V/0668/2019
Vermüllung öffentlicher Räume stoppen
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Beschlussvorlage
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V/0668/2019 V/0668/2019 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Vermüllung öffentlicher Räume stoppen Antrag der Ratsgruppe AfD an den Rat Nr. A-R/0033/2019 Beratungsfolge 31.10.2019 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung 19.11.2019 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 28.11.2019 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E- Government Vorberatung 04.12.2019 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Stadt Münster bereits einen breit gefächerten Maßnahmenkatalog für die Stadtsauberkeit entwickelt hat und diesen erfolgreich umsetzt. 2. Der Antrag A-R/0033/2019 der Ratsgruppe AfD „Vermüllung öffentlicher Räume stoppen“ vom 13.05.2019 (s. Anlage) ist damit erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird kein zusätzliches finanzielles Budget eingesetzt. Begründung: Die Stadt Münster – insbesondere die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit und das Ordnungsamt – wirkt durch zahlreiche, aufeinander abgestimmte und ineinander greifende Maßnahmen und Bausteine erfolgreich auf eine gute Stadtsauberkeit ein. Ein starkes Netzwerk mit anderen Kommunen sorgt dabei für einen regelmäßigen Erfahrungsaus- tausch, von dem alle Netzwerkpartner/innen profitieren. Beispielhaft seien an dieser Stelle einige Maßnahmen und Bausteine genannt, die bereits umgesetzt werden bzw. deren Umsetzungsmöglichkeiten aktuell geprüft werden. In Münster sind über 2.000 Papierkörbe aufgestellt, die regelmäßig bis zu 13-mal wöchentlich geleert werden. An Standorten, die besonders stark frequentiert werden (insb. im Innenstadtbereich) gibt es solarbetriebene Abfallbehälter, die dank einer integrierten und solarbetriebenen Presse bei einem Abfallwirtschaftsbetriebe Münster 17.10.2019 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Feldkamp Telefon: 60 52 14 FeldkampM@awm.stadt- muenster.de - 2 - V/0668/2019 Fassungsvermögen von 125 Litern bis zu 700 Liter Abfall aufnehmen können. Am Aasee wurden sie- ben unterirdische Abfallcontainer mit einem Fassungsvermögen von je 1000 Liter, außerdem Grilla- schebehälter installiert. An rund 80 Spendervorrichtungen in Grünanlagen können Hundebesitzer kostenfrei Hundekotbeutel bekommen und die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner richtig entsorgen. Serviceangebote wie z.B. die monatliche Sperrgutabfuhr rund 45 im Stadtgebiet aufgestellte Elektroschrottcontainer über 300 Glascontainerstandplätze und ein dichtes Netz von elf Recyclinghöfen tragen außerdem dazu bei, so genannte „wilde Müllablagerungen“ zu minimieren. Das in den Städten zunehmende Phänomen der so genannten „Mediterranisierung des Lebens“ – also der Nutzung öffentlicher Flächen zum Grillen und Entspannen – bringt insbesondere in der war- men Jahreszeit entsprechend mehr Freizeitmüll mit sich. Die Stadt reagiert darauf u.a. mit zusätzli- chen Abfallbehältern („Veranstaltungstonnen“) an stark frequentierten Plätzen und Grünflächen sowie an warmen Sommertagen am Wochenende und an Feiertagen mit dem Einsatz von Service-Teams am Aasee, die über die Littering-Folgen für die Umwelt aufklären und den Weg zu den Abfallbehältern aufzeigen. Weitere wesentliche Konzeptbausteine für eine saubere Stadt sind insbesondere öffentlichkeitsstarke Kampagnen und Aktionen (insb. die stadtweite Frühjahrsputzaktion „Sauberes Münster“) Schulungen zur Abfallvermeidung und Stadtsauberkeit (zielgruppenorientiert ausgerichtet auf Kinder, Jugendliche, Erwachsene) Exkursionen auf dem Deponie -Erlebnispfad (außerschulischer Lernort mit dem Konzept des handlungsorientierten Lernens) Recyclinghofführungen Lehrmaterialen für den Unterricht in Schulen und Kitas die Öffentlichkeitsarbeit in Netzwerkinitiativen wie „Münster für Mehrweg“, die durch prakti- sche Angebote zur Vermeidung von Einwegmüll gegen die Littering-Problematik angeht Neben dem sehr umfangreichen abfallpädagogischen Angebot und der auf merksamkeitsstarken Öf- fentlichkeitsarbeit, intensiveren die AWM seit einem Jahr ihre Netzwerkarbeit und haben dazu eine entsprechende Fachkraft im abfallpädagogischen Bereich eingestellt. Ziel ist, weitere Multiplikatoren und Paten für die Themen Stadtsaub erkeit, Abfallvermeidung und richtige Abfalltrennung zu gewin- nen. Von der Möglichkeit, Bußgelder für Vermüllungen unterschiedlicher Art zu erheben, macht das Or d- nungsamt in der Praxis Gebrauch, wenn dies möglich ist. Dazu müssen die Verursacher allerdin gs „auf frischer Tat“ ertappt werden. Trotz einer Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes um jeweils sechs Stellen in den Jahren 2018 und 2019 ist eine permanente Überwachung von öffentl i- chen Plätzen und Grünflächen nicht umsetzbar und auch nicht zielf ührend. Eine weitere Aufstockung der Personalkapazitäten ist derzeit nicht vorgesehen . Auf eine Ausweisung fester Flächen (z.B. zum Grillen) wird bewusst verzichtet, da zu erwarten ist, dass diese dann extrem strapaziert werden. I. V. gez. Peck Stadtrat Anlagen: - Anlage A - Antrag an den Rat Nr. A-R/0033/2019
Anlage A
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Anlage A zur V/0668/2019 Kurzüberblick Ein neues Konzept um die „Vermüllung öffentlicher Räume zu stoppen“ wird seitens der Stadt nicht entwickelt. Die Stadt Münster setzt bereits einen breit gefächerten und erfolgreichen Maß- nahmenkatalog mit ineinander greifenden Bausteinen für die Stadtsauberkeit um. Beispielhaft werden in der Vorlage einige wesentliche Bausteine genannt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Ratsantrag Nr. A-R/0033/2019 wurde innerhalb der vewaltungsintern anzustrebenden Frist von einem Jahr sorgfältig geprüft. Die Ablehnung des Antrags wurde ausführlich begründet. Finanzierung Produktgruppe: 11.02 Abfallwirtschaft Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) entfällt.
Anlage: Antrag an den Rat Nr. A-R/0033/2019
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0033/2019 AfD -Ratsgruppe Münster Mitglieder Leostraße 16 B 48153 Münster Marrtin Schiller (Sprecher) Richard Frederik Mol +49(251) 60688623 martin.schiller@afd-muenster.de www. afd -muenster.de Vermüllung öffentlicher Räume stoppen – Stadt muss ein Konzept entwickeln AfD-Ratsgruppe im Rat der Stadt Münster Leostr. 16-B 48153 Münster Tel. (0251) 60688623 martin.schiller@afd-muenster.de Antrag an den Rat der Stadt Münster Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Die Stadt Münster entwickelt ein Konzept um die Vermüllung öffentlicher Räume (Littering) zu stoppen. Hierzu greift sie im Rahmen eines Best-Practice-Ansatzes auch Lösungsvorschläge anderer Kommunen in NRW für dieses Problem auf. 2. Die Stadtverwaltung prüft die Einführung eines stadtweiten Konzeptes zur Sauberhaltung der Stadt Münster und zur Vermeidung von Müll. Auf der Grundlage der Erkenntnisse der Studie „Wahrnehmung von Sauberkeit und Littering im öffentlichen Raum“ der Humboldt-Universität-Berlin. 3. Die Verwaltung prüft hierbei auch den Einsatz ordnungsrechtlicher Maßnahmen in der Form von Bußgeldern. Ebenso prüft sie im Rahmen der Haushaltsberatungen die Aufstockung der Personalkapazitäten des kommunalen Ordnungsdienstes. Und die Einführung von Ordnungskräften, die speziell für die Situation Vermüllung öffentlicher Grünflächen geschult wurden. Die Verwaltung prüft ebenfalls die Möglichkeit der Zuweisung fester Flächen. Und die Nennung von persönlich verantwortlichen für dieses Areal. 4. Die Stadtverwaltung prüft, wie sie die Abfallwirtschaftsbetriebe als kommunalen Entsorgungsbetrieb vor allem in den Quartieren und den Plätzen unterstützen kann, wo das Risiko für eine Vermüllung im öffentlichen Raum am größten ist. Begründung: Seit einigen Jahren ist in Münster das folgende Phänomen zu beobachten: Sobald die Temperaturen draußen wärmer werden und die Tage länger, strömen Massen von Menschen auf öffentlich zugängliche Flächen und Plätze. Wie den Wiesen rund um den Aasee, den Uferböschungen am Kanal oder den Grünflächen im Südpark. Um dort in Gemeinschaft mit anderen Menschen zu feiern. Typisch ist die gemeinsam vollzogene Einnahme von Nahrungsmitteln und das konsumieren von vorwiegend alkoholischen Getränken. Ebenso typisch ist das Grillen im öffentlichen Raum, wobei auch schon einmal ein ganzes Schaf oder ein Hammel auf öffentlichen Plätzen gegrillt wird. Dazu wird laut Musik gehört aus mitgebrachten Musikanlagen. Und im weiteren Verlauf der Feierlichkeiten erfolgen auch öfters für diese Veranstaltungen typische Spiele, wie das Schweden-Schach. Am Morgen nach diesen an Bacchanalen erinnernden Feierlichkeiten ist dann ein weiteres Phänomen zu beobachten: Die für die Feier verwendeten Flächen sind übersät mit Müll. Seien es liegen gelassene Bierflaschen, ausgekohlte Einmallgrills, Plastiktüten, Einmalpapbecher, Einmalwegwerfgeschirr und dergleichen mehr. Der öffentliche Raum ist nach diesen Feierlichkeiten vermüllt. Aus dem Englischen hat sich hierfür das Wort Littering in die deutsche Sprache eingebürgert. Und trotz aller Maßnahmen der Stadt Münster in den vergangenen Jahren hat sich an der Vermüllung des öffentlichen Raumes nichts geändert. Ganz im Gegenteil. Die Vermüllung hat in Ausmaß und Intensität in den letzten Jahren noch zugenommen. Hiervon zeugt auch der Hilferuf der städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe in Münster. Denn diese haben nach den Feiern zum 1.Mai 2019 am Aasee bewusst auf eine Reinigung der Grünflächen verzichtet. Um auf die Problematik der Vermüllung des öffentlichen Raumes aufmerksam zu machen. Aber auch um zu zeigen, dass die bislang hierzu ergriffenen politischen Maßnahmen nicht ausreichen. Daher ist die Stadt Münster gefordert, umgehend ein Konzept für das Problem der Vermüllung des öffentlichen Raumes zu entwickeln. Hierbei darf dieses Problem aber nicht nur auf die Situation von Feierlichkeiten im öffentlichen Raum begrenzt werden. Denn eine weitere Ursache für die Vermüllung des öffentlichen Raumes liegt im wachsenden Trend des Essens und Trinken unterwegs und im öffentlichen Raum. Immer mehr Einwegverpackungen werden hierfür verbraucht. 106.000 Tonnen Abfall allein durch Getränkeverpackungen wurden im letzten Jahr verbraucht. Das entspricht 2.600.000.000 To-Go-Bechern im Jahr. Der To-Go-becher hat mittlerweile die Plastiktüte als Abfallverursacher Nr.1 abgelöst. Zugleich ist in den letzten Jahren eine weitere Entwicklung zu beobachten: Der öffentliche Raum wird in immer stärkeren Maße zur Freizeitgestaltung genutzt. Ergebnis sind dann die oben zur Einleitung beschriebenen Feiern und deren Ergebnisse. In Form von achtlos weggeworfenen Müllbergen, die dann die öffentlichen Grünflächen verschandeln. Und die einzige Lösung bestand bislang darin, dass die städtischen ABM am drauffolgenden Tag klaglos den Müll eingesammelt haben. Und damit der Verschandelung der öffentlichen Landschaft ein Ende gesetzt haben. Das kann aber keine Lösung sein. Zudem macht die Entwicklung eines deutlich: Die bislang im Nutzungskonzept für den Aasee aufgezeigten Lösungen, funktionieren nicht. Daher muss das bisherige Konzept grundlegend überarbeitet werden. Dies auch aus Gründen des Umweltschutzes: Denn etwa ein Drittel der Einwegbecjher besteht aus Kunststoff. Landet dieser Müll in der Umwelt dann zerfällt er im Laufe der Zeit zu Mikroplastik und gelangt so wieder in die Nahrungskette und schädigt die Gesundheit von Menschen und Tieren. Hinzu tritt auch ein finanzieller Aspekt: Für die Reinigung von Straßen und Grünflächen müssen von Jahr zu Jahr höhere Kosten aufgewendet werden. Studien schätzen die Kosten bundesweit auf 800 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Auf die Stadt Münster umgerechnet entspricht dies 3,2 bis 4 Millionen Euro pro Jahr. Litterin senkt die Lebensqualität in den betroffenen Stadteilen: Denn nach der Broken- Windows-Theorie wird Müll vor allem dort hingeworfen, wo bereits Müll liegt. So entstehen schnell Müllbrennpunkte. Dort wo bereits Müll liegenbleibt wird dann noch mehr Müll achtlos weggeworfen. Weil durch die Vermüllung die Bereitschaft der Passanten sinkt, ihren Müll ordnungsgemäß in den vorhandenen Abfalleimern zu entsorgen. Und weil damit signalisiert wird, dass die Regeln im öffentlichen Raum nicht mehr gelten. Durch die Vermüllung wird der öffentliche Raum damit zu einem rechtsfreien Raum. Das ist in einem Rechtsstaat daher auch aus übergeordneten ordnungs- und sicherheitspolitischen Erwägungen nicht hinnehmbar. Nur eine saubere Stadt ist deshalb eine sichere Stadt. Und nur eine saubere Stadt bietet den Menschen eine hohe Lebensqualität. Deshalb ist ein Konzept gegen eine Vermüllung und für die Instandhaltung der öffentlichen Räume eine wichtige Grundlage für objektive und subjektive Sicherheit und Stabilität im Quartier. Entsprechend sind deshalb auch quartiersbezogene Lösungen unter Einbezug der ABM zu entwickeln. Die Lösungen der Stadt Münster funktionieren nicht. Daher ist ein Blick über den Tellerrand hinaus nötig. Und zu gucken und zu prüfen, wie andere Kommunen mit diesem Problem umgehen und welche Lösungen sie für die Situation der Vermüllung des öffentlichens Raumes entwickelt haben. Dies im Sinne der Übernahme erfolgreicher Lösungen aus anderen Städten und Gemeinden. Ebenso hat sich die Wissenschaft mit diesem Thema befasst. In der oben genannten Studie der Humboldt-Universität zu Berlin finden sich eine Reihe von praktikablen Vorschlägen für die Situation der Vermüllung im öffentlichen Raumes. Die Stadt Münster kann für sich diesen Erfahrungsschatz nutzen. Daher gibt es keine Ausreden mehr für Trägheit in dieser Sache. Die Stadt Münster muss endlich ein wirksames Konzept für die Müllproblematik im öffentlichen Raum entwickeln. gez. Martin Schiller Richard Mol
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
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Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Leostraße 16B
- Feldkamp
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Details
- Aktenzeichen
- V/0668/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 08.07.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37