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V/0300/2016

Städtebauförderung: Fortschreibung Integriertes Handlungskonzept Münster-Innenstadt

Vorlagen 09.05.2016

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 29.06.2016, TOP 27

Beschlussvorlage

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Ansehen

0300-2016 Anlage 2 - IHK_Th

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Ansehen

0300-2016 Anlage 1 - IHK_Th

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Ansehen

Beschlussvorlage

10652 Zeichen

V/0300/2016 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
Münster Marketing 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Städtebauförderung: Fortschreibung Integriertes Handlungskonzept Münster-Innenstadt 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
14.06.2016 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
14.06.2016 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 
16.06.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Vorberatung 
29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 
29.06.2016 Rat Entscheidung 
 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
  
1. Der Rat bestätigt, die bereits mit der Vorlage V/0902/2008 getroffene Gebietsabgrenzung für 
das Bund -Länder-Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt - und Ortsteilzentren – Münster-
Innenstadt“ im Sinne von § 171b (2) BauGB. Die Abgrenzung des Programmgebietes ist aus 
dem Übersichtsplan in der Anlage 1 ersichtlich. 
 
2. Der Rat nimmt die Maßnahmenübersicht (vgl. Anlage 2) und das Integrierte Handlungsko n-
zept für das Programmgebiet „Aktive Stadt - und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“ (vgl. 
Anlage 1) zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung,  
 
2.1  dieses Handlungskonzept in den nächsten Jahren als handlungsleitenden Orienti e-
rungsrahmen für die weitere Entwicklung von Innenstadt und Bahnhofsviertel - ge-
meinsam mit privaten Partnern - zu Grunde zu legen 
 
2.2  dabei auch den Aspekt der Nachhaltigkeit und der wohnungswirtschaftlichen Quartie r-
sentwicklung bei geeigneten Projekten als ganzheitlichen Ansatz in der Partnerschaft 
zwischen Verwaltung und den möglichen privaten Partnern zu verfolgen.  
 
3. Die Verwaltung wird beauftragt, bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen (städtebaul i-
che Zielsetzung, Finanzierung, Beteiligung privater Partner), Anträge auf Städt ebauförderung 
zu einzelnen Projekten und Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept (vgl. Anlage 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0300/2016 
Auskunft erteilt: 
Herr Thiel / Frau Spinnen 
Ruf: 
492 61 80 / 492 27 00 
E-Mail: 
Thiel@stadt-muenster.de  
Spinnen@stadt-muenster.de 
Datum: 
07.06.2016 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0300/2016 
1) direkt oder im Wirkungszusammenhang mit anderen ggf. nicht benannten Maßnahmen zu 
stellen.   
 Eine weitere Detaillierung der Städtebauförderprojekte kann über die jährliche Vorlage zum 
„Sachstand der Städtebauförderung in Münster“ erfolgen. 
 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Kosten entstehen.  
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass - sofern Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept 
für das Programmgebiet „Aktive Stadt - und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“ zukünftig realisiert 
werden sollen - ggf. der Stadt und/oder privaten Partnern Kosten und/oder Folgekosten entstehen 
werden.   
 
Die entsprechenden Ausgabemittel sind dann über die jeweiligen Fachämter sicherzustellen. Bei Fö r-
deranträgen für sog. Dritte ist der Eigenanteil von diesen selbst aufzubringen, so dass die Maßnahme 
für die Stadt Münster kostenneutral zu veranschlagen ist. 
 
Die Fachämter sorgen darüber hinaus für die Veranschlagung im Haushaltsplan der Stadt Münster 
sowie bei den Mitteln für Dritte für eine entsprechende Einnahme -/Ausgabeveranschlagung im jewei-
ligen Fachbudget. 
 
 
Begründung: 
 
Mit dem Beschluss des Rates der Stadt Münster am 10.12.2008 zur Vorlage V/0902/2008 - Sach-
stand und Zukunft der Städtebauförderung in Münster – Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ 
wurde erstmalig ein Städtebaufördergebiet für die Innenstadt und das Bahnhofsviertel von Münster 
abgegrenzt und festgelegt.  
 
Auf der Basis des § 171 b (2) BauGB – Städtebauliches Entwicklungskonzept – in Verbindung mit § 
171 a (3) BauGB ist eine Gebietsabgrenzung nach Satz 2 Nummer 3 (Stärkung innerstädtischer B e-
reiche) für das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" zur Entwicklung und Stä r-
kung der Innenstadt Münsters darstellbar.  
 
In Kenntnis der Ergebnisse zum „Integrierten Stadtentwicklungs - und Stadtmarketingkonzept Mün s-
ter“ (vgl. Vorlage V/0118/2004 – Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept Münster 
(ISM)) sowie als Fortschreibung des bisherigen „Rahmenplans Münster-Altstadt“ wurde ergänzend zu 
diesem Gebietsbezug vom Rat ein erstes „Integriertes Handlungskonzept“ für den Bereich Innenstadt 
mit dem Bahnhofsviertel beschlossen. Diese sollte als handlungsleitender Orientierungsrahmen für 
die weitere Entwicklung der Innenstadt und des Bahnhofsviertels dienen.  
 
Die Inhalte und Ergebnisse aus dem ISM -Prozess sind weiterhin aktuell  und werden wie bisher als 
grundlegende Basis für das Programmgebiet „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“ 
herangezogen. Die akt uelle Diskussion zum Zukunftsprozess Münster 20 | 30 | 50 bildet daher die 
konsequente Fortsetzung der bisherigen Planungen und Konzepte.  Außerdem erarbeitet die Stadt 
derzeit Nachhaltigkeitsstrategien, die in das Zukunftskonzept eingehen werden.  Die funktionalen Zu-
sammenhänge für die Gebietsabgrenzung und den Orientierungsrahmen sind darüber hinaus über 
den Bezug zum Einzelhandelskonzept der Stadt Münster (vgl. entsprechende räumliche Darstellung 
in der Anlage 1 zu dieser Vorlage) dargestellt. 
 
Die Stadtquartiers- und Maßnahmenübersicht stellt die Schwerpunktbereiche und die ihnen zugeor d-
neten öffentlichen und privaten Maßnahmenvorschläge (vgl. Anlage 2) dar: Bahnhof und Bahnhof s-
umfeld; Altstadt mit Prinzipalmarkt, Ludgeri - und Salzstraße;  Schloss / Schlos splatz; sowie ergä n-
zend die Einkaufsstraßen Wolbecker-, Warendorfer- und Hammer Straße.

- 3 - 
V/0300/2016 
Fazit: Drei Quartiere und drei Radialen bilden ein Konzept für die Innenstadt Münsters. 
 
Das Städtebauförderprogramm setzt auf Information, Kooperation und Dialog, d.h . auf Kriterien, die 
auch bisher schon für Münsters Stadtentwicklungspolitik prägend waren. Dabei zeichnet sich Münster 
dadurch aus, dass Initiativen, wie z.B.  ISG – Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel, 
ISI – Initiative Starke Innenstadt, bereits früh ihre Kooper ationsbereitschaft mit der Stadt artikuliert 
haben und in vielen Bereichen bereits tatkräftige Partnerschaften entstanden sind. Ohne diese sta r-
ken Partnerschaften wären viele Projekte nicht darstellbar gewesen. 
 
Bereits in der Vorla ge aus dem Jahr 2008 wurde die Möglichkeit einer Fortschreibung dieses Int e-
grierten Handlungskonzeptes mit ggf. zukünftig geänderter Schwerpunktsetzung als grundsät zlich 
wünschenswert festgelegt. Nach acht Jahren Integriertem Handlungskonzept Münster Innen stadt 
sollte nach Ansicht von Verwaltung und privaten Partnern eine Aktualisierung und Anpassung von 
Zielen und Inhalten erfolgen. Viele Maßnahmen konnten bereits realisiert werden, andere Maßna h-
men befinden sich aktuell in der Umsetzung, z.B. der Neu - und Umbau des Hauptbahnhofes Münster 
mit zwei gleichwertigen Empfangsgebäuden auf der West- und der Ostseite.  
 
Eine detaillierte Darstellung der möglichen Maßnahmen, ergänzt um eine Zeitachse und versehen mit 
einer Ersteinschätzung zu den Prioritäten und mög lichen Partnerschaften befindet sich in der Ma ß-
nahmenübersicht der Anlage 2. Damit werden die gegenseitigen Abhängigkeiten, Chancen und Pe r-
spektiven deutlich. Eine Kurzbeschreibung zu den einzelnen Maßnahmen ist in der Anlage 1 darg e-
stellt. Dabei bilden Beschreibung und Darstellung immer nur den aktuellen Sac hstand ab, verbunden 
mit einem Ausblick.  
 
Die Übersicht gibt die aktuell mit der ISG und der ISI sowie der Kaufmannschaft der Innenstadt abg e-
stimmten Maßnahmen und Projekte wieder. Verzeichnet sind Pro jekte der öffentlichen und privaten 
Partner oder auch gemeinsame Projekte. Dementsprechend erfolgt die mögliche Fina nzierung der 
Projekte ggf. rein öffentlich oder rein privat oder gemeinsam.  
 
In der Maßnahmenübersicht (Anlage 2) sind zum gegenwärtigen St and keine Kosten veranschlagt 
worden. Die Erfahrungen aus den Förderprojekten haben gezeigt, dass zwischen einer perspektiv i-
schen Planung und dem konkreten Förderantrag u.U. größere Zeiträume liegen können. Insofern w ä-
re eine Kostenschätzung für Maßnahmen, die erst in fünf Jahren oder später realisiert werden sollen, 
zum heutigen Zeitpunkt unseriös, da Kostensteigerungen ggf. zu berücksichtigen sind und auch die 
Inhalte und der Umfang eins Förderprojektes sich noch verändern können.  
 
Im Rahmen einer realis tischen Finanzplanung stellt die Stadt Münster die Förderprojekte erst dann 
konkret in den jeweiligen Haushaltsplan ein, wenn auch ein konkreter Förderantrag gestellt worden 
ist. Für diesen wird ohnehin mittlerweile eher eine Kostenberechnung als eine Kost enschätzung ge-
fordert, so dass sich der Au fwand der Kostenermittlung erst im Rahmen des Antrages als sinnvoll 
erweist. 
 
Die inhaltliche und funktionale Begründung zum handlungsleitenden Orientierungsrahmen bildet den 
Münster spezifischen Zusammenhang zum Städtebau-Förderprogramm des Landes NRW. Die Stadt 
Münster beabsichtigt bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen , die Einze lmaßnahmen 
anschließend, auf Basis des dargelegten Zeitplans – bedarfsweise mit Einzelförderanträgen inhaltlich, 
fachlich und finanziell umfassend aufberei tet – jahresweise zu beantragen, sofern die Projekte mit 
Eigenmitteln der Stadt oder der Privaten nicht kostendeckend dargestellt werden können.  Eine wei-
tergehende Einzelbeschlussfassung erübrigt sich ggf. somit und würde sich evtl. nur noch auf den 
Inhalt und die Finanzierung der Einzelmaßnahme beziehen.  Darüber hinaus wird mit dem jährlichen 
Sachstandsbericht zur Städtebauförderung über alle Fördermaßnahmen in Münster berichtet. 
 
Entsprechend den Ausführungen der Förderrichtlinien Stadterneuerung ist die Einrichtung kommun a-
ler Verfügungsfonds zur Finanzierung investiver und nichtinvestiver Maßnahmen im Rahmen eines 
Integrierten Handlungskonzeptes möglich. Die Stadt Münster nutzt dieses Instrument g emeinsam mit 
den privaten Partnern ISG und ISI und hat mit dem Beschluss des Rates vom 21.03.2012 zur Vorlage

- 4 - 
V/0300/2016 
V/0012/2012 einen Verfügungsfonds Münster -Innenstadt für das o.g. a bgegrenzte Programmgebiet 
eingerichtet. Entsprechend den Vorgaben entscheidet ein Beirat aus Vertretern der P rivaten Initiati-
ven, der Verwaltung und der Politik über die Verwendung der Mittel. 
 
 
I.V. 
 
 
gez. 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1: Integriertes Handlungskonzept für das Programmgebiet „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 
Münster-Innenstadt“ 
Anlage 2: Stadtquartiersbezogene Maßnahmenübersicht zum IHK Innenstadt

0300-2016 Anlage 2 - IHK_Th

8131 Zeichen

Anlage 2 zur Vorlage V/0300/2016 
Maßnahme- Verfüg 
gruppe Ziffer Projektbeschreibung Zentral Strukturell Städtebau Gestaltung Marketing Prior ität Bewilligt Beantragt Neu fonds Stadt Dritte 2016 2017 20 18 2019 2020 2021 ff. 
Schlossquartier 1 Westtor - Schlossplatz - Frauenstrasse - Domplatz  (Entwicklung 
attraktiver Fußwege, Verknüpfung von Kultur, Kunst, Bild ung und Wissenschaft) X X X 2 X X X X
2 Lindenhof (Stadträumliche Nutzungsvarianten, funktionale und gestal terische 
Aufwertung) X X X 3 X X
3 Schlossplatz (gestalterische und funktionale Aufwertung) X X X X X 1 X X X X X
4 Interreligiöses Zentrum (Standortsuche in Rahmen der Universitätseinrichtungen) X X 3 X X
5 Wegeführung Aasee - Aegidiiststraße - Altstadt (Aufwertung, Gestaltung, 
Inszenierung) X X X 3 X X X X X X
Altstadtquartier 6 Altstadt Münster (Weitere Profilierung und Schärfung als Ziel für Tage s- und 
Wochenendtouristen, Förderung der Internationalisierun g) X X X 1 X X X X X X X X X X
7 Baustellenmanagement bei baulichen Großvorhaben (Akzeptanz bei 
Bewohnern, Besuchern und Gewerbetreibenden) X 2 X X X X X X
8 Verbesserung der Aufenthaltsqualität, Plätzekonzept ((Bürger-) Bänke 
in der Innenstadt; Trinkbrunnen) X X X 2 X X X X X X X X X X
9 Wachsende Stadt (Ideen- und Konzeptsammlung Junges Münster, Münster für 
Kinder, Münster für Senioren, Förderung der Internat ionalisierung ) X X X X 2 X X X
10 Entwicklung preisgünstigen innerstädtischen Wohnraums (Standort- 
und Konzeptsuche, z.B. Hörster-Parkplatz) X X X 1 X X X X X X
11 Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadt X X X X 2 X X X X
12 Bült (funktionale und gestalterische Optimierung, Stärkung ÖP NV) X X X 1 X X X X X
13 Stärkung der B-Lagen der Innenstadt X X X X X 1 X X X X X X X X
14 Freies WLAN für den Innenstadtbereich X X 2 X X X X
15 Digitale Stadtkommunikation / Marktplatz "Digitale Innenstadt" X X 2 X X X X
16 Spiekerhof-Brücke (funktionale und gestalterische Aufwertung, Lichtinstalla tion) X X 3 X X X X
17 Weiterentwicklung Aakonzept  (ökologischer Umbau, Gestaltung der Uferzonen, 
Aufwertung des Stadtbildes) X 2 X X X
18 Aufwertung Aa-Seitenweg (in Abhängigkeit zum Gesamtkonzept Aa) X 2 X X X X
19 Südtor - Ludgeriplatz - Ludgeristraße (Entwicklung attraktiver Fußwege, 
funktionale und gestalterische Aufwertung, Umfeldentwickl ung) X X 2 X X X X
20 Ludgeriviertel (Inwertsetzung und Quartiersentwicklung Verspoel / Harsewi nkelplatz, 
attraktive Fußwegeverbindungen) X X X 1 X X X X
21 50 Jahre Fußgängerzone Ludgeristraße  (flankierende Maßnahmen zum 
Jubiläum) X 2 X X X
22 Profilierung Museumsquartier (LWL-Museum für Kunst und Kultur, 
geologisches Museum, Bibelmuseum) X X X 2 X X X
23 Entwicklung Domplatz (funktionale und gestalterische Aufwertung, Neuordnung) X X X 2 X X X X X X X
24 Prinzipalmarkt (denkmalgerechte Sanierung und barrierefreie Ausgestalt ung) X X 2 X X X X
25 Windthorststraße  (Gestaltung des öffentlichen Raumes, Umsetzung 
Wettbewerbergebnis Vgl. Ziffer 35) X X 1 X X X X X X
26 Dominikanerkirche (Funktionalität und Nutzungskonzept) X 3 X X X X
27 Stadthaus I (energetische und barrierefreie Sanierung) X X 1 X X X X X
28 Initiative Starke Innenstadt (Quartiersmanagement, Stärkung des Standortes, 
funktionale und gestalterische Aufwertung, Evaluation) X X X 1 X X X X X X X X X
29 Masterplan Licht (Umsetzung weiterführender Bausteine, u.a.:) X X X X 2 X X X
29.1.                  St Paulus Dom / Domplatz X X 1 X X X X
29.2.                  Kiepenkerlquartier X X 3 X X X X
29.3.                  Dominikanerkirche X X 1 X X X X
29.4.                  Überwasserkirche X X 3 X X X X
29.5.                  Königsstraße X X 2 X X X X
Programm: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren - Münster Innenstadt                                                                                                                                                                                                                                 2016-2021 ff. 
Städtebauförderung Finanzmittel Maßnahmenart Zeitachse

Anlage 2 zur Vorlage V/0300/2016 
Maßnahme- Verfüg 
gruppe Projektbeschreibung Zentral Strukturell Städtebau Gestaltung Marketing Prior ität Bewilligt Beantragt Neu fonds Stadt Dritte 2016 2017 20 18 2019 2020 2021 ff. 
Altstadtquartier 29.6.                  Buddenturm X X 3 X X X X
29.7.                  Promenade, Portale X X 2 X x X X
29.8.                  Aaseitenweg X X 2 X X X X
30 "Mittwochs In…" (Steigerung der Besucherfrequenzen, zielgruppenspezifische 
Kommunikation, Stärkung der Aufenthaltsqualität) X 3 X X X
31 KioskO (interdisziplinäre Plattform zur Orientierung in der S tadt) X X 1 X X X X X
32 Ab in die Mitte… (Beteiligung an Landesinitiativen…) X X X 3 X X X X X X
33 skulptur.projekte 2017 (Kunstausstellung im öffentlichen Raum) X X X X 1 X X X X
34 Schauraum (Kombination Kunstschau mit Architekturschau)  X X 2 X X X X X X X X X
35 Verfügungsfonds Aktive Stadt- und Ortsteilzentren - Münster- 
Innenstadt (Initiativen zur Stärkung der Innenstadt) X X X X 2 X X X X X X X X X X
Bahnhofsquartier 36 Hauptbahnhof Münster (Stärkung der oberzentralen Funktionen, Entwicklung 
Standort Bahnhofsquartier) X X X X 1 X X X X
37 Neubau Empfangsgebäude / Bahnhof-Westseite (Entwicklung eines 
attraktiven Handel- und Dienstleistungsstandortes) X X X 1 X X X X X
38 Konzept Fahrradabstellen im Bahnhofsbereich (Standorte, Konzept, 
rechtliche Rahmenbedingungen) X X X 1 X X X X X
39 Quartier kleine Bahnhofsstraße / Von-Steuben-Straße (Metropolis, 
alte Post, Westfalen, stadtbildprägende Neugestaltung, Aufwertung des Quartiers, 
Standortsicherung) 
X X 2 X X X X
40 Aufstockung Wohngebäude Kleine Bahnhofstraße (Umsetzung 
vorliegender Entwurf) X X 2 X X X X
41 Entwicklung Quartier Westfalen (-Tankstelle) X X 2 X X X X
42 Windthorststraße  (Gestaltung des öffentlichen Raumes, Umsetzung 
Wettbewerbergebniss. Vgl. Ziffer 21) X X 1 X X X X X X
43 Entwicklung von Gestaltleitlinien (Gestaltungsfibel) (Teilbereich 
Windthorststraße und Bahnhofsstraße) X X 1 X X X X X
44 Bremer Platz / Bahnhof-Ostseite (Gestaltung des öffentlichen Raumes nach 
Neubau Hauptbahnhof) X X X 1 X X X X X X X X
45 Radstation / Bahnhof-Ostseite (Schaffung zusätzlicher kostenfreier und 
kostenpflichtiger Abstellmöglichkeiten) X X X 1 X X X X X X
46 Neubau Funktionsgebäude / Bahnhof Ostseite  (Entwicklung eines 
attraktiven Handels- und Dienstleistungsstandortes) X X X X 1 X X X X
47 ISG Bahnhofsviertel (Weiterentwicklung, Standortsicherung, Rechtlicher Rahmen  
gesetzlich-privat?) X X X X 1 X X X X X X X X X
48 ISG Zukunftsentwicklung (Gebietserweiterung Ostseite, Anpassung 
Hafenstraße) X X X X 1 X X X X X X X X X
49 Entwicklung Obergeschossnutzung (Standort- und Konzeptsuche, 
Modernisierung, Vermarktung, Aufwertung) X X X 2 X X X X
50 Zwischenraum, Leerstandsmanagement (Konzeptsuche Zwischennutzung, 
Modernisierung, Vermarktung, Aufwertung) X X X 2 X X X X X X X X X X
51 Lichtkonzept ISG Bahnhofsviertel (Ergänzung Lichtboulevard) X X X 2 X X X X
52 Osttor - Servatiiplatz (stadtbildprägende Neugestaltung, Aufwertung des Quart iers, 
Standortsicherung, Anbindung Salzstraße-Bahnhofstraße) X X X 3 X X X X
53 Paul-Gerhardt-Quartier  (Entwicklung des Quartiers, Neubau Paul-Gerhardt Haus, 
Gestaltung des öffentlichen Raumes) X X X 3 X X X X
54 Unterführung Hamburger Straße  (gestalterische Aufwertung, 
Funktionsverbesserung, Fahrradständer, Lichtinstallation) X X 2 X X X X
55 Unterführung Hafenstraße  (gestalterische Aufwertung, Lichtinstallation) X X 2 X X X X
56 Unterführung Wolbecker Straße  (gestalterische Aufwertung, Lichtinstallation) X X 3 X X X X
57 Unterführung Warendorfer Straße  (gestalterische Aufwertung, 
Lichtinstallation) X X 3 X X X X
58 Ehemalige Bahnflächen / Stückgutbahnhof (perspektivische 
Konzeptentwicklung, Nutzungsmix, Anforderungen) X X X X 3 X X X
Ergänzungsachsen 59 Entwicklung Ergänzungsachsen (Hammer Straße - Wolbecker Straße - 
Warendorfer Straße, Vernetzung der Ergänzungsachsen mit der Innenstadt, 
Neuaufstellung, Standortsicherung, Entwicklungsperspektiven,  Erreichbarkeit ...) 
X X X 3 X X X X X X X X
Maßnahmenart Städtebauförderung Finanzmittel Zeitachse

0300-2016 Anlage 1 - IHK_Th

99815 Zeichen

1 
 
Anlage 1 zur Vorlage V/0300/2016 
 
 
 
                                                                       
 
 
Attraktive Städte und Orte brauchen aktive 
Zentren  
 
Integriertes Handlungskonzept 
„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ 
Münster-Innenstadt

2

3 
 
 
Inhalt 
 
 
Einleitung  
 
Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ des Landes NRW  
 
Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept Münster  
 
Programmgebiet „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“ 
im Sinne von § 171 b (2) BauGB  
/square4 Abgrenzung Programmgebiet 
/square4 Stadtquartiere und Radialen 
/square4 Stadtteile und innenstadtnahe Quartiere 
 
Integriertes Handlungskonzept  
„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“  
/square4 Die Innenstadt im Wandel 
/square4 Private Bündnisse als Partner der Innenstadtentwic klung 
/square4 Entwicklung der Innenstadt als Gemeinschaftssache  
/square4 Verfügungsfonds 
/square4 Projektziele 
/square4 Monitoring und Evaluation 
/square4 Übersicht der Einzelmaßnahmen 
 
Beschreibung der Einzelmaßnahmen

4 
 
 
Einleitung 
 
Die Stadt Münster formuliert mit ihrer Fortschreibu ng des Integrierten Handlungskonzepts 
zum Programmgebiet  „Aktive Stadt- und Ortsteilzent ren – Münster Innenstadt“ im Sinne 
von §171b (2) BauGB einen perspektivischen Handlung srahmen bis in die Jahre 2021 ff. 
Wesentliche Grundlage ist das Integrierte Handlungs konzept aus dem Jahr 2008. Infolge- 
dessen wurden die Projektziele und die darauf aufba uenden Maßnahmen modifiziert und 
ergänzt. Aus dem Konzept 2008 ist eine Vielzahl von  Maßnahmen u. a. auch mit Hilfe von 
Städtebaufördermitteln umgesetzt worden, was zu ein er wesentlichen Aufwertung der In- 
nenstadt beigetragen hat. So wurden in den vergange nen Jahren durch verschiedenartige 
Projekte u. a. attraktive Fußwegeverbindungen gesch affen und neue Quartiere entwickelt. 
Diese positive Entwicklung soll fortgeführt werden.  Neue Handlungsfelder sind beispiels- 
weise die Stärkung der 1b-Lagen sowie die funktiona le und gestalterische Aufwertung von 
prägenden Plätzen und Gebäuden. 
 
Innenstädte sind Orte der Begegnung, des Austausche s und der Identifikation. Daher müs- 
sen durch Funktionsverluste geschwächte Innenstädte  und Zentren stabilisiert und mit neu- 
em Leben gefüllt werden. Sie sind als Orte für Arbe iten, Bildung, Wohnen und Freizeit, mit 
Raum für Handel und Kultur, für Aufenthalt und Begegnung weiter zu entwickeln.  
Die immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen  der Kommunen und auch der För- 
dergeber Bund und Land erfordern dabei einen zielge richteten und konzentrierten Mitte- 
leinsatz.  
 
Die Stadt Münster möchte die sich bietenden Chancen  ergreifen, die vorhandenen Stärken 
konsequent nutzen und weiterentwickeln. Diese Ziels etzung steht – bezogen auf die Innen- 
stadt Münster – in der konzeptionellen Linie, die m it dem Leitplan Stadterneuerung 1989 
begonnen, mit dem Rahmenplan Altstadt 1995 fortgese tzt und mit dem Integrierten Stadt- 
entwicklungs- und Stadtmarketingkonzept 2004 aktual isiert wurde. Insoweit war das Pro- 
gramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“ 2008 eine Fortschreibung 
der Zielsetzung, die nun erneut aktualisiert wird. Das Integrierte Handlungskonzept 2016

5 
 
steht gleichzeitig im Zusammenhang mit dem geplante n Zukunftsprozess, in dem sich die 
Stadt gemeinsam mit ihren Bürgern über ihre nähere und fernere Zukunft verständigen 
wird. 
Hintergrund für den in Vorbereitung befindlichen Zu kunftsprozess „MünsterZukünfte 
20 
│30 │50“ sind die seit mehreren Jahren zunehmenden Herau sforderungen der „wach- 
senden Stadt“. Diese wird wesentlich durch die Hoch schulen, den Arbeitsmarkt, steigende 
Geburtenzahlen und die hohe Attraktivität als Wohns tandort „getrieben“. Die aktuelle Zu- 
wanderung durch Flüchtlinge verstärkt die Wachstumsprozesse. Gleichzeitig betreffen auch 
die generellen Herausforderungen das stark wachsende Oberzentrum Münster wie v. a. der 
demografische Wandel, der Klimawandel und die Digitalisierung. Ein wichtiges Potenzial für 
die Zukunftsgestaltung bietet die hohe Bereitschaft  in Zivilgesellschaft, Wissenschaft und 
Wirtschaft, sich für Zukunftsfragen zu engagieren u nd sich aktiv in die Stadtentwicklung 
einzubringen. Hierfür sind entsprechende Strukturen zu schaffen. 
Das Projekt besteht aus drei Arbeitsprozessen mit je unterschiedlicher Prozesslogik:  
• Erarbeitung eines gesamtstädtischen Integrierten H andlungskonzepts Münster 2030 
(IHK 2030) mit der Option für ein Integriertes Hand lungsprogramm Münster 2020 (mittel- 
bzw. kurzfristige Perspektive) 
• Durchführung einer Szenarioanalyse „Münster Perspe ktiven 2030/2050“ (Langfristper- 
spektive als „Eichung“ von Handlungsprogramm und Handlungskonzept 2030) 
• Fortführung von „Gutes Morgen Münster“ (gemeinsam Zukunft gestalten) – Zivilgesell- 
schaft, Wirtschaft und Wissenschaft als „Zukunftsakteure“ 
 
So wie die Münsteraner Innenstadt eine wichtige Rol le im Integrierten Stadtentwicklungs- 
und Stadtmarketingkonzept (ISM) 2004 gespielt hat, wird auch das Integrierte Hand- 
lungskonzept Münster-Innenstadt 2016 synergetisch i n den Zukunftsprozess einge- 
bunden . Das IHK Münster-Innenstadt stellt eine wichtige V orleistung für die MünsterZu- 
künfte dar, die entsprechend berücksichtigt wird.

6 
 
Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ 
des Landes NRW 
 
Als Unterstützung aller Initiativen zur Stärkung de r Innenstädte, die vielerorts durch Zent- 
ralansiedlungen auf der sogenannten grünen Wiese in  den achtziger Jahren stark an Fre- 
quenz und Attraktivität verloren hatten, haben Bund  und Land mit gezielten Förderpro- 
grammen eine Gegenbewegung eingeleitet.  
„Die Finanzhilfen des Bundes werden für Investitionen zur Profilierung der Zentren und zur 
Standortaufwertung eingesetzt. Dazu zählen unter an derem die Aufwertung des öffentli- 
chen Raumes als „Bühne des gesellschaftlichen Lebens“, die Instandsetzung und Moderni- 
sierung von Gebäuden, die das Stadtbild in besonder er Weise prägen, die Brachflächen- 
wiedernutzung, das Citymanagement, die Beteiligung von Nutzungsberechtigten sowie Ini- 
tiativen und Immobilien- und Standortgemeinschaften . Es geht vor allem aber auch um die 
Integration verschiedener Gruppen in die Stadtgesel lschaft und die Schaffung und Erhal- 
tung von Wohnraum für alle gesellschaftlichen Grupp en in der Innenstadt“ (Reportage zur 
Fachtagung „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“: Inn ovationsagentur Stadtumbau NRW, 
28.05.2008). 
 
Das Förderprogramm – zur systematischen Unterstützu ng der Innenentwicklung - kann zur 
Erhaltung der Nutzungsvielfalt, zur Stärkung der Au fenthalts- und Gestaltqualität sowie zur 
Vermeidung bzw. Beseitigung von gewerblichem Leerst and für Maßnahmen im Rahmen 
der Städtebauförderung eingesetzt werden. 
Dabei werden die Bundesfinanzhilfen durch entsprech ende Landesmittel aufgestockt. An- 
tragsberechtigt sind ausschließlich die Kommunen, w ie auch sonst bei Städtebauförder- 
maßnahmen üblich.

7 
 
Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingk on- 
zept Münster 
Aufgrund veränderter wirtschaftlicher und gesellsch aftlicher Rahmenbedingungen mit er- 
heblichen Auswirkungen auf den Standort Münster hat  sich die Stadt Münster im Jahr 2002 
entschlossen, in einem ganzheitlichen Ansatz und un ter Mitwirkung aller gesellschaftlichen 
Gruppen ein integriertes Stadtentwicklungs- und Sta dtmarketingkonzept zu erarbeiten. Ziel 
dieses dialogischen Prozesses war die Entwicklung s trategischer Leitlinien und eines zu- 
kunftweisenden Profils für die Stadtentwicklung und  das Stadtmarketing in Münster. Durch 
das integrierte, strategische Konzept soll der Wirt schafts- und Lebensstandort Münster ge- 
stärkt und dessen Profilierung unterstützt werden. Dabei wird eine Vernetzung von Stadt- 
und Regionalentwicklung, in der Stadtregion und in der Gesamtregion Münsterland, als 
wichtige Aufgabe berücksichtigt. 
Das Konzept berücksichtigt damit nicht nur die Inne nstadt, sondern die gesamte polyzent- 
risch organisierte Stadt sowie die Wirkungszusammen hänge zwischen Altstadt, Innenstadt 
und Stadtteilen.  
 
Das Ergebnis dieses breit getragenen bürgerschaftli chen Prozesses mündete in einen ein- 
stimmigen Beschluss des Rates der Stadt Münster im Jahr 2004. Die Stadt Münster verfügt 
damit über klare Profilierungs- und Entwicklungssch werpunkte und eine abgestimmte Zu- 
kunftsorientierung, die wie die Leitplanken einer S traße Orientierung und Maßstab für ihr 
zukünftiges Handeln sind.  
 
In den letzten 14 Jahren haben sich die Stadtentwic klung und die Stadtprofilierung syste- 
matisch an den Leitplanken des Integrierten Stadten twicklung- und Stadtmarketingprozes- 
ses (ISM) orientiert. Der Stadt Münster ist eine er kennbare Weiterentwicklung und eine er- 
folgreiche Profilierung gelungen.

8 
 
Programmgebiet „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren –  
Münster Innenstadt“ im Sinne von § 171 b (2) BauGB 
 
Abgrenzung Programmgebiet 
Auf der Basis des § 171 b (2) BauGB – Städtebaulich es Entwicklungskonzept – in Verbin- 
dung mit § 171 a (3) ist eine Gebietsabgrenzung nac h Satz 2 Nummer 3 (Stärkung inner- 
städtischer Bereiche) für das neue Landesprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zur 
Entwicklung und Stärkung der Innenstadt Münsters darstellbar.  
 
Dabei orientieren sich die rechtlichen Grundlagen a m Verfahren für Stadtumbaumaßnah- 
men, welche dann entsprechend dem § 171 b (2) in Ve rbindung mit § 171 a (3) BauGB auf 
das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ Anwendung finden. Hingewiesen wird in 
diesem Zusammenhang auf die grundlegenden gesetzlic hen Möglichkeiten des Kapitels 
„Besonderes Städtebaurecht“ des Baugesetzbuches, die in Zusammenhang mit dem Städ- 
tebaulichen Entwicklungskonzept zu beachten sind.  
 
Vorteile einer Gebietsabgrenzung als Programmgebiet  „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ 
liegen darin, dass keine boden- und grundstücksrech tlichen Eingriffe und keine „negativen“ 
und „harten“ Festsetzungen aus dem Sanierungsrecht erforderlich werden. Das neue Pro- 
gramm setzt auf Information, Kooperation und Dialog , d. h. auf Kriterien, die auch bisher 
schon für Münsters Stadtentwicklungspolitik prägend waren.  
 
Dabei zeichnet sich Münster dadurch aus, dass Initi ativen, wie z.B. ISI – Initiative Starke 
Innenstadt, ISG – Immobilien- und Standortgemeinsch aft Bahnhofsviertel, bereits früh ihre 
Kooperationsbereitschaft mit der Stadt artikuliert haben und in vielen Bereichen bereits tat- 
kräftige Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Akteuren entstanden sind.  
 
Stadtquartiere und Radialen 
Für die Innenstadt von Münster umfasst dieses Gebie t im Wesentlichen die Altstadt mit 
dem Bahnhofsbereich und die Straßenzüge Warendorfer  Straße, Wolbecker Straße, Ham-

9 
 
mer Straße. Eine parzellenscharfe Abgrenzung ist fü r das Programm „Aktive Stadt- und 
Ortsteilzentren“ nicht erforderlich, sie weist somi t Ergänzungs- und Überschneidungsberei- 
che auf. Die genaue Abgrenzung wird  im Rahmen der Umsetzung ggf. maßnahmenbezo- 
gen angepasst. Insofern stellt auch die Gebietsabgr enzung einen handlungsleitenden Ori- 
entierungsrahmen dar. Dabei hat sich die Verwaltung  aber an den Schwerpunktbereichen 
orientiert und daraus die Gebietsabgrenzung hergeleitet.  
 
Stadtteile und innenstadtnahe Quartiere 
Auch die innenstadtnahen Stadtquartiere außerhalb d es Promenadenrings wie auch die 
Stadtteile stehen im Fokus von Stadtentwicklung und  Stadtmarketing. Die herausragende 
Lebensqualität Münsters ist keine, die sich allein auf die Innenstadt bezieht. Gerade in den 
Stadtteilen als Wohn- und Lebensorte für viele Mens chen muss sich realisieren, was die 
Bürgerinnen und Bürger als wirklich lebenswert empf inden. Weiterhin sollen die Stadtteile 
eine neue Heimat für zugewanderte Bürgerinnen und Bürger darstellen.  
 
In den vergangenen Jahren hat Münster Marketing in Kooperation mit weiteren Ämtern und 
Einrichtungen der Stadt daher für die Stadtteile ei nen Förderwettbewerb „Stadtteilmarke- 
ting“ mit großem Erfolg durchgeführt. Die meisten S tadtteile arbeiten auch heute noch er- 
folgreich mit den Ergebnissen weiter, wünschen sich  aber eine größere finanzielle und per- 
sonelle Unterstützung.  
 
Eine Unterstützung von Münster Marketing wurde ihnen bislang zuteil, sofern – das war und 
ist immer die Voraussetzung - die Anliegen bzw. die  Initiative von einer nennenswert gro- 
ßen Gruppe von Anrainern getragen wurde. So wird be ispielsweise die alljährliche Weih- 
nachtsbeleuchtung etwa entlang der Warendorfer und der Hammer Straße in enger Rück- 
kopplung mit den Gewerbetreibenden der jeweiligen S traße umgesetzt. Voraussetzung ist, 
dass sich die privaten Anrainer hälftig an den Kost en für die Weihnachtsbeleuchtung betei- 
ligen, was bislang an der Hammer Straße überdurchsc hnittlich gelingt, in der Warendorfer 
Straße nur punktuell und an der Wolbecker Straße de rzeit gar nicht. Auch bei Planungen 
von Straßenfest-Aktivitäten oder ähnlichem hilft un d koordiniert das Stadtmarketing projekt- 
bezogen. Darüber hinaus unterstützt Münster Marketi ng derzeit auf Bitten der Akteure in

10 
 
den Stadtteilen die Prozesse zur Profilierung und z ur Entwicklung der Stadtteilzentren (z.B. 
Kinderhaus) und Ortskerne (z.B. Wolbeck).  
 
Eine Unterstützung des privaten Engagements in Stad tteilen und Einfallstraßen unter den 
gegebenen Voraussetzungen kann aufgrund der persone llen und finanziellen Ausstattung 
beim Stadtmarketing bislang maximal punktuell im bi sherigen Umfang erfolgen. Die eine 
oder andere Initiative dürfte aber auch über das Po tenzial verfügen, mittelfristig als organi- 
siertes Bündnis, etwa in Form einer ISG, weiter zu bestehen und damit die Voraussetzun- 
gen zu erfüllen, als kompetenter privater Partner d er Stadtteilentwicklung ggf. auch in den 
Genuss von Fördermitteln zu kommen. 
 
Münster Marketing wird zur Stärkung der Quartiere u nd Stadtteile zeitnah eine zentrale 
Veranstaltung für alle Stadtteilinitiativen durchfü hren, Beispiele vorstellen, den Erfahrungs- 
austausch der Akteure organisieren und dazu auch professionelles Know-how einbinden.  
Unterstützung für den Bereich der Innenstadt soll d urch das geplante Quartiersmanage- 
ment erreicht werden, welches für die privaten und öffentlichen Akteure die städtebaulichen 
und stadtgestalterischen Aufgaben besser koordinieren und umsetzten soll.

11

12 
 
Integriertes Handlungskonzept 
„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – Münster Innenstadt“ 
 
 
Die Stadt Münster verfügt über eine sehr besondere Innenstadt: Der Wiederaufbau des 
Prinzipalmarktes nach dem Krieg, die Beibehaltung d er alten Stadtstruktur mit der Prome- 
nade und das Geschichts- und Qualitätsbewusstsein d er Münsteraner tragen seit Jahren 
dazu bei, dass die Funktionsmischung aus Handel, St adtbild und Kultur im Herzen der 
Stadt erfolgreich funktioniert. 
 
Die Stadt Münster hat in ihrem „Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept 
(ISM)“ folgende Leitorientierung für die Innenstadt formuliert, die als Entwicklungsziel für die 
Innenstadtentwicklung gelten soll:  
„Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren  und die City als Ort der Be- 
gegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken.“  
 
Das Augenmerk der Innenstadtentwicklung Münsters li egt damit sehr klar auf einer inte- 
grierten Entwicklung als zentralem Ort der Stadt, d er vor allem durch eine gelungene Funk- 
tionsmischung und der Orientierung an verabredeten hohen Qualitätsmaßstäben gekenn- 
zeichnet ist. Konstitutiv für die Innenstadtentwick lung ist die konsequente Einbeziehung 
aller relevanten Innenstadt Akteure aus Handel, Eig entümern  Gastronomie, Kultur auf Au- 
genhöhe. 
 
Die Innenstadt im Wandel 
Die Stadt Münster steht mit ihrer Innenstadt vor de r Herausforderung, für die Kunden und 
Gäste von heute und auch die von morgen attraktiv z u sein und gleichzeitig den veränder- 
ten Einkaufs-, Erlebens- und Lebensbedürfnissen Rec hnung zu tragen. Dabei will sie das 
Gesicht der traditionsreichen Stadt mit Geschichte bewahren.  
Vor allem in der Innenstadt sind große Bauvorhaben realisiert worden, die sich wesentlich 
auf die Stadtgestalt und -architektur, den Handel, die Wegebeziehungen und die Besucher-

13 
 
und Kundenfrequenzen auswirken. Zu den bedeutenden Neuerungen und Umgestaltungen 
gehören die Münster-Arkaden und das Picasso-Museum,  das Hanse-Karree, die Stuben- 
gassenbebauung, der Kettelersche Hof, das bedeutend e LWL-Museum für Kunst und Kul- 
tur, die Neubebauung Alter Fischmarkt/Ecke Bült und das Projekt Wohnen an der Aa an der 
Aegidiistraße. 
Zurzeit wird das westliche Bahnhofsgebäude, das Emp fangsgebäude, neu gebaut und 
2017 eröffnet. Daran anschließen wird sich die Neug estaltung des Bahnhofsplatzes. Für 
das östliche Bahnhofsgebäude mit der entsprechenden Aufwertung des Vorplatzes befindet 
sich ein Investorenverfahren in der abschließenden Entscheidungsstufe. Auch mit dem 
Neubau des Wohnhochhauses auf dem Standort des ehem aligen Metropolis-Kinos und der 
absehbaren Umstrukturierung des Post-Areals wird si ch das Bild des Bahnhofsviertels 
grundlegend ändern. Für die nördlich angrenzenden B ereiche des Paul-Gerhard-Quartiers 
wurden durch einen städtebaulichen Wettbewerb hochwertige Perspektiven aufgezeigt.   
 
In unmittelbarer Nähe des Bahnhofsquartiers befinde t sich der Stadthafen in einer Phase 
umfangreicher Neuordnung und Umstrukturierung. Die bisherigen Maßnahmen haben die- 
sen Bereich zu einem attraktiven Dienstleistungs- u nd Ausgehquartier mit Alleinstellungs- 
merkmalen geführt. Perspektivisch gesehen sind in d iesem Zusammenhang  die Entwick- 
lungen im Bereich Stückgutbahnhof mit der Optimieru ng der Verkehrsfunktionen im Kreu- 
zungsbereich Hafenstraße / Albersloher Weg / Hansaring weiterhin im Fokus zu halten. 
 
Diese „Münstermorphosen“ (so der münstersche „Ab-in -die-Mitte“-Projekttitel aus 2009) 
verbuchen für sich genommen große Erfolge. Die real isierten neuen Immobilien sind 
schnell zu starken Anziehungspunkten geworden, die entstandene attraktive Mischung aus 
Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie, Dienstlei stungen, Wohnen und Kultur erfreut 
sich großer Beliebtheit. Die Menschen nehmen in hoh er Zahl die Angebote wahr und fre- 
quentieren die neu entstandenen Wege.  
Diese erfolgreiche Bilanz insbesondere in der städt ebaulichen Entwicklung in Münsters In- 
nenstadt führt jedoch im Ergebnis auch zu neuen Pro blemen und Herausforderungen, de- 
ren Ursachen zum einen in den herbeigeführten Verän derungen liegen und zum anderen 
gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, technischer und kultureller Natur sind.

14 
 
Die Kräfte und Gewichte in der Innenstadt verschieb en sich: Bestimmte, durchaus stadt- 
zentrale Lagen im Nordwesten der Altstadt (wie Kiep enkerlviertel, Kuhviertel) drohen durch 
die starke Anziehungskraft der durch die Neubauproj ekte aufgewerteten Bereiche im Süd- 
osten der City ins Hintertreffen zu geraten. Und au ch in den jüngst entwickelten Bereichen 
können derzeit Straßenzüge und Viertel zu Verlierern werden (u. a. Verspoel, östliche Salz- 
straße). Auf diese Orte, Wege und Quartiere muss nu nmehr gezielt die Aufmerksamkeit 
gerichtet sein – nicht nur um ihrer selbst willen, sondern auch, weil gerade sie wesentlich 
das Gesicht der Stadt im Vergleich und im Wettbewer b mit anderen Städten ausmachen. 
Individueller Handel kennzeichnet vielfach ihr Prof il, der Filialisierungsgrad ist deutlich ge- 
ringer als in hoch frequentierten anderen Innenstad tbereichen. Zukünftige Aktivitäten, Maß- 
nahmen und Projekte sollen die Aufmerksamkeit vor a llem auf diese Innenstadt-B-Lagen 
mit 1a-Qualität lenken und ihre Weiterentwicklung befördern. 
 
Diese Entwicklungen zeigen ein ausgewogenes Nebenei nander von Einkaufen, Dienstleis- 
ten, Wohnen und Kultur und umfassen neben den neuen  Gebäuden auch neue, oder ver- 
änderte Stadträume, die für zukünftige Nutzungen zur Verfügung stehen.  
Der Schwerpunkt des Integrierten Handlungskonzeptes  für die Innenstadt sollte deshalb 
darauf liegen, die Konsequenzen der veränderten Han delslandschaft und der Akzentver- 
schiebungen durch die Erweiterung der Innenstadt au fmerksam zu beobachten und den 
Stadtkern in seiner wachsenden Bedeutung für die Me nschen auch im digitalen Zeitalter 
durch die konsequente Orientierung an der Stadtiden tität attraktiv zu halten. Gelingt das 
nicht, droht Münster seine traditionelle Stärke ein zubüßen nicht nur als Einkaufsstandort, 
sondern auch was seine Lebensqualität anbelangt. Kü nftig wird mehr noch als bisher die 
Aufenthaltsqualität der Innenstadt und das attrakti ve und lebendige Angebot des Marktplat- 
zes über die Standortattraktivität als Ganzes entscheiden. 
 
Private Bündnisse als Partner der (Innen-)Stadtentwicklung 
Städtebauliche Maßnahmen und Architekturprojekte mi t erheblicher struktureller Reichwei- 
te, die konsequente Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Zentrums auf der 
Grundlage eines stadtweit geltenden Einzelhandelsko nzeptes und das ‚Inszenieren‘ der 
Innenstadtqualitäten tragen zu der besonderen Attra ktivität Münsters City bei. Sie ist nicht

15 
 
zuletzt der Mitarbeit privater Akteure zu verdanken , die konsequent und nachhaltig an der 
Weiterentwicklung, Aufwertung und Positionierung de r unverwechselbaren, historisch ge- 
prägten Münsteraner Innenstadt mitarbeiten. 
 
Die Innenstadtakteure aus Handel, Gastronomie, Hote llerie und anderen Dienstleistungs- 
branchen sowie später auch die Immobilieneigentümer  haben sich organisiert und ihre Vor- 
stellungen von einer wettbewerbsfähigen und starken  City artikuliert und im ständigen Dia- 
log mit der Stadt mit großem Engagement vorangetrie ben. Mit den Herausforderungen im 
Hinblick auf die Qualitätsentwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit der City gingen schon in 
der ersten Phase (2001-2004) des Integrierten Stadt entwicklungs- und Stadtmarketingpro- 
zesses im letzten Jahrzehnt Veränderungen in der or ganisatorischen Verfasstheit und 
Struktur der privaten Akteure einher. Der sogenannt e „Runde Tisch der Innenstadtkaufleu- 
te“, an dem aktive Partner aus Handel, Gastronomie und Hotellerie zusammen mit Stadt- 
planung und Stadtmarketing Schulter an Schulter Maß nahmen und Projekte zur Innen- 
stadtaufwertung verhandelt und beschlossen haben, s tieß in seiner Handlungsfähigkeit an 
deutliche Grenzen.  
 
Mit der Gründung der „Initiative starke Innenstadt Münster e.V.“ (ISI) hat sich das Netzwerk 
der privaten Akteure eine innenstadtzentrale organi satorische Struktur in Form eines e.V. 
gegeben und zudem das Bündnis durch die Hinzunahme der Immobilieneigentümer auf 
deutlich breitere Füße gestellt. Seit inzwischen ze hn Jahren agiert die Stadt Münster im 
Prozess der Zukunftsentwicklung der Stadt in enger Zusammenarbeit mit der im Jahr 2006 
gegründeten ISI. Diese Zäsur in der Selbstorganisat ion der privaten Innenstadtakteure und 
die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der St adt Münster haben bis in die Gegen- 
wart deutliche Früchte getragen und Münster im Wett bewerb der Städte stärker gemacht. 
Viele positive Maßnahmen und Entwicklungen zeigen, dass die Kooperation bisher erfolg- 
reich war: Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität  durch infrastrukturelle Maßnahmen wie 
z. B. der Aufstellung von Bürgerbänken in der Altst adt, die konsequente Umsetzung des 
Masterplanes Licht, die Einrichtung einer Kinderbet reuung im Zentrum der Stadt, die Gast- 
geber-Kampagne „Ich freu mich SO auf Münster“ oder Veranstaltungen, wie die Hansetafel 
oder „Schauraum – das Fest der Museen und Galerien“ , die jedes Jahr Tausende von 
Menschen in der Stadt begeistern, sind nur einige erfolgreiche Beispiele.

16 
 
Die „Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V.“ (ISG) ist ein pri- 
vat organisierter Verein, der sich als inzwischen w ichtiger Partner in der Quartiersentwick- 
lung im Bahnhofsviertel profiliert hat. Das Bahnhofsviertel Münster ist das zentrale Entrée in 
die Stadt und steht in einem intensiven Standortwet tbewerb mit den innerstädtischen Quar- 
tieren sowie vergleichbaren Vierteln im Land. Um di e Chancen des Bahnhofsviertels Müns- 
ter wahrzunehmen und Lösungen für die anstehenden H erausforderungen zu realisieren, 
haben die Grund- und Immobilieneigentümer und Betre iber vor Ort entschieden, gemein- 
sam die Wettbewerbsposition zu verbessern, ein klares Standortprofil zu definieren und das 
Viertel konsequent zu vermarkten. Gegründet wurde die ISG im Jahre 2005.  
Der Verein treibt gemeinsam mit der Stadt und weite ren privaten Akteuren die Entwicklung 
und Aufwertung des Bahnhofsviertels deutlich voran,  setzt Maßnahmen um, und finanziert 
sie auch mit. Die „Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V.“ un- 
terstützt die Zusammenführung der im Bahnhofsvierte l engagierten Akteure im Sinne einer 
nachhaltigen Belebung der Handels-, Gewerbe- und Di enstleistungsstruktur, der städtebau- 
lichen und gestalterischen Situation sowie in den B ereichen Sauberkeit, Sicherheit und 
Ordnung. Die Akteure haben sich in der ISG zusammen geschlossen, um gemeinsam mit 
der Stadt Münster eine Aufwertung und Attraktivität ssteigerung des Viertels zu erreichen. 
Die Mitglieder der ISG und ihre Partner handeln vor  dem Hintergrund, dass langfristig ein 
hoher wirtschaftlicher Mehrwert für das Bahnhofsvie rtel erreicht wird. So konnten z.B. mit 
dem Lichtboulevard Bahnhofstraße, dem Kunst-Format hbf im Rahmen des Schauraum – 
Häuser, Bilder, Fenster -, dem Rehberger-Kunstproje kt für die Schaltschränke, dem Ser- 
vice- und Ordnungsdienst bereits deutlich sichtbare  Zeichen der Veränderung gesetzt wer- 
den. 
 
Für den Bereich des Verspoels gibt es erste Initiat iven privater Eigentümer zur Aufwertung 
des Bereiches. Aktuell bestehen Überlegungen, sich ebenfalls im Rahmen eines Vereins 
oder einer ISG zu organisieren und dann gemeinsam m it weiteren Partnern, z.B. aus dem 
Ludgeriviertel die Weiterentwicklung ihres Stadtquartiers zu betreiben.

17 
 
Entwicklung der Innenstadt als Gemeinschaftssache 
Die Entwicklung der Innenstadt wird in Zukunft nur in einer guten organisierten Partner- 
schaft von Politik, Verwaltung, und privaten Akteur en gelingen. Politik und Verwaltung 
brauchen dazu die nötige Bereitschaft, in Public Private Partnership Veränderungsprozesse 
zu aktivieren; private Partner und hier ganz besond ers die Eigentümer müssen sich aktiv in 
diesem Prozess engagieren und ihn auch personell un d finanziell unterstützen. Die Stadt 
muss in diesen Diskurs neben den fachtechnischen Be langen auch professionelle Modera- 
tionsqualitäten für alle Bereiche und Akteure, z.B.  durch Citymanagement, einbringen und 
bereitstellen. Ziel sollte insgesamt eine Kooperation auf Augenhöhe sein.  
Das Engagement der privaten Interessengemeinschaften verfolgt folgende Zielsetzungen: 
/square4 Sie arbeiten an einem langfristigen Konzept, um di e Attraktivität der Innenstadt zu 
steigern, die Erreichbarkeit sicherzustellen und si e langfristig als attraktiven Standort 
zu sichern und weiterzuentwickeln.  
/square4 Sie positionieren sich durch ihr unabhängiges Enga gement den Verantwortlichen in 
Rat und Verwaltung gegenüber als konstruktiv-kritis cher Partner im Prozess der Zu- 
kunftsentwicklung der Stadt.  
/square4 Sie wollen unabhängig von der öffentlichen Hand et was für die Wert- und Attraktivi- 
tätssteigerung ihrer Geschäfte und Häuser tun und s etzen auch rein privat finanzierte 
Maßnahmen um. 
 
Projektziele: 
Aus den erklärten Zielen der Innenstadtentwicklung Münsters lassen sich die wesentlichen 
Projektziele für das integrierte Handlungskonzept h erleiten. Sie ergeben sich als Ziele und 
Aufgaben, aber auch aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, mit denen sich unse- 
re Stadt auseinandersetzen muss: 
 
/square4 Als wachsende Stadt erwarten wir in den kommenden Jahren ca. 30.000 neue Bürge- 
rinnen und Bürger, so dass der Druck auf innenstadtnahes Wohnen deutlich ansteigen 
wird. 
/square4 Die Vertikalisierung im Handel wird weiter steigen . Gerade die typischen Stadtquartie- 
re wie Kiepenkerl-/Kuhviertel und Verspoel melden d ringenden Bedarf an Qualifizie-

18 
 
rung, um als wichtiger Teil der attraktiven Innenstadt eingebunden zu werden.  
/square4 Die Digitalisierung des gesamten Lebens wird die I nnenstädte in einen Wettbewerb 
ganz anderer Art bringen: Innenstadtaktivitäten wer den nach ihrem Freizeitwert be- 
wertet werden; nach ihrer Aufenthaltsqualität – für  Menschen, die sich mit dem Smart- 
phone durch öffentlichen Raum bewegen und sich darin orientieren. 
 
Die wesentlichen Projektziele sind: 
/square4 Weiterentwicklung der Münsterschen Innenstadt 
/square4 Schließung von Baulücken 
/square4 Erschließung neuer Plätze und Wegebeziehungen 
/square4 Stärkung des Handelsplatzes 
/square4 Erhöhung der Aufenthaltsqualität 
/square4 Attraktive und zukunftsweisende Architektur 
/square4 Steigerung der Attraktivität durch hochwertige Ges taltung im öffentlichen Raum 
/square4 Förderung des privaten Engagements im Quartiersman agement 
/square4 Stärkung der Nutzungsmischung: Zielkonzept Oberges chossnutzung 
/square4 Weiterführende barrierefreie Ausrichtung der Innen stadt 
/square4 Integration des Hauptbahnhofes als zentralem Umste ige- und Verkehrsknotenpunkt 
/square4 Nutzung neuer Kommunikationstechniken zur Stärkung  der Innenstadt  
/square4 Verbesserung der Erreichbarkeit Münsters durch die  Attraktivierung des Bahnhofes   
sowie dessen Umfeld 
/square4 Stärkung der ÖPNV-Erschließung der Altstadt durch funktionale und gestalterische 
Optimierung (Bült als Altstadthaltstelle und Bahnho fwestseite als zentraler Umsteige- 
punkt) 
 
Verfügungsfonds 
Um privates Engagement bei der Innenstadtentwicklun g zu motivieren und zu unterstützen, 
hat das Land Nordrhein-Westfalen vor einigen Jahren  ein neues Förderinstrument entwi- 
ckelt, welches die Stadt Münster bereits einsetzt u nd die Kooperationen in Innenstadt und 
Bahnhofsviertel wirksam unterstützt.

19 
 
Auf der Grundlage der Ziff. 14 Förderrichtlinien zur Stadterneuerung des Landes Nordrhein-
Westfalen vom 22.10.2008 hat die Stadt Münster mit Ratsbeschluss vom 21.03.2012 einen 
Verfügungsfonds im Rahmen des Städtebauförderprogra mms „Aktive Stadt- und Ortsteil- 
zentren“ für das Programmgebiet „Münster-Innenstadt“ zur Aufwertung und Attraktivierung 
der Münsteraner Innenstadt (Altstadt und Bahnhofsvi ertel) eingerichtet. Der Verfügungs- 
fonds ermöglicht die Zusammenfassung finanzieller M ittel von privaten und öffentlichen 
Partnern mit der Möglichkeit einer ergänzenden 50%i gen Förderung durch Bund, Land und 
Kommune. Diese Finanzmittel werden zur Realisierung  von investiven und nichtinvestiven 
Maßnahmen sowie zur Vorbereitung investiver Maßnahm en von Initiativen, Arbeitsgemein- 
schaften, Kaufmannschaften u. ä. in Anspruch genommen.  
 
Über die Projekte des Verfügungsfonds entscheidet d er Beirat, dem neben den Vertretern 
der privaten Geldgeber und der Verwaltung auch Vert reterinnern und Vertreter der Politik 
angehören (vgl. auch Ziffer 31).  
 
Monitoring und Evaluation 
Monitoring und Evaluation sind für eine zielgericht ete Steuerung des Zentrenprogramms 
und dessen kontinuierliche Optimierung unverzichtba r. Dies verdeutlichen nicht nur die 
Handreichungen des Bundes und Landes NRW zur Aufste llung, Umsetzung und Fort- 
schreibung integrierter Handlungskonzepte, sondern belegen auch die praktischen Erfah- 
rungen vor Ort. So ist prozessbegleitende Selbsteva luation verpflichtender Bestand des 
Bundes-Länder-Programms „Soziale Stadt“ und wurde b ei der Programmumsetzung in 
Münster-Kinderhaus/Brüningheide mit Erfolg praktizi ert. Auch in der Verstetigungsphase 
des Wohngebietes Kinderhaus-Brüningheide werden Kon textdatenmonitor und prozessbe- 
gleitende Selbstevaluation daher fortgeführt. 
 
Im Rahmen des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteil zentren Münster-Innenstadt“ ist die 
Stadt Münster seit 2013/2014 ohnehin bereits verpflichtet, am elektronischen Monitoring zur 
Bund-Länder-Städtebauförderung (eMo) mitzuwirken. Dieses umfasst v.a.: 
/square4 Inputindikatoren: v.a. Maßnahmen und Finanzierungs quellen, insbesondere Städte- 
bauförderung

20 
 
/square4 Output Indikatoren: Durchgeführte Maßnahmen nach s tädtebaulichen Handlungsbe- 
reichen; Aussagen zur Beteiligung, Aktivierung und Kooperation (inkl. Verfügungs- 
fonds) 
/square4 Kontext im Fördergebiet: Indikatoren zum sozioökon omischen und städtebaulichen 
Kontext 
/square4 Einschätzungen zur Zielerreichung und zur städteba ulichen Entwicklung (Vergleich 
„Vorher- Nachher“ mit Hilfe einer Fotodokumentation) 
 
Im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Handl ungskonzeptes „Aktive Stadt- und 
Ortsteilzentren Münster-Innenstadt“ wird angestrebt , diesen verpflichtenden, bisher nur 
verwaltungsinternen Monitoringansatz für eine quali fizierte Berichterstattung weiterzuentwi- 
ckeln. Hierzu können beispielsweise weitere vorhand ene Daten herangezogen werden, die 
Aussagen über die Entwicklung der Innenstadt liefer n (z.B. Ergebnisse von Passantenzäh- 
lungen, Ergebnisse von Umfragen zur Attraktivität d er Innenstadt etc.). Zudem sollten Zeit- 
reihen aufgebaut werden, um den Entwicklungsverlauf nachvollziehen zu können. 
Ziel des Monitorings ist es, aussagefähiges Basiswi ssen über die Entwicklungen im Pro- 
grammgebiet zu erzeugen, das nicht nur für die Prog rammsteuerung, sondern auch für un- 
terschiedliche Informationszwecke und die Rückkoppl ung zu Kooperationspartnern 
(ISI/Initiative Starke Innenstadt, ISG Bahnhofsviertel) verwendet werden kann.  
 
Im Zuge der verstärkten Bestrebungen zur Selbsteval uation in der Städtebauförderung ist 
des Weiteren zu prüfen, inwieweit aus den vorhanden en Berichtspflichten ressourcenscho- 
nende Selbstevaluationsansätze abgeleitet werden kö nnen. Ziel der Selbstevaluation ist 
eine kontinuierliche Beobachtung der Programmumsetz ung und eine Reflektion der Zieler- 
reichung. Damit verbessert Selbstevaluation zunächs t die Qualität der Programmumset- 
zung. Gleichzeitig wird aber auch ein gemeinsamer R ahmen zur Einbindung der relevanten 
Akteure in den Reflektionsprozess geschaffen. Dies fördert Kooperationen und die gemein- 
same Qualitätsentwicklung. Praktische Umsetzungsins trumente könnten standardisierte 
Berichtsbögen für die einzelnen Teilmaßnahmen und e in gemeinsamer jährlicher Reflekti- 
onsworkshop sein.

21 
 
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Monitorin g und Evaluation wichtige Grundlage 
für eine qualifizierte Programmumsetzung sind. Dies e erfordern zwar zunächst den Einsatz 
von Ressourcen, der allerdings unter Nutzung der oh nehin durchzuführenden Berichts- 
pflichten und der jahrelangen Erfahrungen in Münste r mit prozessbegleitender Selbstevalu- 
ation minimiert werden kann. Zugleich fördern die E rgebnisse von Monitoring und Evaluati- 
on aber den gezielten und effektiven Einsatz von Re ssourcen, so dass hier positive Effekte 
zu erwarten sind. Letztlich belegen Monitoring und Evaluation die Relevanz des Integrierten 
Handlungsprogramms Münster-Innenstadt, da sie Handl ungsnotwendigkeiten und Erfolge 
transparent machen. Hiermit werden qualifizierte En tscheidungsgrundlagen für parlamenta- 
rische Gremien und gegebenenfalls für die weitere E inwerbung von Fördermitteln geschaf- 
fen. 
 
Übersicht der Einzelmaßnahmen 
Eine detaillierte Darstellung der möglichen Maßnahm en, ergänzt um eine Zeitachse und 
hinterlegt mit möglichen Kosten (sofern bereits bek annt) befindet sich auf den folgenden 
Seiten dieses Berichtes. Damit werden dann die gege nseitigen Abhängigkeiten, Chancen 
und Perspektiven deutlich. Die Übersicht gibt die d erzeit aktuell mit ISI und ISG sowie der 
Kaufmannschaft Innenstadt abgestimmten Maßnahmen und Projekte wieder.  
Die Tabelle zeigt die den drei Stadtquartieren und den Radialen zugeordneten Projekte mit 
einer kurzen Beschreibung der Maßnahme. Die weitere n Spalten enthalten Aussagen zu 
den eingesetzten Finanzmitteln, öffentlich oder pri vat oder einer Kombination aus beiden. 
Die Beschreibung der Maßnahmenart unterscheidet dab ei zwischen zentralen (auf ganz 
Münster auswirkenden), strukturellen, städtebaulich en, gestalterischen oder Marketing 
Maßnahmen. Je nach Projekt können die Maßnahmen meh reren Arten zugeordnet sein, 
hier zeigt sich dann nochmals der integrierte Ansatz.

22 
 
Beschreibung der Einzelmaßnahmen  
 
Platzgestaltung / Schaffung neuer Stadträume und ne uer Verbindungen / Wegwei- 
sungen (Ziffer: 1, 3, 5, 16, 17, 18, 19, 20, 25, 42, 52, 54, 55, 56, 57) 
Das ehemalige Programm „Stadt macht Platz – NRW mac ht Plätze“ hat zur erheblichen 
Aufwertung des öffentlichen Raumes in der Innenstad t beigetragen. Demensprechend kön- 
nen die Zielsetzungen zur Aufwertung öffentlicher Räume bzw. Plätze aus dem ehemaligen 
Landesprogramm auch für die „neuen“ Plätze in Münster Verwendung finden.  
Bedingt durch das Fehlen einer adäquaten Gestaltung  und Aufenthaltsqualität sowie feh- 
lender Nutzungskonzepte hat sich für einige Bereich e des öffentlichen Raumes ein akuter 
Handlungsbedarf ergeben. Ziel ist es, diese Stadträ ume aufzuwerten und siie im Rahmen 
einer Neugestaltung besser erlebbar, erkennbar und nutzbar zu machen: 
 
/square4 Belebung von bestehenden Plätzen im Rahmen einer I ntendanz für den öffentlichen 
Raum 
/square4 Erzeugung oder Stabilisierung eines belebten Platz randes mit Nutzungen, die Besu- 
cherinnen und Besucher anziehen und zum Verweilen einladen 
/square4 Konzepte zur Hervorhebung und Verbesserung bestehe nder Raumfolgen durch ge- 
stalterische Maßnahmen, Begrünung, Lichtkonzepte oder künstlerische Inszenierung 
/square4 Eingehen auf die regionale Kultur bei der Gestaltu ng und Zonierung der Plätze 
/square4 Kunst im öffentlichen Raum 
/square4 Kinder- und Jugendaktionen, internationale Begegnu ngen 
/square4 Schlüssige Verknüpfung der Plätze mit benachbarten  Stadträumen zu einer attrakti- 
ven Raumfolge.  
 
Die Schaffung von Platzraum bzw. Freiraum entsprechend den o.g. Kriterien ist die Voraus- 
setzung für eine neue Nutzung bzw. Inszenierung des  wiedergewonnenen Stadtraumes. 
Darüber hinaus ermöglichen Platzfolgen oder platzar tige Erweiterungen eine neue Qualität 
für die Bewohner und Besucher Münsters. Aufenthalts qualität entsteht durch hochwertige 
Gestaltung, hochwertige Nutzung und notwendige Akze ptanz des Stadtraumes durch die 
zukünftigen Nutzer.  
Mit der Verbesserung der Freiraumangebote und -verb indungen, der Vernetzung der be-

23 
 
reits vorhandenen Grün- und Freiflächen in den Stad tquartieren, einer Verknüpfung des 
städtebaulichen Umfeldes mit den im  Entwicklungsko nzept dargestellten Wegeverbindun- 
gen soll ein zusammenhängendes Wegenetz eingerichte t werden, das für Fußgänger und 
Fahrradfahrer optimal nutzbar und in seiner Konsequ enz der Stadt der kurzen Wege dien- 
lich ist.  
Damit können gleichzeitig die Barrieren der Verkehr strassen und auch der gewerblichen 
Ansiedlungen überwunden und die bereits als Ziel ge wünschten Verbindungen innerhalb 
der  Altstadt vorangebracht werden. Wunsch der Stad t Münster ist es, diese Wegeverbin- 
dungen so optimal als möglich zu begrünen, um gleic hzeitig mit der Wegeverbindung eine 
Grünvernetzung der einzelnen Bereiche zu schaffen. Am Rande dieser Wegeverbindungen 
sollen Aufenthaltsmöglichkeiten und attraktive Freiräume - ggf. auch im Zusammenhang mit 
bereits vorhandenen Plätzen oder Freiräumen - geschaffen werden.  
 
Hier können in Münster insbesondere durch die Aufwe rtung bzw. Neugestaltung von 
Wegeverbindungen, Plätzen, Platzabfolgen und im Zus ammenhang mit Neubauten ent- 
standenen Freiräumen Potenziale entstehen, die im R ahmen des Integrierten Handlungs- 
konzeptes in Wert gesetzt werden können, so z. B.: 
/square4 Verknüpfung von Kultur, Kunst, Bildung und Wissens chaft, Freiraum im Stadtraum 
(„Westtor“: Aasee – Schlossplatz – Frauenstrasse – Domplatz) 
/square4 Aa-Konzept (ökologischer Umbau, Gestaltung der Ufe rzonen, Aufwertung des Stadt- 
bildes) 
/square4 Wegeführung (Aufwertung, Gestaltung, Inszenierung:  Aasee – Aegidiistraße – Alt- 
stadt)  
/square4 Gestalterische und funktionale Aufwertung (Schloss platz und Domplatz) 
/square4 Gestaltung des öffentlichen Raumes (Windthorststra ße) 
/square4 Attraktive Fußwegeverbindungen (Ludgeriviertel) 
/square4 Verknüpfung von Stadträumen untereinander, Gestalt ung des öffentlichen Raumes 
(„Osttor“: Servatiiplatz - Paul-Gerhardt-Quartier)  
/square4 Verknüpfung von Stadträumen untereinander (gestalt erische Aufwertung der  Wege- 
führung in die Altstadt über die Windthorststraße oder die Salzstraße) 
/square4 Gestalterische Aufwertung der Unterführungen im Ba hnhofsviertel als ‚Einflugschnei- 
sen‘ in die Innenstadt

24 
 
 
Im Zusammenhang mit den Wegeführungen und der attra ktiven Gestaltung ist auch die si- 
chere und klare Wegweisung der Wegeführungen notwen dig, damit sich die Gäste Müns- 
ters problemlos zurecht finden können und ihre Ziel e entweder auf direktem Wege (Zeitvor- 
teil) oder auf attraktivem Wege (mit Sehenswürdigke iten) erreichen können. Konzepte dazu 
sollen parallel mit der Inszenierung der neuen Stad träume entwickelt werden. Die Stadt 
Münster arbeitet an einer Möglichkeit für ein Orien tierungssystem, eine interdisziplinäre 
Plattform, genannt „Kiosk O“ (vgl. Ziffer 27).  
 
Schlossplatz – Lindenhof – Interreligiöses Zentrum (Ziffer: 2, 3, 4) 
Der Schlossplatz ist in den letzten Jahren wieder i n den Fokus gerückt. Als Ergebnis einer 
Ausstellung und Podiumsdiskussion im Stadtmuseum mi t dem Titel „Schlossplatz – Hin- 
denburgplatz – Neuplatz in Münster“ im Herbst 2012 hat sich die Auffassung durchgesetzt, 
dass 
/square4 der Schlossplatz nicht als städtebauliche Brache, sondern als historisch bedeutender 
Freiraum zu betrachten ist („Freiraum-Kulturdenkmal von europäischem Rang“), 
/square4 eine Bebauung der historischen Esplanade (Platzflä che westlich der Straße, nördlich 
und südlich der Symmetrieachse des Schlosses) aussc heidet, bebaubare Flächen je- 
doch rechts vom Schloss (bauliche Fassung des Ehren hofs im Süden) und am Kalk- 
markt bleiben, 
/square4 die Behebung der gestalterischen Mängel nur im Ein klang mit den etablierten und 
wichtigen Nutzungen und auch den Ansprüchen der Öff entlichkeit sinnvoll ist und 
deshalb 
/square4 nur in einem breiten Diskurs mit den beteiligten A kteuren und Nutzern sowie v.a. auch 
der Bürgerschaft geplant werden kann. 
Unter diesen Rahmenbedingungen soll der Freiraum mi t Bezug auf das Schloss funktional 
und ästhetisch sinnvoll und denkmalgerecht neu gestaltet werden.  
Ergänzend dazu ist eine bessere Einbindung des Platzes in die Wegeführungen zur Altstadt 
erforderlich. Im Hinblick darauf, dass viele Besuch er Münsters von dieser Stelle aus erst- 
mals die Altstadt betreten, fehlen attraktive Wegev erbindungen. Die vorhandenen Möglich- 
keiten sind daher zu überprüfen und ggf. weiter zu entwickeln bzw. aufzuwerten.

25 
 
Ggf. ist es sogar möglich, neue Wegeverbindungen zu  entwickeln und im Bewusstsein zu 
verankern, so dass die Routen auf denen Münster erl ebt werden kann, abwechslungsrei- 
cher und attraktiver gestaltet werden können. Darüb er hinaus sind Verbesserungen auch 
für die Universität (Nutzer des Schlaun’schen Schlo sses) angezeigt, um die Verbindung 
zwischen Altstadt und Schloss (Bürgerschaft und Wis senschaft) noch stärker heraus zu 
heben. 
Münster ist als Friedensstadt auch Standort vieler kirchlicher Bildungseinrichtungen sowie 
den vielseitig ausgeprägten theologischen Fakultäten (u. a. evangelisch, katholisch, jüdisch, 
islamistisch) der Universität Münster. Im Zusammenhang mit den Bildungseinrichtungen der 
Universität zwischen  Schlossplatz und Altstadt ist  die Idee entstanden, einen stärkeren 
Austausch und gemeinsame Fortbildungen zu initiieren. Dazu ist geplant, die theologischen 
Aktivitäten in einem sog. Interreligiösen Zentrum ( Arbeitsbegriff) zusammen zu fassen und 
sich dort dann für einen Frieden und Toleranz stift enden interreligiösen Dialog einzusetzen.  
Dazu soll in den nächsten Jahren gemeinsam eine Kon zeptstudie entwickelt werden. Ob 
dazu neu Räumlichkeiten benötigt werden oder die Id ee in bestehenden Gebäuden umge- 
setzt werden kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch völlig offen. Denkbar ist auch die 
Kombination mit anderen Einrichtungen, z.B. zum bürgerschaftlichen Engagement. 
 
Verbesserung der Aufenthaltsqualität: Bürgerbänke –  Bänke in der Innenstadt, öf- 
fentliche Trinkbrunnen (Ziffer: 8) 
Die Aufenthaltsqualität in Münsters Innenstadt hat sich in den letzten Jahren deutlich ver- 
bessert. Maßnahmen wie z. B. die gemeinsame Fortsch reibung des erfolgreichen Quali- 
tätspaktes für die Gestaltung der Außengastronomie oder auch die starke Zunahme an 
Sitzmöglichkeiten im Außenraum der Gastronomiebetri ebe haben den Innenstadtraum 
spürbar positiv belebt und in Wert gesetzt. Die Bür gerinnen und Bürger nutzen die inzwi- 
schen zahlreichen Möglichkeiten an Außengastronomie und verspüren ein hohes Bedürfnis, 
sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Neben den ko mmerziellen Angeboten hat die Stadt 
Münster verstärkt die Verbesserung der Aufenthaltsq ualität im Außenraum in den Fokus 
genommen. Mit dem Projekt „Bürgerbänke“  sind frei zugängliche Sitzmöglichkeiten – das 
heißt ohne Verzehrzwang – von privaten Partnern in der Innenstadt positioniert worden - 
ein Projekt, das die ISI im Interesse und mit Unterstützung der Stadt fortsetzen wird.

26 
 
Für die Zukunft ist über weitere Maßnahmen nachzude nken, die die Aufenthaltsqualität 
auch ohne Konsumzwang erhöhen – z.B. über die Einri chtung von öffentlichen Trinkbrun- 
nen. 
 
 
Wachsende Stadt (Ziffer: 9, 10)  
Aus den Ergebnissen der Kleinräumigen Bevölkerungsp rognose 2013 – 2020 und dem 
Leitbild „Stadt im demografischen Gleichgewicht – a ttraktiv, generationengerecht, partner- 
schaftlich“ ergibt sich folgende planerische Herausforderung: 
Wie kann die Innenstadt zu einem generationengerech ten Wohnstandort mit entsprechen- 
der Infrastrukturausstattung und gleichzeitig zu ei nem attraktiven, funktionsgemischten und 
lebendigen Mittelpunkt von Münster weiterentwickelt werden? 
 
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose zeigt einen W achstumsprozess für die Innenstadt. 
Während 2005 nur 113.216 Personen im Stadtbezirk Mi tte wohnten, stieg diese Zahl bis 
2013 auf 122.764 Personen an. Dieser Wachstumsproze ss hält an. So weist die Prognose 
für das Jahr 2020 ein weiteres Wachstum um 2.256 Pe rsonen auf 125.020 Personen aus 
und damit einen Anstieg um +1,8%.  Für die einzelne n Teilbereiche des Stadtbezirks fällt 
die Prognose jedoch sehr heterogen aus: Altstadt -7 ,1% der Bevölkerung, Innenstadtring -
0,5%. Ein detaillierter Blick in die infrastrukturr elevanten Jahrgänge zeigt anhand der klein- 
räumigen Prognose folgendes Bild für den Stadtbezirk Mitte: unter drei Jahren +6%, drei bis 
unter sechs Jahren +4,1%, sechs bis unter zehn Jahr en +3,3%, dagegen zehn bis unter 16 
Jahren -6,3%. Für die Einwohner ab 70 Jahren wird e ine Zunahme um 4,6% erwartet, wäh- 
rend gesamtstädtisch diese Altersgruppe um 8% zunehmen soll.  
 
Bei den Prognoseannahmen gibt es keine Berücksichti gung der aktuell wachsenden Zahl 
von Flüchtlingen seit 2014. Der Wohnungsbestand ist  von 2006 bis 2014 im Stadtbezirk 
Mitte von 68.492 auf 69.199 gestiegen - eine Entwic klung, die weiter zu forcieren ist. Diese 
Tatsache könnte bereits als eine erste leichte Reak tion auf die städtebaulichen und woh- 
nungspolitischen Bemühungen zu interpretieren sein,  die Innenstadt auch als attraktiven 
Wohnort zu positionieren.  
 
Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die dor t wohnen. Zu Zeiten des demographi- 
schen Wandels gehört Münster zu den wenigen Städten  Nordrhein-Westfalens die in den

27 
 
kommenden Jahren eine positive Bevölkerungsentwicklung haben werden.  
Generell muss es jedoch erklärtes städtisches Ziel sein, das Wohnen in der Innenstadt 
nicht nur für einzelne soziale Schichten und bestim mte Lebensstilgruppen zu realisieren, 
sondern grundsätzlich für Menschen in allen Lebensp hasen und aus allen sozialen Schich- 
ten. Eine Durchmischung innerstädtischer Wohnstrukt uren ist eine wichtige Voraussetzung, 
um ein offenes und urbanes innerstädtisches Leben z u verwirklichen. Dem Wohnumfeld 
und dem Anspruch an Grundversorgung, Lebensqualität wie auch an Mobilität kommt dabei 
eine zentrale Bedeutung zu. Weiterhin sollen die Be dürfnisse der aktuell zugezogenen Be- 
völkerung besonders berücksichtigt werden.  
 
Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, dass in der Altstadt und innerhalb des 
Innenstadtrings vielfältige Nutzungen aufeinandertr effen. Die City ist mit ihrer vielfältigen 
Nutzungsmischung aus Einzelhandel, Dienstleistungen , Gastronomie, touristischen Anzie- 
hungspunkten, kulturellen und kirchlichen Einrichtu ngen sowie zahlreichen Bildungseinrich- 
tungen bzw. Hochschulinstituten der lebendige Mitte lpunkt von Münster und damit auch ein 
wichtiger Profilierungsfaktor für ein attraktives M ünster. Es gilt daher, zu einer möglichst 
verträglichen Zuordnung der Funktionen zu kommen un d die Rahmenbedingungen für ei- 
nen verträglichen Nutzungsmix mit einer entsprechenden Wohnfunktion zu schaffen.  
 
Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadt, Bült (Ziffer: 11, 12) 
Die Straßenzüge Voßgasse und Bült sind in ihrer heu tigen Breite und Gestalt erst im Zuge 
der Neuordnung des Verkehrs ab 1949 geschaffen worden, fußen aber auf einem historisch 
gewachsenen Straßennetz, das sich in den Grundzügen  bis in das späte 12. Jahrhundert 
zurückverfolgen lässt. 
Obwohl sich neue Voßgasse, neuer Bült und neue Maur itzstraße grob an den alten Stra- 
ßenzügen orientieren, dominiert heute die neue West -Ost-Verbindung die innerstädtische 
Verkehrsführung und ist deutlich als Zäsur zwischen  Altstadt, Martiniviertel und Hörster 
Parkplatz wahrnehmbar. Zusätzlich wird diese Zäsur noch betont durch die bis heute prä- 
gende, großmaßstäblichere Bebauung, die seit den 19 50er, in den 1990er und 2010er Jah- 
ren entstanden ist.

28 
 
Der gleichwohl grundsätzlich stadträumlich wohlprop ortionierte Bereich am Bült kann seine 
Qualitäten aufgrund der hohen Fahrzeugdichte, der z entralen Bushaltestellen-situation und 
– nicht zuletzt – seiner Teilung in Straßen- und Pa rkierungsflächen derzeit nur suboptimal 
entfalten. Die jüngst abgeschlossene bauliche Aufwe rtung der Straße ‚Alter Fischmarkt‘ 
sowie mögliche städtebauliche Entwicklungen auf dem  heutigen ‚Hörster Parkplatz‘ rücken 
dieses Problem verstärkt in den Fokus. 
Seitdem der ohnehin stark verkehrsfrequentierte Str aßenraum innerhalb der Altstadt zur 
Entlastung des Prinzipalmarkts als  zentraler Busha lteknotenpunkt ausgebaut worden ist, 
hat sich seine trennende Wirkung zwischen Altstadtkern und Martiniviertel noch verstärkt. 
Deshalb ist der bestehende Verkehrsraum mit dem Zie l umzugestalten, einen die angren- 
zenden Altstadtbereiche verbindenden und zugleich s einen funktionalen Anforderungen 
gerecht werdenden Platzraum mit erhöhter Aufenthalt squalität und angemessener Ver- 
kehrsqualität für alle Verkehrsteilnehmer zu gestalten. 
 
Stärkung der B-Lagen (Ziffer: 13) 
Bezahlbare B-Lagen sollen Raum für individuelle Han dels- und Gastronomiekonzepte bie- 
ten und damit noch mehr Vielfalt und Attraktivität für Münster-Besucher. Der stationäre Ein- 
zelhandel ist schon längst durch das „digitalere“ Einkaufsverhalten der Kunden unter Druck 
geraten.  
Aber nicht nur die Digitalisierung, sondern auch di e hohen Mieten, die Modeketten oder 
andere große Filialisten zahlen, lassen in den gute n Lagen mit hoher Passanten-Frequenz 
wenig Raum für Existenzgründer oder für mutige, innovative Konzepte.  
 
Um sich in Münster nicht dem uniformen Bild deutsch er Städte anzugleichen, in denen die 
immer gleichen Ketten die Einkaufsmeilen dominieren , ist ein Ziel, die sogenannten B-
Lagen auszubauen, in dem mehr Straßen ein attraktiv es Umfeld bieten. Damit dehnen sich 
auch die  Laufwege der Münster-Besucher auf diese L agen aus. Am Ende entstehen so 
mehr attraktive Lagen, die aber zugleich bezahlbare  Flächen für individuelle Konzepte und 
mehr Vielfalt in Gastronomie und Handel bieten. Die  B-Lagen beziehen sich auf einige 
Straßenzüge mit Entwicklungspotenzial, wie z. B. de n Harsewinkelplatz oder den Verspoel 
in der Innenstadt, aber auch die Ausweitung der Han delszone in Richtung Bahnhof und ak-

29 
 
tuell die Aufwertung der Windthorststraße, der wich tigen Verbindungsachse zwischen 
Bahnhof und Innenstadt, zählt mittelbar dazu. 
Ein gutes Beispiel für die Stärkung von B-Lagen ist  die Stubengasse. Durch die Aufwertung 
dieses Platzes haben sich Laufwege nachweislich geä ndert und machen dieses Areal zu 
einer beliebten Fläche.  
 
Freies WLAN für den Innenstadtbereich, Digitale Stadtkommunikation (Ziffer: 14, 15) 
Der Onlinehandel verändert nicht nur den stationäre n Handel, sondern auch die Digitalisie- 
rung in der Offline-Welt. Die Ausstattung mit einem  kostenfreien und flächendeckenden 
WLAN in der Stadt unterstützt nicht nur den Handel in seiner digitalen Weiterentwicklung, 
sondern bietet vielmehr Bürgern und Besuchern die M öglichkeit, die Angebote des 
eGovernments im Hinblick auf die Entwicklung zu ein er „smart city“, wie z. B. Apps zur Ori- 
entierung in der Stadt,  zu nutzen.  
Die Ausstattung mit WLAN  ist ein weiterer Standort faktor für die Wirtschaft und bietet zu- 
dem einen touristischen Mehrwert besonders für internationale Gäste. In Münster wollen wir 
dabei unbedingt als Stadt die Hoheit über die Daten  unserer Besucherinnen und Besucher 
behalten und sie nicht an digitale Anbieter abgeben , die mit attraktiven Lockangeboten für 
Einkaufscenter auf der grünen Wiese den Ausverkauf der Innenstadt und ihrer Benutzer 
betreiben. 
 
Spiekerhof-Brücke (Ziffer: 16) 
Die Aa ist von dem Brückenbereich der Straße Spieke rhof aus wenig erlebbar. Dem Platz 
auf der Brücke fehlt Lebendigkeit und Anziehungskra ft. In den Abendstunden mangelt es 
an Atmosphäre – mehr noch, der Aa-Seitenweg wird al s Angstraum gemieden. Gleichwohl 
bieten das breit angelegte Brückenbauwerk und der k reuzende Aa-Seitenweg ein Potential 
zur Aufwertung des Spiekerhofes an dieser Stelle und im weiteren Verlauf zwischen Brücke 
und Rosenstraße. Der Vorstand des Kiepenkerlviertel -Vereins hat sich aktuell an die Stadt 
und an den Lichtplaner Michael Batz gewandt und möc hte eine lichttechnische Aufwertung 
der Aa initiieren. Da die Illumination des Aaseiten weges auch als eine Maßnahme im Mas- 
terplanes Licht formuliert wurde, ist die Initiative zu begrüßen.

30 
 
Ludgeriviertel – Inwertsetzung und Quartiersentwick lung Verspoel / Harsewinkel- 
platz, attraktive Fußwegeverbindungen (Ziffer: 20, 21)  
Seit mehr als einem Jahr sind Geschäftsleute, Immob ilienbesitzer und Bewohner des Ver- 
spoels bemüht, die Attraktivität der Wohn- und Gesc häftsstraße zu steigern. Mit dem Ziel, 
Maßnahmen zu ergreifen, um die Wohn- und Geschäftss traße zu beleben haben sie sich 
zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlosse n. Der Verspoel soll von Passan- 
ten besser wahrgenommen werden und die Wegebeziehung sowohl von der Ludgeristraße, 
als auch von der Promenade aus gestärkt werden. Ein  besonderes Entwicklungspotential 
liegt in den bereits heute vorhandenen individuelle n Einzelhandelsgeschäften und der di- 
rekten Zuwegung zum Parkhaus Engelenschanze. 
 
Durch privates Engagement der Anrainer wurden berei ts verschiedene kulturelle Aktionen 
durchgeführt, z. B. bei Schauraum 2015, um auf den Verspoel als Geschäftsstraße und 
auch als Wegeverbindung aufmerksam zu machen. Im Mä rz 2106 stellte die Interessens- 
gemeinschaft Verspoel einen Antrag gemäß § 24 der GO NRW an den Rat der Stadt Müns- 
ter, ihrer Anregung zur gestalterischen Aufwertung der Straße zu folgen.  
Die angedachten Maßnahmen beinhalten eine Reduzieru ng des ruhenden Verkehrs, eine 
veränderte Verkehrsführung sowie eine Neueinteilung  des Straßenraumes, die dazu beitra- 
gen sollen, zum Vorteil der gesamten Innenstadt die  Wegeverbindungen im Quartier deut- 
lich zu stärken.  
 
Die Gestaltungsprinzipien der bereits neugestaltete n Königsstraße und Ludgeristraße sol- 
len für den Verspoel übernommen und somit weitergef ührt werden. Dies umfasst die Ver- 
breiterung der Gehwege, ansprechende Pflasterung, A bsenkung der Borsteine und eine 
neue Beleuchtung. Insbesondere die Zugänge in den V erspoel sollen deutlicher hervorge- 
hoben und gestärkt werden.  
Zur Aufwertung der Fassaden, der Schaufenster und d er Erdgeschosszone ist auch priva- 
tes Engagement der Anrainer, insbesondere der Immob ilienbesitzer gefragt. Neben bauli- 
chen Maßnahmen sollen auch Marketingmaßnahmen zur I dentitätsschaffung in Zusam- 
menarbeit mit Münster Marketing und der „Initiative Starke Innenstadt“ umgesetzt werden.

31 
 
In dem Bestreben, gut vernetzte Fußwegeverbindungen  innerhalb der südlichen Altstadt zu 
schaffen, kommt dem Verspoel als Bindeglied zwische n Ludgeristraße, Windthorststraße 
und Harsewinkelplatz eine bedeutende Rolle zu. 
 
Profilierung Museumsquartier (Ziffer: 22)  
Münster ist auch eine Stadt der Museen, alljährlich  bei der Nacht der Museen live zu erle- 
ben und schon jetzt ein wichtiger Tourismusmagnet. Im Zusammenhang mit dem Neubau 
des LWL-Museums für Kunst und Kultur und durch die erfolgten Investitionen der Universi- 
tät Münster könnte im Bereich der Pferdegasse ein n eues Museumsquartier entstehen. Mit 
dem Bibelmuseum, dem Geomuseum, dem Archäologiemuse um und dem Picasso-
Museum ergibt sich aufgrund der Lage der Museen zue inander ein richtiges „Museums- 
quartier“.  
Dabei ist die fußläufige Erreichbarkeit der Museen in der Innenstadt für die vielen Besucher 
der Stadt überaus interessant. Daher gilt es, die ö ffentlichen Flächen genauso attraktiv zu 
machen, wie die Museen es schon sind. Die öffentlic hen Flächen rund um das neue LWL-
Museum haben die Münsteraner in wenigen Monaten ber eits sehr gut angenommen. Ein 
deutlicher Hinweis darauf, welches Potential in die sem Bereich noch gehoben werden 
kann. Die Vorstellung eines gemeinsamen Quartiers i st jung. Universität und Landschafts- 
verband arbeiten erst seit einigen Jahren an einem gemeinsamen Konzept, das die Häuser 
miteinander verbindet. 
Die Pferdegasse, der Aegidiiplatz, die Rothenburg u nd der Domplatz verlangen in diesem 
Zusammenhang eine weitere Aufwertung. Bei gleichzei tiger verkehrlicher Erreichbarkeit 
sollte aber die Fahrzeugfrequenz deutlich reduziert  werden, damit überhaupt eine Fla- 
niercharakter aufkommen kann und die Museumsstandor te als zusammenhängende Berei- 
che im Bewusstsein der Besucher verankert werden kö nnen. Gemeinsam mit den Museen 
und privaten Partnern soll das Quartier weiterentwickelt und gestärkt werden. 
 
 
Prinzipalmarkt – barrierefreie, mobilitäts- und denkmalgerechte Sanierung (Ziffer: 24) 
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sind d ie wichtigsten Straßen und Platzräu- 
me in Münsters Altstadt, in Anlehnung an das historische Vorbild, wiederhergestellt worden.

32 
 
So blieb der charakteristische Altstadtgrundriss we itgehend erhalten. Aus dem Stadtbild 
beispielsweise nicht mehr wegzudenken ist das „Kais erpflaster“ des Prinzipalmarkts, das 
anlässlich des Kaiserbesuchs 1907 mit rotbraunem Granit angelegt wurde.  
 
Wie in anderen deutschen und europäischen Städten t rägt das historische Pflaster maß- 
geblich zur Identität der Altstadt bei. Der „Straße nboden“ hat eine geschichtliche Entwick- 
lung durchlaufen, die zu der bis heute überlieferte n Form der Straßenausbildung geführt 
hat. Am Prinzipalmarkt ist die dreiteilige Bodenges talt des historischen Pflasters in der Alt- 
stadtsatzung und in der Denkmalbereichssatzung gesc hützt. Die historischen Straßenzüge 
der Münsteraner Altstadt weisen eine hohe funktiona le Durchmischung sämtlicher Fahr- 
zeugverkehre auf, die den Inbegriff von Urbanität der Stadt Münster darstellen.  
 
Das heute im Prinzipalmarkt vorhandene Pflaster ist  im Laufe der letzten Jahrzehnte arg in 
Mitleidenschaft gezogen worden, so dass es an viele n Stellen baufällig ist. Um weiteren 
Problemen vorzubeugen, soll das Pflaster wieder in seinem ursprünglichen Verlegezustand 
und der ursprünglichen Verlegetechnik hergestellt bzw. ausgebessert werden. Die Wahrung 
des historischen Erbes bzw. die Auflagen des Denkma lschutzes in Verbindung mit den An- 
forderungen der Barrierefreiheit führen gerade in d iesem besonderen Fall zu deutlich er- 
höhten Kosten, so dass versucht werden soll, den Au fwand unter Einbindung von Förder- 
mitteln zu minimieren. 
 
Windthorststraße (Ziffer: 25, 42) 
Die Achse Windthorststraße  bildet neben der Achse Bahnhofsstraße – Servatiiplatz - Salz- 
straße den Hauptzugang zur Innenstadt bzw. Altstadt . Die Verbindung vom Hauptbahnhof 
Münster in die Altstadt über die Windthorststraße s oll von der Bahnhofstraße bis zum Har- 
sewinkelplatz baulich-gestalterisch und funktional-verkehrlich optimiert werden.  
 
Im Bereich zwischen Bahnhofsstraße und Von-Vincke-S traße ist die Windthorststraße eine 
Fußgängerzone, in der zahlreiche Geschäfte und Dien stleister (überwiegend im Gesund- 
heitssektor) hier für ihre Kunden erreichbar sind. Gleichzeitig fungiert die Windthorststraße 
am Einmündungsbereich zur Bahnhofsstraße auch als A bstellfläche für Fahrräder, was in 
dieser Funktion zu unterschiedlichen Konfliktsituat ionen führt. Dadurch sind die Geschäfte

33 
 
und vor allem deren Schaufenster auf der Westseite kaum sichtbar. Dies soll durch eine 
Neuordnung der Flächen und der Stadtmöblierung verbessert werden. 
 
Die Verwaltung hat in Kooperation mit der Immobilie n- und Standortgemeinschaft Bahn- 
hofsviertel (ISG) und der Initiative Starke Innenst adt (ISI) einen moderierten Planungspro- 
zess mit einer integrierten Mehrfachbeauftragung vo n Landschaftsplanungsbüros angesto- 
ßen. Die Erarbeitung eines Konzepts „Zukunft Stadtr aum Windthorststraße“ hat folgende 
Schwerpunktthemen: die stadtstrukturelle Funktion, Einzelhandel & Dienstleistung, die ver- 
kehrliche Situation und den Punkt Städtebau, Stadtgestaltung und öffentlicher Raum.  
 
Die Jury hat sich in ihrer Sitzung mehrheitlich für  den Entwurf des Büros Lohaus-Carl aus- 
gesprochen. Der Entwurf überzeugt durch eine Vielfa lt sehr solider, gut durchdachter Vor- 
schläge und durch seine präzise Detaillierung. Das Büro hat zu den unterschiedlichen ge- 
stalterischen Aspekten des Straßenraumes sehr konkr ete Überlegungen angestellt. Die 
Anordnung eines Funktionsbandes in der Straßenmitte  – mit neuen hochkronigen Bäumen, 
Möglichkeiten für Außengastronomie, aber auch Fahrr adstellplätzen – sowie relativ schma- 
ler Fußgängerbereiche zu beiden Seiten könnte in di eser Form funktionieren, die Verkehrs- 
situation entschärfen und den Kunden besseren Zugang zu den Geschäften ermöglichen.  
 
Vor einer konkreten Ausbauplanung soll erst eine Te stphase durchgeführt werden, in der 
das Fahrradparken in der Windthorststraße reduziert  und die Straßenmöblierung geordnet 
wird. Dazu soll der Stadtraum in Anlehnung an den E ntwurf „inszeniert“ werden, indem Vor- 
schläge und Lösungsmöglichkeiten aus der Entwurfsph ase gemeinsam mit den Anliegern 
und Nutzern ausprobiert werden. Diese Testphase sol l von der Universität Münster, Fach- 
bereich Geographie, wissenschaftlich begleitet werd en. Hier geht es insbesondere um die 
Beobachtung des (Verkehrs-)Verhaltens der Pendler u nd der Münsteraner Bürgerschaft. 
Bei einem positiven Ergebnis soll anschließend eine  mögliche Umsetzung gemeinschaftlich 
vorbereitet werden.  
 
Initiative Starke Innenstadt – Etablierung eines Quartiersmanagements (Ziffer: 28) 
Bei allem Erfolg für den Standort Münster bringt di e Attraktivität der Stadt einen deutlichen 
Anstieg der Mietpreise mit sich, die eine noch stär kere Filialisierung zur Folge haben wird.

34 
 
Die Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft si nd auch in den prominenten und be- 
kannten Münster-Quartieren, wie dem Prinzipalmarkt, zu sehen.  
Die Weiterentwicklung der Innenstadt mit dem Ziel, die Funktionsmischung von Handel, 
Kultur und Stadtbild zu erhalten und zu verbessern,  wird in Münster in gelebter Partner- 
schaft von Händlern, Immobilieneigentümern, Gastron omen und der Stadtverwaltung orga- 
nisiert. So arbeiten sowohl bei der inhaltlichen We iterentwicklung der Innenstadt wie auch 
bei der Finanzierung von Maßnahmen Stadt und privat e Akteure eng zusammen. Aus der 
Kooperation von Handel, Kulturtreibenden und Stadt haben sich inzwischen feste und 
handlungsfähige Netzwerke gebildet, die gegenwärtig  wie auch zukünftig aktive Gestalter 
und Qualitätsentwickler in der Innenstadt sind. 
 
Das Engagement der privaten Interessengemeinschaften verfolgt folgende Zielsetzungen: 
/square4 Sie arbeiten an einem langfristigen Konzept, um di e Attraktivität der Innenstadt zu 
steigern, die Erreichbarkeit sicherzustellen und si e langfristig als attraktiven Einzel- 
handelsstandort zu sichern und weiterzuentwickeln. 
/square4 Sie positionieren sich durch ihr unabhängiges Enga gement den Verantwortlichen in 
Rat und Verwaltung gegenüber als konstruktiv-kritis cher Partner im Prozess der Zu- 
kunftsentwicklung der Stadt. 
/square4 Sie wollen unabhängig von der öffentlichen Hand et was für die Wert- und Attraktivi- 
tätssteigerung ihrer Geschäfte und Häuser tun und s etzen auch rein privat finanzierte 
Maßnahmen um. 
/square4 Sie wollen mit professioneller Unterstützung durch  ein Quartiersmanagement sich 
noch stärker als bisher den neuen Herausforderungen  stellen und die positive Ent- 
wicklung von Münster wirkungsvoll unterstützen. 
 
Die formulierten  notwendigen Aufgaben der kommenden Jahre in der Innenstadt sehen als 
wesentliche o. g. Maßnahmen u. a. die Stärkung der B-Lagen, die Profilentwicklung von 
Quartieren, die Verbesserung der Aufenthaltsqualitä t besonders auf Plätzen, die Erhöhung 
der Servicequalität für Bewohner und Gäste der Stad t durch die Einrichtung eines freien 
und leistungsstarken WLan-Netzes, die Steigerung de r Besucher- und Kundenfrequenzen

35 
 
durch konzertierte Maßnahmen (Projekt „Mittwochs in  Münster“) und die Optimierung der 
Orientierung und Wegweisung in der Innenstadt. Hinz u kommt als ein wesentliches Vorha- 
ben die sukzessive Realisierung des Masterplans Licht für die Innenstadt.  
Zur erfolgreichen Bewältigung dieser öffentlichen Aufgaben sind unbedingte Voraussetzung 
die enge Verbindung und der Schulterschluss mit den  privaten Akteuren in der Innenstadt. 
Die ISI hat als starker Verein mit Mitgliedern aus den wichtigsten privaten Akteursgruppen – 
Kaufleute, Immobilieneigentümer, Gastronomen, Dienstleister – eine konkurrenzlose Allein- 
stellung in der Innenstadt. Keine andere Institution, Agentur oder sonstige Einrichtung bietet 
die Voraussetzungen dieses Zusammenschlusses.  
Die ISI bietet der Stadt Münster an, die Aufgaben u mzusetzen. Voraussetzung dafür ist ei- 
ne personelle Verstärkung, die der ISI erlaubt, an der Umsetzung der Aufgaben professio- 
nell zu arbeiten – konkreter: die Einrichtung eines  Quartiersmanagements im städtischen 
Auftrag angesiedelt bei der ISI.  
Die Stadt Münster sieht in der Vergabe der Aufgaben  an die ISI eine große Chance. Durch 
die besondere Konstruktion der Implementierung eine s Quartiersmanagements im öffentli- 
chen Auftrag bei der ISI sollen die bestehenden Her ausforderungen erfolgreich bewältigt 
werden. Stärker als beim städtischen Citymanagement  verspricht die direkte Nähe zu den 
handelnden und auch zu den noch zu motivierenden pr ivaten Akteuren eine noch größere 
Umsetzungsfähigkeit. Das städtische Citymanagement bietet weiterhin die wichtige Schnitt- 
stelle zu allen Ressorts und Ressourcen der Verwaltung, das Quartiersmanagement schafft 
die Voraussetzungen für die Bewältigung der gestellten Aufgaben auf Seiten der ISI. 
 
Masterplan Licht für die Altstadt (Ziffer: 29)  
Vor zehn Jahren hat der Rat der Stadt Münster ein e igens für Münsters historische Altstadt 
entwickeltes Lichtkonzept beschlossen. Der Lichtpla ner Michael Batz aus Hamburg hat im 
Jahre 2005 Leitlinien für die Illumination historis cher Gebäude, Platzsituationen und Stadt- 
eingänge in Münsters Altstadt formuliert. Sehr kons equent arbeiten private Partner, politi- 
sche Vertreterinnen und Vertreter und Stadtverwaltu ng an der Umsetzung dieser Vision. 
Dabei geht es neben der Sichtbarmachung wichtiger B auwerke und städtebaulicher Situati- 
onen vor allem auch um die Wegeführung in der Altst adt. Vor dem Hintergrund des bauli-

36 
 
chen Wandels und neuer Wegeführungen sind die „Lichtpunkte“ wesentlicher Teil des Leit- 
systems und der Orientierung.  
 
In zahlreichen Kooperationen wurden u. a. mit finan zieller Unterstützung des Landes NRW 
und privater Partner bereits markante Bauwerke im Herzen der Stadt illuminiert: 
/square4 Prinzipalmarkt 
/square4 Ludgerikirche 
/square4 Erbdrostenhof 
/square4 Lambertikirche 
/square4 Stadthausturm 
/square4 Clemenskirche 
/square4 Museum für Lackkunst 
Konkret wurden in 2015 die Vorbereitungen für die I llumination der neugestalteten Platzsi- 
tuation an der Julius-Voos-Gasse getroffen. Die Auß enbeleuchtung der Dominikanerkirche 
inklusive der noch erhaltenden Fassade des ehemalig en Convents soll baldmöglichst reali- 
siert werden.  
 
Am stadtgeschichtlichen Entstehungsort vor mehr als  1200 Jahren wartet ein weiteres be- 
deutendes Objekt darauf, ins rechte Licht gerückt z u werden: der St.-Paulus-Dom. Dieser 
wird derzeit eher provisorisch mit kilowattstarken Scheinwerfern flächig angestrahlt, um das 
wichtige Kirchenbauwerk überhaupt in den Abend- und  Nachtstunden sichtbar werden zu 
lassen. Gemessen an den hohen Ansprüchen des Lichtkonzeptes und dem erklärten Willen 
der Bürgerschaft stellt diese Form der Sichtbarmach ung alles andere als eine geeignete 
Herausarbeitung der nächtlichen Ansicht dar. So ist  der Dom erklärtermaßen auch seitens 
der Initiative starke Innenstadt eine in der Priori tätenliste hoch angesiedelte Aufgabe – ide- 
alerweise spätestens zum Katholikentag 2018. 
 
„Mittwochs in Münster …..“ (Ziffer: 30) 
Eine wachsende Innenstadt bedeutet auch, dass die H andelsfläche sich erhöht. Das heißt 
für den Handelsplatz Münster, dass sich alle Akteur e bemühen müssen, die Attraktivität der 
Stadt Münster glaubhaft und an die richtigen Zielgr uppen zu kommunizieren. Schließlich

37 
 
muss es darum gehen, noch mehr Gäste als bisher nac h Münster einzuladen und sie zum 
Besuch zu motivieren.  
 
Aus diesem Grund ist die Veranstaltung „Mittwochs i n Münster“ geplant. Handel, Gastro- 
nomie, Immobilieneigentümer, die sich in der Initia tive starke Innenstadt zusammenge- 
schlossen haben, arbeiten mit den Marktbeschickern an einem Format mit hoher Anzie- 
hungskraft. Der weit über Münsters Grenzen hinaus b ekannte und beliebte Wochenmarkt 
auf dem Domplatz spielt dabei eine wichtige und zen trale Rolle. Besondere Aktionen sollen 
die Gäste mittwochs (in einem regelmäßigen Turnus) nach Münster zum Bummeln und 
Einkaufen einladen.  
 
KioskO (Ziffer: 31) 
Mit Unterstützung der msa (münster school of archit ecture), und dem Institut für Geoinfor- 
matik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münste r sollen Grundlagen für die Optimie- 
rung von Orientierungssystemen erarbeitet und persp ektivisch unter Einbeziehung mo- 
dernster Technik auch umgesetzt werden.  
 
Diese Plattform widmet sich der Schnittstelle zwisc hen Raum und Marketing. Das „O“ steht 
für Orientierung. Ziel ist, die Gestaltung des Stadtauftrittes und des Stadtraumes, als barrie- 
refreies System mit sich nahtlos ergänzenden Kompon enten - eine digitale sich wandelnde 
und selbst ergänzende zeitgemäße Ansicht der Stadt,  zugleich Fakten und Geschichten. 
Inhalte  sind touristische Höhepunkte, Kultur, Gesc hichte, Wissenswertes, aber auch tem- 
poräre Aktionen, Events und Orte z. B. Jazzfestival, Rundgänge, Ausstellungen. 
 
Ab in die Mitte …. (Ziffer: 32) 
Die Stadt Münster hat sich in der Vergangenheit in unregelmäßigen Abständen (jeweils ab- 
hängig vom Thema der Ausschreibung) erfolgreich beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“ betei- 
ligt. Je nach Themenstellung und Konzept wird sie d ies auch in Zukunft tun, sofern sich die 
Perspektive einer nachhaltigen Wirkung bietet. Aus den bisherigen Teilnahmen gingen in 
dieser Hinsicht immer zukunftsträchtige Maßnahmen h ervor, die vielfach auch heute noch 
von Bestand sind.

38 
 
 
Schauraum (Ziffer: 34) 
Die alljährlich durchgeführte Veranstaltung „Schauraum“ ist die Fortsetzung und Weiterent- 
wicklung einer „Ab in die Mitte“-Beteiligung. Das K unst- und Kulturfestival, das jeweils An- 
fang September ausgerichtet wird, zeigt bekannte, u nbekannte und ungewöhnliche Orte im 
öffentlichen und auch im privaten Raum, die mit kre ativen Ideen und Installationen aus 
Kunst und Architektur in Szene gesetzt werden.  
 
Verfügungsfonds (Ziffer: 35) 
Seit der Einrichtung des Verfügungsfonds wurden ber eits einige Projekte umgesetzt, z. B. 
die Installierung von Weihnachtsbeleuchtung, eine t ouristische Wegeführung und die Ein- 
führung eines Leitsystems zu den Skulpturen im öffe ntlichen Raum. Bei Letzterem handelt 
es sich um ein neues App-Kommunikationssystem, das mit  dem aktualisierten Skulpturen- 
führer ergänzt wird. Weitere investitionsfördernde Maßnahmen sind geplant (s. hierzu auch 
Ziff. 30): 
/square4 Information und Beratung von Immobilieneigentümern  i. S. des Leerstandsmanage- 
ments und der Werterhaltung ihrer Immobilien 
/square4 Projekte zur Zwischennutzung von zeitweisem Leerst and 
/square4 Optimierung der Gästeinformation und Wegweisung in  der Innenstadt angepasst an 
aktuelle städtebauliche Situationen 
/square4 Erarbeitung eines Kommunikationskonzepts für die I nnenstadt mit dem Ziel, die Zahl 
der privaten Partner des Citymanagements deutlich z u erhöhen und langfristig zu bin- 
den 
/square4 Evaluation des Prozesses und der Maßnahmen 
/square4 Gestaltung des öffentlichen Raums (z. B. Gestaltun g des Harsewinkelplatzes und des 
Adolph-Kolping-Platzes, Beschilderung bestehender u nd neuer Skulpturen, Erarbei- 
tung einer Fassadengestaltungsfibel für Teilbereich e der Windthorststraße / Bahn- 
hofsstraße).  
 
Der Verfügungsfonds ist für unsere Kooperation in I nnenstadt und Bahnhofsviertel ein 
Glücksfall. Seine Vorzüge sind die Flexibilität des  möglichen Mitteleinsatzes und die Bin- 
dung an eine Partnerschaft öffentlicher und privater Akteure, was die Finanzierung von Pro-

39 
 
jekten anbelangt. Im Zusammenhang mit ergänzenden M aßnahmen im Programmgebiet, 
die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht alle bek annt sind, besteht hier ein kurzfristig 
einsetzbares und attraktives Unterstützungsmittel für private Aktivitäten. 
 
Hauptbahnhof und Umfeldgestaltung (Ziffer: 36, 37, 38, 44, 45, 46)  
Der Hauptbahnhof Münster ist die stark frequentiert e Mobilitätsdrehscheibe im Fern- und 
Nahverkehr für die Stadt Münster. Er verknüpft öffe ntliche Verkehrsmittel untereinander 
sowie motorisierten Individualverkehr und die Fahrradbenutzer mit der Bahn. Zugleich bildet 
er eine wichtige innerstädtische Verbindung zwische n Altstadt und Hafenviertel. Durch die 
hohe Frequenz der Reisenden, Besucher und Passanten  und durch seine zentrale Lage in 
Stadt und Region hat der Hauptbahnhof Münster ein h ohes Potential für unterschiedliche 
Nutzungen.  
 
Die Gesamtkonzeption Hauptbahnhof Münster besteht aus zwei Teilen: sie sieht auf beiden 
Seite der Bahnanlage jeweils einen Gebäudekomplex v or, der auf der Westseite als klassi- 
sches Empfangsgebäude (Reiseserviceeinrichtungen, G astronomie, Handel, Dienstleistun- 
gen) und auf der Ostseite als Funktionsgebäude (Gleiszugänge, Radstation, Dienstleistung, 
Bahnservicebereich (BackOffice), Büro, ggf. Hotel) ausgebildet wird. Im Zusammenwirken 
beider Teile – ergänzt um die Vorplatzgestaltung Os tseite mit den dienenden Funktionen 
Parken, Radstation, Vorfahrt Taxi etc. - und der be reits modernisierten und fertig gestellten 
Verkehrsstation (Tunnel, Bahnsteige, Rolltreppen, A ufzüge) ergibt sich zukünftig ein ganz- 
heitliches Gesamtbild des Hauptbahnhofes der DB AG in der Stadt Münster. 
 
Die vorgesehene Gebäudekubatur wird sich in die Umg ebung einfügen und berücksichtigt 
die stadträumliche Bestandssituation. Die beiden ne uen Gebäudeteile werden sowohl für 
das Erscheinungsbild als auch die Nutzer deutliche Vorteile bringen und der Stadt Münster 
endlich den lange ersehnten Hauptbahnhof mit Visite nkartenfunktion zu beiden Seiten er- 
möglichen. Es soll ein ansprechendes, gestalterisch  hochwertiges Entree zur Stadt ge- 
schaffen werden und dabei gleichzeitig der Standort  des Hauptbahnhofs als Eingangstor 
und Verbindungsglied zwischen Innenstadt und Ostvie rtel sowie Hafenquartier  entwickelt 
werden. Dabei berücksichtigt der Entwurf die Verknü pfungsfunktion des Hauptbahnhofs 
dahingehend, dass sie klare und direkte Wegeverbind ungen zwischen der Innenstadt über

40 
 
den Bahnhofsbereich zum Ostviertel und zum Stadthaf en sowie zum Messe und Congress 
Zentrum Halle Münsterland unterstützt und attraktiv iert. Dadurch verliert der „Komplex“ 
Hauptbahnhof in der Wahrnehmung seine bisherige Bar rierewirkung und erlaubt – bei ent- 
sprechender großzügiger Ausgestaltung der Verkehrsf läche – eine transparente und kurz- 
weilige Verbindung durch die Tunnel hindurch zur Üb erwindung der Bahngleise und zur 
Verbindung von Stadträumen.  
 
Auf der Westseite bildet das Empfangsgebäude, ergän zt um einen sanierten südlichen Ge- 
bäudeteil, den Schwerpunkt, indem alle bahnnotwendi gen Funktionen untergebracht sind 
sowie ergänzende gastronomische Einrichtungen und D ienstleistungs- und Einzelhandels- 
funktionen. In den Obergeschossen sind Büro- und So zialräume für Bahnmitarbeiter und 
Mieter eingerichtet.  
 
Auf der Ostseite stellt die vorgesehene Gebäudekonz eption ein Verbindungselement zwi- 
schen dem Parkhaus Bremer Straße und dem Geschosswo hnungsbau entlang der Bremer 
Straße dar und bildet somit eine stadtstrukturell-r äumliche Fassung des Bremer Platzes in 
der gedachten Erweiterung zum Bahnhofsvorplatz hin.  Das neue Gebäude ermöglicht die 
Realisierung einer weiteren Radstation mit attrakti ven direkten Zugangsmöglichkeiten zu 
beiden Fußgängertunneln und eröffnet somit kurze We ge zu den Gleisen. Aufgrund seiner 
zentralen Lage ist auch der Standort auf der Ostsei te als Büro- und Dienstleistungsstandort 
geeignet. 
 
Die vorgestellte Funktionszuweisung geht von einer gestalterischen Einbindung der Bremer 
Straße in den direkten Bahnhofsvorplatzbereich aus und schafft somit einen direkten funkti- 
onalen Anschluss an die Grünanlage Bremer Platz. Zu künftig wird der gesamte unbebaute 
Platzbereich städtebaulich-gestalterisch als eine z usammenhängende Fläche mit unter- 
schiedlichen Funktionen/Aufgaben wahrgenommen werde n. Die konkrete Ausgestaltung 
der Vorplatzflächen wird in Abhängigkeit zum neuen Gebäude Ostseite aktuell entwickelt. 
 
Quartier kleine Bahnhofsstraße / Von-Steuben-Straße (Ziffer: 39, 40, 41)  
Aktuell befinden sich zwei größere Bauvorhaben im B ahnhofsumfeld in der Realisierung: 
Der Neubau des Empfangsgebäudes Westseite und der Bau des Hochhaus (ehm. Metropo-

41 
 
lis). Anschließend an das erhaltene Gebäudeensemble  aus Bank und Post am Berliner 
Platz – genau zwischen den beiden Neubauten gelegen  – befindet  sich zwischen der 
Bahnanlage und der Kleinen Bahnhofstraße das Areal des ehemaligen Posthofes mit den 
Zufahrten zur ehemaligen Paketabfertigung und den z ugehörigen Innenhöfen. Dieses Areal 
ist im Jahr 2015 an einen privaten Investor (ISG-Mi tglied) veräußert worden, der an diesem 
Standort eine gemischte bauliche Entwicklung aus Wo hngebäuden, Dienstleistungen und  
Gewerbeeinheiten plant. Konkrete Entwürfe werden de rzeit entwickelt und sollen Bezug 
nehmen auf die umliegenden Gebäude und das Bahnhofs quartier. Zusammen mit den o.g. 
Neubauten kann damit der südliche Bahnhofbereich wi rkungsvoll arrondiert und im Sinne 
der gesamten Quartiersentwicklung zielgerichtet entwickelt werden. 
 
Entwicklung von Gestaltungsleitlinien – Teilbereich  Windthorststraße und Bahnhofs- 
straße (Ziffer: 43)  
Das Bahnhofsviertel befindet sich seit Jahren im Wa ndel, wird stetig auf verschiedenen 
Ebenen weiterentwickelt und aktiv gestaltet, um sich als attraktives Quartier von Münster zu 
präsentieren. Der Berliner Platz liegt im Zentrum des Bahnhofviertels und bildet durch seine 
Lage und Form ein städtebauliches Bindeglied zwisch en dem Bahnhofsvorplatz und der 
Zuwegung über die Windthorststraße in die Altstadt.  Mit dem Verlauf der Bahnhofstraße 
besteht eine zweite direkte Anbindung vom Bahnhof ü ber den Servatiiplatz zur Altstadt. In 
diesen Bereichen „Berliner Platz – Windthorststraße  – Bahnhofstraße“ gilt es, den ersten 
einladenden Eindruck von Münster für die bahnfahren den Besucher zu prägen und deshalb 
die Gestaltqualität des städtischen Raumes aufzuwerten. 
Vor dem Hintergrund der aktuell städte- und hochbau lichen Entwicklung (Bahnhofsumbau, 
Wohnhochhaus, Plan- und Umsetzungsprozess Windthors tstraße etc.) des Bahnhofsvier- 
tels soll die Gestaltqualität des Gebäudebestandes und des öffentlichen Raumes verbes- 
sert und gefördert werden. Derzeitige gestalterisch e Defizite im Straßenbild sind aufzuar- 
beiten und zu beheben. Gestalterische Defizite find en sich aber auch im Gebäudebestand. 
Zum Teil sind sie die Folge nicht sehr hochwertiger  und unmaßstäblicher Werbeanlagen an 
den Gebäuden. Da Fassadengestaltung, Werbeanlagen u nd Warenpräsentation im öffentli- 
chen Raum die Gestaltqualität entscheidend mitpräge n und die gestalterischen Festsetzun- 
gen des geltenden Bebauungsplanes Nr. 356 nicht aus reichend sind, soll die sogenannte

42 
 
„Gestaltungsfibel für das Bahnhofsviertel“ unterstü tzend Gestaltleitlinien für Fassaden, 
Strukturen und Werbeanlagen definieren und als Förd erinstrument dienen, um Immobilien- 
eigentümern Anreize für Investitionen an den Gebäud ebeständen zu geben. Bei dem Pla- 
nungsprozess „Die Zukunft der Windthorststraße“ war die Gestaltung der Gebäude, Fassa- 
den, Werbeanlagen etc. nicht Gegenstand der Planung.  
Indem die städtebaulichen und architektonischen Qua litäten herausgestellt und Ideen zur 
Beseitigung offenkundiger gestalterischer Mängel au fgezeigt werden, soll langfristig die 
Aufenthaltsqualität für die Eigentümer, Bewohner un d Besucher des Bahnhofsviertels ge- 
steigert und so die Identifikation mit dem Quartier  gefördert werden. Es sollen Leitlinien zur 
Gestaltung der Fassaden, Erdgeschoßbereiche und Wer beanlagen anhand von gestalteri- 
schen Empfehlungen mit beispielhaften Darstellungen ausformuliert werden. 
 
Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel (Ziffer: 47, 48)  
Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahn hofsviertel Münster e.V. verfolgt das 
Ziel, die Chancen und Potenziale des Bahnhofsvierte ls aufzugreifen und Lösungen für an- 
stehende Herausforderungen zu realisieren. Im Vorde rgrund der gemeinsamen Arbeit ste- 
hen die konsequente Verbesserung der Wettbewerbssit uation des Quartiers, die Kommuni- 
kation eines klaren Standortprofils sowie die Umset zung einer gut durchdachten Vermark- 
tung des Viertels. Darüber hinaus stehen die Belebung der Handels-, Gewerbe- und Dienst- 
leistungsstruktur sowie die städtebauliche Situation im Fokus der Arbeit.  
 
Kennzeichnend für das Münsteraner Bahnhofsviertel sind die zentrale innerstädtische Lage, 
der urbane Charakter und die unmittelbare Nähe zur Altstadt sowie die Funktion als bedeu- 
tendster und frequenzstärkster Verkehrsknotenpunkt.  Als Entree in die Stadt empfängt 
Münster im Bahnhofsviertel eine Vielzahl von Gästen  und Besuchern. Gleichzeitig durch- 
queren tausende Bürgerinnen und Bürger sowie Pendle r aus der Region Tag für Tag das 
Viertel.  
 
Die ISG ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Gr und- und Immobilieneigentümern, Ein- 
zelhändlern, Dienstleistern, Gastronomen und Freibe ruflern aus dem Quartier, die gemein- 
sam mit städtischen Partnern, den Wirtschaftsverbän den sowie weiteren Akteuren an der

43 
 
Aufwertung des Standortes Bahnhofsviertel arbeiten.  Sie hat das freiwillige Organisations- 
modell bevorzugt, d.h. es arbeiten diejenigen Akteu re im Viertel zusammen, die die Chan- 
cen und Mehrwerte einer Standortinitiative für sich  und ihre Immobilien bzw. Unternehmen 
erkannt haben. Dieses Selbstverständnis und die pos itive Arbeitsatmosphäre sind die not- 
wendige Motivation und Grundlage für das Standorten gagement jedes Einzelnen. Das frei- 
willige Modell fußt auf einem langfristig angelegte n strategischen und praktischen Hand- 
lungsprogramm, welches den Rahmen setzt und eine kl are Orientierung vorgibt. Die tägli- 
che Arbeit der ISG ist gekennzeichnet durch die kon tinuierliche Umsetzung der Maßnah- 
men. Dabei wird eine flexible und dynamische Ausgestaltung des Konzeptes verfolgt, die es 
zulässt, auf örtliche Gegebenheiten und aktuelle Entwicklungen zu reagieren.  
 
Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen die Handlun gsfelder Quartierentwicklung, -
gestaltung und –marketing mit den Themen Städtebau und Gestaltung, Image und Wer- 
bung, Branchenmix und Besatzstabilisierung, Veranst altungen und Kultur, Sicherheit und 
Sauberkeit, Verkehr und Orientierung sowie die Best ärkung des Wir-Gefühls. Die Projekte 
umfassen eine große Spannbreite. Erste Meilensteine  seit Gründung und dauerhafte Pro- 
jekte des Vereins sind u.a.:  
/square4 die dauerhafte Etablierung eines Quartiersdienstes , der täglich für ein sauberes 
Stadtbild sorgt und als Service für die Immobiliene igentümer und Unternehmen fun- 
giert,  
/square4 die Realisierung des Kunstprojektes „The Moon In A labama“ im öffentlichen Raum mit 
dem Künstler Tobias Rehberger, 
/square4 die Installation des Lichtboulevards entlang der B ahnhofstraße,  
/square4 die Einrichtung des Immobiliennetzwerkes für das B ahnhofsviertel zur Beratung der 
Eigentümer, 
/square4 die Initiierung eines Planungsprozesses zur Neuges taltung einer wichtigen Zuwegung 
vom Bahnhof in die Innenstadt und  
/square4 die regelmäßige Durchführung von hbf – häuser | bi lder | fenster als eigenen Beitrag 
zum stadtweiten jährlichen Kunstevent „Schauraum“. 
Neben der konsequenten Realisierung dieser und weit erer Projekte kommt auch der Öf- 
fentlichkeitsarbeit große Bedeutung zu, um alle Mit glieder, Partner, Interessierte und auch 
die Bewohner des Bahnhofsviertels über die Vereinsa rbeit zu informieren und mitzuneh-

44 
 
men. Da ein Bahnhofsviertel auch immer ein Stadtrau m mit vielen Menschen in unter- 
schiedlichsten Lebenslagen ist, engagiert sich der Verein regelmäßig sozial und caritativ. 
 
Zur Verwirklichung der für die ISG benannten Ziele wurden Projektgruppen gebildet, in de- 
nen sich zahlreiche Akteure aus den unterschiedlich sten Professionen und Berufsgruppen 
engagieren. Die Hauptaufgabe der Projektgruppen bes teht in der Erarbeitung, Organisation 
und Umsetzung konkreter Maßnahmen und Projekte, die  dem Quartier zu Gute kommen 
sollen. Das Bahnhofsviertel versteht sich als dynam ischer und stetig wandelnder Ort mit 
großstädtischem Anspruch. Dabei ist eine qualifizie rte externe Begleitung als Geschäfts- 
stelle für die tägliche Arbeit, unverzichtbar. Eine Daueraufgabe für den Erfolg der ISG ist die 
Akquisition neuer Mitglieder und die damit verbunde ne Mitfinanzierung der Aufgaben durch 
die ISG-Mitglieder.  
 
Die sichtbaren Entwicklungen und die spürbaren Verä nderungen im Bahnhofsviertel bestä- 
tigen, dass sich das inzwischen über Jahre anhalten de private Engagement lohnt und rech- 
net. Befand sich das Bahnhofsviertel vor zehn Jahre n noch in einer Abwärtsspirale, so voll- 
zieht sich seit einiger Zeit ein Wandel von unerwar teter Dynamik. Gestiegene Büro- und 
Gewerbemieten, eine große Zahl an Projektentwicklun gen und Investitionen in neue Ge- 
bäude und Bestandsgebäude (u.a. auch in neuen inner städtischen Wohnraum) und neue 
Ansiedlungen in den Erdgeschossen belegen, dass die Aufwertung in vollem Gange ist. Der 
im Jahr 2014 endlich gestartete Neubau des Empfangs gebäudes des Hauptbahnhofes wird 
weitere Synergien ermöglichen. Darüber hinaus hat s ich eine Form des „Wir-Gefühls“ zwi- 
schen unterschiedlichsten Akteuren entwickelt, das die gemeinsame und zuverlässige 
Standortarbeit enorm befördert. 
 
Lichtkonzept ISG Bahnhofsviertel – Lichtquartier (Ziffer: 51) 
Die ISG schafft die Rahmenbedingungen, um mit dem M edium Licht dem Bahnhofsviertel 
eine einzigartige, unverwechselbare Identität im Münsteraner Kontext zu geben. Dabei geht 
es nicht darum, bereits Bestehendes zu kopieren (z. B. den Prinzipalmarkt), sondern auf 
innovative und hochwertige Art einen neuen Blick au f Bekanntes - aber auch auf unbeach- 
tete und bislang ungenutzte Aussichten und Bereiche  des Bahnhofsviertels - zu verwirkli- 
chen.

45 
 
 
Wichtige Aufgabe des nächtlichen Lichts im öffentli chen Raum ist es, neben Sicherheit 
auch Orientierung zu bieten. „Gutes Licht“ schafft darüber hinaus Atmosphäre und Aufent- 
haltsqualität. Schritt für Schritt hat sich die ISG  dem Ziel verpflichtet, die Aufenthalts- und 
Verweilqualität sowie die Aufenthaltsdauer im Bahnh ofsquartier zu erhöhen - Flanieren im 
Viertel muss für Kunden und Passanten, Gäste und Bewohner attraktiver werden!  
 
Mit der Lichtinszenierung der Bahnhofstraße wurde d em sich andeuteten Trading down Ef- 
fekt durch öffentlichkeitswirksame, sichtbare und n achhaltig imageprägende Akzente ent- 
gegengewirkt. Der fehlende Boulevardcharakter der B ahnhofstraße konnte im zentralen 
Bereich wieder erlangt werden.  
 
Das Lichtkonzept soll die Qualitäten des Stadtbilde s, wie es sich heute in der Tagesansicht 
präsentiert, künftig auch während der dunklen Tages zeiten und in der Nacht erlebbar ma- 
chen. Das Konzept bietet Stadt, Eigentümern, Bauher ren und Investoren einen Gestal- 
tungsrahmen und stellt die nächtliche Ansicht des B ahnhofsviertels als Ensemble dar. Zur 
Lösung der skizzierten Herausforderung wurde ein 3- Säulen-Lichtkonzept entwickelt, dass 
eine einheitliche Lichtinszenierung der Bahnhofstra ße (und mittel- bis langfristig auch des 
gesamten Bahnhofsviertels) erlaubt.  
 
Die Grundrealisierung des Lichtkonzepts ist fertig gestellt. In den kommenden Jahren sollen 
Erweiterungen der Inszenierung der Bahnhofstraße, z .B. in Richtung Süden bis zur Hafen- 
straße und in Richtung Norden bis zur Warendorfer S traße, durchgeführt werden. Auch ei- 
ne Anbindung an die Salzstraße über den Servatiipla tz ist in der Vorbereitung. Die Illumina- 
tion der Fassaden soll als Daueraufgabe fortgeführt werden.  
 
Osttor – Servatiiplatz – Paul-Gerhardt-Quartier (Ziffer: 52, 53) 
Der Bereich Osttor als östliches Eingangstor zur St adt bedarf seit längerem der Aufwertung 
und Attraktivierung. Da das bestehende Gemeindehaus  (Paul-Gerhard-Haus) der evangeli- 
schen Erlöser-Kirchengemeinde die heutigen Anforder ungen nur noch bedingt erfüllt, hatte 
die Kirchengemeinde in Abstimmung mit der Stadt Mün ster die Möglichkeit genutzt, das 
gesamte Areal zwischen Freiherr-vom Stein- und Serv atiiplatz sowie der Eisenbahn- und

46 
 
der Friedrichsstraße im Rahmen eines Wettbewerbs so wohl städtebaulich als auch hoch- 
baulich entwickeln zu lassen. 
 
Entstehen soll dabei eine - im besten Sinne des Wor tes  'evangelische Insel'. Dabei soll 
(von Süden nach Norden) die derzeit als Parkplatz g enutzte Fläche im Einmündungsbe- 
reich der Wolbecker Straße das neue Paul-Gerhardt-H aus aufnehmen, die Erlöser-Kirche 
ein ihrer Bedeutung angemessenes Umfeld erhalten, n ördlich davon - im Rahmen einer 
Zielplanung - ein weiteres Gebäude für kirchliche b zw. gemeinbedarfsorientierte Nutzungen 
erhalten und die derzeit ebenfalls als Parkraum gen utzte Fläche am Freiherr-vom-Stein-
Platz zu einem qualitätsvollen innerstädtischen Fre iraum aufgewertet werden. Ein weiteres 
- explizit von der Stadt Münster verfolgtes - Ziel ist die gesamte städtebauliche Aufwertung 
dieses durch starkes Verkehrsaufkommen an den Stadt eingängen gekennzeichneten Ge- 
biets „Stadttor Ost“. Durch qualitätsverbessernde M aßnahmen, insbesondere im Außen- 
raum, soll ein Quartier mit einer unverwechselbaren Identität entstehen.  
 
Gestalterische Veränderungen sind besonders im Umfe ld des Iduna-Hochhauses ein- 
schließlich Pavillon und des Servatiiplatzes an die  historischen Konzepte anzupassen und 
wiederherzustellen, auch aus denkmalbewahrender Sic ht. In Zusammenhang mit der Ge- 
staltung des öffentlichen Raums am Paul-Gerhardt-Qu artier entsteht somit ein qualitätsvol- 
ler öffentlicher Raum von der Friedrichstraße bis z ur Promenade. Ergänzend zur Quartiers- 
entwicklung wird in Verlängerung der Bahnhofstraße an der Eisenbahnstraße ein grüner 
Mittelstreifen platziert, der den Lichtboulevard fo rtführen soll und somit ein verbindendes 
grünes Element zwischen Promenadenraum und neuem Quartier darstellt.  
 
Mit der Umfeldgestaltung zum Paul-Gerhardt-Quartier , der Aufarbeitung und Aufwertung 
der Flächengestaltung zum Servatiiplatz und der Wei terentwicklung der Straßengestaltung 
aus der Bahnhofstraße verbinden sich drei wertvolle  stadträumliche Entwicklungsmaßnah- 
men an zentraler Stelle Münsters zu einem homogenen Gesamtkonzept.  
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten kann der Entw urf derzeit nicht in seiner geplanten 
Form realisiert und umgesetzt werden. Kirchengemein de und Stadt suchen aktuell nach 
Lösungsmöglichkeiten bzw. überlegen eine Teilrealisierung in einzelnen Bauabschnitten.

47 
 
Unterführung Hamburger Straße – Hafenstraße – Wolbe cker Straße – Warendorfer 
Straße (Ziffer: 54, 55, 56, 57)  
Der Hamburger Tunnel hat während der Bauphase zum n euen Hauptbahnhof fast den ge- 
samten Fußgänger- und Radverkehr zwischen den beide n Bahnhofseiten übernommen. 
Ermöglicht wurde dies u.a. durch die vollständige Sperrung des Hamburger Tunnels für jeg- 
lichen motorisierten Verkehr. Die gemachten Erfahru ngen zeigen deutlich, dass der Tunnel 
zukünftig als Verbindung für den motorisierten Indi vidualverkehr nicht mehr benötigt wird. 
Gespräche u.a. mit der Taxenzentrale haben diesen E indruck bestätigt. Daher ist beabsich- 
tigt, nach dem Ende der Bauphasen am Hauptbahnhof ( Westseite und Ostseite) den Tun- 
nel für den zukünftigen Fuß- und Radverkehr attrakt iv herzurichten. Damit kann insbeson- 
dere die wichtige Radverkehrsroute zwischen Altstad t und Ostviertel weiter ausgebaut wer- 
den. 
 
Der Hamburger Tunnel soll künftig eine Funktionsver besserung und gestalterische Aufwer- 
tung erfahren. Des Weiteren sind zusätzliche Fahrra dstellplätze eine Option für den neuge- 
stalteten Tunnel, die dann von beiden Seiten des Ba hnhofs aus erreicht werden können. 
Dazu soll eine künstlerische Lichtinstallation zum einen für mehr Orientierung und Sicher- 
heit sorgen, zum anderen aber auch Atmosphäre schaffen.  
 
Für die Unterführung der Hafenstraße ergibt sich in  den nächsten Jahren Handlungsbedarf 
im Hinblick auf eine qualitativ hochwertige und lei stungsfähige Verbindung der Verkehrs- 
achsen sowie einer Aufwertung der Verkehrsmöglichke iten für den ÖPNV, den Radverkehr 
und den Fußgängerverkehr, z.B. zum Veranstaltungszentrum Hafen/Halle Münsterland. Um 
die mangelnde Gestaltqualität zu verbessern, soll e s zum einen eine gestalterische Aufwer- 
tung und zum anderen ein innovatives Beleuchtungskonzept geben. 
 
Einen Imagewandel sollen auch die Unterführungen an der Wolbecker und der Warendorfer 
Straße erfahren, indem sie ebenso gestalterisch aufgewertet werden. 
 
Entwicklung Stückgutbahnhof (Ziffer: 58)  
Die Stadt Münster verfolgt das Ziel, den aufgrund i hrer positiven Bevölkerungs- und Wirt-

48 
 
schaftsentwicklung vorhandenen Bedarf an Flächen fü r Wohnraum und vielfältige wirt- 
schaftliche Nutzungen in möglichst hohem Maße durch  die Entwicklung brachgefallener 
oder mindergenutzter Flächen im Innenbereich zu dec ken. In diesem Zusammenhang be- 
absichtigt die Stadt Münster perspektivisch gemeins am mit der Deutschen Bahn AG die 
städtebauliche Neustrukturierung von un- bzw. unter genutzten Bahnflächen des ehemali- 
gen Stückgutbahnhofes sowie des Bereiches des ehemaligen Lokschuppens.  
 
Die genannten Flächen liegen südlich des Hauptbahnhofes und zwischen den beiden heute 
vorhandenen Hauptgleistrassen. Sie sind damit von d en benachbarten Stadträumen abge- 
schnitten und derzeit erheblich entwicklungsgehemmt . Deshalb wird perspektivisch ange- 
strebt, die getrennt verlaufenden Bahntrassen auf d er heutigen, östlichen Gleistrasse zu 
bündeln, um die Brachflächen ohne Zäsuren an die we stlich gelegenen Innenstadtbereiche 
anbinden zu können. Dadurch könnte sich mittelbar e ine verbesserte Anbindung auch an 
die Altstadt / Innenstadt von Münster ergeben. 
 
Verkehrlich gesehen ist die Fläche des ehemaligen S tückgutbahnhofes (einschließlich Lok- 
schuppen) über den fast vollständig 4-spurig ausgeb auten Albersloher Weg direkt an die 
Umgehungsstraße und somit auch an das überörtliche Autobahnnetz (A 43/A 1) angebun- 
den. Im innerstädtischen Hauptverkehrsstraßengerüst  ergeben sich über die Friedrich-
Ebert-Straße und die Hafenstraße ebenfalls gute Anb indungsmöglichkeiten. Allein die Ver- 
bindung der Bereiche beiderseits der Bahnflächen fü hrt zu großen Problemen, da die der- 
zeit vorhandene Unterführung der Hafenstraße den An forderungen nicht mehr gewachsen 
ist.  
 
Ein Gutachten zur Wirtschaftlichkeitsoptimierung de s Stückgutbahnhofes aus dem Jahre 
2003 hat die grundsätzliche Machbarkeit bestätigt, allerdings ist der notwendige Aufwand 
höher als die derzeit erzielbaren Renditen aus der Vermarktung der frei werdenden Flä- 
chen.  
 
Aktuelle Äußerungen der DB AG legen den Schluss nah e, dass bahnorientierte Initiativen 
mittelfristig nicht zu erwarten sind. Der Fokus lie gt somit momentan auf attraktivitätsstei- 
gernden Maßnahmen des Bestandes.

49 
 
Sofern größere bauliche Maßnahmen zur Unterführung in der nächsten Zeit nicht vorgese- 
hen sind, soll ergänzend  die Situation der Unterfü hrung Hafenstraße gestalterisch verbes- 
sert und durch Lichtgestaltung attraktiver werden. 
 
Entwicklung der Ergänzungsachsen – Radialen (Ziffer: 59) 
Ergänzend zu den bereits behandelten Stadtquartiere n und ihren Einzelmaßnahmen kom- 
men ggf. auch Maßnahmen zur Weiterentwicklung der d rei Radialen Hammer Straße, Wol- 
becker Straße und Warendorfer Straße zum Tragen.  
 
Es gibt einen zunehmenden Handlungsbedarf, da die A usfallstraßen unter einem enormen 
Veränderungs- und Entwicklungsdruck stehen. Die frü her enge Beziehung zwischen den 
umliegenden Stadtquartieren und den „Einkaufsmeilen “ wird lockerer, die Beziehung der 
Anwohner zu ihrer Geschäftsstraße hat sich verändert.  
 
Um auf den zunehmenden Veränderungs- und Entwicklun gsdruck zu reagieren soll die 
Vernetzung mit der Innenstadt verbessert werden. In sgesamt sollen für die Ergänzungs- 
achsen Entwicklungsperspektiven erarbeitet werden, die zu einer Standortsicherung führen. 
Die Stadtentwicklung und Münster Marketing versuchen in Kooperation Interessenverbände 
zu gründen. Somit sollen nicht nur die Radialen ges tärkt werden, sondern auch die Erreich- 
barkeit der Innenstadt verbessert werden. An der Ha mmer Straße besteht bspw. eine Initia- 
tive, die derzeit keine konkreten Maßnahmen im Ausb lick hat, die aber in Kooperation mit 
Münster Marketing und der Stadtentwicklung dazu ang eregt werden kann, private Maß- 
nahmen (eventuell mit Hilfe des Verfügungsfonds) zu initiieren.

Beratungsverlauf (5)

14.06.2016 Betriebsausschuss Münster Marketing
TOP 7 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
14.06.2016 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
16.06.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 6.6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 24 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
29.06.2016 Rat
TOP 27 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (44)

  • Frauenstraße
  • Ludgeristraße
  • Windthorststraße
  • Königsstraße
  • Von-Steuben-Straße
  • Hafenstraße
  • Hammer Straße
  • Wolbecker Straße
  • Warendorfer Straße
  • Aegidiistraße
  • Salzstraße
  • Voßgasse
  • Stubengasse
  • Rosenstraße
  • Bahnhofstraße
  • Julius-Voos-Gasse
  • Friedrichstraße
  • Eisenbahnstraße
  • Schlossplatz
  • Ludgeriplatz
  • Bremer Platz
  • Servatiiplatz
  • Albersloher Weg
  • Hansaring
  • Harsewinkelplatz
  • Berliner Platz
  • Hamburger Straße
  • Alter Fischmarkt
  • Freiherr-vom-Stein-Platz
  • Umgehungsstraße
  • Friedrich-Ebert-Straße
  • Prinzipalmarkt
  • Engelenschanze
  • Bremer Straße
  • Aa-Seitenweg
  • Brüningheide
  • Pferdegasse
  • Domplatz
  • Spiekerhof
  • Verspoel
  • Kinderhaus
  • Kiepenkerl
  • Rothenburg
  • Osttor

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0300/2016
Typ
Vorlagen
Datum
09.05.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37