1679/2026
Sachstandsbericht zum Köln-Pass
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Mitteilung Ausschuss
8544 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
V/50
Vorlagen-Nummer 11.06.2026
1679/2026
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 11.06.2026
Sachstandsbericht zum Köln-Pass
Der Köln-Pass ermöglicht Menschen mit geringem Einkommen durch die Einräumung von
Vergünstigungen an verschiedenen Angeboten der Stadtgesellschaft teilzunehmen. Grund-
sätzlich sind alle in Köln gemeldeten Einwohner*innen, die Transferleistungen beziehen oder
über ein geringes Einkommen verfügen (z.B. geringe Rente, geringes Erwerbseinkommen ge-
messen am Regelbedarf der Grundsicherungsleistungen im SGB II und SGB XII), berechtigt,
einen Köln-Pass in Anspruch zu nehmen.
Die folgende Auflistung beziffert die Anzahl der Köln-Pass Inhaber*innen in den verschiede-
nen Rechtskreisen zum 30.04.2026. Über ein Kalenderjahr gesehen variiert diese Anzahl
nicht wesentlich.
Berechtigtenkreis Anzahl
Asylbewerberleistungsgesetz (§ 3) – Grundleistungsleistungen 2.056
Asylbewerberleistungsgesetz (§ 2) – analoge Leistungsberechtigung
nach dem SGB XII (mindestens 36 M onate im Bundesgebiet)
905
Bundesversorgungsgesetz (BVG) – Kriegsopferfürsorge 9
Bundeskindergeldgesetz – Kinderzuschlag 6.864
SGB II – Grundsicherung für Arbeitsuchende - Bürgergeld 64.236
SGB II – Geringverdiener - 130% Regelung 13.804
SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe 893
SGB IX – Rehabilitation und Teilhabe von M enschen mit Behinderungen 292
SGB XII – Sozialhilfe und Grundsicherung 19.251
SGB XII – Barbetrag in stationären Einrichtungen (§ 27b) 446
Wohngeldgesetz – Wohngeld 12.389
SUMME Köln-Pass Inhaber*innen: 121.145
Eine Auswertung, wie viele Menschen potenziell berechtigt sind einen Köln-Pass zu erhalten
und wie viele diesen in Anspruch nehmen, ist nicht in allen Rechtskreisen möglich, da nicht in
allen Anwendungen statistische Erhebungen möglich sind.
In Köln bieten derzeit 49 Kooperationspartner in ihrem Leistungsangebot Vergünstigungen für
Köln-Pass Inhaber*innen an.
Mit dem Ziel die Inanspruchnahme des Köln-Passes zukünftig zu erhöhen sowie die Antrag-
stellung und Nutzung zu verbessern, wurde ein umfangreiches Projekt in Zusammenarbeit mit
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dem Innovationsbüro der Stadt Köln durchgeführt. In der ersten Phase des Projektes ermit-
telte das Innovationsbüro in einer breit angelegten Recherche, welche Verbesserungen sich
die Nutzenden des Köln-Passes und auch die Menschen, die den Köln-Pass noch nicht nut-
zen wünschen. Auf Grund dieser Erhebungen wurden Themenfelder identifiziert und zu die-
sen in Workshops mit unterschiedlichsten Akteuren Ideen gesammelt und priorisiert. Die un-
terschiedlichen Themen und daraus entstandenen Ideen aus den Workshops wurden im letz-
ten Sachstandbericht 1746/2024 ausführlich dargestellt.
Das Ziel der zweiten Phase des Projektes war, in Form von Prototypen die gesammelten
Ideen zu konkretisieren und zu optimieren, um diese auch in der Praxis realistisch umsetzen
zu können. Bei der Vielzahl an Ideen hat das Innovationsbüro in Abstimmung mit dem Amt für
Soziales, Arbeit und Senioren bei der Ausarbeitung der Prototypen den Schwerpunkt auf die
Prototypen mit dem größten Fokus auf die Nutzenden gelegt.
Der Köln-Pass in neuem Format
Bei der Befragung der Köln-Pass Nutzer*innen ist sehr deutlich geworden, dass ein Köln-Pass
in einem nutzerfreundlicheren Format gewünscht wird. Insbesondere wird ein Kartenformat
begrüßt, damit der Köln-Pass leichter im Portemonnaie mitgeführt werden kann. Daneben
wünschen sich die Nutzenden ein alternatives, digitales Angebot in Form einer Wallet-App.
Das Innovationsbüro hat verschiedene Varianten eines Köln-Passes im Kartenformat geprüft
und entsprechende Angebote eingeholt. Es wurden gemeinsam mit dem Amt für Soziales, Ar-
beit und Senioren Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Varianten, wie zum Beispiel Plas-
tikkarte, Holzkarte, Karte in reißfestem und wasserresistentem Papier geprüft. Hierbei waren
die Kosten, neben der Nachhaltigkeit ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Aktuell arbeitet das
Amt für Soziales, Arbeit und Senioren mit den Zentralen Diensten der Stadt Köln an der Um-
setzung des Layouts und Testung der Druck- und Versandmöglichkeiten eines stabileren Pa-
piers, um eine realistische Kostenkalkulation für das neue Köln-Pass Format, dessen Druck
und Versand ermitteln zu können. Ziel ist es, den Köln-Pass, wie bisher, von den Zentralen
Diensten drucken und versenden zu lassen.
Der Informationsflyer
Der Informationsflyer soll sowohl für Nutzende des Köln-Passes als auch für nicht Nutzende
über die unterschiedlichen Anspruchsberechtigungen, Wege der Antragstellung und die Vor-
teile unterschiedlicher Vergünstigungen informieren. Hierzu wurde vom Innovationsbüro ein
Prototyp in Form eines Faltblattes entwickelt, welches die wichtigsten Infos zu Anspruchsbe-
rechtigungen, Antragsmöglichkeiten, Kontaktdaten und beispielhafte Angebote für Vergünsti-
gungen aufzeigt. Darin ist auch ein Köln-Pass Antrag zur Abtrennung enthalten. Geplant ist,
den Infoflyer an alle bereits Köln-Pass beziehenden Menschen mit der Ausstellung eines aktu-
ellen Köln-Passes zu versenden, sowie an unterschiedlichen Standorten auszulegen, um auf
den Köln-Pass aufmerksam zu machen. Bezüglich des Designs ist geplant, dass das Titelblatt
des Flyers den Köln-Pass im neuen Format und Design ausweist. Daher ist die tatsächliche
Umsetzung des Flyers erst nach der Abstimmung des neuen Formates und Designs des Köln-
Passes möglich.
Das Köln-Pass Infomobil
Das Köln-Pass Informationsmobil ist ein flexibel einsetzbarer Infostand, an dem informiert und
beraten werden kann. Hierzu hatte das Innovationsbüro das bereits vorhandene Meinungsmo-
bil mit geringem Aufwand kostengünstig umgebaut. Das Köln-Pass Infomobil wurde gemein-
sam mit dem Innovationsbüro an zwei Terminen im Sommer 2025 getestet. Besonders positiv
fanden die Menschen, dass die Stadt Köln proaktiv auf die Bürger*innen zugeht. Daraufhin
wurde das Infomobil in einem Zeitraum von September 2025 bis Dezember 2025 vom Amt für
Soziales, Arbeit und Senioren von dem Bereich Köln-Pass ausgeliehen, um weitere Tests
durchzuführen. Hier konnten an einem Einsatztag maximal 20 Personen erreicht werden. Im
Hinblick auf eine angestrebte Erhöhung der Köln-Pass Antragszahlen ist der Ressourcenauf-
wand daher eher unverhältnismäßig.
Daher hat sich das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren entschieden, das Infomobil nicht re-
gelmäßig zu nutzen, sondern gegebenenfalls zu besonderen Informationsveranstaltungen
auszuleihen. Dank der Bereitschaft des Innovationsbüros das Meinungsmobil mit geringer
Vorlaufzeit wieder zum Köln-Pass Infomobil umzuwandeln, ist die Nutzung des Infomobiles
perspektivisch weiterhin möglich.
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Neben den priorisierten Themen in der Projektarbeit konnte das Amt für Soziales, Arbeit und
Senioren folgende Ideen weiterentwickeln:
Der Online-Antrag
Über ein Online-Formular kann der Köln-Pass inzwischen online und somit ohne Unterschrift
beantragt werden. Anlagen können bequem als Foto oder PDF-Datei beigefügt werden. Die
Internetseite wurde entsprechend angepasst und ergänzt. Insgesamt wird die digitale Antrag-
stellung sehr gut angenommen und stellt für viele Menschen eine große Entlastung dar. Im
April 2026 wurden insgesamt 2.749 Köln-Pass Anträge gestellt. 1.956 Anträge (71,15 %) sind
davon online eingegangen.
Die Nutzung des städtischen Chatbot Agrippina
Fragen und Anliegen zur Beantragung und Nutzung des Köln-Passes sollen zukünftig über
den städtischen Chatbot abgerufen werden können. Die bereits verfügbaren Informationen im
Internet wurden überarbeitet, um ein notwendiges Basiswissen zum Köln-Pass sicherzustel-
len. Als nächsten Schritt wird das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren den Chatbot auf
Funktionalität und Richtigkeit der Antworten testen.
Weitere Ideen, an deren Vorbereitung das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren arbeitet, ist
die Entwicklung eines Köln-Pass Posters, welches als Werbekampagne eingesetzt werden
soll. Darüber hinaus soll das Angebot für Vergünstigungen erweitert und weitere Kooperati-
onspartner gefunden, um die Nutzung des Köln-Passes auch hinsichtlich des Angebotes at-
traktiver zu machen.
Bei der Weiterentwicklung aller Ideen, den Köln-Pass für die Nutzenden und nicht Nutzenden
zu optimieren und attraktiver zu gestalten, sind personelle und finanzielle Ressourcen zu be-
achten und geplante Schritte sorgfältig zu prüfen und zu priorisieren.
Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 1679/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.06.2026
- Erstellt
- 08.06.2026 10:27