Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Meschenich und Rondorf"
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 0737/2017 vom 13.04.2017
Stand: Am 18.05.2017 im Rat ungeändert beschlossen.
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Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/152 152/1 Vorlagen-Nummer 0737/2017 Freigabedatum 13.04.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Meschenich und Rondorf" Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Handlungskonzept (IHK) für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der An- passung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den För- dermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforder- lich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im IHK für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Finanzie- rungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter Vorbehalt der Bewilli- Integrationsrat 25.04.2017 Ausschuss Schule und Weiterbildung 25.04.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 27.04.2017 Wirtschaftsausschuss 27.04.2017 Verkehrsausschuss 02.05.2017 Sportausschuss 04.05.2017 Ausschuss für Umwelt und Grün 04.05.2017 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 08.05.2017 Gesundheitsausschuss 09.05.2017 Jugendhilfeausschuss 09.05.2017 Stadtentwicklungsausschuss 11.05.2017 Finanzausschuss 15.05.2017 Rat 18.05.2017 2 gungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des er- gebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits berück- sichtigt. Der entstehende Aufwand 2021ff in Höhe von 16,5 Mio. € für die Gesamtmaßnahmen des IHKs für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt und ist in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen zu berücksichtigen. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des IHKs für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des IHKs, die im Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Rodenkirchen vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Meschenich und Rondorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Be- zirksvertretung Rodenkirchen ohne Einschränkung zustimmen. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50% b.max. 85 % % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 4,8 Mio. € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b.max. 90 % % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen derzeit nicht bezifferbar € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung 1. Ausgangslage Vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen, die sich nicht zuletzt durch den demografischen und strukturellen Wandel für die Stadt Köln ergeben, hat sich die Stadtverwaltung seit Herbst 2014 intensiv mit der neuen EU-Förderperiode 2014-2020 auseinandergesetzt und die Förderstrategie der Stadt Köln darauf ausgerichtet. Mit seinem Beschluss zum „Europa 2020 Handlungsprogramm: Köl- ner Handlungserfordernisse“ hat der Stadtvorstand am 23.09.2014 die Aufforderungen verbunden, dass alle Dezernate und Ämter bereits im Vorfeld der zu erwartenden neuen Projektaufrufe des Lan- des in die Vorbereitungen einsteigen und Projektideen entwickeln. Mit der Genehmigung der Operati- onellen Programme zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zum Europäi- schen Sozialfonds (ESF) des Landes Nordrhein-Westfalen ist durch die EU formal die neue Förderpe- riode im Herbst 2014 gestartet. Auf Basis des Operationellen Programms erfolgte am 10.02.2015 der gemeinsame Aufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“ des Landes NRW zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, der die Programme des EFRE, des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (E- LER) und des ESF bündelt. Das mit dem Förderaufruf verbundene Maßnahmenspektrum soll einen Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes leisten. Grund- und damit Fördervoraussetzung, um Mittel aus den europäischen Struktur- und Investitions- fonds beantragen zu können, ist die Erstellung eines Integrierten Handlungskonzeptes (IHK). Köln hat sich mit seinem Konzept für den breiten Ansatz der sozialraumorientierten Stadtentwicklung ent- schieden und mit dem Leitkonzept (IHK) „Starke Veedel - Starkes Köln: mitwirken, zusammenhalten, 4 Zukunft gestalten" (abrufbar unter www.starke-veedel.koeln) die unterschiedlichen Handlungsfelder des Aufrufs gemeinsam betrachtet. Das IHK „Starke Veedel – Starkes Köln“ stellt dabei die elf Sozial- räume, in denen die Stadt Köln mit dem Programm „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozialraum- orientierung in Köln“ seit 2006 arbeitet, in den Vordergrund. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die linksrheinischen Sozialräume: Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Bocklemünd / Mengenich Meschenich und Rondorf und um die rechtsrheinischen Sozialräume: Buchheim und Buchforst1 Mülheim-Nord und Keupstraße Höhenberg und Vingst Humboldt / Gremberg und Kalk Ostheim und Neubrück Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das IHK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei- sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beauf- tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016 anerkannt. Auf Basis der Anerkennung und des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden. Parallel dazu möchte die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ein- werben. Zentral ist dabei das Programm „Soziale Stadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können über Städtebaufördermittel investive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anforde- rungen der Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen IHKs, das die Gegebenheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen herausarbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich. Im Ergebnis bedeutet diese Voraussetzung für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, dass zusätzlich zu dem raumübergreifenden Leitkonzept insgesamt zehn separate sozialraumbezogene IHKs erarbeitet werden. Aufgrund des erforderlichen Bearbeitungsaufwandes sieht die Verwaltung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) ein gestaffeltes Verfah- ren vor. Für die Sozialräume „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 1 Aufgrund besonderer Fördervoraussetzungen wurden gemäß der Vorgabe des Landes die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße zu einem Handlungsraum zusammengefasst. Er kann so als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020, das die Stadt Köln von 2009 bis 2014 umgesetzt hat, weiter gefördert werden. 5 „Meschenich und Rondorf“ wurden die IHKs fertiggestellt, beim Land zur Anerkennung eingereicht und werden dem Rat hiermit zur Beschlussfassung vorgelegt. Die IHKs wurden in einem dynamischen Prozess erarbeitet. Teilwei- se haben sich die beschriebenen Angebotsstrukturen im Rahmen der Erarbeitungsphase verändert. Die IHKs bilden den Stand im Juni 2016 ab. Für die Erarbeitung der weiteren sozialraumspezifischen IHKs ist ein gestuftes Verfahren vorgesehen: derzeit erfolgt die Bearbeitung der IHks für die Sozialräume „Humboldt / Gremberg und Kalk“ sowie „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. bis Herbst 2017 ist die Erarbeitung der IHKs für die Sozialräume „Bilderstöckchen“ sowie „Hö- henberg und Vingst“ vorgesehen. bis Ende 2017 ist die Erarbeitung der IHKs für die Sozialräume „Ostheim und Neubrück“, „Bocklemünd / Mengenich“ sowie „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ vorgese- hen. 2. Einordnung des IHKs für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ in die Pro- grammstruktur Die Entscheidung den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ in der ersten Stufe zeitnah zu bearbei- ten, resultiert unter anderem aus den vorhandenen Handlungsbedarfen, die sich insbesondere in den Herausforderungen der Hochhaussiedlung „Am Kölnberg“ begründen. Hier hat auch das Land als Zuschussgeber ein besonderes Interesse an einem Integrierten Handlungskonzept formuliert. Der im Süden von Köln gelegene Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ hat sich räumlich aus einer dörflichen Struktur entwickelt. In den 70er Jahren wurde diese um die Großwohnsiedlung „Am Köln- berg“ ergänzt, die mit ihren bis zu 26 Etagen das Quartier städtebaulich dominiert. In der Großwohn- siedlung leben rund 4.100 Bewohnerinnen und Bewohner aus 60 Nationen. Multiple Problemlagen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Suchterkrankungen, Verschuldung prägen diese Siedlung, während im Gegenzug die Ausgangslage in den umliegenden Quartieren grundsätzlich stabil und unauffällig ist. Der gesamte Sozialraum wird durch diese soziale und bauliche Heterogenität geprägt. Das IHK für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ ist ein Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“, das insgesamt elf Sozialräume umfasst. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen für die Menschen in allen Sozialräumen zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel– Sozialraum- und Bürgerorien- tierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in elf Sozialräumen umgesetzt wird. Seitdem wurden zahl- reiche Vorhaben angestoßen und realisiert. Die Sozialraumkoordinatorinnen und -koordinatoren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden. Das IHK für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ umfasst eine detaillierte Betrachtung des S o- zialraumes und geht auf dessen spezifischen Anforderungen ein. Es bildet daher ein für sich stehe n- des Konzept. Ziel des IHKs ist es, den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ zu stärken, die Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhalt auszubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbesser n. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet das IHK für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwickl ung und Umsetzung integrierter Quartiersen t- wicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu gehört die stärkere Entwicklung soz i- alraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zw i- schen den in den Quarti eren aktiven Akteuren einerseits und die Abstimmung ihres Handels mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die Bewohnerschaft von allen an der Pr o- grammumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden. 6 Das IHK für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ greift die Gliederung des Leitkonzepts auf. Darauf aufbauend wurden 28 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und sind zur Umsetzung vorgesehen. 3. Finanzen Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im IHK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rd. 77,3 Mio. € -vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge- in seiner Sitzung am 20.12.2016 be- schlossen (Session-Nr. 2899/2016). Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs- ermächtigungen bis 2020 in Höhe von 51,4 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. mittelfristigen Finanz- planung bis 2020 berücksichtigt. Der darüber hinausgehende Bedarf für die Jahre 2021 und 2022 in Höhe von 25,9 Mio. € ist bereits nachrichtlich aufgeführt und wird in den zukünftigen Haushalts- planaufstellungen berücksichtigt. Für 2021 sind nach derzeitigem Planungsstand im Rahmen der Hpl.-Anmeldungen zum Hpl. 2018 inkl. Finanzplanung bis 2021 16,5 Mio. € von den nachrichtlich bereits aufgeführten 25,9 Mio. € an- zumelden. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht abschlie- ßend möglich. Für das Jahr 2022 sind die verbleibenden 9,3 Mio. € nachrichtlich zu benennen. Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der Vorfinanzierung der Maßnahmen als auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwar- tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bis maximal 90 % der projekt- bezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkosten auf Grundlage von Pauschalen, je- doch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die Städtebauförderung finanziert werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 %2 auf. Durch die Kofinanzierung der Städtebauför- derung mit anderen Fördertöpfen, die -sofern die Voraussetzungen vorliegen- beantragt werden, kann z.B. für einzelne EFRE-kofinanzierte Maßnahmen eine Förderquote von bis zu 85 % erreicht werden. Für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ sollen aus dem o. g. Ansatz insgesamt 4,8 Mio. € zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadtent- wicklung. Die im Hpl. 2016/2017 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2020 für das Projekt „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven Zahlungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen zu Verfügung. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht ab- schließend möglich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden, dass es noch Verschiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu den investiven Auszah- lungen geben wird. Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewilli- gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt die Realisierung einer Vielzahl vernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der Um- setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des IHKs für den Sozial- raum „Meschenich und Rondorf“ gefährdet. Anlagen 2 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeblich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat. -
Anlage 2_Kostenübersicht für den Sozialraum Meschenich und Rondorf
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Maßnahme Kosten (€) 2016** Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung 664.087 0 0 0 0 0 0.0.2 Evaluation 44.090 0 0 0 0 0 1.0.5 Integration von (zugewanderten) Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit / Streetwork* 0 254.520 0 0 0 0 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Kinder- und Jugendarbeit Köln* 0 26.900 0 0 0 0 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrationskursen* 0 134.028 0 0 0 0 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraumgebieten* 0 16.260 0 0 0 0 1.0.17 a) Kölner Bildungsberatungszentrum 0 0 210.000 0 0 0 1.0.17 b) Stadtteileltern* 0 77.547 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganztags* 0 110.968 0 0 0 0 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel* 0 68.570 0 0 0 0 1.0.21 Ferienschulen* 0 0 23.391 0 0 0 Anlage 2: Kostenübersicht für den Sozialraum Meschenich und Rondorf * Anteilige, auf den Sozialraum bezogene Darstellung der Kosten für sozialraumübergreifende Maßnahmen (raumübergreifende Förderantragstellung). ** Die Gesamtmaßnahmenkosten sind dem vorgesehenen Bewilligungsjahr zugeordnet. Im Rahmen der detaillierten Planungen zur Förderantragstellung wird der Mittelabfluss den jeweiligen Haushaltsjahren zugeordnet. Gesamtkosten für den Sozialraum Meschenich und Rondorf: 21.308.039 € Maßnahme Kosten (€) 2016** Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln* 0 394.080 0 0 0 0 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln 0 0 140.000 0 0 0 2.8.3 Aufbau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf, Machbarkeitsstudie 80.000 0 0 0 0 0 2.8.3a Bau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf (investive Folgemaßnahme nach 2020) 0 0 0 0 3.000.000 2.8.3b Entwicklung und Errichtung einer Interimsbegegnungsstätte 0 250.000 0 0 0 0 2.8.5 Machbarkeitsstudie zur Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden 0 0 63.000 0 0 0 2.8.5a Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden (investive Folgemaßnahme nach 2020) 0 0 0 0 0 8.500.000 2.8.6.a) Neugestaltung des öffentlichen Bereichs "Ortseingang Meschenich" (investive Folgemaßnahme nach 2020) 4.000.000 2.8.7 Umgestaltung der Kapellenstr. u. Rondorfer Hauptstr. in Köln-Rondorf 1.800.000 3.0.1 „CheckPraxis“ Berufsfeldorientierung für Schülerinnen und Schüler aus den Sozialräumen 0 26.196 0 0 0 0 3.0.3 Quartiersgarten - Qualifizierung von Menschen und Grünflächen 0 0 171.000 0 0 0 3.8.2 Jobcoach im Sozialraum Meschenich und Rondorf mit Schwerpunkt Kölnberg 0 351.052 0 0 0 0 4.0.2 Offen für Regen "Grüne Höfe, grüne Plätze" 83.050 0 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels 0 54.000 0 0 0 0 4.0.6 Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs/ Umweltsensitive Verkehrssteuerung 0 30.000 0 0 0 0 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Identifikation mit dem SR und Erhöhung der Biodiversität und Aufenthaltsqualität 0 43.520 0 0 0 0 5.0.2 Zuhause im Veedel - Modul A: Aktivierung und Beteiligung im Quartier 310.220 0 0 0 0 Maßnahme Kosten (€) 2016** Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** 5.0.2. Zuhause im Veedel - Modul B* 0 125.960 0 0 0 0 5.0.3 Hof und Fassadenprogramm 0 255.600 0 0 0 -
Anlage 1_IHK für den Sozialraum Meschenich und Rondorf
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Starke Veedel –Starkes Köln Juni 2016 Impressionen aus dem Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ Starke Veedel – Starkes Köln Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ Stand 06.06.2016 2 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kontakt / Impressum Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon 0221 / 221-22267 stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de Die Oberbürgermeisterin Dezernat Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 3 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Starke Veedel – Starkes Köln Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ Stand: 06.06.2016 4 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mein Standpunkt Liebe Bürgerinnen und Bürger in Meschenich und Rondorf, angesichts wachsender Armut insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen, Alleinerziehenden, Geringqualifizierten oder Langzeitarbeitslosen ist mir der s o- ziale Ausgleich in unserer Stadt sehr wichtig. lch freue mich deshalb, Ihnen mit diesem lnt e- grierten Handlungskonzept ein Programm für lhr Veedel vorlegen zu können, das insbeson- dere die Lebensla ge der von Armut bedrohten oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blick nimmt. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichberechtigte Chance haben, am gesellschaftl i- chen Leben teilzuhaben. Dies ist das Leitbild, auf dem das soziale Handeln unserer Stadtge- sellschaft basiert. Dazu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und Aus- bildung ebenso wie die Chance auf einen Arbeitsplatz oder eine angemessene Wohnung in einem lebenswerten, attraktiven Veedel. Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekten und Maßnahmen kommen wir di e- sem Leitbild in den nächsten Jahren hoffentlich ein gutes Stück naher. Das Programm en t- halt Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aber auch von Erwachsenen, der Integra tion von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Enthalten sind auch Wohnum- feld verbessernde Maßnahmen und lnvestitionen in die örtliche Infrastruktur, mit denen ihr Veedel attraktiver werden soll. Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und zu beteil i- gen. Seien Sie dabei, wenn es zum Beispiel um die Gestaltung von Plätzen geht, nutzen Sie die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder oder für sich selbst, wenn es darum geht eine neue berufliche Perspektiven zu entwickeln. lhre Henriette Reker Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 5 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Vorwort Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt. Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht. Diese Vielfalt spiegelt nicht nur die unte r- schiedlichen Entstehungszeiten und Funk- tionalitäten der einzelnen Stadtteile wider, sondern auch die Weltoffenheit Kölns. Die ausgewogene Entwicklung aller Vee- del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung. Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt als auch für die soziale Balance in der Stadt. Hierfür müssen wir frühzeitig Maß- nahmen ergreifen, damit alle Stadtteile den „Anschluss behalten“. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Stadt Köln an dem Aufruf „Starke Quartie- re – starke Menschen“ des Landes Nor d- rhein-Westfalen und nutzt so die Chancen der aktuellen EU-Förderperiode. Im Fokus stehen dabei Armutsbekämpfung und die Vermeidung von Ungleichheit. Die Stellschrauben der Quartiersentwic k- lung sind dabei vielfälti g. Die im Integrie r- ten Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ vorgeschlagenen Maßnah- men widmen sich sowohl der Gestaltung des öffentlichen Raumes, als auch sozi a- len Themen wie Prävention, Bildung, Qua- lifizierung sowie dem Klimaschutz und der Umweltgerechtigkeit. Dabei bauen wir auf dem seit 2005 etab- lierten Programm „Lebenswerte Veedel“ auf, bei dem die elf Sozialräume Kölns im Mittelpunkt stehen. In den Sozialräumen ist der Bedarf an unterstützenden Angebo- ten kontinuierlich besonders hoch. Unter breiter Beteiligung vor Ort wurde das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entwickelt, in das sich das vorli e- gende Integrierte Handlungskonzept für den Sozialraum Meschenich und Rondorf einordnet. Der Sozialraum Meschenich und Rondorf ist durch eine sehr heterogene Situation und seine Lage am südlichen Stadtrand geprägt. Besonders hohe städtebauliche und sozialintegrative Handlungsbedarfe werden in der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ deutlich. Die weiteren kleinteil i- ger strukturierten Quartiere im Sozialraum können bei der Entwicklung des „Köl n- bergs“ eine stabilisierende Basis bilden, wenngleich – z. B. vor dem Hintergrund der aktuellen Zuwanderungszahlen – auch hier Unterstützungsbedarfe erkennbar sind. Die Quartiersentwicklung in den elf Sozial- räumen stellt uns in den kommenden Jah- ren vor vielschichtige Herausforderungen. Mit dem vorgesehen Maßnahmenpaket für den Sozialraum Meschenich und Rondorf werden die Kräfte aus unterschiedlichen Handlungsfeldern in einem Ansatz gebün- delt. Ich bin mir sicher, dass wir durch die- sen integrierten Ansatz der Quartiersent- wicklung, einen guten Schritt für die Stadt- teile nach vorne machen. Ihr Franz-Josef Höing 6 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 7 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Inhaltsverzeichnis 1. Vorbemerkung ............................................................................................................ 9 2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln ........ 9 3. Projektidee und Zielsetzung .....................................................................................11 4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise ..............................................15 5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ................................................................................19 6. Bestandsanalyse .......................................................................................................25 6.1 Demographische, soziale und Bildungssituation ................................................... 30 6.2 Situation des öffentlichen Raums .......................................................................... 33 6.3 Wirtschaftliche Situation ........................................................................................ 38 6.4 Wohnsituation ....................................................................................................... 38 6.5 Ökologische und klimatische Situation .................................................................. 41 7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe...........45 8. Ziele und Handlungsfelder........................................................................................47 9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Meschenich und Rondorf ............55 10. Maßnahmen für den Sozialraum ..............................................................................57 10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette ......................... 57 10.2 Maßnahmen im Sozialraum Meschenich und Rondorf .......................................... 67 10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung ........................................... 70 10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen ............................................................. 81 10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum ................................................................... 129 10.6 Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung ................................................... 150 10.7 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung .................................................................................................. 158 10.8 Handlungsfeld 5: Wohnen ................................................................................... 171 11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung ............................................ 181 11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung ............................................................ 183 12. Anhang ..................................................................................................................... 189 8 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 9 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 1. Vorbemerkung Das vorliegende Integrierte Handlungskonzept (IHK) ist ein Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“, das insgesamt elf Sozialräume umfasst. Bereits seit 2006 ist die Stadt Köln in diesen elf Gebieten mit dem Programm "Lebenswerte Veedel – Sozialraum- und Bürgerorientierung" aktiv, so dass zahlreiche Vorhaben realisiert oder angestoßen wur- den. Die Sozialraumkoordinatorinnen und - koordinatoren sind für die Menschen in den Vee- deln mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im allen elf Sozialräumen des Programmgebiet zu schaffen und auf den A r- beiten des Programms „Lebenswerte Veedel“ aufzubauen. Für das hier vorliegende IHK „Meschenich und Rondorf“ wird nun ein Sozialraum betrachtet, der Teil eines Gesamtpr o- gramms ist. Zur Herleitung, Beschreibung und Umsetzung der Maßnahmen im Sozialraum liegt hiermit ein für sich stehendes Konzept vor – alle für den Raum Meschenich und Rondorf notwendigen Informationen sind im IHK „Meschenich und Rondorf“ enthalten. 2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln Die Stadt Köln steht, wie auch viele andere Städte, derzeit vor dem Hintergrund der Global i- sierung, der Internationalisierung, der Digitalisierung, des Klimawandels, der Energiewende, der Zu- und Abwanderungen und des demographischen Wandels vor großen Herausforde- rungen. Diese globalen strukturellen Entwicklungen werden von einer zunehmenden Ei n- kommenspolarisierung sowie steigenden Anteilen armer und benachteiligter Bevölkerung s- gruppen begleitet, die sich räumlich konzentrieren. Zwischen einzelnen Stadtteilen nehmen strukturelle Ungleichgewichte und eine kleinräumige Polarisierung zu. Die in den letzten Jah- ren festzustellende zunehmende räumliche Segregation führt folgerichtig dazu, dass die Quartiersebene in den Fokus der Stadtentwicklung gerät. Das Quartier, in Köln auch Veedel genannt, ist das direkte Lebensumfeld der Menschen: Hier wohnen und leben sie, treten miteinander in Beziehung und beteiligen sich somit am Gemeinwesen. In der neuen Förder periode der EU-Strukturfonds 2014 bis 2020 hat die Europäische Union mit der Europa- 2020-Strategie die Prioritäten „Intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ gesetzt und damit fünf Kernziele zu den Themenfeldern „Beschäftigung“, „Fo r- schung und Entwicklung sowie Innovation“, „Klimawandel und Energie“, „Bildung“ sowie „Armut und soziale Ausgrenzung“ festgelegt. Zur Umsetzung dieser Strategie hat das Land Nordrhein-Westfalen Operationelle Programme (OP) für die Strukturfonds: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäischer Sozialfonds (ESF) sowie Europäi- scher Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erarbeitet. Alle Operationellen Programme müssen einen Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen leisten. Gemeinsam mit den europaweiten Strategien definieren vier Leitthemen den Rahmen für den Europäischen Sozialfonds (ESF) und weiterer europäischer Fördermöglichkeiten1: Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Themen: − Früh ansetzende Hilfen („Kein Kind zurücklassen“) − Verbesserung des Übergangs Schule – Beruf („Kein Abschluss ohne Anschluss“ – Übergang Schule – Beruf Nordrhein-Westfalen) − Integrierte und nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung (zum Beispiel durch städ- tebauliche, gesundheitsfördernde oder Jugendhilfemaßnahmen) − Armutsbekämpfung 1 Vergleich http://www.soziale-stadt.Nordrhein-Westfalen.de/downloads/EU- Strukturfonds_Okt.2014.pdf (14.08.2015) 10 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Aus den Operationellen Programmen heraus veröffentlicht das Land Aufrufe, auf die eine Bewerbung erfolgen kann. Am 10.02.2015 wurde der Aufruf mit dem Thema „Starke Quartie- re – starke Menschen“ – Gemeinsamer Aufruf zu den Programmen des EFRE, des ELER und des ESF (2014 bis 2020) zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung“ gestartet. Die Stadt Köln bewirbt sich mit dem vorliegenden Programm (IHK) „Starke Veedel – Starkes Köln: Mitwi r- ken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ für die neue Europäische Förderperiode. Die Stadt Köln hat die Europäische Förderphase 2014 bis 2020 und die dahinterliegende „Europa 2020 Strategie“ zum Anlass genommen, die eigenen städtischen Ziele zu prüfen und neu aufzustellen. Die von der Europäischen Union aufgestellten Prioritäten und die fünf Kernziele werden ebenso ausdrücklich unterstützt wie die Präventionsstrategie des Landes. Der Stadtvorstand, in dem alle Dezernate vertreten sind, hat deshalb das Konzept „Europa 2020 Handlungsprogramm: Kölner Handlungserfordernisse“ als Orientierung der Verwaltung in zentralen städtischen Handlungsfeldern am 23.09.2014 beschlossen. Dies sind die Berei- che (1) Bildung, (2) Soziale Balance / Quartiersentwicklung, (3) Beschäftigung, (4) Infrastruk- tur / Mobilität, (5) Klimawandel und nachhaltige Energiewirtschaft, (6) Forschung, Entwic k- lung und Innovation sowie (7) Kultur / Baukultur / öffentlicher Raum. Di ese sieben Hand- lungsfelder werden in einem fachübergreifenden Prozess umgesetzt. Als wesentliche Ziele wurden unter anderem die Quartiersentwicklung und die damit angestrebte soziale Balance in der Stadt und zwischen den Quartieren benannt. Im Vordergrund des städtischen Handelns stehen damit die benachteiligten Quartiere sowie die in diesen Quartieren lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist, Rahmen- bedingungen zu schaffen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedi n- gungen vor Ort zu entw ickeln. Betrachtet werden dabei immer die Gesamtstadt und die Wechselwirkungen zwischen den Quartieren untereinander. So führt eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner belasteter Quartiere auch zur Auf - wertung der Gesamtstadt. Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner ist eine int e- grierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie zum Beispiel Wohnen, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung, Gesundheit, Mobilität, Öff entlicher Raum, Klima, Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll. Daher werden auch bestehende und derzeit in der Entwicklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsprechend Maßnahmen prioris iert und aneinander angepasst 2. Durch diese integrierte und gesamtstädtische Betrachtung werden die Verstetigung und die Nachhaltigkeit von Quartiersentwicklungen gesichert, da sie in g e- samtstädtische Strategien und Konzepte eingebunden sind und nicht isol iert betrachtet wer- den. 2 Eine kurze Beschreibung der städtischen Konzepte befindet sich im Kapitel 6 Anhang 1 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 11 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 3. Projektidee und Zielsetzung Mit dem IHK Meschenich und Rondorf knüpft die Stadt Köln an bereits erfolgreich gestartete Programme zur Verbesserung der Lebenssituation an. Das IHK baut auf dem Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ auf. Das Ziel des Pr o- gramms „Lebenswerte Veedel“ liegt in der Begründung und Optimierung von Unterstützungs- leistungen und der Stärkungen der Selbsthilfekräfte, indem die Zusammenarbeit und Vernet- zung aller städtischen Dienststellen, der freien Träger, Verbände und sonstiger Akteure im Quartier vorangetrieben wird. Dazu wird in jedem Sozialraum eine Sozialraumkoordination eingesetzt, die – bis auf eine Ausnahme – bei den freien Trägern angesiedelt ist. Sie fungiert als „Informationsdrehscheibe“ und Bindeglied zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Ver- bänden und Bewohnerschaft. Sie unterstützt oder initiiert Kooperations - und Vernetzung s- strukturen im Sozialraum, nutzt diese, um besondere Bedarfslagen zu identifizieren, und entwickelt gemeinsam mit den Diensten und Einrichtungen der freien Träger vor Ort bedarfs- gerechte Projekte und Maßnahmen. Der im Süden von Köln gelegene Sozialraum Meschenich und Rondorf hat sich räumlich aus einer dörflichen Struktur entwickelt , die seit den 70er Jahren durch die Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“dominiert wird. Circa 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner sind in den Hoc h- häusern des Kölnbergs beheimatet. Hier zeigt sich ein besonders hoher Handlungsdruck aufgrund der sich dort bündelnden sozialen Problemlagen wie Armut, Arbeitslosigkeit oder Suchterkrankungen. Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist es, den Sozialraum Meschenich und Rondorf zu stärken, die Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhalt auszubauen, Präventions- ansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Men- schen nachhaltig zu verbessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädti- sche Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei verfolgt das Programm auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu g e- hört die stärkere Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einer- seits und die Abstimmung ihres Handels mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig ist die Bewohnerschaft von allen an der Programmumsetzung Betei ligten aktiv einzubinden. 12 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 1: Lage des Sozialraums Meschenich und Rondorf im Kölner Süden Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 13 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Umsetzung der Idee der Sozialraumorientierung ist je nach Handlungsfeld in den Dienst- stellen der Verwaltung unterschiedlich stark ausgeprägt. Bislang ist die Zusammenführung dieses Ansatzes zu einem gesamtstädtischen, integrierten Handlungsansatz nur teilweise gelungen. Deshalb hat der Stadtvorstand am 17.03.2015 die sozialräumliche Ausrichtun g des Verwaltungshandelns als verbindliches Handlungsprinzip noch einmal bekräftigt. In de r- selben Sitzung hat der Stadtvorstand beschlossen, die elf Sozialräume aus dem Programm „Lebenswerte Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende Handlungsstrategie der Quartiersorientierung zur Grundlage der geplanten Integrierten Handlungskonzepte für den EFRE- / ESF-Aufruf des Landes „Starke Quartiere – Starke Menschen“ zu machen. Die Ent- wicklung integrierter, sozialraumorientierter Handlungskonzepte ist eine notwendige Aufg a- be, die für alle städtischen Dienststellen eine Herausforderung bedeutet. Sie formulieren auch neue Anforderungen an die Stadtgesellschaft und geben der Stadtverwaltung innovat i- ve Anstöße für die Entwicklung neuer, adäquater Angebotsformen und –strukturen. Die Stadt Köln baut bei der Bearbeitung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf den Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Hand- lungsansatzes in einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage zugrunde, wie erfolgreich Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus erfol- gen kann, welche Faktoren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und B e- wohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Zum einen wird erstmalig für elf Sozialräume ein Maßnahmenpaket entwickelt, das in allen Sozialräumen mit einem vergleichbarem Vorgehen umgesetzt, dabei jedoch expl izit auf die Bedarf und Erfordernisse vor Ort angepasst wird. Dies sind insbesondere Maßnahmen, die zur Präventionskette 3 gehören. Zum anderen werden zusätzlich gebietsspezifische städt e- bauliche und sozial-integrative Lösungen passgenau für die Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Besonderes Augenmerk wird bei den sozial-integrativen auf den niedrigschwelligen Zugang zu den Angeboten und ihrer Verknüp- fung gelegt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werden auch Maßnahmen mit Model l- charakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der dort erzielten Erkenntnisse wird ang e- strebt. 3 Unter einer kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote ver- standen werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen und Lebensl a- gen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich sind. 14 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 2: Übersicht über die elf Sozialräume des Programms "Lebenswerte Veedel - Lebenswertes Köln" Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 15 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise Die Grundlage für die Auswahl des Sozialraums Meschenich und Rondorf sowie für die wei- teren zehn Programmgebiete bildet die bestehende Gebietsabgrenzung des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ (vergleiche Karte 2). Mit Hilfe des Monitorings Stadtentwicklung wurde geprüft, ob es sich hierbei tatsächlich um G e- biete mit besonderen Handlungserfordernissen handelt, die im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systematisch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheitlichen Vorgehensweise (Index- werte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wa n- del oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wird im Folgenden der Index „Soziale Lage“ zugrunde gelegt, der die wirtschaftlichen, politisch- kulturellen und gesundheitlichen Aspekte von Benachteiligung berücksichtigt. Er setzt sich zusam men aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „Leben in Köln“ und berücksichtigt somit sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzungen der Befragten. Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren der Tats ache gerecht, dass sich Benachteili- gung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt. Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung des Indexes „Soziale Lage“ für die Gesamtstadt. Grundlage der Berechnung des Indexes sind die 86 Kölner Stadtteile. Für die vorliegende räumliche Abgrenzung wurden Stadtteile zusammengefasst, um in etwa gleich große Räume von 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Räume mit einer vergleichbaren sozial- ökonomischen Bevölkerungsstruktur bilden zu können. 16 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 1: Zusammensetzung Index Soziale Lage4 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die bestehenden Sozialräume, die im Programm „Lebenswerte Veedel“ enthalten sind, zäh- len zu den Gebieten mit besonderen Handlungserfordernissen und entsprechen demnach den im Aufruf „Starke Menschen – Starke Quartiere“ geforderten Kriterien zur Auswahl des Programmgebietes (vergleiche Karte 3). Im Sozialraum Meschenich und Rondorf ergibt sich allerdings die Besonderheit, dass der Teilraum Rondorf durch erkennbar stabilere soziale Kennwerte geprägt ist und im Stadtteil Meschenich die Handlungsbedarfe insbesondere im Quartier der Großwohnsiedlung „ Am Kölnberg“, eine Hochhaussiedlung aus den 1970er Jahren, deutlich werden. Mit Hilfe des Monitorings Stadtentwicklung Köln kann dementsprechend nur für den Teilraum Meschenich der besondere Handlungsbedarf identifiziert werden. Um die dort vorherrschenden vielfälti- gen sozialen Fragen lösen zu können, ist eine Konzentration des geplanten Maßnahmenpa- kets auf die Hochhaussiedlung jedoch nicht sinnvoll, da es dort nicht in ausreichendem U m- fang Einrichtungen und Angebotsstrukturen (Soziales, Bildung, Arbeitsmarkt) gibt. Bereits bei der Gebietsabgrenzung zum Programm „Lebenswerte Veedel“ ist der Stadtteil Rondorf in seiner Funktion als Stabilisierungsraum miteinbezogen worden. Dieser Ansatz hat sich in der Praxis bewährt und wird daher fortgeführt. Nicht zuletzt aufgrund der randlichen Lage im Stadtgebiet bildet die gemeinsame Betrac h- tung mit dem Stadtteil Rondorf eine Entwicklungschance für die Quartiersentwicklung in Meschenich. Gleichzeitig werden in Rondorf – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuel- len Entwicklungen der Zuwanderung – Unterstützungsangebote im Bereich der Integration benötigt, so dass insbesondere Maßnahmen des Handlungsfeldes „Früh ansetzende Hilfen“ 4 Der Hinweis S verweist auf Statistikdaten, der Hinweis U auf Umfrageergebnisse. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 17 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in Rondorf wirksam werden. Im Ergebnis bildet die gemeinsame Betrachtung als Sozialraum eine Entwicklungschance. In diesem Fall sogar gerade wegen der heterogenen Ausgangssi- tuation in Verbindung mit der randlichen Lage im Stadtgebiet. Die Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes für den Sozialraum Meschenich und Rondorf werden von den ermi ttelten Handlungsbedarfen abgeleitet. Sie sind deshalb über- wiegend Teil auf den Kölnberg mit seinen etwa 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner ausg e- richtet, aber ausdrücklich nicht darauf beschränkt. In der Bestandsanalyse wird der Sozialraum Meschenich und Rondorf ausführlich dargestellt und mit aussagekräftigen Indikatoren hinsichtlich seiner sozialen, demographischen, ökono- mischen, klimatischen, ökologischen und städtebaulichen Situation hinterlegt sowie der Bi l- dungssituation beschrieben, um den Anforderungen des Aufrufes gerecht zu werden. 18 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 3: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln" Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 19 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der IHKs für die elf Sozi- alräume erfolgte unter intensiver Beteiligung der Fach- und Bürgerämter sowie den Sozial- raumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren. Die Projektleitung lag bei der Amtslei- tung des Amtes für Stadtentwicklung und St atistik und wurde durch die Wirtschaftsprüfung s- gesellschaft BDO AG unterstützt (vergleiche Abbildung 2). Beteiligt waren die nachfolgend aufgelisteten Dezernate und Fachämter: Dezernat Oberbürgermeister/ -in: Amt des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dezernat I Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Recht: Bürgeramt Rodenkirchen, Bürge r- amt Ehrenfeld, Bürgeramt Nippes, Bürgeramt Chorweiler, Bürgeramt Porz, Bürgeramt Kalk, Bürgeramt Mülheim, Amt für Personal, Organisation und Innovation Dezernat II Finanzen: Kämmerei Dezernat III Wirtschaft und Liegenschaften: Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat IV Dezernat für Bildung, Jugend und Sport: Amt für Schulentwicklung, Amt für Wei- terbildung, Familienberatung und Schulpsychologischer Dienst, Sportamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Dezernat V Soziales, Integration und Umwelt: Amt für Soziales und Senioren, Punktdiens t- stelle Diversity, Gesundheit samt, Amt für Wohnungswesen, Umwelt - und Verbraucher- schutzamt, Koordinationsstelle Klimaschutz Dezernat VI Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr: Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, Amt für Straßen und Verkehrstechnik, Amt für Landschaftspfl e- ge und Grünflächen Dezernat VII - Kunst und Kultur: Kulturamt, Stadtbibliothek, Museumsdienst Köln Zur Projektsteuerung wurde ein Projektteam im Amt für Stadtentwicklung und Statistik einge- richtet. Zur inhaltlichen Bearbeitung wurden die folg enden fünf themenspezifische Arbeit s- gruppen gebildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben: − AG 1: Früh ansetzende Hilfen − AG 2: Öffentlicher Raum − AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen − AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung − AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Stadtentwicklung Neben unterschiedlichen Fachämtern haben auch weitere Akteure an der Programmentwick- lung und den Arbeitsgruppensitzungen teilgenommen, wie zum Beispiel das Jobcenter, die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG, die Regionalagentur Köln und der für die regionale Zusammenarbeit zuständige Verein „Region Köln / Bonn e.V“. Die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Inhalte wurden regelmäßig in Ämterrunden eing e- bracht, diskutiert, abgestimmt und die weitere Vorgehensweise festgelegt. Zur Steuerung des Gesamtprogramms richtete das Amt des Oberbürgermeisters einen Len- kungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern der Dezernate ein. Zusätzlich wurden die Sozi alraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sowie die Leitungen der Bürgerämter zu zentralen Veranstaltungen eingeladen und mit in den Diskus- 20 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sionsprozess eingebunden. Insbesondere waren sie beteiligt an der Qualifizierung der B e- standsanalyse sowie an der Entwicklung von Maßnahmen. Abbildung 2: Projektstruktur Stadtverwaltung Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Über diese regelmäßig durchgeführten Sitzungen mit der Projektgruppe, den Arbeitsgrup- pen, dem Lenkungskreis und den Fachämterrunden wurden anlassbezogen Gespräche mit weiteren Akteuren geführt, wie zum Beispiel: − Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nor d- rhein-Westfalen − Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen − Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung − Regionalagentur Köln − Bezirksregierung Köln − Liga der Wohlfahrtverbände − Seniorenvertretung der Stadt Köln − Personalrat − Steuerungsgremium „Lebenswerte Veedel“ Die verschieden politischen Gremien wurden über Mitteilungen regelmäßig über das Pr o- gramm und den Programmfortschritt informiert. Zur inhaltlichen Qualifizierung des Programms fanden zwei Workshops statt. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 21 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Erster Workshop am 27. April 2015 – Qualifizierung der Bestandsanalyse Gegenstand des ersten Workshops, der am 27. April 2015 stattfand, waren die Ergebnisse der Bestandaufnahme. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Fachdienststel- len, dem Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien AG qualifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stellten Querbezüge her und zeigten Schnit t- stellen zu anderen Themenbereichen auf. So wurden die Analyseergebnisse geschärft und ausdifferenziert. Die Atmosphäre in diesem Workshop war sehr arbeits - und ergebnisorien- tiert, so dass die Rückmeldungen am Ende des Workshops sehr positiv waren. Abbildung 3: Rückmeldung der Teilnehmenden aus dem ersten Workshop zur B e- standsanalyse am 27. April 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Abbildung 4: Diskussion zum Sozialraum Meschenich und Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 22 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zweiter Workshop am 27. Mai 2015 – Qualifizierung der Maßnahmen Der zweite Workshop fand am 27. Mai 2015 zur Qualifizierung der gemeldet en Maßnahmen statt. Der Teilnehmerkreis war identisch mit dem des ersten Workshops. Im Vorfeld hatten die Fachdienststellen, Bürgerämter und Sozialraumkoordinatorinnen und - koordinatoren, die in den Sozialräumen vernetzt arbeiten, auf der Grundlage einer v orgegebenen Struktur die Möglichkeit Projektideen einzubringen. Rund 180 Maßnahmen und Projekte konnten somit in die Vorbereitung des Workshops einfließen. Nicht alle Ideen konnten berücksichtigt werden, da sie teilweise nicht in dem Förderzeitraum umsetzbar waren, keinen oder nur einen geri n- gen Beitrag zur Zielerreichung leisteten, oder aber nicht ausreichend qualifiziert worden w a- ren. Schlussendlich wurden mehr als 70 Projektideen für die Bewohnerveranstaltung her- ausgearbeitet. Die Projekte wurden erläutert, qualifiziert, zusammengefasst und in das erar- beitete und abgestimmte Zielsystem eingeordnet. Auch dieser Workshop war von einer ho- hen Arbeitsintensität und einer großen Bereitschaft zur Zusammenarbeit geprägt. Abbildung 5: Workshop am 27. Mai 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Auftaktveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung am 1. Juni 2015 Am 1. Juni 2015 fand von 18:00 bis 22: 00 Uhr eine öffentliche Bewohnerveranstaltung im Forum der Volkshochschule statt. Das Ziel lag darin, über das Programm und die geplanten Projekte zu informieren, dazu Meinungen der Bewohnerschaft einzuholen und weitere Ideen aufzunehmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der elf Programmgebiete sowie weitere Teilnehmende hatten damit die Möglichkeit, an der Erstellung und Qualifizierung des Maß- nahmenprogramms für ihren Sozialraum aktiv mitzuwirken. Beworben wurde die Veranstal- tung über eine Pressemitteilung, Flyer und Plakate. Rund 250 Teilnehmende haben sich hier aktiv in das Programm eingebracht, vorhandene Ideen bewertet und Ideen für Maßnahmen entwickelt. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 23 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 6: Einladungsplakat für die Öffentlichkeitsbeteiligung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Im Rahmen der Veranstaltung wurden nach einer kurzen Einführung an Arbeitstischen, die nach den einzelnen Sozialräumen aufgeteilt waren, in kleinen Gruppen gearbeitet. Jede Gruppe verfügte über eine Moderatorin beziehungsweise einen Moderator, deren / dessen Aufgabe es war, die Ausgangssituation vorzustellen und die Diskussionsergebnisse festz u- halten. Abschließend stellten die Bürgeramtsleitungen zusammen mit den Sozialraumkoordi- natorinnen und –koordinatoren die Ergebnisse für den jeweiligen Sozialraum im Plenum vor. Abbildung 7: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Die Gesamtveranstaltung wurde durch einen externen Moderator geleitet. Diese Veranstaltung ist als Auftakt des Beteiligungsverfahrens zu verstehen. Die Beteiligung wird ein fester Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sein. 24 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 8: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 – Sozialraum Meschenich und Rondorf Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahmen Am 18. Juni, 28. Juli und 25. August 2015 tagte die Zwischengeschaltete Stelle (light) und nahm eine diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahmen vor. Mitglieder dieser Stelle sind Vertreterinnen und Vertreter aller Dezernate. Die Leitung des Gremiums lag beim Beigeor d- neten des Dezernates für Planen, Bauen und Stadtentwicklung, der durch die Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik vertreten wurde. Die Auswahl der Maßnahmen wurde begründet, protokolliert und einvernehmlich beschlossen. Abbildung 9: Diskriminierungsfreie Auswahl durch die Zwischengeschaltete Stelle (light) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die schriftliche Zusammenstellung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der elf Integrierten Handlungskonzepte für die Sozialräume erfolgte im Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Nach Fertigstellung wurde das Programm von allen Dezernaten mitgezeichnet. Der für die Erstellung des Programms initiierte Prozess wird im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes fortgesetzt. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 25 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6. Bestandsanalyse5 Die Bestandsanalyse für den Sozialraum Meschenich und Rondorf nimmt die folgenden zentralen Handlungsfelder in den Blick: − Demographische, soziale und Bildungssituation − Situation des öffentlichen Raums − Wirtschaftliche Situation − Wohnsituation − Ökologische und klimatische Situation 5 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statis- tik): − Die Angaben zur sozialen und demografischen Situation beziehen sich auf das Jahr 2013. Um zeitliche Entwicklungen darzustellen, wurden zudem die Werte von 2007 in den Steckbrief aufgenommen. (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik). − Die Beschreibungen zum öffentlichen Raum entsprechen dem Stand aus dem Jahr 2015. − Die Ausgangssituation zum Themenbereich Wirtschaft und Wohnen umfassen verschiedene Datengrundla- gen: o Gewerbe- und Industrieflächen; Stand 2015 o Einzelhandel- und Zentrenkonzept, Beschäftigungssituation, Wohnungsbestand der GAG Immobilien AG, Anteil öffentlich geförderter Wohnungen; jeweils Stand 2013 o Kaufkraftindex; Stand 2007 o Wohnzufriedenheit: Demografie-Umfrage der Stadt Köln, 2009 Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden im Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Frei- flächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünflächenkataster und wurden in 2015 berechnet, die Berech- nung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Daten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014. 26 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 4: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 27 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 5: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung 28 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung6 im Sozialraum Statistik des gesamten Sozialraums geringfügig ungünstiger städtischer Durchschnitt, minimale Zunahme von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund, konstante Werte bei Lei s- tungsempfängerinnen und -empfängern nach SGB ll, Zunahme bei Kindern / Jugendlichen in Be- darfsgemeinschaften. Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten) Lage im Stadtge- biet Bezirk: Rodenkirchen Stadtteile: Meschenich, Ron- dorf angrenzende Sozial- räume: keine Fläche: 400 ha Siedlungs- entwick- lung Stadtteile der südlich linksrheinischen Peripherie außerhalb des Autobahnrings, Meschenich: Entwicklung entlang der römischen Heeresstraße, dörfliche Entwicklung mit Hofanlagen und Landarbeiterhäusern, nach 1945 Wachstum durch diverse Sied- lungen (Einfamilienhäuser), 1970er Jahren Errichtung der Großsiedlung „Auf dem Kölnberg“ im Bauherrenmodell, Hochhäuser mit bis zu 26 Etagen und circa 1.300 Wohneinheiten (Verdopplung der Einwohnerschaft). Rondorf: seit 1930er und ver- mehrt ab den 1990er Jahren Siedlungsentwicklung (Einfamilienhäuser), zuvor Höfe, Eingemeindung 1975. Nahver- sorgung Nahversorgungszentrum Meschenich: Brühler Landstraße, Potenzialfläche für fehlen- den Vollsortimenter im Bereich Brühler Landstraße / Am Kölnberg vorhanden, zuneh- mende Leerstände. Nahversorgungszentrum Rondorf entlang der Rodenkirchener Straße und Rondorfer Hauptstraße, Vollsortimenter in leicht abseitiger Lage. Anbindung ÖPNV, MIV Öffentlicher Personennahverkehr: ausschließlich mit Bussen erreichbar (Dauer Fahrt Meschenich - Hauptbahnhof Köln circa. 45 Minuten, Shuttlebusanbindung an den Bahnhof Hürth-Kalscheuren, motorisierter Individualverkehr: B 51 durchquert Meschenich (Verbindung der angrenzend endenden BAB A553 mit dem Container - Terminal Eifeltor) Ortsumgehung (Planfeststellungsverfahren ab 2010), hohe Lärmbe- lastung durch LKW trotz eingeführtem Tempo 30 und Nachtfahrverbot für LKW. Grün / Freizeit Stadtteile als abgegrenzte Siedlungskörper in einer von landwirtschaftlichen Nutzung geprägten Umgebung, benachbart Baggerseen und Kiesgruben (zum Teil Land- schaftsschutzgebiete), öffentliche Grünfläche in Rondorf. 6 Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden (vergleiche Kapi- tel 6 Anhang 13) Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient * Altenquotient ** Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote *** Betreuungs- quote U10 **** Gymnasi- astenquote ***** insgesamt Quote 2007 17.567 37,1 30,1 23,2 1.951 13,3 525 19,0 132 5,0 51,2 x 998 12,5 Entwicklung 2007 bis '13 -568 2,7 -0,3 2,7 87 1,2 86 4,4 26 0,6 13,4 x -160 -3,1 2013 16.999 39,8 29,8 25,9 2.038 14,5 611 23,4 158 5,6 64,6 32,1 838 9,4 Stadt Köln 2013 34,9 23,6 26,8 13,2 30.300 22,2 12.421 6,7 64,9 38,8 51.706 9,5 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren * Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre 2007 7.593 26,6 17,9 21,2 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Entwicklung 2007 bis '13 -152 -1,1 1,2 3,7 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz 2013 7.441 25,5 19,1 24,9 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre ***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014 / 2015 Stadt Köln 2013 18,4 24,1 23,1 Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Sozialraum: Meschenich und Rondorf SGBII Empfänger Empfänger Grundsicherung Arbe itslose Haushalte Einwohnerstruktur Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 29 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gewerbe Keine größeren Bereiche gewerblicher Nutzung, benachbart Landwirtschaft, Kiesab- bau (zwischen Meschenich und Immendorf bis 2029), Containerterminal Eifeltor b e- nachbart. soziale Akteure Diverse Träger von Beratungsangeboten in Meschenich (räumlich unbefriedigende Unterbringung, Haus der Familie in Rondorf, jedoch keine Jugendeinrichtung in Ron- dorf, bürgerschaftliches Engagement, diverse Bürgervereine in Meschenich und Ron- dorf, SüdArt (Künstlernetzwerk), unzureichende ärztliche Versorg. Kita / Schulen Privatinternat St. George`s School in Rondorf, diverse Grundschulen und Kindert a- gesstätten, keine weiterführenden Schulen. Stabilisierungsmaßnahmen Sozial- raum- koordinati- on Caritas-Zentrum Meschenich, Sozialraum seit 2007, Koordinierung von Präventions- maßnahmen und Hilfeangeboten, Vernetzung von unterschiedlichen Akteuren, Initii e- ren von Maßnahmen (Beispielweise Stadtteilmütter, Beratungsangebote, Feste). Städtische. Maßnah- men 2009 Ratsbeschluss zur Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 BauGB für Köln Meschenich, Reduktion der Geschwindigkeit auf 30 km / h (seit Sep- tember 2013) und Nachtfahrverbot für LKW (seit Mai 2014), Sperrbezirk (seit 2010), Shuttelbus zum Bahnhof Kalscheuren ab 2015 geplant, (Beschluss im September 2013), Regionale 2010 Projekt Regio Grün tangiert Meschenich (Auskiesung) Private Maßnah- men Mangelnde Investitionen in der Großsiedlung „Auf dem Kölnberg“. Fazit Diverse Handlungsbedarfe im Quartier Kölnberg und im Stadtteil Meschenich: Infrastruktur (Na h- versorgung, Ortsumgehung, Radwege, Kiesabbau, Verkehrskonzept Kölnberg, Leerstand Ladenl o- kale, öffentlicher Personennahverkehr, Versammlungsraum am Kölnberg und weiteres), Migration / Integration (Ankommensstadtteil zurzeit Neu- EU Bürgerinnen und -Bürger), Armut und Gesundheit (Angebote im Bereich Suchterkrankung), Kinder - und Jugendgesundheit (Adipositas, Zahngesund- heit und ähnliches), Ernährung, Verschuldung, Altersarmut, mehr Beteiligung und Teilhabe schwach ausgeprägte Selbstorganisation der Bewohnerschaft (fehlende Mieterräte und Bewohnerräte, Wohnumfeldverbesserung), Arbeit und Beschäftigung. Angebote für Kinder Jugendliche und Fam i- lien (zum Beispiel aufsuchendes Angebot für Jugendliche). 30 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.1 Demographische, soziale und Bildungssituation Die Handlungsbedarfe für den Sozialraum Meschenich und Rondorf werden insbesondere bei kleinräumiger Betrachtung deutlich, wobei sich eine Zweiteilung des Raumes zeigt. Wäh- rend der Stadtteil Rondorf – mit einem unter dem städtischen Durchschnitt liegenden Anteil der Arbeitslosen und Leistungsbeziehenden und einem vergleichsweise niedrigen Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund durch eine insgesamt stabile Sozi- alstruktur gekennzeichnet ist, weisen die Indikatoren im Stadtteil Meschenich auf deutliche soziale Problemlagen und Benachteiligungen hin. Im Ergebnis zeigt sich, dass sich die sozialen Problemlagen im Sozialraum Meschenich und Rondorf deutlich im Bereich der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ bündeln. Das Quartier besteht aus neun Gebäuden mit bis zu 26 Etagen und in der Summe 1.318 Wohneinheiten. In der Siedlung leben etwa 4.100 Menschen mit 60 verschiedenen Nationalitäten. Das G e- biet ist durch eine besonders junge Bevölkerungsstruktur mit einem äußerst hohen Anteil an Personen mit M igrationshintergrund geprägt. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Bevölk e- rung auf Transfereinkommen angewiesen ist. Bei den unter 15- Jährigen leben über die Hälf- te der Kinder in einem Haushalt mit SGB II -Bezug. Nahezu jeder Vierte ist zudem von A r- beitslosigkeit betroffen. Bei Menschen mit psychischen Problemen und Suchterkrankungen ist der Hilfebedarf hoch. Der große Integrationsbedarf wird durch die Funktion des Quartiers als „Ankommensstadtteil“ noch erhöht. Die weiteren Quartiere in Meschenich sind durch eine vergleichsweise stabile Ausgangssitu- ation geprägt, wobei die unmittelbar an den „Kölnberg“ angrenzenden Quartiere wie Neu- Meschenich höhere Werte bei den Personen mit Migrationshintergrund und Leistungsbezi e- hern verzeichnen. In diesen angrenzenden Quartiere gilt es genauer zu beobachten, wie sich diese Werte entwickeln. Aufgrund der aktuellen Herausforderungen um die Integration von Neuzugewanderten wer- den auch Unterstützungsbedarfe im Stadtteil Rondorf deutlich, wenngleich dem Stadtteil i n- nerhalb des Sozialraums eher eine stabilisierende Funktion zukommt. Bevölkerungsstruktur Insgesamt leben rund 17.000 Personen im Sozialraum, davon rund 9.500 im Stadtteil Ron- dorf und 7.600 im Stadtteil Meschenich. Prägend für den Sozialraum ist die hohe kulturelle Vielfalt, wobei auch an dieser Stelle auf kleinräumiger Ebene deutliche Unterschiede zu ver- zeichnen sind. So liegt der Durchschnittswert der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrati- onshintergrund für den Sozialraum mit 39,8 Prozent nur geringfügig über dem s tädtischen Durchschnitt von 35 Prozent. Im Stadtteil Meschenich liegt der Anteil allerdings bei 59 Pr o- zent, bei den unter 18 -Jährigen sogar bei 74,1 Prozent. Dies ist vor allem auf den hohen Anteil der Personen mit Migrationshintergrund i m Quartier „Am Köl nberg“ zurückzuführen. Hier beläuft sich der Anteil auf 87,4 Prozent. Auch der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer liegt sowohl im Sozialraum (23 Prozent) als auch im Stadtteil Meschenich (39,1 Prozent) über dem städtischen Durchschnitt (17,2 Prozent). Neuzugewanderte In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um die Integration von Neuzugewanderten vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse in verschiedenen Krisen- und Kiegsregionen mit daraus resultierendem starkem Flüchtlingszustrom wieder verstärkt. Auch im Sozialraum Meschenich und Rondorf sind nennenswerte Zuwanderungen zu verzeichnen. In den Jahren 2013 und 2014 sind 670 Ausländerinnen und Ausländer, davon 146 Personen Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 31 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zwischen 15 und 26 Jahren, zugezogen (Gesamtstadt 8.158 Personen, davon 2.265 zw i- schen 15 und 26 Jahren). Die Gruppe der Neuzugewanderten ist dabei sehr heterogen, so dass sie spezifische Unterstützungsbedarfe bei der Integration vor Ort benötigt und damit eine Zielgruppe mit eigenen Bedarfen bildet. Zu nennen si nd hier beispielsweise Alltags- strukturierung, Sprachförderung, Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung bei traumatischen Erlebnissen. Die Akteure vor Ort sehen sich mit der wachsenden Herausforderung konfrontiert, dass Meschenich als ein „Ankommensstadtteil“ fungiert und mit der Integrationsleistung in dem ohnehin durch soziale Problemlagen betroffenen Quartieren überlastet und über fordert ist. Die fachlich zuständigen Ämter der Stadtverwaltung setzten sich bereits intensiv mit dieser in ihrer Intensität neuen Entwicklung und Herausforderung auseinander. Sie haben im Jahr 2014 auf Grundlage einer weitgehenden Bedarfsanalyse einen gemeinsamen „Handlungs- rahmen Zuwanderung“ mit einem Maßnahmenpaket entwickelt, das eng an den größten Be- darfen anknüpft. Dabei wird auch außerhalb des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf die bisherigen Erfahrungen aufgebaut. So wurden im Rahmen von MÜLHEIM 2020 gute Erfahrungen mit dem Sprachförderprojekt DemeK (Deutsch in mehrsprachigen Klassen) g e- macht. Vor diesem Hintergrund nimmt auch die Integrationsleistung im Stadtteil Rondorf zu. Unmi t- telbar im Sozialraum finden sich zwei Flüchtlingsunterkünfte sowie eine weitere, die direkt an das Gebiet angrenzt. Die Stadt Köln bietet für diese Zielgruppen bereits verschiedenste Un- terstützungs- und Integrationsangebote an. Zu nennen sind hier beispielsweise Maßnahmen wie das „Auszugsmanagement“, welches dabei unterstützt Flüchtlingen eine neue Wohnper- spektive zu bieten, die Integration zu erleichtern und so auch neue Kapazitäten für weitere für Köln zugewiesene Flüchtlinge zu schaffen. Aufgrund des hohen Handlungsdrucks werden dennoch weitere Unterstützungsangebote vor Ort notwendig sein. Insbesondere aufgrund der randlichen Lage des Stadtteils können vorhandene Angebote im Kölner Stadtgebiet schwerer erreicht werden, so dass Angebote zur Verbesserung der Integration vor Ort an- setzen müssen. Exemplarisch hervorzuheben sind Angebote zur Sprachförderung sowie Kinder- und Jugendarbeit. Abbildung 10: Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 32 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Haushaltsstruktur Die Haushaltsstruktur im Sozialraum ist durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Fam i- lienhaushalten geprägt (Sozialraum 25,5 Prozent; nur Meschenich 26,8 Prozent; Stadt Köln 18,4 Prozent), was sich auch in der vergleichsweise jungen Bevölkerungsstruktur widerspi e- gelt (Jugendquotient Sozialraum 29,8; Stadt Köln 23,6). Analog hierzu ist der Anteil der Ei n- personenhaushalte vergleichsweise gering (Sozialraum 34,8 Prozent; nur Meschenich 34,6 Prozent; Stadt Köln 50,1 Prozent). Sozialstruktur Ein Blick auf die Sozialstruktur zeigt, dass erhebliche Handlungsbedarfe im Stadtteil Meschenich erkennbar sind, insbesondere im Quartier „Am Kölnberg“. Während die Anteile der Transferbezieherinnen und -bezieher im Stadtteil Rondorf unterhalb des städtischen Durchschnitts liegen und damit der gesamte Sozialraum nur geringfügig vom städtischen Durchschnitt nach oben abweicht, zeigen sich größere Abweichungen im Stad t- teil Meschenich. Jeder Vierte bezieht im Stadtteil Meschenich SGB II -Leistungen, wobei der Anteil der unter 15-Jährigen sogar bei 36,6 Prozent liegt (Stadt Köln: 13,2 Prozent; unter 15 Jährige 22,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 15 Prozent (Stadt Köln: 9,5 Prozent). Auch der Anteil der Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen liegt mit 10,7 Prozent über dem städtischen Durchschnitt von 6,7 Prozent. Im Quartier „Am Kölnberg“ verschärft sich dieses Bild noch einmal erheblich (41,7 Prozent SGB II -Bezieherinnen und - bezieher, 40,7 Prozent bekommen Grundsicherung). Eine geringe gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Teilhabe spiegelt sich unter ande- rem in der geringen Wahlbeteiligung im Stadtteil Meschenich wider. So lag die Wahlbeteil i- gung bei der Landtagswahl 2014 bei 32,2 Prozent und bei der Oberbürgermeisterwahl sogar lediglich bei 24,6 Prozent (Rondorf: Landtagswahl 53,1 Prozent, Oberbürgermeisterwahl 45,9 Prozent; Stadt Köln: Landtagswahl 49, 7 Prozent, Oberbürgermeisterwahl: 40,3 Pr o- zent). Diese geringe Wahlbeteiligung kann auch Indikator für geringe Bildungsteilhabe und subjek- tiv empfundene fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten sein. Daher kommt den aktivierenden Unterstützungsangeboten im Berei ch Prävention, Bildung und Qualifizierung eine hohe B e- deutung zu. Sie bilden durch eine niedrigschwellige Willkommensstruktur – auch in Verbi n- dung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlage für die Entwicklung von Koope- rationspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskette. Sie eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „Regelsystem“ und unterstützende Angebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind. Soziale Infrastruktur Im Sozialraum Meschenich und Rondorf sind bereits eine Vielzahl v on Angeboten etabliert, auf die mit diesem Programm aufgebaut wird. Zu nennen sind insbesondere: − im Bereich der Regelangebote der Bildungs- und sozialen Infrastruktur: Kitas, Famili- enzentren, Grundschulen, Jugendangebote, Migrationsberatung, Jobbörse, Interkul- turelles Zentrum, Flüchtlingseinrichtung, − sowie Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs- und sozialen Infrastruktur: Frühförderung, Familienberatung, Jugendmigrationsdienst, Sozialberatung, Beratung / Vermittlung in Arbeit, Kleiderkammer, Lebensmittelausgabe. Von den Akteuren vor Ort werden allerdings erhebliche Defizite in der Versorgung sowie Ausgestaltung von Begegnungsräumen gesehen. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 33 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hinzu kommt, dass zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner gesundheitliche und soziale Problemlagen aufweisen, die nicht selten zu einer Sucht- oder einer psychischen Erkrankung führen. Auch hier findet eine Konzentration im Quartier „Am Kölnberg“ statt. Teilweise halten sich di e Menschen mit Suchtproblematik im öffentlichen Raum auf und konsumieren dort legale wie auch illegale Drogen. Nicht selten leben die Betroffenen aber auch sehr zurückge- zogen, entziehen sich zunehmend familiärer Verantwortung und / oder vermeiden den dire k- ten Kontakt nach außen. Darüber hinaus gibt es im öffentlichen Raum Beschaffungsprostit u- tion. Gegenwärtig gibt es ambulante Angebote vor Ort (in einer Wohnung 3 mal pro Woche), die auf harm reduction 7 ausgerichtet sind. Die vorhandenen Angebote sollen als Teil der Präventionskette gezielt in die im Rahmen des Programms vorgesehenen Maßnahmen ein- gebunden werden und bilden eine „Brücke“ zum weitergehenden Hilfesystem. 6.2 Situation des öffentlichen Raums Ein Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es, durch die Verbesserung des öffentlichen Rau- mes und die Gestaltung des unmittelbareren Wohnumfeldes , lebendige, bunte und generat i- onsgerechte Quartiere für und mit den Kölnerinnen und Kölner zu schaffen. Dies umfasst auch die Inwertsetzung bislang untergenutzter Flächen. Durch die Schaffung von Räumen mit „guter“ Aufenthaltsqaulität soll auch soziale Ausgrenzung vermieden und abgebaut wer- den. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalte stellt das unmittelbare Wohnu m- feld, aufgrund ihrer geringeren Mobilität, einen zentralen Bezugspunkt dar. Wohnumfeld Im öffentlichen Raum zeigen sich die Problemlagen vorwiegend im Bereich der Großwohn- siedlung „Am Kölnberg“. Im Wohnumfeld befinden sich private, wenig gestaltete und durch Buschwerk unübersichtliche, nicht zu nutzende Freiflächen mit ungünstigen und unübersicht- lichen Zugängen in die Großwohnanlage. Es ex istiert ein marodes Parkhaus, das einen z u- sätzlichen Angstraum darstellt. Die Nutzung des Außengeländes ist wegen der vorhandenen Müllproblematik kaum möglich. Müll ist ein Umweltthema mit mannigfaltiger sozialer Reic h- weite. Für Menschen, die in prekären s ozialen Verhältnissen leben, hat der Umweltschutz – und damit die Müllvermeidung – kaum Priorität. Vielen Menschen mit Migrationshintergrund ist zudem das hiesige System der Müllvermeidung und - entsorgung häufig fremd. Hier findet die vorhandene Information nicht den Weg zu den Menschen. Achtlos weggeworfener Müll wird häufig als Akt unsozialen Verhaltens wahrgenommen, der in Wohngebieten Konflikte nach sich ziehen kann. Auch für die Entwicklung der lokalen Ökonomie kann ein ungepfle g- tes Umfeld einen Standortnachteil bedeuten. Der Eingang zum alten Ortskern von Meschenich wird durch dem Kampshofs mit dem Ei n- mündungsbereich von der Alten Fischenicher Straße in die Brühler Landstraße (Bundesstr a- ße 51) sowie dem westlich versetzt liegenden Abzweig der Straße „An der Fuhr“ gebildet. Als zentrales Bindeglied der einzelnen Siedlungsbereiche und dem historischen Zentrum des Stadtteils wird er den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht. Insbesondere durch die geplante Ansiedlung von öffentlichen Nutzungen mit starkem Publikumsverkehr (Kita, Pol i- zei) im derzeit ungenutzten und denkmalgeschützten Kampshof ist eine Umgestaltung der unmittelbar angrenzenden und fast ausschließlich dem Kraftfahrzeug -Verkehr dienenden Verkehrsflächen dringend erforderlich. 7 Schadensminimierung der mit der Drogeneinnahme verbundenen Risiken und Gesundheitsgefähr- dungen unter anderem Spritzentausch, kostenlose Kleidung, Waschmöglichkeit, Verpflegung zum Selbstkostenpreis, Kurzinformationen 34 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 11: Situation am Ortseingang Meschenich Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Darüber hinaus fehlen Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten im öffentlichen Raum. Die aktuell ausschließlich auf den motorisierten Verkehr ausgerichteten Straßenverkehrsflächen mit umfänglichen, teilweise freilaufenden Abbiegespuren führen seit Jahren zu sich stetig ver- schärfenden Nutzungskonflikten mit den wichtigen Aufenthalts - und Fußwegebeziehungen der Anwohnerinnen und Anwohner innerhalb des Ortsteil s. Ausgehend von örtlichen Pl a- nungsvorstellungen – auch im Zusammenhang mit einer geplanten Ortsumgehung Mesche- nich – bietet sich hier die Möglichkeit zur partizipativen Entwicklung für eine den zukünftigen Anforderungen gerecht werdende Umplanung. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 35 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 12: Situation in der Ortsmitte Meschenichs (B 51) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Begegnungsräume Als zentrale Begegnungsorte existieren im Sozialraum das Haus der Familie in Rondorf und das Jugendzentrum Meschenich. Von den Akteuren vor Ort wird ein hoher Bedarf für weitere öffentliche Begegnungsmöglichkeiten gesehen. Eine Begegnungsstätte mit Café, kleinem Veranstaltungssaal, Gruppenräumen, Möglichkeiten zur Beratung könnten zu einem leben- digeren Sozialraum beitragen, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner selbstbestimmt und bedarfsgerecht Partizipation und Teilhabe leben. Unter der Bezeichnung „Bürgerplaza“ hat die Verwaltung eine Idee für Begegnungs- und Kommunikationsmöglichkeiten eines Sozial- raumes, eines Stadtteiles oder eines Quartiers entwickelt. Die Verwaltung strebt in Koopera- tion verschiedener Ämter und Akteure eine Optimierung dieser Möglichkeiten in sozial- schwachen Stadtteilen wie Meschenich an. Die Idee geht davon aus, dass die Ermögli- chungsstruktur in einem Quartier der Fokus ist, unter dem ein lebenswerter, ein lebendiger, ein von Gemeinsinn erfüllter, kurz: ein Stadtteil in sozialer Balance entstehen kann. Neben den ökonomischen Faktoren, der Infrastruktur, gutem und bezahlbarem Wohnraum sind in besonderer Weise Begegnungsmöglichkeiten für die Menschen das, was den lebendigen Stadtteil ausmacht. Die Bürgerplaza ermöglicht auf niederschwellige Weise soziale Kontakte, ist Ort selbstbestimmter Freizeitgestaltung und vermittelt bedarfsgerecht Hilfestellungen, pä- dagogische Angebote, kulturelle Impulse und eine persönliche Identifikation mit der Umwelt. Sie übernimmt im Stadtteil die Funktion des „Ambosses“, auf dem eine wirksame Präventi- onskette geschmiedet wird. Charakter und Zielsetzung einer Bürgerplaza erfordert eine ab- gestimmte, organisierte, strukturierte und ressortübergreifende Zusammenarbeit. So können die bereitgestellten Ressourcen zweckmäßig und effizient genutzt werden. Dabei spielt die 36 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gewinnung der Bewohnerinnen und Bewohner als engagierte Partner vor Ort eine herausra- gende Rolle. Spiel- und Bewegungsräume Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorien- tierten sportlichen Angeboten dringend erforderlich. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich aufgrund feh- lender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell ausgewiesenen Flächen. Aufgrund des gege- benen Bedarfs sind verstärkt niederschwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Aus- grenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Aufgrund des hohen Anteils an Kindern und Jugendlichen und aufgrund der drei geplanten Flüchtlingsunterkünfte im Stadtteil Rondorf besteht akut ein hoher Bedarf für Spiel- und Bewegungsräume. Als Potenzialfläche steht eine Fläche an der Alten Kölnstraße zur Verfügung. Mobilität Die A nbindung an den öffentlichen Nahverkehr im Sozialraum erfolgt ausschließlich über Busse. Eine Busverbindung besteht zum Haltepunkt des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Hürth-Kalscheuren. Der Sozialraum Meschenich und Rondorf weist im Modal Split einen Radverkehrsanteil von rund 10 Prozent auf und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt im Stadtgebiet Köln. Handlungsbedarf bestehen somit im Ausbau der Fahrradwegeverbindungen von Meschenich in die benachbarten Stadtteile, in die Kölner Innenstadt, in den Kölner Süden sowie in die Nachbarkommunen Brühl und Wesseling. Das geplante Wohnbauvorhaben Rondorf Nord- West könnte den Anteil des Radverkehrs noch erhöhen. Ein Ausbau der Radwege zwischen den Stadtteilen Meschenich und Rondorf würde die stärkere Zusammenführung der beiden Stadtteile begünstigen. Radverkehrsanlagen mit Netzbezug befinden sich hauptsächlich entlang der Brühler Straße (Bundesstraße 51). Diese Anlage entspricht jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zusätzlich kann einigen Wirtschaftswegen eine Netzfunktion zugeordnet werden. Die Bödin- gerstraße (Kreisstraße 31) und die Zaunhofstraße (K15) weisen gar keine Radverkehrsanla- gen auf. Ein touristisches Radwegenetz wurde im Rahmen der RegioGrün auch für den Kölner Süden geschaffen. Jedoch ist dieses Radwegenetz vordringlich auf den Freizeitverkehr ausgerich- tet. Das Radschnellwegkonzept der Region Rheinland weist auf der Achse in den Kölner Süden sowie in die Nachbarkommunen Brühl und Wesseling eine mögliche Radschnell- wegeverbindung aus. Dieses Konzept wurde auf dem Treffen der linksrheinischen Bürger- meister (Februar 2013) als Gesamtkonzeption beschlossen. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 37 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 6: Straßenanbindung des Sozialraums Meschenich und Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 38 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.3 Wirtschaftliche Situation Gewerbe und Industrie Gewerbe- und Industrieflächen bilden einen wesentlichen Ansatzpunkt für die Ansiedlung der örtlichen Arbeitsplatz schaffenden Betriebe und tragen damit maßgeblich zur wirtschaftlichen Dynamik in den Sozialräumen bei. Größere gewerbliche Nutzungen sind in Meschenich und Rondorf nicht vorhanden. Kleinstbetriebe wie zum Beispiel Handwerker sind im Gebiet ange- siedelt und bieten potenzielle Arbeitsplätze. Aufgrund seiner peripheren Lage in einem durch Landwirtschaft geprägten Umfeld, sind zudem landwirtschaftliche Betriebe und Kiesabbau- gruben vorhanden. Beschäftigungssituation Die prekäre Beschäftigungssituation der Bewohnerinnen und Bewohner in Teilen des Sozial- raumes drückt sich auch in der vergleichsweise geringen Quote der sozialversicherung s- pflichtigen Beschäftigten aus. Zwar konnte der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe im Zei t- raum von 2007 bis 2013 um 6 Prozent gesteigert werden, bleibt aber hinter der gesamtstäd- tischen Entwicklung (+ 14 Prozent) zurück. Bei detaillierter Betrachtung wird deutlich, dass der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen (Sozialraum 41,9 Prozent; Stadt Köln 49,1 Prozent) und der Personen unter 25 Jahren (Sozialraum 25,1 Prozent; Stadt Köln 29,8 Prozent) unter dem städtischen Durchschnitt liegt, wobei die Quote der sozialver- sicherungspflichtig beschäftigten Ausländerinnen und Ausländer besonders auffällig ist und mit 26,2 Prozent deutlich unter der Quote der Gesamtstadt (38,3 Prozent) liegt. In Verbindung mit dem hohen Anteil an Arbeitslosen und Leistungsbeziehenden zeigen sich insbesondere „Am Kölnberg“ Bedarfe im Bereich der Qualifizierung. Insgesamt benötigen viele Bewohnerinnen und Bewohner zunächst heranführende, niedrigschwellige Unterstü t- zungsangebote. Versorgung In den Stadtteilen Meschenich und Rondorf ist jeweils ein Nahversorgungszentrum vorhan- den. Wobei das Nahversorgungszentrum von Meschenich durch eine hohe Verkehrsbelas- tung, zunehmende Leerstände von Ladenlokalen und fehlende Aufenthaltsqualitäten geprägt ist. Es sind deutliche Abwärtstendenzen erkennbar. Zudem ist die fußläufige Erreichbarkeit in einzelnen Siedlungsbereichen (Meschenich-Süd, Rondorf-West) nicht gegeben. Zusätzliche Bedarfe ergeben sich allerdings durch das derzeit entwickelte Wohnungsbaupro- jekt Rondorf Nord -West mit circa 900 Wohneinheiten. Hierbei handelt es sich um eine der letzten großen Wohnbaulandreserven im Kölner Süden, die der Stadt gemäß der Darstellung im Flächennutzungsplan noc h zur Verfügung stehen. Zudem sind weitere Wohnbauflächen in der Diskussion. Voraussetzung für die neuen Wohnprojekte ist die Herstellung der no t- wendigen Infrastruktur mit Erschließungsstraßen und ÖPNV-Anschluss. Somit besteht Hand- lungsbedarf im Bereich der Verkehrsführung entlang der Kapellenstraße und die Rondorfer Hauptstraße und bei der Stärkung der Aufenthaltsqualität sowie der Ertüchtigung im Ge- schäfts- und Dienstleistungssektor. 6.4 Wohnsituation Gebäudestruktur und -Zustand Deutliche Instandhaltungsmängel zeigen sich in der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“. Dies betrifft den schlechten Zustand von Fassaden, Fenstern, den Wohnungen und des Wohnum- feldes und trägt dazu bei, dass sich am „Kölnberg“ soziale Probleme konzentrieren. D ie Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 39 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hochhäuser mit bis zu 26 Etagen und rund 1.300 Wohneinheiten sind im Besitz verschiede- ner Privateigentümer. Abbildung 13: Ansicht der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ Abbildung 14: Eindrücke zur Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 40 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Der übrige Sozialraum ist durch kleinteilige Gebäudestrukturen, teilweise mit dörflichem Cha- rakter geprägt. Größere sichtbare Mängel bei der Instandhaltung sind hier nicht festzustellen. Abbildung 15: Kleinteilige Wohnbebauung im Stadtteil Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Eigentümerstruktur Der Sozialraum Meschenich und Rondorf ist durch einen hohen Anteil an privaten Einzelei- gentümerinnen und –eigentümern geprägt, so dass zur Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldsituation die Eigentümermobilisierung einen hohen Stellenwert einnimmt. Insbesondere das sozial benachteiligte Wohnquartier „Am Kölnberg“ weist eine hohe Anzahl verschiedener und wechselnder Eigentümerinnen und Eigentümer auf, was unter anderem unzureichende Betreuung und Unterhaltung der Bestände zur Folge hat. Ein größerer Woh- nungsbestandshalter, wie zum Beispiel die GAG in Kalk (Wohndialog), welcher auf der Grundlage bestehender oder vorangegangener Zusammenarbeit als (Kooperations-) Partner zu mobilisieren wäre, ist hier nicht vergleichbar vorhanden. Die GAG Immobilien AG hat im Sozialraum nur einen vergleichsweise geringen Bestand von rund 330 Wohneinheiten. Das Fehlen vom größeren Bestandshaltern bedeutet, dass zunächst eine Ansprache und Recherche der verschiedenen und zum Großteil nicht bekannten Eigentümerinnen und Ei- gentümer und der generelle Aufbau von Dialogstrukturen erfolgen muss. Auf dieser Basis kann das Ziel einer gemeinsamen Adressaufwertung des Quartiers verfolgt werden. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 41 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 16: Wohnungsbestand der GAG Immobilen AG im Stadtteil Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Öffentlich geförderter Wohnungsbau Der Anteil öffentlic h geförderter Wohnungen liegt in den beiden zugehörigen Stadtteilen mit 6,2 Prozent (Rondorf) beziehungsweise 0,9 Prozent (Meschenich) am Gesamtwohnungsbe- stand unter dem städtischen Durchschnitt (7,4 Prozent). Wohnzufriedenheit Die Ergebnisse der Demogr aphieumfrage 2009 bezüglich der Wohnzufriedenheit zeigen, dass der überwiegende Teil der Bewohnerschaft mit der eigenen Wohnung zufrieden ist. Etwa die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner geben an mit ihrem Wohnumfeld zufri e- den zu sein, ein Wert, der deutlich unter dem städtischen Durchschnitt liegt. Zudem handelt es sich auch hierbei um eine Gesamtbetrachtung des heterogenen Sozialraums, so dass anzunehmende Extremwerte einzelner Quartiere abgemildert werden. 6.5 Ökologische und klimatische Situation Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklung sind der Klimaschutz sowie der Erhalt beziehungsweise die Förderung guter Umweltbedingungen zentral. Insbesondere Städte sind durch ihren hohen Versiegelungsgrad sowie höhere Umweltbelastungen durch Verkehr und Industrie besonders von Klimafolgen, wie zum Beispiel Hitzeperioden, aber auch von schlechten Umweltbedingungen, wie mangelnde Grün - und Erholungsflächen, Lärm - oder Luftschadstoffbelastung betroffen 8. Die kombinierte Betrachtungsweise von ökologischen, klimatischen sowie sozialen und g e- sundheitlichen Aspekten wird in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt unter dem Stic h- 8 Die im Folgenden durchgeführten flächenbezogenen Analysen und Berechnungen beziehen sich ausschließlich auf bewohnte Stadtquartiere. Größere Gewerbe- oder Grünflächen wurden aus der Berechnung herausgenommen, um die Werte nicht zu verzerren. 42 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wort „Umweltgerechtigkeit“9 diskutiert. Im Vordergrund des Ansatzes steht dabei das präven- tive Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden und zu beseit i- gen. Weiter verfolgt wird der Gedanke auch im Zusammenhang mit der „Herstellung gleic h- wertiger Lebensbedingungen“ und dem damit verbunden integrativen Ansatz zum Abbau von sozialen Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Stadtquartieren. Grün- und Freiflächen Der Sozialraum verfügt über eine im Vergleich zur Gesamtstadt gute Versorgung mit Grün - und Freiflächen. Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner stehen rechnerisch rund 15 m² Grün- und Freiflächen zur Verfügung. Dieser Wert erhöht sich auf circa 105 m² je Einwohne- rin und Einwohner, bei einem Radius von zusätzlichen 500 m um den Sozialraum. Hinzu kommen angrenzende landwirtschaftliche Flächen, die zum Teil ebenfalls Erholungsfunkti o- nen übernehmen. Die Zahl der Straßenbäume in Meschenich und Rondorf ist mit 16,6 Bäu- men je Straßenkilometer hingegen unterdurchschnittlich. Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Handlungsfeld „ökologische und klimatische Situation“ für den Sozialraum Meschenich und Rondorf liegt daher nicht auf der Schaffung neuer Grün- flächen im Sozialraum, sondern in den Bereichen Lärmschutz und Reduzierung der Luft - emissionen, Umweltbildung sowie der Anpassung an den Klimawandel. Dies wird im Folgen- den näher erläutert: Lärm- und Schadstoffbelastung In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die Hauptquelle der Luftemission der Straßen- verkehr. Kritische Belastungen werden im Wesentlichen für die Luftschadstoffe Feinstaub und Stickstoffoxide festgestellt 10. Der Sozialraum Mescheni ch und Rondorf liegt außerhalb der 2008 eingeführten und 2012 erweiterten Umweltzone. Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zentrales Umweltproblem dar. Bei der hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet, sondern nur solche Bereiche, die erhebliche Belastungen aufweisen. Zumeist wurde bei den nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU- Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte Bezug genommen 11. Gegenstand dieser Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehrslärm sowie durch Industrieanlagen und große Hafenanlagen ausgelöster Lärm. In Screeningberechnungen wurden bezüglich der Schadstoffbelastungen die Hauptdurc h- gangsstraßen als Belastungsschwerpunkte identifiziert. Im Stadtteil Rondorf zeigen sich die Rodenkirchener Straße zwischen Autobahnunterführung und Habichtstraße sowie zwischen Hahnenstraße und Kapellenstraße als Schwerpunkte der Luftbelastung. Weiterhin zeigen die Berechnungen für die Kapellens traße zwischen Rodenkirchener Straße und Büdingerstraße eine hohe Belastung auf. Für den Stadtteil Meschenich liegt für die Brühler Landstraße zw i- 9 „Umweltgerechtigkeit wird als normatives Leitbild verstanden, das auf die Vermeidung und den Ab- bau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewähr- leistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen ausgerichtet ist.“ Böhme, C., Preuß, Th. u. C. Bunge (2014): Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Erfolgsfaktoren für eine Implementierung im kommunalen Handeln. Umid 2, S. 5-10, S. 6. 10 Erläuterungen zur Erhebung von Luftqualität und Schadstoffbelastung können dem Kapitel 6 Anhang 8 bis 11 entnommen werden. 11 Erläuterungen zur Erhebung von Lärmbelastungen nach EU-Umgebungslärmrichtlinie können dem Kapitel 6 Anhang 11 entnommen werden. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 43 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ schen den Straßen Auf der Ronne und der Alten Fischenicher Straße eine hohe Belastung vor. Messungen mittels eines Passivsammlers bestätigen diesen Hinweis und stellen an di e- ser Stelle Überschreitungen des Grenzwertes der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionschutzgesetzes (39. BImSchV) fest. Entlang der Brühler Landstraße zeigt sich zudem eine hohe Lärmbelastung. Ziel ist es daher eine Reduzierung der verkehrsbe- dingten Luftschadstoffbelastung, indem auf stark befahrenen Straßenzügen eine Verstet i- gung des Verkehrs herbeigeführt wird. Stadtklima Durch eine systematische Untersuchung des Kölner Stadtk limas wird deutlich, dass es z u- künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nicht mehr aufzuhal- tenden Klimawandel anzupassen. Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der klimatischen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) und zum anderen aus der Sensitivität der dortigen Stadtbewohnerinnen und - bewohner. So löst zum Beispiel eine hohe Wärmebelastung je nach Anteil der anfälligen Personengruppe über 65 Jahre (Sensitivität) eine intensive Betroffenheit eines Stadtteils aus. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Ver- gleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeer- eignissen, könnte die Entsiegelung und Bepflanzung von gepflasterten und betonierten Stell- plätze, Höfe, Vorgärten oder Garagenauffahrten zur klimatische Abmilderung beitragen. Der Anteil versiegelter Fläche beträgt im Sozialraum Meschenich und Rondorf 31 Prozent und bietet daher Entsiegelungspotenziale, die es noch genauer zu definieren gilt. Meschenich und Rondorf zeichnet sich zukünftig durch eine vergleichsweise geringe Wär- mebelastung aus. Hier leben keine Einwohnerinnen und Einwohner in sehr hoch belasteten Gebieten. Mehr als ein Drittel leben in klimaaktiven Gebieten, was den höchsten Wert in die- ser Kategorie unter den elf Sozialräumen darstellt. Dennoch wirkt sich auch der Klimawandel und die Zunahme an Tagen mit hohen Temperaturen im Sozialraum Meschenich und Ron- dorf aus, so dass frühzeitig über den richtigen Umgang mit Hitze, insbesondere (Klein-) Kin- der sowie ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen, informiert werden müssen. Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemessen und das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Men- schen gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftig- keit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende Flüssigkeitsversorgung und -aufnahme unterlassen werden. 44 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 17: Übersichtskarte zur Lärm-, Schadstoff- und Wärmebelastung Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 45 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum Meschenich und Rondorf deutliche Hand- lungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg, wobei die heterogene Ausgangssituation im Sozialraum beachtet werden muss. Es wird deutlich, dass sich die Problemlagen vor allem auf das im Stadtteil Meschenich liegende Quartier „Am Kölnberg“ konzentrieren und dass diese in Teilen auf den Sozialraum ausstrahlen. Tabelle 1: Stärken-Schwächen-Analyse und Ableitung der Handlungsbedarfe im Sozi- alraum Meschenich und Rondorf Ist- Analyse Stärken / Potenziale Schwächen / Gefahren Handlungsbedarf Demogra- phische, soziale und Bildungs- situation Vielzahl an vorhan- denen Unterstüt- zungsangeboten bieten Anknüpfungs- punkte Heterogene Aus- gangssituation. Quartiere mit gerin- gerem Handlungs- druck können stabili- sierend wirken Hoher multipler sozialer Problemdruck Hoher Anteil an SGB II Bezieherinnen und Bezie- hern und Langzeitarbeitslo- sen „Ankommens“-Stadtteil mit einem hohen Anteil an Be- wohnerinnen und Bewoh- nern mit Migrationshinter- grund und Neuzugewan- derte Optimierung präventiver integrier- ter Angebotsstrukturen mit Lü- ckenschluss, speziell für Kinder und Jugendliche Aktivierung und Empowerment, vor allem von SGB II Bezieherin- nen und Beziehern sowie Lang- zeitarbeitslosen Verbesserung und Sicherung der Teilhabechancen, Präventive An- gebotsstrukturen Integration / Sprachförderung Verbesserter Zugang zu Bil- dungsangeboten Wirtschaft und Woh- nen Anknüpfung an vor- handene Strukturen wie Jobcenter mög- lich Sanierungsstau am „Köln- berg“ Geringe Zufriedenheit mit der Wohnumgebung Sehr geringer Anteil sozial- versicherungspflichtig Be- schäftigter in Meschenich, insbesondere bei Frauen, jungen Menschen und Aus- länderinnen und Auslän- dern Vernachlässigung des Wohnumfeldes, insbeson- dere rund um den „Köln- berg“ Qualifizierung von jungen Er- wachsenen und Verbesserung des Überganges Schule / Ausbil- dung / Beruf Unterstützung bei der Integration von langzeitarbeitslosen Men- schen Dialog beziehungsweise Aufbau von Kooperationsstrukturen mit den Wohnungsmarktakteuren (Gebiet „Kölnberg“) Aktivierung und Empowerment der Bewohnerinnen und Bewohner (Gebiet „Kölnberg“) Stärkung des Verantwortungsbe- wusstseins der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Wohnquar- tier / Verbesserung des Wohnum- feldes (Gebiet „Kölnberg“) 46 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Ist- Analyse Stärken / Potenziale Schwächen / Gefahren Handlungsbedarf Ökologi- sche / kli- matische Situation Gute Grünversor- gung Gebiet grenzt an Freiräume landwirt- schaftlicher Nutzung, Baggerseen und Kiesgruben Öffentliche Grünflä- chen in Rondorf Höchster Anteil kli- maaktiver Flächen Spiel- und Bewegungsflä- chen für Kinder und Ju- gendliche nicht ausrei- chend Die Hälfte der Bewohnerin- nen und Bewohner des Sozialraumes ist von Wär- mebelastung betroffen Spiel- und Bewegungsräume schaffen Informations- und Beratungsan- gebote zum Klimawandel schaffen Öffentlicher Raum umgebende Gebiete (Rondorf) als stabili- sierenden Faktor Potenzialfläche zur Ergänzung des Nah- versorgungszent- rums nördlich des Quartiers „Am Köln- berg“ vorhanden Erscheinungsbild des öf- fentlichen Raums / Woh- numfeld („Am Kölnberg“) – Problemkonzentration im Sozialraum Unzureichende Anbindung an das Netz des Öffentli- chen Personennahverkehrs (ÖPNV) Mangelnde Radwegever- bindung Mangel an Begegnungs- räumen Private, nicht zu nutzende Freiflächen mit ungünstigen und unübersichtlichen Zu- gängen in die Großwohn- anlage „Am Kölnberg“ Müllproblematik Angsträume Zusätzliche Versorgungs- bedarfe in Rondorf durch Flächenausweisungen Maßnahmen zur Wohnumfeldver- besserung (Müllproblematik) Verbesserung der Anbindung an das Netz des Öffentlichen Perso- nennahverkehrs (ÖPNV) an die Bahnhaltestelle in Hürth und das Radwegenetz Schaffung von Begegnungsräu- men Entwicklung von Mobilisierungs- strategien und Handlungsszenari- en für die Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ Umgestaltung der bestehenden Einkaufsstraße in Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 47 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 8. Ziele und Handlungsfelder Den Rahmen für die Ziele des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und damit auch für den Sozialraum Meschenich und Rondorf bildet das im Aufruf des Landes Nordrhein- Westfalen vom 10.02.2015 „Starke Quartiere – starke Menschen“ enthaltene Ziel der nac h- haltigen Quartiersentwicklung sowie der Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung. Die Lan- desregierung Nordrhein-Westfalens „…will die Armutsvorbeugung und die Entwicklung von Präventionsketten unterstützen, mit denen die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht, Hilfen insbesondere im Lebens - und Sozialraum der Menschen angeboten und die Lebenslagen berücksichtigt werden. Dabei soll insbesondere die frühzeitige Förderung von Kindern und Familien in den Blick genommen werden.“ (vergleiche Aufruf des Landes Nordrhein- Westfalen vom 10.02.2015, Seite 4). Die im Aufruf des Landes enthaltenen Ziele, die in der Bestandsanalyse identifizierten Stär- ken und Schwächen sowie die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe bilden die Grund- lage für die Zielsetzung für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“. Daher wird fol- gendes Leitziel festgelegt: „Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“ Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an die vom Stadtvorstand beschlossenen „Europa- 2020-Strategie“ der Stadt Köln an und gibt die langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor. Die Operationalisierung des Leitziels für die strategische und für die operative Ebene erfolgt durch einen Top- Down-Ansatz. Die sich aus der Stärken- Schwächen-Analyse ergebenden Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und - prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben des Leitziels des Programms gespiegelt, so dass sich im Ergebnis folgende fünf Handlung s- felder, die das Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben: 1. Früh ansetzende Hilfen 2. Wirtschaft und Qualifizierung 3. Wohnen 4. Öffentlicher Raum 5. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen und operativen Ziele erarbeitet werden konnten, wurden die aus dem Aufruf v orgegebenen Querschnittsziele, die für das gesamte Programm gelten und beachtet werden müssen, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei han- delt es sich um folgende Ziele: − Gleichstellung von Männern und Frauen − Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barrierefreiheit) − Nachhaltigkeit Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um zwei weitere ergänzt, nämlich um das Ziel „Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung“ sowie das Ziel „Sozialraumorientierte Stadtentwic k- lung“. Dabei geht es um die Frage, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus unter B e- teiligung der dort aktiven Akteure und lebenden Menschen erfolgen kann. Ziel ist, die sozial- raumorientierte Ausrichtung des Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei den Akteu- ren und den unterschiedlichen Zielgruppen in den Sozialräumen zu verankern. Der Zielgrup- penbezug steht dabei im Mittelpunkt des Handelns. Die Umsetzung dieser Querschnittsziele 48 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ im Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung und berücksichtigt gl eichzeitig alle Querschnittsziele des Aufrufs. Insbe- sondere die Nachhaltigkeit wird durch die aktivierende und teilnehmende Form der Stadt- entwicklung gefördert. Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfelder strategische Ziele festgelegt. Sie beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fünf Handlungsfeldern erreicht werden soll. Tabelle 2: Handlungsfelder und Strategische Ziele Nr. Handlungsfeld Strategische Ziele 1 Früh ansetzende Hilfen − Verbesserte Bildungsstrukturen und erhöhtes (Aus-) Bil- dungsniveau − Verbesserte gesundheitliche Situation 2 Wirtschaft und Qualifizie- rung − Gefestigte und verbesserte Erwerbsfähigkeit sowie erhöhte Erwerbstätigkeit − Strukturell verbesserte wirtschaftliche Situation 3 Wohnen − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn- und Lebensumfeld − Gefestigte und gestärkte Wohnfunktion 4 Öffentlicher Raum − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn - und Lebensumfeld 5 Umweltgerechtigkeit - Kli- maschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn- und Lebensumfeld − Umweltgerechteres und klimaangepasstes Leben Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Um die strategischen Ziele für die Entwicklung von Maßnahmen zu operationalisieren, wur- den insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie können nicht trennscharf für die einzelnen Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfalten. Die strateg ischen Ziele hingegen können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn - und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden. Deshalb sind die operativen Ziele im Zielsystem mehreren Handlungsfeldern zugeordnet (vergleiche Abbildung 11). Besonders deutlich wird der integrative Ansatz bei den Hand- lungsfeldern „Früh ansetzende Hilfen“ und „Wirtschaft und Qualifizierung“. Hier wirken die operativen Ziele in der Regel in beiden Handlungsfeldern. Dies entspricht dem Ziel, im Pr o- grammgebiet Meschenich und Rondorf eine Präventionskette aufzubauen. Ähnliche starke Zielwirkungszusammenhänge sind auch bei den Handlungsfeldern „Öffentlicher Raum“ und „Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderun g“ festzustellen. Die operativen Ziele dieser beiden Handlungsfelder wirken darüber hinaus auch noch im Hand- lungsfeld „Wohnen“. Um die festgelegten Ziele erreichen zu können, wurden Maßnahmen für die Handlungsfelder entwickelt, die einen Beitrag zur Zielerreichung leisten. Die Zielfestlegung wird in der aus- führlichen Maßnahmenbeschreibung deutlich. Zusätzlich werden Ziele für jede konkrete Maßnahme definiert, deren Erreichung durch festgelegte Indikatoren über ein Controlling gemessen wird. Sowohl die maßnahmenbezogenen Ziele als auch die entsprechende Zu- ordnung der Maßnahmen zu den operativen Zielen sind in den Maßnahmenbeschreibungen dokumentiert. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 49 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Entwicklung des Zielsystems erfolgte in Abstimmung mit den involvierten Fachämtern . Damit sind alle rele vanten fachlichen Anforderungen in der Strategie- und Zieldiskussion berücksichtigt. Das Zielsystem bildet den Konsens für die zukünftige Entwicklung des Sozial- raumes und ist damit Grundlage für alle notwendigen im Integrierten Handlungskonzept ent- haltenen Maßnahmen. Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich das folgende Zielsys- tem (vergleiche Abbildung 18). Die für den Sozialraum Meschenich und Rondorf vorgesehenen Maßnahmen bilden entspre- chend der örtlichen Bedarfssituation einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des IHKs (ver- gleiche Abbildung 19). Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlungsbedarfe werden nicht in jedem Sozi- alraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die folgende Übersicht verdeutlicht, zu wel- chen operativen Zielen die Handlungsansätze Meschenich und Rondorf einen besonderen Beitrag liefern (grün hervorgehoben). 50 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 51 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 18 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 52 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 53 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 19:Sozialraum Meschenich und Rondorf: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 54 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 55 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Meschenich und Rondorf Der Sozialraum Meschenich und Rondorf weist durchgängig soziale Missstände und Problemlagen auf, deren Verringerung oder Behebung durch geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung im öffentlichen Interesse - und besonders auch im Interesse der dort lebenden Menschen - liegt. Dem besonderen Entwicklungsbedarf dieses Sozialrau- mes wird mit dem vorliegenden Integrierten Handlungskonzept durch eine aufeinander ab- gestimmte Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen entsprochen. Damit erfüllt der Sozialraum die grundlegenden Anforderungen des Besonderen Städtebau- rechts im Baugesetzbuch zur Festlegung von Gebieten der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e Baugesetzbuch (BauGB). Der Einsatz und die Absicherung staatlicher Fördermittel im Sozialraum Meschenich und Rondorf erfordert die Festlegung einer geeigneten „Fördergebietskulisse“ gemäß Baug e- setzbuch. Aufgrund der Ausgangslage, den Entwicklungszielen und dem integrierten Maß- nahmen- beziehungsweise Handlungskonzept ist hierfür die Festlegung des Sozialraums als Gebiete der „Sozialen Stadt“ geeignet und zielführend. Die Alternativen des Baugesetzbu- ches – Sanierungsgebiete beziehungsweise Stadtumbaugebiete – sind nicht entsprechend anwendbar. Nachdem Nordrhein-Westfalen bereits 1994 Gebiete der „Sozialen S tadt“ für „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ in der landesseitigen Städtebauförderung eingeführt hat, wurde dieser Gebietstypus als „Fördergebietskulisse“ 2004 mit einer Novellierung des Städ- tebaurechts mit dem neuen § 171e „Maßnahmen der Sozial en Stadt“ ins Baugesetzbuch eingefügt. Bezüglich des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sind neue Gebiete der „Sozialen Stadt“ durch Ratsbeschluss festzulegen. Dies gilt auch für den Sozialraum Meschenich und Rondorf. Unmittelbare finanzielle Auswir kungen ergeben sich aus der Festlegung der Gebiete der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e BauGB nicht. Diese Festlegung ist vielmehr eine Vorausset- zung für die Inanspruchnahme insbesondere von Bundesmitteln, jedoch ohne Ansprüche hierauf zu manifestieren. In § 171e Absatz 6 Baugesetzbuch heißt es, das die §§ 164a und 164b (Einsatz von Städtebauförderungsmitteln) im „Soziale- Stadt-Gebiet“ entsprechend an- zuwenden sind, womit ein Einsatz von Städtebauförderungsmitteln wie in Sanierungsgebi e- ten ermöglicht wird. Der Beschluss über die Gebietsfestlegungen ist ortüblich bekanntzumachen. Rechtliche Wi r- kungen für die ansässige Bevölkerung, Eigentümer, Wirtschaft und sonstige Personen im festgelegten Gebiet ergeben sich (im Unterschied zur förmlichen Festlegung eines Sani e- rungsgebietes nach § 142 Baugesetzbuch) nicht. Entsprechend den Maßgaben des § 171e Baugesetzbuch folgt die Abgrenzung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Meschenich und Rondorf den räumlichen Festl e- gungen des städtischen Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientie- rung in Köln“. Großflächige Gewerbe- und Industriegebiete ohne strukturelle Umbrüche wur- den dementsprechend bei der Gebietsabgrenzung grundsätzlich nicht berücksichtigt. Außer- dem wurden teilweise die Grenzen der Sozialräume in der Abgrenzung der Gebiete der „So- zialen Stadt“ arrondierend begradigt. Aus dem Gebiet des Sozialraums werden dabei die im Wesentlichen landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgenommen. Das so abgegrenzte S o- ziale-Stadt-Gebiet Meschenich und Rondorf ist rund 311 ha groß. 56 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 7: Gebiet der „Sozialen Stadt“ Meschenich und Rondorf Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 57 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10. Maßnahmen für den Sozialraum Abgeleitet aus der Stärken- Schwächen-Analyse und den daraus resultierenden Handlung s- bedarfen konzentrieren sich die Maßnahmen räu mlich auf das Gebiet „Am Kölnberg“. Inhalt- lich liegen die Maßnahmenschwerpunkte aufgrund der besonderen städtebaulichen und so- zialen Anforderungen im Bereich von vertiefenden Untersuchungen und Prävention –hier in den Themenfeldern „Früh ansetzende Hilfe“ und „Qualifizierung beziehungsweise Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit“ durch niedrigschwellige Angebote und im Handlungsfeld Wo h- nen. Die damit verbundenen Angebotsstrukturen sind überwiegend gebietsübergreifend an- gelegt. 10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette Bei allen ausgewählten Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde darauf geachtet, dass nur solche vorgeschlagen werden, die einen Beitrag zur Präventions- kette leisten und bestehende Lücken schließen. Unter der kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote verstanden werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen von Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die einzelnen Schnittstellen im Hilfesystem zu legen. Diese Übergänge gilt es unter besonderer Beachtung der Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrachtung. So wer den beispielweise die im Rahmen der Bedarfsanalyse festgestellten Unterstützungsnotwendigkeiten für Kinder und Jugendliche in den Maßnahmen zu früh ansetzenden Hilfen berücksichtigt, die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren wird unter anderem durch die Aktivierungsmaßnahme wie „Zuhause im Veedel“ (Projekt Nummer 5.0.2) unterstützt. Bereits bestehende Präventionsansätze In der Stadt Köln gibt es bereits eine Vielzahl an Präventionsangeboten für Kinder und J u- gendliche. Diese reichen von der Kindertagesbetreuung der unter 3-Jährigen über die Offene Ganztagsschule im Primarbereich bis hin zu weiterführenden gebundenen Ganztagsschulen. In diesen Bereichen hat die Stadt Köln in den vergangenen Jahren erhebliche auch finanziel- le Anstrengungen unternommen mit dem Ziel, die Betreuungsquote deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus verfügt die Stadt Köln über umfassende Hilfesysteme in verschiedenen Handlungsfeldern (zum Beispiel Weiterbildung/Grundbildung, Arbeitsmarkt - und Beschäft i- gungsförderung, Freizeit, Integrati ons-, Gesundheits- und Sportförderung), die sich an ver- schiedene Zielgruppen richten (Kinder und Jugendliche, Familien, kranke und behinderte Menschen, Seniorinnen und Senioren, Flüchtlinge und Zuwanderer, Arbeitslose, Wohnung s- lose und vom Wohnungsverlust bedrohte Menschen, Leistungsempfängerinnen und Lei s- tungsempfänger, Eltern und Alleinerziehende). Die bestehenden Hilfesysteme sind durchweg präventiv ausgerichtet. Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: 1. Es wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern. 2. Die Stadt Köln kommt der zentralen Maxime städtischer Armutsbekämpfung in einem sozialräumlichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandeln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bildung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einric h- tungen und Angebote noch einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslag en verbesserte Bildungs - und Entwicklungschancen er- öffnen. 58 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mit Blick auf die Präventionskette lässt sich festhalten, dass es in der Stadt Köln eine Viel- zahl guter Ansätze gibt. Dass über die entsprechende Bundesinitiative in Köln etablierte „Netzwerk frühe Hilfen“ mit seinen Kinderwillkommensbesuchen und Familienhebammen kann als das erste Glied der kommunalen Präventionskette der Stadt Köln angesehen wer- den. Das in Köln umgesetzte Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ stellt einen weiteren Baustein im Wirkungsbereich des Übergangs von der Schule in den Beruf dar. In Köln werden des Weiteren die Bausteine „Kindertagesbetreuung – Familienzentren, plus- KITA, Sprachförderung“ und „Ganztagsschulen – Offene Ganztagsschulen im Primarbereich und gebundene Ganztagsschulen im Sekundarbereich“ stark akzentuiert, zum einen in ihrer Breitenwirkung für alle Kölner Eltern und Kinder, zum anderen „in der Tiefe“ zur Verbess e- rung von Bildungschancen in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts - und Bildungsrisiko. Schulsozialarbeit wird – wie angeführt – (als knappes Gut) insbesondere nach Kriterien der sozialen Benachteiligung, der Inklusion und der Integration eingesetzt. Auch im Arbeitsfeld „Senioren“ ist die Präventionskette seit langem etabliert. Wichtige Ke t- tenglieder s ind beispielsweise: offene Mitmach- Angebote in Bürgerzentren und Senioren- Netzwerken, Informationsarbeit über das Monatsmagazin „KölnerLeben“ oder eine Informati- onskarte („rote Info-Karte“) für alle neun Stadtbezirke mit allen wichtigen Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Seniorinnen und Senioren, verschiedenste Formen der Beratung, Angebote in der Wohnung, Entlastungsangebote für pflegende Ang e- hörige, Stationäre Hilfen sowie Hospize. Die Kettenglieder vernetzen sich an sogenannten „Runden Tischen“ in den Bezirken. Hier besteht Intensivierungsbedarf. Dem Thema Gesundheit als Grundlage für Bildungschancen sowie sozialer und beruflicher Teilhabe wird in Köln ebenfalls ein hoher Stellenwert eingeräumt. So gibt es ein differenzier- tes Angebot an Gesundheitsförderung und ein sehr breit aufgestelltes ambulantes und stat i- onäres Versorgungssystem. Die Stadt Köln begleitet und unterstützt seit Jahren kontinuier- lich die Weiterentwicklung sowie die Abstimmung und Evaluation der Gesundheitsförderpr o- jekte in Köln, unter anderem im Rahmen der kommunalen Gesundheitskonferenz sowie in ressortübergreifender Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit mit anderen Schwerpunkten wie Kinder und Jugendhilfe, Schule, Soziales, Seniorinnen und Senioren. Bei Kindern wir d zum Beispiel „Gruppenprophylaxe“ für die Zahngesundheit in Kindertageseinrichtungen und Schulen vom Kinder - und Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes im Auftrag des „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ durchgeführt. Darüber hinaus wurden von der Stadt Köln, dort wo an Nahtstellen zum Versorgungssystem Lücken auftreten, sozialkom- pensatorische Angebote eingerichtet, wie beispielsweise im Rahmen der oben erwähnten Frühen Hilfen. Diese Angebote sind niedrigschwellig konzipiert und erreichen gezielt auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Ebenso gibt es bedarfsorientiert Einrichtungen für Erwachsene wie beispielsweise sozialpsychiatrische Angebote, Suchtberatungsstellen und Präventionsangebote für Seniorinnen und Senioren. Trotz dieses berei ts engmaschig angelegten Systems der Gesundheitsförderung leben in Köln Menschen, die davon noch nicht erreicht werden und daher gezielt Angebote wie zug e- hende Hilfen oder Gesundheitslotsen benötigen, um mit dieser Unterstützung der Weg in das System der Gesundheitsförderung und -versorgung und zu dem für sie geeigneten Angebot zu finden. Im Bereich der Arbeitsmarktintegration bestehen vielfältige Angebote für die unterschiedli- chen Zielgruppen, die immer wieder überprüft und an sich verändernde Bedarfslagen ange- passt werden. Neue Beratungsansätze des Jobcenters Köln wie z.B. der „Work First Ansatz“ bei „befit4job“, einem 6-wöchigen Intensivprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene, sozialraumorientierte Beratung wie bei „U25 Hotspot Chorweiler“ oder das U25-Angebot „moDUle“ bieten Jugendlichen individuelle Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Integra- tion in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt. Weitere beispielhafte Angebote für Jugendliche sind die Jugendbüros, die Fachberatung, Joblinge, die Joblotsen U25 und ein Eingliede- rungscoaching. Zudem setzt jeder der Jobcenter-Standorte in den Stadtbezirken auf Netz- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 59 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ werkarbeit im Sozialraum, um die Jugendlichen dort bestmöglich zu erreichen. Dabei geht es neben der Integration in den Arbeitsmarkt auch um soziale Integration. Für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden spezifische Beratungsangebote und Maßnahmen vorgehalten, z. B. „Alleinerziehende im Aufbruch“, Umschulungsbegleitung, Projekte für alleinerziehende Migrantinnen sowie das Projekt ‚NAVI‘ (Nachhaltige Aktivierung-Vermittlung-Integration) für Erziehende. Für Langzeitleistungsbeziehende mit multiplen Vermittlungshemmnissen (z.B. fehlende Qualifikation, gesundheitliche oder familiäre Probleme, fehlende Motivation) gibt es weitere, zum Teil sehr niedrigschwellige Angebote, die eng mit den kommunalen Eingliede- rungsleistungen nach § 16a SGB II verbunden sind. Das ganze Bündel der Maßnahmen wird individuell und passgenau genutzt und je nach Bedarf auf längere Zeit als Förderkette ange- legt, um die Integrationsfähigkeit schrittweis zu verbessern mit dem Ziel, die Hilfebedürftig- keit zu verringern oder zu überwinden. Entwicklung einer Gesamtstrategie für eine kommunale Präventionskette Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventionsbereich ist Armut mit ihren unter- schiedlichen Ausprägungsformen und Folgewirkungen insbesondere bei Kindern, Jugendl i- chen sowie Seniorinnen und Senioren im Programmgebiet weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die bislang auf - und ausgebauten präventiven Hilfsangebote haben offenbar Lücken, die mit dem vorliegenden Integrierten Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ geschlossen werden sollen. Tabelle 3 zeigt die zentralen Bausteine der Kölner Präventions- kette, untergliedert nach Zielgruppen, zentralen Handlungsfeldern, wi chtigen Partnern, A n- gebotsstrukturen und Lücken, auf. 60 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Tabelle 3: Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (1) Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 0 bis 3 (Kita) Gesunde Kin- der, Frühe Förderung Familie, Famili- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Frühe Hilfen, Clearing- stelle - Gesunde Zu- kunft für Kinder in Köln, Jusch, Familien- hebamme, KiWi, Hilfen zur Erziehung, Frühförderung, Kita U-3, Sprachliche Ent- wicklung Prävention durch Information, Erreich- barkeit der Zielgrup- pen, Sprach-und Kul- turmittler 3 bis 6 (Kita) Altersgerechte Entwicklung, Förderung der Erziehungs- kompetenz Familie, Famili- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Kindertagesstätten, Frühe Bildung, Sprachförderung, Übergang Kita / Grundschule, Hilfen zur Erziehung, Schu- leingangsuntersu- chung Prävention durch Information, Erreich- barkeit der Zielgrup- pen, Sprach-und Kul- turmittler 6 bis 10 (Grund- schule) Erfolgreicher Bildungsteil- habe, Ge- sundheitser- ziehung, ge- sundheitliche Teilhabe Familie, Schule, OGS, Jugend- amt, Freizeitträ- ger, Gesund- heitsamt Schuleingangsunter- suchung, Sprachförde- rung, Elternmitwirkung in der Schule, Über- gang Grundschule Sek I, Hilfen zur Erziehung, Gesunde Ernährung, Lernpaten (intergene- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und Gesundheitsförde- rung, Sprach- und Kulturmittler 10 bis 16 (Sek. I) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und Er- weiterung der Teilhabe- chancen Familie, Schule, OGS, Jugend- amt, Freizeitträ- ger Elternmitwirkung in der Schule, Hilfen zur Er- ziehung, Freizeitange- bote, Suchtprävention, Berufswahlorientie- rung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung, Lernpaten (intergene- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtpräventi- on, Sprach- und Kul- turmittler 16 bis 19 (Sek. II) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und Er- weiterung der Teilhabechan- cen Familie, Schule, Jugendamt, Freizeitträger, Soziale lokale Netzwerke Zusammenarbeit Schule / Eltern, Hilfen zur Erziehung, Frei- zeitangebote, Sucht- prävention, Berufs- wahlorientierung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtpräventi- on, Sprach- und Kul- turmittler Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 61 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (2) Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 19 bis 34 (jun- ges Erwach- senenalter) Übergang Schule / Beruf, Berufsausbil- dung, Studium und Einstieg in den Beruf, Familiengrün- dung, Ge- sundheitsför- derung Schule, KAoA, Kammern, Loka- le Ökonomie, Weiterbildungs- träger, Jobcen- ter Bildungsberatung, KAoA, Praktikum, dua- le Ausbildung, IHK, HWK, Berufsbezogene Sprachförderung, Grundbildungsträger, Bürgerzentren Prävention durch Information, Grund- bildung, Ausbildungs- Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stär- kung soziale Netzwer- ke, gesundheitliche Prävention 34 bis 65 (Er- wachsenenal- ter, Familien- phase) Förderung der Erziehungs- kompetenz, Erwerbstätig- keit, Lebens- langes Lernen Jobcenter, Qua- lifizierungsträ- ger, Familien- zentren, Weiter- bildungsträger, Arbeitslosen- zentren, Schuldnerbera- tung Bildungsberatung, Beschäftigungs- förderung, Qualifizie- rungsträger, Gesund- heitsförderung, Bür- gerzentren Grundbildung, Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stär- kung soziale Netzwer- ke, Aktivierung / Em- powerment, Erzie- hungshilfen, gesund- heitliche Prävention 65 bis 80 (Ru- hestand) Bürgerschaftli- ches Enga- gement, Kul- tur, Sport, Bildung, Frei- zeit, Gesund- heit Diverse Dienst- leister im Quar- tier, Familie/ Nachbarschaft, Anbieter von Sport, Kultur, Bildung, Ge- sundheit, Bera- tung, Informati- on Soziale Netzwerke, Freizeitträger, Gesundheitsförderung, Lebenslanges Lernen, Barrierefreiheit, Begegnungsräume, SeniorenNetzwerke, VHS, Bürgerzentren, Selbsthilfegruppen, Initiativen, Projekte, Seniorenberatung Prävention durch Information, Soziale Netzwerke, altersge- rechte Lern- und Gesundheitsförde- rung, Intergenerative Win-Win Strukturen, gesundheitliche Prä- vention, Prävention für mobilitätseinge- schränkte Menschen, Menschen mit gerin- ger Rente / Transfer- einkommen und an- ders teilhabe- eingeschränkter Men- schen, Steuerung und Vernetzung der Prä- ventionskette 80 und älter Selbständiges Leben mit Unterstützung, Pflege/ Ge- sundheit, Teil- habe Familie, Nach- barschaft, Kran- ken- und Pfle- gekassen, Amt für Soziales und Senioren, Wohl- fahrtsverbände und andere Dienstleister, Gesundheits- system Haushaltsnahe Dienst- leistung, häusliche Pflege, Seniorenbera- tung/Pflegeberatung/ Wohnraumanpas- sungsberatung und andere Dienst- leistungen zum selb- ständigen Leben, ge- rontopsychiatrische Beratung Prävention für haus- gebundene und pfle- gebedürftige Menschen, Steuerung und Vernetzung der Präventionskette Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 62 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bislang fehlt eine konsequente, ganzheitliche Analyse möglicher Lücken beziehungsweise Optimierungsbedarfe in der Präventionskette und die Etablierung einer kommunalen G e- samtstrategie. Die vorangestellten Beispiele zeigen, dass sich durch das Trägerengagement im Verbund mit den Angeboten des Regelsystems ein starkes Angebotsprofil entwickeln las- sen kann. Hierfür sollen die Voraussetzungen geschaffen werden. Durch eine Neuorientierung der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrennt erbrachte Leistungen und Angebote aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Ziel ist es eine durchgängige Förderung und Unterstützung zu gestalten, bei denen die einzelnen Angebote sinnvoll miteinander verknüpft und Wirkungszusammenhänge au fgezeigt werden können – unabhängig davon, wer sie erbringt. Hierzu gehören unter anderem: − Präventive Leistungen im Bereich der Frühen Hilfen − Unterstützungen im Übergang Schule und Beruf − Beratungsleistungen für Familien − Präventive Angebote in den Bereichen Sport und Freizeit − Gesundheitsförderung, zum Beispiel Angebote für Menschen mit Sucherkrankung und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen oder Ernährung − Unterstützung und Aktivierung von Seniorinnen und Senioren zum Beispiel Senioren- netzwerke − Verbesserung der Integration − Beschäftigungsförderung Abbildung 20 zeigt die Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln sowie die einzubindenden Akteure. Ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen der bestehenden Ansätze der Kölner Präven- tionskette wird in den Bereichen der „Bildungsberatung“ beziehungsweise allgemein im B e- reich der niedrigschwelligen, zugehenden Unterstützungsleistungen für Eltern und Familien gesehen. Diese sind in Verbindung mit Grundbildungs - und Alphabetisierungsangeboten für Eltern beziehungsweise Erwachsene sowie in den Bereichen einer proaktiven offenen Ki n- der- und Jugendarbeit, der Gestaltung offen zugänglicher, attraktiver Sport -, Spiel- und Be- wegungsräume sowie der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren zu sehen. Ein weit e- rer zentraler Baustein ist die Qualifizierung und Professionalisierung des Systems, mit denen das armutssensible und präventiv wirkende Denken und Handeln von Fachkräften in Bi l- dungsinstitutionen verstärkt werden soll. Die Idee besteht darin, im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ systema- tisch-strukturbildende Schwerpunkte zu setzen und Einzelmaßnahmen, die sich wechselsei- tig ergänzen, entsprechend zu „clustern“. Die benannten, neu als Bausteine der Prävent i- onskette zu qualifizi erenden Themen „Bildungsberatung“, „Jugendarbeit“, „Sport und Bewe- gung“ und „Qualifizierung“ haben grundsätzlich das Potenzial, die Präventionskette insg e- samt engmaschiger zu weben und gewinnbringend weiter zu entwickeln, da die Maßnahmen für unterschiedliche Altersgruppen und Bildungssettings übergreifend wirken können. Die Entwicklung dieser Präventionsstrategie soll - ausgehend von den Bedürfnissen der B e- wohnerinnen und Bewohner - als Prozess gestaltet werden. Für die dafür erforderliche Akt i- vierung der Bewohnerschaft im Programmgebiet sind im Programm „Starke Veedel – Star- kes Köln“ mehrere Maßnahmenvorschläge in verschiedenen Handlungsfeldern enthalten. Sie können für den anstehenden Prozess der sozialraumorientierten integrierten Stadten t- wicklung genutzt werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung, der darin besteht, die Stadt weniger aus der Angebotsperspektive Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 63 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zu entwickeln, sondern vielmehr die Sozialräume und die darin lebenden Menschen sowie die Akteure in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Diese Veränderung des Blickwinkels kommt auch in dem Beschluss des Stadtvorstandes der Stadt Köln vom 17.03.2015 zum Ausdruck, mit dem die sozialräumliche Ausrichtung des Verwaltungshandelns als Hand- lungsmaxime für die Verwaltung festgelegt wurde. Ausblick Nach Auskunft der Koordinierungsstelle beim Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen stehen die Weiterführung und Ausweitung des Landesprogramms „Kein Kind zurück lassen! Kommunen in NRW beugen vor“ (Kekiz) in einer zweiten Phase unmittelbar bevor. Mit Beschluss vom 26.04.2016 befürwortet der Stadtvorstand eine Teilnahme der Stadt Köln an der geplanten zweiten Phase von Kekiz und sieht die Vorbereitung einer Bewerbung auf den etwa zur Jahresmitte erwarteten Aufruf des Landes vor. Damit das Programm in Köln mit Rückenwind und Verbindlichkeit starten könn- te, wird parallel die Erstellung einer Beschlussvorlage für den Rat der Stadt Köln vorbereitet. 64 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 65 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 20: Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 66 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 67 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.2 Maßnahmen im Sozialraum Meschenich und Rondorf Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Maßnahmen im Sozialraum Meschenich und Rondorf. Eine detailliertere Maßnahmenbeschreibung findet sich in den folgenden Maß- nahmenblättern Tabelle 4: Übersicht der Maßnahmen im Sozialraum Meschenich und Rondorf Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Nummer Maßnahme 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Sozialraum Meschenich und Rondorf 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation im Sozialraum Meschenich und Rondorf Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Nummer Maßnahme 1.0.5 Integration auch von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit im Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln in Meschenich und Ron- dorf 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Ju- gendintegrationskursen im Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Per- spektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräu- men; hier für den Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.17 Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteileltern im Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganz- tags im Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.21 Ferienschulen im Sozialraum Meschenich und Rondorf 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialraum Meschenich und Rondorf 68 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Nummer Maßnahme 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum Meschenich und Rondorf: Weiterentwicklung Spielplatz Alte Kölnstraße 2.8.3 Aufbau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf – Machbarkeits- studie 2.8.3 a Bau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf 2.8.3 b Entwicklung und Errichtung einer Interimsbegegnungsstätte 2.8.5 Machbarkeitsstudie zur Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden (Sozialraum Meschenich und Rondorf) 2.8.5 a Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden (Sozialraum Meschenich und Rondorf) 2.8.6 „Vertiefende Untersuchung Kölnberg“ 2.8.6 a Neugestaltung des öffentlichen Bereichs „Ortseingang Meschenich“ 2.8.7 Umgestaltung der Kapellenstraße und der Rondorfer Hauptstraße in Köln-Rondorf Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung Nummer Maßnahme 3.0.1 „CheckPraxis“ – Schule und Praxis im Dialog für Schülerinnen und Schüler aus dem Sozi- alraum Meschenich und Rondorf 3.8.2 Jobcoach im Sozialraum Meschenich und Rondorf mit Schwerpunkt Kölnberg Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Nummer Maßnahme 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze Maßnahme im Sozialraum Meschenich und Rondorf 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölke- rung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels Maßnahme im Sozialraum Meschenich und Rondorf 4.0.6 Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs / Umwelt-sensitive Verkehrssteuerung auf der Brühler Landstraße Sozialraum Meschenich und Rondorf 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Auf- enthaltsqualität im Sozialraum Meschenich und Rondorf Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 69 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld 5: Wohnen Nummer Maßnahme 5.0.2 „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier – Am Kölnberg“ Mieter- /Nachbarschaftsarbeit und Quartiershausmeister 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Meschenich und Rondorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 70 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Laufende Nummer 0.0.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Am südlichen Stadtrand gelegen, ist der Sozialraum geprägt durch sehr unterschiedliche Gebietstypen, zum einen Quartiere mit dörflicher Siedlungsstruktur, zum anderen die Großwohnsied- lung „Am Köln Berg“ in Meschenich. Die Großwohnsiedlung ent- stand in den 70er Jahren und umfasst bis zu 26 Geschosse. Hier konzentrieren sich bauliche Missstände, Verschmutzungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut, Verschuldung und Suchtprobleme. Der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund (87,4 %), die Zahlen der SGB II - Beziehe- rinnen und Bezieher (41,7 %) sowie die Zahlen der Empfäng e- rinnen und Empfänger von Grundsicherung (40,7 %) sind de m- entsprechend hoch. Die Hochhaussiedlung fungiert als Anko m- mens Stadtteil“, der von permanenten Zu- und Fortzügen geprägt ist. Zudem stellen die drei geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Rondorf den Sozialraum mit Blick auf Schaffung von Integrat i- onsangeboten und Ausgestaltung des friedlichen Zusammenl e- bens unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen vor weitere Her- ausforderungen. Aufgrund einer oftmals geringen Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner an unterschiedlichen Lebensbereichen und den damit einhergehenden Netzwerkstrukturen wird die hohe Bedeu- tung von Unterstützungs - und Beratungsangeboten sowie der Aktivierung der Bewohnerschaft im Sozialraum Meschenich und Rondorf deutlich. Auch die Imageaufwertung des Sozialraums stellt eine große Herausforderung dar. Ein positiveres Bild ist für die Entwicklung des Sozialraums von großer Bedeutung. Im Sozialraum Meschenich und Rondorf besteht bereits ein viel- seitiges Hilfesystemen, welches unmittelbare Auswirkungen auf die Quartiersentwicklung nimmt. Mit Hilfe einer „Bestandserhe- bung und eines Schnittstellenmanagements“ sollen die vorhan- denen Strukturen in den Blick genommen werden, um so poten- zielle Lücken aufzeigen zu können. Schnittstelle zur Sozialraumkoordination: Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006 in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes sozialraumorien- tiertes Handlungskonzept verfolgt. Die Sozialraumkoordinatoren sind organisatorisch bei den Bürge- rämtern angebunden. Mit der Koordination in den Sozialräumen sind zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erfolgt in städtischer Trägerschaft. Diese arbeiten nach den methodischen Prinzipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orientierung an Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 71 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ den Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nutzung der Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Ressourcen des Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, Eigeninitiative und Teilhabe, 4. Erschließung von zusätzlichen externen Ressour- cen, 5. Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansätze, 6. Ko- operation und Vernetzung der Aktivitäten und Angebote im Sozi- alraum. Die Sozialraumkoordination nimmt seit Jahren erfolgreich eine aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeitet aktiv an der Si- cherung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen. Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann durch die elf vorhande- nen Sozialraumkoordinatorinnen/Sozialraumkoordinatoren nicht zusätzlich geleistet werden. Durch das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koordinierungs- und Abstim- mungsaufwand. Die Akzeptanz und Implementierung des Hand- lungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur gelingen, wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi- lisiert werden und Zugangsstrukturen genutzt werden. Die Maß- nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ soll in enger Abstimmung mit den Sozialraumkoordinationen die Um- setzung des Maßnahmenprogrammes sichern. Zum einen in den spezifischen Themenbereichen – hier insbesondere der Aufbau von Präventionsketten – sowie zum anderen bei Bedarf – seien dies problematische Wohnquartiere und Nachbarschaften oder auch notleidende Einkaufsstraßen. Die wesentlichen Aufgaben des Quartiermanagements zur Um- setzung des Programms sind demnach in enger Abstimmung mit der Sozialraumkoordination und den institutionellen Akteuren vor Ort. In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei- tung, der Sozialraumkoordination und der Programmsteuerung „Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit Blick auf die umz u- setzenden Maßnahmen um weitere Akteure ergänzt wird. Bürgeramtsleitung Steuerungsfunktion Sozialraumkoordination Programmsteuerung Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“ 72 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslagen an. Die Maßnahme geht der Frag e nach, wie erfolgreich Stadtent- wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Fakt o- ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Entsprechend dieser vielschichtigen Fragestellung, setzt sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ aus vier unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen: − Quartiersmanagement − Verfügungsfonds − Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement − Öffentlichkeitsarbeit − Das „Büro für Quar tiersmanagement und Aktivierung“ bündelt diese Projektbausteine unter einem Dach, die j e- weils darauf abzielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozialraumorientierten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet die Aktivierung der Bewohnerinnen und B e- wohner sowie der weiteren ortsansässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Quartiersmanagement und Aktivierung“. Die genannten Projektbausteine mit hohem aktivierendem Cha- rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Vernetzung, die durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersmanage- ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird eine gemein- same räumliche Verortung vorgenommen. Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für sich als inhalt- lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschiedlichen Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maßnah- menumsetzung wird jedoch vorausgesetzt, dass eine enge Zu- sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbausteinen erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Projektbaustein: Quartiersmanagement Im Rahmen des integrierten Handlungsprogramms „Starke Vee- del – Starkes Köln“ sind für den Sozialraum Meschenich und Rondorf insgesamt 22 Maßnahmen geplant, die einen neuen und zusätzlichen Koordinierungsaufwand für den Sozialraum auslö- sen, der durch die schon bestehenden Strukturen der Sozial- raumkoordination nicht gedeckt werden kann. Das Quartiersma- nagement übernimmt die Aufgabe, die maßnahmenumsetzenden Träger in Abstimmung mit der Sozialraumkoordination bei den Zugängen zu den Zielgruppen und bei der Akquise der Teilneh- menden im Sinne eines „One-face-to the-customer“ zu unterstüt- zen. Darüber hinaus stellt das Quartiersmanagement die Vernet- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 73 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zung der Maßnahmen sicher. Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für alle Belange des Sozialraumbezogenen Programms und bildet die Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal verortete Kommunikationsdrehscheibe und Informationsvermittlung. Es sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen Akteure für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vorhande- nen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des Inte- grierten Handlungsprogramms. Neben der Ansprache der Be- wohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch zentraler Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure sein. Insbe- sondere mit Blick auf die Situation „Am Kölnberg“ wird die An- sprache und Mobilisierung der Wohnungseigentümer eine we- sentliche Rolle spielen. Hierfür ist eine enge Kooperation mit der Sozialraumkoordination sowie der Vernetzung mit dem Quar- tiershausmeister (Modul B „Zuhause im Veedel“ 5.0.2) und der Maßnahme „Vertiefende Untersuchung zum Kölnberg“ (2.8.6) wichtig. Darüber hinaus soll auch das geplante Haus, -Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum entsprechende Beachtung finden. Im Projektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Quar- tiersmanagement unterstützend und begleitend mitwirken, die Maßnahme „Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird ebenfalls durch das Quartiersmanagement unterstützt. Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am Gesamtpro- gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgabenfeld des Quartiersmanagers darstellen. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorge- sehen ist. Projektbaustein: Verfügungsfonds Der Verfügungsfonds bietet finanzielle Unterstützung für die Um- setzung von Projektideen im Sozialraum Meschenich und Ron- dorf. Bewohnerinnen und Bewohner, Träger vor Ort sowie Verei- ne, Arbeitsgruppen und –kreise etc. können Anträge für die För- derung von Projektideen beantragen. Voraussetzung ist dabei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum Sozialraum haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. Mit Hilfe des Verfügungs- fonds soll somit das bürgerschaftliche Engagement mobilisiert werden. Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaulichen Maßnah- men im Sozialraum zu flankieren und die Beteiligungsprozesse vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsmaßnahmen wie Malwettbewerbe zur Gestaltung des Spielplatzes (2.0.4) oder Nachbarschaftsfeste und Begegnungstage zur Mieter- und Ei- gentümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen konkrete Be- züge zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Die Richtli- nien des Verfügungsfonds werden dementsprechend ausgestal- tet. Im Rahmen des „Verfügungsfonds“ – ein niedrigschwelliges Akti- 74 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ vierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagement bei- spielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner sowie weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung zum Verfü- gungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorstellung zu unterstützen. Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das im Sozialraum verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung zu stel- len. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätzliche Förderfähigkeit geprüft und dann in enger Abstimmung mit der Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf priori- siert. Hierfür wird durch das Quartiersmanagement eine Arbeits- gruppe zur fachlichen (Vor-) Bewertung der Anträge eingerichtet. Die letztendliche Beschlussfassung von Förderanträgen erfolgt durch einen Veedelsbeirat, der als Entscheidungsgremium für den Sozialraum Meschenich und Rondorf einzurichten ist. Die operative Abwicklung des Verfügungsfonds erfolgt in Arbeitstei- lung zwischen dem Quartiersmanagement und der zentralen Koordinierungsstelle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstellen- management Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stadt- entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umsetzung des Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung. Die um- fasst die Analyse der lokalen Akteurs- und Angebotsstruktur, die Ableitung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen von Schnitt- stellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt die detaillierte Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wissensma- nagement (laufende Bereitstellung der Informationen für alle Ak- teure im Programmgebiet). Im Rahmen des Projektbausteins „Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement“ zeigt das Quartiersmanagement die Zugänge zu den ortsansässigen Akteuren auf und benennt An- gebote und Systeme. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorgesehen ist. Projektbaustein Öffentlichkeitsarbeit Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedlichen Instrumen- ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusammen. Es wird ein Strategie- und Kommunikationskonzept zur Öffentlich- keitsarbeit und zur „Vermarktung“ des Programms erarbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Themen Beteiligung, Mitwirkung und Aktivierung. Ziel ist es die unterschiedlichen Zielgruppen niederschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür erforderlichen Instrumente zu entwickeln. Darüber hinaus wird auf die klassischen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit zurück- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 75 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gegriffen, um das Programm zu kommunizieren. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorgesehen ist. Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestellt. Die Maßnahme kommt insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohne- rinnen und Bewohnern im Sozialraum zugute. Aber auch die Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche Institutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und – koordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteure und Interes- sensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen. Ziele Projektbaustein: Quartiersmanagement Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Lebens- räume − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele − Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewohner- schaft des Sozialraumes zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen. Es handelt sich um eine niedrigschwell i- ge und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teilhabe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die Maßnahmen des Integrierten Handlungspro gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Verantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für das „eigene“ Veedel langfristig zu stärken, zu stabilisieren und selbsttragende Strukturen auszubauen. Darüber hinaus werden folgende Ziele verfolgt: o Koordination und Bündelung der im Rahmen des Int e- grierten Handlungskonzeptes vorgesehenen Bewoh- nerbeteiligungen und – aktivierungen sowie weiterer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Sozialraumk o- ordination o Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerschaftl i- chen und ehrenamtlichen Engagements durch den Verfügungsfonds o Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der Ak- teure im Sozialraum in Bezug auf die im Integrierten Gesamtprogramm, „Starke Veedel – Starkes Köln“ verankerten Maßnahmen Projektbaustein: Verfügungsfonds Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Projektziele − Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Bewoh- nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure des Sozia l- 76 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ raumes aktiv in die Quartiersentwicklung einzubeziehen. Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaftl i- chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engag e- ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzung ei- ner Vielzahl von kleinen Projekten und Maßnahmen soll zur Verbesserung des Miteinanders im Sozialr aum füh- ren. Forciert werden soll insbesondere eine Verbesserung in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Bü r- gerschaft des Sozialraumes Meschenich und Rondorf sowie eine Stärkung der Kooperation der Akteure unter- einander. Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen- management“ Querschnittsziele − Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziele − Im Sozialraum Meschenich und Rondorf werden bereits eine Vielzahl an Aktivitäten und Maßnahmen wirksam, stehen in der Praxis aber oftmals zu stark nebeneinander. Mit dem Baustein „Bestandsanalyse und Schnittstellen- management“ sollen im Sinne einer sozialraumorientier- ten Handlungsweise, die Maßnahmen vor Ort vernetzt werden und vorhandene Lücken über ergänzende Maß- nahmen geschlossen und Dopplung en aufgezeigt wer- den. Ziel ist es die Zusammenarbeit in allen Fachberei- chen der Verwaltung sowie mit der Bürgerschaft und den weiteren Akteuren vor Ort zu stärken. Dabei knüpft der Prozess bei den bestehenden Strukturen sowie den Akt i- vitäten und Angeboten der Akteure vor Ort an, die bereits eine Vielzahl an laufenden Maßnahmen umsetzen. Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung − Operative Ziele − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse Projektziele − Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiven Prozess zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in des- sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiven „Stadtteil-Gefühls" steht. − Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit dient dar- über hinaus der Information und Aktivierung der Akteure im Sozialraum Meschenich und Rondorf. Sie richten sich Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 77 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ im Wesentlichen an Bewohnerinnen und Bewohner, Mul- tiplikatoren und Unternehmen sowie weitere Akteure und verfolgt dabei das Ziel, das Programm und die damit ver- bundenen Maßnahmen bekannt zu machen und eine po- sitive Aufbruchsstimmung im Sozialraum zu erzeugen. − Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten bei der Beteiligung und Aktivierung von Bevölkerung und Akteu- ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag zur Mit- gestaltung des Programms durch die Bewohnerschaft. Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanagement − Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft − Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r- anstaltungen Projektbaustein: Verfügungsfonds − Anzahl der beantragten Maßnahme − Anzahl der durchgeführten Maßnahmen − Anzahl der beteiligten Personen Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen- management“ − Anzahl der Prozessbeteiligten − Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebote im Konsens − Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwaltung − Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wurden − Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o- zessbeteiligten Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit − Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel, etc.) Kosten Verfügungsfonds: 178.489,50 € Quartiersmanagement: 282.576,00 € Öffentlichkeitsarbeit: 150.661,00 € Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement: 52.360,00 € Gesamtkosten: 664.086,50 € Davon 2017: 108.333,50 € Davon 2018: 191.796,00 € Davon 2019: 183.942,00 € Davon 2020: 180.015,00 € 78 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektlaufzeit / Zeitraum Für alle Arbeitsmodule ist prozessbegleitend eine Projektlaufzeit von 42 Monate vorgesehen. Da die Maßnahme einen wichtigen Rahmen für das Gesamtprogramm bildet und ihr eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung und Implementierung einer sozial- raumbezogenen Arbeitsweise zukommt, ist die Maßnahme von Beginn an bis zum Abschluss des Programms vorzusehen. 01.01.2017 bis 30.06.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 79 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 0.0.2 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Prozessbegleitende Evaluation im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Projektbeschreibung Die Evaluation bildet einen wichtigen Beitrag zur Bewertung, Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmumsetzung im Sozialraum Meschenich und Rondorf. Sie ist prozessbeglei- tend angelegt und nimmt das gesamte Maßnahmenpaket im So- zialraum Meschenich und Rondorf in den Blick. Dabei wird be- sonders die Wirkung der städtebaulichen Maßnahmen betrachtet und im Sinne des integrierten Ansatzes der Quartiersentwicklung vor allem Beteiligungs- und Aktivierungsprozesse in den Mittel- punkt gestellt. Die Evaluation ist zunächst auf den Sozialraum Meschenich und Rondorf ausgerichtet. Im Kontext des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ findet die Bündelung und Vernetzung der Ergeb- nisse aus den einzelnen Sozialräumen statt und wird im laufen- den Prozess in die einzelnen Sozialräume zurückgespiegelt. Somit zeigt die Evaluation frühzeitig die Wirkung der Maßnah- men im Sozialraum wie auch im Kontext des Gesamtprogramms auf und notwendige Veränderungen können eingeleitet werden. Vorgehen und Methode Die Evaluation ist prozessbegleitend und damit formativ ange- legt. Sie verfolgt das Ziel laufend Bewertungen über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Einerseits muss hierfür auf konkreten Daten aufgebaut werden, die im Rahmen des Controllings erhoben werden. Aus diesem Grund ist eine Beteiligung beim Aufbau des Controllings sicherzustellen. Andererseits erfolgt die Bewertung des Prozesses im Rahmen von diskursiven Prozessen, wie Workshops, Einzelgesprächen, World-Cafes u. ä. Die prozessbegleitende Evaluation nimmt ein breites Spektrum an Themen in den Fokus. Eine parallele Bearbeitung aller The- men ist in der erforderlichen Intensität nicht möglich. Aus diesem Grund ist vorgesehen, Schwerpunkte zu unterschiedlichen Zeit- horizonten zu setzten. Die konkrete Abfolge ist im Rahmen des Prozesses festzulegen. Parallel hierzu ist eine kontinuierliche Selbstevaluation im Rah- men der Einzelmaßnahmen vorgesehen. Die Träger der Einzel- maßnahmen werden bei der Selbstevaluation unterstützt und qualifiziert (z. B. über Leitfragen, Erhebung von Kennwerten), so dass der laufende Prozess kontinuierlich bewertet und die Er- gebnisse in die „prozessbegleitende Evaluation“ zurück gespie- gelt werden können. Die Ergebnisse bilden einen elementaren Beitrag für die Gesamtevaluation. Die Gesamtsteuerung der Maßnahme „prozessbegleitende Eva- luation“ sowie die Einbindung in das gesamte Maßnahmenpro- 80 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gramm liegen bei der zentralen Koordinierungsstelle der Stadt- verwaltung (Amt für Stadtentwicklung und Statistik). Auch das Controlling wird im Aufgabenbereich der zentralen Koordinati- onsstelle der Stadt Köln umgesetzt. Es wird sichergestellt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Evaluation und Controlling erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Für die Erbringung der Leistungen der einzelnen Module wird zusätzliche externe Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung der Leistungen vorgesehen ist. Bie- tergemeinschaften können zugelassen werden. Zielgruppe Die Maßnahme kommt allen im Sozialraum adressierten Ziel- gruppen zugute. Die Zielgruppe ist dabei sehr breit aufgestellt von der Verwaltung über Träger, Politik, sonstige staatliche Insti- tutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraum-koordinatorinnen und immer -koordinatoren bis hin zu weiteren (organisierten) Akteuren und Interessensvertretungen im Quartier sowie Be- wohnerinnen und Bewohner. Ziele Querschnittsziel − Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziele Die Evaluation verfolgt das Ziel laufend Bewertungen über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmumset- zung steht im Fokus der Evaluation Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Methoden (Expertengesprä- che, World Café, etc.) − Bereitstellung von Zwischenergebnissen Kosten Kalkulierte Tagessätze Brutto: je 1.130,50 € 39 Tage: 44.089,50 € Gesamtkosten für den Sozialraum: 44.089,50 € davon 2017: 11.305,00 € davon 2018: 11.305,00 € davon 2019: 11.305,00 € davon 2020: 10.174,50 € Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate (01.01.2017 bis 30.06.2020) Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 81 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Lfd. Nr.1.0.5 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehen- den Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit im So- zialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Die gesellschaftliche Situation im Sozialraum Meschenich und Rondorf ist durch den überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und schlechten Perspekti- ven auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt geprägt. Dies wirkt sich auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil spürbar aus. Geringe Akzeptanz von kulturellen Unterschieden, eine latente Feindlichkeit dem anderen gegenüber, Selbstbezug und Abgrenzung auf die eigene Herkunftsgruppe sind vor allem in sozial benachteiligten Familien, unabhängig von der jeweiligen Nationalität, auszumachen. Durch aufsuchende Jugendarbeit soll hier insbesondere die Zielgruppe mit Flüchtlingsstatus nieder- schwellig erreicht und in die bestehenden Regelsysteme inte- griert werden. Die Anbindung insbesondere der Kinder, Jugendlichen und jun- gen Erwachsenen an Jugendeinrichtungen und Schulen, die Bindung von Kapazitäten an Integrationsleistungen (z.B. Sprach- kurse, familienunterstützende Angebote) und die aktive Freizeit- gestaltung der Kinder und Jugendlichen sind nur ein Teil der ört- lichen Herausforderungen. Hier gilt, wie generell in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, eine adäquate Planung und Bereitstel- lung von adressatengerechten Angeboten mit dem Ziel der In- tegration von jungen Flüchtlingen in die bestehenden Regelan- gebote. Projektbeschreibung Neben Gesprächs- und Beratungsangeboten vor Ort beinhaltet die mobile aufsuchende Arbeit insbesondere eine Unterstützung der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Wünsche und Interes- sen im Freizeitbereich, Kulturbereich und Bildungsbereich Im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ist die Mobile Arbeit mit unterschiedlichen Institutionen im Stadtgebiet wie Schulen, Ver- einen und Kirchen, sowie der städtischen Streetwork etc. ver- netzt. Die Angebote in mobiler und aufsuchender Arbeit können für die heranwachsenden Flüchtlinge z.B. vor einer Flüchtlingsunter- kunft oder auf einem öffentlichen Spiel- oder Bolzplatz stattfin- den. Es handelt sich dabei um niederschwellige Spiel-, Sport- und Kreativangebote, die zumeist gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil durchgeführt werden. 82 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppe Sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Flüchtlingsstatus im Alter von 10 bis 25 Jahren. Ziele Übergeordnetes Ziel Mobiler Jugendarbeit ist die Integration und die Verbesserung der Lebenswelt Jugendlicher. In Hinblick auf den öffentlichen Raum gilt es insbesondere, Prozesse der Aus- grenzung, Vorverurteilung und Stigmatisierung von Jugendlichen zu verhindern oder zu verringern. Entsprechend ist die Förde- rung gesellschaftlicher Akzeptanz und Toleranz gegenüber Ju- gend und Jugendkultur und umgekehrt zu fördern. Ziel der Projekte ist, insbesondere die Zielgruppen der nicht an- gebundenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flücht- lingsstatus zu erreichen und diesen den Zugang zur Infrastruktur des Sozialraumes und damit der gesellschaftlichen Teilhabe zu ermöglichen, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern (Heranführung an die Regelsysteme). Aufgrund der individuellen Multiproblemlagen der Zielgruppe ist eine individuelle Begleitung des Einzelnen nötig. Nachhaltiges Wirken und Veränderung von Verhaltensweisen und Ansichten durch eine frühzeitige Unterstützung der Kinder, Jugendlichen und Familien durch Beziehungsarbeit, Beratung, Information und Begleitung; Verbesserung der Integration in den Stadtteil und darüber hinaus ist ein weiteres Ziel. Eine Vernetzung und Einbindung in bestehende Strukturen vor Ort, z.B. in die Jugendeinrichtung, den Sportverein etc. wird zu- sätzlich angestrebt. Indikatoren - Anzahl der Kontakte differenziert nach Zielgruppen, - Dokumentation der Themen von Jugendlichen und ihrer Bearbeitung, - Zahl der Vermittlungen zu sonstigen unterstützenden An- geboten/ Kooperationspartnern, - Zahl der Vermittlung in Qualifizierungsangebote oder Ausbildung - Vermittlung in bestehende Institutionen Kosten Für das Projekt im Sozialraumgebiet Meschenich und Rondorf werden folgende Kosten angesetzt: Personalkosten: 1 Stelle Projektleitung kleine und mittlere Projekte 86.460 € pro Jahr / 172.920 € für 2 Jahre Sachkosten: Sachkosten enthalten Honorar- und Materialkosten 40.800 € pro Jahr / 81.600 € für 2 Jahre Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 83 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten: 254.520 € Davon 2017: 127.260 € Davon 2018: 127.260 € Projektlaufzeit/ Zeitraum Laufzeit 24 Monate 01. 2017 bis 12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin- derinteressen und Jugenförderung Förderung ESF-Einzelprojekt Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Das mobile Angebot wird in enger Abstimmung mit den Akteuren im Sozialraum konzipiert. 84 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 1.0.7 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln in Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Die Abfrage bei Trägern der freien Jugendhilfe in der Stadt Köln zu Handlungsnotwendigkeiten im Handlungsfeld „Früh anset- zende Hilfen“ hat als einen wichtigen Handlungsbedarf das Thema „Professionalisierung des Systems durch Qualifizierung“ ergeben. Dies gilt aufgrund der spezifischen Ausgangslage auch für den Sozialraum Meschenich und Rondorf. Dabei sind sowohl Setting-interne Qualifizierungsangebote in- nerhalb der Kinder- und Jugendhilfe als auch Setting- übergrei- fende Angebote mit kooperierenden Systemen wie Kita, Famili- enzentren, Schule, Übergangssystem Schule / Beruf, Prävention als Bedarfe genannt worden. Entsprechende übergreifende Qualifizierungsangebote sind bis- her nicht verfügbar, bieten aber große Chancen hinsichtlich der Optimierung von Präventionsketten durch besser aufeinander ausgerichtete Teilsysteme. Gleichzeitig soll über die Qualifizierungsoffensive ein Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit geleistet werden. Es sollen sowohl die vorhandenen Fachkräfte- potenziale gestärkt und weiterentwickelt werden, als auch Auf- stiegsmöglichkeiten der Beschäftigen zu Fachkräften durch Fort- bildungen verbessert werden. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projektes soll eine Qualifizierungsoffensive rea- lisiert werden, die sozialräumliche Bezüge – hier für den Sozial- raum Meschenich und Rondorf – ebenso wie eine gesamtstädti- sche Ausrichtung umfasst. Die Qualifizierungsinhalte lassen sich dabei in fachübergreifende Themen (z.B. Projektmanagement) und fachspezifische Inhalte (z.B. Kindeswohl) unterscheiden. Um über die Setting-übergreifenden Qualifizierungen einen Bei- trag zur Stärkung der sozialräumlichen Präventionsketten zu er- reichen, wird innerhalb des Curriculums ein Schwerpunkt in der Durchführung von Qualifizierungen in den Sozialräumen unter Einbeziehung der jeweils vor Ort aktiven Kooperationspartner liegen. Setting-interne Qualifizierungen werden zentral umge- setzt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in den folgenden Arbeits- paketen: − Ermittlung des Qualifizierungsbedarfes aller relevanten Akteure − Entwicklung eines bedarfsgerechten Qualifizierungskon- zeptes − Umsetzung und Durchführung des Qualifizierungskon- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 85 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zeptes − Evaluierung der durchgeführten Qualifizierung Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrategie der Stadt Köln im Integrierten Handlungskonzept Starke Veedel –Starkes Köln zunächst in Form einer Pilotphase in den folgenden Sozial- räumen . − Mülheim-Nord / Keupstr. + Buchheim /Buchforst − Meschenisch / Rondorf − Blumenberg / Chorweiler / Seeberg Nord Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausweitung der Qualifizierungsoffensive auf die weiteren Sozialräume: − Porz-Ost / Finkenberg / Gremberghoven / Eil − Bickendorf / Westend / Ossendorf − Bilderstöckchen − Bocklemünd / Mengenich − Höhenberg / Vingst − Ostheim / Neubrück − Humboldt / Gremberg / Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitnah auf alle Sozialräume übertragen werden können. Die Übertragung auf alle 11 Sozialräume ist zwingend erforder- lich, da angesichts der dezentralen, bezirklich ausgerichteten Strukturen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Köln nur so sichergestellt werden kann, dass das gesamte System und nicht nur einzelne Akteure qualifiziert werden. Mögliche Themenschwerpunkte der Qualifizierungsoffensive auf der Grundlage der Bedarfsabfrage: − Armutssensibles Handeln in der Offenen Kinder- und Ju- gendarbeit − Sprachförderung − Anerkennung und Sichtbarmachung Non-formaler Bil- dungsprozesse − Interkulturelles Lernen − Netzwerken und Projektmanagement − Berufswahlorientierung in der Jugendarbeit − Primärpräventive Suchtberatung − Bewegung, Ernährung und Stressregulation in Kinder- 86 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und Jugendeinrichtungen − Digitalisierung und Medienpädagogische Präventionsar- beit − Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung − Ökologische Bildung (z.B. Urban Gardening) − Kulturelle Bildung − Inklusion Zielgruppe − Beschäftigte in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Köln − Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Familienzentren − Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich − Träger des Offenen Ganztags − Träger im Übergangssystem Schule / Beruf − Träger im Präventionsbereich Ziele Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbesserung Übergangsmanagement –Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Stärkung der vorhandenen Fachkräftepotenziale und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit als Fachkräfte durch Fortbildungen Projektziele − Kompetenzstärkung der handelnden Akteure durch Vermittlung praxisrelevanter Fortbildungsinhalte − Stärkung der sozialräumlichen und gesamtstädti- schen Präventionsstrukturen durch bessere Kenntnis- se über die Arbeitsfelder benachbarter Professionen und damit einhergehend weitere wissensbasierte Vernetzung aller Akteure − Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kin- der- und Jugendarbeit Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Setting-internen und übergrei- fenden Qualifizierungen − Anzahl der Teilnehmenden − Relevanz der Qualifizierungsinhalte für die berufliche Praxis (auf der Grundlage der Teilnehmenden- Befragung) Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 87 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für den Sozialraum Meschenich und Rondorf pro Jahr 2 Jahre Stel- lenan- teile für den Sozial- raum anteilige Kosten Personalkosten 1 Stelle Koordination (Projektleitung kleine Projekte) 86.460 € 172.920 € 0,09 15.720 € 0,5 Stelle Assistenz 29.490 € 58.980 € 0,05 5.362 € Personalkosten gesamt: 231.900 € 231.900 € - 21.082 € Davon Haushaltsjahr 2017: 115.950 € - 10.541 € Davon Haushaltsjahr 2018: 115.950 € - 10.541 € Sachkosten Honorare Dozentinnen und Dozenten 22.500 € 45.000 € - 4.091 € Materialien für Fortbildungen 3.000 € 6.000 € - 545 € Raummieten für Fortbildungen 6.500 € 13.000 € - 1.182 € Sachausgaben gesamt: 64.000 € - 5.818 € Davon Haushaltsjahr 2017: 32.000 € - 2.909 € Davon Haushaltsjahr 2018: 32.000 € - 2.909 € Gesamtkosten Davon Haushaltsjahr 2017: Davon Haushaltsjahr 2018: 295.900 € 147.950 147.950 - 26.900 € 13.450 € 13.450 € Projektlaufzeit / Zeitraum 2 Jahre / 24 Monate 01.01.2017 – 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie / Offene Kinder- und Jugendarbeit Förderung − ESF − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 88 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer. Nr. 1.0.12 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Ju- gendintegrationskursen im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Zunehmend reisen Jugendliche ab 16 Jahren neu zu, entweder als Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthaltsstatus oder viel- fach aus Südosteuropa. In der Regel verfügen sie weder über Schulabschlüsse noch über die erforderlichen Deutschkenntnisse, um Schulabschlüsse in absehbarer Zeit erreichen zu können. Durch die geringen Deutschkenntnisse besteht darüber hinaus ein sehr erschwerter Zugang zu Praktikumsplätzen oder gar zum Arbeitsmarkt. In den Sozialraum Meschenich und Rondorf sind in 2013 / 2014 insgesamt 146 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren neu zugewandert 12. Die Chancen auf kurzfristige Aufnahme in ein Regelsystem zur Verbesserung der Bildungs- und Berufsperspektive sind der Zielgruppe entweder nicht kurz- fristig möglich oder strukturell nicht zugänglich. Den persönli- chen und gesellschaftlichen Folgen fehlender Perspektiven kann mit dem kurzfristig zugänglichen Angebot der Jugendintegrati- onskurse präventiv begegnet werden. Projektbeschreibung Projekt-/Aufgabenbeschreibung Der Zugang zu bestehenden Jugendintegrationskursen wird den Jugendlichen ermöglicht, die keinen Anspruch auf eine BAMF- (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) geförderte Maßnahme haben, und nicht im Regelsystem Schule einen Platz finden. Zur Teilnahme erteilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Köln einen Gutschein für den Jugendintegrationskursträger, der ent- sprechend seine Kosten von ca. 3.000 €/ Teilnehmendem ab- rechnet. V orangegangen ist eine Einzelfallprüfung und -entscheidung durch das KI Köln. Bestehende Jugendintegrationskurse werden durch diese Maß- 12 Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist in der Gesamtschau für die Sozialräume ein deutli- cher Anstieg dieser Bevölkerungsgruppe zur verzeichnen. So sind 2015 insgesamt 184 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren nach Meschenich und Rondorf zugewandert. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 89 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ nahme für die beschriebene Zielgruppe geöffnet. Die Maßnahme ist ein wirksamer Teil der Präventionskette im Bereich (Aus-) Bildung und Beruf. In 3 obligatorischen Modulen á 300 Std. werden die Jugendli- chen und jungen Erwachsenen in die Lage versetzt, mit der Sprache und den Lebensverhältnissen im Bundesgebiet so ver- traut zu werden, dass sie ohne Hilfe oder Vermittlung Dritter in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens selbstständig han- deln können. Sie − werden durch fachliche Kenntnisse auf ein zukünftiges Weiterlernen in einer schulischen oder beruflichen Bil- dungseinrichtung oder in einem Betrieb vorbereitet − werden mit dem Ziel der Ausbildungs- und Berufsvorbe- reitung mit dem Schul- und Ausbildungssystem vertraut gemacht − erwerben und erweitern Allgemeinwissen zu verschiede- nen Bereichen des Lebens in Deutschland wie Gesund- heitswesen, Alkohol- und Drogenprävention, Ein Orientierungskurs über 60 Std. vermittelt Kenntnisse und Verständnis zu deutschen rechtsstaatlichen Zusammenhängen, Rechten, Pflichten und zu interkultureller Kompetenz. Während des Jugendintegrationskurses werden die Teilneh- menden durch Jugendmigrationsdienste und die Kursträger selbst beraten. Der Übergang in weiter führende Bildung und Ausbildung bzw. den Beruf soll nahtlos gesichert werden. Zielgruppe Neu Zugewanderte zwischen 16 und 25 Jahren ohne Anspruch auf BAMF- finanzierte Jugendintegrationskurse, die entweder im Sozialraum wohnen, einen Jugendintegrationskurs besuchen können oder dort ihre sozialen Bezüge haben. Ziele Verbesserung der Integrationschancen in das Schul- und Aus- bildungssystem und in den Arbeitsmarkt. Indikatoren Zahl der von der Zielgruppe abgeschlossenen Jugendintegrati- onskurse Kosten Sachkosten Die Kosten für einen Jugendintegrationskurs belaufen sich aktu- ell auf 3,10 €/Std. Für 960 Std. ergeben sich Gesamtkosten von 2.976 € pro Kursplatz. Für 20 angestrebte Plätze /Jahr im Sozialraum betragen die Pro- jektkosten 59.520 €/Jahr, auf 2 Jahre sind dies 119.040 €. 90 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Personalkosten Mit der Projektabwicklung ist ein zusätzlicher Personalmehrbe- darf verbunden. Als Teilprojekt ergänzend zu den Sozialräumen Blumenberg/Chorweiler/Seeberg und Buch- heim/Buchforst/Mülheim-Nord/Keupstr. entfallen 20% einer hal- ben Stelle „Projektmitarbeit“ ( ½ von 74.940 €/Jahr) auf diesen Sozialraum mit zusätzlich 7.494 €/Jahr und 14.988 € auf die Pro- jektlaufzeit. Gesamtkosten 134.028 Davon 2017: 67.014 Davon 2018: 67.014 Projektlaufzeit/ Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 - 31.12.2018 Eine Fortführung über den 31.12.2018 hinaus ist möglich und grundsätzlich gewünscht. Eine Weiterentwicklung der Maßnah- me ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststelle Diversity, Kommunales Integrati- onszentrum Förderung − ESF B1.2 Armutszuwanderung ggfs. als Einzelprojekte zur Integration Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 91 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.16 Handlungsfeld Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und En t- wicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräu- men; hier für den Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Die elf Sozialräume − Bickendorf, Westend und Ossendorf − Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord − Höhenberg und Vingst − Ostheim und Neubrück − Mülheim-Nord und Keupstr − Buchheim und Buchforst − Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil − Meschenich und Rondorf − Bilderstöckchen − Bocklemünd / Mengenich − Humboldt / Gremberg und Kalk weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mit niedrigem sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele junge Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von ganz unterschiedlichen Prob- lemen daran gehindert, eine eigene Lebensperspektive insbe- sondere im Hinblick auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickeln. Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwic k- lungsschritte z u gehen. Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten Kontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv und abweisend. Oft werden auch Alkohol bezi e- hungsweise illegale Drogen konsumiert. Ursache eines solches Verhaltens können psychiatrische s owie weitere Beeinträcht i- gungen oder Erkrankungen sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dieses müsste aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schulischen oder beruflichen Planung be- rücksichtigt werden. Unter Umständen wäre paral lel (oder vor- geschaltet) eine Behandlung / Therapie erforderlich, um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Diese jungen Menschen benötigen daher eine gezielte Unter- stützung von Menschen, die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verfügen und eng mit dem ps y- chiatrischen Hilfesystem zusammenarbeiten. Erfahrungswerte belegen, dass die jungen Menschen, die in ei- nem sozial benachteiligten Umfeld leben und zusätzlich eine psychische Beeinträchtigung aufweisen, einen sehr nied- rigschwelligen Zugang benötigen, um im Regelsystem anz u- 92 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ kommen. Daher wird eine zugehende Hilfe benötigt. Der sozia l- psychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, junge Menschen mit psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren Alltagskompe- tenzen zu stärken, die Betroffenen langfristig in das Regelsy s- tem anzubinden und den Übergang zu begleiten. Die aufsuchende Hilfe zeichnet sich dabei durch ein zugehendes und stark akzeptierendes Angebot aus, das immer dann erfo r- derlich ist, wenn Komm -Strukturen einer Beratungsstelle nicht greifen. In der Praxis bedeutet dies, dass die jungen Menschen überwiegend zu Hause aufgesucht werden, da sie häufig sozial zurückgezogen leben, keinen Peergroups angehören, weder die Angebote für Jugendliche und junge Erw achsene noch entspre- chende Institutionen nutzen oder sich an bekannten Hotspots ihrer Altersgruppe in der Stadt aufhalten. Diese Situation ist auch im Sozialraum Meschenich und Rondorf zu beobachten. Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmög- lichkeiten − Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere die Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einrichtungen, Job- center U25 und alle Akteure in den Sozialräumen vor Ort sind wichtige Kooperationspartner, da sie häufig Hinweise auf die Personen der bedürftigen Zielgruppe erhalten o- der in direktem Kontakt mit den Personen stehen (zum Beispiel Schulen, Kompetenzagenturen) Insbesondere bei vermuteten oder bestehenden psychiatrischen Prob- lemlagen kann das hier dargestellte Angebot von den K o- operationspartnern hinzugezogen werden beziehung s- weise eine Vermittlung erfolgen. − Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einzel- fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit, un- ter anderem wenn es um die Entwicklung einer berufl i- chen Perspektive geht. Sollte sich bei der Beratung eines Jugendlichen / jungen Erwachsenen durch das Jobcen- ter U25 eine sozialpsychiatrische Problematik abzeic h- nen, besteht im Rahmen der Kooperation die Möglichkeit, eine einzelfallbezogene Begleitung durch die hier darg e- stellte Maßnahme einzuleiten. − Streetwork der Jugendhilfe (siehe auch Maßnahme 1.05) Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot 1.0.16 besteht die Zielgruppe von Streetwork in der Regel aus Kindern und Jugendlichen, die sich an bekannten Hotpots aufhalten und sich dort mit Gleichgesinnten der Peer- group treffen. Daher sind im überwiegenden Fall die Ziel- gruppe von Streetwork und die Zielgruppe des hier dar- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 93 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gestellten Angebots nicht identisch. Wenn sich jedoch bei der einzelfallbezogenen Begleitung eines Jugendlichen / jungen Erwachsenen im Rahmen von Streetwork eine so- zialpsychiatrische Problematik abzeichnet, besteht im Rahmen der Kooperation beider Maßnahmen die Mög- lichkeit, dass die einzelfallbezogene Begleitung entspr e- chend an die hier dargestellte Maßnahme übergeleitet wird. − Gesundheitsamt Es gibt eine enge fachliche Kooperation des Angebots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des G e- sundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das best e- hende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische Dienst ist ein stadtweites Angebo t, das Hilfen und Beratung für E r- wachsene mit einer psychischen Erkrankung nach dem ÖGD und Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG). vorhält (zum Bei- spiel in Krisensituationen). Es handelt sich dabei in der Regel nicht um eine intensivierte und längerfristige B e- gleitung, sondern um eine situative Hilfestellung für aus- schließlich erwachsene Menschen. Das hier neu benöti g- te Angebot richtet sich hingegen auch an minderjährige junge Menschen mit in der Altersphase benötigten spezi- fischen Hilfestellungen – sobald der Bedarf auftritt oder bekannt wird. In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Probl e- matik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nicht be- wusst, dass gege benenfalls psychische Problemlagen vorliegen. Daher sehen sie keinen Grund, einen Fac h- dienst wie den Sozialpsychiatrischen Dienst oder einen niedergelassene Fachärztin / einen Facharzt aufzus u- chen. Die Angehörigen nehmen die Situation meist deutli- cher wahr . Ihnen ist aufgrund ihrer persönlichen Betro f- fenheit und (in der Regel) fehlender Fachkenntnisse j e- doch nicht möglich, die Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen zu motivieren, aktiv Hilfe zu suchen. Meist vergeht sehr viel Zeit, so dass die Betr offenen erst viel zu spät Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zw i- schenzeit ist unter Umständen keine gezielte Perspekti v- planung erfolgt oder Ausbildungs - oder Schulabbrüche passiert, da keine helfenden Maßnahmen begonnen wor- den sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrierend für die jun- gen Menschen ist und im Zuge einer umfassenden Hilf e- planung vermieden werden könnten. Die hier beschrieb e- 94 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ne Maßnahme, eine aufsuchende, speziell auf junge Menschen und schulische / berufliche Orientierung aus- gerichteten Hilfe m it einem besonders niedrigschwelligen Ansatz ist daher geeignet, einen Kontaktaufbau schrit t- weise einzuleiten. Darüber hinaus kann durch die Spezia- lisierung und den intensiven Kontakt zu Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobcenter U25, wirksamere und zielgerichtete Hilfen angeboten werden. Aufgrund der Vernetzung des hier beschriebenen Angebots in den S o- zialräumen und entsprechenden Institutionen wie zum Beispiel den Schulen, ist es unter anderem möglich, die betroffenen jungen Menschen überhaupt kennenzulernen. Dadurch kann frühzeitig präventiv eingeschritten und die Chronifizierung einer eventuell bestehenden Erkrankung vermieden werden. Projektbeschreibung − Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsang e- bot, sprichwörtlich abholende Begleitung beispielsweise beim Verlassen der Wohnung oder bei der Kontakthe r- stellung mit anderen Menschen, die eine sehr akzepti e- rende und langsam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf einer vertrauensvollen Beziehung beruht. − Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfristig Anbindung an die Regelangebote. Dabei ist es von größ- ter Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich verläuft und sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einze l- nen orientiert. Beispielhafte Aufgabendarstellung − Herstellung einer v ertrauensvollen Kontakts im Rahmen aufsuchender Tätigkeit − Entwicklung einer individuellen realistischen Perspektive, insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschäft i- gung, Ausbildung Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf − Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen Instit u- tionen − Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen Regel- systems Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der erstmalig in Köln erprobt wird. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 95 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgeführter Projekte in anderen Städten, zum Beispiel „Achtung -Fertig-Los!“ in Vel- bert, mit ähnlichen Zielsetzungen zurückgegriffen werden. Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre Ziele Operative Ziele − Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit be- darfsgerechten Zugängen und Angebotsformen Projektziele − Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsg e- rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychische Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angebo- ten gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regelan- gebote. − Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik werden individuelle Ziele mit der Perspektive beruflic her und / oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt. − Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angeboten wie zum Beispiel Veedelscenter (3.0.7), U25, Jobcenter, Schulsozialarbeit (siehe oben) wird der Übergang für die Betroffenen ins Regelsystem erleichtert. − Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Menschen aus den elf Sozialräumen mit psychischen Problemlagen begleitet und je in mindestens ein Angebot vermittelt wer- den, das einen weiteren Schritt in Hinblick auf die berufl i- che Perspektive bedeutet. Dieses Angebot kann je nach individueller Problemlage im gesundheitlichen, schul i- schen, ausbildungs -, qualifizierungs - und/oder berufsbe- zogenen Bereich liegen. Indikatoren − Anzahl erreichter und beratener Personen − Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen 96 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Personalkosten 2 Vollzeitkräfte (Sozialarbeit / Sozialpädagogik) jeweils für das links- und rechtsrheinische Köln, herausgehobene Projektmitar- beit 81.300,00 € x 2 = 162.600,00 € pro Jahr / 325.200,00 € für 2 Jahre Kosten für die 11 Sozialräume: Sozialraum Anteil Personal- kosten in % im 1.Jahr in Euro im 2.Jahr in Euro gesamt Bickendorf, Westend und Ossendorf 15 24.390 24.390 48.780 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 15 24.390 24.390 48.780 Höhenberg und Vingst 10 16.260 16.260 32.520 Ostheim und Neubrück 5 8.130 8.130 16.260 Mülheim-Nord und Keup- str 5 8.130 8.130 16.260 Buchheim und Buchforst 5 8.130 8.130 16.260 Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 5 8.130 8.130 16.260 Meschenich und Rondorf 5 8.130 8.130 16.260 Bilderstöckchen 10 16.260 16.260 32.520 Bocklemünd / Mengenich 5 8.130 8.130 16.260 Humboldt / Gremberg und Kalk 20 32.520 32.520 65.040 Gesamt 100 162.600 162.600 325.200 Gesamtkosten: 325.200,00 € Davon Haushaltsjahr 2017: 162.600,00 € Davon Haushaltsjahr 2018: 162.600,00 € Gesamtkosten für den Sozialraum Meschenich und Ron- dorf: 16.260,00 € Davon Haushaltsjahr 2017: 8.130,00 € Davon Haushaltsjahr 2018: 8.130,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 2 Jahre / 24 Monate 01.01.2017 bis 31.12.2018 Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt Förderung ESF Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 97 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bemerkung Angabe des Fachamtes: Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Gesundheit, nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befindet sich jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Beglei- tung ein. Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass hier Men- schen erreicht werden, die neben möglichen psychosozialen Defiziten eine psychische Problematik aufweisen. Diese Men- schen benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes Angebot, da rein pädagogische Ansätze nicht mehr greifen. 98 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.17 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteilel- tern im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Bildungsberatung ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgrei- che Entwicklung und Umsetzung von ressortübergreifenden Prä- ventionsketten und Strategien gegen Armut und soziale Ausgren- zung, da sie Menschen zur Selbsthilfe und eigenverantwortlichen Lebensgestaltung befähigt. Bildungsberatung ist somit ein Schlüssel für die Verbesserung der Integration benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemein- schaft. Dabei wird das Verständnis der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zugrunde gelegt, wel- che Bildungsberatung als eine Dienstleistung zur Unterstützung von Individuen jeden Alters bei Bildungs- Ausbildungs- oder Be- rufsentscheidungen definiert. (OECD, 2004) Anhand der sozio-ökonomischen Eckwerte im Sozialraum Meschenich und Rondorf wird – wie auch in den weiteren zehn Kölner Sozialräumen – deutlich, dass der Bedarf an Angeboten zur Bildungs- und Sozialberatung über dem städtischen Durch- schnitt liegt. Die Erfahrung zeigt zudem, dass insbesondere für den niederschwelligen Zugang entsprechende Angebote in Form von einer Orientierungsberatung und Lotsenfunktion in Verbin- dung mit aufsuchender Beratung und Begleitung erforderlich sind, damit bildungsbenachteiligte Menschen in prekären Lebenslagen erreicht werden. Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und nieder- schwelliger Bildungsberatungsansatz im Veedel geschaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffner Funktion“ in Richtung Regelange- bot. Projektbeschreibung Modul 1: Bildungsberatungszentrum Basierend auf den Erfahrungen des Bildungsberatungszentrums Mülheim wird zur nachhaltigen Verbesserung des Zugangs zu Bildungs(beratungs)angeboten für bildungsbenachteiligte Ziel- gruppen der Aufbau und Betrieb eines träger- und Setting über- greifenden Bildungsberatungszentrums (BB-Zentrum) mit vier Standorten als zentrale „Anlaufstellen“ im Sozialraum vorgese- hen. Vorgesehen ist der Aufbau der Bildungsberatungszentren an fol- genden vier Standorten: - Mülheim-Nord / Keupstr. + Buchheim /Buchforst Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 99 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Meschenich / Rondorf - Blumenberg / Chorweiler / Seeberg Nord / Bickendorf / Westend / Ossendorf / Bilderstöckchen / Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg / Vingst / Ostheim / Neubrück / Humboldt / Gremberg / Kalk / Porz-Ost / Finkenberg / Gremberg- hoven / Eil Durch diese räumliche Verteilung ist die gute Erreichbarkeit für alle Sozialräumen sichergestellt. Nach Priorisierung der zentralen Beratungsanliegen in Form einer Orientierungsberatung durch die Beratenden (zum Beispiel Kita / Schule, Ausbildung, Familie, Gesundheit, Arbeit) begleiten die Stadtteileltern dann bei der Kontaktaufnahme mit den Unterstüt- zungsstrukturen des Regelsystems, übersetzen und helfen beim Ausfüllen von Formularen. Die zentralen Beratungsinfrastrukturen profitieren dabei von den Zugängen der Stadtteileltern in bestimmte Communities / Ziel- gruppen und den Ressourcen für Begleitung und Übersetzungen. Die Stadtteileltern profitieren von dem Erfahrungsaustausch mit den Beratenden und der Anbindung an eine zentrale Infrastruktur, die auch von ihnen genutzt werden kann. Gleichzeitig können Beratende und Stadtteileltern einzelfallbezo- gene Fragen gemeinsam klären und gemeinsam Fortbildungen wahrnehmen. Grundprinzipien des BB-Zentrums − Die Arbeit des BB-Zentrums ist vernetzt mit den relevan- ten Akteuren im Einzugsbereich, auf gesamtstädtischer, Landes- und Bundesebene − Beratung ist kostenlos für Ratsuchende − Beratungsformen sind Präsensberatung, telefonische Be- ratung, Online Beratung sowie aufsuchende nied- rigschwellige Beratung durch Stadtteileltern − Beratende sind fachlich qualifiziert und nehmen an einem Weiterbildungsprogramm teil − Beratung erfolgt trägerneutral und qualitätsgesichert − Öffnungszeiten sind zielgruppenorientiert − Zugangswege sind niederschwellig − Datenschutz ist sichergestellt − Zugang ist möglichst barrierefrei − Gender Mainstreaming und interkulturelle Mainstreaming- Prinzipien werden in der Beratung angewandt 100 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Organisationsstruktur Ein BB-Zentrum ist in gut erreichbarer Lage an zentrale Versor- gungsstrukturen und Bildungssettings (Familienzentren, Ganz- tagsschulen, Jugendeinrichtungen, Bezirksrathäuser, Bürgerzen- tren) angebunden. Durch die Anbindung an bestehende Infrastrukturen werden Sy- nergieeffekte genutzt und eine bestmögliche Erreichbarkeit für die Bewohnerinnen und Bewohner sichergestellt. Das BB-Zentrum ist von seiner Konzeption her als offene Ser- vice-Infrastruktur angelegt, in der Beraterinnen und Berater Bera- tungsanfragen an die jeweils fachkompetenten Stellen vor Ort oder auf gesamtstädtischer Ebene weiterleiten. Der Lotsenfunkti- on kommt eine hohe Bedeutung zu und durch die Klärung von Beratungsanliegen wird die Funktion einer Orientierungs- oder Erstberatung nach dem Subsidiaritätsprinzip erfüllt. Zu Fragestellungen, zu denen bisher keine oder nicht ausrei- chende Beratungsinfrastrukturen verfügbar sind, erbringen die BB-Zentren selber die erforderlichen Beratungsleistungen. Ziel ist es, ein umfassendes Bildungsberatungsangebot entlang der Lebensbiografie für alle Bewohnerinnen und Bewohner vor- zuhalten. Als Stammpersonal sind in jedem BB-Zentrum 1,5 bis 2 feste Beratende tätig. Ergänzt wird das Beratungsangebot durch Hono- rarkräfte. Alle Kooperationspartner verpflichten sich zur Einhal- tung von Mindest-Qualitätsstandards in der Beratung entspre- chend den Vorgaben des Kölner Netzwerkes Qualität in Beratung (QiB Köln). Im Rahmen eines Qualitätsmanagements werden Beratungen dokumentiert und bewertet, Kunden befragt und Fortbildungen sowie Zertifizierungen ermöglicht. Dies bildet die Grundlage für ein Monitoringsystem, welches als Frühwarnsystem eingesetzt wird. Es ist geplant, einen Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Köln, Beratungsstellen, Wissenschaft und Wirtschaft zur Begleitung die Arbeit des BB-Zentrums einzurichten. Das BB-Zentrum bietet durch die Bereitstellung einer räumlich / technischen Infrastruktur einen infrastrukturellen und organisato- rischen Rahmen für die folgenden Setting übergreifenden Hand- lungsfelder. − (Aufsuchende) Bildungsberatung entlang der Bildungsket- te − Frühkindliche Bildung − Jugendhilfe/ Offene Kinder- und Jugendarbeit − Familienbildung − Weiterbildung und Qualifizierung Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 101 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Beratung zur beruflichen Entwicklung − Beratung zu Grundbildung und Alphabetisierung − Beratung zu Sprachförderung − Beratung von südosteuropäischen Armutszugewanderten − Gesundheitsbildung und Prävention Kooperationsstrukturen für folgende Arbeitsschwerpunkte sollen in der ersten Projektphase etabliert werden: − Schullaufbahnberatung − Übergang Schule / Beruf und Studium − Ehrenamt und Seniorenbildung − Beratung für Soziales (Leistungsbezug, Wohnen, Schuld- nerberatung) Modul 2: Stadtteileltern Eine Besonderheit des BB-Zentrums ist die Einbindung des Teil- projektes „Stadtteileltern“, durch das die Sicherstellung nied- rigschwelliger Zugänge in die Zielgruppen gewährleistet wird. Hierfür werden die bestehenden „Stadtteilmütter-Projekte“ zu einem Stadtteileltern-Projekt weiterentwickelt. Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 wird sich an den beiden folgenden Prinzipien orientiert: − Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrationshin- tergrund − Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilväter Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weiterentwick- lung der bisherigen Stadtteilmütter-Projekte in ein dreistufiges Qualifizierungsmodell mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Arbeitsmarktintegration: − Qualifizierung zur Stadtteilmutter / zum Stadtteilvater Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durch die VHS Köln und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und ca. 20 Unterrichtseinheiten / Woche. Vermittelt werden Kenntnisse in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales sowie Basiswissen in der Beratung. Die Stadt- teileltern unterstützen Familien in Fragen zu diesen The- men und fungieren als Lotsen zu Fachberatungsstellen und dem Regelsystem. − Praxiseinsatz als Stadtteileltern (18 bis 24 Monate) Stadtteileltern informieren in vielen Sprachen über För- dermöglichkeiten ihrer Kinder in der Schule, nennen An- sprechpersonen für eine familiäre Unterstützung und be- raten bei gesundheitlichen Themen oder beim Übergang 102 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Schule und Beruf. Sie leisten in ihrem Veedel praktische Integrationsarbeit − Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt (6 bis 12 Monate), z.B. o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen o Haushaltsnahe Dienstleistungen o Alltagsassistenz – z.B. in Wohngruppen für De- menzkranke o Pädagogische Hilfskraft, z.B. für den Einsatz in ei- ner Offenen Ganztagsschule o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen/ Pa- tientenlotsin Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtteileltern durch kooperierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei eini- ge Sozialräume für das Stadtteileltern-Projekt zusammengefasst werden. An diese vier Standorte werden die acht Stadtteileltern- projekte, die von Trägern vor Ort koordiniert werden, angebun- den, so dass eine Kombination aus „Komm“-Strukturen und auf- suchender Arbeit realisiert wird. Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den Stadtteileltern werden Beratungs- und Begleitungsangebote wirk- sam miteinander verbunden. Es ist geplant, dass die Universität zu Köln / Humanwissenschaft- liche Fakultät wird das Projekt „Stadtteileltern“ wissenschaftlich unter der Fragestellung begleiten, welche Auswirkungen der Ein- satz von Stadtteileltern auf Wissensbestände und Verhaltens- muster der begleitenden Familien hat. Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den beste- henden Strukturen Das Projekt etabliert eine Verweis- und Lotsenstruktur, durch die der Regelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft gestärkt wird und Menschen, die bisher Beratungsangebote in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit nicht oder nur in unzureichen- dem Maße in Anspruch genommen haben, an diese Strukturen herangeführt werden. Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuchenden und dezentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamtstädtischen Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastruktu- rellen Ebene durch die Einbindung der beratenden Einrichtungen niedrigschwellige quartiersbezogener Beratungsnetzwerke, die auf Dauer angelegt sind. Die enge Kooperation mit den Projekten Grundbildung im Veedel (vergleiche Projektnummer 1.0.20), Familienbildung sowie den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenzagenturen und Bildungs- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 103 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ trägern im Sozialraum ist wesentlicher Projektbestandteil. Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratungs- netzwerken wie z.B. Netzwerk früher Hilfen, NEIS, AK Vernetzte Beratung, Netzwerke der Weiterbildung, etc. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte − Erwachsene − Familien − Kinder und Jugendliche Ziele Operative Ziele − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze Projektziele Mit dem BB-Zentrum (Modul 1) soll im Sozialraum eine träger- und projektübergreifende Beratungsinfrastruktur aufgebaut wer- den, um so benachteiligte Sozialräume und bildungsbenachteilig- te Bewohnerinnen und Bewohner, besonders von Armut Be- troffene wie Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen, zu stabilisieren und zu unterstützen. Im Themenkomplex „Stadtteileltern“ (Modul 2) stehen zudem fol- gende Ziele im Vordergrund: − Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern in den durch Stadtteileltern unterstützten Fa- milien − Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskompe- tenzen von Eltern in den durch Stadtteileltern unterstütz- ten Familien − Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteileltern Das Projekt schließt mit seinen Beratungsangeboten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infra- strukturellen Ebene durch die Schaffung niedrigschwelliger quar- tiersbezogener Unterstützungsstrukturen, die auf Dauer angelegt sind. Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter IP 9 (b) formu- lierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemein- 104 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ schaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung. Indikatoren − Anzahl der erfolgten Beratungen − Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht, Al- ter, Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass − Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stellen − Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltungen − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen − Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Familien − Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltenswei- sen bei den unterstützten Familien (Erziehungskompe- tenz, Orientierungswissen, Integration) − Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stadt- teileltern Kosten Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 105 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektlaufzeit / Zeitraum Projektlaufzeit Kölner Bildungsberatungszentrum: 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Projektlaufzeit Stadtteileltern: 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung in Kooperation mit Amt für Kin- der, Jugend und Familie Förderung EFRE Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung 165.000 € Drittmittel für das Teilprojekt Stadtteileltern werden durch eine Stiftung bereitgestellt. Eine schriftliche Finanzie- rungszusage liegt vor. 106 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 1.0.19 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schu- len im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganz- tags im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Die Familie ist für jedes Individuum die erste und gleichzeitig nachhaltigste Sozialisationsinstitution. Als zentraler Ort des Auf- wachsens und der Identitätsbildung stellt sie für Kinder den ge- sellschaftlichen Mikrokosmos kultureller Leitbilder dar. Jeder Mensch erfährt in der Familie soziale Normen, Geborgenheit und intensive Beziehung. Familie symbolisiert den Wunsch nach per- sönlichem Glück. Jeder Mensch hat eine Familie, jeder braucht sie von Geburt an bis ins hohe Alter. − Bislang wurden keine vergleichbaren Ansätze auf ge- samtstädtischer Ebene realisiert. − Das Projekt wurde in der AG § 78 SGB VIII Familienbil- dung entwickelt. − Projektspezifische Einwohnerdaten der Jugendhilfepla- nung (Stand 31.12.2014) begründen den räumlichen Be- darf für den Sozialraum Meschenich und Rondorf: Kölnberg Einwohner insges. 3221, 0-3jährige 128, 3-6jährige 141, 6- 10jährige 169, 10-15jährige 227, 0-15jährige gesamt 665, Ein- wohner mit Migrationshintergrund 2832, Haushalte mit Kindern 370, Alleinerziehende 63, Arbeitslosenquote insgesamt 24,1% Meschenich neu und alt Einwohner insges.4321, 0-3jährige 214, 3-6jährige 72, 6- 10jährige 84, 10-15jährige 259, 0-15jährige gesamt 661, Ein- wohner mit Migrationshintergrund 806, Haushalte mit Kindern 169, Alleinerziehende 73, Arbeitslosenquote insgesamt 10,0 Rondorf Einwohner insges.9445, 0-3jährige 88, 3-6jährige 370, 6- 10jährige 355, 10-15jährige 446, 0-15jährige gesamt 1257, Ein- wohner mit Migrationshintergrund 2411, Haushalte mit Kindern 1026, Alleinerziehende 203, Arbeitslosenquote insgesamt 4,5% Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 107 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Eingebettet in lokale Strukturen wird ein breit gefächertes Unter- stützungssystem aufgebaut, das Familien fördert und aktivieren- de Impulse im Gemeinwesen setzt. Damit werden sowohl Bil- dungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern gefördert als auch Eltern und Familien unterstützt. Unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunft werden allen Kinder und Jugendlichen positive Zukunftschancen eröffnet. Bildung und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern werden von Geburt bis zur Ausbildung gefördert. Jedes Kind soll körperlich und seelisch gesund im Arbeitsleben an- kommen. Es wird eine Präventionskette (weiter-)entwickelt, die bereits be- stehende Maßnahmen und weitere notwendige Maßnahmen ein- schließt und miteinander verbindet. Mit dieser Präventionskette werden Schutzfaktoren gefördert und Risikofaktoren vermindert. Die Präventionskette muss die verschiedenen Stationen und Ein- flussfaktoren in der Entwicklung der Kinder in den Blick nehmen. Risikoanfällig sind vor allem Übergänge zwischen den einzelnen Lebens- und Erziehungsphasen (Transitionen). Hier setzen die Familienbildungsangebote an. Methoden Offene Sprechstunden, Eltern-Kind-Kurse, Elternkompetenztrai- nings, Elternseminare, Elterncafés, Nachbarschaftshilfen und haushaltsnahe Dienstleistungen, Elternbildungsprogramme „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschu- le“, FuN (Familie und Nachbarschaft) sowie Qualifizierungen für Erzieherinnen, Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen im offenen Ganztag. Durchgeführt werden die Projekte von Mitarbeiterinnen der Fami- lienbildung, die eine Zusatzqualifikation zur Elternbegleiterin (El- ternchance II) erfolgreich abgeschlossen haben. Sie verfügen über interkulturelle Kompetenz und sind in der Lage, nied- rigschwellige Zugänge zu erschließen mit den besonderen Schwerpunkten: - Elternkompetenz stärken: Bedeutung von Bildung, indivi- dueller Förderung und Bildungsverläufen vermitteln - Bildungsoptionen eröffnen: Angebote zur Bildungsbeglei- tung und -beratung einrichten - Schulwahl begleiten: Eltern bei diesen Entscheidungen Information anbieten - Diagnose stellen: Fähigkeiten von Kindern einschätzen und nach Bedarf Familien an andere Dienste vermitteln - Zusammenarbeit verbessern: Erziehungs- und Bildungs- partnerschaften zwischen Familien und Fachkräften in Kinderbetreuung und Schule fördern - Innovative Familienbildung etablieren: neue Formen und Inhalte der Eltern- und Familienbildung einrichten 108 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Netzwerke bilden: Zusammenarbeit mit anderen eltern- und kindbezogenen Einrichtungen stärken Die Angebote werden bei Bedarf bei interkultureller Zusammen- setzung der Teilnehmenden mit einer Doppeldozentur (mutter- sprachliche Fähigkeiten und Deutsch) durchgeführt, um sprachli- che Barrieren und Kommunikationshindernisse zu minimieren. Die Angebote „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschule“ basieren auf dem peer-to-peer Ansatz, die Evaluation der Angebote belegt ihre Wirksamkeit. Diese drei An- gebote werden in enger Abstimmung mit dem KI (Kommunales Integrationszentrum) als Fachdienststelle durchgeführt. Ein wichtiger Aspekt bei den Angeboten für Familien ist die ge- genseitige soziale Unterstützung, die Erfahrungen der gemein- sam verbrachten (Lern-) Zeit und der Austausch im Rahmen ei- ner geschützten Gruppe. Dienste und Angebote werden gebündelt, die Familien dringend benötigen. Hierzu zählen Bildung, Erziehung und Betreuung. Ein Beispiel für die Umsetzung der Präventionskette in Absprache mit der Sozialraumkoordination: Angebote für Schwangerschaft, Geburt, Mutterschutzzeit - Ganzheitliche Geburtsvorbereitung, - Begleitung bei der Geburt und Nachsorge Angebote im 1. Lebensjahr - Babynest, - Elterncafé 1. Lebensjahr, - Elternstart NRW, - Guter Start mit Baby ( haushaltsnahe Dienstleitung) Angebote im 2. bis 6. Lebensjahr - Elterncafé, - Griffbereit, - Gesund aufwachsen, - Rucksack in der Kita, - Eltern-Kind-Gruppen Angebote im 6. bis 10. Lebensjahr - Elternbegleiterinnen (Elternchance II), - Rucksack in der Grundschule, - Elterntraining (starke Eltern-starke Kinder, FuN), - Eltern-Kind-Gruppen, - Ferienschule Angebote ab dem 10. Lebensjahr - Elterncafés, Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 109 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Eltern-Kind-Gruppen, - Elterntrainings, Elternwerkstätten, - Rucksack in der Grundschule - Elternbegleiterinnen (Elternchance II), - Ferienschule Die Projekte sind mit der Sozialraumkoordination vorabbespro- chen. Über Familienzentren und Kitas, die bereits am Programm „Rucksack“ teilnehmen hinaus, bestehen im Sozialraum bereits Kontakte zu folgenden Einrichtungen, mit denen im Projekt ko- operiert werden soll: - Deutscher Kinderschutzbund (Träger KIWI - Zentrum für Frühförderung gGmbH - Kita Trinkebergstr. - Kita Brühler Landstr - Kita Auf der Fuhr - Kita Petersbergstr. - Caritas-Beratungszentrum - Sozialraumkoordination, - Beratung für Migranten, - Internationale Familienberatung, - Beratung für Familien aus Süd-Ost-Europa, - AK Kindergesundheit. Darüber hinaus sollen weitere Kooperationspartner gewonnen werden. Die Organisationsstruktur des Projektes gliedert sich in drei Be- reiche: Steuerung im Fachamt, im Sozialraum und Umsetzung im Sozialraum Zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Durchführung und Abwicklung des Moduls ist es notwendig, in einer Organisations- einheit die administrativen Aufgaben des Projektes zu bündeln und den Informationsfluss zu sichern. Die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt wird koordiniert und das Projekt nach außen vertreten. Zu diesen Aufgaben zählen die Geschäftsführung für das Pro- jekt: - Mittelbewirtschaftung - Vergaben - Verträge - Controlling - Evaluation, Dokumentation, 110 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Erstellen von Zwischen- und Endberichten - Koordination von Arbeitsgruppen - Vertretung des Projektes nach außen - Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt Zielgruppe Kinder, junge Erwachsene in der Familiengründungsphase, Müt- ter und Väter in prekären Lebenslagen, Bezugspersonen und Nachbarschaften Ziele Operative Ziele - Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen - Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt - Neue bedarfsgerechte Angebotsstrukturen entwickeln un- ter Berücksichtigung bewährter evaluierter Ansätze Projektziele Bei den gesetzten Zielen muss berücksichtigt werden, dass Fa- milien eine heterogene Zielgruppe sind, die sich differenziert durch eine Vielfalt von divergierenden Bildungsbarrieren, Part- nerschaftskonstellationen, ethnischen Abstammungen und un- terschiedlichen ökonomischen Grundlagen unterscheiden. - Entwicklung einer förderlichen Beziehung zwischen Eltern und Kindern - Entwicklung einer Erziehungspartnerschaft zwischen El- tern und pädagogischen Fachkräften. - Vermittlung von Kompetenzen, die Erwachsene und Kin- der brauchen, um unter den gegenwärtigen Bedingungen von Gesellschaft, Arbeit und Kindheit „Familie zu leben“ und die mit Familie verbundenen Aufgaben sicher, gelas- sen und mit Freude zu erfüllen. - Aktivierung und Beteiligung von Eltern Deswegen wird die Beteiligungsbereitschaft der Eltern an den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihrer Kinder ge- fördert. Es entsteht für die Familien eine sichtbare Ver- bindlichkeit und Verlässlichkeit der Angebote: Nieder- schwellige familienstärkende und – unterstützende Ange- bote und Hilfen für Eltern, Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. - Gesundheitsförderung Die Familie ist der früheste und aussichtsreichste Ort für die Prägung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen. Sie ist ebenso der Ort, an dem Fehlentwicklungen erkannt und alternative Lösungen entwickelt werden können. Vor diesem Hintergrund trägt die Gesundheitsförderung zu einer positiven Veränderung der Lebensqualität von Fa- milien bei, unterstützt die Entwicklung eines ganzheitli- chen Körper-bewusstseins und ermutigt, neue Hand- lungsalternativen umzusetzen. - „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch Information, Unterstützung Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 111 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und Begleitung Indikatoren Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Anzahl der durchgeführten Angebote, Evaluation durch regelmäßige Teilnehmerbefragung Kosten Personalkosten 1 Stelle Projektleitung großer Projekte 93.540,00 € pro Jahr / 187.080,00€ für 2 Jahre Bei einem Stundenumfang von 10 Std./Woche: 23.985 € pro Jahr ./. 47.969€ für 2 Jahre 1 Stelle herausgehobene Projektmitarbeit 81.300 € pro Jahr / 162.600 € für 2 Jahre Bei einem Stundenumfang von 10 Stunden 20.846 € pro Jahr ./. 41.692 € für 2 Jahre 1 Stelle Assistenz 58.980 € pro Jahr ./. 117.960 € für 2 Jahre Bei einem Stundenumfang von 10 Std./Woche 15.123 € pro Jahr ./. 30.246 € für 2 Jahre Personalkosten gesamt: 59.954 € pro Jahr ./. 119.908 € für 2 Jahre Davon Haushaltsjahr Hj. 2017: 59.954 € Davon Haushaltsjahr Hj. 2018: 59.954 € Sachausgaben Sachkostenbudget Marketing / Öffentlichkeitsarbeit (ggf. über Querschnittsbudget) 6.250 € pro Jahr ./. 12.500 € für 2 Jahre Davon Haushaltsjahr Hj. 2017: 6.250 € Davon Haushaltsjahr Hj. 2018: 6.250 € 112 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Programmkosten 5 Angebote pro Jahr Kosten je Angebot durchschnittlich insgesamt 6.820€ 6.620 € Honorarkosten 200€ Materialkosten Honorarkosten 33.100€ pro Jahr ./. 66.200€ für 2 Jahre Materialkosten 1.000€ pro Jahr ./. 2.000€ für 2 Jahre Kosten insgesamt 34.100 pro Jahr ./. 68.200 für 2 Jahre Davon Haushaltsjahr Hj. 2017: 34.100 € Davon Haushaltsjahr Hj. 2018: 34.100 € Gesamtkosten 100.304 € pro Jahr / 200.608 € für 2 Jahre Projektlaufzeit / Zeitraum 01.01.2017 bis 31.12.2018 (24 Monate) Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin- derinteressen und Jugendförderung Förderung − ESF − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Im Bereich früher Hilfen und der Bekämpfung von Armut werden die Angebote mit den Akteuren im Sozialraum zielgruppenspezi- fisch nach Bedarf entwickelt, soweit sie nicht bereits im Vorfeld abgestimmt wurden. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 113 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr.1.0.20 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Aktuellen Studien zufolge leben in Köln mehr als 100.000 funktio- nale Analphabetinnen und Analphabeten (ca. 16% der Deutsch sprechenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.) Davon sind max. fünf von hundert als Lernende in Alphabetisierungskursen angemeldet. Die Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Präventions- und Interventionsstrategien heterogene Zielgruppen und Prob- lemlagen berücksichtigen müssen, wobei Grundbildung eine ge- samtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe ist, die nicht nur im Alphakurs stattfindet. Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbe- zogener und niederschwelliger Ansatz geschaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffner Funktion“ in Richtung Regelangebot. Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Köln, die Universität zu Köln und die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. im Sommer 2014 das Kölner Zentrum für Grundbildung und Prävention ins Leben gerufen. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums sind: − Netzwerkarbeit unterstützen − Angebotsstrukturen weiterentwickeln − Zugangswege erschließen und systematisch nutzen − Präventionsstrategien etablieren Arbeitsgrundlage sind die Empfehlungen des Landesbeirates für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in NRW zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung, wobei im Rahmen des Pro- jektes „Gemeinsam für Grundbildung im Veedel“ die folgenden Empfehlungen von besonderer Bedeutung sind: − „Eine Grundbildungsoffensive zu initiieren − Grundbildung als Aufgabe von Schule zu fokussieren − Ressortübergreifendes Einbeziehen von Familie, vor- schulischen Einrichtungen, Schulen, Arbeitswelt, Ver- braucherschutz und politischer Bildung − Neue Zugänge und Formate zu ermöglichen…“ Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozialräumen und damit auch im Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ der Anteil der funktionalen Analphabeten noch einmal deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegt. Auch wenn hinsichtlich der Korrelation zwischen Grundbildungs- defiziten und wirtschaftlicher, politisch-kultureller und gesundheit- licher Benachteiligung die Datenlage noch nicht befriedigend ist, 114 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zeigen vorliegende aktuelle Studien, dass Grundbildungsdefizite in einem zirkulären Wirkungszusammenhang Ursache und Folge dieser Benachteiligungsformen sind. So weist die leo. – Level-One Studie (leo.-Studie) zur Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus deutliche Übereinstimmungen zwischen wirtschaftlicher Benachteiligung und funktionalem Analphabetismus auf, andere Studien kommen für politisch-kulturelle und gesundheitliche Benachteiligung und Grundbildungsdefizite ebenfalls zu stark ausgeprägten Zusam- menhängen („Literacy changes Lives" des National Literacy Trust, 2008). Funktionaler Analphabetismus „ist gegeben, wenn die schrift- sprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als selbstverständ- lich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden und gesellschaftliche Teilhabe zu garantieren.“ (Q: Alphabund 2010) Aktuelle Studien wie LEO Level One (2011) und PIAAC (2012) sehen dabei eine hohe Korrelation zwischen fehlenden grundle- genden Kompetenzen und Arbeitslosigkeit / SGB II-Bezug, prekä- ren Lebensverhältnissen, Überschuldung, Armuts- und Krank- heitsrisiko und Bildungsbenachteiligung in Familienstrukturen. Dabei ist, ähnlich wie bereits bei PISA, das erzielte Kompetenzni- veau in hohem Maße abhängig von der sozialen Herkunft. Projektbeschreibung Aufgabenverständnis: Durch die Verbindung von Praxis und Forschung im Bereich Grundbildung und Prävention soll die gemeinsame Entwicklung und kontinuierliche Bewertung der Wirkung von Interventionen ermöglicht und Grundbildungsarbeit als partizipativ geplante Hilfe zur Selbsthilfe und effektive und effiziente Intervention etabliert werden. Grundbildung umfasst in unserem Verständnis „Kompetenzen in den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftlicher Teilha- be, wie Rechenfähigkeit (Numeracy), Grundfähigkeiten im IT- Bereich (Computer Literacy), Medienkompetenz (Media Literacy), Gesundheitsbildung (Health Literacy), Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy) und Soziale Grundkompetenzen (Social Lite- racy).“ (Q: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2012) Damit ist Grundbildung eine Fähigkeit, die über die Lese- / Schreibkompetenzen hinausgeht, diese aber beinhaltet: Basierend auf den Erfahrungen der langjährigen Alphabetisie- rungs- und Grundbildungsarbeit der VHS Köln und der Projekte PAGES und CURVE, die im Rahmen des Bundesprogramms alphabund umgesetzt wurden, wird angestrebt, als Heranfüh- rungsstruktur zu den klassischen Alphabetisierungskursen und unter Bezugnahme auf den oben zitierten umfassenden Grund- bildungsbegriff, sozialräumlich verortete Grundbildungsangebote Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 115 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zu den Themen − Lese- und Schreibkompetenzen (Literacy) − Rechenfähigkeit (Numeracy) − Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy), − Medienkompetenz (Media Literacy) − Gesundheitsbildung (Health Literacy) − Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy) − Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy) zu entwickeln und umzusetzen. Umsetzung: Die Umsetzung des Projektes erfolgt in allen 11 Kölner Sozial- räumen, da die Bedarfslagen in Bezug auf verbesserte Grundbil- dungskompetenzen vergleichbar sind. Dabei wurde der im Monitoring Stadtentwicklung der Stadt Köln verwendete Index „Soziale Lage“ zu Grunde gelegt, der für die 11 Kölner Sozialräume besondere Handlungserfordernisse im ge- samtstädtischen Vergleich ausweist. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrategie der Stadt Köln im Integrierten Handlungskonzept Starke Veedel –Starkes Köln zunächst in Form einer Pilotphase in den folgenden Sozial- räumen. - Mülheim-Nord / Keupstr. + Buchheim /Buchforst - Meschenich / Rondorf - Blumenberg / Chorweiler / Seeberg Nord Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausweitung des Angebotes auf die weiteren Sozialräume: - Porz-Ost / Finkenberg / Gremberghoven / Eil - Bickendorf / Westend / Ossendorf - Bilderstöckchen - Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg / Vingst - Ostheim / Neubrück - Humboldt / Gremberg / Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitnah auf alle Sozialräume übertragen werden können und Strategien der Teil- nehmendengewinnung und Formatentwicklung zunächst in einer Teilgruppe erprobt werden können, bevor sie in der Fläche um- gesetzt werden. 116 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Geplante Vorgehensweise − Gewinnung von Lernenden für Grundbildungsangebote − T 0-Befragung: Erhebung der vorhandenen Wissensbe- stände und Verhaltensweisen der Lernenden − Entwicklung von modularen Curricula für die unterschied- lichen Literacy-Dimensionen − Umsetzung der Curricula in Kursen in den jeweiligen So- zialräumen − T 1-Befragung: Veränderung der Wissensbestände und Verhaltensweisen der Lernenden − Erarbeitung von Handreichungen für Dozentinnen und Dozenten als Grundlage einer Übernahme der Curricula- Inhalte in den Regelbetrieb wie z.B. in Alphabetisierungs- kurse und in beschäftigungsfördernde Maßnahmen Abgrenzung des ESF-Einzelprojektes zu den Programmen der ESF-Förderung Ausschlaggebend für das Vorhaben ist die Tatsache, dass über die bestehenden Alphabetisierungskurse nur max. 5 % der funk- tionalen Analphabeten erreicht werden. Gründe hierfür liegen u.a. in den zentralen Angebotsstrukturen, umfangreichen Curricula, Mindestteilnehmendenzahlen sowie verfügbaren Lernorten und Lernzeiten. Das Projekt „Grundbildung im Veedel“ ist den klassischen Alpha- betisierungskursen als - niedrigschwelliges - dezentrales - inhaltlich differenziertes Grundbildungsangebot vorgeschaltet und dient der Heranführung der Lernenden an die Regelstrukturen durch neue Angebote. Diese Angebote unterscheiden sich in Umfang und Format deut- lich von Alphabetisierungskursen im Regelangebot, da sie bei geringem Umfang der Lerneinheiten modular aufgebaut sind und darauf abzielen, kurzfristige Lernerfolge zu vermitteln. Grundbil- dungsangebote bieten eine Brücke, um auch wieder Zugänge zu Angeboten der Regelsysteme zu finden, etwa das Nachholen von Schul- oder Berufsabschlüssen oder die Teilnahme an Bera- tungs- und Bildungsangeboten. Erreichung der Zielgruppen: Die Gewinnung der Teilnehmenden erfolgt durch eine enge Ko- operation mit den sozialräumlichen Strukturen vor Ort, die gleich- zeitig auch als Lernorte in das Projekt eingebunden werden. Bei- spielhaft seien hier genannt: - Kitas / Familienzentren - Schulen Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 117 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Jugendeinrichtungen - Bürgerzentren - Migrantenorganisationen, z.B. Moscheevereine - Interkulturelle Zentren - Beratungsinfrastrukturen vor Ort Weitere Zugangsstrukturen und Lernorte werden im Projekt iden- tifiziert und für die Grundbildungsarbeit aktiviert. Des Weiteren erfolgt eine Kooperation mit Stadtteileltern- und Integrationslotsen-Projekten, um Teilnehmende für die Kursan- gebote durch aufsuchende Strukturen zu gewinnen. Ergänzt wird die die Teilnehmendengewinnung durch eine enge Kooperation mit Kölner Beratungsservice und Kölner Veedelscen- ter (KVC), den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenzagenturen und Bildungsträgern. Etabliert wird eine Verweis- und Lotsen- struktur, durch die Bildungs- und Sozialberatung auf Grundbil- dungsangebote verweist und umgekehrt aus Grundbildungsteil- nahme in Bildungs- und Beratungsangebote vermittelt. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte Bürgerinnen und Bürger mit Grundbil- dungsdefiziten in den 11 Sozialräume: − Erwachsene − Familien und − Jugendliche / Junge Erwachsene Ziele Operatives Ziel − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen Projektziel - Mit dem Projekt „Gemeinsam für Grundbildung im Veedel“ soll im Programmgebiet der elf Sozialräume eine Grund- bildungsoffensive gestartet werden, um so benachteiligte Stadtteile und bildungsbenachteiligte Bewohnerinnen und Bewohner, besonders von Armut Betroffene wie Alleiner- ziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migrati- onshintergrund durch die Möglichkeit des Erwerbs von all- tagsbezogenen Grundbildungskenntnissen zu stabilisieren und zu unterstützen. - Das Projekt schließt mit seinen Grundbildungsformaten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastrukturellen Ebene durch die Schaffung nied- rigschwelliger quartiersbezogener Grundbildungsnetzwer- ke, die auf Dauer angelegt sind. - Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention 118 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ unter IP 9 (b) formulierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vol- lem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Er- reichung dieser Zielsetzung. Indikatoren − Anzahl der entwickelten Grundbildungsformate − Anzahl der erreichten Lernenden nach Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund, Status (Kursteilnahmen) − Anzahl der realisierten Angebote − Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltungen − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Dozentin- nen und Dozenten − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Multiplika- torinnen und Multiplikatoren Kosten Projektlaufzeit / Zeitraum Laufzeit 24 Monate 01. 2017 bis 12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 119 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung Es ist geplant das Projekt in Kooperation mit Universität zu Köln und Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. (Kölner Zentrum für Grundbildung und Prävention) umzusetzen Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 120 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.21 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Ferienschulen im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Sprache ist das Medium und der Schlüssel zum Lernen in allen Fächern. Entsprechende Kompetenzen bilden eine Vorausset- zung für den Schulerfolg. Die Herausforderung in mehrsprachi- gen Klassen besteht darin, alle Kinder so zu unterstützen, dass sie die Schulsprache Deutsch möglichst gut und auch schnell beherrschen. Ferienschulen sind ein geeignetes Instrument, den Schulerfolg neu zugewanderter und sozial benachteiligter Kinder zu fördern. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projekts sollen 22 Ferienschulen an Grundschu- len im Programmgebiet der elf Sozialräume angeboten werden. Hierüber können bis zu 600 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Das Projekt setzt bei den Erfahrungen des Strukturförderpro- gramms MÜLHEIM 2020 an. Hier konnten in der Zeit von 2011 bis 2014 alle Grundschulen im Programmgebiet der elf Sozial- räume mit einem vergleichbaren modularen Konzept für eine Zu- sammenarbeit in dem Thema „Sprachförderung“ gewonnen wer- den. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrategie der Stadt Köln im Integrierten Handlungskonzept „Starke Veedel –Starkes Köln“ zunächst in Form einer viermonatigen Pilotphase in den folgenden Sozialräumen. - Mülheim-Nord / Keupstr. sowie Buchheim /Buchforst - Meschenich / Rondorf - Blumenberg / Chorweiler / Seeberg Nord Nach der Durchführung von je einer Ferienschule in den vier Pi- lotstandorten erfolgt die Ausweitung des Angebotes auf die weite- ren Sozialräume: - Porz-Ost / Finkenberg / Gremberghoven / Eil - Bickendorf / Westend / Ossendorf - Bilderstöckchen - Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg / Vingst - Ostheim / Neubrück - Humboldt / Gremberg / Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitnah auf alle Sozialräume übertragen werden können und didaktische und organisatorische Konzepte zunächst in einer Teilgruppe erprobt Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 121 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden können, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozialräume und damit auch im Sozialraum Meschenich und Rondorf der An- teil an Grundschulkindern mit besonderem Sprachförderbedarf noch einmal deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegt, da der Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshinter- grund höher und die sozio-ökonomische Lage der Familien schwieriger ist als in der Gesamtstadt. Während der Schulferien (Ostern / Sommer / Herbst) können Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf an ihrer Grundschule an einer kostenlosen Ferienmaßnahme teilnehmen, die auf die Verbesserung der Sprachkompetenzen in der Mutter- sprache und in der deutschen Sprache ausgerichtet ist. Während der Maßnahme werden die Kinder in Kleingruppen (sechs Kinder) von je zwei Lehramtsstudentinnen und -studenten betreut. Die Sprachförderung basiert auf der DemeK Methode. Charakteristisches Kennzeichen der Ferienschule ist die Verbin- dung von spielpädagogischen Elementen mit lebendiger Sprach- fördertätigkeit zur Verbesserung der alltags- und bildungssprach- lichen Kompetenzen. Den Abschluss der Ferienschule bildet am letzten Tag ein Ab- schlussfest, zu dem auch die Eltern und Geschwisterkinder ein- geladen werden. Im Rahmen des Ferienschulen-Konzeptes werden die teilneh- menden Grundschulen hinsichtlich der Optimierungsmöglichkei- ten für erfolgreiche mehrsprachige Unterrichtskonzepte beraten und unterstützt, so dass die Wirkung der Ferienschulen im Schul- alltag aufgegriffen und fortgeführt werden kann. Abgrenzung des Vorhabens zu Regelangeboten Bereits im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 konnten Fe- rienschulen nur durch die damals verfügbare Förderung realisiert werden, da keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten verfügbar waren. Vergleichbare kompetenzorientierte Angebote wie der TalentCA- MPus im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ richten sich an Schülerinnen und Schüler in der Sek. 1, haben nicht den klaren Fokus auf Sprachförderung und können somit nicht übertragen oder zur Finanzierung herangezogen werden. Ferienschulen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konzeption und Umsetzung erheblich von den Regelangeboten im Offenen Ganztag, da entsprechende Betreuungsschlüssel und organisato- rische Voraussetzungen im schulischen Regelbetrieb nicht reali- siert werden können. Gleichwohl wirken die Ferienschulen durch die vermittelten Kompetenzen in den schulischen Alltag und ge- ben in Kombination mit den Beratungsangeboten wichtige Impul- se für mehrsprachigen Unterricht in den beteiligten Grundschu- len. 122 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppen Schülerinnen und Schüler der beteiligten Grundschulen Beteiligte Grundschulen in den 11 Sozialräumen Lehramtsstudentinnen und -studenten Ziele Operatives Ziel − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze Projektziele Sprachliche Kompetenzen erweisen sich zunehmend als grund- legende Qualifikation für eine vollständige Teilhabe am gesell- schaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Ziel des Projektes ist es, mit einem umfassenden modularen Konzept die sprachliche Kompetenz von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte und Kin- dern aus sozial schwachen Familien zu fördern. Sprachförderung versteht sich im Rahmen der Projektumsetzung in einem doppel- ten Sinne: − als Förderung der Bildungssprache Deutsch im Deutsch- und Fachunterricht, da viele Schülerinnen und Schüler auch während der Schulzeit noch Deutschlerner sind − als Förderung der Herkunftssprachen (Schriftsprache) in Koordination mit dem Erwerb der deutschen Sprache als Anknüpfen an den Stärken der mehrsprachig aufwach- senden Migrantinnen und Migranten Ein weiteres Ziel ist die frühzeitige und umfassende Vermittlung von Praxiswissen für Lehramtsstudentinnen und –studenten, die in den Ferienschulen erfolgt. Indikatoren − Anzahl der beteiligten Grundschulen − Anzahl der erreichten Schülerinnen und Schüler − Anzahl der zum Einsatz kommenden Lehramtsstudentin- nen und -studenten Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 123 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung in Kooperation mit dem Kom- munalen Integrationszentrum. Es ist geplant, die positiven Umsetzungserfahrungen aus dem Strukturförderprogram MÜLHEIM 2020 mit den Kooperations- partnern Lernende Region – Netzwerk Köln e.V., Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) sowie dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln umzu- setzen. Förderung − Gegebenenfalls geeignetes Landesprogramm des MFLJS oder MSW oder des BAMF (Sprachkurse) − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 124 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.26 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Köln ist die viert -größte Stadt Deutschlands. Aufgrund ihrer Strukturen vor allem aber durch ihr tolerantes und offenes Stadtbild verfügt die Stadt über eine hohe Anziehungskraft s o- wohl bei Studierenden, Alleinlebenden, Familien und Personen aus dem Um - und Ausland. Aus diesem Grund zählt Köln auch zu einer der wachsenden Städte Deutschlands. Ein Faktor ist unter anderem der seit vielen Jahren anhaltende Zuzug von EU -Bürgerinnen und Bürger. An der Spitze der Köl- ner aus EU -Mitgliedsstaaten standen zum Stichtag 31.12.2015 Italiener (18.745), Polen (9.632) und Griechen (5.776). Bezüg- lich dieser Staatsangehörigen ist in den vergangenen Jahren ein moderater und relativ linearer Anstieg der Einwohnerzahlen zu verzeichnen. Seit dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007 ist die Zahl der gemeldeten EU-Bürgerinnen und Bürger aus den beiden Staaten deutlicher als bei allen anderen Zuwanderern aus den EU -Mitgliedsstaaten gestiegen. Zum 31.12.2015 hat sich die Zahl auf insgesamt 10.497 Menschen erhöht (6.548 Bulgaren, 3.949 Rumänen). Dazu gibt es in Köln eine nicht quantifizierbare Anzahl an EU -Bürgerinnen und Bürgern, insbe- sondere aus den beiden genannten Staaten, die nicht gemeldet sind, sich aber sowohl vorübergehend als auch regelmäßig in Köln aufhalten. Schon anhand der Meldedaten über Zuzüge und Fortzüge lassen sich hohe Fluktuationsquoten nachvollziehen, die 2014 bei rund 51 Prozent, in den Jahren 2011 bis 2013 s o- gar zwischen 65 und 70 Prozent lagen. Der Zuzug von Zugewanderten konzentriert sich nicht auf einige wenige Quartiere, sondern verteilt sich über das ganze Stadtg e- biet. Besonders betroffen sind dabei zwangsläufig die Gebiete und Quartiere, die mit vergleichsweise hohen Arbeitslosenquo- ten und entsprechend hohen Anteilen von Transferleistung s- empfängerinnen und - empfängern, noch relativ preisgünstigem Wohnungsbestand zu den benachteiligten Stadtteilen und - vierteln in Köln gehören. Hierzu zählt auch der Sozialraum Meschenich und Rondorf. Die Freizügigkeit innerhalb der EU gründet für alle EU - Bürgerinnen und -Bürger auf dem Recht zur Arbeitssuche und dem Aufenthaltsrecht sowohl zur Arbeitssuche als auch für die Dauer der Beschäftigung in jedem EU-Mitgliedsland. Menschen, die in ihren Herkunftsländern eine schulische Bildung und eine berufliche Qualifizie rung erfahren haben, finden sich auf dem hiesigen Arbeitsmarkt relativ gut zurecht und könnten sich und ihre Familien oft selbstständig finanzieren und ernäh- ren. Ausgrenzungs - und Diskriminierungserfahrung sind zum Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 125 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Teil dennoch ursächlich für den schwierig en zuweilen perspe k- tivlosen Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt. Insbesondere Frau- en aus den benannten Zuzugsländern sind von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Studien zu folge, erfahren gerade Frauen aus Sinti und Roma Familien häufiger Diskriminier ung aufgrund von Zuschreibungen, die diesen Personen gegenüber getroffen werden, als andere. Zugänge in den Arbeits- aber auch Wohnungsmarkt sind erschwert, da sowohl Arbeitgeber als auch Wohnungseigentümer häufig zurückschrecken, Familien aus EU-Ost-Ländern eine Wohnung zu vermieten beziehungsweise einen Arbeits - oder Ausbildungsplatz anzubieten. Somit kann davon ausgegangen werden, dass qualifizierte Personen aus den beschriebenen Gründen, einen deutlich schwereren Start in das hiesige System haben, als andere. Die aktuelle Zuwanderungssituation weist aber eben auch eine große Anzahl von Menschen auf, die in ihren Herkunftsländern bereits großer Not ausgesetzt waren, ohne Zugang zu Bildung, adäquat bezahlter Beschäftigung, Gesundheitsversorgung und menschenwürdigen Wohnbedingungen. Die Menschen ohne echte Perspektive auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sichern ihren täglichen Lebensunterhalt unter anderem durch Gelegenheitsar- beiten, Sammeln von Schrott und Flaschen, Verwertung von Sperrmüll aber auch durch Bettelei oder persönliche Verdingung bis hin zu Prostitution. Um den daraus heraus resultierenden Anforderungen begegnen zu können, hat die Stadt Köln das ESF- Projekt „Willkommen in Köln“ im Zeitraum 01.01.2014 bis 31.12.2015 durchgeführt. Im Zentrum aller Aktiv itäten stand die nachhaltige Integration der Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Südosteuropa in den A r- beitsmarkt und das soziale Umfeld. Schwerpunkte des Projektes waren der Aufbau von Begegnungs- und Beratungsstellen sowie die Durchführung von Sprachkursen. Die Verbindung von aufsu- chender Beratungstätigkeit und fester Beratungsstelle als A n- laufpunkt erwies sich als erfolgreiche Strategie für die Teilneh- mendengewinnung und die Umsetzung der Beratungsarbeit. Die Vielzahl der multiplen Vermittlungshemmnisse der Zugewander- ten (Wohnsituation, Krankenversicherungsschutz, soziale Abs i- cherung, Schulden) verzögerte jedoch eine schnelle Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt. Im Fokus stand daher erst einmal der Abbau dieser Hemmnisse. Die Beratungen wurden dann Zug um Zug mit arbeitsaktivierenden Maßnahmen kombiniert. Die Unterstützungs- und Beratungsangebote konzentrierten sich in diesem Projekt im Wesentlichen auf die Stadtteile Ehrenfeld, Kalk und Mülheim. Das Ministerium für Arbeit und Soziales NRW fördert für ein wei- teres Jahr arbeitsmarktliche Projekte im Kontext der Zuwande- rung aus Südosteuropa. In dem Folgeprojekt „Weiterentwicklung Willkommen in Köln“ werden in 2016 die Erkenntnisse aus der zweijährigen Projektumsetzungsphase aufgegriffen und weiter- entwickelt. Die Maßnahmen im Projekt konzentrieren sich auch hier auf die Stadtteile Ehrenfeld, Kalk und Mülheim. Im Rahmen der neuen ESF-Förderphase in Nordrhein-Westfalen 126 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wird das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ ab 2017 die guten Ansätze aus den beiden v orangegangen Projekten aufgreifen und auf den bisher nicht berücksichtigten Sozialraum Meschenich und Rondorf übertragen. Im zukünftigen Projekt ist der zentrale Inhalt die Arbeitsmarktintegration sowie die The- menfelder Diskriminierung, Ausgrenzung und Vor urteile gegen- über der beschriebenen Zielgruppe. Denn die Unterstützung und Mobilisierung der ankommenden Personen ist nicht ausrei- chend. Ein Zusammenspiel zwischen der Aufnahme- und A n- kommenden-Gesellschaft muss forciert werden, um eine zielfüh- rende und er folgreiche Integration für alle Beteiligten zu erlan- gen. Niedrigschwellige Unterstützung, die im Vorfeld der Arbeit s- marktintegration erforderlich ist, erhalten die Menschen ab dem 01.01.2016 über Angebote, die aus dem Europäischen Hilf s- fonds finanziert w erden. Die Angebote aus dem EHAP sollen den Menschen bei der Bewältigung des Alltags in Deutschland helfen, sie für Beratungsstrukturen des regulären Hilfesystems sensibilisieren und an diese heranführen sowie bei der Überwi n- dung von sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen. Das ESF- Projekt als Schnittstelle knüpft hier an zwei Stellen an. Zum ei- nen unterstützt es die Zugewanderten bei der Arbeitsmarkti n- tegration. Die Zugewanderten verfügen über sehr unterschiedl i- che Ausgangssituationen im Hinblick auf ihr e Chancen der I n- tegration in den Arbeitsmarkt. Sowohl der Bildungs - bezie- hungsweise der Ausbildungsstand, die tatsächliche Arbeitserfah- rung als auch der arbeitsrechtliche Status sind sehr vielfältig. In der Regel sind die Sprachkompetenzen der deutschen Sprache für eine schnelle Integration in Beschäftigung zu gering. Best e- hende Potenziale, Fähigkeiten und Kenntnisse müssen identif i- ziert werden. Ebenso wichtig ist die Förderung der Sprachkom- petenz. Zum anderen wird ein Schwerpunkt des Projektes auf die Öffnung von Betrieben und Ausbildungseinrichtungen sowie Ämtern und Dienststellen gelegt. Im Rahmen von Diversity wird sowohl die Zielgruppe als auch die Aufnahmegesellschaft als Zielgruppe betrachtet. Wie beschrieben, haben Erfahrungen g e- zeigt, dass Integrati onsmaßnahmen eindimensional nicht ziel- führend sind, deshalb fokussiert Willkommen und Ankommen in Köln alle Beteiligten gleichermaßen. Projektbeschreibung Das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ setzt hier mit einem sogenannten integrierten Konzept, einer Kombination aus Kompetenzfeststellung, Sprachförderung, Beratung und Beglei- tung abgestimmt auf die Zielgruppe, sowie Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen, Begegnung und Austausch an beide Zielgruppen (Arbeitnehmerinnen und –nehmer sowie Arbeitgeberinnen und - geber) gerichtet, an. Das Ziel der Arbeitsmarktintegration soll in enger Abstimmung mit maßgeblichen Kölner Arbeitsmarktakteuren und anderen mit der Zielgruppe vertrauten Institutionen wie zum Beispiel Jobcen- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 127 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer Migran- tenselbsthilfeorganisationen, Antidiskriminierungsstellen und weitere erreicht werden durch: 1. Zielgruppensensible Beratung 2. Kompetenzfeststellung im Rahmen der arbeitsmarktlichen Integration 3. Sprachkurse 4. Gewinnung von Arbeitgeberinnen und - gebern zur Qual i- fizierung der Zielgruppe (Kombination von einem Prakt i- kum und auf den Job ausgerichtete Sprachkurs) 5. Begleitung in bestehenden Beschäftigungsverhältnissen 6. Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Berufsab- schlüssen 7. Fachberatung für berufliche Abschlüsse 8. Begleitung vor und nach Anerkennung von Abschlüssen 9. Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen und - nehmern 10. Coaching im Rahmen der dauerhaften Integration 11. Begegnung und Austausch sowie Sensibilisierung auf beiden Seiten 12. Vermittlung der Pr ojektteilnehmenden in sozialversiche- rungspflichtige Beschäftigungs- beziehungsweise in Aus- bildungsverhältnisse 13. Aufbau einer Unterstützungsstruktur für die Zugewander- ten als auch die Arbeitgeber der Zielgruppe Zielgruppe − Personen aus der EU mit Schwerpunkt Süd-Osteuropa − im Alter zwischen 18 und 55 Jahren − Frauen und Männer zu gleichen Anteilen Ziele Operative Ziele − Schaffung von bedarfsgerechten Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätzen − Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verstärkte Arbeitsmarktintegration von Armut Bedrohten / Betroffenen Projektziele − Aktivierung, Heranführung und Integration in den Ar- beitsmarkt, und den Sozialraum − Konzeption eines umfassenden Begleitprogramms − Qualifikation durch ausbildungsähnliche Strukturen und Sprachkurse 128 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung Indikatoren − Anzahl der Fortbildungsveranstaltungen − Anzahl der Teilnehmenden − Anzahl Personen, die mit Abschlüssen qualifiziert wurden − Anzahl Personen Vermittlungen in den Arbeitsmarkt Kosten Personal und Sachkosten (Summen) Pro Jahr für 2 Jahre Projektleitung mittlere Projekte 1/3 Stelle Pauschale 28.820 € 57.640 € Herausgehobene Projektmitarbeit 1/3 Stelle Pauschale 27.100 € 54.200 € Gesamt: 55.920 € 111.840 € Weiterleitung an Träger Herausgehobene Projektmitarbeit, 1 Stelle Pauschale 81.300 € 162.600 € Öffentlichkeitsarbeit 10.000 € 20.000 € Qualifikation der Akteure vor Ort 10.000 € 20.000 € Qualifikation der Teilnehmenden 40.000 € 80.000 € Gesamt 141.300 € 282.600 € Gesamtkosten 394.440 € Davon 2017: 197.220 € Davon 2018: 197.220 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Übertragung dieser Maßnahme auf andere Sozialräume sowie eine Weiterentwicklung sind denkbar. Die konkrete Fort- führung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststelle Diversity Förderung − ESF, B 1 im Rahmen der Einzelfallentscheidung − Der Eigenanteil der Stadt Köln wird durch die Stellung von Personal erbracht. − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 129 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Laufende Nummer 2.0.4 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum Meschenich und Rondorf: Weiterentwicklung Spielplatz Alte Kölnstraße Einrichtung von Angeboten zum Skaten, BMXen und anderen Trendsportarten sowie Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in den Sozialräumen Inhalt Ausgangslage Laut Rankingliste der Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln verfügt allein der Stadtteil Meschenich mit einem Flächenfehlbe- darf von insgesamt 10388 m². unter Berücksichtigung von Ein- wohnerdichte und Anteil an Mehrfamilienhäusern sowie Anzahl und Anteil der hier lebenden Kinder und Jugendlichen über eine der höchsten Prioritäten aller 86 Kölner Stadtteile. Meschenich liegt in diesem Stadtteilranking auf Platz 31. Meschenich ist ein Kölner Stadtteil, der stadtweit und darüber hinaus vorrangig durch die Hochhaussiedlung „Kölnberg“ und die dortige Vielzahl an vorhandenen multiplen Problemlagen bekannt ist. Ein enorm hoher Handlungsbedarf ergibt sich aus den vorhande- nen Bevölkerungsstrukturen sowie den gegebenen familiären und sozialen Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen. In der Siedlung leben über 4.000 Menschen aus etwa 70 Ländern und Kulturen, kinderreiche Familien sind hier keine Ausnahme. Sozia- le Verelendung, Gewalt und Isolation sind im alltäglichen Mitei- nander kontinuierlich präsent. Im Sozialraum Meschenich und Rondorf sind 19,2 % der Bewoh- ner/innen unter 18 Jahre alt. Im gesamten Kölner Stadtgebiet sind es 15,7%. Es handelt sich folglich um einen Sozialraum mit signifikant hoher Kinderzahl. Neben einem hohen Fehlbedarf an ausgebauten öffentlichen Spiel- und Bolzplatzflächen (Quantitative Bewertung) ist auch die Qualität auf den sechs öffentlichen Spiel- und Bolzplatzflächen im Stadtteil Meschenich von geringer Wertigkeit. Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungs- räume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist die Herrichtung bzw.Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorientierten, sportlichen Angeboten dringend erforderlich. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich dabei auf- grund fehlender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell ausge- wiesenen Flächen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind ver- stärkt niederschwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne 130 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Ausgrenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Projektbeschreibung Rollsportarten haben in Köln eine lange Tradition und werden aktuell stark nachgefragt. Unterschiedliche bewegungsorientierte Räume zur Ausübung von Trendsportarten wie Inlinern, Skaten und BMXen, die auch als (de-)zentrale Jugendtreffpunkte mit Aufenthaltsqualität zum Treffen, Chillen und Kommunizieren ge- nutzt werden können, sind bedarfsgerecht herzurichten. Weitere Trendsportarten wie zum Beispiel Parcours oder Work Out er- freuen sich großer Beliebtheit. Entsprechend des Bedarfes ist folgende Fläche für einen projekt- bezogenen Umbau vorgesehen: Sozialraum Meschenich und Rondorf: Fläche an der Alten Kölnstraße Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 131 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Der öffentliche Spielplatz Alte Köln Straße in Köln-Meschenich ist komplett herzurichten. Die ehemals vorhandenen Spielgeräte mussten zum größten Teil demontiert werden, da sie seitens der Abteilung für Pflege und Wartung nicht mehr zu erhalten waren. Da sich der Spielplatz in unmittelbarer Nähe zum Kölnberg befin- det, würde dieser nach einer Herrichtung von Kindern aller Al- tersstufen genutzt. Auch ein Bewegungsangebot für Jugendliche würde hier gut angenommen werden. An der Planung der Maßnahmen werden die in den Sozialräumen lebenden Kinder und Jugendlichen sowie die interessierte Be- wohnerschaft beteiligt. Nur auf diese Weise kann eine bedarfsge- rechte Gestaltung erreicht werden. Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene 132 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Ziele Operative Ziele − Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flä- chen für neue Nutzungen − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume Projektziel − Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel- und Bewe- gungsflächen mit hohem Bewegungs- und Aufenthaltswert für Kinder, Jugendliche, Familien sowie andere in dem Sozialraum lebende Menschen − Schaffung der Voraussetzungen für eine höhere Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Be- wohner des Sozialraumes Indikatoren − Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebote − Umgestaltete Fläche in m² − Teilnehmende an den Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteili- gungen − Kosten Sachkosten / Baukosten − Sozialraum Meschenich und Rondorf: Kostenschätzung 140.000 € Davon: 2017: 23.333,33 € 2018: 79.666,67 € 2019: 26.666,67 € 2020: 10.333,33 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie Förderung − EFRE − Kofinanzierung durch Städtebauförderung Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 133 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 2.8.3 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Aufbau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf Machbarkeitsstudie Inhalt Ausgangslage Der Sozialraum Meschenich und Rondorf liegt im äußersten südli- chen Kölner Stadtrand. Er wird besonders durch die Hochhaus- siedlung „Am Kölnberg“ dominiert und stigmatisiert. Der Stadtteil teilt sich in die vier Quartiere: Alt -Meschenich, Neu-Meschenich, Kölnberg und Rondorf auf. Im Sozi alraum bündeln sich soziale Problemlagen insbesondere im Bereich der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“. Das Gebiet ist durch eine besonders junge Bevölkerungsstruktur mit einem äu- ßerst hohen Anteil an Personen mit Migrationshintergrunds (87,4 % – Stadtdurchschnitt: 34,9 %) geprägt. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Bevölkerung auf Transfereinkommen angewiesen ist (41,7% SGB II-Bezieherinnen und Bezieher, 40,7% Empfangende von Grundsicherung). Bei den unter 15- Jährigen leben über die Hälfte der Kinder in einem Haushalt mit SGB II -Bezug. Nahezu jeder Vierte ist zudem von Arbeitslosigkeit betroffen. Hinzu kommt, dass der Hilfebedarf bei psychischen Problemen und Suchterkrankungen hoch ist. Der große Integrationsbedarf wird durch die Funktion des Quartiers als „An kommensstadtteil“ noch erhöht. Im Sozialraum Meschenich und Rondorf finden sich kaum Ei n- kaufsmöglichkeiten. Ein Schreibwarenladen mit Postannahme, zwei große Discounter und zwei Bäcker bilden die Einkaufsmö g- lichkeiten für die Bewohner und Bewohnerinnen. Begegnungs- räume, die auch für Veranstaltungen genutzt werde könnten, feh- len gänzlich. Durch die heterogene Gesamtsituation der in Teilen dörflich geprägten Sozialstruktur und der Fokussierung großer sozialer Problemlagen in der Großwohnsiedlung am Kölnberg sind daher stadträumliche und soziale Maßnahmen zur Stabilisi e- rung der Situation erforderlich. Insbesondere die stigmatisierten Bewohner und Bewohnerinnen der Großwohnsiedlung „Kölnberg“ gilt es in den Stadtteil zu integrieren. Eine öffentliche Begegnungsstätte mit Café / Mittagstisch (evtl. als Beschäftigungsprojekt), kleinem Veranstaltungssaal, Gruppen- räumen, Möglichkeiten zur Beratung und als Treffpunkt soll zu einem lebendigen Sozialraum beitragen, in dem die Bewohneri n- nen und Bewohner selbstbestimmt und bedarfsgerecht Partizipa- tion und Teilhabe leben. Für alle Generationen des Sozialraums gilt es Angebote und Leistungen im sozial -kulturellen Bereich zu entwickeln. Bei der Auswahl des Standortes der Begegnungsstätte ist darauf zu achten, dass dieser nicht nur von den Bewohnerinnen und B e- 134 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wohnern der Hochhaussiedlung, sondern auch von den Bewohne- rinnen und Bewohnern aus Alt - und Neu-Meschenich sowie aus Rondorf akzeptiert wird. Die zukünftigen Angebote und Leistun- gen sollten sich auch im Hinblick auf die demographische Ent- wicklung auf alle Bereiche des Sozialraums positiv auswirken und von dessen Bewohnerinnen und Bewohnern angenommen wer- den. Nur dann kann eine Begegnungsstätte ihre integrativen Mög- lichkeiten entfalten und zur Entwicklung eines lebendigen G e- meinwohls beitragen. Die Idee der Bürgerplaza Die Bürgerplaza ist die Bezeichnung für Begegnungs- und Kom- munikationsmöglichkeiten eines Sozialraumes, eines Stadtteiles oder eines Quartiers. Die Sozialverwaltung strebt in Kooperation mit anderen Ämtern und Akteuren eine Optimierung dieser Mög- lichkeiten in sozial-schwachen Stadtteilen an. Die Idee geht davon aus, dass die Ermöglichungsstruktur in ei- nem Quartier der Fokus ist, unter dem ein lebenswerter, ein le- bendiger, ein von Gemeinsinn erfüllter, kurz: ein Stadtteil in sozia- ler Balance entstehen kann. Neben den ökonomischen Faktoren, der Infrastruktur, gutem und bezahlbarem Wohnraum sind in be- sonderer Weise Begegnungsmöglichkeiten für die Menschen das, was den lebendigen Stadtteil ausmacht. Die Begegnung ist der Hebel, durch den die Bewohnerschaft selbstbestimmt und be- darfsgerecht Partizipation und Teilhabe leben. Die Bürgerplaza ermöglicht auf niederschwellige Weise soziale Kontakte, ist Ort selbstbestimmter Freizeitgestaltung und vermit- telt bedarfsgerecht Hilfestellungen, pädagogische Angebote, kul- turelle Impulse und eine persönliche Identifikation mit der Umwelt. Sie übernimmt im Stadtteil die Funktion des Ambosses, auf dem eine wirksame Präventionskette geschmiedet wird. Charakter und Zielsetzung einer Bürgerplaza erfordert eine ab- gestimmte, organisierte, strukturierte und ressortübergreifende Zusammenarbeit. So können die bereitgestellten Ressourcen zweckmäßig und effizient genutzt werden. Dabei spielt die Ge- winnung der Bewohnerinnen und Bewohner als engagierte Part- ner vor Ort eine herausragende Rolle. Projektbeschreibung Die Machbarkeitsstudie soll für den Sozialraum Meschenich und Rondorf erkunden, welcher Standort für eine Begegnungsstätte im Sinne der oben skizzierten Bürgerplaza geeignet ist oder ob sich bereits vorhandenen Objekte für eine Begegnungsstätte eignen. Erwartet wird ein konkreter Umsetzungsvorschlag (Standort, Bau- lichkeit, Nutzungs-, Betriebs- und Finanzkonzept) für eine Begeg- nungsstätte. Die Bewohnerschaft und die Akteure aus dem Sozi- alraum sind in den Prozess der Planung und Erstellung der Machbarkeitsstudie einzubeziehen. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 135 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Ziele der Studie sind: − Ermittlung der konkreten Bedarfslage unter Berücksichti- gung der vorhandenen Infra- und Angebotsstruktur − Entwicklung eines inhaltlichen Nutzungskonzeptes unter Beteiligung der Sozialraumakteure und der Bewohner- schaft für unterschiedliche Zielgruppen und Nutzungszwe- cke − Erstellung eines funktionalen Raumnutzungskonzeptes mit seinen pädagogischen, kulturellen, freizeitbezogenen, sozialen und betreuungsorientierten Wirkungen / Aufgaben − Erstellung von Standortvorschlägen unter Berücksichti- gung der Erreichbarkeit sowie der zur Verfügung stehen- den baulich räumlichen Ressourcen (Neubau / Bestand) − Entwicklung eines Trägerkonzeptes / Betreibermodells un- ter Beteiligung der Bewohnerschaft, Verwaltung und Sozi- alraumakteuren − Finanzierungskonzept zum Betreibermodell Die Machbarkeitsstudie soll auch Antworten auf folgende Fragen finden: − Wo liegen die Risiken bei der Durchführung? − Welche hauptamtlichen Ressourcen benötigt die Begeg- nungsstätte, welche Ressourcen können bürgerschaftlich organisiert und gewonnen werden? − Wie hoch sind die zu veranschlagenden Kosten (Planung, Konzeptentwicklung beziehungsweise Miete, Betreiberkos- ten)? − Gibt es bezogen auf eine Begegnungsstätte im Sozialraum noch andere Alternativen? − Sind die zur Verfügung stehenden Ressourcen in perso- neller und finanzieller Sicht langfristig ausreichend (Nach- haltigkeit)? Zielgruppe Bewohnerschaft und Akteure des Sozialraumes Meschenich und Rondorf Ziele Querschnittsziel: − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flä- chen für neue Nutzungen − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume 136 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektziele − Ein geeigneter Standort für eine Begegnungsstätte ist ge- funden − Das Raumkonzept für die Begegnungsstätte ist entwickelt − Ein wirtschaftlich tragfähiges Betreibermodell ist entwickelt Indikatoren Vorliegen der umfassenden Machbarkeitsstudie zur weiteren Be- ratung in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner des Sozial- raumes Anteil der beteiligten Akteure Kosten Tagessatz: 1.000 € (brutto) 80 Tagessätze á 1.000 € Gesamtkosten: 80.000 € Davon 2017: 5.000 € Davon 2018: 25.000 € Davon 2019: 50.000 € Für die Entwicklung und Errichtung einer Interimsbegeg- nungsstätte (2.8.3b) werden 250.000 € kalkuliert. Es ist beab- sichtigt für das STEP 2017 einen Antrag für den Bau der Interims- begegnungsstätte zu stellen. Für den Aufbau der Begegnungsstätte (2.8.3a) werden 3.000.000 € kalkuliert. Der Bau erfolgt nach der laufenden EU- Förderperiode nach entsprechendem Ratsbeschluss. Projektlaufzeit / Zeitraum 30 Monate / 2,5 Jahr 01.01.2017 bis 30.06.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren Förderung − Städtebauförderung Bemerkungen Von Anfang an sollten alle Akteure und die Bewohnerschaft des Sozialraumes eingebunden werden. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 137 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 2.8.5 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Machbarkeitsstudie zur Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden (Sozialraum Meschenich und Rondorf) Inhalt Ausgangslage − Die beiden Stadtteile Meschenich und Rondorf sind be- züglich des Fahrradverkehrs nur bedingt für den Berufs- und Alltagsverkehr an die Kölner Innenstadt angebunden. − Radverkehrsanlagen mit Netzbezug befinden sich haupt- sächlich entlang der Brühler Straße (Bundesstraße 51). Diese Anlage entspricht jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zusätzlich können einigen Wirtschafts- wegen eine Netzfunktion zugeordnet werden. Die Bödin- gerstraße (Kreisstraße 31) und die Zaunhofstraße (Kreis- straße 15) weisen gar keine Radverkehrsanlagen auf. − Der Sozialraum Meschenich und Rondorf weißt im Modal Split einen Radverkehrsanteil von rund 10 Prozent auf und liegen damit deutlich unter dem Durchschnitt der Stadt Köln. − Das geplante Wohnbauvorhaben Rondorf Nord West könnte den Anteil des Radverkehrs noch erhöhen − Ein touristisches Radwegenetz wurde im Rahmen der RegioGrün auch für den Kölner Süden geschaffen. Je- doch ist dieses Radwegenetz vordringlich auf den Frei- zeitverkehr ausgerichtet. − Insgesamt fehlt eine attraktive und bedarfsgerechte Rad- schnellwegeverbindung in den Kölner Süden und in die Nachbarkommunen Brühl und Wesseling. − Das Radschnellwegkonzept der Region Rheinland weißt auf dieser Achse eine mögliche Radschnellwegeverbin- dung aus. Dieses Konzept wurde auf dem Treffen der linksrheinischen Bürgermeister (Februar 2013) als Ge- samtkonzeption beschlossen. Projektbeschreibung − Förderung des Radverkehrs im Sozialraum Meschenich und Rondorf − Verbesserung der Radwegeverbindung für den Berufs- verkehr in Richtung Kölner Innenstadt und den angren- zenden Gewerbegebieten − Berücksichtigung und sichere Führung von Fahrradfahre- rinnen und Fahrradfahrern zur Herstellung eines Netz- schlusses in Nord-Südrichtung − geradlinige Führung des Radverkehrs auf der kreuzenden Veloroute von der Kölner Innenstadt in den Kölner Süden und den Nachbarkommunen Brühl und Wesseling 138 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppe − Anwohnerinnen und Anwohner des Sozialraumes Meschenich und Rondorf − Berufspendler aus dem Kölner Süden in die angrenzen- den Gewerbegebiete (Rodenkirchen, Godorf, Wesseling) − Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer in und aus dem Kölner Süden Ziele Operative Ziele − aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele − Radverkehrsqualitäten verbessern und stärker vernetzen − Erhöhung des Radverkehrsanteils durch Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr Indikatoren − Länge der Radschnellwegeverbindung in km Kosten Sachkosten Vorgeschaltete Machbarkeitsstudie: 63.000 € Gesamtkosten Machbarkeitsstudie 63.000 € Davon 2016: 12.000 € Davon 2017: 40.000 € Davon 2018: 11.000 € Geschätzte Baukosten Nachrichtlich: Radschnellwegverbindung Meschenich und Ron- dorf im Vollumbau 8,5 km x 1 Millionen € pro km: 8.500.000 € (Baukosten). Der Bau erfolgt nach der laufenden EU- Förderperiode nach entsprechendem Ratsbeschluss. Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.07.2016 bis 30.06.2018 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Förderung − EFRE Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 139 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 2.8.6 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme „Vertiefende Untersuchung Kölnberg“ Inhalt Ausgangslage Die Anfang der 1970er Jahren vor der Eingemeindung nach Köln am nördlichen Rand des Stadtteils Meschenich freifinan- ziert errichtete Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ besteht aus vier Gebäudekomplexen mit bis zu 26 Stockwerken und umfasst insgesamt 1.300 Wohneinheiten. Der Gesamtkomplex weist s o- wohl städtebauliche Missstände als auch deutliche bauliche I n- standhaltungsmängel und ganz erhebliche Modernisierungser- fordernisse auf. Aufgrund der abseitigen Lage im Stadtgebiet, der unzureichenden öffentlichen Erschließung und der städt e- baulichen und baulichen Mängel ist die Großwohnsiedlung be- reits langjährig durch eine einseitige Sozialstruktur der Bewoh- nerschaft gekennzeichnet. Mit der Großwohnsieldung verbinden sich außerdem Beobachtungen bzw. polizeiliche Feststellungen zur gewerbsmäßigen Prostitution und zum Umschlag illegaler Drogen. Obwohl die Bewohnerschaft aufgrund des angespann- ten Kölner Wohnungsmarktes nur auf geringe kosten günstige Wohnalternativen zurückgreifen kann, ist die Großwohnsiedlung auch Durchzugsgebiet mit häufigen Bewohnerwechseln. Als besonders schwierig zur Behebung dieser Missstände er- weist sich die kleinteilige und überwiegend unübersichtliche E i- gentümerstruktur, zu denen unter anderem ausländische Imm o- bilienfonds zählen. Eine aktivierende Ansprache und eine Mobi- lisierung dieser Eigentümer stellt daher eine besondere Heraus- forderung dar. 140 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Ein wesentliches Ziel der Untersuchung ist es, eine Erneue- rungs- und Stabilisierungsstrategie für die Großwohnsiedlung zu erstellen, die darauf ausgerichtet ist, die Siedlung zu „normalisie- ren“, d.h. städtebaulich und baulich an zeitgemäße Standards heranzuführen und so für breitere Schichten der Bevölkerung akzeptabel zu machen. Damit die langjährige Stigmatisierung der Bewohnerschaft beendet werden kann, ist das Ansehen des Quartiers ganz erheblich aufzuwerten. Da der Schlüssel hierzu in der Eigentümerschaft liegt, ist diese zunächst vollständig zu ermitteln. Aufgrund der hohen Nachfrage nach preiswertem Wohnraum in der Stadt Köln sind die Wohnstandortalternativen für die etwa 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner des Kölnbergs sehr gering. Um umfangreichere bauliche Veränderungen vornehmen zu können – hierbei sind auch Rückbaumaßnahmen zu prüfen – ist jedoch eine zumindest temporäre Wohnstandortalternative zwingende Voraussetzung. Daher muss die Erneuerungsstrategie die bestehende Bevölk e- rungsstruktur berücksichtigt und für diese sozialverträgliche Lö- sungen anbieten. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 141 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hinzu kommen Nutzungs- und Gestaltungsprobleme im Ortsein- gang Meschenichs rund um die Großwohnsiedlung „Am Köl n- berg“. Der Bereich am Kampshof mit dem Einmündungsbereich von der Alten Fischenicher Straße in die Brühler Landstraße (Bundesstraße 51) sowie dem wes tlich versetzt liegenden A b- zweig der Straße „An der Fuhr“ kann als zentrales Bindeglied der einzelnen Siedlungsteile und dem historischen Zentrum des Stadtteils den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wer- den. Insbesondere durch die geplante Ansiedlung von öffentl i- chen Nutzungen mit starkem Publikumsverkehr (Kita, Polizei) im derzeit ungenutzten und denkmalgeschützten Kampshof ist eine Umgestaltung der unmittelbar angrenzenden und fast aus- schließlich dem Kraftfahrzeug -Verkehr dienenden Verkehrsfl ä- chen unumgänglich, die derzeit noch von den Verkehrsmengen des Durchgangsverkehrs bestimmt sind Hierdurch setzt sich die Großwohnsiedlung auch räumlich deutlich vom historischen Siedlungsbereich und Ortszentrum Meschenich ab. Eine stärk e- re Einbindung in den gewachsenen Stadtteil ist dringlich. Es fehlt an Aufenthalts - und Nutzungsqualitäten im öffentlichen Raum. Die aktuell ausschließlich auf den motorisierten Verkehr ausgerichteten Straßenverkehrsflächen mit umfänglichen, tei l- weise freilaufenden Abbiegespuren führen seit Jahren zu sich stetig verschärfenden Nutzungskonflikten mit den wichtigen Au f- enthalts- und Fußwegebeziehungen der Anwohnerinnen und Anwohner innerhalb des Ortsteils. Der Zugang zu den neuen Gemeinschaftsnutzungen im Bereich des Kamphofs ist ohne Umbau dieses Ortseingangsbereiches nicht ungehindert mö g- lich. 142 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gestaltungsmöglichkeiten des Ortseingangs ergeben sich vor allem durch die derzeit in Abstimmung befindlichen Planungen zur Ortsumgehung in Meschenich, welche zu einer verkehrlichen Entlastung im Bereich des Ortseingangs beitragen wird. Die wei- teren Entwicklungen sind bei der Erarbeitung der Machbarkeit s- studie einzubeziehen (ggf. in Szenarien). Erstes Ziel muss hier die Rückgewinnung von Flächen mit Aufenthaltsqualität sein. Die Ortsumgehung ist Gegenstand eines laufenden Planfeststel- lungsverfahrens. Die Planung sieht einen größeren Knotenpunkt vor, der den Schwerpunkt des Verkehrs nördlich an Meschenich vorbeiführt. Zurzeit stehen vier Varianten zur Diskussion. Ausgehend von örtlichen Planungsvorstellungen bietet sich hier die Möglichkeit zur partizipativen Entwicklung für eine den z u- künftigen Anforderungen gerecht werdende Umplanung. Als Planungsgrundlage soll in einem ersten Schritt mit einer umfäng- lichen Öffentlichkeitsbeteiligung (im Rahmen von Workshops) eine entsprechende Machbarkeitsstudie erstellt werden. Projektbeschreibung Modul 1: Vertiefende Untersuchung Die vertiefende Untersuchung der Großwohnsiedlung Am Köl n- berg hat das Ziel, eine Erneuerungs - und Stabilisierungsstrate- gie zu entwickeln, die die städtebaulichen Missstände und baul i- chen Mängel der Großwohnsiedlung mittel - bis längerfristig be- hebt und über eine Aufwertung des Komplexes diesen für breite- re Schichten der Bevölkerung attraktiviert. Hierzu sind folgende Arbeitsschritte umzusetzen: − Komplette Erfassung und Darstellung der Eigent ü- merstruktur − Wege zur aktivierenden Ansprache und Mobilisierung der Eigentümer (dieser Baustein bildet den Schwerpunkt der Maßnahme, z. B. Aktivierung durch die Maßnahme 5.0.3 Hof-, Haus- und Fassadenprogramm) − Entwicklung und Bewertung von alternativen Szenarien zur langfristigen Umgestaltung und Aufwertung des Köl n- bergs unter Berücksichtigung des Stadtteils Meschenich − Zusammenfassendes Entwicklungskonzept auf der Grundlage des vorgeschlagenen Erneuerungsszenariums mit Darstellung der Erneuerungsstrategie − Ableitung von kurz-, mittel- und langfristig greifenden Pla- nungs- und Handlungsempfehlungen und Darstellung der Umsetzungserfordernisse. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „ Neugestaltung des ö f- fentlichen Raums“ fließen mit in die Untersuchung ein. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 143 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Erfahrungen aus anderen Kommunen (wie Bergheim Südwest, Dortmund Kielstraße, Gladbeck Schwechater Straße) sollen in den Prozess der Eigentümeraktivierung und -mobilisierung ei n- bezogen werden. Modul 2: Partizipative Neugestaltung des öffentlichen Raums „Ortseingang Meschenich und Nahbereich Kölnberg“ Ziel dieser Maßnahme ist es, den von Köln gesehenen Ortsei n- gang der heutigen B 51/Brühler Landfstraße in Höhe der Groß- wohnanlage ‚Am Kölnberg‘ und dem Baudenkmal Kampshof nach Herausnahme des Durchgangsverkehrs aufzuwerten, ins- besondere durch eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Die ab- sehbare Realisierung der Ortsumgehung Meschenich als Ver- bindung zwischen der A 563 und dem GVZ Eifel tor ist Voraus- setzung des Moduls 2. Hierzu sind in der Machbarkeitsstudie folgende Planungsschritte erforderlich: − Feststellung der Anforderungen an den öffentlichen Raum aus den angrenzenden Nutzungen und den verkehrlichen Erfordernissen unter Beteiligung der betroffenen Nac h- barschaften − Erarbeitung möglichst alternativer Gestaltungskonzepte mit den betroffenen Anwohnern, Eigentümern und G e- werbetreibenden − Konsensuale Verständigung auf eine Neugestaltung des nördlichen Ortseingangsbereiches mit Lageaufwertung für die angrenzenden Nutzungen und verbesserten Aufen t- haltsqualitäten − Erstellung einer Entwurfsplanung samt Kostenberec h- nung und Zeit-Maßnahmen-Planung zur Umsetzung Dabei ist die besondere Situation im Umfeld der Großwohnsied- lung Kölnberg zu beachten. Die Neugestaltung des öffentlichen Bereichs bildet einen ersten Beitrag zur Aufwertung des Quartiers. Dennoch ist eine Umg e- staltung der Großwohnsiedlung und des unmittelbaren Wohnu m- feldes zur Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner u nerlässlich. Sowohl die Großwohnsiedlung als auch das Umfeld sind in Privatbesitz und durch eine Vielzahl von Einzeleigentümer geprägt, deren Struktur bislang nicht vollstän- dig bekannt ist. Daher steht die Umgestaltung in engem Zusam- menhang mit der Maßnahm e „Vertiefende Untersuchung Köl n- berg“, die sich mit der strukturellen Verbesserung der Groß- wohnsiedlung befasst. In die Umgestaltung sollen zudem aktuelle Aspekte der Frei- raumgestaltung, insbesondere der Entsiegelung, im Hinblick auf 144 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ stadtklimatische Herausforderungen (Klimawandel: Hitze, Star k- regen) mit einfließen. Zielgruppe Eigentümer der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ Bewohnerinnen und Bewohner Ziele Modul 1: Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung − Nachhaltigkeit Operative Ziele − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Lebens- räume − Stärker unterstützt und entwickelte Wohnadresse − Verbesserte Vernetzung und Kooperation der Wo h- nungsmarktakteure − Klärung bzw. Definition von Maßnahmen zur Beseitigung der städtebaulichen Missstände und baulichen Mängel bzw. Modernisierungsrückstände und deren Umset- zungsmöglichkeiten Projektziele − Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Kölnbergs − Herstellung bzw. Förderung einer ausgeglichenen B e- wohnerstruktur − Verbesserung des Stadtteilimages Modul 2: Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Lebens- räume − Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Fl ä- chen für neue Nutzungen − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele − Erhöhung der Verweildauer und Aufenthaltsqualität durch verbesserte Nutzungsmöglichkeiten − höhere Lebensqualität − Verbesserung der Integrations - und Kommunikations- möglichkeiten durch Begegnungsräume − Stärkung der lokalen Identität Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 145 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Verbesserung des Mikroklimas durch Entsiegelung, E r- höhung des Grünanteils − Belebung und Stärkung des Einzelhandelsangebotes im Nahversorgungszentrum − geringere Verwahrlosungstendenzen − wohnortnahe Freiraumqualitäten Indikatoren Modul 1: − Vorliegen der umfassenden Machbarkeitsstudie zur wei- teren Beratung in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft − Anzahl der beteiligten Akteure Modul 2: − zu bearbeitende Fläche rund 4.000 bis 5.000 qm Kosten Sachkosten Modul 1: Kosten Machbarkeitsstudie: 350.000 € Modul 2: Kosten Machbarkeitsstudie: 190.000 € Durchführung Beteiligung / Workshops: 10.000 € Gesamtkosten 550.000 € Davon 2017: 70.000 € Davon 2018: 170.000 € Davon 2019: 170.000 € Davon 2020: 140.000 € Alle Angaben grobe Schätzungen, da aktueller Planungsstand noch keine genaue Kostenermittlung zulässt. Die Stadt Köln wird die Maßnahme ausschreiben und nach Auswertung einen entsprechenden Auftrag erteilen. Für die Neugestaltung des öffentlichen Bereichs werden 4.000.000 € kalkuliert. Der Bau erfolgt nach der laufenden EU-Förderperiode nach entsprechendem Ratsbeschluss. Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 31.06.2020 146 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektverantwortung Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung − Städtebauförderung Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 147 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 2.8.7 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Umgestaltung der Kapellenstraße und der Rondorfer Haupt- straße in Köln-Rondorf Inhalt Ausgangslage Derzeit wird das Wohnungsbauprojekt Rondorf Nord- West mit circa 900 Wohneinheiten entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine der letzten großen Wohnbaulandreserven im Kölner Süden, die der Stadt gemäß der Darstellung im Flächennutzungsplan noch zur Verfügung stehen. Diese neue Planung bedingt auch, dass die Husarenstraße als Haupterschließungsstraße ausg e- baut werden muss und nach einer Kreuzung mit der Kapellen- straße eine Fortführung der Straße bis zur Bödinger Straße not- wendig wird. Gleichzeitig ist vorgesehen, parallel zu dieser Stra- ßenführung eine Freihaltetrasse für eine Standbahnlinienverlän- gerung bis nach Meschenich zu trassieren. Ziel ist es auch, westlich von Rondorf den Ortsrand durch weitere Wohnbauflächen neu zu definieren. Hierzu soll eine städtebaul i- che Abrundung des Ortsrandes erfolgen, die circa 300 weitere Wohneinheiten ermöglicht. Voraussetzung für das neue Wohnprojekt ist die Herstellung der notwendigen Infrastruktur mit Erschließungsstraßen und ÖPNV - Anschluss. Ziel ist es, eine integrierte oder auch separat geführte Entlastungsstraße zu trassieren, die vom Weißdornweg ko m- mend auf die Husarenstraße abschwenkt und dann über die K a- pellenstraße bis zur Bödinger Straße geführt wird. Bedingung hierfür ist, die heute stark belasteten innerörtlichen Straßen im Ortskern zu entlasten und verkehrsberuhigt auszubauen. Projektbeschreibung Ziel der Planung ist es, die Kapellenstraße und die Rondorfer Hauptstraße nach der Inbetriebnahme der bereits oben be- schriebenen Entlastungsstraße vom Durchgangsverkehr weites t- gehend zu entlasten. Der zur Verfügung stehende Raum soll den Bürgern vor Ort stärker zur Verfügung gestellt und die Aufent- haltsqualität gestärkt werden. Ziel ist es auch den Geschäfts - und Dienstleistungssektor in den bezeichneten Straßen zu stärken. Das Entlastungspotential im Ortskern wird bei Annahme der Net- zergänzung mit 30-50% der Bestandsverkehre angenommen. Zu berücksichtigen ist, dass die Kapellenstraße und die Rondor- 148 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ fer Hauptstraße Landesstraßen sind. Daher ist auch eine Umstu- fung als Gemeindestraße in Abstimmung mit dem Landesbetrieb NRW und eine Ausweisung einer alternativen Führung für die Landesstraße erforderlich. Zielgruppe alle Ortsansässigen des Stadtteils Ziele − Erhöhte Aufenthaltsqualität durch verbessertes stad t- räumliches und funktionales Erscheinungsbild − Verkehrsreduzierung − Verkehrsberuhigung − Verbesserung der Nutzbarkeit für Nutzer der vorhande- nen Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe Indikatoren − Anzahl und Art der Verkehrsteilnehmer vorher / nachher − Anzahl und Art der Nutzerinnen und Nutzer vorher / nachher Kosten Sachkosten [netto]: Planungskosten: 300.000 € Baukosten: 1.500.000 € Gesamtkosten 1.800.000 € Leistungsphasen 1-3 ab 2017: Davon 2017: 70.000 € (Planungskosten) Davon 2018: 70.000 € (Planungskosten) Davon 2019: 70.000 € (Planungskosten) Leistungsphasen 4-9 ab 2020: Davon 2020: 590.000 € (90.000 € Planungskosten) Davon 2021: 500.000 € Davon 2022: 500.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 60 Monate / 5 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2022 Projektverantwortung Stadt Köln: Stadtplanungsamt in Kooperation mit dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik, dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen und dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 149 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Förderung − Städtebauförderung Bemerkung Das Vorhab en ist Teil e iner Gesamtmaßnahme zur Aufwertung des öffentlichen Raums 150 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.6 Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung Lfd. Nr. 3.0.1 Handlungsfeld: Qualifizierung / Lokale Ökonomie Maßnahme „CheckPraxis“ – Schule und Praxis im Dialog für Schülerin- nen und Schüler aus dem Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Im Sozialraum Meschenich und Rondorf liegt der Anteil an Kin- dern und Jugendlichen (unter 18 Jahren) mit 29,8 % sehr deut- lich über dem städtischen Durchschnitt (15,7 %). Knapp 40 % der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Die SGB II Quote liegt mit 14,5 % etwas höher als der Gesamtwert von 13,2 % bezogen auf ganz Köln. Insbesondere in den Hochhäu- sern „Auf dem Kölnberg“ findet sich eine wesentliche höhere Konzentration der SGB II Beziehenden und Familien mit Mul- tiproblemlagen. Damit einher geht eine unterdurchschnittliche Bildungsbeteiligung. Weniger als ein Drittel der Kinder besuchen ein Gymnasium, das zudem nur außerhalb des Sozialraumes zu erreichen ist. Als eine Folge der Lebensumstände findet ein hoher Anteil der Jugendlichen nur erschwert Zugang in den Ausbildungsmarkt. Dazu kommt, dass sie keine Kenntnis über das breite Spektrum an möglichen Ausbildungsberufen haben und zudem oft eine Schwellenangst, die Betriebe zu besuchen und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Projektbeschreibung Mit dem Angebot checkPraxis wird eine Lücke im Angebot be- rufsvorbereitender Maßnahmen geschlossen, die trotz KAoA noch existiert. In Abgrenzung zu anderen Berufsinformationsta- gen und Ausbildungsmessen hat sich checkPraxis einige Maxi- men gesetzt, die im Veranstaltungskonzept realisiert werden: Klasse statt Masse: Unternehmen, die im Sozialraum agieren und auf Nachwuchssuche sind, schließen sich dem checkPraxis- Netzwerk an und lernen interessierte Schülerinnen und Schüler intensiver kennen. Ziel von checkPraxis ist es ausdrücklich, das Bewerberpotential in Schulen für Unternehmen ausfindig zu ma- chen und die Unternehmen in ihrer Nachwuchsentwicklung zu fördern. So sollen interessierte und engagierte Schülerinnen und Schüler die Chance bekommen, Unternehmen und deren Perso- nalentscheider kennen zu lernen. Im Umkehrschluss können Unternehmen auch Potenziale der Jugendlichen erkennen und für ihr Unternehmen nutzen. Viele Unternehmen besetzen ihre Ausbildungsplätze auch heute noch über langwierige und kostenintensive Einstellungsverfah- ren, die letztendlich auch nicht gewährleisten können, dass die Ausbildung letztendlich zum Erfolg führt. Für Unternehmen kann das Engagement im Sozialraum mit individuellen und kompe- tenzorientierten Förder- und Ausbildungsstrategien die bessere Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 151 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Alternative sein. Maßgeschneidert statt beliebig: Damit die quartiersbezogenen Unternehmen, die vorgestellten Berufe und die Schülerinnen und Schüler gut zusammen passen ist das Workshopprogramm auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt. Konkret statt schwammig: klare und einfache Zielsetzung der Veranstaltung. Alle Unternehmen bringen echte Chancen für die Schülerinnen und Schüler mit. Es geht um Ferienjobs, Prakti- kumsplätze und vor allem um die Ausbildung im jeweils nächsten Jahr. Teamwork statt Einzelkämpfertum: Der Zusammenschluss birgt Synergieeffekte und bündelt Kräfte. Jede Veranstaltung wird im checkPraxis-Netzwerk ausgewertet, damit die Erfahrungen in die Planung der nächsten Veranstaltung einfließen. Interessiert statt unfreiwillig: Eine Besonderheit der Maßnahme stellt die Freiwilligkeit der Teilnahme dar. Nicht ganze Klassen und Stufen sind Zielgruppe von checkPraxis sondern einzelne Schülerinnen und Schüler, die sich freiwillig und selbstständig anmelden und im Vorfeld auf die Ausbildungsangebote vorberei- tet werden. Die Jugendlichen melden sich in eigener Initiative und selbständig zu den Workshop-Nachmittagen an, die außer- halb der Schulen und in der Freizeit stattfinden. Das gewährleis- tet, dass die teilnehmenden Jugendlichen eine hohes Interesse und Motivation mitbringen. Im Rahmen der geplanten Maßnahme wird den Jugendlichen die Möglichkeit geboten, in direkten Kontakt mit Unternehmen zu kommen und sich an praktischen Übungen über Berufsinhalte zu informieren. Bei dem Projekt informieren quartiersbezogene und ausbildende Unternehmen im Rahmen von Workshop- Veranstaltungen praxisnah über Art und Inhalt der von Ihnen angebotenen Ausbildungsberufe und zeichnen die Berufswege auf. Dabei bieten Ausbilderinnen und Ausbilder aus den Betrie- ben, oft auch in Begleitung von ihren Auszubildenden, praktische berufsbezogene Übungen an, bei denen die Jugendlichen ihre Fertigkeiten für das jeweilige Berufsfeld ausprobieren können. Bei Bedarf kann der Workshop auch in das Unternehmen gelegt und dort durchgeführt werden. Die Unternehmen haben so die Möglichkeit, sich ein persönliches Bild von den jungen Menschen zu machen und damit eine eventuelle Vorauswahl für ein länge- res Praktikum oder auch eine Ausbildung zu treffen. Die erforderliche Kooperationsstruktur mit Unternehmen wird durch persönliche Ansprache durch den Träger erfolgen. Dabei wird auf das bereits bestehende Unternehmensnetzwerk zurück- gegriffen, dem neue Unternehmen hinzugefügt werden. In den Schulen erfolgt die Ansprache über Kontaktaufnahme zu den StuBos die checkPraxis aus anderen Zusammenhängen schon kennen. 152 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Operative Bausteine des Projekts: − Akquise und Information der quartiersbezogenen Ausbil- dungsbetriebe für das Projektgebiet Meschenich und Rondorf. − Akquise und Information interessierten Schülerinnen und Schüler aus dem Projektgebiet Meschenich und Rondorf. − Planung, Organisation, und Durchführung von checkPra- xis-Netzwerktreffen. − Webseite mit Darstellung der Angebote, Informationen und Anmeldungsformular für den Sozialraum Meschenich und Rondorf. − Zahlenmäßige Auswertung und Evaluation der Veranstal- tungen. − Teilnahmebescheinigung: die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Urkunde für ihre Bewerbungsmappe, den BerufswahlpassPlus. Als Ergänzungsangebot zu den bereits bestehenden Berufsfel- dorientierungen aus dem Landesprogramm KAoA und bestehen- den Angeboten der Kammern wendet sich das Projekt gezielt an Schulabgängerinnen und Schulabgänger der Sekundarstufe I und II ab der Jahrgangsstufe 9 aus dem Fördergebiet Mesche- nich und Rondorf. Im Gegensatz zur Berufsfelderkundung die bereits in der Jahrgangsstufe 8 durchgeführt wurde, konkretisiert checkPraxis die gewonnenen Erkenntnisse und konkretisiert die Kontaktaufnahme zu den quartierbezogenen Ausbildungsbetrie- ben in Richtung Praktikum und duale Ausbildung. Eine Besonderheit im Sozialraum Meschenich und Rondorf liegt darin, das hier keine weiterführenden Schulen im Sekundarbe- reich I und II vorhanden sind. Die Schülerinnen und Schüler aus dem Fördergebiet besuchen zum überwiegenden Teil die Ge- meinschaftshauptschule Ringelnatzstraße in Köln-Rodenkirchen und die Gesamtschule Rodenkirchen sowie die Europaschule in Köln-Zollstock. Der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern muss demzufolge an den Schulen außerhalb des Projektgebietes erfolgen. Zudem ist es sinnvoll die Jugendzentrumseinrichtung in Meschenich zu beteiligen. Die Kontakte zu Ausbildungsunternehmen aus dem checkPraxis- Netzwerk sollen auch verstärkt zur Bereitstellung von Angeboten im Landesprogramm KaoA genutzt werden. So werden Unter- nehmen, die durch checkPraxis in ihrer Nachwuchsentwicklung gestärkt werden, aufgefordert, zusätzliche Angebote zum Bei- spiel im Bereich der Berufsfelderkundung zu entwickeln und in die Datenbank einpflegen. Eine Überschneidung mit dem Bundesprogramm „Komm auf Tour“ ist weder inhaltlich, noch durch die unterschiedliche Ziel- gruppe möglich. „Komm auf Tour“ wendet sich an Jugendliche der Jahrgangsstufen 7 und unterstützt diese spielerisch bei der Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 153 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Entdeckung ihrer Talente und dient der gesundheitlichen Aufklä- rung. Zielgruppe Schülerinnen und Schüler (ab Jahrgang 9) aus dem Sozialraum Meschenich und Rondorf Quartiersbezogene Ausbildungsbetriebe für den Sozialraum Meschenich und Rondorf Ziele Operative Ziele: − Verbessertes Übergangsmanagement - Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Neu geschaffene und bedarfsgerechte Angebotsstruktu- ren und/oder Ausbildungsplätze − Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen Projektziele: − Berufsinformation: die Teilnehmer setzen sich praxisnah mit verschiedenen Ausbildungsberufen in ihrem Umfeld auseinander. − Networking: Personalverantwortliche, Auszubildende und Schüler lernen sich persönlich kennen. − Vermittlung: die Unternehmen sind auf Nachwuchssuche und bringen konkrete Angebote für Ferienjobs, Prakti- kumsplätze und / oder Ausbildungsplätze mit. − Förderung der Nachwuchsentwicklung der quartierbezo- genen Ausbildungsbetriebe durch Netzwerkbildung und handlungsorientierte Angebotsstrukturen − Erweiterung des Bewerberspektrums für Unternehmen im Sozialraum Meschenich und Rondorf − Stärkung der unternehmerischen Verantwortung für den Sozialraum Meschenich und Rondorf − Ziel ist es, möglichst vielen Jugendlichen aus dem Sozial- raum Meschenich und Rondorf das breite Spektrum an Ausbildungsberufen in ihrer Umgebung nahe zu bringen − Durch Kontakt zu Unternehmen einen vertieften Einblick in das Berufsleben und die dort bestehenden Anforderun- gen zu erhalten. Indikatoren − Zahl der teilnehmenden Jugendlichen aus dem Sozial- raum Meschenich und Rondorf − Zahl der teilnehmenden quartiersbezogenen Unterneh- men für den Sozialraum Meschenich und Rondorf 154 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Basis für die Berechnung: Es sind zwei Veranstaltungen à drei Tage geplant. Für die Durchführung aller oben genannten Projektbausteine wird von einem Arbeitsumfang von einem Monat ausgegangen. Die Veranstaltungen werden innerhalb von 24 Monaten durchge- führt. Personalkosten für eine Veranstaltung Stelle Projekt MA (1.5.3.1.3) 6.789 € Stelle Assistenz (1.5.3.1.5) 2.955 € Summe: 9.744 € Personalkosten für zwei Veranstaltungen: 19.488 € Sachkosten (Plakate, Flyer, Internet, Raummieten/Catering) 3.354 €/Jahr Sachkosten für zwei Jahre: 6.708 € Gesamtkosten für zwei Veranstaltungen 26.196 € davon: 2017: 6.549 € 2018: 13.098 € 2019: 6.549 € Projektlaufzeit / Zeitraum 01.07.2017 - 30.06.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Wirtschaftsförderung, Abteilung 804 Ar- beitsmarktförderung Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurde geprüft und sind nicht erkennbar Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 155 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 3.8.2 Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifizierung Maßnahme Jobcoach im Sozialraum Meschenich und Rondorf mit Schwerpunkt Kölnberg Inhalt Ausgangslage Im Sozialraum Meschenich/ Kölnberg besteht eine SGB II-Quote in Höhe von 41,7 Prozent (Stadt Köln: 13,2 %) Es besteht somit ein hoher Bedarf an Unterstützung bei der Integration von lang- zeitarbeitslosen Menschen, die mit heranführenden, nied- rigschwelligen Angeboten zielgruppengerecht umgesetzt werden soll. Die Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020, in dem Vorläuferprojekte zur vorgeschlagenen Maßnahme sehr erfolgreich umgesetzt werden konnten, zeigen, dass mit einer das JobBörsen-Programm ergänzenden und auf die Ziel- gruppe zugeschnittenen, individuellen und passgenauen Bera- tungsleistung eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit beziehungs- weise die Integration in Arbeit zu erreichen ist. Die Teilnehmen- den durchlaufen parallel sowohl das JobBörsen-Programm als auch die Maßnahme Jobcoach. Projektbeschreibung In das Jobcoach - Projekt werden ausschließlich Personen mit besonderer Hilfebedürftigkeit aufgenommen. Diese zeigt sich in schweren Vermittlungshemmnissen und multiplen Problemlagen, die beispielsweise von fehlender Kinderbetreuung, Schulden- /Suchtproblematiken, gesundheitlichen Einschränkungen, feh- lende Schul- und Berufsabschlüsse, bis zu unzureichenden Sprachkenntnissen und Arbeitslosigkeit von mehr als 5 Jahren reichen. Hier bedarf es einer über das Beratungsangebot des Jobcenters und des Jobbörsenprogramms hinausgehenden intensiven Be- treuung und Unterstützung. Der Jobcoach berät nicht nur bei berufsbezogenen sondern auch bei familiären und/oder persönlichen, finanziellen oder gesund- heitlichen Themen. Hierzu muss ein besonderes persönliches Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Mittels personenbezogenen Profilings und Coaching soll den Teilnehmenden ein Weg eröffnet werden, an dem am Schluss die Integration in den Arbeitsmarkt steht. Die Teilnehmenden werden motiviert, dieses Ziel in erreichbaren Teilschritten mit professioneller Begleitung und Unterstützung anzugehen. Durch die zusätzliche Nutzung des gesamten Kölner Hilfesystems (zum Beispiel Kinderbetreuung, Offener Ganztag), und insbesondere der im Sozialraum bestehenden Hilfeangebote (zum Beispiel Fachdienst für Integration und Migration, Familienberatung, Haushaltsberatung, Jugendmigrationsdienst), sollen die individu- ell bestehenden Arbeitsvermittlungshemmnisse abgebaut wer- den. Um die erfolgreichen Vermittlungen langfristig zu sichern, 156 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden sowohl die Teilnehmenden als auch der Arbeitgeber nach Aufnahme des Beschäftigungsverhältnisses weiterhin be- gleitet. Durch telefonischen oder persönlichen Kontakt können drohende oder auftretende Probleme bereits frühzeitig erkannt und durch Einleitung entsprechender Schritte behoben werden. Die Jobcoaches akquirieren auf der Basis der Profile der Teil- nehmerinnen und Teilnehmer entweder selbst Stellen bei Arbeit- gebern beziehungsweise greifen auf Stellen zu, die bereits in den JobBörsen vorliegen. Es erfolgt ein Profilabgleich mit den Be- werberkompetenzen und den arbeitsplatzbezogenen Rahmen- bedingungen. Es wird angestrebt, dass die Jobcoaches entspre- chend der Profile der Teilnehmenden auch selbst Arbeitsstellen akquirieren. Mit der Unterstützung des Jobcoaches wird die eigentlichen Ar- beitsvermittlungen dann in der JobBörse durchführt. Die hohe Hilfebedürftigkeit erfordert, dass die Teilnehmer im Pro- jekt Jobcoach nicht nur wie im JobBörsen-Programm für 3 Mo- nate zugewiesen werden, sondern für mindestens 6 Monate mit einer Verlängerungsmöglichkeit von weiteren 3 Monaten. Zudem ist die intensive Beratung nur mit einem Betreuungs- schlüssel von 1 : 25 zu leisten, der weder im Jobbörsen- Programm noch im Beratungsangebot des Jobcenters vorgese- hen ist. Zielgruppe Erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem SGB II ab 25 Jah- ren, vorrangig aus den Kundenprofilgruppen des Jobcenters Förderprofil und Entwicklungsprofil mit schweren Vermittlungs- hemmnissen Ziele Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze − Die von Armut Bedrohten / Betroffenen sind in stärkerem Maße in den Arbeitsmarkt integriert Projektziel − Eingliederung in ein sozialversicherungspflichtiges Be- schäftigungsverhältnis durch individuelles Coaching und passgenaue Arbeitsplatzakquise - oder nachrangig − Eingliederung in eine geringfügige Beschäftigung und Begleitung von Existenzgründungen Indikatoren − Anzahl der Vermittlungen in eine sozialversicherungs- pflichtige Beschäftigung − Anzahl der Vermittlungen in eine geringfügige Beschäfti- gung und Existenzgründung Kosten Personalkosten • 2 Vollzeitkräfte Projektmitarbeit: 74.940 € pro Jahr • 10% Projektleitung kleiner Projekte (100% = 86.460 €): 8.646 € pro Jahr Personalkosten für 2 Jahre 317.052 € Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 157 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Sachkosten Sachkosten z Bsp. für Öffentlichkeitarbeit, Material: 17.000 € pro Jahr Sachkosten für 2 Jahre 34.000 € Gesamtkosten 351.052 € Davon 2017: 175.526 € Davon 2018: 175.526 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Weiterentwicklung der Maßnahme ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhän- gig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren. Förderung ESF- Einzelmaßnahme Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Die Maßnahme erfordert eine enge Zusammenarbeit mit der vor Ort tätigen JobBörse Meschenich (Träger: Jugendhilfe Köln e.V.) Es ist geplant die Maßnahme als ESF-Einzelmaßnahme zur För- derung anzumelden. Für Einzelprojekte endet die Förderphase voraussichtlich am 31.12.2017. Das Projekt ist aber auf eine langfriste Wirkung ausgelegt. Es ist geplant mit Blick auf die Nachhaltigkeit einen Folgeantrag zu stellen 158 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.7 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Lfd. Nummer 4.0.2 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltgerechtigkeit Maßnahme Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze Maßnahme im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die Ergeb- nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetter- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine deutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadtteile gegen- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30 °C und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25 C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40 °C erreicht werden. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhun- derts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur wenige wirk- same Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte im Stadtgebiet zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnten unzählige gepflasterte und betonierte Stellplätze, Höfe, Vorgärten oder Ga- ragenauffahrten durch Entsiegelung und Bepflanzung wieder zur klimatische Abmilderung der Hitzebelastung beitragen. Projektbeschreibung Es gibt zwei Ansätze die parallel verfolgt werden: Entsiegelung von privaten oder von öffentlichen Flächen. In einem ersten Schritt sollte in den Quartieren eine Bestands- aufnahme die möglichen potentiellen Flächen erheben, die für eine Entsiegelung zur Verfügung stehen könnten. In einem weiteren Schritt sollte die Entsiegelung und Bepflan- zung der Flächen durchgeführt werden. Dies könnte durch eine Förderung der Entsiegelungsmaßnahmen für private und ge- werbliche Eigentümer erfolgen. Möglich wäre zum Beispiel eine Förderquote von 20 € pro entsiegeltem m². Mit einer entspre- chenden Öffentlichkeitsarbeit in den Quartieren sollte für die Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 159 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Maßnahme geworben werden. Zudem besteht ein integrativer Ansatz, da die Maßnahme durch einen Träger des 2. Arbeitsmarktes durchgeführt werden kann. Neben privaten Flächen sollen auch öffentliche Flächen (zum Beispiel Plätze) entsiegelt werden. Hier sind mögliche Synergie- effekte mit anderen EFRE-Projekten zu prüfen, bei denen im Rahmen von Gestaltungsmaßnahmen auch Flächen entsiegelt werden. Mit der Entsiegelung ist auch eine ökologische Revitalisierung der Flächen durchzuführen. Denkbar ist hier die gezielte Zu- sammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften in den Sozi- alräumen. Neben der Regenwasserversickerung vor Ort könnten aus voll- versiegelten Hinterhöfen grüne Oasen entstehen, die den Be- wohnern nicht nur eine Verbesserte Aufenthaltsqualität bieten, sondern auch das Bewusstsein für den Klimawandel und Natur stärken. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner Ziele Operative Ziele − Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele − Anzahl der sensibilisierten Bewohnerinnen und Bewoh- ner für das Thema „Klimaanpassung / Hitze“ − Flächenentsiegelung Indikatoren − Entsiegelte Fläche in m² − Begrünte Fläche in m² − Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner Kosten Sachkosten Pro m² entsiegelter Fläche fallen Kosten in Höhe von 25 - 40 € an. Hinzu kommen Planungskosten in Höhe von 20 Prozent. Kostenvolumen 30.000€ Es fallen Kosten für Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 10.000 € an. Die Kosten zur Bestandsaufnahme sind im Gesamtvolumen enthalten. Berücksichtigt werden in der Kostenkalkulationen so- wohl Maßnahmen für private als auch für öffentliche Flächen. Personalkosten Eine halbe Stelle E13: 43.050€ 160 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Geschätzte Gesamtkosten 83.050 € Davon 2017: 29.350 € Davon 2018: 29.350 € Davon 2019: 24.350 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt- und Verbraucherschutzamt Förderung Städtebauförderung / EFRE Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 161 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 4.0.4 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltgerechtigkeit Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informa- tionsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwick- lung im Zuge des Klimawandels Maßnahme im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die Ergeb- nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die Wetter- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine deutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadtteile gegen- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 °C. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30°C und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltempe- raturen von über 40°C erreicht werden. Die Zahl der Sommerta- ge wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartierte bei lang anhal- tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonders Kleinkin- der, Kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesunden Men- schen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter Leis- tungsfähigkeit führen. Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemessen und das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheitlichen Be- lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie z. B. ausreichende Flüssigkeitsver- sorgung und Flüssigkeitsaufnahme unterlassen werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Internetseite und als Handy-App eine Hitzewarnung an. Dieser Dienst kann auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden. Projektbeschreibung Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bewoh- nerschaft in den unterschiedlichen Stadtvierteln zu erreichen, die alters- und situationsbedingt diese webbasierte Technik nicht nutzen können. Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung für Hitzeereignisse bekommen, sondern auch eine entsprechen- 162 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ de Verhaltensänderung bzw. Vorsorge betreiben. So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten werden, in besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhalten zu än- dern, oder die junge Mutter könnte in der Mittagszeit mit ihrem Kind den Schattenplatz aufsuchen. Die Kampagne sollte neben allgemeinverständlichen Informatio- nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Menschen, ggf. in Einrichtungen, benutzen andere Medien als junge Mütter von Kleinkindern. Die Information sollte über verschiedene Kommuni- kationswege verbreitet werden. Hierbei sollten auch neue Wege eingeschlagen werden. Hierzu ergeben sich in den Stadtteilen mehrere Fragestellungen: − Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtun- gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalten aus? − Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner er- reicht, die nicht in einer Einrichtung leben? − Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima / Hitzeentwicklung zu kommunizieren? − Was sind geeignete Kommunikationsmedien? − Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein? Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse andere, um das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren. Mögliche Multiplikatoren sind: − Diverse soziale und kirchliche Träger, − Pflegedienste, − Grundschulen, − Sozialraumkoordinatoren, − Anlaufstellen, − Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der Hitze- Warnung in der Einrichtung“, bzw. „Erreichbarkeit von alleinle- benden älteren Menschen“ durch die Universität Bonn (Prof. Kis- temann, Institut für Hygiene & Public Health) im Rahmen von gesundheitsgeographischen Masterarbeiten untersuchen zu las- sen. Mögliche Maßnahmen sind: − Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy-Apps, oder das Internetz. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 163 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Ausgabe von Trinkflaschen − Gedrucktes Informationsmaterial − Internet / App − Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen nach dem Motto „bleib cool“ durchzuführen. Diese sollen an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvor- sorge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des Versorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwas- ser aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibili- sieren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerwehr- schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durch gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute wer- den diese erreicht. Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitzeent- wicklung kann in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt in die Grundschulen transportiert werden. Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über eine „Hitze- ampel“ entsprechend informiert werden. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere Ziele Operatives Ziel − Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise Projektziele − Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung und Hitze, − Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle Indikatoren − Anzahl der Website-Besuche (Klicks) − Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche Kosten Personalkosten Halbe Stelle E13 beim Umwelt-und Verbraucherschutzamt: 43.050 € Die Darstellung der Personalkosten erfolgt nur nachrichtlich. Die- se Kosten werden nicht in die Förderung eingebracht. Sachkosten Wissenschaftliche Analyse durch die Uni Bonn. 4.000 € für 2 Studierende für jeweils 0,5 Jahre Supervision 4.000 € Separate, isolierte Internetpräsenz: 6.000€ 164 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Veranstaltungen und Infokampagne in den Sozialräumen vor Ort 20.000€ Flyer, Informationsmaterial, Trinkflaschen 20.000€ Sachkosten gesamt: 54.000 € Gesamtkosten 54.000 € Davon 2017: 20.000 € Davon 2018: 20.000 € Davon 2019: 14.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt-und Verbraucherschutzamt in Zusammenar- beit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der RheinEnergie und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Förderung − BUMB-Programm (Klima), BMBF Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 165 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 4.0.6 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltgerechtigkeit Maßnahme Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs / Umwelt- sensitive Verkehrssteuerung auf der Brühler Landstraße Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Anhand des auf Kölner Stadtgebiet durch das Landesumweltamt betriebenen Luftschadstoffmessnetzes liegen Erkenntnisse vor, dass an allen Messstationen Überschreitungen der Grenzwerte der 39. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) festz u- stellen sind. Hierbei steht der Verkehr als wesentliche Emiss i- onsquelle im Vordergrund. Der Luftreinhalteplan der Stadt Köln hat mit der Umweltzone bereits eine wesentliche Maßnahme zur Reduzierung der Luftschadstoffbelastung umgesetzt. Dar über hinaus sind noch weitere Maßnahmen erforderlich. Projektbeschreibung Ziel des Projektes ist die Reduzierung der verkehrsbedingten Luftschadstoffbelastung, indem auf stark befahrenen Straßenz ü- gen für eine Verstetigung des Verkehrs gesorgt wird d.h. di e An- fahr- und Bremsvorgänge werden verringert. Es wird eine Wir k- samkeitsuntersuchung für die Analyse immissionsreduzierender Maßnahmen beauftragt. Es werden geeignete Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs (bspw. Ausbau von Kreisverkehren, Geschwindigkeitsbegrenzung) bzw. zur Verkehrsreduzierung geprüft. Auf Grundlage der Wirksamkeitsuntersuchung werden die für den jeweiligen Belastungsschwerpunkt herausgestellten Maßnahmen im weiteren Verfahren der Luftreinhaltung aufge- nommen. Die Umsetzung der Maßnahme ist für die am stärksten belaste- ten Straßenabschnitte (Brühler Landstraße) im Sozialraum Meschenich und Rondorf vorgesehen. Zielgruppe Die Maßnahme betrifft die Bewohnerinnen und Bewohner des genannten Sozialraums, die am Straßenverkehr beteiligt sind. Ziele Operatives Ziel − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziel − Verstetigung des Verkehrs Indikatoren − Geringerer Stauanteil − Reduzierung der Luftschadstoffbelastung, indem die Messergebnisse für Feinstaub bzw. Stickstoffdioxid re- duziert werden. Dies kann an der Messstation an der Brühler Landstraße abgelesen werden. 166 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Geschätzte Gesamtkosten: 40.000 € 2017: 10.000 € 2018: 20.000 € 2019: 10.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 01.2017 bis 12.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln Umwelt- und Verbraucherschutzamt Förderung − EFRE Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 167 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 4.0.9 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung Maßnahmen Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Iden- tifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität im Sozialraum Meschenich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Es ist schon lange bekannt, dass lebendige Tiere eine besonde- re Wirkung bei Menschen in Bezug auf Identifikation und eigene Wahrnehmung erzielen. Das sich Kümmern um andere Lebew e- sen, die geeignete Hilfe bereitwillig annehmen, führt dabei oft zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls und kann dazu beitr a- gen, Aggressionen gegen sic h und das Umfeld in Fürsorge u m- zuwandeln. Darüber hinaus stellt die Verbesserung der Biodiversität eine wichtige Aufgabe in Zeiten des Artenschwundes und des Klim a- wandels dar, denen es mit geeigneten Mitteln entgegenzusteu- ern gilt. Da die Stadt Köln die Deklaration „Biodiversität in Kom- munen“ unterzeichnet hat und damit eine freiwillige Selbstver- pflichtung zur Berücksichtigung der Artenvielfalt in allen Hand- lungsbereichen eingegangen ist, besteht hier konkreter Hand- lungsbedarf, zumal die Kommune bei dem W ettbewerb „Bio- diversität in Kommunen“ sehr schlecht abgeschnitten hat. Projekte zur gezielten Förderung von Arten, die als Sympathi e- träger gelten, sind dabei besonders geeignet, sowohl dem sozi a- len, als auch dem ökologischen Aspekt gerecht zu werden. Projektbeschreibung Es wird eine geeignete Art ausgewählt, für die Schutzmaßnah- men relativ einfach auch durch die Bürger umzusetzen sind. Durch den Aufbau einer Internetseite mit allen Informationen rund um diese Tierart und der Darstellung möglicher Schutz- maßnahmen sollen alle BürgerInnen informiert werden. Aktionen vor Ort sollen dabei nicht nur bleibende Strukturen schaffen sondern unter Mitwirken der BürgerInnen erfolgen, so dass eine Identifikation möglich wird. Denkbar sind hier, adäquat zum Spatzenprojekt, Maßnahmenkonzeption und Umsetzung an Schulen und KITAs zur Lebensraumgestaltung, die Entwicklung von Flyern zum Schutz der Art sowie die Auslobung eines Foto- wettbewerbs zu der Art mit anschließender Kalendererstellung. Die Entwicklung und die Abgabe von Saatgut als direkte oder indirekte Nahrungsgrundlage sowie die Anleitung für Fortpflan- zungsstätten sollen das Projekt abrunden. Durch die Entwicklung eines Kinderlesebuches soll darüber hin- aus das Erlebte weiter gefestigt werden und mit einer Förderung 168 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ im Bereich Lesekompetenz verbunden werden. Wichtig ist, dass die gewählte Art zum einen als Sympathieträger wahrgenommen wird, aber auch noch so häufig vorkommt, dass eine Beobachtung durch die Bewohnerinnen und Bewohner ohne großen Aufwand möglich ist. Die Habitate sollten dabei geeignet sein, auch anderen Arten zu helfen. Durch die Anlage eines beschilderten Lehrpfades soll die Leitart und ihr Lebensraum darüber hinaus für alle erlebbar werden. Aus dem Spatzenprojekt liegen bereits eine ganze Reihe von Erfahrungen vor, die im Rahmen eines neuen Projektes genutzt werden könnten. Als mögliche Arten könnten der Igel oder Wildbienen gewählt werden. Zum Nachweis der Populationsstärkung könnte eine Kartierung vor Beginn und nach Ablauf der Projektzeit in Bezug auf die ge- wählte Art in den Projekträumen durchgeführt werden Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner aller Altersstufen einschließlich gemeinnütziger Vereine und Wohnungsbaugesellschaften Ziele Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbesserte Umweltbildung und – beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise Projektziele − Identifizierung der Bewohnerschaft mit der gewählten Art − Verbesserung des Lebensumfeldes durch die Erweite- rung oder naturnähere Gestaltung von Grünbereichen − Verbesserung der Wertschätzung naturnaher Strukturen − Wissenserweiterung über ökologische Zusammenhänge durch Aktionen und Informationen rund um die gewählte Art − Verbesserung der Population der gewählten Art Indikatoren − Anzahl der verteilten Kalender − Anzahl der angelegten Habitatstrukturen − Nutzung des Lehrpfades − Anzahl der Einsätze des Kinderlesebuches an den Grundschulen − Anzahl der Population der Leitart Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 169 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Personal und Sachkosten (Summen) 2016: − Schulprojekte an einer Pilotschule oder anderen Einric h- tung zur Schaffung geeigneter Habitate: o Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 720 € Materialkosten: 250 € 2017: − Abgabe von Nisthilfen und Saatgut zur Schaffung geei g- neter Lebensgrundlagen für die Art durch interessierte BürgerInnen: 5.000 € (Materialkosten, Verteilung und De- sign) − Schulprojekte an 1 Pilotschule oder anderen Einrichtung zur Schaffung geeigneter Habitate: o Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 720 € o Materialkosten: 250 € − Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der ersten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Ausstel- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch). 6 Stunden a 30 €; gesamt: 180,- € − Erstellung eines Lehrpfades an einem außerschulischen Lernort: 7.000 € − Entwicklung eines Arbeitsheftes zur Nutzung des Lehr- pfades: 5.000 € − Entwicklung eines Kinderlesebuches zur gewählten Art als Leseheft für die Grundschule: 7.000 € 2018: − Schaffung geeigneter Habitate im Wohnumfeld als G e- meinschaftsaktion unter Anleitung von Fachleuten aus dem Naturschutz an einer Örtlichkeit: o Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 720 € Materialkosten: 500 € − Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an de r zweiten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Ausstel- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch). 6 Stunden a 30 €; gesamt: 180 € − Erstellung von Unterrichtsmaterialien für Schulen zu Schutz und Hilfe für die gewählte Leitart in Zusammena r- beit mit der Universität als Kooperationsvertrag: 6.000 € − Druck und Layout der Arbeitsmappe: 10.000 € 2019: − Abschlussbericht 170 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten: 43.520 € Davon 2016: 970 € Davon 2017: 25.150 € Davon 2018: 17.400 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2016 bis 30.06.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Zusam- menarbeit mit den lokalen Naturschutzverbänden, Stiftung Rhei- nische Kulturlandschaft und gegebenenfalls Wohnungsbauge- sellschaften Förderung − EU-Förderprogramm LIFE − Gegebenenfalls Natur- und Umweltschutzakademie (MKULNV) Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 171 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.8 Handlungsfeld 5: Wohnen Laufende Nummer 5.0.2 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Woh- numfeldpflege im Quartier – Am Kölnberg“ Mieter- /Nachbarschaftsarbeit und Quartiershausmeister Inhalt Ausgangslage Wohnen bedeutet zu Hause sein, sich wohl fühlen, aktiv am Le- ben im Stadtviertel beteiligt sein. Die Wohnung, das direkte Wohnumfeld und die unmittelbare Nachbarschaft sind für die Bewohnerinnen und Bewohner wichtig und bei der Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zentrale Ansatzpunkte. Dies trifft besonders für sozial belastete Quartiere zu, in denen meist viele Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. In der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ aus den 1970er Jahren leben rund 4.000 Personen. Die Sozialstruktur zeigt, dass der Anteil sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen hier beson- ders hoch ist. Gleichzeitig weisen die Gebäude deutliche bauli- che Mängel und erhebliche Sanierungsrückstände auf. Dies wird begünstigt durch die kleinteilige Struktur der Eigentümerinnen und Eigentümer, zu denen unter anderem ausländische Immobi- lienfonds zählen. Durch die Überlagerung von sozialer Benach- teiligung der Bewohnerschaft und einer unterdurchschnittlichen Qualität der Wohn- und Lebensbedingungen werden Handlungs- bedarfe insbesondere im Wohnumfeld der Großwohnsiedlung deutlich. Gerade zahlreiche „Zwischenräume“, die nicht klar ein- zelnen Eigentümer zuzuordnen sind oder deren Eigentümer sich aus verschiedenen Gründen nicht angemessen kümmern (kön- nen), weisen sichtbare Spuren von Verwahrlosung auf, die sich dann negativ auf das Verhalten im und das Verantwortungsbe- wusstsein für das Wohnumfeld rückkoppeln können (Broken- Windows-Effekt) und in diesem Sinne stigmatisierte Adressen manifestieren. Folgende Merkmale sind in der Großwohnsiedlung „Am Köln- berg“ besonders hervorzuheben: − räumliche Konzentration von Armut / Abhängigkeit von Transferleistungen − hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen − strukturelle Mängel der Wohnungen, des Umfelds und der Lage − negatives Image − geringe Identifikation der Wohnbevölkerung mit dem Quartier 172 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Das Projekt „Zuhause im Veedel“ setzt gleichzeitig bei den Le- benslagen der Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern (Modul A) und bei der Pflege des direkten Wohnumfeldes (Modul B) an. So kann durch eine frühzeitige und sichtbare Verbesserung der „Wohnadresse“ eine Kultur der Eigenverantwortlichkeit (wieder-) initiiert, -etabliert und verstetigt werden. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit sind die Akteure der Woh- nungswirtschaft frühzeitig und kontinuierlich in den Prozess ein- zubeziehen. Hier besteht eine Schnittstelle zur Arbeit des Quar- tiersmanagers (vergleiche Maßnahme 0.0.1), der im Rahmen der Programmkoordination vor Ort Dialoge mit den institutionellen und privatwirtschaftlichen Akteuren initiiert. Durch die kleinteilige Eigentümerstruktur gestaltet sich die Ansprache und Mobilisie- rung der Eigentümer jedoch schwierig. Deshalb nimmt die „Ver- tiefende Untersuchung Kölnberg“ (vergleiche Maßnahme 2.8.6) die Eigentümerstruktur und Möglichkeiten der Ansprache und Mobilisierung in den Blick. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Maßnahmen wird sichergestellt. Ebenso ist eine enge Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoor- dination und dem Quartiersmanagement in dem Sozialraum Meschenich und Rondorf sicherzustellen. Das Quartiersma- nagement zielt darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozialraums zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadurch Barrie- ren abzubauen und den Netzwerkgedanken zu stärken. Somit erfolgt in diesem Kontext bereits eine Ansprache der Bewohner- schaft. Die Situation im Umfeld der Großwohnsiedlung “Am Kölnberg“ erfordert jedoch eine intensivere Betrachtung. Hier leben überwiegend sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die eher artikulationsschwach sind und mit besonders nieder- schwellig angelegten Methoden angesprochen und aktiviert wer- den müssen. Dies erfolgt im Rahmen dieser Maßnahme. Modul A – Aktivierung und Beteiligung im Quartier Das ausgewählte Quartier ist durch erhebliche soziale Problem- lagen gekennzeichnet. Eine Verbesserung der dortigen Lebens- bedingungen kann nur durch ein integriertes Handeln erreicht werden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selbst eine entscheidende Rolle spielen. Nicht für sie, sondern mit ihnen sollen Veränderungen geplant und umgesetzt werden. Aufgabe im Rahmen von Modul A wird sein, in Zusammenarbeit mit möglichst vielen Betroffenen die Lebensqualität vor Ort zu steigern, die das Quartier beeinträchtigenden strukturellen Prob- leme zu erkunden, sie konstruktiv und lösungsorientiert aufzu- greifen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen. Schwerpunk- te sind die sozialen Lebensverhältnisse und der persönliche Kon- takt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die konkrete Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Die Soziale Arbeit knüpft an den konkret festgestellten Interessen, Aktivitäten und Bedürfnislagen der Bewohnerschaft an und entwickelt daraus bedarfsgerechte Beratungs-, Aktivierungs- und Unterstützungs- Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 173 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ leistungen für das Quartier. Die Aktivierungsaufgabe lässt sich folgendermaßen konkretisie- ren: − Kontinuierliche Präsenz im Quartier − Durchführung einer aktivierenden Bewohnerbefragung (nach Möglichkeit mehrsprachig) zur Herausarbeitung von Handlungsbedarfen aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort in Zusammenarbeit mit der Sozial- raumkoordination und dem Quartiersmanagement (ver- gleiche Projekt Nummer 0.0.1). − Erkundung der Interessen, Ressourcen und Bedarfslagen im Quartier durch Methoden aufsuchender Arbeit. − Soziale Aktivierung der Wohnbevölkerung durch die Or- ganisation von Versammlungen, Stadtteilfesten, kulturel- len Veranstaltungen, Informationsangeboten und Aktio- nen, Gebiets- und Gebäudebegehungen mit der Sozial- raumkoordination und dem Quartiersmanagement und dem Quartiershausmeister (vergleiche Modul B) − Aufbau von Selbstbestimmungsgremien wie Mieterräten − Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten am sozialen und kulturellen Leben im Quartier − Verbesserung der Lebensbedingungen durch Maßnah- men zur Aufwertung des Quartiers und Erhöhung der Si- cherheit in Zusammenarbeit mit dem Quartiershausmeis- ter (vergleiche Modul B) − Erhöhung der Teilhabechancen in den Bereichen Be- schäftigung, Bildung und Gesundheit (Schnittstelle zu den Projekten Nummer 3.0.6) − Vertretung der Interessen der Wohnbevölkerung (Lob- byarbeit für das Quartier) − Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen professio- nellen Unterstützung soll durch eine wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden. Modul B – Quartiershausmeister Die Aufgabenwahrnehmung „Quartiershausmeister“ konnte bereits im Rahmen des Wohndialoges in Kalk-Nord (Montag Stif- tung – Urbane Räume, Projekt Kalkschmiede) große Erfolge und stadtweite Beachtung aufweisen. Es hat sich gezeigt, dass der Quartiershausmeister, überwiegend in Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, durch seine Präsenz und Tä- tigkeit nachweislich zur Verbesserung des Wohnumfeldes, bei- tragen konnte. Er kümmert sich dabei insbesondere um die so- 174 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ genannten „Zwischenräume“, sein Einsatzgebiet ist explizit nicht auf den Grundstücken der Wohneigentümerinnen und Wohnei- gentümer. Ergänzend zu Modul A soll im Quartier „Am Kölnberg“ daher ein Quartiershausmeister eingesetzt werden. Der Einsatz eines Quartiershausmeisters erfolgt aufgrund der augenscheinlichen und akuten Handlungsbedarfe im Wohnum- feld (zum Beispiel Müllablagerungen) und der deutlichen Formu- lierung des Bedarfs durch Bewohnerinnen und Bewohner und Akteure des Gebiets (im Rahmen der begleitenden Workshops zur Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes). Der Be- darf spiegelt sich auch in der geringen Zufriedenheit der Be- wohnerinnen und Bewohner mit dem Wohnumfeld (Demogra- phieumfrage). Folgende Aufgaben übernimmt der Quartiershausmeister in den Quartieren: − Der Quartiershausmeister hat die Aufgabe, für die Be- wohnerinnen und Bewohner im Quartier ansprechbar zu sein und sie bei den alltäglichen Fragen des Zusammen- lebens zu unterstützen. Voraussetzung ist daher, dass die Person entsprechend im Quartier anerkannt ist. Unab- dingbar sind neben handwerklichen daher auch soziale und kommunikative Fähigkeiten. − Zu den konkreten Aufgaben zählen: Örtliche Präsenz (ak- tiver Kümmerer vor Ort, regelmäßige Überprüfung des Quartiers auf Missstände und deren Behebung), die In- formation und der Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die Verbesserung der Sauberkeit im öf- fentlichen Raum (gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern) Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier Ziele Modul A Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele − Ziel der aktivierenden Mieter- und Nachbarschaftsarbeit ist es, allen in dem Quartier lebenden Menschen, unab- hängig von der persönlichen Lebenssituation, der Her- kunft, der sozialen Stellung und materiellen Leistungsfä- higkeit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu eröffnen und damit einer Verfestigung von Ar- mut und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 175 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Durch die Aktivierung und Beteiligung werden die Vo- raussetzungen dafür geschaffen, dass die Bewohnerin- nen und Bewohner des Quartiers ihre Interessen vertre- ten, ihre Rechte als Mieterinnen und Mieter sowie als Bewohnerinnen und Bewohner wahrnehmen, sich bür- gerschaftlich engagieren können und aktiv in die Gestal- tung ihrer Wohnumwelt einbringen. Modul B Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätze − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse − Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie umwelt- bewusstere Lebensweise Projektziele − Bildung eines neuen Verantwortungsbewusstseins der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Quartier und Ver- besserung der Lebensbedingungen − Personalrekrutierung und -qualifizierung aus dem Quar- tier (Der Quartiershausmeister ist auch dem Sozialraum zu rekrutieren). Indikatoren Modul A − Anzahl der befragten Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen der aktivierenden Befragung − Anzahl der initiierten Aktivitäten und Projekte in der Be- wohnerschaft − Anzahl der aufgebauten Anlaufstellen und Kommunikati- onsräume im Quartier − Anzahl der aufgebauten beziehungsweise unterstützten Mieterinitiativen und Mieterräte − Anzahl der aufgebauten spezifischen Beratungsangebote (Mieterberatung) − Anzahl der durchgeführten und dokumentierten Mieter- treffen Modul B − Rekrutierung des Quartiershausmeisters aus dem Sozial- raum Meschenich/Rondorf“ − Anzahl der Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnum- feldes (Sichtbare Verbesserung des Wohnumfeldes) − Anzahl der initiierten, wohnumfeldbezogenen Aktivitäten 176 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und Projekte in der Bewohnerschaft Kosten Modul A: Personalkosten für und das Quartier „Am Kölnberg“ (externe Vergabe) 1 Stelle S 15: 70.500 € pro Jahr für 3 Jahre: 211.500,00€ Personalkosten Modul A: 211.500,00 € Modul A: Sachkosten für das Quartier „Am Kölnberg“ Kostenermittlung für 3 Jahre: Raumkosten: 16.737 € Einrichtungsgegenstände: 1.422 € Geschäftskosten: 3.828 € Fernsprechkosten: 1.038 € IT-Kosten: 15.306 € Sachkosten Modul A: 38.331 € Modul A: Aktivierungsbudget Aktivierende Befragung: 6.500,00 € Mieterprojekte: 3.750,00 € Wissenschaftliche Begleitung: 7.500,00 € Beteiligungsverfahren: 5.625,00 € Aktivierungsbudget Modul A: 23.375 € Gesamtkosten Modul A: 273.206 € davon 2018: 91.069 € davon 2019: 91.069 € davon 2020: 91.069 € Modul B: Personalkosten für das Quartier „Am Kölnberg“ 1 Stelle Assistenz: 58.980 € pro Jahr für 2 Jahre: 202.020 € Personalkosten Modul B: 117.960 € Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 177 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Modul B: Sachkosten für das Quartier „Am Kölnberg“ Kleine Maßnahmen zur Steigerung des Wohnumfeldes: 2.000 € pro Jahr für 4 Jahre: 8.000 € Sachkosten Modul B: 8.000 € Gesamtkosten Modul B: 125.960 € davon 2018: 62.980 € davon 2019: 62.980 € Gesamtkosten Modul A und B: 399.166 € Projektlaufzeit / Zeitraum Modul A: 01.01.2018 – 31.12..2020 36 Monate / 3 Jahre Modul B: 01.01.2018 bis 31.12.2019 24 Monate / 2 Jahre Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen professionellen Unterstützung soll durch die wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden. Eine Weiterentwicklung der Maßnahmen ist denkbar. Die konkre- te Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung ab- hängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren (Modul A), Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Modul B) Förderung − Modul A: Städtebauförderung − Modul B: ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 178 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Mesche- nich und Rondorf Inhalt Ausgangslage Am südlichen Stadtrand gelegen, ist der Sozialraum Meschenich und Rondorf durch sehr unterschiedliche Gebietstypen geprägt: Zum einen Quartiere mit dörflicher Siedlungsstruktur, zum ande- ren die Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ in Meschenich. Hier konzentrieren sich bauliche Missstände, Verschmutzungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme. Besonders deutlich zeigen sich hier auch Instandhaltungsmängel wie etwa der schlechte Zustand von Fassaden und Fenstern sowie des Wohnumfeldes. Der Sozialraum Meschenich und Rondorf ist durch einen hohen Anteil an privaten Einzeleigentümerinnen und -eigentümern ge- prägt, so dass zur Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeld- sitauation die Eigentümermobilisierung einen hohen Stellenwert einnimmt. Insbesondere das Wohnquartier „Am Kölnberg“ weist eine hohe Anzahl verschiedener und wechselnder Eigentümerin- nen und Eigentümer auf. Projektbeschreibung Das Fassadenprogramm soll dazu anregen, nachhaltige Verbes- serungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnumfeld vorzunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum soll verbessert werden. Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue- rung von 2008 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebauli- che Sanierung und Entwicklung, Ziffer 11.2 Profilierung und Standortaufwertung). Demnach können Maßnahmen zur Fassa- denverbesserung, Begrünung, Herrichtung und Gestaltung von Hof- und Gartenflächen sowie Maßnahmen an Außenwänden und Dächern gefördert werden. Zuwendungsfähig sind 50% der Ausgaben, höchstens jedoch 60 Euro je qm umgestalteter Flä- che. Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohngebäuden werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewertet. Das Förderprogramm bietet Mietern und Eigentümern von Wohnim- mobilien und gemischt genutzten Immobilien Unterstützung bei Verschönerungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein attraktiver Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteinander von Be- wohnerinnen und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund sind Ver- schönerungs- und Verbesserungsmaßnahmen im von vielen so- zialen Problemlagen betroffenen Sozialraum Meschenich und Rondorf von besonderer Bedeutung. Zielgruppe − Hauseigentümer − Eigentümergemeinschaften Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 179 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Mieter und Nutzungsberechtigte Ziele Operatives Ziel − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen Projektziele − Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum soll verbessert werden − Aufwertung des Wohnumfeldes − Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch ein attraktiveres Wohnumfeld − Steigerung der privaten Investitionen im Sozialraum Indikatoren − Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm − Anzahl der durchgeführten Beratungen Kosten − Gesamtkosten für den Sozialraum: 255.568,00€ Davon 2017: 42.595,00 € Davon 2018: 85.189,00 € Davon:2019: 85.189,00 € Davon: 2020: 42.595,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2020 Projektverantwortlicher − Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung − Städtebauförderung Bemerkung Der Baustein „Entsiegelung“ der im Rahmen der Förderrichtlinie Stadterneuerung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt wird, soll innerhalb des Haus- Hof – und Fassadenprogramms explizit nicht gefördert werden, da die Stadt Köln das Thema „Entsiege- lung“ im Rahmen der Maßnahme 4.0.2 „Grüne Höfe, Grüne Plät- ze“ sowohl für private als auch für öffentliche Flächen zur Förde- rung anbietet. Eine entsprechende Anpassung wird in der zu erarbeitenden Richtlinie zum Haus, Hof- und Fassadenprogramm erfolgen. 180 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 181 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung Bereits in der Phase der Konzepterstellung wurden mit Blick auf die Umsetzung des Pr o- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Arbeitsstrukturen aufgebaut, an denen für die U m- setzungsphase angeknüpft werden soll. Die Eckpunkte zu Strukturen und Verfahren sind mit Nennung der an der Umsetzung beteiligten Akteure und ihrer Rollen in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Abbildung 21: Organisationsmodel zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzep- tes „Starke Veedel – Starkes Köln“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Das daraus abgeleitete Organisationsmodell bildet zunächst die organisatorische Ausgang s- struktur der Stadt Köln in der Vorbereitungsphase für die Umsetzung der Maßnahmen. Diese Vorbereitungsphase dient der Planung und Durchführung aller für die Umsetzung erforderl i- chen Arbeiten (siehe unten). Im Rahmen einer Prozesssteuerung sollen die bei der Evaluation von MÜLHEIM 2020 er- kannten Optimierungspotenziale einer zentralen Steuerung bei dezentraler Umsetzung be- rücksichtigt werden, um die erforderlichen Strukturen und Verfahren auf die Anforderungen des neuen Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ möglichst effizient umzusetzen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Vermeidung von Doppelstrukturen und Redundanzen in der Auf- gabenwahrnehmung, die Steigerung der Arbeitseffizienz, eine Optimierung der Ressourcen und des Know-hows der Beteiligten sowie der integrierten, ämterübergreifenden Zusammen- arbeit. Ziel ist es, mit Beginn der Umsetzungsphase ein optimales Organisationsmodell i m- plementiert zu haben oder zeitnah zu entwickeln. 182 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Als zentrales Entscheidungs - und Steuerungsgremium des neuen Programms ist ein Len- kungskreis vorgesehen. Dieser ist hochrangig besetzt und trifft alle für die Planung und Durchführung des Programms wesentlichen Entscheidungen. Die für die Vorbereitung der Umsetzungsphase erforderlichen Arbeiten übernimmt das Steu- erungsteam in Zusam menarbeit mit den Fach - und Bürgerämtern. Das Steuerungsteam bündelt Erfahrungen, z.B. zu den Themen Projektsteuerung, Bürgerbeteiligung, Öffentlic h- keitsarbeit, Finanzen, Förderung und Vergabe. Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen unkompliziert zu bündeln, wird für jeden S o- zialraum eine konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt und zum anderen die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet. In der Vorbereitungsphase kümmert sich der koordinierende Bereich des Steuerung steams insbesondere um die Vorbereitung der Antragstellungen von Fördermitteln für das neue Pr o- gramm. Weiterhin wird der begonnene Prozess der Bürgerinnen - und Bürgerbeteiligung, dem im neuen Programm eine hohe Bedeutung zukommt, weitergeführt und durch Maß- nahmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die durch die Fachämter zu erstellenden Kon- zepte und darauf aufbauenden Leistungsbeschreibungen dienen als Grundlage späterer Ausschreibungen. Eine entscheidende Bedeutung für den erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase ist der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen dem koordinierenden Steue- rungsteam und den Dezernaten / Fachämtern beizumessen. Im Rahmen dieser Zusammen- arbeit sind im Bedarfsfall die Grundlagen für die Erweiterung des Steuerungsteams um zent- rale Steuerungs- und Koordinationsaufgaben für die Umsetzungsphase zu entwickeln. Dar- über hinaus werden die Fragen einer künftigen, förderfähigen Einbindung von Externen be- ziehungsweise von Beschäftigten der Fachämter abgestimmt. Parallel dazu erfolgt auch ein Austausch mit den Bürgeramtsleitungen und der Sozialraum- koordination über die Weiterentwicklung und zielgerichtete Ergänzung der vorhandenen Strukturen in den Sozialräumen um die Koordination der Maßnahmen des IHKs sicherzustel- len. Dabei wird insbesondere das Quartiersmanagement die örtliche Sozialraumkoordination sinnvoll unterstützen und entlasten. In enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort soll die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt und insbesondere die Abwicklung des Verfügung s- fonds begleitet werden. Für den Erfolg des Programms wird die prozessbegleitende Entwicklung der Umsetzung s- struktur von entscheidender Bedeutung sein. Ziel ist es auf aktuelle Anforderungen reagieren zu können und ein zentrales Schnittstellenmanagement aufzubauen. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 183 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabelle 5: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozial- raum Mesche- nich und Ron- dorf Finanzierung aus 2016 2017 2018 2019 2020 übergreifend 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 664.086,50 € Städtebauförderung 108.333,50 € 191.796,00 € 183.942,00 € 180.015,00 € übergreifend 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 44.089,50 € Städtebauförderung 11.305,00 € 11.305,00 € 11.305,00 € 10.174,50 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.5 Integration auch von zugewanderten Kindern, Ju- gendlichen und jungen Erwachsenen mit Flücht- lingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit im Sozialraum Mesche- nich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 254.520 € ESF 127.260 € 127.260 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Ju- gendarbeit Köln in Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 26.900 € ESF 13.450 € 13.450 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugend- liche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnis- sen im Rahmen von Jugendintegrationskursen im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 134.028 € ESF 67.014 € 67.014 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen; hier für den Sozial- raum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 16.260 € ESF 8.130 € 8.130 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.17 Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteileltern im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 302.227 € EFRE 108.924 € 96.651 € 96.651 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbil- dung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Fami- lienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganztags im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 200.608 € ESF 100.304 € 100.304 € 184 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 185 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozial- raum Mesche- nich und Ron- dorf Finanzierung aus 2016 2017 2018 2019 2020 Früh ansetzende Hilfen 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im Sozial- raum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 68.571 € ESF 34.285 € 34.285 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.21 Ferienschulen im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 23.391 € gegebenenfalls ge- eignetes Landes- programm des MFKJKS oder MSW oder des BAMF (Sprachkurse) 11.695 € 11.695 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 394.440 € ESF 197.220 € 197.220 € Öffentlicher Raum 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum Meschenich und Rondorf: Weiterent- wicklung Spielplatz Alte Kölnstraße übergreifend (alle Sozial- räume) 140.000 € EFRE mit Kofinan- zierung über Städ- tebauförderung 23.333,33 € 79.666,67 € 26.666,67 € 10.333,33 € Öffentlicher Raum 2.8.3 Aufbau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf – Machbarkeitsstudie Meschenich und Rondorf 80.000 € Städtebauförderung 5.000 € 25.000 € 50.000 € Öffentlicher Raum 2.8.3 a Bau einer Begegnungsstätte im Sozialraum Meschenich und Rondorf Meschenich und Rondorf 3.000.000 € Städtebauförderung Öffentlicher Raum 2.8.3 b Entwicklung und Errichtung einer Interimsbegeg- nungsstätte Meschenich und Rondorf 250.000 € Städtebauförderung 250.000 € Öffentlicher Raum 2.8.5 Machbarkeitsstudie zur Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden (Sozialraum Meschenich und Rondorf) Meschenich und Rondorf 63.000 € EFRE 12.000 € 40.000 € 11.000 € Öffentlicher Raum 2.8.5 a Radschnellwegverbindung in den Kölner Süden (Sozialraum Meschenich und Rondorf) Meschenich und Rondorf 8.500.000 € EFRE Öffentlicher Raum 2.8.6 „Vertiefende Untersuchung Kölnberg“ Meschenich und Rondorf 550.000 € Städtebauförderung 70.000 € 170.000 € 170.000 € 140.000 € Öffentlicher Raum 2.8.6 a Neugestaltung des öffentlichen Bereichs „Ortsein- gang Meschenich“ Meschenich und Rondorf 4.000.000 € Städtebauförderung Öffentlicher Raum 2.8.7 Umgestaltung der Kapellenstraße und der Rondor- fer Hauptstraße in Köln-Rondorf Meschenich und Rondorf 1.800.000 € Städtebauförderung 70.000 € 70.000 € 70.000 € 590.000 € (weitere Kosten nach 2020) 186 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 187 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozial- raum Mesche- nich und Ron- dorf Finanzierung aus 2016 2017 2018 2019 2020 Wirtschaft und Quali- fizierung 3.0.1 „CheckPraxis“ – Schule und Praxis im Dialog für Schülerinnen und Schüler aus dem Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend 26.196 € ESF 6.549 € 13.098 € 6.549 € Wirtschaft und Quali- fizierung 3.8.2 Jobcoach im Sozialraum Meschenich und Rondorf mit Schwerpunkt Kölnberg Meschenich und Rondorf 351.052 € ESF 175.526 € 175.526 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze Maßnahme im Sozialraum Meschenich und Ron- dorf übergreifend 83.050 € EFRE 29.350 € 29.350 € 24.350 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawan- dels Maßnahme im Sozialraum Meschenich und Ron- dorf übergreifend 54.000 € BMUB-Programm (Klima), BMBF 20.000 € 20.000 € 14.000 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.6 Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrs / Um- welt-sensitive Verkehrssteuerung auf der Brühler Landstraße Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend 40.000 € EFRE 10.000 € 20.000 € 10.000 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesse- rung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität im Sozialraum Meschenich und Rondorf übergreifend 43.520 € EU-Förderprogramm LIFE oder MKULNV 970 € 25.150 € 17.400 € Wohnen 5.0.2 „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier – Am Kölnberg“ Mieter- /Nachbarschaftsarbeit und Quartiershaus- meister übergreifend 399.166 € Städtebauförderung für Modul A, ESF für Modul B 154.049 € 154.049 € 91.069 € Wohnen 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozial- raum Meschenich und Rondorf übergreifend (alle Sozial- räume) 255.568,00 € Städtebauförderung 42.595,00 € 85.189,00 € 85.189,00 € 42.595,00 € 188 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 189 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 12. Anhang Anhang 1: Städtische Konzepte Themenfeld: Früh ansetzende Hilfe Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft (2012) Das in 23 Arbeitsgruppen in einem zweijährigen Arbeits- und Beteiligungsprozess formulierte Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft bildet die zentrale Leitlinie für die kommunale Integrationsarbeit der nächsten Jahre. Es geht von dem Grundsatz aus, dass nur eine integrierte und für Veränderung offene Stadtgesellschaft erfolgreich und für alle g e- winnbringend die Herausforderungen der globalisierten Zukunft bewältigen kann. Daneben fußt es im Sinne des Inklusions - und Genderansatzes au f dem Grundgedanken, dass Ver- schiedenheit der Normalfall ist und dass jeder einzelne Mensch in seiner Besonderheit a k- zeptiert werden und seine Potenziale einbringen können soll. Ein Drittel der in Köln lebenden Menschen hat aktuell, mit steigender Tendenz , einen sog e- nannten Zuwanderungshintergrund. Statistisch gesehen ist feststellbar, dass sowohl selbst Zugewanderte als auch Menschen mit erkennbarem familiärem Zuwanderungshintergrund im Durchschnitt sozial und wirtschaftlich schlechter gestellt sind als die sogenannte Mehr- heitsgesellschaft. Insofern gilt: „ Integration ist eine dauerhafte politische und gesellschaftl i- che Aufgabe, die alle in der Stadt (im Land) lebenden Menschen betrifft. Ziel der im Konzept beschriebenen präventiven und „nachholenden“ Maßnahmen zur Integrationsförderung ist es, den Kölnerinnen und Kölnern mit Zuwanderungshintergrund eine gleichberechtigte Tei l- habe am wirtschaft lichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben zu ermögl i- chen und für Toleranz, Akzeptanz und wec hselseitigen Respekt zwischen den Bevölk e- rungsgruppen zu werben. Das ergänzende "Interkulturelle Maßnahmenprogramm - Maßnahmenempfehlungen" ist die Zusammenstellung von Ideen zur Weiterentwicklung des Prozesses der Integration. Es be- findet sich aktuell (Stand: Juni 2015) in der politischen Beratung. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/integration/konzept-zur-staerkung-der- integrativen-stadtgesellschaft − Handlungskonzept Behindertenpolitik (2009) In Köln leben mehr als 100.000 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung und weitere rund 50.000 Menschen mit einer Behinderung von 20 bis 40 Prozent. Nicht nur für sie sind barrierefreie und inklusive Strukturen und Angebote notwendig. Auch alle anderen - ganz gleich, ob sie in Köln wohnen oder die Stadt nur kurzfristig besuchen - profitieren da- von. So ist bekannt, dass eine barri erefrei zugängliche Umwelt für etwa 10 Prozent der B e- völkerung zwingend erforderlich, für etwa 30 bis 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel ist, also ein Qualitätsmerkmal darstellt. Die Aufgabe des Handlungskonzeptes ist es, die Informationen über die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Köln zu verbessern, den Blick für Stärken und Schwächen der Kölner Behindertenpolitik und der bestehenden Hilfesysteme zu schärfen, kurz - und mit- telfristige Ziele zu entwickeln, einen Maßnahmenpl an abzustimmen, der zukünftig als Leitf a- den für eine koordinierte und zielorientierte Behindertenpolitik in Köln dient. Der 1. Folgebericht legt den Fokus auf die Situation von Menschen mit Behinderung in dem Bewusstsein, dass die Bedeutung von Inklusion sehr viel umfassender ist. Die Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zur Förderung einer uneingeschränkten Teilhabe von Men- 190 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ schen mit Behinderung zeigen jedoch, dass sie die Teilhabe aller Menschen erleichtern und damit wichtige Schritte zu einer inklusiven Entwicklung sind. Um das Engagement einzelner Menschen, Organisationen und Betriebe zu würdigen und bekannt zu machen, wird in 2015 zum siebten Mal der Kölner Innovationspreis Behinderten- politik (KIB) ausgeschrieben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/behinderung/handlungskonzept-zur- koelner-behindertenpolitik − − „Plan für ein seniorenfreundliches Köln“ (2002) Aktuell gibt es in Köln mehr als 40 SeniorenNetzwerke in den Kölner Stadtteilen. Bereits im Oktober 2002 gingen die ersten SeniorenNetzwerke in den Stadtteilen mit Meschenich, Poll und Kalk an den Start. Prozessbegleitende politisch gewählte Gremien sind − Integrationsrat − StadtArge Behindertenpolitik − StadtArge Seniorenpolitik Zentrale und präventiv wirkende Zielsetzungen der Netzwerke sind: − das Leben in der Gemeinschaft zu fördern, − Selbstverantwortung der Seniorinnen und Senioren zu stärken, − Beteiligung von älteren Menschen am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, − Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe anzuregen, − Bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und − altersspezifische Angebote in Bildung, Kultur, Freizeit und Sport zu. Weitere Informationen unter: http://www.seniorennetzwerke-koeln.de/snw/snw_web.nsf/id/pa_startseite.html − Seniorenfreundliches Köln – Weiterentwicklung der Seniorenarbeit 2015- 2015 (Sep- tember 2014) Köln ist eine Stadt in der die Zahl alter und hochaltriger Menschen kontinuierlich zunimmt. Das seniorenfreundliche Köln will sich in seinen Angebotsstrukturen darauf einstellen. Es soll sich auszeichnen durch: − bedarfsgerechte und gut erreichbare, barrierefrei zugängliche Information und Beratung, − vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten Engagement und Selbsthilfe bereiter Seni o- rinnen und Senioren, − integrierte und passgenaue Angebote, die ein selbständiges Leben in der ei ge- nen Wohnung such im hohen Alter und mit Handicaps ermöglichen, − ein in der Öffentlichkeit verankertes Bewusstsein für die Lebenssituation und B e- dürfnisse alternder Menschen. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 191 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Eckpfeiler der kommunalen Seniorenarbeit sind die in den Stadtbezirken wirkenden Pro- gramme: Seniorenberatung, Senioren / Netzwerke, Entlastungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und haushaltsnahe Dienstleistungen − Rahmenkonzept der Kölner Bürgerhäuser und Bürgerzentren Ausgehend von städtischen Konzepten wie Leitbild der Stadt Köln, Leitlinien für ein soziales Köln etc. und übergeordneten Arbeitsprinzipien wie Prävention, Integration, Inklusi- on/Barrierefreiheit und Gender Mainstreaming arbeiten die Kölner Bürgerhäuser/-zentren nach der vom Rat 2007 verabschiedeten Rahmenkonzeption. Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren: Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren haben eine wesentliche Funktion in der Schaffung von Möglichkeiten zur Begegnung der Menschen. Sie bieten eine Infrastruktur sowohl zu eigen- aktivem Handeln als auch zu konsumtiven Verhalten. Als lebendiger und offener Treffpunkt fördern sie den sozialen, kulturellen und politischen Dialog der Menschen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren beteiligen sich mit ihren Angeboten aktiv an der Gestal- tung des Stadtteils und des Stadtbezirks mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung. Sie fördern die Integration aller Kulturen und sozialer Schichten, sowie die Verbindung zwischen den Generationen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren verfolgen das Ziel möglichst viele Menschen zu aktivie- ren, um eigenverantwortliches Handeln zu erreichen und/oder für ehrenamtliches Engage- ment zu motivieren. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren sind Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil und im Stadtbezirk. Sie bilden eine Informationsplattform in Verbindung mit Bera- tungsleistungen. Die Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren werden im Rahmen von Handlungsfeldern umgesetzt: − Handlungsfeld Kultur − Handlungsfeld Erziehung, Bildung und Qualifizierung − Handlungsfeld Beratung − Handlungsfeld Sozialraumorientierte Gemeinwesenarbeit − Handlungsfeld bürgerschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement − Handlungsfeld Ökologie − Handlungsfeld Gesundheitsförderung Die Handlungsfelder können je nach Ausrichtung der Einrichtung und den Gegebenheiten "vor Ort" eingeschränkt oder durch weitere inhaltliche Schwerpunkte ergänzt bzw. erweitert werden wie z.B. Wohnen, gesellschaftspolitische Bildung usw. Mit 11 der 14 Kölner Bürgerhäuser/-zentren werden jährlich auf Grundlage der Rahmenkon- zeption Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen 192 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Köln 2011“ Der Rat der Stadt Köln hat im Herbst 2011 die „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwick- lungsplanung Köln 2011“ beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Es handelt sich hierbei um ein strategisches Rahmenkonzept, mit dem Ziele, Herausforderun- gen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschrieben und Lösungsansätze erörtert werden. Das Konzept verfolgt eine lebenslaufbezogene Perspektive auf die Bildungsbereiche, sieht Kinderarmut, Inklusion und Integration als zentrale Herausforderungen und erörtert sozial- räumliche A nsätze zur Verbesserung von Lebensverhältnissen und Bildungschancen. Die vorgeschlagenen Lösungen sind in öffentlichen Sitzungen aller neun Bezirksvertretungen mit einem um Bildungsakteure vor Ort erweiterten Teilnehmerkreis ausführlich erörtert worden. Die zahlreichen wertvollen Anregungen, Hinweise und Vorschläge sind in die Planungen aufgenommen worden. Vor diesem Hintergrund sind in den Folgejahren Konkretisierungs - und Teilpläne entwickelt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt worden, zum Beispiel die „Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011“, der „Inklusionsplan für Kölner Schulen 2012“, die „Konkretisierung der Schulentwicklungsplanung Köln 2012“, die halbjährlichen „Statusberichte zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Köln“ (seit 2011), die „Sc hulent- wicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs und Weiterbildungskollegs in Köln 2015“ oder die „Kinder- und Jugendförderplanung Köln 2015 – 2020“ (in Vorbereitung). Die Int e- grierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der Stadt Köln wird in einer Publikation des Ministeriums für Arbeit und Soziales des Landes Nordrhein -Westfalen (2011) „Moderne Sozialplanung“ als Beispiel „guter Praxis“ vorgestellt. Besondere Erwähnung finden unter anderem der gewählte Planungsansatz einer „local governance“ und dass den Planungen unterliegende Indikatorenmodell der Sozialraumanalyse mit seinen zu Indizes zusammen gefassten Bildungs - und Sozialindikatoren auf kleinräumiger Ebene von Stadtteilen und Stadtvierteln Kölns. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/jugendhilfebericht_2011.pdf Kölner Bildungsbericht – Bildungsmonitoring 2012 Der Kölner Bildungsbericht schafft Transparenz im Bildungsgeschehen und stellt aussagef ä- hige „Daten für Taten“ zur Verfügung. Er widmet sich besonders zentralen Fragestellungen wie den Übergängen zwischen den Schulformen bis hin zur Ausbildung und in den Beruf. Außerdem wird der sprachlichen Bildung in fr ühen Lebensphasen, dem informellen Lernen und der Bildungsberatung besonderer Stellenwert eingeräumt. Dabei richtet sich der Blick immer auch auf die Stadtbezirke und Stadtteile Kölns, beispielsweise um deutlich zu m a- chen, wo Kinder und Jugendliche unter e rschwerten Bedingungen aufwachsen, die die Bi l- dungsbeteiligung und den Bildungserfolg beeinträchtigen können. Auch für Köln lässt sich nachweisen, dass Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in hohem Maße von der sozialen Herkunft abhängen und entspr echend sozialräumlich stark unterschiedlich verteilt sind. Gleichzeitig wird im Bildungsbericht beispielhaft aufgezeigt, dass präventive Maßnah- men wirksam sind. So konnte für die sprachliche Bildung und Förderung im Elementarbe- reich nachgewiesen werden, dass der Sprachförderbedarf geringer ist, je länger ein Kind eine Kindertageseinrichtung bereits besucht. Besonders auffällig waren die Ergebnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund: mit jedem zusätzlichen Jahr in der Kita halbiert sich na- hezu der Anteil, der Sprachförderung benötigt. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/bildungsbericht2012-barrierefrei.pdf Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 193 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bildungsstrategie der Stadt Köln Für gerechte Bildungs - und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: Erstens wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs - und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern. Zweitens kommt die Stadt der zentralen Maxime städtischer Armutsbekämpfung in einem sozialräum- lichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandeln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bi l- dung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade sol che Einrichtungen und Angebote noch einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen ver- besserte Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen. Es gibt in Köln eine Vielzahl von Präventionsangeboten für Kinder und Jugendl iche. Im Fol- genden sollen beispielhaft zwei „große Blöcke“, die gleichsam zentrale Bausteine der kom- munalen Präventionskette in Köln darstellen, ausführlicher dargestellt werden. Mit Blick auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen haben insbesondere der Ausbau der Kindert a- gesbetreuung und die schulische Ganztagsbildung einen ausgesprochen hohen bildungs - und gesellschaftspolitischen Stellenwert: Für die Eltern spielt eine flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle für die Ver einbarkeit von Familie und Beruf (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst ergeben sich verbesserte Bildungschancen, ins- besondere wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt). − Im laufenden Kindergartenjahres 2014/15 liegt die Versorgungsquote der Kindert a- gesbetreuung für unter 3- Jährige in Köln stadtweit bei 40% und hat sich damit seit dem Kindergartenjahr 2006/07 verfünffacht. Die Versorgungsquote für die 3- jährigen und älteren Kinder in Köln mit Kindergartenplätzen liegt bei 100%. Vor dem Hinter- grund zukünftig voraussichtlich weiter stark steigender Geburten- und Kinderzahlen in Köln und einer weiter zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz der Betreuung von Kleinkindern bestehen weiterhin erhöhte Ausbaubedarfe in der Kindertagesbetreu- ung. Dies dokumentieren auch die Ergebnisse einer jüngst als Vollerhebung durchge- führten, mehrsprachigen Befragung aller rund 30.000 Eltern mit unter 3- jährigen Kin- dern in Köln, nach der der gesamtstädtische Bedarf U3 bei 52% liegt. − Im Schuljahr 2014 / 2015 sind in Köln stadtweit 26.500 Plätze im Bereich der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich (OGS) an 155 Offenen Ganztagsschulen eing e- richtet. Die gesamtstädtische Versorgungsquote liegt aktuell bei 75%. Auf der Grund- lage aktueller Bedarfsabfragen und -analysen soll die Zahl der OGS-Plätze im nächs- ten Schuljahr 2015 /2 016 stadtweit auf 27.900 erhöht werden. Die Versorgungsquote liegt dann bei 78%. Der freiwillige kommunale Anteil an der Finanzierung des offenen Ganztags im Schuljahr 2014 / 2015 beträgt rd. 17 Millionen Euro. − Im Schuljahr 2014 / 2015 sind in Köln insgesamt 60 weiterführende Schulen gebun- dene Ganztagsschulen. Der Anteil der Ganztagsplätze an den Plätzen in den Ei n- gangsklassen der weiterführenden Schulen in Köln liegt aktuell bei 65%. Im nächsten Schuljahr werden sich zwei weitere Schulen zu Ganztagsschulen weiterentwickeln. Die Versorgungsquote steigt dann auf 68%. − Gerade Kindertageseinrichtungen, die besonders vielen Kindern aus sozial benac h- teiligten Lebensverhältnissen verbesserte Bildungschancen eröffnen, werden in Köln zu Familienzentren weiterentwickelt und / oder erhalten zusätzliche finanzielle Förde- rungen als plusKITA -Einrichtungen und Kindertageseinrichtungen mit zusätzlicher Sprachförderung nach KiBiz. Im Kindergartenjahr 2014 / 2015 g ibt es in Köln insg e- samt 108 Familienzentren, weitere 6 werden im nächsten Kindergartenjahr dazu kommen. Familienzentren in Köln sind entsprechend den Empfehlungen des Minist e- riums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen („Kleinräumige Auswahlkriterien zur Förderung von Kindertageseinrichtungen und 194 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Familienzentren mit besonderem Unterstützungsbedarf – Hinweise für Städte, Kreise und Gemeinden“) überwiegend in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts- und Bildungs- risiko eingerichtet. − Seit dem Kindergartenjahr 2014 / 2015 werden zudem insgesamt 128 Kindertages- einrichtungen in Köln als plusKITA -Einrichtungen und 401 Kindertageseinrichtungen als Einrichtungen mit zusätzlicher Sprachförderung nach den §§ 16a und b in Verbi n- dung mit 21a und b KiBiz gefördert. Weitere 45 Kindertageseinrichtungen werden analog der plusKITA -Idee mit freiwilligen städtischen Mitteln gefördert, wodurch die „Bildungsgerechtigkeitsmittel“ des Landes verstärkt werden. − 50 Grundschulen, die nach einem Sozialinde x der Jugendhilfe- und Schulentwic k- lungsplanung ausgewählt wurden, erhalten erhöhte, noch über die regelmäßig geleis- teten, freiwilligen städtischen Leistungen hinausgehende OGS -Fördermittel. Im Rah- men dieser Sozialindizierung wurden wohnortbezogene Schüler daten mit kleinräumi- gen Informationen zu Anzahl und Anteil der Kinder im Grundschulalter, die in SGB II - Bedarfsgemeinschaften leben, so miteinander verknüpft, dass eine Abschätzung des Armuts- und Bildungsrisikos der Schülerschaft jeder Grundschule in Köln ermöglicht wird. − Der Einsatz von Schulsozialarbeitern in Schulen folgt ebenfalls nach Kriterien der s o- zialen Benachteiligung, der Inklusion und der Integration. Aktuell werden in Köln von kommunaler Seite insgesamt 132 Stellen Schulsozialarbeit eingesetzt. Hier kommen zum Teil freiwillige städtische Fördermittel zum Einsatz, zum Teil – nach Auslaufen der Mittel im Rahmen des Bildungspaketes – Fördermittel des Landes. Mit seinen Versorgungsquoten in den Bereichen Kindertagesbetreuung für unter 3- Jährige, Offene Ganztagsschule im Primarbereich und Ganztag in der Sekundarstufe I belegt Köln im interkommunalen Vergleich in Nordrhein- Westfalen vordere Plätze. Hierin und auch in die erhöhte Förderung von Bildungsinstitutionen in Stadtgebieten mit erhöht em Armuts- und Bil- dungsrisiko gehen – neben Landesförderungen – erhebliche städtische Eigenmittel ein. Die gesamten Aufwendungen des Dezernates für Bildung, Jugend und Sport liegen bei über 1 Milliarde Euro, wobei nur ein Viertel des Betrags durch Erträge, beispielsweise auch Landes- fördermittel, gegen finanziert ist. Neben der Förderung von Bildungschancen im Kontext von Kindertageseinrichtungen und Schule, die vorgehend beispielhaft skizziert wurde, unternimmt das Bildungsdezernat der Stadt Köln weitere erhebliche Anstrengungen in vielen Handlungs - und Bildungsbereichen unter anderem in den Bereichen Familienberatung, Weiterbildung / Grundbildung / Volk s- hochschule, Kinder - und Jugendarbeit und Sportförderung. Trotz der beschriebenen A n- strengungen und Inves titionen in den Bildungsbereich ist mit Blick auf hohe Kinderarmut s- quoten gerade in den elf Sozialräumen in Köln gleichwohl festzuhalten, dass die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für gelingendes Aufwachsen und gleiche Bindung s- chancen für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin sehr groß sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/bildung-und-schule/ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 195 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kulturförderung Die Stadt Köln hat ein hohes Selbstverständnis als Kulturstadt anerkannt zu sein. Als größte Stadt in Nordrhein-Westfalen bietet sich daher ein sehr vielfältiges und aktives Bild der Kul- turszene. Die Kulturförderung versteht sich in diesem Sinne auch als Q uerschnittsaufgabe, deren Wirkung in dem ersten Kulturbericht zu den Jahren 2013 und 2014 13 ausführlich be- schrieben ist. Die folgende Bestandsanalyse der Kulturförderung in Köln bezieht ausschließ- lich auf die institutionalisierte Kulturförderung. Die institutionalisierte Kulturförderung, die von der Stadt angeboten wird umfasst alle Berei- che der Hochkultur mit Oper, Schauspiel, Gürzenich- Orchester, Puppenspiele und Museen sowie der Stadtbibliothek. Darüber hinaus ist das Historische Archiv dort angebunden. D ie städtischen Angebote haben einen sehr starken räumlichen Bezug zum Innenstadtbereich und direkt angrenzenden Stadtteilen Kalk und Mülheim. Ein Angebot in den Sozialräumen findet sich Mülheim-Nord und Keupstraße mit den Depots 1 und 2 der Städtischen Bühnen, Kalk mit der Halle Kalk sowie in Chorweiler und Neubrück, in denen Stadtteilbibliotheken vorhanden sind 14. Neben der institutionalisierten Kulturförderung werden die Angebote der „freien Szene“ in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Theater, Tanz, Film, Musik, Popmusik und Interkultur finanziell unterstützt. Die Förderung konzentriert sich auf professionalisierte Angebote von Kultur in den unterschiedlichen Sparten und grenzt sich damit bewusst gegen das aus- schließlich räumlich orientierte Angebot de r „Veedelskultur“ ab. Die Förderung der „freien Szene“ wird wiederum in die Förderung von Kulturinstitutionen mit festen Spielstätten und in die Projektförderung differenziert, die sich sowohl auf Künstlerförderung (Einzelpersonen), als auch auf Ensembles und Gruppen und auch auf Projekte in den Spielstätten beziehen kann. Darüber hinaus werden Ateliers für Bildende Künstler und Proberäume für Gruppen der Popkultur angeboten. Der räumliche Bezug der institutionalisierten Kulturförderung von Spielstätten spiegelt sich ebenfalls mit einem deutlichen Schwerpunkt in der Innenstadt sowie auch in Ehrenfeld, Kalk und Sülz / Klettenberg. Die Nutzung von Ateliers und Proberäumen ist in den Sozialräumen Meschenich und Rondorf, Humboldt /Gremberg und Kalk und angrenzend an die Sozialräu- men Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord und Bocklemünd / Mengenich vorhanden. Der Ausbau des kulturellen Angebotes in den Sozialräumen ist ein wichtiger Baustein für Verbesserung der Integration benachteiligter Gruppen in Arbeit, Bil dung und in die Gemei n- schaft. Ziel ist auch, durch die Einbindung der Kulturförderung in die Handlungsfelder und Maßnahmen in den Programmgebieten, die Kulturstadt Köln noch stärker auf die Randgebie- te des Stadtgebietes auszuweiten. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/koelner-kulturbericht 13 Weitere Erläuterungen zum Kulturbericht der Stadt Köln können dem Anhang entnommen werden 14 Eine Übersichtskarte zur Lage städtischer kultureller Einrichtungen (Museen, Ateliers/proberäumen, Theater und Kulturinstituten) findet sich im ersten Abschnitt der Bestandsanalyse (Themenfeld: De- mographische und soziale Situation). Eine genauere Übersicht über die Lage der Einrichtungen kann den Karten für jeden Sozialraum im 2.1.1 entnommen werden. 196 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Themenfeld: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Klimaschutzkonzept - Zum Schutz des Klimas und der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Köln Das Integrierte Klimaschutzkonzept umfasst übergreifend den gesamten Energie- und Mobi- litätsbereich. Für die Erstellung des "Integrierten Klimaschutzkonzept Köln" wurden Au fträge in Höhe von 197.308 Euro erteilt. Mit dem Konzept liegt für Köln ein Programm vor, das bei ganzheitlicher Umsetzung erheblich dazu beiträgt, den begonnenen Klimaschutzprozess der Stadt Köln fortzusetzen und den Verpflichtungen aus dem Bürgermeisterk onvent nachz u- kommen, nämlich einer 20- prozentigen Steigerung der Energieeffizienz, einer 20- prozentigen Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und einer 20-prozentigen Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020. Das Konzept mit dem gesamten Energie- und Mo- bilitätsbereich hat der Rat der Stadt Köln im April 2014 zur Kenntnis genommen. Das Kon- zept leistet darüber hinaus einen Beitrag, die selbst auferlegten CO2- Minderungsziele zu erreichen und ergänzt das Kooperationsprojekt „Smart City Cologne“. Mit ei nem Beschluss hat der Rat 13 konkrete Maßnahmen aus dem Gesamtkonzept, für 2014 zur weiteren schnel- len Bearbeitung und Einzelbeschlussfassungen auf den Weg gebracht und ermöglicht es weitere Fördermittel von Bund und Europäischer Union zu beantragen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/integrierte-klimaschutzkonzepte- energie-und-verkehr Freiflächensystem der Stadt Köln Köln verfügt über ein gesamtstädtisches Freiflächensystem, das auf die Planungen von Fritz Schumacher in den 1920er Jahren zurückgeht. Die nachfolgenden Generationen haben kon- tinuierlich auf dieser Zielformulierung aufgebaut, ohne diese in Frage zu stellen. Heute ist dieses gesamtstädtische Freiflächensystem mit seinen wesentlichen Elementen, dem Inne- rer und Äußerer Grüngürtel und den verbindenden radialen Grünzügen, ein wesentliches Element der Stad tstruktur, das sowohl aus klimatischer, ökologischer als auch erholung s- funktionaler Sicht von großer Bedeutung ist. In den zurückliegenden Jahren konnten hierauf aufbauend weitergehende Ziele formuliert werden um das Freiflächensystem weiter zu entwickeln und weiter zu qualifizieren. Die Aus- weisung von Kompensationsflächenpools in den radial vom Äußeren Grüngürtel zur Stadt- grenze führenden Grünzügen, die Weiterentwicklung in die Region (RegioGrün) und die E r- arbeitung eines Entwicklungskonzeptes für den Äußeren Grüngürtel sowie die geplante Ver- längerung des Inneren Grüngürtels sind als vorausschauende Strategie vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und des Klimawandels zu verstehen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/regiogruen http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/ Stadtklima in Köln Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NORDRHEIN -WESTFALEN, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die Ergebnisse in der Studie: „ Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Metropole Köln - Ab- schlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 197 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel anzupassen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon heute eine deutliche Aufheizung (Wärmei n- sel) der dicht bebauten Stadtteile und der Innenstadt gegenüber dem Umland besteht. Die im Rahmen der Studie durchgeführten Messungen zeigten Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30°C und die Somme r- tage, mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C er reicht werden. Die Zahl der Somme r- tage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeit i- gen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Planungshinweiskarte: Die Planungshinweiskarte zeigt für das gesamte Stadtgebiet auf, welche zukünftige Wärm e- belastung zu erwarten ist. Sie gibt Hinweise welche Gebiete besonders vom Klimawandel betroffen sein werden und welche wichtigen Kaltluftentstehungsgebiete im Stadtgebiet noch vorhanden sind. Sie gilt als wichtige Grundlage für Auswertungen zur Betroffenheit einzelnen Stadtteile beziehungsweise -bezirke. Mit der Darstellung − der Anzahl der heißen Tage für die Periode 2021 bis 2050 (als Maß für die zu erwar- tende Wärmebelastung), − der Verteilung der Grünzüge in der Stadt (als potentielle Frisch- und Kaltluftprodukti- onsflächen), − den Kaltluftflüssen (als Maß für die Möglichkeit der Verminderung der innerstädt i- schen Wärmebelastung), − der Windrose (woher weht der Wind wie häufig?), werden in der Planungshinweiskarte Größen zusammengeführt, welche die siedlungsklimat i- sche Situation und das Leben der Menschen in der Stadt beschreiben. Dadurch hilft diese Karte, die Empfindlichkeit der Flächen bei Nutzungsänderungen und den resultierenden kl i- matischen Folgen erkennen und bewerten zu können. Die Flächen der hoch und sehr hoch belasteten Gebiete können hierbei als klimatische S a- nierungsgebiete eingestuft werden, in denen sich Maßnahmen zur Verbesserung des Stadt- klimas aufdrä ngen, während die klimaaktiven, beziehungsweise sehr klimaaktiven Flächen eine sehr hohe Empfindlichkeit bei nutzungsändernden Eingriffen, Versiegelung und Bebau- ungsverdichtungen aufweisen. Diese beiden Klassen sollten als „Stadtklimatische Aus- gleichsflächen“ in ihrer klimatischen Funktion erhalten bleiben. Wichtige Eckpunkte einer klimawandelgerechten Planung sind die Freihaltung von Kaltluf- tentstehungsgebieten und Frischluftschneisen, die Durchgrünung der Stadt, aber auch die Berücksichtigung der Belange des Klimawandels bei Planverfahren. Betroffenheit: Der Stadtbewohner befindet sich in permanentem Austausch mit seinem urbanen Umfeld. Bewegt er sich im Freien, zum Beispiel in der Innenstadt zum Einkaufen, zum Spaziereng e- hen im Park oder ist er mit dem Rad unterwegs zum Arbeitsplatz, so wirken auf ihn die Luf t- temperatur, die Luftfeuchte, die Luftströmung und die Sonnenstrahlung ein. Im Gegensatz 198 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zum Aufenthalt im Freien ergeben sich beim Aufenthalt in Gebäuden andere Situationen. Hier werden Wohlbefinden sowie Wärmestress wesentlich durch die Innenraumtemperatur und Luftfeuchte in den Räumen bestimmt. Einerseits lassen sich durch technische Einric h- tungen wie Klimaanlagen optimale Innenraumtemperaturen erreichen. Andererseits können durch das hohe Wärmespeichervermögen der Gebäudehülle insbesondere nachts hohe Wärmebelastungen auftreten, falls keine entsprechenden Hilfsmittel vorhanden sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/das-projekt- klimawandelgerechte-metropole-koeln Themenfeld Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen: Stadtentwicklungskonzept Wohnen und Handlungskonzept Preiswerter Wohnungsbau / Kooperatives Baulandmodell Das am 11.02.2014 vom Rat beschlossene Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen sowie das im Vorgriff bereits am 02.11.2010 beschlossene Handlungskonzept Preiswerter Wohn- raum formulieren u. a. spezifische Ziel e und Leitlinien der Kölner Wohnungspolitik, die auch auf das Integrierte Handlungskonzept EFRE anzuwenden sind: − Ziel 3: Sicherung und Neubau öffentlich geförderter Wohnungen − Ziel 4: Anpassung der Wohnungsbestände gemäß der Anforderungen des demogr a- phischen Wandels und des Klimawandels − Ziel 5: Nachhaltig angelegte Wohnungspolitik − Ziel 6: Steigerung der Wohnzufriedenheit − Ziel 7: Abschluss einer Vereinbarung mit der Wohnungswirtschaft zur partnerschaftl i- chen Lösung der bevorstehenden Aufgaben in Neubau und Bestand − Leitlinie 2: Innenentwicklung vor Außenentwicklung − Leitlinie 3: Sozialen Ausgleich unterstützen – soziale Schieflagen vermeiden − Leitlinie 4: Partnerschaftliche Quartiersentwicklung fördern Zur Erreichung der Ziele und Leitlinien der Kölner Wohnungspolitik wird zurzeit ein Han d- lungsprogramm mit 22 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern umgesetzt. Insbesondere der mit dem Konzept begonnene, intensive Dialog mit der Wohnungswirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für quartierbezogenen Partnerschaften, die sich im EFRE Handlungspr o- gramm wiederfinden. Der Rat der Stadt Köln hat zudem am 17.12.2013 den Beschluss zum Kooperativen Bau- landmodell Köln gefasst, um die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums in Köln anzukur- beln. Das Kooperative Baulandmodell Köln nimmt diejenigen, die von einer Bodenwertsteige- rung profitieren, in die Pflicht, einen definierten Teil der geplanten Wohneinheiten für den geförderten Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen und sich stärker als bisher an den Fol- gekosten der Bauleitplanung zu beteiligen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/wohnen Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 199 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHZK) Das EHZK wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Er ist die wesentliche Handlungsgrundlage zur Sicherung und Stärkung des Kölner Zentrensystems, als Rückgrat der räumlich-funktionalen Ordnung der Stadt sowie zur Sicherung einer Wohnortnahen Nah- versorgung. Das EHZK definiert für alle 80 Kölner Geschäftszentren konkrete Handlung s- empfehlungen bezüglich Ausstattung, Branchenmix und enthält Aussagen bezüglich Hand- lungserfordernissen für unterversorgte Bereiche. Wesentliche Aussagen des EHZK sind in den Zentrenpässen der Programmgebiete wiedergegeben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels- und-zentrenkonzept-1 Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft Vor dem Hintergrund eines verstärkten Wettbewerbs um Betriebe, gerade auch des produ- zierenden Gewerbes, steigt die Bedeutung von geeigneten Konzepten die es ermöglichen, frühzeitig und angemessen auf die verschiedenen Bedarfe an Fläche und Infrastruktur zu reagieren. Den Wirtschaftsstandort Köln langfristig zu stabilisieren und zu stärken ist das Ziel des in Planung befindlichen Stadtentwicklungskonzeptes Wirtschaft. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Herausarbeitung der Flächenbedarfe, Flächenpotenz i- ale und ihrer Verfügbarkeit sowie die Darstellung von Konflikten der Flächennutzung in B e- zug auf Freiraum, Gewerbe- , Wohn- und Einzelhandelsnutzung. Die Heraus forderung ist dabei die verschiedenen Interessen und Bedarfe an Fläche nachhaltig und ressourcenscho- nend zu erfüllen. Themenfeld Öffentlicher Raum / städtebauliche Situation: − teilräumliche Entwicklungsplanungen (Rechtsrheinische Entwicklungskonzept Tei l- raum Nord, Handlungsprogramm Rechtsrheinische Perspektiven) − Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln − Stadtentwicklungskonzept Wohnen − Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik − Köln Mobil 2015 200 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 2: Anteil der Radfahrerinnen und Radfahrer in den elf Sozialräumen Sozialräume Stadtteile Anteil Fahrradnutzung am Anteil aller Wege in % Bickendorf, Westend und Ossendorf Bickendorf 7 Ossendorf 16 Bilderstöckchen Bilderstöckchen 8 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord Blumenberg 7 Chorweiler 7 Seeberg 7 Bocklemünd / Mengenich Bocklemünd / Mengenich 3 Buchheim und Buchforst Buchheim 5 Buchforst 6 Höhenberg und Vingst Höhenberg 5 Vingst 7 Humboldt / Gremberg und Kalk Kalk 9 Humboldt / Gremberg 8 Meschenich und Rondorf Meschenich 6 Rondorf 9 Mülheim-Nord und Keupstraße Mülheim 8 Ostheim und Neubrück Ostheim 4 Neubrück 14 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Porz 6 Finkenberg k.A. Gremberghoven 9 Eil 9 Stadt Köln gesamt 12 Quelle: Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten, 2006 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 201 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 3: Anteil an Ein- , Zwei - und Mehrfamilienhäusern am Gesamtbestand sowie Wohneinheiten der GAG (Stand 2013) Programmgebiet Stadt Köln Anteil Ein- und Zwei- familienhäu- ser Anteil Mehrf a- milienhäuser GAG-Bestand (Wohneinhei- ten) Bickendorf, Westend und Ossendorf 61% 39% 4.345 Bilderstöckchen 45% 55% 795 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 59% 41% 1.918 Bocklemünd / Mengenich 68% 32% 1.332 Buchheim und Buchforst 40% 60% 3.501 Höhenberg und Vingst 29% 71% 4.535 Humboldt / Gremberg und Kalk 14% 86% 2.799 Meschenich und Rondorf 86% 14% 332 Mülheim-Nord und Keupstraße 24% 76% 800 Ostheim und Neubrück 70% 30% 1.438 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 68% 32% 32 Stadt Köln 59% 41% 41.601 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 202 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 4: Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen in Prozent in den einzelnen Stadtteilen der elf Sozialräume Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 22,1 28,6 11,1 22 81,9 20,7 25,9 10,8 12 25,7 7,1 10,2 11,2 6,2 0,9 8,5 30,7 13,9 0 1,1 10,7 13,2 7,4 Bickendorf Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg Chorweiler Seeberg Bocklemünd/… Buchforst Buchheim Vingst Höhenberg Humboldt- Gremberg Kalk Rondorf Meschenich Mülheim Ostheim Neubrück Gremberghoven Eil Porz Finkenberg Stadt Köln - Anteil an öffentl. geförderten Wohnungen (Typ A) 2013 in Prozent Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 203 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 5: Kaufkraftindex nach Stadtteilen in den elf Sozialräumen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 85 90 95 100 105 110 115 Stadt Köln Eil Finkenberg Porz Neubrück Ostheim Mülheim-Nord / Keupstr. Rondorf Meschenich Kalk Humboldt-Gremberg Vingst Höhenberg Buchforst Buchheim Bocklemünd / Mengenich Chorweiler Blumenberg Bilderstöckchen Ossendorf Bickendorf - 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Kaufkraftindex 204 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 6: Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer Wohnun- gen und ihrem Wohnumfeld im Programmgebiet (2009) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 205 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 7: Anteil an Grünflächen pro Einwohner im Programmgebiet (m² je Einwohner) Sozialraum Kleingartenanla- ge Kinderspiel- platz Grünanla- ge Fried- hof Land- schafts-plan sonstiges Forst Grün + Fors t ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 1,7 2,1 5,8 0,0 0,0 0,0 0,0 5,8 9,6 Bilderstöckchen 0,0 0,7 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 1,4 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg - Nord 0,7 2,2 8,9 0,0 0,0 0,0 3,3 12,2 15,1 Bocklemünd / Mengenich 0,0 1,0 4,8 1,9 0,0 0,0 11,5 16,3 20,1 Buchheim und Buchforst 0,0 1,0 4,5 0,0 0,0 0,5 0,0 4,5 5,5 Höhenberg und Vingst 0,8 1,2 2,4 0,0 0,0 0,0 1,2 3,6 5,9 Humboldt / Gremberg und Kalk 1,1 1,1 2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3 4,6 Meschenich und Rondorf 0,6 1,2 3,0 0,6 0,0 0,0 9,7 12,7 15,2 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,0 1,8 0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 2,8 Ostheim und Neubrück 1,0 1,0 2,0 0,0 0,0 0,5 2,0 3,9 6,9 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 0,0 1,3 1,7 0,4 0,0 0,0 0,4 2,2 3,9 Durchschnitt Köln 26 m² 60m² Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 206 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 207 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anteil an Grünflächen an der Gesamtfläche im Programmgebiet (in %) Sozialraum Kleingartenan- lage Kinderspiel- platz Grünan- lage Fried- hof Land- schafts- plan sonstiges Forst Grün + Forst ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 0,6 0,1 0,7 0,1 0,1 0,0 0,1 0,8 1,7 Bilderstöckchen 0,9 0,1 1,0 0,2 0,0 0,0 0,0 1,0 2,3 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg - Nord 0,1 0,1 0,9 0,0 0,0 0,0 0,7 1,6 1,8 Bocklemünd / Mengenich 0,0 0,0 0,2 0,1 0,1 0,0 1,3 1,4 1,7 Buchheim und Buchforst 0,2 0,0 0,3 0,1 0,0 0,0 0,1 0,4 0,8 Höhenberg und Vingst 0,2 0,0 0,2 0,1 0,0 0,0 0,5 0,6 1,0 Humboldt / Gremberg und Kalk 0,2 0,1 0,4 0,3 0,0 0,0 0,3 0,7 1,3 Meschenich und Rondorf 0,1 0,0 0,1 0,1 0,2 0,1 0,4 0,6 1,1 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,1 0,1 0,4 0,2 0,0 0,0 0,0 0,4 0,8 Ostheim und Neubrück 0,1 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,3 0,5 0,7 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 0,1 0,1 0,2 0,2 0,0 0,0 0,2 0,4 0,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 208 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 209 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anteil an Grünflächen pro Einwohnerin und Einwohner im Sozialraum (m² je Einwohnerin und Einwohner) 500m Pufferzone Sozialraum Kleingartenan- lage Kinderspiel- platz Grünanla- ge Friedhof Land- schafts- plan sonstiges Forst Grün +Fors t ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 59,2 8,3 75,4 13,7 13,7 0,0 7,5 82,9 177,9 Bilderstöckchen 46,1 5,0 51,1 7,9 0,0 0,0 0,0 51,1 110,2 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg - Nord 9,2 6,7 66,5 0,4 0,7 0,0 49,9 116,4 133,4 Bocklemünd / Mengenich 3,8 4,8 52,7 41,2 44,1 1,0 414,9 467,6 562,4 Buchheim und Buchforst 25,6 4,5 38,1 12,5 0,0 4,0 19,0 57,1 103,7 Höhenberg und Vingst 32,9 7,5 29,7 11,5 0,0 0,8 79,3 109,0 161,7 Humboldt / Gremberg und Kalk 8,3 4,0 15,5 10,0 0,0 0,0 13,2 28,6 50,9 Meschenich und Rondorf 8,5 3,0 13,3 6,7 20,0 10,9 42,4 55,8 104,9 Mülheim-Nord und Keupstraße 4,6 5,5 23,9 12,0 0,0 0,0 1,8 25,7 47,8 Ostheim und Neubrück 29,9 7,8 41,7 0,0 1,5 3,9 68,6 110,3 153,9 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 5,2 6,0 17,3 13,8 0,0 2,2 13,4 30,6 57,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 210 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 211 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 8: Von Lärmbelastung besonders betroffene Bereiche im Sozialraum Meschenich und Rondorf Sozialraum Straßenverkehr Deutsche Bahn AG HGK und KVB Flugverkehr BImSchG Anlage Meschenich und Rondorf Belastungsachsen − Brühler Landstraße zwischen Weststraße und Schulstraße − Brühler Landstraße in Teilbe- reichen von Höningen − Zaunhofstraße zwischen Alte Kölnstraße und Am Krade- pool − Rodenkirchener Straße von Adlerstraße bis BAB 555 − Straßenzug Rondorfer zwi- schen Hauptstraße / Kapel- lenstraße von Am Höfchen bis Bödinger Hof Auf den südöstlichen Bereich von Rondorf wirken Immissionen aus den südlich / südöstlich gelegenen IVU-Anlagen und Hafenanlage ein. Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 212 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 213 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 9: Luftqualität und Schadstoffbelastung Laut 39. BImSchV gelten folgende Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit: − NO2: der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsgrenzwert liegt bei 40 µg pro m3; der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgrenzwert beträgt 200 µg pro m3, bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. − PM10:der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsgrenzwert lieg t bei 40 µg pro m3; der über den Tag gemittelte Immissionsgrenzwert beträgt 50 µg pro m3, bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. In die Berechnung sind alle Straßen mit einem DTV -Wert (durchschnittliche tägliche Ver- kehrsbelastung) von über 4000 Kfz / 24h berücksichtigt. Weiterhin sind alle Gebäude bis zu einer Entfernung von 35 m zur Straßenmitte eingeflossen. Die Konzentrationen sind im E r- gebnis in einer Immissionshöhe von 1,5 m an der Gebäudefassade dargestellt. Da es sich um ein Screening und keine Detailbetrachtung handelt, können die Ergebnisse lediglich als Hinweis auf eine problematische Belastung gewertet werden. Bei Überschreitungen von Grenzwerten werden Ursachenanalysen durchgeführt und es sind Luftreinhaltepläne aufzustellen, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität festgelegt werden. Eine Maßnahme für das Kölner Stadtgebiet ist die Einführung der U m- weltzone. Aus einer stadtweiten Screeningberechnung der Kfz-bedingten Luftschadstoffe wurde die Belastung für die Sozialräume ausgewertet. Die Immissionsbelastung wurde s o- wohl für Feinstaub (PM10) als auch für Stickstoffdioxid (NO2) berechnet, wobei in der Schlussbetrachtung lediglich der Luftschadstoff Stickstoffdioxid als problematische Größe mit den häufigsten Überschreitungen herangezogen wurde. Zum Messen der Luftschadstoffbelastung gibt es im Jahr 2015 in Köln 5 kontinuierliche Messstellen und 11 Passivsammler. Davon befindet sich direkt im Sozialraum Meschenich, nördlich der Brühler Landstraße, ein Passivsammler, der di e Stickstoffdioxidbelastung er- fasst. Nachfolgend werden für den Sozialraum Meschenich und Rondorf die aktuellen Schwer- punkte der Luftbelastung, auf Basis der Screening -Ergebnisse, dargestellt. Als Schwerpunk- te werden dabei lediglich diejenigen Straßen einbezogen, die in der Screeningberechnung eine Stickstoffdioxidbelastung von über 40µg pro m³ erzielten und damit Hinweise auf eine problematische Belastung geben. Meschenich und Rondorf Für den Sozialraum Meschenich und Rondorf lassen sich, auf Basis der Screeningberech- nungen, die Hauptdurchgangsstraßen als Belastungsschwerpunkte identifizieren. Im Stadtteil Rondorf ergibt sich die Rodenkirchener Straße zwischen Autobahnunterführung und H a- bichtstraße sowie zwischen Hahnenstraße und Kapellenstraße als Schwerpunkt der Luftbe- lastung. Weiterhin zeigen die Berechnungen für die Kapellenstraße zwischen Rodenkirche- ner Straße und Büdingerstraße eine hohe Belastung an. Für den Stadtteil Meschenich liegt für die Brühler Landstraße zwischen der Straße Auf der Ronne und der Alten Fischenicher Straße eine hohe Belastung vor. Messungen mittels eines Passivsammlers bestätigen di e- sen Hinweis, und stellen an dieser Stelle Überschreitungen des Grenzwertes der 39. BI m- SchV fest. 214 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 10: Erläuterungen zur Erhebung der Lärmbelastung nach Europäischer U m- gebungslärmrichtlinie Außer für die Lärmvorsorge (Planfeststellungsverfahren) gibt es in Deutschland jedoch keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Ebenso sind das Berechnungsverfahren und die Defini- tion einer erheblichen Bel astung in Deutschland nicht einheitlich, sondern je nach Emittent und Verfahren unterschiedlich. Vorrangig wurde daher bei den nachfolgenden Auswertungen auf die Kartierung nach EU -Umgebungslärmrichtlinie zurückgegriffen, bei der, basierend auf einem inner halb der Europäischen Union (EU) einheitlichen Verfahren, die Ermittlung der Belastung durch Umgebungslärm erfolgt und die als eine wesentliche Informationsgrundlage über gegebene Lärmbelastungen anzusehen ist. Neben Lärmkarten mit flächigen Darstel- lungen der Lärmbelastungen werden bei dieser Kartierung auch die Lärmbelastungen an Gebäudefassenden erfasst. In einem weiteren Schritt werden mit Hilfe dieser Fassadenbe- lastungen die Lärmbelastungen der Einwohner der Gebäude ermittelt. Unter Umgebungslärm werden gemäß der EU -Richtlinie belästigende und gesundheit s- schädliche Geräusche im Freien, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden und die von Verkehrsmitteln wie dem Straßenverkehr, den Eisenbahnen, Flugzeugen, sowie von Industriegeländen und großen Häfen ausgehen, verstanden. Sport -, Freizeit- und Nachbar- schaftslärm, Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnungen und Lärm am Arbeitsplatz werden nicht durch die EU-Umgebungslärm-Richtlinie erfasst. Auslösewerte wurden mit Runderlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Land- wirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vom 07.02.2008) definiert: „Lärmprobleme im Sinne des § 47 d Absatz 1 BImSchG liegen auf jeden Fall vor, wenn an Wohnungen, Schu- len, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäuden ein LDEN von 70 dB(A) oder ein LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Dies gilt nicht in Gewerbe- oder Industriegebieten nach §§ 8 und 9 der Baunutzungsverordnung sowie in Gebieten nach § 34 Absatz 2 des Baugesetzbuches mit entsprechender Eigenart.“ Für den Fluglärm sind Schutzziele für die Lärmaktionsplanung in rechtsverbindlicher Weise in § 14 des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm geregelt. Vor diesem Hintergrund hat das MUNLV für Fluglärm die Auslösewerte von 65 dB(A) (LDEN) und 55 dB(A) (LNight) definiert. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 215 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 11: Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote 216 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 217 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 12: Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 an städtischen allgemeinbildenden Schulen am Wohnort (Schuljahr 2014 / 2015) Sozialraum / Stadt absolut Quoten in Prozent Ins- gesamt Haupt- schule Real- schule Gesamt- schule Gymna- sium Förder- schule Haupt- schule Real- schule Gesamt- schule Gymna- sium Förder- schule Bickendorf, Westend und Ossendorf 811 145 295 80 261 30 17,9 36,4 9,9 32,2 3,7 Bilderstöckchen 456 96 117 68 138 37 21,1 25,7 14,9 30,3 8,1 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 970 204 249 255 201 61 21,0 25,7 26,3 20,7 6,3 Bocklemünd / Mengenich 286 60 64 80 48 34 21,0 22,4 28,0 16,8 11,9 Buchheim und Buchforst 554 90 159 131 167 7 16,2 28,7 23,6 30,1 1,3 Höhenberg und Vingst 773 163 207 197 166 40 21,1 26,8 25,5 21,5 5,2 Humboldt / Gremberg und Kalk 1.013 257 309 173 221 53 25,4 30,5 17,1 21,8 5,2 Meschenich und Rondorf 355 29 102 101 114 9 8,2 28,7 28,5 32,1 2,5 Mülheim-Nord und Keupstr. 353 107 77 101 46 22 30,3 21,8 28,6 13,0 6,2 Ostheim und Neubrück 700 151 228 94 189 38 21,6 32,6 13,4 27,0 5,4 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 774 113 238 189 184 50 14,6 30,7 24,4 23,8 6,5 Summe Sozialräume 7.045 1.415 2.045 1.469 1.735 381 20,1 29,0 20,9 24,6 5,4 Stadt Köln 23.129 3.098 5.450 4.669 8.975 937 13,4 23,6 20,2 38,8 4,1 Quelle: Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung und Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 218 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 219 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 13: Bevölkerungs- und Sozialstruktur in den Quartieren Sozialraum Meschenich und Rondorf Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Quartiere im Sozialraum Meschenich und Rondorf Rondorf-Mitte Hochkirchen Rondorf-West Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 2.086 14,1 21,7 32,3 70 4,3 11 4,9 7 1,6 52,8 x x x Entwicklung 2007 bis '13 72 6,5 2,6 1,5 27 1,4 19 6,3 10 2,1 15,3 x x x 2013 2.158 20,6 24,3 33,8 97 5,7 30 11,2 17 3,7 68,1 30,3 50 4,6 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.056 18,8 19,2 29,8 Entwicklung 2007 bis '13 31 0,6 -1,7 1,1 2013 1.087 19,4 17,5 30,9 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 2.370 19,1 27,9 36,8 69 3,8 16 5,0 5 0,9 47,7 x x x Entwicklung 2007 bis '13 2 4,3 -0,5 1,4 -19 -1,0 -7 -2,0 4 0,7 24,6 x x x 2013 2.372 23,4 27,4 38,2 50 2,8 9 3,0 9 1,6 72,3 39,5 47 4,0 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.116 22,8 19,3 28,9 Entwicklung 2007 bis '13 3 0,6 0,2 3,3 2013 1.119 23,4 19,5 32,2 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 1.327 20,6 27,2 46,5 61 6,4 12 7,4 . 0,6 43,1 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -50 6,6 6,2 5,7 -1 0,2 10 4,0 . 1,1 27,0 x x x 2013 1.277 27,2 33,4 52,2 60 6,6 22 11,4 6 1,7 70,1 36,0 34 6,0 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 612 23,9 20,5 34,8 Entwicklung 2007 bis '13 -28 0,9 -0,5 4,4 2013 584 24,8 20,0 39,2 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Alter Teil von Rondorf, enthält Nahversorgungszentrum, hauptsächlich Einfamilien- hausbebauung, geringfügige Anteile mit Geschosswohnungsbau, Datenprofil unauffäl- lig, hoher Altenquotient, weitere Gewinnung von Ehrenamtlichen. Hauptsächlich Wohnbebauung aus den 1950er und 1960er Jahren, im Wesentlichen Ein- und Zweifamilienhausbebauung, (Errichtung einer temporären Unterkunft für Flüchtlinge geplant), Ausbau des ehrenamtlichen Engagements, sehr hoher Altenquoti- ent, überdurchschnittlich gute soziale Lage. Überwiegend Wohnbebauung aus den 1950er und 1960er Jahren, zum Teil auch Geschosswohnungsbau (Hochhäuser), Ausbau des ehrenamtlichen Engagements, ausgesprochen hoher Altenquotient. Jugendquotient Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 – unter 65 Jahre Altenquotient Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Quote Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz Betreuungsquote U10 Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre Gymnasiastenquote Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014/15 Entwicklung 2007 - ’13 Angabe in Prozentpunkten 220 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Rondorf-Ost Höningen Alt-Meschenich Meschenich-Mitte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 3.471 25,6 38,9 14,6 184 5,9 51 7,6 14 4,3 57,8 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -261 1,0 -11,1 4,7 -41 -0,7 -7 2,3 9 1,2 14,6 x x x 2013 3.210 26,6 27,8 19,3 143 5,2 44 9,9 23 5,5 72,4 47,0 74 4,1 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.337 39,9 18,6 15,0 Entwicklung 2007 bis '13 -12 -9,9 3,3 4,1 2013 1.325 30,0 21,9 19,1 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 353 15,6 15,8 39,0 22 8,6 . 3,7 . 1,1 58,8 x x x Entwicklung 2007 bis '13 54 6,3 6,5 -7,7 14 2,6 . 10,9 . 0,1 -2,0 x x x 2013 407 21,9 22,3 31,3 36 11,2 7 14,6 . 1,2 56,8 . 15 7,7 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 189 13,2 12,0 26,5 Entwicklung 2007 bis '13 10 8,4 8,9 0,6 2013 199 21,6 20,9 27,1 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 2.230 23,2 26,6 31,7 136 7,8 41 13,5 4 0,9 47,2 x x x Entwicklung 2007 bis '13 48 6,5 1,1 1,7 1 -0,2 10 1,9 2 0,4 20,7 x x x 2013 2.278 29,7 27,7 33,4 137 7,6 51 15,4 6 1,3 67,9 15,2 53 4,7 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.028 23,4 19,5 25,7 Entwicklung 2007 bis '13 15 -1,5 -3,3 2,4 2013 1.043 21,9 16,2 28,1 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 590 22,7 24,9 34,6 40 8,8 10 12,8 4 3,1 60,9 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -29 4,9 1,3 -5,9 8 1,7 1 1,0 . -1,2 5,1 x x x 2013 561 27,6 26,2 28,7 48 10,5 11 13,8 . 1,9 66,0 29,4 29 9,8 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 275 20,4 21,4 28,4 Entwicklung 2007 bis '13 -12 0,1 -6,6 -1,4 2013 263 20,5 14,8 27,0 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Überwiegend Wohnbebauung jüngeren Entstehungsdatums (ab 1970er Jahre), zum Teil auch Geschosswohnungsbau (unauffällige Bewohnerschaft), Ausbau des ehren- amtlichen Engagements, Datenprofil unauffällig. Splittersiedlung Höningen, Baggerseen und Friedhof sind ausgenommen aus Sozial- raum, Renaturierungsmaßnahmen in einem räumlich weiter gefassten Bereich denkbar (analog Regionale 2010 Projekt), Sperrbezirksverordnung greift, hoher Altenquotient, unbewohnter Außenbereich Teil des Quartiers. Diverse kleinere Baulücken zur Ergänzung des Wohnungsbaus vorhanden, Ein- und Zweifamilienhäuser aus den 1950er und 1960er Jahren, soziale Infrastruktur (Grundschu- le, Kindergärten, Sportplatz), sehr gering bewohnter Außenbereich nahe Neu Engeldorfer Hof, Landwirtschaftliche Nutzung, Reithalle, Kiesgruben außerhalb des Sozialraums, hier Renaturierungsmaßnahmen denkbar (analog Regionale 2010 Projekt), allerdings weitere Abkiesung bis 2029. Zum Teil einfache historische Bebauung (Landarbeiterhäuser), enthält NVZ, zum Teil Leerstand der Ladenlokale, zunehmender Verfall des Kampshofes (hier Nutzungskonzept erforderlich) und diverser Wohngebäude, Unterstützung privater Eigentümer und Maß- nahmen zur Wohnumfeldgestaltung erforderlich, Datenprofil unauffällig. Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ 221 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Neu-Meschenich Kölnberg Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 1.461 46,7 37,5 15,6 201 15,5 57 20,1 6 4,0 37,4 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -14 6,4 -6,2 2,2 -16 -0,9 -2 3,0 5 2,4 34,9 x x x 2013 1.447 53,1 31,3 17,8 185 14,6 55 23,1 11 6,4 72,3 21,1 82 10,4 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 564 31,7 16,8 16,0 Entwicklung 2007 bis '13 13 -2,9 1,9 4,6 2013 577 28,8 18,7 20,6 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Kinder- betreuung Bildungs- teilhabe Insgesamt Migrations- hintergrund (%) Jugend- quotient Altenquotient Insgesamt Quote unter 15 Jahre Quote unter 15 Jahre Insgesamt Quote Betreuungs- quote U10 Gymnasi- astenquote insgesamt Quote 2007 3.679 87,5 29,9 7,2 1.168 33,7 326 47,2 89 46,6 54,9 x x x Entwicklung 2007 bis '13 -390 -0,1 7,9 2,0 114 8,0 56 6,7 -6 -5,9 -3,5 x x x 2013 3.289 87,4 37,8 9,2 1.282 41,7 382 53,9 83 40,7 51,4 22,2 454 23,8 Insgesamt mit Kindern (%) allein- erziehend Senioren 2007 1.416 27,5 13,9 5,6 Entwicklung 2007 bis '13 -172 3,7 4,7 5,3 2013 1.244 31,2 18,6 10,9 Empfänger Grundsicherung Arbe itsloseEinwohnerstruktur SGBII Empfänger Haushalte Überwiegend Ein- und Zweifamilienhausbebauung, hauptsächlich jüngeren Entstehungs- datums (ab 1970er Jahre), südlich des Kölnbergs auch Geschosswohnungsbau, Am Magerhof soziale Einrichtungen mit problematischer Bewohnerschaft vorhanden, Ausbau des ehrenamtlichen Engagements, hoher Jugendquotient im Quartier. Großsiedlung aus den 1970er Jahren, diverse Eigentümer, unübersichtliche Bewohner- schaft, Bausubstanz und Wohnumfeld in zum Teil in sehr schlechtem Zustand, Datenpro- fil weit auffälliger als der übrigen Quartiere des Sozialraums, hier sehr große Handlungs- bedarfe sozial, räumlich und baulich vorhanden. 222 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 14: Datenprofil der Sozialräume im Handlungsfeld Frühe Hilfen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Jahr 2013 Angaben als prozentualer Anteil Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Bocklemünd / Mengenich Buchheim und Buchforst Höhenberg und Vingst Humbold / Gremberg und Kalk Meschenich und Rondorf davon Meschneich Mülheim-Nord und Keupstraße Ostheim und Neubrück Porz-Ost, Finkenberg, Gremberhoven und Eil Köln Einwohner unter 3-Jährige 3,2 3,6 3,3 2,9 3,1 3,6 3,2 2,6 3,1 3,4 3,5 3,2 2,9 3 bis unter 6-Jährige 3,3 3,3 3,8 2,9 3,1 3,5 3,0 3,1 3,6 3,3 3,8 3,2 2,7 6 bis unter 10-Jährige 4,3 4,2 5,1 4,4 3,9 4,2 3,6 4,1 4,8 4,6 4,7 4,7 3,4 unter 18-Jährige 19,9 20,1 22,5 18,9 17,9 19,4 16,6 19,2 21,6 19,6 21,4 19,9 15,7 18 bis unter 28-Jährige 13,1 14,6 14,3 11,3 14,4 14,6 17,8 11,5 12,5 17,3 12,9 12,0 13,5 28 bis unter 65-Jährige 52,4 49,1 47,7 46,4 51,1 49,5 51,5 52,8 53,1 51,6 45,9 48,4 53,1 ab 65-Jährige 14,6 16,2 15,5 23,3 16,6 16,5 14,0 16,6 16,0 11,5 19,7 19,6 17,8 Ausländerinnen und Ausländer 21,5 26,1 32,3 20,2 26,2 30,7 33,9 23,0 39,1 46,4 26,7 25,7 17,2 Einwohner mit Migrationshintergrund 43,4 49,1 74,5 40,1 50,6 56,3 57,2 39,8 59,0 64,3 58,0 54,8 34,9 Einwohner unter 18 Jahre mit Migrationshintergrund 58,1 66,0 81,6 58,7 70,1 75,3 81,2 53,4 74,1 81,5 74,5 73,1 49,7 Haushalte Einpersonenhaushalte 42,3 41,7 26,1 40,4 47,2 44,3 53,4 34,8 34,6 52,4 35,6 35,7 50,1 Familienhaushalte 25,5 25,5 32,9 23,3 21,1 24,0 18,4 25,5 26,8 20,9 27,6 24,7 18,4 Anteil Alleinerziehende an allen Familienhaushalten 29,2 23,7 25,4 30,0 27,4 29,1 29,3 19,1 17,8 33,6 26,0 23,5 24,1 Sozialleistungsbezug SGB II SGBII Quote 19,4 19,6 29,9 27,3 23,9 27,5 25,3 14,5 25,0 37,3 31,2 24,9 13,2 SGBII Quote bei unter 15-Jährigen 30,3 31,8 44,7 46,1 36,8 42,3 39,9 23,4 36,6 53,2 47,2 38,3 22,2 Sozialleistungsbezug SGB XII Quote Grundsicherung im Alter 11,1 7,7 30,1 10,3 10,2 11,4 13,0 5,6 10,7 16,9 12,2 11,0 6,7 Quote Grundsicherung bei Erwerbsminderung 1,3 1,0 2,0 1,4 1,3 1,5 1,4 0,7 1,1 2,2 1,5 1,0 0,8 Arbeitslosigkeit Arbeitslosenquote 11,7 11,5 15,7 16,1 15,7 16,9 17,2 9,4 15,0 25,2 17,6 14,9 9,5 Jugendarbeitslosenquote 6,5 8,3 10,1 8,0 11,2 9,9 9,0 6,9 12,5 17,9 11,9 11,2 6,5 Kinderbetreuung in Kita/Tagespflege unter 3-Jährige mit Migrationshintergrund 47,6 49,6 73,9 57,0 54,6 67,5 68,5 38,6 54,9 65,3 65,5 49,0 35,1 3 bis unter 6-Jährige mit Migrationshintergrund 59,4 69,8 83,6 61,5 71,1 77,0 81,9 55,0 72,3 80,1 80,7 73,7 50,2 unter 6-Jährige Kinder darunter beitragsbefreit 47,2 53,1 70,7 65,6 59,4 69,1 69,8 39,2 60,1 77,9 70,9 52,7 33,2 beitragsbefreit mit Migrationshintergrund 62,4 60,2 70,6 72,2 64,8 71,2 73,4 57,7 72,7 81,6 74,6 62,4 51,6 Hilfen zur Erziehung Anteil laufender Hilfen nach §§27 bis 35 SGB VIII an allen Einwohnern mit Haupwohnung unter 21 Jahren 2,6 3,3 2,4 5,1 3,6 2,8 3,0 2,8 4,1 5,5 2,4 2,0 2 -
Anlage 0
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
Anlage 0 Im Zusammenhang der Erarbeitung des IHKs für den Sozialraum „Meschenich und Rondorf “ waren Prüfverfahren notwendig, die eine frühere Fertigstellung nicht ermöglichten. Im Sinne einer zügigen Programmumsetzung wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt.
Beratungsverlauf
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25.04.2017
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 4.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
27.04.2017
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 4.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
27.04.2017
TOP 15.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
04.05.2017
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 4.12, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
08.05.2017
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
TOP 9.1.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
09.05.2017
TOP 4.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
09.05.2017
TOP 5.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
11.05.2017
TOP 6.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
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