V/0443/2024
Neugestaltung Hamburger Tunnel - Ergebnis der Mehrfachbeauftragung
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Anlage A
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Anlage A zur V/0443/2024 Kurzüberblick Im Rahmen der Umsetzung des Ergebnisses aus der Mehrfachbeauftragung zur Neugestaltung des Hamburger Tunnels, wird mit dieser Vorlage die Möglichkeit geschaffen, den Bestplatzierten mit der weiteren Entwurfs- und Ausführungsplanung zu beauftragen und gleichzeitig Städtebau- fördermittel für die Realisierung zu beantragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Neugestaltung des Hamburger Tunnels ist ein Teil des Zukunftsprozesses für die Innenstadt von Münster und Bestandteil des INSEK Münster-Innenstadt. Grundsätzlich verfolgen die Aktivitäten das Ziel, eine zukunftsresiliente Innenstadt zu gestalten. Dabei werden folgen Teilziele verfolgt: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungs- standorte in Europa Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesell- schaft. Mit der baulichen Umsetzung der Neugestaltung des Hamburger Tunnels werden die Ziele und Teilziele erreicht. Finanzierung Produktgruppe: 1201 Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan X Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2024 enthal- ten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Umsetzung der Maßnahme entspricht dem Beschluss des Hauptausschusses vom 14.12.2022 (Vorlage V/0631/2022) Die Beschlussfassung zu dieser Vorlage ist eine notwendige Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln für das Programmjahr 2025. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Es gibt keine Auswirkungen. Der Hamburger Tunnel ist uneingeschränkt heute wie zukünftig für alle Menschen barrierefrei nutzbar. Der Ausbau der Fuß- und Fahrradverbindung unterstützt heute wie zukünftig den Klima- schutz.
0443-2024 Anlage 1 HT
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NEUGESTALTUNG HAMBURGER TUNNEL Ergebnisse des Auswahlverfahrens MEHRFACHBEAUFTRAGUNG Anlage 1 zur Vorlage V/0443/2024 14 eingereichte Entwürfe in Stufe 1 3 Entwürfe, die am 16. April 2024 vom Auswahlgremium für die Weiterbearbeitung in Stufe 2 ausgewählt wurden 1 Entwurf, der am 25.Juni 2024 vom Auswahlgremium für die weitergehende Planung und Umsetzung vorgeschlagen wurde. Zum 30.09.2024 ist geplant, Fördermittel im Rahmen der Städtebauförderung zu beantragen. Vorbehaltlich der Förderzusage und der Verfügbarkeit von Eigenmitteln im städtischen Haushalt ist vorgesehen, das ausgewählte Büro mit der konkreten Entwurfs- und Ausführunghsplanung zu beauftragen. ALLGEMEINER TEIL VERFAHREN 2 - Die grundsätzliche Machbarkeit der Stichwege zur ggf. z ukünftigen Aufzugserschließung wurde in Stufe 1 erarbeitet. In Stufe 2 sind diese nicht weiter zu berücksichtigen. - Das Ladenlokal am Berliner Platz 29a (Westseite) soll d urch das Konzept nicht überplant werden - Das Lichtraumprofil soll nachgewiesen werden - Getrennter Geh- und Radweg (Gehweg auf der Südseite; Radweg auf der Nordseite) - Empfohlene Breiten sind: Gehweg: 3,20 m (0,20 m Sicherheitsabstand zur Wand / 2,50 m nutzbare Gehwegbreite / 0.5 m Sicherheitsabstand zum Bordstein bzw. Trennung Radweg: 4,25 m (setzt sich zusammen aus 4,00 m nutzbare Breite Zweirichtungsradweg / 0,25 m Sicherheitsabstand Wand) Restflächen bzw. –breiten, je nach Konzept sollten dem Radweg zugeschlagen werden - Es soll eine Durchfahrtshöhe von 3,50 m für Feuerwehr- und Rettungswagen gegeben bleiben. Eine Unterschreitung bis max. 3,30 m lichte Raumhöhe ist möglich. - Es ist eine Kostenschätzung für die Umsetzung zu ermitte ln. Sanierungs- und Rückbaukosten sind nicht zu berücksichtigen. Entsprechend den Hinweisen aus dem Auswahlgremium zu den Konzeptideen sind ggf. Kostenvarianten mit einzureichen. TECHNISCHE ANFORDERUNGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN Alle verbleibenden drei Entwürfe wurden fristgerecht und entsprechend der geforderten Leistungen prüffähig eingereicht. Alle technischen Anforderungen und Rahmenbedingungen wurden erfüllt. Alle Entwürfe sind in der Vorprüfung für die Umsetzung als geeignet eingestuft worden. ABGABE DER ARBEITEN / VORPÜRFBERICHT ANHANG ENTWURFSÜBERSICHT STUFE 2 3 BOLLES + WILLSON BEHET BONDZIO BRANDENFELS BREDERLAU HOLIK HEHNPOHL HILDEBRANDT GRUBER POPP HT ARCHITEKTUR REHBERGER SAL SCHOYERER SYRA STUDIO SILO TIZIANO LUCCHESE TOPOTEK 1 ÜBERSICHT STUFE 2 1. Platz 4 2. Platz 3. Platz BEHET BONDZIO LEITIDEE Der Tunnel soll in einen atmosphärisch erfahrbaren Naturraum verwandelt werden, der tiefe Einblicke in einen Wald gewähren soll. Die Wände erhalten dafür eine vorgehängte Konstruktion aus hinterleuchteten Panzerglasscheiben, die in mehreren Layern mit dem Waldmotiv bedruckt werden. Die Atmosphäre soll durch eine akustische Untermalung verstärkt werden. Der Boden ist einheitlich in grün eingefärbtem Asphalt vorgesehen. Die Separation zwischen Gehweg und Fahrbahn erfolgt durch eine in den Boden eingelassene LED- Lichtleiste. Die Decke erhält eine durchgängige Abhängung mit leichten Edelstahl-Paneelen, in denen sich schemenhaft das Waldmotiv wiederspiegeln soll. Die eigentliche Gestaltung beginnt und endet jeweils genau auf der Plangrenze, also an den Tunnelmündern. In den Vorbereichen schlagen die Verfa sser vor, das Grünthema durch Baumpflanzungen fortzuführen. 5 BEWERTUNG STUFE 1 Der Entwurf erscheint auf den ersten Blick trivial – auf dem zweiten Blick jedoch genial. Dieser Entwurf des grünen Waldes im Tunnel schafft eine gute Verknüpfung zwischen Bild und Akustik. Der Entwurf hat eine einfache Aussage undein klares Thema, welches durch eine Wandgestaltung, Akustik und Materialität darstellt bzw. zur Wirkung gebracht wird. Das Motiv schafft einen ruhigen aber abwechslungsreichen Raum, welcher das Bahnhofsumfeld stadträumlich aufwertet. Der Entwurf ist in seiner Abfolge konsistent und solide, mit ei nem einfachen Verdrängungseffekt, indem er keinen direkten Aufenthaltsraum sch afft, den Transitraum aber sehr gut inszeniert. BEHET BONDZIO 6 BEWERTUNG STUFE 2 Überraschend, leicht verständlich und in der Wahl und Fügung d er Materialien atmosphärisch effektiv: Der Hamburger Tunnel verwandelt sich i n ein positiv assoziiertes Raumerlebnis und betont gleichzeitig seine eig entliche Funktion als Durchgangs- und Verbindungsraum. Vor dem Tunnel leitet echtes Stadtgrün über in einen abrupt, j eweils an den Tunnelmündern beginnenden, abstrakten Wald. Während der Dur chquerung bewirken das Zusammenspiel von grün eingefärbten Flüsterasphalt, hinterleuchteten Glaswänden, die in mehreren Layern Träger des Waldmotivs sind , eine fein gelochte, mattierte und diffus das Waldthema spiegelnde Edelstahldecke, sowie eine akustische Untermalung mit Waldgeräuschen, dass der Passierende f ür einen kurzen Moment eintaucht, in 130 Meter Ruhe. Erfahrungswerte mit hinterleuchteten Glaswänden, die vielfach an Bahnhöfen und in der Außenwerbung erprobt sind, zeigen, dass diese selten mutwillig beschädigt oder zerstört werden. Auch die sonstigen Materialien erscheinen solide und klug in ihrer atmosphärischen Wirkung, ausgesucht. Illegal platzierte Wer bung, beispielweise Aufkleber oder Partyankündigungen, sind in einer gewissen Menge hinnehmbar, da das Waldmotiv diese verträgt bzw. „verschluckt“. Das gewählte Thema eines „Wäldchens unter den Gleisen“ (dasvielleicht auch eine Analogie zum Raumeindruck der Promenade aufweist), gepaart mit seiner gekonnt reduzierten Ausgestaltung mit beruhigender Charakteristik, üb erzeugt an diesem hochurbanen Ort. BREDERLAU HOLIK LEITIDEE Die mit Münster verbundenen Themen Frieden, Europa, Offenheit, Toleranz und Vielfalt werden zu einem Gestaltungskonzept für den Hamburger Tunnel entwickelt. Jedes Mitgliedsland der EU erhält eine eigene Farbgebung, diein der Farbgebung so aufeinander abgestimmt, dass beim Durchqueren des Tunnels eine Assoziation an die Farben eines Regenbogens eintritt. Die Tunnelwände bestehen aus glasierten Keramikfliesen. Die Wände sind im Übergang zum Boden und zur Decke leicht abgerundet. Die Decke wird aufgelöst, indem ein „Blätterdach der Regionen“eingehängt wird, gefertigt aus perforiertem, farbigem Metallblech. Über den Aus- und Eingangsbereichen beider Tunnelmünder sindmodern gestaltete Straßenlampen an Seilen aufgehängt. Fahrradspur und Fußweg sind separiert und abgesetzt voneinander in hellgrauen bzw. dunkelgrauen Asphalt geplant. 7 BEWERTUNG STUFE 1 Die Herleitung der Konzeptidee scheint durchdacht und nimmt die Aktualität des Themas Europa in der heutigen Zeit auf. Die Konzeptidee wirkt ambitioniert und farbenfroh aber auch etwas „verkopft“. Die Umsetzung bzw. „Ü bersetzung“ des Themas ist insgesamt gut gelöst – braucht aber eine Erklärung bzw.Erläuterung. Die farbliche Gestaltung sowie Materialwahl und Beleuchtungsind gut gelöst und haben im Zusammenspiel einen großen Effekt. Der Entwurf erschei nt zudem wirtschaftlich. Die Beschäftigung mit den Tunnelmündern wird i nsgesamt positiv eingeschätzt. BREDERLAU HOLIK 8 BEWERTUNG STUFE 2 Der in den Überarbeitungshinweisen empfohlene Farbentausch macht das Erscheinungsbild noch weicher und harmonischer. Decken- und Wa ndthematik verweben sich zu einer Einheit, was dem Raum insgesamt sehr gut tut. Die Grundidee der Freundlichkeit durch Farbigkeit wurde in derÜberarbeitung somit positiv weiterentwickelt und belebt den Raum zusätzlich. Die Gesamtkonstruktion wirkt robust und stabil und hat einen anspr echenden seitlichen Aufbau. Die Beschreibung bzw. Typographie der gewählten Beschriftung bietet Möglichkeiten zur Optimierung. Die vorgezogenen Fliesenelemente werden problematisch gesehen, da sie ggf. bei Fahrradunfällen kontraproduktiv wirken. Die Deckenelemente sind robust in Metall ausgeführt, jedoch fehlt der Nachweis, dass diese vandalismusresistent ausgeführt werden können, da sie l eicht zu erreichen sind. Die Robustheit der Seitenwände sollte auch fü r die Deckenkonstruktion gewählt werden, insbesondere der Aspekt der Reinigung und Unterhaltung ist nicht ausreichend herausgearbeitet worden. Die Idee Frieden, Toleranz und Europa wurde von den Entwurfsverfassenden sehr intelligent in ein farbenfrohes und fröhliches Gesamtwerk überführt. Es bietet tiefere Beschäftigung für die Interessierten und ein positives Grundge fühl für alle Menschen, die den Tunnel durchqueren. Allerdings verbleibt bei der Konzeption die Frage nach der Anpassungsfähigkeit an zukünftige Erweiterungen der europäischen Partner und verlangt Antworten zu den zukünftigen Beitrittskandidaten. SAL LEITIDEE Das gewählte „Tunnel in Tunnel“ Konzept sieht vor, in den Bestandstunnel eine freistehende Reihung von farbigen Stahlbögen als neue Tunnelhülle einzustellen. Das Konzept der Stahlbögen wird auf beiden Seiten des Tunnel s über die Tunnelmünder hinaus geplant. An den Eingängen werden seitlich der Stahlbögen- Konstruktion Boxen eingeschoben, die die Nischen überbauen und als Lagerraum, beispielweise für Eventmöblierung, genutzt werden können. Die Verfasser haben einen Münstercode entwickelt, der sich aus den Sinneseindrücken Sehen-Riechen-Hören auf einem Spaziergang vom Domplatz bis zum Stadthafen I ableitet. Im Tunnel soll der Münstercode kün stlerisch in der Farbgebung, durch Geräusche und Duft im Tunnel umgesetzt wer den. Weiter schlagen die Verfasser vor, im Tunnel Münster spezifische Eventswie z.B. Food- Märkte, Modeschauen oder auch Silent Discos durchzuführen. Der Bodenbelag ist einheitlich in rot vorgesehen. Weiße Marki erungen und Piktogramme kennzeichnen die Separation von Gehweg und Fahrradspur. 9 BEWERTUNG STUFE 1 Der Entwurf der farbigen Stahlelemente wirkt dynamisch, linea r, farbenfroh und abwechslungsreich - ohne langweilig zu sein. Es wird ein robustesMaterial – Stahl – verwendet welches zudem vandalismussicher erscheint. Das Motivdes „Tunnel im Tunnel“ vereinfacht den Hamburger Tunnel, da es keine Aufwei tungen oder Versprünge mehr gibt. Der Entwurf hat eine stadträumliche und gestalterische Qualität mit einem starken Motiv. Die Frage der Dufttöne im Außenbereich werden jedoch als eher schwierig gesehen, die Idee würde aber auch unter einem Verzicht nicht leiden. SAL 10 BEWERTUNG STUFE 2 Die Überarbeitung orientiert sich im Wesentlichen an den vorherigen Ergebnissen. Die Tunnelmünder sind trotz anderslautender Empfehlung des A uswahlgremiums immer noch über den eigentlichen Tunnel hinausgezogen und kön nten ein „Vermittlungsproblem“ mit der baulichen Umgebung auslösen. Die Farbigkeit des Entwurfes wird aufgrund seiner Herleitung weiterhin geschätzt, sollte aber auf ein akzeptables Maß an Farben reduziert werden um einem „Migräneeffekt“ beim Durchfahren zu vermeiden. Das Schließen der Zwischenräume der einzelnen Elemente wird p ositiv beurteilt. Allerdings wird der durch die Wahl der Detailierung deutlichgestiegene Eintrag von Stahl kritisch und nicht zeitgemäß bewertet. Das Festhalten an der Duftcodierung wird weiterhin kritisch gesehen, auch bieten die entstehenden Ecken und Kanten im Bereich der Tunnelzugänge Probleme bei der Reinigung und Instandhaltung. Die Idee der Bespielung des Tunnels mit diversen Veranstaltung sformaten sollte aufgegeben werden, da diese zusätzliche Probleme verursachen. Insofern sind auch die Lagerräume an den jeweiligen Tunnelmündern (Aufweitungen) nicht erforderlich .
Beschlussvorlage
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V/0443/2024 V/0443/2024 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Neugestaltung Hamburger Tunnel - Ergebnis der Mehrfachbeauftragung Beratungsfolge 27.08.2024 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 04.09.2024 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 05.09.2024 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 11.09.2024 Hauptausschuss Vorberatung 11.09.2024 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster nimmt das Ergebnis der Mehrfachbeauftragung zum Hamburger Tunnel und seinen Zugängen zur Kenntnis und befürwortet die Umsetzung des Entwurfes des Büros Behet-Bondzio-Lin Architekten aus Münster. 2. Der Rat der Stadt Münster beauftragt die Verwaltung, 2.1 die erforderlichen Schritte zur Umsetzung des Siegerentwurfes für den Hamburger Tunnel zeitnah einzuleiten. Dazu wird das Büro Behet-Bondzio-Lin Architekten mit der Entwurfs- und Ausführungsplanung beauftragt. 2.2 entsprechend den Aussagen der Vorlage V/0377/2024 für die Maßnahme „Umgestal- tung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Berliner Platz und Bre- mer Platz“ Städtebaufördermittel für das Programmjahr 2025 ff. zu beantragen. 2.3 auf der Basis der Inhalte des Siegerentwurfes die Zugangsbereiche vom Berliner Platz (Süd) und vom Bremer Platz zum Hamburger Tunnel zu überarbeiten und entspre- chend der Entwurfsidee anzupassen, so dass ein stimmiges städtebauliches und ge- stalterisches Gesamtkonzept für diese Verbindungsachse entsteht. 2.4 die Entwurfs- und Ausführungsplanung für den Hamburger Tunnel so zu entwickeln, dass die Perspektive eines möglichen zusätzlichen Zugangs vom Hamburger Tunnel zu den Bahnsteigen des Hauptbahnhofes Münster über die Aufzugsschächte des Stadtplanungsamt 15.08.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Thiel Telefon: 492-6180 Thiel@stadt-muenster.de - 2 - V/0443/2024 ehemaligen Posttunnels gewahrt wird und zu einem späteren Zeitpunkt (in Abhängig- keit einer möglichen Finanzierung) nachgerüstet werden kann. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Entwurfs- und Ausführungsplanung sowie die bauliche Umsetzung des Entwurfes Kosten entstehen, die nach vorliegender Kostenschätzung rund 3,6 Mio. Euro betragen werden (vgl. auch Vorlage V/0377/2024). Die bauliche Umsetzung des Gestaltungs- konzeptes soll unter Inanspruchnahme von Städtebaufördermitteln erfolgen. Nach derzeitigem Stand könnte die Stadt Münster, bei entsprechender Antragstellung zum Stad terneuerungsprogramm (STEP) 2025 (Antragsstichtag 30.09.2024), eine Förderung in Höhe von voraussichtlich 60% der Baukosten erhalten. In diesem Zusammenhang sind dann auch die Kosten der Entwurfs- und Ausfüh- rungsplanung anteilig über den Förderantrag grundsätzlich refinanzierbar. Teilfinanzplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1201 Bereitstellung von Verkehrs- flächen und -anlagen Investitionsmaßnahme 4208 Hamburger Straße, Berliner Platz (hier: Maßnahme Ham- burger Tunnel) Auszahlungen 2025 2026 2027 2028 223.552 175.821 1.607.314 1.607.314 3.614.000 Einzahlungen 2025 2026 2027 2028 254.131 105.493 964.388 964.388 2.288.400 Summe aller Auszahlungen/Saldo 1.325.600 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan-Entwurf bei der / bei den o. g. Produktgruppe/n veranschlagt: Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung unter dem Vorbehalt steht, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2025 bzw. der mittelfristi- gen Ergebnis- und Finanzplanung die Ermächtigungen bereitstellt. Begründung: Der Hamburger Tunnel Hauptbahnhöfe und ihre Vorplätze sind die „Visitenkarte“ einer Stad t, die das Image mitprägen, sie sind Zentren des Verkehrs-, des Wirtschafts - und Geschäftslebens sowie der öffentlichen Kommuni- kation. Aufgrund seiner stadträumlichen Lage – zwischen Altstadt/Universität auf der einen Seite und dem innerstädtischen Wohngeb iet Ost/Hansaviertel, dem Hafen und dem Veranstaltungszentrum Halle Münsterland auf der anderen Seite – stellt der Hauptbahnhof eine Verknüpfungszone dar, in der sich Ost -West und Nord -Süd-Verkehre treffen. Die Strukturverbesserung und gestalterische Aufwer- tung des Bahnhofsviertels war seit vielen Jahren vorrangiges Ziel der Stadterneuerung im Bereich des Münsteraner Hauptbahnhofes und seines Umfeldes, die mit der Neugestaltung des Hamburger Tunnels fortgeführt werden kann. - 3 - V/0443/2024 Die städtebaulich anspruchsvoll e, umfassende Erneuerung und Aufwertung des Bereichs um den Hauptbahnhof sowie seinen beiden Vorplatzbereichen, incl. der Grünfläche Bremer Platz, ist weitest- gehend abgeschlossen. In Kombination mit den Neubauten auf der Bahnhofwest- und -ostseite sowie der geplanten baulichen Entwicklung im Bereich der ehemaligen Hauptpost und des Bankgebäudes sowie den Ideen zur Anpassung des Berliner Platzes wird sich zukünftig städtebaulich sowie funktio- nal und gestalterisch eine Einheit ergeben, die das Bahnhofsviertel prägen wird. Dem Hamburger Tunnel kommt dabei als verbindendes Element eine besondere Rolle zu, die durch seine Neugestal- tung unterstützt und gestärkt werden soll. „Der Tunnel hat im Stadtbild derzeit lediglich die Funktion eines Transitraumes, der möglichst schnell durchquert werden will. Die Bedeutung des Hamburger Tunnels liegt in seiner Verbindungsfunktion, im Sinne einer Sichtbarmachung dieser umweltfreundlichen Wegebeziehung als Teil des stadt- und regionsweiten Verbundnetzes von Fahrradwegen bzw. Velorouten. Er ist somit für die Nutzerinnen und Nutzer lediglich ein verbindender Ort, der aber aufgrund fehlender Attraktivität gar nicht weiter wahrgenommen wird. Aufgrund der neuen Funktionalität des Hamburger Tunnels scheint es daher geboten zu sein, sich der Gestaltungsmöglichkeiten bewusst zu werden, die im Umfeld des Hamburger Tunnels fehlen oder stärker ausgeprägt werden sollten, z.B. dem Thema Grün im öffentl ichen Raum – nicht nur als Ele- ment aufgrund des Klimawandels und der Nachhaltigkeit, sondern auch als Element der Gestaltung und damit gleichzeitig verbundener möglicher klimarelevanter Aspekte“ (vgl. Vorlage V/0631/2022). Die Neugestaltung des Hamburger Tunnels muss zudem die Gestaltungskonzepte der beiden Bahn- hofsvorplätze (Berliner Platz und Bremer Platz) berücksichtigen und ein verbindendes Element schaf- fen. Denn gerade das Bahnhofsviertel gilt ja per se als der lebendige Knotenpunkt und als das Dreh- kreuz vielfältiger Bewegungsströme von Menschen. Es ist der Ort, an dem verschiedenste urbane Aktivitäten - von Handel bis Reisen, von Hektik bis Erholung, aber auch von harter Realität und Sehn- sucht - ihren Ausdruck finden. Aufweitung Eingang Westseite - 4 - V/0443/2024 Aufweitung Eingang Ostseite Hamburger Tunnel – Blickrichtung Westen (Berliner Platz), Aufnahme: Roland Borgmann Die Mehrfachbeauftragung Gegenstand der Mehrfachbeauftragung zum Hamburger Tunnel war die Auseinandersetzung mit dem Tunnel an sich, einer rund 130 m langen, geradlinigen Röhre, die an ihren beiden Enden jeweils et- was aufgeweitet ist, insgesamt aber als umschlossener Raum wahrgenommen wird. Der Hamburger Tunnel wurde 1913 für den öffentlichen Verkehr eröffnet und ist seit 2015 ausschließlich dem Fahr- - 5 - V/0443/2024 rad- und Fußverkehr vorbehalten. Es sollte ein kreatives, innovatives und gestalterisch ansprechen- des Gestaltungskonzept für den Hambu rger Tunnel erarbeitet werden - einbezogen werden sollten der Boden, die Seitenwände, die Tunnelöffnungen bzw. die Eingänge. Neben den Auflagen der DB AG (Inspektionsmöglichkeit der Brückenbauwerke) waren bei der Ideenfindung die verkehrlichen bzw. straßenverkehrsrechtlichen Belange zu beachten, dass der Tunnelbereich insgesamt verkehrssicher, barrierefrei und ausreichend beleuchtet sein muss. Entsprechend dem Beschluss des Hauptausschusses vom 14.12.2022 ist eine Mehrfachbeauftragung mit insgesamt 14 tei lnehmenden Büros durchgeführt worden, die das mögliche Spektrum von Stadt- gestaltung über Landschaftsplanung sowie Architektur und Kunst aufgezeigt haben und in einem zweistufigen Verfahren zum einem eindeutigem Ergebnis gelangt ist. Danach hat das Auswahlgremi- um – besetzt mit dem Bezirksbürgermeister Münster-Mitte, dem Vorsitzenden des Gestaltungsbeira- tes, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtplanung und Stadtentwicklung, dem Stadtbaurat und dem Leiter des Stadtplanungsamtes in seiner Sitzung am 25.06.2024 - sich einstim- mig für den Entwurf des Münsteraner Büros Behet -Bondzio-Lin Architekten ausgesprochen. Beraten wurde das Auswahlgremium durch das Bahnhofsmanagement Münster der DB AG, die Immobilien - und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel (ISG), das Polizeipräsidium Münster und den unmittelba- ren angrenzenden Immobilieneigentümer sowie durch die Fachämter der Stadtverwaltung Münster. Entsprechend dem Beschluss des Rates der Stadt Münster aus dem Jahr 2015 wird der Hamburger Tunnel nicht mehr durch motorisierten Individualverkehr befahren und ist dem Fahrrad- und Fußgän- gerverkehr vorbehalten. Damit dient der Hamburger Tunnel in erster Linie nur noch dem Radverkehr als direkte Ost-West-Verbindung zwischen Ostviertel und Altstadt. Grundsätzlich ist er auch weiterhin für zu Fuß gehende nutzbar, doch bewegt sich die deutliche Mehrheit der zu Fuß gehenden in der Ost-West-Verbindung durch die beiden Bahnhofstunnel. Dies könnte sich ändern, wenn vom Ham- burger Tunnel aus ein weiterer Zugang zu allen Bahnsteigen möglich wäre. Dies wurde bereits in ei- ner Machbarkeitsstudie der DB AG eindeutig nachgewiesen, ist derzeit aber aufgrund fehlender Fi- nanz- und Fördermittel bei der DB AG nicht darstellbar. Im Rahmen der Mehrfachbeauftragung haben alle Büros die grundsätzliche Machbarkeit eines Anschlusses an den ehemaligen Posttunnel und sei- ne Aufzugsschächte nachgewiesen. In der zweiten Stufe der Mehrfachbeauftragung wurden diese Anschlüsse auftragsgemäß inhaltlich nicht weiter untersucht. In der ersten Bewertungsrunde am 16.04.2024 wurden alle 14 eingereichten Arbeiten gewürdigt. Entsprechend der Aufgabenstellung wurde nach folgenden Kriterien bewertet: Das Hauptkriterium ist die innovative Gestaltungsidee (50%): Gesamteindruck der innovativen / künstlerischen / gestalterischen Idee und Qualität die Berücksichtigung der städtebaulichen Situation Fügt sich das Gestaltungskonzept in den vorhandenen Stadtraum ein Ein weiteres Kriterium ist die Funktionalität der Konzeptidee (25%): Barrierefreiheit Materialität Sicherheitsaspekte Lösung Konflikt / Begegnung Radfahrer und Fußgänger Ein weiteres Kriterium ist die Wirtschaftlichkeit der Konzeptidee (25%): Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Konzeptidee Reinigungs- und Unterhaltungsaufwand sowie Erreichbarkeit Baulicher Aufwand und Folgekosten Berücksichtigung von vier Öffnungen der südlichen Tunnelwand (bei Realisierung der Aufzüge in späteren Jahren) in der Gestaltungsidee (ggf. Provisorium) Möglichkeit der Anpassung bei Realisierung S-Bahn-Konzept (in späteren Jahren) - 6 - V/0443/2024 In dieser ersten Bewertungsrunde konnten drei Arbeiten ausgewählt werden, die in der nächsten Runde weiter qualifiziert werden sollten. Dazu hat das Auswahlgremium, gemeinsam mit den Vorprü- fenden bzw. den Fachämtern Kriterien und Anforderungen formuliert, die bis zur zweiten Bewertungs- runde durch die Büros darzustellen waren. Der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung wurde am 18.04.2024 im nichtöffentlichen Teil der Sitzung bereits über den Zwischenstand informiert. Danach w urden die Büros Behet -Bondzio-Lin, Brederlau-Holik und SAL gebeten, ihre Entwürfe zu überarbeiten und entsprechend den Empfehlungen des Auswahlgremiums weiter zu entwickeln. In einer zweiten Bewertungsrunde am 25.06.2024 wurden die verbliebenden drei Arbeiten, die alle mit Überarbeitungshinweisen versehen worden waren, erneut bewertet. Die Darstellung der Konzep- tideen und die Wertung des Auswahlgremiums sind in der Anlage 1 zu dieser Vorlage zu finden. Als Ergebnis der Mehrfachbeauftragung ist festzuhalten, dass der Entwurf des Büros Behet-Bondzio-Lin Architekten die Grundlage für die weitere Entwurfs- und Ausführungsplanung bilden soll. Die Verwaltung erarbeitet derzeit eine Dokumentation zur Mehrfachbeauftragung mit allen Arbeiten, welche im Herbst 2024 fertig gestellt und veröffentlicht wird. Konzeptidee Büro Behet-Bondzio-Lin Das Büro beschreibt seine Idee wie folgt: „Status Quo Der Hamburger Tunnel stellt aktuell eine wichtige, aber wenig attraktive Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Hansaviertel mit dem viel frequentierten Hafen dar. Die Unterquerung der Gleis- anlagen des Münsteraner Bahnhofs ist ein Transitraum, der durch seine heterogenen Oberflächen, seine diffuse Beleuchtung und unpräzise Zonierung ein Gefühl von Abseitigkeit und Unsicher heit vermittelt. Die Tunneleingänge, mit ihren Nischen und Rücksprüngen, im Besonderen dem heutigen Ladenlokalvorbereich am Berliner Platz, verstärken diesen Eindruck. Ziel ist es, zukünftig mit einem Lächeln durch den Hamburgertunnel zu radeln, von Vogelgezwitscher begleitet und für einige Momente die Leichtigkeit des Seins genießen können. - 7 - V/0443/2024 Hamburger Tunnel – Blick vom Bremer Platz in R ichtung Westen (Berliner Platz), Visualisierung: Be- het-Bondzio-Lin Architekten - 8 - V/0443/2024 Hamburger Tunnel – Blickrichtung Osten (Bremer Platz), Visualisierung: Behet-Bondzio-Lin Architek- ten Entwurfsparameter Zielsetzung der Transformation ist es, einen angenehmen, mit positiven Assoziationen verbundenen Transit- und Verbindungsraum in der Stadt zu gestalten. Wesentliches atmosphärisches Gestaltungs- element ist das Motiv eines Waldes. Gewählt haben wir dieses vertraute Motiv, weil der Naturraum Wald positiv auf den menschlichen Geist und Körper wirkt und bereits Bilder vom Wald Ruhe vermit- teln und entspannend wirken. Aus de n angrenzenden Stadträumen kommend „treten“ die Passierenden in einen Raum mit einer markanten und deutlich wiedererkennbaren Charakteristik ein, verweilen den kurzen Moment der Passage darin und „treten“ wieder hinaus. Das Wald -Motiv variiert über den Ver lauf von 130m nur leicht, um dem Charakter eines Durchgangsraums gerecht zu werden. Wände Die beiden Wände geleiten die Passierenden durch den Transitraum und erzeugen die Wahrneh- mung einer Raum -Aufweitung durch Einblicke in die Tiefe eines Waldes. Mit de m Waldmotiv der Wände und einer akustischen Untermalung mit Waldgeräuschen transformieren wir den „Angstraum des Hamburger Tunnels“ in einen Stadtraum der beruhigt und Sicherheit während der Durchquerung vermittelt. Es entsteht ein Raum mit einer lichten u nd heiteren Stimmung, den man gerne passiert. Die Wände verlaufen kontinuierlich, ohne Nischen oder Vor - und Rücksprünge von beiden Tunnelzugängen am Bremer Platz und Berliner Platz. Im Norden begleitet das Waldmotiv in leichter Varianz die Radfahrenden, a uf der Südseite variiert lichter Wald mit der Darstellung von vier Lichtungen. Hier weitet sich bereits in der ersten Projekt - Phase die Wahrnehmung des Raums genau dort, wo in der zweiten Phase die tatsächlichen Raum- Aufweitungen vor den Fahrradaufzügen entstehen werden. Die beiden Wände des Hamburger Tunnels werden mit hochwertigem Sicherheitsglas, reversibel an- gebracht auf einer Unterkonstruktion, verkleidet. Die Wände erzeugen durch mehrere, hintereinander- liegende bedruckte Glasschichten und einer steue rbaren LED-Beleuchtung zwischen und hinter den Glasschichten den Eindruck des Einblicks in die Tiefe eines lichten Waldes. Die gesamte Aufbautiefe beträgt ca. 20cm ab der Vorderkante der Bestandswände. Der Raum des Tunnels wird durch die durchgängige Beleuchtung atmosphärisch ausgeleuchtet. Hochwertiges Sicherheitsglas ist fast unzerstörbar, äußerst leicht zu reinigen, problemlos von Graffitis zu befreien, sehr dauerhaft und altert ohne wesentliche Abnutzungsspuren. Bei den Wandverkleidun- gen in den beiden vorhandenen Bahnhofspassagen zeigt sich bereits seit einigen Jahren wie gut die- ses Material für öffentliche Transiträume geeignet ist. Die gewählte LED -Beleuchtung ermöglicht die notwendige Lichtstärke bei geringem Energiever- brauch, ist äußerst langlebig und in der Lichtfarbe steuerbar. Decke Die Decke wird in ihrem Verlauf ebenso beruhigt und verläuft auf einer Höhe bis kurz vor die beiden Tunnelzugänge. Dann steigt sie leicht an und zeigt sich in den Außenansichten mit einer geringen Aufbauhöhe. Mit dieser einladenden Geste werden die Passierenden in den Tunnelraum geführt. Der horizontale Abschluss des Tunnelraums wird durch ein leicht reflektierendes Material geformt, in dem sich die Wald -Wände diffus widerspiegeln. Analog zu den Wänden wird hier die Wahrnehmung einer Raum-Aufweitung, hier in die Höhe, erzeugt. Der Verbindungsraum erscheint nicht „gedeckelt“ oder abgeschlossen, sondern weitet sich wohltuend nach oben auf. Die Decke wird unterhalb der vorhandene Betonverbunddecke mit leichten Edelstahl -Paneelen ver- kleidet. Dazu werden die reversiblen Paneele von der Bestandsdecke abgehängt. Die Zugänglichkeit der Betonverbunddecke zu Revisionszwecken bleibt somit sichergestellt. - 9 - V/0443/2024 Die mattierte Oberfläche der Edelstahl -Paneele reflektieren das Licht der Glas wände und gibt dem Raum einen lichten und vertikalen Charakter, zudem spiegelt es schemenhaft die Waldabbildungen sowie die Passierenden. Die bestehende gedrungene, horizontale Raumwirkung des Hamburger Tunnels wird so in eine freundliche, positive und eher vertikale Raumwahrnehmung transformiert. Um die leicht gedämpfte Akustik eines Waldes zu erzielen, erhalten die Paneele zudem ein sehr fei- nes, durchgängiges Lochbild, das den Schall „schluckt“ und erlaubt, dass nicht die Geräusche der Passierenden dominieren, sondern die eingespielten Waldgeräusche von raschelndem Laub und der abgebildeten Tiere. Die, nach oben offene, Fuge zwischen dem Tunnelkopf West und dem derzeitigen Bankgebäude wird überdacht und aus dem Innenraum nicht mehr wahrnehmbar sein. So bleibt die Kontinuität des Raums, unabhängig von Witterungseinflüssen, bestehen. Boden Der Boden stellt alle funktionalen und atmosphärischen Anforderungen an die Bewegung der Passie- renden sicher und verbindet durch seine „fließende“ und prägnante Charakteristik die beiden Tunnel Zugänge. Auf der subtil reflektierenden Oberfläche des leicht grün eingefärbten Asphalts weisen de- zente, aber gut wahrnehmbare Markierungen die Bereiche für die jeweiligen Verkehrsteilnehmenden aus. Der transformierte Stadtraum des Hamburger Tunnels kann von allen Personen gleichberechtigt und ohne Einschränkungen schwellenlos genutzt werden. Barrierefreie Orientierungshilfen werden vorge- sehen und im weiteren Entwurfsprozess im Detail bearbeitet. Der leichte Grünton verstärkt die beruhige Wirkung des Raums und wird somit auch Teil des Waldmo- tivs. Seine leicht reflektierende Oberfläche und Farbe verstärken den Eindruck des „Eintauchens“ in eine ganz eigene und für die Erwartungen an den Ort überraschende Atmosphäre. Die Trennung zwi- schen den Bereichen für zu fußgehende und radfahrende Personen erfolgt durch eine in den Asphalt eingelassene Leuchtlinie, die Orientierung schafft und zusätzlich die Decke aufhellt. Die vier Raumbegrenzungen des Hamburger Tunnels formen gemeinsam einen charaktervollen Raum, der über die eigentlichen Raumgrenzen hinaus weißt und die Passierenden auf ihrem kurzen Weg angenehm geleitet und dabei positiv stimmt. Tunnelzugänge Die Bereiche vor den Zugängen werden mit ergänzenden Baumpflanzungen versehen und von den Raum verunklarenden Elementen befreit. Durch die Erweiterung des Parkangebots für Fahrräder können die Abstellflächen direkt vor den Zugängen rückgebaut werden, um so eine gute Übersicht- lichkeit und hindernisfreie Einsicht in den Tunnelraum herzus tellen. Der Verkehrsfluss zum Bremer Platz ist bereits klar geregelt, am Berliner Platz ist mit der Umsetzung des Projektes eine solche Klar- heit noch herzustellen. Umbau Phase 2 – Anbindung an die Bestandsaufzüge Die Anbindungen an die Bestandsaufzüge werden durch räumliche Aufweitungen, analog zu Lichtun- gen im Wald - zu einem späteren Zeitpunkt nach Klärung der Finanzierung - hergestellt. Die Kontinui- tät der nördlichen Tunnelwand und der Glasverkleidung bleibt bestehen. Durch die Schrägstellung von je zwei Wänden öffnet sich der Raum zu den Aufzügen großzügig und kann so auch größeren Gruppen an Radfahrenden ausreichend Warte- und Bewegungsraum bieten.“ (vgl. Entwurfsbeschrei- bung im Rahmen der Mehrfachbeauftragung) Die nächsten Schritte und Umsetzung Entsprechend den Aussagen der Vorlage V/0377/2024 „Innenstadt stärken: Beantragung von Städte- baufördermitteln für INSEK Münster-Innenstadt Maßnahmen 2025-2029“ wird auch für den Hambur- ger Tunnel mit seinen Anschlüssen an den Berliner Platz (Süd) und den Bremer Platz im Rahmen des Maßnahmenbündels „Gesamtmaßnahme Zukunftsgerechte Innenstadtplätze“ ein Förderantrag auf Städtebauförderung zum 30.09.2024 gestellt. - 10 - V/0443/2024 Parallel zum Maßnahmenbündel 1 der o.g. Vorlage sollen auch für die Maßnahme „Umgestaltung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Altstadt/Berliner Platz und Bremer Platz/Ostseite Bahnhof“ (M2.16) Fördermittel eingeworben werden, um auch diese Maßnahme zeit- nah umsetzen zu können. Nach den Kriterien der neuen Förderrichtlinien erhält die Stadt Münster mit der ersten Bewilligung des Maßnahmenbündels „Gesamtmaßnahme Zukunftsgerechte Innenstadtplätze“ die Möglichkeit, den aus der Mehrfachbeauftragung hervorgegangenen Entwurf des Büros Behet-Bondzio-Lin weiter aus- arbeiten zu lassen und die Kostenschätzung weiter zu konkretisieren, so dass eine umsetzungsfertige Entwurfs- und Ausführungsplanung entsteht, die dann – eine entsprechende weitere Bewilligung von Fördermitteln und der Darstellung der städtischen Eigenmittel im Haushalt vorausgesetzt – nach er- folgter Ausschreibung und Vergabe ab ca. 2026 ff. in die Realisierung gehen kann. Das Büro Behet-Bondzio-Lin soll mit der Konkretisierung des Entwurfes beauftragt werden und die für die Umsetzung erforderliche Planunterlagen, Beschreibungen und Kostenberechnungen erarbeiten. Dabei wird die Entwurfsidee des Wald -Motivs nur im eigentlichen Tunnel zur Anwendung kommen und sich klar zu den anliegenden Platzbereichen Berliner Platz (Süd) und Br emer Platz abgrenzen. Hier erfolgt dann auch der Übergang von dem „grünen“ Waldboden zur normalen Gestaltung des Bo- denbelags der beiden Platzteile. Parallel erfolgt die weitere Abstimmung mit dem Eigentümer des Tunnels, der Deutschen Bahn AG, sowie mit dem Eigentümer des Bankgebäudes. Das Büro wird gleichwohl auch Gestaltungsvorschläge für die beiden unmittelbaren Vorplatzbereiche erarbeiten, die sich an den bereits vorgestellten Ideen orientieren. Ziel ist dabei, das Wald-Motiv in die tunnelangrenzenden Stadtraum- bzw. Platzraumgestaltung hineinzuziehen um somit einen anspre- chenden Übergang vom „Wald-Tunnel“ zum „Wald-Platz“ zu erhalten. Dabei ist es Ziel, auf der Ost- seite die bereits vorhandenen Gestaltungselemente aufzunehmen und zu ergänzen bzw. neu zu kon- figurieren und nach Möglichkeit weitere Baumstandorte einzurichten (im Boden oder in Kübeln ge- pflanzte Bäume). Auf der Westseite muss die Platzraumgestaltung im Rahmen der Zufahrt zum Hamburger Tunnel neu entwickelt werden und dabei auch auf die Int eressen der Eigentümer reagieren. Auch hier sind zu- sätzliche Baumpflanzungen Ziel, die aber in Abhängigkeit zu im Boden verlaufenden Leitungen zu planen sind. Ggf. müssen die Ergänzungen hier überwiegend durch in Kübeln gepflanzte Bäume rea- lisiert werden. Insgesamt gesehen soll der Berliner Platz Süd perspektivisch darüber hinaus eine an- sprechende Neugestaltung erhalten, die für mehr Aufenthaltsqualität sorgt und perspektivisch eine Belebung dieses Stadtplatzes – in Abhängigkeit von den zukünftigen Nutzungen in den angrenzen- den Gebäuden – ermöglicht. In Zusammenhang mit dem in Aufstellung befindlichen Mobilitätskonzept Münster 2035 und der Pla- nung der Velorouten kommt dem Hamburger Tunnel zukünftig eine wichtige innerstädtische Verbin- dungsfunktion zu, darauf hat der Entwurf des Büros Behet-Bondzio-Lin eine passende Antwort gege- ben. Somit ist zu erwarten, dass die die Attraktivität dieser Verbindung zukünftig der ihr zugedachten Funktion einer attraktiven Ost-West-Verbindung entsprechen wird. Wenn es künftig gelingt, eine Finanzierung der mit der Machbarkeitsstudie der DB AG nachgewiesen zusätzlichen Erreichbarkeit aller Bahnsteige über die ehemaligen Aufzüge des Posttunnels zu reali- sieren, wird der Hamburger Tunnel, zusätzlich zu seinen heutigen Funktionen, eine zentrale Aufgabe in der verkehrlichen Erschließung des Hauptbahnhofes übernehmen können . Insbesondere wenn perspektivisch über den Hamburger Tunnel die Möglichkeiten geschaffen werden kann, durch einen weiteren Zugang jeden Bahnsteig des Hauptbahnhofes Münster auf kurzen Wegen zu erreichen. Die im Rahmen der Mehrfachbeauftragung erfolgte Berücksichtigung für diese zweite Ausbaustufe des Hamburger Tunnels wird auch bei der jetzt anstehenden Entwurfs- und Ausführungsplanung mit- gedacht und perspektivisch mit eingeplant. Die vorgeschlagenen Glaselemente der südlichen Tun- nelwand werden derart vorbereitet, dass sie mit geringem Aufwand umgebaut werden können und somit die dem Entwurf zugrundeliegenden Idee der Waldlichtungen dann realisiert werden kann. Die- se zusätzliche Erschließung könnte auch die Planungen zum S-Bahn-Konzept Münsterland unterstüt- - 11 - V/0443/2024 zen, indem über den Hamburger Tunnel Erreichbarkeiten und Zugänge zu Gleisanlagen und (neuen) Bahnsteigen möglich sind und Wegeverbindungen für die Bahnreisenden ergänzt und optimiert wer- den können. Bei dem Neu- oder Umbauvorhaben des Eigentümers auf der Westseite ist beabsichtigt, die Planungen zum S-Bahn-Konzept in das Gesamtkonzept zu integrieren, so dass zukünftig optimale Bedingungen für die Bahnreisenden entstehen werden. Die städtebaulich anspruchsvolle, umfassende Erneuerung und Aufwertung des Bereichs um den Hauptbahnhof kann mit dem Schritt der Neugestaltung des Hamburger Tunnels und seiner Ergän- zungsbereiche ein weiteres, großes Stück vorangebracht werden. i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlage A Anlage 1 – Ergebnisse des Auswahlverfahrens
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Hamburger Straße
- Berliner Platz 29a
- Bremer Platz
- Promenade
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Details
- Aktenzeichen
- V/0443/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.07.2024
- Erstellt
- 17.07.2024 18:44