V/0245/2022
Durchführung und Finanzierung der Ausstellung Skulptur Projekte 2027
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Anlage A
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Anlage A zur V/0245/2022 Kurzüberblick Im Jahr 2027 sollen die Skulptur Projekte in Münster zum sechsten Mal in der gemeinsamen Trägerschaft des LWL und der Stadt Münster ausgerichtet werden. Die Gesamtkosten werden mit 11,3 Mio. Euro kalkuliert. Hiervon sollen der LWL 2 Mio. Euro und die Stadt Münster 2,5 Mio. Euro tragen. Zur Findung der künstlerischen Leitung für die Skulptur Projekte 2027 wird ein Auswahlverfahren vorgeschlagen, das von einer kulturfachlich besetzten Findungskommission durchgeführt wird. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden folgende Ziele verfolgt: Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler Ausstrahlung entwickeln Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „T oleranzdurch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln Das T eilziellautet „Durchführung und Finanzierung der Ausstellung Skulptur Projekte 2027“. Zielerreichung: Das Projekt steht am Beginn der Planung. Nach heutigem Stand ist die Realisierung im Sommer 2024 vorgesehen. Mit der Findung der künstlerischen Leitung wird im 2. Halbjahr 2022 begonnen. Die notwendigen Finanzmittel werden ab 2024 benötigt. Es ist mit einem finanziellen Bedarf von 2,5 Mio. Euro zu kalkulieren. Finanzierung Produktgruppe: 0401 Kulturmanagement/Kulturförderung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2022ff enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Keine.
Anlage1_Schaubild_Verfahrensvorschlag zur Findung der künstlerischen Leitung SP 2027
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Anlage 1 zur Vorlage V/0245/2022 Schaubild Verfahrensvorschlag künstlerische Leitung SP 2027 1. Bildung der Findungskommission 2. Entscheidung der Findungskommission Erstellung der Besetzungsliste durch Arbeitsgruppe und Frei- gabe durch Verwaltungsspitzen Eigene Vorschläge der Arbeitsgruppe „Künst- lerische Leitung“ Einreichung von Vorschlä- gen durch externe Stellen und Fachleute Anfragen bei externen Stellen und Fachleuten mit Bitte um Vorschläge Besetzung der Findungs- kommission als siebenköpfiges unabhängiges Fachgremium Erstellung einer Shortlist durch die Findungskommission Präsentation des kuratorischen Konzepts durch Kandidat:innen Auswahlentscheidung der Findungskommission Berufung der künstlerischen Leitung durch die Träger
Beschlussvorlage
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V/0245/2022 V/0245/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Durchführung und Finanzierung der Ausstellung Skulptur Projekte 2027 Beratungsfolge 03.05.2022 Kulturausschuss Vorberatung 17.05.2022 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 18.05.2022 Hauptausschuss Vorberatung 18.05.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster beschließt die Durchführung der Ausstellung Skulptur Projekte 2027 in Münster mit voraussichtlichen Gesamtkosten in Höhe von 11,3 Mio. Euro und einem Anteil der Stadt Münster von 2,5 Mio. Euro. 2. Die Finanzierung der Ausstellung erfolgt nach Maßgabe dieser Vorlage. 3. Die Realisierung der Ausstellung steht unter dem Vorbehalt der verbindlichen Zusage des Finanzierungsanteils des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Höhe von 2 Mio. Euro sowie unter dem Vorbehalt der Förderung durch weitere Drittmittelgeber. 4. Der Rat der Stadt Münster stimmt dem Verfahrensvorschlag zur Findung einer künstlerischen Leitung für die Skulptur Projekte 2027 zu. II. Finanzielle Auswirkungen Die notwendigen Mittel von 2,5 Mio. Euro werden im Entwurf des Haushaltsplanes 2024ff und der mittelfristigen Finanzplanung bis 2027 eingestellt. Kulturamt 14.04.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Radtke T elefon:492-4191 Radtke@stadt-muenster.de - 2 - V/0245/2022 Begründung: I. Zusammenfassung Im Jahr 2027 sollen die renommierten Skulptur Projekte in Münster zum sechsten Mal in der gemeinsamen Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Stadt Münster ausgerichtet werden. Die Gesamtkosten werden mit 11,3 Mio. Euro kalkuliert. Hiervon sollen der LWL 2 Mio. Euro und die Stadt Münster 2,5 Mio. Euro tragen. Die verbleibenden Finanzierungsanteile sollen aus Einnahmen und durch die finanzielle Unterstützung von Drittmittelgebern abgedeckt werden. Zur Findung der künstlerischen Leitung für die Skulptur Projekte 2027 wird ein Auswahlverfahren vorgeschlagen, das von einer kulturfachlich besetzten Findungskommission durchgeführt wird. II. Ausgangslage Seit 1977 ermöglichen die Skulptur Projekte in Münster Begegnungen mit den Werken renommierter Künstler*innen im öffentlichen Raum. Die internationale Kunstausstellung, die von Prof. Dr. Klaus Bußmann und Prof. Kasper König begründet worden ist, wird in einem 10-Jahres-Rhythmus veranstaltet und von dem LWL und der Stadt Münster gemeinsam getragen und verantwortet. Mit der geplanten sechsten Ausgabe im Jahr 2027 schreiben die Skulptur Projekte in Münster 50 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Die Ausstellung hat das kulturelle Gedächtnis der Region fünf Jahrzehnte lang geprägt und bestimmt damit sowohl die kollektive Erinnerung als auch die Zukunft. Wie in keiner anderen Stadt gestaltet die intensive und stetige Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum den Alltag der Menschen mit. Dieses Alleinstellungsmerkmal zeigt sich auf besondere Weise in der Sammlung von Werken im Stadtraum, die sich im Eigentum der Stadt Münster und des LWL befinden. Die Skulptur Projekte haben die Tradition einer offenen und für alle zugänglichen Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum begründet. Der zehnjährige Veranstaltungsrhythmus ermöglicht es, die Erweiterung des traditionellen Skulpturenbegriffs über einen längeren Zeitraum nachzuvollziehen und die von den Werken ausgehenden Impulse im Alltag wahrzunehmen. Ein Blick zurück auf die bereits durchgeführten Skulptur Projekte zeigt, dass diese zugleich selbst von aktuellen Entwicklungen in der Kunst und der Zeitgeschichte geprägt sind. Diese Eckpfeiler machen die Skulptur Projekte einzigartig und haben den Bekanntheitsgrad der Ausstellung, der Stadt Münster und der gesamten Region enorm vergrößert. Die letzte Ausgabe der Skulptur Projekte im Jahr 2017 war sowohl in kulturfachlicher als auch in finanzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Die 35 im Stadtraum realisierten skulpturalen Objekte, Installationen und Performances im Spannungsfeld von Kunst, öffentlichem Raum und aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen haben insgesamt rund 650.000 Besucher*innen aus 72 Nationen angezogen. Gerade das internationale Interesse an den Skulptur Projekten 2017 war besonders erfreulich. Das Medienecho war durchweg positiv. Am 26.06.2020 haben der LWL und die Stadt Münster ihren Willen zur Fortsetzung ihrer jahrzehntelangen erfolgreichen Zusammenarbeit bekräftigt und eine Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, im Jahr 2027 erneut die Skulptur Projekte in Münster als Gemeinschaftsprojekt zu veranstalten. Diese Absicht hat der Rat der Stadt Münster am 24.6.2020 im Zusammenhang mit der Vorlage „Entwicklung Fachbereich Bildende Kunst“ (V/0380/2020) begrüßt. Die Kenntnisnahme war verbunden mit dem Auftrag an die Verwaltung, die Planungen der Skulptur Projekte 2027 zu beginnen. III. Konzept - 3 - V/0245/2022 Wie bereits in den Jahren 1977, 1987, 1997, 2007 und 2017 sollen auch die Skulptur Projekte 2027 parallel zur documenta und zur Biennale in Venedig stattfinden. Diese Einbindung in die sogenannte Grand T our,zu der auch die Art Basel gehört, stellt nicht nur die internationale Wahrnehmung der Ausstellung in der Kunstkritik sicher, sondern vor allem auch das rege Interesse eines großen internationalen Publikums. Damit leisten die Skulptur Projekte einen wichtigen Beitrag zur Festigung und Stärkung des Renommees der Stadt Münster als international anerkanntem Kunststandort einerseits und als Stadt der Lebensart andererseits. Die bildende Kunst ist ein wesentlicher Faktor, um Münster als moderne Großstadt zu stärken und insbesondere für junge, kreative und kunstinteressierte Bevölkerungsschichten attraktiv zu machen. Nachdem die Skulptur Projekte fünfmal von Prof. Kasper König kuratiert worden sind, sollen sie im Jahr 2027 von einer neuen, noch zu berufenden künstlerischen Leitung verantwortet werden. Diese Leitung soll neue innovative Konzepte vorlegen, andere Schwerpunkte setzen und diverse Perspektiven eröffnen. Klar ist bereits, dass die neuerliche Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum aufgrund der fortschreitenden globalen Entwicklungen und der lokalen Veränderungen im Stadtraum den bisherigen Perspektiven ein weiteres Kapitel hinzufügen wird. Hierzu gehört nicht nur ein vielfältig angelegter Einsatz von Medien im Zuge der Ausweitung des traditionellen Skulpturenbegriffs, sondern auch die deutlich verstärkte Einbeziehung künstlerischer Perspektiven jenseits von Zentraleuropa und Amerika, wie sie bereits im Jahr 2007 und vor allem im Jahr 2017 praktiziert worden ist. Die größte Herausforderung, die die Skulptur Projekte von Beginn an begleitet und die die Rolle der Kunst auch immer wieder neu definiert, ist die Aufnahme wichtiger zeitgenössischer Gesellschaftsfragen und ihre öffentliche Verhandlung innerhalb der Kunstwerke. Exemplarisch kann hier auf Kriege, Flucht- und Migrationsbewegungen in verschiedenen T eilender Welt sowie auf die Grenzen von Wachstum in vielen Bereichen der Gesellschaft hingewiesen werden. Mit dem Begriff des Projektes trägt die Ausstellung die Offenheit gegenüber diversen Inhalten, Vorstellungen und Gestaltungswegen im Titel. Auch die Skulptur Projekte 2027 sollen und wollen auf Veränderungen reagieren, indem sie sich als Beitrag zu einem offenen und öffentlichen Diskurs verstehen. IV. Organisation Die bewährten Organisationsstrukturen der Skulptur Projekte sollen im Wesentlichen fortgeführt und unter Berücksichtigung der Erfahrungen mit der Organisation der letzten Ausgabe an die gegenwärtigen Anforderungen angepasst werden. 1. Trägerschaft Die Skulptur Projekte 2027 sollen wie bisher als Gemeinschaftsprojekt von LWL und Stadt Münster durchgeführt werden. Angesprochen sind hier in erster Linie die Geschäftsbereiche der LWL- Kulturdezernentin sowie der Kulturdezernentin der Stadt Münster. Ankerpunkt der Ausstellung soll weiterhin das LWL-Museum für Kunst und Kultur sein. Einzelheiten über die gemeinsame Trägerschaft und die gesamtverantwortliche Realisierung der Skulptur Projekte 2027 werden der LWL und die Stadt Münster nach der Beschlussfassung ihrer politischen Gremien über die Durchführung und Finanzierung der Ausstellung im gegenseitigen Einvernehmen festgelegen und hierüber einen verbindlichen Projektvertrag abschließen. Dieser Vertrag wird insbesondere Regelungen über die Gesamtverantwortung, die künstlerische Leitung, die organisatorische Verantwortung, die Personal- und Finanzverantwortung, die Kostenverteilung sowie die Organisationsstrukturen und -abläufe enthalten. 2. Künstlerische Leitung - 4 - V/0245/2022 Die Skulptur Projekte 2017 sind letztmalig von Prof. Kasper König kuratiert worden, sodass für die Skulptur Projekte 2027 eine neue künstlerische Leitung gefunden und berufen werden muss. Eine gemeinsame Steuerungsgruppe des LWL und der Stadt Münster hat hierfür auf Grundlage der Vorarbeiten einer gemeinsamen Arbeitsgruppe einen Verfahrensvorschlag entwickelt, der sich in seinen Grundzügen an der Vorgehensweise bei vergleichbaren Ausstellungsformaten wie z. B. der documenta in Kassel und der Biennale in Venedig orientiert. Die gemeinsame Steuerungsgruppe empfiehlt ein zweistufiges Verfahren, das von den Trägern gesteuert wird und den fachlichen Auswahlprozess zur Findung der künstlerischen Leitung auf eine Findungskommission überträgt. Die erste Stufe des Verfahrens besteht darin, dieses unabhängige Fachgremium zusammenzustellen. Die zweite Stufe besteht aus dem Auswahlverfahren, das die Findungskommission durchführt, um die neue künstlerische Leitung zu finden. Im Einzelnen wird folgendes Vorgehen vorgeschlagen. a) Bildung der Findungskommission Die Findungskommission soll in der zweiten Jahreshälfte 2022 gebildet werden. Sie besteht aus sieben Personen und ist ein politisch unabhängiges Fachgremium. Für dieses Gremium sollen auf zwei Wegen Besetzungsvorschläge gesammelt werden: Zum einen trägt die o. g. Arbeitsgruppe (bestehend aus Vertreter*innen des LWL-Museums für Kunst und Kultur, der LWL-Kulturabteilung und der Stadt Münster/Kunsthalle Münster sowie der Projektleiterin der SP 2017) eine Liste mit bis zu sieben Vorschlägen zusammen. Darunter sollen auch Personen sein, die eine inhaltliche Verbindung zu den Skulptur Projekten und den Trägern haben. Zum anderen werden externe Stellen und Fachleute angefragt, Vorschläge für die Mitglieder des Fachgremiums einzureichen. Insbesondere fachlich versierte Stiftungen, von denen Drittmittel eingeworben werden sollen (Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW), renommierte Persönlichkeiten mit verschiedensten Hintergründen und Zugängen zum Thema Gegenwartskunst und Kunst im öffentlichen Raum (Kurator*innen, Künstler*innen, Museumsleiter*innen, Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen etc.), Fachleute mit Erfahrungen in der Realisierung großer internationaler Ausstellungen sowie Personen mit eigenem biografischen Bezug zu den Skulptur Projekten sollen von der Arbeitsgruppe um Vorschläge gebeten werden. Die Kommunikation soll dabei über das LWL-Museum für Kunst und Kultur erfolgen. Die auf die vorstehend beschriebene Weise zusammengetragenen Besetzungsvorschläge werden zu einer Vorschlagsliste gebündelt. Aus dieser Vorschlagsliste wählt die Arbeitsgruppe die Mitglieder der Findungskommission anhand fachlicher Kriterien aus und erstellt die finale Besetzungsliste einschließlich eines Vorschlags für den Vorsitz. Nach der Freigabe der Besetzungsliste durch die Verwaltungsspitzen von LWL und Stadt Münster erfolgt die offizielle Anfrage bei den dort genannten Personen mit der Bitte, Mitglied der Findungskommission zu werden. b) Auswahlverfahren der Findungskommission Nach der Berufung der Mitglieder der Findungskommission führt das Gremium eingehende Beratungen durch. Alle Mitglieder haben gleiches Stimmrecht. Dies gilt auch für den*die Vorsitzende*n, der*die die Sitzungen einberuft und leitet, das Gremium mit Informationen versorgt und die Rückbindung und Kommunikation mit dem LWL und der Stadt Münster als Träger der Skulptur Projekte sicherstellt. In einem ersten Schritt stellt die Findungskommission eine engere Auswahl einer zuvor festgelegten Anzahl von z. B. vier bis sechs Personen für die künstlerische Leitung zusammen („Shortlist“). Hierbei berücksichtigt die Findungskommission Rahmenvorgaben, die von der Arbeitsgruppe zuvor ausgearbeitet worden sind und die sicherstellen, dass Kriterien wie die fachliche Eignung (bisherige - 5 - V/0245/2022 Arbeitsfelder, Erfahrungen, künstlerische Positionen etc.), internationale Strahlkraft und Geschlechterparität angemessene Berücksichtigung finden. Die ausgewählten Personen werden eingeladen, ein kuratorisches Konzept für die Skulptur Projekte 2027 zu entwickeln und dieses der Findungskommission vorzustellen. Hierbei geht es nicht um eine detaillierte Ausarbeitung, sondern um die Vorstellung konzeptioneller Ideen und Visionen. Auf Grundlage der vorgestellten Konzepte und der Gespräche trifft die Findungskommission eine finale Auswahlentscheidung, die auf fachlichen Kriterien beruht. Im Anschluss geben die Träger diese Entscheidung öffentlich bekannt und berufen die künstlerische Leitung. Dies soll möglichst in der zweiten Jahreshälfte 2023 erfolgen. Ein Schaubild, das das zweistufige Verfahren grafisch knapp zusammenfasst, ist dieser Vorlage als Anlage beigefügt. 3. Weitere Leitungsfunktionen Vorbehaltlich der Vorstellungen der noch zu findenden neuen künstlerischen Leitung der Skulptur Projekte 2027 über ihre eigene organisatorische Ausgestaltung ist beabsichtigt, der künstlerischen Leitung sowohl kuratorische Unterstützung als auch eine organisatorische Projektleitung an die Seite zu stellen. Auf Seiten des LWL-Museums für Kunst und Kultur werden die Museumsleitung, die Kuratorin für Gegenwartskunst, die Verwaltung, die Kunstvermittlung sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich bzw. koordinierend an der Ausstellung mitwirken. Mit Blick auf die Erfahrungen bei der Organisation der Skulptur Projekte 2017 ist es darüber hinaus erforderlich, die vom LWL-Museum für Kunst und Kultur zur Verfügung gestellten Personalkapazitäten in den Leitungsbereichen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Kunstvermittlung, des Besucherservice und der Verwaltung vorübergehend (insbesondere im Veranstaltungsjahr 2027) zu verstärken. V. Kosten und Finanzierung Für die Realisierung der Skulptur Projekte 2027 haben die Verwaltungen von LWL und Stadt Münster einen vorläufigen Kosten- und Finanzierungsplan aufgestellt, der im Folgenden erläutert wird. 1. Aufwendungen Zur Realisierung der Skulptur Projekte 2027 sind voraussichtlich Gesamtaufwendungen in Höhe von 11,3 Mio. Euro erforderlich. Dieses Budget umfasst insbesondere die Kosten für die Realisierung der künstlerischen Arbeiten und die Personalkosten der Projektbeschäftigten sowie die Kosten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, für die Produktion von Katalog und Kurzführer, für die Kunstvermittlung und das Besucherbüro. Das Budget berücksichtigt unter anderem den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus gegenüber der letzten Ausgabe der Skulptur Projekte. Dies betrifft in erster Linie T arifkostensteigerungen beim Personal und Preissteigerungen bei den Sachkosten, z. B. für künstlerische Materialien und Baustoffe, Künstler*innenhonorare, Transportkosten, Mietkosten und veranstaltungstechnische Dienstleistungen. a) Realisierung der künstlerischen Arbeiten Die im Kosten- und Finanzierungsplan aufgeführte Position „Realisierung der Arbeiten“ kalkuliert die Kosten für die Konzeption und Realisierung der Kunstwerke einschließlich der Materialkosten und Künstler*innenhonorare sowie des Honorars für die künstlerische Leitung mit insgesamt rund 4,43 Mio. Euro. Hier wirkt sich insbesondere der Anstieg des Preisniveaus für künstlerische Materialien und Baustoffe aus. - 6 - V/0245/2022 b) Personalkosten In der Position „Personalkosten“, die mit rund 4,25 Mio. Euro veranschlagt ist, sind sowohl die Personalkosten für die oben genannten Leitungsfunktionen als auch die Personalkosten der übrigen Projektbeschäftigten enthalten. Sie berücksichtigt neben den bereits erfolgten und noch zu erwartenden T arifkostensteigerungenauch die vorübergehende Verstärkung der vom LWL-Museum für Kunst und Kultur zur Verfügung gestellten Personalkapazitäten in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kunstvermittlung, Besucherservice und Verwaltung. Mit dem kalkulierten Ansatz werden die organisatorischen und kulturfachlichen Notwendigkeiten und die finanziellen Rahmenbedingungen in einen angemessenen Ausgleich gebracht, sodass eine auskömmliche Personalausstattung am unteren Rand der Bemessungsgrenze gewährleistet ist. c) Weitere Aufwendungen Die Position „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ enthält die Sachkosten insbesondere für Presse- und Medienkampagnen. Grundlage der Kalkulation sind die Erfahrungen aus den Skulptur Projekten 2017 und die weiteren Erfahrungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur mit großen Sonderausstellungen. Zu berücksichtigen sind auch hier Preissteigerungen u. a. im Bereich der Bannerherstellung und der Plakatierung. Einbezogen werden selbstverständlich auch digitale Marketingformen und Kommunikationskanäle. Die Position „Katalog, Kurzführer, Programmbuch“ enthält die Sachkosten für ausstellungs-begleitende Publikationen einschließlich digitaler Formate. Der Ansatz der Position „Kunstvermittlung inkl. Besucherbüro“ ist im Vergleich zur letzten Ausgabe der Skulptur Projekte erhöht worden, um den Kostensteigerungen und der wachsenden Bedeutung zielgruppengerechter Vermittlung für eine zeitgemäße Kunstvermittlung gerecht zu werden. 2. Erträge Auf der Ertragsseite setzt sich die Finanzierung der Skulptur Projekte 2027 im Wesentlichen aus Einnahmen, aus den Finanzierungsanteilen der Stadt Münster und des LWL und aus Drittmitteln von Fördermittelgebern zusammen. a) Einnahmen Die Erwartung an die Einnahmen beläuft sich auf rund 1,03 Mio. Euro. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Einnahmen aus dem Verkauf von Katalogen, Kurzführern und Merchandisingartikeln sowie aus Führungsentgelten. b) Finanzierungsanteil des LWL Der Finanzierungsanteil des LWL wird mit 2 Mio. Euro kalkuliert. Dies bedeutet eine Erhöhung des Finanzierungsanteils des LWL um 1 Mio. Euro gegenüber 2017. Parallel zu dieser Beschlussvorlage der Stadt Münster bringt auch die Verwaltung des LWL eine inhaltlich abgestimmte Vorlage in ihre politischen Gremien ein, um dort einen Beschluss über die Durchführung der Skulptur Projekte 2027 und über den genannten Finanzierungsanteil des LWL zu erwirken. Darüber hinaus wird der LWL in erheblichem Umfang zusätzliche Personal- und Sachmittel des LWL- Museums für Kunst und Kultur einbringen. c) Drittmittelakquise Darüber hinaus wird eine finanzielle Unterstützung durch das Land NRW, die Kunststiftung NRW, die Kulturstiftung des Bundes, die Provinzial Stiftung für das LWL-Museum für Kunst und Kultur, den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (mit der Sparkasse Münsterland Ost) und weitere Förderer - 7 - V/0245/2022 angestrebt. Im Kosten- und Finanzierungsplan sind derzeit Drittmittel in Höhe von insgesamt 5,77 Mio. Euro veranschlagt, die nach derzeitigem Stand wie folgt beantragt werden sollen: Land NRW 1.000.000 Euro Kunststiftung NRW 800.000 Euro Kulturstiftung des Bundes 1.800.000 Euro Provinzial Stiftung 750.000 Euro Sparkasse 750.000 Euro Weitere Drittmittel 670.000 Euro Wegen der zeitlichen Vorläufe für die Findung einer neuen künstlerischen Leitung für die Skulptur Projekte 2027 (s. o.) und unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus den letzten Ausgaben der Skulptur Projekte ist es erforderlich, den Beschluss zur Durchführung der Ausstellung bereits jetzt, also fünf Jahre vor dem Veranstaltungszeitraum, zu fassen. Dies bringt es mit sich, dass die kalkulierten Finanzierungsbeiträge der Drittmittelgeber noch nicht auf verbindlichen Förderzusagen beruhen. Der in dieser Vorlage vorgeschlagene Beschluss steht daher unter den Vorbehalt einer auskömmlichen Förderung durch Drittmittelgeber. Sofern die weiteren Drittmittel nicht rechtzeitig vor der Durchführung der Ausstellung in der anvisierten Höhe verbindlich zugesagt sind, wird das Gesamtbudget entsprechend angepasst. d) Anteil der Stadt Münster Nach der bisherigen Kosten- und Finanzierungsplanung ist vorgesehen, dass sich die Stadt Münster mit einem Anteil in Höhe von 2,5 Mio. Euro beteiligt. Dies bedeutet eine Erhöhung um 1 Mio. Euro gegenüber 2017. Die Erhöhung folgt aus den Steigerungen auf der Aufwandsseite. Gleichzeitig wird durch die erhöhten Eigenanteile von Stadt und LWL eine deutliche Steigerung bei den zufließenden Drittmitteln erwartet. Die besondere kulturpolitische Bedeutung der Skulptur Projekte für Münster und die Region und das über Jahrzehnte gewachsene internationale Renommee und die außergewöhnliche Imagewirkung für die Stadt Münster sei an dieser Stelle besonders erwähnt. VI. Fazit Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen empfiehlt die Verwaltung, die Durchführung der Skulptur Projekte 2027 mit einem Gesamtbudget von voraussichtlich 11,3 Mio. Euro und einem Anteil der Stadt Münster in Höhe von 2,5 Mio. Euro zu beschließen. Über den Ausgang des Verfahrens zur Findung der künstlerischen Leitung, den Fortgang der Drittmittelakquise und die weiteren Vorbereitungen zur Ausstellung wird die Verwaltung zu gegebener Zeit erneut berichten. i.V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage A Anlage 1: Schaubild für den Verfahrensvorschlag zur Findung der künstlerischen Leitung SP 2027
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0245/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.04.2022
- Erstellt
- 04.04.2022 16:23