V/0053/2010
Grundausrichtung des Beteiligungsmanagements im Stadtkonzern Münster
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Beschlussvorlage
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V/0053/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Grundausrichtung des Beteiligungsmanagements im Stadtkonzern Münster Beratungsfolge 02.02.2010 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 03.02.2010 Hauptausschuss Vorberatung 03.02.2010 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Die Einordnung der Beteiligungen in die Informations- und Steuerungscluster lt. Anlage wird als Grundlage für das weitere Beteiligungsmanagement für die neue Ratsperiode be- schlossen. 2. Die Erläuterungen zum Umsetzungsstand der Neustrukturierung des Beteiligungsmana- gements im „Stadtkonzern Münster“ sowie zur Entwicklung des Beteiligungsportfolios wer- den zur Kenntnis genommen. 3. Die Mitglieder in Aufsichtsräten bzw. Werksausschüssen werden in Informationsveranstal- tungen über ihre Rechte und Pflichten informiert. 4. Die Berichtsintervalle für die eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen Münster Marketing, Citeq und Städtische Bühnen werden auf der Grundlage der geänderten Eigenbetriebsverordnung auf eine vierteljährliche Berichterstattung festgelegt und dementsprechend in die Informations- kategorie A aufgenommen . 5. Die Beteiligungsgrundsätze und die Rahmenrichtlinie der Stadt Münster zur Umsetzung in den städtischen Mehrheitsbeteiligungen bzw. als Orientierungsgrundlage in Minderheits- beteiligungen behält weiterhin ihre Gültigkeit. Es wird zur Kenntnis genommen, dass diese in Kürze in einer aktualisierten Version vorgelegt und zu einer Corporate–Governance Richtlinie der Stadt Münster weiterentwickelt werden. 6. Es wird zur Kenntnis genommen, dass im Rahmen des NKF-Gesetzes zum 31.12.2010 der erste Gesamtabschluss (Konzernabschluss) der Stadt Münster erstellt wird. Vorlagen-Nr.: V/0053/2010 Auskunft erteilt: Frau Dr. Janetzki Ruf: 492 20 10 E-Mail: JanetzkiA@stadt-muenster.de Datum: 19.01.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0053/2010 Begründung: - Vorbemerkung / Ziel der Vorlage Zu Beginn der neuen Ratsperiode soll eine aktuelle Gesamtschau über das Beteiligungswesen der Stadt Münster gegeben werden. Insbesondere sollen in Ergänzung zum jährlichen Beteili- gungsbericht mit der Darstellung der einzelnen Beteiligungen folgende Informationen aktuali- siert werden: • Instrumentarium der Beteiligungssteuerung (Informationscluster als Grundlage für das Be- richtswesen / Steuerungscluster als Grundlage für Steuerung und Managementkontrakte), • Entwicklungen der Beteiligungen in der abgelaufenen Ratsperiode • mögliche Handlungsaufträge durch die Politik (Fortsetzung der bisherigen Verfahrensweise). - Ausgangslage Mit der Vorlage Nr. 1215/2000 hat der Rat die wesentlichen Ergebnisse des gutachterlichen Pro- zesses zur Optimierung des Beteiligungsmanagements zur Kenntnis genommen und Beschlüsse zu deren Umsetzung gefasst. Zu nennen sind hierzu insbesondere • die Verabschiedung der „Beteiligungsgrundsätze der Stadt Münster“ sowie einer „Rahmen- richtlinie für Beteiligungen der Stadt Münster“ in der Fassung von 13.12.2000 • die Konzeptionierung eines mehrgliederigen Konzern-Berichtswesens • die Erarbeitung von Zielvereinbarungen in Form sogenannter Managementkontrakte - Überblick über den Umsetzungsstand Die Ergebnisse sind wie folgt umgesetzt worden: - Rahmenrichtlinie und Beteiligungsgrundsätze: Die erstmalig im Jahre 2001 eingeführten Beteiligungsgrundsätze sowie Rahmenrichtlinie für Beteiligungen regeln und standardisieren das Zusammenspiel der Akteure im Beteiligungsma- nagement. Dabei werden die einzelnen Mitwirkenden (z.B. Politik, Verwaltung, Beteiligung, etc) benannt, sowie Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung der Beteiligten definiert. Ins- gesamt umschreibt die Rahmenrichtlinie den H andlungsrahmen, in dem sich die unterschiedli- chen Akteure aus den Bereichen Politik, Verwaltung und Beteiligung bewegen. In der Praxis haben sich die Beteiligungsgrundsätze und die Rahmenrichtlinie in den acht Jah- ren ihrer Anwendung bewährt, da sie klare Regelungen bietet und für alle Beteiligten eine ver- bindliche Richtschnur zum Handeln gibt. - Konzern-Berichtswesen: Die Einführung eines Konzern-Berichtswesens geschah insbesondere mit der Zielsetzung, zeitnah zusätzliche Informationen über das jeweilige Unternehmen zu gewinnen. Dazu unter- teilt sich das Berichtswesen in die Bereiche: • Planung • unterjähriges Berichtswesen • Interner Jahresbericht. In den Segmenten Planung und unterjähriges Berichtswesen ist die Umsetzung vollständig erfolgt, d.h. die in das Berichtswesen einbezogenen Beteiligungen – im Hinblick auf deren große Anzahl war eine Konzentration auf die bedeutsamsten Beteiligungen zwingend – berich- - 3 - V/0053/2010 ten in regelmäßigen Intervallen und nach einem einheitlichen Standard sowohl über ihre Wirt- schaftspläne als auch über den unterjährigen Geschäftsverlauf. Auch im Bereich des internen Jahresberichts, bei dem im Rahmen der Konzern-Scorecard auf der Basis des Jahresergebnisses Aussagen zu den wesentlichen Steuerungsgrößen Leis- tungszielerreichung, Erfolg, Bilanzkennzahlen, Bestandssicherheit und Entwicklungsrisiko ge- troffen werden, ist bereits eine weitgehende Realisierung erfolgt. - Managementkontrakte mit Zielvereinbarungen Als weiteres Kernelement im Zuge der N euausrichtung des Beteiligungsmanagements ist der Abschluss von Zielvereinbarungen in Form von Managementkontrakten mit den bedeu- tendsten städtischen Beteiligungen zu nennen. Diese Managementkontrakte befassen sich in- haltlich mit der Definition von Sach- und Finanzzielen, sowie der Festlegung darauf abge- stimmter Leistungsmerkmale. Bei sog. Zuschussbeteiligungen, also Gesellschaften, die auf die Mittelzuführungen seitens der Stadt angewiesen sind, dokumentieren sie zudem die aktu- ellen Finanzformeln. Derartige Managementkontrakte sind für die Technologiepark Münster GmbH, Wirtschaftsförderung Münster GmbH, die Westfälische Bauindustrie GmbH, die West- fälischer Zoologischer Garten GmbH, Halle Münsterland GmbH und Münster Marketing bereits abgeschlossen worden, müssen allerdings im Jahre 2010 aktualisiert werden. Für die übrigen Gesellschaften laufen die Gespräche (z.B. Städtische Bühnen) bzw. diese werden in Kürze aufgenommen (Stadtwerke Münster GmbH) und gg f. Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) und citeq. Für die citeq wurde bisher auf einen Managementkontrakt und eine Finanzformel verzichtet, da die citeq außerhalb von Kommunalverwaltungen keine Kunden bedient und eine Steuerung der citeq im Wesentlichen über Auftragsvergaben stattfindet. Für die AWM wurde bisher kein Managementkontrakt abgeschlossen, da die eigenbetriebsähnliche Einrichtung sich im Wesentlichen über den Gebührenhaushalt finanziert, der einer gesonderten parlamen- tarischen Kontrolle unterliegt. - Darstellung der aktuell vom Rat beschlossenen Finanzformeln der städtischen Beteili- gungen Mit den nachfolgenden Angaben soll ein Gesamtbild über die städtische Mittelzuführung er- möglicht werden. Zoo Münster GmbH Halle Münster- land GmbH WFM (incl. Techno- logiehof, Cen- Tech) Städtische Bühnen Münster Marketing Laufzeit der aktuellen Fi- nanzformel 2009 - 2011 2009 - 2010 2007 - 2010 2008/09 - 2010/11 2009 - 2011 Mittelzufüh- rung in Euro 2009: 4,4 Mio. 2010: 4,4 Mio. 2011: 4,4 Mio. 2009: 1,85 Mio. 2010: 2,05 Mio. Insgesamt: 10,12 Mio. 2008/09: 18,7764 Mio. 2009/10: 18,9643 Mio. 2009: 2,648 Mio. 2010: 2,648 Mio. 2011: 2,648 Mio. - Überblick über das Beteiligungsportfolio der Stadt Münster Die Stadt Münster war im Jahr 2000 insgesamt an 38 Gesellschaften bzw. eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen unmittelbar oder mittelbar beteiligt. Zu Beginn der letzten Legislaturperiode im Jahre 2004 ist das Beteiligungsportfolio auf 45 Beteiligungen angewachsen. Im Jahre 2010 gehören zum - 4 - V/0053/2010 Beteiligungsportfolio nunmehr 17 unmittelbare und 30 mittelbare Beteiligungen und damit im Er- gebnis 47 Beteiligungen. In der letzten Legislaturperiode ist es zu folgenden Veränderungen gekommen: Abgänge • Entwicklungsgesellschaft Regionale 2004 GmbH (Liquidation und Löschung der Gesellschaft in 2008) • SLG Gewerbepark GmbH (Liquidation und Löschung der Gesellschaft in 2009) • ICB Institut für Chemo- und Biosensorik GmbH (Veräußerung des 10 %igen Anteils im Jahre 2009) • ekz-Bibliotheksservice GmbH (Veräußerung des 0,47 %igen Anteils im Jahre 2007) Zugänge • Große Lodden GmbH (Gründung in 2005) • Eigenbetriebsähnliche Einrichtung städtische Bühnen (Einrichtung zum 01.09. 2008) • smartOPTIMO GmbH Co. KG (Gründung in 2009) • items project GmbH (Gründung in 2007) • Kraftwerksgesellschaft Steinkohledoppelblock GmbH & Co. KG (Gründung in 2007) • Stadtwerke Münster Neue Energie GmbH (Gründung in 2007) • Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe, Anstalt des öffentlichen Rechts, (2008) Umgliederungen: - Übertragung des unmittelbaren städtischen Anteils an der Technologieförderung Münster GmbH auf die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (in 2007). Aus vorstehender Darstellung wird deutlich, dass es in der letzten Ratsperiode insgesamt 12 Ver- änderungen in der Portfolio-Zusammensetzung gegeben hat und sich der Gesamtbestand per Saldo um 2 Beteiligungen vermehrt hat. Die Beweggründe für die jeweiligen Einzelentscheidungen sind im Zuge der Beschlussfassung durch die zuständigen Gremien jeweils ausführlich dargestellt worden und werden daher an dieser Stelle nicht noch einmal kommentiert. Gleichwohl gilt es angesichts der hohen Anzahl der direkten und indirekten Beteiligungen sowie der sehr dynamischen Entwicklung des Portfolioumfanges festzuhalten, dass die im Zusammen- hang mit der Neustrukturierung getroffene Entscheidung, die Steuerungsschwerpunkte des Beteiligungsmanagements auf die wichtigsten Beteiligungen zu konzentrieren, nach wie vor richtig ist. Die Vielzahl der Beteiligungen und ihre stetige Zunahme lässt ansonsten keine effektive und effiziente Arbeit erwarten. Andererseits ist der Kreis der in das Steuerungssystem einbezogenen Beteiligungen auch nicht dauerhaft festgeschrieben, wie ebenfalls die Entwicklung der Vergangenheit zeigt. So wurde der Umfang von ursprünglich acht erfassten Beteiligungen in Anpassung an die Portfolioentwicklung sukzessive durch die Hinzunahme weiterer Beteiligungen kontinuierlich erweitert. - 5 - V/0053/2010 In die Konzernberichterstattung zukünftig aufgenommen werden soll die items GmbH, eine Tochter der Stadtwerke Münster GmbH, aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung, sowohl im Hinblick auf die Umsatzentwicklung 20,2 Mio. € Umsatz als auch die Beschäftigtenzahl (188 Mitarbeiter Oktober 2009), sodass sich zukünftig zwölf Unternehmen in der regelmäßigen Konzernberichterstattung befinden. Änderung der Berichtsintervalle für Eigenbetriebe aufgrund der Änderung der Eigenbe- triebsverordnung NRW Die Eigenbetriebsverordnung ist mit Wirkung zum 29.08.2009 geändert worden. Dies betrifft u.a. den § 20, der die regelmäßige Vorlage von Zwischenberichten an den Oberbürgermeister und den Betriebsausschuss regelt. Nach der bisherigen Regelung musste die Vorlage der Zwischenberich- te vierteljährlich (Quartalsberichte) erfolgen. Es bestand allerdings die Möglichkeit, dass die jewei- lige Betriebssatzung eine andere Frist (Halbjahresberichte) bestimmte. Die Möglichkeit der Aus- weitung der Berichtsfrist ist nunmehr ersatzlos weggefallen. Nunmehr ist zwingend vom Eigenbe- trieb bzw. von der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung regelmäßig ein Quartalsbericht vorzulegen. Die städtischen eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen (Münster Marketing, Citeq, Städtische Büh- nen) berichten bislang im Halbjahresrhythmus. Lediglich die Abfallwirtschaftsbetriebe berichten vierteljährlich. Dies gilt auch für die Konzernberichterstattung. Zukünftig sollten daher auf der ge- änderten gesetzlichen Grundlage alle eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen im Rahmen der Kon- zernberichterstattung zu jedem Quartal berichten. Die Verwaltung schlägt vor, die Einordnung der Beteiligungen in die Informations- und Steue- rungscluster nach Maßgabe der Anlage 1 als Grundlage für das weitere Beteiligungsmanagement zu bestätigen (vgl. Beschlusspunkt 1). - Konzernabschluss Im Rahmen der Einführung des Neuen kommunalen Finanzmanagements stellt die Stadt Münster erstmalig zum 31.12.2010 einen kommunalen Gesamtabschluss nach § 116 GO NRW auf. Dieser fasst wie ein Konzernabschluss in der Privatwirtschaft die verselbständigten Aufgabenbereiche mit der Kernverwaltung zusammen und soll dadurch ei n tatsächliches Bild der Vermögens-, Schul- den-, Ertrags- und Finanzgesamtlage des Konzerns Stadt Münster aufzeigen. Mit der parallel lau- fenden Vorlage V/0026/2010 „NKF Gesamtabschluss für die Stadt Münster / Gesamtabschluss- richtlinie“ erhält der Rat hierzu einen aktuellen Bericht über den Vorbereitungsstand der Einfüh- rung. I. V. gez. Bickeböller Stadtkämmerin Anlage
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Anlage Informationskategorien und Steuerungscluster der steuerungsrelevanten städt. Beteiligungen (Stand August 2009) Beteiligung Berichts- intensität Informa- tionska- tegorie Steuerungscluster (Zielgröße) Strategische Implikaton Stadtwerke Münster GmbH Quartal A IV (Gewinnbeteiligung mit Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard items GmbH Quartal A IV (Gewinnbeteiligung mit Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard Flughafen Münster- Osnabrück GmbH Quartal A IV (Gewinnbeteiligung mit Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard Westf. Bauindustrie GmbH Halbjahr B IV (Gewinnbeteiligung mit Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard Wohn + Stadtbau GmbH Halbjahr B IV (Gewinnbeteiligung mit Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard Messe und Kon- gresszentrum Halle Münsterland GmbH Quartal A I (Zuschussbeteiligung mit mittelfristig festgelegtem Budget) Leistungsoptimierung Westf. Zoologischer Garten GmbH Halbjahr B I (Zuschussbeteiligung mit mittelfristig festgelegtem Budget) Leistungsoptimierung Wirtschaftsförderung Münster GmbH Quartal A I (Zuschussbeteiligung mit mittelfristig festgelegtem Budget) Leistungsoptimierung Abfallwirtschafts- betriebe Münster Quartal A III (Gewinnbeteiligung ohne Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard Citeq Quartal A III (Gewinnbeteiligung ohne Wettbewerb) Ertragsoptimierung bei defi- niertem Leistungsstandard Münster Marketing Quartal A I (Zuschussbeteiligung mit mittelfristig festgelegtem Budget) Leistungsoptimierung Städt. Bühnen Quartal * A I (Zuschussbeteiligung mit mittelfristig festgelegtem Budget) Leistungsoptimierung * Berichtstermine zum 28.02. und 31.08. (vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr)
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0053/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 15.01.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37