruchnahme verschiedener Leistun-
gen nach Männern und Frauen differenziert dargestellt. Die Angebote der Tagespflege (m=3,5;
w= 4,3) und der ambulanten Pflege (m=20; w=23) werden anteilsmäßig nahezu gleichermaßen
von beiden Geschlechtern in Anspruch genommen. Rund die Hälfte aller pflegebedürftigen
Männer nutzen ausschließlich Pflegegeld, bei den Frauen sind es mit 40 Prozent deutlich we-
niger. In der stationären Pflege ist es umgekehrt. Mit 23,5 Prozent der pflegebedürftigen
Frauen ist der Anteil deutlich höher als bei den Männern mit 16 Prozent.
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5
Leistungsempfänger/-innen in der vollstationären Dauerpflege nach
Pflegegrad
2017 2019 2021
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 19
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
*Personen mit der Geschlechtsangabe „divers“ oder „ohne Angabe“ (Geschlecht nach § 22 Abs. 3 PStG) sind
zufällig auf männlich oder weiblich verteilt.
Es ist anzunehm en, dass durch ein geringeres Alter und höhere Lebenserwartungen viele
Frauen ihre Partner bei zunehmender Pflegebedürftigkeit unterstützen und pflegen, so dass
die Inanspruchnahme von Pflegegeld höher ausfällt und die Nutzung der stationären Dauer-
pflege seltener notwendig wird. In der stationären Pflege leben mit 72 Prozent deutlich mehr
Frauen als Männer.
4 Pflegende An- und Zugehörige
Ein Großteil der pflegerischen Versorgung und der Betreuung von pflegebedürftigen Personen
wird nicht von Pflegefachkräften, sondern von An - und Zugehörigen geleistet. Sie sind die
zentrale Säule zur Sicherstellung der Pflege und Versorgung von pflege - und hilfsbedürftigen
Menschen. In Münster beziehen mehr als 5.350 Personen ausschließlich Pflegegeld, das heißt,
sie werden im eigenen Haushalt alleine von An - und Zugehörigen versorgt. Dies entspricht
einem Anteil von 42, 5 Prozent aller pflegebedürftigen Per sonen. Im Vergleich zum Jahr 2019
(4.500 Personen) kam es zu einer Steigerung von rund 20 Prozent. Anteiliges Pflegegeld erhal-
ten zudem Personen , die Pflegegeld als Kombination von Geld - und Sachleistung erhalten
(1.365 Personen) oder ergänzend Leistungen der Verhinderungs - bzw. Kurzzeitpflege (381
Personen) in Anspruch nehmen.
Der nachfolgenden Abbildung kann man entnehmen, dass mehr als die Hälfte der Personen
über 60 Jahre, die ausschließlich von An- und Zugehörigen versorgt wird, den Pflegegrad 2 hat.
Es werden jedoch auch noch schwer pflegebedürftige Personen der Pflegegrade 4 und 5 aus-
schließlich von An- und Zugehörigen versorgt. Ihr Anteil beträgt immerhin noch zehn Prozent
der Pflegegeldempfängerinnen und Pflegegeldempfänger.
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%
Ambulante Pflege
stationäre Dauerpflege
Pflegegeld
Tagespflege
Inanspruchnahme von Leistungen nach Geschlecht*
in Prozent
Frauen Männer
20 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
Zur Unterstützung der Pflege im häuslichen Umfeld sieht die Pflegeversicherung unterschied-
liche Leistungen vor. Ein wichtiges begleitendes Angebot kann neben der ambulanten Pflege
durch Pflegedienste die Tagespflege darstellen, die eine Betreuung tagsüber ermöglicht und
einen Fahrdienst bereitstellt. Auch Angebote der Verhinderungs - und Kurzzeitpflege sind be-
sonders für Pflegebedürftige, die von An - und Zugehörigen gepflegt werden, notwendig. Dort
kann die pflegerische Versorgung sichergestellt werden, wenn die pflegende Person für einen
begrenzten Zeitrau m abwesend ist oder plötzlich ausfällt. Hinzu kommen Angebote zur Ent-
lastung im Alltag oder niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI (siehe Kapitel
5.1.7).
Über das Pflegezeitgesetz und das Familienpflegezeitgesetz gibt es unterschiedliche Mög lich-
keiten zur Vereinbarung von Familie, Pflege und Beruf. Arbeitnehmende können an zehn Ar-
beitstagen der Arbeit fernbleiben , um auf akut auftretende Pflegesituationen zu reagieren.
Die Zeit kann genutzt werden , um bedarfsgerechte Pflege zu organisieren od er selbst sicher-
zustellen. Für diese Zeit besteht nach § 44a SGB XI Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld.
Durch das Pflegeunterstützungs - und -entlastungsgesetz (PUEG), verabschiedet am
26.05.2023 vom Bundestag, kann dieser Anspruch ab dem 01.01.2024 pro Kalenderjahr und
je pflegebedürftiger Person in Anspruch genommen werden .
Der VdK hat in seiner Studie zum Thema „Nächstenpflege“ im Jahr 2022 festgestellt, dass trotz
der hohen Belastung nur wenig e dieser Entlastungsangebote genutzt werden. D ie Hälfte der
Befragten gibt an aufgrund der notwendigen Zuzahlungen von Angeboten abzusehen. Weitere
Faktoren seien fehlende Angebote der Tages- und Kurzzeitpflege sowie das Antragsverfahren,
welches abschreckend wirke. Erh alte eine pflegende Person Beratung zu den Pf legeversiche-
rungsleistungen und –angeboten, steige die Inanspruchnahme um ein Vielfaches.
Die Pflegeberatung ist schlussfolgend eine extrem wichtige Komponente bei der Frage, wie
pflegende An- und Zugehörige Entlastung und Unterstützung erfahren können. D ie Beratung
und Vermittlung von Unterstützungsleistungen kann wesentlich dazu beitragen, die häusliche
Versorgung zu stabilisieren und aufrechtzuerhalten.
62%
28%
8% 2%
Pflegegeldempfänger/-innen ab 60 Jahre nach Pflegegrad in Prozent
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 21
In Münster gibt es etablierte Angebote der Beratung, die gleichwohl nicht allen Betroffenen
bekannt sind. Neben dem Infobüro Pflege im Sozialamt, das zugleich auch Pflegestützpunkt
ist, steht Ratsuchenden der Pflegestützpunkt im Hause der AOK NordWest zur Verfügung. Jede
pflegebedürftige - bzw. auf deren Wunsch auch pflegende - Person hat einen Rechtsanspruch
auf individuelle Pflegeberatung durch die eigene Pflegekasse. Auch die Wohlfahrtsverbände ,
Vereine und Träger von pflegerischen und unterstützenden Leistungen bieten Beratung an.
Wichtige Akteure sind hier auch die Krankenhaussozialdienste, die beim Übergang vom Kran-
kenhaus in die eigene Häuslichkeit oder eine andere Wohn - und Betreuungsform unterstüt-
zen.
Unterstützung erfahren Betroffene auch im Austausch mit anderen Pflegenden bei Gesprächs-
kreisen oder in Selbsthilfegruppen. Die „Pflegeselbsthilfe NRW“, gefördert vom Land NRW und
den Pflegekassen, bieten durch die Kontaktbüros der Pflegeselbsthilfe (KoPs) eine Plattform,
welche Interessierte über bestehende Selbsthilfeangebote informiert, Gruppen berät und Per-
sonen bei einer Neugründung begleiten. Im vergangenen Jahr sind in Münster zwei neue
Gruppen gegründet worden, eine befindet sich gerade im Anerkennungsprozess. Weitere drei
Gruppen werden derzeit vom Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe bei der Gründung unterstützt.
Eine Übersicht der Gesprächskreise in Münster befindet sich auf der Homepage des Infobüros
Pflege der Stadt Münster unter „Hilfen im Alltag und Pflege zu Hause“.
Im Rahmen einer städtischen Bevölkerungsbefragung zum Thema „Pflege und Unterstützung
im Alter“, die im September 2023 durchgeführt werden soll, werden die pflegenden An - und
Zugehörigen verstärkt in den Blick genommen. Neben Fragen zur Art und Umfang der Unter-
stützung sowie zum bestehenden Versorgungsnetzwerk, werden pflegende An - und Zugehö-
rige gefragt, ob Angebote zur Unterstützung und Entlastung bekannt sind bzw. genutzt wer-
den. Anregungen und Wünsche der Zielgruppe werden aufgenommen.
5 Pflegeinfrastruktur in Münster
In Münster gibt es ein ausdifferenziertes Angebot an pflegerischen und pflegeergänzenden
Angeboten. Im Folgenden werden die vorhandenen stationären, teilstationären und ambulan-
ten Angebote sowie deren Entwicklung dargestellt. Die benannten Angebote sind der Daten-
bank PfAD.wtg, dem elektronischen Anzeigeverfahren für Wohn - und Betreuungsangebote
nach dem Wohn- und Teilhabegesetz Nordrhein-Westfalen, sowie der Datenbank des Infobü-
ros Pflege des Sozialamtes (www.stadt -muenster.de/pflege) entnommen.
In der folgenden Tabelle erfolgt einleitend die Darstellung der Entwicklung der Pflegeinfra-
struktur je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner ab 80 Jahre n. Der Anteil der Plätze im stati-
onären Bereich ist seit dem Jahr 2016 kontinuierlich auf jetzt 135 Plätze pro 1.000 Einwohne-
rinnen und Einwohner ab 80 Jahre n gesunken. Bei der Kurzzeitpflege stagniert das Angebot
und im Bereich der ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften sowie der Tagespflege k am es
zu einer Steigerung der Angebote. Eine soz ialräumliche Darstellung auf Ebene der Stadtbe-
zirke befindet sich in der Anlage.
22 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Tabelle: Pflegeinfrastruktur je 1.000 Einwohner/ -innen ab 80 Jahre
Am
31.12.
Bevölkerung
ab 80 Jahre
Plätze pro 1.000 Einwohner/-innen ab 80 Jahre
Stationäre
Pflegeplätze
Ambulant betreute
Wohngemein-
schaften
Tages-
pflegeplätze
Kurzzeit-
pflegeplätze
2016 16.262 162,71 12,67 11,87 14,33
2017 16.808 157,43 13,56 11,48 15,83
2018 17.394 152,12 12,94 11,21 16,10
2019 18.178 145,40 13,75 10,73 15,79
2020 18.908 138,51 13,22 13,49 15,18
2021 19.410 135,34 14,99 13,45 14,89
2022 19.448 134,98 15,89 15,07 14,50
Quelle: Bevölkerungsdaten: Stadt Münster, Stadtplanungsamt; eigene Berechnung
Ziel der Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur ist es, dass alle Pflegebedürftigen einen
Zugang zu den bestehenden Versorgungsformen erhalten, unabhängig von der Herkunft, so-
zialer Stellung, dem Geschlecht und der sexuellen bzw. geschlechtlichen Orientierung. Nur so
kann eine gute Versorgungslösung , individuell und abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf ,
organisiert werden.
Bei der Entwicklung neuer Unterstützun gsangebote we rden nach Aussagen von Trägern die
hohen Miet- und Grundstückspreise in Münster zunehmend zu einer Hürde für die Schaffung
von Tagespflegeeinrichtungen oder ambulant betreuten Pflege-Wohngemeinschaften. Es
werde insbesondere immer schwieriger, Plätze in Pflege -Wohngemeinschaften im Rahmen
der sozialhilferechtlich angemessenen Kosten der Unterkunft anzubieten. Des Weiteren wirkt
sich gerade im Pflegesektor der Fachkräftemangel immer spürbarer aus. Neue Angebote kön-
nen oftmals nur sukzessive belegt werden, da zuerst die Personalkapazitäten erweitert wer-
den müssen. Ein Ausbau der Strukturen wird immer von der Frage begleitet, ob die erforder-
lichen Fachkräfte für ein Angebot gewonnen werden können.
Auch für die Nutzerinnen und Nutzer sind die steigenden Preise in allen Sektoren spürbar. Die
Preissteigerungen durch die höheren Energie- und Verpflegungskosten und auch die Anhe-
bung der Löhne durch die Tarifbindung bzw. -steigerung, werden nur zum geringen Teil durch
die Pflegeversicherung übernommen und führen somit auch zu einer Preissteigerung für die
pflegebedürftigen Personen . Nicht selten w ird dadurch die Inanspruchnahme von Versor-
gungsleistungen eingeschränkt und auf ein Minimum reduziert.
Im September 2017 startete in Münster das Projekt „Starke Pflege in Münster“ , zu dem sich
Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen der Pflegebranche, Pflegeschulen und die Stadt Münster,
vertreten durch das Sozialamt und das Jobcenter, zusammengeschlossen haben. Gemeinsam
wird inhaltlich gearbeitet zu aktuellen Themen wie der Ausbildung von Pflegekräften und dem
neuen Personalbemessungsverfahren in der stationären Pflege. Außerdem werden öffentlich-
keitswirksame Aktionen durchgeführt, wie am 25.01.2023 auf dem Prinzipalmarkt, um auf ak-
tuelle Defizite und Herausforderungen in der Altenpflege aufmerksam zu machen. Die städti-
sche Förderung der Initiative ist bis zum 31.12.2023 befristet.
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 23
Der Zusammenschluss von Arbeitgebern in der Altenpflege bereitet aktuell die Gründung ei-
nes Vereins „Starke Pflege Münster“ vor, um die gute Zusammenarbeit auch in den folgenden
Jahren fortzusetzen. Mitglied werden können Träger von Altenhilfeangebote und Pflegeschu-
len.
Einrichtungen und Dienste in Münster
5.1.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Aktuell stehen in Münster 32 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 2.60 1 Dauer-
pflegeplätzen zur Verfügung. Ergänzend kommt eine stationäre Einrichtung für Menschen mit
Intensivpflegebedarf mit 18 Plätzen hinzu.
Viele der stationären Pflegeeinrichtungen bieten auch Kurzzeitpflege (siehe Kapitel 5.1.2) und
weitere Unterstützungsleistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an. Hierzu ge-
hören unter anderem offene Angebote wie ein Mittagstisch oder ein Café, das auch Bewoh-
nerinnen und Bewohnern des Stadtteils zur Verfügung steht. Unterstützt werden die Einrich-
tungen oftmals von Ehrenamtlichen und Angehörigen, die einzelne Personen betreuen und/o-
der weitere Freizeitangebote in der Einrichtung oder im Quartier ermöglichen.
Die stationären Pflegeein richtungen entwickel n sich weiter zu Kompetenzzentren in der
Pflege. Durch weitere Angebot e im Bereich Tagespflege und ambulante Pflege, sowie über
Teilhabeangebote im Quartier gelingt der Zugang zu Beratungs - und Informationsangebote n
fließend und trägerübergreifend. Ältere Menschen, die erste Unterstützungsleistungen benö-
tigen, aber auch pflegende An - und Zugehörige haben eine Ansprechp erson vor Ort. Darüber
hinaus sind verschiedene stationäre Einrichtungen im Rahmen von Quartiersentwicklungspro-
jekten aktiv. Aktuell werden z.B. der Handorfer Hof und das Haus vom guten Hirten über das
Förderprogramm des Landes „Miteinander und nicht allein“ dabei unterstützt, die Strukturen
und Angebote vor Ort auszubauen. Ausgehend vom Martin-Luther-Haus wird das Landespro-
jekt „Miteinander Digital“ umgesetzt.
Der nachstehenden Abbildung ist zu entnehmen, dass di e Zahl der vorhandenen Plätze nach
einem zunächst kontinuierlichen Anstieg seit dem Jahr 2012 nahezu stabil geblieben ist. Auf
der Grundlage der verbindlichen Pflegebedarfsplanung wurden seit dem Jahr 2015 keine Be-
darfsbestätigungen für die Errichtung neu er Pflegeeinrichtungen erteilt.
Im Jahr 2022 verringerte sich die Anzahl der Pflegeplätze um insgesamt zwei Plätze. Das Kla-
rastift reduzierte sein Angebot von 103 auf 101 Plätze. Zum 01. Juni 2023 reduzierte außerdem
das Haus Augustinus, ein Angebot für Menschen mit Intensivpflegebedarf, aufgrund des Fach-
kräftemangels die Platzzahl von 24 auf 18 Plätze.
24 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Die stationäre Pflege muss sich aktuell mit vielen verschiedenen Schwierigkeiten und Heraus-
forderungen auseinandersetzen. Neben dem bestehenden Fachkräftemangel (siehe Kapitel 6)
setzt die Frage nach der Refinanzi erung von Kostensteigerungen die Einrichtungen immer
mehr unter Druck. Durch die in der Regel nur jährliche Verhandlung der Vergütungsvereinba-
rung mit den Landesverbänden der Pflegekassen erfolgt eine Anpassung nur zeitverzögert.
Dies hatte bereits erhebliche Auswirkungen auf Einrichtungen, die zum 01.09.2022 eine tarif-
liche Bezahlung umsetzen mussten, und setzt sich jetzt fort bei den steigenden Energiepreisen
sowie den inflationsbedingten Kostensteigerungen . Da die Leistungen der Pflegeversicherung
gedeckelt sind und nicht alle Aufwendungen der stationären Versorgung umfassen , steigen
die Eigenanteile der pflegebedürftigen Menschen weiter an.
Das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) beinhaltet für die stationäre Pflege,
dass die Leistungszuschläge, welche die Pflegekasse ab Pflegegrad 2 übernimmt, gestaffelt
nach Verweildauer der pflegebedürftigen Person, ab dem 01.01.2024 erhöht werden.
In einer Expertise im Auftrag der DAK Gesundheit wird veröffentlicht, dass die Reformele-
mente des PUEG, welche pflegebedürftige Per sonen finanziell entlasten soll en, bereits durch
die steigenden Pflegekosten wieder aufgebraucht werden. Die durchschnittlichen Eigenan-
teile werden demnach bereits in 2023 wieder höher liegen, als zum Zeitpunkt der B eschluss-
fassung (Rothgang, Heinze, Kalwitzki, Wagner (Feb. 2023); Hilfe zur Pflege in Pflegeheimen –
Zukünftige Entwicklung unter Berücksichtigung der aktuellen Reformmaßnahmen. Aktualisie-
rung einer Expertise im Auftrag der DAK -Gesundheit).
Zum 01.07.2023 wird mit der Einführung der neuen Personalbemessung in der vollstationären
Pflege der letzte Reformschritt des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsvorsorge
(GVWG) umgesetzt. Die Personalstruktur wird sich dahingehend ändern, dass zwischen Hilfs-
personal (ohne Ausbildung), Pflegefachassistenzpersonen ( ein Jahr Ausbildung) und Pflege-
fachpersonen ( drei Jahre Ausbildung) unterschieden wird. Dabei sollen Pflegende vorrangig
die Aufgaben übernehmen, die ihrer jeweiligen Qualifikation entsprechen. Das Personal wird
für jede Einrichtung individuell anhand des Pflegegradmixes der Bewohnerinnen und Bewoh-
ner errechnet. Herr Prof. Dr. Rothgang, der dieses Verfahren erarbeitet hat, prognostiziert
einen personellen Mehrbedarf ganz überwiegend im Berei ch der Assistenzkräfte. Im Februar
-
500
1 000
1 500
2 000
2 500
3 000
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Anzahl der vollstationären Pflegeplätze in Münster
(jeweils am 31.12.)
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 25
2023 wurde die gemeinsame Bundesempfehlung zur Umsetzung der Personalbemessung
nach § 113 Abs. 4 SGB XI der GKV Spitzenverbände und der Vereinigung der Träger stationärer
Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene veröffentlicht. Neben der Entscheidung, dass eine Min-
destpersonalausstattung auf Länderebene festgelegt werden soll, ist in der Anlage dargestellt,
welche flankierenden Maßnahmen notwendig sind, um das Personalbemessungsverfahren
umzusetzen. Diese umfassen die Absicheru ng der Ausbildungskapazitäten, die Anerkennung
von internationalen Beschäftigungsabschlüssen, die Erschließung von weitere m Beschäfti-
gungspotenzial sowie die Anpassung des ordnungsrechtlichen Rahmen s und die Absicherung
der Finanzierung, da eine Umsetzung zu weiteren Kostensteigerungen führen wird. Obwohl
die Umsetzung zum 01.07.2023 erfolgt ist, sind viele Details bisher noch unklar. Es bleibt ab-
zuwarten, wann und mit welchen Entscheidungen die Landesrahmenverträge veröffentlicht
werden. Ein Übergangszeitr aum bis zur vollständigen Umsetzung des neuen Verfahrens er-
streckt sich bis 2025.
Eine Einschätzung zum Bedarf an vollstationären Dauerpflegeplätzen in den kommenden
drei Jahren erfolgt, aufgrund der Besonderheit der verbindlichen Planung , in Kapitel 7.
Tabelle: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen , Stand: 30.06.2023
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 66
2 Altenheim Friedrichsburg Stiftung der Schwestern
von der Göttlichen Vorse-
hung
Mitte Pluggendorf 138
3 Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Hiltrup Amelsbüren 52
4 Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gievenbeck 92
5 Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
60
6 Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Düesberg 123
7 Altenzentrum Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Mitte Herz-Jesu 101
8 Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Pluggendorf 83
9 Alwine-Lauterbach-
Seniorenzentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 66
10 Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Mitte Aegidii 82
11 DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Buddenturm 49
12 Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
171
26 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
13 Friederike-Fliedner-Haus Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 80
14 Fritz-Krüger-Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Gievenbeck 81
15 Handorfer Hof -
Seniorenzentrum
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Ost Handorf 78
16 Haus Simeon Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Hiltrup Berg-Fidel 146
17 Haus Thomas Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 54
18 Haus vom Guten Hirten -
Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mitte Herz-Jesu 20
19 Haus Wilkinghege Haus Wilkinghege
Wirbelauer KG
Nord Kinderhaus
West
65
20 Johanniter-Stift Münster Johanniter Seniorenhäu-
ser GmbH Regionalzent-
rum West
Mitte Geist 80
21 Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Südost Angelmodde 66
22 LWL-Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirchner-
Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Mitte Uppenberg 80
23 Marienheim Altenhilfe-Zentrum
St. Clemens Münster
Hiltrup
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
83
24 Martin-Luther-Haus Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Sentrup 151
25 Meyer-Suhrheinrich-Haus Altenhilfe-Zentrum
St. Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
42
26 Papst-Johannes-Paul-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 72
27 Perthes-Haus Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
Mitte Uppenberg 87
28 Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Resi-
denzen Zehnte SE & Co.
KG
Mitte Schloss 80
29 Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
59
30 Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der Kran-
kenschwestern nach der
III Regel des hl. Franziskus
Mitte Herz-Jesu 80
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 27
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
31 Wohnen in Pastors
Garten
Stift Tilbeck GmbH West Roxel 40
32 Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützenhof 74
Plätze in vollstationären Einrichtungen gesamt 2.601
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Intensivpflegebedarf
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
33 Haus Augustinus Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 18
28 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 29
5.1.2 Kurzzeitpflege
Das Angebot der Kurzzeitpflege ermöglicht eine vorübergehende stationäre Versorgung und
ist damit ein wichtiger Baustein zur Sicherung der häuslichen Pflege. Sie bietet pflegenden An-
und Zugehörigen die Möglichkeit für einige Tage den Pflegealltag zu verlassen und die pflege-
bedürftige Person gut versorgt zu wissen. Die Kurzzeitpflege ist jedoch auch ein Angebot, das
bei Akutsituationen zum Einsatz kommt, wenn z.B. die pflegende Person ad hoc ausfällt oder
die gesundheitliche Situation des Betroffenen eine Rund -um-die-Uhr Betreuung erforderlich
macht. Langzeit-Pflegeplätze stehen oftmals nicht direkt zur Verfügung, so dass für die Suche
Zeit benötigt wird. N ach Krankenhausaufenthalten, wenn eine Behandlung nicht weiter not-
wendig ist, ein erhöhter Versorgungsbedarf jedoch weiterhin über einen befristeten Zeitraum
besteht, bietet die Kurzzeitpflege eine Überbrückung bis zur Rückkehr ins eig ene Zuhause.
Solitäre und eingestreute Kurzzeitpflegeplätze sind voneinander zu unterscheiden. Solitäre
Kurzzeitpflegeplätze stehen ausschließlich zu diesem Zweck zur Verfügung. Eingestreute Kurz-
zeitpflegeplätze können variabel für die Dauer - oder Kurzzeitpflege genutzt werden. Sie wer-
den von den meisten Pflegeeinrichtungen angeboten. Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze ste-
hen jedoch nur dann zur Verfügung, wenn die Plätze nicht im Rahmen der Dauerpflege belegt
sind. Vorrangig werden sie dafür genutzt, Leistungsansprüche gegenüber der Pflegekasse gel-
tend zu machen, bevor die Dauerpflege beginnt. Der eigentliche Zweck der Kurzzeitpflege wird
durch dieses Angebot nur nachrangig erfüllt.
Das Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen hat sich in den letzten Jahren nur geringfügig geändert .
Aktuell gibt es in Münster insgesamt 282 Kurzzeitpflegeplätze, davon 69 solitäre und 213 ein-
gestreute Plätze. Eine Reduzierung um sieben Plätze im Jahr 2022 ist auf die Zusammenlegung
der solitären Kurzzeitpflege n der Alexianer Haus Heidhorn GmbH zurückzuführen. Die Kurz-
zeitpflege im Clemenshospital wurde geschlossen und dafür das Angebot in der Raphaelsklinik
mit dem „Haus Ludgera“ um elf Plätze ausgebaut.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
-
50
100
150
200
250
300
350
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Anzahl der Kurzzeitpflegeplätze in Münster
(jeweils am 31.12.)
30 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Die Kurzzeitpflege ist in Münster nicht von der verbindlichen Bedarfsplanung umfasst. Die Fi-
nanzierung dieses Angebotes gestaltete sich jedoch aus Sicht der Träger bisher als unattraktiv,
so dass wenig Interesse an einem Ausbau dieses Angebotes best and. Aufgrund der hohen
Fluktuation und der kurzen Verweildauer ergibt sich für die Einrichtungen ein hoher Koordi-
nations- und Verwaltungsaufwand durch Aufnahme, Pflegeprozessplanung und die Überlei-
tung zurück in die häusliche Versorgung. Zudem ist die Nachfrage nach Kurzzeitpflegeplätzen
im Jahresverlauf starken Schwankungen unterworfen, so dass eine kontinuierliche Auslastung
nicht sichergestellt ist.
Die Bundespolitik hatte im aktuellen Koalitionsvertrag eine Stärkung der Kurzzeitpflege und
eine Verbesserung der Fi nanzierung ver ankert. Zum 01.03.2023 trat die Gemeinsame Emp-
fehlung nach § 88a SGB XI zur Sicherstellung einer tragfähigen Vergütung der Kurzzeitpflege
der GKV-Spitzenverbände und der Vereinigungen der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebenen
in Kraft. Dort wi rd die Personalbemessung einheitlich geregelt und die Mindest-Belegungs-
quote ist auf 78 Prozent gesenkt worden. Die Länder sind jetzt aufgefordert , die Landesrah-
menverträge (§ 75 Abs. 2 SGB XI) zu überprüfen und an die Rahmenverträge anzupassen. Eine
Absenkung der Mindest-Belegungsquote von 80 auf 70 Prozent für solitäre Kurzzeitpflegeein-
richtungen bei der Anerkennung von Investitionskosten wurde bereits im letzten Jahr umge-
setzt. Durch die beiden Maßnahmen haben sich die Refinanzierungsmöglichkeiten der solitä-
ren Kurzzeitpflege insgesamt verbessert.
Inwieweit sich diese Entwicklungen positiv auf einen Ausbau der s olitären Kurzzeitpflege aus-
wirken, bleibt abzuwarten. Stimmen aus der Praxis bemängeln bereits, dass die vereinbarte
Personalbemessung nicht weit genug gehe. Der Aufwand im Vergleich zur stationären Dauer-
pflege sei wesentlich höher , sowohl in der Pflege, als auch in der Verwaltung, im sozialen
Dienst, in der Hauswirtschaft, bei der Reinigung und bei der Instandhaltung.
Pflegebedürftige Personen können zur Finanzierung eines Platzes in der Kurzzeitpflege Zu-
schüsse der Pflegeversicherung nutzen. Neben dem Anspruch auf das Kurzzeitpflege -Budget,
kann das Budget der Verhinderungspflege, welches zur Unterstützung bei Abwesenh eit der
Hauptpflegeperson eingesetzt werden kann, genutzt werden. Das Pflegeunterstützungs- und
-entlastungsgesetz (PUEG) sieht ab dem 01.07.2025 einen gemeinsamen Jahresbeitrag für die
Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege in Höhe von bis zu 3.539 Eu ro pro Kalenderjahr
vor, flexibel einsetzbar für beide Leistungsarten.
In Münster gibt es weiter einen zusätzlichen Bedarf an solitären Kurzzeitpflegeplätzen. Träger
werden in Beratungen auf die fehlenden Kapazitäten aufmerksam gemacht . Es wird gemein-
sam überlegt, wie ein Ausbau von Plätzen gelingen kann.
Tabelle: Eingestreute Kurzzeitpflege, Stand : 30.06.2023
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 6
2 Altenheim Friedrichsburg Stiftung der Schwestern
von der Göttlichen Vorse-
hung
Mitte Pluggendorf 8
3 Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Hiltrup Amelsbüren 6
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 31
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
4 Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern vom
Hlst. Herzen Jesu von
Hiltrup
West Gievenbeck 5
5 Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern vom
Hlst. Herzen Jesu von
Hiltrup
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
2
6 Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Düesberg 12
7 Altenzentrum Klarastift Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Mitte Herz-Jesu 11
8 Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Pluggendorf 8
9 Alwine-Lauterbach-
Seniorenzentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 10
10 Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Mitte Aegidii 3
11 DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Buddenturm 5
12 Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
15
13 Friederike-Fliedner-Haus Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 10
14 Handorfer Hof -
Seniorenzentrum
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Ost Handorf 8
15 Haus Simeon Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Hiltrup Berg-Fidel 8
16 Haus Thomas Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 4
17 Johanniter-Stift Münster Johanniter Seniorenhäuser
GmbH Regionalzentrum
West
Mitte Geist 10
18 Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Südost Angelmodde 6
19 LWL-Pflegezentrum
Münster
"Ernst-Kirchner-Haus"
Landschaftsverband West-
falen-Lippe
Mitte Uppenberg 2
20 Marienheim Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster Hiltrup
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
9
21 Martin-Luther-Haus Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Sentrup 8
22 Meyer-Suhrheinrich-Haus Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
5
32 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
23 Papst-Johannes-Paul-Stift Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 7
24 Perthes-Haus Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
Mitte Uppenberg 6
25 Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Residen-
zen Zehnte SE & Co. KG
Mitte Schloss 15
26 Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
8
27 Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der Kran-
kenschwestern nach der III
Regel des hl. Franziskus
Mitte Herz-Jesu 5
28 Wohnen in Pastors
Garten
Stift Tilbeck GmbH West Roxel 4
29 Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützenhof 7
Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze gesamt 213
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Solitäre Kurzzeitpflege, Stand: 30.06.2023
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
30 Altenhilfe-Zentrum der Missi-
onsschwestern Kurzzeitpflege
"Haus Maria"
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
20
31 Fritz-Krüger-Seniorenzentrum
Solitäre KZP
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Gieven-
beck
15
32 Kurzzeitpflege Haus Ludgera Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Mitte Dom 34
Solitäre Kurzzeitpflegeplätze gesamt 69
Quelle: PfAD.wtg
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 33
Kurzzeitpflege in Münster
34 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
5.1.3 Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften ermöglichen ein Leben in häuslicher Ge-
meinschaft mit umfassender Versorgungssicherheit. Die Nutzerinnen und Nutzer mieten ein
Zimmer in einer Wohngemeinschaft und schließen einen weiteren Vertrag über allgemeine
Betreuungsleistungen (Rund-um-die-Uhr-Betreuung) ab. Die gesondert zu vereinbarende
pflegerische Versorgung erfolgt über einen ambulanten Pflegedienst. Perspektivisch soll in je-
dem Quartier ein solches Wohn - und Versorgungsarrangement umgesetzt werden, um den
pflegebedürftigen Menschen einen Verbleib im vertrauten Sozialraum zu ermöglichen.
Das Angebot an Pflege-Wohngemeinschaften wurde in den vergangenen 20 Jahren stetig aus-
gebaut. Im Jahr 202 2 haben zwei Wohngemeinschaften an der Hüfferstraße mit jeweils elf
Plätzen wiedereröffnet. Außerdem hat sich das Angebot für junge Menschen mit der Wohn-
gruppe Leo um sechs Plätze erweitert.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Die Kosten für eine ambulante Pflege -Wohngemeinschaft sind in den letzten Jahren , aus den
verschiedensten Gründen, kontinuierlich angestiegen. Für Bewohnerinnen und Bewohner
sind diese in der Regel nur bedingt kalkulierbar. Erhöht sich der Pflegebedarf, erhöhen sich in
der Regel auch die Kosten der pflegerischen Leistungen , die aufgewandt werden müssen. Ins-
gesamt sind die Eigenanteile mittlerweile vergleichbar zur stationären Versorgung. In dem Ge-
setz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorge (GVWG) wurden verankert, dass in der
stationären Pflege ein Zuschuss für die Pflege- und Ausbildungskosten gewährt wird, abhängig
von dem Zeitraum der Inanspruchnahme, während die Pflege -Wohngemeinschaften unbe-
rücksichtigt blieben.
Es besteht in Münster grundsätzlich ein Bedarf an weiteren Pflege -Wohngemeinschaften. Ei-
nige Stadtteile und Stadtbezirke sind bereits gut versorgt, in anderen gibt es noch kein Ange-
bot. Bei der Planung ist eine individuelle Beratung zur Situation vor Ort not wendig. Die Dar-
stellung der einzelnen Stadtbezirke im Anhang können bereits erste Hinweise geben.
-
50
100
150
200
250
300
350
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Anzahl der Plätze in Pflege-Wohngemeinschaften in Münster
(jeweils am 31.12.)
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 35
Zum Stichtag 30.06.2023 gibt es in Münster 30 Pflege -Wohngemeinschaften mit insgesamt
309 Plätzen.
Tabelle: Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften, Stand 30.06.2023
Pflege-Wohngemeinschaften für ältere Menschen mit dem Schwerpunkt Demenz
Nr. Pflege-Wohngemeinschaft Träger / Betreuungsdienst Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Annette
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägerges. Münster
mbH; Ambulante Pflege
West Nienberge 7
2 Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Sebastian
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägerges. Münster
mbH; Ambulante Pflege
West Nienberge 7
3 Demenz-Wohngemeinschaft
Mehrgenerationenhaus
Mathildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Buddenturm 9
4 DRK-Wohngemeinschaft
Erphobogen
DRK Münster -
gemeinnützige Pflege und
Service GmbH
Mitte Schlachthof 12
5 Haus Elisabeth Alexianer Münster GmbH Südost Wolbeck 12
6 Haus Genius miCura Pflegedienste
Münster GmbH
Mitte Buddenturm 9
7 Hof Schultmann Alexianer Münster GmbH West Mecklen-
beck
12
8 Irmgard Buschmann Haus (1) Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
West Gievenbeck 11
9 Irmgard Buschmann Haus (2) Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
West Gievenbeck 8
10 Selbstverwaltete Senioren-
gemeinschaft Villa Kahmann
Cathamed Pflegedienst Südost Gremmen-
dorf-Ost
11
11 Taubenstraße Alexianer Münster GmbH Mitte Herz-Jesu 8
12 Villa Hittorfstraße Alexianer Münster GmbH Mitte Schloss 10
13 Villa Mauritz Alexianer Münster GmbH Mitte Mauritz-
Mitte
10
14 Wohngemeinschaft
Mitten in Mauritz (1)
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz-Ost 10
15 Wohngemeinschaft
Mitten in Mauritz (2)
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz-Ost 10
16 Wohngemeinschaft
Arche Noah
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
12
17 Wohngemeinschaft
Arche Sarah
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Mauritz-
Mitte
12
36 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Pflege-Wohngemeinschaften für ältere Menschen mit dem Schwerpunkt Demenz
Nr. Pflege-Wohngemeinschaft Träger / Betreuungsdienst Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
18 Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach (1)
Sander Pflege GmbH Südost Angelmodde 8
19 Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach (2)
Sander Pflege GmbH Südost Angelmodde 8
20 Wohngemeinschaft
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 12
21 Wohngemeinschaft
Casa Mauritz
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Herz-Jesu 15
22 Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (1)
DRK Münster - gemeinnüt-
zige Pflege und Service
GmbH
Mitte Schloss 11
23 Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (2)
DRK Münster - gemeinnüt-
zige Pflege und Service
GmbH
Mitte Schloss 11
24 Wohngemeinschaft
Schulstraße (1)
Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Mitte Kreuz 10
Pflege-Wohngemeinschaften für junge Pflegebedürftige
25 Haus Margareta (1) Alexianer Münster GmbH Ost Mauritz-Ost 12
26 Haus Margareta (2) Alexianer Münster GmbH Ost Mauritz-Ost 12
27 Wohngruppe Leo - ISB Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 6
Pflege-Wohngemeinschaften für Menschen mit Intensivpflegebedarf/Dauerbeatmung
28 Außerklinische Intensivpflege
Mehrgenerationenhaus
Mathildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Buddenturm 9
29 Christopher Haus air vital Kranken- und
Intensivpflege GmbH
Hiltrup Hiltrup-Mitte 17
Pflege-Wohngemeinschaft für somatisch oder psychisch erkrankte ältere Menschen
30 Wohngemeinschaft
Schulstraße (2)
Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Mitte Kreuz 8
Plätze in Pflege-Wohngemeinschaften insgesamt 309
Quelle: PfAD.wtg
Aktuell werden zwei neue Pflege-Wohngemeinschaften erri chtet. Die Diakonie baut in Nien-
berge im Lydia-Zentrum einer Pflege-Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen und die Baugenos-
senschaft Grüner Weiler errichtet im Oxford-Quartier eine selbstverantwortete Wohnpflege-
gemeinschaft mit neun Appartements. Des Weiteren befindet sich der ambulante Dienst Pfle-
gebote GmbH in den konkreten Planungen zu zwei Pflege -Wohngemeinschaften in Angel-
modde.
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 37
Tabelle: Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften im Bau/in Planung ,
Stand: 30.06.2023
Nr. Pflege-Wohngemeinschaft Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätz
e
1 Lydia-Zentrum Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Nord Nienberge 12
2 Selbstverantwortete Wohn-
pflegegemeinschaft Grüner
Weiler
Grüner Weiler eG West Gievenbeck 9
3 Wohngemeinschaft
"Am Albersloher Weg" (1)
Pflegebote GmbH Südost Angelmodde 8
4 Wohngemeinschaft
"Am Albersloher Weg" (2)
Pflegebote GmbH Südost Angelmodde 8
Geplante Plätze in Pflege-Wohngemeinschaften insgesamt 37
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Mit den Handlungsempfehlungen „Pflege und Versorgungssicherheit im Quartier“ wurde an-
geregt, die Pflege-Wohngemeinschaften als Angebote mit umfassender Pflege in die Bedarfs-
ermittlung für vollstationäre Pflegeplätze einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund wi rd die
Entwicklung beider Angebotsformen in der folgenden Abbildung gemeinsam betrachtet. Zum
Stichtag 31.12.2022 standen insgesamt 2.928 Plätze mit umfassender Pflege zur Verfügung.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
-
500
1 000
1 500
2 000
2 500
3 000
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Anzahl der Plätze in Angeboten mit umfassender Pflege
(jeweils am 31.12.)
Stationäre Pflegeplätze Ambulant betreute Wohngemeinschaften
38 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 39
5.1.4 Tagespflege
In der Tagespflege werden pflegebedürftige und demenziell erkrankte Menschen tagsüber
professionell betreut und gepflegt. Die Tagespflege ist ein wichtiges Angebot, welche s den
Verbleib in der bekannten Häuslichkeit unterstützt. Pflegebedürftige Menschen erhalten die
Möglichkeit, den Tag in Gemeinschaft zu verbringen und sich an Freizeitaktivitäten zu beteili-
gen. Im eigenen Zuhause erfolgt die Betreuung und pflegerische Vers orgung durch An - und
Zugehörige oder eine n ambulanten Pflegedienst . Durch die Betreuung am Tag ist es vielen
Personen möglich, ihre pflegebedürftigen Bezugspersonen zu pflegen und zu Hause zu be-
treuen und gleichzeitig weiter einer Erwerbstätigkeit nachzuge hen. An- und Zugehörige wer-
den durch dieses Angebot tageweise entlastet, was oftmals einen längeren Verbleib in der
vertrauten Umgebung ermöglicht und die Selbstständigkeit der Betroffenen stärkt. Alleinle-
bende Personen haben durch das Angebot der Tagespfl ege eine organisierte Form , um Ge-
meinschaft zu erleben und eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten.
Das Angebot der Tagespflege wird kontinuierlich ausgebaut , wie sich der nachfolgenden Gra-
fik entnehmen lässt.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Im Jahr 2022 wurde im März die Tagespflege „Böckmannplatz“ eröffnet. Leider blieb die Aus-
lastung deutlich hinter den Erwartungen zurück, so dass der Träger zum 31.03.2023 den Be-
trieb in Sprakel wieder einstellte. Im April 2022 eröffnete zudem die „Tagespflege an der Kreuz
Christi Kirche“ mit 14 Plätzen. Aktuell gibt es in Münster 19 Tagespflegeeinrichtungen mit ins-
gesamt 275 Plätzen.
Von 2019 bis 2021 ist die Anzahl der Pflegebedürftigen, die eine teilstationäre Pfle ge in An-
spruch genommen haben , um rund 20 Prozent gestiegen. 2021 haben insgesamt 492 Perso-
nen von dem Angebot in Münster Gebrauch gemacht. Die größte Altersgruppe war dabei die
Gruppe der 80 bis 89-Jährigen. Die Tagespflegeeinrichtungen orientieren sich immer mehr an
-
50
100
150
200
250
300
350
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Anzahl an Tagespflegeplätzen in Münster
(jeweils am 31.12.)
40 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
den Bedürfnissen der Gäste und deren pflegenden An- und Zugehörigen. So werden Öffnungs-
zeiten ausgeweitet und mehrere Einrichtungen bieten inzwischen auch regelmäßige Betreu-
ung an den Wochenenden an.
Die jährliche Auslastungsabfrage macht deutlich, dass die Tagespfle ge sich nur sehr langsam
von der zeitweisen Schließung und dem Auslastungseinbruch während des Zeitraum s der
Corona-Pandemie erholt. Gleichzeitig kam es in dem Zeitraum von 2019 bis 2022 zu einer
deutlichen Steigerung des Platzzahlangebotes.
Tabelle: Auslastung der Tagespflegeeinrichtungen in Prozent
zum 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
2019 90,8 92,3 91,1 90,6 91,2
2020 ./.* ./.* ./.* ./.* ./.
2021 ./.* ./.* 68,9 73,0 71,0
2022 72,2 69,0 76,5 76,5 73,6
2023 80,5 ./. ./. ./. 80,5
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
* Die Datenerhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Rund die Hälfte aller Einrichtungen (10) hat mit über 80 Prozent wieder eine gute Auslastung
erreicht, fünf Einrichtungen haben jedoch mit unter 60 Prozent eine schlechte Auslastung.
Eine Steigerung ist gegenüber dem letzten Jahr erkennbar, dennoch muss die Situation weiter
beobachtet werden. Denkbar ist es, dass aktuell eine Sättigung des Bedarfs in einzelnen Stadt-
gebieten eintritt. Außerdem zeigen sich Nutzerinnen und Nutzer vermehrt zurückhaltend bei
der Anzahl der Buchungstage. Durch Steigerungen der Kosten insgesamt bei gleichbleibenden
Zuschlägen der Pflegeversicherung, werden in Summe weniger Tage durch die Pflegeversiche-
rung refinanziert.
Die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen steigt und der Ausbau an professionelle n Pflege-
angeboten ist durch den Fachkräftemangel begrenzt. Es ist davon auszugehen, dass insbeson-
dere die häusliche Versorgung weiter zunimmt. Die Tagespflege ist ein wirksames Mittel zur
Entlastungen von An- und Zugehörigen sowie eine gute Möglichkeit , den Verbleib im eigenen
Zuhause zu fördern. Deshalb ist davon auszugehen, dass auch die Inanspruchnahme von An-
geboten der Tagespflege weiter steigen wird.
Es besteht grundsätzlich ein weiterer Bedarf an Angeboten der Tagespflege in Münster. Bera-
tungen erfolgen individuell mit Blick auf die jeweilige Grundstückslage, da in einigen Stadttei-
len eine Sättigung des Bedarfs eingetreten ist.
Tabelle: Tagespflegeeinrichtungen, Stand: 30.06.2023
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus, Tagespflege Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 12
2 Altenheim St. Elisabeth -
Tagespflege
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gievenbeck 15
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 41
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
3 Klaras Tagespflege Ambulante Dienste Klaras-
tift gGmbH
Mitte Herz-Jesu 13
4 pro.cura Tagespflege pro.cura Tagespflege GmbH Ost Mauritz-
Ost
16
5 Tageshaus St. Marien Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-Ost 15
6 Tagespflege Akticom Tagespflege Akticom GmbH Südost Angel-
modde
14
7 Tagespflege Albachten Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
West Albachten 15
8 Tagespflege Altenzentrum
am Südpark
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützen-
hof
15
9 Tagespflege am
Friederike-Fliedner-Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 12
10 Tagespflege an der Kreuz
Christi Kirche
Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbü-
ren
14
11 Tagespflege Handorfer Hof Diakonie Münster – Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 6
12 Tagespflege Haus Benteler Tagespflege e.V. Mitte Mauritz-
Mitte
12
13 Tagespflege im
Clemens-Wallrath-Haus
Alexianer Münster GmbH Mitte Josef 20
14 Tagespflege im
Meckmannshof
Ev. Perthes-Stiftung e.V. West Mecklen-
beck
24
15 Tagespflege Mathildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Budden-
turm
12
16 Tagespflege Miteinander
Friedrichsburg
Altenheim Friedrichsburg
gGmbH
Mitte Pluggen-
dorf
14
17 Tagespflege
Papst-Johannes-Paul-Stift
Caritas-Betriebsführungs-
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 15
18 Tagespflege Simeon Diakonie Münster -
Diakoniestation GmbH
Hiltrup Berg Fidel 16
19 Tagespflege St. Clemens Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
15
Plätze in Tagespflegeeinrichtungen gesamt 275
Quelle: PfAD.wtg
42 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Aktuell gibt Planungen einer Tagespflege in Nienberge und in Handorf, die bereits in der Kon-
ferenz Alter und Pflege vorgestellt wurde n.
Tabelle: Tagespflegeeinrichtungen in Planung, Stand: 30.06.2023
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Tagespflege
Lydia-Zentrum
Diakonie Münster - Diako-
niestation GmbH
West Nienberge 13
2 Tagespflege
"Am Kirschgarten"
Diakonie Münster – Diako-
niestation GmbH
Ost Handorf 13
Geplante Tagespflegeplätze gesamt 26
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 43
Tagespflegeeinrichtungen in Münster
44 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
5.1.5 Ambulante Pflege
Die ambulante Pflege ist die pflegerische Versorgung Zuhause, welche durch einen ambulan-
ten Pflegedienst erbracht wird. Diese Versorgungsform wird von 22 Prozent der pflegebedürf-
tigen Menschen in Münster in Anspruch genommen (Pflegestatistik IT NRW, 20 22). Pflege-
dienste bieten darüber hinaus Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, d er
Behandlungspflege sowie Angebot e zur Entlastung im Alltag nach § 45a SGB XI an.
Aktuell gibt es 41 ambulante Pflegedienste in Münster. Hinzu kommen einzelne Dienste von
außerhalb, die auch Kunden in Münster betreuen. Dabei ist das Einzugsgebiet zum Teil auf
bestimmte Stadtteile beschränkt. Einige Pflegedienste verfügen über mehrere Stützpunkte in
der Stadt zur besseren Erreichbarkeit der Pflegebedürftigen. Im Jah r 2022 hat ein ambulanter
Pflegedienst und im Jahr 2023 haben bisher vier ambulante Pflegedienste neu eröffnet. Schlie-
ßungen gab es bis zum 30.06.2023 keine.
Die ambulante Pflege ist ein wachsender Sektor in der pflegerischen Versorgun g. Träger am-
bulanter Dienste berichten von der hohen Nachfrage und Beratungsstellen von den Schwie-
rigkeiten, eine pflegerische ambulante Versorgung zu organisieren. Die ambulante Pflege in
Münster hat die Kapazitätsgrenze erreicht. Einem Ausbau der ambulanten Pflege steht primär
der Fachkräftemangel entgegen.
Die Gründe für die hohe Nachfrage sind vielfältig. Durch die Pflegestärkungsgesetze und den
demographischen Wandel hat sich der leistungsberechtige Personenkreis deutlich erhöht.
Darüber hinaus ist davon auszugehen , dass durch den Ausbau der ambulanten und teilstatio-
nären Angebote, aber auch durch ehrenamtliche und nachbarschaftliche Unterstützung, indi-
viduelle Unterstützungssysteme geschaffen werden können, die einen Verbleib in der eigenen
Häuslichkeit auch bei steigendem Pflegebedarf ermöglichen. Zum anderen kann die Nachfrage
sich auch dadurch erhöhen, dass beispielsweise in der K rankenversorgung oder Kurzzeit - und
Langzeitpflege die notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen und durch eine am-
bulante Versorgung aufgefangen werden müssen.
Änderungen für die pflegebedürftigen Personen gibt es ab dem 01.01.2024 durch das Pflege-
unterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG). Zum 01.01.2024 und erneut zum 01.01.2025
erfolgt eine Erhöhung des Pflegegeldes und der Pflegesachleistungen; ab dem Jahr 2018 soll
die Dynamisierung der Leistungen , gemessen am Anstieg der Kerninflationsrate , erfolgen.
Auch wenn das im Grunde positive Entwicklungen sind , gibt es doch vermehrt Kritik, dass die
vorgesehene Anhebung aufgrund der aktuellen Inflation nicht im Ansatz zu der geplanten Ent-
lastung von pflegebedürftigen Menschen und ihren An- und Zugehörigen führt.
In Münster gibt es weiteren Bedarf an ambulanten Pflegeleistungen. Ein Ausbau der beste-
henden Kapazitäten der ambulanten Pflegedienste, sowie die Gründung neuer Pflegedienste
wird unterstützt.
Im Austausch mit den ambulanten Pflegediensten in Münster ist die Idee entstanden, eine
Matching-Plattform für die ambulante Pflege aufzubauen und in den städtischen Internetauf-
tritt zu integrieren. Hintergrund ist das wachsende Problem , bedarfsgerechte ambulante Ver-
sorgungsangebote zu finden. Die Suche n ach einem Pflegedienst ist für die betroffenen Per-
sonen sehr aufwändig und sorgt gleichzeitig bei den vielfach angefragten Pf legediensten für
ein hohes Arbeitsaufkommen. Ziel ist, die Suche über eine digitale Plattform, auf die alle Pfle-
gedienste zugreifen können, zu erleichtern. Damit möchte die Stadt ihr Serviceangebot für
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 45
pflegebedürftige Menschen und der en Angehörige sowie für die prof essionellen Beratungs-
kräfte ausbauen und übernimmt ei ne wichtige Unterstützungsfunktion für die ambulanten
Pflegedienste, ohne die der angestrebte Ausbau quartiersnaher pflegerischer Angebote nicht
möglich ist. Die Entwicklung der Plattform findet in enger Abstimmung mit dem Arbeitskreis
der „Ambulanten Pflege Münster“ und der „Starken Pflege Münster“ statt. Ein Aufbau dieser
Plattform ist für das aktuelle Jahr geplant.
Tabelle: Ambulante Pflegedienste, Stand : 30.06.2023
Nr. Name Straße PLZ Ort
1 ADVITALIS; Pflegedienst Hanses-Ketteler-Straße 2 48165 Münster
2 air vital Kranken- und Intensivpflege
GmbH
Westfalenstraße 176 48165 Münster
3 AK mobil Pflegedienst Münsterstr. 111 48155 Münster
4 AL Münsterland Care GmbH An der Alten Ziegelei 30 48157 Münster
5 Alexianer Münster GmbH - Alexianer Am-
bulant
Achtermannstraße 11 48143 Münster
6 Ambulanter Pflegedienst Akticom GmbH Dirk-v.-Merveldt-Strasse 47 48167 Münster
7 Ambulante Dienste e.V. Bohlweg 10 48147 Münster
8 Ambulante Dienste Klarastift GmbH Andreas-Hofer-Str 72 48145 Münster
9 Ambulante Dienste Sander Pflege GmbH
Münster
Mondstr. 104-106 48155 Münster
10 Ambulanter Dienst Füreinander Offenbergstraße 20 48151 Münster
11 Ambulanter Krankenpflegedienst Julia
GmbH
Rüschhausweg 149 48161 Münster
12 AP Lindenhof Idenbrockplatz 21 48159 Münster
13 Arbeiter-Samariter-Bund Regionalver-
band Münster e.V.; Pflegedienst
Gustav-Stresemann-Weg 62 48155 Münster
14 Buurtzorg Team Münster Sophienstr. 3 48145 Münster
15 Caritas Betriebsführungs- und Trägerge-
sellschaft Münster mbH Ambulante
Pflege
Josefstr 2 48151 Münster
46 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Nr. Name Straße PLZ Ort
16 Comfort-Pflege Ostviertel GmbH Hohenzollernring 67 48145 Münster
17 Cura Westfalia- Ambulanter Pflegedienst Buldernweg 42 48163 Münster
18 Diakonie Münster - Diakoniestation
GmbH;
Wichernstr 22 48147 Münster
19 die mobilen; Mobile Alten- und Behin-
dertenhilfe e. V
Augustastr 28 48153 Münster
20 DRK-Pflegedienst Münster Zumsandestraße 25/27 48145 Münster
21 Erste Hilfe Ambulanter Pflegedienst
GmbH
Kardinalstraße 26 48165 Münster
22 Häusliche Pflege der DRK-Schwestern-
schaft; Westfalen e.V., Münster
Münzstraße 38 48143 Münster
23 Home Instead MW Betreuung und Pflege
Zuhause GmbH
Scheibenstraße 117 48153 Münster
24 Johanniter Pflege- und Gesundheits-
dienste
Geringhoffstraße 45/47 48163 Münster
25 KV Ambulanter Pflegedienst UG Zumbuschstr. 10 48167 Münster
26 LEBEN - ERLEBEN; Ambulante Kranken-
u. Altenpflege GmbH
Wolbecker Str. 140b 48155 Münster
27 LebensNah Mobile Alten- und Kranken-
pflege
Letterhausweg 103 48167 Münster
28 MiCura Pflegedienste Münster GmbH 1 Tibusplatz 6 48143 Münster
29 Panda Pflege Warendorfer Str. 183 48145 Münster
30 Perthes-Pflegedienst Marktallee 19a 48165 Münster
31 Pflegebüro Bahrenberg Münster GmbH
& Co.KG
Augustastraße 34 48153 Münster
32 Pflegebüro Schmidt Marktallee 66 48165 Münster
33 Pflegedienst P3 GmbH Roxeler Str. 559 48161 Münster
34 Pflegedienst Strube GmbH Welsingheide 10 48161 Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 47
Nr. Name Straße PLZ Ort
35 Pflegefreunde GmbH Feldstiege 100 48161 Münster
36 Pflegelokal GmbH Steinkuhle 18 48163 Münster
37 Pflegeteam miteinander GmbH Coerdestrasse 45 48147 Münster
38 RD Münster Pflege GmbH Gartenbreie 62 48161 Münster
39 Regenbogen Außerklinische Intensiv-
pflege und Heimbeatmung GbR
Coerdestiege 69 48157 Münster
40 VITA.Pflege! Rudolf-Diesel-Straße 40 48157 Münster
41 VITA-MED Pflegedienst GmbH Krögerweg 14 48155 Münster
Quelle: PfAD.wtg
5.1.6 Service-Wohnen (Betreutes Wohnen)
Service-Wohnen verbindet das eigenständige Wohnen mit einem Betreuungsangebot vor Ort.
In der Regel handelt es sich um mehrere altengerechte Wohnungen in einem Gebäudekom-
plex, die von Seniorinnen und Senioren angemie tet werden können. Das Wohn - und Teilha-
begesetz versteht unter Service -Wohnen ausschließlich solche Angebote, bei denen die Mie-
terinnen und Mieter bestimmte Serviceleistungen als Grundleistungen abnehmen müssen.
Hierzu gehören z. B. allgemeine Unterstützun gsleistungen wie die Vermittlung von Betreu-
ungsleistungen, Beratung, Notrufdienste oder kleinere Freizeitangebote. Wahlleistungen wie
z. B. Reinigungsdienst, Wäscheservice, Mahlzeitendienst oder Pflegeleistungen können in der
Regel je nach Bedarf dazu gebucht werden.
Diese Wohnform ermöglicht es vielen Seniorinnen und Senioren , frühzeitig einen guten Aus-
gangspunkt zu wählen, in der eine einsetzende Pflegebedürftigkeit aufgefangen werden kann.
Eine selbstständige Lebensführung ist dort aufgrund der räumlich en Gegebenheiten, der Aus-
stattung und natürlich der Unterstützungsstrukturen ggf. länger möglich , als in anderen Woh-
nungen.
Anbieter von Service-Wohnen sind nach dem Wohn- und Teilhabegesetz verpflichtet, das An-
gebot in dem elektronischen Anzeigeverfahren PfAD.wtg zu registrieren. Die nachfolgende Ta-
belle zeigt die b estehenden Angebote in Münster. Über die Angebote des Service -Wohnens
hinaus gibt es in Münster weitere altengerechte und barrierefreie Wohnungen, bei denen die
Abnahme von Serviceleistungen jedoch nicht mit dem Mietvertrag gekoppelt ist. Ein vollstän-
diger Überblick über alle seniorengerechten Wohnangebote kann hier leider nicht geleistet
werden.
Das Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung berät mit dem Team „Hilfen zum Um-
zug“ Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen allgemein
über verschiedene Wohnformen, wie Seniorenwohnungen, Betreute s Wohnen und Service -
48 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Wohnen. Sie haben in diesem Jahr eine neue Broschüre zum Thema „Service -Wohnen in
Münster“ herausgegeben mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Angeboten.
Bestehende Angebote sind in der Regel gut ausgelastet und werden oft nachgefragt. Es be-
steht Bedarf für einen weiteren Ausbau.
Tabelle: Service-Wohnen, Stand: 30.06.2023
Nr. Name Anbieter der Service-leis-
tungen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl der
Wohnun-
gen
1 Achatius-Haus /
Servicewohnen
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 35
2 Altenheim St. Elisabeth -
Heimverbundenes
Wohnen
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gieven-
beck
15
3 Altenwohnungen am
Meckmannshof
Evangelische Perthes-Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
38
4 AWO Münster Gievenbeck Arbeiterwohlfahrt Bezirks-
verband Westliches Westfa-
len e.V.
West Gieven-
beck
32
5 Betreutes Wohnen am
Marienheim
Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
3
6 Betreutes Wohnen beim
Erdelbach
Sander Pflege GmbH Südost Angel-
modde
21
7 Betreutes Wohnen Böck-
mannplatz
Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 34
8 Betreutes Wohnen
Hofmann von Fallersle-
bens Weg
Altenhilfe-Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
25
9 Betreutes Wohnen Werse-
winkel 1+2
Diakonie Münster-Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 22
10 Brüningheide /Killingstr. AWO Nord Kinder-
haus West
80
11 Domicil Aaseehof Kirchliche Zusatzversor-
gungskasse Rheinland-
Westfalen
Mitte Schloss 76
12 Domicil im Kreuzviertel Diakonissenmutterhaus
Münster GmbH
Mitte Kreuz 40
13 Handorfer Hof /
Servicewohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 24
14 Haus Simeon /
Servicewohnen - Bunga-
low
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Hiltrup Berg Fidel 48
15 Johanniter Stift Münster Johanniter Seniorenhäuser
GmbH Regionalzentrum
West
Mitte Geist 13
16 Martin-Luther-Haus / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
West Sentrup 10
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 49
Nr. Name Anbieter der Service-leis-
tungen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl der
Wohnun-
gen
17 Pankokstr. 14 / Service-
wohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Hiltrup Berg Fidel 15
18 Residenz Aaseehof Service
Wohnen
Alloheim Senioren-Residen-
zen Zehnte SE & Co.KG
Mitte Schloss 48
19 Rottkamp AWO West Albachten 35
20 Seniorenzentrum
"Mitten in Mauritz"
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz
Ost
20
21 Servicewohnen DKV-Resi-
denz am Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibusplatz
gGmbH
Mitte Budden-
turm
258
22 Servicewohnen Lukas
Zentrum
Diakonie Münster – Diako-
niestation GmbH
West Gieven-
beck
52
23 Service-Wohnen Meyer-
beerstraße
Pflegebüro Schmidt West Mecklen-
beck
44
24 Servicewohnen
Tönne-Vormann-Weg
Ambulanter Pflegedienst
Akticom; GmbH
Südost Wolbeck 16
25 Service-Wohnen Zentrum
Kinderhaus
Pflegeteam miteinander
GmbH
Nord Kinder-
haus West
103
26 Wohnen am Lohausbach pro.cura Service Wohnen
GmbH
Ost Mauritz
Ost
50
27 Wohnen im Klarapark Ambulante Dienste Klaras-
tift gGmbH
Mitte Herz-Jesu 81
28 Wohnpark Mecklenbeck Pflegebüro Schmidt West Mecklen-
beck
57
29 Wohnresidenz Gassel-
stiege
Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
Mitte Uppen-
berg
26
30 Wohnresidenz Sentruper
Höhe
Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
West Sentrup 56
31 Wohnresidenz Yorkhouse Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
Mitte Uppen-
berg
16
32 Wohnungseigentümerge-
meinschaft Junker-Jörg-
Platz 17/18
Diakonie Münster – Diako-
niestation GmbH
Südost Angel-
modde
23
Quelle: PfAD.wtg
50 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Service-Wohnen (Betreutes Wohnen) in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 51
5.1.7 Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI
Angebote zur Unterstützung i m Alltag sollen dazu beitragen , Pflegebedürftigen dabei zu hel-
fen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuer-
halten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbständig bewältigen zu können. Hierzu zählen
Gruppen- und Einzelbetreuung, Hilfen im Haushalt, Begleitung zum Einkauf, Begleitung bei
Behörden-, Arzt- oder Kirchgängen, Pflege von Sozialkontakten und Begleitung zu Kultur - und
Freizeitangeboten.
Die Unterstützungsangebote können von Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad in An-
spruch genommen werden. Für anerkannte Angebote nach der An erkennungs- und Förde-
rungsverordnung (AnFöVO) kann der Entlastungsbetrag in Höhe von maximal 125 Euro im Mo-
nat eingesetzt werden. Der Betrag kann zweckgebunden zur eigenen Entlastung oder zur Ent-
lastung der pflegenden Angehörigen eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht eine bis zu
40-prozentige Umwidmungsmöglichkeit des ambulanten Pflegesachleistungsanspruchs . Dies
bedeutet, dass bis zu 40 Prozent der ambulanten Pflegesachleistungen für zusätzliche Entlas-
tungsleistungen eingesetzt werden können.
Die meisten ambulanten Pflegedienste bieten solche Unterstützungsleistungen an. Daneben
gibt es auch andere Angebote durch gewerbl iche und gemeinnützige Anbieter und Einzel-
kräfte im unmittelbaren Beschäftigungsverhältnis.
In diesem Sektor gewinnen die Angebote durch Einzelper sonen, die im Bereich Nachbar-
schaftshilfe tätig sind , immer mehr an Bedeutung. Die Regionalbüros Alter, Pflege und De-
menz, auch in Münster, bieten regelmäßig Qualifizierungskurse für Nachbarn, Freunde oder
andere, die der pflegebedürftigen Person nahestehen. Dadurch ist auch deren Unterstützung
durch den Entlastungsbetrag der Pflegekassen erstattungsfähig. Auf der Seite des Ministeri-
ums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (https://angebotsfinder.nrw.de) gibt
es einen Angebotsfinder, in dem anerkannte Unterstützungsangebote angezeigt werden.
Im Folgenden sind die Angebote aus der Datenbank des Infobüros Pflege aufgelistet. Über
diese Angebote hinaus, gibt es im gesamten Stadtgebiet ehrenamtliche Angebote und Unter-
stützungsformen, die keine Förderung bzw. Refinanzierung durch die Pflegeversicherung er-
halten, jedoch auch eine Unterstützung für di e Betroffenen und Angehörigen darstellen. Die
Selbsthilfe und das bürgerschaftliche Engagement spiel en bei der Unterstützung eine große
Rolle. Beispiele für diese Angebote sind die Initiative „Von Mensch zu Mensch“ oder „Anti-
Rost Münster e.V.“.
Tabelle: Häusliche Besuchs- und Unterstützungsdienste nach § 45a SGB XI,
Stand: 30.06.2023
Nr. Angebot Straße PLZ Ort
1 24h-Hilfe.de; Schindler Pflege und Haushalts-
hilfen UG
Wiengarten 32 48147 Münster
2
All-we-you Hohenzollernring 30 48145 Münster
3 Alltagsbetreuung, hauswirtschaftliche Hilfen
Senay Berisha
Am Rüschhaus 14a 48161 Münster
4 Alltagshilfe Suna An der Vogelrute 29 48167 Münster
5 Andrea Miske Königsberger Str. 131 48157 Münster
6 Anne Posner-Kraus Rikeweg 2 48155 Münster
52 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Nr. Angebot Straße PLZ Ort
7 Be.Be.K Begleitung und Kompetenz durch
Bettina Berger-Kersting
Schöppingenweg 84 48149 Münster
8 BED Besuchs- und Entlastungsdienst,
Malteser Hilfsdienst e.V.
Daimlerweg 33 48163 Münster
9 Beratung, Betreuung und Förderung
Safieh Jailani Seite an Seite
Drensteinfurtweg 5 48163 Münster
10 Betreuung und Begleitung, Mobiler Alltagsser-
vice für Senioren und hilfsbedürftige Men-
schen, Dietmar Preuß
Mecklenbecker Str.
133
48151 Münster
11 Betreuungsdienst Brita Weßling Weißenburgstr. 22 48151 Münster
12 Betreuungsdienst Marie mobil,
Meyer-Suhrheinrich-Stiftung
Patronatsstr. 2 48165 Münster
13 Carpecura Annette-Allee 20 48149 Münster
14 Chance e.V. – Haushaltsnahe Dienstleistungen Friedrich-Ebert-Str. 17 48153 Münster
15 Christine Schröder – Unterstützung im Alltag Mierendorffstraße 26 48151 Münster
16 Die Gute Laune Fee Sabriye Kadife Ludwig-Wolker-Str.
34
48157 Münster
17 Dienstleistungen mit Kopf, Herz und Hand,
Marc Würfel-Elberg
Am Berler Kamp 146 48167 Münster
18 Dienstleistungs- und Reinigungsservice Schlot-
mann GmbH DRS
Sprakeler Str. 47 48159 Münster
19 fb-pflege: Freiberufliche Pflege,
Fernanda Bogado
Brock 33 48161 Münster
20 Frank Wolf Holtmannsweg 41a 48157 Münster
21 FrauKrausehilft Kinderhauser Str. 8 48149 Münster
22 Gut betreut mit Herz und Seele,
Heike Kaiser-Blömker
Rüschhausweg 152 48161 Münster
23 HaDi Handwerk & Dienstleistung,
Foppe GmbH & Co.KG
Mecklenbecker Str.
387
48163 Münster
24 Häusliche Kreativbetreuung "mein Poesieal-
bum", Brigitte Kraneburg
Lühnstiege 2 48151 Münster
25 Heuermann Seniorendienste, Rolf Heuermann Melchersstr. 80 48149 Münster
26 Homeplus.Münster Sessendrupweg 54 48161 Münster
27 Ihre Haushaltsmanagerin Elisabeth Kramer Augustastr. 30 48153 Münster
28 Imi-Ich mit Ihnen, Eva-Maria Posner Rikeweg 2 48155 Münster
29 Individuelle Begleitung „wabe“ (wahrnehmen-
aktivieren-bewegen-erinnern),
Petra Sokolowsky
Eichenweg 11 a 48161 Münster
30 Jakö – gemeinsam eigenständig
Jana Körschkes
Jahnstr. 67 48147 Münster
31 Lebenshilfe Münster e.V. Windthorststr. 7 48143 Münster
32 LWL-Pflegezentrum Münster,
Ernst-Kirchner-Haus
Kinderhauser Str. 92 48147 Münster
33 Martina Weitzenbürger Piusallee 154 a 48147 Münster
34 Musiktherapie, Marlis Marchand Haus Angelmodde 2 48167 Münster
35 PAGU Betreuungsservice GmbH Gropiusstr. 7 48163 Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026 | 53
Nr. Angebot Straße PLZ Ort
36 Pferdegestützte Betreuung für pflegebedürf-
tige Personen, Claudia Augenstein
Roxeler Str. 466 48161 Münster
37 Projekt LichtBlick, Alexianer Münster GmbH Josefstr. 4 48151 Münster
38 SeHt Münster e.V., Ambulanter Dienst Dechaneistr. 14 48145 Münster
39 Seniorenassistenz Berkenheide, Wiltrud Ber-
kenheide
Carossastraße 36 48161 Münster
40 Seniorenbetreuung Strube GbR Knufenkamp 53 48163 Münster
41 Seniorenservice Münster, Johannes Gorschlü-
ter
Hammer Str. 39 48153 Münster
42 Soziale Dienste | Hilfen im Alltag,
Doris Pällmann
Kriegerweg 34 48153 Münster
43 Trophilan UG Enkingweg 40 48147 Münster
44 Udo Stier Schüttorfweg 19 48161 Münster
45 Zauberfrau Münster Alter Fischmarkt 16 48143 Münster
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Tabelle: Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45 a SGB XI,
Stand: 30.06.2023
Nr. Angebot Träger Stadtbezirk Stadtteil
1 „Café Malta“ Malteser Hilfsdienst e.V. Mitte Aaseestadt
2 „Café Wigbold“ ein Ange-
bot für Menschen mit De-
menz in Wolbeck
Katholische Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster, Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Südost Wolbeck
3 „Miteinander“ Betreu-
ungsgruppe für demenzi-
ell erkrankte Menschen in
Kinderhaus und Sprakel
Katholische Kirchengemeinde St.
Josef - Kinderhaus
Nord Kinder-
haus-West
4 Betreuungsgruppe Marie Meyer-Suhrheinrich Stiftung Hiltrup Hiltrup-
Mitte
5 Betreuungsnachmittage
für Demenzerkrankte
Alzheimer Gesellschaft Münster
e.V.
Mitte Kreuz
6 Gemeindecafé für Men-
schen mit Demenz in
Amelsbüren
Gemeindediakonie Hiltrup e. V. Hiltrup Hiltrup-
Mitte
7 Haus der Begegnung
St. Ida, Gruppe D
Katholische Kirchengemeinde St.
Nikolaus Münster
Südost Gremmen-
dorf-Ost
8 Projekt LichtBlick Alexianer Münster GmbH Mitte Josef
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
54 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45 a SGB XI in Münster
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 55
Wohn- und Betreuungsangebote für spezifische Zielgruppen
Die Gruppe der pflegebedürftigen Menschen ist so vielfältig wie die übrige Bevölkerung. Pfle-
gebedürftigkeit kann grundsätzlich in allen Altersgruppen auftreten, auch wenn die Wahr-
scheinlichkeit mit steigendem Alter deutlich zunimmt. Pflegebedürftigkeit kann alle Menschen
betreffen, unabhängig von Herkunft, sozialer Stellung, Geschlecht und sexueller Orientierung.
Angebote der Pflege, aber auch schon vorpflegerische Angebote , müssen sich an die gesamte
Bevölkerung richten und für alle zugänglich und nutzbar sein. Um das zu erreichen, ist es not-
wendig, dass sich Träger und Mitarbeitende mit der Vielfalt an Lebenswelten auseinanderset-
zen und ihre Konzepte, Arbeitsabläufe und Strukturen regelmäßig überprüfen.
Unter den pflegebedürftigen Personen gibt es aber auch Zielgruppen, die eine besondere pfle-
gerische Versorgung oder speziell ausgerichtete Konzepte benötigen. In den folgenden Ab-
schnitten werden die Besonderheiten dargestellt und die pflegerischen Angebote in Münster
aufgelistet.
5.2.1 Junge (erwachsene) Pflegebedürftige
Die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden, ist in der Altersgruppe unter 60 Jahren sehr
gering (siehe Kapitel 3). Dennoch gibt es vielfältige Situationen in denen auch jüngere Men-
schen aufgrund von Erkrankungen oder Unfällen von Pflegebedürftigkeit betroffen sein kön-
nen, sei es vorübergehend oder auf Dauer. Multiple Sklerose, Querschnittslähmung en, neu-
rologische Erkrankungen oder erworbene Hirnschädigungen können dazu führen, dass eine
umfängliche Betreuung und pflegerische Versorgun g erforderlich wird.
In der folgenden Grafik ist die Inanspruchnahme der verschiedenen Leistungen der Pflege-
kasse (SGB XI) am 31.12.2021 in den Altersgruppen ab 20 Jahren bis zu den 50 bis 59- Jährigen
dargestellt:
Quelle: Information und Technik NRW (2022), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2021
0
50
100
150
200
250
300
350
20-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre
Inanspruchnahme von Pflegeleistungen von jungen Pflegebedürftigen
Pflegegeld PG 1 und andere Leistungen
Ambulante Pflege Stationäre Dauerpflege
56 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Im Jahr 2021 waren insgesamt 1.278 Personen zwischen 20 und 60 Jahre in Münster pflege-
bedürftig. 94,4 Prozent dieser Personengruppe nutzten zum Stichtag Angebote der ambulan-
ten Versorgung. N eben der Unterstützung von An - und Zugehörigen , gibt es Angebot e an
Pflege- und Assistenzdiensten, die ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung mög-
lich machen. Die Kapazitäten der ambulanten Dienste stoßen jedoch aktuell an ihre Grenzen.
Hier wären eine Stärkung und ein Ausbau der Kapazitäten für die Bedürfnisse der jungen Pfle-
gebedürftigen dringend notwendig. Wo der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit nicht möglich
oder sinnvoll ist, werden Angebote benötigt, in denen eine umfassende Pflege siche rgestellt
ist. 2021 lebten 72 Personen (5,6 Prozent) der jungen Pflegebedürftigen in einer stationären
Pflegeeinrichtung. Hauptsächlich nimmt die Gruppe der 50 bis 59-Jährigen das Angebot in An-
spruch (57 Personen). Durch einen Vergleich mit dem bestehenden Angeboten (18 stationäre
Plätze) wird deutlich, dass ein Großteil kein bedarfsgerechtes stationäres Angebot erhalten
hat. Personen, die in ambulanten Wohngemeinschaften (30 Plätze) leben , fallen in der Statis-
tik unter die Kategorie „Ambulante Pflege“.
Die Versorgung in einer regulären vollstationären Pflegeeinrichtung entspricht in der Regel
nicht den Wünschen und dem Bedarf der Menschen unter 65 Jahren . Eigene Wohngrup pen
oder Wohnbereiche können sich sowohl räumlich als auch konzeptionell besser an die Bedürf-
nisse der Zielgruppe anpassen. Neben einem pflegerischen Bedarf ha ben junge pflegebedürf-
tige Menschen oftmals zusätzlich einen Anspruch auf Teilhabeleistungen der Eingliederungs-
hilfe (SGB IX).
Zum 01.10.2022 wurde die Wohngruppe Leo auf dem Gelände des Alexianer Campus eröffnet.
Damit stehen aktuell 48 Plätze mit umfassender Versorgung für junge pflegebedürftige Perso-
nen zur Verfügung.
Tabelle: Junge Pflege in Münster, Stand 30.06.2023
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius-Haus,
Alexianer Münster
stationäre Dauerpflege Südost Wolbeck 18
2 Haus Margareta (EG),
Alexianer Münster
ambulante Wohngemein-
schaft
Ost Mauritz-Ost 12
3 Haus Margareta (OG),
Alexianer Münster
ambulante Wohngemein-
schaft
Ost Mauritz-Ost 12
4 Wohngruppe Leo ISB,
Alexianer Münster
(ab dem 01.10.2022)
ambulante Wohngemein-
schaft
Hiltrup Amelsbüren 6
Gesamt 48
Quelle: PfAD.wtg
Über die bestehenden Plätze hinaus gibt es einen weiteren Bedarf an Angebote n mit einer
umfassenden Versorgung für junge pflegebedürftige Menschen in Münster. In Gesprächen mit
interessierten Trägern wird dieser Bedarf benannt und beraten, ob und in welcher Form ein
Ausbau erfolgen kann . Darüber hinaus ist auch eine Stärkung der ambulanten Versorgungs-
möglichkeiten erforderlich.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 57
5.2.2 Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf
Für Menschen mit einem außerklinischen Intensivpflegebedarf gibt es verschiedene Unter-
stützungsformen im ambulanten und stationären Bereich. Im Oktober 2020 ist das neue In-
tensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) in Kraft getreten. Im November
2021 wurden die Richtlinien vom gemeinsamen Bundesausschuss veröffentlicht und zum
01.07.2023 treten die Rahmenempfehlungen des Bundes nach § 132 Abs. 1 SGB V in Kraft.
Diese trifft Regelungen zu den personellen Anforderungen an die pflegerische Versorgung so-
wie den strukturellen Anforderungen an Wohneinheiten. Es gibt eine Übergangsreg elung für
die bisherigen Verordnungen, welche bis zum 30.10.2023 verlängert wurde.
Kritisiert wird, dass durch die Änderungen nur noch besonders qualifizierte Ärztinnen und
Ärzte die Verordnungen zur medizinischen Behandlungspflege ausstellen dürfen und ggf.
vorab das etwaige Entwöhnungspotenzial ermittel t werden muss. Es besteht d ie Sorge, dass
den ca. 18.000 beatmete n oder trachealkanülierte n Personen bundesweit nicht genügend
Fachpersonal gegenübersteht, welche die Verordnungen alle sechs Monate ausstellen kön-
nen. Es wird eine weitere Fristverlängerung von den Fachverbänden gefordert.
In Münster gibt e s aktuell 4 4 Plätze in Wohnformen mit einer umfassenden Versorgungssi-
cherheit für Menschen mit einem Intensivpflegebedarf. Die stationäre Einrichtung Haus A u-
gustinus hat ihre Platzzahl von 24 auf 18 Plätze gemindert. Gründe liegen in dem bestehenden
Fachkräftemangel.
Tabelle: Angebote für Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf,
Stand: 30.06.2023
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Außerklinische Intensivpflege
Mehrgenerationenhaus Mat-
hildenstift,
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Ambulante betreute
Wohngemeinschaft
Mitte Budden-
turm
9
2 Christopher Haus,
air vital Kranken- und Inten-
sivpflege GmbH
Ambulant betreute
Wohngemeinschaft
Hiltrup Hiltrup-
Mitte
17
3 Haus Augustinus,
Alexianer Münster
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
Hiltrup Amelsbüren 18
Gesamt 44
Quelle: PfAD.wtg
In Münster besteht aktuell kein Bedarf am Ausbau weiterer Plätze der außerklinischen Inten-
sivpflege mit umfassender Versorgungssicherheit. Dieser Bereich ist durch die Notwendigkeit
einer Zusatzqualifikation und des hohen Personalbedarfs insbesondere vom F achkräfteman-
gel betroffen. Vorhandene Plätze konnten im letzten Jahr durch die personelle Situation
nicht durchgehend betrieben werden. Vorrang sollte die Auslastung der bestehenden Plätze
haben, bevor Träger zu einem weiteren Ausbau beraten werden.
58 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
5.2.3 Personen mit Bedarf an geschützter Unterbringung
Einige gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen benötigen aufgrund selbstgefährdender
Verhaltensweisen eine geschützte (geschlossene) Unterbringung. In Münster gibt es aktuell
drei stationäre Pflegeeinrichtungen, die einzelne Wohnbereiche geschlossen führen. Voraus-
setzung für die Aufnahme in geschützte Wohnbereiche ist jeweils das Vorliegen einer richter-
lichen Genehmigung für die Unterbringung. Grundsätzlich ist hier eine hohe Nachfrage zu ver-
zeichnen.
Tabelle: Geschützte Plätze, Stand: 30.06.2023
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadt-
bezirk
Stadtteil Ge-
schützte
Plätze
1 LWL-Pflegezentrum Münster
“Ernst-Kirchner-Haus“
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
Mitte Uppenberg 20
2 Martin-Luther-Haus,
Diakonie Münster
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
West Sentrup 19
3 Wohnstift am Südpark,
Caritas-Betriebsführungs- und
Trägergesellschaft Münster
mbH
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
Mitte Schützen-
hof
14
Gesamt 53
5.2.4 Ältere Menschen mit Behinderung
Immer mehr Menschen, die mit einer Beeinträchtigung geboren worden sind oder diese sehr
früh im Leben erworben haben, erreichen heute ein hohes Lebensalter. Die erste Generation
von Menschen mit Behinderung, die nach den Verbrechen des Nationalsozialismus geboren
wurde, ist ins Rentenalter gekommen. Die Lebenserwartung von Menschen mit Behinderung
steigt zudem insbesondere aufgrund der verbesserten medizinischen Versorgung sowie der
verbesserten Lebensbedingungen.
Personen, die in ihrer Fähigkeit an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer
solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten bei Bedarf Leistungen der Einglie-
derungshilfe nach dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX). Die entsprechenden Einrichtungen
und Dienste sind im vorliegenden Pflegebedarfsplan, der den Bereich der Pflege und pflege-
ergänzenden Hilfen nach dem Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) abbildet, nicht enthalten.
Der Anstieg an älteren , pflegebedürftigen Personen stellt die Angebote der Eingliederungs-
hilfe vor Herausforderungen , da für eine angemessene Betreuung und Versorgung zuneh-
mend pflegefachliche Qualifikationen und Ressourcen erforderlich sind . Umzüge in reguläre
Pflegeeinrichtungen sind oftmals keine adäquate Lösung , da diese nicht auf die besonderen
Bedarfe von Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder kognitiven Einschränkungen
ausgerichtet sind. Ziel sollte es sein , eine pflegerische Versorgung im Zuhause der Menschen
umzusetzen, sei es in der eigenen Wohnung, in ambulanten Versorgungsformen der Einglie-
derungshilfe oder in stationären Strukturen. Dennoch gibt es vermehrt Bedarf an Plätzen in
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 59
stationären Einrichtungen der pflegerischen Versorgung (SGB XI) , wenn ambulante Versor-
gungsformen an ihre Grenzen stoßen.
Aktuell gibt es in Münster drei stationäre Einrichtungen mit insgesamt 154 Plätzen für pflege-
bedürftige Menschen mit einer geistigen Behinderung bzw. einem erhöhten psychosozialen
Hilfebedarf.
Tabelle: Angebote für Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf, Stand 30.06.202 3
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbezirk Stadtteil Plätze
1 Haus Thomas,
Alexianer Münster
Stationäre
Dauerpflege
Hiltrup Amelsbüren 54
2 Haus vom Guten Hirten –
Pflegebereich, Guter Hirte
Münster gGmbH
Stationäre
Dauerpflege
Mitte Herz-Jesu 20
3 LWL-Pflegezentrum Münster
"Ernst-Kirchner-Haus"
Stationäre
Dauerpflege
Mitte Uppenberg 80
Gesamt 154
Quelle: PfAD.wtg
Im ambulanten und teilstationären Bereich ist für Betroffene individuell die Frage zu klären,
welche Ansprüche eine Person gegenüber der Pflegeversicherung (SGB XI) geltend machen
kann und welcher Teilhabeanspruch (SGB IX) besteht. Die Schnittstelle ist fließend und durch
die verschiedenen Sozialgesetzbücher und Zielrichtungen nicht einfach zu erfassen. Trägerun-
abhängige Beratung erhalten Betroffene z.B. durch die Ergänzende unabhängige Teilhabebe-
ratung (EUTB) Lebens(t)raum Münster.
Es besteht ein Bedarf an weiteren Angebote für diese Zielgruppe. Die bestehenden Einrich-
tungen sind durchgehend ausgelastet und führen lange Wartelisten.
Es findet ein Austausch zwischen dem Sozialamt, dem Landschaftsverband Westfalen Lippe
und ggf. Trägern statt, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie eine bedarfsgerechte pflege-
rische Versorgung und Betreuung für Menschen an der Schnittstelle Pflege und Eingliede-
rungshilfe gewährleistet und Konzepte weiterentwickelt werden können.
6 Pflege(fach)kräfte in Münster
Seit Anfang des Jahres 2023 werden die Fachkräfte in Nordrhein -Westfalen von der Pflege-
kammer NRW vertreten. Im Februar wurde der Vorstand der Kammerversammlung gewählt
und das Gremium hat die Arbeit aufgenommen. Neben einer Stimme der Pflegenden bei po-
litischen Entscheidungen im Pflege - und Gesundheitsbereich durch intensive Gremienarbeit ,
ist die Gestaltung d es Berufsbildes und auch die Übernahme und Verantwortung von Fort -
und Weiterbildungen ein zentrales Ziel der Pflegekammer. Durch die Registrierung der Pflege-
fachpersonen ist auch hier noch einmal deutlich geworden, dass Frauen die tragende Säule
des Beruf es sind. Wenn in den kommenden zehn Jahren jede dritt e Person in Rente geht,
sollte es gute Angebote geben, um insbesondere Frauen im Beruf zu halten.
60 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Der Fachkräftemangel in der Pflege beschäftigt nicht nur Münster, sondern auch die Landes-
und Bundesebene, da es sich um eine bundesweite und auch sektorenübergreifende Heraus-
forderung handelt. Aktuell wird insbesondere auf die Erhöhung des Ausbildungspotenzials
hingearbeitet sowie der Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland in den Blick genommen , um
bestehende Lücken schließen zu können. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten bieten die Di-
gitalisierung sowie moderne For men der Arbeitsorganisation.
Die Bundesagentur für Arbeit hat im Mai 2023 einen Bericht zur „Arbeitsmarktsituation im
Pflegebereich“ veröffentli cht. In den letzten Jahren ist die Anzahl der versicherungspflichtig
angestellten Personen im Pflegebereich kontinuierlich gestiegen. Seit Anfang 2022 ist das
Wachstum deutlich geringer. Alle Indikatoren weisen auf einen bestehenden Fachkräfteman-
gel hin, ohne dass mit einer Entspannung in den kommenden Jahren zu rechnen ist.
Das Hauptprogramm des Bundes ist die Kon zertierte Aktion Pflege, die seit 2018 Handlungs-
ansätze und Entscheidungen vorantreibt, um Veränderungen zu schaffen . Aktuell wurde ein
Ergebnisbericht zu der Arbeitsplatzsituation in der Langzeitpflege veröffentlicht und Effizienz-
potenziale einer verbesserten Koordinierung in der ambulanten Pflege aufgezeigt. Die Öffent-
lichkeitskampagne „Pflege kann was“ wurde im November 2022 gestartet und soll bis 2025
weiterlaufen.
Im April 2023 wurde der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der hochschulischen
Pflegeausbildung und der Erleichterung bei der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen
in der Pflege veröffentlicht (Pflegestudiumstärkungsgesetz – PflStudStG). Stu dierende in der
Pflege sollen für die Dauer des Studiums eine angemessene Vergütung erhalten und in das
Finanzierungssystem der beruflichen Pflegeausbildung integriert werden. Außerdem soll das
Anerkennungsverfahren von ausländischen Berufsabschlüssen auf Bundesebene durch ge-
setzliche Regelungen vereinheitlicht und vereinfacht werden . Es soll die Menge der notwen-
digen Unterlagen verringert und eine Möglichkeit geschaffen werden, die bisherigen umfang-
reichen Gleichwertigkeitsprüfungen zu umgehen, durch Kennt nisprüfungen und dem Nach-
weis von Lehrgängen. Eine Entscheidung steht noch aus.
Auf Landesebene gibt es seit Mai 2023 die Fachk räfteoffensive NRW. Hier sollen ressortüber-
greifend Maßnahmen gebünde lt und optimiert werden, gemeinsam mit den verschiedenen
Akteuren des Arbeitsmarktes. Ziel ist es, das inländische Potenzial durch Ausbildung und Qua-
lifizierung zu stärken und bestmöglich einzusetzen sowie ausländische Fachkräfte schnell und
unbürokratisch aufzunehmen. Im Herbst wird die „Landesberichterstattung de r Gesundheits-
fachberufe NRW 2023“ erwartet. Dieser Bericht de r Dienstleistung, Innovation, Pflegefor-
schung GmbH, der alle zwei Jahre für das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des
Landes NRW erstellt wird, wird neue Anhaltspunkte zur aktuellen Situation der
Pflege(fach)kräfte und zur Versorgungssituation in NRW geben.
Ein aktuelles Thema in der Pflege ist die Zeitarb eit. Viele Träger, auch in Münster, sind ge-
zwungen, teure Zeitarbeitskräfte einzusetzen , um die pflegerische Versorgung der Bewohne-
rinnen und Bewohner sicherzustellen. Die Zeitarbeit ist ein sinnvolles Instrument bei akuten
Personalengpässen bzw. vorüberge hendem Mehrbedarf. Bei andauerndem Personalmangel
stellt die Zeitarbeit aufgrund der deutlich höheren Personalkosten für den Träger jedoch eine
erhebliche finanzielle Belastung dar, die nicht über die Pflegekassen refinanziert werden kann.
Des Weiteren gibt es Konfliktpotenzial und ggf. Unzufriedenheit bei dem Stammpersonal, da
die Zeitarbeitskräfte sich die Arbeitszeiten in der Regel aussuchen können. Der Einsatz von
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 61
Zeitarbeit wird kontrovers diskutiert. Eine aktuelle Studie des IWD (Der Informationsdiens t
des Instituts der deutschen Wirtschaft) stellt fest, dass bei einem Verbot der Zeitarbeit 55
Prozent der in der Zeitarbeit beschäftigten Pflegekräfte den Beruf wechseln würden.
Fachkräfte in Münster
Im Oktober 2022 wurden die neuen Daten der Pflegestatistik (SGB XI) mit dem Stichtag
15.12.2021 vom Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein -Westfalen (IT.NRW) für
die Stadt Münster veröffentlicht. Bei der Betrachtung der pflegenden Berufsgruppen, die un-
ter der neuen Ausbildung zur Pflegefachkraft und Pflegefachassistenzkraft zusammengeführt
wurden, waren insgesamt 825 Personen in Angeboten der ambulanten Altenpflege und 1.203
Personen im Bereich der teilstationären - und stationären Altenpflege tätig. Die Anzahl ist na-
hezu gleich geblieben gegenüber der letzten Erhebung mit Daten zum Stichtag 15.12.2019
(Ambulant: 834 Personen; Stationär: 1 .185 Personen). 36 Prozent von ihnen sind älter als 50
Jahre und rund jeder Zehnte der Pflegenden in Münster wird in den kommenden fünf Jahren
in Rente gehen. Neben dem aktuellen Fachkräftemangel, der in allen Bereichen der Pflege,
insbesondere in der ambulanten Pflege, in Münster bereits Auswirkungen zeigt, wird die
Berufsdemographie die Situation in den kommenden J ahren weiter verschärfen.
In diesem Jahr erfolgte erstmalig eine Abfrage der stationären Einrichtungen zum bestehen-
den Fachkräftemangel. Acht von 35 Einrichtungen gaben an, dass sie innerhalb der letzten
sechs Monate aufgrund von Fachkräftemangel nicht all e Plätze belegen konnten. Das sind
rund 23 Prozent der Münsteraner Pflegeeinrichtungen .
Ausbildung
Seit dem Jahr 2020 gibt es die generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum
Pflegefachmann, welche die Ausbildungen der ehemaligen Krankenpflegeschulen, Kinder-
krankenpflegeschulen und der Fachseminare für Altenpflege zusammenfasst. Im Jahr 2022 ist
in Nordrhein-Westfalen die generalistische Ausbildung zur Pflegefachassistenzkraft hinzuge-
kommen. Für diesen Ausbildungsgang ist zudem die sogenannte „Externenprüfung“ möglich,
wenn Berufserfahrung im pflegerischen Bereich vorliegt. Die Prüfung erfolgt bei den Pflege-
schulen, die u.a. Vorbereitungskurse anbieten.
Im Jahr 2022 haben in Nordrhein-Westfalen neun Prozent weniger Personen mit einer Ausbil-
dung zur Pflegefachkraft begonnen. Die Ausbildungszahlen sinken im gesamten Bundesgebiet.
Auch in Münster ist die Anzahl der neuen Auszubildenden von 573 (2021) auf 522 (2022) ge-
sunken. Die Gesamtzahl der Auszubildenden im Jahr 2022 ist dagegen deutlich angestiegen.
Damit muss die Gruppe der Absolventen im vergangenen Jahr geringer gewesen sein, als die
522 Auszubildenden , die eine Ausbildung begonnen haben. Insgesamt machen 1 .760 Perso-
nen eine Ausbildung zur Fachkraft, davon sind 26 Prozent männlic h und 74 Prozent weiblich.
Eine Auswertung der Altersstruktur zeigt deutlich, dass die Pflegeausbildung auch für Men-
schen attraktiv ist, die bereits einen anderen Bildungsweg bestritten haben. 2022 waren rund
37 Prozent der Auszubildenden in Münster älter als 24 Jahre.
Aktuell werden die Zahlen der Auszubildenden in Münster von IT.NRW in zwei Statistiken er-
fasst, was eine Gesamtauswertung erschwert. Die Statistik der Ausbildungsgänge zur Alten-
pflege und (Kinder -)Krankenpflege wird bis zum Abschluss des let zten Jahrgangs fortgeführt.
Eine neue Statistik über die Ausbildung zur Pflegefachkraft wurde im Jahr 2020 begonnen.
62 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
IT.NRW erhebt die Zahlen der Auszubildenden in Münster außerdem zu unterschiedlichen
Stichtagen. Die früheren Ausbildungsgänge werden zum 1 5.10. des Jahres erhoben, die neue
Ausbildung zum 31.12. des Jahres. In der folgenden Tabelle werden die unterschiedlichen Aus-
bildungsgänge addiert, um einen Vergleich für Münster zu ermöglichen.
Tabelle: Auszubildende in Münster
Auszubildende an den Pflegeschulen: 2019 2020 2021 2022
Krankenpflegeschule 816 485 245 135
Kinderkrankenpflegeschule 212 130 70 40
Fachseminar für Altenpflege 591 423 220 85
Auszubildende in der neuen Ausbildung:
Pflegefachfrau/Pflegefachmann - 573 1086 1500
Gesamt 1.619 1.611 1.621 1.760
Quellen:
1) Information und Technik NRW, „Schulen, Klassen, Auszubildende und neu belegte Ausbildungsplätze nach Typ
an Schulen des Gesundheitswesens“, Stichtag: 15.10.
2) Information und Technik NRW, Statistik nach der Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung, „Auszu-
bildende nach dem Pflegeberufe-Gesetz in Münster nach Geschlecht“, Stichtag: 31.12.
Münster bildet mit neun Pflegeschulen im Stadtgebiet im Vergleich zu anderen Regionen
überdurchschnittlich viele Pflegekräfte aus. Ein großes Hemmnis zum weiteren Ausbau der
Kapazitäten stellen auch hier die fehlenden pädagogisch geeigneten Lehrkräfte nach dem Pfle-
geberufegesetz (PflBG) dar.
Das Land Nordrhein-Westfalen möchte einen neuen Weg in die Pflege ermöglichen, durch die
Anerkennung der Sozialassistenzausbildung bei einer anschließenden Ausbildung zur Pflege-
fachperson. Der Kreis der möglichen Auszubildenden soll dadurch erhöht werden. Die Ausbil-
dungsdauer zur Pflegefachkraft könnte so von drei auf zwei Jahre ver kürzt werden. Positiv
hervorzuheben ist, dass dadurch die Möglichkeit besteht , Auszubildende der Sozialassistenz
von dem Berufsfeld Pflege zu überzeugen und anschließend in eine Fachausbildung aufzuneh-
men. Kritische Stimmen befürchten durch die Anerkennung der Sozialassistenzausbildung auf
die Pflegefachkraftausbildung, gleichgestellt zur Pflegefachassistenzausbildung, eine Absen-
kung der Ausbildungsquali tät. Die Sozialassistenzausbildung habe im Schwerpunkt das Ziel
eine Orientierung zu Beschäftigungsmöglichkeiten im Sozial- und Gesundheitswesen zu bieten
und könne nicht einen Teil der Ausbildung ersetzen. Es gibt noch viele offene Fragen, die auch
gemeinsam mit den Pflegeschulen zu klären sind.
Am 27. Oktober 2022 fand eine kommunale Veranstaltung zur Pfle geausbildung in Münster
statt. Die Ergebnisse wurden de m Rat der Stadt Münster zur Kenntnis gegeben (Vorlage
V/0056/2023). Konkrete Anregungen zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen hat das Minis-
terium für Arbeit, Gesundheit und Soziales erhalten, mit der Bitte, diese aufzugreifen bzw.
diese im Rahmen der Einflussmöglichkeiten auf die Bundesebene weiterzutragen. Möglichkei-
ten der Vernetzung und Kooperation sahen die Beteilig ten der Veranstaltung in einem Aus-
tausch der Pflegeschulen untereinander. Dieser fand am 09. August 2023 statt, in Zusammen-
arbeit mit dem Jobcenter und der Bezirksregierung Münster.
Die Starke Pflege Münster strebt eine Zusammenarbeit mit der kommunalen Koordinierung
„Kein Anschluss ohne Abschluss“ (KAOA) an. Unter dem Titel „Starke Pfleg e – starke Ausbil-
dung“ wurde von der Initiative ein Konzept entwickelt, welches den Schulen als Element des
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 63
KAOA-Landesprogrammes angeboten wird. Ein erster Kontakt mit den Lehrkräften der weiter-
führenden Schulen fand im Rahmen einer Dienstbesprechung der Koordinatoren und Koordi-
natorinnen zur beruflichen Orientierung der Schulaufsicht statt. Das Konzept der „Starken
Pflege Münster“ ist mehrstufig angelegt und bietet einen schrittweisen Einstieg in das Berufs-
feld Pflege. Zu Beginn steht eine „Doppelstunde P flege“ in den allgemeinbildenden Schulen,
die von Akteuren aus der Praxis vorbereitet und durchgeführt wird. Ab dem kommenden
Schuljahr 2023/2024 sollen erste Erfahrungen gesammelt werden. Bei Interesse sind anschlie-
ßende Projekttage und Praktika möglich.
Fazit
Die einzelnen Maßnahmen bieten kleinschrittige Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel zu be-
gegnen und diesen abzufedern. Es ist jedoch vor hersehbar, dass sich der Fachkräftemangel ,
allein aus demographischer Sicht , nicht aufhalten lässt. Der Fachkräftemangel in der Pflege
wird Auswirkungen auf die gesamte Arbeitswelt haben. Durch fehlende Angebote der pflege-
rischen Unterstützung werden Angehörige durch Familienpflege gebunden und stehen dem
Arbeitsmarkt nicht mehr, oder nicht im bisherigen Umfang, zur Verfügung. Die Vereinbarkeit
von Pflege, Familie, Privatleben und Beruf wird weiter eine zentrale Rolle spielen.
7 Bedarfsfeststellung für die vollstationäre Dauerpflege 2023-2026
Für die vollstationäre Dauerpflege ist aufgrund der verbindlichen Pla nung nach § 7 Abs. 6 Al-
ten- und Pflegegesetz NRW die Frage zu beantworten, ob das bestehende Angebot an vollsta-
tionären Pflegeeinrichtungen den örtlichen Bedarf abdeckt oder ob und in welcher Höhe zu-
sätzliche Kapazitäten erforderlich sind. Bei der Feststellung eines Bedarfs erfolgt ein Aus-
schreibungsverfahren in dem entschieden wird, welcher Träger die Bedarfsbestätigung zum
Bau neuer bzw. zur Erweiterung bestehender Plätze erhält. Laut Alten- und Pflegegesetz NRW
ist von einer Bedarfsdeckung auszugehen, wenn einer zu erwartenden Nachfrage ein mindes-
tens deckungsgleiches Angebot gegenübersteht. Für die pflegebedürftigen Menschen soll en
dabei auch Wahlmöglichkeiten in angemessenem Umfang gesichert sein .
Mit den „Handlungsempfehlungen Pflege und Vers orgungssicherheit im Quartier“ hat die
Kommunale Konferenz Alter und Pflege beschlossen, dass die ambulant betreuten Pflege -
Wohngemeinschaften bei der Bewertung des Bedarfs mit einbezogen werden sollen, da auch
diese ein Angebot an umfassender Pflege vorhalten. Diese Option wurde bereits mit der Ein-
führung des Alten- und Pflegegesetzes eröffnet. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: „In
diesem Rahmen hat die Kommune einen großen Einschätzungs - und Planungsspielraum und
kann insbesondere auch alterna tive Angebotsformen ( Pflege-Wohngemeinschaften, Quar-
tiersangebote) mitberücksichtigen.“
Als Grundlage für eine Entscheidung zum Bedarf wird im Folgenden zunächst die bisherige
Auslastung der vollstationären Pflegeeinrichtungen dargestellt, bevor auf die zukünftige Nach-
frageentwicklung eingegangen wird. Anschließend erfolgt eine Bewertung , inwieweit sich da-
raus ein Bedarf oder eine Bedarfsdeckung an vollstationären Dauerpflegeplätzen in Münster
ergibt.
64 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Auslastung der Angebote mit umfassender Pflege in Münster
Personen, die eine stationäre Pflegeeinrichtung suchen, schildern nach wie vor die Erfahrung,
dass es sehr schwierig ist, einen geeigneten Platz zu finden . Viele Einrichtungen führen War-
telisten und kontaktieren die Interessentinnen und Interessenten, sobald freie Kapazitäten zur
Verfügung stehen . Ein Verbleib in dem vertrauten Quartier oder eine Unterbringung in der
Wunscheinrichtung ist in dieser Situation nur möglich, wenn Wartezeiten durch andere Ver-
sorgungsformen überbrückt werden können. Träger, Beratungsstellen und auch pflegende
An- und Zugehörige machen auf Grundlage ihrer Erfahrungen gegenüber der kommunalen
Pflegeplanung deutlich, dass sie einen zusätzlichen Bedarf an weiteren Plätzen mit umfassen-
der Versorgung sehen.
Mit dem Heimfinder ( www.heimfinder.nrw.de) hat das Land NRW eine Möglichkeit geschaf-
fen, freie Kapazitäten auf einen Blick zu sehen, um eine schnelle Versorgung zu organisieren.
Stationäre Einrichtungen sind nach § 23 Abs. 4 WTG DVO verpflichtet, tagesaktuell freie und
belegbare Plätze anzuzeigen; sofern eine Warteliste besteht oder ein Platz bereits vergeben
ist, ist dieser Platz im Heimfinder nicht anzugeben. Bei einem regelmäßigen Blick in den Heim-
finder wird deutlich, dass für Münster sowohl in der Kurzzeitpflege als auch in der Dauerpflege
in der Regel kein bzw. höchstens ein freier Platz gemeldet wird. Rückschlüsse, ob und in wel-
chem Umfang Personen ein Angebot erhalten haben, sind hieraus jedoch nicht möglich.
Durch die Stadt Münster wird seit 2011 regelmäßig die Auslastung der vollstationären Pflege-
einrichtungen abgefragt. Diese Daten bieten einen Anhaltspunkt, inwieweit das bestehende
Platzangebot in der Vergangenheit vollumfänglich genutzt wurde oder ob ggf. Überkapazitä-
ten bestehen. Bei einer Auslastung der Einrichtungen von 98 Prozent wird von einer Vollaus-
lastung ausgegangen. Bei der Wiederbele gung von Zimmern nach dem Auszug oder Verster-
ben einer Bewohnerin oder eines Bewohners kommt es in der Regel zu kurzfristigen Leerstän-
den, so dass eine 100-prozentige Auslastung nicht zu erreichen ist .
Tabelle: Auslastung der vollstationären Pflegeeinric htungen in Prozent
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2011 93,9 97,0 97,3 95,6 96,0
2012 93,6 96,3 96,8 96,7 95,9
2013 96,0 96,0 93,7 95,5 95,3
2014 96,7 95,7 96,5 95,8 96,2
2015 96,7 96,2 96,4 96,5 96,5
2016 96,5 96,0 96,8 96,5 96,5
2017 95,8 95,9 96,1 95,8 95,9
2018 95,7 96,3 95,2 96,0 95,8
2019 94,5 96,5 96,0 96,1 95,8
2020 ./.* ./.* ./.* ./.* ./.*
2021 ./.* ./.* 96,4 96,2 96,3
2022 95,7 95,3 95,6 95,7 95,6
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 65
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2023 93,5 95,0 ./. ./. 94,3
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
*Die Datenerhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Mit einem Durchschnittswert für das Jahr 2022 von 95,6 Prozent und einem vorläufigem Wert
von 94,3 Prozent für das Jahr 2023 aus den ersten beiden Quartalen , ist die Auslastung der
stationären Einrichtungen gesunken.
Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Auslastung der einzelnen Einrichtungen der letz-
ten Abfrage wird erkennbar, dass 14 der 32 Einrichtungen mit mindestens 98 Prozent voll aus-
gelastet waren. Weitere elf Einrichtungen bewegen sind in dem Bereich zwischen 95 und 98
Prozent mit einem bis zwei freien Plätzen zum Stichtag. Grund für die geringeren Auslastungs-
zahlen der weiteren Einrichtungen ist in der Regel nicht die fehlende Nachfrage. Zwei Einrich-
tungen haben in dem abgefragten Zeitraum Baumaßnahmen durchgeführt, die zu einer ver-
minderten Belegung geführt haben. Insgesamt acht Einrichtungen gaben an, dass sie aufgrund
des Fachkräftemangels innerhalb der letzten sechs Monate Plätze nicht belegen konnten. Hier
sind die Auswirkungen des Fachkräftemangels bereits deutlich erkennbar. In Gesprächen mit
den stationären Einrichtungen wurde zudem berichtet, dass freie Plätze z.T. verzögert belegt
wurden, wenn es im Rahmen der Corona-Pandemie zu Ausbruchsgeschehen kam oder Mitar-
beitende z.B. durch Krankheitswellen bereits sehr belastet waren.
Die Belegung der ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften wird seit Mitte 2021 abgefragt
und fließt in die Bewertung des Bedarfs an Angeboten der umfassenden Versorgung mit ein.
Tabelle: Auslastung der Pflege-Wohngemeinschaften in Prozent
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2021 ./.* ./.* 88,3 88,3 88,3
2022 90,7 90,0 92,8 88,3 90,5
2023 89,6 92,5 ./. ./. 91,1
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
*Die Datenerhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 90,5 Prozent im Jahr 2022 und einer bisherigen
Auslastung im Jahr 2023 von 91,1 Prozent steigt die Auslastung der Pflege-Wohngemeinschaf-
ten weiter an. Bei der Betrachtung der einzelnen Pflege -Wohngemeinschaften ist erkennbar,
dass insgesamt 20 von 30 Angeboten voll ausgelastet waren (maximal ein freier Platz zum
Stichtag). Drei Angebote haben im vergangenen Jahr neu eröffnet, so dass die Auslastung erst
im Laufe der Zeit ansteigt. Ein Angebot begründet die geringe Auslastung mit Personalmangel.
Die Auslastungsabfrage sowohl der stationären Einrichtungen als auch der Pflege -Wohnge-
meinschaften macht deutlich, dass viele der bestehenden Angebote oftmals ausgelastet sind.
Deutlich mehr Träger mit geringerer Auslastung gaben in diesem Jahr an, dass Plätze durch
Umbaumaßnahmen und Personalmangel dem Markt für eine bestimmte Zeit nicht zu r Verfü-
gung standen, was die Auslastungsquote insgesamt reduziert e. Es gibt vielfältige Gründe, die
eine Belegung der freien Kapazitäten verhindert bzw. verzögert haben. Auch wenn die freien
66 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Kapazitäten nicht auf den Mangel an p otenziellen Bewohnerinnen und Bewohnern zurückzu-
führen sind, bleibt dennoch festzustellen, dass zu den jeweiligen Stichtagen einzelne freie Ka-
pazitäten grundsätzlich zur Verfügung standen .
Vorausberechnung der zukünftigen Inanspruchnahme von Pflegeleistung en
IT.NRW hat im Juni 2023 eine neue Modellrechnung zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit
in NRW, eine Statistik zur Einschätzung der zukünftigen Nachfrageentwicklung, zur Verfügung
gestellt. Die Berechnung beruht au f Daten aus der Pflegestatistik 2019 u nd 2021 und der Be-
völkerungsvorausberechnung für NRW 2021 bis 2050/2070.
Die Modellrechnung bezieht sich auf die verschiedenen Arten der Pflegeleistungen nach Alter,
Geschlecht und Pflegegrad. Es erfolgt eine konstante Hochrechnung bis 2050 in den Kreisen
und kreisfreien Städten. Für die ambulante sowie stationäre Pflege wurde die durchschnittli-
che Pflegequote von 2019 und 2021 verwendet. Für die Berechnung der Pflegegeldleistungen
wurde ausschließlich die Pflegequote aus 2021 genutzt, um d en Einführungseffekten des
neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs entgegenzuwirken. Das Ergebnis stellt keine fest zu erwar-
tende Entwicklung dar. Es wird eine „Wenn-dann-Aussagen“ getroffen, die eine Orientierung
für die Kommunen darstellt .
In Münster steigt nach der Pflegemodellrechnung die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen
bis 2050 überdurchschnittlich stark an mit 48,8 Prozent (NRW: 30,4 Prozent). Neben Münster,
haben auch die Münsterlandkreise Kreis Steinfurt, Kreis Borken und Kreis Coesfeld einen sehr
hohen Anstieg an pflegebedürftigen Personen zu erwarten. In de r nachfolgenden Grafik ist
der prozentuale Anstieg in NRW, Münster und den Nachbarkreisen in den einzelnen Leistungs-
arten dargestellt.
Quelle: IT.NRW 2023: Pflegemodellrechnung NRW 2021-2050
0
20
40
60
80
100
NRW Münster Steinfurt Coesfeld Warendorf Borken
Prozentuale Veränderung der Inanspruchnahe von Pflegeleistungen im
Vergleich (2050 gegenüber 2021)
Ambulante Pflege Stationäre Pflege Pflegegeld
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 67
Pflegemodellrechnung von IT.NRW
Im Rahmen der verbindlichen Pflegeplanung ist eine Aussage zum Bedarf an Plätzen in der
stationären Pflege zu treffen. Die nachfolgende Grafik stellt die Entwick lung laut der Modell-
rechnung von IT.NRW in Münster bis zum Jahr 2050 dar:
Quelle: IT.NRW 2023: Pflegemodellrechnung NRW 2021-2050
Die konstante Hochrechnung berücksichtigt nur die demographische Entwicklung der Bevöl-
kerung. Die Weiterentwicklung und Verän derung von Angeboten, Auswirkungen durch Ände-
rungen der gesetzlichen Regelungen sowie Annahmen zur Personalentwicklung werden hier
nicht berücksichtig. Langfristige Prognosen sind aus diesem Grund nur bedingt aussagekräftig.
Der Wert kann dadurch nur eine Orientierung geben.
Für die Bedarfsfeststellung werden die kommenden drei Jahre in den Blick genommen. D ie
Modellrechnung kommt in den Jahren 2023 -2025 zu einem Bedarf in Höhe von 2.700 und im
Jahr 2026 in Höhe von 2.800 Plätzen in der stationären Pflege 1. Dem gegenüber steht ein ak-
tuelles Angebot an 2.618 Plätzen in stationären Einrichtungen .
Vorausberechnung der Pflegeplanung
Seit dem Jahr 2020 wird für die Ermittlung des Bedarfs an stationären Dauerpflegeplätzen zu-
sätzlich eine eigene Berechnung auf der Grundlage der Daten der Pflegestatistik (IT.NRW) und
der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster durchgeführt , die die Bevölke-
rungsentwicklung erfahrungsgemäß genauer abbildet . Dabei wird ebenfalls eine konstante
Entwicklung unterstellt, indem die Inanspruchnahme der Pflegeleistungen auf dem Niveau des
Referenzjahres verbleibt (Status-Quo-Berechnung).
Bisher wurden die Pflege-Wohngemeinschaften bei der Berechnung des Bedarfs nicht berück-
sichtigt, so dass es zu einer leichten Untererfassung de s Bedarfs an umfassender Pflege kam.
Grund waren die fehlenden Daten, da die Nutzerinnen und Nutzer der Pflege -Wohngemein-
schaften von IT.NRW nicht separat erfasst werden. In diesem Jahr wurde erstmalig, ergänzend
1 Die Daten werden jeweils auf Hunderter auf- bzw. abgerundet.
0
1000
2000
3000
4000
5000
2025 2030 2035 2040 2045 2050
Entwicklung der Inanspruchnahme von stationärer Pflege
68 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
zur stationären Dauerpflege, auch ein e Berechnung der Pflegequote n nach Alter und Ge-
schlecht für den Bereich der ambulanten Pflege -Wohngemeinschaften durchgeführt. Dazu
wurden diese Daten in den Wohngemeinschaften zum Stichtag 31.12.2022 abgefragt und zu
Grunde gelegt. Die Pflegequoten bilden ab, wie hoch der Anteil der Personen an der jeweiligen
Bevölkerungsgruppe ist, die zum Stichtag stationär bzw. in einer ambulanten Pflege-Wohnge-
meinschaft versorgt werden. Die Pflegequoten reichen im Bereich der ambulanten Pflege -
Wohngemeinschaften von 0,01 und 0,02 Prozent bei den Personen unter 60 Jahren bis hin zu
1,87 Prozent bei den über 90-jährigen Frauen. Im stationären Bereich ist die Pflegequote deut-
lich höher. Es leben 28,29 Prozent der Frauen über 90 Jahre in einer stationären Pflegeeinrich-
tung.
Tabelle: Prozentualer Anteil (Pflegequoten) der Pflegebedürftigen in ambulanten Pflege -
Wohngemeinschaften und in der stationären Dauerpflege nach Alter und Geschlecht *
Alter Pflegequote
ambulante Pflege-WGs
Pflegequote
stationäre Dauerpflege
Männlich Weiblich Männlich Weiblich
unter 60 Jahre 0,02% 0,01% 0,04% 0,03%
60 - 69 Jahre 0,05% 0,10% 0,60% 0,42%
70 - 79 Jahre 0,15% 0,25% 1,65% 2,18%
80 - 89 Jahre 0,32% 1,04% 4,87% 8,08%
90 Jahre und älter 0,44% 1,87% 13,45% 28,29%
Gesamt 0,05% 0,13% 0,48% 1,12%
Quelle: Pflegestatistik IT.NRW; Bevölkerungsdaten der Stadt Münster; eigene Erhebung und Berechnung
*Personen mit Geschlechtsangabe „divers“ o. „ohne Angabe“ sind zufällig auf männlich oder weiblich verteilt.
Die Pflegequoten wurden auf der Grundlage der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der
Stadt Münster 2019 -2030 bis zum Jahr 202 6 hochgerechnet (siehe nachfolgende Tabelle).
Während die Anzahl der pflegebedürftigen Personen unter 60 Jahren mit Bedarf an umfassen-
der Pflege stabil bleiben wird, zeichnet sich bei den über 90 -Jährigen der größte Zuwachs mit
insgesamt 128 Personen ab.
Tabelle: Vorausberechnung der Pflegebedürftigen in ambulanten Pflege-WGs und stationären
Einrichtungen nach Altersgruppen (Status-Quo-Modell)
Alter Pflegebedürftige
in Pflege-WGs
Pflegebedürftige
in stationären Einrichtungen
2023 2024 2025 2026 2023 2024 2025 2026
unter 60 Jahre 38 38 38 38 76 76 75 75
60 - 69 Jahre 27 28 28 29 186 191 195 199
70 - 79 Jahre 46 47 50 52 433 444 467 485
80 - 89 Jahre 124 123 118 115 1.120 1.112 1.067 1.041
90 Jahre und älter 49 51 54 57 806 841 888 942
Gesamt 284 287 287 290 2.620 2.663 2.693 2.742
Quelle: Pflegestatistik IT.NRW; Bevölkerungsdaten: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölke-
rungsprognose der Stadt Münster 2019-2030; eigene Berechnung
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 69
Im Ergebnis dieser Status-Quo-Berechnung benötigen 3.032 Pflegebedürftige im Jahr 2026 ein
Angebot mit umfassender Versorgungssicherheit, d.h. einen Platz in einer stationären Einrich-
tung oder einer ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft.
Im nächsten Schritt wird die Zahl der demnach insgesamt erforderlichen Pflegeplätze der Zahl
der zur Verfügung stehenden Pflegeplätze mit umfassender Versorgung gegenübergestellt.
Das sind 2.619 vollstationäre Dauerpflegeplätze und 30 9 Plätze in ambulanten Pflege -Wohn-
gemeinschaften. Es wird dabei davon ausgegangen, dass die Einrichtungen und Wohngemein-
schaften bei einer durchschnittlichen Belegung zu 98 Prozent voll ausgelastet sind. Der nomi-
nell vorhandene Platzbestand wird daher um zwei Prozent reduziert.
Tabelle: Bedarfsermittlung für Angebote mit umfassender Versorgungssicherheit (Status -
Quo-Modell) unter Berücksichtigung des Bestands
Jahr Prognose
Pflegebedürftige
mit umfassen-
dem Versor-
gungsbedarf
Bestand an um-
fassender Pflege
(30.06.2023)
Bestand bei
98%-iger Auslas-
tung
Bedarf an umfas-
sender Pflege
2023 2.903 2928 2.869 34
2024 2.950 2928 2.869 81
2025 2.980 2928 2.869 110
2026 3.032 2928 2.869 162
Quelle: eigene Berechnung
Auf Grundlage dieser Berechnung ergibt sich bis 2026 ein Bedarf a n 162 zusätzlichen Plätzen.
Der errechnete Bedarf kann über ambulante Pflege -Wohngemeinschaften und durch statio-
näre Pflegeplätze gedeckt werden.
Bewertung
Der Bedarf an Angeboten der umfassenden Versorgung steigt stetig an. Die Gründe liegen im
Wesentlichen im demographischen Wandel. Gleichzeitig veränder n sich die Landschaft rund
um die vorpflegerischen und pflegerischen Angeboten, die leistungsrechtlichen Rahmenbe-
dingungen sowie die Vorstellung, wie eine Unterstützung bei Pflegebedarf aussehen soll. Ziel
ist es, dass Münsteranerinnen und Münsteraner bei Pflegebedarf eine passende Unterstüt-
zung erhalten.
Bis zum Jahr 2026 werden 162 zusätzliche Plätze mit umfassender Versorgungssicherheit be-
nötigt. Gestützt wird das Ergebnis durch die Pflegemodellberechnung von IT.NRW , die zu ei-
nem leicht höheren Ergebnis kommt, und den Aussagen der Träger stationärer Einrichtungen
und Beratungsstellen.
Es ist davon auszugehen, dass 61 Plätze des festge stellten Bedarfs durch neue Pflege-Wohn-
gemeinschaften gedeckt werden können. Wie in Kapitel 5.1.2 beschrieben, befinden sich ak-
tuell 37 Plätze in ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften in der Umsetzung. Darüber hinaus
ist bekannt, dass mehrere Träger grundsätzlich Interesse an einem Ausbau des Angebotes ha-
ben. Die Umsetzung wird jedoch seit einiger Zeit durch den angespannten Immobilien - und
Grundstücksmarkt sowie die schwierigen Bedingungen in der Baubranche gebremst. Dennoch
70 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
erscheint es realistisch die Annahme zu treffen, dass bis zum Jahr 2026 mindestens zwei wei-
tere Pflege-Wohngemeinschaften mit insgesamt 24 Plätzen realisiert werden können, für die
aktuell noch keine konkreten Planungen vorliegen.
Legt man diese Annahme zugrunde, könnten insgesamt 61 Plätze des festgestellten Bedarfs
durch neue Pflege -Wohngemeinschaften gedeckt werden. Der weitere Bedarf in Höhe von
101 Plätzen wäre durch vollstationäre Pflegeangebote zu decken und entsprechend auszu-
schreiben.
Sobald die Bedarfsausschreibung veröffentlich t ist, können Träger innerhalb einer im Vorfeld
festzulegenden Frist ihr Interesse an der Schaffung zusätzlicher stationärer Plätze anzeigen.
Dazu müssen die Träger das konkrete Vorhaben hinsichtlich der Z ahl der neu zu schaffenden
Plätze und der Konzeption der geplanten Einrichtungen konkret beschreiben. Die Konzeption
muss rechtlich zulässig sowie planerisch, baufachlich und wirtschaftlich schlüssig sein, ohne
dass bereits sämtliche Voraussetzungen (zum B eispiel Grundeigentum, Vertragsabschlüsse)
vorliegen müssen. Die Auswahl der Interessenten kann von weiteren Kriterien abhängig ge-
macht werden, die in der Ausschreibung zu benennen sind. Dabei dürfen aus schließlich Krite-
rien benannt werden, die der Verwirk lichung der Zielsetzungen des Elften Buches Sozialge-
setzbuch beziehungsweise des APG NRW dienen.
Darüber hinaus benennt die Durchführungsverordnung des APG NRW folgende mögliche Kri-
terien:
nachgewiesene Erfahrungen beim Betrieb von Pflegeeinrichtungen,
die zeitnahe Erbringung der Pflegeleistungen,
Pflegekonzepte, die eine möglichst große Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der
späteren Bewohnerinnen und Bewohner und eine Öffnung in den Sozialraum vorsehen
sowie
die Gewährleistung einer möglichst großen T rägervielfalt in der Gemeinde.
Für Münster könnten ergänzend die folgenden Kriterien in Betracht kommen:
Umsetzung von Pflegekonzepten für Zielgruppen mit einem besonderen Bedarf (Junge
Pflege, geschützte Bereiche für Menschen mit Demenz und herausforderndem Verhal-
ten),
ergänzende Schaffung zusätzlicher Kurzzeitpflegeplätze.
Zusätzliche Plätze können dabei grundsätzlich auch als Erweiterung bestehender Einrichtun-
gen geschaffen werden, sofern diese bislang nicht die Obergrenze nach dem Wohn - und Teil-
habegesetz (WTG NRW) erreichen.
Übersteigt die in den Interessenbekundungen angezeigte Platzzahl den ausgeschriebenen Be-
darf, wählt der örtliche Sozialhilfeträger unter allen Interessenbekundungen diejenigen aus ,
die den in der Bedarfsbekanntmachung mitgeteilten Kriterien am besten entsprechen und er-
gänzend die beste Verwirklichung der Zielsetzungen des APG NRW erwarten lassen. Die Aus-
wahlentscheidung ist anhand nachvollziehbarer Bewertungsprozesse einschließlich der tra-
genden Bewertungsgründe durchzuführen.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 71
Die Bedarfsbestätigung verliert ihre Gültigkeit, wenn der Träger nicht innerhalb von zwei Jah-
ren mit der Baumaßnahme zur Umsetzung des Vorhabens tatsächlich begonnen hat, es sei
denn, die Verzögerung ist von ihm nicht zu vertreten.
Gehen für die ausgeschriebenen Plätze keine Interessensbekundungen ein oder kann das aus-
geschriebene Kontingent nicht vollständig realisiert werden, fließen diese in die Bedarfsfest-
stellung des kommenden Pflegebedarfsplans wieder mit ein.
Auf Grundlage der oben beschriebenen Argumente erfolgt eine Bedarfsausschreibung für ins-
gesamt 101 stationäre Plätze.
8 Ausblick
Münster ist eine vergleichsweise junge Stadt mit einem hohen Anteil Studierender . Die Zahl
älterer und hochaltriger Menschen steigt aber auch hier stetig an. Perspektivisch wird diese
Entwicklung noch durch die zahlenmäßig starke Generation der Babyboo mer, die aktuell ins
Rentenalter kommt, an Dynamik gewinnen. Selbst wenn davon auszugehen ist, dass zukünftig
immer mehr Menschen im Alter immer länger gesund und selbstständig bleiben, wird die In-
anspruchnahme von Pflegeleistungen dadurch weiter steigen. Die Pflegemodellrechnung von
IT.NRW kommt zu dem Ergebnis, dass Münster die höchste Steigerung bei der Zahl der pfle-
gebedürftigen Personen unter den kreisfreien Städten in NRW verzeichnen wird. Bis zum Jahr
2050 werde die Zahl der pflegebedürftigen Personen gegenüber dem Jahr 2021 um 48,8 Pro-
zent ansteigen. In Nordrhein-Westfalen ist insgesamt mit einem Anstieg von 30,4 Prozent zu
rechnen.
Erstmalig wird im Rahmen der Pflegeplan ung ein Bedarf an zusätzlichen Plätzen in der statio-
nären Versorgung in Münster festgestellt. Der Ausbau an Pflege -Wohngemeinschaften reicht
aktuell nicht aus, um die benötigte Anzahl an Plätze in den kommenden drei Jahren sicherzu-
stellen. Trägerinnen und Träger haben dadurch die Möglichkeit, bestehende Angebote unter
den Voraussetzungen des Wohn - und Teilhabegesetzes (WTG NRW) auszubauen oder neue
Angebote zu schaffen. Die öffentliche Bekanntmachung einer Bedarfsausschreibung erfolgt
innerhalb von drei Mon aten nach Beschluss des Rates über den bestehenden Bedarf an ins-
gesamt 101 stationären Plätzen.
Andere Kommunen haben bereits die Erfahrung gemacht, dass entsprechende Ausschreibun-
gen aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels in der Pflege ohne (ausreich ende) Bewer-
bungen geblieben sind. Bundesweit kommt es darüber hinaus zu einer steigenden Zahl an In-
solvenzen von stationären Pflegeeinrichtungen, die u.a. daraus resultieren, dass die Einrich-
tungen im Zuge des Fachkräftemangels nicht voll belegt werden können. Auch in Münster sind
bereits deutliche Auswirkungen des Fachkräftemangels zu beobachten und diese Problematik
wird in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen. Dies stellt derzeit ein ungelöstes Di-
lemma dar.
Um den aktuellen Pflege- und Betreuungsstandard aufrechtzuerhalten , müsste die Zahl der
Pflegefach- und -hilfskräfte parallel zur steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen deutlich
gesteigert werden. Die Gewinnung von neuen Pflegekräften durch Ausbildung, Qualifizierung,
Umschulung und Zuzug aus dem Ausland wird jedoch voraussichtlich nicht einmal die Lücke
schließen können, die durch die anstehenden Verrentungen entstehen wird. 36 Prozent der
Pflegenden sind älter als 50 Jahre und rund jede zehnte Pflege kraft in Münster wird in den
72 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
kommenden fünf Jahren in Rente gehen . Die Gesellschaft steht hier vor enormen Herausfor-
derungen.
Es ist ein neues Miteinander notwendig, in dem professionelle An bieter, ehrenamtliche und
private soziale Netzwerke und Familie n gemeinsam unterstützende Strukturen schaffen. Der
Ausbau von präventiven und vorpflegerischen Angeboten sowie die Förderung und Unterstüt-
zung informeller Netzwerke ist unabdingbar. Voraussetzung für einen Verbleib im Quartier ist
zudem ein geeigneter Wohnraum. Der Ausbau an barrie refreien Wohnungen sowie der Um-
bau von Bestandsgebäuden soll weiter vorangetrieben werden, um die ambulante Pflege und
damit einen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen.
Maßgeblich für die Weiterentwicklung der pflegerischen Unterstützung ist die individuelle
Vorstellung der Münsteranerinnen und Münsteraner. Im September 2023 erfolgt dazu eine
repräsentative Umfrage der Bevölkerung ab 60 Jahre. Sie enthält Fragen zur Erfassung der
gegenwärtigen pflegerischen Versorgung, eine Einschätzung und die Vorstellung zu einer per-
spektivischen Versorgung, eine Erhebung der Situation von pflegenden An - und Zugehörigen
und die Erfassung von Unterstützungspotenzialen und Versorgungslücken im Quartier. Die Er-
gebnisse der Befragung werden in einem Bericht der Verwaltung veröffentlicht. Ziel ist es, aus
den Ergebnissen heraus , konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die z.B. die Gruppe der pfle-
genden An- und Zugehörigen unterstütz en oder die Versorgungsstrukturen im Quartier ver-
bessern.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 73
Anhang:
1 Beratung des Kommunalen Pflegebedarfsplan 2023-2026 in der Sitzung
der Konferenz Alter und Pflege am 05.09.2023
Die kommunale Konferenz Alter und Pflege stimmt dem Pflegebedarfsplan 2023 -2026, der im
Ergebnis zu einer Ausschreibung von 101 zusätzliche vollstationären Pflegep lätzen führt, zu.
In der Sitzung wurde intensiv darüber diskutiert, ob und wie es gelingen kann, die Versorgung
der steigenden Anzahl pflege bedürftiger Menschen in Münster angesichts des bestehenden
und sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels, einer unzureichenden Refinanzierung und
einem Mangel an bezahlbaren Grundstücken für die Schaffung von Angeboten der Altenpflege
perspektivisch noch zu gewährleisten.
Bereits heute sei kein ausreichendes Angebot an umfassender pflegerischer Versorgung vor-
handen. Die Situation werde dadurch verschärft, dass aufgrund des Personalmangels nicht
alle Plätze in stationären Einrichtungen und Pflegewohngemeinschaften belegt werden könn-
ten. Auch die ambulante Versorgung durch Pflegedienste sei an ihrer Kapazitätsgrenze a nge-
kommen. Anfragen müssten häufig abgelehnt werden. Alleine eine Ausschreibung zusätzli-
cher stationärer Plätze biete deshalb keine Lösung.
Aus der Konferenz wurde eine ehrliche Debatte zur Zukunft der pflegerischen Versorgung in
Münster gefordert. Der gew ohnte Versorgungsstandard könne nicht mehr aufrechterhalten
werden. Dies müsse klar kommuniziert werden. Es brauche eine breite gesellschaftliche und
politische Diskussion darüber, was bei den bestehenden Rahmenbedingungen umgesetzt und
wie die Pflege und Unterstützung älterer Menschen organisiert werden könne. Angesichts der
begrenzten Ressourcen der professionellen Pflege stelle sich die Frage, ob perspektivisch we-
niger Menschen mit den bestehenden Standards versorgt werden oder viele Menschen eine
Basisversorgung erhalten sollen.
Einige Mitglieder sind der Meinung, dass der Fachkräftemangel durch die gesetzliche Neure-
gelung der Pflegeausbildung verstärkt wurde. Die Altenpflege sei der Verlierer der generalis-
tischen Pflegeausbildung. Absolventinnen und Abs olventen würden vielfach aus finanziellen
Gründen ins Krankenhaus oder in die Zeitarbeit wechseln. Eine weitere Steigerung der Ausbil-
dungszahlen sei unrealistisch.
Es wurden verschiedene Anregungen zur Verbesserung der Ausgangslage eingebracht. So sei
es dringend erforderlich im Bereich der Pflege Bürokratie abzubauen und realistischere Anfor-
derungen an die Leistungsanbieter zu formulieren. Der Einsatz von Zeitarbeitskräften wurde
kritisch diskutiert. Die wesentlichen strukturellen Rahmenbedingungen würden auf Bundes -
bzw. Landesebene gestaltet. Kommunal seien z.B. Handlungsansätze wie die Schaffung güns-
tigen Wohnraums für Beschäftigte in der Pflege umzusetzen. Präventive Ansätze zur Vermei-
dung oder Verzögerung von Pflegebedürftigkeit müssten ausgebaut werd en. Angehörige, die
bisher die Stütze des Systems bildeten, stünden immer weniger zur Verfügung. Die Bildung
von außerfamiliären Unterstützungsnetzwerken sei daher ein wichtiges Thema, das man jetzt
aufgreifen müsse. Man müsse dabei die Betroffenen mit ihrem Wunsch nach einer häuslichen
Versorgung im Blick behalten.
74 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Mehrfach wurde in der Diskussion kritisch angemerkt, dass Anbieter von pflegerischen und
medizinischen Leistungen Wirtschaftsunternehmen seien und dementsprechend handeln
müssten. Dies sei ein grundsätzlicher Fehler im System der Pflegeversicherung.
Die Konferenz Alter und Pflege wird die Diskussion über die Zukunft der pflegerischen Versor-
gung fortführen. Es sollen Ansätze entwickelt werden, die die professionelle Pflege entlasten
und das Gemeinwesen und die Selbsthilfe auf kommunaler Ebene stärken. Es sei eine intensi-
vere Zusammenarbeit im Quartier notwendig, in dem professionelle Anbieter, ehrenamtliche
und private soziale Netzwerke und Familien gemeinsam unterstützende Strukturen schaffen
und die trägerübergreifende Zusammenarbeit gestärkt werde.
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 75
2 Sozialräumliche Darstellung der Angebote
In den nachfolgenden Kapiteln wird auf Stadtbezirksebene die prognostizierte Bevölkerungs-
entwicklung bis 2026 sowie die bestehende Pflegeinfrastruktur dargestellt. Dadurch ist ein
erster Überblick über die Versorgungsstruktur und auch d ie Versorgungsbedarfe in den ein-
zelnen Bezirken möglich. Die ambulante Pflege kann nicht mit abgebildet werden, da nicht
alle Pflegedienste eine Einteilung nach Stadtbezirk bzw. Stadtteil vornehmen.
Für den Überblick folgt hier die Übersicht über die städtische Bevölkerungsentwicklung von
2023-2026 insgesamt.
Tabelle: Bevölkerungsprognose von 2023-2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 241.915 240.910 240.097 239.645
60-69 Jahre 36.617 37.647 38.474 39.180
70-79 Jahre 22.347 22.978 24.163 25.084
80-89 Jahre 16.410 16.291 15.642 15.270
Über 90 Jahre 3.370 3.537 3.751 4.007
Gesamt 320.659 321.363 322.127 323.186
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpassungs-
rechnung 2022
Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die prozentualen Veränderungen in den einzel-
nen Altersgruppen von 2023 bis 2026 auf Stadtbezirksebene.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpassungs-
rechnung 2022
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die bestehenden Pflegeangebote in den einzel-
nen Stadtteilen. Anschließend folgt eine Darstellung der Angebote je 1 .000 Einwohnerinnen
und Einwohner ab 80 Jahren.
-15,00
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
30,00
Gesamt Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Prozent
von 2023 bis 2026 nach Stadtbezirken
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
76 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Tabelle: Pflegeinfrastruktur nach Stadtbezirken, Stand: 30.06.202 3
Stadtbe-
zirk
Vollstationäre
Pflege
Kurzzeit-
pflege
ambulant betreute
Wohngemeinschaften
Tages-
pflege
Mitte 1216 144 146 98
West 601 57 45 54
Nord 137 7 12 15
Ost 78 8 44 22
Südost 132 12 39 26
Hiltrup 455 54 23 60
Gesamt 2619 282 309 275
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Tabelle: Pflegeinfrastruktur je 1.000 Einwohner/ -innen ab 80 Jahre je Stadtbezirk,
Stand 30.06.2023
Bezirk Einwohner/-
innen ab 80
Jahre
(31.12.2022)
Plätze pro 1.000 Einwohner/-innen ab 80 Jahre
Vollstatio-
näre Pflege
Kurzzeitpflege ambulant be-
treute Pflege-
Wohngemein-
schaften
Tagespflege
Mitte 7.048 172,5 20,4 20,7 13,9
West 3.434 175,0 16,6 13,1 15,7
Nord 2.021 67,8 3,5 5,9 7,4
Ost 1.800 43,3 4,4 24,4 12,2
Südost 2.060 64,1 5,8 18,9 12,6
Hiltrup 3.085 147,5 17,5 7,5 19,4
Gesamt 19.448 134,7 14,5 15,9 14,1
Quelle: Bevölkerungsdaten: Stadt Münster, Stadtplanungsamt; eigene Berechnung
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 77
Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Mitte
Zum Stadtbezirk Mitte gehören insgesamt 23 Stadtteile (statistische Bezirke). Allein die Alt-
stadt hat fünf Stadtteile: Aegidii, Überwasser, Dom, Buddenturm und Martini. Der Innenstadt-
ring setzt sich aus neun Stadtteilen zusammen: Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansaplatz, Mau-
ritz-West, Schlachthof, Kreuz, Neutor und Schloss. Mitte -Süd umfasst die Stadtteile Aasee-
stadt, Geist, Schützenhof und Düesberg. Der Teilbereich Innenstadt -Nordost besteht aus den
Stadtteilen Hafen, Herz-Jesu, Mauritz-Mitte, Rumphorst und Uppenberg.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 3 bis 2026 des Stadt-
bezirkes Mitte. Mit einer Zunahme von rund 1100 Personen vergrößert sich die Gruppe der
70 bis 79-Jährigen bis 2026 am meisten.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Mitte von 202 3 – 2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 102.889 102.378 101.750 101.727
60-69 Jahre 13.183 13.627 13.910 14176
70-79 Jahre 7.848 8.125 8.556 8943
80-89 Jahre 5.744 5.695 5.471 5344
Über 90 Jahre 1.374 1.428 1.515 1610
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030,
Anpassungsrechnung 2022
Bei der Betrachtung des prozentualen Anstiegs, liegt die größte Steigerung bei den über 90-
Jährigen, siehe nachfolgende Grafik.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpassungs-
rechnung 2022
In Münster-Mitte finden sich alle Pflegeformen wieder. Das Angebot ist hier im Vergleich mit
den anderen Stadtteilen am dichtesten.
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Bevölkerungsentwicklung in % von 2023 bis 2026
Stadtbezirk Mitte
Gesamt Mitte
78 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Mitte, Stand: 30.06.2023
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim Friedrichs-
burg
Stiftung der Schwes-
tern von der Göttlichen
Vorsehung
Offenberg-
straße 19
48151 Pluggendorf 138
Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Düesberg-
weg 143
48153 Düesberg 123
Altenzentrum
Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Andreas-Hofer-
Str. 70
48145 Herz-Jesu 101
Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Scharnhorst-
str. 4-8
48151 Pluggendorf 83
Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Krumme Str.
39/40
48143 Aegidii 82
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am
Tibusplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Budden-
turm
49
Friederike-Fliedner-
Haus
Diakonissenmutter-
haus Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 80
Haus vom Guten Hir-
ten - Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mauritz-Linden-
weg 61
48145 Herz-Jesu 20
Johanniter-Stift Müns-
ter
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regio-
nalzentrum West
Weißenburgstr.
48
48151 Geist 80
LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Kinderhauser
Str. 92
48147 Uppenberg 80
Perthes-Haus Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 87
Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Re-
sidenzen Zehnte SE &
Co. KG
Pottkamp 25 48149 Schloss 80
Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz-
Mitte
59
Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der
Krankenschwestern
nach der III Regel des
hl. Franziskus
Sankt-Mauritz-
Freiheit 52
48145 Herz-Jesu 80
Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 74
Gesamt
1.216
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 79
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim
Friedrichsburg
Stiftung der Schwes-
tern von der Göttlichen
Vorsehung
Offenbergstraße
19
48151 Pluggendorf 8
Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Düesbergweg
143
48153 Düesberg 12
Altenzentrum
Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Andreas-Hofer-
Str. 70
48145 Herz-Jesu 11
Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Scharnhorststr.
4-8
48151 Pluggendorf 8
Cohaus-Vendt-Stift Cohaus-Vendt-Stiftung Krumme Str.
39/40
48143 Aegidii 3
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am
Tibusplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Buddenturm 5
Friederike-Fliedner-
Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 10
Johanniter-Stift Müns-
ter
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regional-
zentrum West
Weißenburgstr.
48
48151 Geist 10
LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Kinderhauser
Str. 92
48147 Uppenberg 2
Perthes-Haus Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 6
Residenz Aaseehof Alloheim Senioren-Re-
sidenzen Zehnte SE &
Co. KG
Pottkamp 25 48149 Schloss 15
Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz-
Mitte
8
Seniorenzentrum Haus
Maria Trost
Genossenschaft der
Krankenschwestern
nach der III Regel des
hl. Franziskus
Sankt-Mauritz-
Freiheit 52
48145 Herz-Jesu 5
Wohnstift am Südpark Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 7
Gesamt
110
Solitäre Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege Haus
Ludgera
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Loerstr. 23 48143 Dom 34
80 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Außerklinische Inten-
sivpflege Mehrgenera-
tionenhaus Mathilden-
stift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Buddenturm 9
Demenz-Wohnge-
meinschaft Mehrgene-
rationenhaus Mathil-
denstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Buddenturm 9
DRK-Wohngemein-
schaft Erphobogen
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Bohlweg 55 48147 Schlachthof 12
Haus Genius miCura Pflegedienste
Münster GmbH
Tibusplatz 6 48143 Buddenturm 9
Taubenstraße Alexianer Münster
GmbH
Taubenstraße
12
48145 Herz-Jesu 8
Villa Hittorfstraße Alexianer Münster
GmbH
Hittorfstraße
10
48149 Schloss 10
Villa Mauritz Alexianer Münster
GmbH
Kaiser-Wil-
helm-Ring 34
48145 Mauritz-
Mitte
10
Wohngemeinschaft
Arche Noah
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred-von-
Richthofen-Str.
45
48145 Mauritz-
Mitte
12
Wohngemeinschaft
Arche Sarah
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred-von-
Richthofen-Str.
45
48145 Mauritz-
Mitte
12
Wohngemeinschaft
Casa Mauritz
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Andreas-
Hofer-Str. 86
48145 Herz-Jesu 15
Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (1)
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Hüfferstr. 20 48149 Schloss 11
Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (2)
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Hüfferstr. 20 48149 Schloss 11
Wohngemeinschaft
Schulstraße (1)
Diakonie Münster - Dia-
koniestation GmbH
Schulstr. 47 48149 Kreuz 10
Wohngemeinschaft
Schulstraße (2)
Diakonie Münster - Dia-
koniestation GmbH
Schulstr. 47 48149 Kreuz 8
Gesamt
146
Tagepflegeeinrichtungen
Klaras Tagespflege Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred von
Richthofen Str.
45 a
48145 Herz-Jesu 13
Tagespflege Altenzent-
rum am Südpark
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägergesell-
schaft Münster mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützen-
hof
15
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 81
Tagepflegeeinrichtungen
Tagespflege am Frie-
derike-Fliedner-Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 12
Tagespflege Haus Ben-
teler
Tagespflege e.V. Prozessions-
weg 54
48145 Mauritz-
Mitte
12
Tagespflege im Cle-
mens-Wallrath-Haus
Alexianer Münster
GmbH
Josefstr. 4 48151 Josef 20
Tagespflege Mehrge-
nerationenhaus Mat-
hildenstift
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Budden-
turm
12
Tagespflege Miteinan-
der Friedrichsburg
Altenheim Friedrichs-
burg gGmbH
Offenbergstr.
15 a
48151 Pluggen-
dorf
14
Gesamt
98
Service-Wohnen
Domicil Aaseehof Kirchliche Zusatzversor-
gungskasse Rheinland-
Westfalen
Pottkamp 15-
19
48149 Schloss 76
Domicil im Kreuzvier-
tel
Diakonissenmutterhaus
Münster GmbH
Tannenberg-
str. 1-11
48147 Kreuz 40
Johanniter Stift
Münster
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regional-
zentrum West
Weißenburg-
str. 48
48151 Geist 13
Residenz Aaseehof
Service Wohnen
Alloheim Senioren-Resi-
denzen Zehnte SE &
Co.KG
Robert-Koch-
Str. 55
48149 Schloss 48
Servicewohnen
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV-Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Tibusplatz 1-7 48143 Budden-
turm
258
Wohnen im Klarapark Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Andreas-
Hofer-Str. 72-
76
48145 Herz-Jesu 81
Wohnresidenz Gassel-
stiege
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
Prins-Claus-
Str. 56
48159 Uppenberg 26
Wohnresidenz York-
house
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
York-Ring 1-3 48159 Uppenberg 16
Gesamt
558
Quelle: PfAD.wtg, Stand 30.06.2023
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
„Café Malta“ Malteser Hilfsdienst e.V. Von-Os-
sietzky-Str. 16
48151 Aaseestadt
Betreuungsnachmit-
tage für Demenzer-
krankte
Alzheimer Gesellschaft
Münster e.V.
Tannenberg-
str. 1
48147 Kreuz
Projekt LichtBlick Alexianer Münster
GmbH
Josefstr. 4 48151 Josef
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege, Stand: 30.06.2023
82 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Mitte
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 83
Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -West
Der Stadtbezirk Münster-West besteht aus den sechs Stadtteilen Gievenbeck, Sentrup, Meck-
lenbeck, Albachten, Roxel und Nienberge. Der Stadtteil Sentrup grenzt direkt an den Stadtbe-
zirk Mitte an und orientiert sich auch in diese Richtung. Die Stadtteile Alba chten, Roxel und
Nienberge liegen im Außenbereich.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 3 bis 2026 des Stadt-
bezirkes West. Die am stärksten wachsende Gruppe ist mit 706 Personen die Gruppe der 60
bis 69-Jährigen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk West von 202 3 – 2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 48.198 47.924 47.996 47.948
60-69 Jahre 6.787 7.001 7.275 7493
70-79 Jahre 4.203 4.359 4.569 4720
80-89 Jahre 2.937 2.937 2.863 2805
Über 90 Jahre 581 605 626 679
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpassungs-
rechnung 2022
Im Vergleich zur Gesamtentwicklung in Münster steigt überdurchschnittlich die Bevölkerung
im Alter zwischen 60 bis 69 Jahren.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019 -2030, Anpassungs-
rechnung 2022
Im Stadtbezirk Münster -West sind alle Pflegeformen vertreten. Eine wohnortnahe Betreu-
ungsgruppe für an Demenz erkrankte Menschen nach §45 SGB XI wird hier (noch) nicht ange-
boten.
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Bevölkerungsentwicklung in % von 2023 bis 2026
Stadtbezirk West
Gesamt West
84 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Weitere Entwicklungen sind im Oxford -Quartier zu erwarten. Außerdem werden aktuell die
Modellquartiere Steinfurter Straße und Busso -Peus-Straße entwickelt.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-West, Stand: 30.06.2023
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
92
Alwine-Lauterbach-Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 66
Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen-
beck
171
Fritz-Krüger-Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 1 48161 Gieven-
beck
81
Martin-Luther-Haus Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 151
Wohnen in Pastors Gar-
ten
Stift Tilbeck GmbH Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 40
Gesamt
601
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
5
Alwine-Lauterbach-Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 10
Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen-
beck
15
Martin-Luther-Haus Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 8
Wohnen in Pastors Gar-
ten
Stift Tilbeck GmbH Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 4
Gesamt
42
Solitäre Kurzzeitpflege
Fritz-Krüger-Senioren-
zentrum Solitäre KZP
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 1 48161 Gieven-
beck
15
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Annette
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerges.
Münster mbH; Ambu-
lante Pflege
Kirmstr. 18 48161 Nien-
berge
7
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 85
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Altenzentrum Münster
Nienberge - Haus Sebas-
tian
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerges.
Münster mbH; Ambu-
lante Pflege
Gartenstiege 6 48161 Nien-
berge
7
Hof Schultmann Alexianer Münster
GmbH
Stratmannweg
23
48163 Mecklen-
beck
12
Irmgard Buschmann Haus
(1)
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Am Küchen-
busch 15
48161 Gieven-
beck
11
Irmgard Buschmann Haus
(2)
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Am Küchen-
busch 15
48161 Gieven-
beck
8
Gesamt
45
Tagepflegeeinrichtungen
Altenheim St. Elisabeth -
Tagespflege
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
15
Tagespflege Albachten Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Dülmener Str. 9 48163 Albachten 15
Tagespflege im Meck-
mannshof
Ev. Perthes-Stiftung
e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen-
beck
24
Gesamt
54
Service-Wohnen
Altenheim St. Elisabeth -
Heimverbundenes Woh-
nen
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Südlohnweg 1 48161 Gieven-
beck
15
Altenwohnungen am
Meckmannshof
Evangelische Perthes-
Stiftung e.V.
Mecklenbecker
Str. 421-423
48163 Mecklen-
beck
38
AWO Münster Gieven-
beck
Arbeiterwohlfahrt Be-
zirksverband Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 3 48161 Gieven-
beck
32
Martin-Luther-Haus / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17-
19
48149 Sentrup 10
Rottkamp Parea gGmbH Rottkamp 53-57
a
48163 Albachten 35
Servicewohnen Lukas
Zentrum
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Rüschhausweg
17-19
48161 Gieven-
beck
52
Service-Wohnen Meyer-
beerstraße
Pflegebüro Schmidt Meyerbeerstr.
37-51
48163 Mecklen-
beck
44
Wohnpark Mecklenbeck Pflegebüro Schmidt Dingbängerweg
31-49
48163 Mecklen-
beck
57
Wohnresidenz Sentruper
Höhe
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
Schmeddingstr.
115-121
48149 Sentrup 56
Gesamt
339
86 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Geplante Einrichtungen, Stand: 30.06.202 3
Tagespflegeeinrichtungen
Lydia-Zentrum Diakonie Münster Plettendorf-
straße 1
48161 Nien-
berge
13
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Lydia-Zentrum Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Plettendorf-
straße 1
48161 Nien-
berge
12
Selbstverantwortete
Wohnpflegegemeinschaft
Grüner Weiler
Grüner Weiler eG Gumprich-
straße/Henny-
Uhlmann-
Weg/Edith-Mil-
tenberg-Weg
48161 Gieven-
beck
9
Gesamt 21
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 87
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -West
88 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Nord
Der Stadtbezirk Münster -Nord besteht aus den Stadtteilen Coerde, Kinderhaus -Ost, Kinder-
haus-West und Sprakel. Bis auf Sprakel grenzen alle Stadtteile an den Stadtbezirk Mitte an.
Der Stadtteil Sprakel verfügt über die größten Flächen, diese sind aber ländl icher Struktur mit
dem verhältnismäßig kleinen Ort Sprakel. Der Stadtteil Sprakel hat mit 21 Prozent einen über-
durchschnittlichen Anteil an Senioren -Single-Haushalte.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 3 bis 2026 des Stadt-
bezirkes Nord.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Nord von 202 3 – 2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 22.689 22.610 22.801 22.793
60-69 Jahre 4.025 4.026 4.058 4072
70-79 Jahre 2.367 2.445 2.612 2737
80-89 Jahre 1.677 1.646 1.559 1493
Über 90 Jahre 303 319 338 369
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030,
Anpassungsrechnung 2022
Es ist mit einem Anstieg der Bevölkerung zwischen 70 -79 Jahren, sowie der über 90 -Jährigen
zu rechnen. Die Anzahl der Bevölkerung ab 80 Jahren verringert sich überdurchs chnittlich.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019 -2030, Anpassungs-
rechnung 2022
-15,00
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Bevölkerungsentwicklung in % von 2023 bis 2026
Stadtbezirk Nord
Gesamt Nord
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 89
Einen Überblick über die bestehende Pflegeinfrastruktur in Stadtbezirk Nord gibt die nachfol-
gende Tabelle.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Nord, Stand: 30.06.2023
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Haus Wilkinghege Haus Wilkinghege
Wirbelauer KG
Wilkinghege 55 48159 Kinder-
haus
West
65
Papst-Johannes-Paul-
Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 72
Gesamt
137
Eingestreute Kurzzeitpflege
Papst-Johannes-Paul-
Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 7
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
2-4
48155 Sprakel 12
Tagepflegeeinrichtungen
Tagespflege Papst-Jo-
hannes-Paul-Stift
Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 15
Service-Wohnen
Betreutes Wohnen
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
1
48159 Sprakel 34
Brüningheide /Killingstr. AWO Brüningheide
75-77 /Killingstr.
1-7
48159 Kinder-
haus
West
80
Service-Wohnen Zent-
rum Kinderhaus
Pflegeteam miteinan-
der GmbH
Westhoffstr.
140
48159 Kinder-
haus
West
103
Gesamt
217
Quelle: PfAD.wtg
90 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
„Miteinander“ Betreu-
ungsgruppe für demen-
ziell erkrankte Men-
schen in Kinderhaus und
Sprakel
Katholische Kirchenge-
meinde St. Josef - Kin-
derhaus
Kristiansandstr.
70
48159 Kinderhaus-West
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Nord
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 91
Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Ost
Der Stadtbezirk Münster -Ost besteht aus den drei Stadtteilen Mauritz -Ost, Gelmer-Dyckburg
und Handorf. Dieser Stadtbezirk ist sehr ländlich geprägt. Der Stadtteil Mauritz -Ost grenzt an
den Bezirk Mitte, der Kanal bildet die Grenze. Dieser Stadtteil weist durch die Nähe und di-
rekte Anbindung an Münster -Mitte noch städtische Strukturen auf und die Orientierung der
Bewohnerinnen und Bewohner richtet sich auch vorwiegend auf die Innenstadt aus. Im Stadt-
teil Gelmer -Dyckburg finden sich die Orte Gelmer, Sudmühle und Mariendorf. Der Stadtteil
Handorf umfasst neben einem großen Anteil ländlicher Flächen auch den Ort Handor f. Dort
gibt es mit 27 Prozent zudem überdurchschnittlich viele Senioren -Single-Haushalte.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 3 bis 2026 des Stadt-
bezirkes Ost.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Ost von 202 3 – 2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 16.863 16.743 16.526 16.390
60-69 Jahre 3.121 3.234 3.289 3378
70-79 Jahre 1.984 2.003 2.098 2151
80-89 Jahre 1.516 1.496 1.417 1382
Über 90 Jahre 288 302 326 337
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpassungs-
rechnung 2022
Im Stadtbezirk Ost liegt die prozentuelle Entwicklung der Altersgruppe, bis auf die Gruppe der
60 bis 69-Jährigen, zum Teil deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019 -2030, Anpassungs-
rechnung 2022
-15,00
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Bevölkerungsentwicklung in % von 2023 bis 2026
Stadtbezirk Ost
Gesamt Ost
92 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Nachfolgend eine Übersicht der Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Ost.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Ost, Stand: 30.06.2023
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadt-
teil
Plätze
Handorfer Hof - Senioren-
zentrum
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
24
48157 Handorf 78
Eingestreute Kurzzeitpflege
Handorfer Hof - Senioren-
zentrum
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
24
48157 Handorf 8
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
"Mitten in Mauritz" (1)
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 48155 Mauritz-
Ost
10
Wohngemeinschaft
"Mitten in Mauritz" (2)
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 48155 Mauritz-
Ost
10
Haus Margareta (1) Alexianer Münster
GmbH
Hegerskamp 5 48155 Mauritz-
Ost
12
Haus Margareta (2) Alexianer Münster
GmbH
Hegerskamp 5 48155 Mauritz-
Ost
12
Gesamt
44
Tagespflegeeinrichtungen
pro.cura Tagespflege pro.cura Tagespflege
GmbH
Wolbecker Str.
226
48155 Mauritz-
Ost
16
Tagespflege Handorfer
Hof
Diakonie Münster –
Diakoniestation GmbH
Handorfer Str.
22
48157 Handorf 6
Gesamt
22
Service-Wohnen
Betreutes Wohnen
Wersewinkel 1+2
Diakonie Münster-Sta-
tionäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
28-30
48157 Handorf 22
Handorfer Hof / Service-
wohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
20-24
48157 Handorf 24
Seniorenzentrum "Mitten
in Mauritz"
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104-
106
48155 Mauritz
Ost
20
Wohnen am Lohausbach pro.cura Service Woh-
nen GmbH
Wolbecker
Straße 224
48155 Mauritz
Ost
50
Gesamt
116
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 93
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Geplante Einrichtungen, Stand: 30.06.2023
Tagespflegeeinrichtungen
Tagespflege "Am Kirsch-
garten"
Diakonie Münster –
Diakoniestation GmbH
Kirschgarten
28a
48157 Handorf 13
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Ost
94 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Südost
Der Stadtbezirk Münster-Südost besteht aus den vier Stadtteilen Gremmendorf -West, Grem-
mendorf-Ost, Angelmodde und Wolbeck, wobei einzig Wolbeck als solitärer Stadtteil gesehen
werden kann. Die anderen drei Stadtteile gehen ineinander über, ausgenommen Alt -Angel-
modde, welcher mit dörflicher Struktur zwischen Gremmendorf/Angelmodde und Wolbeck
liegt. Im Stadtteil Wolbeck gibt es mit 22 Prozent überdurchschnittlich viele Senioren -Single-
Haushalte.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Ja hre 2023 bis 2026 des Stadt-
bezirkes Südost.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Südost von 2023 – 2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 24.396 24.540 24.621 24.603
60-69 Jahre 4.298 4.399 4.536 4607
70-79 Jahre 2.496 2.546 2.662 2777
80-89 Jahre 1.781 1.793 1.722 1673
Über 90 Jahre 308 327 344 369
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030,
Anpassungsrechnung 2022
Der Anstieg erfolgt hauptsächlich in den jüngeren bis mittleren Altersgruppen. Die Zahl der
über 90-Jährigen steigt zudem mit 61 Personen bis 2026 an.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019 -2030, Anpassungs-
rechnung 2022
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Bevölkerungsentwicklung in % von 2023 bis 2026
Stadtbezirk Südost
Gesamt Südost
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 95
Einen Überblick über die bestehende Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Südost gibt die fol-
gende Tabelle. In Angelmodde werden derzeit zwei weitere ambulante Pflege -Wohngemein-
schaften geplant mit insgesamt 16 Plätzen.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Südost, Stand: 30.06.2023
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Achatius-Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 b 48167 Wolbeck 66
Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clemens-August-
Platz 8a
48167 Angel-
modde
66
Gesamt
132
Eingestreute Kurzzeitpflege
Achatius-Haus (inkl.
Junge Pflege)
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24
b/c
48167 Wolbeck 6
Kardinal-von-Galen-Stift Caritas-Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clemens-August-
Platz 8a
48167 Angel-
modde
6
Gesamt
12
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Haus Elisabeth Alexianer Münster
GmbH
Herrenstr. 10 48167 Wolbeck 12
Selbstverwaltete Senio-
rengemeinschaft Villa
Kahmann
Cathamed Pflege-
dienst
Gremmendorfer
Weg 44
48167 Grem-
mendorf-
Ost
11
Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1-27 48167 Angel-
modde
8
Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1-27 48167 Angel-
modde
8
Gesamt
39
Tagepflegeeinrichtungen
Achatius-Haus, Tages-
pflege
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 b 48167 Wolbeck 12
Tagespflege Akticom Tagespflege Akticom
GmbH
Twenhövenweg
18
48167 Angel-
modde
14
Gesamt
26
96 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Service-Wohnen
Achatius-Haus / Service-
wohnen
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 c-
d
48167 Wolbeck 35
Betreutes Wohnen beim
Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1 48167 Angel-
modde
24
Servicewohnen Tönne-
Vormann-Weg
Ambulanter Pflege-
dienst Akticom;
GmbH
Tönne-Vormann-
Weg 5
48167 Wolbeck 16
Wohnungseigentümer-
gemeinschaft Junker-
Jörg-Platz 17/18
Diakonie Münster -
Diakoniestation
GmbH
Junker-Jörg-Platz
17/18
48167 Angel-
modde
23
Gesamt
98
Quelle: PfAD.wtg
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
„Café Wigbold“ ein An-
gebot für Menschen mit
Demenz in Wolbeck
Katholische Kirchen-
gemeinde St. Niko-
laus Münster, Alexia-
ner Haus Heidhorn
GmbH
Herrenstr. 17 48167 Wolbeck
Haus der Begegnung St.
Ida, Gruppe D
Katholische Kirchen-
gemeinde St. Niko-
laus Münster
Nachtigallenweg
25
48167 Gremmendorf-Ost
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Tabelle: Geplante Einrichtungen, Stand: 30.06.202 3
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft "Am
Albersloher Weg" (1)
Pflegebote GmbH Albersloher Weg
619b
48167 Angel-
modde
8
Wohngemeinschaft "Am
Albersloher Weg" (2)
Pflegebote GmbH Albersloher Weg
619b
48167 Angel-
modde
8
Gesamt 16
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 97
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Südost
98 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster -Hiltrup
Der Stadtbezirk Münster -Hiltrup besteht aus den fünf Stadtteilen Berg Fidel, Hiltrup -Ost,
Hiltrup-Mitte, Hiltrup-West und Amelsbüren. Der Stadtteil Berg Fidel grenzt an die Innenstadt
und erfährt durch die durchgehende Bebauung eine direkte Anbindung und auch Orientierung
der Bewohnerinnen und Bewohner in diese Richtung. Organisatorisch erfolgt diese verwal-
tungsseitig allerdings in Richtung Hiltrup. Hiltrup selb st ist aufgrund seiner Größe in drei sta-
tistische Bezirke (Stadtteile) eingeteilt. Amelsbüren ist von ländlicher Struktur umgeben. Der
Anteil der Senioren -Single-Haushalte ist in den Stadtteilen Hiltrup Ost (2 5 Prozent), Hiltrup
Mitte (20 Prozent) und Amelsbüren (2 3 Prozent) überdurchschnittlich hoch.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 202 3 bis 2026 des Stadtbe-
zirkes Hiltrup. Bei der Gruppe der über 90 -Jährigen gibt es einen überdu rchschnittlichen An-
stieg mit rund 130 Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Hiltrup von 202 3 – 2026
Altersgruppe 2023 2024 2025 2026
0-59 Jahre 26.880 26.715 26.402 26.182
60-69 Jahre 5.204 5.359 5.405 5454
70-79 Jahre 3.448 3.500 3.666 3757
80-89 Jahre 2.756 2.725 2.612 2573
Über 90 Jahre 514 556 602 644
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030,
Anpassungsrechnung 2022
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2019-2030, Anpassungs-
rechnung 2022
-10,00
-5,00
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
30,00
0-59 Jahre 60-69 Jahre 70-79 Jahre 80-89 Jahre Über 90 Jahre
Bevölkerungsentwicklung in % von 2023 bis 2026
Stadtbezirk Hiltrup
Gesamt Hiltrup
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 99
Der Stadtbezirk Hiltrup verfügt über eine vielfältige Pflegeinfrastruktur, die sich hauptsächlich
im Ortsteil Hiltrup befindet. Der Schwerpunkt liegt hier im vollstation ären Pflegebereich.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster -Hiltrup, Stand: 30.06.2023
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Westfalenstr. 490 48165 Amelsbü-
ren
52
Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-
Mitte
60
Haus Augustinus Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 9 48163 Amelsbü-
ren
18
Haus Simeon Diakonie Münster - Sta-
tionäre Seniorendienste
GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg-Fidel 146
Haus Thomas Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 8 48163 Amelsbü-
ren
54
Marienheim Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster
Hiltrup
An der Alten Kirche
5
48165 Hiltrup-
Mitte
83
Meyer-Suhrhein-
rich-Haus
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Marktallee 42 48165 Hiltrup-
Mitte
42
Gesamt
455
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Westfalenstr. 490 48165 Amelsbü-
ren
6
Altenhilfe-Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-
Mitte
2
Haus Simeon Diakonie Münster - Sta-
tionäre Seniorendienste
GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg-Fidel 8
Haus Thomas Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 8 48163 Amelsbü-
ren
4
Marienheim Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster
Hiltrup
An der Alten
Kirche 5
48165 Hiltrup-
Mitte
9
Meyer-Suhrhein-
rich-Haus
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Marktallee 42 48165 Hiltrup-
Mitte
5
Gesamt
34
100 | Kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 202 3 - 2026
Solitäre Kurzzeitpflege
Altenhilfe-Zentrum
der Missions-
schwestern Kurz-
zeitpflege "Haus
Maria"
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup-
Mitte
20
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Christopher Haus air vital Kranken- und
Intensivpflege GmbH
Westfalenstr. 176 48165 Hiltrup-
Mitte
17
Wohngruppe Leo -
ISB
Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 9 48163 Amelsbü-
ren
6
Gesamt 23
Tagespflegeeinrichtungen
Tageshaus St. Ma-
rien
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Loddenweg 10 48165 Hiltrup-
Ost
15
Tagespflege an der
Kreuz Christi Kirche
Alexianer Münster
GmbH
Leisnerstr. 17 48163 Amelsbü-
ren
14
Tagespflege
Simeon
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Am Berg Fidel 78 48153 Berg-Fidel 16
Tagespflege St. Cle-
mens
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Kortumweg 56 48165 Hiltrup-
Mitte
15
Gesamt
60
Service-Wohnen
Betreutes Wohnen
am Marienheim
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
An der alten Kirche 5 18165 Hiltrup-
Mitte
3
Betreutes Wohnen
Hofmann von Fal-
lerslebens Weg
Altenhilfe-Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Hofmann von Fallers-
lebens Weg 30-32
48165 Hiltrup-
Mitte
25
Haus Simeon / Ser-
vicewohnen - Bun-
galow
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg Fidel 48
Pankokstr. 14 / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Pankokstr. 14 48153 Berg Fidel 15
Gesamt
91
Quelle: PfAD.wtg
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Betreuungsgruppe
Marie
Meyer-Suhrhein-
rich Stiftung
Patronatsstr. 3 48165 Hiltrup-Mitte
Kommunaler Pflegebedarfsplan Münster 202 3 - 2026 | 101
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Gemeindecafé für
Menschen mit De-
menz in Amelsbüren
Gemeindediakonie
Hiltrup e. V.
Hülsebrockstr. 16 48165 Hiltrup-Mitte
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Infobüro Pflege
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster -Hiltrup
Anlage A
1761 Zeichen
Anlage A zur V/0402/2023 Kurzüberblick Der kommunale Pflegebedarfsplan 2023-2026 gibt einen Überblick über den Bestand der Pfle- geinfrastruktur in Münster und bewertet den kommenden Bedarf. Für die vollstationäre Dauerpflege wird ein Bedarf an 101 zusätzlichen Plätzen festgestellt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dem kommunalen Pflegebedarfsplan 2023-2026 wird folgendes Ziel aus dem ISM-Prozess verfolgt: Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Das Teilziel lautet: Sicherstellung einer dem örtlichen Bedarf entsprechenden pflegerischen Angebotsstruktur Finanzierung Produktgruppe: 0503 Sicherung besonderer sozialer Bedarfe Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig § 7 Abs. 6 APG NRW; § 11 Abs. 7 APG NRW; § 27 APG DVO Beschluss des Rates vom 11.02.2015, Vorlage V/0006/2015 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Sicherstellung der pflegerischen Infrastruktur steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung der Gesellschaft.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (143)
- Hüfferstraße 20
- Taubenstraße 12
- Schulstraße 47
- Westfalenstraße 176
- Achtermannstraße 11
- Mondstraße 104
- Kardinalstraße 26
- Münzstraße 38
- Scheibenstraße 117
- Geringhoffstraße 45
- Zumbuschstraße 10
- Wolbecker Straße 140b
- Augustastraße 34
- Roxeler Straße 559
- Coerdestraße 45
- Rudolf-Diesel-Straße 40
- Pankokstraße 14
- Patronatsstraße 2
- Sprakeler Straße 47
- Jahnstraße 67
- Windthorststraße 7
- Kinderhauser Straße 92
- Gropiusstraße 7
- Josefstraße 4
- Carossastraße 36
- Hammer Straße 39
- Wienburgstraße 60
- Ostmarkstraße 9
- Clevornstraße 5
- Loerstraße 23
- Fliednerstraße 17
- Alte Dorfstraße 10
- Kirmstraße 18
- Dülmener Straße 9
- Culmer Straße 16
- Münsterstraße 24b
- Herrenstraße 10
- Schlesienstraße 1
- Marktallee 42
- Leisnerstraße 17
- Hülsebrockstraße 16
- Tibusplatz 6
- Böckmannplatz 2
- Albersloher Weg 619b
- Bohlweg 10
- Rüschhausweg 149
- Gustav-Stresemann-Weg 62
- Hohenzollernring 67
- Letterhausweg 103
- Krögerweg 14
- Rottkamp 49
- Tönne-Vormann-Weg 5
- Schöppingenweg 84
- Daimlerweg 33
- Drensteinfurtweg 5
- Eichenweg 11a
- Knufenkamp 53
- Kriegerweg 34
- Enkingweg 40
- Hansaplatz
- Pottkamp 25
- York-Ring 1
- Südlohnweg 1
- Hegerskamp 5
- Alexianerweg 9
- Loddenweg 10
- Kortumweg 56
- An der Alten Ziegelei 30
- Am Rüschhaus 14a
- An der Vogelrute 29
- Am Berler Kamp 146
- Am Berg Fidel 70
- Hanses-Ketteler-Straße 2
- Offenbergstraße 20
- Warendorfer Straße 183
- Junker-Jörg-Platz 17
- Königsberger Straße 131
- Mecklenbecker Straße 133
- Weißenburgstraße 22
- Friedrich-Ebert-Straße 17
- Mierendorffstraße 26
- Ludwig-Wolker-Straße 34
- Alter Fischmarkt 16
- Andreas-Hofer-Straße 70
- Sankt-Mauritz-Freiheit 52
- Scharnhorststraße 4
- Manfred-von-Richthofen-Straße 45
- Robert-Koch-Straße 55
- Prins-Claus-Straße 56
- Steinfurter Straße
- Busso-Peus-Straße
- Schmeddingstraße 115
- Henny-Uhlmann-Weg
- Kristiansandstraße 70
- Handorfer Straße 24
- Clemens-August-Platz 8a
- Gremmendorfer Weg 44
- An der Alten Kirche 5
- Prinzipalmarkt
- Hittorfstraße 10
- Idenbrockplatz 21
- Sophienstraße 3
- Zumsandestraße 25
- Killingstraße 1
- Sentruper Höhe
- Melchersstraße 80
- Haus Angelmodde 2
- Dechaneistraße 14
- Krumme Straße 39
- Meyerbeerstraße 37
- Westhoffstraße 140
- Nachtigallenweg 25
- Wilkinghege 55
- Kirschgarten 28a
- Welsingheide 10
- Gartenbreie 62
- Coerdestiege 69
- Brüningheide 75
- Am Lohausbach
- Annette-Allee 20
- Holtmannsweg 41a
- Sessendrupweg 54
- Schüttorfweg 19
- Düesbergweg 143
- Meckmannweg 74
- Gartenstiege 6
- Stratmannweg 23
- Dingbängerweg 31
- Twenhövenweg 18
- Pluggendorf 138
- Kinderhaus
- Buldernweg 42
- Feldstiege 100
- Steinkuhle 18
- Wiengarten 32
- Lühnstiege 2
- Piusallee 154a
- Wersewinkel 1
- Düesberg 123
- Werse
- Rikeweg 2
- Brock 33
- Neutor
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0402/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 05.10.2023
- Erstellt
- 28.06.2023 17:57