V/0732/2019
Offene Ganztagsschulen in Münster - Bericht 2020
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Anlage 1_Bestandserhebung
2734 Zeichen
In der Planung bereits umgesetzt mündlich/schriftlich ausgewertet noch nicht besprochen QE- Standard 7: Hausaufgabenbetreuung und individuelle Lernzeiten Beschreibung: Die vom pädagogischen Personal begleitete Hausaufgabenbetreuung ist in den Offenen Ganztagsschulen ein Kernelement der Betreuung und Förderung. Die individuelle Lernzeit ist eine durch Lehrkräfte betreute intensive Unterstützung. Der Hausaufgabenbetreuung liegt ein schulbezogenes Hausaufgabenkonzept zu Grunde. Umsetzung der OGS-Standards: Schule: Koordination: Datum: Schulleitung: Die Hausaufgabenbetreuung wird durch pädagogische Fach- und Niedrigteilzeitkräfte begleitet. Die Hausaufgabengruppen sind klassenübergreifend zusammengesetzt Die Hausaufgabengruppen sind jahrgangsübergreifend zusammengesetzt Es gibt festgelegte Kommunikationswege zwischen Klassenleitung, Hausaufgabenbegleitung und Eltern. Die Hausaufgabengruppen sind stufenübergreifend zusammengesetzt Die Hausaufgaben werden von den Lehrkräften im Rahmen des Unterrichts kontrolliert. Für die 1. und 2. Klassen sind 30 Minuten Hausaufgabenzeit festgelegt. Für die 3. und 4. Klassen sind 45 Minuten Hausaufgabenzeit festgelegt. Jedes Kind hat für die Hausaufgaben einen festen Ort und Arbeitsplatz. Kinder erhalten eine intensive Förderung zum Ausgleich von Lern- und Leistungsdefiziten/ Lernrückständen Kinder erhalten Förderung bei besonderen Begabungen und Neigungen Individuelle Lernzeiten sind…. In der Planung bereits umgesetzt mündlich/schriftlich ausgewertet noch nicht besprochen QE- Standard 3: Multiprofessionelle Kooperation Beschreibung: Um die Verzahnung zwischen Unterricht und ergänzenden Elementen der Ganztags verlässlich zu gestalten, kooperieren die Schulleitung und die Koordination der Offenen Ganztagschulen. Regelmäßige, institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit sind Rücksprache Schulleitung - Koordination Schule: Schulleitung: Koordination: Datum: Umsetzung der OGS-Standards: Beratende Teilnahme der OGS Koordination an der Schulkonferenz „Informationssysteme“ zwischen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften über Themen, Methoden und Inhalte sind Die Organisation und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Projekte ist Teilnahme der Schulleitung an Teamsitzungen des OGS Teams Teilnahme der OGS Koordination an den Schulpflegschaftssitzungen Überlappende Anwesenheitszeiten von Lehrkräften im Nachmittagsbereich Einsatz von Lehrerstunden im Nachmittags- bereich Gemeinsame Gestaltung von ergänzenden Lern- und Arbeitsformen Gemeinsame Fallbesprechungen sowie einzelfallbezogene Netzwerkstrukturen und Hilfen sind Ritualisierter, gemeinsamer Schulstart nach den Ferien
Anlage A
2270 Zeichen
Anlage A zur V/0732/2019 Kurzüberblick Mit der Vorlage wird eine neue Form der Berichterstattung für die Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Münster begonnen und eine Qualitätsentwicklung als fortlaufender Prozess eingeführt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden folgende Ziele verfolgt: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwick- lungsstandorte in Europa Wir werden als Wissenschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in NRW (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: o Mit hoher Umwelt- und Naturqualität o Mit breitem Freizeit- und Sportangebot o Mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balanc in der Stadtge- sellschaft Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzip von „Toleranz durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln. Mit dem Ratsantrag A-R/0039/2016 „ Qualitätsoffensive die gute (offenen) Ganztagsschule“ wur- de die Verwaltung beauftragt, eine Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln. Dieser Auftrag ist hiermit erfüllt. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein X Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein X Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein X Bereits veranschlagt? Ja Nein X Die Höhe der Aufwendungen oder Auszahlungen sind unabhängig von der vorhandenen Mittelbe- reitstellung im Beschlussvorschlag zu nennen. Eine Angabe an dieser Stelle oder bei den Zielen reicht nicht aus. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Rechtsgrundlage sind der Ratsbeschluss zum bedarfsgerechten Ausbau der Offenen Ganztags- schulen in Münster und der Erlass 12-63 Nr. 2 „Gebundene und Offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote im Primarbereich und Sekundarstufe I“ des Ministerium Schule und Weiterbildung.
Offene Ganztagsschulen in Münster_Bericht 2020
40512 Zeichen
Offene Ganztagsschulen in Münster
Bericht 2020
2
Inhaltsverzeichnis
Einführung in die Berichterstattung .................................................................. ......................... 3
1. Zahlen, Daten und Fakten der Offenen Ganztagschulen ................................................. 4
1.1 Grunddaten zu den Offenen Ganztagsschulen ............................................................ .... 4
1.2 Freie Träger ......................................................................................... ........................... 8
1.3 Personaltableau/Beschäftigungsverhältnisse ........................................................... ....... 9
1.4 Finanzielle Ressourcen ............................................................................... .................. 13
2. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung für die Offenen Ganztagsschulen ............ 14
2.1 Schulbezogene Implementierungen einer systematischen Qualitätsentwicklung und
Qualitätssicherung ................................................................................... ...................... 14
2.2 Stadtweite Planungs- und Steuerungsperspektiven auf der Grundlage der
Qualitätsstandards ................................................................................... ..................... 15
2.3 Qualitätsstandards 1 bis 13 – das bisher Erreichte und zukünftig Geplante................... 16
3. Ausblick ............................................................................................. ............................ 24
3
Einführung in die Berichterstattung
Seit 2009 werden regelmäßig Fachberichte zur Entwic klung in den Offenen Ganztagsschulen
durch das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien veröffentlicht. Während bisher in den
Berichten der quantitative Ausbau und die damit ver bundenen strukturellen und
organisatorischen Veränderungen im Fokus standen, w ird durch die Einführung der
Qualitätsstandards für die Offenen Ganztagsschulen die bisherige Berichtsstruktur abgelöst
und durch einen qualitativen Berichtsteil ergänzt. Zukünftig wird dieser alle vier Jahre erstellt.
Mit dem vorliegenden Bericht 2020 1 werden die Grundlagen geschaffen, relevante Merkma le
der Strukturen und der Qualität von Offenen Ganztag sschulen in Münster im Sinne eines
fortlaufenden Monitorings standardisiert und systematisiert abzubilden.
Auf dieser Basis der erhobenen Bestandsdaten wird z ukünftig eine differenzierte
Maßnahmenplanung und Steuerung aufgebaut.
Die fachliche Begründung für die beschriebenen Verä nderungen im Berichtswesen
beansprucht, valide Informationen zur Qualitätsentw icklung und Qualitätssicherung zu
generieren und Bildungsinformationen zur Entwicklun g von Kindern in den Offenen
Ganztagsschulen in Münster zu liefern.
In gemeinsamer Verantwortung von Schule und Jugendh ilfe sind Bildung, Betreuung und
Erziehung von Kindern das zentrale Ziel der Offenen Ganztagsschulen.
Seit 2003 wird dieses Ziel mit der Optimierung der Bildungsqualität und individueller
Förderung, der besseren Vereinbarkeit von Familie u nd Beruf und den Ganztagsangeboten
aus einer Hand unter dem Dach der Schule in Münster umgesetzt.
Die freien Träger der Jugendhilfe haben sich in die sem Wandlungsprozess der kommunalen
Schullandschaft als Kooperationspartner für den öffentlichen Träger etabliert.
Die kontinuierlich wachsende Anzahl von Kindern, di e die Angebote der Offenen
Ganztagsschule besuchen, lässt den Rückschluss zu, dass die Offene Ganztagsschule ein
zeitgemäßes Angebot ist, das die Lebenswirklichkeit von Kindern und ihren Familien abbildet.
Im Kontext dieser Verantwortung für die Lebenswelt Schule bilden die entwickelten
Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschulen in M ünster einen Handlungsrahmen für die
wachsende Verzahnung von Schule und Jugendhilfe.
Die Offenen Ganztagsschulen richten ihre pädagogisc he Arbeit auf situationsbezogene
Bedürfnisse der Kinder aus und berücksichtigen sozialraumspezifische Bedingungen. Eine am
Kind orientierte Grundhaltung bildet das Fundament für das gemeinsame fachliche
Grundverständnis aller Akteure in den Offenen Ganzt agsschulen. Die kindlichen Bedürfnisse
nach Sicherheit, Geborgenheit, Orientierung, Verläs slichkeit und sinnstiftenden
Lernzusammenhängen werden durch Gemeinschaftserfahr ungen, Wertschätzung, positive
Herausforderungen und altersgerechte Partizipationsmöglichkeiten aufgegriffen.
1 Der Kinder- und Jugendhilfereport bietet darüber h inaus eine jährliche Berichterstattung zu
quantitativen Entwicklungen in den Offenen Ganztagsschulen in Münster
4
1. Zahlen, Daten und Fakten der Offenen Ganztagschulen
Im folgenden Kapitel werden die Entwicklungen der O ffenen Ganztagsschulen dargestellt. Es
soll einen umfassenden Überblick zur Entwicklung de r Zahlen und Daten vom Schuljahr
2015/2016 bis zum Schuljahr 2018/2019 geben und dam it an die bisherige Berichterstattung
anschließen. Zunächst werden die Entwicklungen der OGS-Gruppenzahl in Relation zur
Anzahl der Schulen sowie Zahlen der teilnehmenden K inder an OGS bzw. Bis-Mittag-
Betreuung in Relation zur Gesamtschülerzahl dargestellt. Anschließend werden die Zahlen der
Teilnehmenden an erweiterten Betreuungszeiten, den Ferienbetreuungsangeboten sowie die
Entwicklung der Förderinseln dargestellt.
1.1 Grunddaten zu den Offenen Ganztagsschulen
Zum Schuljahr 2019/2020 starteten insgesamt 46 Offe ne Ganztagsschulen in Münster, 44
Grund- und zwei Förderschulen. 37 davon in städtisc her Trägerschaft im Amt für Kinder,
Jugendliche und Familien, neun Schulen in freier Trägerschaft.
Anzahl der Gruppen in den Offenen Ganztagsschulen
Die Anzahl der Gruppen hat sich analog zu den Teiln ehmenden in den vergangenen 10
Jahren vervielfacht. Das folgende Diagramm zeigt di e Zunahme der Gruppen zwischen dem
Schuljahr 2015/2016 und dem Schuljahr 2018/2019:
44 44 45 45
180 202 208 219
0
50
100
150
200
250
2015/16 2016/17 2017/18 2018/19
OGS-Gruppen und Schulen (2015 bis 2018 )
Schulen
Gruppen
5
Anzahl der OGS-Kinder
Die OGS-Teilnehmenden stadtweit haben sich allein in den letzten 10 Jahren verdreifacht und
dies trotz einer nur leicht steigenden Zahl an Grun dschülerinnen und Grundschüler. Der Anteil
der OGS-Schülerinnen und -Schüler an der Gesamtschülerzahl beträgt aktuell rund 58 %. Der
Bedarf an Betreuung bis 13:00 Uhr bzw. 13:30 Uhr (B is-Mittag-Betreuung) ist leicht rückläufig .
Zurzeit nehmen dieses Angebot rund 21 % der Eltern wahr. Das folgende Diagramm zeigt die
Teilnahmezahlen vom Schuljahr 2015/2016 bis zum Schuljahr 2018/2019 im Vergleich:
Erweiterte Betreuungszeiten / Randzeiten
Die erweiterten Betreuungszeiten bieten eine ergänz ende Betreuung vor Schulbeginn bzw.
nach 16:00 Uhr. Das folgende Diagramm zeigt die Anz ahl der Schulen, welche eine
Frühbetreuung vor dem Unterricht bzw. eine Spätbetreuung bis maximal 17:00 Uhr anbieten:
Ferienbetreuung
Zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Ber uf und der besseren Planbarkeit stehen
Familien in Münster am ersten Tag nach den Sommerferien online alle aktuellen Informationen
hinsichtlich verlässlicher, ganztägiger Ferienbetre uungsangebote im jeweiligen Schuljahr zur
Verfügung.
2226 2189 2151 2068
4783
5322 5561 5814
8991 9358 9918 9940
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
SJ 15/16 SJ 16/17 SJ 17/18 SJ 18/19
Teilnahmezahlen (2015 bis 2018)
BiMi
OGS
Schüler/
Schülerinnen insg.
7 8 8 9
18
14
18 17
0
10
20
SJ 15/16 SJ 16/17 SJ 17/18 SJ 18/19
Schulen, mit erweiterten Betreuungszeiten (2015 bis 2018)
Frühbetreuung
Spätbetreuung
6
Für Kinder der Offenen Ganztagsschulen besteht ein Anspruch auf insgesamt sechs Wochen
ganztägige Ferienbetreuung. Die folgende Übersicht zeigt die Teilnahmezahlen in den Jahren
2015 – 2018:
Stadtweite Grunddaten (Schuljahre 2018/19/20)
Statistischer
Bezirk Schule BIMI
OGS
Erweiterte
Betreuungs-
zeiten SJ
2019/20
Teil-
nahmen
2018/19
Teil-
nahmen
2018/19
Gruppen
2018/19
Förder-
inseln Früh Spät
11 Aegidii Aegidii-Ludgeri-Schule 21 101 4 x
15 Martini Martinischule 43 123 4 x x
Altstadt Summe Altstadt 64 224 8
22 Josef Johannisschule 33 148 6 x x
24 Hansaplatz Overbergschule 6 122 4 x x x
25 Mauritz - West Bodelschwinghschule 16 186 7 x x
27 Kreuz Kreuzschule 34 166 6 x x
27 Kreuz Martin-Luther-Schule 38 134 5
Innenstadtring Summe Innenstadtring 127 756 28
31 Aaseestadt Dietrich-Bonhoeffer-
Schule 52
115 4 x x
31 Aaseestadt Schule an der Beckstraße* 8 1
32 Geist Matth.-Claudius-Schule 45 145 6 x x x
33 Schützenhof Hermannschule 17 120 5 x
34 Düesberg Gottfried-v.-Cappenberg-
Sch. 65
167 6 x
Mitte - Süd Summe Mitte-Süd 179 555 22
44 Herz - Jesu Albert-Schweitzer-Schule* 25 2
45 Mauritz - Mitte Mauritzschule 32 156 6 x
45 Mauritz - Mitte Pötterhoekschule 47 107 4 45 Mauritz - Mitte Erich-Kästner-Schule 7 33 2
46 Rumphorst Thomas-Morus-Schule 80 178 7 x
47 Uppenberg Dreifaltigkeitsschule* 209 8 x
Mitte - Nordost Summe Mitte-Nordost 166 708 29
Stadtbezirk Mitte Summe Mitte 536 2.243 87 10 4 8
4.305 4.653
5.294 5.173
857 894 1.142 1.131
0
2.000
4.000
6.000
2015 2016 2017 2018
Entwicklung der Anzahl der Teilnehmenden an Ferienbetreuungsangeboten
(2015 - 2018)
OGS-Ferienbetreuuung
Ganztagsferienbetreuung
7
Statistischer Bezirk Schule BIMI
OGS
Erweiterte
Betreuungs-
zeiten SJ
2019/20
Teil-
nahmen
2018/19
Teil-
nahmen
2018/19
Gruppen
2018/19
Förder-
inseln Früh Spät
51 Gievenbeck Michaelschule 61 169 6 x
51 Gievenbeck Mosaik-Schule 57 105 4 x 52 Sentrup Theresienschule 106 63 2
54 Mecklenbeck Peter-Wust-Schule* 63 115 4 x
56 Albachten Ludgerusschule
Albachten 76 158 6 x x x
57 Roxel Marienschule Roxel 96 212 8 x
58 Nienberge Annetteschule
Nienberge 58 107 4
Stadtbezirk West Summe Stadtbezirk
West 517 929 34 4 1 2
61 Coerde Melanchthonschule 140 5 x
61 Coerde Norbertschule 42 153 6 x
62 Kinderhaus - Ost Paul-Schneider-Schule* 32 209 8 x x
63 Kinderhaus - West GS am Kinderbach 42 123 4 x x
68 Sprakel GS Sprakel 24 91 3 x
Stadtbezirk Nord Summe Stadtbezirk
Nord 140 716 26 5 1 1
71 Mauritz- Ost Margaretenschule 53 172 6 x
71 Mauritz- Ost Pleisterschule* 53 52 2
76 Gelmer-Dyckburg Astrid-Lindgren-Schule 29 63 2 77 Handorf Kardinal-von-Galen-
Schule 56
116 4 x
77 Handorf Matth.-Claudius-Schule
Handorf* 54 138 5 x x x
Stadtbezirk Ost Summe Stadtbezirk
Ost 245 541 19 1 2 2
82 Gremmendorf-Ost Idaschule 154 174 7 x 86 Angelmodde Annetteschule
Angelmodde 35
126 5 x x x
86 Angelmodde Eichendorffschule 202 8 x 87 Wolbeck Nikolaischule 92 226 8 x 87 Wolbeck GS Wolbeck-Nord* Stadtbezirk Südost Summe Stadtbezirk
Südost 281 728 28 4 1 1
95 Hiltrup - Ost Marienschule Hiltrup 55 92 3 x
96 Hiltrup - Mitte Clemensschule 23 71 2 x x
96 Hiltrup - Mitte Paul-Gerhardt-Schule
Hiltrup 68
127 5 x x
97 Hiltrup - West Ludgerusschule Hiltrup 89 255 10 x x
98 Amelsbüren Davertschule
Amelsbüren 71 88 3
98 Amelsbüren GS Loevelingloh* 43 24 1
Stadtbezirk Hiltrup Summe Stadtbezirk
Hiltrup 349 657 24 4 2 1
Insgesamt 2.068 5.814 219 28 11 15
* Freie Träger in der OGS
8
1.2 Freie Träger
Der Anteil der freien Trägerschaften in den Offenen Ganztagschulen in Münster konnte in den
letzten Jahren gesteigert werden. Aktuell sind neun Offene Ganztagsschulen in der
Trägerschaft von fünf freien Trägern der Jugendhilfe.
An neu errichteten Grundschulen, wie beispielsweise aktuell in Wolbeck, erfolgt die
Übernahme der Trägerschaft zukünftig durch freie Träger der Jugendhilfe. Die Übertragung an
bestehenden OGS-Standorten erfolgt nach einer Inter essensbekundung freier Träger und
einem Beschluss der Schulkonferenz.
Die Quote hat sich dadurch auf knapp 20% erhöht. Um weitere Schulen in die freie
Trägerschaft überzuleiten, wird die Verwaltung ein nachhaltiges Strategiekonzept erarbeiten
und den politischen Gremien zur Entscheidung vorlegen.
Entwicklung der Freien Träger an den Offenen Ganztagsschulen (seit 2006)
Schuljahr Träger Schule
OGS -
Gruppen
2018/2019
06/07 Schule, Jugend, Kids & Co. e.V. Peter-Wust-Schule 6
09/10 Schule, Jugend, Kids & Co. e.V. Pleisterschule 2
09/10 SeHT e.V. Albert-Schweitzer-Schule 3
09/10 Trägerverein Offener Ganztag
Dreifaltigkeitsschule e.V. Dreifaltigkeitsschule 8
16/17 Caritas-Verband e.V. Schule an der Beckstraße 1
17/18 Schule, Jugend, Kids & Co. e.V. GS Loevelingloh 1
17/18 Caritas-Verband e.V. Paul-Schneider-Schule 9
17/18 Caritas-Verband e.V. Matthias-Claudius-Schule Handorf 5
19/20 Kreisel-Emsdetten e.V. Grundschule Wolbeck-Nord (2 Gr. ab dem
01.08.2019)
9
1.3 Personaltableau/Beschäftigungsverhältnisse
Im Folgenden wird ein Überblick über die in den Off enen Ganztagsschulen Beschäftigten
gegeben. Sofern zum Zeitpunkt der Erstellung vorlie gend, werden sowohl die Zahlen der
Beschäftigungen bei freien Trägern als auch in städtischer Trägerschaft abgebildet.
Hauptamtlich Beschäftigte (in städtischer und freier Trägerschaft)
Mit dem stetigen, bedarfsgerechten Ausbau der OGS i n Münster ist auch der
Personalzuwachs kontinuierlich gestiegen. Zu der Gr uppe der hauptamtlichen Kräfte zählen
sowohl die ausgebildeten Fachkräfte als auch die Un terstützungskräfte. 2015 sind erstmals
Stellen für Unterstützungskräfte geschaffen worden, um der Zunahme der Zahl von
Niedrigteilzeitkräften entgegenzuwirken.
174
247
275
314
174
201 209 227
0
46
66
87
0
50
100
150
200
250
300
350
2015 2016 2017 2018
Hauptamtliche MA in städtischer Trägerschaft (2015 bis 2018)
HA insg.
Koord. U. GL
U-Kräfte
29
45
17
22 20
28
0 0
9
17
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
2014/2015 2015/2016 2016/2017 2017/2018
Hauptamtliche MA in freier Trägerschaft (2015 bis 2018)
HA insges.
Koord. u. GL
U-Kräfte
10
Altersstruktur der hauptamtlichen MA (in städtischer Trägerschaft)
Die größte Gruppe der hauptamtlichen Kräfte in den Schulen ist zwischen 50 und 55 Jahre alt.
Hierbei handelt es sich überwiegend um Wiedereinste igerinnen und Wiedereinsteiger nach
längerer Familienphase. Die zweitgrößte Gruppe bild en darüber hinaus die über 56- bis 60-
jährigen Mitarbeiterinnen, die als Unterstützungskr äfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt
sind.
11
Hauptamtliche Mitarbeitende nach Geschlecht (in städtischer Trägerschaft)
Die folgende Abbildung zeigt, dass nahezu 90 % der Beschäftigten weiblich sind. Der Anteil
männlicher Mitarbeiter hat sich über die Jahre nicht verändert.
Ausbildungszahlen
Im Schuljahr 2019/2020 sind zusätzlich sechs Stellen für die praxisintegrierte Ausbildung (PIA)
geschaffen worden, welche in einem Zeitraum von dre i Jahren stattfindet. Die Übersicht zeigt
die Entwicklung der Ausbildungszahlen für Erzieheri nnen und Erzieher im
Berufsanerkennungsjahr (BAJ) in den Offenen Ganztagsschulen von 2015 bis 2019:
* Zwei Stellen (BAJ) sind bei einem freien Jugendhilfeträger verortet
2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Ausbildungs-
dauer
Erzieherinnen/Erzieher im
Anerkennungsjahr (BAJ)
5 10 15 15 20* 1 Jahr
Erzieherinnen/Erzieher in
der praxisintegrierten
Ausbildung (PIA)
-- -- -- -- 6 3 Jahre
Gesamt 5 10 15 15 26
12
Niedrig-Teilzeitkräfte (NTK)
Seit 2015 werden so genannte Niedrigteilzeitstellen in sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt. Im Schuljahr 2015/2016 wurden 46 Unterstützungs-
kräfte mit je 20,5 Wochenstunden erstmals eingestellt. Bis zum Schuljahr 2018/2019 konnte
die Zahl auf 105 Beschäftigte erhöht werden. Durch die Umwandlung der Niedrigteilzeitkräfte
in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen al s Unterstützungskräfte konnte trotz des
kontinuierlichen Zuwachses an Gruppen erstmals die Zahl der Niedrigteilzeitkräfte gesenkt
werden.
Die sechs freien Träger beschäftigen zurzeit 125 Ni edrigteilzeitkräfte an neun Offenen
Ganztagsschulen.
595
545
513
514
460
480
500
520
540
560
580
600
620
SJ 15/16 SJ 16/17 SJ 17/18 SJ 18/19
NTK in städtischer Trägerschaft (2015 bis 2018)
NTK
92
116
125
0
20
40
60
80
100
120
140
2015/2016 2016/2017 2017/2018
NTK-Kräfte in der OGS in freier Trägerschaft (2015-2018)
NTK
13
Altersstruktur der NTK (in städtischer Trägerschaft)
Der größte Anteil der Niedrigteilzeitkräfte ist unt er 25 Jahre alt. Im Bezirk Mitte ist die Anzahl
der Studierenden in den Offenen Ganztagsschulen seh r hoch. Die zweitgrößte Gruppe ist die
der 50- bis 55-jährigen, überwiegend weiblichen, Mi tarbeitenden, die nach der Elternzeit
wiedereinsteigen.
1.4 Finanzielle Ressourcen
Erträge und Aufwendungen in der OGS 2018 (in €)
Erträge
Landeszuwendungen 7.082.421,00 €
Elternbeiträge 3.480.823,00 €
Rückforderungen von Zuschüssen an freie Träger 275. 264,00 €
Summe : 10.838.508,00 €
Aufwendungen
Personalaufwendungen
Städtische MA 13.538.862,00 €
Freie Träger (ohne gestelltes städt. Personal) 1.6 73.645,00 €
Förderbudget 598.349,00 €
Sachmittel 603.130,00 €
Ferienbetreuung 458.707,00 €
Sonstige ordentliche Aufwendungen 129.809,00 €
Summe : 17.002.502,00 €
Städtischer Zuschuss: 6.163.994 ,00 €
In der Darstellung der Aufwendungen wird die hohe S umme der Ausgaben für Sachmittel
deutlich, die inzwischen die Ausgaben des Förderbudgets übersteigt. Die Mittel sollen deshalb
zukünftig zugunsten pädagogischer Angebote bedarfsgerecht verteilt werden.
14
2. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung für die Offenen
Ganztagsschulen
Eine abgestimmte Qualitätsentwicklung und Qualitäts sicherung macht alle Offenen
Ganztagsschulen zu beteiligungsorientierten Lern- u nd Lebensorten und dient dem
strategischen Ziel, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu ermöglichen.
Das folgende Kapitel gibt analog zu den in 2019 dur ch den Rat verabschiedeten
„Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschulen in Münster“ einen Überblick, welche
strukturellen und fachlichen Herausforderungen kurz -, mittel- und langfristig für alle Offenen
Ganztagsschulen umzusetzen sind. Dargestellt werden anhand der dreizehn
Qualitätsstandards aktuelle Fragestellungen, erste fachliche Beurteilungen und angestrebte
Handlungsaufträge. Dies geschieht auf zwei Ebenen. Der Bericht stellt die stadtweite
Planungsgrundlage dar und beschreibt darüber hinaus die Initiierung eines schulbezogenen
Qualitätsentwicklungsprozesses.
2.1 Schulbezogene Implementierungen einer systemati schen Qualitätsentwicklung und
Qualitätssicherung
Im Rahmen der fachlichen Arbeit des Kommunalen Qual itätszirkels ist ein Verfahren zur
Implementierung einer systematischen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung erarbeitet
worden. Festgelegt wurde, dass der Qualitätsstandard 3 „Multiprofessionelle Kooperation“ und
der Qualitätsstandard 7 „Hausaufgabenbetreuung und individuelle Lernzeiten“ in einem ersten
Schritt gemeinsam operationalisiert werden. Entspre chende Fragebögen liegen vor (siehe
Anlage 1).
Die schulbezogene Befragung für die Standards 3 und 7 richtet sich an die jeweilige
Schulleitung und die OGS-Koordination. Sie beginnt zum Schuljahr 2019/2020 und wird durch
die Verwaltung entsprechend quantitativ und qualitativ ausgewertet.
Alle weiteren Standards werden sukzessive operation alisiert, in einen entsprechenden
Fragebogen überführt und schulbezogen erhoben.
In der Auswertung werden kennzahlenbasiert Ergebnis se dargestellt und entsprechend Ziele
und Leistungsmaßstäbe für die nächsten vier Jahre f estgelegt. Diese Grundlagen werden auf
unterschiedlichen Ebenen weiterverarbeitet. Die Erg ebnisse werden für die Jahresgespräche
der städtischen Fachberatung mit allen Offenen Ganztagsschulen genutzt und realisieren eine
planvolle konzeptionelle und strukturelle Weiterent wicklung. Dies gilt auch für die Offenen
Ganztagschulen in freier Trägerschaft. Darüber hina us werden die Ergebnisse allen weiteren
Gremien zur Verfügung gestellt, die sich mit der Qu alitätsentwicklung der Offenen
Ganztagsschulen befassen.
Die angelegte Evaluation fokussiert dabei nicht nur die Zielerreichung, sondern identifiziert
auch zentrale Faktoren zur Weiterentwicklung der Pr axis. Folgende Gelingens-Faktoren
werden im Kontext der Maßnahmen untersucht:
Erreichbarkeit der Kinder
Erreichbarkeit der Eltern
Passgenauigkeit der Angebote
Ausbau systematischer Teilhabe
15
Im folgenden Schaubild wird der Ablauf der schulbez ogenen systematischen
Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung 2020 – 2024 in fünf Schritten dargestellt.
Dieser Prozess befördert mit seinen Ergebnissen die schulbezogene Qualitätssicherung und
bietet den beteiligten Schulen die Möglichkeit, die se fachliche Weiterentwicklung auch im
Schulprogramm zu berücksichtigen.
2.2 Stadtweite Planungs- und Steuerungsperspektiven auf der Grundlage der
Qualitätsstandards
Im Rahmen der stadtweiten Planungs- und Steuerungsv erantwortung wurde mit den
verschiedenen Gremien in einem integrierten Austaus ch erarbeitet, welche fachlichen und
strukturellen Erfordernisse an die Umsetzung und We iterentwicklung der Qualitätsstandards
gerichtet werden. Diese Herausforderungen beziehen sich auf alle Offenen Ganztagsschulen
in Münster.
Beteiligt in diesem Prozess waren der „Kommunale Qu alitätszirkel“
2, die „Trägerkonferenz“ 3
der freien Träger der Jugendhilfe, die Leitungsrund e der Koordination der Offenen
Ganztagsschulen, die Fachberatung für die Offenen G anztagsschulen der Stadt Münster und
die Stadtelternschaft.
2 Schulamtsdirektorin Bezirk 1, zwei Schulleitungen, Sprecherinnen der OGS Koordination,
Mitarbeitende des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien
3 Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe in den O ffenen Ganztagsschulen in Münster
1.
• Definition/ Beschreibung der Standards (Qualitätsstandards 1 - 13)
2.
• Operationalisierung der Qualitässtandards (Indikatorenbildung und
Bewertung durch Kategorien/Fragebogen)
3.
• Schulbezogene Befragung richtet sich an die Schulleitung und die
OGS-Koordination
4.
• Auswertung und Entwicklung von Zielen und Leistungsmaßstäben
5.
• Umsetzung
16
2.3 Qualitätsstandards 1 bis 13 – das bisher Erreic hte und zukünftig Geplante
Standard 1
Ganztagsstrukturen und Zeiten durch eine verlässliche pädagogische Betreuung
Die Offenen Ganztagsschulen bieten verlässliche Bil dungs-, Erziehungs- und
Betreuungsangebote. Dabei wird der Übergang vom Vor mittag in den Nachmittag aktiv
gestaltet. Es gibt drei Angebotsformen: Gruppenkonzept am Nachmittag, Offenes Konzept am
Nachmittag und Bildung von Ganztagsklassen.
Randzeiten/erweiterte Betreuungszeiten
In den letzten Jahren ist der durch Eltern gemeldet e Bedarf an erweiterten Betreuungszeiten
kontinuierlich gestiegen. Zum Schuljahr 2014/2015 h at der Rat der Stadt Münster finanzielle
Mittel für die erweiterten Betreuungszeiten in den Offenen Ganztagsschulen zur Verfügung
gestellt, um diesen Bedarf zu decken. Zum Haushalts jahr 2020 stehen 260.000,00 € zur
Verfügung.
Vor diesem Hintergrund wurde:
ein stadtweites pädagogisches Konzept zur Durchfüh rung und inhaltlichen
Ausgestaltung entwickelt und angewandt.
eine fortlaufende Bedarfsprüfung eingeführt, um en tsprechenden, finanziellen
Mehrbedarf sicher zu stellen.
Ganztägige Ferienbetreuung
Mit der Beschlussvorlage V/910/2018 wurde unter and erem auch die ganztägige
Ferienbetreuung für die Offenen Ganztagsschulen von der Richtlinienförderung in die
Strukturförderung überführt. Damit ist dem steigend en Bedarf an Ganztagsbetreuungsplätzen
in den Ferien entsprochen worden. Um den Bedarf auc h zukünftig zu bedienen, hat die
Verwaltung verschiedene Maßnahmen und Strategien en twickelt. Dazu gehört auch, dass
zukünftige freie Träger der Offenen Ganztagsschulen im Rahmen ihrer Vertragsgestaltung
sowohl in der Schulzeit als auch sechs Wochen in de n Ferien verpflichtet sind, das
Betreuungsangebot der Offenen Ganztagsschulen siche rzustellen. Über ein Online-
Anmeldesystem sollen Eltern und Kinder einen zeitge mäßen und adressatenorientierten
Zugang zu den Angeboten der ganztägigen Ferienbetreuung erhalten.
Folgendes ist geplant:
Es wird geprüft, ob ein Online-Anmeldesystem zur g anztägigen Ferienbetreuung
aufgebaut werden kann.
Durch ein Online-Anmeldesystem könnten zukünftig s tadtweite und sozialraum-
bezogene Bedarfsprüfungen vorgenommen werden.
17
Standard 2
Eine professionelle, pädagogische Erziehung, Bildun g und Betreuung durch fachlich
qualifiziertes Personal
Die fachlich qualifizierte Betreuung, Erziehung und Bildung in den Offenen Ganztagsschulen
erfordert unterschiedliche Maßnahmen und Verfahren der Personalentwicklung und
Personalbindung. Die Kontinuität der Beschäftigungs verhältnisse zu erreichen, ist ein
übergeordnetes Ziel. Die jeweiligen Träger der OGS sind für die Personalausstattung
verantwortlich.
Fachlich qualifiziertes Personal
Um dauerhaft in den Offenen Ganztagsschulen mit fac hlich qualifiziertem Personal zu
arbeiten, sind im Hinblick auf den bundesweiten Fachkräftemangel besondere Maßnahmen zu
ergreifen. Für städtisches Personal arbeitet das Am t für Kinder, Jugendliche und Familien
gemeinsam mit dem Personal- und Organisationsamt de rzeit an einem umfassenden
Personalentwicklungskonzept.
Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:
stärkere Berücksichtigung von individuellen Wünsch en und Vorstellungen der
Fachkräfte im Hinblick auf Beschäftigungsumfang und Flexibilität
Erhöhung der Anzahl von Ausbildungsplätzen für Erz ieher und Erzieherinnen im
Berufsanerkennungsjahr
Erhöhung der Ausbildungsplätze für Praxisintegrier te Stellen (PIA)
Öffnung der Dauerausschreibung für Gruppenleitunge n mit anderen Berufs-
abschlüssen im Sozialbereich
Fortbildungsprogramm
Das Fortbildungsprogramm wurde auf der Grundlage de r Qualitätsstandards zum Schuljahr
2019/2020 durch die OGS-Fachberatung neu konzipiert . Dieses richtet sich mit individuellen
Angeboten an die verschiedenen Beschäftigungsgruppe n in den Offenen Ganztagsschulen.
Neben den frei wählbaren Angeboten bilden Pflichtve ranstaltungen die Grundlage für die
Etablierung stadtweiter Qualitätsentwicklung und di e Umsetzung der Qualitätsstandards.
Damit unterstützt das neue Fortbildungsprogramm str ukturell und konzeptionell die
systematische Qualitätsarbeit der OGS-Fachberatung.
Weiterentwicklungen im Fortbildungsprogramm sind:
Einführungsveranstaltungen für alle neuen Mitarbei terinnen und Mitarbeiter in den
Offenen Ganztagsschulen als ein Pflichtmodul.
vier aufeinander aufgebaute Fortbildungsmodule für Unterstützungskräfte
Schulungsangebote hinsichtlich „Aufsichtspflicht, Kinderschutz, Nähe und Distanz in
der pädagogischen Interaktion, Verzahnung Förderins eln/OGS/Klassenlehrkraft,
verhaltensbesondere Schüler und Schülerinnen “.
18
Standard 3
Eine professionelle, pädagogische Erziehung, Bildun g und Betreuung durch
multiprofessionelle Kooperation
Die Offene Ganztagsschule vereint unter ihrem Dach Unterrichts-, Lern-, Spiel- und Freizeiten
sowie Pausen- und Mittagszeiten und verzahnt dies u m die curriculare Komponente. Die
Gestaltung der unterschiedlichen Elemente erfolgt d urch multiprofessionelle Teams,
verlässliche Kooperationsstrukturen und ermöglicht die immanente Forderung nach
Verzahnung und Rhythmisierung.
Für den Standard 3 liegt ein durch den Kommunalen Q ualitätszirkel erarbeiteter Fragebogen
(Anlage 1) vor.
Folgendes Vorgehen ist geplant:
Der Fragebogen wird im ersten Quartal 2020 in der Schulleiterdienstbesprechung und
der Leitungsrunde der Koordination vorgestellt.
Darauf folgend werden alle Offenen Ganztagsschulen diesen Erhebungsbogen
ausfüllen.
Danach werden Aussagen zum aktuellen Stand und zur Qualitätsentwicklung und
Qualitätssicherung vorgenommen.
Standard 4
Raumressourcen für die Umsetzung der Offenen Ganztagsschule
Um die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder in der Offenen Ganztagsschule über
einen ganzen Tag verteilt sicherzustellen, sind zwe i Betreuungsräume je Zug vorgesehen.
Neben den Klassenräumen sollen die Betreuungsräume insbesondere Rückzugs-
möglichkeiten und Flächen für das Freispiel vorhalten.
Der Rat der Stadt Münster hat mit der durch das Amt für Schule und Weiterbildung gefertigten
Vorlage V/0328/2017/1 ein Musterraumprogramm für Gr undschulen in Münster beschlossen.
Auf der Grundlage dieses Musterraumprogramms für Gr undschulen hat der Rat der Stadt
Münster durch die Vorlage V/0694/2019/1 in seiner S itzung am 11.12.2019 beschlossen,
erweiterte Räume für gemeinsames Arbeiten im Ganzta g vorzusehen. Mit gemeinsamen
Teamräumen in den Lernclustern wird die Verknüpfung des Ganztägigen befördert. Dieses
ergänzte Musterraumprogramm dient der Orientierung für Neu- und Erweiterungsbauten sowie
der Bemessung der qualitativen und quantitativen D eckung des Raumbedarfs in
Grundschulen.
Damit ist unter der Federführung des Amtes für Schu le und Weiterbildung in Zusammenarbeit
mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ei n Musterraumprogramm integriert erstellt
worden, welches bei Neubauten umgesetzt wird.
19
Im Bestand wird weiterhin frühzeitig vor Erweiterun gen und Ausbauten für neue OGS-
Gruppen, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort, das Ra umgestaltungskonzept entwickelt und
bearbeitet.
Standard 5
Soziales Lernen und ganzheitliche Förderung
Die Entwicklung zu einer vielfältigen und inklusive n Gesellschaft beeinflusst die pädagogische
Ausrichtung der Offenen Ganztagsschulen. Die Hetero genität der Schülerinnen und Schüler
an den Offenen Ganztagsschulen steigt in Bezug auf soziale, emotionale und
leistungsbezogene Fähigkeiten und Kompetenzen. Sozi ales Lernen, informelle Bildung und
die ganzheitliche Förderung ermöglichen den Erwerb einer Beziehungs- und
Beteiligungskultur sowie die Steigerung der Selbst- und Sozialkompetenz aller Schülerinnen
und Schüler in den Offenen Ganztagsschulen.
Für den Standard 5 ist eine schulbezogene Implement ierung einer systematischen
Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung vorgesehen.
Hierzu sollten:
zum Thema “Freispiel und Selbstbestimmte Aktivität en“ und „Gruppenangebote“ eine
schulbezogene Befragung mittels eines Fragebogens durchgeführt werden.
mit den Ergebnissen die fachliche Weiterentwicklun g der didaktischen und
methodischen Kompetenz ausgebaut werden.
Standard 6
Individuelle Förderung durch Sprachbildung, ganztägige Umsetzung der Förd erpläne,
Förderinseln, Sachmittel und das Förderbudget
Multiprofessionelle Teams sind in allen Offenen Gan ztagsschulen ein Standard. Akteure mit
verschiedenen Qualifikationen und Funktionen bilden das multiprofessionelle Team:
Schulleitungen, Lehrkräfte, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Heilpädagoginnen
und Heilpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Schu lsozialarbeiterinnen und
Schulsozialarbeiter, Psychologinnen und Psychologen , Schulbegleitungen,
Integrationshelferinnen und Integrationshelfer, Ler ntherapeutinnen und Lerntherapeuten.
Ziel der multiprofessionellen Teams ist eine indivi duelle und ganzheitliche Förderung jedes
einzelnen Kindes.
Für den Standard 6 wird ein Fragebogen entwickelt u nd durch den Kommunalen
Qualitätszirkel geprüft und freigegeben. Die Ergebn isse bilden die Grundlage für eine
Fachexpertise.
20
Der „Kommunale Qualitätszirkel“ und die „Trägerkonferenz“ haben beschlossen:
eine Überprüfung und Neustrukturierung des Sachmit telbudgets und Förderbudgets
durchzuführen und eine stadtweite Definition von Förderpositionen vorzunehmen,
die Verzahnung von Vor- und Nachmittag durch die s ystematische Einbeziehung der
„Heilpädagogischen Förderinseln“ der OGS-Fachkräfte und der Klassenlehrkraft zu
sichern.
Der „Kommunale Qualitätszirkel“ und die „Trägerkonferenz“ sehen den Bedarf:
die Förderpläne für Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Vor-
und Nachmittag als ganztägig gültige Arbeitsgrundla ge in den Offenen Ganztags-
schulen anzuwenden,
nach Auswertung der schulbezogenen Befragung zu pr üfen, wie die individuelle Lern-
und Entwicklungslage durch Förderpläne, Heilpädagog ische Förderinseln und das
Förderbudget zu verbessern ist.
Standard 7
Eine Hausaufgabenbetreuung und individuelle Lernzeit zu definierten
Rahmenbedingungen und mit festgelegten Personalressourcen
Die von Lehrkräften durchgeführten „individuellen L ernzeiten“ und die vom pädagogischen
Personal begleitete „Hausaufgabenbetreuung“ sind in den Offenen Ganztagsschulen
Kernelemente der Betreuung und Förderung.
Für den Standard 7 liegt ein durch den Kommunalen Q ualitätszirkel entwickelter Fragebogen
(Anlage 1) vor:
Der Fragebogen wird im ersten Quartal 2020 in der Schulleiterdienstbesprechung und
der Leitungsrunde der Koordination vorgestellt.
Darauf folgend werden alle Offenen Ganztagsschulen diesen Erhebungsbogen
ausfüllen.
Danach werden Aussagen zum aktuellen Stand und zur Qualitätsentwicklung und -
sicherung vorgenommen.
21
Standard 8
Eine Erziehungspartnerschaft mit Eltern/Erziehungsberechtigten durch verlässlic he Formen
der Zusammenarbeit mit Eltern
Eltern sind die Experten ihrer Kinder und wollen be stmögliche Bildungs- und
Entwicklungschancen bieten. Aufgabe der Fach- und L ehrkräfte ist es, hieran anzuknüpfen.
Das Kind steht im Mittelpunkt und ist Ausgangspunkt für die Überlegungen und Handlungen
aller Beteiligten.
Für den Standard 8 wird ein Fragebogen entwickelt u nd durch den Kommunalen
Qualitätszirkel erarbeitet. Seit Einführung der Qualitätsstandards finden zwischen dem Amt für
Kinder, Jugendliche und Familien und der Stadtelte rnschaft regelmäßig Gespräche statt, um
sich themenbezogen auszutauschen und die Belange un d Interessen von Eltern systematisch
zu berücksichtigen.
Standard 9
Eine gemeinsame Mittagsverpflegung als pädagogischer Bestandteil der Offenen
Ganztagsschule
Die Kinder der Offenen Ganztagsschulen nehmen tägli ch verbindlich an der warmen
Mittagsverpflegung teil. Kulturelle sowie allergieb edingte Besonderheiten werden hierbei
beachtet. Das Mittagessen ist Bestandteil des pädag ogischen Konzeptes der Schule. Die
gemeinsame Mittagsverpflegung fördert das Gemeinsch aftsempfinden und führt unter guten
Bedingungen zur Erholung und Entspannung nach einem Unterrichtsvormittag.
Für den Standard 9 wird ein Fragebogen zum Thema „g emeinsame Mittagsverpflegung“
entwickelt und durch eine interdisziplinäre, ämterübergreifende Arbeitsgruppe erarbeitet.
Zukünftig sollen:
Verbesserungen der Rahmenbedingungen bei der gemei nsamen Mittagsverpflegung in
den Offenen Ganztagsschulen herbeigeführt werden.
die Ausgaben für Sachmittel reduziert werden und f ür personelle Verstärkung in den
Schulküchen zugunsten der pädagogischen Angebote in den Gruppen umgewandelt
werden.
22
Standard 10
Partizipation durch eine Kultur der Beteiligung von Kindern
Die Teilhabe an demokratischen Prozessen zur Ausgestaltung der eigenen Lebenswelt gehört
zu den Grundrechten eines jeden Menschen. Die Schül erinnen und Schüler der Offenen
Ganztagschule werden ihrem Entwicklungsstand entspr echend in allen Angelegenheiten, die
sie betreffen, beteiligt.
Für den Standard 10 wird ein operationalisierter Fr agebogen zum Thema „Kultur der
Beteiligung von Kindern“ entwickelt. Übereinstimmend haben der „Kommunale Qualitätszirkel“
und die „Trägerkonferenz“ empfohlen, sich mit den M öglichkeiten der alltäglichen und
situativen Beteiligung von Kindern im Lern- und Lebensort „Schule“ auseinanderzusetzen.
Der fachliche Diskurs zum Thema „Partizipation“ wir d im „Kommunalen Qualitätszirkel“ und in
der „Trägerkonferenz“ fortgesetzt, um die eigene fachliche Haltung zu überprüfen:
Realisierung einer Fachtagung zum Thema „ Kultur der Beteiligung von Kindern“.
Erstellung eines Methodenkoffers für alltagsnahe u nd informelle Beteiligung.
Standard 11
Teilhabe an kulturellen, musischen, sportiven und g emeinwohlorientierten Angeboten
durch die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Die kooperative Zusammenarbeit der Schulen mit ande ren sozialen Institutionen und
Bildungspartnern ist in der Offenen Ganztagsschule eine wesentliche, konzeptionelle
Grundlage.
Für den Standard 11 wird ein Fragebogen entwickelt und durch den Kommunalen
Qualitätszirkel geprüft und freigegeben. Die Befrag ung richtet sich zu diesem Standard auch
an die Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als Kooperationspartner in den Offenen
Ganztagsschulen.
Darüber hinaus sollen folgende Fragen umgesetzt werden:
Realisierung einer systematischen Angebotsplanung in den Offenen Ganztagsschulen
in Kooperation mit dem Sportamt der Stadt Münster.
Prüfauftrag zur Implementierung einer systematisch en Kooperationsstruktur mit dem
Stadtsportbund.
Akquise weiterer Kooperationspartner, z. B. mit Ku ltureinrichtungen, Stadtteilein-
richtungen etc.
23
Standard 12
Schutz von Kindern
Die Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls zw ischen den Grundschulen im
Stadtgebiet Münster, dem Amt für Schule und Weiterb ildung und dem Amt für Kinder,
Jugendliche und Familien ist über eine Vereinbarung geregelt.
(§ 8 a SGB VIII in Verbindung mit § 42 Abs. 6 SchulG, NRW)
Für den Standard 12 wird ein Fragebogen entwickelt und durch den Kommunalen
Qualitätszirkel geprüft und freigegeben. Die Ergebn isse bilden die Grundlage für eine
Fachexpertise.
Sowohl im „Kommunalen Qualitätszirkel“ als auch in der „Trägerkonferenz“ wurde die
Sicherstellung des Schutzes von Kindern als unerlässliche und stetige Aufgabe in den Offenen
Ganztagsschulen betont.
Als Konsequenzen ergeben sich hieraus:
Für alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter de r Offenen Ganztagsschulen ist im
Rahmen der Einführungsveranstaltungen der „Schutz v on Kindern“ verpflichtender
Fortbildungsbestandteil.
Für das Jahr 2020 wird eine Fachveranstaltung zum Thema „Schutz von Kindern“ vom
Fachdienst Kinderschutz im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien durchgeführt.
Standard 13
Eine stetige, fachliche Weiterentwicklung durch implementierte Qualitätssicherung und
Qualitätsentwicklung
Die zukünftige Qualitätsentwicklung und Qualitätssi cherung leitet sich aus dem Standard 13
ab. Er bildet die Grundlage für das fachliche Handeln und die zukünftige Berichterstattung.
Die Umsetzung des Standards 13 wird im gesamten Kap itel 2 „Qualitätsentwicklung und
Qualitätssicherung für die Offenen Ganztagsschulen “ dieses Berichtes differenziert
dargestellt und umfasst sowohl eine stadtweite als auch eine schulbezogene Perspektive.
Die gemeinsame Realisierung der Qualitätsentwicklun g und Qualitätssicherung wird
unterstützt durch vielfältige Prozesse und Maßnahme n des Fachlichen Controllings in der
Schnittstelle zur Bildungsplanung und Bildungssteuerung.
24
3. Ausblick
Mit der Einführung der neuen Berichtsstruktur wird für die Offenen Ganztagsschulen in
Münster ein Fachbericht vorgelegt, der über Zahlen, Daten und Fakten in den Offenen
Ganztagschulen informiert. Darüber hinaus beschreib t der Bericht, wie sich die Einführung
einer Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung a uf der Grundlage der Qualitätsstandards
für die Offenen Ganztagschulen in den nächsten vier Jahren systematisch aufbaut.
Der Bericht ist in enger Abstimmung mit dem „Kommun alen Qualitätszirkel“, der
„Trägerkonferenz“ freier Träger der Kinder- und Jug endhilfe, der Stadtelternschaft und dem
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien erarbeitet worden. Die intensive Zusammenarbeit
mit den Gremien hat sich als sehr effektiv und förd erlich erwiesen; dies vor allem im Hinblick
auf die Einordnung wichtiger Fragestellungen und fa chlicher Herausforderungen für die
Offenen Ganztagsschulen in Münster.
Durch die Einführung einer Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung wird ein verlässlicher
Rahmen für die zukünftige qualitative Weiterentwick lung in den Offenen Ganztagsschulen in
Münster geschaffen.
Beschlussvorlage
7303 Zeichen
V/0732/2019 V/0732/2019 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Offene Ganztagsschulen in Münster - Bericht 2020 Beratungsfolge 29.01.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 04.02.2020 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 11.02.2020 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E- Government Vorberatung 12.02.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 12.02.2020 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster nimmt die erweiterte Berichterstattung zum Stand und zur Entwicklung Offener Ganztagsschulen in Münster zur Kenntnis und begrüßt die fortlaufende, systematisierte Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung für alle Offenen Ganztagsschulen in Münster. Ziel- setzung bleibt eine Bildungsberichterstattung zur Ganztagsbildung in Münster. 2. Der gemeinsame Antrag der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/ GAL „Quali- tätsoffensive: Die gute Ganztagsschule A-R/0039/2016“ ist hiermit aufgegriffen und formal erle- digt. Er wird in seinen noch nicht abschließend behandelten Punkten weiterhin umzusetzen sein. Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 15.01.2020 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Paschert Frau Rengshausen Frau Thesing Frau Schild Telefon: 492-5143 SchildK@stadt-muenster.de - 2 - V/0732/2019 Begründung: 1. Offene Ganztagsschulen in Münster 2020 Mit dem vorliegenden Bericht für die Offenen Ganztagsschulen in Münster wird ein Fachbericht vo r- gelegt, der über Zahlen, Daten und Fakten zur Entwicklung in den Offenen Ganztagschulen informiert und die Einführung einer systematischen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung beschreibt. Sie gründet auf den Qualitätsstandards für die Offenen Ganztagsschulen und eröffnet die Möglichkeit non-formale Bildung und informelles Lernen im Bildungssystem der Offenen Ganztagsschulen darz u- stellen. Der Bericht wird vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien verantwortet und wurde zusammen mit weiteren Akteuren erarbeitet. Beteiligt waren der „Kommunale Qualitätszirkel“, das Amt für Schule und Weiterbildung, die „Trägerkonferenz“ freier Träger der Kinder - und Jugendhilfe und die Stadte l- ternschaft. Die intensive Zusammenarbeit dieser Gremien hat sich als sehr effektiv und förderlich e r- wiesen; dies vor allem im Hinblick auf die Einordnung wichtiger Fragestellungen und fachlicher He r- ausforderungen für die Offenen Ganztagsschulen in Münster. Die Offenen Ganztagsschulen zeigen seit Jahren eine sehr starke Dynamik. Dies ist unter anderem durch den gesellschaftlichen Wandel begründet, in dem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf z u- nehmend im Fokus steht. Durch die Kindertagesbetreuung ist die institutionelle Erziehung, Bildung und Betreuung für Familien ein Standard, den sie auch in der Grundschule erwarten und benötigen. Zum Schuljahr 2009/2010 besuchten 2.503 Kinder die Offenen Ganztagsschulen. Im Vergleich dazu sind es im Schuljahr 2019/2020 voraussichtlich 6.054 Kinder. Dies entspricht einer prozentualen Ste i- gerung von 242%. Der Bis -Mittag-Bereich ist hingegen relativ konstant geblieben, bei aktuell 2.106 Kindern (2009: 2.004). Neben der Ganztagsbetreuung hat sich der Anspruch an Ganztagsbildung entwickelt. Die Umsetzung der Trias, Bildung, Erziehung und Betreuung, ist das zentrale Ziel der Offenen Ganztagsschule. Schu- le und Jugendhilfe tragen dabei die gemeinsame Verantwortung für die kognitive, soziale und emotio- nale Entwicklung der Kinder in den Ganztagsschulen. Seit 2009 wird den politischen Gremien fortlaufend zur E ntwicklung der Offenen Ganztags schulen in Münster berichtet: „Offene Ganztagschule in Münster 2009 – Standortbestimmung und Perspektiven“ (V/0483/2009) „Offene Ganztagsschule in Münster – Bericht 2009 – 2012“ (V/0739/2012) „Offene Ganztagsschule – Fachbericht 2012 – 2015“ (V/0444/2015) „Qualitätsoffensive Offene Ganztagsschulen – Zwischenbericht und weiteres Verfahren“ (V/0366/2017) „Qualitätsstandards der Offenen Ganztagschulen in Münster – 2019“ (V/0766/2018 und V/0766/2018/1) Die Berichte geben Aufschluss darüber, welche Veränderu ng sowohl quantitativ als auch qualitativ in den letzten Jahren vollzogen worden sind. Dadurch liegen umfassende Zahlen und Daten zu Verso r- gungsquoten, zur Trägerlandschaft, zur Personalentwicklung und Personalstrukturen, zu konzepti o- nellen Standards, zu Qualitätsstrukturen und deren Finanzierung vor. Im Februar 2019 wurden vom Rat der Stadt Münster die „Qualitätsstandards Offene Ganztagsschulen in Münster 2019“ (V/0766/2018 und V/0766/2018/1) beschlossen. Die Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschulen stellen die wachsende Verzahnung von Jugendhilfe und Schule unter einem g e- meinsamen Dach dar und lassen optimistisch in die Zukunft ganztägiger Schulkonzepte blicken. Ziel- setzung bleibt, eine weiterentwickelte Bildungsberichterstattung zur Ganztagsbildung in Münster vor- zulegen. - 3 - V/0732/2019 2. „Qualitätsoffensive: Die gute (offene) Ganztagsschule A-R/0039/2016“ Im Schuljahr 2018/2019 sowie im laufenden Schuljahr 2019/2020 wurden folgende weitere Bestand- teile des oben genannten Ratsantrag A-R/0039/2016 erarbeitet und umgesetzt: die Verabschiedung der Qualitätsstandards Offener Ganztagsschulen in Münster Reaktivierung des Münsteraner Qualitätszirkels Offener Ganztagsschulen Erweiterung des OGS Fortbildungsprogramms insbesondere für Unterstützungskräfte Eingruppierung der Koordinationen von S8b auf S12 TVöD weitere Freistellungen der Koordinationen ab der vierten OGS-Gruppe Stundenerhöhung der Wochenarbeitszeit der Koordinationen ab der siebten und zehnten OGS-Gruppe Weiterer Ausbau der Förderinseln Erhöhung der Trägervielfalt durch die Übertragung der OGS-Trägerschaft an der Grundschule Wolbeck-Nord sowie Beschluss zur Übertragung der Trägerschaft der OGS an den neuen Schulstandorten in der Oxford-Kaserne und der York-Kaserne auf einen freien Träger der J u- gendhilfe Bericht der Offenen Ganztagsschulen 2020 Folgende Punkte sind in 2020 ff noch zu erledigen, deren Bearbeitung zugesichert wird: die Gruppengröße im Offenen Ganztag auf 25 Kinder zu reduzieren die Essenssituation (Mensen) dem Bedarf entsprechend zu gestalten und ein entspanntes Einnehmen von gesunden Mahlzeiten zu ermöglichen. Der vorliegende Bericht greift die Qualitätsstandards in einer neuen Berichtsstruktur auf. Erstmalig gibt es neben den Zahlen, Daten und Fakten qualitative Aussagen zu Merkmalen, Strukturen und Qualitäten in den O ffenen Ganztagschulen in Münster. Diese sollen die Grundlage bilden, um die Angebote der Offenen Ganztagsschulen auch mit Blick auf den ab 2025 durch die Bundesregierung angekündigten Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung in der Grundschule in qualitativer und quantitativer Hinsicht weiterzuentwickeln. i.V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: 1. Anlage A 2. Offene Ganztagsschulen in Münster Bericht 2020 3. Anlage 1 (zum Bericht) 4. A-R/0039/2016 –Gemeinsamer Antrag der Faktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL und der CDU- Fraktion vom 29.06.2016 „Qualitätsoffensive: die gute (offene) Ganztagsschule“
A-R_0039_2016_a-r-0039-2016-ratsantrag-gruene-cdu_qualitaetsoffensive-gute-offene-ganztagsschule
14109 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0039/2016
Bündnis 90/Die Grünen/GAL CDU
Ratsfraktion Münster Ratsfraktion Münster
21. Juni 2016
Ratsantrag
Qualitätsoffensive: Die gute (offene) Ganztagsschule
Der Rat möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Gesamtkonzep t zu verbindlichen
flächendeckenden Qualitätsstandards für alle OGS in Münster in gemeinsamer
Verantwortung von Jugendhilfe und Schule auszuarbeiten. Das Ziel ist es, Unterricht
sowie ihn ergänzende und erweiternde allgemeinbildende Angebote von
außerschulischen Partnern zu einem Gesamtkonzept von Bildung, Erziehung und
Betreuung zusammenzuführen sowie Schule und OGS besser zu verzahnen und als
verlässlichen Lern- und Lebensraum für Mädchen und Jungen weiterzuentwickeln.
Dazu gehört auch mehr individuelle Förderung der Kinder nach ihren eigenen
Bedürfnissen mit ihren Stärken, Schwächen und individuellen Begabungen.
2. Um die pädagogische Qualität der OGS zu stärken und qualitative Angebote gezielt
auszubauen, wird die Verwaltung beauftragt,
• ein Personalentwicklungskonzept sowohl für ältere Fachkräfte als auch für
niedrig-teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter/-innen zu entwickeln, mit dem Ziel, das
vorhandene Personal bestmöglich auf die Aufgaben vorzubereiten. Ein Teil des
Konzeptes sind verstärkte gemeinsame regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen mit
Beteiligung von Lehr- und pädagogischen Fachkräften, Ganztagskoordinatoren
und Schulleitungen;
• den Anteil der freien Träger der Jugendhilfe, die im Offenen Ganztag tätig sind,
auf mehr als 25% zu erhöhen. Die OGS ist zu einem inklusiven Lebens- und
Lernort weiter zu entwickeln. Entsprechende Mehrbedarfe an Personal
(insbesondere im Nachmittagsbereich, solange nicht rhythmisiert ist) inkl.
Finanzierungsbedarf sind zu ermitteln;
• allgemein verfügbare Maßnahmen zur Erhaltung der P ersonalgesundheit an den
OGS zu etablieren;
• die Essenssituation (Mensen) dem Bedarf entspreche nd zu gestalten und ein
entspanntes Einnehmen von gesunden Mahlzeiten zu ermöglichen. Die
vorhandenen Speiseräume und Küchen stoßen häufig an ihre Grenzen. Daher ist
auch hier zu ermitteln, mit welchem Raum- und Finanzbedarf dieses Ziel zu
realisieren ist;
• das Raumangebot inkl. Rückzugsmöglichkeiten so zu gestalten, dass sich die
Kinder wohlfühlen. Kinder sind bei den Gestaltungsfragen einzubeziehen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt bei der Kostenber echnung für die freien Träger die
Over-Head-Kosten im angemessenen Umfang zu berücksichtigen.
4. Die Verwaltung wird im Weiteren beauftragt, auf der Grundlage des Fachberichts
Offene Ganztagsschule (OGS) aus dem Jahr 2015
1 den Finanzierungs- und
Raumbedarf verbunden mit einer möglichen zeitlichen Umsetzungsperspektive in
1 V/0444/2015 Offene Ganztagsschule – Fachbericht 2012-2015
2
priorisierten Modulen rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen 2017 für die
nachfolgenden Maßnahmen zu ermitteln:
• die Freistellung der Koordinationsstellen ab 4 Gru ppen,
• im Bestand Möglichkeiten zu eruieren, um für die K oordinationsfachkräfte
eigene Büros bzw. “ungestörte“ Arbeitsplätze zu schaffen,
• einen dem Bedarf entsprechenden Vertretungspool au fzubauen,
• die Gruppengröße im Offenen Ganztag auf 25 Kinder zu reduzieren. 2
Begründung :
Nur in gemeinsamer Verantwortung von Jugendhilfe und Schule kann ein Ort des Lebens
und Lernens entstehen, das die Mädchen und Jungen in ihrer Entwicklung ganzheitlich
fördert und in ihren Bedürfnissen und Interessen ernst nimmt. Die Umsetzung der Trias
Bildung, Erziehung und Betreuung ist das zentrale Ziel in der Offenen Ganztagsschule.
Betreuung nicht nur verstanden als Beaufsichtigung und zeitliche Betreuung, sondern als
Sorge, Unterstützung und Beziehungsarbeit. Bildung nicht nur verstanden als das Vermitteln
von Wissen, sondern auch als Förderung der Persönlichkeitsbildung und die Aneignung
sozialer und kultureller Kompetenzen. Um Bedürfnissen der Kinder zu genügen, bedarf es
qualifizierter pädagogischer Fachkräfte als feste Ansprechpartner/innen und kontinuierliche
Bezugspersonen sowie eines guten Personal-Schlüssels. Ebenfalls adäquate räumliche und
sächliche Ausstattung im Innen- wie im Außenbereich gehört dazu.
Was macht eine gute OGS aus?
Eine gute OGS zeichnet eine Rhythmisierung und inhaltliche Verknüpfung von Unterricht und
außerunterrichtlichen Angeboten aus, was auch die Inklusion (Integrationshelfer am
Nachmittag) erleichtern würde.
Will die Schule ein Lern- und Lebensort für Kinder sein, müssen sich Kinder dort wohl und
gut aufgehoben fühlen. Aus der Perspektive von Kindern und im Interesse ihrer
Persönlichkeits-entwicklung ist es daher wichtig, wenn Schule zuvörderst ein Ort ist, in dem
die Mädchen und Jungen ihre altersspezifischen und entwicklungsrelevanten
Lebensbedürfnisse befriedigen können:
• Das Bedürfnis Wissen und Können zu erwerben (!)
• Das Bedürfnis nach selbst bestimmter Bewegung un d Aktivität
• Das Bedürfnis nach Zusammensein mit Gleichaltrig en
• Das Bedürfnis, die Welt im Umfeld von Elternhaus und Schule zu erkunden
• Das Bedürfnis nach verlässlichen Strukturen, mit klaren sozialen Regeln
• Das Bedürfnis nach ernst nehmender und verstehen der Anleitung
• Das Bedürfnis sich zu entfalten, zu wachsen und „groß“ zu werden und dazu
ermutigt zu werden
• Das Bedürfnis nach konstanten Bezugspersonen.
3
Eine Offene Ganztagsschule muss diesen Anforderungen ebenso genügen, weil sie
für die angemeldeten Kinder eine Ganztagsschule ist.
4
2 Siehe Positionspapier der Freien Wohlfahrtspflege NRW http://freiewohlfahrtspflege-
nrw.de/positionen/ansicht/detail/news/detail/News/finanzierung-der-offenen-ganztagsschule-im-primarbereich-ogs/cache/nc/
3 Oggi Enderlein: Schule ist meine Welt. Ganztagsschule aus Sicht der Kinder. 7. aktualisierte und überarbeitete Auflage, Berlin
2015, S. 50
4
Siehe hierzu auch RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S.
85Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und
Sekundarstufe I, der keinen Unterschied hinsichtlich der Merkmale zw. gebundenem und offenem Ganztag macht.
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Charakteristisch ist leider für die meisten OGS in Münster die Trennung von Unterricht am
Vormittag und Betreuungs- und Freizeitangeboten am Nachmittag. Nach einem
umfassenden Bildungsverständnis müsste hier eine bessere bildungsfördernde Verzahnung
zwischen Unterricht und außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten erfolgen.
Durch das aktuelle Konzept ist eine Rhythmisierung im Sinne der Anpassung an individuelle
Lern- und Biorhythmen der Kinder kaum möglich. Insbesondere für Kinder mit emotionalem
und sozialem Unterstützungsbedarf ist dies besonders schwierig aufgrund des
Bezugspersonen- und Gruppenwechsels zwischen Vor- und Nachmittag, zu großen Gruppen
und kaum vorhandenen Rückzugsmöglichkeiten. Hier wäre eine sinnvolle Maßnahme die
Bildung von OGS-Klassen.
Angesichts aktueller Herausforderungen, wie dem gemeinsamen Lernen von Kindern mit
und ohne Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung sowie einer optimierten
individuellen Förderung, wird der Anspruch an die pädagogische Arbeit in der Primarstufe in
Zukunft nicht kleiner, sondern ansteigen. (So der Bildungsbericht „Offene Ganztagsschule
NRW 2014“). Wir brauchen deshalb neue didaktische Ansätze für heterogene
Kindergruppen. Im Rahmen des Bildungsberichts lässt sich aus Trägersicht diesbezüglich
eher ein negativer Trend feststellen. Mit Blick auf die Umsetzung ganztagsspezifischer
Zielsetzungen sehen die Träger insbesondere die Förderung von Stärken und Fähigkeiten
der Kinder im Jahr 2013/14 als weniger gegeben an, als noch im Jahr 2011/12. Es ist daher
zu empfehlen, die Konzepte der Offenen Ganztagsschule insbesondere dahingehend zu
prüfen, wie die Kinder individuell nach ihren eigenen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen
besser gefördert werden können.
5
„Es geht darum, ein von den künftigen Nutzern, also den Kindern, mitentwickeltes und
akzeptiertes Programm für die Schule am Nachmittag zu entwerfen (...)
Es wird deutlich, wie wertvoll es ist, das subjektive Wohlbefinden der Kinder als einen
Indikator für die Qualität eines sozialökologischen Lebensraums heranzuziehen. Wenn
Ganztagsschule ein Mehr an Anregungen und Angeboten mit sich bringt, wird sie von den
Kindern begrüßt. Wenn sie nur eine zeitliche Verlängerung der traditionellen Halbtagsschule
darstellt, findet sie nur mäßige Akzeptanz. (3. World-Vision Kinderstudie 2013, S. 124 f).
So können die außerunterrichtlichen Angebote ein guter Rahmen sein, um bestimmte
Themen des Unterrichts noch einmal von einer etwas anderen Seite zu beleuchten. Dabei
kann der außerunterrichtliche Bereich sich auf solche Aktivitäten konzentrieren, für die oft im
eigentlichen Unterricht keine Zeit besteht.
Das funktioniert nur, wenn genügend Zeit zur Verfügung steht. Auch müssen Lehr- und
Fachkräfte in engem Austausch stehen, damit eine hohe Transparenz im Hinblick auf die
Unterrichtsinhalte vorhanden ist. Für die Umsetzung der besseren Verzahnung von
außerunterrichtlichen Angeboten und Unterricht ist eine angemessene personelle
Ausstattung mit pädagogischen Fachkräften notwendige Voraussetzung.
Laut der Berichtsvorlage V/0444/2015 sind rund 46 % der hauptamtlich beschäftigten
Mitarbeiter/-innen in den offenen Ganztagsschulen älter als 45 Jahre. Im Schuljahr 2014/15
arbeiteten zudem 562 Mitarbeiter/-innen im Rahmen eines niedrigteilzeitbeschäftigten
Arbeitsverhältnisses. Eine besondere Herausforderung stellt hier der Einsatz von niedrig-
teilzeitbeschäftigten Kräften dar. Vielfach zwingt die personelle Not die OGS-
Koordinatoren/Innen, das Personal direkt z.B. über nadann-Anzeigen zu suchen und
einzustellen. Dabei werden häufig Personen eingestellt, die über keine pädagogische
Ausbildung verfügen. Regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen müssen daher zwingend eine
feste Grundsäule der Personalpolitik im OGS-Bereich werden. Gemeinsame,
multiprofessionelle Fortbildungen müssen verstärkt angeboten und beworben werden. Es
sollte angestrebt werden, schulpädagogische und sozialpädagogische Kompetenzen und
Systeme zusammenzuführen. Neben gemeinsamen Fortbildungen sind auch gegenseitige
5 Nicole Börner, Andrea Conraths, Ute Gerken, Ramona Steinhauer, Janina Stötzel, Agathe Tabel: Bildungsbericht Ganztagsschule
NRW 2014, S. 35
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Hospitationen und gemeinsame Teamzeiten von Fach- und Lehrkräften,
Ganztagskoordinatoren und Schulleitungen sinnvoll. Eine weitere Überlegung ist eine
verstärkte Zusammenarbeit mit den Münsteraner Hochschulen, um Lehramtsstudierende im
Rahmen eines studienbegleitenden Praktikums an der pädagogischen Arbeit im offenen
Ganztag zu beteiligen.
Der Fachbericht OGS 2015 hat viele „Baustellen“ im Personalbereich aufgezeigt, die es
sukzessive zu bearbeiten gilt, wobei einige exemplarisch nachfolgend detaillierter begründet
werden:
Die Leitungs-, Koordinations- und Verwaltungsaufgaben und die damit verbundene
Organisations- und Steuerungsverantwortung haben sich aufgrund der stetig wachsenden
Teilnehmerzahlen in den offenen Ganztagsschulen deutlich erhöht. Insbesondere an großen
offenen Ganztagsschulen (ab 4 Gruppen) nehmen die Leitungsaufgaben einen deutlich
höheren Stellenwert als an kleineren offenen Ganztagsschulen ein. So kann ein/e
Koordinator/-in, neben der Leitung einer eigenen Gruppe, zwischenzeitlich für ein Team von
bis zu 25 Mitarbeiter/-innen verantwortlich sein.
Um den anfallenden Aufgaben an den größer werdenden offenen Ganztagsschulen gerecht
werden zu können, wurden zum 01.01.2014 die Stellen der Koordinatoren/-innen an offenen
Ganztagsschulen mit vier und mehr Gruppen von 25,32 auf 30,0 Stunden aufgestockt.
Hierfür wurden 1,92 Planstellen (S 8) im Stellenplan 2014 eingerichtet (vgl. Vorlage
V/0530/2013).“
6
Der Rat hat im Dezember 2015 beschlossen, dass ab dem Schuljahr 2016/2017 Mittel
bereitgestellt werden, um als einen ersten Schritt Koordinationsfachkräfte an den größten
OGS mit 7 bzw. 8 Gruppen (4-5 Koordinationsfachkräfte) freizustellen.
Im Schuljahr 2015/16 haben 26 offene Ganztagsschulen 4 und mehr Gruppen; davon haben
13 Schulen 4 Gruppen / 1 Schule 5 Gruppen / 6 Schulen 6 Gruppen /
5 Schulen 7 Gruppen / 1 Schule 8 Gruppen
Weitere Schritte müssen daher folgen. Neben der Freistellung müssen
Koordinationsfachkräfte über einen ausgestatteten, „ungestörten“ Arbeitsplatz oder, wo im
Bestand möglich, ein eigenes Büro verfügen.
Der Vertretungspool muss laut Fachbericht aufgestockt werden, um Vertretungssituationen
ausreichend abdecken zu können.
Als vertretbare Gruppengröße wird eine Anzahl von 25 Kindern benannt. Zurzeit wird ab dem
50. Kind die zweite Gruppe gebildet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, will man
auch die Inklusion im Ganztagsbereich umsetzen sowie die individuelle Förderung nach
eigenen Begabungen, Stärken und Schwächen zu verwirklichen.
Trotz unterschiedlicher Aufgabenstellungen, Strukturen, Zuständigkeiten, Finanzierungen,
Arbeitsweisen und Methoden stehen Schule und Jugendhilfe in gemeinsamer
Verantwortung für die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern. Die freien
Träger haben sich laut aktuellem OGS-Fachbericht des Amtes für Kinder, Jugendliche und
Familien als professionelle und verlässliche Partner etabliert und bereichern mit ihrer Arbeit
die Schul- und Betreuungslandschaft
7. Daher ist es konsequent, dass Know-how der freien
Träger mehr zu nutzen als bisher geschehen. Dies hätte neben der inhaltlichen
Verbesserung auch die Folge, dass weniger Personal beim öffentlichen Träger angestellt ist.
Jutta Möllers Jens Heinemann
und Fraktion und Fraktion
6 Vgl. V/0444/2015, S. 6 und 18
7 Vgl. ebenda, S. 4
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (5)
- Beckstraße 1
- Hansaplatz
- Loevelingloh 1
- Kinderhaus
- Düesberg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0732/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.12.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37